Monat: Mai 2010

13 05 2010
By: Redaktion 0

Austellung: „Die Türken in Wien“ im Judischen Museum

Eine Ausstellung zur Bedeutung der Sefarden in Zentraleuropa und in Wien Vorletzte Woche wurde im jüdischen Museum in Wien die neue Ausstellung. Türken in Wien- Geschichte einer jüdischen Gemeinde eröffnet. Unter Sponsoren und Unterstützer war der Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) mit Obmann Birol Kilic auch dabei. Ausstellung: 12. Mai bis 31. Oktober 2010.

 

 

Wien. Gestern  wurde im jüdischen Museum in Wien die neue Ausstellung „Türken in Wien- Geschichte einer jüdischen Gemeinde“ eröffnet. Zahlreiche Gäste erschienen zu der fröhlichen und historisch eindrucksvollen Veranstaltung, bei der auch eine Musikgruppe mit passender musikalischer Untermalung für gute Stimmung sorgte. Bereits vor 20 Jahren gab es im Rahmen der Museumseröffnung bereits eine vergleichbare Ausstellung zu diesem Thema, wenn auch zunächst nur provisorisch. Im Laufe der Zeit wuchs die antike Sammlung zu einer beachtlichen Größe mit Leihgaben aus der ganzen Welt.

Dank der neuen Ausstellung öffnen sich die Türen des Museums erneut um die Geschichte einer teils unbekannten Gemeinde in Wien, nämlich jene der sefardischen Türken, zu erzählen.“Die wichtigsten Zeugnisse der sefardischer Lebenswelten in Wien wurden durch das NS-Regime im Zuge der Ermordung und Vertreibung der Mitglieder der sefardischen Gemeinde Wiens vernichtet. In der Nacht des Novemberpogroms 1938 stand der große Türkische Tempel in Flammen und wurde samt dem Gemeindearchiv vollständig zerstört.

Damit ging ein wesentlicher Teil jüdischen Lebens in Wien mit einem Schlag zu Ende”, sagte Direktor Karl Albrecht-Weinberger in seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung “Die Türken in Wien. Geschichte einer Jüdischen Gemeinde”, bei der zahlreiche Vertreter des diplomatischen Korps – allen voran der Botschafter des Staates Israel, Aviv Shir-On – anwesend waren. Er dankte auch der Vertreterin der Botschaft der Republik Türkei, Çinar Sözer, dem Obmann des St. Georgs-Absolventenvereins Wien.

 

 

Weiterer Dank ging an Birol Kilic, Obmann der Türkischen Kulturgemeindein Österreich für die Unterstützung des Ausstellungsprojekts.  Ein gr0ßer Dank ist an  auch an Herrn Ariel Muzicant der Ehrenpräsident der Israilitische Kultusgemeinde in Österreich gegangen. Herr  Muzicant hat aus der persönliche Sammlung sehr wertvolle und geschichtliche wichtige Stücke während der Ausstellung kostenlos zur Verfügung gestellt.

Weinberger verwies auf eine der ersten Ausstellungen des Museums, die sich kurz nach der Gründung des Museums ebenfalls mit dem Thema auseinandersetzte und erinnerte an den Aufbau des Museums in den letzten zwei Jahrzehnten. Die damalige Kuratorin Felicitas Heimann-Jelinek, heute Chefkuratorin des Museums und Leiterin des Arbeitsteams der Ausstellung, erläuterte die vielfältigen Zusammenhänge der sefardischen Diaspora in Europa und unterstrich die historische Bedeutung der Entwicklung der sefardischen Gemeinden im europäischen Gesamtzusammenhang.

Das Jahr 1492 war ein Schicksalsjahr in Spanien, als 800 Jahre arabisch-moslemischer Herrschaft durch die endgültige Reconquista beendet wurde, die Juden des Landes verwiesen wurden und Christoph Columbus sich auf eine Reise machte, die zur Entdeckung der neuen Welt führte. Die Ausstellung „Die Türken in Wien“ beschäftigt sich mit den Auswirkungen eines dieser drei wesentlichen historischen Ereignisse, die das Ende des europäischen Mittelalters markieren, nämlich mit der Vertreibung der Juden aus Spanien, die in Nordafrika, in einigen italienischen Städten, vor allem aber im Osmanischen Reich Asyl fanden. Zunächst nach Portugal Geflüchtete verließen die Iberische Halbinsel später in Richtung Holland und Norddeutschland. Mit den osmanischen Eroberungen konnten die Juden spanischer Deszendenz, die sogenannten Sefarden, kulturell und wirtschaftlich wichtige Gemeinden auf dem Balkan gründen.

Bereits zur Zeit des Ghettos im Unteren Werd gab es Beziehungen zwischen den wiener und den sefardischen, also den türkischen Juden. Doch erst mit den Friedensverträgen zwischen dem Habsburger und dem Osmanischen Reich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts genossen die türkischen Juden Freizügigkeit im Habsburger Reich. Nach der Gründung der türkisch-jüdischen Gemeinde in Wien wurde ihr per Patent die Freiheit gottesdienstlicher Religionsausübung zugesichert. Sie hatte ihr Bethaus von Anfang an im zweiten Wiener Gemeindebezirk.1887 wurde schließlich der eindrucksvolle sefardisch-türkische Tempel im maurischen Stil in der Zirkusgasse eingeweiht, in dessen Vorraum man mit den Porträts des Habsburger und des Osmanischen Regenten beiden Majestäten und Ländern die loyale Referenz erwies.

Im November 1938 wurde dieses Juwel Wiener Sakralarchitektur so wie fast alle anderen Synagogen und jüdischen Bethäuser der Stadt zerstört, die Träger dieser Gemeinde in der Folge zu einem großen Teil in den Tod deportiert.Der Grund, warum gerade jetzt wieder eine Ausstellung zu diesem Thema eröffnet erklärt die Chefkuratorin des jüdischen Museums sei der, dass Istanbul zu dieser Zeit mitunter zu einer der europäischen Kulturhauptstädte zählt. Dies ist ein großes Signal für Europa und die Türkei. Das Thema Migration ist keine Erfindung des 20. oder 21. Jahrhunderts, denn darüber gab es schon immer gesellschaftspolitische Überlegungen. Es gibt immer zwei Seiten von Menschen, die von Migration profitieren können. Zunächst profitieren jene, die in ein neues Land kommen, um sich dort ein Leben aufzubauen. In weiterer Folge profitieren jene davon, die bereits in diesem Land wohnhaft sind.

Sie erkennen den Mehrwert von Migration und genau dies sei auch der Hintergrund für die Themenwahl der Ausstellung. Zu sehen gibt es zum Beispiel Friedensverträge zwischen den Habsburgern und dem osmanischen Reich, zwei Giganten die voneinander profitierten. Es kam zu einem Handels- und kulturellem Austausch und somit zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.Im 18. Jahrhundert lebten rund 20 sefardische Juden in Wien. Sie führten bereits Handelsbeziehung sowohl im Inland, als auch im Ausland in der Türkei. Gehandelt wurde mit Baumwolle, Schwarzwurzeln, Kupfer, Zucker, Kaffee, Zwiebeln und „türkischem Zeugs“, wie Tabak und Pfeifen.

Durch den großen Erfolg des Handels wurden aus den 20 Gemeindemitgliedern schnell über 200 sefardische Juden in Wien und die Gemeinde wuchs und wuchs. Sie kamen aus Konstantinopel, Mazedonien, Bukarest und zahlreichen weiteren Destinationen. Die sefardischen Juden Wiens waren in vielfacher Weise Vermittler zwischen Ost und West, zwischen Orient und Okzident, zwischen Asien und Europa. Diese Mittlerrolle spielten sie einerseits als Händler und Kaufleute, die Wolle und Baumwolle, Seide und Tabak, Zucker und Gewürze in den Westen importierten. Auch ihre Rolle als aktive Exponenten der österreichischen Post in Konstantinopel und der Levante, des österreichischen Lloyd und des Orient Express, wird in der Ausstellung „Die Türken in Wien“ beleuchtet. Diese Vermittlerrolle spielten die sefardischen Türken aber auch auf kulturellem Gebiet. Sie richteten in Konstantinopel die erste Druckerei überhaupt ein und in Wien eine sefardische Presse.

Wesentliche Impulse zur Weiterentwicklung der rabbinischen Tradition gingen von sefardischen Juden aus. Die reiche, mittelalterliche spanisch-jüdische Poesie wurde weiter tradiert und übersetzt und es waren die Sefarden, die die Entwicklung der jüdischen Mystik vorantrieben. Sie waren es vor allem, die die arabische Philosophie und Medizin für die westliche Welt erfahrbar machte. Die Ausstellung „Türken in Wien“ zeigt die aufblühende Entwicklung der sefardischen Gemeinde und präsentiert interessante Fotodokumentationen. Aufgrund dieser historischen Fotos konnten zahlreiche Dinge aus dem türkischen Tempel in der Zirkusgasse identifiziert werden. Zahlreiche Mäntel, wo die gegenseitige Beeinflussung der Kulturen deutlich zu sehen ist und andere Textilien, wie Teppiche und Wandbehänge können in der Ausstellung bewundert werden.Die Geschichte der türkisch. sefardischen Gemeinde.

Die Gründung der türkisch-sefardischen Gemeinde im Jahr 1735 soll auf den sagenumwobenen Diego de Aguilar zurückgehen. Er wurde von Karl VI. nach Wien berufen, um das österreichische Tabakgefälle zu reorganisieren. Die schriftlichen Niederschläge, die sein Aufenthalt in bürokratischen Kommentaren fanden, weisen deutlich auf die ambivalente Haltung der habsburgischen Administration Juden gegenüber hin: im Allgemeinen war man ablehnend, wenn man wirtschaftlichen Nutzen erwarten konnte jedoch im Einzelnen tolerant. 1778 trat eine verbindliche Regulation für die türkisch-israelitische Gemeinde in Kraft. Im Vordergrund des behördlichen Interesses standen auch hier Finanzgebarung und Finanzkraft der Gemeinde.

Die Türken in Wien. Geschichte einer jüdischen Gemeinde” ist von 12. Mai bis 31. Oktober 2010 im Jüdischen Museum Wien (1., Dorotheergasse 11) zu sehen. Das zu den Kulturbetrieben der Wien Holding zählende Jüdische Museum ist von Sonntag bis Freitag von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6,50 / 4,- Euro ermäßigt. Schulklassen haben freien Eintritt, Führungen und pädagogische Programme: Telefon: 01 535 04 31-130, 131 bzw. kids.school@jmw.at. Weitere Informationen unter www.jmw.at

Zahlreiche Gäste erschienen zu der fröhlichen und historisch eindrucksvollen Veranstaltung, bei der auch eine Musikgruppe mit passender musikalischer Untermalung für gute Stimmung sorgte. Geschichte einer jüdischen Gemeinde ist von 12. Mai bis 31. Oktober 2010 im Jüdischen Museum Wien (1., Dorotheergasse 11) war zu sehen. Unter Sponsoren und Unterstützer war der Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) auch dabei.

Bereits vor 20 Jahren gab es im Rahmen der Museumseröffnung bereits eine vergleichbare Ausstellung zu diesem Thema, wenn auch zunächst nur provisorisch. Im Laufe der Zeit wuchs die antike Sammlung zu einer beachtlichen Größe mit Leihgaben aus der ganzen Welt. Dank der neuen Ausstellung öffnen sich die Türen des Museums erneut um die Geschichte einer teils unbekannten Gemeinde in Wien, nämlich jene der sefardischen Türken, zu erzählen.

Die wichtigsten Zeugnisse der sefardischer Lebenswelten in Wien wurden durch das NS-Regime im Zuge der Ermordung und Vertreibung der Mitglieder der sefardischen Gemeinde Wiens vernichtet. In der Nacht des Novemberpogroms 1938 stand der große Türkische Tempel in Flammen und wurde samt dem Gemeindearchiv vollständig zerstört.

Damit ging ein wesentlicher Teil jüdischen Lebens in Wien mit einem Schlag zu Ende?, sagte Direktor Karl Albrecht-Weinberger in seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung „Die Türken in Wien“. Geschichte einer Jüdischen Gemeinde?, bei der zahlreiche Vertreter des diplomatischen Korps – allen voran der Botschafter des Staates Israel, Aviv Shir-On – anwesend waren. Er dankte auch der Vertreterin der Botschaft der Republik Türkei, an Birol Kilic, Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich und Çinar Sözer, dem Obmann des St. Georgs-Absolventenvereins Wien für die Unterstützung des Ausstellungsprojekts.

Weinberger verwies auf eine der ersten Ausstellungen des Museums, die sich kurz nach der Gründung des Museums ebenfalls mit dem Thema auseinandersetzte und erinnerte an den Aufbau des Museums in den letzten zwei Jahrzehnten. Die damalige Kuratorin Felicitas Heimann-Jelinek, heute Chefkuratorin des Museums und Leiterin des Arbeitsteams der Ausstellung, erläuterte die vielfältigen Zusammenhänge der sefardischen Diaspora in Europa und unterstrich die historische Bedeutung der Entwicklung der sefardischen Gemeinden im europäischen Gesamtzusammenhang.

Das Jahr 1492 war ein Schicksalsjahr in Spanien, als 800 Jahre arabisch-moslemischer Herrschaft durch die endgültige Reconquista beendet wurde, die Juden des Landes verwiesen wurden und Christoph Columbus sich auf eine Reise machte, die zur Entdeckung der neuen Welt führte. Die Ausstellung ?Die Türken in Wien? beschäftigt sich mit den Auswirkungen eines dieser drei wesentlichen historischen Ereignisse, die das Ende des europäischen Mittelalters markieren, nämlich mit der Vertreibung der Juden aus Spanien, die in Nordafrika, in einigen italienischen Städten, vor allem aber im Osmanischen Reich Asyl fanden. Zunächst nach Portugal Geflüchtete verließen die Iberische Halbinsel später in Richtung Holland und Norddeutschland. Mit den osmanischen Eroberungen konnten die Juden spanischer Deszendenz, die sogenannten Sefarden, kulturell und wirtschaftlich wichtige Gemeinden auf dem Balkan gründen. Bereits zur Zeit des Ghettos im Unteren Werd gab es Beziehungen zwischen den wiener und den sefardischen, also den türkischen Juden. Doch erst mit den Friedensverträgen zwischen dem Habsburger und dem Osmanischen Reich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts genossen die türkischen Juden Freizügigkeit im Habsburger Reich. Nach der Gründung der türkisch-jüdischen Gemeinde in Wien wurde ihr per Patent die Freiheit gottesdienstlicher Religionsausübung zugesichert. Sie hatte ihr Bethaus von Anfang an im zweiten Wiener Gemeindebezirk.

1887 wurde schließlich der eindrucksvolle sefardisch-türkische Tempel im maurischen Stil in der Zirkusgasse eingeweiht, in dessen Vorraum man mit den Porträts des Habsburger und des Osmanischen Regenten beiden Majestäten und Ländern die loyale Referenz erwies. Im November 1938 wurde dieses Juwel Wiener Sakralarchitektur so wie fast alle anderen Synagogen und jüdischen Bethäuser der Stadt zerstört, die Träger dieser Gemeinde in der Folge zu einem großen Teil in den Tod deportiert.

Der Grund, warum gerade jetzt wieder eine Ausstellung zu diesem Thema eröffnet erklärt die Chefkuratorin des jüdischen Museums sei der, dass Istanbul zu dieser Zeit mitunter zu einer der europäischen Kulturhauptstädte zählt. Dies ist ein großes Signal für Europa und die Türkei. Das Thema Migration ist keine Erfindung des 20. oder 21. Jahrhunderts, denn darüber gab es schon immer gesellschaftspolitische Überlegungen. Es gibt immer zwei Seiten von Menschen, die von Migration profitieren können. Zunächst profitieren jene, die in ein neues Land kommen, um sich dort ein Leben aufzubauen. In weiterer Folge profitieren jene davon, die bereits in diesem Land wohnhaft sind. Sie erkennen den Mehrwert von Migration und genau dies sei auch der Hintergrund für die Themenwahl der Ausstellung. Zu sehen gibt es zum Beispiel Friedensverträge zwischen den Habsburgern und dem osmanischen Reich, zwei Giganten die voneinander profitierten. Es kam zu einem Handels- und kulturellem Austausch und somit zu einem wirtschaftlichen Aufschwung.

Im 18. Jahrhundert lebten rund 20 sefardische Juden in Wien. Sie führten bereits Handelsbeziehung sowohl im Inland, als auch im Ausland in der Türkei. Gehandelt wurde mit Baumwolle, Schwarzwurzeln, Kupfer, Zucker, Kaffee, Zwiebeln und ?türkischem Zeugs?, wie Tabak und Pfeifen.

Durch den großen Erfolg des Handels wurden aus den 20 Gemeindemitgliedern schnell über 200 sefardische Juden in Wien und die Gemeinde wuchs und wuchs. Sie kamen aus Konstantinopel, Mazedonien, Bukarest und zahlreichen weiteren Destinationen.

Die sefardischen Juden Wiens waren in vielfacher Weise Vermittler zwischen Ost und West, zwischen Orient und Okzident, zwischen Asien und Europa. Diese Mittlerrolle spielten sie einerseits als Händler und Kaufleute, die Wolle und Baumwolle, Seide und Tabak, Zucker und Gewürze in den Westen importierten. Auch ihre Rolle als aktive Exponenten der österreichischen Post in Konstantinopel und der Levante, des österreichischen Lloyd und des Orient Express, wird in der Ausstellung ?Die Türken in Wien? beleuchtet. Diese Vermittlerrolle spielten die sefardischen Türken aber auch auf kulturellem Gebiet. Sie richteten in Konstantinopel die erste Druckerei überhaupt ein und in Wien eine sefardische Presse. Wesentliche Impulse zur Weiterentwicklung der rabbinischen Tradition gingen von sefardischen Juden aus. Die reiche, mittelalterliche spanisch-jüdische Poesie wurde weiter tradiert und übersetzt und es waren die Sefarden, die die Entwicklung der jüdischen Mystik vorantrieben. Sie waren es vor allem, die die arabische Philosophie und Medizin für die westliche Welt erfahrbar machte.

Die Ausstellung ?Türken in Wien? zeigt die aufblühende Entwicklung der sefardischen Gemeinde und präsentiert interessante Fotodokumentationen. Aufgrund dieser historischen Fotos konnten zahlreiche Dinge aus dem türkischen Tempel in der Zirkusgasse identifiziert werden. Zahlreiche Mäntel, wo die gegenseitige Beeinflussung der Kulturen deutlich zu sehen ist und andere Textilien, wie Teppiche und Wandbehänge können in der Ausstellung bewundert werden.

Die Geschichte der türkisch.
sefardischen Gemeinde.

Die Gründung der türkisch-sefardischen Gemeinde im Jahr 1735 soll auf den sagenumwobenen Diego de Aguilar zurückgehen. Er wurde von Karl VI. nach Wien berufen, um das österreichische Tabakgefälle zu reorganisieren. Die schriftlichen Niederschläge, die sein Aufenthalt in bürokratischen Kommentaren fanden, weisen deutlich auf die ambivalente Haltung der habsburgischen Administration Juden gegenüber hin: im Allgemeinen war man ablehnend, wenn man wirtschaftlichen Nutzen erwarten konnte jedoch im Einzelnen tolerant. 1778 trat eine verbindliche Regulation für die türkisch-israelitische Gemeinde in Kraft. Im Vordergrund des behördlichen Interesses standen auch hier Finanzgebarung und Finanzkraft der Gemeinde. Die Türken in Wien. Geschichte einer jüdischen Gemeinde ist von 12. Mai bis 31. Oktober 2010 im Jüdischen Museum Wien (1., Dorotheergasse 11) zu sehen. Das zu den Kulturbetrieben der Wien Holding zählende Jüdische Museum ist von Sonntag bis Freitag von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6,50 / 4,- Euro ermäßigt. Schulklassen haben freien Eintritt, Führungen und pädagogische Programme:

Telefon: 01 535 04 31-130, 131 bzw. kids.school@jmw.at.

http://wiev1.orf.at/stories/442221

Die Geschichte der türkischen Juden

https://www.wien.gv.at/rk/msg/2010/05/26017.html

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05 05 2010
By: Redaktion 2 0

Dokumentarfilm: „Hoffnungslose Stunden“

Die wenig bekannte Geschichte der Türkei und des Holocaust

 

Desperate Hours ist ein 60-minütiger Dokumentarfilm, der von MainStreet Media in Zusammenarbeit mit The Berenbaum Group und Shenandoah Films realisiert wurde. Der Film erzählt die Geschichte von zwei alten Völkern – den Türken und den Juden Â- deren Wege sich seit Hunderten von Jahren miteinander kreuzen. Der Fokus des Films liegt in der wenig bekannten Geschichte der Türkei und des Holocaust, welche durch Gespräche mit den Überlebenden, ehemaligen Diplomaten, und den Geistlichen in Israel, Italien, der Türkei und den Vereinigten Staaten von Amerika erzählt wird. Durch den Film wird den Zuschauern nahe gebracht, welce Rolle die Türkei, welche ein neutrales Land war, bei der Rettung der Juden während des Holocaust spielte.

 

Regisseur und Produzent: Victoria Barrett

Produktionsleiter, Historiker und Drehbuchautor: Michael Berenbaum

Vorgestellt von MainStreet Media in Zusammenarbeit mit

The Berenbaum Group und Shenandoah Films

 

 

Ein Lehrerführer für Oberschulen

The Rodgers Center für die Holocaustlehre

und

Schulische Bildung

Chapman University

Orange, California

Vorbereitet von

Elyse Froehlich, Lehrer, Oakridge Schule

und

Jan Osborn, School of Education, Chapman University

In „Hoffnungslose Stunden” werden manche einen sicheren Himmel finden.

 

Der Film vermittelt, welche Bemühungen viele unbekannte Helden, die das Leben von tausenden Juden gerettet haben, unternommen haben. Die Dokumentation erzählt einerseits die Geschichte derer, die durch die Rettung der Juden als großes Beispiel vorangegangen sind. Andererseits wird aber auch die traurige Geschichte von hunderten unschuldigen Menschen erzählt, die sich auf dem Frachter „Struma“ befanden, als dieser von den Torpedos der russischen Marine vor den Toren Istanbuls am Schwarzen Meer versenkt wurde.

 

Der Film wurde in vier Hauptteile geteilt:

  • Die Anstellung der Juden von der türkischen Regierung – und diejenigen mit jüdischer Abstammung sowie politische Dissidenten, die der Unterdrückung des Nazi-Deutschland entflohen waren.
  • Die Bemühungen der türkischen Diplomaten, die in Frankreich und Rhodos versuchten, das Leben der Juden zu retten.
  • Die Versenkung des Flüchtlingsfrachters „Struma”
  • Die Aktion der römisch-katholischen Kirche durch Erzbischof Roncalli (späterer Papst Johannes XXIII.) – und die Veränderungen in der Politik der katholischen Erziehung gegenüber den Juden.

 

 

Hoffnungslose Stunden

 

I. Die Anstellung der Juden von der türkischen Regierung, die von der Unterdrückung des Nazi-Deutschland geflüchtet sind.

 

A. Ein historischer Überblick: Flüchtlinge helfen eine Nation zu gründen.

 

Mustafa Kemal Atatürk, der Gründer der modernen türkischen Republik, leitete sein Land durch Gewährung des Asyl Status zu dem aus dem Nazi Deutschland fliehenden Akademiker. Motiviert durch das Verlangen der Modernisierung ihrer Gesellschaft, begrüßten türkische Führer jüdischer Professoren und Wissenschaftler, einschließlich jener, die jüdischer Herkunft mit christlichem Glauben waren. Ungefähr 200 Menschen wurden in das türkische Bildungssystem integriert. Darüber hinaus genossen die türkischen Juden Gleichstellung vor dem Gesetz, weil das türkische Grundgesetz die Diskriminierung der Bürger wegen des Glaubens verbietet. Die Ironie in dieser Sache war, dass Atatürk die jüdischen Professoren und diejenigen mit jüdischer Abstammung deshalb herzlich begrüßte, weil er sie als die Agenten der Modernisierung und Westernisierung, als Agenten der Veränderung betrachtet hatte. Aber genau aus diesem Grund wurden sie von den Nazis in Deutschland verfolgt.

Während Mustafa Kemal Atatürk die irischen Gelehrten und Professoren in seinem Land herzlich begrüßt hatte, haben andere Länder, einschließlich der Vereinigten Staaten von Amerika, wenig getan, um den von den Nazis verfolgten jüdischen Opfern Asyl zu gewähren.

Die Beziehungen zwischen den Flüchtlingen und den Asyl-Gewährenden waren von Anfang an sehr herzlich. Die Flüchtlinge tauchten unverzüglich in eine neue moderne Kultur, die der eigenen europäischen Art des Lebens glich.

Die jüdischen Flüchtlinge haben eine Gesellschaft gefunden, die seit Jahrhunderten die Juden als einen integrierten Teil ihrer Gesellschaft akzeptiert. Im Jahr 1492 lud der osmanisch-türkische Sultan Bayezit II. alle Juden zu sich ein, die von der Verurteilung der spanischen Unterdrückung mit dem Namen ”reconquista” der Isabella von Kastilien und Fernando von Aragon geflohen waren. Aus diesem Grunde fanden diese Flüchtlinge ein gesundes jüdisches Gemeindeleben in der Türkei.

 

 

II. Türkische Diplomaten in Frankreich und Rhodos arbeiten, um das Leben der türkischen Juden zu retten.

 

A. Historischer Überblick: Die Taten des Gewissens

 

Wenn man mit ethischen Situationen konfrontiert wird, welche die Taten von großem Ausmaß benötigen, ist die allgemeine Reaktion dazu, dass es sehr wenige Möglichkeiten gibt, die eine einzige Person unternehmen kann, dass die Unternehmungen einer einzigen Person zu bedeutungslos wären um eine Wirkung zu zeigen. Trotzdem zeigten türkische Diplomaten während des Zweiten Weltkriegs, dass die einzelnen Personen auch große Wirkung zeigen können. Die türkischen Diplomaten, die mit oder ohne Zustimmung der Regierung der Türkei handelten, retteten das Leben vieler ihrer Landsleute, die in Frankreich in Griechenland und in anderen Teilen Europas lebten.

In den von den Deutschen besetzten Teilen Frankreichs und in Vichy Frankreich, welches nicht von Deutschen besetzt war, jedoch von einer Deutschen untergeordneten Regierung geführt war, verlangten die türkischen Diplomaten in ihrer Politik die volle Anerkennung der Staatsangehörigkeit der türkischen Juden außerhalb der Türkei sowie in der Türkei ohne einen Unterschied zu machen ob sie Juden, Muslime oder Christen sind. Für die türkischen Juden, die in den von den deutschen besetzen Ländern lebten, erwies die türkische Staatsangehörigkeit die Rettung der Leben vieler türkischen Juden in den Kriegsjahren. 1943 verlangten die Nazi-Behörden, dass die neutralen Länder inländische Landsleute aus den besetzten Gebieten evakuieren sollten, sonst würden sie in Konzentrationslager deportiert werden. In dieser hoffnungslosen Situation handelten viele türkische Diplomaten mit Standfestigkeit und Mut bei der Rettung der ca. 2000 türkischen Juden. Ein exemplarischer Akt des Intervenierens war die Fahrt eines türkischen Diplomaten mit einem Zug, der auf dem Weg zu einem Konzentrationslager war. Er weigerte sich, ohne die Juden mit türkischer Staatsangehörigkeit aus diesem Zug auszusteigen.

Die türkischen Diplomaten waren bereit, ihre Positionen auszunutzen um humanitäre Hilfe zu leisten. Deren Tapferkeit konnte die Exterminierung der Juden nicht aufhalten, retteten jedoch Tausende, die vor einem sicheren Tod gestanden haben. Weil sie von ihrer Regierung so beauftragt wurden, beharrten sie auf ihrem Auftrag ihre Landsleute ohne Diskriminierung zu schützen, ohne ihren Vorgesetzten in der Regierung in Ankara zu konsultieren.

In dem wir tun, was wir können, auch wenn unsere Taten nicht signifikant sein mögen, können wir dennoch einen Einfluss auf die Gesellschaft haben. By doing what we can, even when our actions may seem insignificant, we too can have an impact on society. Wenn wir uns mit anderen zusammenschließen, um positive/ gute Taten zu vollbringen, wird unser Einfluss steigen und entscheidende Veränderungen im Leben des Einzelnen und der Gemeinschaft können ermöglicht werden.

 

 

III. Das Versinken des Flüchtlingsschiffes „Struma“ (The sinking of the Struma refugee ship)

 

Die Staatsgesetze und Bürgerrechte können Menschen helfen, sogar soweit, dass sie Leben retten können. Das Konzept eines ethisch-humanitären Verhaltens kann sowohl die Handlungen des Einzelnen als auch die der Institutionen formen. Das Versinken der SS Struma lässt ernsthafte Fragen über Ethik, Bürgerrechte, Staatsgesetze und (äußerstes) Verantwortungsbewusstsein entstehen.

In den 30er Jahren wurde die Situation der Juden in vielen Teilen Europas immer aussichtsloser. Viele versuchten, aus ihrer Heimat in judenfreundlichere Nationen zu fliehen. Palästina stellte hierbei eine offensichtliche Möglichkeit dar, da man hoffte aufgrund der Vielzahl an jüdischen Einwanderern hier einen jüdischen Staat gründen zu können. Zu diesem Zeitpunkt war Palästina unter der Herrschaft von Großbritannien. Beunruhigt durch eine mögliche Antipathie der Araber, formulierten 1939 britische Beamte ein Weißes Papier, das die Zahl an jüdischen Einwanderern auf 10.000 pro Jahr beschränkte. Aufgrund dieser Beschränkung war es kaum möglich, dem Bedarf der Millionen von in Europa unter Risiko lebenden Juden gerecht zu werden. Nichts desto trotz stellte Palästina einen der besten und gleichzeitig einen der wenigen Möglichkeiten als jüdischen Zufluchtsort dar.

Die SS Struma war ein Flüchtlingsschiff mit annähernd 800 Juden, das im Februar 1942 aus Rumänien nach Palästina aufbrach. Als dann plötzlich die Maschine versagte wurde das Schiff in den Hafen von Istanbul geschleppt. Den hungernden Passagieren war es für 71 Tage nicht erlaubt das Schiff zu verlassen, während dessen um ihr Schicksal verhandelt wurde. Großbritannien verweigerte den jüdischen Passagieren den Eintritt nach Palästina und auch keine andere Nation – auch nicht die Türkei, welcher durch Russland angedroht wurde, im Falle einer Aufnahme der jüdischen Flüchtlinge „Neutralität “ zu verlieren und somit in den Krieg beizutreten- konnte den Flüchtlingen Eintritt gewähren. Als schließlich die Maschine nicht repariert werden konnte wurde das Schiff in neutrales Gewässer gebracht. Dort aber wurde es durch ein russisches U-Boot versenkt. Hierbei starben alle bis auf einen Passagier.

 

 

IV. Die römisch- katholische Bewegung unter Erzbischof Roncalli und die Veränderung der katholischen Lehre bezüglich des Judentums (The Roman Catholic action—through Archbishop Roncalli—and the change in Catholic teaching toward Jews)

 

Während der Papst und der Vatikan für ihr tatenloses Zusehen bei der Ausrottung der Millionen europäischen Juden heftigst kritisiert worden sind, sind die eifrigen humanitären Taten des Erzbischofs Angelo Roncalli, jüdische Leben zu retten, ein Testament des Mutes und der Gewissenhaftigkeit.

Roncalli, der später Papst Johannes der XXIII wurde, war zunächst ein apostolischer Abgeordneter, quasi ein Botschafter des Vatikans in der Türkei, da die laizistische/ säkularisierte keine regulären Botschafter mit dem Vatikan austauschte. Als apostolischer Gesandter – nur die regulären/formalen Botschafter werden als Papal Nunico bezeichnet – in Istanbul zwischen 1935 und 1945, verhandelte er im Interesse der jüdischen Flüchtlinge, die in die Türkei geflüchtet waren, mit der türkischen Regierung.

Er versuchte auch Regierungsbeamte in Bulgarien, der Slowakei und Ungarn zu überzeugen, jüdische Flüchtlinge aufzunehmen und zu schützen, genauso wie er den Vatikan anhielt, sich aktiv am Retten jüdischer Leben zu betätigen.

Er traf sich mit Repräsentativen der Jüdischen Gemeinde in Istanbul um seine Hilfe bezüglich der Befreiungsbemühungen/ Flüchtlinge anzubieten, vornehmlich indem sog. „Immigrationszertifikate“ durch den vatikanischen diplomatischen Dienst an Palästina ausgestellt werden sollten. Er stellte ein offizielles Dokument aus, welches angab, dass der „Träger dieses Dokuments ein Glaubens- und Landesgenosse Jesu Christi sei“. Er wollte keine falschen Taufdokumente ausstellen, da ihn dies zum Lügen gezwungen hätte.

Roncallis Erfahrungen in der Türkei während des Holocaust prägten sein Denken und Handeln als späterer Papst, besonders als er entscheidende Annäherungen zwischen Katholischer Kirche und dem Judentum einleitete.

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