Monat: November 2009

29 11 2009
By: TKG 0

Lech – Prominente Herausgeber- und Journalistenrunde “gipfelte” in Lech am Arlberg.

“Über das Ende des Kapitalismus, wie wir ihn kennen – die Zeitenwende in Politik, Wirtschaft und Medien”.

So lautete das brisante und aktuelle Motto, unter dem Lechs Tourismusdirektor Gerhard Walter gemeinsam mit Stefan Kröll und Thomas Weninger (pro.media) namhafte Zeitungs- und Medienmacher zu zwei Diskussionsabenden ins Hotel “Aurelio” mit Geschäftsführer Axel Pfefferkorn sowie zur Rüfikopfbahn geladen hatte.

Neben den Vorarlbergern Elmar Oberhauser und USAKorrespondent Hanno Settele (ORF) oder Susanne Glass als Präsidentin der Auslandspresse in Österreich hatten sich auch Herausgeber wie Oscar Bronner sowie Chefredakteurinnen und Journalisten wie Alexandra Föderl-Schmid, Andreas Pfeifer, Peter Kropsch, Carl-Eduard Meyer, Charles E. Ritterband (NZZ), Thomas Mayer, Birol Kilic und Erna Cuesta sowie Renate Moser und Rolf Seewald zu dem vom Vorarlberger Medienhaus, dem ORF, der Austria Presse Agentur, und Standard sowie den Swarovski Kristallwelten und dem Flugunternehmen InterSky unterstützten Mediengipfel am Arlberg aufgemacht. (vol.at)

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27 11 2009
By: Redaktion 2 0

Seltsame Begegnungen: Türken in Mauthausen

„Wir verneigen uns in Respekt vor diesen Juden und  Türken, die schmerzvoll  in Mauthausen schmerzvoll getötet wurden.“

In dem von Wien 200 km entfernten, ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen, in dem einst brutale Massenmorde stattgefunden haben, wurde nun auch den ermordeten türkischen Staatsbürgern muslimischen und jüdischen Glaubens ein Denkmal  durch Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) errichtet und eine Gedenkfeier abgehalten. 

 

LINZ-MAUTHAUSEN-Bei der Feier, an der Mitglieder der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich(TKG)der Botschafter der Republik Türkei, Selim Yenel, der Generalsekretär der israelitischen Kultusgemeinde Raimund Fastenbauer(IKG), der Staatssekretär für Bildung, Kultur und Kunst Dr. Reinhold Hohengartner, der Verwaltungsleiter der Gedenkstätte Ministerialrat Harald Hutterberger und der Vorsitzende der Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG) Birol Kilic, teilnahmen, wurden der Koran auf Türkisch zitiert und hebräische Gebete aufgesagt, um den Verstorbenen zu gedenken.


 

Im Lagersystem Mauthausen kamen während des Zweiten Weltkrieges ca. 100.000 Menschen auf barbarische Art und Weise ums Leben. Es wandelte sich damals schnell zu einem der gefürchtetsten Konzentrationslager im ganzen Nazi-System, nicht zuletzt durch die Einstufung in die Lagerstufe III. In diese Art von Lager sollten damals schwer belastete und „kaum noch erziehbare“ Häftlinge deportiert werden, es galt weiters als Strafverschärfung für Inhaftierte anderer Lager.

Insgesamt wird die Zahl der Häftlinge im Lagersystem Mauthausen auf über 200.000 geschätzt, eine endgültige Zahl wird jedoch nie vorliegen, da vor allem gegen Ende des Nationalsozialismus unzählige Gefangene ohne Registrierung in die Lager deportiert und dort ermordet wurden.

Unter diesen 200.000 Häftlingen waren auch über 8.000 Frauen, die in die Lager interniert worden waren. Die katastrophale Überbelegung führte nicht nur zu mehr als unmenschlichen Lebensbedingungen, sondern folglich zum Bau eines Zeltlagers im Herbst 1944. Dort wurden die eingepferchten 10.000 Häftlinge nahezu sich selbst überlassen.

Auf der Gedenktafel der türkischen Opfer der Jahre 1933-1945 steht in deutscher Sprache: „Wir verneigen uns in Respekt vor diesen Türken und Juden, in Mauthausen  schmerzvoll getötet wurden.“

Wer waren die Türken, die im Jahre 1939, als der Zweite Weltkrieg ausbrach aus Deutschland, Österreich oder aus Prag deportiert wurden? Hunderter Bürger, die aus Istanbul, Izmir und Edirne nach Europa und vor allem nach Deutschland ausgewandert waren, wurden damals im Konzentrationslager Mauthausen ermordet. Wie berichtet wird, sind Angehörige dieser Opfer noch heute in Istanbul und Izmir wohnhaft.

Namenlose Opfer. Es sieht für den Augenblick so aus, als ob es den Historikern überlassen ist, die Tragödie der tausenden türkischen Opfer ans Tageslicht zu bringen, denn viele von ihnen scheinen in keinen Registern auf. Der  Generalsekretär der  IKG , Herr Fastenbauer, betonte in seiner Rede in Mauthausen deutlich, wie folgt:  „Angriffe rechtsradikaler österreichischer Politiker auf Türken und Moslems und die Demütigungen nach dem Vorbild der Erniedrigung der Juden im Zweiten Weltkrieg nicht einfach so hingenommen werden dürfen. Man muss gegen jede Art von Rassismus in Österreich kämpfen. Man soll aus der Geschichte lernen.“

Erwähnenswert sind auch die zahlreichen türkischen Diplomaten, die damals in Europa arbeiteten und  ihr eigenes Leben riskierten, um das Leben vieler europäischer und türkischer Juden vor dem Holocaust zu retten. Der Botschafter der Republik Türkei Selim Yenel hob hervor, dass „diese einzigartige Verantwortung und jenes menschliche Verhalten ein Beispiel für die Menschheit ist und sein sollte.“ An dieser Stelle wollen wir noch auf ein herausragendes Beispiel einer solchen übermenschlichen Bemühung verweisen.

Es handelte sich um den damaligen türkischen Botschafter in Marseille, Necdet Kent. Der heute 85-jährige, in Istanbul wohnhafte „stille Held“ stieg damals in einen Zug, der türkische Juden in die Konzentrationslager bringen sollte, mit ein und forderte die Freilassung seiner Landsleute. Andernfalls würde er ihnen in die Gaskammer folgen. Nach langen Diskussionen wurden die Gefangenen mit einem Sonderbefehl aus Berlin tatsächliche freigelassen. Dass ein Mensch solchen Mut beweist und für seine Landsleute einsteht, selbst in Anbetracht seines eigenen Todes, ist in der heutigen Zeit fast undenkbar. Auch von anderen Städten in Europa hört man, dass sich damals die türkischen Diplomaten für ihr Volk einsetzten, teilweise sogar mit Erfolg.

Informationen:

NAIM GÜLERYÜZ WAR IN WIEN: ZUR GESCHICHTE DER JUDEN IN DER TÜRKEI

http://www.turkischegemeinde.at/naim-gueleryuez-war-in-wien-zur-geschichte-der-juden-in-der-tuerkei/

DIE GESCHICHTE DER TÜRKISCHEN JUDEN

Die Geschichte der türkischen Juden

 

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