Monat: Juni 2010

17 06 2010
By: Redaktion 2 0

Was ist der Islam und was ist er nicht?

EINE ZUSAMMENFASSUNG
von Birol Kilic

 

Jeder spricht und schreibt über den Islam, aber:

Ein Versuch der Aufklärung für das Gemeinwohl ohne Propagandazwecke.

 

Was ist der Islam und was ist er nicht?

 

In den nachfolgenden Zeilen möchte ich die politsch-religiösen Debatten, Missverständnisse und Unklarheiten in Österreich in Bezug auf den Islam aufgreifen. Ich behaupte natürlich nicht, das absolute Wissen und Korrektheit zu vertreten. Ein ausführlicher Artikel für “Verstand-benützende” Leser/Innen, welche offen für eventuell neuartige oder andere politische Ansichten sind.

In  Österreich findet  man, besonders  in den letzten  Wochen und Tagen, Diskussionen  und Berichterstattungen über die  Glaubensrichtung des Islams.  Da wir sehr viele junge austrotürkische Leser/-innen haben, die der deutschen Sprache mächtig sind, wurden uns auch unzählige Fragen über den Islam gestellt.  Wir sehen das als eine Gelegenheit, um darüber objektives Wissen durch die einzige korrekte und hauptsächliche Quelle, nämlich durch den Koran, zu vermitteln. Viele Fragen haben wir aber auch von Österreicher/-innen erhalten. Diese Fragen haben wir im weiteren Teil des Berichts untereinander gereiht, und versucht, zu beantworten.

Da ich schon Einiges über die Geschichte mit diversen Versen aus der Bibel, Tora und Talmut über das Christentum und Judentum geschrieben habe, fordern mich natürlich unsere Leser auf, auch über den Islam, den Koran, die Demokratie, die Menschenrechte, das Koptuch, die Minaratte, die Moschee und über die Rechte der Frauen etc. zu schreiben. Das werde ich gerne tun. Aber ich bitte Sie höflich zu akzeptieren, dass ich dies auf meine Art und Weise tun werde. Es leben in Österreich  über 500.000 Menschen, welche dem islamischen Glauben angehören, davon sind die Hälfte österreichische Staatsbürger. Unter diesen 500.000 Menschen sind über 250.000-270.000 Menschen aus der Türkei und ca. 150.000-170.000 Menschen aus Bosnien-Herzegovina. Also ca. 400.000 Menschen aus der Türkei und Bosnien-Herzigovina, welche, mit der österreichischen Monarchie  beginnend, jahrhundertelang mit Österreich zu tun gehabt haben, konnten bis heute der österreichischen Mehrheitsgesellschaft und der gegenwärtigen Innenministerin Maria Fekter nicht erklären, was der Islam ist und was der Islam nicht ist. Wie kann die Innnenministerin Maria Fekter öffentlich behaupten, dass “Toleranz im Islam absolutes No-Go ist”? Hier muss man sich fragen, wieso 500.000 Menschen der Frau Innenministerin nicht erzählen oder vorbildlich zeigen konnten, wie die islamiche Lebenskultur existiert. Wir glauben, dass dieser Satz auch Frau Innenministerin Fekter eigentlich traurig gemacht hat. Als “Oberpolizist” ist es nicht angenehm, in einem kleinen Land wie Österreich mit 8 Millionen Einwohnern zu regieren, unter denen 500.000 Menschen dem Islam angehören, wo Toleranz angeblich ein No-Go ist. Mit anderen Worten  ausgedrückt : Viele Bambinos, jüngere und ältere Generationen, die wie eine tickende  Bombe in allen Lebensbereichen Tag und Nacht wandern. Ist das nicht schrecklich? Wir müssen vor allem als überzeugte sekulare Menschen, die aus islamischen Familien stammen, versuchen, auch wenn die anderen Parteien es nicht zulassen, uns mit der Frau Innenministerin Fekter identifizieren und die Dinge aus ihrer Perspektive betrachten, denn es mag sein, dass viele andere Menschen genauso wie sie denken. Wir sollten uns nicht schämen, dass wir Muslime sind.

 

Wir müssen uns fragen: Wo könnte das Problem liegen? Wie können wir die Probleme diagnostizieren, bevor  überhaupt Thesen und Anti-Thesen auf die Beine gestellt werden?

 

Die Glaubensgemeinschaft ”Islamische Glaubensgemeinschaft” wurde von dem Staat Österreich rechtlich anerkannt.  Innerhalb dieser anerkannten Religion gibt es in Österreich mittlerweile institutionalisierte Instanzen, bei denen es um  “die Vertreterschaft einer Religion in Österreich” geht. Zum Beispiel der jetztige Präsident Schakfeh und sein angeblicher Integrationsbeauftrageter Herr Omer Al Rawi vermischen Politik und Religion bei deren  Islampolitik und viele Österreicher sehen das als legitimierter Weg, im Religiondiskurs Politik auszuüben. Da fragen sich sehr viele Politiker aus verschiedenen Parteien: Wie kann ein Mensch wie Omer Al Rawi einerseits Landesabgeordneter und wieder Kandidat der Landtagswahlen am 10.10.2010 und andererseits Wahlkommissionvorstandsvorsitzender und Integrationsbeauftrageter der islamischen Glaubensgemeinschaft sein? In einem normalen Geschäftsleben würde die Wettbewerbsbehörde Alarm schlagen. Warum wird in der Politik diese Mischung “Politik und Religion” als selbstverständlich angenommen, sogar gefördert?  Genau diese Kombination macht viele Gegner politischer Ansichten allgemein traurig und teilweise auch sehr wütend, weil man hier politisches Kleingeld über Religion allen Türen öffnet, obwohl in Österreich durch die Aufklärung mindestens diese Probleme nicht mehr salonfähig waren.

Die islamische Glaubensgemein-schaft  in  Österreich verhält sich nicht wie eine normale politische Partei, sondern ist gegen jegliche Institutionen und Behörden, die eine “Rivalität” im Sinne des Wettbewerbs darstellen mögen. Wenn man dieses Verhalten in  einem normalen wirtschaftlichen Leben unter die Lupe nimmt, kriegt man dafür  sicherlich die “Rote Karte”. Es ist eine Schande für alle 500.000 Menschen, insbesondere für 250.000 türkische Muslime , dass sie nicht klar machen konnten, dass es im Islam, laut den Prinzipien des Korans- sprich  Einheitsprinzip (Tevhid)- keine Zwischenistanz, kein Islamchef oder kein Organ geben kann, welche zwischen Gott und dem Menschen steht.

Die Propheten wurden sogar mehrmals in vielen Versen ausdrücklich gewarnt, dass sie außer der frohen Botschaft zu vermitteln, sonst keine weitere Aufgabe haben. Wie kann man in Österreich diesen Zustand erlauben, in dem uns von den politischen Islamanhängern ein falscher Islam verkauft wird? In Österreich missbraucht die islamische Glaubensgemeinschaft als anerkannte Religionsgemeinschaft den guten Willen des österreichischen Staates und das Unwissen vieler österreichischer Bürger dermaßen,dass viele Menschen überhaupt keine Kraft mehr haben, auf diese Problematik hinzuweisen, weil viele Österreicher und Institutitonen diesen Zustand absichtlich im Zuge des Missbrauchs unterstützen.

Desswegen, eben weil Politik und Glaube so tief vermischt wurden, sind die Politiker nicht bemüht, die Problematik und die Religion zu verstehen, sondern sehen die islamische Glaubensgemeinschaft als den kleinen islamischen Vatikan mit seiner papstähnlichen Gestalt und versuchen somit dem Papst (dem Oberhirten) zu gefallen, damit sie die 500.000 Schafe in den Griff bekommen. Im Islam gibt es keinen Oberhirten bzw. Vertreter der Unterhirten und Schafskultur. Nicht einmal der Prophet ist nach den koranischen Prinzipien der Wächter, Verwalter im Namen Gottes. In Österreich hat man alles missbraucht und alle Muslime fast in Geisel genommen, mit einem Verein namens islamische Glaubensgemeinschaft, der nicht einmal 1% der  500.000 Muslime als Mitglied hat. Wie kann die islamische Glaubensgemeinschaft im Namen aller Muslime hier agieren, sprechen oder als Vertreter fungieren und sogar z.B. eine andere Interpretation wie muslimische Aleviten aus dem Islam exkommunizieren? Dies hat nämlich der Präsident der islamischen Glaubensgemeinschaft getan. Obwohl die Mehrheit der Aleviten, die vor allem aus der Türkei kommen, sich als Muslime definieren,  sehen sich Schakfeh & Co befugt, diese Glaubensgemeinschaft aus dem Islam exzukommunizieren. Nicht nur das; dieselbe Truppe sieht sich auch befugt, wiederum ähnlich wie die katholische Kirche,  Menschen dem Islam beitreten bzw. austreten lassen. Herr Schakfeh erzählt stolz, wie viele Menschen  sie im letzten Jahr als Muslim  im Namen deren Institution und mittelbar auch im Namen Gottes registriert haben und wieviele sie “auf Wunsch der jeweiligen Individuen” vom Islam austreten lassen haben. Die Frage, woher solch eine Legitimation kommt, ist eine ganz heikle und schwer zu beantwortende Frage, aber zum Zwecke der Information muss man hinzufügen, dass weder Beitritt zum Islam, noch Austritt vom Islam nicht eine Bescheinigung oder Bestätigung irgendeiner Instanz bedarf    Hier  sieht man, dass die islamische Glaubensgemeinschaft mit seinem “Herrscher” bis jetzt in Österreich sich nicht zur Aufgabe  gemacht hat, der Aufklärung zu dienen. Ganz im Gegenteil: die Aufnahmegesellschaft wurde mit den Worten Partizipation, Chancengleichheit und Pluralität an der Nase herumgeführt, obwohl die Taten dieser Werte zu wünschen übrig lassen.

Sie sollten eigentlich gleiche Distanz gegenüber jeder Partei haben. Dies tun sie nicht, denn sie agieren wie eine politische Partei, die man als Hinterland aus dem nahen Osten und der Türkei bzw. Vertreter des politischen Islams nennen kann, was in Zukunft für Österreich zu einer Katastrophe führen kann. Gerade in Europa ist Österreich ein Paradebeispiel für die Anwendung des politisierten und den Sitten beruhenden Islams, welcher mit dem wahren Islam nichts zu tun hat.

 

Haben Sie schon in einem Artikel gelesen oder Disskusionen über die Bedeutung des Wortes “Islam” gehört?

 

Das Wort  “Islam” ist im Koran von Gott als Religionsname festgeschrieben. Da dies zur Allgemeinbildung gehört, ist es wichtig für uns zu wissen, was das Wort “Islam” bedeutet. Diesen Begriff haben wir auch in dem Buch “Leben, Glauben, Feiern” (Czernin Verlag), wo ich ebenfalls Mitautor war,  versucht, zu erklären. Wenn wir über den Begriff “Islam” sprechen, sollten wir  wissen, was das Wort nach der einzigen Quelle, dem Hauptbuch des Korans, welches für alle gläubigen Muslime als Heiliges Buch gilt bedeutet. Wie können wir in “der jetzigen Zeit und an diesem Ort” eine Aussage  über einen Glauben machen, wenn wir nicht die These kennen, sondern nur andauernd die Antithesen hören und lesen.  Kritik können wir jederzeit üben, aber zuerst zählt das Wissen, denn Wissen ist Macht.

Das Wort “Islam” besteht aus den Wörtern “Selam” und “Silm”. Das Wort “Selam”,  das auch in der jüdischen Sprache als “Salom” verwendet wird und welches Jesus Christus immer bei Begrüßungen verwendet hat,bedeutet Friede, Glück, Wolhbefinden und Vetrauen. “Silm” bedeutet Frieden, Vertauen und Ergebung einem einzigen Gott.  Dies bedeutet, das Wort Islam hat im Koran, nachdem wir die Wurzeln dieses Wortes oben erfahren haben, die Grundlage und Bedeutung Friede, Vertrauen, Glück und Wolhbefinden.

Das kann auch kurz in Sure 10, Vers 25 nachgelesen werden: ”Gott ruft zur Wohnstätte des Friedens.”  Aber warum wurden in den letzten Jahren so viele Vorurteile gegenüber dem Wort Islam gesammelt? Wer hat hier Schuld? Ich beantworte das ganz brutal. Die Schuld liegt größtenteils an den angeblichen  Muslimen, welche behaupten, nach dem “wahren Islam” zu leben, obwohl die tradionelle arabisch-umajjadische Kultur ” auf dem traditionellen Islam und auch auf der Theorie, die auf den Sitten und Gebräuchen des Nahen Ostens beruht, und so  die Welt und Menscheit betrügen.  Der wahre Islam, der im Koran festgehalten ist und durch den Propheten Mohammed verkündet wurde, besagt, dass die Menschen ihren Verstand und ihre Vernuft unbedingt benützen müssen. Das steht in mehreren Versen im Koran. Hier nur einer davon:  Sure 10, Vers. 100: “ Gott sendet (Seinen) Zorn über jene, die ihre Vernunft und ihren Verstand nicht gebrauchen mögen”.

 

Wie kann man nur aus dem Wort “Islam” , welches  seine Wurzeln im Frieden, Vertrauen, Glück und Wolhlbefinden hat, das Kampfwort  “Islamismus” hervorbringen?

 

Das Wort “Islamismus” ist eine ,von manchen Kräften absichtlich und von manchen Menschen unabsichtlich und unglücklich, gewählte Terminologie, mit welchem man eigentlich das Gegenteil vom Islam und Koran Geforderte beschreiben will, und zwar  fundamantalistische und   terroristische Menschen, Gruppen und Sekten. Man sagt z.B zu einem christlichen oder jüdischen Fundamantalist oder Terrorist nicht  “Christianist” oder “Judaist”.  Man will hier den Glauben des Islam, von welchem wir oben die wahre Bedutung definiert haben, in die Ebene des Faschismus ziehen und damit dienen sie (die “wahren Islamisten”) vielleicht ihren Gelüsten oder den Fundemantalisten, aber auf keinen Fall dem Gemeinfrieden oder dem Weltfrieden.

Denn kein Mensch auf dieser Erde würde seinen Glauben in diesem Zusammenhang sehen und hören wollen. Wir wissen, dass man mit der Terminologie “Islamismus”  diejenigen Betrüger definiert, welcher den Glauben des Islam, der eingentlich dem Koran nach Friede, Glück, Wolhbefinden und Vertrauen bedeutet, für Ihre politischen, geschäftlichen und für ihre männlichen  Gelüste missbrauchen. Ich mache sogar ab und zu den Fehler,  den Begriff “Islamismus” zu  benützen.

Damit wären Sie für viele ein Mensch, der seinen Glauben in die Faschismus-Ebene ziehen will und damit würden Sie Ihre Ansprechpartner, manchmal direkt oder auch indirekt, verlieren. Zumindest wären Sie nicht mehr vertauenswürdig. Aus diesem Grund, weil Sie sich nicht die Mühe machen,  statt des Wortes  “Islamismus” fundemantalische Kräfte im islamischen Kreis oder Fundemantalisten bzw. politisierter Glaube zu nennen.

 

Hat das Wort Koran eine Bedeutung?

 

Koran leitet sich aus dem Begriff “karaa” ab.” Karaa”  bedeutet lesen (Ikra), sammeln und rezitieren.  Nach verschiedenen Quellen wurde dem göttlichen Buch dieser Name gegeben, weil er einerseits Gegenstand des Lesens und der Rezitation ist, andererseits Gebote, Verbote und verheißungsvolle gute Nachrichten enthält und schließlich auch, weil er in Form von Suren und Versen gesammet worden ist. Das Wort Koran und das allererste Wort der ersten Offenbarung stimmen überein. Das Wort hat seine Wurzeln im schon erwähnten “karaa” und heißt “ Ikra”, was wiederum  “lies” bedeutet.  Damit haben wir jetz erfahren, dass das erste Offenbarungswort “lies” war. In der Wüste verlangte Gott von seinen Propheten und allen Menschen als erstes das LESEN (Ikra). Frage:  Warum ist der Bildungsgrad in den muslimischen Ländern und sogar in Saudi Arabien oder unter der talibanischen Bevölkerung so gering? Ist das nicht unglaublich? Wir haben bis jetzt immer das Vorurteil gehabt, dass der Koran ein Kriegs- und Fundamentalistenbuch ist, weil die Taliban, Saudi  Arabien oder andere nahöstliche Diktatoren so unzivisiliert waren. Aber nun haben wir erfahren (siehe oben),  dass  das Wort “Islam” Friede, Glück, Vetrauen und Wolhbefinden bedeutet, und dass das erste Offenbarungswort im Koran (Sure Alak, 1)  “lies” ist.  Der Begriff “Koran” wird an ungefähr 70 Stellen im Koran erwähnt. Aber darüber hinaus bezeichnet er sich selbst noch mit anderen Namen. Folgende Adjektiva kommen im Koran vor: Hakim (mit Weisheit angefüllt), Tenzil (von Gott herabgesandt), Nur (das Lich), Kitap (das Buch), Furkan (jenes, was Licht und Dunkelheit, das Gute und Schlechte vonaneinder trennt) und Zikir (jenes, was die Erwähnung Gottes sichert) und viele mehr.  Der deutsche Dichter Goethe hat über den Koran sinngemäß folgendes gesagt: ”Wenn man die gesamte Aussage des Korans in Kürze ausdrücken will, so findet sie gleich zu Beginn von Sure 2: “Das ist das Buch, in dem kein Hadern und kein Zweifeln enthalten ist.”.

Die Bezeichnung des Korans als Buch findet man im Koran an über 250 Textstellen. Mit dem Ausdruck “Buch” bezeichnet sich der Koran nicht nur selbst, vor allem wird ein Teil der Offenbarungen, die mit anderen Propheten herabgesandt wurden, als  Buch bezeichnet.  So beispielweise die Psalter, die Thora oder die Bibel. Darüber hinaus bezeichnet man allgemein alle Offenbarungen, die vom ersten Propheten bis hin zum Letzten herabgesandt wurden, als Buch. Der Ausdruck “Buch” (Koran) rührt auch daher, dass der Koran als eine der elemantaren Quellen der islamischen Geistesgeschichte dient. Diese Tatsache wird deutlich in den Vordergrund gestellt. Nach dem Koran existieren drei grundlegende Bücher, die den Menschen vorgelegt werden  und die zu lesen sind: Das Buch der Schöpfung, das Buch der Offenbarung (Koran) und der Mensch selbst.

 

Was kann man allgemein über den Inhalt des Korans ausführen?

 

Das Grundthema des Korans ist die Einheit Gottes, seine Unvergleichbarkeit und die Tatsache, wie er dem Leben und dem Universum in ständiger und bewusster Weise die Richtung weist. Wir erfahren aus dem Koran, um es kurz zu sagen, “Tevhid” (das Einheitsgebot).  Das muss man sich merken. Es herrscht im wahren Islam ein absolutistisches Eingottprinzip bzw. das Einheitsgebot (Tevhid).  Es bezeichnet vor allem die Einheit Gottes. Der Koran bezeichnet die Kraft und Macht als Gott (Allah). Gott ist der absolute Schöpfer, er ist absolut gut, absolut positiv und schön. So sind demzufolge die Schöpfung, die Geschöpfe und das Leben in ihren Grundlagen gut und schön. Die Einheit Gottes nach dem Koran macht in zunehmendem Maße die Einheit des Lebens, des Menschens, der Zivilisation und schließlich auch der Schöpfung notwendig. Mit anderen Worten: So wie der Schöpfer eins ist, genauso ist auch die Realität eins. Demzufolge ist der Weg, welcher zur Realität führt, einzigartig. Der beste Weg, den Koran zu kommentieren, besteht darin , ihn als eine Einheit zu begreifen und wahrzunehmen. Der Koran hat gewisse Prinzipien, wie er zu kommentieren und zu interpretieren ist. Wir können nicht einen Abschnitt des Korans verstehen, wenn wir nicht den gesamten Koran verstehen, wir können nicht einen Vers begreifen, wenn wir die anderen Verse vernachlässigen. Der Koran ist, genauso wie das Buch der Schöpfung, eine Einheit, in der das Eine mit allem und alles mit dem Einen in Verbindung steht.

 

Wo liegt das Problem?

 

Wer über den Islam sprechen möchte, muss zunächst deutlich machen, was genau er darunter versteht. Wir müssen  zwischen dem traditionellen Islam, der auf den Sitten und Gebräuchen des Nahen Ostens beruht, und dem wahren Islam, der im Koran festgehalten ist und durch den Propheten Mohammed verkündet w

urde, unterscheiden.  Bis heute übersieht der Westen diese Differenzierung, die von den Muslimen selbst als Dilemma empfunden wird. Zumindest bis zum schrecklichen Terroranschlag vom 11. September 2001 hatte der Westen nur sein kurzfristiges politisches Kalkül im Blick und hat dieses Dilemma nicht gesehen.

 

Müssen auch Muslime Selbskritik üben? 

 

Betrachten wir heute die islamischen Gesellschaften unter dem Aspekt “Demokratie” oder “Menschenrechte”, bietet sich kein positives Bild. Besonders dem Nahen Osten, der Kernregion des Islams, kann in Fragen der Menschenrechte kein gutes Zeugnis ausgestellt werden. In diesen Ländern wird der Wert des Menschen verschleudert. Seine Vortrefflichkeit, seine Ehre, Freiheit und seine Rechte kommen nur noch in Gedichten, nur noch in der schöngeistigen und mystischen Literatur vor. Ein Beispeil: Die Zeitungen vom 17. Juni 2002 berichteten unter der Schlagzeile “Grausamkeit” von einem unmenschlichen und unbegreiflichen Vorfall. Er ereignete sich in einem berühmten islamischen Land, in Saudi-Arabien: Als sich einige Frauen vor einem Gebäudebrand retten wollten und auf die Straße liefen, wurden sie von den Gewalttätern, welche sich “Religionspolizisten” nannten, mit Schlägen zurückgejagt. Der Grund: Sie waren nicht verschleiert. Sie mussten alle sterben. Grausame Taten wie diese, welche die Menschenwürde missachten, ereigneten sich auch im im Land der Taliban und prägen leider das heutige Bild des Islams weltweit. Diejenigen, die Wissenschaft und Bildung achten, wissen allerdings, dass es im Islam eine innere Wahrheit gibt. Bedauerlicherweise hat das Sichtbare in Form des traditionellen Islams das Wahre aus dem Leben verdrängt, also genau den Islam des Korans, den wir oben beschrieben haben. In den islamischen Ländern wird der Mensch traditionellen und religiösen Bräuchen geopfert, die Tradition zu einem unantastbaren Tabu gemacht haben. Denn in diesen Ländern hat man das koranische Prinzip “Die Religion ist für den Menschen geschaffen” ins Gegenteil verkehrt. Es wurde daraus: “Der Mensch ist für die Religion geschaffen.”

 

Wo liegt das Problem?

 

Die islamischen Länder sind zwar von ihren früheren Kolonialherren unabhängig, aber nicht frei geworden. Die Unabhängigkeit nutzt lediglich den Despoten im Land.  Das Joch der Unterdrückung blieb bestehen und belastet die Menschen heute mehr denn je. Man vergaß, dass die Unabhängigkeit eines Landes durch die Freiheit des Individuums vervollständigt werden muss. Der einzige Weg dorthin ist die Installierung einer laizistischen bzw. sekularistischen  Regierungsform. Die Methode ,,Demokratisierung durch Krieg”, welche die amerikanische Regierung im Irak anwenden will, ist dagegen weder menschenwürdig, noch erfolgsversprechend.


Woher kann die Veränderung kommen?

 

Die Veränderung kann nur aus der islamischen Welt selbst kommen. Wenn wir die tabuisierenden  Traditionen und die vorsätzlichen Irrwege beiseite lassen, und den Islam aus der Sicht seiner Hauptquelle, des Korans, betrachten, gibt es durchaus einen Silberstreif am Horizont. Dabei ist bemerkenswert, dass bei der Einführung der Lebenswerte des Korans , die für die Entwicklung der Menschheit notwendig sind, die westlichen, nicht-muslimischen Gesellschaften weiter fortgeschritten als die islamischen sind. Und auch dies ist eine Tatsache: Mit jedem Tag wird dieser Abstand zum Nachteil der islamischen Welt größer. Die islamische Welt hat über Jahrhunderte ihr Schicksal nicht an Grundlagen und Prinzipien gebunden, sondern an Personen, die für unantastbar erklärt wurden. In der Terminologie des Korans bezeichnet man dies als “schirk”  (Vielgötterei, Polytheismus). Es handelt sich also schlicht um Paganismus. Diese Ausrichtung mit fetischistischem Charakter macht die Menschen  immer mehr zu  Sklaven von Knochen, Fossilien und Grabstätten. Umso absurder wirkt es, dass die grundlegenden Werte, die der Koran im Leben des Menschen verwirklicht sehen möchte, in nicht-islamischen Gesellschaften verwirklicht sind.

 

Was bedutet der “falsche Islam”?

 

Der Islam der Traditionen, also der falsche Islam, hat alle islamischen Grundlagen und Werte, die den Menschenrechten und damit auch der Demokratie den Weg bahnen und sie stärken könnten, außer Kraft gesetzt. Diese Entwicklung begann, als die despotische Monarchie zur Religion erklärt wurde. Das System der monarchistischen Herrschaft aber wird im Koran als ein unzulängliches System der Ungerechtigkeit dargestellt (siehe hierzu Sure 27, Vers 34). Dass es dennoch die Oberhand gewann, wurde möglich, weil man den Laizismus in einen Gegensatz zur Religion stellte. Laizismus bedeutet aber nicht, wie viele annehmen, Religion und weltliche Angelegenheiten voneinander zu trennen.

Laizismus heißt, die Legitimation der Herrschenden beziehungsweise Regierenden nicht auf Gott oder Recht zu gründen, sondern auf den Willen des Volkes. Daher halte ich es nicht für möglich, dass die islamischen Gesellschaften sich demokratisieren können, ohne dass es eine wirklich laizistische Verfassung gibt. Der Koran verkündet, dass das Prophetentum abgeschlossen sei. Eine der grundlegenden Folgerungen daraus lautet: Das Zeitalter ist beendet, in dem die Völker von Personen geführt werden, die sich auf Gott berufen. Der Koran ist das einzige heilige Buch, das verkündet, dass die Theokratie aus dem Leben der Menschen weichen soll.

 

Warum verschweigt man die Wahrheit des Korans dann?

 

Diese Aussage des Korans ist die wichtigste Wahrheit, die in den islamischen Gesellschaften verschwiegen und versteckt wird. In den islamischen Ländern wird das ganze religiöse Leben so ausgerichtet, dass diese Wahrheit verborgen bleibt. Alle erdenklichen Maßnahmen und Anstrengungen werden unternommen, damit sich dieser Zustand nicht ändert. Diese Maßnahmen werden auch von jenen Westeuropäern unterstützt, die nicht wollen, dass sich in den islamischen Ländern die Zustände ändern.

 

Was beudeutet “der wahre Islam”? 

 

Nach dem Verständnis des wahren Islams, der sich auf den Koran beruft, ist die Macht, ein Volk zu führen, ein rechtsstaatliches Gut. Dieses darf nicht für despotische Herrschaft missbraucht werden. Nur jene dürfen es an sich nehmen, die seiner würdig sind. Dieses Gut kann dem Einzelnen durch Wahlen anvertraut und falls notwendig auch wieder entzogen werden.

 

Fordert der Koran Demokratie?

 

Diejenigen, die den Despotismus zur Religion erklären, fragen oft: “ Warum Demokratie? Demokratie bedeutet “Wille des Volkes”. Welches Volk hat den Propheten Mohammed gewählt? Und warum überhaupt Wahlen?” Diesen Wortführern muss man entgegenhalten: “Den Propheten Mohammed hat Gott selbst berufen. Hat Gott auch die Könige, Sultane und Kaiser berufen? Hat Gott etwa Saddam, den Schah von Persien, Chomeini, Assad, Feisal und andere Könige und Herrscher berufen?” Die Herrschenden täuschen das Volk und fragen: “ Wenn eine Theokratie besteht, dann werdet ihr von Gott geführt. Wollt ihr euch darüber beschweren?” Und weil das Volk die wahren Grundlagen des Islam nicht kennt, kann es die folgenden Fragen nicht stellen: “Nur Propheten können eine Theokratie leiten. Aber wenn die Zeit der Propheten abgeschlossen ist, wie kann dann eine Theokratie fortgeführt werden? Seid ihr denn Propheten, dass ihr euch auf Gott beruft und uns regieren wollt?” Nach dem Koran sollen sich die Regierenden und Herrschenden auf die Prinzipien der “schura” (das System der Beratung und Kontrolle) und “bajat” (den Gesellschaftsvertrag) stützen. Gott hat dem Propheten Mohammed, den er selbst gesandt hat, aufgetragen, sich auf diese beiden Prinzipien zu stützen. Was der Koran über das Regieren und Herrschen sagt, ist klar und deutlich: Die Zeit nach dem Propheten Mohammed ist die Zeit der “schura” und “bajat”. Das heißt, an die Adresse der Herrschenden gerichtet: “Ihr werdet das Volk führen und leiten, ihr werdet von den Menschen die Legitimation hierzu erhalten, ihr werdet gewählt werden. Und wenn das Volk euch abwählt, dann sollt ihr gehen.”

 

Gibt es im wahren Islam (nach dem Koran) eine Stellverterter oder Repräsentant Gottes?

 

Der wahre Islam spricht Niemandem das Recht zu, ein Beauftragter, Stellvertreter oder Repräsentant Gottes zu sein. Einzig den Propheten steht es zu, im Namen Gottes zu sprechen und zu führen. Das Recht zur Führung eines Volkes kann nicht von Gott oder durch Geburt erlangt werden, sondern nur vom Volk und durch Wahlen geschehen. Dies bezeichnet der Koran als “bajat”. Das mittels “bajat” erlangte Recht zur Führung eines Volkes wird mit dem “schura” genannten System der Beratung und Kontrolle vollzogen. Dieses System stellt sicher, dass die Führenden die Geführten und umgekehrt – die Geführten die Führenden – einander kontrollieren. Auf der Grundlage der “schura” kann das Volk, welches über die Regierenden wacht, ihnen auch das Recht zur Herrschaft entziehen, falls es dies für notwendig erachtet.

 

Was bedutet Schura?

 

Die koranische Entsprechung für das demokratische Verfahren ist also die “schura” Weil sie im Koran erwähnt wird, konnte sie nicht völlig unterschlagen werden. Aber ihre Bedeutung wurde verzerrt wiedergegeben und so ausgeformt, dass sie dem traditionellen Islam ins Konzept passte. Von den Despoten im Nahen Osten wurde die “schura” darauf reduziert, dass der König oder der Sultan sich einige Ratgeber zulegen sollen. Der 1988 gestorbene islamische Gelehrte Fazlur Rahman sagt hierzu: “Schura, wie sie der Koran aufträgt, bedeutet nicht, dass jemand sich gelegentlich den Rat anderer einholt. Vielmehr bedeutet es wechselseitige Konsultation von Gleichberechtigten. Wer diese Konsultationen verweigert oder sie verzögert, weil sie angeblich nicht passen, ist ein Diktator, der im Widerspruch zum Islam steht.” Nach dem Verständnis des Korans leitet sich die Berechtigung zur Leitung des Staates also nicht aus der Religion oder dem göttlichen Recht ab, sondern aus dem freien Willen des Volkes. Der größte islamische Denker des 20. Jahrhunderts, Mohammed Iqbal (1877 bis 1938), stützte sich auf diese Aussagen des Korans, als er verlangte, die Berechtigung, Normen und Gesetze aufzustellen, sie den Rechtsgelehrten zu entziehen und einem Parlament zu übertragen. Zu diesem Zweck solle das Prinzip der “icma” (des Konsenses innerhalb der islamischen Gemeinschaft) im Geiste des Islams modernisiert werden. Iqbal war überzeugt davon, dass Republik und parlamentarische Demokratie das Regierungssystem darstellen, das dem Geist des Islams am Besten entspricht.

 

Was bedeutet Bajat? 

 

Der Koran entwickelte das Prinzip der “bajat”, also die Idee eines Gesellschaftsvertrags, viele Jahrhunderte vor der Französischen Revolution. Um zu regieren und zu herrschen, sollte mit jedem, egal ob Mann oder Frau, ein Abkommen geschlossen und Einverständnis erzielt werden. Selbst dem Propheten Mohammed wurde aufgetragen, sich bei der Führung der Gemeinde vom gesamten Volk, auch von den Frauen, eine “bajat” einzuholen (Sure 60, Vers 12). Die Prinzipien des Korans, die sich in Übereinstimmung mit der demokratischen Logik befinden, hat der amerikanische Nahost-Experte Leonard Binder in seinem Buch “Islamic Liberalism” folgendermaßen zusammengefasst: “Erteilt Gott oder das Volk die Berechtigung zum Regieren? Diese Diskussion ist so gelöst worden: Die ursprüngliche Berechtigung kommt von Gott, aber sie wird über das Volk an bestimmte Personen übertragen. Dass die Berechtigung zur Machtausübung, deren Quelle Gott ist, über das Volk auf von ihm ausgewählte Führer übertragen wird, ist Demokratie.”

Im Kern beduetet dies: Gott, der allmächtige Herrscher, gab dem Menschen eine Legitimation zum Herrschen. Der Mensch benutzt diese Legitimation, indem er bestimmten Personen ein Mandat überträgt und dabei die Prinzipien der “schura” und der “bajat” anwendet.

Der traditionelle religiöse Diskurs in den islamischen Ländern missachtet die Wahrheit dieser grundlegenden Prinzipien. Der ägyptische Gelehrte Abu Said ist der Ansicht, dass die traditionellen Gelehrten dies nicht aus Unkenntnis tun, sondern um die Wahrheit bewusst zu verheimlichen.

 

Koran und Verstand?

 

Der Koran hat dem Menschen die Allmacht entzogen und sie an bestimmte Prinzipien und Leitlinien gebunden. Werte werden von Gott gegeben und von ihm verfügbar gemacht. Dem Koran zufolge ist der erste dieser Werte der Verstand. In Sure 10, Vers 100 heißt es: “Und Gott zürnt denen, die ihren Verstand nicht gebrauchen.” In die Rechtssprache der modernen Zeit übersetzt, heißt das: Die Herrschaft beruht auf den Prinzipien des universellen Rechts. Der Koran verweist immer wieder auf diese universellen Prinzipien. Der Koran ruft dazu auf, den Verstand zu benutzen, und kritisiert, wenn Menschen sich wie eine Herde Vieh verhalten. Das Volk darf niemanden zu seinem Hirten machen und sollte sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Ein wichtiger Teil der zeitgenössischen islamischen Intellektuellen begreift dies. Bisher üben diese Intellektuellen noch keinen großen Einfluss aus. Leider wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis sich daran etwas ändert.

 

Was passiert in Österreich?

 

Faktum in Österreich ist, dass viele der islamischen Organisationen, die behaupten, Muslime zu vertreten, Verbände des POLITISCHEN ISLAMS, der eigentlich nicht auf dem wahren Islam, sondern einem traditionelle Islam und den Sitten und Gebräuchen des Nahen Ostens beruht, sind. Nach einem bedingungslosen Dialog mit Gruppierungen des “politischen Islams” muss etwas Wichtiges relativiert werden. Denn es zeichnet sich eine gefährliche Entwicklung in Österreich ab. Unter dem Vorwand des Dialogs wird die Unwissenheit oder die Vorurteile mancher österreichischer Politiker, Verbände oder Kirchen über den politischen Islam ausgenutzt.

 

Sicherlich haben sie auch die Frage im Kopf: Schreibt der Koran der Frau wirklich ausdrücklich das Tragen eines Kopftuches vor?

 

Diese Frage kann klar und deutlich mit „Nein“ beantwortet werden. Der Begriff „Kopftuch“ ist nirgendwo in den 114 Suren des Korans, die aus 6263 Versen bestehen, zu finden. Es steht kein Begriff, der Kopftuch bedeutet, geschrieben. Jedoch ist es eine Tatsache, dass man in 3 Versen das Wort „hram“ (bedecken) finden kann, was sich jedoch nicht auf den Kopf, sondern auf die Frauen-typischen Körperteile bezieht. (Sure 24 Vers.31 und Sure 24 Vers 60 und Sure 33 Vers 59)

Nun betrachten wir aber einmal die Bibel, denn sowohl im Alten Testament, als auch im Neuen Testament wird das Kopftuch erwähnt. Zum Beispiel schreibt Paulus, der Begründer des altchristlichen Glaubens, in einem Brief an die Korinther, dass das Kopftuch ein Muss sei, dass sogar jede Frau, die kein Kopftuch trage, eine Hure sei. Noch heute tragen viele jüdisch-orthodoxen Frauen Kopftücher und vor allem früher sah man auch die meisten christlichen Frauen mit Kopftüchern. Schauen Sie sich doch einmal die Abbilder der Heiligen Mutter Maria aufmerksam an. Auf vielen ist auch sie mit einem Kopftuch zu sehen?

Zusammenfassend kann man sagen, dass das Tragen des Kopftuches seinen Ursprung nicht im Koran hat, aber im Alten Testament und im Neuen Testament darüber zu lesen ist. Die Sumerer, die in Anatolien gelebt haben, waren die Begründer dieser Tradition. Das Tragen eines Kopftuches ist also eher als traditionelle Religionsausübung zu sehen und hat mit dem wahren Islam nichts zu tun.

 

Eine andere Frage ist, woher die Steinigung kommt.

 

Auch so etwas gibt es nicht im Koran. Es handelt sich hierbei um eine alte jüdische Tradition, die von Fundamentalisten und Traditionalisten übernommen wurde. Wenn Sie die Erzählungen aus der Bibel kennen, erinnern Sie sich bestimmt an jene, als eine Frau aufgrund sexueller Verbrechen gesteinigt werden sollte. Jesus Christus sagte: „Derjenige, der keine Sünde hat, werfe den ersten Stein.“ Somit haben wir festgestellt, dass die Steinigung seinen Ursprung in alter jüdischer Tradition findet, und somit nicht islamischer Herkunft ist.

 

Sicherlich stellen sich auch einige die Frage, ob eine Moschee und ein Minarett im Koran als Muss  vorgeschrieben werden.

 

Das Wort Moschee wird man im Koran nicht finden. Dem wahren Islam nach gibt es keine heiligen Orte wie die Synagoge oder Kirche. In vielen Versen wir jedoch gesagt: „Der Osten, der Westen, der Süden und der Norden gehören mir.“, was so viel bedeutet wie, dass keine bestimmten Orte zum Gebet vorgeschrieben werden. Man kann nämlich überall auf der Erde zu Gott sprechen. Das heißt, im Koran steht nichts über einen Ort, wo man zum Beten hingehen muss, es gibt keine bestimmten Gebetsorte, wo man Menschen sammelt und diese politisch missbrauchen könnte. Auch ein Minarett war nicht vorgesehen.

 

Quellen:

Koran, verschiedene Bücher und Artikel von Prof. Dr. Yasar Öztürk, Prof. Dr. Süleyman Ates, Prof. Dr. Hüseyin Atay, Dozent Dr. Mustafa Sag

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07 06 2010
By: Redaktion 2 0

TKG: Türkei und Österreich müssen gegenseitige Empathie zeigen

Die Türkei hat immense Probleme. Österreich genauso, aber anders geartete. Den Besuch des türkischen Wirtschaftsministers sollte man nicht emotionalisieren.

 

Wien (OTS) – Laut österreichischer Presse ist der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci um den 15.07.2017 in Österreich mit folgender Argumentation nicht erwünscht: „Der Außenminister akkordiert mit dem Bundeskanzleramt und verbietet dem türkischen Wirtschaftsminister zum einjährigen Putschgedenken die Einreise. Es bestehe „Gefahr für öffentliche Ordnung und Sicherheit“.

 

Der 15.07.2017 ist für Millionen Menschen in der Türkei und auch im Ausland ein wichtiger und schmerzlicher Tag, egal auf welcher Seite man steht. In Österreich leben über 300.000 Menschen aus der Türkei, die gerade wegen des letzten Referendums in der Türkei in den letzten fünf Jahren mit mehreren Demonstrationen auf den Straßen Wiens Bezug auf die Türkei nahmen. Aufgrund dieser Demonstrationen wurden Menschen aus der Türkei mit immensen Schwierigkeiten konfrontiert.

 

Großen Nachteil für Österreich

 

Es entstanden Probleme, die die Bereiche Integration und Zusammenleben in Österreich massiv erschwerten. Viele Menschen fühlen sich verfolgt, erpresst und in ihrer freien Meinungsäußerung massiv eingeschränkt. Wir erleben in einen freien demokratischen Land wie Österreich Dinge, die nicht normal sind und den inneren Frieden in Gefahr bringen. Das alles stellt einen „großen Nachteil“ für Österreich dar.

 

TKG zeigt vollstes Verständnis dafür, dass man der Opfer des Putschversuches vom 15.07.2016 in aller Ehre gedenkt. Wir sind fest davon überzeugt, dass auch die österreichische Regierung und das Außenministerium ein Zeichen der Solidarität setzt und Empathie für die Freunde und Angehörigen der Opfer hat.

 

Wir sind, besonders vor den bevorstehenden Wahlen im Oktober 2017, in einer prekären Lage, in der Menschen aus der Türkei ständig thematisiert werden. Realistisch gesehen erwarten wir auch vom türkischen Wirtschaftsminister, dass die innere Sicherheit und das Zusammenleben in Österreich geschätzt werden. Die ÖsterreicherInnen sehen die Türkei als Freund und wünschen sich einen starken demokratischen Rechtsstaat mit gute kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen. Aus diesem Grund sollten beide Länder Empathie und Respekt zu inneren Angelegenheiten, besonders in diesen schwierigen Zeiten, zeigen.

 

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)
DI Birol Kilic

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06 06 2010
By: Redaktion 2 0

Das Geheimnis des siebenten Sterns der türkischen Präsidentschaft ist gelöst: Jüdische Khazars

Wien/Istanbul-Das Ausbleiben der jüdischen Khazars ist nach 900 Jahren in den Kaukasischen Bergen wiederentdeckt worden. Die Khazars werden durch den siebenten Stern ( http://www.tccb.gov.tr/sayfa/cumhurbaskanligi/fors/ ) auf dem Schild auf der türkischen Präsidentschaft repräsentiert.

 

Sie wählten das Judentum, der türkische Stamm der Khazars errichtete ein sehr kraftvolles Königreich. Unterdrückt von den Christen und den aufstrebenden Islam wählten sie das Judentum als Religion. Diese Antwort versteckt sich in den Bergen und auf dem Schild der Präsidentschaft der türkischen Republik. Der siebente Stern repräsentiert die Khazars, die während des 12. Jahrhunderts so plötzlich verschwunden sind. Wohin gingen Hunderttausend jüdische Khazars?

 

Ein französischer Journalist suchte nach seiner Abstammung, Marek Halter hat dabei die Antwort auf das Mysterium an der Grenze zwischen Aserbaidschan und Dagestan gefunden. In einer etwas anderen Stadt bei Krasnaya Sloboda, kann man türkische Juden finden. Diese Menschen haben türkische Namen und jüdische Familiennamen. Ihre Sprache ist eine Mischung aus türkischem Hebräisch und altem Persisch. Ihre Synagoge gibt einem das Gefühlt einer Moschee, abseits der Religion ist ihr Leben von dem anderer Türken nicht unterschiedlich, in ihren Gewohnheiten und in ihrem Alltag.

 

Die Stadt von Krasnaya Sloboda ist wie eine Stadt in Anatolia. Die Menschen sind im Café, trinken Tee und spielen Backgammon, der einzige Unterschied ist die judische Kopfbedeckung. (BK)

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05 06 2010
By: Redaktion 2 0

TKG verurteilt den widerlichen Terroranschlag in Barcelona aufs Schärfste!

Die Türkische Kulturgemeinde Österreich (TKG) ist in diesen Stunden mit den Gedanken bei den Angehörigen der Todesopfer und den Verletzten die bei der jüngsten Terroranschlag in Barcelona . TKG verurteile auch den Anschlag auf das Schärfste. Im Stadtzentrum von Barcelona ist am Donnerstag (17.08.2017) ein Lieferwagen in eine Menschengruppe gerast. Traurige Bilanz: 13 Tote, mehr als 100 Verletzte.

 

Der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich, Birol Kilic, verurteilt den widerlichen Terroranschlag in Barcelona wie folgt scharf:

„Im Namen der Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG)  verurteilen wir die abscheuliche Terror in Barcelona  auf das Schärfste und sprechen den Angehörigen der Opfer unser tief empfundenes Beileid aus. Unser tiefstes Mitgefühl ist bei den Opfern und deren Angehörigen in diesen harten und schmerzlichen Stunden in Barcelona. Dieser Terroranschlag  ist ein abscheulicher Terror gegen die Menschheit.

 

Welche „Kräfte“ stecken hinter diesem Terror?

 

Wir fordern sofort die Terroristen und diejenigen Kräfte, die hinter diesem Terror stehen, fündig zu machen. Man kann diesen Terror nicht auf einen Namen oder eine Richtung reduzieren, weil dieser Terror mehrere Mütter und Väter hat.  Hinter diesem Terror in Barcelona stecken mehrere Kräfte im In- und Ausland.


Eine Drohung für alle Länder

 

Gegen Terror sollte man, egal in welche Art, zusammenarbeiten und nicht in Schadenfreude agieren. Niemand sollte aus solchen Terrorakten versuchen Ziele zu erreichen, die eigentlich einen selbst treffen könnten. Ein solcher Akt des Terrors im Herzen von  Barcelona ist eigentlich eine Drohung für alle Länder. Terrorismus ist eine internationale, kannibalistisch sich vermehrende Pest, wovon jedes Land betroffen sein kann.  Niemand kann sagen: Es geht uns nichts an. Kannibalistisch deswegen, weil dieser Terror auch diejenigen treffen wird, die hier im In- und Ausland diesen Terror als Brandstifter vorbereiten, unterstützen und dann als Feuerlöscher auftreten. „

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05 06 2010
By: Redaktion 2 0

Antakya

In der Türkei: ANTAKYA auch ANTIOCHIA wo die Anhänger Jesu erstmals Christen genannt sind! Apostelgeschichte 11.21 „Und es wurden die Jünger zuerst in Antiochien Christen genannt.“

 

ANTAKYA auch ANTIOCHIA war eine der berühmtesten und wichtigsten Städte der Antike und des Orients, mit einer Geschichte, die ihr alles geschenkt aber auch alles wieder genommen hat. Im Jahre 300 v. Chr. wurde Antiochia von Seleukos Nikator, dem ersten Herrscher des Seleukiden Reiches gegründet und konnte bald als die Dritte Stadt der Antike zählen –  nach Rom und Alexandria in Ägypten. Auch nach der Besetzung durch die Römer (64 v.Chr.) änderte sich an der Bedeutung nichts. Die Römer bauten prachtvolle Aquädukte und Kanalisationsanlagen; selbst Straßenbeleuchtung war vorhanden.

 

Antakya war der Mittelpunkt von Leben und Handel. Der Fluß Orontes (Asi), der Mitten durch die Stadt fließt, verband Antakya mit dem Mittelmeer und die Karawanenwege mit Persien, Syrien und Indien machten die Stadt zu einem wirtschaftlichen Zentrum der Antike. In Antakya wurden die Anhänger Jesu erstmals Christen genannt (Apostelgeschichte 11.21 „Und es wurden die Jünger zuerst in Antiochien Christen genannt.“)

 

In byzantinischer Zeit war Antakya dann folgerichtig Bischhofssitz mit gleichen Rechten wie Konstantinopel und Alexandria. Noch heute gibt es in Antakya eine große Gemeinde von Christen, die ihren Gottesdienst auf arabisch halten. Im 6. Jahrhundert dann eine dunkle Zeit, in der Antakya von den sassanidischen Persern geplündert (540) und von Erdbeben zerstört wird. Im Jahre 638 fällt die Stadt in die Hände der Araber, die allerdings Aleppo (Halep) zum regionalen Zentrum machen. Antakya war Grenzstadt im byzantinisch-islamischen Dauerkonflikt. 969 erobern wieder die Byzantiner die Stadt, 1084 fällt die Stadt in die Hände der Seldschuken. Weltgeschichtlich bedeutend wird das Herzogtum Antiochia, welches die Ritter des ersten Kreuzzuges hier 1098 gründeten. Aus dieser Zeit stammt die Fassade der Kirche, in der die ersten Christen zusammenkamen (St. Pierre Felsenkirche). Sonst muss dieser Kreuzfahrerstaat eher kriegerisch als kulturbeflissen gewesen sein: Er war ständig mit Auseinandersetzungen mit Byzantinern, Arabern, Türken und dem armenischen Königreich in Kylikien verwickelt. Einen Bundesgenossen fand es in den berühmten Assassinen. Deshalb nahmen die Mameluken aus Ägypten auch heftige Rache an der Stadt, als sie sie 1268 eroberten. Erst 1517 erstürmten sie die Osmanen, diese behielten sie bis 1918. Doch schon vorher hatte Frankreich und England Interesse an der handelspolitischen Gegend mit der christlichen Minderheit gezeigt. Im Jahre 1916 wurde der Hafen von Alexandretta (Iskenderun) sechsmal bombardiert. 1918 besetzten die Franzosen Antakya und Iskenderun und bekamen beide Städte 1921 als Mandat. Doch gab es eine von den Kemalisten gestützte Widerstandstätigkeit, die langsam die französische Autorität untergrub. 1938 wurde dann der unabhängige Staat Hatay gegründet, der allerdings Aussen- , Währungs- und Zollpolitik mit Syrien teilen sollte. Den Namen Hatay gab Atatürk in Anlehnung an ein hethitisches Fürstentum der Gegend. Nach einem Plebiszit im Jahre 1939 beschloss das Parlament von Hatay, sich der Türkei anzuschliessen. Hatay wurde Provinz mit der Hauptstadt Antakya.

 

Stadtbild

 

Das Stadtbild des heutigen Antakya gliedert sich in zwei Teile, da der Fluss Asi Nehri (Orontes) die Stadt in das alte und das neue Antakya trennt. Der Wasserpegel schwankt in den Winter– und Sommermonaten extrem, da er für die Landwirtschaft im Sommer viel stärker genutzt wird und es im Winter viel mehr regnet. Das ältere Antakya erstreckt sich bergaufwärts (Habibneccar-Berg) und wird an der unteren Seite vom Fluss begrenzt. Über die Brücke gelangt man in das neuere Antakya, wo man sofort auf den zentralen Kreisverkehr trifft, worauf sich eine große Atatürk-Statue befindet, die in keiner türkischen Stadt fehlt. Direkt an dem Kreisverkehr befinden sich das berühmte archäologische Museum (auf das wir später noch eingehen werden), das große Postamt, ein Teil der Stadtverwaltung und das frühere Parlament der Republik Hatay, welches heute als Kino umfunktioniert wurde. Von dem Kreisverkehr geht unter anderem die Atatürk Cad. ab, in der man auf moderne Einkaufsmöglichkeiten trifft, welche teure Boutiquen ebenso einschließt, wie Handyläden und Internetcafés. Das große Viersterne Hotel (Büyük Antakya Oteli) weist den Weg in diese Straße.

Wenn man Erholung sucht, wäre auch der Antakya Stadtpark eine Alternative: prächtige Palmen und Nadelbäume spenden genügend Schatten für Café- und Teehäuser, sowie einen Minigolfplatz. Neben dem Park findet man auch das Sportzentrum, das ebenfalls das Stadtbad beinhaltet, wo auch wir oft Erholung suchen vor dem heißen Sommer. Der Basar von Antakya bildet das Zentrum der Altstadt, wo noch die traditionelle Aufteilung nach Gewerbe vorherrscht. Orientalische Gewürzhändler, Handwerker sowie Gold- und Silberschmiede schaffen eine typische Basar-Atmosphäre. (nicht vergessen, immer handeln!).

 

Interessante Orte

 

Wie schon erwähnt, befindet sich im Stadtzentrum das Archäologische Museum von Antakya. Hier findet man eine beeindruckende Sammlung von Mosaiken, welche alle aus Antakya und Umgebung stammen. Es ist eine der bedeutendsten und besterhaltensten römischen Sammlungen der Welt. Leider bediente sich die französische Mandatsmacht allzu oft aus den historischen Funden ( Herzlichen Dank an dieser Stelle!). In Antakya befinden sich einige christliche Gotteshäuser; darunter drei große: Die bedeutendste davon, die St. Pierre Kirche, ist die älteste Kirche der Welt (vom Vatikan als solche anerkannt!), hier hat einst Petrus gepredigt, welcher die ersten Christen (erst hier wurden die Anhänger von Jesus Christus „Christen“ genannt) in dieser Grottenkirche zum Gebet versammelte. Neben einem restaurierten Altar und einem Brunnen für Weihwasser beinhaltet dieser Gebetsraum auch einen zugeschütteten Fluchttunnel, welcher in der damaligen Zeit auch nötig war. In dieser Kirche werden heute noch Messen abgehalten. Des weiteren sind in Antakya vertreten: Eine katholische Kirche, die leicht zu übersehen ist (,jedoch ein für das Auge sehr entzückendes Leckerbissen darstellt), die orthodoxe Kirche, dessen Tür für interessierte Besucher stets geöffnet ist und eine neu erbaute protestantische kam kürzlich hinzu.

Eine perfekte Aussicht auf Antakya bekommt man, wenn man auf die alte Zitadelle (besteht nur noch aus Ruinen) fährt, die sich auf dem Berg befindet. Hier wird man von einem alten weisen Mann begrüßt, der die Anlage Überwacht und Touristen in Empfang nimmt, man sollte sich nicht wundern, wenn man ein Fernglas angeboten bekommt, um die Aussicht zu geniessen. Ausserdem kann man sich da in einem Gästebuch verewigen.

Die Leute aus Antakya erholen sich in den langen Sommermonaten im ca. 5 km entfernten Harbiye, das mit seinen vielen Wasserquellen die gesamte Stadt Antakya mit Wasser versorgt. Das Felsquellwasser aus Harbiye und die riesigen Lorbeerbäume der Umgebung kühlen dieses Tal auf eine angenehme Temperatur. Nach einer Legende soll hier einst Kleopatra geheiratet haben. Wir selbst sind an manchen Wochenenden auch dort, um zu grillen. Ganz in der Nähe dazu befindet sich ein künstlich angelegter See, der von Nadelbäumen umschlossen ist.

 

Umgebung und Meer

 

Man sollte nicht vergessen, dass Antakya nicht weit vom Meer entfernt liegt. Nach 20 Minuten mit dem Auto gelangt man nach Samandagi. Dieser kleine Ort liegt direkt am Meer, wo die Leute aus Antakya und Umgebung baden. Von hier aus kommt man schnell (5min) nach Cevlik, wo man zuallererst den Titus-Tunnel zu einer kleinen Entdeckungsreise begehen sollte. Auf den Spuren von Kaiser Titus/Vespasian gelangt man durch eine Schlucht und anschließend durch einen dunklen Tunnel ( doch Vorsicht, zeitweise kann man seine eigene Hand nicht vor Augen sehen). Danach verliert sich die Schlucht in den Bergen. Vor dem Tunnel befindet sich eine Felsenbrücke, sowie eine in den Felsen gehauene Treppe, die zu einer antiken Begräbnisstätte führt. Nach der Rückkehr von der Entdeckungsreise, kann man sich im Meer erfrischen. Im wesentlichen gibt es drei Strände, wo man schwimmen kann: Der Strand direkt an Samandagi, der Strand von Cevlik und die Buchten bei Meydan. Wir bevorzugen Meydan, da es dort Buchten gibt, die nicht einmal die Einheimischen kennen und dieser Strand im Gegensatz zu den beiden erstgenannten immer sauber ist. Doch der Weg dorthin ist sehr beschwerlich wofür man jedoch belohnt wird, denn man wird der einzige Badende sein. Nach Meydan gelangt man wenn man der Landstraße nach Samandagi folgt. Direkt am Ortsschild biegt man nach links, in Richtung Yayladagi ab und folgt der Beschilderung. Diese Bilder sprechen für sich.

 

Verschiedene Gesichter in Antakya

 

Die Bevölkerung in Hatay/Antakya ist extrem heterogen und ist keinesfalls typisch türkisch. Wer genau hinhört wird feststellen, dass in den Strassen, Basars und Dörfern arabisch gesprochen wird. Antakya besteht zum größten Teil aus „arabischen Türken“, die den Aleviten zuzuordnen sind. Antakya besitzt auch über eine beachtliche Gemeinde arabischer Christen , welche Ihre Gottesdienste ebenfalls in arabischer Sprache abhalten und der katholischen und der orthodoxen Kirche zuzuordnen sind. Antakya ist auch Pilgerstätte für viele Christen aus der ganzen Türkei, da hier wie schon erwähnt die erste christliche Gemeinde entstand. Antakya ist ein echtes Beispiel für ein multikulturelles Zusammenleben vieler verschiedener Kulturen in Frieden, was auch keiner Illusion entspricht, sondern Realität widerspiegelt: Aleviten, Sunniten, griechisch-, syrisch- und armenisch- Orthodoxe, Katholiken, Protestanten, Türken, Araber, „Turkoaraber“ (Was guckst Du?-mässig), Juden … und etwaige Kombinationen aus solchen, dessen Summe die einzigartige Atmosphäre dieser ruhigen Mittelmeer – Stadt an der Südküste der Türkei ihr Antlitz verleihen.

 

Lieber Leser, liebe Leserin, wenn Du selbst aus Antakya (und Umgebung kommst) hoffen wir, dass Du dich in diesem Text wiederfindest. Wenn Du nicht aus Antakya kommst, hoffen wir, dir einen interessanten Einblick unserer Heimatstadt vermittelt zu haben.

 

Quelle:

Euer Askarclub

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03 06 2010
By: Redaktion 2 0

Die Wiener türkisch-israeilitische Gemeinde und Synagoge

Naim Güleryüz

Deutsche Bearbeitung Birol Kilic

 

Am 16. November 1885, bei den Feierlichkeiten zur Grundsteinlegung einer neuen Synagoge in Wien 2., Zirkusgasse 22, wurden die eingeladenen Gäste vom Vorsitzenden der Wiener sefardischen Juden1 Marcos Russo mit folgenden Worten begrüßt: „Während der Regentschaft seiner Majestät Franz-Josef als Kaiser von Österreich und seiner Majestät Abdülhamid II. als Sultan des Osmanischen Reiches, und der Dienstzeit von Sadullah Pascha als dem Botschafter des Osmanischen Reiches in Wien und Marcos Russo als dem Vorsitzenden der türkisch-israelitischen Gemeinde wurde mit dem Bau dieses Gebäudes angefangen, um die religiösen Bedürfnisse der sefardischen Juden zu befriedigen.“

 

Während der offiziellen Eröffnungszeremonie der Synagoge, deren Tor von nebeneinander gehissten österreichischen und osmanischen Fahnen geschmückt war, am 17. September 1887 um 19 Uhr, folgte auf sefardisch-spanische Gebete das Anoten-Gebet2 für Franz-Josef und Abdülhamid II. und die Nationalhymnen der beiden Länder.

 

Diese Synagoge, in deren Mittelhalle die lebensgroßen Portraits beider Herrscher hingen, wurde durch die Schönheit ihrer unverfälscht modernisierten traditionellen östlich-spanischen Musik und die ausgezeichneten Gottesdienste auch unter den Aschkenasim3 beliebt. Nach der Gründung der Türkischen Republik wurden die Herrscherportraits entfernt und durch große Spiegel ersetzt.

 

In dieser Synagoge, die vom Architekten Ritter von Weidenfeld nach dem Vorbild des Alhambra-Palastes in Granada im Maghreb-Stil erbaut wurde, und die 314 Sitzplätze für Männer (bei Bedarf bis 594 ausbaubar), 100 Sitzplätze für Frauen und etwa 500 Stehplätze bot, wurde jedes Jahr der Geburtstag von Abdülhamid II. mit einer besonderen Zeremonie gefeiert. Die österreichische Regierung wurde von einem leitenden Beamten des Außenministeriums und einem hochrangigen General des Kriegsministeriums vertreten; der osmanische Botschafter und das Botschaftspersonal nahmen in Galauniformen an der sog. Sultanfeier teil.

 

Während des Ersten Weltkrieges wehten nach wie vor österreichische und osmanische Fahnen zu jedem feierlichen Anlass zusammen am Tor der Synagoge, da beide Länder im Krieg auf der gleichen Seite kämpften.

 

In Folge der neuen nationalistischen Bewegung um 1925 fingen die Sefarden an, Wien zu verlassen. Die letzte prunkvolle Zeremonie in der Synagoge, an die man sich erinnert, war die Gedenkfeier zum 800. Geburtstag des großen Denkers Maimonides.
In der Kristallnacht4 vom 9. auf den 10. November 1938 teilte die Wiener sefardische Synagoge das Schicksal aller anderen deutschen und österreichischen Synagogen: sie wurde von den Nazis zerstört und in Brand gesteckt.

 

Woher kam nun dieses Interesse an den Osmanen, deren Sultan, Fahne und Nationalhymne in Wien, in der Stadt, die die Osmanen zwar unter Süleyman dem Prächtigen (1529) und mit Kara Mustafa Pascha (1683) zweimal belagert, aber nie regiert und vor deren Toren sie kehrt gemacht hatten? Gehen wir jetzt zu den Anfängen unserer Geschichte, in das Spanien des 18. Jahrhunderts zurück, wo noch die Inquisition herrschte.

 

Laut Überlieferung wird zu der Zeit in Madrid ein Junge namens Mosche Lopez Pereira seiner Familie weggenommen, auf den Namen Diego dÂ’Aguilar getauft und als Priester erzogen. Diego macht schnelle Fortschritte in seiner Erziehung, wird zum leidenschaftlichen Befürworter der Inquisition und wird sogar zum Bischof ernannt. Mosche LopezÂ’ Mutter und Schwester sind Maranos5 und üben ihr Judentum heimlich aus. Seine Schwester wird denunziert, festgenommen und zur Verbrennung am Scheiterhaufen (Autodafé) verurteilt. Am Tag vor der Vollstreckung des Urteils besucht die traurige und hoffnungslose Mutter den Bischof Diego dÂ’Aguilar in seinem Palast und fleht um die Begnadigung ihrer Tochter, doch der Bischof lehnt diese Bitte ab. Die verzweifelte Mutter erzählt daraufhin die Wahrheit, erklärt ihm, dass sie seine Mutter und die Verurteilte seine Schwester sind, er in Wirklichkeit Mosche Lopez heißt. Dieser Name erweckt viele Kindheitserinnerungen beim jungen Bischof. Er fängt zu weinen an, läuft aus seinem Palast hinaus, aber er kommt aber zu spät: seine Schwester ist auf dem Scheiterhaufen auf schreckliche Art und Weise gestorben. Diego, oder Mosche, zieht sein Bischofsgewand aus und wirft es weg. In diesem Land kann er nicht mehr bleiben und flieht nach Österreich, das von Maria Theresia regiert wird. Einst besuchte die Königin, damals noch Erzherzogin, mit ihrem Vater Karl VI. Madrid und schenkte dem Bischof als Dank eine Goldkette nach einem Empfang zu ihren Ehren. Die Kaiserin gewährt Mosche und einigen anderen Juden, die mit ihm fliehen konnten, Asyl und erlaubt ihnen, in Österreich zu bleiben und ihre Religion frei ausüben zu können.

 

Diese Darstellung basiert auf einer Erzählung von Graf von Hoyos, die von Dr. Angel Pulido Fernandez und Rabbi Dr. Manfred Papo6 überliefert wurde und unterscheidet sich von der Darstellung in Encyclopedia Judaica und in den geschichtlichen Untersuchungen. Laut Encyclopedia Judaica kommt Mosche Lopez Pereira im Jahre 1699 als Sohn eines Marano-Bankiers in Portugal auf die Welt. Der Vater ist im Besitz des portugiesischen Tabak-Monopols. Angesichts der Schwierigkeiten, als Marano in Portugal zu leben, immigriert Diego 1722 zuerst nach London und dann nach Wien. Nachdem er sich durch wessen Hilfe auch immer in Wien niedergelassen hat, tritt er aus der Kirche aus, kehrt zum Judentum zurück und nimmt wieder seinen ursprünglichen Namen Mosche (Moses) Lopez Pereira an.

 

Mosche Lopez besitzt das österreichische Tabakmonopol zwischen den Jahren 1723-1739 für 7 Millionen Gulden im Jahr, organisiert das Unternehmen neu und bekommt 1726 den Titel eines Barons verliehen. In dieser Zeit beteiligt er sich an den Baukosten des Schlosses Schönbrunn mit 300.000 Gulden. Mit dem Titel „Hofjude“ zum privaten Berater des Palastes ernannt, verwendet er seinen Einfluss für den Schutz der Leben und Rechte seiner Glaubensgenossen in Österreich und anderen Ländern, so z.B. 1742 in Mähren, 1744 in Prag, 1752 in Mantua und Belgrad. Auf einer silbernen Thora-Krone in der Wiener Synagoge (Sifrei-Torah-Pergamentrollen)7 befand sich der hebräische Eintrag „Mosche Lopez Pereira-5498“ (=1737-1738) und jedes Jahr am Jom Kippur-Fest8 wurde für ihn als den Gründer der Gemeinde gebetet, bis die Synagoge zerstört wurde.

 

In dieser Zeit siedelten sich andere spanisch-stämmige Familien wie Kamondo9, Nisan und Eskenazi in Wien an. Mosche Lopez, seine Frau, Samuel Oppenheimer und sein Neffe Samson Wertheimer organisierten die sefardischen Juden in der Stadt und gründeten 1736 die erste sefardische Gemeinde in Wien. Die sefardischen Juden, mehrheitlich osmanischen Ursprungs, genossen die Klausel des Passarowitzer Vertrages (21. Juli 1718), die den osmanischen Bürgern Niederlassungs- und Handelsfreiheit garantierte und lebten in Frieden unter meist besseren Umständen als die österreichischen Juden. Die Gottesdienste wurden im Haus Nr. 307 innerhalb des Rings abgehalten, das als Synagoge benutzt wurde.

 

Leider dauert dieser friedliche Zustand nicht lange. Mosche Lopez Pereira erfährt 1742, dass das Kaiserreich unter dem Einfluss der fanatischen Kirche die Juden deportieren will. Pereira berichtet die Lage über seine im Osmanischen Reich ansässigen Glaubensgenossen, speziell durch die Vermittlung des Obergeldwechslers Yuda Baruh, an den Sultan Mahmud I. und es gelingt ihm, die Unterstützung des Sultans zu bekommen. Die Königin Maria Theresia kann es sich nicht erlauben, das durch einen Sonderbotschafter übermittelte Memorandum des Sultans abzulehnen und zieht ihren Erlass zurück.

 

Um 1750 lebten mehrere sefardische Familien in Wien, die aus beruflichen Gründen aus der Türkei gekommen und sich hier niedergelassen hatten. Diese Juden, die ihre osmanische Zugehörigkeit immer beibehalten hatten und unter dem Schutz des Sultans standen, lebten mehrheitlich in Wien, zum Teil auch in Temesvar. Sie wurden türkische Juden genannt. Dieser Begriff wurde von österreichischen Ämtern angenommen, registriert und in offiziellen Dokumenten verwendet. Im Erlass vom 17. Juni 1778, der aus 14 Artikeln besteht und die Statuten der sefardischen Gemeinschaft bestimmt, ist von „türkisch-israelitischer Gemeinde“ die Rede.  Die Vorsitzenden waren in dieser Zeit Salamon Kapon und Israel B. Haim.

 

Bis 1840 errichteten die türkischen Juden ihre Gebetsräume in gemieteten Häusern. Nach dem unaufgeklärten Brand der Synagoge in der Oberen Donaustrasse 1824 wurde das Haus Nr. 321 in der Leopoldstrasse gemietet. Die Synagoge wurde 1848 erweitert und 1868 vollkommen neu erbaut und dennoch konnte sie den religiösen Bedürfnissen der immer größer werdenden osmanisch-jüdischen Bevölkerung der Stadt  nicht genügen. Nach der Wahl von Marcos Russo zum Vorsitzenden der türkisch-israelitischen Gemeinde 1881 und seiner Wiederwahl 1885 wurde der Abriss der alten Synagoge und der Neubau eines größeren Gebetshauses einstimmig angenommen.

 

Dies also ist die kurze Zusammenfassung der interessanten Geschichte der türkischen Juden in Wien und der Synagoge, deren Bau am 16. November 1885 mit der Grundsteinlegung begonnen wurde. Einige wenige religions-rituelle Objekte der 1887 eröffneten und 1938 vernichteten Synagoge sind heute im Jüdischen Museum in Wien zu sehen, der Parochet10 wird im jüdischen im Museum in Jerusalem ausgestellt. Nur wenige Juden, die während der Nazi-Herrschaft festgenommen und nach Dachau transportiert wurden, blieben am Leben. Die wertvollsten Überbleibsel aus der prunkvollen Ära der Wiener türkisch-jüdischen Sefardim sind die Grabsteine im sefardischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs. Die heute in Wien lebenden sefardischen Juden haben ihre Wurzeln in Taschkent und Buchara und stehen in keinem Zusammenhang mit den osmanisch-türkischen sefardischen Juden.

 

Der große Brand von Edirne vernichtete im August 1905 in einer Nacht 13 Synagogen11. Als Ersatz wurde mit Erlass vom 6. Jänner 1906 dem Bau der Grossen Synagoge im Gebiet der ehemaligen Mayor und Polya-Synagogen stattgegeben. Die Grosse Synagoge wurde vom französischen Architekten France Depre nach dem Vorbild der Wiener Synagoge erbaut und unter dem Namen Kal Kadosch Ha Gadol (Die heilige große Synagoge) im Jahre 1907 eröffnet. Leider leben in Edirne keine Juden mehr und die Synagoge, ihrem Schicksal überlassen,  verfällt von Tag zu Tag trotz aller 1979 begonnenen zeitweiligen Rettungsversuche des Kultusministeriums, der Abgeordneten der Provinz, der Universität von Trakya und des Oberrabbinats der Türkei.

 

Bibliographie

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1 Sefardische Juden: Juden, die gemäß dem Erlaß vom 31. März 1492 des spanischen Königs Ferdinand und der Königin Isabella Spanien verlassen mussten, um ihren Glauben und ihre Traditionen nicht aufzugeben und mehrheitlich im Osmanischen Reich Asylrecht bekamen.

2 Anoten: Gebet für das Wohlergehen und Verbleib des Staatsoberhauptes des Landes, in dem man lebt.

3 Aschkenasische Juden: Meist in Mittel- und Nordeuropa ansässige, polnisch- und deutschstämmige, nach Arthur Koestlers unbewiesener These zum Teil von kaspischen Türken abstammende Juden. Ab dem 12. Jh. flüchteten unzählige aschkenasische Juden immer wieder ins Osmanische Reich auf der Suche nach Schutz vor der Unterdrückung  Folter und Massenvernichtung in diversen christlich-europäischen Ländern. Heute leben etwa 1000 aschkenasisch-türkische Juden in der Türkei.

4 Kristallnacht: Die Nacht vom 9.auf den 10. November 1938, in der in Deutschland und Österreich hunderte von Synagogen zerstört und in Brand gesteckt wurden.

5 Maranos: Juden, die während der Inquisiton offiziell dem Christentum beigetreten waren, aber ihren jüdischen Glauben heimlich beibehielten.

6 Manfred Papo: 1919-1925 der stellvertretende Rabbiner der Wiener Synagoge, 1925-1928 Rabbiner der Salzburger Synagoge, nach 1928 in der Wiener Synagoge beschäftigt.

7 Schriftrollen aus Pergament, auf der die fünf Bücher Mose in hebräischen Buchstaben von Hand aufgeschrieben sind. In jeder Synagoge werden sie in einem speziellen Schrein, dem Aron Kodesh (Heilige Lade) an der Ostwand in Richtung Jerusalem aufbewahrt.

8 Das Fest des großen Fastens im Judentum.

9 Abraham Salomon Kamondo, der von Kaiser Franz-Josef zum Ritter geschlagen und zum Ehrenbürger von Wien ernannt wurde, bekam 1865 die italienische Staatsbürgerschaft, nachdem im österreichisch-italienischen Krieg Venedig an die Italiener abgetreten werden musste und am 17. März 1861 die italienische Einheit gegründet wurde. Victor Emmanuel II. verlieh ihm am 28. April 1867 den Titel eines Grafen, der an den ältesten Sohn der Familie vererbt werden durfte.

10 Parochet: der bestickte Vorhang des Thoraschrankes.

11 Die vernichteten Synagogen: Polya, Tolya, Italya, Sicilya, Katalonya, Büyük Portokal, Küçük Portokal, Aragon, Geruş, Budin, Istanbul, Mayor und Ataman.

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