Monat: August 2014

12 08 2014
By: Redaktion 2 0

TKG unterstützt den Protestaufruf gegen die Verfolgung von Christen im Irak

Wien – Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) in Österreich ruft alle ihre Mitglieder und Sympathisanten auf, sich dem Protestmarsch der „Union Orientalischer Christen in Österreich“ anzuschließen.

 

Sonntag, 10. August 2014

 

Treffpunkt: 16.30 Uhr vor der Wiener Staatsoper

 

(Fußmarsch von der Staatsoper zum Stephansdom)

 

Egal welcher Religion wir angehören, wir dürfen nicht unsere Augen und Herzen angesichts des Genozids im Irak verschließen!

 

Im Nahen Osten passiert ein Massaker in der Qualität und Quantität eines schrecklichen Genozids, der von „sunnitisch Wahabisierten“, aus verschiedenen Ländern stammenden, kriminellen und angeblichen „Moslems“, die „islamische Markenslogans“ verwenden, verübt wird.

 

Diese IS-Terroristen haben mit dem wahren Islam nichts zu tun! Das sind Mörder und Verbrecher!

 

Diese Verbrechen müssen international geächtet und geahndet werden!

 

Es ist an der Zeit, nicht alle Moslems in den gleichen Topf zu werfen und die Unterschiede zu erkennen und zu verstehen: Zwischen fundamentalistische Männern und Frauen, rassistischen Menschen, die den Islam missbrauchen einerseits und den friedlichen und gemäßigten Moslems andererseits. Im Irak, in Syrien und in der Türkei als auch in Antakya/Antiochia war Jahrhundertelang ein halbwegs friedliches Zusammenleben von Moslems und Christen möglich.

 

Die Türkische KULTURgemeinde hatte bereits vor Jahren, am 13. März 2010, in die Votivkirche zu einer gemeinsamen großen Veranstaltung eingeladen. Bei diesem 55-köpfigen „Chor der Zivilisationen“ aus Antakya (Südtürkei) mit Mitgliedern aus den drei verwandten Religionen Christentum, Judentum und Islam haben wir selbst diese wunderbaren Menschen aus der syrisch-türkischen Grenzregion kennengelernt. Wir glauben an ein friedliches Zusammenleben dieser Völker und Religionen.

 

Verhetzung, Vertreibung und Mord haben im Irak eine fürchterliche Dimension erreicht. Hier wird der Glaube massiv missbraucht. Hier wird der Gottesname missbraucht…

 

TKG glaubt an die Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens in einer Gemeinschaft, in der wir unsere friedlichen Ideen teilen und Freundschaften knüpfen können, unabhängig von Herkunft, Religion und sozialer Stellung.

 

WIR müssen aufstehen, die Verbrechen scharf verurteilen, Gerechtigkeit einfordern und uns von der Gewalt distanzieren!

 

WIR müssen unsere Stimme gegen die Massaker erheben!

 

Besonders alle Muslime…

 

… FÜR die Yezidischen Kurden

 

… FÜR die Aleviten, die schiitischen Türkmenen und die Muslime

 

… FÜR unsere christlichen und jüdischen Freunde

 

WIR müssen mit dieser Demo FÜR die Menschlichkeit eintreten, aufstehen und füreinander das Wort ergreifen!

 

Es ist nicht die Zeit, ruhig zu bleiben. Sondern es ist an der Zeit, das Schweigen zu brechen und für den Frieden ein Zeichen zu setzen!

 

Deswegen demonstrieren wir auch am 10. August 2014 um 16.30 Uhr vor der Wiener Staatsoper gegen die Verfolgung der Christen und Christinnen im Irak!

 

Die „Türkische KULTURgemeinde in Österreich – Brücken bauen“ ist ein den pluralistischen, freiheitlichen, demokratischen und rechtstaatlichen Prinzipien verpflichteter Verein. Pluralität der Meinungen, Gleichberechtigung aller Mitglieder und demokratische Regeln bei der Arbeit sind oberstes Prinzip.

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12 08 2014
By: Redaktion 2 0

Birol Kilic zu Gast im ORF ZIB2-Studio Thema Integration von Türken in Österreich

Türkischer Kultursprecher über Türken in Österreich / ZIB 2 vom 28.07.2014 um 22.00 Uhr – tvthek.orf.at   Birol Kilic, der Sprecher der Türkischen Kulturgemeinde in Wien, spricht über die Integration von Türken in Österreich.

 

Birol Kilic zu Gast im ORF ZIB2-Studio :

 

www.youtube.com/watch?v=FnggUsPPUdc

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12 08 2014
By: Redaktion 2 0

Ist eine GewaltFREIES Zusammenleben möglich?

Obmann der Türkischen KULTURgemeinde in Österreich traf die Geschäftsführerin der Autonomien österreichischer Frauenhäuser, Maria Rösslhumer im Vereinszentrum auf eine guten dampfenden türkischen Kaffee Ende August und tauschte sich mit ihr über die Kampagne GewaltFREI leben über eine mögliche Kooperation

 

Jeder Mensch hat ein Recht darauf, gewaltfrei leben und aufwachsen zu dürfen. Gewalt passiert tagtäglich an vielen Orten, in vielen Ländern weltweit, in der Öffentlichkeit, aber leider auch besonders häufig in der eigenen Familie in den eigenen „vier Wänden“. Häusliche Gewalt bezeichnet Gewalt zwischen erwachsenen Menschen, die in einer Beziehungspartnerschaft stehen oder leben. Gewalt wird von einem Partner eingesetzt, um den anderen zu kontrollieren und Macht auszuüben. Diese Partner können verheiratet sein oder nicht. Sie können heterosexuell oder homosexuell sein, zusammen oder getrennt leben Türkischen KULTURgemeinde in Österreich(TKG) Vertreter  trafen die Geschäftsführerin der Autonomien österreichischer Frauenhäuser, Maria Rösslhumer im Vereinszentrum auf eine guten dampfenden türkischen Kaffee Ende August und tauschte sich mit ihr über die Kampagne GewaltFREI leben über eine mögliche Kooperation.

 

Es geht um einen Beitrag zu GewaltFREI leben und um die Kampagne zur Verhinderung von Gewalt an Frauen und Kindern, wo die Türkische KULTURgemeinde in Österreich durch Informationen an seine MitgliederInnen oder Sympathisanten und Mitbürgerinnen aus der Türkei unterstützen wird.

 

TKG Obmann Birol Kilic stellte mehrere Fragen über Gewalt damit man diese Antworten auch in deutscher und türkischer Sprache mit der Gesellschaft teilen kann weil meinte „Gewalt beginnt mit dem Denken, entwickelt sich mit Worten und endet mit der Tat.  Dagegen muss die Gesellschaft überall und immer mit Bildung und intensiver Informationen etwas unternehmen, weil der Mensch dazu neigt gewalttätig zu sein. Wir können nicht zuschauen. Wir müssen handeln bevor es zu spät wird.“

 

 

TKG: Herzlich Willkommen im TKG-Zentrum, Frau Rösslhumer. Bitte erzählen Sie uns wo und wann die Gewalt beginnt und endet. Was ist Gewalt?

 

Rösslhumer: Vielen Dank für die Einladung, es ist uns eine große Freude mit der Türkischen KULTURgemeinde zu kooperieren. Ihre Frage ist sehr wichtig, nicht nur für Migrantinnen auch für alle Frauen und Männer die in Österreich leben, hier müssen wir eine gemeinsame Definition von Gewalt haben damit wir uns zuerst davon distanzieren können. Gewalt beginnt dort, wo die Grenzen eines anderen Menschen verletzt werden. Beschimpfungen, Beleidigungen, Demütigungen oder ein respektloses Verhalten einem anderen Menschen gegenüber – z.B. bei Diskussionen – ist bereits Gewalt und kann als Übergriff empfunden werden.  Verbale und psychische Gewalt ist meist der Beginn einer langjährigen Gewaltbeziehung und kann bei körperlicher und sexueller Gewalt und in schlimmsten Fall mit dem Tod enden. Je länger ein Mensch in einer Gewaltbeziehung lebt bzw. leben muss und je schwerer die Gewalterlebnisse sind, desto schwieriger ist es sich aus der Gewaltsituation zu lösen.

 

TKG: Wer ist hauptsächlich von häuslicher Gewalt betroffen?

 

Rösslhumer: Frauen sind überproportional häufiger von Gewalt betroffen als Männer. Aber leider sind auch Kinder und Jugendliche von Gewalt betroffen, sei es direkt oder indirekt. Mehre Studien belegen, dass in 60-70% der Fälle, in den Frauen Gewalt durch die eigenen Ehemänner und Lebensgefährten erleben, auch die Kinder misshandelt werden. Je häufiger und schwerer Frauen misshandelt werden, desto gravierende und massiver ist auch die Gewaltanwendung an Kindern. Aber auch dann wenn Kinder nicht Gewalt am eigenen Leib erleben, so wir ihnen durch das Miterleben an Misshandlungen und Drohungen  gegenüber der Mutter Gewalt angetan.  Jährlich müssen Tausende von Frauen und Kindern in ein Frauenhaus flüchten, weil sie Gewalt durch den eigenen Partner und Vater/Stiefvater erleben. 2013 suchten 3232  Frauen und Kinder (davon 1643 Frauen und 1589 Kinder) Schutz, Sicherheit und Hilfe in den österreichischen Frauenhäusern.

 

TKG: Wie hoch ist das Ausmaß der Gewalt an Frauen?

 

Rösslhumer: Die bisher weltweit größte internationale Studie zu Gewalt gegen Frauen, die von der europäischen Grundrechtsagentur 2013 (FRA) veröffentlicht wurde hat ergeben dass, in der EU  jede dritte Frau ab dem 15. Lebensjahr von physische und/oder sexuelle Gewalt betroffen ist. In Österreich musste jede fünfte befragte Frau Gewalt erleben.Wie hoch das Ausmaß häuslicher Gewalt an Frauen tatsächlich ist, lässt sich aber nur erahnen. Die Studie der Europäischen Grundrechtsagentur zeigt, dass nach der schwersten physischen und/oder sexuellen Gewalt durch den Partner nur 16 Prozent der befragten Frauen in Österreich die Polizei kontaktiert haben. Lediglich 4 Prozent der Frauen haben sich an eine Opferschutzeinrichtung und 12 Prozent an ein Frauenhaus gewandt. Die Ergebnisse der Grundrechtsagentur lassen vermuten, dass die Zahl der Betroffenen bei weitem höher ist, als sie von Polizei, Opferschutzeinrichtungen oder Frauenhäusern erfasst werden kann.

 

TKG: Sind auch Männer betroffen?

 

Rösslhumer: Männer können auch von häuslicher Gewalt betroffen sein. Studien haben aber ergeben, dass Männer häufiger von Gewalt im öffentlichen Bereich bzw. von und Männer und Männergewalt betroffen sind und weniger von Gewalt durch die eigene Partnerin.

 

TKG: Welche Formen der Gewalt gibt es?

 

Rösslhumer: Gewalt hat viele Facetten und Formen. Wenn wir von Gewalt an Frauen in der Familie bzw. häusliche Gewalt sprechen, dann unterscheiden wir zwischen vier Formen der der Gewalt: Physische oder körperliche Gewalt, psychische Gewalt oder seelische Gewalt, sexuelle Gewalt und ökonomische oder auch finanzielle Gewalt genannt. Kinder erleben zusätzlich oft auch sexuellen Missbrauch durch Erwachsene, aber auch Isolation und Vernachlässigung sind Formen der Gewalt, denen Kinder oft ausgesetzt sind. Körperliche Gewalt wird in der Öffentlichkeit am deutlichsten wahrgenommen. Die Angriffe reichen von Ohrfeigen über schwere Verletzungen wie Knochenbrüche, Prellungen und Messerstiche bis zu sexueller Nötigung, Vergewaltigung, Morddrohung und Tötung. Gewalt zeigt sich aber auch subtiler, in Form von Psychoterror, Erniedrigungen, Verboten, Vorschriften und Isolation. Gewalt ist jede Form von Machtausübung, Machtmissbrauch, Verletzung oder Zwang.

 

TKG: Wo liegen die Ursachen der häuslichen Gewalt?

 

Rösslhumer: Die Wurzeln der Gewalt sind in den Strukturen unserer Gesellschaft verankert.Häusliche Gewalt, auch geschlechtsspezifische Partnergewalt genannt, hat ihre Wurzeln in der geschlechtsspezifischen Gewalt gegen Frauen. Damit ist Gewalt gemeint, die Frauen erleben müssen, weil sie Frauen sind oder Frauen unverhältnismäßig stark betrifft. Geschlechtsspezifische Gewalt an Frauen ist der Ausdruck historisch gewachsener ungleicher Machtverhältnisse zwischen Frauen und Männern. Sie haben zur Beherrschung und Diskriminierung der Frau durch den Mann und zur Verhinderung der vollständigen Gleichstellung der Frau geführt. Wie jede Form der Diskriminierung hat auch die Diskriminierung von Frauen eine lange Geschichte.In den letzten Jahrzehnten hat sich einiges verbessert. Doch der Weg aus einer Gewaltbeziehung ist steinig und die Mühlen mahlen langsam. Das lange Tabu Vergewaltigung in der Ehe wurde beispielsweise in Österreich erst 1989 unter Strafe gestellt und ist erst seit 2004 ein Offizialdelikt, das bedeutet diese Gewaltform muss vom Staat verfolgt werden.

 

TKG: Welche Rechte haben Opfer von häuslicher Gewalt?


Rösslhumer: Weil häusliche Gewalt eine Menschenrechtsverletzung ist und komplexe negative Auswirkungen auf die Gesellschaft nach sich zieht, hat der Gesetzgeber gehandelt.

 

Gewaltschutzgesetz

 

Am 1. Mai 1997 ist in Österreich das so genannte Gewaltschutzgesetz (Bundesgesetz zum Schutz vor Gewalt in der Familie) in Kraft getreten. Es wurde seither in Teilbereichen laufend aktualisiert und verbessert. Mit dem Gewaltschutzgesetz wurden die rechtlichen Voraussetzungen für einen raschen und effizienten Schutz von Betroffenen häuslicher Gewalt geschaffen.

 

Das Gesetz folgt dem Prinzip „Wer schlägt, der geht“ bzw. „wir zeigen Gewalttätern die rote Karte“. Zum ersten Mal hatten Betroffene die Möglichkeit, im vertrauten Zuhause bleiben zu können und nicht vor dem Gefährder flüchten zu müssen. Denn das Gewaltschutzgesetz ermächtigt die Polizei, einen Gefährder aus der Wohnung, in der die gefährdete Person lebt, und aus der unmittelbaren Umgebung wegzuweisen und mit einem Betretungsverbot zu belegen. Seit 2013 kann das Betretungsverbot auf Schulen, Kindergärten, Horte und deren unmittelbare Umgebung ausgeweitet werden, wenn es sich bei der gefährdeten Person um ein Kind unter 14 Jahren handelt.

 

Das Betretungsverbot gilt zwei Wochen. Wenn von der Polizei ein Betretungsverbot ausgesprochen wurde, setzt sich das regional zuständige Gewaltschutzzentrum oder die örtlich zuständige Interventionsstelle gegen Gewalt sofort mit der Betroffenen in Kontakt. Sie bietet aktiv Unterstützung wie beispielsweise Rechtsberatung oder psychosoziale Betreuung an.

 

Wenn längerer Schutz vor dem Gefährder notwendig ist, kann die Betroffene einen Antrag auf die Erlassung einer Einstweiligen Verfügung bei Gericht stellen. Wenn der Antrag innerhalb der Gültigkeit des Betretungsverbots (Dauer: 2 Wochen) beim zuständigen Bezirksgericht gestellt wird, verlängert sich das Betretungsverbot auf insgesamt vier Wochen. Betroffene können auch ohne einem vorherigen Polizeieinsatz und ohne Betretungsverbot einen Antrag auf Einstweilige Verfügung stellen.

 

Grundsätzlich kann der Antrag ohne Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt selbst beim zuständigen Gericht eingebracht werden. Wir empfehlen Betroffenen trotzdem, sich bei der Antragstellung unterstützen zu lassen. Beispielsweise Mitarbeiterinnen im Frauenhaus, vom Gewaltschutzzentrum bzw. Interventionsstelle oder von einer Frauenberatungsstelle bieten kostenlose Beratung an. Auch ein Anruf bei der Frauenhelpline 0800/222 555 kann Klärung und Information anbieten.

 

Das Gewaltschutzgesetz gilt für jede Person, unabhängig ihrer Herkunft oder Staatsbürgerschaft, und auch für Kinder. Sowohl die Wegweisung und das Betretungsverbot als auch die Einstweilige Verfügung können unabhängig von den Eigentumsverhältnissen über den Gefährder verhängt werden.

 

TKG: Welche Gewaltdelikte sind in Österreich strafbar?

 

Rösslhumer: Wer Gewalt gegenüber anderen Menschen ausübt, wird in der Regel vom Staat strafrechtlich verfolgt. Das österreichische Strafgesetzbuch stellt eine Reihe von Gewalthandlungen unter Strafe, wie beispielsweise Körperverletzung, Quälen oder Vernachlässigen unmündiger, jüngerer oder wehrloser Personen, Freiheitsentziehung, Nötigung, gefährliche Drohung, beharrliche Verfolgung (Stalking), fortgesetzte Gewaltausübung oder Vergewaltigung.Alle Gewaltdelikte sind sogenannte Offizialdelikte. Das bedeutet, die Staatsanwaltschaft und Polizei ist verpflichtet, alle strafbaren Handlungen von Amts wegen zu verfolgen, von denen sie Kenntnis erlangt.

 

TKG: Was bedeutet Prozessbegleitung?

 

Rösslhumer: Die Prozessbegleitung ist eine der wichtigsten Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene und wird unter bestimmten Voraussetzungen im Strafverfahren und im Zivilverfahren kostenlos gewährt.Grundsätzlich besteht die Prozessbegleitung aus zwei Betreuungskomponenten: Zum einen leisten Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter von spezialisierten Beratungsstellen psychosoziale Unterstützung und Begleitung (vor, während und nach polizeilichen Vernehmungen bis zum Ende eines Strafverfahrens und anschließendem Zivilverfahren) und zum anderen erfolgt eine juristische Prozessbegleitung durch Rechtsanwältinnen oder Rechtsanwälte durch einen StrafprozessWeitere Informationen zur Prozessbegleitung finden Sie online unter www.prozessbegleitung.co.at sowie unter www.justiz.gv.at. Um das regionale Angebot von Einrichtungen zu erfragen, die Prozessbegleitung anbieten, wenden Sie sich bitte an die Frauenhelpline unter 0800/222 555.Für Kinder und Jugendliche stehen spezialisierte Beratungseinrichtungen, die im Umgang mit Kindern und Jugendlichen besonders geschult sind, für die Prozessbegleitung zur Verfügung. Weitere Informationen zur Prozessbegleitung für Kinder und Jugendliche und Adressen von Beratungseinrichtungen finden Sie online unter www.prozessbegleitung.co.at sowie unter www.kija.at

 

TKG: Sind Migrantinnen häufiger von Gewalt betroffen?

 

Rösslhumer: Nein, Migrantinnen sind nicht häufiger von häuslicher Gewalt betroffen als Österreicherinnen. Aber aufgrund der rechtlichen und strukturellen Bedingungen ist es für Migrantinnen schwieriger, sich aus der Situation zu befreien.Migrantinnen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, sind in Österreich noch immer schlechter geschützt als Frauen mit österreichischem Pass.Erschwerend wirkt auch, dass Migrantinnen oftmals gezwungen werden, viele Jahre in völliger Isolation zu leben. Hinzu kann die Furcht kommen, von der eigenen Herkunftsfamilie verstoßen zu werden, wenn sie den gewalttätigen Partner verlassen. Migrantinnen fällt es daher schwerer, sich aus gewaltgeprägten Situationen zu lösen, weil sprachliche Barrieren, soziale und kulturelle sowie aufenthaltsrechtliche und ökonomische Probleme die Hilfesuche hemmen. Zu dieser erschwerten Problemlage kommen spezifische Gewaltformen hinzu, von denen vor allem Frauen mit Migrationshintergrund betroffen sind:

 

Zwangsheirat: Wer unter Zwang heiratet, der sucht sich seinen Partner nicht selbst aus. Stattdessen bestimmt die Familie, wer wen heiratet. Die Betroffenen sind in den meisten Fällen minderjährig. Sie müssen gegen ihren Willen einen unbekannten Menschen heiraten. Information und Hilfe gibt es beim Verein Orient Express: www.orientexpress-wien.com / E-Mail: office@orientexpress-wien.com / Telefon: +43 (1) 728 97 25

 

Frauenhandel: Wenn Frauen aufgrund von Täuschungen und falschen Versprechungen migrieren und im Zielland in eine Zwangslage gebracht werden, wenn sie aufgrund ihrer rechtlosen Situation zur Ausübung von Dienstleistungen gezwungen werden und/oder wenn sie ihrer Würde, ihrer persönlichen oder sexuellen Integrität von Ehemännern oder Arbeitgeberinnen und -gebern beraubt werden, sind sie Betroffene von Frauenhandel.

 

Information und Hilfe gibt es beim Verein Lefö: www.lefoe.at / E-Mail: ibf@lefö.at / Telefon: +43 1 796 92 98

 

Genitalverstümmelung (Female Genitale Mutilation/ FGM):In Österreich leben Schätzungen zufolge rund 6.000 Frauen, die in ihrer Kindheit einer Verstümmelung ihrer Geschlechtsorgane unterzogen wurden. Für die betroffenen Frauen bedeutet das ein Leben voller Schmerzen, Infektionen und ohne sexuelles Verlangen. Genitalverstümmelung von Frauen ist nicht religiös begründet und macht vor keiner gesellschaftlichen Schicht halt.Informationen und Hilfe gibt es unter: Afrikanische Frauenberatungsstelle in Wien und die Frauengesundheitszentren in Österreich

 

TKG: Wo finden gewaltbetroffene Frauen Hilfe und Unterstützung?

 

Rösslhumer: Wenn Sie Gewalt erleben müssen oder mussten oder eine Frau kennen, die von Gewalt betroffen ist, scheuen Sie nicht davor, Hilfe zu holen!Wenn Sie in Gefahr sind oder beobachten, dass eine Frau oder ein Kind in Gefahr ist, rufen Sie den Polizeinotruf 133 oder Euronotruf 112. In einer Gefahrensituation ist vor allem die Sicherheit der betroffenen Frau und ihrer Kinder wichtig. Die Polizei ist verpflichtet, sofort zu kommen, die Gewalt zu beenden und die Betroffenen zu schützen.

 

Die Frauenhelpline 0800/222 555 ist für Anruferinnen und Anrufer aus ganz Österreich kostenlos und anonym. Die Beraterinnen sind 365 Tage im Jahr erreichbar und beraten Sie gerne anonym und kostenlos, auch in den Sprachen Arabisch, Bosnisch-Kroatisch-Serbisch, Englisch, Rumänisch und Türkisch.

 

Schutz und Unterkunft für Frauen und Kinder bieten auch insgesamt 30 Frauenhäuser in Österreich. Die Mitarbeiterinnen zeigen Betroffenen Wege auf, auf denen sie zur eigenen Stärke und zu einem selbstbestimmten gewaltfreien Leben zurückfinden können. 
Die Kontaktdaten zu allen Frauenhäusern finden Sie im Adressregister am Ende der Broschüre.

 

Die Gewaltschutzzentren und Interventionsstellen bieten Betroffenen kostenlos psychosoziale und juristische Beratung. 
Die Kontaktdaten zu allen Gewaltschutzzentren und Interventionsstellen finden Sie im Adressregister am Ende der Broschüre.

 

Kinder als Betroffene von Gewalt

 

Kinder sind besonders stark gefährdet, misshandelt zu werden, wenn ihre Mutter Gewalt erlebt. In 70 Prozent der Fälle werden nicht nur Frauen, sondern auch ihre Kinder misshandelt. Studien zeigen, dass es auch einen Zusammenhang zwischen der Schwere der Gewalt, die die Mutter erleiden muss, und der Gewalt, die ihre Kinder erleiden müssen, gibt: Je schwerer die Gewalt gegen Frauen, desto schwerer ist auch die Gewalt gegen ihre Kinder.

 

Kinder sind bei häuslicher Gewalt immer betroffen: Direkt, wenn sie selbst Misshandlungen ausgesetzt sind, oder indirekt durch das Miterleben von Gewalt an der Mutter. Wenn Kinder Zeuginnen oder Zeugen der Gewalt an der Mutter sein müssen, kann das ebenso wie eigene Gewalterfahrungen zu schweren Langzeitfolgen und Traumatisierungen führen. Die schwerwiegenden Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche können sich beispielsweise in Unruhe, Hyperaktivität, aggressivem Verhalten gegenüber anderen Kindern, ständigen Angstgefühlen, Wut, Depression, geringem Selbstwertgefühl oder schlechten Schulleistungen und Schlafstörungen äußern.

 

Was Kinder in gewaltbelasteten Familien erlernen, wird sie auf ihrem weiteren Weg beeinflussen: Immer wieder zeigt sich, dass Kinder mit Gewalterfahrungen selbst zu Tätern oder Betroffenen werden. Auch die Tatsache, dass sie rund 50 Mal häufiger in Drogen- oder Alkoholsucht abgleiten als Kinder ohne Gewalterfahrung, zeigt lediglich die Spitze des Eisbergs der Folgen von häuslicher Gewalt für Kinder.

 

Die Auswirkungen von Gewalt in der Kindheit kann auch genetische Folgen mit sich bringen. Laut einer Studie altern gewaltbetroffene Kinder früher als andere Kinder, die in einer gewaltfreien Umgebung aufwachsen können.

 

TKG: Wo finden gewaltbetroffene Kinder Hilfe?

 

Rösslhumer: Erwachsene haben die Pflicht, Kinder vor Gefahren zu schützen. Das ist die Aufgabe von Erwachsenen und Hilfsorganisationen. Manchmal jedoch können oder wollen sie diese Aufgabe nicht wahrnehmen. Dann ist es wichtig, dass Kinder ermutigt werden, verschiedene Schritte zu gehen.

 

-Vertrauenswürdige Erwachsene hinzuholen/Vertrauenspersonen zu suchen: Viele Menschen, die sich für junge Menschen engagieren, tun das gerne und aus Überzeugung. Sie sind daran interessiert, dass es Kindern und Jugendlichen gut geht. Und viele kennen sich im Hilfesystem gut genug aus, um Kindern und Jugendlichen raten zu können, wohin sie sich wenden können. Das können Verwandte, NachbarInnen oder Geschwister, Lehrerinnen und Lehrer, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter oder beispielsweise Kursleiterinnen und Kursleiter sein. Sie werden dich schützen und den Kontakt zu den Notdiensten oder zum Jugendamt herstellen.

 

-Telefonnotdienste: Notdienste stehen Tag und Nacht zur Verfügung. Dort arbeiten rund um die Uhr professionelle Beraterinnen und Berater. Sie helfen, eskalierende Situationen in Familien zu entschärfen und dadurch vorzubeugen, dass es zu Gewalt und Vernachlässigung oder anderen Formen der Kindeswohlgefährdung kommt. Sie greifen aber auch ein, wo bereits Gewalt im Spiel ist.

 

‒      Rat auf Draht: 147

‒      Kindernotruf: 0800 / 567 567

‒      Frauenhelpline: 0800/222 555

 

·  Kinder- und Jugendanwaltschaft: In jedem Bundesland Österreichs gibt es eine Service- und Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche, die Kinder- und Jugendanwaltschaft. Wenn du dich zu einer speziellen Situation rechtlich beraten lassen willst oder einfach Informationen brauchst, kannst du dort anrufen. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft versucht auch, bei Meinungsverschiedenheiten und Auseinandersetzungen zwischen Kindern und Jugendlichen, ihren Eltern und sonstigen Beteiligten zu vermitteln.

 

Die Kontaktdaten zu allen Kinder- und Jugendanwaltschaften findest du im Adressregister am Ende der Broschüre.

 

·  Kinderschutzzentrum: In ganz Österreich gibt es Kinderschutzzentren. Dorthin kannst du dich wenden, wenn du eine Beratung brauchst. Die Gespräche sind kostenlos, anonym und vertraulich.

 

Die Kontaktdaten zu allen Kinderschutzzentren findest du im Adressregister am Ende der Broschüre.

 

-Jugendamt: Das Jugendamt (Amt für Jugend und Familie Heisst jetzt anders. Amt für Kinder und Jugendhilfe) ist im Auftrag des Staates tätig. Es hat die Aufgabe, dort tätig zu werden, wo Eltern ihre Kinder vernachlässigen, seelisch und körperlich verletzen und ihren Erziehungspflichten nicht nachkommen.

 

Die Kontaktdaten zu allen Jugendämtern findest du im online unter www.jugendaemter.com

 

Buben und junge Männer können sich auch an die Männerberatungsstellen in den jeweiligen Bundesländern wenden.

 

·  Kinderwebsite: www.gewalt-ist-nie-ok.at

 

Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser hat auch eine eigene Kinderwebsite eingerichtet, wo sich Kinder anonym über Gewalt in der Familie informieren können.  www.gewalt-ist-nie-ok.at

 

TKG: Was ist die Kampagne GewaltFREI leben?

 

Rösslhumer: Trotz zahlreicher Verbesserungen in den letzten Jahrzehnten, ist Gewalt an Frauen und Kindern noch immer tief in unserer Gesellschaft verwurzelt. Das muss sich ändern! Die Kampagne GewaltFREI leben möchte genau hier ansetzen: In den Jahren 2014 und 2015 werden zahlreiche Projekte verwirklicht, die für das Thema Gewalt an Frauen und Kindern sensibilisieren und wertvolle Präventionsarbeit leisten. Zusätzlich sollen Handlungsspielräume aufgezeigt und die Frauenhelpline gegen Gewalt (0800 222 555 – anonym, kostenlos, rund um die Uhr) noch bekannter gemacht werden.

 

Im Zentrum von GewaltFREI leben steht die Zusammenarbeit mit (künftigen) Partnerinnen und Partnern der Kampagne in ganz Österreich. Mit unserer tatkräftigen Unterstützung können Sie in Ihrer Einrichtung, Institution, Ihrem Unternehmen oder Verein zahlreiche Aktivitäten umsetzen – den Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Sie leisten damit einen wertvollen Beitrag zur Verhinderung von Gewalt an Frauen und Kindern!

 

TKG: Wie kann man Partnerin und Partner gegen Gewalt werden?

 

Rösslhumer: Jede und jeder Mensch kann sich an der Kampagne beteiligen und einen aktiven Beitrag zur Beendigung von Gewalt an Frauen und Kinder leisten: Sei es durch die Organisation einer Informationsveranstaltung, eines Workshops oder eines Seminars zum Thema Gewalt oder durch die kostenlose Bekanntmachung der Nummer der Frauenhelpline 0800/222 555 oder durch die Anmietung der Ausstellung Silent Witnesses oder durch einen finanziellen Beitrag.

 

Und vieles mehr…. Siehe: www.gewaltfreileben.at

 

TKG: Warum ein aufgebrochener Käfig als Kampagnen-Sujet?

 

Rösslhumer: Der aufgebrochene Vogelkäfig symbolisiert die Möglichkeit, sich aus einer Gewaltbeziehung befreien zu können.Das Sujet soll allen Betroffenen Mut machen. Es soll sie stärken, sich aus Gewaltkontexten und Gewaltbeziehungen zu befreien und die Gitterstäbe zu durchbrechen. Und es soll aufzeigen, dass es dafür Hilfe und Unterstützung bei der Frauenhelpline gegen Gewalt 0800/222 555 und vielen weiteren Gewaltschutzeinrichtungen gibt.

 

Gleichzeitig lässt der aufgebrochene Käfig erahnen, mit wie viel Kraft und Anstrengung ein Entrinnen verbunden ist. Das Sujet soll vermitteln, wie ausweglos sich die Situation für Frauen und Kinder, die Gewalt erleben müssen, oftmals anfühlt, wie gefangen sie sich fühlen.

 

Je länger jemand Gewalthandlungen ausgesetzt ist und je schwerer diese sind, desto schwieriger ist der Weg aus der Gewaltbeziehung. Gewalterfahrungen können zu Mut- und Hoffnungslosigkeit bis hin zu Ohnmacht führen. Frauen und Kinder, die von Gewalt betroffen sind, fühlen sich oft einsam, allein und verlassen. Für besonders gefährdete Frauen, die viele Jahre in Gewaltbeziehungen leben, oder die in die Isolation gezwungen werden, kann ein Entkommen fast unmöglich erscheinen.

 

Angst vor weiterer Gewalt oder Drohungen des gewalttätigen Partners, wie zum Beispiel dass sie bei einer Trennung ihre Kinder verlieren wird, hindern manche Frauen aus der Gewaltbeziehung auszubrechen. Auch ökonomische Abhängigkeit – kein oder ein geringes Einkommen oder kein Zugriff auf das gemeinsame Vermögen – können eine Rolle spielen. Frauen, die alle diese Hürden überwinden und sich trennen, sind leider besonders gefährdet, schwere Gewalt durch den Ex-Partner zu erfahren, manche riskieren sogar ihr Leben.

Das Kampagnen-Sujet soll symbolisieren, wie schwierig es ist, aus einer Gewaltbeziehung auszusteigen. Die Betroffenen müssen nicht nur die Gewalthandlungen ihres Partners überstehen, sondern sich auch seinem psychischen Druck widersetzen und ein neues Leben für sich aufbauen.

 

Gitterstäbe werden nicht beim ersten Versuch zu durchbrechen sein, bei manchen wird es zwei, drei und mehr Versuche brauchen. Die Kraft dafür kann und darf nicht nur von den Frauen kommen, die Gewalt erleben. Wir alle können helfen, die Gitterstäbe zu durchbrechen, indem wir nicht wegschauen.

 

Wer ist  Frau Mag.a Maria Rösslhumer?

 

Politikwissenschaftlerin, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser, AÖF und der Frauenhelpline gegen Gewalt 0800/222 555. Leiterin des europäischen Netzwerkes WAVE (Women Against Violence Europe) und Koordinatorin der Kampagne GewaltFREI leben.  Email: maria.roesslhumer(at)aoef.at

 

www.aoef.at, www.frauenhelpline.at, www.wave-network.org

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11 08 2014
By: Redaktion 2 0

Yeziden-Massaker Pressekonferenz – Yeziden Vertreter sprechen in Wien

Wien – Mala Ezidiya – Verein der Yeziden in Österreich spricht zum 1. Mal in der Europäischen Union über den Genozid im Nordirak und mögliche Hilfeleistungen mit mehreren Yezidischen Gemeinde Vertretern aus der EU. Alle Medienvertreter sind dazu dringend eingeladen.

 

Datum: Mittwoch, 20. August 2014, um 10.00 Uhr

 

Ort: PresseclubConcordia, Wien 1., Bankgasse 8

 

Thema:

 

Im Presseclub Concordia-Club Wien findet die 1. Yeziden-Massaker Pressekonferenz in der EU statt. Der Verein Mala Ezidiya – Verein der Yeziden in Österreich mit der Obfrau Solman Sandos spricht aus erster Hand über die Situation der Yeziden im Irak sowie die Hintergründe und Aussichten mit mehreren Yezidischen Gemeinde Vertretern aus der EU. Es nehmen aus dieser Region stammende wichtige Persönlichkeiten sowie geistliche Yeziden aus Europa und dem Irak teil. Wir werden eine erste Bilanz betreffend des Genozids ziehen und Möglichkeiten humaner oder militärischer Hilfeleistung erörtern. Man wird auch die Zustände in Österreich und in der EU diskutieren.

 

Organisation und Unterstützung:

 

Die Türkische KULTURgemeine (TKG) organisiert diese Pressekonferenz im Namen der Völkerverständigung und Transparenz gemeinsam mit dem Verein MALA EZIDIYA und tritt als Unterstützer auf. Die TKG distanziert sich von der Terrormiliz IS und verurteilt diese scharf. Die TKG ruft alle Moslems auf, sich ebenfalls von der Terrormiliz IS zu distanzieren.

 

Teilnehmer:

 

Sandos Solamen
Obfrau, Mala Ezidiya – Verein der Yeziden in Österreich

 

Mag. Alo Schwan
Politikwissenschaftler Yezidische Shingal Gemeinde Vertreter (EU)

 

Baberi Marwan
Yezidischer Geistlicher (EU)

 

Mag. Ibrahim Shimal
Yezidische Gemeinde Vertreter (EU)

 

Raschid Masoud
Union der Yezidischen Studenten (EU)

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11 08 2014
By: Redaktion 2 0

TKG fordert null Toleranz gegenüber Attacken auf Kopftuchträgerinnen

Wien – Wien – Es geht positiven Gefühl bei, in einem sehr sicheren Rechtsstaat zu leben so die TKG. Wiederholten Male wurden in Wien-Favoriten zwei muslimische Frauen (84 und 71 Jährig) wegen ihres Kopftuches am Reumannplatz attackiert. Die TKG fordert solche Vorfälle sehr ernst zu nehmen und die Taten aufzuklären.

 

Viele Opfer haben sich in jüngster Zeit bei der Türkischen KULTURgemeinde gemeldet und sich über Übergriffe beklagt. Viele der Opfer schämen sich oder finden nicht den Mut, zur Polizei zu gehen. Viele wollen nicht, dass die Vorfälle an die Öffentlichkeit gelangen, da sie befürchten, dass dann auch ihre Verwandten oder Freunde zur Zielscheibe weiterer verbaler oder handgreiflicher Attacken werden oder die Situation eskaliert. Durch präventive Aufklärung sollen die Opfer ermutigt werden, die Vorfälle den Behörden zu melden und die Beamten müssen in diesem Bereich sensibilisiert und professionell geschult werden. Es müsse verhindert werden, dass sich die Opfer einigeln (allgemein das Gefühl bekommen) oder dass die Exekutive nicht die notwendige Sensibilität für sie hat, so die TKG.

 

Tatsächlich klagen eigine Opfer leider über geschehene Verharmlosungen und Beschwichtigungen seitens der Polizei oder es wird den Vorfällen nicht ernsthaft nachgegangen, wie die TKG aus zahlreichen Erfahrungsberichten weiß. “ Wir fordern von der Wiener Polizei in aller Höflichkeit dass sie solche Vorfälle ernst nimmt, die Opfer rasch und professionell betreut und die Täter sofort ausforscht. Bei rassistischen Übergriffen fordern wir null Toleranz gegenüber den Tätern! Die Behörden müssen schneller reagieren!“, so die Generalsekretärin der TKG, Melissa Günes, die nocheinmal betont, dass Attacken auf Kopftuchträgerinnen keine Kavaliersdelikte oder Bubenstreiche sind. „Essteht das Vertrauen in den Rechtsstaat auf dem Spiel, wenn Übergriffe verharmlost oder unter den Teppich gekehrt werden. Es geht auch um ein positives Heimatgefühl!“

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09 08 2014
By: Redaktion 2 0

TKG: „Warum verurteilen und distanzieren sich nicht alle Glaubensgemeinschaften von der Terrormiliz IS?“

Wien – Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) fordert, dass sich alle muslimischen Glaubensgemeinschaften in Österreich von der Terrormiliz IS („Islamischer Staat“) distanzieren, diese verurteilen und junge Menschen darüber aufklären, dass diese Terroristen die Religion Islam missbrauchen und gar nichts mit dem wahren Islam` zu tun haben.

 

Die TKG verurteilt auf das Schärfste diese Unmenschlichkeiten im Namen der islamischen Religion.

 

Dazu Generalsekretärin Melissa Günes: „Die Aufnahmegesellschaft soll sehen, dass hier wohnende Muslime mit solchen Mördern, die ihren Glauben Islam missbrauchen, nichts zu tun haben, ganz im Gegenteil. Viele fragen sich berechtigter Weise, warum die muslimischen Vertreter aus Österreich sich nicht scharf genug gegen die Terrormiliz abgrenzen und sich nicht von dieser distanzieren. Das Wort „Islam“ besteht aus den Wörtern „Selam“ und „Silm“. Das Wort „Selam“ bedeutet Friede, Glück, Wohlbefinden und Vetrauen und beschreibt die Rahmenbedingungen des Glaubens, die jeder Moslem -besonders auch für andere – zu schaffen verpflichtet ist. Im Irak werden gerade alle diese Werte zunichte gemacht und daher müssen alle, besonders die Moslems, hier gegen diesen Terror im Namen unserer Religion aufstehen.“

 

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) fordert alle öffentlich bekannten muslimischen Vereine, Verbände und Glaubensgemeinschaften auf, sich angesichts der Gräueltaten der Terrormiliz IS („Islamischer Staat“) und aufgrund der Tatsache, dass diese offensichtlich den islamischen Glauben für ihre Zwecke missbraucht, von dieser öffentlich und deutlich zu distanzieren und deren Verbrechen scharf zu verurteilen. „Die Distanzierung darf nicht fadenscheinig oder scheinheilig sein. Rhetorische Floskeln sind einfach zu wenig!“, so Günes eindringlich.

 

Die IS-Terrormiliz rühmt sich ihrer Brutalität und mordet seit Wochen und Monaten sowie heute und in dieser Stunde, nicht nur im Irak, sondern auch in Syrien. In diesen Ländern haben die Terrormilizen, die den islamischen Glauben missbrauchen, an einem Tag 700 Menschen hingerichtet, die ihnen die Gefolgschaft verweigerten. In dieser Stunde sind die yezidischen Kurden – vor den Augen der Welt-Öffentlichkeit – von einem Genozid wie die Turkmenen und Christen betroffen.

 

Die TKG hat sich jüngst mit dem Aufruf zur Teilnahme an der Solidaritätskundgebung für verfolgte Christen und kurdische Yeziden im Irak klar und deutlich von der IS-Terrormiliz distanziert, diese scharf verurteilt und die EU zur militärischen und finanziellen Soforthilfe im Irak aufgerufen, um diesen Genozid zu stoppen. Die TKG demonstrierte am 10. August 2014 vor der Wiener Staatsoper mit deutlichen Worten und zeigte ihre Solidarität mit den hunderttausenden Verfolgten im Irak.

 

Die Glaubensgemeinschaften und andere NGO`s in Österreich müssen verdeutlichen, dass sie nichts mit dem verbrecherischen Regime der IS gemein haben und deren Ziele verurteilen. Die Glaubensgemeinschaften und NGO`s müssen hervorheben, dass sie sich mit allen verfolgten Menschen, seien es nun schiitische Turkmenen, Kurden, chaldäische Christen oder Yeziden, solidarisch erklären. „Hier geht es um ein klares Bekenntnis zu den allgemein gültigen Menschenrechten und ein NEIN zu einem Verbrechen, das betrügerischerweise im Namen des Islams durchgeführt wird“, betont Generalsekretärin Melissa Günes. „Wir müssen die alten Feindschaften zwischen den Konfessionen überwinden und Brücken zwischen den Religionen bauen. Ohne diese Brücken werden unsere Kinder vor unüberwindlichen Gräben stehen! Was wir tun, werden auch unsere Kinder und Kindeskinder tun. Gehen wir mit gutem Beispiel voran! Verbrechen ächten – Solidarität mit den Verfolgten!“

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04 08 2014
By: Redaktion 2 0

Beileidsbekundung für die Parlamentspräsidentin Frau Mag. Barbara Prammer

Mit großem Bedauern haben wir vom Ableben von Frau Parlamentspräsidentin Mag. Barbara Prammer erfahren.   Unser aller Mitgefühl in diesen schweren Stunden ihrem Sohn, ihrer Tochter und deren Partnern und ihrer Enkeltochter sowie ihren Eltern und Geschwistern. Wir fühlen in dieser Stunde der Trauer mit der Präsidialkonferenz des österreichischen Parlaments, mit der Sozialdemokratie und den vertretenen Mitgliedern der Parteien im Nationalrat.

 

Parlamentspräsidentin Barbara Prammer war eine engagierte Persönlichkeit der österreichischen Demokratie, die für Frauenpolitik und das gesellschaftliche Miteinander und insbesondere Zusammenleben wirkte.

 

Ihr Mut und Ihr Eintritt für Solidarität in der Gesellschaft machen Sie unvergessen in den Herzen der Menschen.

 

Ihr Pflichtbewusstsein, das Sie auch noch in Tagen der schweren Krankheit zur Arbeit trieb, war beispielhaft für die Tugend der österreichischen Staatsbürger.

 

Im Namen des gesamten Vorstandes (TKG) und MitgliederInnen möchten wir den nahen Angehörigen und unseren vielen Mitbürgern und Mitbürgerinnen aus der Türkei unser tiefstes Beileid und Mitgefühl aussprechen.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Im Namen des Vorstandes
Dr. Melissa Günes

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