Jahr: 2015

31 12 2015
By: TKG 0

Auszeichnung für ehemaligen marokkanischen König für den Schutz seiner Juden im Zweiten Weltkrieg!

Mohammed V posthum geehrt für den Schutz seiner Juden im Zweiten Weltkrieg.

Für den Schutz, den er im Zweiten Weltkrieg den 250000, in seinem Land lebenden Juden gewährt hatte, wurde König Mohammed V von Marokko diese Woche posthum geehrt. «Kivunim», dsas Institut für jüdische Weltstudien, überreichte in der New Yorker Synagoge Bnai Jeshurun Prinzessin Lalla Hasna von Marokko, einer Enkelin des Königs, die erste Auszeichnung Rev.-Martin-Luther-King.Rabbi-Abraham-Heschel. Die Zeremonie war ein Bestandteil einer dreitägigen Konferenz aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Instituts. Das Programm endete mit einem gemeinsamen Konzert jüdischer und arabischer Musik der israelischen Sänger David Broza und Mira Awad. – Während des Weltkriegs stellte König Mohammed V Leben und Eigentum der Juden seines Landes unter seinen persönlichen Schutz und unterwarf sie nicht den diskriminatorischen Gesetzen der pro-nazistischen Vichy-Regierung in Frankreich. Marokko stand damals unter französischer Herrschaft. Später warnte der König als Reaktion auf die anti-jüdische Rhetorik im Gefolge der Gründung des Staates Israel die Muslime davor, denb marokkanischen Juden Schaden zuzufügen. – «Kivunim» schickt jedes Jahr jüdische Studenten in zwölf Staaten, darunter Indien, Marokko, Griechenland, die Türkei, Deutschland, Ungarn und die Tschechishe Republik. TA

Hier auf youtube die Übertragung der Zeremonie.

The Institute for World Jewish Studies (KIVUNIM) honored the king with the first The Reverend Martin Luther King Jr. – Rabbi Abraham Heschel Award, to mark the organization’s 10th anniversary at the Synagogue B’nai Jeshurun in Manhattan, New York City. The King was awarded the Martin Luther King Jr./Rabbi Abraham Joshua Heschel Award for protecting his Jewish subjects during World War II from the French Vichy regime. The event took place in the presence of Mohammed V’s granddaughter, Princess Lalla Hasna. ( Abi Melzer)

https://youtu.be/MsR_DLlQkx0

Quelle:

http://www.jpost.com/Diaspora/Late-King-Mohammed-V-of-Morocco-honored-for-protecting-his-countrys-Jews-438206

 

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19 10 2015
By: Redaktion 2 0

TKG bedauert Grüne Abwahl von Bundesrat Efgani Dönmez

Mit Fassungslosigkeit hat die TKG –Türkische KULTURgemeinde in Österreich – zur Kenntnis genommen, dass das Bundesratmandat von Efgani Dönmez (Die Grünen) nicht verlängert wird.

 

Wien (OTS) – Was bitte ist in eine Partei gefahren, einen ihrer fähigsten und kompetentesten Funktionäre einfach ziehen zu lassen? Die Grünen verstricken sich unserer Meinung nach mit der Abwahl von Bundesrat Efgani Dönmez in weitere Personalintrigen. Bei den Grünen gibt es keinen Richtungsstreit, denn Richtung setzt Orientierung voraus und daran mangelt es. Das haben die Grünen gerade als einer „betulich-freundlichen Wohlfühlpartei“ mit dieser Fehlentscheidung wieder einmal zu Tage gelegt.

Dass bei anderen Parteien keine Querdenker erwünscht sind, ist ja bekannt. Jetzt greift diese Unsitte auch auf die Grünen über. Auf ihrer Website prangt groß: „Stoppt die Rechten!“. Wenn es aber um Radikalismus geht, der von Islamisten oder Rechtsextremen mit Migrationshintergrund ausgeht, sind die Grünen blind. Die neuen Grünen haben das Kapital der alten Grünen verspielt.

Damit überlassen die Grünen wichtige gesellschaftspolitische Themen den Rechten, die man auch konstruktiv-kritisch und zivilisiert diskutieren könnte, aber das passt wohl nicht in das grüne Schwarz-Weiß-Denken. Von der Pflicht, die Menschen- und besonders Frauenrechte zu achten, sind gewisse Gruppen anscheinend ausgenommen. Ein Schlag ins Gesicht vieler Frauen ist es, wenn um Verständnis für Burkaträgerinnen von einer Parteichefin geworben wird, welche sich angeblich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau einsetzt. Nach unsere Meinung ist die Grüne Partei in Österreich heute sogar ein Hinterland des Politisierten Islams, den man uns unter dem Vorwand Demokratie, Vielfalt, Solidarität und Toleranz verkaufen möchte.

 

Die Grünen sind von einer Kontrollpartei zu einer reinen machthungrigen Bobo-Partei mutiert, die in netten Innenstadtcafés Latte Macchiato schlürft, während draußen die Realität vorbeizieht. Die Grünen sollten das scheinheilige Gutmenschgehabe ablegen und den anderen Menschen, Institutionen und Parteien bezüglich Moral und Anstand bitte keine arroganten Lektionen erteilen, ganz einfach weil sie bei vielen Themen und Haltungen leider nicht mehr glaubwürdig sind.

Übrigens können wir die Stellungnahme des grünen Abgeordneten Peter Pilz mit dem Titel „Aus für Effi“ auch unterschreiben, die über Facebook wie folgt geteilt wurde: „Die oberösterreichischen Grünen haben einen neuen Bundesrat gewählt. Dabei haben sie Efgani Dönmez abgewählt. Ich bedaure das. Ohne dort gewesen zu sein weiß ich: Auch Abwählen gehört zur Demokratie. Mit Effi ist einer der talentiertesten und widersprüchlichsten Abgeordneten abgewählt worden. Darüber sollten wir nachdenken: Warum werden Grüne wie Voggenhuber, Öllinger und Dönmez abgewählt und warum müssen viele, die nie aufgefallen sind, keine Minute um ihr Mandat fürchten? In unserer Partei gibt es nicht zu viel sondern zu wenig Diskussion; nicht zu viel sondern zu wenig Widerspruch. Damit wir Grüne als Partei lebendig und offen bleiben, brauchen wir auch Politiker wie Voggenhuber, Öllinger und Effi Dönmez. Ich hätte statt Effi lieber den Bundesrat abgeschafft. Aber der bleibt.“

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Dipl.-Ing. Birol Kilic, Obmann

 

Rückfragen & Kontakt:

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Generalsekretärin
Dr. Melissa Günes
E-mail: m.gunes@turkischegemeinde.at

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05 10 2015
By: Redaktion 2 0

Ehrenzeichen von Bundespräsident für Verdienste um die Republik Österreich an TKG Obmann Birol Kilic

Der Obmann der Türkischen Kulturgemeine in Österreich (TKG), Dipl.-Ing. Birol Kilic, bekam Ende September von der Präsidentschaftskanzlei im Rahmen einer Feierlichkeit das „Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“ von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer verliehen. Die Ehrung lautete wie folgt: „Die Präsidentschaftskanzlei beurkundet hiermit, dass der Bundespräsident der Republik Österreich Herrn Dipl.-Ing. Birol Kilic, Verleger, Herausgeber und Kulturvermittler, das ‚Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich‘ verliehen hat.“Das Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich wird an Personen verliehen, die hervorragende gemeinnützige Leistungen für die Republik Österreich erbracht und ausgezeichnete Dienste geleistet haben.

 

Laut Bundespräsidentenamt lege Bundespräsident Dr. Heinz Fischer besonderen Wert darauf, dass bei der Beantragung dieser Auszeichnung ein strenger Maßstab angelegt wird, um dem Willen des Gesetzgebers zu entsprechen, wonach das Ehrenzeichen nur an jene Personen zur Verleihung gelangen soll,

die für die Republik Österreich hervorragende gemeinnützige Leistungen erbracht und/oder ausgezeichnete Dienste geleistet haben.

Birol Kilic bedankte sich im Herrensaal des Palais Niederösterreich unter anwesenden Ministerialrätin Frau Mag.Hildegard Sieß (Bundeskanzleramt), Abgeordneten, WissenschaftlerInnen, Verleger und KünstlerInnen.

 

Hier einige Zitate aus seiner Rede:

 

„Für mich ist dieser Tag ein ganz besonderer und ich möchte mich nicht nur beim Herrn Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer für diese Ehre bedanken; sondern vor allem auch bei meinem neuen Heimatland, der Republik Österreich.

 

Ganz besonders denke ich in dieser Stunde auch an meine liebe Mutter Hüsniye Kilic und meinen lieben Vater Hüseyin Kilic, Danke auch an meine Schwester, Perihan Kilic. Ich möchte hier meinen Vater zitieren, der sein Leben nach folgendem Motto führte und mich lehrte: „Das Leben ruht im Wissen und die Ruhe liegt in der Erkenntnis.“

 

Das türkisch-österreichische Miteinander blickt bereits auf eine lange Geschichte zurück. Als junger Student in Wien war ich sehr überrascht, tausende Kilometer entfernt von meiner Geburtsstadt Istanbul –Konstantinopel, beeindruckende Spuren des historischen Konstantinopel vorzufinden. Nicht nur byzantinisch-österreichische Ehen beeinflussten das Stadtbild, auch berühmte österreichische Künstler ließen sich vom byzantinischen Stil beeinflussen.  So sind beispielsweise der Schottenstift, die Residenz Am Hof oder die Kirche am Steinhof Ergebnisse dieses interkulturellen Austauschs.

 

Ich bin mir dessen sehr bewusst, dass diese Auszeichnung auch ein Auftrag ist, mich künftig weiterhin mit allen Kräften für das Blühen und Gedeihen der österreichischen Wirtschaft einzusetzen und die Förderung von Kunst und Kultur mitzugestalten, die Integration unter den Migranten voranzutreiben sowie das Zusammenleben zu fördern. Als Verleger von Literaturwerken und Magazinen und als Unternehmer und Investor ist es mir ein Anliegen, für den Bau dieser Brücken aus Österreich in das Ausland und auch im Inland einzutreten.

 

Insbesondere ist es mir als ein aus der Türkei abstammender, säkularer Verfassungspatriot, ein Anliegen, die Integration und Wertevermittlung der österreichischen Lebenskultur und Geschichte, und das demokratische Verständnis meinen  Landsleuten aus der Türkei in Österreich zu vermitteln bzw. nahe zu bringen.

 

Die Außenpolitik ist direkt mit der Innenpolitik verbunden, und die Innenpolitik beeinflusst und gestaltet direkt das Wohl unseres Landes Österreich, sowohl in den Bereichen Kunst, Kultur und Wirtschaft, als auch im Rahmen der Integration von Migranten. Hier möchte ich Mustafa Kemal Atatürk, den Gründer der modernen säkularen Türkischen Republik, erwähnen, der einmal sagte: „Yurtta sulh, cihanda sulh!“ Zu Deutsch „Friede in der Heimat, Friede in der ganzen Welt!“ Und deswegen ist es wichtig, als säkularer Moslem stark an die Jesus-bezogenen Worte des Papst Franziskus zu denken: „Scheinheiligkeit ist diSprac-

he der Korrupten, wir müssen endlich damit aufhören! „Eure Sprache sei: Ja, ja! Nein, nein!. Die Scheinheiligkeit ist keine Sprache der Wahrheit, weil die Wahrheit nie nur für sich steht. Nie! Sie geht immer mit der Liebe einher! Es gibt keine Wahrheit ohne Liebe. Die Liebe ist die erste Wahrheit. Wenn es keine Liebe gibt, gibt es keine Wahrheit. Diese Menschen wollen eine Wahrheit, die sie zum Zweck ihrer eigenen Interessen versklavt haben. Man kann sagen, auch hier gibt es eine Art Liebe: aber es ist eine Liebe zu sich selbst und für sich selbst. Diese narzisstische Vergötterung verführt sie dazu, andere zu betrügen, zu dem Missbrauch des Vertrauens.“

 

Ich kann diesen Worten eigentlich nichts mehr hinzufügen, doch möchte ich eines noch anmerken, nämlich, dass es der größte Betrug ist, den Namen des Gottes zu missbrauchen. Damit wird eine Theologie produziert und in weiterer Form auch provoziert, die wir „Theologie des Verachtens“, bzw. den „politisierten Glauben“ nennen, der im Namen Gottes grauenhafte Verbrechen, Ausbeutung und Religionsmissbrauch begeht und gegen jegliches säkulares Leben auftritt. Glaubensmissbrauch war gestern ein Thema, heute ist es eines und morgen wird es das auch sein!

 

Deshalb sollten wir an erster Stelle in Österreich eine säkulare, ethisch und moralisch vertretbare Religion verlangen, die auch den Mut hat, sich selbst zu kritisieren und zu korrigieren, und allen Angehörigen von Religionen, die im Namen Gottes Ausbeutung religiöser Gefühle betreiben, den Kampf ansagen. Das gebietet einem der säkulare Verfassungspatriotismus! Verfassungspatriotismus im aufgeklärten Sinne orientiert sich an übergeordneten moralischen Prinzipien des Zusammenlebens selbstbestimmter, freier BürgerInnen.

 

Und dasselbe verlangt sogar Moses selbst von den abrahamitischen Propheten, als er ihnen den Missbrauch von Gottes Namen verbietet: „Du sollst den Namen des Herrn, Deines Gottes, nicht missbrauchen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.“ (Exodus 20,7)

 

Im Bewusstsein der zukünftigen Herausforderungen, nehme ich diese hohe Auszeichnung gerne entgegen und bedanke mich herzlich, dass Sie mit mir heute diese Verleihung feiern!

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und nochmals vielen herzlichen Dank an die Republik Österreich!“

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24 09 2015
By: Redaktion 2 0

Frohes Opferfest

Eid (Ul-Adha) Mubarak / Kurban Bayram Mubarek Kurban Bayramınız kutlu olsun. Wir wünschen im Namen der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG) allen unseren muslimischen Brüdern und Schwestern ein schönes Opferfest im Kreise ihrer Familien und Freunde. 

 

Das Opferfest ist eines der höchsten religiösen Feste für Muslime. Die Feierlichkeiten dauern vier Tage und beginnen gleichzeitig mit den bedeutendsten Tagen der Wallfahrt nach Mekka. Es ist ein bewegliches Fest, das sich jedes Jahr um ungefähr 10 Tage verschiebt.

 

Im Gottvertrauen ist der Prophet Abraham vielen Muslimen, Juden und Christen ein großes Vorbild. Alle drei Religionen kennen eine Überlieferung, nach der Abraham aus Liebe und Vertrauen zu Gott sogar bereit war, seinen Sohn zu opfern. Gott erlöste ihn jedoch und hielt ihn im letzten Moment von der Tat ab. Abraham musste schließlich nur ein Tier opfern.

 

Der Ursprung des Opferfestes ist auf eine Begebenheit im Koran mit dem Propheten Ibrahim zurückzuführen. Ibrahim und seine Frau waren lange kinderlos. Nach vielen Gebeten bekamen sie zwei Söhne. Zur Prüfung seiner Ergebenheit wurde ihm durch Träume aufgetragen, einen Sohn zu opfern.

 

Als Zeichen seiner Dankbarkeit und seines Gehorsams wollte Ibrahim diese Pflicht auch erfüllen. Doch im letzten Augenblick wurde er von dieser Aufgabe entbunden. Statt seines Sohnes durfte er ein Schaf opfern. Zum Gedenken an den Propheten Abraham und dessen Erfahrung mit göttlicher Barmherzigkeit begehen die Muslime das Opferfest.

 

Es ist ebenso ein Ausdruck ihrer Ergebenheit wie auch ihres Vertrauens in Allahs Gnade. Der Grundgedanke ist das Spenden an andere Menschen und das Teilen (Infak/Paylaşma).

 

In Gedanken sind wir bei den Menschen, die um ihre ermordeten oder verunglückten Angehörigen trauern oder auf der Flucht sind, unabhängig davon welcher Religion sie angehören, ob es sich nun um Muslime, Christen, Juden oder Yesiden handelt.

 

Wir hoffen und streben danach, dass die Vernunft und die Stimmen für einen Frieden in diesen Zeiten von Flucht und Vertreibung Oberhand bekommen.

 

Wirtschaftlicher Egoismus, blinder Nationalismus und religiöser Fanatismus haben noch nie zu einem besseren Leben geführt. Wir müssen das Gemeinsame vor das Trennende stellen und jene in die Schranken weisen, welche die Religionen missbrauchen, um ihre Interessen durchzusetzen.

 

Der unumgängliche Lösungsansatz der gegenwärtigen Konflikte liegt in der Implementierung einer säkularen, überkonfessionellen Ethik, besonders in der muslimischen Welt. Wir sind der festen Überzeugung, dass der Schlüssel zu einer langfristigen Lösung der gegenwärtigen Probleme im Nahen Osten und Nordafrika in dieser säkularen Ethik liegt, welche wiederum auf einer globalen Verantwortung basieren soll.

 

Wir müssen Brücken zwischen den Kulturen, Religionen und Ethnien bauen. Zusätzlich zum herkömmlichen Religionsunterricht gehört daher ein Ethikunterricht verankert, damit das Gemeinsame wie Nächstenliebe, Mitgefühl und Respekt in der Erziehung Eingang findet. Der Ethikstoff sollte den religiösen Unterricht nicht ersetzen, sondern muss ihn unbedingt ergänzen.

 

Eine säkulare Ethik schärft die sozialen Fähigkeiten und soll nicht aus Verboten und Zwängen bestehen, sondern die Anleitung zu einem friedlichen und unterstützenden Miteinander beinhalten.

 

Wenn wir es schaffen, allgemein verbindlichen säkularen ethischen Werten zu folgen, werden wir über die Grenzen hinweg Frieden stiften und in Dialog treten können.

 

Ein realistischer Blick auf die Gegenwart zeigt, dass ein universeller Zugang zu Fragen der Ethik unumgänglich ist. Der gemeinsame Weg führt über mehr Verantwortung auf globaler, europäischer, nationaler und regionaler Ebene. Frieden und Wohlstand werden nur dann von Dauer sein, wenn die Völker in ihrer Entwicklung und ihrem Fortkommen frei sind, wenn die einzelnen Menschen Arbeit, Bildung und Essen haben und die allgemein gültigen Menschenrechte als Mindestkonsens verbrieft und umgesetzt werden. Egoismus und blinder Nationalismus führen letztlich nicht zu einem besseren Leben, die Geschichte ist der beste Beweis dafür.

 

Möge das Opferfest für alle Menschen mehr Gesundheit, mehr Wohlergehen und insbesondere mehr Frieden bescheren.

 

Ein fröhliches gesegnetes Opferfest wünscht Ihnen, Ihren Freunden und Nachbarn die

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann
Dipl.-Ing. Birol Kilic

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10 09 2015
By: Redaktion 2 0

TKG verurteilt Terror in der Türkei

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt Terrorangriffe gegen die Türkei und Anschläge auf die Hürriyet-Redaktion. In der letzten Zeit befindet sich die Türkei in einer angespannten und sehr beunruhigenden Lage, die eng verbunden ist mit dem innenpolitischen Geschehen und auch mit der Hetze diverser in- und ausländischer Kräfte der letzten Jahre. Wir verurteilen im Namen der TKG die Terrorangriffe gegen die Türkei auf das Schärfste und sprechen den Familien der Opfer der Terrorangriffe und anderer Attacken gegen Polizei- und Militäreinheiten unser Mitgefühl aus. Wir verurteilen auch die Anschläge auf die oppositionellen Parteien in der Türkei. Terrorismus darf in keiner Art und Weise toleriert oder gerechtfertigt werden.

Die letzten Ereignisse rund um die Anschläge auf die türkische Tageszeitung Hürriyet zeigen jetzt die unglaublichen Auswirkungen dieser politischen Schieflage auch auf die Medienwelt in der Türkei. Wir bedauern, dass die Zeitung „Hürriyet“ zweimal in 72 Stunden überfallen wurde und verfolgen die aktuellen Ereignisse mit ernsten Befürchtungen.

Das Redaktionsgebäude der angesehenen „Hürriyet“ wurde mit Steinen beworfen und die Mitarbeiter von mit Stöcken bewaffneten Schlägern überfallen. Wir lehnen diese Gewalttat entschieden ab. Die Täter und deren Auftraggeber müssen ausfindig gemacht und vor Gericht gestellt werden. Die Türkische KULTURgemeinde verurteilt solche Angriffe strengstens.

Unsere Sorgen und Ängste um die Demokratie und den Parlamentarismus haben sich zusätzlich dadurch verstärkt, dass man bisher keine einzige Kritik oder Stellungnahme von den regierenden Politikern – vor allem dem türkischen Präsidenten und dem türkischen Premierminister –  zu diesen Angriffen gehört hat. Auch die Parteispitzen müssen sich klar zu dem Vorfall äußern.

Die TKG ruft alle österreichischen Parteien, insbesondere die Parlamentarier des Europäischen Parlaments, auf, diesem Schritt eine klare Absage zu erteilen. Alles andere wäre ein Schlag ins Gesicht der Vertreter der Demokratie und der säkularen Muslime in und außerhalb der Türkei.

Die TKG ruft alle Vertreter der diversen österreichisch-türkischen Kulturvereine aus der Türkei, welche sich in Österreich niedergelassen haben, dazu auf, die Konflikte nicht nach Österreich zu tragen. Die Vorstände der diversen Vereine tragen in diesen schwierigen Zeiten eine besondere Verantwortung. Die TKG ersucht höflichst, die Menschen nicht gegeneinander aufzuhetzen. Wir haben in Österreich die Möglichkeit, die unterschiedlichen Haltungen ohne Angst vor Repressalien auf demokratische Weise zum Ausdruck zu bringen.

Die TKG vertraut darauf, dass die Türkei einen Weg aus diesen schwierigen Zeiten finden wird. Dieser Weg soll und muss aber unserer Meinung nach ein demokratischer sein, um den Frieden im Land zu gewährleisten.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

Dipl.-Ing. Birol Kilic
Obmann

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09 09 2015
By: Redaktion 2 0

Unfähigkeit von Muslimen?

Nach dem Fund des leblosen Körpers von Aylan sind wir alle herausgefordert, unsere eigene Verantwortung den Flüchtlingen gegenüber zu überdenken, und ob wir uns wirklich ausreichend genug für den Frieden einsetzen.

 

Gastkommentar von Prof. Dr. Ednan Aslan

 

Aylan ist wegen des Bildes nun ein Flüchtlingsopfer mit Namen – nicht das erste und weitaus nicht das letzte Kind als Opfer der Kriege in unserer Welt. Dass nun eines dieser Kinder mit Bild und Namen durch die Medienlandschaft gereicht wird, sollte ausreichend sein, um mehr Sensibilität in diesen Tagen aufkommen zu lassen, denn alle Flüchtlingskinder dieser Tage sind Aylan.

 

Die westlichen Staaten sind mit den Flüchtlingsströmen anscheinend überfordert. Ist es der Wohlstand, das unbekümmerte und gesicherte Leben, welches angesichts dieser hereingebrochenen Dramatik diese Überforderung erzeugt? Wie sonst kann es sein, dass im Vergleich zu den Flüchtlingszahlen anderer Länder im Nahen Osten diese vergleichsweise geringe Zahl an Flüchtlingen dermaßen für Aufruhr sorgt? Würden die Flüchtlinge gerecht aufgeteilt werden, würden in manchen Gemeinden Europas gerade mal max. 30 Flüchtlinge leben müssen. Politische Uneinigkeit erzeugt hier noch mehr Leid als nötig.

 

Umso weniger kann ich die Haltung der reichen islamischen Staaten wie Saudi Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate oder des Oman nachvollziehen, die doch allein schon aus religiöser Pflicht ihre geschundenen Glaubensgeschwister, die ihnen auch noch kulturell nahe stehen, aufnehmen müssten. Die großen Gelehrten wie Qaradawi und Politiker wie Erdogan kritisieren paradoxerweise das Verhalten des Westens, verlieren aber kein Sterbenswörtchen an Kritik gegenüber Saudi Arabien oder aber Katar, die eigentlich an diesem Krieg in Syrien direkt beteiligt sind!

 

Auch richtet sich mein Unverständnis an die Muslime in Österreich, die einerseits ganz berechtigt die Flüchtlingspolitik des Westens kritisieren, sich aber andererseits nicht aufraffen können, lautstark vor der Botschaft Saudi Arabiens ihren Protest zu verkünden, um diese an ihre Verantwortung zu erinnern. Sonst sind viele aktive Organisationen ja mit den netten und berauschend beeindruckenden Einladungen und finanziellen Förderungen dieser arabischen Staaten sehr gut vertraut.

 

Wenn es auch sehr bitter ist, diese Realität zur Kenntnis zu nehmen, möchte ich doch wiederholt sagen, dass die Muslime selbst in der Lage sein sollten, ihre eigenen Probleme zu lösen. Wenn über eine Milliarde Muslime nicht in der Lage sind, diesen Krieg in Syrien zu beenden, dann scheint mir deren Kritik gegen den Westen wie ein Schrei hoffnungsloser Unfähigkeit zu sein. Wie anders sonst kann man diese Dramatik gegenwärtig verstehen?

 

Ein Koranzitat soll diesen Artikel beenden und zum Nachdenken anregen, denn eine friedliche und positive Zukunft der Muslime hängt allein davon ab:

 

„Wahrlich, Gott ändert nicht die Lage der Menschen, außer sie ändern ihr inneres Selbst.“ Koran 13;1

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08 07 2015
By: Redaktion 2 0

TKG gratuliert herzlich: “Ephesos ist nun Weltkulturerbe”

Das in Bonn tagende UNESCO Weltkulturerbe-Kommittee hat den Eintrag von Ephesos (Westtürkei) in die Liste der Weltkulturerbe beschlossen. Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich gratuliert allen MitarbeiterInnen des Österreichischen Archäologischen Instituts und insbesondere der Direktorin Sabine Ladstätter und dem Türkischen Kulturministerium der Republik Türkei sowie der  Gemeinde Selçuk in der Stadt İzmir, die dies ermöglicht haben!

 

Der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG), Birol Kilic, sagt dazu: „Als ÖsterreicherInnen mit türkischen Wurzeln sind wir sehr stolz, dass aus einer 120jährigen guten Zusammenarbeit von Österreich und der Türkei ein großes Weltkulturerbe geworden ist. Diese wissenschaftliche Kooperation fungiert auch als Brückenbau zwischen beiden Ländern und Kulturen, der weiter transparent unterstützt und gefördert werden sollte.

 

Die antike Stadt, die seit 120 Jahren unter österreichischer Leitung ausgegraben wird, blickt auf eine Geschichte von 9.000 Jahren zurück. Ephesos war Hauptstadt der römischen Provinz Asia, beherbergte eines der sieben Weltwunder der Antike und entwickelte sich in christlicher Zeit zu einem wichtigen Pilgerzentrum. Zu seinen bekanntesten Bauwerken zählen der Artemistempel, die Celsus­-Bibliothek, das Hanghaus, die Kirche der Gottesmutter Maria und die Johannesbasilika.

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22 06 2015
By: Redaktion 2 0

TKG: Unser herzlichstes Beileid – Başsağlığı

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) drückt im Namen des Vorstands und seiner Mitglieder ihr tiefes und aufrichtiges Beileid für die Angehörigen und Bekannten aller Opfer, die in Graz am Samstag (20.06.2015) ermordet und schwer verletzt wurden, aus. Unsere Gedanken sind bei den Opfern, die getötet wurden, bei den Menschen, die in den Krankenhäusern liegen und bei allen Angehörigen und Freunden. Allen Betroffenen wünschen wir viel Kraft für die nächste Zeit – es mögen für Graz wieder glückliche Tage kommen! In tiefer Trauer und in Gedanken bei den Angehörigen! Türkische Kulturgemeinde in Österreich

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21 06 2015
By: Redaktion 2 0

GALERIEN AUS DER TÜRKEI AUF DER viennacontemporary

viennacontemporary in der Marx Halle Highlight im internationalen Messekalender Vom 24. bis 27. September 2015 steht Wien ganz im Zeichen der internationalen Kunstmesse viennacontemporary. Rund 100 Galerien, darunter die Galeri Zilberman und Sanatorium aus Istanbul, und rund 1.000 KünstlerInnen bieten spannende Einblicke in die unterschiedlichsten Kunstszenen.

 

Mit einem Fokus auf Galerien aus Osteuropa, der starken Präsenz der Wiener Galerienszene und einem inhaltlich dichten generationsübergreifenden Rahmenprogramm in der Marx Halle ist die viennacontemporary 2015 ein Highlight im internationalen Messekalender.

 

Reflections


Mit dem Präsentationsformat REFLECTIONS betont die viennacontemporary den kuratorischen Aspekt der Galeriearbeit und bietet den teilnehmenden Galerien eine spezielle Präsentationsfläche für eigens zur Kunstmesse konzipierte Ausstellungen.

 

Zone1

 

Auch am neuen Standort Marx Halle, ermöglicht die viennacontemporary Galerien, junge KünstlerInnen in Einzelpräsentationen zu speziellen Konditionen vorzustellen. Bisher auf Galerien aus Österreich beschränkt, steht die ZONE1 ab diesem Jahr auch internationalen Galerien zur Verfügung.

 

Gespräche und Diskussionen

 

Unter dem Motto „Keys to Contemporary Art“ – ko-kuratiert von Christina Steinbrecher-Pfandt, Künstlerische Leitung viennacontemporary und Nicolaus Schafhausen, Direktor Kunsthalle Wien – spannt sich der Bogen von der beginnenden Wiederentdeckung der Avantgardebewegungen in Osteuropa über Einflussmöglichkeiten zeitgenössischer gesellschaftskritischer Kunst und den immer wichtiger werdenden performativen Strategien aktueller Kunstproduktion bis hin zu den Konzepten der Vermittlung zeitgenössischer Kunst in Museen und Kunsthallen.

 

Weiters geben im Rahmen von „20four7“ jeden Tag um 14 Uhr internationale KunstsammlerInnen aus Ost und West Einblick in ihre Strategien des Kunstkaufs und die Präsentation ihrer Sammlungen und Christina Steinbrecher-Pfandt lädt junge SammlerInnen zu ihrem „Young Collectors Talk“ein.

 

Führungen und Programm zum Mitmachen für alle Altersgruppen
Bei VIENNA Gold treffen sich SeniorInnen und junge KünstlerInnen und tauschen ihre Sichtweisen über zeitgenössische Kunst aus. Führungen mit KünstlerInnen finden täglich um 14 Uhr statt.

 

VIENNA Studio bietet StudentInnen die Möglichkeit, zeitgenössische Kunstpositionen im Rahmen von Führungen täglich um 16 Uhr, näher kennen zu lernen. Am Samstag und Sonntag jeweils von 11 bis 18 Uhr können Erwachsene und Kinder ab zwei Jahren am Kunstvermittlungsstand der VIENNA Family ihre Kreativität entdecken und Techniken selbst ausprobieren, um Farbe, Form und Bewegung auf Papier zu bringen. Der Einstieg ist jederzeit möglich.

 

www.viennacontemporary.at

 

viennacontemporary 
24. – 27. September 2015 

ORT
Marx Halle 
Karl-Farkas-Gasse 19, A – 1030 Wien

 

ÖFFNUNGSZEITEN 
Donnerstag, 24. September 2015: 11:00–19:00 Uhr 
Freitag, 25. September 2015: 11:00–19:00 Uhr 
Samstag, 26. September 2015: 11:00–19:00 Uhr 
Sonntag, 27. September 2015: 11:00–18:00 Uhr 

EINTRITTSPREISE
12,50 Euro Tageskarte für Erwachsene
9,00 Euro Tageskarte / Vorverkauf und Online Buchung
9,00 Euro SeniorInnenkarte nach Vorweis eines gültigen Ausweises
5,00 Euro After-Work-Ticket (Donnerstag/Freitag ab 16:00 Uhr)
Freier Eintritt für Kinder unter 14 und Studierende ab 15:00 Uhr mit einem gültigen Studierendenausweis

ANREISE / ÖFFENTLICHE VERKEHRSMITTEL 
U-Bahn: U3-Station Erdberg – Ausgang Nottendorfer Gasse über Karl Farkas Gasse 
S-Bahn: S-Bahnlinie 7 – Station St. Marx
Straßenbahn: Linie 71 – Haltestelle St. Marx, Linie 18 – Haltestelle
Viehmarktgasse oder St. Marx
Bus: Linie 74A – Haltestelle St. Marx, 80A – Endstation St. Marx

 

INFORMATION
www.viennacontemporary.at
www.viennacontemporarymag.com
www.fb.com/viennacontemporary

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31 03 2015
By: Redaktion 2 0

Geert Wilders: Reaktion der Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) auf den Auftritt in Wien!

§ 283 StGB (Strafgesetzbuch)-Verhetzung  

Sachverhaltsdarstellung – Stellungnahme und Kritik der TKG

Die FPÖ lud für den 27.03.2015 den niederländischen Politiker und bekannten Islamkritiker Geert Wilders in die Wiener Hofburg ein, um einen angeblichen islamkritischen Vortrag zum Thema „Europas Bedrohung durch die Islamisierung“ zu halten.

 

Dies sorgte bereits vorab für Diskussionen, Proteste und Befürchtungen von weiterer Islam-Hetze. Und Hetzer Wilders liefert: Aussagen wie „Der Islam wurde an den Toren Wiens besiegt. Johann Sobieski ist nicht tot. Er lebt in uns. In Ihnen. In mir. In jedem von uns. Wir fühlen sein Herz in unserer Brust schlagen. Und mit ihm und den Helden von 1683 sagen wir: […] Wir werden den Islam besiegen! und seine Vorschläge zur Handhabung von ausgereisten Jihadisten schlagen hohe Wellen und spalten die Ansichten der Menschen auch geografisch: während innerhalb der Räumlichkeiten das Publikum jubelt, wird vor der Hofburg protestiert.

 

Wilders schlägt einen sehr deutlich islamfeindlichen Ton an, der pauschalisierend alle Muslime unter Generalverdacht stellt, quasi einer „Terror-Religion“ anzugehören. Der rechtsextreme Massenmörder Anders Breivik bekannte sich als Wiedergänger Sobieskis und anderer kriegerischer Abendland-Retter mit dem bekannten Massaker. Dies kann man nicht unkommentiert lassen.

 

Übrigens: Interessant bei der Betrachtung der Beziehung zwischen der FPÖ (H.C. Strache) und dem Islamkritiker Wilders ist auch die Tatsache, dass Strache vor nicht allzu langer Zeit noch in sehr distanzierten Tönen von Wilders sprach. So meinte Strache 2011 noch: „Ich halte Geert Wilders für ein Strohfeuer, das bald erlöschen könnte. Eine Zusammenarbeit strebe ich aufgrund seiner undifferenzierten Positionen zur Zeit nicht an“, weiters könne Wilders aufgrund seiner radikalen Ansichten und Aussagen „für uns (die FPÖ) kein Partner sein“.

 

§283 StGB Verhetzung sagt:

 

„(1) Wer öffentlich auf eine Weise, die geeignet ist, die öffentliche Ordnung zu gefährden, oder wer für eine breite Öffentlichkeit wahrnehmbar zu Gewalt gegen eine Kirche oder Religionsgesellschaft oder eine andere nach den Kriterien der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion oder Weltanschauung, der Staatsangehörigkeit, der Abstammung oder nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung definierte Gruppe von Personen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe ausdrücklich wegen dessen Zugehörigkeit zu dieser Gruppe auffordert oder aufreizt, ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen.

 

(2) Ebenso ist zu bestrafen, wer für eine breite Öffentlichkeit wahrnehmbar gegen eine in Abs. 1 bezeichnete Gruppe hetzt oder sie in einer die Menschenwürde verletzenden Weise beschimpft und dadurch verächtlich zu machen sucht.“

 

 

Analyse



 

Am 27.03. hielt der niederländische Politiker Geert Wilders in der Wiener Hofburg einen Vortrag zum Thema  „Bedrohung Europas durch die Islamisierung“.

 

Und diese Rede hatte es in sich. Wir von der Türkischen KULTURgemeinde in Österreich (TKG) zeigen uns schockiert darüber, wie hemmungslos und radikal hetzend Wilders hier Anti-Islam-Propaganda betreibt. Unter dem Deckmantel des „Patriotismus“ betreibt Wilders in der Hofburg eine Hetze, wie sie im Lehrbuch steht. Laut österreichischem Strafgesetzbuch §241 wird neben Hetzern auch bestraft, wer wider besseres Wissen einem Menschen vortäuscht, dass die Verwirklichung eines gegen ihn oder eine ihm nahestehende Person gerichteten Verbrechens bevorstehe.

 

Frage 1: Wer sind hier die Verbrecher? Wer sind hier die Bedroher? Wer ist hier entgegen jeder Vernunft der doppelte Verhetzer? Oder sind nicht alle Verhetzer gleichermaßen gesinnt ?

Ist hier nicht eine Analyse aller bestehenden Informationen, Datenquellen und Bestände aus der flächendeckenden Einführung einer Diagnose-Dokumentation notwendig?

 

Wir wollen vorausschickend betonen, dass wir zur Meinungsfreiheit stehen und auch Geert Wilders diese nicht absprechen wollen. Wir distanzieren uns auch von Fundamentalisten („Islamisten“), die Menschen mit Morddrohungen zum Schweigen bringen möchten und fragen: Hat Wilders in seiner Vergangenheit öffentlich nicht schon genug gegen den Islam, gegen Moslems und Austro-Türken gewettert? Wo sind die angeblichen Vertreter der „Islamischen“ bzw. der „Austro-Türken“ in Österreich? Ein Mitglied der TKG schreibt uns:„Ich melde eurer TKG-Seite, dass das, was Hetzer Wilders in Wien redet, das Schüren von Hass gegenüber allen Moslems und Austrotürken ist und niemand erhebt Einspruch mit sachlichen Argumenten, Tatsachen und belegbaren Angaben. Wir wurden hier entmenschlicht, bitte! Was ist der Unterschied zwischen IS-Hasspredigern und Hetze wie der von Wilders?“

 

Böse ist Faschismus, gut ist der Antifaschismus

 

Ohne den Versuch einer Aufklärung teilt Wilders in seiner Rede die Welt schlicht in Gut und Böse auf: In den Westen und den Osten und demnach natürlich in die „gute“ westliche, christlich-jüdische, und in die muslimische, „böse“ Kultur. Islamisten teilen auch die Welt schlicht in Gut und Böse, in Freund und Feind der Gegner, wie Wilders. Damit macht Wilders hier in Wien keine andere Unterscheidung und Aufteilung, als beispielsweise die Angehörigen des IS, nur eben auf der anderen Seite. Böse ist Faschismus aller Art, gut ist der Antifaschismus. Was Wilders vernebelt bzw. nicht zu wissen scheint, ist, dass er damit den radikalen Islamisten und IS-Angehörigen mit derlei Hetze (ungewollt) direkt in die Hände spielt.

 

Zunächst sollte man die Begriffe Patriotismus, Rassismus, Neo-Rassismus, Hetze und Terror genauer betrachten und definieren. Denn Wilders hat in seiner Rede in Wien versucht, über den Begriff des Patriotismus an Gefühle und Leidenschaften zu appellieren, um bestehende tendenziöse Aufreizung zum Hass und zur Verachtung gegenüber einer Religion und Religionsangehörigen pauschalisierend zur Hetze zuzuspitzen.

 

Heuchler und Brandstifter!

 

Wilders und der Kulturkampfbegriff  jüdisch-christliche Erbe

 

Es ist sehr bedenklich, wenn sich Wilders in der Hofburg auf das „jüdisch-christliche Erbe“ beruft und dagegen den Islam und seine Angehörigen pauschal stigmatisiert und diffamiert. Nach Hetze gegen Arbeitsmigranten aus Bulgarien, Rumänien und Polen nannten ihn Politiker und Intellektuelle in den Niederlanden einen Brandstifter.

 

Der Kulturkampfbegriff der christlich-jüdischen Tradition des Abendlandes ist nämlich eine Farce. Passende Worte dazu fand dereinst der Journalist und Publizist Heribert Prantl in dem Artikel „Missbrauch der Juden durch die Politik“ in der Süddeutschen Zeitung wie folgt:

 

„Beim Reden von der christlich-jüdischen Tradition handelt es sich aber um eine gewaltige Heuchelei. Die deutsche Politik drückt die alte, früher stigmatisierte Minderheit der Juden an die Brust, um die neue Minderheit, die Muslime, zu stigmatisieren. Die Juden werden missbraucht, um die Muslime pauschal als unverträglich zu kennzeichnen. Eingeführt hat diese Unwortkombination wahrscheinlich der blonde Holländer Geert Wilders. In seinen pathetischen Reden betonte er geradezu beschwörend, dass wir Europäer unser christlich-jüdisches Erbe vor der Islamisierung verteidigen müssten.So innig wie heute war die Beziehung zwischen Christen und Juden in Deutschland noch nie. Die neue Innigkeit ist nicht von Theologen und Pastoralklerikern ausgerufen worden, sondern von Politikern. Im Jahr 72 nach der Reichspogromnacht haben sie etwas entdeckt, was es nicht gibt: eine christlich-jüdische Tradition, eine gemeinsame Kultur. Die christlich-jüdische Geschichte besteht vor allem in der Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Juden und in der Verketzerung des Talmud. Und wo es gemeinsame Wurzeln gab, hat die Mehrheitsgesellschaft sie ausgerissen. Wenn Juden anerkannt wurden, dann nach ihrem Übertritt zum Christentum. Und dieses Christentum hat bis in die jüngste Vergangenheit nicht die Gemeinsamkeit der Heiligen Schrift, sondern den Triumph des Neuen über das Alte Testament gepredigt. Zum 72. Jahrestag der Reichspogromnacht wird eine neue Kategorisierung der Minderheiten propagiert (nicht nur von scharfen Islamkritikern wie Geert Wilders und Thilo Sarrazin): in gute und schlechte, in kluge und dumme Minderheiten. Diese Sortierung wird nicht dadurch besser, dass muslimische Milieus oft sehr antisemitisch sind. Weil aber dieser Antisemitismus von der deutschen Mehrheitsgesellschaft lange kaum beachtet wurde, gibt es in jüdischen Gemeinden Sympathien für die gesellschaftliche Ausgrenzung deutscher Muslime.“ (Süddeutsche Zeitung, Heribert Prantl)

 

 

„Eine Erfindung der europäischen Moderne“

 

Es können viele historische Beispiele angeführt werden, die eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland ad absurdum führen. Die jüdische Philosophin Almut Shulamit Bruckstein Coruh kann wie viele andere Juden eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland nicht nachvollziehen. Hierzu meint sie: „Nein, es gab keine jüdisch-christliche Tradition, sie ist eine Erfindung der europäischen Moderne und ein Lieblingskind der traumatisierten Deutschen.“

 

„Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht“

 

Aus jüdischer Sicht muss es wie ein Hohn klingen, wenn deutsche Politiker von christlich-jüdischer Tradition sprechen. Der freie Journalist Gerald Beyrodt lehnt die Verbindung christlich-jüdisch ebenso ab: „Sicher teilen Juden und Christen die Zehn Gebote und die hebräische Bibel. Sicher wäre es auch ganz nett, wenn Politiker weniger bedenkenlos von den ‚christlichen Zehn Geboten’ reden würden als in der Vergangenheit. Doch 2000 Jahre jüdische Religionsphilosophie sind in Europa weitgehend unbekannt. Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht. Christen haben ihn jahrhundertelang ignoriert, verfemt und immer wieder verboten. Jüdische Kultur blieb der Mehrheitsgesellschaft verborgen, weil sie nichts davon wissen wollte. Stattdessen hat sie Juden jahrhundertelang mit absurden Vorwürfen belegt: Dass sie Hostien schänden, dass sie christliche Kinder töten und zu Mazze-Broten verarbeiten und an Pessach genüsslich verspeisen.“

 

Zentralrat der Juden in Deutschland

 

Bei den Juden in Deutschland herrscht keineswegs die Vorstellung einer christlich-jüdischen Tradition Deutschlands. So kann man auf der Website des Zentralrats der Juden in Deutschland Folgendes lesen: „Historisch gesehen wurde die deutsche Identität nicht nur von der deutschen Sprache und Kultur, sondern auch von der christlichen Religion geprägt. Wer außerhalb dieser Parameter stand, wurde als fremd empfunden, und kaum eine andere Bevölkerungsgruppe erlebte das schmerzvoller als Juden, deren Präsenz auf deutschem Boden seit der Zeitenwende datiert. Das tragische Ende der jüdischen Bestrebungen um Aufnahme ins deutsche Volk ist bekannt.“ Die Juden sehen Deutschlands kulturelle Wurzeln keineswegs im Judentum. Ihnen sind vielmehr die Verbrechen Deutschlands an den Juden präsent.

 


Strache 2011: “ Ich halte Wilders für ein Strohfeuer“

 

Übrigens: Interessant bei der Betrachtung der Beziehung zwischen der FPÖ (H.C. Strache) und dem Islamkritiker Wilders ist im übrigen auch die Tatsache, dass Strache vor nicht allzu langer Zeit in noch sehr distanzierten Tönen von Wilders sprach. So meinte Strache beispielsweise 2011 noch: „Ich halte Geert Wilders für ein Strohfeuer, das bald erlöschen könnte. Eine Zusammenarbeit strebe ich aufgrund seiner undifferenzierten Positionen zur Zeit nicht an“, weiters könne Wilders aufgrund seiner radikalen Ansichten und Aussagen „für uns (die FPÖ) kein Partner sein“.

 

Hetze, Terror, Rassismus und Patriotismus 

 

Hetze ist der Rechtssprechung nach eine in einem Appell an Gefühle und Leidenschaften bestehende tendenziöse Aufreizung zum Hass und zur Verachtung.

 

Terror (lat. terror „Schrecken“) ist die systematische und oftmals willkürlich erscheinende Verbreitung von Angst und Schrecken durch ausgeübte oder „angedrohte Gewalt“, um Menschen gefügig zu machen.

 

Rassismus meint die Ausgrenzung aufgrund körperlicher (physiognomischer) und/ oder biologischer (genetischer) Andersartigkeit und wurde bis 1945 vor allem biologisch begründet, d.h. es war die Rede von „überlegenen“ und „minderwertigen Rassen“. Diese Begründungen finden wir heute in dieser traditionellen Form selbst in Veröffentlichungen von Neonazis nur noch selten. Ist jedoch das Vorhandensein von biologischen Menschenrassen inzwischen genetisch widerlegt worden, wird auch schon die nächste Sau durchs Dorf getrieben. Nun versucht man, die soziokulturellen Charakteristika, wie Herkunft, Gebräuche, Sprache und Religion als (negative) Unterscheidungsmerkmale heranzuziehen. Rassismus ist nicht zuletzt deshalb ein relativ weit verbreitetes Phänomen in der Gesellschaft, weil sich die rassistische Ideologie (siehe auch „Sozialdarwinismus“) angepasst und zum Teil eine andere Form und Ausdrucksweise angenommen hat. Dieser sogenannte Neo-Rassismus („kultureller Rassismus“) gibt sich wissenschaftlich und spricht von „Kulturen“ statt von „Rassen“. Im Vergleich zum traditionellen Rassismus setzt der Neo-Rassismus, also der „kulturelle Rassismus“, auf kulturelle Gebräuche und religiöse Unterschiede.

 

Patriotismus bedeutet eine emotionale Verbundenheit mit dem eigenen Vaterland, in Abgrenzung zum Begriff der Nation (lat. natio, Geburt), der die Abstammung betont. Niemand hat etwas gegen gesunden Patriotismus oder Vaterlandsliebe, solange man andere Nationen und Länder nicht diskreditiert, diskriminiert und pauschalisiert, kurz: Solange man keinen Terror-Neo-Rassismus gegen andere Nationen und Religionen ausübt.

 

Unter dem Vorwand „Patriotismus“ darf kein Rassismus ausgeübt werden!

 

Wilders betreibt Hetze und Neo-Rassismus





Geert Wilders wirbt in Wien durch seine Rede unserer Meinung nach jedenfalls nicht für Patriotismus, sondern für puren „Neo-Rassismus“ durch das Mittel der Verhetzung.

 

Mit seiner Argumentation hat Wilders kulturellen Rassismus durch Hetze gegen Moslems und insbesondere Menschen aus der Türkei geschürt und weiter ausgebaut (u.a. durch Verweise auf die Türkenbelagerung von 1683 und Ähnlichem). Das Wort „Patriotismus“ wird im Munde Wilders ausgehöhlt und statt emotionaler Verbundenheit mit Rassismus und Hetze gefüllt. Das alles, gut verpackt unter dem Deckmantel des Patriotismus, ist eigentlich purer und primitiver Neo-Rassismus.

 

Jeder wahre Patriot, egal ob links-liberal oder rechts-konservativ, sollte hier gegen diese Ausnutzung des Wortes „Patriotismus“ Einspruch erheben. Denn in der Geschichte wurden die größten Verbrechen unter dem Vorwand von Vaterland, Ehre, Nation, Glaube und Konfession getätigt. Europa ist Zentrum dieser Probleme in der Weltgeschichte gewesen und steht noch immer in der Gefahr dieser Probleme, auch durch Ansichten wie jene des holländischen Hetzredners und Rechtspopulisten mit Neonazi-Jargon, der sich nicht sonderlich vom Jargon der ISIS-Terroristen bzw. des „Poltischen Islams“ unterscheidet.

 

Deswegen können wir hier in Wien solche neo-rassistischen Aussagen von Wilders, die unserer Meinung nach deutlich als pauschale Islamfeindlichkeit interpretiert werden können, nicht unkommentiert lassen.

 

 

Wilders und Etikettenschwindel

 

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) sieht sich an erster Stelle der verfassungspatriotischen Österreicherinnen und Österreicher mit türkischen Wurzeln, und wird für die Säkularität in diesem Land gegen jede fundamentalistische Kraft, egal ob Muslim, Christ oder Angehöriger einer anderen Religion, als Bollwerk des Widerstandes einstehen, um für die gewonnenen demokratischen Rechte zu kämpfen.
Aber man darf die schönsten Wörter, nämlich Freiheit und Patriotismus, nicht missbrauchen, wie es der Hetzer Wilders tut! Wir verwehren uns gegen diesen billigen Etikettenschwindel. Das gilt nicht nur für uns, sondern für alle, die glauben, das Patentrecht – oder gar Gottesrecht – auf die Begriffe Patriotismus, Freiheit und Ehre zu haben.

 

Die europäische Identität basiert für die TKG nicht nur auf Herkunft, Nationalität und Zugehörigkeit zu einer bestimmten (religiösen) Gruppe oder dem Abstammungsprinzip, sondern auf der Vernunft und dem Verstand und dem Hochhalten von gemeinsamen Werten, gegen die wir leider selbst in anderen Ländern oder an den Grenzen Europas täglich verstoßen.

 

Wilders als Kulturschmarotzer

 

Für die TKG ist Wilders aus den oben genannten Gründen einer der vielen Kulturschmarotzer, die die eigentlichen Inhalte der christlichen, patriotischen und humanistischen Kultur längst abgelegt oder nie verinnerlicht haben und sich lediglich die Rosinen aus dem westlichen Kulturkuchen herauspicken.

 

Kurzsichtigen und Hetze-affinen Menschen, die den Verstand und die Vernunft nicht (ausreichend) verwenden, und die nicht über genügend Grundlagenkenntnisse über die Thematik verfügen, kann man mit solchen Hetzreden, die wir auch aus der islamischen Welt zu Genüge kennen (besonders aus dem salafistischen und politisierten Islam und aus der Türkei), vielleicht imponieren. Langfristig bieten sie jedoch keine Orientierung, sondern führen zu Terror und zur Kultur des Verachtens.

Wilders versucht mit seinen Hasspredigten in Wien insbesondere, alle Moslems zu diffamieren, indem er sie einer Religion namens Islam angehören lässt, die scheinbar nichts anderes ist, als eine „Terror-Religion“.

 

Mit Aussagen wie: „Wir werden den Islam besiegen“ behandelt er die Mitglieder dieser vermeintlichen „Terror-Religion“ in seiner Rede als parasitäres, gefährliches Virus, das man offensichtlich mit drastischen Mitteln bekämpfen muss, um die reinen, „guten“ Werte der westlichen Welt vor der Invasion aus dem Osten zu beschützen – damit appelliert Wilders wiederholt an den Patriotismus des „Westens“.

 

Wilders Rhetorik – alles schon einmal da gewesen:

Wilders will Koran abschaffen? 

 

Ohne Motive und Hintergründe zu erläutern, pauschalisiert Wilders in seiner Hetze alle Muslime zu einem einheitlichen, scheinbar terroristischen Brei, der droht, sich über ganz Europa auszubreiten.

 

Die Methode, der sich Wilders in seiner Argumentation bedient, ist ebenso simpel wie fatal: Er greift in seinem Reden direkt den Islam, den Koran und den Propheten an – und zwar mit Versen, die er direkt aus dem Koran zitiert: Der Hetzprediger sagt beispielsweise: „Lesen Sie nur die Sure 47,4 im Koran: ‚Wo immer du die Ungläubigen triffst, schlag sie auf ihre Nacken und verursache ein Blutbad.‘ Das gilt bis heute.“

 

Wilders zitiert hier die Sure 47, Vers 4 nicht richtig, denn er reißt sie aus dem historischen Kontext und verwendet sie, um alle Moslems unter Generalverdacht zu stellen, einer „Terror-Religion“ anzugehören.

 

Die gleiche Vorgehensweise, nämlich die des aus-dem-Zusammenhang-Reißens von einzelnen Textpassagen aus religiösen Büchern, ist uns jedoch nicht unbekannt: Auch die nationalsozialistischen Propaganda-Beauftragten Goebbels und Rosenberg haben für ihre antisemitische Hetze Passagen aus dem Alten Testament herausgepickt und außerhalb des Zusammenhangs zitiert, um es mitsamt dem gesamten Judentum als „entartet“ und als „jüdische Lohnmoral“ zu verkaufen und verbreiten zu können.

 

 

NSDP: Altes Testament abschaffen?

 

In seinem Buch „Der Mythus des 20. Jahrhunderts“ forderte der damalige Leiter des außenpolitischen Amtes der NSDAP, Alfred Rosenberg, sogar die Abschaffung des Alten Testaments, denn Israel dürfe nicht Gegenstand der Bewunderung sein und das Alte Testament könne als Religionsbuch keine Bedeutung mehr beanspruchen, denn es sei der „misslungene Versuch der letzten anderthalb Jahrtausende, uns geistig zu Juden zu machen.“ Rosenbergs Buch war mit einer Auflage von über einer Million Exemplaren unter der deutschen Bevölkerung weit verbreitet.

 

 

Jedenfalls verwendete Rosenberg, ähnlich wie Goebbels, unter anderem auch folgende Verse des Alten Testaments sowohl in seinen Büchern als auch in seiner Propaganda (und seinen Reden), um zu zeigen, wie „unterwertig“, brutal und schlichtweg falsch das Judentum sei:

 

Numeri 31,14-17: Mose geriet in Zorn: Warum habt ihr alle Frauen am Leben gelassen? Nun bringt alle männlichen Kinder um und ebenso alle Frauen, die schon mit einem Mann geschlafen haben.

 

Josua 6,17/21: Die Stadt Jericho, mit allem, was in ihr ist, soll zu Ehren Gottes dem Untergang geweiht sein… Mit scharfem Schwert weihten sie alles dem Untergang. Männer, Frauen, Kinder, Greise, Rinder, Schafe und Esel.

 

Buch Könige 15,16: Menachem eroberte Tifach. Er tötete alle Bewohner der Stadt und ließ ihren schwangeren Frauen den Leib aufschlitzen.

 

Buch Könige 6,25/28f: Hungersnot im belagerten Samaria. Eine Frau sagte zum König: Diese Frau hat von mir verlangt: Gib deinen Sohn her, damit wir ihn heute aufessen. Meinen Sohn werden wir morgen verzehren. So haben wir meinen Sohn gekocht und aufgegessen.

 

Joel 4,9f: Ruft den Heiligen Krieg aus! Schmiedet Schwerter aus euren Pflugscharen und Lanzen aus euren Winzermessern!

 

Exodus 32,27f: Mose sagte zu ihnen: Zieht durch das Lager von Tor zu Tor. Jeder erschlage seinen Bruder, seinen Freund, seinen Nächsten. Vom Volk fielen an jenem Tag gegen dreitausend Mann.

 

Levitikus 24,16: Wer den Namen des Herrn schmäht, wird mit dem Tod bestraft. Die ganze Gemeinde soll ihn steinigen.

 

Diese und andere Verse aus dem Alten Testament (und dem Talmud) wurden von der NSDAP als Beweise verwendet, die die „Entartung“ und das generelle „schlecht-Sein“ des Judentums untermauern sollten – ein simpler wie praktischer Trick, da eben diese Worte doch direkt aus der Alten Schrift stammen.

 

Und ebenjener Methode bedient sich nun auch Wilders – er schneidet sich Verse aus dem Koran heraus und bastelt sie zusammenhanglos zu seiner Argumentations-Collage zusammen.

 

Diese Suren, auf die sich Wilders in diesem Zitat beruft, sind im Kriegszustand und in der Heidenzeit entstanden, die nicht mit der jetzigen Zeit und den heutigen Umständen vergleichbar ist!

 

Wilders propagiert und interpretiert den Koran so, wie es die IS-Terroristen tun und verwendet diese Interpretation dann, um Hass, Furcht, Schrecken und Vorurteile zu schaffen bzw. weiter auszubauen und zu festigen. 

Dabei handelt es sich um ebenjene Zitate, die auch die IS-Terroristen gerne für die Rechtfertigung ihres Terrors heranziehen, obwohl es eine „Theologie des Faschismus“, „Theologie des Verachtens“, „Theologie der Gewalt“ ist, die eben nicht auf auf dem wahren Islam beruht, sondern auf einer gefälschten, auf nahöstlichen Bräuchen basierenden, traditionell interpretierten Version davon.

 

Islamkritiker Wilders setzt den IS-Terror mit dem Glauben des Islams gleich. Dabei tarnt er sich als objektiver Kritiker, der doch „nur die Wahrheit sagt“, und macht liberale, demokratische, gläubige, wie auch nichtgläubige Muslime zu Gegnern seiner Thesen. Es ist ebenso herabwürdigend, wenn Wilders Muslime dazu auffordert, „sich vom Islam abzuwenden“, wie es die IS-Terroristen von Christen oder Yeziden auch fordern. 



Diese krankhafte Haltung einer Marionette des pauschalen Anti-Islams schadet Österreich und sie schadet auch der FPÖ.

 

Was Wilders aber nicht zu verstehen scheint, ist, dass er mit genau diesem Verhalten und diesen Aussagen beispielsweise den IS-Anhängern in ihrer Argumentation direkt in die Hände spielt. Denn ebendiese Aussagen geben dem IS aus seiner Sicht die Rechtfertigung, den Islam und dessen Angehörige doch nur vor dem bösen Westen schützen zu wollen.

 

 

Wir von der TKG meinen dazu: Wir Europäer sind durch die Aufklärung gegangen und dennoch haben wir die schmerzliche Tragödie des Faschismus erlebt. Wer glaubt, dass diese Erfahrungen der Vergangenheit angehören, der sollte den Blick schärfen. Europaweit glaubt eine seltsame Allianz zwischen einem islamistischen und einem rechtsradikalen Sumpf an die jüdische Weltverschwörung. Dass die Hetze gegen jüdische Mitbürger da wieder in Schwung kommt, braucht uns daher nicht zu wundern. Wenn nun Wilders eine Allianz zwischen Israel und Freiheitlichen herbeireden will, so bedient er sich der Vorurteile gegen den Islam und gegen die Türken. Ziemlich primitiv, durchschaubar, langfristig nicht haltbar und bringt das Gegenteil. Wir warnen als Freunde der Vernunft…

 

 

Hetzprediger wie Wilders stärken religiös-faschistische Organisationen

 

Die Terroristen wollen genau das, was Anti-Islam-Prediger Wilders betreibt, nämlich: pauschalisierende Hetze gegen den Islam, gegen den Koran, gegen Mohammed.

 

Und so funktioniert es: Durch Anti-Islam-Hetze bekommen sie den idealen Vorwand präsentiert, wiederum Gegenhetze zu betreiben, und zwar unter dem Vorwand, den Islam doch nur verteidigen und beschützen zu wollen.

 Diese „Logik des Schreckens“ bringt Neo-Rassisten und beispielsweise Terroristen des IS in eine Win-Win-Situation, in der ein Extremist und Religions-Faschist dem anderen Neo-Rassisten Wasser auf die Mühlen gießt.

 

 

Terror führt zu Terror: RNH AG ( „Religionsfaschismus und Neonazi-Hetze AG“) – Man muss die Spreu vom Weizen trennen!

 

Man könnte sagen, diese beiden Gruppen sitzen in der gleichen Aktiengesellschaft, zur Veranschaulichung nennen wir sie „Religionsfaschisten und Neonazi-Hetze AG“, jeder mit der Hälfte des Aktienbesitzes.

 

Diese Aktiengesellschaft steigert ihren Wert in der Börse immer mehr, je mehr die beiden Gruppen gegeneinander Hetze betreiben und so verdienen die beiden Pseudo-Feinde aneinander. Um dies unentdeckt tun zu können, bilden beide ein eigenes Unternehmen und bewerfen sich vielleicht auf dem „Wiener Naschmarkt“ mit Äpfeln und Birnen. Die Medienaufmerksamkeit ist ihnen gewiss. 

Sie sind eigentlich Freunde des gleichen Zieles im Nahen Osten und in der Welt – sie dienen gleichen Herrschern und Diktaturen, seien sie faschistisch, kapitalistisch, fundamentalistisch oder salafistisch oder von allem ein bisschen.

 

Hier müssen die wahren Patrioten, die auf Verstand, Vernunft, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit setzen, in ihrem eigenen Land darauf Acht geben, in ihrem eigenen Interesse, die Spreu vom Weizen zu trennen! Wenn sie dies nicht beachten, werden sie in Wirklichkeit Feinde ihrer eigenen Nation, Heimat, Religion, Konfession und allem Wertvollen, Menschlichen und Humanistischen, was es in ihrem Land noch zu verteidigen gibt. 

Hier spielen die Aktienbesitzer und Vorstände der „Religionsfaschismus und Neonazi-Hetze AG“, kurz „RNH AG“, den Feuerlöscher, obwohl sie eigentlich die Brandstifter sind. Man hat in Europa gegen die Fundamentalisten und Rassisten gewonnen und Freiheit und Demokratie geschaffen und nicht umgekehrt. Fundamentalisten, Faschisten und Rassisten haben in Europa nichts verloren und brauchen deswegen auch nicht den „Feuerlöscher“ zu spielen.

 

 

„Politischer Islam“ (Politisierter Glaube) ist der wahre Feind und nicht der Islam, der Koran oder Mohammed! Vorsicht: Die Spreu vom Weizen trennen!

 

Der Kern jeder modernen liberal-aufgeklärten und demokratischen Staatlichkeit ist die Trennung von Glauben und Wissenschaft, von Staat und Religion. Dies ist für Vertreter des politischen Islams undenkbar. Mittlerweile geht der Angriff gegen Europa nicht nur von den Rechtsextremisten aus, sondern auch von religiösen Extremisten. Zum politischen Islam werden alle Bewegungen gerechnet, welche die Religion des Islams als Einheit von Glaube, Gesellschaftsordnung und Politik betrachten und dieses System mit Gewalt oder durch die Teilhabe am politischen Diskurs implementieren möchten.

 

Im Kern geht es um Politik mit religiöser Begründung, dies macht den politischen Islam gefährlich, gerade in Europa und besonders in Österreich werden die Entwicklungen im schlechtesten Fall negiert, meist sogar wissentlich mit Unterstützung von den Regierungsparteien in Österreich hofiert. Diese Mischung aus Kalkül, Unwissenheit und kurzfristigem Profitdenken ist sträflich und gefährlich. Deshalb ist es wichtig, die Spreu vom Weizen zu trennen.

 

 

TKG: Aufklärung, statt radikaler Pauschalisierung

 

Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) kämpft seit über 20 Jahren gegen den politisierten Glauben („Politischer Islam“) und gegen „die Theologie des Verachtens“ – an erster Stelle durch Aufklärung über die Unterscheidung zwischen dem „wahren Islam“ und dem „politisierten Islam“ und mit dem Appell, diese beiden Begriffe nicht gleichzusetzen, weil das die Fundamentalisten („Politischer Islam“, „Islamismus“) bis jetzt immer noch weiter gestärkt hat.

 

Für Außenstehende sind die Zusammenhänge und Hintergründe natürlich nicht leicht verständlich. Das wiederum nützen vor allem die IS-Terroristen und Anhänger des politisierten Islams genüsslich aus.

 

Wilders sieht, wie gesagt, offensichtlich in allen Muslimen aktive oder zumindest potentielle Anhänger des IS und der fundamentalistischen Kräfte. 

Er blendet die liberalen Muslime aus und schwächt ihren Stand innerhalb des Islams. Wilders stärkt damit aber indirekt die Fundamentalisten und schwächt die liberalen Muslime. Er schwächt damit die Position jener, die ebenso die Freiheit hochhalten und sich für eine säkulare Verfassung einsetzen.

 

Hetzer Wilders unterstützt damit indirekt den politischen Islam und die IS-Terroristen, weil sie seine Aussagen problemlos als Aufhänger für Gegenhetze verwenden können und werden, nämlich unter dem Vorwand, dass sie, wie bereits erwähnt, doch nur den Islam, die Moslems und den Propheten Mohammed schützen wollen und nehmen somit alle Moslems als Geisel.

 

Daraus folgt: wenn wir dann gegen den politischen Islam und den IS auftreten, werden wir, die andersdenkenden, liberalen Moslems, als Nestbeschmutzer mit allen Mitteln bekämpft und terrorisiert.

 

Wo stehen für Wilders die aufgeklärten, humanistischen Muslime? Oder existieren diese für ihn gar nicht? 

Mit den aus seiner Argumentation resultierenden Gedankengängen macht es den Eindruck, als wolle Wilders indirekt eine Art Endlösung provozieren, durch Aussagen, wie: „Ich will keine Imame, keine Moscheen mehr haben.“ (Kurier, 27.03.) Dafür verwendet er verschiedene Argumente, die einem nichtdenkenden Menschen gerade recht kommen, der sich mit diesen IS-Terroristen und nahöstlichen Konflikten und den salafistischen Systemen und Diktaturen identifizieren kann.

 

 

Wilders´ Argumentation und Kritik speist sich aus einer unzeitgemäßen, verfälschten Version des Korans

 

Wilders kritisiert weiters: „Ich glaube nicht daran, dass man den Islam reformieren kann“.

 

Er sieht den Islam, den Koran und den Propheten Mohammed demnach also als einen monolithischen Block, den man nicht zerschlagen kann, der nicht reformierbar ist, den man nicht an die Zeitumstände anpassen kann. Damit stempelt er 1,57 Milliarden Muslime als fundamentalistische Taliban, bzw. IS-Terroristen ab.

 

Doch weder Aleviten, Sunniten, noch Schiiten vertreten diese theologisch-hermetische Auffassung, dass der Koran absolut wörtlich und nicht zeitgemäß interpretiert verstanden werden darf!

 

Mit diesem Statement stellt er den Koran als unabänderlich und nicht reformierbar dar – Ruft Wilders damit indirekt zur Idee der Endlösung auf?

 

Ist es nicht eine Schande für Wien, für alle Leute, die diesen Gedanken salonfähig machen, wie für diejenigen Leute, die den politisierten Islam seit Jahren in Wien salonfähig machen und gemacht haben?

 

 

Stellungnahme, Aufklärung und Kritik der TKG

 

Diesen politischen Islam kritisieren wir im Namen der TKG seit Jahren und werden ihn weiterhin kritisieren und aufklären. Das bedeutet auch, dass wir die betriebene Hetze von Wilders an dieser Stelle nicht unkommentiert lassen können. In Österreich ist die Meinungsfreiheit in der Verfassung festgeschrieben und ist ein wichtiger Teil der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, aber ohne Hetze!

 

Das größte Gut einer Religion liegt in ihrer Theologie, aber ihr größtes Übel kommt ebenfalls aus ihrer Theologie – wenn sie stagniert. Diese Stagnation hat die muslimischen Länder in die Geiselhaft genommen und diese Haltung versuchen Vertreter des politisierten Islams auch in Europa zu implementieren und einen Keil in die Gesellschaft hineinzutreiben.

 

Daher sagen wir, die Türkische Kulturgemeinde Österreich, dass beispielsweise die von Wilders zitierten Suren neu interpretiert werden müssen, wie viele andere auch – ortsgemäß, zeitgemäß und unter Nutzung des Verstandes und der Vernunft! Es sind eben Terroristen und Verbrecher, die diese Verse für ihren Machtanspruch missbrauchen!

 

Diese Verbrechen, welche im Namen des Islam begangen werden, haben absolut nichts mit dem Islam zu tun. Der politische Islam, als Wegbereiter für Fundamentalismus und Extremismus ist auf das Schärfste abzulehnen und nicht der Islam als Religion. Denn Religion und Nicht-Religiosität ist immer das, was die Menschen daraus machen.

 

Die Verantwortung liegt letztendlich beim Individuum, denn der Mensch wurde mit freiem Willen geboren. Deswegen darf es keine Unterstützungsliebhaberei gegenüber dem politischen Islam geben, welcher sich mittlerweile in ganz Europa niedergelassen und große Netzwerke aufgebaut hat. Unter dem Vorwand des interreligiösen und interkulturellen Dialogs agieren diese Gruppierungen gegen die Werte der EU und die der allgemein gültigen Menschenrechte. Dem müssen wir mit der Kraft der Vernunft und des Verstandes, auf dem Fundament der gemeinsamen Werte und der allgemein gültigen Menschenrechte, sowie mit keiner falsch verstandenen Toleranz entschieden entgegentreten.

 

 

TKG: Nein zum politisierten Islam! Nein zu jeglichem Rassismus, zu Menschenfeindlichkeit und Faschismus aller Art!

 

So lautet das Motto der TKG, von stolzen Österreicherinnen und Österreichern mit türkischen Wurzeln. 


Der Kern des Islam besteht nicht darin, dass man nach Mekka pilgert oder fünfmal am Tag betet oder während des Ramadans fastet oder auf Alkohol verzichtet . Das ist alles sehr wichtig, aber im Wesentlichen geht es im Islam um Gerechtigkeit.

 

Prophet Mohammed war gegen Armut und gegen Ignoranz. Aber die heutigen Herrscher in den sogenannten „muslimischen Ländern“ setzen den Islam vor allem als Machtinstrument ein. (Askari, SZ) 

Das Wort „Islam“ besteht aus den Wörtern „Selam“ und „Silm“. Das Wort „Selam“ bedeutet Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen und beschreibt die Rahmenbedingungen des Glaubens, die jeder Moslem – besonders auch für andere – zu schaffen verpflichtet ist.

 

Im Nahen Osten werden gerade alle diese Werte zunichte gemacht und daher müssen alle, besonders die Moslems, hier gegen diesen Terror im Namen unserer Religion aufstehen.

 

„Die Grenze ist überschritten, die in einer zivilisierten Gesellschaft zulässig ist“





Muzicant sagte im Gespräch mit dem STANDARD am 21.05.2010: „Als Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde fühle ich mich verpflichtet, massiv davor zu warnen, dass zwischen dem, was die Antisemiten und Nazis in den 20er- und 30er-Jahren gemacht haben und dem, was die FPÖ-Politiker in diesen Wochen treiben, kein großer Unterschied ist. Wohl betont: 20er- und 30er-Jahre“.

Und weiter: „Die sagen’s jetzt gegen die Moslems, verunglimpfen eine Religionsgemeinschaft und deren Vertreter, beschimpfen Moslems, dass sie keine ordentlichen Österreicher sind und so weiter.“ Das sei unerträglich. „Es sind nur dieses Mal nicht die Juden sondern die Moslems. Aber die Diktion, die Sprache, die Vergleiche, die Unwahrheiten, die Hetze waren genau das selbe“, meint der IKG-Präsident. Es sei, so Muzicant, „eine Schande für unsere österreichische Heimat, dass im Jahr 2005 so etwas möglich ist. Und dann wundern wir uns, wenn man uns im Ausland als Nazis beschimpft.“ Für den IKG-Präsidenten ist längst „die Grenze überschritten, die in einer zivilisierten Gesellschaft zulässig ist. Wenn ich gegen eine Religionsgemeinschaft hetze, dann ist das in meinen Augen nicht mehr zulässig.“ (Der Standard, Printausgabe, 21.10.2005)

 

 

„Liebe Deinen Nächsten“ ist vielleicht schwer, aber…!

 

Wir, die TKG, wissen, dass das Judentum als abrahamitische Religion zu uns als Moslems, liberalen Aleviten und liberalen Sunniten, gehört und betrachten die Juden als Brüder und Schwestern, denn ebenso wie das Christentum, gehört es auch zu den Buchreligionen. 

„Du sollst Deinen Nächsten lieben wie dich selbst“, sagt das Alte Testament im Buch Levitikus 19,18. 

Ein Rabbiner sagte dazu vor kurzem einmal in Wien: „Das ist vielleicht zu viel verlangt.“

 

Wir finden, wir sollten uns aber wenigstens an den Vorsatz halten, niemandem das zuzufügen, was wir nicht für uns selbst wollen. Aber mehr noch, denn dieses Gebot lehrt uns, auf den Nächsten zu achten und ihm zu helfen, wo wir es nur können. Dieser Rabbiner und viele christliche, humanistische Menschen sind unsere Vorbilder! Und dafür müssen wir unsere Religion, den Islam, nicht aufgeben! Uns verbindet mit diesen Menschen vor allem der gegenseitige Respekt, die Achtung der Menschenwürde und unsere große Verbundenheit mit der österreichischen säkularen Verfassung.

 

 

Wilders hat die Menschenwürde verletzt, beschimpft und verächtlich gemacht

 

Immer wieder beschwört Wilders in seiner Rede den Wert der Freiheit. Dabei vergisst er, dass auch Muslime in Europa Freiheiten haben und gerade der Humanismus betont die Religionsfreiheit. O-Ton Wilders: „Der Islam darf sich nicht im eigenen Land ausbreiten!“. Damit beschränkt Wilders die Freiheiten andersgesinnter Gläubiger und Mitbürger. Damit wettert er eigentlich auch gegen die österreichische Verfassung, ohne sie beim Namen zu nennen. 

In dieser Logik kann man dann leicht zynisch fordern, verblendete Jugendliche doch einfach „in den Jihad ziehen zu lassen“.

 

Unsere Moral, unser Rechtssystem, unser familiäres Empfinden lassen diesen zynischen Umkehrschluss aber nicht zu. Dagegen verwehren wir uns! Kein muslimischer Familienvater will seinen Sohn in der syrischen Wüste sehen. Keine Mutter würde ihre Tochter dort hinschicken.

 Was darauf folgt, kennen wir aus der Geschichte und sagen: Wehret den Anfängen!

 

 

Wilders betreibt Hetze, auch nach dem Gesetz?

 

Der §130 des bundesdeutschen Strafgesetzbuches (StGB) „Volksverhetzung“ und der §283 des österreichischen Strafgesetzbuches (StGB) „Verhetzung“ sowie die entsprechenden internationalen Gesetze weltweit sind nicht umsonst von Parlamenten und Regierungen im Namen des Volkes verabschiedet worden.

 

Eine strafwürdige Verhetzung richtet sich demnach in allen Fällen gegen bestimmte Personengruppen, die der Täter als Angehörige einer bestimmten Rasse, Ethnie, Staatsbürgerschaft oder im Inland bestehender Kirchen und Religionsgesellschaften definiert. Nach Absatz 1 muss der Täter dabei öffentlich, das heißt für mindestens zehn Personen wahrnehmbar, zu Gewalt gegen die betroffene Gruppe auffordern oder aufreizen und damit die öffentliche Ordnung gefährden.

 

Nach Absatz 2 kann man das Delikt durch direkte Aufrufe zu Hass und Verachtung gegen eine Bevölkerungsgruppe begehen, die über einfaches Herabsetzen und Beleidigen hinausgehen, oder durch Äußerungen, die die Betroffenen als minderwertige Wesen quasi als Untermenschen hinstellen und damit „in ihrer Menschenwürde beeinträchtigen“.

 

TKG fordert: Menschenwürde in der österreichischen Verfassung verankern!

 

Für den hetzenden Wilders steht die „Verteidigung Wiens“ offenbar nicht für die Bewahrung des Christentums, das Bekenntnis zur Heiligen Dreifaltigkeit oder für die Kultur des Lebens, sondern für den Verteidigungskampf von „Freiheit, Ehre und Würde“.

 

Wir fragen: Welche Freiheit? Welche Ehre? Welche Würde?

 

Wie kann man diese drei Wörter dermaßen missbrauchen, vergewaltigen, verdrehen und gegen andere Religionen und Kulturen verwenden und die Ehre und Würde dieser Menschen derart mit Füßen treten? Jeder Moslem wird seine Freiheit, seine Ehre und Würde gegenüber Wilders und ähnlich tickenden Neo-Rassisten mit allen zu Gebote stehenden Mitteln zu schützen wissen.

 

Die TKG fordert nun, dass der Artikel 7 der Österreichischen Bundesverfassung, in dem unter anderem festgehalten ist, dass „alle Staatsbürger vor dem Gesetz gleich sind“, um folgende Formulierung ergänzt wird: „Die Menschenwürde ist unantastbar. Sie ist zu achten und zu schützen.“

 

Es wäre ein wichtiges Zeichen, diese Bestimmung der Charta der Menschenrechte auch in der österreichischen Bundesverfassung zu verankern. Dies würde auch dem Subsidiaritätsprinzip entsprechen. Verschiedene Menschenrechtsvergehen könnten dann direkt in Österreich einklagbar sein.

 

 

Wien taugt nicht als Symbol für den Anti-Islamismus.

 

Wer die Götzen „Freiheit, Ehre und Würde“ verehrt, sollte auch selbst danach handeln. 

Deswegen ist es einmal mehr lächerlich und unglaubwürdig, wenn sich national-liberale Leute wie Wilders zu demagogischen Führern aufspielen, als ginge es ihnen um die Verteidigung des christlichen Abendlandes oder des Christentums per se.

 

Überhaupt halten wir es für falsch, die Expansion des Osmanischen Reiches bis 1683 und die Zweite Türkenbelagerung mit der heutigen Situation zu vergleichen.

Das Osmanische Reich gibt es nicht mehr, Wien ist nicht belagert und braucht auch nicht entsatzt zu werden. Die TKG distanziert sich vom Neo-Osmanismus aller Art. Wir haben die Geschichte der Wiener Türkenbelagerungen schon oft studiert, sie taugt nicht als Sinnbild, Vergleich oder Metapher für heutige Probleme und Fragestellungen.

 

Dagegen wird die Türkenbelagerung heute trotzdem für populistische Hetze verwendet und ideologisch instrumentalisiert. Hetze gegen andere Rassen, andere Kulturen und andere Bekenntnisse, die in Wirklichkeit gar nicht so „anders“ sind. Nämlich Hetze gegenüber Türken und Moslems und alles, was der Volksmund darunter versteht.

 

 

Wettert Wilders gegen eine Kultur oder gegen eine Religion? 



 

Noch skurriler ist es, wenn Wilders dem Staat Israel einen Bärendienst erweisen zu wollen scheint. 

Wilders nimmt jeden Zuhörer in Geiselhaft: „Ein Krieg gegen Israel ist ein Krieg gegen uns alle!“. Wilders verschiebt auf dem ideologischen Schachbrett in einem Spiel gegen sich selbst FPÖler, Niederländer, Österreicher, Israelis, Jihadisten, Türken, Moslems, Juden, Christen, wie weiße und schwarze Bauern und stellt sich selbst einmal auf diese und einmal auf jene Seite.

 

In seiner Rede in der Wiener Hofburg stimmte er plötzlich die Zuhörer auf Israel ein: „Kann Israel nicht in Frieden existieren, können wir es auch nicht!“.

 

Noch verwirrter ist man, wenn man folgenden Aufruf Wilders´ analysieren will: „Lasst uns Seite an Seite mit Israel stehen, dem Bollwerk unserer Zivilisation im Nahen Osten, dem Leuchtfeuer in dunkler Gegend!“ Wilders will Israel und das Judentum, das Abendland und das Christentum dem Islam entgegensetzen. Wilders verwechselt hier aber Äpfel mit Birnen und glaubt scheinbar, damit Israel nützlich sein zu können. Seine Ideologie, seine Gedanken sind im Grunde nicht patriotisch, sondern zutiefst antisemitisch.

 

Wenn man sie objektiv analysiert, ist die Rede von Geert Wilders eigentlich indirekt Antisemitismus.

 

 

TKG: Wilders gebührt die „Saure Zitrone“




 

Wilders Rede ist eigentlich indirekt antisemitisch, wenn man richtig zuhört. Er ersetzt lediglich die Begriffe Judentum, Talmud und Tora durch die Begriffe Islam, Koran und Mohammed. Gestern sagte man: „An allem Schlechten sind die Juden schuld.“ Und morgen?

 

Unter dem Vorwand, für Israel einzustehen und unter der Behauptung, dieses sei ein Bollwerk der westlichen Zivilisation, führt er seine eigenartigen Thesen ad absurdum. Das Thema des Nahen Ostens ist dazu viel zu komplex und sollte nicht nach Wien transferiert werden und darf in Österreich nicht über Israel zur Hetze gegen Moslems werden.

 

Es ist ein Skandal erster Klasse, wenn sich der Islamkritiker Wilders in der Hofburg auf das „jüdisch-christliche Erbe“ beruft. Wer vom religiösen Erbe spricht, muss sich fragen lassen, wie sehr er denn überhaupt den Kern und die Lehre dieser Religionen verinnerlicht hat. Das Erbe kann schnell zur leeren Form werden, wenn man nicht am Kern festhält. Nächstenliebe, Gastfreundschaft, Feindesliebe sind kein Erbe, sondern Gebote und ziehen konkrete Taten nach sich. Der Begriff des Erbes ist auch problematisch, wenn das Erbe mit Hypotheken behaftet ist. Die Christen wissen das nur zu gut aus ihrer „eigenen“ Geschichte. Die Juden kennen das „jüdische Erbe“, das ihnen immer wieder wie ein Brandmal aufgedrückt wird. Fazit: Genozid! Die Moslems werden sich aber nicht genozidieren lassen!

 

Wilders spricht von jüdisch-christlichen Werten und einer „besseren Kultur“, einer „überlegenen Zivilisation“. Den Inhalt dieser Werte, dieser Kultur, dieser Zivilisation bleibt er aber schuldig. Wahrscheinlich meint er damit auch seine national-liberalen Forderungen nach Grenzüberwachung, Ausweisung und Assimilierung, jedenfalls nicht die Frohe Botschaft von Glaube, Liebe und Hoffnung. Fordert er doch in einem Aufwaschen den Austritt aus dem Schengen-Abkommen, die Ausweisung aller Jihadisten, etc.

 

Ihre Message, Herr Wilders, ist angekommen! 




 

Vielen Dank für den offenen Neo-Rassismus!

 

 

Fazit: Wir von der TKG halten die demagogische Logik von Geert Wilders für lächerlich, wenn nicht gar gefährlich, und empfehlen der FPÖ, sich von Hetzern wie Wilders zu distanzieren.

 

Wir fragen im Namen der TKG: Was ist der Unterschied zwischen der Propaganda der IS-Terroristen und der Hetze eines Herrn Wilders?

 

Die TKG ruft die FPÖ und Sympathisanten auf, die Spreu vom Weizen zu trennen und sich nicht auf platte Sonntagsredner einzulassen. Von Hetzern gegen Muslime muss sich die FPÖ eher distanzieren…Und wer hetzt und Hetze duldet, muss wissen, dass der Bumerang meist zurückkommt. Und jeder wahre demokratische Patriot muss Österreich von Hetze, egal aus welcher Ecke sie kommt, mit Vernunft, Verstand und Ehrlichkeit schützen.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann
Dipl.-Ing. Birol Kilic

 

 

Was ist Islam und was ist er nicht?

www.turkischegemeinde.at/index.php?id=343&tx_ttnews[tt_news]=34&cHash=fdc2afe46ef6cd5b26e11f1a1d14fddc

 

Rükfragen:

Dr. Melissa Günes
Generalsekretärin

Türkische Kulturgemeinde in Österreich
Avusturya Türk Kültür Cemiyeti

E-mail: m.gunes@turkischegemeinde.at

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25 03 2015
By: Redaktion 2 0

TKG ruft zur Unterstützung auf

Wien – Jeder Euro ist ein Zeichen gegen diese Unmenschlichkeit. Erstarren wir nicht vor diesem Genozid wie ein Kaninchen vor der Schlange in unserem schönen Büro oder Zuhause vor dem Computer. Handeln wir!“

 

In Syrien herrscht ein blutiger Krieg, der täglich neue Opfer fordert.

Laut UHNCR werden in den Nachbarländern täglich 5.000 neue Flüchtlinge registriert.

Millionen Menschen brauchen dringend Hilfe, die meisten davon sind Frauen und Kinder.

Täglich werden in Syrien auch Buben und Mädchen getötet oder verwundet, viele fliehen in die Nachbarländer, oft ohne ihre Eltern.

 

nachbarinnot.orf.at

 

Die Türkische KULTURgemeinde ruft auf, die Aktivitäten des Internationalen Komitees des Roten Kreuz (IKRK) im Nordirak und Nordsyrien zu unterstützen. Das IKRK verteilt Hilfsgüter an Flüchtlinge – allen voran Wasser und Nahrungsmittel – und leistet medizinische Hilfe in den Städten Erbil, Mosul, Kirkuk und Kobane.

Seit gestern hat das Rote Kreuz ein Spendenkonto mit dem Kennwort „IRAK“ eingerichtet.

 

TKG bittet um Spenden:

ROTEZ KREUZ
Erste BankIBAN: AT57 2011 1400 1440 0144, BIC: GIBAATWWXXX
Kennwort: Irak

 

Die Generalsekretärin der TKG, Melissa Günes : „Die Türkische KULTURgemeinde begrüsst diese Aktivitäten, nimmt selbst daran teil und ruft auch alle anderen Menschen, egal welcher Religion oder Herkunft zum Spenden auf. Spenden wir 5 Euro, 10 Euro oder mehr. Jeder Cent, jeder Euro, der an dieses Konto geht, ist ein Zeichen gegen diesen Genozid, gegen diese Unmenschlichkeit, die uns wie ein Kaninchen vor der Schlange erstarren lässt. Jeder Betrag bedeutet, ich habe mindestens etwas getan, es ist mir nicht egal. Beteiligen Sie sich gegen diesen Mord im Nordirak. Das Rote Kreuz leistet direkt Hilfe vor Ort und das mit Transparenz. Die TKG glaubt an die Möglichkeit eines friedlichen Zusammenlebens in einer Gemeinschaft, in der wir unsere friedlichen Ideen teilen und Freundschaften knüpfen können, unabhängig von Herkunft, Religion und sozialer Stellung. Egal welcher Religion wir angehören, wir dürfen unsere Augen und Herzen angesichts des Genozids im Irak nicht verschließen!. Im Nahen Osten passiert ein Massaker in der Qualität und Quantität eines schrecklichen Genozids, der von ‚angeblichen sunnitisch Fundemantalisten‘, die ‚islamische Markenslogans‘ verwenden, verübt wird. TKG verurteilt auf das schärfste diese Unmenschlichkeiten in Namen der Religion Islam .Das Wort ‚Islam‘ besteht aus den Wörtern ‚Selam‘ und ‚Silm‘. Das Wort ‚Selam‘ bedeutet Friede, Glück, Wolhbefinden und Vetrauen, welche die Rahmenbedingungen des Glaubens beschreiben, die jeder Moslem verpflichtet ist zu schaffen. Im Irak werden gerade alle diese Werte zu Nichte gemacht und alle, besonders Moslems, müssen hier gegen diesen Terror im Namen Ihrer Religion aufstehen.

 

WIR müssen unsere Stimme gegen die Massaker im NordIrak und Nordsyrien erheben!

 

…..Für die Kobanische Kurden in Nordsyrien

 

… FÜR die Yezidischen Kurden . FÜR unsere christlichen Brüder und Schwestern

 

… FÜR die Aleviten, die schiitischen Türkmenen und die Muslime Verhetzung, Vertreibung und Mord haben im Irak eine fürchterliche Dimension erreicht. Hier wird der Glaube massiv missbraucht. Hier wird der Gottesname missbraucht?Diese IS-Terroristen haben mit dem wahren Islam nichts zu tun! Das sind Mörder und Verbrecher!bJeder Euro ist ein Zeichen gegen diese Unmenschlichkeit. Erstarren wir nicht vor diesem Genozid wie ein Kaninchen vor der Schlange in unserem schönen Büro oder Zuhause vor dem Computer. Handeln wir!“

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06 02 2015
By: Redaktion 2 0

Talk im Hangar 7 – Europas Extremisten – Wie gefährdet ist Österreich?

Servus TV – 23.01.2015 Europas Extremisten – Wie gefährdet ist Österreich?   Die Attentate von Paris und weitere Terrordrohungen gegen Europa haben die Debatte über den Islam und die Zuwanderung neu entfacht. Ist die gesellschaftliche Ausgrenzung der Grund für die zunehmende Radikalisierung gewisser muslimischer Gruppen? Oder ist die Religion der Grund? Während muslimische Organisationen und westliche Politiker behaupten, die Anschläge islamischer Extremisten hätten nichts mit dem Islam zu tun, kritisieren andere die Gewaltbereitschaft des Islam.   Die Frage, wie sich unsere Gesellschaft vor religiösen Extremisten schützen kann, ohne dabei alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen, steht im Zentrum der Debatte. Tatsache ist: Rund 570.000 Muslime suchen ihren Platz in der österreichischen Gesellschaft. Nicht alle sind bestens integriert. Islamische Identität in einem europäischen Umfeld – kann das gut gehen?

 

www.servustv.com/at/Medien/Talk-im-Hangar-781

 

Talk im Hangar 7

Servus TV – 23.01.2015

 

Moderation: Michael Fleischkacker

 

Gäste:

Susanne Scholl – Journalistin und Auslandskorrespondentin

Birol Kilic – Präsident der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich

Friedrich Steinhäusler – Physiker und Terror-Experte

Henryk M. Broder – islamkritischer Publizist und Kolumnist

Gerhard Haderer – österreichischer Karikaturist

 

 

Talk im Hangar 7

Servus TV – 23.01.2015

 

Die Attentate von Paris und weitere Terrordrohungen gegen Europa haben die Debatte über den Islam und die Zuwanderung neu entfacht. Ist die gesellschaftliche Ausgrenzung der Grund für die

zunehmende Radikalisierung gewisser muslimischer Gruppen? Oder ist die Religionder Grund? Während muslimische Organisationen und westliche Politiker behaupten, die Anschläge islamischer Extremisten hätten nichts mit dem Islam zu tun, kritisieren andere die Gewaltbereitschaft des Islam. Die Frage, wie sich unsere Gesellschaft vor religiösen Extremisten schützen kann, ohne dabei alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen, steht im Zentrum der Debatte.

 

Tatsache ist: Rund 570.000 Muslime suchen ihren Platz in der österreichischen Gesellschaft. Nicht alle sind bestens integriert. Islamische Identität in einem europäischen Umfeld – kann das gut gehen?

 

Fest steht: Die Drohungen islamistischer Extremisten beschäftigen den heimischen Verfassungsschutz. Die Sicherheitsbehörden sind alarmiert, die Politiker besorgt und die Bürger verunsichert. Europas Extremisten verbreiten Angst und Schrecken. Viele Staaten reagieren mit verstärkten Kontrollen und Anti-Terror-Aktionen. Spezial-Einheiten werden aufgerüstet. Die Überwachung intensiviert.

 

Wie groß ist die islamistische Gefahr in Österreich wirklich? Sollten wir als Reaktion auf die jüngste Terrorwelle unsere Einwanderungspolitik überdenken? Holen wir mit den Flüchtlingsströmen auch automatisch den Terror mit ins Land? Wie kann verhindert werden, dass sich junge Muslime radikalisieren? Wer stoppt den Vormarsch der Extremisten?

 

Moderation
Michael Fleischhacker

 

Gäste:

Susanne Scholl – Journalistin und

Auslandskorrespondentin

Birol Kilic – Präsident der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich

Friedrich Steinhäusler – Physiker und Terror-Experte

Henryk M. Broder – islamkritischer Publizist und Kolumnist

Gerhard Haderer – österreichischer Karikaturist

 

Sendetermine:

Freitag 23.01.2015 | 2:20
Donnerstag 22.01.2015 | 22:20

 

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26 01 2015
By: Redaktion 2 0

Gemeinsame Erklärung anlässlich des Int. Holocaust-Gedenktages am 27. Jänner 2015

Wien – Feindschaft gegen Juden als Menschen, Volk und Religion ist ein altes Phänomen. Diese zunächst religiöse Judenfeindschaft war die Grundlage des Rassenantisemitismus bis hin zum Holocaust. Die Vereinten Nationen erklärten den 27. Jänner, den Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz im Jahr 1945, zum Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust. Auschwitz ist das Synonym für den Massenmord der Nazis an den Juden, dem ersten Versuch einer technologisch organsierten Liquidierung eines ganzen Volkes. Diesem modernen Rassenantisemitismus ging eine religiöse Judenfeindschaft voraus. Christliche Religionsgemeinschaften haben Judenhass (Antisemitismus) längst thematisiert, scharf verurteilt und bereits wesentliche Schritte zur Überwindung dieses Erbes gesetzt.

 

www.ots.at/presseaussendung/OTS_20150126_OTS0023/gemeinsame-erklaerung-anlaesslich-des-int-holocaust-gedenktages-am-27-jaenner-2015

 

Im islamischen Raum und unter den hier wohnenden Muslimen in Europa verzeichnet man in letzten Jahrzehnten bedauerlicherweise eine dramatische Steigerung des Judenhasses. (Beispiel: Malmö, Paris, Toulouse, Brüssel) Das beweisen entsprechende Umfragen (WZB-Berlin, Amadeu-Antonio Stiftung, Bielefelder Institut für Konfliktforschung, Grundrechtsagentur der Europäischen. Union und Deutsches Institut für Islamfragen.

 

Die Menschen in Europa unabhängig von ihrer religiösen und ethnischen Zugehörigkeit – sind gerade an diesem Internationalen Holocausttag gefordert, sich in Solidarität gegenüber Rassismus, Fundamentalismus, Juden- und Muslimenfeindlichkeit zusammen zu finden und zu verhindern, dass Mitglieder ihrer Gemeinschaften selbst zu antijüdischen oder sonstigen religionsfeindlichen oder rassistischen Akteuren werden.

 

Im Sinne einer pädagogischen Aufklärung kommt den Religionsverantwortlichen eine besondere Bedeutung zu, weil sie mit Besinnung auf den Kern aller Religionen zum Schutz der Menschenwürde besondere Akzente für den Frieden setzen können. Daraus ergibt sich auch die Notwendigkeit eigene theologische Traditionen auf ihre gegenwärtige Bedeutung hin kritisch zu hinterfragen, um sich von menschenverachtenden und meist politisch motivierten und aus dem historischen Kontext gerissenen theologischen Inhalten klar zu distanzieren.

 

Spannungen aufgrund unterschiedlicher politischer Narrative und Ansichten bezüglich Konflikten in anderen Teilen der Welt dürfen nicht nach Österreich importiert werden. Ganz im Gegenteil: in Österreich sind Akzente zu setzen, die zeigen sollen, dass Frieden und Solidarität unter den Religionen möglich ist. Die Muslime unter uns verwehren sich dagegen, dass Verse ihres heiligen Buches, des Korans, dazu benutzt werden, gegen andere Religionen, wie das Judentum oder das Christentum, zu hetzen. Vielmehr genießen das Judentum wie auch das Christentum besondere Anerkennung im Koran. Religiösen Antijudaismus, wie er von der Theologie des politischen Islams mit fundamentalistischen und verfälschten Koran-Interpretationen vertreten wird, lehnen wir ab.

 

Insbesondere verurteilen wir alle unmenschlichen und rassistischen Hadithe späteren Datums, die Verleumdungen gegenüber der Lehre des Propheten darstellen. Das Wort „Islam“ im Koran hat als Wurzel das Wort „Selam“, das „Friede“ bedeutet. Alle Muslime sind verpflichtet durch ihre Taten und Handlungen das Wort „Selam“ auch zu leben.

 

Die Juden unter uns weisen darauf hin, dass gemäß den Prinzipien der sieben noachidischen Gesetze der Ethik (Talmud Sanh. 56) Andersgläubige einen den Juden gleichen Anteil an der kommenden Welt haben und wir aus diesem Grunde jegliche Missionierung ablehnen. Angehörige anderer Religionen sind für uns gleichberechtigte Partner. Die Österreichische Bundesverfassung zu der wir uns alle als oberster ziviler Rechtsordnung bekennen, legt die Grundlage für ein friedliches Zusammenleben.

 

Islamische Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich
Israelitische Kultusgemeinde Wien – Israelitische Religionsgesellschaft
Türkische Kulturgemeinde in Österreich

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07 01 2015
By: Redaktion 2 0

Türkische Kulturgemeinde (TKG) verurteilt auf das Schärfste den abscheulichen Terroranschlag in Paris

Wien – Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt auf das Schärfste den abscheulichen Terroranschlag in Paris.

 

TKG-Obmann Birol Kilic verurteilt die Angriffe auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“ wie folgt scharf: „Ein solcher Akt des Terrors im Herzen von Paris gegen Vertreter einer kritischen Presse ist eine abscheuliche Tat und eine Barbarei der Sonderklasse, die mit dem wahren Islam nichts zu tun hat. Jede Meinung ist für uns wichtig. Auch die kritischer Andersdenkender. Die Journalisten sind die Märtyrer der Freiheit.

 

Unser tiefes Mitgefühl gehört den Familien, Freunden und Kollegen der Opfer in Paris.

 

Das ist ein frontaler Angriff auf unsere demokratischen Werte und die Freiheit unserer Gesellschaften, dem wir uns zusammen mit aller Kraft entgegenstellen müssen. Wir sind schockiert und entsetzt, rufen aber alle demokratischen Kräfte auf, sich nicht einschüchtern zu lassen.“

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