Monat: April 2010

09 04 2010
By: Redaktion 2 0

Istanbul Biennale: „Die türkische Kulturszene nicht isolieren“

Die Presse schreibt: „Mitte September startet die angesichts des politischen Klimas in der Türkei bisher brisanteste Ausgabe des traditionsreichen Kunst-Festivals. Das Kuratoren-Duo Elmgreen & Dragset will dadurch Kunst und Szene stärken.“

 

„In Istanbul wird gehämmert und gebohrt für die Biennale: Viele Künstler aus aller Welt sind schon eingetroffen und damit beschäftigt, ihre Kunstwerke zu installieren. Unter schwierigen Vorzeichen startet im September die 15. Istanbul-Biennale. „Ein guter Nachbar“ lautet das Motto, das sich die in Berlin lebenden skandinavischen Künstler-Kuratoren Elmgreen & Dragset ausgedacht haben. 55 Künstler aus 32 Ländern sollen das Thema in Kunst umsetzen und dabei von der abstrakten Ebene der Politik auf ihre persönlichen Erfahrungen holen, so das Konzept. Überschattet wird das Kulturereignis im Vorfeld von der Frage, ob es angesichts der aktuellen Repressionen in der Türkei überhaupt richtig ist, dort eine Biennale zu veranstalten. Schließlich wird die Meinungsfreiheit in der Türkei immer weiter eingeschränkt: Mehr als 150 Journalisten sitzen im Gefängnis, die Justiz hat fast 4000 Strafverfahren wegen des Vorwurfs der Beleidigung von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan eingeleitet.“

 

Weiterlesen:

http://diepresse.com/home/kultur/kunst/5273570/Istanbul-Biennale_Die-tuerkische-Kulturszene-nicht-isolieren

http://www.tagesspiegel.de/kultur/elmgreen-und-dragset-im-gespraech-wir-machen-keine-zeitgeist-biennale/19604068.html

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08 04 2010
By: Redaktion 2 0

Frauen in der Türkei, Frauen im Islam

Von Prof. Dr. Beyza Bilgin

 

Einführung

Untersuchungen über Frauen und besonders über den Platz und die Rolle der Frau im Islam haben inzwischen ein weltweites Interesse erfahren. In der Türkei wurden unter dem Namen „Frauenstudien“ Lehrstühle eingerichtet und Institute gegründet, ebenso werden Konferenzen zum Thema „Die Rolle der Frau in der Religion“ abgehalten. In den theologischen Fakultäten werden sehr oft Thesenpapiere und Dissertationen angefertigt, die ausgehend von allen Gesichtspunkten der Theologie den Platz und die Rolle der Frau in vielfältiger Weise untersuchen und zur Diskussion stellen. Die weltweite Anknüpfung eines Dialoges mit ähnlichen Instituten hat zu einer Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Frauenstudien geführt.

 

Seit Beginn der schriftlichen Niederlegung der Geschichte bis heute waren es in den meisten Fällen die Männer, die eine Entscheidung zu treffen hatten, und alle auch schriftlich niedergelegten Äußerungen wurden bis dahin unter männlichen Gesichtspunkten formuliert; eine solche Aussage trifft sehr wahrscheinlich den Kern der Wahrheit. Mit Beginn der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts fing man an, Geschichte auch unter weiblichen Gesichtspunkten darzulegen und zu formulieren (was zu dem parallel laufenden Begriff Herstory zu History führ-te). Es wird trotzdem weiter behauptet, dass in der Fortführung der männlichen Bestimmung über das Leben die monotheistischen Religionen der Zivilisationsgeschichte den prägendsten Stempel aufgedrückt hätten; der Islam, dessen gesellschaftliche Lebensformen auf der Trennung von Mann und Frau aufbauen, steht dabei an vorderster Stelle.

 

Es wird dabei betont, dass im Islam die Frau niemals im Besitz der gleichen Rechte wie der Mann sei, sondern im Gegenteil eine religiöse Spaltung, die das wichtigste Element der Bedrohung der gesellschaftlichen Ordnung und des gesellschaftlichen Friedens darstellt, stets von den Frauen ausgeht. Religiöse Spaltung (fitne) ist ein arabischer Terminus, der die Bedeutung Verführung, Schlechtigkeit oder Aufstand trägt. Die scharfe Kontrolle des Geschlechtslebens der Frau und ihres Verhaltens in der Geschichte des Islam hat ihren Grund in dieser den Frauen zugeschriebenen religiösen Spaltung. Die Trennung der Geschlechter ist in allen Lebensbereichen sehr deutlich, wobei der öffentliche Bereich außerhalb des Hauses dem Manne untersteht und der private Bereich innerhalb des Hauses der Frau. Durch die Akzeptanz der Aussage, Männer stünden über den Frauen und seien als etwas Höheres geschaffen, wird gefolgert, dass in dem Fall, in dem die Männer den Worten der Frauen Beachtung schenkten und auf ihre kapriziösen Verhaltensweisen eingingen, sie sich dem Willen Gottes widersetzen würden.

 

Quelle:

Islam, Staat und moderne Gesellschaft in der Türkei und in Europa
Die Referate zweier Konferenzen der KAS im Oktober 2003 und November 2004, sind in dieser Publikation zusammengefasst. Die Publikatoiin kann bei der Stiftung bestellt werden. (Deutsch/Türkisch)
Hrsg. Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.

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