Jahr: 2016

23 12 2016
By: Redaktion 2 0

TKG: „Frohe Weihnachten und gutes neues Jahr!“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wünscht allen Freunden und ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und ein friedvolles Neues Jahr 2016!

 

Wir alle sind Menschen mit Heimat und Gesinnung und nicht bloß Namen oder Nummern auf einem Ausweis! Deswegen bedankt sich die Türkische KULTURgemeinde im Besonderen bei denen, die die Schutzsuchenden betreut und unterstützt haben. Dass die Sicherheit dabei nicht außer Acht gelassen werden darf, halten wir für selbstverständlich. Auch im neuen Jahr wollen wir das Gemeinsame vor das Trennende stellen, nicht nur in religiösen, sondern auch in politischen und alltäglichen Angelegenheiten und Fragestellungen. In diesem Sinne streckt die unabhängige Türkische KULTURgemeinde wie bisher als verlässlicher Partner im gesellschaftspolitischen Diskurs Österreichs die Hände aus.

Weihnachten ist ein Fest, welches von Gläubigen, weniger religiösen und nicht religiösen Menschen gleichermaßen als Kulturgut gefeiert wird. Kaum jemand kann sich den Festlichkeiten im intimen Familienkreis oder bei Freunden entziehen. Auch zehntausende  Menschen aus der Türkei in Österreich. Wir freuen uns genauso. Weil die besinnliche Stimmung viele Menschen aus der Türkei, die Ihre „Neue Heimat“ als Österreich sehen, auch sehr berührt.

Millionen von Christen werden in diesen Tagen die Freude haben, die Geburt Jesus Christi zu Hause und bei der Christmette  zu feiern. Nach Ihrem Glauben  tragen Sie, „ die christliche Weihnachtsbotschaft von der Menschwerdung Gottes, der zu den Menschen hinabgestiegen ist, in die Welt, die von Leid und Elend erschüttert ist.“  Auch bei den Muslimen steht Jesus Christus als einer der drei wichtigsten Propheten in hohem Ansehen, Liebe und Respekt. Isa, Sohn der Maria (Īsā ibn Maryam ). „Und wir haben Jesus, dem Sohn der Maria, die klaren Beweise gegeben und ihn mit dem heiligen Geist gestärkt.“ (Sure 2, Vers 87)

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie im Namen unseres Vorstandes gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2016! Möge es Glück und Frieden bringen, den sich die Welt so sehr erhofft!

Wir bedanken uns herzlich für die freundliche, konstruktive und zielführende gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr, und freuen uns auf weiterhin gute Kooperationen in der Zukunft. Frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr!

 

Türkische Kulturgemeinde in Österreich
Dipl.-Ing. Birol Kilic
Obmann

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23 12 2016
By: Redaktion 2 0

Gewalt kennt keine Weihnachtspause – die Frauenhelpline 0800 / 222 555 auch nicht!

Gewalt an Frauen und Kindern kommt an 365 Tagen im Jahr in Österreich vor.

 

Sie kennt leider keine Weihnachtsferien oder sonstige Feiertage. Die Frauenhelpline 0800 / 222 555 steht Betroffenen und Angehörigen ebenso wie Institutionen auch in dieser emotional oft angespannten Zeit rund um die Uhr, österreichweit und kostenlos zur Verfügung.

Besonders an Weihnachtstagen ist es wichtig, dass jemand da ist, der sich Zeit nimmt, um Anliegen anzuhören und gemeinsam nach möglichen Lösungen zu suchen. Durch einen Anruf bei der Frauenhelpline können Betroffene, Angehörige und Personen aus dem Umfeld von betroffenen Frauen rund um die Uhr Unterstützung, Begleitung, Beratung und Entlastung durch ein kompetentes Team von Psychologinnen, Juristinnen und Sozialarbeiterinnen erhalten.

Die Frauenhelpline bietet weiters Beratungen in arabischer, bosnisch-kroatisch-serbischer, englischer, persischer/Farsi, russischer und türkischer Sprache an und kann durch eine Kooperation mit dem RelayService von gehörlosen Menschen in Anspruch genommen werden.

 

Das Team der Frauenhelpline unterstützt auch gewaltbetroffene Frauen, die geflüchtet sind.

 

Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 / 222 555

österreichweit – kostenlos – rund um die Uhr – anonym – vertraulich

Weitere Informationen unter www.frauenhelpline.at

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23 12 2016
By: Redaktion 2 0

TKG: „Frohe Weihnachten und gutes neues Jahr“

 

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wünscht allen ein frohes Weihnachtsfest und ein friedvolles Neues Jahr 2017!

 

Wien (OTS) – Wir alle sind Menschen mit Heimat und Gesinnung und nicht bloß Namen oder Nummern auf einem Ausweis! Weihnachten ist ein Fest, welches von Gläubigen, weniger religiösen und nicht religiösen Menschen gleichermaßen als Kulturgut gefeiert wird. Kaum jemand kann sich den Festlichkeiten im intimen Familienkreis oder bei Freunden entziehen. Auch zehntausende Menschen aus der Türkei in Österreich. Wir freuen uns genauso. Weil die besinnliche Stimmung viele Menschen aus der Türkei die Ihre „Neue Heimat“ als Österreich sehen auch sehr berührt und Freude bereitet.

 

Säkularer, verfassungspatriotischer Partner

In diesem Sinne streckt die unabhängige Türkische KULTURgemeinde wie bisher als verlässlicher säkularer, verfassungspatriotischer Partner, der für Demokratie, Frauenrechte, Pressefreiheit und freie Meinungsäußerung und gegen Religionsmissbrauch in Österreich und in der Welt eintritt im gesellschaftspolitischen Diskurs Österreichs die Hände aus.

 

Trotzdem: Gemeinsame vor das Trennende stellen

Auch im neuen Jahr wollen wir das Gemeinsame vor das Trennende stellen, nicht nur in religiösen, sondern auch in politischen und alltäglichen Angelegenheiten und Fragestellungen weil die Werte Europas glauben wir sind stärker als Hass und Gewalt.

 

Wir leiden mit Ihnen

Unsere Gedanken ist in Berlin: Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten bei den Opfern und den Angehörigen derer, die bei dieser Tragödie ihr Leben verloren. Wir teilen Ihren Schmerz, wir fühlen und leiden mit Ihnen.

 

Nicht gewöhnen

Der IS-Terror hat mehrere Väter und Mütter, und man sollte hier diesen abscheulichen IS-Terror richtig diagnostizieren und die Bevölkerung unter dem Vorwand „Aufklärung“ nicht manipulieren bzw. die Wahrheit im Schatten lassen und uns nicht unserer besseren Traditionen entledigen: nämlich der Vernunft, der Aufrechterhaltung des ethischen Prinzips und der Suche nach unabhängigen Beweisen in Zeiten von Konflikten. Die Sümpfe, die seit Jahren für den IS-Terror vorbereitet wurden, verfolgen das Ziel, mit diesen pseudo-islamischen Terrormilizen die Infrastruktur und das Zusammenleben der Menschen zu zerstören. Hier darf man nicht falsch, eindimensional pauschalisieren, und wir müssen uns folgende Frage stellen und Antworten finden, bevor es zu spät ist: Wer dirigiert und finanziert die IS-Terroristen in der Welt? Nein wir werden an den Terror und Bedrohung als Teil des Lebens nicht gewöhnen.

 

Frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr!
Möge es Glück und Frieden bringen, den sich die Welt so sehr erhofft.

 

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG) 

Dr. Melissa Günes
Generalsekretärin

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161223_OTS0063/tkg-frohe-weihnachten-und-gutes-neues-jahr

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21 12 2016
By: Redaktion 2 0

TKG: „In Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen“

Ein Lastwagen ist in Berlin in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gefahren. Es wurden zwölf Menschen getötet, 48 verletzt. Der Beifahrer wurde offenbar erschossen. Eine Flüchtlingsunterkunft wurde durchsucht. Der Verdächtige soll ein 23-jähriger Pakistaner sein. Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) schreibt in seiner Aussendung wie folgt: „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten bei den Opern und den Angehörigen derer, die bei dieser Tragödie ihr Leben verloren“

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20 12 2016
By: Redaktion 2 0

TKG drückt sein herzliches Beileid aus

 

Wien (OTS) – Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG) drückt hiermit den Angehörigen des Botschafters in Ankara, der russischen Regierung und dem russischen Volk, sowie dem russischen Botschafter in Österreich herzliches Beileid aus.

 

Der Botschafter wollte in der Bildergalerie in Ankara mit dem Namen „Zentrum der zivilisierten Kunstzentrale“ eine Vernissage der Fotoausstellung „Russland in türkischem Auge“ eröffnen.

Dass ein fundamentalistischer und radikalisierter Polizist in der Türkei den Botschafter hinterrücks ermordet, zeigt wie hinterhältig und feige diese Menschen sind, egal welcher Nation sie angehören. Millionen Menschen in der Türkei und auch im Ausland finden diesen unzivilisierten, verräterischen und perfiden Mord inakzeptabel und unentschuldbar.

 

 

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG) 

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11 12 2016
By: Redaktion 2 0

TKG verurteilt den widerlichen Terroranschlag in Istanbul und in Kairo aufs Schärfste! LANET OLSUN!

Die Türkische Kulturgemeinde Österreich (TKG) ist in diesen Stunden mit den Gedanken bei den Angehörigen der Todesopfer (38 bis jetzt davon 30 Polizisten und 8 Zivilisten) und den Verletzten(155 bist jetzt), die bei der jüngsten Anschlagsserie am Samstag in Istanbul durch einen widerlichen Terroranschlag ums Leben gekommen sind. TKG verurteile auch den Anschlag(23 Tode und 49 Verletzte) auf koptische Christen in Kairo heute am Sonntag auch auf das Schärfste.

Der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich, Birol Kilic, verurteilt den widerlichen Terroranschlag in Istanbul wie folgt scharf:

„Im Namen der Türkische KULTURgemeinde in Österreich verurteilen wir die abscheuliche Terror in Istanbul und Kairo und Kafr-el-Sheikh  auf das Schärfste und sprechen den Angehörigen der Opfer unser tief empfundenes Beileid aus. Unser tiefstes Mitgefühl ist bei den Opfern und deren Angehörigen in diesen harten und schmerzlichen Stunden in Istanbul und in Kairo. Dieser Terroranschlag in Istanbul und in Kairo  ist ein abscheulicher Terror gegen die Menschheit.

Wir solidarisieren uns mit den koptischen Christen

Der Anschlag in Kairo zielt auf die ganze Nation mit ihren Christen und Muslimen und will das friedliche Zusammenleben mit der widerlichen terroristischen Gewalt total zerstören. Wir solidarisieren uns mit den koptischen Christen aus Wien und teilen ihre Schmerzen.

Welche „Kräfte“ stecken hinter diesem Terror?

 

Wir fordern sofort die Terroristen und diejenigen Kräfte, die hinter diesem Terror stehen, fündig zu machen. Man kann diesen Terror nicht auf einen Namen oder eine Richtung reduzieren, weil dieser Terror mehrere Mütter und Väter hat.  Hinter diesem Terror in Istanbul stecken mehrere Kräfte im In- und Ausland, die aus einem Stellvertreterkrieg stammen.


Eine Drohung für alle Länder

Gegen Terror sollte man, egal in welche Art, zusammenarbeiten und nicht in Schadenfreude agieren. Niemand sollte aus solchen Terrorakten versuchen Ziele zu erreichen, die eigentlich einen selbst treffen könnten. Ein solcher Akt des Terrors im Herzen von  Istanbul ist eigentlich eine Drohung für alle Länder. Terrorismus ist eine internationale, kannibalistisch sich vermehrende Pest, wovon jedes Land betroffen sein kann.  Niemand kann sagen: Es geht uns nichts an. Kannibalistisch deswegen, weil dieser Terror auch diejenigen treffen wird, die hier im In- und Ausland diesen Terror als Brandstifter vorbereiten, unterstützen und dann als Feuerlöscher auftreten.

 

Aussöhnung in der Türkei-Rückkehr zum Rechtsstaat 

 

Wir fordern eine Rückkehr zum Rechtsstaat in der Türkei, einen umfassenden Friedensprozess und ein Wiederaufleben der Demokratie.

 

Die Aussöhnung in der Türkei ist der einzige Weg, der die Türkei in eine sichere und wohlhabende Zukunft führt.

 

Wir sollten hier alle Politiker in der Regierung und alle Verantwortlichen in der Türkei aufrufen, sich sofort gemeinsam eine Versöhnungsebene zu finden.

 

Die Türkei muss im Inland sofort zu einer politisch und rechtsstaatlich friedlichen Atmosphäre zurückkehren. Wir fordern in der Türkei eine Rückkehr zum Rechtsstaat, einen umfassenden Friedensprozess und ein Wiederaufleben der Demokratie. Wir fordern alle demokratischen Kräfte auf, die Augen vor diesen Ereignissen nicht zu verschließen und die Türkei wieder auf den richtigen, demokratischen Pfad zu bringen.

 

Die Türkei sollte wieder stark an den säkularen und rechtsstaatlichen Prinzipien der Demokratischen Republik unbedingt festhalten und mit allen Mittel für diese Werte kämpfen.

Die Türkei muss wieder zu dem außen- und innenpolitisch säkularen demokratischen Prinzip ‚Frieden zu Hause, Frieden in der Welt‘ zurückkehren. „

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09 12 2016
By: Redaktion 2 0

Menschenrechtsbefund 2016: Hass im Netz gegen Geflüchtete steigt

Am 10. Dezember wird der Tag der Menschenrechte begangen.

Er gilt als Gedenktag zur Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948.  Aus diesem Anlass präsentiert die „Österreichische Liga für Menschenrechte“ den Menschenrechtsbefund 2016. Darin werden unter anderem menschenrechtliche Schieflagen in puncto Rassismus und Asylpolitik aufgezeigt.

Hetze und Hass im Internet gegen Geflüchtete nehmen demnach zu. Die „Obergrenze“ verstoße gegen die Grundrechtecharta. Das Schutzsystem für geflüchtete Frauen weise Lücken auf. Die Medienservicestelle Neue Österreicher/innen (MSNÖ) fasst die wichtigsten Ergebnisse in den Bereichen Asyl und Flucht zusammen.

 

Hass im Netz zielt auf geflüchtete Personen

„Geflüchtete – und assoziiert mit den Herkunftsregionen generell Personen, die dem Islam zugeordnet werden – sind seit Herbst 2015 zu einer der Hauptzielscheiben für Online Hass avanciert, und das nicht nur in Österreich, sondern in vielen Teilen Europas“, schreibt Claudia Schäfer von der Antirassismus-Stelle ZARA. Nach wie vor nehmen Hetze und Hass im Internet laut Menschenrechtsbefund zu. Betroffen sind nicht nur geflüchtete Personen, sondern auch all jene, die sich für einen menschenrechtlichen Umgang mit Flüchtlingen aussprechen (zum Beispiel PolitikerInnen oder JournalistInnen).

 

Auch der Verfassungsschutz berichtet von zunehmender Hetze im Internet. So stiegen die strafrechtlich relevanten Hinweise, die bei der NS-Meldestelle eingegangen sind, um mehr als das Doppelte: 2014 gingen 629 strafrechtlich relevante Hinweise ein, 2015 waren es 1.351. Der Anstieg sei auf die Anzeigen auf Grund von Verhetzung vor allem auf die steigende Zahl entsprechender Beiträge im Internet, zurückzuführen, heißt es im Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2015 (siehe auch MSNÖ-Artikel: Massiver Anstieg rechtsmotivierter Straftaten).

Von den von ZARA dokumentierten Fällen von Rassismus und Diskriminierung im Jahr 2015 fanden 20 Prozent im Internet statt. Dem Forum gegen Antisemitismus wurden im vergangenen Jahr 465 antisemitische Vorfalle gemeldet, 20 Prozent davon fanden im Internet statt.

 

Als besonders problematisch sieht Schäfer dabei zahllose Beispiele, die zeigen, dass der im Netz ausgedrückte Hass sich offline manifestieren kann – sei es, weil dadurch die Debatte rund um die Themen Flucht und Migration zusätzlich angeheizt wird oder weil Aufrufe zu Gewalt gegen Geflüchtete tatsächlich umgesetzt werden.

 

Um Hetze und Hass im Internet entgegenzusteuern, richtet der Menschenrechtsbericht u.a. folgende Empfehlungen an die Politik:

 

  • Informations- und Bildungsangebote für Internet-NutzerInnen zur Erkennung gefährdender und illegaler Inhalte
  • Schaffung von Anlaufstellen und Beratungseinrichtungen für Opfer und ZeugInnen
  • Einrichtung einer Infrastruktur, die die Einhaltung des „Code of Conduct für den Umgang mit illegaler Hassrede“ kontrolliert und sicherstellt
  • Stärkung bestehender Beratungs- und Meldeeinrichtungen

 

Lücken beim Schutz von geflüchteten Frauen

Einen Schwerpunkt widmet der Menschrechtsbefund dem Thema Gewalt gegen Frauen. Dabei wird kritisiert, dass nicht alle Frauen den gleichen Zugang zu Unterstützungsstrukturen sowie den entsprechenden Rechtsmitteln haben. Dazu zählen auch Frauen auf der Flucht.

 

In Österreich stieg der Anteil der Frauen, die um Asyl ansuchen, von 24,2 Prozent im Jahr 2014 auf 27,7 Prozent im Jahr 2015. Im laufendem Jahr gingen bis Ende Oktober 2015 12.099 Anträge von Frauen ein. Das entspricht einem Anteil an allen Asylanträgen von 32,5 Prozent (siehe MSNÖ-Artikel: Frauen und Flucht: Zahlen und Fakten).

 

Während in der Istanbul-Konvention* und in der Allgemeinen Empfehlung Nr. 32 der UN-Frauenrechtskommission festgelegt ist, dass von Gewalt betroffene Frauen ausreichenden Schutz erhalten müssen sowie frauenspezifische Verfolgungsgründe anzuerkennen sind, sieht die Realität laut aktuellem Menschenrechtsbefund anders aus. Konkret wird kritisiert, dass geflüchtete Frauen in der öffentlichen Diskussion zu Asyl und Flucht zu selten thematisiert werden. Zudem fehlen Daten, um das Ausmaß von geschlechtsspezifischer Gewalt bemessen zu können.

 

Weitere Kritikpunkte, die die Wissenschafterin Sabine Mandl benennt, betreffen insbesondere die Unterbringung. So seien die „im Gewaltschutzgesetz vorgesehenen Instrumente, wie die Wegweisung, das Betretungsverbot oder die Einstweilige Verfügung nur bedingt auf asylsuchende Frauen in Flüchtlingsunterkünften anwendbar“. Gleichzeitig werde Gewalt gegen geflüchtete Frauen begünstigt durch überfüllte Wohneinheiten, oftmals fehlenden Dusch- und Waschmöglichkeit oder durch die gemeinsame Unterbringung von alleinstehenden Frauen und minderjährigen unbegleiteten Mädchen mit Männern.

 

„Obergrenze“ verstößt gegen Grundrechtecharta

Anfang des Jahres beschloss die Bundesregierung die „Obergrenze“ für Flüchtlinge und verkündete, dass im laufenden Jahr 37.500 Personen in Österreich um Asyl ansuchen dürfen. Auch für die kommenden Jahre wurden „Obergrenzen“ festgelegt: 35.000 Asylanträge 2017, 30.000 Asylanträge 2018, 25.000 Asylanträge 2019 (siehe MSNÖ-Artikel: Österreich 2016: Maximal 37.500 AsylwerberInnen). Bis Ende Oktober gingen im laufenden Jahr 37.256 Asylanträge in Österreich ein, davon wurden jedoch nur 21.680 zum Verfahren zugelassen.

 

Die „Obergrenze“ für Flüchtlinge wurde und wird nicht nur von Zivilgesellschaft und unterschiedlichen NGO’s stark kritisiert, sondern verletzt laut dem Menschenrechtsbefund die Charta der Grundrechte der Europäischen Union.

 

„Tatsächlich führt die 2016 in Österreich vorgenommene Gesetzesänderung zu einer Verletzung von EU Primärrecht und stellt eine reele Gefahr der Verletzung der Grundrechte dar“, erklärt Emanuel Matti vom Institut für Österreichisches und Europäisches Öffentliches Recht im Menschenrechtsbefund. Konkret verstößt die neueste Novelle des Asylgesetzes gegen Artikel 47 der Grundrechtecharta: Diese legt das Recht auf ein unparteiisches Gericht und auf einen wirksamen Rechtsbehelf fest. Durch die Gesetzesänderung sei jedoch „kein effektives Rechtsmittel gegen behördliche Zwangsmaßnahmen vorgesehen“ sowie der „Zugang zum regulären Asylverfahren und seinen Garantien eingeschränkt“, erklärt Matti weiter. Zudem verstoße die österreichische Gesetzesänderung gegen Artikel 20 der Grundrechtecharta, der die Gleichheit aller vor dem Gesetz regelt.

 

Nicht nur Flüchtlinge von Kürzung der Mindestsicherung betroffen

Ein in den vergangenen Monaten heftig diskutiertes Thema in Österreich ist die Bedarfsorientierte Mindestsicherung für subsidiär Schutzberechtigte und Flüchtlinge. Im Menschenrechtsbericht wird aufgezeigt, dass die BezieherInnen-Zahlen der Mindestsicherung nicht erst seit den verstärkten Fluchtbewegungen steigen. Bereits seit 2000 – also auch im alten System der Sozialhilfe – nahmen die Zahlen der BezieherInnen in einem ähnlichen Ausmaß zu wie jetzt: „Über Flüchtlinge wird gesprochen, um über die wahren Gründe für den Anstieg der Mindestsicherung im letzten Jahrzehnt zu schweigen: fehlende Arbeitsplätze, steigende Wohnkosten, schwere gesundheitliche und psychische Probleme, Pflegekosten, ein aussonderndes Bildungssystem, prekäre und nichtexistenzsichernde Jobs“, so der Mitbegründer der Armutskonferenz, Martin Schenk, über die seiner Meinung wahren Gründe des Anstiegs der BezieherInnen.

 

Einzelne Bundesländer änderten bereits ihre Gesetze bezüglich der Frage, wer wie viel Mindestsicherung erhalten soll. Laut Armutskonferenz seien von den Gesetzesänderungen nicht ausschließlich Schutzberechtige oder Asylberechtigte betroffen. Massive Verschlechterungen werde es künftig u.a. für GeringverdienerInnen, alleinerziehende Mütter, chronisch kranke Personen, für MindestpensionistInnen oder für Eltern, die mit ihren erwachsenen Kindern mit Behinderung in einem Haushalt leben, geben.

 

Daher kritisiert Schenk, dass auf dem Rücken der aktuellen Fluchtbewegungen eine Neiddebatte geführt werde, obwohl von der Kürzung der Mindestsicherung nicht nur Flüchtlinge, sondern generell die Ärmsten der Gesellschaft betroffen sind: „Während Menschenrechte im Kontext von Asyl zunehmend ausgehebelt werden und soziale Grundrechte bei den ärmsten zehn Prozent der Bevölkerung unter Druck geraten, wird in fast jeder Diskussion, in beinahe jeder Rede, sowie in jedem zweiten Zeitungsartikel auf ‚unsere Werte‘ gepocht“, so Schenk.

 

 

Weitere Informationen und Kontakte:

 

* Die Konvention des Europarates zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewalt an Frauen und häuslicher Gewalt, auch Istanbul-Konvention genannt, trat 2014 in Kraft. Österreich ratifizierte die Konvention bereits 2013.

 

Österreichische Liga für Menschenrechte, Kira Preckel, Tel.: 0650 416 76 44,  k.preckel@liga.or.at

 

Bundesministerium für Inneres, Asylstatistiken

 

Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Bundesministeriums für Inneres; karl-heinz.grundboeck@bmi.gv.at; Tel: 01 53126 – 2490

 

ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit, Claudia Schäfer, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: +43 (0) 1 929 13 9918, presse@zara.or.at  

 

Armutskonferenz, Martin Schenk, Tel.: 01 40 9 80 0 1- 12, martin.schenk@diakonie.at

www.facebook.com/pages/Medien-Servicestelle-Neue-%C3%96sterreicherinnen/220692274684591

 

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05 12 2016
By: Redaktion 2 0

TKG gratuliert Van der Bellen zu Wahlerfolg!

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) gratuliert Alexander Van der Bellen zu seinem Sieg bei der Bundespräsidentenwahl.

„Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) gratuliert und wünscht dem neuen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen viel Erfolg und viel Kraft für die Ausübung seines Amtes. Wir wünschen auch dem 3. NR-Präsidenten und Gegenkandidaten Norbert Hofer alles Gute. Wir haben in Österreich gerade sehr viele Probleme wo die Spreu vom Weizen immer wieder nicht getrennt wird. Aber die Probleme sind da, um diese gemeinsam zielführend zum Wohl des Landes Österreich und für alle Menschen ausnahmslos zu lösen. Wir sollten mehr als vorher das Gemeinsame, nicht das Trennende in den Vordergrund stellen.“, so TKG Obmann Birol Kilic.

Quelle-Link:

APA-OTS am Montag – 5.12.2016 um 9:17 Uhr

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161205_OTS0020/tkg-gratuliert-van-der-bellen-zu-wahlerfolg

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03 12 2016
By: Redaktion 2 0

Unbedingt am 4. Dezember wählen gehen! 14 Antworten für Unentschlossene

Die Wiederholung der Bundespräsidenten-Stichwahl wurde auf Sonntag, den 4. Dezember 2016 VERSCHOBEN. Es dürfen alle österreichischen Staatsbürgerinnen/österreichischen Staatsbürger, die am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sind, an der Wahl teilnehmen.

14 Antworten für Unentschlossene

Welche Frage würden Sie den beiden Stichwahlkandidaten im Hofburg-Rennen stellen: Das wollten wir von unserem Publikum wenige Tage nach der US-Wahl wissen. Zu den sieben repräsentativsten bzw. prägnantesten Fragen der ORF.at-Leserinnen und -Leser haben sich Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen in kurzen Video-Statements positioniert.

 

orf.at/wahl/beingpresident/stories/2368909/

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21 11 2016
By: Redaktion 2 0

Buchpräsentation Orient & Okzident- Das neue Buch des „Neue Welt Verlag“

Der Neue Welt Verlag, die Österreichische Akademie der Wissenschaften und die „Türkische Kulturgemeinde in Österreich“(TKG) freuen sich JournalistenInnen und Interessierte begrüßen zu dürfen.

Das Buch Orient & Okzident-Begegnungen und Wahrnehmungen aus 500 Jahren ist Band 4 der Buchreihe des „Neue Welt Verlag“ und wird vom Verleger Birol Kilic herausgegeben. Für diesen Band konnte der „Neue Welt Verlag“ zwei hervorragende Herausgeber und 24 hochqualifizierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gewinnen. Die beiden Herausgeber Barbara Haider-Wilson und Maximilian Graf sind auch Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften und waren schon an einer Vielzahl historischer Publikationen beteiligt.

 

EINLADUNG

Datum: 30.11.2016
Mittwoch 18:00 c.t.

Ort: Theatersaal der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften
Wien I., Sonnenfelsgasse 19

Anmeldung erbeten unter:
office@neueweltverlag.at
oder 0043-1-513 76 15-0

 

Es ist für unseren Neue Welt Verlag in Wien eine große Freude, mit 24 Top-Wissenschaftlern und -Wissenschaftlerinnen der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Freien Universität Berlin, des Österreichischen Historischen Instituts in Rom, der Universität Wien, dem Museum für angewandte Kunst in Wien, der Karl-Franzens-Universität Graz, der Kunstuniversität Belgrad, der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, der Westböhmischen Universität Pilsen und freischaffenden Wissenschaftlern verschiedener Fachbereiche dieses Buch zu präsentieren.

 

Das Buch „Orient & Okzident – Begegnungen und Wahrnehmungen aus 500 Jahren“ ist Band 4 der Buchreihe des „Neue Welt Verlag“ und wird vom Verleger Birol Kilic herausgegeben. Für diesen Band konnte der „Neue Welt Verlag“ zwei hervorragende Herausgeber und 24 hochqualifizierte Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gewinnen. Die beiden Herausgeber des Buches Barbara Haider-Wilson und Maximilian Graf sind auch Mitarbeiter der Akademie der Wissenschaften und waren schon an einer Vielzahl historischer Publikationen beteiligt.

 

Das Buch thematisiert eine historische Betrachtung des Verhältnisses zwischen „Orient“ und „Okzident“, beides weit mehr als Raumkategorien, und verweist auf ein enges Beziehungsgeflecht, das sich über die Jahrhunderte aufbaute. Wie die darin versammelten Beiträge mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Nachbarn Habsburgermonarchie und Osmanisches Reich zeigen, standen neben den bekannten kriegerischen Auseinandersetzungen eine Vielzahl friedlicher Interaktionen und ein reger Austausch. In der historischen Reflexion wird ein wirkmächtiges Naheverhältnis sichtbar, das sich aus Gemeinsamkeiten und Gegensätzen, aus Begegnungen und Bilderwelten speiste.

 

Über die Entstehung der monotheistischen Religionen Judentum, Christentum und Islam hinweg führt das Buch durch einen historischen Diskurs, der sämtliche Stationen der Geschichte behandelt.

 

Neue Welt Verlag
Orient&Okzident 
Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten
Hardcover, 770 Seiten mit Bildern
ISBN 9783950306194
€ 49,90

 

PROGRAMM 

Begrüßung

Arnold Suppan

Österreichische Akademie der Wissenschaften

 

Worte des Verlegers
„Ein Traum wird Wirklichkeit“
Birol Kilic
Neue Welt Verlag / Geschäftsführer

 

Vorstellung des Buches
Barbara Haider-Wilson
Institut für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
& Maximilian Graf
Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien

Moderation und Diskussionsleitung
Otmar Lahodynsky
President, Association of European Journalists, profil

 

„Der Neue Welt Verlag legt mit diesem facettenreichen Band einen gewichtigen Beitrag zur langen Geschichte von Interaktionen zwischen Orient und Okzident vor. Damit beweist er erneut sein gesellschaftspolitisches Engagement, wissenschaftliche Erkenntnisse zu aktuellen Themen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dem bedeutungsvollen Buch sind viele Leserinnen und Leser zu wünschen.“
Prof. Dr. Arnold Suppan,
Österreichische Akademie der Wissenschaften

 

Mehr: http://www.neueweltverlag.at/index.php?id=1252

 

Rückfragen & Kontakt:

Neue Welt Verlag
Mag. Deniz Sel
d.sel@neueweltverlag.at
www.neueweltverlag.at

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19 11 2016
By: Redaktion 2 0

Der Koran entlarvt den „Islamischen Staat“ als antiislamisch

 

Terror-Chef Al-Bagdadi hat Muslime aller Welt zu den Waffen gerufen. Nicht nur der gesunde Menschenverstand hält davon ab, ihm zu folgen, sondern auch islamische Ein Kommentar von Tahir Chaudhry

 

Der selbst ernannte Kalif des „Islamischen Staates“ hat Muslime aus aller Welt erneut  aufgefordert, seinen Terror-Feldzug zu unterstützen. „Es gibt keine Entschuldigung für Muslime, nicht dem Islamischen Staat beizutreten“, betonte der IS-Chef Al-Bagdadi nun in einer Audio-Botschaft. Die meisten Muslime werden diesen Appell natürlich weit von sich weisen. Aus gesundem Menschenverstand, aber auch, weil hier Terroristen das Label „Muslim“ missbrauchen – in völliger Verkennung der islamischen Frühgeschichte und der religiösen Prinzipien des Islam.

Islamisten ziehen sich aus 6.000 Versen sechs heraus, um ihre menschenverachtende Ideologie zu rechtfertigen. Sie behaupten zu wissen, was der „wahre“ Islam sei. Die westlichen Islamkritiker sind bereit, diese Interpretation der Extremisten zu akzeptieren, um ein Terrorpotenzial in seinen Quellen ausmachen zu können. Warum aber kommen sie nicht auf den Gedanken, dass nicht eine bestimmte Lesart des Koran zur Gewalt führen muss – sondern die Lust an der Gewalt zur entsprechenden Lesart?

Der Koran ist kein Nachschlagewerk, wie viele Menschen im Westen – und auch viele ungebildete Muslime – glauben. Es ist ein Buch, das als Gesamtwerk im historischen und textuellen Kontext verstanden werden muss.

 

Muslime müssen Verteidiger der Glaubensfreiheit sein

Der Islam ist deshalb längst keine pazifistische Religion. Es gibt Koranverse, die Gewalt rechtfertigen. Immerhin entstand der Islam in kriegerischen Zeiten, indem Muslime ständig fürchten mussten, ausgerottet zu werden. Für die Mekkaner des 7. Jahrhunderts galt die Botschaft des Propheten Mohammed als Blasphemie. Außerdem sahen sie ihr Geschäft und ihre Macht gefährdet. Sie verspotteten, verfolgten und töteten die frühen Muslime. Erst nach 13 Jahren, als die Muslime aus Mekka auswanderten und trotzdem weiter verfolgt wurden, verkündete der Prophet, dass es erlaubt sei, zu den Waffen zu greifen. Unmittelbar danach begrenzte er diese Erlaubnis zum Kampf: „Und wenn sie sich dem Frieden zuneigen, dann neige (auch du) dich ihm zu (und lass vom Kampf ab)!“ (8:61).

Im Koran heißt es explizit, dass nur diejenigen sich verteidigen dürfen, denen „Unrecht geschehen ist“ und die „unberechtigterweise aus ihren Wohnungen vertrieben worden sind, nur weil sie sagen: Unser Herr ist Allah!“.  Im nächsten Vers wird erklärt, dass wenn Muslime sich weiterhin zurückhalten würden, „Klöster, Kirchen, Synagogen und (andere) Kultstätten zerstört würden, in denen der Name Allahs unablässig erwähnt wird.“ (22:40). Vor diesem Hintergrund ist die blinde Zerstörungswut des IS, die sich gegen die Heiligen Stätten aller Andersgläubigen und auch ihrer Glaubensbrüder richtet, Verrat an ihrer eigenen Religion.

 

Für den Krieg gibt es Regeln und Grenzen

Der erste Kalif des Islam, Abu Bakr, mit dessen Namen sich der Terror-Chef des IS nun schmückt, führte zwar tatsächlich mehrere Kriege. Vor dem ersten Marsch verbot er den Kämpfern jedoch, Menschen zu betrügen und auszubeuten. Er forderte: „Verstümmelt keine Leichen, tötet keine Kinder, keine alten Männer und keine Frauen!“ (at-Tabarī). Sie durften keine Bäume fällen, Tiere töten, Andersgläubige beim Gebet stören oder Kirchen und Tempel zerstören. Diese Regeln kennt die gesamte islamische Orthodoxie. Der IS-Terror kennt sie nicht.

Der Koran untersagt außerdem, dass Gefangene getötet werden – der IS köpft sie vor laufenden Kameras. Sklaverei wurde durch den Propheten Mohammed schrittweise abgeschafft. Mehrere Koranverse fordern eine Freilassung von Sklaven. Auch die beim IS beliebte Zwangskonvertierung widerspricht unzähligen Koranversen. So heißt es zum Beispiel: „Und wenn dein Herr wollte, würden die, die auf der Erde sind, alle zusammen gläubig werden. Willst nun du die Menschen (dazu) zwingen, dass sie glauben?“ (10:99).

 

Mohammed war kein machtbesessener Wüstenkrieger

Allerdings ist der Versuch radikaler Islamisten, den Propheten Mohammed als machtbesessenen Wüstenkrieger darzustellen, nicht bloß eine Erfindung der Islamkritiker. Radikale Denker entwickelten dieses Bild als Reaktion auf Fremdherrschaft und Kolonialismus. Es ist also nicht sinnvoll, die jüngste Geschichte des politischen Islam rückwirkend auf die gesamte Geschichte des Islam zu projizieren. Fanatiker gleich welchen Hintergrundes waren schon immer das Produkt von sozialen oder politischen Problemen.

Mohammed steht im Koran hingegen eher für seine unzähligen Akte der Gnade, Liebe und des Mitgefühls. Im Koran heißt es sogar: „Wir entsandten dich nur als eine Barmherzigkeit für alle Welten“ (21:107). Gemäß Eigendefinition ist der Koran eine „Rechtleitung für die Rechtschaffenen“ (2:2), die „Gereinigten“ (56:79) und nicht für Menschen gedacht, „in deren Herzen Verderbnis wohnt“ (3:7). 113 der 114 Suren des Koran beginnen mit den Worten „Im Namen Gottes des Gnädigen des Barmherzigen“.

Der IS fällt in vorislamische Muster zurück

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09 11 2016
By: Redaktion 2 0

TKG: Gedenken an Novemberpogrome-„Türkischer Tempel“

Der Novemberpogrom bildete den Höhepunkt der anti-jüdischen Politik des nationalsozialistischen Regimes im Jahr 1938 und insbesondere am 9.-10.November. Die Systematik, mit der innerhalb einer einzigen Nacht die Synagogen im gesamten Reichsgebiet in Brand gesteckt wurden. Eine davon war der „Türkischer Tempel“ -Die Wiener türkisch-israeilitische Gemeinde und Synagoge-in der Zirkusgasse 22 in 1020 Wien.“

 

 In Österreich wurden in der Nacht auf den 10. November 1938 30 Juden getötet, 7.800 verhaftet und aus Wien rund 4.000 sofort ins Konzentrationslager Dachau deportiert. Der Begriff „Pogrom“ kommt aus dem Russischen und bedeutet „Verwüstung“ und „Unwetter“. Die NS-Propaganda versuchte, die Aktion als spontane Antwort der Bevölkerung auf den Tod des deutschen Diplomaten Ernst von Rath auszugeben. Dieser war am 7. November 1938 in Paris von einem 17-jährigen Juden namens Herschel Grynszpan niedergeschossen worden und starb später.“(1)

„Im ausgehenden 19. Jahrhundert erfuhr Wien infolge des stetigen Wachstums der jüdischen Bevölkerung und deren rechtlicher Gleichstellung, die es ihr erlaubte, auch nach außen hin sichtbare Gebetsstätten zu errichten, eine bis dahin nie erlebte Blüte im

Synagogenbau. Unter den zahlreichen neu errichteten Gebetshäusern zählte der Tempel der türkisch-sephardischen Gemeinde zu den prachtvollsten überhaupt. Der Bau, der in den Jahren 1885-1887 im 2. Bezirk in der Zirkusgasse 22 errichtet worden war, wurde sogar über die österreichische Grenze hinaus als einer der schönsten Mitteleuropas angesehen und diente auch als Vorbild für auswärtige jüdische Kultstätten, unter anderem für die Synagoge in Sofia.(2)“

 


Naim Güleryüz

Deutsche Bearbeitung Birol Kilic

Am 16. November 1885, bei den Feierlichkeiten zur Grundsteinlegung einer neuen Synagoge in Wien 2., Zirkusgasse 22, wurden die eingeladenen Gäste vom Vorsitzenden der Wiener sefardischen Juden1 Marcos Russo mit folgenden Worten begrüßt: „Während der Regentschaft seiner Majestät Franz-Josef als Kaiser von Österreich und seiner Majestät Abdülhamid II. als Sultan des Osmanischen Reiches, und der Dienstzeit von Sadullah Pascha als dem Botschafter des Osmanischen Reiches in Wien und Marcos Russo als dem Vorsitzenden der türkisch-israelitischen Gemeinde wurde mit dem Bau dieses Gebäudes angefangen, um die religiösen Bedürfnisse der sefardischen Juden zu befriedigen.“

 

Während der offiziellen Eröffnungszeremonie der Synagoge, deren Tor von nebeneinander gehissten österreichischen und osmanischen Fahnen geschmückt war, am 17. September 1887 um 19 Uhr, folgte auf sefardisch-spanische Gebete das Anoten-Gebet für Franz-Josef und Abdülhamid II. und die Nationalhymnen der beiden Länder.

Diese Synagoge, in deren Mittelhalle die lebensgroßen Portraits beider Herrscher hingen, wurde durch die Schönheit ihrer unverfälscht modernisierten traditionellen östlich-spanischen Musik und die ausgezeichneten Gottesdienste auch unter den Aschkenasim beliebt. Nach der Gründung der Türkischen Republik wurden die Herrscherportraits entfernt und durch große Spiegel ersetzt.

In dieser Synagoge, die vom Architekten Ritter von Weidenfeld nach dem Vorbild des Alhambra-Palastes in Granada im Maghreb-Stil erbaut wurde, und die 314 Sitzplätze für Männer (bei Bedarf bis 594 ausbaubar), 100 Sitzplätze für Frauen und etwa 500 Stehplätze bot, wurde jedes Jahr der Geburtstag von Abdü

lhamid II. mit einer besonderen Zeremonie gefeiert. Die österreichische Regierung wurde von einem leitenden Beamten des

Außenministeriums und einem hochrangigen General des Kriegsministeriums vertreten; der osmanische Botschafter und das Botschaftspersonal nahmen in Galauniformen an der sog. Sultanfeier teil.

Während des Ersten Weltkrieges wehten nach wie vor österreichische und osmanische Fahnen zu jedem feierlichen Anlass zusammen am Tor der Synagoge, da beide Länder im Krieg auf der gleichen Seite kämpften.

In Folge der neuen nationalistischen Bewegung um 1925 fingen die Sefarden an, Wien zu verlassen. Die letzte prunkvolle Zeremonie in der Synagoge, an die man sich erinnert, war die Gedenkfeier zum 800. Geburtstag des großen Denkers Maimonides.

In der Kristallnacht4 vom 9. auf den 10. November 1938 teilte die Wiener sefardische Synagoge das Schicksal aller anderen deutschen und österreichischen Synagogen: sie wurde von den Nazis zerstört und in Brand gesteckt.

 

Woher kam nun dieses Interesse an den Osmanen, deren Sultan, Fahne und Nationalhymne in Wien, in der Stadt, die die Osmanen zwar unter Süleyman dem Prächtigen (1529) und mit Kara Mustafa Pascha (1683) zweimal belagert, aber nie regiert und vor deren Toren sie kehrt gemacht hatten? Gehen wir jetzt zu den Anfängen unserer Geschichte, in das Spanien des 18. Jahrhunderts zurück, wo noch die Inquisition herrschte.

Laut Überlieferung wird zu der Zeit in Madrid ein Junge namens Mosche Lopez Pereira seiner Familie weggenommen, auf den Namen Diego dÂ’Aguilar getauft und als Priester erzogen. Diego macht schnelle Fortschritte in seiner Erziehung, wird zum leidenschaftlichen Befürworter der Inquisition und wird sogar zum Bischof ernannt. Mosche LopezÂ’ Mutter und Schwester sind Maranos und üben ihr Judentum heimlich aus. Seine Schwester wird denunziert, festgenommen und zur Verbrennung am Scheiterhaufen (Autodafé) verurteilt. Am Tag vor der Vollstreckung des Urteils besucht die traurige und hoffnungslose Mutter den Bischof Diego dÂ’Aguilar in seinem Palast und fleht um die Begnadigung ihrer Tochter, doch der Bischof lehnt diese Bitte ab. Die verzweifelte Mutter erzählt daraufhin die Wahrheit, erklärt ihm, dass sie seine Mutter und die Verurteilte seine Schwester sind, er in Wirklichkeit Mosche Lopez heißt.

Dieser Name erweckt viele Kindheitserinnerungen beim jungen Bischof. Er fängt zu weinen an, läuft aus seinem Palast hinaus, aber er kommt aber zu spät: seine Schwester ist auf dem Scheiterhaufen auf schreckliche Art und Weise gestorben. Diego, oder Mosche, zieht sein Bischofsgewand aus und wirft es weg. In diesem Land kann er nicht mehr bleiben und flieht nach Österreich, das von Maria Theresia regiert wird. Einst besuchte die Königin, damals noch Erzherzogin, mit ihrem Vater Karl VI. Madrid und schenkte dem Bischof als Dank eine Goldkette nach einem Empfang zu ihren Ehren. Die Kaiserin gewährt Mosche und einigen anderen Juden, die mit ihm fliehen konnten, Asyl und erlaubt ihnen, in Österreich zu bleiben und ihre Religion frei ausüben zu können.

 

Diese Darstellung basiert auf einer Erzählung von Graf von Hoyos, die von Dr. Angel Pulido Fernandez und Rabbi Dr. Manfred Papo6 überliefert wurde und unterscheidet sich von der Darstellung in Encyclopedia Judaica und in den geschichtlichen Untersuchungen. Laut Encyclopedia Judaica kommt Mosche Lopez Pereira im Jahre 1699 als Sohn eines Marano-Bankiers in Portugal auf die Welt. Der Vater ist im Besitz des portugiesischen Tabak-Monopols. Angesichts der Schwierigkeiten, als Marano in Portugal zu leben, immigriert Diego 1722 zuerst nach London und dann nach Wien. Nachdem er sich durch wessen Hilfe auch immer in Wien niedergelassen hat, tritt er aus der Kirche aus, kehrt zum Judentum zurück und nimmt wieder seinen ursprünglichen Namen Mosche (Moses) Lopez Pereira an.

Mosche Lopez besitzt das österreichische Tabakmonopol zwischen den Jahren 1723-1739 für 7 Millionen Gulden im Jahr, organisiert das Unter

nehmen neu und bekommt 1726 den Titel eines Barons verliehen. In dieser Zeit beteiligt er sich an den Baukosten des Schlosses Schönbrunn mit 300.000 Gulden. Mit dem Titel „Hofjude“ zum privaten Berater des Palastes ernannt, verwendet er seinen Einfluss für den Schutz der Leben und Rechte seiner Glaubensgenossen in Österreich und anderen Ländern, so z.B. 1742 in Mähren, 1744 in Prag, 1752 in Mantua und Belgrad. Auf einer silbernen Thora-Krone in der Wiener Synagoge (Sifrei-Torah-Pergamentrollen)7 befand sich der hebräische Eintrag „Mosche Lopez Pereira-5498“ (=1737-1738) und jedes Jahr am Jom Kippur-Fest wurde für ihn als den Gründer der Gemeinde gebetet, bis die Synagoge zerstört wurde.

 

 

In dieser Zeit siedelten sich andere spanisch-stämmige Familien wie Kamondo9, Nisan und Eskenazi in Wien an. Mosche Lopez, seine Frau, Samuel Oppenheimer und sein Neffe Samson Wertheimer organisierten die sefardischen Juden in der Stadt und gründeten 1736 die erste sefardische Gemeinde in Wien. Die sefardischen Juden, mehrheitlich osmanischen Ursprungs, genossen die Klausel des Passarowitzer Vertrages (21. Juli 1718), die den osmanischen Bürgern Niederlassungs- und Handelsfreiheit garantierte und lebten in Frieden unter meist besseren Umständen als die österreichischen Juden. Die Gottesdienste wurden im Haus Nr. 307 innerhalb des Rings abgehalten, das als Synagoge benutzt wurde.

Leider dauert dieser friedliche Zustand nicht lange. Mosche Lopez Pereira erfährt 1742, dass das Kaiserreich unter dem Einfluss der fanatischen Kirche die Juden deportieren will. Pereira berichtet die Lage über seine im Osmanischen Reich ansässigen Glaubensgenossen, speziell durch die Vermittlung des Obergeldwechslers Yuda Baruh, an den Sultan Mahmud I. und es gelingt ihm, die Unterstützung des Sultans zu bekommen. Die Königin Maria Theresia kann es sich nicht erlauben, das durch einen Sonderbotschafter übermittelte Memorandum des Sultans abzulehnen und zieht ihren Erlass zurück.

 

Um 1750 lebten mehrere sefardische Familien in Wien, die aus beruflichen Gründen aus der Türkei gekommen und sich hier niedergelassen hatten. Diese Juden, die ihre osmanische Zugehörigkeit immer beibehalten hatten und unter dem Schutz des Sultans standen, lebten mehrheitlich in Wien, zum Teil auch in Temesvar. Sie wurden türkische Juden genannt. Dieser Begriff wurde von österreichischen Ämtern angenommen, registriert und in offiziellen Dokumenten verwendet. Im Erlass vom 17. Juni 1778, der aus 14 Artikeln besteht und die Statuten der sefardischen Gemeinschaft bestimmt, ist von „türkisch-israelitischer Gemeinde“ die Rede.  Die Vorsitzenden waren in dieser Zeit Salamon Kapon und Israel B. Haim.

Bis 1840 errichteten die türkischen Juden ihre Gebetsräume in gemieteten Häusern. Nach dem unaufgeklärten Brand der Synagoge in der Oberen Donaustrasse 1824 wurde das Haus Nr. 321 in der Leopoldstrasse gemietet. Die Synagoge wurde 1848 erweitert und 1868 vollkommen neu erbaut und dennoch konnte sie den religiösen Bedürfnissen der immer größer werdenden osmanisch-jüdischen Bevölkerung der Stadt  nicht genügen. Nach der Wahl von Marcos Russo zum Vorsitzenden der türkisch-israelitischen Gemeinde 1881 und seiner Wiederwahl 1885 wurde der Abriss der alten Synagoge und der Neubau eines größeren Gebetshauses einstimmig angenommen.

 

 

Dies also ist die kurze Zusammenfassung der interessanten Geschichte der türkischen Juden in Wien und der Synagoge, deren Bau am 16. November 1885 mit der Grundsteinlegung begonnen wurde. Einige wenige religions-rituelle Objekte der 1887 eröffneten und 1938 vernichteten Synagoge sind heute im Jüdischen Museum in Wien zu sehen, der Parochet wird im jüdischen im Museum in Jerusalem ausgestellt. Nur wenige Juden, die während der Nazi-Herrschaft festgenommen und nach Dachau transportiert wurden, blieben am Leben. Die wertvollsten Überbleibsel aus der prunkvollen Ära der Wiener türkisch-jüdischen Sefardim sind die Grabsteine im sefardischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs. Die heute in Wien lebenden sefardischen Juden haben ihre Wurzeln in Taschkent und Buchara und stehen in keinem Zusammenhang mit den osmanisch-türkischen sefardischen Juden.

Der große Brand von Edirne vernichtete im August 1905 in einer Nacht 13 Synagogen11. Als Ersatz wurde mit Erlass vom 6. Jänner 1906 dem Bau der Grossen Synagoge im Gebiet der ehemaligen Mayor und Polya-Synagogen stattgegeben. Die Grosse Synagoge wurde vom französischen Architekten France Depre nach dem Vorbild der Wiener Synagoge erbaut und unter dem Namen Kal Kadosch Ha Gadol (Die heilige große Synagoge) im Jahre 1907 eröffnet. Leider leben in Edirne keine Juden mehr und die Synagoge, ihrem Schicksal überlassen,  verfällt von Tag zu Tag trotz aller 1979 begonnenen zeitweiligen Rettungsversuche des Kultusministeriums, der Abgeordneten der Provinz, der Universität von Trakya und des Oberrabbinats der Türkei.

 

 

Bibliographie

_________________________

1 -Sefardische Juden: Juden, die gemäß dem Erlaß vom 31. März 1492 des spanischen Königs Ferdinand und der Königin Isabella Spanien verlassen mussten, um ihren Glauben und ihre Traditionen nicht aufzugeben und mehrheitlich im Osmanischen Reich Asylrecht bekamen.

2 -Anoten: Gebet für das Wohlergehen und Verbleib des Staatsoberhauptes des Landes, in dem man lebt.

3-Aschkenasische Juden: Meist in Mittel- und Nordeuropa ansässige, polnisch- und deutschstämmige, nach Arthur Koestlers unbewiesener These zum Teil von kaspischen Türken abstammende Juden. Ab dem 12. Jh. flüchteten unzählige aschkenasische Juden immer wieder ins Osmanische Reich auf der Suche nach Schutz vor der Unterdrückung  Folter und Massenvernichtung in diversen christlich-europäischen Ländern. Heute leben etwa 1000 aschkenasisch-türkische Juden in der Türkei.

4-Kristallnacht: Die Nacht vom 9.auf den 10. November 1938, in der in Deutschland und Österreich hunderte von Synagogen zerstört und in Brand gesteckt wurden.

5-Maranos: Juden, die während der Inquisiton offiziell dem Christentum beigetreten waren, aber ihren jüdischen Glauben heimlich beibehielten.

6-Manfred Papo: 1919-1925 der stellvertretende Rabbiner der Wiener Synagoge, 1925-1928 Rabbiner der Salzburger Synagoge, nach 1928 in der Wiener Synagoge beschäftigt.

7-Schriftrollen aus Pergament, auf der die fünf Bücher Mose in hebräischen Buchstaben von Hand aufgeschrieben sind. In jeder Synagoge werden sie in einem speziellen Schrein, dem Aron Kodesh (Heilige Lade) an der Ostwand in Richtung Jerusalem aufbewahrt.

8-Das Fest des großen Fastens im Judentum.

9-Abraham Salomon Kamondo, der von Kaiser Franz-Josef zum Ritter geschlagen und zum Ehrenbürger von Wien ernannt wurde, bekam 1865 die italienische Staatsbürgerschaft, nachdem im österreichisch-italienischen Krieg Venedig an die Italiener abgetreten werden musste und am 17. März 1861 die italienische Einheit gegründet wurde. Victor Emmanuel II. verlieh ihm am 28. April 1867 den Titel eines Grafen, der an den ältesten Sohn der Familie vererbt werden durfte.

10-Parochet: der bestickte Vorhang des Thoraschrankes.

11-Die vernichteten Synagogen: Polya, Tolya, Italya, Sicilya, Katalonya, Büyük Portokal, Küçük Portokal, Aragon, Geruş, Budin, Istanbul, Mayor und Ataman.

12-https://www.ikg-wien.at/gedenken-an-novemberpogrome/ (1)

13-(2) Vorhalle des türkischen Tempels in Wien (Quelle: P. Kortz, Wien am Anfang d. 20. Jhdts, 1906).  Dr. Ursula Prokop, Zeitschrift David. Die Synagoge in Sofia wurde 1905 vom österreichischen Architekten Friedrich Grünanger erbaut.

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08 11 2016
By: Redaktion 2 0

Ratten und Moskitos: Zur Gleichsetzung von Menschen mit Tieren in Texten, Bildern und Geschichte

Bemerkungen und Zitate zum Vergleich von Menschen mit Tieren, zur Frage, ob „Ratte“ als Bezeichnung von Menschen eine Beschimpfung sei, zur Technik der Dehumanisierung von als feindlich oder schädlich bezeichneten Menschengruppen durch deren Gleichsetzung mit Tiere.

 

„Ratten und Moskitos“

 

http://www.krone.at/oesterreich/geheimdienst-legende-sperrt-eure-grenzen-zu-entfuehrte-eichmann-story-538016

 

diepresse.com/home/politik/innenpolitik/5114249/Der-EichmannJaeger-bei-Strache


http://www.wienerzeitung.at/meinungen/blogs/juedisch_leben/854789_Vereinnahmung.html


https://www.youtube.com/watch?v=DgDM5ox_SUk

 

 

Zur Gleichsetzung von Menschen mit Tieren in Texten, Bildern und Geschichte

 

Zur Verwendung von solchen Diffamierungstechniken, insbesondere auch der Gleichsetzung von bis hin zum millionenfachen Massenmord verfolgten Menschengruppen mit Tieren, insbesondere auch mit Ratten, durch nationalsozialistische Propaganda, sowie Erwägungen zum Ratten-Plakat der SVP in der Schweiz zur Abstimmung am 16. Mai 2004 und am 7.November  hat das FPÖ-Bildungsinstitut lud Montag Abend zu einem Podium zum Thema „Haben wir aus der Geschichte gelernt? Neuer Antisemitismus in Europa“ ins Grand Hotel in Wien wo man folgende Sätze über Moslem leider unter anderem auch verwendet hat: „Moskitos! „Moskitos mit Moslem“ „Versucht nicht, Tausende Moskitos zu erschlagen, legt den Sumpf trocken.“  als Experte in Wien zu vergleichen ist Menschenunwürdig und Entmenschlichung .

Der Vergleich von Menschen mit Tieren ist in vielen Kunstformen und Textgattungen gang und gäbe. So empfiehlt die Bibel beispielsweise, klug wie die Schlange und sanft wie die Taube zu sein, oder sie vergleicht reiche Menschen mit Kamelen (und die Himmelspforte mit einem Nadelöhr), um die Situation vermögender Menschen beim Übertritt ins ewige Leben gemäss christlicher Vorstellung bildlich auszudrücken. Fabeln im Stil von Äsop, Phädrus oder Lafontaine führen Tiere vor, welche wie Menschen sprechen und handeln. Diese Fabeln dienen der Veranschaulichung von moralischen und psychologischen Problemstellungen unter Menschen und sind nicht beleidigend, sondern lehrreich, allerdings nicht auf dem Gebiet der Zoologie, deren Erkenntnisse sie spielerisch ignorieren.

Herrscher oder Völker werden in Texten, Bildern und in der Heraldik mit Löwen, Adlern, Stieren, Bären oder Steinböcken verglichen und teilweise auch gleichgesetzt, oder auch mit Phantasietieren wie Drachen oder Doppelkopf-Adlern. Solche Vergleiche sind nicht beleidigend, sondern sie sollen Macht, Stärke, Tugend oder Tradition der Verglichenen anschaulich machen. Derartige bildliche Darstellungen oder Text-Metaphern werden von den mit ihnen Assoziierten mit Stolz betrachtet und oft selber in Auftrag gegeben.

 

In den verschiedenen Kulturen auf dem vielfältigen Planeten Erde gibt es demgegenüber auch zahlreiche Tiervergleiche und Gleichsetzungen von Menschen mit gewissen Tieren, welche als Beleidigungen wirken und meist auch bewusst als solche ausgesprochen werden. Diese beleidigende und beschimpfende Wirkung des Vergleichs und noch mehr der Gleichsetzung der angesprochenen Menschen mit solchen Tieren hat, wie bei der Fabel, ebenfalls wenig oder nichts mit zoologisch beobachtbaren Eigenschaften dieser Tiere zu tun, sondern mit kulturspezifischen Traditionen. Für Europa und die Schweiz von Belang sind in diesem Zusammenhang Traditionen, welche den Vergleich oder die Gleichsetzung von mit solchen Vergleichen oder Gleichsetzungen Angesprochenen mit gewissen Tieren als besonders beleidigend erweisen. Es handelt sich dabei um Tiere, welche in einer anthropozentrischen Aufteilung in sogenannte „Nützlinge“ oder „Schädlinge“ auf beiden Seiten dieser Skala figurieren können. Tiernamen, welche in unserer Kultur in diesem Sinn zur Beleidigung oder Beschimpfung von Menschen eingesetzt wurden und werden, sind beispielsweise Kuh, Kalb, Esel, Kamel, Ziege, Schaf, Schwein, Filzlaus, Zecke, Hund, Affe oder Ratte.

Im Zusammenhang mit dem Ratten-Plakat der SVP vom 9. Februar 2004 und des beschimpfenden Gebrauchs des Wortes Ratte als Bezeichnung für Menschen ist folgende Ausführung der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden klärend:

„Das Simplex Ratte bezogen auf den Menschen ist ausschließlich negativ besetzt und gilt als grobes Schimpfwort.“

(Zitat nach der Homepage der Gesellschaft für deutsche Sprache, Stand 20. Februar 2004).

 

Diese Formulierung weist darauf hin, dass einige Verbindungen oder Composita, also Wörter, von denen der Begriff Ratte nur einen Teil bildet, auch neutral oder gar positiv und nicht beleidigend verwendet werden können, z.B. „Ballettratte“, „Leseratte“ oder „Wasserratte“.

Die Verwendung von Tierbezeichnungen zur Bezeichnung von einzelnen Menschen oder auch von Menschengruppen kann neben dem Zweck von deren Beschimpfung auch weiter gehende Attacken gegen die Beschimpften begleiten oder auslösen. Insbesondere wenn einzelne Menschen oder Menschengruppen als Feinde mit einem Feindbild belegt werden, welches die Attackierten als schimpfliche Tiere und somit nicht mehr als Menschen, sondern als mit negativen Assoziationen verbundene Lebewesen ohne menschliche Würde und menschliche Rechte darstellt, können solche Beschimpfungen den Anfang einer Behandlung der Attackierten machen, welche diesen gegenüber die Gebote des Respekts vor der Menschenwürde, den Menschenrechten, dem Existenzrecht und schliesslich oft auch vor dem Leben und physischen Dasein der solcherart angefeindeten Menschen oder Menschengruppen ausser Kraft setzt. Dies wiederum kann zu entwürdigender und sadistischer Behandlung bis hin zu Folter oder Massenmord an den attackierten Menschen und Menschengruppen gehen, wie die Geschichte mehrfach zeigte.

 

Der amerikanische Literaturwissenschaftler und Philosoph Richard Rorty von der Universität Stanford, USA, schreibt zum Selbst- und Fremdenbild von Menschen, welche andere Menschen mittels Tiervergleich und der Gleichsetzung mit Tieren dehumanisieren und in der Folge oft auch unmenschlich behandeln, folgendes:

„Sie alle meinen, die Grenze zwischen Menschen und Tieren sei nicht einfach identisch mit der Grenze zwischen ungefiederten Zweifüssern und sonstigen Lebewesen. Vielmehr verlaufe diese Grenze zwischen einer Gruppe ungefiederter Zweifüsser und einer anderen Gruppe; denn es gebe Tiere, die in menschenähnlicher Gestalt herumlaufen.“

(Zitat aus Richard Rorty: Menschenrechte, Vernunft und Empfindsamkeit, in: Richard Rorty: Wahrheit und Fortschritt, Frankfurt a. M. 2003, S. 241-268, S.2 42)

 

Die Nationalsozialisten gehörten seit der Ausarbeitung der theoretischen Grundlagen und praktischen Ziele dieser politischen Bewegung durch ihren Führer Adolf Hitler in dessen Buch „Mein Kampf“ zu jenen, welche ihre Feinde mit dehumanisierenden Feindbildern belegten und zu deren Vernichtung aufriefen, bis sie nach ihrer demokratischen Wahl in hohe Staatsstellen sowie anschliessender terrroristischer und diktatorischer Machtergreifung sowie organisatorischem Aufbau entsprechender Machtmittel schliesslich in der Lage waren, die mit solchen Feindbildern belegten Menschengruppen nicht mehr nur verbal, sondern auch physisch zu attackieren und millionenfach zu ermorden. Unter solche Feindbilder und demgemäss in die Vernichtungsmaschinerie der nationalsozialistischen Diktatur gerieten Juden, Roma, Sinti und Jenische, Afrikaner, Menschen slawischer Muttersprache, politisch Linksstehende, Geisteskranke, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, körperlich und geistig Behinderte, bekennende Christen und viele andere. Zu den Feindbildern, welche Hitler schon in seiner programmatischen Schrift „Mein Kampf“ verwendete, gehört die Gleichsetzung von Juden mit Ratten. Adolf Hitler schilderte Interessen- und Verteilungskämpfe, wie sie in allen Völkern vorkommen, mit ausschliesslichem Bezug auf die Juden in folgenden Worten:

„Aus dem einigen Volk wird im Handumdrehen eine sich blutig bekämpfende Rotte von Ratten.“

(Adolf Hitler, Mein Kampf, München 1924 ff., S. 331).

Hitler setzte somit das jüdische Volk mit Ratten gleich.

 

Die Wege, welche Hitler zunächst als Putschist, dann als in einem demokratischen System agierender Populist, anschliessend als brutaler Diktator suchte und fand, um seinem Ziel näher zu kommen, nämlich der Vernichtung der von ihm gehassten Menschengruppen, sind in vielen geschichtswissenschaftlichen Abhandlungen nachzulesen.

Während allen Phasen der nationalsozialistischen Attacken auf diese Menschengruppen kam es immer wieder zu Vergleichen und Gleichsetzungen der Attackierten mit Tieren, so mit Ratten, mit Insekten, oft auch mit dem Sammelbegriff „Ungeziefer“ für als „Schädlinge“ eingestufte Lebewesen; ein grosser Teil der Attackierten wurden schliesslich auch mit chemischen Mitteln, welche ursprünglich gegen Insekten in Haushalten oder Gastronomiebetrieben entwickelt und eingesetzt wurden, umgebracht, so insbesondere mit dem Gift der Marke „Zyklon B“. Auch dazu existiert umfangreiche und genaue Literatur.

Nicht nur Adolf Hitler, sondern auch seine Mittäter bezeichneten die von ihnen angefeindeten Menschengruppen immer wieder entweder direkt als Tiere, wie Hitler das jüdische Volk als „Rotte von Ratten“, oder aber als „Untermenschen“ ohne Anspruch auf Menschenwürde und Menschenrechte, dafür mit tierähnlichen Eigenschaften.

 

So heisst es in der ersten Phase der nazistischen Judenverfolgung in einem Memorandum der Abteilung IV/2 des SS-Sicherheitsamts zuhanden seines Leiters Reinhard Heydrich vom 24. Mai 1934:

„Den Juden sind die Lebensmöglichkeiten – nicht nur wirtschaftlich genommen – einzuschränken. Deutschland muss ihnen ein Land ohne Zukunft sein, in der wohl die alte Generation in ihren Restpositionen sterben, nicht aber die junge leben kann, so dass der Anreiz zur Auswanderung dauernd wach bleibt. Abzulehnen sind die Mittel des Radau-Antisemitismus. Gegen Ratten kämpft man nicht mit dem Revolver, sondern mit Gift und Gas. Der aussenpolitische Schaden der Strassenmethoden steht in gar keinem Verhältnis zu dem örtlichen Erfolg.“

(Auszug aus dem Memorandum SD IV/2 an Heydrich, 24.5.1934; der ganze Text ist abgedruckt in: Die Judenpolitik des SD 1935-1938, Eine Dokumentation, herausgegeben von Michael Wildt, München 1995, S. 66-69.)

Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels schrieb am 14. März 1945, im Rückblick auf den inzwischen brutal durchgeführten Massenmord an Juden und anderen von den Nationalsozialisten verfolgten Menschengruppen mit Gift, Gas und sonstigen mörderischen Mitteln, in sein Tagebuch:

„Es ist nötig, diese Juden wie Ratten auszurotten, ein für alle Mal.“

 

Da es jedoch immer wieder, selbst unter den Bedingungen der Nazi-Diktatur, Menschen gab, welche Menschen aller Gruppen weiterhin als Menschen und nicht als Ratten, Ungeziefer oder Giftpflanzen betrachteten, unternahm die Nazi-Propagandamaschinerie teure Anstrengungen, um diese rassistische Betrachtungsweise mit Hilfe von Texten, bildlichen Darstellungen und Filmen zu propagieren.

So erschien 1938 im Stürmer-Verlag von Julius Streicher ein gereimtes Kinderbuch mit Texten von Ernst Hiemer unter dem Titel „Der Giftpilz“, welches jüdische Menschen mit giftigen Pilzen gleichsetzte und worin unter anderem folgende Zeilen standen:

„Er schächtet Tiere, schächtet Menschen, Es kennt sein Blutdurst keine Grenzen! Es wird die Welt erst dann genesen, Wenn wir vom Juden sie erlösen.“

Es handelt sich dabei um ein Bild-Text-Konstrukt, welches die jüdischen Menschen diesmal nicht mit als „Schädlinge“ eingestuften Tieren, sondern mit giftigen Pilzen gleichsetzte. Die Botschaft, ihnen ihre Menschenwürde abzusprechen und sie als angebliche Gefahr wie andere als schädlich eingestufte Lebewesen zu vernichten, blieb die gleiche.

Die berüchtigtste bildliche Gleichsetzung von Menschen, wiederum von Juden, mit Ratten in der Nazi-Propaganda ist der Film „Der ewige Jude“, von Fritz Hippler 1940 im Auftrag von Goebbels Propagandaministerium in die Kinos gebracht. „Der ewige Jude“ ist ein Paradebeispiel audiovisueller Manipulation. Joseph Goebbels sah ihn selbst als sein „propagandistisches Meisterstück“ an. Vergleich und Gleichsetzung von Juden und Ratten in unmittelbar aufeinander folgenden Filmsequenzen sind ein zentraler Teil des Films. Vergleichspunkt der Gleichsetzung ist die Schädlichkeit von Ratten, welche gespeicherte Vorräte fressen, mit der angeblichen Schädlichkeit jüdischer Menschen. Zweck der propagandistischen Darstellung ist hier wie in den ähnlichen Konstrukten die Darstellung der Juden als schädliche Tiere, um ihre unmenschliche Verfolgung zu propagieren.

 

Das Ratten-Plakat der SVP hat vordergründig nicht den Zweck, die in diesem Bild-Text-Konstrukt mit schädlichen Ratten gleichgesetzten Linken der Vernichtung anheim zu stellen. Sondern es gibt vor, ein sinnvoller Beitrag zur einer am 16. Mai 2004 stattfindenden demokratischen Abstimmung über eine politische Sachfrage im rechtsstaatlichen Rahmen zu sein.

Eben dies ist es jedoch nicht. Es nimmt nicht informierend Stellung zur Frage, ob und wie in der Schweiz eine Alters- und Hinterbliebenenversicherung (AHV)zu finanzieren sei.

Hingegen stellt es offenkundig tatsachenwidrige Behauptungen auf, so etwa, die linken Kräfte in der Schweiz wollten die AHV zerstören. Es ist aber durch zahlreiche Quellen und historische Darstellungen belegt, dass es die linken Kräfte waren, welche diese Einrichtung in der Schweiz immer wieder forderten, so z.B. im Generalstreik von 1918, während die rechten Kräfte in der schweizerischen Politik, auch die Bauern-Gewerbe- und Bürgerpartei, eine Vorläuferorganisation der heutigen SVP, solche Forderungen ablehnten und bekämpften, bis sich 1947 in einer Abstimmung die linken und sozialstaatlich orientierten Kräfte durchsetzten. Es blieb seitdem eine stete Position der Schweizer Linken, die AHV zu erhalten, auszubauen und zu finanzieren. Hingegen gab und gibt es in letzter Zeit in der Schweiz Stimmen von rechts, welche den Schweizer Sozialstaat und auch die ihrer Auffassung nach gemäss einem unangemessenen sogenannten „Giesskannenprinzip“ ausbezahlte AHV in Frage stellen wollen, weil sie ihre eigenen, in der Regel eher hohen bis sehr hohen, Einkommen durch die diesbezügliche sozialstaatliche Steuer- und Abgabenlast geschmälert sehen. Es waren, dies zu einer weiteren tatsachenwidrigen Behauptung auf dem Ratten-Plakat der SVP, auch zumeist Akteure aus diesen Kreisen, welche durch sogenannte „Gesundschrumpfungen“ und Massenentlassungen Zehntausenden von Arbeitsplätzen vernichteten.

 

Vor allem aber bildet das Rattenplakat der SVP, anknüpfend an eine rassistische und eliminatorische Bildsprache und an ebenfalls rassistische und eliminatorische sprachliche Vergleiche, Gleichsetzungen und Wertungen, wie sie auch aus ähnlichen Machwerken der Nazi-Propaganda sprechen, eine Beschimpfung einer grossen Menschengruppe unter Negierung und Absprechung von deren Würde und Rechten als menschliche Wesen, indem es dieser Gruppe vorwirft, „unser Land“, welches die SVP in der Darstellung dieses Plakats offenbar als „ihren Geldbeutel“ betrachtet, „ruinieren“ zu wollen, sie als angebliche Landes-Schädlinge anspricht und mit Ratten, welche Schaden anrichten, gleichsetzt.

Die hier beanstandete Art der bildlichen und textlichen Diffamierung von Mitmenschen und Andersdenkenden als tierische Schädlinge, wie sie das Rattenplakat der SVP und seine Urheber und Verbreiter vornehmen, ist in einem demokratischen, menschenrechtlich und antirassistisch fundierten Staat respektive in einer Zivilgesellschaft mit diesen Werten nicht tolerierbar und steht in Konflikt mit verschiedenen gesetzlichen Vorschriften und Normen, welche in der Schweiz auch unter Justiz-Vorsteher Bundesrat Dr. Christoph Blocher, SVP, zu gelten haben.

 

Zürich, 8. März 2004

 

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04 11 2016
By: Redaktion 2 0

TKG verurteilt und fordert Rückkehr zum Rechtsstaat und einen umfassenden Friedensprozess in der Türkei

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt die Inhaftierung von den oppositionellen, demokratisch gewählten Abgeordneten der Partei HDP heute Früh in der Türkei. Die TKG fordert eine Rückkehr zum Rechtsstaat, einen umfassenden Friedensprozess und ein Wiederaufleben der Demokratie.

 

Die gewählten Parlamentarier sollten auch durch Wahlen wieder abgewählt werden, damit in einem Rechtsstaat das Vertrauen in die parlamentarische Repräsentation nicht verloren geht.

Ob wir die Politik der HDP und die Abgeordneten unterstützen oder nicht, sei dahingestellt. Wir stehen dieser Partei nicht nahe, aber für die türkische Demokratie müssen wir hier unbedingt einen großen Anspruch erheben. Es kann in einer Demokratie nicht passieren, dass diejenigen, die an der Macht sind, die Justiz, die Legislative und die Exekutive und damit die Gewaltenteilung so dermaßen außer Kraft setzen. Wir machen uns Sorgen um den demokratischen Rechtsstaat und die Menschenrechte in der Türkei und fordern die sofortige Freilassung der gewählten Parlamentarier.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt auch die Inhaftierung von 18 Journalisten der regierungskritischen sekularen Zeitung „Cumhuriyet“ (Republik) in der Türkei.

In der Türkei und auch in Österreich ist die Meinungsfreiheit in der Verfassung festgeschrieben und sie ist ein wichtiger Teil der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Dort steht: „Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten anzuhängen und Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten. (Art. 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte)“

Ohne Presse- und Meinungsfreiheit und ohne Opposition kann in der Türkei von Demokratie und Rechtsstaat keine Rede sein!

Wir fordern ihre Achtung und ihren Schutz auch von der AK Partei Regierung in der Türkei. Die TKG fordert in der Türkei eine Rückkehr zum Rechtsstaat, einen umfassenden Friedensprozess und ein Wiederaufleben der Demokratie. Wir fordern alle demokratischen Kräfte auf, die Augen vor diesen Ereignissen nicht zu verschließen und die Türkei wieder auf den richtigen, demokratischen Pfad zu bringen, ohne hier die gesamte Türkei zu bashen.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161104_OTS0122/tkg-verurteilt-inhaftierungen-in-der-tuerkei-scharf

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02 11 2016
By: Redaktion 2 0

TKG: Nein zu McCarty-Arä in der Türkei

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt ganz entschieden die Inhaftierung von 18 Journalisten der regierungskritischen Zeitung „Cumhuriyet“ (Republik) in der Türkei. Die TKG verlangt Freiheit für die Zeitung „Cumhuriyet“ und alle anderen kritischen und oppositionellen Zeitungen.

Der vereitelte terroristische Putsch in der Türkei, den wir in aller schärfe verurteilt haben, ist nicht zu rechtfertigen. Die AK Partei-Regierung sollte aber die Gewaltentrennung respektieren und nicht versuchen kritischen und oppositionellen Medien und Journalisten mittels Anti-Terror-Gesetzen und außerordentlichen Zuständen hinter Gitter zu bringen.  Die Rechtsstaatlichkeit in der Türkei bleibt damit auf der Strecke. Die Meinungs- und Pressefreiheit ist eine wichtige Errungenschaft und ein hohes demokratisches Gut eines Rechtsstaates.

 

Nicht plausibel

„Redakteure der linken Zeitung „Cumhuriyet“ wegen Förderung der  „terroristischen Gülen-Bewegung(FETÖ)“  festzunehmen ist in etwa so plausibel, als wollte man die „taz“ wegen Kollaboration mit dem NSU anklagen. Kaum eine Redaktion hat früher oder vehementer vor den Gülenisten gewarnt. Und mittelfristig ist eine undemokratische Türkei die weitaus größere Gefahr als ein paar Hunderttausend Flüchtlinge mehr oder weniger.Doch in Wahrheit hat gerade die Funktionsunfähigkeit von Autokratien jene Katastrophen im Nahen Osten geschaffen, deren Folgen auch uns in Europa gefährden. Gewaltherrschaft erzeugt Konflikte, je länger und härter sie wirkt, desto schlimmer. Diese Logik ist durch keine westliche Diplomatie wegzuverhandeln.“schreibt die  Zeitung Welt.

Für die TKG sind die Inhaftierungen ein weiterer Beweis dafür, dass die AK Partei-Regierung sämtliche oppositionelle Medien und Personen sukzessiv, Schritt für Schritt mit McCarthy-Methoden mundtot machen will. In der jüngeren Geschichte der Vereinigten Staaten (USA) bedeutet die McCarthy-Ära (McCarthyismus) eine Gesinnungskontrolle über alle Bürger und Institutionen. Personen wurden mit unzureichenden Anschuldigungen und unfairen Ermittlungsmethoden zum Schweigen oder in Verruf gebracht.

 


Rechtstatt und Verfassung: Achtung und Schutz

In der Türkei und auch in Österreich ist die Meinungsfreiheit in der Verfassung festgeschrieben und sie ist ein wichtiger Teil der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Dort steht: „Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten anzuhängen und Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten. (Art. 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte)“

Ohne Presse- und Meinungsfreiheit und ohne Opposition kann in der Türkei von Demokratie und Rechtsstaat keine Rede sein!  Wir fordern ihre Achtung und ihren Schutz auch von der  AK Partei Regierung in der Türkei. Die TKG fordert in der Türkei einen Rückkehr zum Rechtsstaat, einen umfassenden Friedensprozess und ein Wiederaufleben der Demokratie.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

Dip.-Ing. Birol Kilic

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26 10 2016
By: Redaktion 2 0

„Alles Gute zum Nationalfeiertag“

Nach dem 26. Oktober 1955 konnte Österreich auch darangehen ein Instrument aufzubauen, das die Aufgabe hatte, die neu erreichten Werte Frieden, Freiheit und Unabhängigkeit zu schützen und zu verteidigen. Es lebe die Republik Österreich!

TKG: „Alles Gute zum Nationalfeiertag“

 

Nationalfeiertag ist ”Tag des Friedens”

2015 Ex-Bundespräsident Heinz Fischer

 

Wien (APA/OTS). In seinem Tagesbefehl zum Nationalfeiertag würdigt (2015) der Bundespräsident die friedenssichernde Tätigkeit des Bundesheeres

 

Soldatinnen und Soldaten,
Angehörige des Bundesheeres,
der Zentralstelle und der Heeresverwaltung!

Der österreichische Nationalfeiertag erinnert uns – wie Sie alle wissen – daran, dass am 26. Oktober 1955 nach dem Abzug aller ausländischen Besatzungssoldaten aus Österreich das Verfassungsgesetz über die österreichische Neutralität beschlossen wurde.

Unser Nationalfeiertag ist daher auch ein Tag des Friedens.

Nach dem 26. Oktober 1955 konnte Österreich auch darangehen ein Instrument aufzubauen, das die Aufgabe hatte, die neu erreichten Werte Frieden, Freiheit und Unabhängigkeit zu schützen und zu verteidigen – unser Bundesheer.

Seit damals hat sich das Bild Europas stark verändert. Vor 20 Jahren fiel der „Eiserne Vorhang“ und der Prozess der Demokratisierung im Osten unseres Kontinents wurde eingeleitet. Viele dieser Länder sind inzwischen – so wie Österreich – Mitglied der Europäischen Union und versuchen, gemeinsam und solidarisch an einer friedlichen und sicheren europäischen Zukunft zu bauen.

Durch unsere neue Rolle in einem starken, vereinten Europa haben sich auch die Aufgaben des Österreichischen Bundesheeres gewandelt. Es geht längst nicht mehr nur um die Sicherung der eigenen Staatsgrenzen. Unsere Soldatinnen und Soldaten helfen im Rahmen von internationalen Friedensmissionen und humanitären Hilfsaktionen tatkräftig mit, dass Menschen in Krisengebieten mehr Sicherheit zuteil wird und den Menschenrechten mehr Achtung geschenkt wird.

Aber auch im Inland ist das Bundesheer nach wie vor zur Stelle, wenn es gebraucht wird. So haben im vergangenen Sommer die Soldatinnen und Soldaten bei den Hochwassereinsätzen in bewährter Weise ihre Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt, um betroffenen Menschen zu helfen und so rasch wie möglich die Schäden zu beseitigen.

Zur Bewältigung der globalen Herausforderungen ist neben der Stärkung der Europäischen Union auch eine Stärkung der Vereinten Nationen erstrebenswert. Es ist wichtig, dass unser Engagement für Frieden, für Menschenrechte und Menschenwürde auch global vertreten wird.

Als Bundespräsident und Oberbefehlshaber des Österreichischen Bundesheeres möchte ich allen Soldatinnen und Soldaten, Angehörigen des Bundesheeres, der Zentralstellen und der Heeresverwaltung meinen Dank und meine Hochachtung zum Ausdruck bringen.

Für die Zukunft wünsche ich alles Gute.

Es lebe das Österreichische Bundesheer!

Es lebe die Republik Österreich!

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25 10 2016
By: Redaktion 2 0

„Du schaust, und die Wolken ziehen/Bakarsın Bulutlar Gider“

Premiere in deutscher Sprache findet am 2. November, in türkischer Sprache am 7. November im Werk-X Eldorado am Petersplatz statt.

 

„Du schaust, und die Wolken ziehen/Bakarsın Bulutlar Gider„ von Özen Yula ist ein Zweipersonenstück, das im türkischen religiös-konservativen Milieu einer Großstadt spielt. Die Uraufführung wurde in Istanbul über die Grenzen der weltanschaulichen Lager hinweg zum Erfolg.
Regisseurin Ülkü Akbaba hat es ins Deutsche übersetzt und realisiert die Wiener Aufführung gemeinsam mit zwei SchauspielerInnen, Kenan Ece und Zeynep Buyraç in beiden Sprachen.

 

Eine junge Frau (Betül) im islamisch-konservativen Milieu der Stadt bekommt unerwartet Besuch. Ein fremder Mann (Kaya) überbringt ihr den Brief ihres kürzlich verstorbenen Ehemannes. Was könnte der Brief enthüllen? Es entsteht ein packender Dialog über die strikten Konventionen des religiösen Milieus und das individuellen Streben nach Selbstverwirklichung, über die Verwurzelung im Glauben und die Anforderungen des modernen Lebens. Diese Begegnung zerstört nach und nach alle Gewissheiten ihres sorgsam geordneten Lebens, das aus Konsum und Alltags-Religiosität besteht. Nach Phasen des Leugnens, Ablenkens und Herunterspielens stellen sich beide Zug um Zug den schmerzhaften Wahrheiten ihres Lebens.

 

Aufführungen in Deutsch und in Türkisch richten sich an alle Theaterinteressierten in Wien, insbesondere aber auch an ein migrantisches Publikum, das sich mit seinen Interessen, Fragen und Lebensproblemen im vielfältigen Theaterangebot in der Stadt nach wie vor unzureichend vertreten fühlt.

 

Aufführungstermine:

 

in deutscher Sprache: 4./ 9./ 14./ 15./16./19. November 2016

in türkischer Sprache: 11./12./18. November 2016

Beginn jeweils 20 Uhr

www.wolkenziehen.at 

Tickets: www.werk-x.at 

Tel: 01 535 32 00 11

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24 10 2016
By: Redaktion 2 0

Aufklärung: Was bedeutet „Das Schem Jisrael“ und vergleich mit Tauhid?

Das Schema (Schma) ist das zentrale Credo des Judentums und bringt einerseits den strengen Monotheismus dieser Religion, andererseits auch den Gedanken der Auserwähltheit zum Ausdruck. Es ist im Islam mit dem Begriff Tauhīd/Tevhid(Türkisch) zu vergleichen. Tauhid (Glaube an die Einheit (und Einzigkeit) (Gottes)‘) bedeutet „Glaube an die Einheit Gottes“, abgeleitet aus dem Verb/ waḥḥada / ‚vereinigen, vereinheitlichen‘ und entspricht dem Begriff Monotheismus. Lā ilāha illā ʾllāh(u) „Es gibt keinen Gott außer Gott“ . Tauhīd bedeutet, Gott als den Einen erklären, sich zum Glauben an die Einheit Gottes bekennen.

von Dr. Martin Bauschke/schule-weltethos

 

Das Schema (Schma) ist das zentrale Credo des Judentums und bringt einerseits den strengen Monotheismus dieser Religion, andererseits auch den Gedanken der Auserwähltheit zum Ausdruck.

Das Schema ist die Kernbotschaft der göttlichen, durch Mose übermittelten „Weisung“ (hebr. Tora). Es findet sich in Deuteronomium (= 5. Mose) 6,4. Vgl. auch im Talmud: Traktat Sukkot 42a; Tr. Berachot 13b.

 

• Der hebräische Text wird durch Juden so ausgesprochen: schəma jisrael adonai elohenu adonai echad.

• Der hebräische Text wird durch Juden im Deutschen so wiedergegeben: „Höre Israel! Der EWIGE ist unser G’tt, der EWIGE ist eins/einer/einzig.“

• Der hebräische Text lautet folgendermaßen mit exakter Übersetzung: !Israel Höre שְׁ מַע יִשְׂ רָאֵל .einzig/einer ist JHWH, Gott unser ist JHWH יְהוָה אֱלֹהֵינוּ יְהוָה אֶחָד Aufgrund des Gebots der Tora, den Namen Gottes nicht zu missbrauchen (das dritte der sog. „ZEHN GEBOTE“), wird der Gottesname JHWH (lies: „Jahwe“ oder „Jehova“) von Juden generell niemals ausgesprochen, sondern im Hebräischen mit Adonaj („der Herr“) oder auch ha-Schem („der Name“) und im Deutschen mit „der EWIGE“ wiedergegeben.

 

Es hat sich quasi prophylaktisch sogar die Gewohnheit oder der Brauch (minhag) entwickelt,  nicht nur den Eigennamen Gottes, sondern auch das Gattungswort GOTT nur unvollständig abzudrucken, um einen Missbrauch zu vermeiden: also G’tt statt Gott (engl. G’d statt God, frz. D.ieu statt Dieu, span. D’s statt Dios) zu schreiben.

Das Schema sowie die anschließenden Verse der Tora (Dtn. 6,4ff) gehören zum täglichen rituellen Gebet am Morgen beim Schacharit (שחרית = Morgengebet) und am Abend beim Ma’ariw (מעריב = Abendgebet).

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23 10 2016
By: Redaktion 2 0

Entfremdung: Der Neoliberalismus macht einsam und krank!

Das zeigen jüngste Erhebungen zu psychischen Störungen bei Kindern einmal mehr.

von Freitag.de 

 

Kann man sich eine schwerwiegendere Anklage gegen ein System vorstellen als eine epidemische Ausbreitung psychischer Erkrankungen? Heute leiden Menschen auf der ganzen Welt unter Angststörungen, Stress, Depressionen, sozialen Phobien, Essstörungen, dem Zwang, sich selbst zu verletzen und Einsamkeit. Die jüngsten Zahlen über die psychische Gesundheit von Kindern in England geben ein schreckliches Bild ab machen deutlich, dass es sich um eine globale Krise handelt.

Es mag dafür viele Gründe geben, aber mir scheint, dass ein grundelegende Ursache überall dieselbe ist: Menschliche Wesen, diese ultrasozialen Säugetiere, deren Gehirne darauf ausgerichtet sind, auf andere Menschen zu reagieren, werden systematisch auseinandergetrieben. Wirtschaftliche und technologische Veränderungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie erzählen uns beständig, dass wir unser Glück im kompetetiven Eigeninteresse finden, und in einem grenzenlosen Individualismus.

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Der Konkurrenzdruck im Bildungssystem wird immer härter. Die Jobsuche grenzt oft genug an eine Nahtoderfahrung, bei der immer verzweifeltere Menschen immer weniger Stellen hinterherjagen. Endlose Wettbewerbe und Castingshows im Fernsehen fördern völlig unrealistische Erwartungen, während die realen Möglichkeiten immer weniger werden.

Die wachsende soziale Lücke wird mit Konsum gestopft. Doch er heilt nicht die Krankheit der Isolation, sondern verstärkt den Hang unseren sozialen Status zu vergleichen – bis wir alles andere verschlungen haben und anfangen, uns selbst zu zerfleischen. Die sozialen Medien bringen uns zusammen und treiben uns gleichzeitig auseinander, indem sie uns ermöglichen, unser soziales Ansehen genau zu quantifizieren. Sie zeigen uns, dass andere mehr Freunde und Follower haben als wir.

Wie Rhiannon Lucy Cosslett sehr gut gezeigt hat, verändern Mädchen und junge Frauen routinemäßig ihre geposteten Fotos, um schlanker zu wirken. Manche Handys machen das mit ihren Beauty-Settings ganz automatisch, ohne ihre Besitzerinnen überhaupt zu fragen. So kann man heute zu seiner eigenen Dünnspiration werden. Willkommen in der nächsten Stufe der Hobb’schen Dystopie: ein Krieg aller gegen sich selbst.

Ist es verwunderlich, dass in diesen einsamen Innenwelten, in denen Berührung durch einen Klick auf die Filterfunktion ersetzt werden, junge Frauen massenhaft an psychischen Störungen leiden? Eine neue Studie in England legt nahe, dass jede vierte Frau zwischen 16 und 24 sich schon einmal selbst verletzt hat und jede achte an posttraumatischen Belastungsstörungen leidet. 26 Prozent der Frauen dieser Altersgruppe sind von Angst, Depression, Phobien oder Zwangsstörungen betroffen. So sieht eine öffentliche Gesundheitskrise aus.

 

Weiter:

www.freitag.de/autoren/the-guardian/alle-gegen-sich-selbst

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18 10 2016
By: Redaktion 2 0

Santander Bank wurde wegen zu hoher Verzugszinsen und Mahnspesen geklagt!

Der VKI (Verein für Konsumenteninformation) hat im Auftrag des Sozialministeriums gegen die AGB der Santander Bank im Kreditgeschäft wegen zu hoher Verzugszinsen und Mahnspesen geklagt und Recht bekommen.

 

Laut die Sektion Konsumentenpolitik im Sozialministerium hat die Santander Bank hatte zuvor bei nicht rechtzeitiger Zahlung der Kreditrate nicht nur die erlaubten 5% Verzugszinsen pro Jahr verrechnet, sondern einen durch die vierteljährliche Kapitalisierung (Saldoerstellung) über 5% hinausgehenden Zinssatz.

Die Mahnkosten wiederum stehen einem Unternehmen nur zu, wenn sie in einem angemessenen Verhältnis zur betriebenen Forderung stehen; eine Einschränkung, die die AGB von Santander nicht erwähnten. Zudem wurden die Kosten pro Mahnschreiben umso teurer je öfter man gemahnt wurde, wofür das Gericht keine sachliche Rechtfertigung sah.

Die Bank hat daher auf Grund des Urteils KundInnen mit aktiven und fällig gestellten Verträgen, bei denen Verzugszinsen (5% Aufschlag) verrechnet wurden,  von sich aus entschädigt.

Darüber hinaus können Kundinnen der Santander Bank die Rückerstattung von Mahnspesen verlangen, wenn diese pro Mahnung den Betrag von 20 € überstiegen haben. Dafür können sie sich noch bis Ende des Jahres sowohl an die Bank direkt als auch an den VKI wenden.

Selbst wenn Kreditnehmerinnen ihre Schuld nicht zahlen konnten und schließlich von einem Gericht zur Zahlung verurteilt wurden – also ein Urteil über das Bestehen der Schuld existiert – zahlt die Bank obige Entschädigungen. Voraussetzung in diesem Fall ist allerdings, dass in den letzten 36 Monaten zumindest eine Zahlung geleistet wurde.

Zusammenfassung: Der Ausgleich der Verzugszinsen wird von der Bank selbsttätig vorgenommen; wollen die KundInnen aber auch eine Entschädigung für zu hohe Mahnkosten, müssen sie sich aktiv an die Bank oder den VKI wenden. (VKI)

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16 10 2016
By: Redaktion 2 0

„Türken-Luther“: Prof.Dr. Yasar Nuri Öztürk und „Der verfälschte Islam“

Prof.Dr. Yasar Nuri Öztürk, bekannter islamischer Theologe in der Türkei, argumentiert seit vielen Jahren gegen verzerrte Auslegungen des Koran. So öffnet sein Buch „Der verfälschte Islam“ Türen zum Dialog.

 

 

Letztlich sind Öztürks Ansichten extrem, doch sein Ansatz muss als reformatorisch bezeichnet werden. Schon mancher hat ihn daher als den „Türken-Luther“ bezeichnet. Tatsächlich lehrt er echt lutherisch die „Rückkehr zum Koran“.

Yasar Nuri Öztürk gilt vielen Menschen als Reformtheologe, doch er selber bezeichnet sich als nur Muslim. Ihm geht es darum, den Islam in seiner reinen und ursprünglichen Form zu rekonstruieren. Es ist keine Salafist. Der promovierte Philosoph möchte den islamischen Glauben von dem Ballast der Jahrhunderte befreien, der ihn überdeckt hat und die ursprünglichen Inhalte der Religion freilegen. Daher unterscheidet Öztürk einerseits zwischen einem „Islam der Traditionen“, der auf den Sitten und Gebräuchen des Nahen Osten basiert, sowie dem „wahren Islam“ andererseits, festgehalten im Koran und verkündet durch den Propheten Muhammad.

Bereits zur Frühzeit des Islam, kurz nach dem Tode des Propheten, hätten die Menschen begonnen, den Islam zu verfälschen. Schuld daran seien die damaligen Herrscher gewesen, die den ursprünglichen Islam mit heidnischen arabischen Traditionen vermischt hätten. Öztürk verurteilt daher den Missbrauch der Religion zu politischen Zwecken. Und er warnt davor, die Person des Propheten zu instrumentalisieren und ihn in einen übermenschlichen Stand zu erheben: Muhammad, den der Koran selbst als Menschen bezeichnet, werde heutzutage in solchem Maße verehrt, dass die Gläubigen nicht nur seinen Bart, seine Fingernägel und seine Kleidung hochschätzten, sondern auch seine Exkremente.

Die Überhöhung des Propheten habe aber auch dazu geführt, dass die Muslime sich andere Vorbilder geschaffen hätten, Personen, die in religiöser Hinsicht nicht in Frage gestellt werden dürften und dadurch unfehlbar seien. Dazu gehören in erster Linie die geistlichen Würdenträger. Nach Öztürks Meinung hatte diese Handlung nur das Ziel, kritische und vernunftbewusste Menschen aus dem islamischen Diskurs auszuschließen.

Doch Öztürk befürwortet die Kritik durch die Anwendung der Vernunft. Für ihn ist diese das wichtigste Handwerkszeug des gläubigen Muslims. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch seine Argumentationen. Skeptisch steht er den heutigen Phänomenen in der islamischen Welt gegenüber, die er als „Degenerationserscheinungen im Islam“ verurteilt und deren Ursprung er im Aberglauben sieht, der sich in der islamischen Welt verbreitet hat und auf dem viele Praktiken der Muslime heutzutage beruhen.

Yasar Nuri Öztürks „Der verfälschte Islam“ eignet sich weniger zur durchgehenden Lektüre, sondern mehr als Nachschlagewerk und Ratgeber. So geht er wichtigen Fragen nach wie dem Genuss von alkoholischen Getränken. Öztürk hält diesen für erlaubt, wenn auch eingeschränkt, solange er nicht in den Zustand der Trunkenheit führe. Damit umgeht er das koranische Alkoholverbot. In den Augen vieler strenggläubiger Muslime wäre dies schon ein Tabubruch.

Doch Öztürk geht noch weiter: Das rituelle Gebet, das jeder Muslim fünf Mal am Tag verrichten muss, stellt für ihn keine Pflicht dar, sondern ist lediglich eine freiwillige Handlung. Öztürk wendet sich in seinem Buch auch gegen die Verhängung der Todesstrafe gegen solche Muslime, die ihren Glauben wechseln. Diese Handlung sei alleine eine religiöse Angelegenheit zwischen dem einzelnen Menschen und Gott. Da die Sanktionierung von Abtrünnigen jedoch zum religiösen Dogma erhoben worden sei, habe sich in der jüngsten Zeit so etwas wie eine „islamische Inqusition“ entwickelt, die einzig dem politisierten Islam dazu diene, Gegner zu neutralisieren oder auszuschalten.

Und hätte die Frankfurter Richterin, die einen Vers des Korans so auslegte, dass der Ehemann das Recht habe seine Frau zu schlagen, bei Öztürk nachgelesen, so hätte sie erfahren: Das inkriminierte Wort „daraba“ lässt sich auf 20 verschiedene Weisen übersetzen. Und man sollte, so Öztürk, bei der Übersetzung der „Logik des Korans“ und nicht der Logik der Fundamentalisten folgen: Der Prophet habe seine der Untreue verdächtigte Ehefrau Aischa nicht geschlagen, sondern sie in ihr Elternhaus verwiesen. Öztürk schlägt vor, ebenso zu verfahren.

Und er wendet sich ganz klar gegen die in vielen islamischen Ländern praktizierte Geschlechtertrennung, in dem er sie als eine alte arabische Sitte bezeichnet. Yasar Nuri Öztürks Ansichten sind extrem, doch sein Ansatz muss als reformatorisch bezeichnet werden. Schon mancher hat ihn daher als den „Türken-Luther“ bezeichnet. Tatsächlich lehrt er echt lutherisch die „Rückkehr zum Koran“, also die Schrift als einzigen Maßstab. Und permanent reizt er das gesamte traditionell islamische Establishment. So erklärte er alle islamischen Rechtsschulen zu unnötigem Ballast oder die letzten 800 Jahre Theologie für weitgehend vernunftfrei.

Zudem wettert er gegen die Strenggläubigen, die sich gottgefällig wähnen, weil sie Schweinefleisch und Alkohol meiden, während sie ungerührt ihre Frauen versklaven. Solche Provokation hat ihren Preis: Über Jahre wagte sich Öztürk nur mit Bodyguards und Waffe unterm Jackett auf die Straße. Aber so viele Todesdrohungen er auch bekommt, die Zahl seiner Verehrer ist größer: Öztürk vertritt keine Minderheitenmeinung.

In seiner Heimat ist er ein Medienstar: Er hat regelmäßige Auftritte im türkischen Fernsehen und schreibt in einer Kolumne in einer türkischen Tageszeitung. Seine zahlreichen Bücher erreichen hohe Auflagen. Mehr solcher kritischen Geister würden der islamischen Welt sicherlich gut tun.

 

Rezensiert von Abdul-Ahmad Rashid

http://www.deutschlandradiokultur.de

Yasar Nuri Öztürk: Der verfälschte Islam
Übersetzt von Nevfel Cumart.
Grupello-Verlag, Düsseldorf 2007, 192 Seiten, 14,90 Euro

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14 10 2016
By: Redaktion 2 0

Wie umgehen mit in Stein gemeißeltem Hass?

Judensäue an Kirchenmauern! Es gibt auch genug in Stein gemeißeltem Hass gegen Türken. Aus der Gesichte muss man Lernen. Aus der Geschichte kann man manchmal auch nicht lernen, weil jede Situation neu ist. Aus der Geschichte könnte man lernen, aber oft gelingt es nicht. Darüber sollte man diskutieren. Aber bleiben wir bei Judensäue an Kirchenmauern bei Bayerischer Rundfunk/ br.de Bericht: “ In Stein gemeißelter Antisemitismus: Eine Sau, an deren Zitzen Juden säugen und der ein Rabbiner unter den Schwanz schaut. Weg damit, sagen die einen. Geschichte lässt sich nicht einfach entsorgen, die anderen. Wie also umgehen mit judenfeindlicher Propaganda an alten Kirchenmauern?“

Es ist die Predigtkirche von Martin Luther, auf die alle blicken, jetzt, zum Reformationsjubiläum. Und dann das: Ein Relief aus dem Jahr 1305 zeigt eine Judensau. Es sorgt bereits seit Monaten für Streit. Ein britischer Theologe forderte letzte Woche erneut die Entfernung des Spottbildes.

Anders sieht das Christian Fuhrmeister vom Münchner Zentralinstitut für Kunstgeschichte. Aus speziell kunstgeschichtlicher Sicht sollten solche historischen Objekte in ihrem ursprünglichen Kontext erhalten bleiben. Das gilt auch und gerade für problematische Darstellungen und Denkmäler, sagt er. Von Entfernung oder Verbannung in ein Museum hält der Kunsthistoriker nichts. ( Quelle: Bayerischer Rundfunk)

 

Mehr: 

http://www.br.de/themen/religion/judensau-kirchenmauer-100.html

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09 10 2016
By: Redaktion 2 0

TKG-Aufklärung: „Was sagt der Qur’an (Koran) zum Judentum?“

Was sagt der Qur’an (Koran) zum Judentum? Koran Kapital (Sure) 7-Vers 159: „Und unter dem Volk Moses gab es eine Gemeinschaft, die nach der Wahrheit leiteten und danach Gerechtigkeit übten.“ (Koran, 7: 159)

 

Koran Kapital(Sure) 5-Vers 69: „Gewiß, diejenigen, die glauben, und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Ṣābier und die Christen, – wer (immer) an Gott und den Jüngsten Tag glaubt und rechtschaffen handelt, – über die soll keine Furcht kommen, noch sollen sie traurig sein“. ( Koran, 5,69)

Bevor wir Einzelheiten dessen betrachten, was der Qur’an zum Judentum und zu den Juden sagt, möchte ich einige Vorbemerkungen vorwegschicken:

Der Qur’an entstand im 7. Jhdt., als die beiden anderen abrahamitischen Religionen schon etabliert waren. Er versteht sich als Niederschlag der religiösen Erfahrung des Propheten Muhammad, die gesondert von Überlieferungen von seinen übrigen Handlungen und Aussagen sowie biographischen Darstellungen schriftlich festgehalten wurde. Der Prophet sah sich selbst in einer Linie u.a. mit den biblischen Propheten, in ähnlicher Weise sollte seine Botschaft auf religiöse Missstände (Götzendienst) und soziale Ungerechtigkeit korrigierend einwirken, darüber hinaus gibt es hier auch einen Ausblick auf die Beziehungen zwischen den monotheistischen Religionen. Zu den Werkzeugen, die für die Bearbeitung des Textes erforderlich sind, gehören:

 

Sprache: 

 

Arabisch ist eine lebendige Sprache, bei der sich in den vergangenen 1400 Jahren naturgemäß Veränderungen ergeben haben, so dass es auch für Muttersprachler notwendig ist, der ursprünglichen Bedeutung nachzuspüren. Schon seit sehr früher Zeit sind daher Wörterbücher und Grammatiken geschrieben worden, und Kommentatoren wie Zamakhshari (12. Jhdt.) und Baidawi (13. Jhdt.) haben großes Gewicht auf sprachliche Aspekte gelegt.

Da Arabisch und Hebräisch als semitische Sprachen miteinander verwandt sind, kommt es im jüdisch-muslimischen Dialog oft zu einer schnellen Verständigung über Schlüsselbegriffe (z.B. nabî, salâm, dîn etc.).

Zu den Besonderheiten gehören der Aufbau auf Verbstämmen, aus denen Wörter hergeleitet werden, die zusammen Wortfelder ergeben, mit deren Hilfe man Bedeutungsnuancen erschließen kann – so hängt z.B. Salâm (Friede) mit Islâm (Hingabe, Versöhnung) zusammen und kommt von einer Wurzel, die einen ganzheitlichen, ausgewogenen Zustand impliziert.

Verbformen, die ursprünglich eher auf abgeschlossene oder unabgeschlossene Handlungen oder Prozesse hinweisen als auf „Zeiten“ – so wird z.B. der Ausdruck sadaqAllâhul-azîm, den man nach der Qur’anrezitation ausspricht, oft übersetzt mit „G-tt sprach die Wahrheit“, und auf die Offenbarungszeit bezogen, während es eher die Feststellung ist: „G-tt spricht (grundsätzlich) die Wahrheit“, eine unabhängig von der Zeit abgeschlossene Tatsache.

Der Gebrauch des bestimmten Artikels: er erscheint im Arabischen sehr viel öfter als in europäischen Sprachen, wird aber oft demonstrativ gebraucht, d.h. wenn im Text „die Juden“, „die Christen“ oder „die Araber“ erwähnt werden, geht es nicht um alle Juden, Christen oder Araber, sondern um diejenigen von ihnen, die aus einem bestimmten Zusammenhang bekannt sind.

 

 

Geschichte:

 

Anders als die Bibel entstand der Qur’an in einem relativ übersichtlichen Zeitraum von 23 Jahren. In seiner endgültigen Fassung ist er nach hermeneutischen und didaktischen Gesichtspunkten angeordnet als eine kontinuierliche Lesung, und tatsächlich haben viele Muslime eine bestimmte Routine, nach der sie den Qur’an immer wieder ganz lesen, sei es im Ramadan, zu bestimmten Anlässen oder ganz einfach in Form einer täglichen Lesung. Gleichzeitig ist aber die chronologische Abfolge immer wichtig genug geblieben, um zumindest in groben Umrissen in der Kopfzeile jeder Sura angedeutet zu werden. Darüberhinaus ist die Kenntnis des historischen Hintergrundes jedes einzelnen Abschnittes (auch eine Sura ist nicht immer als Ganzes entstanden) als wesentliche Voraussetzung zur verbindlichen Interpretation. Seit jeher hat man sich daher mit den Offenbarungsanlässen (asbab an-nuzûl) beschäftigt (wenn auch die Überlieferungen, die dabei eine Rolle spielen, selbst der kritischen Untersuchung zu unterziehen sind). Dies wird an den islamischen Hochschulen auch weltweit zumindest formal gelehrt. Der Kommentar von Tabari (10. Jhdt.), der auch für seine Sammlung von Geschichtsüberlieferungen bekannt ist, befaßt sich schwerpunktmäßig vor allem mit historischen Hintergründen. Abgesehen davon setzt der Qur’an die Kenntnis älterer (u.a. biblischer) Traditionen voraus. Wo diese Kenntnis fehlt, bleiben Anspielungen auf deren Inhalte zumindest schwer verständlich.

 

Systematik:

 

Da ist einmal der Zusammenhang im Text selbst zu beachten, denn wie in jeder anderen Schrift (und das braucht nicht einmal eine heilige Schrift zu sein) kann man aus isolierten Bruchstücken von Versen oder gar Sätzen das Gegenteil dessen herleiten, was intendiert ist (sowohl muslimische Extremisten als auch antiislamische Polemiker benutzen auf diese Weise den Text gern im Steinbruchverfahren).

 

Ein weiterer Punkt ist die thematische Arbeit, indem man systematisch ein bestimmtes Thema verfolgt – in unserem Fall Judentum und Juden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die methodischen Grundbegriffe zu kennen und der Frage nachzugehen, ob z.B. eine Aussage allgemeingültig (‚amm) oder speziell (khass), grundsätzlich (mujmal) oder erläuternd (mufassir) ist und auf welcher der verschiedenen äußeren und inneren Bedeutungsebenen wir uns bewegen.

 

Darüber hinaus weist der Qur’an selbst wiederholt darauf hin, dass er im Zusammenhang mit anderen „Zeichen G-ttes“ in der Natur, der Geschichte und anderen heiligen Schriften gelesen und verstanden werden will. In Verbindung mit der Sunna (der Praxis des Propheten und der Urgemeinde) und Vernunftmethoden ist der Qur’an schließlich eine Grundlage zum Ijtihâd (wörtl. intensive Bemühung, Rechtsfindung aus islamischen Prinzipien für eine gegebene Problemstellung).

 

Zwei Drittel des Qur’an wurden in Mekka offenbart, wo Muhammad geboren wurde, den Kaufmannsberuf erlernte und ausübte und eine Familie gründete. Hier erfahren wir auch von seinem Engagement für soziale Gerechtigkeit und seine religiöse Suche. Mekka lag an der Kreuzung von antiken Handelsstraßen, die vier Kontinente miteinander verbanden. Auf diese Weise war Reichtum zustande gekommen, aber auch eine tiefe Kluft zwischen arm und Reich. Abgesehen davon war Mekka ein Zentrum der Pilgerfahrt zu einem uralten Heiligtum, das allerdings damals mit polytheistischen Kulten verbunden war, während einige Menschen immer noch mit den mündlichen Überlieferungen vertraut waren, die ihre Abstammung von Abraham herleiteten, und sich ihrer Verwandtschaft mit ihren jüdischen Kollegen und Konkurrenten durchaus bewusst waren, manchmal sogar eigene monotheistische Ansätze suchten (Hanifen). Abgesehen von jüdischen Kaufleuten gab es auf der arabischen Halbinsel jüdische oder judaisierte Stämme sowie vereinzelte Christen. Muhammads Kritik richtete sich gegen Polytheismus und soziale Ungerechtigkeit, und seine Zukunftshoffnung war auf den Glauben an den Einen G-tt und die Verantwortung vor Ihm begründet.

 

In den mekkanischen Abschnitten des Qur’an finden wir also allgemeine Grundsätze von Glauben und Ethik mit einer Betonung der individuellen Verantwortlichkeit, darunter auch einen konzentrierten Abschnitt in Sura 17:22-38, der klare Parallelen zum biblischen Dekalog aufweist. Darüber hinaus finden wir Warnungen vor Arroganz, Unrecht und Achtlosigkeit, für die Menschen am Tag des göttlichen Gerichts zur Rechenschaft gezogen werden, die Verheißung der Früchte von Aufrichtigkeit, Menschlichkeit und guten Handlungen, die in einem zukünftigen Garten zu ernten sind (vgl. z.B. Sura 107:1-7; 99:6-8; 95:1-8 usw.) sowie Rückverweise auf die Erfahrungen älterer Gesandter G-ttes und früherer Generationen (z.B. Sura 21:48-93).

 

In Medina werden die Texte komplexer. Nach der Auswanderung (Hijra) finden wir als neuen Schwerpunkt die Bezugnahme auf Gemeinschaftsbildung. Um die Wurzeln späterer Konflikte verstehen zu können, ist es erforderlich, die Vorgeschichte zu untersuchen. Allem Anschein nach gab es mehrere Generationen vor der Hijra eine Vorherrschaft der lokalen jüdischen Stämme, von der sich die arabischen Stämme lösten und einen unabhängigen Status, vielleicht sogar eine Umkehrung der Verhältnisse erreichten. Hier ist noch einiges an Forschung notwendig. Jedenfalls gab es unmittelbar vor der Hijra eine generationenlange Fehde mit jüdischen und arabischen Stammesgruppen auf beiden Seiten, die zu einer allgemeinen Erschöpfung führte. Eine friedliche Lösung erhoffte man sich von der Vermittlung Muhammads, der daher zusammen mit den in Mekka verfolgten frühen Muslimen eingeladen wurde. Das Ergebnis war tatsächlich ein Friedensschluss und ein Vertrag, der den Stadtstaat „Madinatun-Nabi“ als Föderation autonomer Stämme mit einer gemeinsamen Außen- und Verteidigungspolitik begründete. Die arabischen Stämme nahmen dabei mehr oder weniger aufrichtig den Islam an, und die jüdischen Stämme behielten ihre gesellschaftliche und religiöse Identität und ihre interne Rechtsautonomie. Ein happy end?

 

In Wirklichkeit ist jedoch ein Friedensabkommen immer ein Neuanfang mit neuen Herausforderungen: Welche Hoffnungen und Erwartungen hatten die beteiligten gesellschaftlichen Gruppen damit verbunden, und wie weit sind sie erfüllbar? Wie geht man mit Spannungen um, die schon zur Tradition geworden waren? Wie wirkt sich der Übergang von der Kriegs- zur Friedenswirtschaft aus? Was wird aus den Ambitionen derer, die vom Krieg Vorteile hatten?

 

Im Fall von Medina haben wir verschiedene, oft widersprüchliche Berichte von der Dynamik zwischen den verschiedenen Gesellschaftsgruppe und Individuen. Muslime sind meistens vertraut mit der Art und Weise, wie der Prophet die Muhâjirûn (Auswanderer) und die Ansâr (Helfer in der lokalen Bevölkerung) miteinander integrierte, mit den zahllosen Beispielen von Solidarität und Austausch. Andererseits erfahren wir von der Enttäuschung einiger arabischer Stammesführer darüber, dass die opportunistischen (munâfiq) Motive hinter ihrem Übertritt nicht den gewünschten Erfolg hatten. Wir fragen uns nach den Folgen von Rückschlägen und materiellen Engpässen auf die jeweiligen Stämme und Sippen. Wir finden Spuren von Dialog und Polemik zwischen Religionsgemeinschaften, und hören von Einzelnen, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Rechtssystemen für eigene Zwecke zu nutzen versuchten. Dass es nach außen zu Zusammenstößen mit den heidnischen Quraish kam, hat jedenfalls praktische Versuche zu einer tiefergreifenden Versöhnung erheblich behindert.

 

In diesem Zusammenhang gab es einige Führer von Munâfiqûn und jüdischen Stämmen, die sich Hintertürchen offen hielten und mit dem Feind paktierten. Es braucht mehr als die traditionellen asbab an-nuzûl, um die soziopolitischen Hintergründe der inneren Konflikte zu klären, die daraus folgen, und die relevanten Qur’antexte von diesem Gesichtspunkt her zu betrachten.

 

Wie in Mekka gibt es Rückblicke auf Erfahrungen früherer prophetischer Gestalten und ihrer Gemeinschaften, jetzt aber auch zur Veranschaulichung von praktischen und ethischen Fragen. In unserem Zusammenhang wichtig ist die Bezugnahme auf die „Leute der Schrift“ im Hinblick auf das Zusammenleben mit ihnen, aber auch als kritische Lektion für die junge Gemeinschaft der Muslime, die erst im Entstehen begriffen war und noch keine einschlägigen eigenen Erfahrungen hatte. Wir finden  Kritik an Lehren und Praktiken in lokalen jüdischen (und christlichen) Gruppierungen (Allem Anschein nach gehörten diese Gruppierungen nicht dem „Mainstream“, ihrer jeweiligen religiösen Tradition an, denn sonst wären einige dieser Kritikpunkte unzutreffend.)

 

Es fällt auf, dass im Qur’an die „Kinder Israel“ oft direkt angesprochen werden, im Sinne von „erinnert euch an G-ttes Gnade und haltet euren Bund“, auch im Zusammenhang mit Tadel für die Nichteinhaltung der Gebote, wenn auch sanfter als bei den biblischen Propheten (z.B. 4:40-42). Die Inhalte treffen aber generell auf jede Gemeinschaft zu, die auf einem Bund mit G-tt und ethischen Prinzipien beruht und in Stagnation und Selbstsucht abgleitet, und die erwähnten Werte sind durchaus Teil des islamischen ethisch-rechtlichen Systems wie z.B. der Gedanke in Sura 5:35: „… wenn jemand einen Menschen tötet …, ist es, als ob er die ganze Menschheit getötet hätte, und wenn jemand einem Menschen das Leben rettet, ist es, als ob er der ganzen Menschheit das Leben gerettet hätte.“ Die Lehren aus diesen exemplarischen Ermahnungen treffen nicht unbedingt auf die Juden in der übrigen Welt zu, wohl aber auf Muslime zukünftiger Generationen wie im folgenden Beispiel:

 

Und (denke daran), wie Wir mit den Kindern Israel einen Bund schlossen: Dient keinem außer Mir und (erweist) den Eltern Güte und den Verwandten und den Waisen und den Armen und verwirklicht das Gebet und gebt die Spende. Dann wandtet ihr euch ab und rebelliertet bis auf wenige von euch. (2:83)

 

Anfangs wird allgemein der Leser angesprochen (aller Wahrscheinlichkeit ein Muslim) und an den Bund G-ttes mit den Kindern Israel mit allen Implikationen erinnert. Dann folgt eine unerwartete Wendung zur zweiten Person Plural. Ist damit eine direkte Kritik an lokalen Gruppen für die Abwendung von Prinzipien intendiert bzw. eine Kritik an Juden, für die es zutrifft? Oder wendet sich die Anrede an die muslimischen Leser zur präventiven Reflexion oder Selbstkritik? Oder ist es vielleicht beides?

 

Wichtig ist jedenfalls, dass es nicht um „alle“ geht und dass es durchaus Angehörige der betreffenden Gemeinschaft gibt, die treu an ihrem Bund festhalten. Auf die „Leute der Schrift“ bezogen wird dies noch stärker in Sura 3:113-115 betont:

 

Sie sind nicht alle gleich. Unter den Leuten der Schrift gibt es eine Gemeinschaft, die (für das Rechte) einsteht. Sie tragen in der Nacht G-ttes Zeichen vor und werfen sich (vor Ihm) nieder. Sie glauben an G-tt und an den Jüngsten Tag und regen zum Guten an und verwehren Böses und wetteifern miteinander zum Guten. Sie gehören zu den Rechtschaffenen. Was sie an Gutem tun, nichts wird ihnen vorenthalten, und G-tt kennt die Achtsamen.

 

Daher ist ein weiterer Punkt die Kritik an Absolutheitsansprüchen.

 

Grundsätzlich betont der Qur’an wiederholt, dass es im wesentlichen dieselbe Botschaft war, die die prophetischen Lehrer im Laufe der Menschheitsgeschichte den Völkern und Generationen gebracht haben, und beklagt Haltungen, die religiöse Unterschiede zum Vorwand für Konflikte und Spaltungen nehmen (siehe z.B. Sura 42:13-15). Tatsächliche inter- und intrareligiöse Spannungen, die zur Prophetenzeit bekannt waren, spiegeln sich z.B. in Sura 2:113:

 

Die Juden sagen: die Christen fußen auf nichts, und die Christen sagen: die Juden fußen auf nichts, und doch studieren beide die Schrift. Gleicher Art, gerade wie sie, redeten auch diejenigen, die kein Wissen hatten. Aber G-tt entscheidet am Tag der Auferstehung zwischen dem, worin sie uneins waren.

Trotz gegenseitiger Polemik gab es aber offensichtlich damals auch Juden und Christen, die auf konstruktive Weise zusammenlebten. Somit wäre der bestimmte Artikel irreführend, wenn wir darunter „alle“ verstehen würden, und es ist ein Missbrauch, wenn er absichtlich auf „alle“ bezogen wird, wie es leider immer wieder geschieht. Der bestimmte Artikel verweist, wie zuvor erwähnt, auf als bekannt vorausgesetzte Beispiele, und niemand käme beispielsweise auf den Gedanken, das Wort al-A’râb in Sura 9:97: „Die Wüstenaraber sind am hartnäckigsten in der Ablehnung und der Heuchelei …“ so zu verstehen, als ob es auf alle Wüstenaraber oder gar alle Araber Bezug nähme!

 

Statt ihre Lektion zu lernen, sind Muslime jedoch mittlerweile Teil der Kontroverse geworden. Die Diskriminierung der „Leute der Schrift“ in Geschichte und Gegenwart war bei Muslimen vielleicht „nicht so schlimm wie bei anderen“; vielleicht gab es weniger Zwangsmaßnahmen und Vertreibungen und auf weite Strecken ein fruchtbares Zusammenleben (z.B. Andalusien, Palästina, der indische Subkontinent). Aber am Ideal gemessen bleibt immer noch viel zu wünschen übrig.

 

Das bringt uns zu dem qur’anischen Vorwurf des Missbrauchs oder der Entstellung von heiligen Schriften.

 

Im modernen Diskurs taucht gegenüber den „Leuten der Schrift“ oft der Vorwurf auf, sie hätten die Bibel „verfälscht“, wobei u.a. auf Sura 3:78 verwiesen wird:

 

Unter ihnen gibt es eine Gruppe, die mit ihren Zungen die Schrift verdrehen, so dass ihr meint, es ei aus der Schrift, während es nicht in der Schrift ist, und sie sagen: „Es ist von G-tt“, während es nicht von G-tt ist, und sie sprechen bewusst eine Lüge gegen G-tt aus.

 

Im Zusammenhang mit unserem Thema möchte ich mich hier auf die Torah beschränken und auf verschiedene Sichtweisen hinweisen, die von Fachleuten vertreten werden. Sie reichen von der Auffassung, die sich zumindest teilweise mit orthodoxen jüdischen Positionen deckt, dass nämlich die gesamte Torah Mose gegeben wurde (z.B. Shah Waliullah, gest. 1763; Muhammad Abduh, gest. 1905) über die Auffassung, sie sei sinngemäß (bil ma’na) offenbart worden, bis hin zu Vorstellungen von einer Integration verbal inspirierter Lehren in eine Rahmenerzählung des Lebens und Wirkens prophetischer Persönlichkeiten und der Schlüsselerfahrungen der Kinder Israel zu einem einzigartigen, die Generationen umspannenden Gefüge – letzteres auch in Verbindung mit Ergebnissen der historisch-kritischen Bibelforschung. Allerdings gibt es unter muslimischen Gelehrten nie die Vorstellung, die ganze Torah sei Menschenwerk.

 

Andererseits kennen Gelehrte aller Schriftreligionen, auch der Muslime, sehr wohl die Versuchungen, denen man bei der Auslegung der Schriften ausgesetzt ist, und die Notwendigkeit der Selbstdisziplin und Aufrichtigkeit bei der Predigt und Lehre. Inzwischen gibt es in allen drei Religionen Beispiele von selektiver Auslegung, absichtlich oder unabsichtlich, zugunsten bestimmter Interessen, die nicht nur dem Ruf der Religion überhaupt Schaden zugefügt, sondern ganz konkret Menschenleben gefordert haben.

 

Kritik an Treulosigkeit seitens der „Leute der Schrift“

 

Es gibt im Qur’an wenig direkte Bezugnahme auf Konflikte speziell mit den jüdischen Stämmen in Medina. So bezieht sich z.B. Sura 8:48-61 auf die Qainuqah nach dem Kampf von Badr 624 n.C., Sura 49:2-11 auf die Banu Nadir nach dem Kampf von Uhud 625 n.C. und Sura 22:22-27 auf die Banu Quraiza nach dem Grabenkrieg 627 n.C.. In kriegsbezogenen Texten geht es sonst um die Auseinandersetzung mit den heidnischen Quraish in Mekka. Zu wenig erforscht ist bislang noch die Verbindung zwischen den Munâfiqûn und einigen jüdischen Stammesführern. Der Schock, dass es Mitmonotheisten gab, die mit polytheistischen Feinden gemeinsame Sache machten, muss für die Muslime aber ebenso stark gewesen sein wie die ernüchternde Erkenntnis, dass es in den eigenen Reihen verräterische Elemente gab. Während man sich auf den ersten Blick vor „anderen“ durch Abgrenzung schützen kann, wird es bei den Munâfiqûn problematischer, denn „wenn du sie anschaust, bewunderst du ihr Äußeres, und wenn sie sprechen, hörst du ihnen zu … sie sind der Feind, also hüte dich vor ihnen“ (Sura 63:6).

 

Da die Munâfiqûn aber formaljuristisch der Umma der Muslime angehörten, wurde bei der Bestrafung von Verratsfällen islamisches Recht angewandt. Für die Juden galt demgegenüber jüdisches Recht, und zwar nach ihrem eigenen Verständnis, das nicht deckungsgleich mit den Rechtsvorstellungen von Juden anderswo in der Welt gewesen sein muss, und nicht einmal der Prophet selbst hatte die Möglichkeit, hier eigenmächtig einzugreifen. Nach dieser Rechtsauffassung wurden im Fall der Banu Quraiza die kampffähigen Männer hingerichtet, andere Stämme wurden ausgewiesen, und die übrigen jüdischen Gruppen wurden unter den Schutz der Muslime gestellt. Hier bleibt für Historiker einiges zu klären, und die Forschung sollte nicht durch Idealisierung oder die grundsätzliche Vorverurteilung der einen oder anderen Seite beeinträchtigt werden.

 

Für alle ist jedoch angeraten zu lernen, welche Schritte nach einem „Friedensvertrag“ zur tatsächlichen Aussöhnung und Vertrauensbildung notwendig sind.

 

Und schließlich gibt es Aussagen der Wertschätzung der „Leute der Schrift“ und die Einladung, sich auf Gemeinsamkeiten zu besinnen, wie sie auch in einer Kalligraphie über dem Haupteingang unseres Zentrums enthalten ist:

 

„Sprich: Ihr Leute der Schrift, kommt herbei zu einem Wort, das zwischen uns und euch gleich ist: dass wir niemandem dienen außer G-tt und Ihm nichts zur Seite setzen und dass nicht die einen von uns die anderen als Herren neben G-tt annehmen …“ (Sura 3:64).

 

Chronologisch verlaufen parallel zu den Kritik aussprechenden und auf den Konflikt bezogenen speziellen Texten allgemeine Aussagen zur Koexistenz zumindest der drei abrahamitischen Religionen und münden ein in den Ausblick in Sura 5:47-51

 

Wir hatten die Torah niedergesandt mit Führung und Licht darin. Danach haben die Propheten, die sich (G-tt) hingegeben hatten, den Juden (alladhîna hâdû – kann auch übersetzt werden: „denen, die Rechtleitung empfangen haben“) Recht gesprochen, und desgleichen die Rabbiner und Gelehrten, denn ihnen war befohlen, an G-ttes Schrift festzuhalten, und sie waren Zeugen dafür. Also fürchtet nicht die Menschen, sondern fürchtet Mich und verkauft nicht Meine Zeichen um einen geringfügigen Preis. Und wer nicht nach dem richtet, was G-tt niedergesandt hat – sie sind die Leugner (kâfirûn). … Und Wir ließen Jesus, den Sohn der Maria, in ihren Spuren folgen, das bestätigend, was ihm in der Torah voranging, und Wir gaben ihm das Evangelium mit Führung und Licht darin, das bestätigend, was ihm in der Torah voranging … Und Wir haben dir die Schrift in Wahrheit niedergesandt, das bestätigend, was ihr an Schrift voranging und zur Bewahrung dessen. Richte also zwischen ihnen nach dem, was G-tt niedergesandt hat, und folge nicht ihren Wünschen gegen die Wahrheit, die zu dir gekommen ist. Einem jeden von euch haben Wir ein ethisch-rechtliches System (shir’ah) und einen Weg (minhaj) gegeben. Wenn G-tt gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Er will euch jedoch prüfen durch das, was Er euch gegeben hat. Wetteifert also miteinander zum Guten. Zu G-tt ist euer aller Heimkehr, dann wird Er euch über das aufklären, worin ihr uneinig gewesen seid.

 

Die Entwicklung in Medina lässt uns mit ernsthaften Fragen, die uns bis heute beschäftigen: Wie können verschiedene gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Gruppen miteinander in einer Stadt, in einem Staat, in einer Welt leben? Ist Einheit nur als Uniformität denkbar? Geht es um ein System mit einer herrschenden Gruppe und Minderheiten, um Kultur und Subkulturen? Wie wäre eine echte multikulturelle Gesellschaft zu gestalten? Die muslimischen Reiche waren immer multiethnische und multireligiöse Gebilde, und es gab immer wieder die Herausforderung, mit Konflikten umzugehen, die durch materielle Versorgungsengpässe, interne Machtkämpfe und dergleichen zustandekamen. Die Welt wird immer komplexer, und es ist an der Zeit, sich gemeinsam Gedanken zur gemeinsamen Gestaltung der Zukunft zu machen.

 

In diesem Zusammenhang sehe ich einige „Hausaufgaben“. Zunächst die für die Muslime:

 

Es ist wichtig, dass wir auf breiter Basis den Qur’an gewissenhaft lesen, also nicht nur im rituellen Zusammenhang rezitieren und schon gar nicht als Steinbruch für irgendwelche Ideologien benutzen. Offenbarung bringt keine einfachen Instant-Lösungen für Probleme, sondern Denkanstöße für verantwortliche menschliche Entscheidungen.

 

In diesem Zusammenhang dürfen wir es nicht dabei bewenden lassen, früheren Propheten und heiligen Schriften verbale Anerkennung zu zollen. Es ist an der Zeit, das aufzuholen, was wir in den letzten 1400 Jahren versäumt haben, und uns inhaltlich damit auseinandersetzen – zum besseren Verständnis anderer religiöser Traditionen und unserer eigenen Grundlagen.

 

Und schließlich ist es notwendig, die Geschichte kritisch aufzuarbeiten. Es ist sicher wichtig, vorbildliche Persönlichkeiten zur Orientierung für unsere jüngere Generation hervorzuheben. Aber Geschichte ist mehr als ein Epos, wenn wir wirklich davon lernen wollen.

 

Insgesamt ist viel Forschungs- und Erziehungsarbeit zu leisten, denn ähnliche Aufgaben gibt es in jeder religiösen Tradition, abgesehen davon, dass wir einander besser kennenlernen und eine gegenseitige Vertrauensbasis schaffen müssen. Das bringt uns gleichzeitig näher an unsere gemeinsame Verantwortung, „den Garten zu bebauen und zu bewahren“ (Gen. 2:15) bzw. „G-ttes Statthalter auf Erden“ (2:30) zu sein, denn im Zeitalter der globalen Kommunikation und Interaktion kann dies nicht mehr so verstanden werden, als ob es einer Nation oder Glaubensgemeinschaft vorbehalten wäre.

Halima Krausen ist am Islamischen Zentrum Hamburg tätig und bei der Initiative für Islamische Studien.(© talmud.de 2006)

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01 10 2016
By: Redaktion 2 0

Eine polnische Oase in der Türkei

Wer den Istanbuler Stadtteil Beykoz auf der asiatischen Seite des Bosporus verlässt und auf der Straße nach Alemdag nach Kleinasien weiterfährt, stößt noch im Gemeindegebiet Istanbuls auf ein kleines Dorf Polonezköy(Adamdorf-Polendorf). Der türkische Name bedeutet Polendorf, und tatsächlich lebten hier auch zu Beginn des dritten Jahrtausends katholische Polen. Ihre Vorfahren kamen 1842 als Flüchtlinge und Asylsuchende in das Land des Sultans.

 

Von Prof. Dr. Rudolf Grulich – Dokumentation zur Journalistenreise von Kirche in Not, Juni 2005

 

Heute ist es umgekehrt: Seit Jahren kommen Asylsuchende aus der Türkei nach Mitteleuropa, zumeist Kurden aus Südostanatolien. Vor sechzig Jahren war es noch anders: Nach 1933 flohen zahlreiche von den Nationalsozialisten verfolgte Deutsche in die Türkei und erhielten dort bereitwillig Aufnahme. Bereits im Juli 1933 emigrierten die ersten Hochschullehrer aus Deutschland nach Istanbul und Ankara, nach dem „Anschluss“ Österreichs auch aus Wien. Unter ihnen waren bekannte Wissenschaftler: Agrarexperten, Altphilologen, Architekten, Mediziner, Juristen, Musikwissenschaftler. Viele kehrten nach 1945 zurück, wie Ernst Reuter, der spätere regierende Bürgermeister von Berlin. Sein Sohn Edzard Reuter, der langjährige Vorstandsvorsitzende von Daimler-Benz, hat seine Kindheit in der Türkei verbracht und berichtet, dass für seinen Vater „der Aufenthalt [dort] eine unglaubliche Phase seines Lebens gewesen ist“.

 

Weniger bekannt ist, dass auch im 19. Jahrhundert das Türkische Reich des Sultans ein Zufluchtsland war. Als vor 150 Jahren im August 1849 die ungarischen Aufständischen ihren Kampf gegen Habsburg verloren geben mussten und kapitulierten, flohen Tausende in die Türkei, darunter auch der Führer des Aufstandes, Lajos Kossuth. Er blieb bis 1851 in Istanbul, ehe er sich in Italien niederließ. Auch der polnische General und internationale Freiheitskämpfer Jozef Bem, der im Herbst 1848 die Verteidigung des aufständischen Wien geleitet hatte und den Kossuth am 1. Dezember 1848 zur Oberkommandierenden der Revolutionsarmee in Siebenbürgen ernannte, floh damals in die Türkei. Vor allem Offiziere traten dort in den türkischen Dienst, so auch Bem, der als Amurat Pascha bis zu seinem frühen Tode Ende 1850 Kommandeur der syrischen Armee in Aleppo war.

 

Bem war als polnischer Flüchtling in der Türkei keine Ausnahme. Auch vielen anderen Polen bot das Türkische Reich Zuflucht, vor allem nach den erfolglosen Aufständen von 1831 und 1863 gegen Russland. Daran erinnerte auch Papst Johannes Paul II. vor 20 Jahren bei seinem Besuch in Istanbul, als er sich am 30. November 1979 mit der dortigen polnischen Gemeinde traf. Er erinnerte seine Landsleute daran, dass es der Sultan war, der die Aufteilung Polens Ende des 18. Jahrhunderts nicht hinnahm, „ein etwas ungewöhnliches Faktum“, wie es der Papst nannte. Der Papst erwähnte auch, dass es bei Empfängen für das Diplomatische Korps bei der Hohen Pforte noch Jahrzehntelang hieß: „Der Botschafter von Lehistan (Polen) ist noch nicht eingetroffen.“ Damit sollte an das Schicksal des aufgeteilten Polens erinnert werden. „Hier haben die polnischen Aufständischen von 1830/31 Zuflucht gefunden,“ betonte der Papst, „ die von den Türken aus den Armeen des Zaren freigekauften Kriegsgefangenen, die polnischen Soldaten der 1856 aufgelösten Zamoyski-Division.“ Johannes Paul II. nannte auch Fürst Adam Jerzy Czartoryski, der 1842 eine polnische Kolonie auf der asiatischen Seite von Konstantinopel gründete, die nach ihm zunächst Adampol benannt wurde und heute offiziell Polonezköy heißt.

 

Das Dorf hat seinen polnischen Charakter bis heute erhalten, denn eine Kirche der Muttergottes von Tschenstochau, in der auch noch heute katholische Gottesdienste gehalten werden, fällt dem Besucher ebenso auf wie Häuser, die auch in den Beskiden oder Galizien stehen könnten und polnische Segenswünsche tragen. Fürst Czartorysky hatte 1842 mit Hilfe der Lazaristen Grund und Boden für die ersten Siedler erworben, die sich bald auch eine kleine Kapelle errichteten, die der hl. Anna geweiht war. „1855 traf unser größter Dichter, Adam Mickiewiecz, in Istanbul ein“, betonte der Papst 1979 vor der polnischen Gemeinde, „um hier den patriotischen Geist unter den Polen zu stärken und eine polnische Legion zu bilden, die nach der Vorstellung der Romantik zur Befreiung der Heimat dienen sollte, die nach dem November-Aufstand noch stärker unterdrückt worden war.“ Als Russland vom Sultan die Auslieferung polnischer Flüchtlinge verlangte, lehnte dies der Sultan mit Berufung auf den Koran und dem Gebot der Gastfreundschaft ab. Adampol hatte polnische Selbstverwaltung und war das einzige Stück eines freien Polen, bis Polen als Staat 1918 wieder erstand. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrten manche Bewohner zurück, aber der Ort blieb bestehen, auch wenn er andere Nachbarn bekam, als die griechisch bewohnten Nachbardörfer umgesiedelt und Türken vom Balkan angesiedelt wurden.

 

„Ihr seid Erben jener Polen, die vor mehr als 100 Jahren diese polnische Oase am Bosporus gegründet haben“, sagte der Papst 1979 bei seinem Türkeibesuch zu ihnen. „Als euer Landsmann und zugleich erster Papst polnischer Herkunft begegne ich euch heute mit großer innerer Bewegung.“

 

Man muss sich in dem kleinen Dorf Zeit lassen, um seine 150-jährige Geschichte auszuloten. 1992 erschien in türkischer und englischer Sprache sogar eine kleine Festschrift. Man findet türkische und polnische Gedenktafeln an die großen Besucher. Mickiewicz starb sogar hier. Erst später wurde er in die Gruft der Könige nach Krakau überführt.

 

Franz Liszt besuchte auf einer Konzertreise nach Istanbul ebenso diese polnische Siedlung wie Gustave Flaubert, und natürlich fehlt als Besucher auch nicht der Gründer der modernen Türkei Kemal Atatürk.

 

70 Häuser reihen sich in den drei Straßen des Ortes. Kirche und Friedhof fallen ins Auge. Einige Pensionen, ein Hotel Gülay, das Restaurant Ziya, ein Cafe und ein Teehaus zeigen, dass es auch bescheidenen Tourismus gibt. Den Eingang zur Pension Rizi schmückt ein Holztor mit lebensgroßen Holzfiguren. Die Besitzerin ist Frau Elena Ryzy. An polnischen Familiennamen von Hausbesitzern begegnen uns Dohoda und Wilkoszewski, Biskupski und Gazewicz. Vor Frederik Nowicki war Edward Dohoda Bürgermeister bzw. Muhtar, eine Bezeichnung, die jedem Karl May-Leser bekannt ist.“

 

im Vergleich zu anderen Stadteilen hat dieses Dorf seine alte Struktur weitesgehend beibehalten- die Zeit scheint stehengeblieben zu sein in dieser Oase. Und das in einer Megacity wie Istanbul- das fasziniert mich noch immer deshalb habe ich vor diesen besonderen Ort Istanbuls zu thematisieren. ich will hierbei die überwiegend polnische Bevölkerung interviewen- v.a. interessiert es mich wie diese Diaspora es geschafft hat ihr Gebiet so zu erhalten wie es jetzt ist.

 

die malerische Landschaft und überhaupt diese Ruhe die man an dem Ort inmitten der umgebenen Hektik findet sind die Gründe warum viele Istanbuler das Polendorf aufsuchen. Der Tourismus und seine Auswirkungen und überhaupt das Polendorf im Verhältnis zu der „Mutter“ Istanbul sind alles Gebiete, die ich erforschen möchte.

 

Soweit erstmal, ich hoffe ich kann noch ein paar Leute mitreißen diesen Ort zu erkunden- wie wärs Emine und ljubica? 🙂

 

(übrigens gibt es auf der europäischen seite ein Pendant nämlich das arnavut köyü -Albanerdorf, welches sich zu einer noblen Wohnsiedlung am Bosporus entwickelt hat)

 

https://www.youtube.com/watch?v=ARzXgNqeLtk

 

https://www.youtube.com/watch?v=ZAemEhCq5-U

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29 09 2016
By: Redaktion 2 0

Falsche Informationen bezüglich mehr Beihilfe vom Finanzamt kommen aus Deutschland!

 

Hier die richtigen Fakten

Yeni Vatan Gazetesi-Neue Heimat Zeitung

Wien.Die am Montag den 28.11.2016 über Österreicher Finanzämter eingebrochen Sturmflut an E-Mails, ist von Deutschland von einer Facebook-Seite aus verursacht worden, die auch in Österreich über Facebookteilungen bekannt geworden sind.

 

Die Fakten:

-Zum ersten Mal wurden diese Falschinformationen über das Österreichisches Finanzamt von Deutschland von einer Seite “ Kölner Gurbetciler“, die eine Verfolgerzahl  von 107.00 hat, am 25. November 2016 um 19:34 Uhr veröffentlich und 694 mal auf  Facebook geteilt.

https://www.facebook.com/gurbetcisayfasi/posts/10154859224137873

-Diese Facebook-Seite  wurde 2012 gegründet und man muss hier genau verfolgen wer hinter dieser Seite steckt. Diese Falschinformationen sind noch online.

Die Generalsekretärin der türkischen Kulturgemeinde in Österreich Melissa Günes, hat dazu folgendes gesagt: „Man will in Österreich, mit aus der Türkei stammenden Menschen, durch falsche Informationen mit den Behörden und der Gesellschaft Spannungen verursache, Vorurteile schüren und betonieren. Wenn wir diese Teilung aus dem türkischen Übersetzen, sehen wir hier fast eine Hetzkampagne, die die Türken in Österreich durch Falschmeldungen gegen das Messer laufen lassen. Deswegen bitte wir hier alle betroffenen nicht in die Falle zu tappen. Diejenigen die in Österreich so etwas geteilt haben sollten diese Teilungen löschen und sich für die Verbreitung falscher Informationen entschuldigen und dergleichen in Zukunft  vermeiden. Die türkische Kulturgemeinde (TKG) wird sich bemühen mit dieser Seite (Kölner Gurbetciler) in Kontakt zu treten um diese Seite zu löschen und ruft die Betroffenen dazu auf folgende Informationen, die dankenswerterweise von dem Finanzamt sofort in deutscher und in türkische Sprache vermittelt wurden, zu betrachten“

 

Finanzamt korrigiert wie folgt

Information zu Falschmeldungen zur Familienbeihilfe

Leider wurden über das Wochenende mehrfach Falschmeldungen bezüglich einer etwaigen Neuberechnung der Familienbeihilfe verbreitet.

Die Höhe der Familienbeihilfe steht in keinem Zusammenhang mit dem Einkommen der Eltern. Hier finden Sie einen Familienbeihilfenrechner des zuständigen Bundesministeriums für Familien und Jugend (http://www.bmfj.gv.at/), der Ihnen Auskunft über die zustehende Familienbeihilfe gibt: http://familienbeihilfenrechner.bmfj.gv.at/

Das Arbeitsmarktservice (http://www.ams.at/) stellt unter folgendem Link www.ams.at/service-arbeitsuchende_nachberechnung eine Information über eine Nachberechnung des Arbeitslosengeldes zur Verfügung. Dies hat keinen Einfluss auf die Familienbeihilfe, daher besteht keine Möglichkeit auf eine „Neuaufrollung“ der Familienbeihilfe. (yenivatan.at)

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21 09 2016
By: Redaktion 2 0

TKG verurteilt den barbarischen Anschlag in Türkei-Gaziantep

So kann es nicht weiter gehen. Eine Abkehr von dieser negativen Spirale aller Parteien durch die Antwort „Frieden in allen Bereichen“ ist in der Türkei notwendiger denn je.

Wien (OTS) – Die Türkische Kulturgemeinde Österreich (TKG) ist in diesen Stunden mit den Gedanken bei den Angehörigen der Todesopfer und den Hunderten Verletzten, die bei der jüngsten Anschlagsserie in der Stadt Gaziantep in der Türkei durch einen barbarischen Terroranschlag ums Leben gekommen sind.

 

IS Sümpfe durch vorsätzliche Unterstützung 

Die dafür Verantwortlichen sind höchstwahrscheinlich jene, die auch von den türkischen Behörden als IS-Terroristen verifiziert wurden, die in der Türkei seit dem Syrien-Krieg ihre Sümpfe besonders in der Stadt Gaziantep und Umgebung aufgebaut haben und vorsätzlich leider unterstützt wurden.

 

IS: Erorberung Konstantiniyye

Faktum ist, dass es von unterschiedlichen Seiten Interesse gibt, die Türkei ins Chaos zu stürzen. Die Oppositionsparteien haben auch heute viele Informationen geteilt, dass in der Stadt Gaziantep eine Hochburg des IS entstanden ist und sogar viele Bezirke unter der Kontrolle vom sog. Islamischen Staat (IS) sind. Das kann nicht so weiter gehen, weil hier dieses Gebiet ein Knotenpunkt für Europa und auch für Österreich, gerade als Hinterland, geworden ist. Und das letzte Ziel des IS ist, ein Kalifat mit Hauptstadt Istanbul zu gründen. Dafür bringt der IS seit drei Jahren eine Zeitschrift in türkischer Sprache mit dem Titel „Erorberung Konstantiniyye“ (Kontsantiyye´nin Fethi) heraus. Wenn im IS eine Abspaltung mit einer türkischen IS-Gruppe zu Stande kommt, dann kommen die echten Probleme in die Türkei und nach Europa. Wir warnen.

 

Selbsternannte Deradikalisierungsspezialisten 

In Österreich und in Europa versucht der IS fleißig weiterhin, besonders sunnitische und alevitische Familien und Kinder, die ziemlich labil sind, durch salafistisch-wahabitische Konfessionen des Islam zu gewinnen, wo besonders in Österreich die deradikalisierenten Stellen sehr schwach sind, weil sie durch die politische Freunderlwirtschaft von Aktivisten und „selbst ernannten Beratern“ oder als „Feuerlöscher auftretende Brandstifter“, die aus diesem Geschäft per se Geld verdienen, auch nicht leistungsorientiert arbeiten, sondern sich selbst profilieren. Viele sunnitische und alevitische Familien in Österreich und besonders in Wien haben sich bei der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich darüber beschwert, dass ihre Kinder verloren gegangen sind.

Ziel: Türkei afghanisieren, irakisieren bzw. syrisieren

Nicht nur in Gaziantep, sondern in mehreren Städten in der Türkei sind IS-Hochburgen durch salafistisch-wahabitische IS-Strömungen vorhanden, die einfach bereit sind, in einem Bürgerkrieg in der Türkei genauso terroristische Aktivitäten auszuüben wie im Irak und Syrien. Kurz: Man will die Türkei syrisieren bzw. irakisieren, wie man es bereits bei den Städten Afghanistan und Pakistan gemacht hat.

 

Türken und Kurden sind Brüder seit 1000 Jahren

Weder die Türken sind Feinde der Kurden, noch die Kurden Feinde der Türken und das schon seit 1000 Jahren. Das will man die ganze Zeit propagieren, wobei man nur durch Brüderlichkeit und eine friedliche Politik ohne Hetze etwas dagegen machen kann.

Alle Parteien in der Türkei müssen jetzt gegen diese Hetze, die als Ziel hat, Türken gegen Kurden und Kurden gegen Türken aufzuhetzen und damit einen Bürgerkrieg zu verursachen, durch Frieden eine Antwort geben.

 

Säkulare Verfassung in der Türkei mit Demokratie stärken 

Die Türkische Kulturgemeinde Österreich wünscht allen politischen Verantwortlichen den Weitblick und die Erkenntnis, dass die Saat des Hasses und des Konfliktes in der Ungerechtigkeit liegt.

Das Resultat von blindem Fundamentalismus durch einen politisierten Islam und die Instrumentalisierung der Religion durch die Politik wird noch mehr Tote produzieren. Das Ziel sollte sein, die säkulare Verfassung der Türkei mit noch mehr demokratischen Gesetzen und die sterile Gewaltenteilung zu stärken, und als Beamte sollten nicht mehr Sektenbrüder, egal aus welcher islamischen Rechtsschule sie stammen, eingesetzt werden, sondern sie sollten den Verdienst (Liyakat) leisten und dafür die notwendige Bildung und Erfahrung haben.

Wir wünschen den Verletzen eine baldige Genesung und den Hinterbliebenen der Opfer viel Kraft in diesen schweren Stunden.

 

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160822_OTS0100/tkg-verurteilt-den-barbarischen-anschlag-in-tuerkei-gaziantep?utm_source=2016-08-22&utm_medium=email&utm_content=html&utm_campaign=mailaboeinzel

Dr. Melissa Günes
Generalsekretärin
Türkische KULTURgemeinde in Österreich

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17 09 2016
By: Redaktion 2 0

Leitartikel aus Deutsche Levante Zeitung, 1.7.1912

Wir sitzen im Allerheiligsten des großen Hamburger Importhauses, von dem hinüber zur Levante und herüber tausend Fäden spinnen. Der Chef, ein typischer Inselgrieche, klug, agil, mit allen Wassern des Orients und Okzidents gewaschen, gestikuliert überlebhaft und brennt sich alle Augenblicke einen frischen Papyros an. Natürlich dreht sich unser Gespräch ums „Geschäft“.

 

„Glauben Sie, daß der deutsche Kaufmann eine Zukunft hat in Ihrer Heimat?“ frage ich den vielgewandten Mann, der alle Kniffe und Pfiffe im orientalischen Handel kennt wie seinen Kassenschrank.

„Zweifellos, wenn er endlich lernen wird, die Leute da unten zu nehmen, wie sie genommen sein wollen. Wissen Sie aber, wie der Levantiner Ihre Landsleute nennt? Geizhälse! Sie lächeln ungläubig. Aber beobachten Sie mal in den Speise- und Kaffeehäusern Smyrnas oder Beiruts die verächtlichen Mienen der Türken, Griechen, Armenier, wenn der deutsche „Geschäftsfreund“ seelenruhig bloß die eigene Zeche bezahlt, anstatt den andern freizuhalten. Da liegt der Hase im Pfeffer!

Der deutsche Reisende glaubt, es genüge die Güte und Billigkeit seiner Waren darzutun, und spielt dann, im persönlichen Verkehr, den Zurückhaltenden. Meine Landsleute wollen aber, naiv wie sie in solchen Dingen sind, in Liebenswürdigkeiten eingewickelt, verwöhnt, regelrecht poussiert werden, wenn man sie als Kunden gewinnen will. Dann wird man aber auch Sachen an sie los, die lange nicht so gut und wohlfeil sind wie Ihre deutschen. Nehmen Sie dagegen z.B. den englischen oder französischen Importeur. Der geht in die Familie seines Kunden, tut da, als wäre er bei lieben Freunden, überschüttet die Leute mit Aufmerksamkeiten, und eins, zwei, drei hat er seinen Auftrag in der Tasche. Er disponiert eben mit dem Geld geschickter als der Deutsche. Allerdings muß man auch berücksichtigen, daß diese Nationen schon viel länger in der Levante arbeiten als Ihr.

Der Türke ist streng konservativ und bestellt mit zähem Eigensinn immer wieder bei solchen Firmen, die er von klein auf kennt; er sagt sich: warum soll ich mit andern Fabrikaten Experimente machen? Ich bleibe am besten bei der Firma, mit deren Ware ich zufrieden bin. Es ist riesig schwierig, solchen Hinterwäldlern einzubleuen, daß die Zeit vorwärts schreitet, und daß es töricht ist, die Konkurrenz nicht zu beachten.“

 

Aus dem Archiv der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. resolver.sub.uni-hamburg.de/goobi/PPN833045369_1912

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13 09 2016
By: Redaktion 2 0

100 Jahre Dadaismus, Istanbul grüßt Wien

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich freut sich, in Räumen der Mekan68 mit „MIRROR OR RIM“ erstmals in Wien eine Einzelausstellung der namhaften türkischen Künstlerin Lale Tara auch mit einladen zur dürfen.

Eröffnung: Mittwoch, 14 September um 19:00 Uhr

Öffnungszeiten:  Fr, Sa jeweils von 15:00 bis 18:30

Kurator: Engin Özendes (ESFIAP)

 

Mekan68 freut sich, in seinen Räumen mit „MIRROR OR RIM“ erstmals in Wien eine Einzelausstellung der namhaften türkischen Künstlerin Lale Tara zeigen zu können. Die Ausstellung wird am 14. September 2016 um 19 Uhr eröffnet.

Lale Tara ist bekannt für ihre surrealen, atmosphärisch dichten und häufig provokanten fotografischen Arbeiten. Indem ihre erzählerische Fotografie alternative Realitäten konstruiert und die Thematik verschwommener Dualitäten erkundet, bringt sie Tendenzen hervor, die den herrschenden Kulturkanons zuwiderlaufen. Damit überschreitet sie bewusst die Grenzen zwischen verschiedenen künstlerischen Medien, zwischen Historischem und Zeitgenössischem, zwischen den Kulturen wie auch zwischen dem Selbst und dem Anderen.

Während in letzter Zeit auf den Bildern von Lale Tara immer eine lebensgroße Puppe als ihre Doppelgängerin zu sehen war, erscheint sie in ihrer neuen Bildreihe „MIRROR OR RIM“ selbst in den Szenen, gleichzeitig aber auch (hinter der Kamera) an deren Peripherie: im Spiegel und im Rahmen. Diese Arbeiten befassen sich mit der Absurdität von Zeit und Raum und spiegeln die rätselhafte Irrationalität der Welt mit feinem visuellem Witz wieder. In ihnen lebt wahrlich der Geist von DADA wieder auf. So hat Lale Tara denn auch drei Arbeiten dieser Serie drei DADA-Künstlerinnen gewidmet.

Besonders faszinierend ist das Bild von ihr selbst als Lampe, in dem sie beleuchtet und beleuchtet wird, sowohl Lichtquelle als auch Lichtempfängerin ist, das A und O der Kunst des Schattenfangens. Gewidmet ist das Werk Emmy Hennings.

Das Bild des Hochzeitspaares mit seinem Spiegel und dem Schoßhund in ein pfiffiger Verweis auf Jan van Eyck. Damit weist es sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft, erregt humorvoll Aufmerksamkeit und macht neugierig darauf, seine Details näher zu erkunden.

Tara hat den zeitgenössischen türkischen Künstler Ali Elmacı eingeladen, bei einem der Bilder mit ihr zusammenzuarbeiten. Dabei steht sie Elmacı für eine Zeichnung Modell, während sie selbst die Szene mit ihrer Kamera einfängt. Diese Arbeit ist Elsa von Freytag-Loringhoven gewidmet.

Der eingerahmte 50-SFr.-Geldschein ist dem Gedenken an Sophie Taeuber-Arp gewidmet.

Mit seinem Anliegen des humorvoll Absurden und der trotzigen Weigerung, verstanden zu werden, ist  „MIRROR OR RIM“ eine hundertjährige Hommage an DADA.

 

***

 

Über die Künstlerin

Lale Tara (geb. 1957) lebt und arbeitet in Istanbul, Türkei. Sie ist bekannt für ihre surrealen, atmosphärisch dichten und häufig provokanten Fotos mit einer lebensgroßen Puppe als ihrer Doppelgängerin, die an entfremdeten und verlassenen Orten in Szene gesetzt werden.

Hinter jedem Projekt steht eine einem Film vergleichbare Produktion, bei der Tara als Autorin, Produzentin und Fotografin mit einem erfahrenen Team von Mitarbeitern eine Aufnahme an einem Schauplatz oder im Studio inszeniert, um aus einer Fotografie ein Ereignis zu machen.

Tara hat an zahlreichen Ausstellungen im Nahen Osten, in Asien und Europa teilgenommen, darunter Gruppen- und Einzelausstellungen im Istanbuler Museum für Moderne Kunst (Türkei). Ihre Werke finden sich im Privatmuseum Salsali (Dubai, VAE), der Samawi-Sammlung (Dubai, VAE), dem Istanbuler Museum für Moderne Kunst (Türkei) und der Sevil-Sabancı-Sammlung (Türkei).

 

 

Vernissage: Mittwoch, 14 September 19:00

 

mekan68
Neustiftgasse 68/1

1070, Wien

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12 09 2016
By: Redaktion 2 0

Die Schallaburg sucht Interessentinnen/Interessenten für die Vermittlerausbildung zur Ausstellung „Islam“

Für die Ausstellung „Islam“ (18. März bis 5. November 2017) erweitert das Ausstellungszentrum Schallaburg das Team der Kulturvermittlung.

 

Dieses nimmt auf der Schallaburg eine wesentliche Rolle ein. Als Brücke zwischen Ausstellung und Besucherinnen und Besuchern schafft die Vermittlung persönliche Zugänge und greift Fragen auf, die sich im eigenen Umfeld ergeben. Die Schallaburg versteht sich als Ausstellungshaus und als Begegnungsraum aktueller Themenstellungen, die Menschen bewegen.

Die mehrteilige Ausbildung startet im Oktober 2016 und wird mit der Fortbildung bestehender Vermittlerinnen und Vermittler verschränkt. Sie bereitet die Teilnehmenden didaktisch und inhaltlich auf ihre Aufgabe vor und soll sie dazu befähigen, die Vielfalt des Islam und seiner Bezüge zur österreichischen Vergangenheit und Gegenwart zu beleuchten, diese gemeinsam mit den Besucherinnen und Besucher zu deuten und zu befragen.

Gesucht sind Personen mit Sprachkenntnissen in Türkisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Arabisch oder Farsi, erforderlich ist ein der Tätigkeit entsprechendes, diskurssicheres Deutsch. Ausdrücklich möchten wir Menschen mit familiärer oder eigener Migrationserfahrung einladen, sich zu bewerben. Die rechtlichen Voraussetzungen für eine Beschäftigung in Österreich müssen gegeben sein.

An der Ausbildung Interessierte werden gebeten, sich an Wolfgang Schmutz, unter der E-Mail-Adresse vermittlung@schallaburg.at für Rückfragen bzw. mit Lebenslauf und Motivationsschreiben zu wenden. Bewerbungsschluss ist der 22. September 2016.

Die Hearings finden voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober auf der Schallaburg statt. Am Montag, den 19. September 2016 wird um 20:00 Uhr ein Informationsabend in der Brunnenpassage (1160 Wien) veranstaltet, um über geplante Inhalte und die Rahmenbedingungen der Ausbildung sowie späteren Tätigkeit in der Kulturvermittlung zu informieren.

 

Kontakt:
vermittlung(at)schallaburg.at
www.schallaburg.at

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01 09 2016
By: Redaktion 2 0

EU-Türkei-Österreich-Fakten: Zeit für Zurückhaltung und Abrüstung der Wörter

„Die Causa Türkei ist für SPÖ und ÖVP eine Chance, sich zu profilieren. Das Thema besetzen und dominieren, lautet die Devise für Kern und Kurz. Und zwar bevor es die FPÖ tut.“ schreibt die Süddeutsche Zeitung.“

 

Die Abwärtsspirale der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit dreht sich mit zunehmender Schnelligkeit und sorgt bei den Betroffenen für eine regelrechten Erfolgsrausch! Meine Gedanken sind bei denen, die sich nicht in diesem Rausch befinden!“, schreibt die SPD-Abgeordnete a.D. Lale Akgün. Die TKG hat nachrecherchiert: Die seit 1996 intakte Zollunion der EU (500 Millionen Einwohner) mit der Türkei (80 Millionen) bringt der Europäischen Union mehr Vorteile als der Türkei, sagen die Fakten. Braucht die EU wirtschaftlich die Türkei also nicht eher als die Türkei die EU? Wer sitzt wirklich am längeren Ast?

Die Türkei ist für die EU nicht nur sicherheitsstrategisch und geopolitisch wichtig, sondern auch wegen des nicht ernst genommenen politisierten Islam-Sumpfes. Mit der Türkei sollte man aber hard aber doch im Gespräch bleiben weil der EU Beitrittsprozess der Türkei der beste Hebel die verschiedene unangenehme Prozesse in der Türkei beeinflussen zu können.

Weil das Epizentrum dieses Sumpfes gerade die Türkei, Saudi Arabien, Katar und seine Nachbarn geworden sind. Die EU (und der Balkan) waren bis jetzt das Hinterland dieser Sümpfe, die sich bis in die modernen Städte hinein erstrecken. Man sollte schleunigst diese Sümpfe trockenlegen, statt auf zahnlose wirtschaftliche Druckmittel zu setzen. Die Türkei spielt eine sehr wichtige Rolle für die EU, umgekehrt ist es genauso. Griechisch-Zypern blockiert schon länger weitere Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Ein weiteres Veto aus Österreich durch Außenminister Kurz bzw. Bundeskanzler Kern ist daher unnötig. Ein außenpolitischer Fehler.

These: Die Europäische Union braucht die Türkei mehr als die Türkei die EU. Die Türkei aber braucht Europa als Partner, besonders was die Wertegemeinschaft angeht.

 

Rechtsstaatliche und demokratische Prinzipien

Bundeskanzler Kern: Die Türkei ist von uns weitgehend abhängig“

Das Statement des sozialdemokratischen Bundeskanzlers Christian Kern gegenüber der Zeitung „Die Presse“ sollte man genau bezüglich Zollunion EU-Türkei unter die Lupe nehmen: Würde man nun die Tür für die Türken öffnen und ihnen die vier Grundfreiheiten der EU (freier Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehr) einräumen, dann würde das zu massiven wirtschaftlichen Verwerfungen führen, die in Europa nicht mehr vertretbar sind. Die EU sollte vielmehr nach einem neuen machbaren Weg der wirtschaftlichen Heranführung der Türkei suchen. Ökonomisch sitzen wir am längeren Hebel. Die Türkei ist von uns weitgehend abhängig.“

Für die Türkische KULTURgemeinde geht es darum, dass die Türkei so viele EU-Wertestandards wie möglich umsetzt. Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit müssen in vollem Umfang Einzug halten! In der Türkei ist jedem klar, dass es der Europäischen Union gar nicht um einen vollen EU-Beitritt geht. Die EU und insbesondere Deutschland waren nicht ehrlich mit der Türkei, das zeigen die Probleme mit der bereits bestehenden Zollunion ab dem 1.1.1996.

 

Hintergrund

„Unnötiger kann Kerns Demarche tatsächlich nicht sein. Niemand in der EU glaubt, dass der Türkei-Beitritt in absehbarer Zeit erfolgen kann. Die Verhandlungen um eine Mitgliedschaft sind sowieso auf das Minimum zurückgefahren. Ein Plädoyer für einen Abbruch macht keinen Sinn, es befriedigt bloß jene nationale Öffentlichkeit, die seit eh und je die Türken nicht mag.Noch eins: An der Visa-Frage sollte das Flüchtlingsabkommen nicht scheitern. Dass die Visapflicht für die Türkei nicht schon längst abgeschafft ist, so wie für Mazedonien, Montenegro und Serbien – auch nicht gerade Westminster-Demokratien –, wird in Ankara seit Langem als feindseliger Akt der EU gesehen. Zu recht. Zudem würde eine von der EU geforderte Änderung der Definition von Terrorismus im türkischen Antiterrorgesetz – angesichts des ausgerufenen Ausnahmezustands – nichts an der Situation der verfolgten Journalisten oder Oppositionellen ändern. “ schreibt Profil (Georg Hoffmann-Ostenhof )

Laut der Standard vermutet der renommierter Politologe Peter Filzmaier innenpolitische Motive hinter dem außenpolitischen Schauspiel. „Es ist eine strategische Binsenweisheit, dass sich innere Einheit am besten gegen einen – unter Anführungszeichen – Außenfeind schaffen lässt,“ sagt er, „und so viele andere Themen, bei denen sich die Regierung einig ist, gibt es nicht.“ Die Türkei-Debatte sei „aufgelegt wie auf dem Silbertablett“, befindet Filzmaier, zumal sie für die Regierung weitgehend „risikolos“ sei. Schließt sich die EU, wo letztlich die relevanten Entscheidungen fallen, mehrheitlich der Haltung Österreichs an, könnten sich Kern und Kurz eines Erfolges rühmen. Wenn nicht, so Filzmaier, lasse sich immer noch mit EU-Bashing Kapital schlagen. „Wenn Verhandlungen auf Eis liegen, muss man nicht auch noch die Kühlschranktür zuschlagen“, sagt Peter Filzmaier  der Kerns und Kurz‘ Vorstöße für umso bemerkenswerter hält, als sich Österreich immer noch neutral nennt: „Von jeder diplomatischen Akademie fliegt man für so etwas im ersten Semester raus.“

Filzmaier vermutet innenpolitische Motive hinter dem außenpolitischen Schauspiel. „Es ist eine strategische Binsenweisheit, dass sich innere Einheit am besten gegen einen – unter Anführungszeichen – Außenfeind schaffen lässt,“ sagt er, „und so viele andere Themen, bei denen sich die Regierung einig ist, gibt es nicht.“ Die Türkei-Debatte sei „aufgelegt wie auf dem Silbertablett“, befindet Filzmaier, zumal sie für die Regierung weitgehend „risikolos“ sei. Schließt sich die EU, wo letztlich die relevanten Entscheidungen fallen, mehrheitlich der Haltung Österreichs an, könnten sich Kern und Kurz eines Erfolges rühmen. Wenn nicht, so Filzmaier, lasse sich immer noch mit EU-Bashing Kapital schlagen. – derstandard.at/2000042612107/Wie-der-Streit-mit-der-Tuerkei-der-Regierung-nuetzt

 

Die Süddeutsche Zeitung schreibt: „BK Kerns Aussagen lösten in der türkischen Regierung so viel Heiterkeit aus wie ein Zigarettenstummel in einer Melange. Nun kürte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu Wien zur „Hauptstadt des radikalen Rassismus“. Sein österreichischer Amtskollege Sebastian Kurz bestellte den türkischen Botschafter ein, dann legte er nach. Am Freitagabend erklärte er den Flüchtlingsdeal sinngemäß für gescheitert. Die EU müsse die Außengrenzen selbst schützen, um nicht mehr erpressbar zu sein, sagte Kurz im ORF. Die Art und Weise, wie Wien die Eskalationsspirale dreht, gefällt Berlin ganz und gar nicht. Denn Deutschland will seinerseits weder das mühsam ausgehandelte Flüchtlingsabkommen kündigen, noch im Vorbeigehen die Beitrittsverhandlungen kippen. Wenn, dann muss das Ankara schon selbst machen.“

„Dass sich Wien nun so ins Zeug legt, hat augenscheinlich auch sehr austriakische Gründe. Hier kommt die FPÖ als Faktor hinzu. Die islamfeindliche Partei ist für die regierende Koalition aus Kerns SPÖ und Kurzens ÖVP ein ziemlich großes Problem. In Umfragen rangiert die FPÖ mit deutlichem Abstand vor den Volksparteien. Kanzler Kern hat sich klar von der rechtspopulistischen Partei abgegrenzt, aber manche in seiner SPÖ liebäugeln mit der FPÖ. Die wiederum umwirbt relativ offen Kurz und sein ÖVP-Umfeld. Der Minister ist im Volk beliebt, aber seine Partei darbt in Umfragen trotzdem. Seit mehreren Legislaturperioden blockieren sich SPÖ und ÖVP gegenseitig bei Reformprojekten, man gönnt einander keine Erfolge. In der Ausländerpolitik treibt die FPÖ die Regierung vor sich her, daran ändern auch weitere Asylrestriktionen nichts. Die Causa Türkei ist für SPÖ und ÖVP eine Chance, sich zu profilieren. Das Thema besetzen und dominieren, lautet die Devise für Kern und Kurz. Und zwar bevor es die FPÖ tut. Kurz hatte am 3. August im Interview mit Spiegel Online den Flüchtlingsdeal zwar kritisiert, aber noch nicht abgeschrieben. Er sprach von Plan A und Plan B. Am 4. August erklärte Kern im ORF die Beitrittsgespräche mit Ankara für gescheitert. Am 5. August erklärte der alerte Außenminister das Flüchtlingsabkommen für erledigt. Von einem Sozialdemokraten will sich der Christsoziale eben nicht rechts überholen lassen.Dabei gibt es noch eine andere

Komponente, die bemerkenswert ist. Denn Kanzler und Außenminister vertreten ähnliche Dinge, aber sie wirken nicht wie ein zusammenarbeitendes Duo wie etwa Merkel und Steinmeier. Die Wiener Wortwahl wird auch deshalb drastischer, weil der SPÖ-Kern und der ÖVP-Kurz sich gegenseitig die Butter vom Brot nehmen wollen, anstatt sich die Jause aufzuteilen. Es ist das alte Dilemma der SPÖ-ÖVP-Koalition.“ ( Süddeutsche Zeitung)

 

Wo bleibt die Demokratie? Wo bleibt der Rechtsstaat?

Die Türkei und die AKP-Regierung haben massive demokratiepolitische und rechtsstaatliche Defizite, die für die EU keinesfalls zu akzeptieren sind. Auf diesem Gebiet ganz besonders, wie der österreichische Bundeskanzler Kern, Außenminister Sebastian Kurz und der Grüne-Abgeordnete Peter Pilz unterstrichen haben. Österreich zeigt sich als türkischer Partner schockiert über Rückschritte bei der Achtung der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit, bei der Gewaltentrennung und insbesondere bei der Beschneidung der Meinungs- und Pressefreiheit sowie der Unabhängigkeit der Justiz.

Aber vorweg sagen wir ganz klar: Die Todesstrafe wird in der Türkei nicht kommen, weil das Verbot in der Verfassung dreifach abgesichert ist! Die türkische Innenpolitik droht überzukochen, aber am Ende wurde in der Türkei bekanntlich nie so heiß gegessen wie gekocht.

Es ist auch von den EU-Staaten ziemlich zynisch, ständig die Todesstrafe für den Abbruch der Beitrittsverhandlungen vorzuschieben. In der Türkei werden seit vielen Jahren die Menschenrechte missachtet und Journalisten verfolgt. Hätte man dann nicht schon längst alle Verhandlungen abbrechen müssen?

Die Türkische KULTURgemeinde fordert hohe Standards im Bereich der Menschenrechte, Rechtssicherheit und Pressefreiheit, denn alles andere stärkt nur die radikalen Kräfte in der Türkei!

 

Traum: Ein türkischer Rechtsstaat ohne islamistische Sekten

Ohne Wenn und Aber fordert die TKG einen säkularen, von religiös-islamistischen Sekten befreiten türkischen Rechtsstaat. Zuallererst gilt es, die Gewaltentrennung umzusetzen! Es kann nicht sein, dass die AKP-Regierung und Präsident Erdoğan von der EU Solidarität gegenüber einer islamistischen Sekte, die sich ungeniert FETO (Fethullahistische Terrororganisation) abkürzt, erwarten. Es handelt sich hier um jenen Prediger Fethullah Gülen, dem Tayyip Erdoğan jetzt auf den Fersen ist. Nicht zu vergessen: Fethullah Gülen war Erdoğans engster Verbündeter. Spätestens hier wird die Geschichte unglaubwürdig! Auf der anderen Seite ist die AKP-Alleinregierung gerade dabei, jenen Platz einnehmen, den bisher ihnen nahestehende, noch schlimmere fundamentalistische und klerikal-faschistischen Sekten, die seit Jahren gegen die säkular-demokratische Verfassung der Türkei kämpfen und sie vernichten oder verwässern wollen, einnehmen. Indem Präsident Erdoğan jetzt gegen diese Gruppierungen losschlägt, erhöht er seine Glaubwürdigkeit.

Die ehemalige SPD-Abgeordnete Lale Akgün denkt hier anders: „Eben habe ich mir die Liveübertragung der Großkundgebung „für Demokratie und Märtyrer“ in Istanbul angesehen. Die Show wurde nicht nur auf allen Fernsehkanälen übertragen, sondern auch auf Großwandleinwänden in allen 80 Provinzhauptstädten der Türkei , damit das Volk auch da zusammenkommen und jubeln konnte. Diese Veranstaltung diente dazu, alle auf die neue Türkei mit Erdogan als den Führer einzuschwören. Das ist gut gelungen. Erdogan und seine Equipe kennen keine Parteien mehr, sondern nur noch das Volk. Und dieses Volk ist heute ganz schön umschmeichelt worden. Und seine Einheit. Und sein Wille. Zum Beispiel die Todesstrafe. Wenn das Volk es will, dann wird es sie geben, sagt der Führer. Und die Feinde. Die müssen auch benannt werden, damit das Volk zusammenstehen kann, gegen die Feinde. Kurzum: die AKP hat alle Schleusen Richtung Islamo-Nationalismus geöffnet. Die Ideologie „Türk-Islam-sentezi“ , „die türkisch-islamische Synthese“, ist kaum noch zu bremsen oder gar aufzuhalten. Die Veranstaltung fand übrigens in Yenikapi statt, auf deutsch „Neues Tor“. Wenn das kein symbolträchtiger Name ist!“

Hier beginnen die Sicherheits-Probleme der EU und insbesondere der Republik Österreich. Denn genau diese anti-säkulare und anti-demokratische, orthodox-religiöse Partei und Sekten – durch westliche Unterstützung fleißig hinaufgehievt – benutzen seit Jahren Österreich und andere Staaten als politisches Hinterland.

Unter dem Vorwand falsch verstandener Solidarität, Religionsfreiheit und Demokratie oder was auch immer versinkt ein gutes Zusammenleben im Sumpf der Korruption. Statt wirtschaftlicher Sanktionen sollte man in Österreich diese – oft als Vereine getarnten – Parteien und Sekten genau unter die Lupe nehmen! Sie wollen einen Staat im Staat aufbauen und die österreichischen Regierungsparteien unterwandern. Sie wollen alle hart erworbenen demokratischen Werte einreißen. Auch die die anderen EU-Staaten sind von dieser Unterwanderung betroffen!

 

Privileg oder Schande? Die EU-Türkei-Zollunion ist schon lange da: seit 1.1.1996

Auf der anderen Seite dürfen wir als Türkische KULTURgemeinde in Erinnerung rufen, dass die Türkische Republik – zu Lasten seiner eigenen wirtschaftlichen Interessen – mit der EU schon lange in einer Zollunion ist!

Außer der Landwirtschaft (soll ausgedehnt werden) und den Dienstleistungen (wird ausgedehnt), die stark reglementiert sind, soll die Zollunion weiter expandieren, der Gewinner ist die EU! Diese Zollunion mit der EU ist bereits seit 1.1.1996 in Kraft! Zwischen den EU-Staaten und der Türkei werden seit über 20 Jahren Waren, Dienstleistungen (begrenzt) und Kapital (unbegrenzt) gehandelt und transferiert. Die EU exportiert seit 1996 mehr Waren und Dienstleistungen in die Türkei als diese in die EU. Bis Ende 2015 betrug das Handelsbilanzdefizit für die Türkei über 50 Milliarden Euro, im Durchschnitt ca. 2,5 Milliarden Euro pro Jahr! Das Leistungsbilanzdefizit der Türkei wird durch die Zollunion keineswegs positiv beeinflusst, wie von allen Seiten bisher stets behauptet wurde. Im Gegenteil profitiert vielmehr die EU davon.

 

Faktum: Einmalig für die EU: Null Mitspracherecht seit 1.1. 1996, damit ist die Türkei „Partner zweiter Klasse“

 

Denn die Türkei hat viele vertragliche Verpflichtungen auf sich genommen, aber in den politischen Entscheidungsgremien ist sie weder vertreten, noch irgendwie eingebunden. Ist sie ja nicht Mitglied der EU. Die Türkei hat durch strategische Fehlentscheidungen seit den Neunziger Jahren einen Großteil ihrer nationalen Souveränität nach Brüssel abgetreten, ohne in der Brüsseler EU-Zentrale irgendeinen Einfluss auf den multinationalen Entscheidungsprozess zu haben!

1996 ist die Türkei der inoffizielle „Partner zweiter Klasse“ Europas geworden, der – man mag es bedauern oder nicht – nie Vollmitglied sein wird, allen Diskussionen zum Trotz! Warum sollten sich auch die 28 EU-Vollmitglieder ein handelstechnisch bereits vollkommen abhängiges Land als Vollmitglied wünschen? Mit der Zollunion hat die EU die Türkei ohnedies bereits an der Kandare. Genau deswegen sagt Bundeskanzler Kern im Interview der „Presse“ : Ökonomisch sitzen wir am längeren Hebel. Die Türkei ist von uns weitgehend abhängig.“  Stimmt das?

Zum Beispiel durften aufgrund ihrer nationalen Interessen Spanien, Portugal und Griechenland erst nach Jahren ihrer Vollmitgliedschaft die Zollunion sukzessive verwirklichen. Aber bei der Türkei sollte es nicht nur umgekehrt sein, sie agierte zudem dramatisch falsch. Ja, in gewisser Weise wurde die Türkei sogar Opfer ihres eigenen verhandlungsstrategisch durchaus klugen Stufenplans. Man wollte auf gut Wienerisch „von der Maschekseite“, also durch die Hintertür, in die EU kommen. Dass auf halber Strecke der Pilot aussteigt und beide Fallschirme mitnimmt, war nicht geplant. Auch die jüngeren 14 Mitglieder aus Osteuropa, wie etwa Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Slowenien, Tschechien und die Slowakei, haben nie über „erst Zollunion, dann Vollmitgliedschaft“ verhandelt, keiner hat es auch nur angesprochen, keiner hätte es akzeptiert. Man wurde Vollmitglied und ist parallel dazu gleichzeitig in die Zollunion als gleichberechtigter Partner auf Kommissionsebene und Parlamentsebene eingestiegen. So war das immer, außer bei der Türkei! Auch der jüngste Kandidat, Kroatien, wurde nicht sofort in die Zollunion aufgenommen.

Nun hat die Türkei zwar mit 1.1.1996 als Mitglied der EU-Zollunion sozusagen die höheren Weihen erreicht, aber nicht bedacht, dass es kein politisches Mitspracherecht in Brüssel bezüglich seiner eigenen Zölle mit Drittländern hat. Das bedeutet, in Brüssel entscheiden gerade 28 Vollmitglieder der EU mit den jeweiligen politischen und wirtschaftlichen Repräsentanten und Interessenvertretern auf allen Ebenen über die Zukunft der Europäischen Union, wobei jedes Mitgliedsinteresse berücksichtigt wird. Nicht aber jenes der Türkei. Denn die hat kein Mitspracherecht.

 

Brüsseler Doppelmoral

Wenn Politiker jetzt über die Türkei und ihre Vollmitgliedschaft in der EU reden, ist das nach diesem Putschversuch nicht seriös und rein populistisch. Und davor war es reines Geflunker! Die Vollmitgliedschaft der Türkei steht seit Langem nicht mehr zur Debatte. Nur für die rechtsradikalen Parteien, die dieses Thema ständig aufkochen. Für sie wird die dünne Suppe zur reinen Kraftnahrung! Und wie wir gesehen haben, ziehen nun alle anderen österreichischen Parteien mit. Man sieht: in Österreich ist neuerlich Wahlkampf. Es gilt, die Fähnchen nach dem Wind zu richten! Seit 14 Jahren sehen wir zwischen der EU und der Regierung der Türkei eine gegenseitige Doppelmoral, die den Interessen der EU, wenn man die Rahmenbedingungen genauer analysiert, mehr schadet als der Türkei.

Man musste bald erkennen, dass die Zollunion der EU mit der Türkei kein ausgewogener Handelsvertrag war, sondern ein einseitiges, undemokratisches und rechtswidriges Unionsdiktat. Ohne ihn könnte Brüssel nicht über die türkischen Außengrenzen entscheiden. Eine Mitgliedschaft in der EFTA wäre zumindest sinnvoller als die Zollunion mit dem EU-Zollgebiet. Dann könnte dieser unwürdige Zustand der Türkei aus der Welt geschaffen werden. Da die Zollunion mit dem EU-Zollgebiet im türkischen Parlament nie auf demokratische Weise ratifiziert wurde, bräuchte man nur eine Erklärung der Regierung, damit man aus dieser Zollunion heraus in eine Handelsbeziehung ähnlich jener der EU mit der Schweiz treten kann. Es bleibt abzuwarten, wann die Erdogan-Türkei diesen Schritt macht.

 

Selam Selam Euroasien-Lebewohl, Amerika und Europa?

Für die Türkei wäre es der falsche Weg, zu versuchen, durch wirtschaftlichen Druck etwas von der EU zu erreichen, denn die Türkei sitzt nicht unbedingt am kürzeren Ast. Die EU ist nicht mehr die alte, starke EU, sondern bewegt sich hin zu einer Zwergerl-Gemeinschaft, die politisch und wirtschaftlich, wenn es so weiter geht, nicht mehr ernst genommen wird. In der Türkei herrscht sowieso kein großes Interesse an einer Vollmitgliedschaft, außer an der attraktiven Touristen-Visa-Liberalisierung. Die Türkei verabschiedet sich gerade schrittweise von der westlichen Welt und wendet sich langsam Russland, China, dem Iran, Syrien und anderen Ländern zu. Hier besonders der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) und BRICS. Die Amerika-Enttäuschung ist groß und mit Europa gibt es nur Probleme. Das ist der Status quo. Warum sollte die Türkei sich nicht aus der Zollunion lösen und eine EFTA-ähnliche Wirtschaftsbeziehung, wie sie die Schweiz mit der EU für sich speziell vereinbart hat, eingehen?

 

Österreich ist Weltspitze: Verlässlichkeit, Qualität, Innovation, Know-how

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich unterstützt die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen Österreich und der Türkei, die sukzessiv in den letzten Jahren ein Handelsvolumen in der Höhe von ca. 2,85 Milliarden Euro erreicht haben (Jahr 2015). Die österreichischen Unternehmen exportieren Waren und Dienstleistungen in der Höhe von 1,4 Milliarden Euro und schaffen in Österreich damit ca. 8.000 Arbeitsplätze. Österreich exportiert mehrheitlich Produkte wie Arbeitsmaschinen, Eisen und Stahl, Kunststoffe, elektrische Maschinen, Apparate und Geräte, worauf im übrigen der Putsch vom Juli 2016 bisher keinen messbaren Einfluss hatte. Wiedereinmal zeigt sich, dass solide Handelsbeziehungen nachhaltiger sind, als politische Kleinkrämerei.

Im Zeitraum 2002 bis Juni 2015 wurden insgesamt 9,34 Mrd. US-Dollar aus Österreich in der Türkei investiert, womit wir im kumulierten Zeitraum hinter den Niederlanden auf Platz 2 liegen. Österreich ist in den letzten Jahren bezüglich Inventionen in der Türkei allerdings mit ca. 40 Millionen ziemlich zurückgegangen.

Die Türkische KULTURgemeinde anerkennt die Leistung der österreichischen Wirtschaft, denn die österreichischen Unternehmen gehören am globalen Parkett puncto Qualität, Innovationskraft, Know-how und Verlässlichkeit zur Weltspitze.

 

Es wird nicht so heiß gegessen wie gekocht.

Dabei muss man unbedingt zwischen der Regierung mit 58% der Parlamentssitze und den türkischen Bürgern unterscheiden. Es ist zur Zeit vielleicht populistisch chic, die Türkei mit ihren Bürgern, der AKP-Regierung und Präsident Erdoğan in einen Topf zu werfen und pauschal anzugreifen. Fair ist es nicht.

 

TKG fordert: Zurückhaltung im Ton und Abrüstung der Wörter!

Österreich sollte sich daher verbal zurückhalten!

Die Türkei muss – ohne die Hilfe religiöser Sekten – auf den Boden der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zurückfinden!

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

Dipl.-Ing. Birol Kilic

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01 09 2016
By: Redaktion 2 0

Schulstart – Vielfalt an Österreichs Schulen nimmt weiter zu-Führende Sprachen: Türkisch und BKS

Die Vielfalt an Österreichs Schulen nimmt weiter zu. Mitte der 1980er Jahre hatten 3,2 Prozent aller SchülerInnen einen nicht-österreichischen Pass, 2014/15 waren es 11,9 Prozent

Auch der Anteil jener SchülerInnen, die eine andere Umgangssprache als Deutsch sprechen, nahm in den vergangenen Jahren zu und war im Schuljahr 2014/15 mit 22,2 Prozent deutlich höher als der AusländerInnen-Anteil.

Trotz der zunehmenden Vielfalt an Österreichs Schulen ging die Anzahl der TeilnehmerInnen am muttersprachlichen Unterricht leicht zurück: So besuchten 2013/14 33.920 SchülerInnen die unverbindliche Übung „Muttersprachlicher Unterricht“, ein Jahr später waren es 33.016.

 

Führende Sprachen: Türkisch und BKS

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei einem detaillierten Blick auf die Umgangssprachen: So gaben nach Deutsch die meisten SchülerInnen Türkisch als ihre Umgangssprache an (60.714). Fasst man jedoch die Sprache Bosnisch, Kroatisch und Serbisch (BKS) zusammen, liegt BKS um 8.700 SchülerInnen vor Türkisch. Danach folgen SchülerInnen, die Albanisch (16.481), Rumänisch (12.778) und Arabisch (8.798) als ihre Umgangssprache angeben

 

Anlässlich des Schulstarts wirft die Medienservice-Stelle Neue Österreicher/innen (MSNÖ) einen Blick auf diese Entwicklungen:

http://medienservicestelle.at/migration_bewegt/2016/09/01/schulstart-vielfalt-an-oesterreichs-schulen-nimmt-weiter-zu/ 

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24 08 2016
By: Redaktion 2 0

TKG: „Vielen Dank. Wir sind in Österreich schon zu Hause.“ Die Auflistung der Gründe!

Türkische KULTURgemeinde ist gegen „Auszahlen und Gehen“- Debatten die einfach zwischen den Menschen Vorurteil schafft, den extremen Seiten Stimmen bringt, aber Österreich schadet. Der erste Artikel der Verfassung legt die Menschenwürde als oberster Verfassungswert fest: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

 

Die Mehrheit der Austrotürken möchten an diesen Diskussionen „Auszahlen und Tschüss – baba in die Türkei“ nicht teilnehmen, weil sie in solchen künstlichen Debatten über ihre neue Heimat Österreich mit allen ihren Facetten nicht missbraucht werden wollen. Die Mehrheit sagt kurz und bündig: „Vielen Dank und tut uns trotzdem leid. Wir sind in unserer Heimat Österreich schon zu Hause“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG), die im Jahre 2004 gegründet wurde, vertritt als wichtige Thinktank-NGO nicht alle Menschen aus der Türkei in Österreich, sondern nur seine Mitglieder und hat mit vielen Menschen aus der Türkei in Österreich gesprochen mit folgenden Meinungen, die wir hier auflisten werden:

 

1. Weder jemand von unseren Mitgliedern, noch die Mehrheit aus der Türkei, möchte in eine Diskussion bezüglich einbezahlter Sozial- und Pensionsbeiträgen gezogen werden. Unter den 300.000 Menschen aus der Türkei in Österreich, sind über 200.000 schon österreichische Staatsbürger, mit allen Pflichten und Rechten. In Österreich sind mehr als 13.000 austrotürkische Unternehmer/-innen mit über 25.000 Mitarbeiter. Heuer sind in Österreich über 65.000 austrotürkische Kinder in den Schulen unterwegs. Österreich ist kein einfaches, aber auch kein schwieriges Land. Es gibt in Österreich, genauso wie in der Türkei auch, Spielregeln und die Mehrheit der Türken in Österreich sehen ihre Zukunft auch in Österreich. Die Austrotürken haben tatsächlich sehr viel direkt und indirekt in die Sozialtöpfe in Österreich eingezahlt, aber dafür auch in einem erstklassigen sozialen Staat im Gesundheitsbereich, Bildung, Pensionen, soziale Leistungen etc. bekommen und noch bekommen werden. Sie lieben Österreich genauso wie die Türkei und wünschen sich das Beste für beide Länder.

 

2. Wir finden solche Diskussionen unwürdig und fehl am Platz, besonders wenn man die Gründe und die Voraussetzungen der Befürworter liest. Wie kann man seine Heimat wegen Geld verlassen? In welcher unsere Kinder sogar Enkelkinder bekommen haben. In der unsere Friedhöfe langsam aber doch in Österreich sind. In welcher wir unsere glücklichsten und traurigsten Tage erlebt haben. Unsere Gefühle sind in Österreich und das kann man nicht mit Geld messen. Die Mehrheit der Austrotürken wissen wohin Sie gehen wollen und wo sie bleiben wollen und möchten nicht in extremen Positionen bei verschiedenen Stammtischen (auch Sozialmedien) etc.) in unwürdiger Weise Diskussionsthema sein.

 

3. Solche Diskussionen bezüglich einbezahlter Sozial- und Pensionsbeiträge gab es vor Jahren in Deutschland, Holland und Dänemark. In Dänemark gibt es solche Möglichkeiten für nicht-dänische Staatsbürger, dass diese vorzeitig das Land verlassen können mit ziemlich bedenklichen Zahlungsmodalitäten, die bis jetzt meistens von 20-29-Jährigen in Dänemark wenig genutzt wurden und eigentlich ein Fall für Masterthesen in Soziologie-Fakultäten sein sollten.

 

4. Die Kritik aus Österreich, besonders von österreichischen Politikern, bezüglich der Menschenrechte in der Türkei, sollte kein Vorwand für das „Unerwünschtsein“ der hier lebenden Menschen, als Keule verwendet werden. Die Menschenrechte in der Türkei sind für die EU und für Österreich ein wichtiges Thema, da die Türkei seit 2005 ein Kandidat für die Vollmitgliedschaft in der EU ist. Die Kritik aus Österreich in Richtung der Türkei ist nicht gegen die 300.000 Menschen aus der Türkei in Österreich gerichtet. Menschenrechte sind unteilbar. Menschen und Grundrechte sichern die wichtigsten Regeln des Zusammenlebens. Wir wünschen für die Türkei eine Demokratie erster Klasse und nicht eine Demokratie zweiter oder dritter Klasse.

 

5. Man muss hier die Spreu vom Weizen trennen. Die Spreu sind diejenigen Politiker in Österreich, die aus dieser Situation der türkischen politischen Lage, mit den IS-Terroristen, PKK und dem Syrien-Konflikt, einem innenpolitischen Profit in Österreich durch Pauschalisierung der Probleme, unter dem Deckmantel „die Türken“ beziehungsweise „die Regierung und der Präsident ist die Türkei und die Austrotürken“ versuchen zu ergattern. Wir wiederholen: In Österreich sollten wir unter dem Vorwand kritisieren, dass wegen der Menschenrechte pauschal alle Austrotürken in Österreich, die damit nichts zu tun haben, mit der Schlagzeile „Die Türken…“ „satanisiert“ werden. Beispiele gibt es genug. Das schadet mehr Österreich als den hier lebenden Menschen aus der Türkei. Nicht gut!

 

6. Auf der anderen Seite müssen diejenigen Vereine oder Personen, die sich als verlängerter Arm der türkischen Regierung in Österreich sehen bzw. sehen wollen oder dieser nahe stehen oder Sympathisanten sind, auch nicht diese Kritik der österreichischen Politiker pauschal als einen Angriff gegenüber allen Türken in Österreich interpretieren und im Namen aller Menschen aus der Türkei in Österreich eine Pauschalisierung mit dem Titel „alle Österreicher sind gegen uns“ propagieren. Das ist falsch und nicht richtig, da sonst Fragen wie „Wer ist hier der Brandstifter?“ und „Wer ist hier der Feuerlöscher?“ beziehungsweise „Wer tritt hier unter dem Vorwand Feuerlöscher auf, die doch eigentlich die Brandstifter sind?“ kommen wird. Hier darf man auch Kritiker nicht mundtot machen und durch verschiedene Methoden, sei es in sozialen Medien, privat oder persönlich, drohen oder diskriminieren, beziehungsweise in Angst und Schrecken versetzen, damit Menschen ihre Meinung nicht sagen können.

 

7. Diese Diskussionen über Pension und soziale Abgaben kann man gerne lange und mit vielen Beispielen argumentieren, die nichts außer Spott, Hass und Vorurteile bringen. Wir möchten friedlich zusammenleben – ohne Hetze und Vorurteile. Dafür müssen wir etwas tun. Im Herzen und im Hirn, mit Verstand und Vernunft: Frieden wollen und wünschen und so handeln. Die erfundenen künstlichen Zahlen, Stimmen und Gegenstimmen schaffen ein nicht menschenwürdige Klima.

 

Der erste Artikel der Verfassung legt die Menschenwürde als oberster Verfassungswert fest: Die Würde des Menschen ist unantastbar!  So nicht… Wir bitten höflichst um mehr Distanz!

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Dipl.-Ing. Birol Kilic

Obmann

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27 07 2016
By: Redaktion 2 0

TKG verurteilt den abscheulichen Anschlag in der Kirche von Saint-Étienne-du-Rouvray

Wir müssen uns an diesen IS-Terror nicht gewöhnen, der Zwietracht, Hass und Vorurteil zementieren will. Der Vorstand und die Mitglieder der Türkischen KULTURgemeinde in Österreich (TKG) sind in tiefster Trauer und bekunden hiermit ihr herzlichstes Beileid den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten in Saint-Étienne-du-Rouvray und der gesamten katholischen Kirche.

 

Der IS-Terror hat mehrere Väter und Mütter und man sollte hier diesen abscheulichen IS-Terror richtig diagnostizieren und die Bevölkerung unter dem Vorwand „Aufklärung“ nicht manipulieren bzw. die Wahrheit im Schatten lassen und sich unseren besseren Traditionen entledigen: nämlich der Vernunft, der Aufrechterhaltung des ethischen Prinzips, und der Suche nach unabhängigen Beweisen in Zeiten von Konflikten.

Wir sollten nicht auf diese schlimmen Traditionen zurückgreifen: nämlich auf das imperiale Vorrecht, auf Intervention, unterstützt durch ein tief sitzendes rassistisches Vorurteil so wie durch eine armselige Berücksichtigung der Geschichte ihrer eigenen Kulturen. Die Sümpfe, die seit Jahren für den IS-Terror vorbereitet wurden, verfolgen das Ziel mit diesen pseudo-islamischen Terrormilizen die Infrastruktur und das Zusammenleben der Menschen zu zerstören. Hier darf man keine falsche, eindimensionale Pauschalisierung machen und wir müssen uns folgende Frage stellen und eine Antwort finden, bevor es zu spät ist:

Wer dirigiert und finanziert die IS-Terroristen in der Welt?

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

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21 07 2016
By: Redaktion 2 0

Türkische KULTURgemeinde: „Bitte keine türkischen Fahnen und keine türkischen Kampfparolen in Österreich!“

Wir verurteilen aus Wien jede militärische Intervention in der Innenpolitik der Türkei. Trotzdem fordert die Türkische KULTURgemeinde ein Ende des Imports der türkischen Politik nach Österreich, die mit türkischen Fahnen die Vorurteile gegenüber allen Menschen aus der Türkei in Österreich vergrößert und das Zusammenleben erschwert. Wir erwarten uns von der türkischen Regierung,egal welche Partei, dass sie dafür sorgt, dass demokratiepolitische, rechtsstaatliche und insbesondere säkulare Standards in der Türkei eingehalten werden.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) fordert alle Demonstranten auf, auf den österreichischen Straßen keine türkischen Fahnen zu tragen, wie es jüngst bei den verschiedenen Demonstrationen in Österreich während des Putsches am 15. und 16. Juli 2016 (und auch vorher) geschehen ist.

 

Unmut, Angst und Antipathie erzeugen!

Man kann nicht als Österreicher mit türkischen Wurzeln oder als türkischer Staatsbürger, Demos organisieren, die Unmut, Angst, Furcht und Antipathie erzeugen.

Das schadet dem Ansehen der Türken und der Türkei in Österreich!

Niemand tut sich damit etwas Gutes! Es ist ein Schuss ins eigene Knie!

Die Vorurteile und Anfeindungen werden die Austrotürken noch in den nächsten Tagen und Wochen bei der Arbeit, bei den Behörden und in der Schule zu spüren kriegen.

Der Ruf ist wieder einmal zerstört! Sehr traurig…

 

Schaden mehr als sie nützen

Das Demonstrationsrecht in Österreich ist für den Rechtstaat Österreich und für seine Bürger aufgrund seiner Geschichte heilig. Aber solche Demos schaden der friedlichen Integration der Menschen aus der Türkei.

Oder anders gefragt: Wie gut integriert ist ein Türke, wenn er auf dem Wiener Heldenplatz mit der türkischen Staatsflagge bekleidet türkische Kampfparolen schreit? : „Sag es und wir töten, sag es und wir sterben!“ (Heldenplatz, 15./16. Juli 2016) Wir wollen nicht, dass ein Staats-Präsident  bedenkliche Botschaften absetzt und alle Menschen in der ganzen Welt auffordert, öffentliche Plätze zu besetzen. Solche Demonstrationen in Österreich schaden mehr als sie nützen. Darüber müssen wir ohne Hetzerei offen reden und diskutieren können, ohne als Staatsfeinde körperlich angegriffen, verfolgt bzw. Verleumdungen in Österreich ausgesetzt zu werden.

 

Politik-Import: Nein! Danke!

Die türkische Fahne hat für alle Menschen aus der Türkei eine wichtige Bedeutung und ist für viele auch „kulturhistorisch“, ob wir wollen oder nicht, heilig besetzt.

Die türkische Fahne steht nicht für die Ziele einer bestimmten Partei oder eines Vereines.

Sie ist ein nationales Symbol und soll nicht inflationär verwendet werden.

Die Politik eines anderen Landes oder irgendeiner ausländischen Partei – egal welche – soll nicht auf die österreichischen Straßen mit den Fahnen importiert werden.

 

Demonstrationsrecht in Österreich nicht missbrauchen

Dass in Österreich Demonstrationsfreiheit gelte, finden wir ausgezeichnet.

Man sollte bitte das verfassungsrechtlich verankerte Demonstrationsgrundrecht (Staatsgrundgesetz-Artikel 12, auch in der Europäischen Menschenrechtskonvention-Artikel 11 geregelt) in Österreich und die türkische Fahne ab jetzt nicht mehr missbrauchen und Österreich unter dem Vorwand „Gebrauch von Demonstrationsrecht“ unter Geisel nehmen, – wir wiederholen – wo am Ende alle Menschen aus der Türkei auf dem Arbeitsmarkt, auf Behördenwege und auch im privaten Leben enorme Schäden nehmen. Wir müssen auch hier betonen: Die Versammlungsfreiheit gilt nur auf die österreichische Staatsbürgerschaft. Wörtlich heißt es in Paragraf 8 des Versammlungsgesetzes: „Ausländer dürfen weder als Veranstalter noch als Ordner oder Leiter einer Versammlung zur Verhandlung öffentlicher Angelegenheiten auftreten.“ 

 

Bedenklich: Heldenplatz, Türkische Fahnen, Prinz-Eugen-Denkmal im Hintergrund, Hitler, Anschluss…

Ein voller Heldenplatz.

Türken rund um das Prinz-Eugen-Denkmal, im Hintergrund der Balkon, auf dem Adolf Hitler den Anschluss an das Deutsche Reich verkündet hat.

Was sollen sich die österreichischen ZuseherInnen dabei denken?

Dazu Parolen, die einem anderen Land, einer anderen Regierung unumschränkte Gefolgschaft schwören.

Das verunsichert, – wir wiederholen – erzeugt nur Unmut, Angst und Antipathie und macht Angst, lässt die Österreicher, aber auch andersdenkende Austrotürken mit vielen Fragen zurück.

 

 

Wir wiederholen: Beängstigend und furchterregend

Die verschiedenen nationalen Ereignisse in der Türkei, wie zum Beispiel Parlamentswahlen, Präsidentenwahlen, besonders aber der jüngste militärische Putsch, verursachen für manche Vereine in Österreich, als auch für ihre organisierten Demonstranten, eine Situation, die für die Gesellschaft beängstigend und furchterregend ist.

 

 

Geiselhaft und wie?

Die Menschen aus der Türkei in Österreich machen fast 300.000 aus.

Diese österreichischen Türken werden mit solchen bildreichen und medienwirksamen Demonstrationen in Geiselhaft genommen.

Sie werden wieder einmal den alten Vorurteilen ausgeliefert – von ihren eigenen Landsleuten! 

Als ob alle Türken diese Demos gutheißen würden, was mitnichten der Fall ist.

Sind doch die meisten zu Hause geblieben.

Die meisten haben damit nichts zu tun und wollen damit nichts zu tun haben.

Aber zurück bleiben die Bilder in den Medien.

Zurück bleibt das Bild einer türkischen Flut am Wiener Heldenplatz, wahnwitzige Parolen brüllend. Die TKG fordert deswegen: Bitte keine türkischen Fahnen, keine türkischen Kampfparolen in Österreich!

 

 

Bitte: Appell an die Medien

Von der österreichische Presse erwarten wir bei aller Freundschaft, dass man nicht alle Austrotürken in einen Topf werfen kann. Kurz: Bitte keine Pauschalisierungen. Bei der Berichterstattung erwarten wir, dass man nicht allen Türken dasselbe Mascherl umhängt. 

 

 

Österreich ist das letze Land auf der Welt?

Jede Staatsfahne auf der Welt ist zu respektieren.

Aber wir wissen, dass unter den Fahnen Patriotismus, Nationalismus und viel Ungerechtigkeit gegenüber anders denkenden Menschen im Inland passiert ist.

Österreich ist das letzte Land, wo man mit einem Fahnenmeer auf die Straße gehen sollte.

Woran denkt der Österreicher dabei?

Es weckt Assoziationen, wie Besatzung, Anschluss an das Dritte Reich, die Belagerungen Wiens durch die Osmanen.

Auch wenn vielen Demonstranten das gar nicht bewusst ist und es ihnen auch ferne liegen mag.

Hier ist der Österreicher sehr sensibel.

Ihm ist die Freiheit seines Landes sehr wichtig.

Und dazu passen eben keine Paraden und Aufmärsche von fremden Flaggen, schon gar nicht auf dem Heldenplatz. Auch Dritte und Zaungäste sollten verstehen, was hier los ist.

Das verhindert, dass es zu Verunsicherung und Angst in der Bevölkerung kommt.

Das gebietet die politische Reife einer Organisation und der Respekt gegenüber Österreich und seiner Mentalität, seiner wechselhaften Geschichte.

 

 

Dezent und zürückhaltend ?

Dazu muss man auch wissen, dass der Österreicher mit seinem Patriotismus dezent und
zurückhaltend umgeht.

Zu kurzlebig waren Fahnen, Symbole, Parolen und Hymnen in der Vergangenheit, als dass sie
für totalitäre Kundgebungen und lautes Hinausplärren noch taugen würden.

Hier ist der Österreicher vorsichtig geworden, er ist ein gebranntes Kind.

Aber diese Umsichtigkeit fordert er auch von anderen ein und findet es geradezu dumm, plärrend und skandierend sich zusammenzurotten und bei jeder Gelegenheit die Nationalflagge zu schwingen.

 

 

Von den Österreichern Verständnis und Sympathie erwarten?

Es ist wichtig zu erwähnen, dass viele türkische Vereine und Organisationen diese Türkenfahnen-Demos nicht unterstützen, weil sie das Gefühl haben, dass die türkische Fahne hier für eine politische Partei und für Politiker aus der Türkei missbraucht wird. Egal welche Partei.

Andersdenkende Menschen sollte man auch ausnahmslos respektieren.

Man kann hier nicht Demokratie fordern und auf der anderen Seite antidemokratisch im In- und Ausland agieren oder diejenigen, die antidemokratisch sind, unterstützen und von den Österreichern Verständnis und Sympathie erwarten.

Wir erwarten uns von der türkischen Regierung, dass sie dafür sorgen, dass demokratiepolitische, rechtsstaatliche und insbesondere säkulare Standards in der Türkei eingehalten werden.

 

Die Gräber sind sogar hier

Die Türken in Österreich leben in einem neutralen Land, haben hier ihre Bildung erhalten, haben hier ihre Arbeit, viele Familien haben hier sogar ihre Gräber. Wir wollen nicht aus der Türkei regiert werden!

Wir wollen nicht ständig Vorurteilen ausgesetzt sein!

Wir wollen, dass sich unsere Landsleute hier so benehmen, wie es in Österreich angemessen ist.



Wir wollen in Österreich in Frieden leben

Viele Menschen aus der Türkei haben Angst, weil sie bedroht werden, weil sie anders denken als die Demonstranten oder nahestehende Vereine und ihre Vorstände.

Die Politisierung der österreichischen Türken durch ausländische Parteien, Vereine und Organisationen sorgt für eine Spaltung innerhalb der Community.

Wir wollen keinen Konflikt-Import aus der Türkei, egal aus welcher Ecke.

Wir sind nicht im Krieg! Wir wollen in Österreich in Frieden leben!

 

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

Dipl.-Ing. Birol Kilic

Obmann

TKG-Statuten:

Deutsch:

http://www.turkischegemeinde.at/fileadmin/Redakteure/turkischegemeinde/dokumente/Download_Statuten.pdf

http://www.turkischegemeinde.at/fileadmin/Redakteure/turkischegemeinde/dokumente/Download-Tuerkce-Dernek-Tuezuegue-PDF.pdf

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21 07 2016
By: Redaktion 2 0

Sei Wachsam!

 

Merk’ dir die Gesichter gut! Die schlimmsten Böcke als Gärtner, na wunderbar!Bewahr dir deinen Mut.Sei wachsam. Sie biegen die Wahrheit und verdrehen das Recht:So viel gute alte Werte, echt, da wird mir echt schlecht! Erpressen, bestechen, versuchen, dich zu kaufen. Wie sie das Volk zu Besonnenheit und Opfern ermahnen, Sie nennen es das Volk, aber sie meinen Untertanen.

 

 Reinhard Mey: Sei wachsam (live) . Album : „Leuchtfeuer“ (1996)

https://www.youtube.com/watch?v=CdBo34ycvkw



Ein Wahlplakat zerrissen auf dem nassen Rasen,

Sie grinsen mich an, die alten aufgeweichten Phrasen,

Die Gesichter von auf jugendlich gemachten Greisen,

Die Dir das Mittelalter als den Fortschritt anpreisen.

Und ich denk’ mir, jeder Schritt zu dem verheiß’nen Glück

Ist ein Schritt nach ewig gestern, ein Schritt zurück.

Wie sie das Volk zu Besonnenheit und Opfern ermahnen,

Sie nennen es das Volk, aber sie meinen Untertanen.

All das Leimen, das Schleimen ist nicht länger zu ertragen,

Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen:

Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:

Halt du sie dumm, – ich halt’ sie arm!

 

Sei wachsam,

Präg’ dir die Worte ein!

Sei wachsam,

Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!

Sei wachsam,

Merk’ dir die Gesichter gut!

Sei wachsam,

Bewahr dir deinen Mut.

Sei wachsam

Und sei auf der Hut!

 

Du machst das Fernsehen an, sie jammern nach guten, alten Werten.

Ihre guten, alten Werte sind fast immer die Verkehrten.

Und die, die da so vorlaut in der Talk-Runde strampeln,

Sind es, die auf allen Werten mit Füßen rumtrampeln:

Der Medienmogul und der Zeitungszar,

Die schlimmsten Böcke als Gärtner, na wunderbar!

Sie rufen nach dem Kruzifix, nach Brauchtum und guten Sitten,

Doch ihre Botschaft ist nichts als Arsch und Titten.

Verrohung, Verdummung, Gewalt sind die Gebote,

Ihre Götter sind Auflage und Einschaltquote.

Sie biegen die Wahrheit und verdrehen das Recht:

So viel gute alte Werte, echt, da wird mir echt schlecht!

 

Sei wachsam,

Präg’ dir die Worte ein!

Sei wachsam,

Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!

Sei wachsam,

Merk’ dir die Gesichter gut!

Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.

Sei wachsam

Und sei auf der Hut!

 

Es ist ‘ne Riesenkonjunktur für Rattenfänger,

Für Trittbrettfahrer und Schmiergeldempfänger,

‘ne Zeit für Selbstbediener und Geschäftemacher,

Scheinheiligkeit, Geheuchel und Postengeschacher.

Und die sind alle hochgeachtet und sehr anerkannt,

Und nach den schlimmsten werden Straßen und Flugplätze benannt.

Man packt den Hühnerdieb, den Waffenschieber läßt man laufen,

Kein Pfeifchen Gras, aber ‘ne ganze Giftgasfabrik kannst du kaufen.

Verseuch’ die Luft, verstrahl’ das Land, mach ungestraft den größten Schaden,

Nur laß dich nicht erwischen bei Sitzblockaden!

Man packt den Grünfried, doch das Umweltschwein genießt Vertrau’n,

Und die Polizei muß immer auf die Falschen drauf hau’n.

 

Sei wachsam,

Präg’ dir die Worte ein!

Sei wachsam,

Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!

Sei wachsam,

Merk’ dir die Gesichter gut!

Sei wachsam,

Bewahr dir deinen Mut.

Sei wachsam

Und sei auf der Hut!

 

Wir ha’m ein Grundgesetz, das soll den Rechtsstaat garantieren.

Was hilft’s, wenn sie nach Lust und Laune dran manipulieren,

Die Scharfmacher, die immer von der Friedensmission quasseln

Und unterm Tisch schon emsig mit dem Säbel rasseln?

Der alte Glanz in ihren Augen beim großen Zapfenstreich,

Abteilung kehrt, im Gleichschritt marsch, ein Lied und heim ins Reich!

„Nie wieder soll von diesem Land Gewalt ausgehen!“

„Wir müssen Flagge zeigen, dürfen nicht beiseite stehen!

„Rein humanitär natürlich und ganz ohne Blutvergießen!“

„Kampfeinsätze sind jetzt nicht mehr so ganz auszuschließen.“

Sie zieh’n uns immer tiefer rein, Stück für Stück,

Und seit heute früh um fünf Uhr schießen wir wieder zurück!

 

Sei wachsam,

Präg’ dir die Worte ein!

Sei wachsam,

Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!

Sei wachsam,

Merk’ dir die Gesichter gut!

Sei wachsam,

Bewahr dir deinen Mut.

Sei wachsam

Und sei auf der Hut!

 

Ich hab’ Sehnsucht nach Leuten, die mich nicht betrügen,

Die mir nicht mit jeder Festrede die Hucke voll lügen,

Und verschon’ mich mit den falschen Ehrlichen,

Die falschen Ehrlichen, die wahren Gefährlichen!

Ich hab’ Sehnsucht nach einem Stück Wahrhaftigkeit,

Nach ‘nem bißchen Rückgrat in dieser verkrümmten Zeit.

Doch sag die Wahrheit und du hast bald nichts mehr zu lachen,

Sie wer’n dich ruinier’n, exekutier’n und mundtot machen,

Erpressen, bestechen, versuchen, dich zu kaufen.

Wenn du die Wahrheit sagst, laß draußen den Motor laufen,

Dann sag sie laut und schnell, denn das Sprichwort lehrt:

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.

 

Sei wachsam,

Präg’ dir die Worte ein!

Sei wachsam,

Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!

Sei wachsam,

Merk’ dir die Gesichter gut!

Sei wachsam,

Bewahr dir deinen Mut.

Sei wachsam

Und sei auf der Hut!

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15 07 2016
By: Redaktion 2 0

Terror in Nizza: Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt den Terror aufs Schärfste!

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt den Terror in Nizza in Frankreich aufs Schärfste. Der Vorstand und die Mitglieder der Türkischen KULTURgemeinde in Österreich (TKG) sind in tiefster Trauer und bekunden hiermit ihr herzlichstes Beileid mit den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten und der Französischen Bevölkerung.

 

Terrorismus darf in keiner Art und Weise toleriert oder gerechtfertigt werden.Die größte Gefahr geht von jenen aus, die den Nährboden, den Sumpf für solchen Terror in der Welt aufbereiten und sich dann als Feuerlöscher vermarkten, obwohl sie die echten Brandstifter sind.

Dieser Terror hat mehrere Väter und Mütter und man sollte hier bei der Diagnose der „Hintermänner“ keine falsche, eindimensionale Pauschalisierung machen.

Wir erwarten von allen Institutionen und Regierungen, dass man hier gegen diesen Angst und Schrecken verbreitenden Terror den Slogan „Wir werden uns an diesen Terror nicht gewöhnen“ hochhält.

Genauso erwarten wir die entprechenden Aktivitäten in allen Ebenen zu schaffen und in aller Härte zu bekämpfen, ohne sich von den europäischen Grundwerten zu verabschieden.

Unser tiefstes Mitgefühl ist bei den Opfern und deren Angehörigen in diesen harten und schmerzlichen Stunden in Nizza.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Obmann
Birol Kilic

 

Was ist Islam und was ist er nicht?

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=2011&tx_ttnews %5Btt_news%5D=10418&cHash=42d35ee26e8d25e054c01252e6de39d7

 

Theologie des Verachten durch verfälschte Hadith

www.einspruch.at/index.php

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09 07 2016
By: Redaktion 2 0

Dünya birincisi Ayşe Begüm Onbaşı’nın müthiş hikayesi

Aerobik Cimnastik Dünya Şampiyonası’nda altın madalya kazanan 15 yaşındaki Ayşe Begüm Onbaşı’nın Manisa’da yaşayan ailesi, şampiyon sporcu yetiştirmenin sevinci ve gururunu yaşıyor.

 

Güney Kore’de 13 Haziran’da başlayan 14. Aerobik Jimnastik Dünya Şampiyonası’nda, 6 kategoride finale yükselen milli takımda, 15-17 yaş kategorisinde Ayşe Begüm Onbaşı altın madalya kazanarak şampiyon oldu. Cumhurbaşkanı Recep Tayyip Erdoğan da Aerobik Cimnastik Dünya Şampiyonası’nda altın madalya kazanan 15 yaşındaki Ayşe Begüm Onbaşı ve hocası Gürkan Er’i telefonla arayarak tebrik etti.

https://www.youtube.com/watch?v=H-hTCL2gnYM

 

Aynı kategoride, Ayşe Begüm Onbaşı, Mehmet Ercoş ve Deniz Şahin’den oluşan Trio Milli Takımı ise gümüş madalya kazandı.

Sporcular madalyalarına 16 Haziran’da kavuştu ve ertesi gün Türkiye’ye geldi.

 

AYŞE BEGÜM ONBAŞI’NIN HİKAYESİ

 

Zete sitesinin istekadinlar.com’dan aktardığına göre, Akhisar’da yaşayan jimnastikçi Ayşe Begüm Onbaşı’nın hikayesi şu şekilde:

 

“Milli jimnastikçi Ayşe Begüm Onbaşı, Manisa’nın Akhisar ilçesinde yaşıyor. Anne babası pazarcılık yapıyor. Tekstil ürünleri satan Onbaşı Ailesi’nin ilk ve tek göz ağrısı. Bütün aile, altın madalya kazandığı için biricik kızlarıyla gurur duyuyor. Ayşe’nin başarısında ailesinin desteği çok büyük. Onu küçük yaşlarda önce bale kursuna, 8 yaşında ise belediyenin jimnastik kursuna yazdıran anne babası, onun en büyük sevgi ve motivasyon kaynağı.

15 yaşındaki Ayşe Begüm Onbaşı, 7 yılda sayısız başarıya imza attı. Yani Dünya Şampiyonluğundan kazandığı altın madalya onun ilk madalyası değil. Ayşe’nin dolabının üzerinde hiç boş yer yok.

 

“BEN BİR MADALYA CANAVARIYIM”

Her yerde madalyaları olan Ayşe, şimdiye kadar kaç madalya kazandığını bilmediğini söylüyor ama gazetelerin arşivlerine göre 60’dan fazla madalya kazandı, bunların 35’i ise altın madalya ve çoğunu uluslararası yarışmalardan kazanmış. O’na “Madalya Canavarı” diyorlar. O da çevresine “Ben bir madalya canavarıyım” diyormuş ama bu güzel, minik kız bir canavardan ziyade olsa olsa “Altın Kız” denilmeyi hak ediyor.

Altın Kız diyoruz çünkü gerçekten Ayşe Begüm Onbaşı çok özel bir sporcu. Katıldığı her yarışmada 3 farklı seride yarışıyor. Tek başına, bir başka arkadaşıyla ikili, ya da üçlü grupların içinde yarışıyor ve en az 1 madalya kazanıyor.

Geçen yıl Meksika’da yapılan Aerobik Jimnastik Dünya Şampiyonasında gösterisini yaparken düştüğü için altın madalyayı kıl payı kaçırıp Bronz madalya kazandı. Bu durum Ayşe Begüm’ü daha da kamçılamış. Hem okuluna gitmiş hem de her gün Akhisar’dan Manisa’ya 45 dakikalık yolculuk yapıp, hafta için 3,5 saat, hafta sonları ise 5 saat antreman yapmış. Azmi ve disiplini onun başarıdan başarıya koşmasını sağlıyor.

 

Hiç kuşkusuz başarıya giden yolda Ayşe Begüm Onbaşı yalnız değil. Milli Jimnastik Takımı Antrenörü Gürkan Er, Ayşe’nin yetişmesinde en

 

büyük rolü oynayan kişi. Manisa Spil Jimnastik Kulubü’nde Emire Özkan ve Yasin Talay ile birlikte antrenörlük yapıp pek çok çocuğun başarılı bir sporcu olması için çalışan Gürkan Er, aynı zamanda Celal Bayar Üniversitesi Beden Eğitim ve Spor Yüksek Okulu’nda öğretim üyesi.

Yıldız sporcu için hem antrenörü Er, hem Manisa Büyükşehir Belediyesi Spor Kulubü, hem de Celal Bayar Üniversitesi Spor Kulübü el ele vermiş. Üç kulübün de sporcusu olan Ayşe Begüm Onbaşı’nın ulaşım, kıyafet vb ihtiyaçlarını belediye, antreman yapmak için gerekli olan salonu ise üniversite sunuyor.

2008 yılından beri sporcularını hazırladığı özel programla çalıştıran Antrenör Gürkan Er, emeğinin karşılığını 2013’ten itibaren almaya başlamış. Fransa’daki yarışmalara katılan Ayşe Begüm Onbaşı ve diğer sporcuların neredeyse tüm madalyaları kazanmaları milad olmuş, gerisi çorap söküğü gibi gelmiş. Öğrendiğimiz kadarıyla Ayşe gibi onlarca sporcu altın madalya yolunda hızla ilerliyor.

Sporcuların yediğine içtiğine bile müdahale eden Antrenör Gürkan Er, Ayşe Begüm’ün ekmek, dondurma, çikolata yemesini yasaklıyor. 49 kilodaki Ayşe Begüm’ün kilo almaması için diyetini sürekli kontrol ediyor. Antrenörü, “Sen bir showgirl’sün, çık ve kendin ol, showunu göster onlara” diyerek motive ediyor. Ayşe Begüm de show’unu içinden geldiği gibi yapıyor. Kimseye benzemiyor, kendisine kimseyi örnek almıyor. Kimselere benzemek istemiyor. O kendisi, Ayşe Begüm Onbaşı olmak istiyor.

Tek rakibi var o da kendisi. Kostümünü giyiniyor, saçını makyajını tamamlıyor ve aynanın karşısına geçiyor. Aynada kendisine bakıp “Bugün bomba gibiyim. Elimden gelen her şeyi yapacağım” diyor ve yarışmaya çıkıyor.

Kore’deki Aerobik Jimnastik Şampiyonası’na da aynı şekilde çıkan Ayşe Begüm, 1,5 dakikalık şovunda yüksek tempodan oluşan müzik eşliğinde jimnastik ve dans gösterisi sundu. Gösterinin hemen ardından 15-17 yaş grubunda dünya şampiyonu olduğu açıklandığındaysa antrenörü Emire Özkan’a sarılıp, ağladı.

Ayşe Begüm Onbaşı, Mehmet Ercoş ve Deniz Şahin ile birlikte yarıştıkları trio kategorisinde ise gümüş madalya kazandı. Mehmet ve Deniz de tıpkı Ayşe gibi başarılı, madalyalara doymayan sporcularımızdan.

Ayşe’nin başarısı ülke çapında ses getirdi. Herkes onunla gurur duyarken Altın Kız çevresine “Tek rakibim kendimdim. Özveri, disiplin ve azimle çalıştım. Sadece kendimi aşmak için yarıştım ve başardım” diyordu. Herkes onun başarısını konuşurken Ayşe Begüm kazandığı altın madalyayı çoktan dolabının üzerine koyup soluğu antremanlarda aldı bile. Şu sıralar 11-18 Temmuz’da Trabzon’da düzenlenecek olan dünyanın 3. büyük organizasyonu ISF GYMNASİADE 2016 Okul sporları Olimpiyatları’na hazırlanıyor. İki yıl daha kendi yaş kategorisinde yine dünya şampiyonu olmak için mücadele edecek. Seneye Avrupa Şampiyonasına katılacak. Yani kazanacağı daha çook altın madalya var.”

 

ERDOĞAN’DAN AYŞE BEGÜM ONBAŞI’YA TEBRİK TELEFONU

Cumhurbaşkanlığı kaynaklarından edinilen bilgiye göre, Ayşe Begüm Onbaşı ve Aerobik Jimnastik Milli Takım Antrenörü Gürkan Er’in Ramazan bayramlarını tebrik eden Cumhurbaşkanı Erdoğan, Haziran ayında Güney Kore’de yapılan Aerobik Jimnastik Dünya Şampiyonası’nda kazanılan altın madalyanın tüm Türkiye için gurur verici olduğunu söyledi. Cumhurbaşkanı Erdoğan, milli sporcuya ve hocasına başarılarının devamı dileğinde de bulundu. Cumhurbaşkanı Erdoğan, Akhisar Anadolu Lisesi öğrencisi olan ve spor çalışmalarını Manisa Büyükşehir Belediyespor Spor Kulübü bünyesinde sürdüren Ayşe Begüm’ün çalışmaları ve okul d

urumu hakkında Er’den bilgi aldı. Cumhurbaşkanı Erdoğan’ın spor faaliyetlerinin yanı sıra derslerinde de başarılı olmasından büyük memnuniyet duyduğunu belirttiği Ayşe Begüm’den aile durumu hakkında da bilgi aldığı aktarıldı. Ayşe Begüm’ün ve hocası Er’in ise bayram vesilesiyle Cumhurbaşkanı Erdoğan tarafından aranmaktan büyük memnuniyet duyduklarını, bu ilginin kendileri için büyük onur olduğunu ifade ettikleri öğrenildi. (AA, ODATV, Fanatik)

 

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08 07 2016
By: Redaktion 2 0

Neue Online-Meldestelle für rechtsextreme Straftaten

Mauthausen Komitee startet systematische Dokumentation.Zahl der rechtsextremen Straftaten um mehr als die Hälfte gestiegen. Mauthausen Komitee: „einfache und effektive Möglichkeit“ Vorfälle zu melden.

 

Mauthausen-In nur einem Jahr ist die Zahl rechtsextremer und rassistischer Straftaten um mehr als die Hälfte gestiegen, nämlich von 750 (2014) auf 1156 (2015). Die stetige Zunahme der Hass-Delikte hat schon 2005 begonnen: Damals waren es noch 209 einschlägige Tathandlungen. Das heißt, dass sich die rechtsextreme Kriminalität in den vergangenen zehn Jahren mehr als verfünffacht hat!

 

„Fälle wie der Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Altenfelden, aber auch die enorme Zunahme von Hass, Hetze und Drohungen im Internet zeigen den Ernst der Lage. Gerade jetzt ist es wichtig, Menschen eine einfache und effektive Möglichkeit zu bieten derartige Vorfälle zu melden,“ so Willi Mernyi, Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich.

 

Deswegen startet das Mauthausen Komitee Österreich eine systematische Dokumentation von Meldungen rechtsextremer Vorfälle unter www.mkoe.at/rechtsextremismus-melden. Diese werden gegebenenfalls und wenn gewünscht auch angezeigt. Die Daten der MelderInnen bleiben anonym und werden nicht an Dritte weitergeschickt.

 

Rechtsextremismus melden

http://www.mkoe.at/rechtsextremismus-melden

http://www.mkoe.at/ueber-uns/mauthausen-komitee-oesterreich

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06 07 2016
By: Redaktion 2 0

Kartellabsprachen und Marktmachtmissbrauch!

Kartellabsprachen schaden dem Wettbewerb und führen damit zu einer Reihe von negativen Effekten wie überhöhten Preisen, weniger Auswahl für Unternehmen und Konsumenten, weniger Innovationen. Sie schaden so massiv der Volkswirtschaft. Dies gilt für missbräuchliches Verhalten von marktbeherrschenden Unternehmen.

Informationen von Unternehmen, die von verbotenen Verhaltensweisen betroffen sind oder sich an solchen beteiligt haben und diese Teilnahme beenden möchten, können einen wesentlichen Beitrag zur Aufdeckung, Aufklärung, Beendigung und Bestrafung von Wettbewerbsverstößen leisten.

 

Was sind Kartelle?

Unter Kartellen versteht man insbesondere Vereinbarungen und aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen von Unternehmen, die entweder zum Zweck oder zum Ergebnis haben, den Wettbewerb einzuschränken oder zu verhindern. Dazu zählen in erster Linie Preisabsprachen, Quotenabsprachen und die Aufteilung von Märkten zwischen Wettbewerbern.

Kartelle behindern die wirtschaftliche Betätigungsfreiheit von Unternehmen und wirken sich für den Verbraucher grundsätzlich preistreibend aus. Eine Studie der OECD ergab, dass Preise um ca. 16% höher als unter normalen Wettbewerbsbedingungen festgesetzt werden. Kartelle sind deshalb in hohem Maße wirtschafts- und sozialschädigend.

 

Was ist Marktmachtmissbrauch?

Unterliegt ein Unternehmen keinem hinreichenden Wettbewerbsdruck, kann es sich im wesentlichen unabhängig von seinen Wettbewerbern und letzlich auch von seinen Abnehmern verhalten. Eine solche dominante Marktstellung innezuhaben, ist nicht verboten. Ziel des Kartellrechtes und der Tätigkeit der BWB ist es, Missbräuche abzustellen.

Missbräuchlich sind Verhaltensweisen von marktbeherrschenden Unternehmen, die andere Unternehmen oder auch Kunden von Unternehmen benachteiligen und bei wirksamem Wettbewerb nicht möglich wären. Dazu zählen beispielsweise Erzwingung unangemessener Preise, Einschränkung des Absatzes, Benachteiligung bestimmter Vertragspartner oder auch der Verkauf von Waren unter dem Einstandspreis.

 

Rechtliche Grundlagen

 

Kartellverbot

§ 1. (1) Verboten sind alle Vereinbarungen zwischen Unternehmern, Beschlüsse von Unternehmervereinigungen und aufeinander abgestimmte Verhaltensweisen, die eine Verhinderung, Einschränkung oder Verfälschung des Wettbewerbs bezwecken oder bewirken (Kartelle).

(2) Nach Abs. 1 sind insbesondere verboten

1. die unmittelbare oder mittelbare Festsetzung der An- oder Verkaufspreise oder sonstiger Geschäftsbedingungen;

2. die Einschränkung oder Kontrolle der Erzeugung, des Absatzes, der technischen Entwicklung oder der Investitionen;

3. die Aufteilung der Märkte oder Versorgungsquellen;

4. die Anwendung unterschiedlicher Bedingungen bei gleichwertigen Leistungen gegenüber Handelspartnern, wodurch diese im Wettbewerb benachteiligt werden;

5. die an den Abschluss von Verträgen geknüpfte Bedingung, dass die Vertragspartner zusätzliche Leistungen annehmen, die weder sachlich noch nach Handelsbrauch in Beziehung zum Vertragsgegenstand stehen.

(3) Die nach Abs. 1 verbotenen Vereinbarungen und Beschlüsse sind nichtig.

(4) Einem Kartell im Sinn des Abs. 1 stehen Empfehlungen zur Einhaltung bestimmter Preise, Preisgrenzen, Kalkulationsrichtlinien, Handelsspannen oder Rabatte gleich, durch die eine Beschränkung des Wettbewerbs bezweckt oder bewirkt wird (Empfehlungskartelle). Ausgenommen sind Empfehlungen, in denen ausdrücklich auf ihre Unverbindlichkeit hingewiesen wird und zu deren Durchsetzung wirtschaftlicher oder gesellschaftlicher Druck weder ausgeübt werden soll noch ausgeübt wird.

 

Missbrauchsverbot

§ 5. (1) Der Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung ist verboten. Dieser Missbrauch kann insbesondere in Folgendem bestehen:

1. der Forderung nach Einkaufs- oder Verkaufspreisen oder nach sonstigen Geschäftsbedingungen, die von denjenigen abweichen, die sich bei wirksamem Wettbewerb mit hoher Wahrscheinlichkeit ergeben würden, wobei insbesondere die Verhaltensweisen von Unternehmern auf vergleichbaren Märkten mit wirksamem Wettbewerb zu berücksichtigen sind,

2. der Einschränkung der Erzeugung, des Absatzes oder der technischen Entwicklung zum Schaden der Verbraucher,

3. der Benachteiligung von Vertragspartnern im Wettbewerb durch Anwendung unterschiedlicher Bedingungen bei gleichwertigen Leistungen,

4. der an die Vertragsschließung geknüpften Bedingung, dass die Vertragspartner zusätzliche Leistungen annehmen, die weder sachlich noch nach Handelsbrauch in Beziehung zum Vertragsgegenstand stehen,

5. dem sachlich nicht gerechtfertigten Verkauf von Waren unter dem Einstandspreis.

(2) Im Fall des Abs. 1 Z 5 trifft den marktbeherrschenden Unternehmer die Beweislast für die Widerlegung des Anscheins eines Verkaufs unter dem Einstandspreis sowie für die sachliche Rechtfertigung eines solchen Verkaufs.

 

Gemeinschaftsrecht

Art 101 und Art 102 VAEU enthalten ähnliche Verbote und betreffen Verhaltensweisen, die den Handel zwischen den Mitgliedstaaten beeinflussen können oder einen wesentlichen Teil des gemeinsamen Marktes betreffen.

 

Bringen Sie Beschwerde ein!

Sind Ihnen Verstöße gegen Kartell- oder Marktmachtmissbrauchsverbot bekannt, dann bringen Sie Beschwerde ein.

Nutzen sie dazu das Beschwerdeformular, das Sie uns gerne per Post senden oder auch mailen oder faxen können.

http://www.bwb.gv.at/KartelleUndMarkmachtmissbrauch/Beschwerdeeinbringung/Seiten/default.aspx

 

Melden Sie sich als Kronzeuge!

Ist Ihr Unternehmen selbst in Kartellabsprachen verwickelt und möchte dies beenden? Dann werden Sie Kronzeuge!

Informieren Sie sich genau: Kronzeugenregelung

 

www.bwb.gv.at/SiteCollectionDocuments/Leniency%20Handbuch%202014.pdf

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30 06 2016
By: Redaktion 2 0

TKG und ÖTH verurteilen den abscheulichen Terror in Istanbul scharf

Der Obmann der „Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG)“ Birol Kilic und der Präsident des „Österreichisch-Türkischen Handelsverbands(ÖTH)“ Ali Yavuz Kuscu haben den abscheulichen Anschlag in Istanbul scharf verurteilt und sind in tiefster Trauer und bekunden hiermit ihr herzlichstes Beileid mit den Familien der Opfer in der Türkei.

 

Wien. „Terrorismus ist eine internationale, kanibalistisch sich vermehrende Pest, wovon jedes Land betroffen sein kann. Niemand kann sagen: Es geht uns nichts an. Kanibalistisch deswegen, weil dieser Terror auch diejenigen treffen wird, die hier im In- und Ausland diesen Terror als Brandstifter vorbereiten, unterstützen und dann als Feuerlöscher auftreten. Man kann diesen Terror nicht auf einen Namen oder eine Richtung reduzieren, weil dieser Terror mehrere Mütter und Väter hat. Wir sollten hier alle Politiker in der Regierung und Opposition undalle Verantwortlichen in der Türkei aufrufen, sich gegenseitig nicht zu unterdrücken, sondern gemeinsam eine Versöhnungsebene zu finden, damit diese Terrorsümpfe in der Türkei überhaupt diagnostiziert und auch effektiv getrocknet werden können. Wer einen Sumpf trockenlegen will, darf nicht die Frösche fragen und die Türkei muss wieder zu dem außen- und innenpolitisch säkularen demokratischen Atatürk-Prinzip ‚Frieden zu Hause, Frieden in der Welt‘ zurückkehren.“, sagte der Obmann der TKG Birol Kilic.

 

„Hinter diesem Terror in Istanbul stecken mehrere Kräfte im In- und Ausland, die aus einem Stellvertreterkrieg stammen. Dieser Terroranschg am Istanbuler Flughafen ist ein abscheulicher Terror gegen die Menschheit. Die Türkei muss im Inland sofort zu einer politisch und rechtsstaatlich friedlichen Atmosphäre zurückkehren. Die Türkei sollte wieder stark an den säkularen und rechtsstaatlichen Prinzipien der Demokratischen Republik unbedingt festhalten und mit allen Mittel für diese Werte kämpfen“, sagte der Präsident des Österreich-Türkischen Handelsverbands.

 

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14 06 2016
By: Redaktion 2 0

TKG verurteilt aufs Schärfste den abscheulichen Terroranschlag in Orlando

 

Der Vorstand und die Mitglieder der Türkischen KULTURgemeinde in Österreich (TKG) sind in tiefster Trauer und bekunden hiermit ihr herzlichstes Beileid mit den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten und der amerikanischen Bevölkerung.

 

Wien (OTS) – Terrorismus darf in keiner Art und Weise toleriert oder gerechtfertigt werden.Die größte Gefahr geht von jenen aus, die den Nährboden, den Sumpf für solchen Terror in der Welt aufbereiten und sich dann als Feuerlöscher vermarkten, obwohl sie die echten Brandstifter sind. Hier darf man nicht pauschalisieren, sondern muss ganz genau die Spreu vom Weizen trennen, damit man nicht in die Hände der Brandstifter spielt.

 

Der Vorstand und die Mitglieder der Türkischen KULTURgemeinde in Österreich (TKG) sind in tiefster Trauer und bekunden hiermit ihr herzlichstes Beileid mit den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten und der amerikanischen Bevölkerung.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Obmann
Birol Kilic

www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160614_OTS0069/tkg-verurteilt-aufs-schaerfste-den-abscheulichen-terroranschlag-in-orlando

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13 06 2016
By: Redaktion 2 0

CARITAS : „Enorme Zahl der rassistischen Angriffe in Deutschland“

Laut Caritas werden opfer rassistischer Gewalt werden im Stich gelassen.Der deutsche Staat vernachlässigt seine menschenrechtlichen Verpflichtungen, indem er Geflüchtete und andere People of Color nicht ausreichend vor Diskriminierung und rassistischen Angriffen schützt. Das geht aus dem neuen Amnesty-Bericht „Leben in Unsicherheit: Wie Deutschland die Opfer rassistischer Gewalt im Stich lässt“ hervor.

 

Berlin. Die deutschen Strafverfolgungsbehörden sind auch fünf Jahre nach ihrem Versagen beim NSU-Skandal nicht in der Lage, entschieden gegen rassistische Gewalt vorzugehen, die sich mehr denn je gegen Flüchtlinge und andere People of Color richtet. „Die Zahl der erfassten rassistisch motivierten Angriffe ist so hoch wie noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik“, sagt Selmin Çalışkan, Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland.

 

„Das Bild, das Deutschland aktuell abgibt, könnte widersprüchlicher nicht sein: Auf der einen Seite haben wir die großartige, mitfühlende Willkommenskultur, die geprägt wird vom Engagement Zehntausender ehren- und hauptamtlicher Helferinnen und Helfer. Auf der anderen Seite sehen wir, wie rassistische Ressentiments mit erschreckender Hemmungslosigkeit ausgelebt werden.“

 

Oft brechen sich solche Vorurteile gewaltsam Bahn: „Die abstoßenden Angriffe traumatisieren Flüchtlinge und Asylsuchende, die ohnehin schon Krieg und Verfolgung durchleben mussten, bevor sie nach Europa geflohen sind“, sagt Marco Perolini, Researcher bei Amnesty International und Hauptautor des Berichts. „Fast täglich kommt es zu rechten Übergriffen, werden Menschen beleidigt, bedroht, verletzt, wird eine Flüchtlingsunterkunft angegriffen.“

 

Selmin Çalışkan: „Amnesty fordert die Innenministerkonferenz dazu auf, ein bundesweites Konzept zum Schutz von Flüchtlingsunterkünften vor rassistischen Angriffen zu vereinbaren.“

 

Gleichzeitig müssen die deutschen Strafverfolgungsbehörden rassistische Straftaten eben auch als solche behandeln. In dem Amnesty-Bericht finden sich zahlreiche Beispiele dafür, dass zum Beispiel Polizistinnen und Polizisten nicht erkennen, dass sie es mit einem Opfer rassistischer Gewalt zu tun haben.

 

„Die deutschen Strafverfolgungsbehörden haben aus ihrem Versagen beim NSU-Komplex wenig gelernt. Außerdem gibt es deutliche Hinweise darauf, dass deutsche Behörden ein Problem haben: institutionellen Rassismus – also das Unvermögen, alle Menschen angemessen und professionell zu behandeln, unabhängig von ihrer Hautfarbe, ihres kulturellen Hintergrunds oder ethnischen Herkunft“, so Çalışkan.

 

Amnesty fordert daher die Bundesregierung dazu auf, unabhängig untersuchen zu lassen, inwieweit institutioneller Rassismus bei den Strafverfolgungsbehörden, insbesondere in der Polizei, vorhanden ist und dieser die Ermittlungen bei rassistischen Straftaten behindert. 

 

Quelle :

Mag.a Christine Newald,
MA Pressesprecherin Amnesty International Österreich
Tel.: +43-1-78008-47
christine.newald(at)amnesty.at
www.amnesty.at

Christine Newald : „Den vollständigen Bericht Finden Sie im Internet, Interviews mit den deutschen Kollegen und englischsprachigen Researchern vermittle ich Ihnen gerne“

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09 06 2016
By: Redaktion 2 0

Erziehung zur Verantwortung-Schüler Cybermobbing

Was bedeutet Berufsethos im Lehrberuf? Worin liegt die Verantwortung von Lehrpersonen? Sind Lehrer mitverantwortlich wenn Schüler Cybermobbing betreiben?

 

Gibt es Modelle, die den Umgang mit sozialen oder ethischen Konfliktsituationen in der Schule erleichtern? Solche Fragen stehen von 6. – 9. Juli 2016 an der Universität Salzburg im Fokus der internationalen Konferenz „Professionals´ Ethos and Education for Responsibility“. Sie wird von der School of Education und dem Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Salzburg sowie der Privaten Pädagogischen Hochschule der Diözese Linz veranstaltet.

 

 Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir, hat der römische Philosoph Seneca vor 2000 Jahren beklagt und kritisiert, dass die Erziehung in der Schule kaum dazu geeignet sei, die jungen Menschen auf das Leben vorzubereiten. Eine Klage, die sich im Laufe der Jahrhunderte kaum verändert hat. Sie bezieht sich aber nicht nur auf die Wissensvermittlung, sondern auch auf ethisch moralische Fragen. Mit diesen setzt sich die Konferenz „Professionals´ Ethos and Education for Responsibility“ auseinander, die vom 6.- 9. Juli 2016 an der Universität Salzburg stattfindet. http://www.sig13-salzburg2016.sbg.ac.at/

 

Die Konferenz wird im Rahmen der EARLI Special Interest Group 13 durchgeführt. Die „European Association for Research on Learning and Instruction“, kurz EARLI, ist eine internationale wissenschaftliche Vereinigung zur Lernforschung. Das Generalthema der Special Interest Group 13 ist die moralische und demokratische Erziehung.

 

Wie können Lehrer verantwortungsvolles Handeln bei Schülern nicht nur beiläufig fördern, sondern nach anerkannten Modellen? Welche derartigen Modelle gibt es? „Alle reden von der Verantwortung für die nächste Generation, von der Verantwortung für die Natur, von der Verantwortung für die Mitmenschen. Aber wie sich eine Erziehung zu verantwortungsvollem Handeln strukturiert vermitteln lässt, das wissen die wenigsten Lehrer. Davon haben sie in ihrer Ausbildung kaum etwas gehört“, sagt Mitorganisatorin Dr. Sieglinde Weyringer vom Fachbereich Erziehungswissenschaft der Universität Salzburg.

 

Ein Modell zur Wert-Erziehung, das bereits an mehreren Schulen eingesetzt wird, stammt vom Salzburger Erziehungswissenschaftler Univ.-Prof. Dr. Jean-Luc Patry. Erfahrungen mit diesem Modell, das in Fachkreisen als „VaKE“ (Values and Knowledge Education) bekannt ist, werden eines der Themen bei der Konferenz sein. Bei einem Vorkongress von 4. – 6. Juli steht es im Zentrum des Interesses. Worum es bei diesem Modell im Kern geht beschreibt Sieglinde Weyringer so: „Moral predigen bringt bekanntlich nichts. Wichtig für die Wert-Erziehung ist es, das Alltagserleben der Schüler/innen aufzunehmen. Das VaKE-Modell geht von konkreten Dilemmasituationen aus. Zum Beispiel beim Einkaufen. Soll ich mit meinem Geld mehrere spottbillige T-Shirts aus menschenunwürdiger Produktion kaufen oder entscheide ich mich für ein einziges teures, aber fair gehandeltes? Darüber wird emotional und rational diskutiert und sachlich informiert.“

 

Horst Biedermann, Professor für Empirische Bildungswissenschaften an der School of Education der Universität Salzburg, betont die gesellschaftspolitische Brisanz der Konferenz-Thematik. „Wir müssen uns in der Lehrer/innenaus- und -weiterbildung fragen, ob wir die Pädagogen gut genug für die aktuellen Entwicklungen sensibilisieren und ausreichend auf diese vorbereiten, etwa im Bereich der neuen Technologien. Sind wir als Lehrer mitverantwortlich, wenn Schüler Cybermobbing betreiben? Thematisieren wir, dass immer mehr Schüler auf pornographischen Seiten surfen? Wie gehen wir mit der Diskussion über die Flüchtlinge um?“ Biedermann führt gerade eine Studie über Cybermobbing durch. Die Ergebnisse liegen noch nicht vor.

 

Mit Spannung wird bei der Konferenz u.a. der Vortrag der pädagogischen Psychologin Brigitte Latzko von der Universität Leipzig erwartet. 2013 hat ihre Schummel-Studie (Ist Schummeln in der Schule moralisch verwerflich?) für großes mediales Echo gesorgt. In Salzburg wird Latzko die Frage nach dem Berufsethos pädagogischer Professionalität stellen. Mit der Frage „Metaethik und moralische Erziehung“ wird sich der Salzburger Philosoph Univ.-Prof. Dr. Edgar Morscher beschäftigen.

 

Die Teilnehmer der Konferenz erwarten insgesamt 70 Beiträge von Referent/innen aus 13 Ländern. Die Expertinnen und Experten kommen aus der empirischen und theoretischen Bildungsforschung, der Erziehungswissenschaft, der Psychologie, der Soziologie, Politikwissenschaft und Ökonomie. Zielpublikum sind neben Forschenden vor allem Lehrpersonen sowie alle an Bildungsprozessen beteiligten und interessierten Personen.

 

Kontakt:

Mag. Dr. Sieglinde Weyringer, Erziehungswissenschaft, Universität Salzburg, Erzabt-Klotz-Straße 1, 5020 Sbg,sieglinde.weyringer(at)sbg.ac.at, Tel. 0662/8044-4212

Univ.-Prof. Dr. Horst Biedermann, Empirische Bildungswissenschaft, School of Education, Universität Salzburg, Erzabt-Klotz-Straße 1, 5020 Sbg, horst.biedermann(at)sbg.ac.at, Tel. 0662/8044-7387

 

Veranstaltungen:

Vorkonferenz: „VaKE and beyond 2“, 4. – 6. Juli 2016, Universität Salzburg, http://www.vake.eu

Hauptkonferenz: „Professionals´ Ethos and Education for Responsibility“ 6.- 9. Juli 2016, Universität Salzburg, http://www.sig13-salzburg2016.sbg.ac.at/

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25 05 2016
By: Redaktion 2 0

Veranstaltet wird der „Dialogue for climate action“ mit hochkarätiger Besetzung in Wien am 24. und 25. Mai 2016 von der World Bank Group und der Bundesministerium für Finanzen. Hakan Bulgurlu, CEO der zur Koc-Gruppe aus der Türkei, einer der 30 größten Familienunternehmen weltweit, gehörenden Arçelik-Gruppe, nahm im Rahmen des gestern und morgen in der Wiener Hofburg stattfindenden „Dialogue for climate action“ Stellung.

Wien. Hakan Bulgurlu nahm besonders Stellung zum Beitrag und zur Ausrichtung des Arcelik-Konzerns im globalen Kampf gegen den Klimawandel und der Erarbeitungen von industriellen Lösungen zur Verringerung von CO2-Emissionen.“Nachhaltigkeit ist kein ‚Nice-to-have‘, sondern ein erfolgreiches Geschäftsmodell“, äußerte sich Bulgurlu über die Chance den Kampf gegen den Klimawandel als Chance zur Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit zu nützen. 

„Wir wollen der Impulsgeber in unserer Branche sein“, deponierte der Arçelik-CEO bei der Podiumsdiskussion zum Thema „The CEOs Agenda and climate action“. „Wir überarbeiten unsere Planung laufend und nach aktuellsten technischen Erkenntnissen, um als einer größten Haushaltsgeräte-Produzenten weltweit unseren Beitrag zu leisten, welche rdie Verringerung Treibhausgas-Emissionen vorantreibt“.

 

Lebenszyklus von Produkten und Umweltauswirkungen im Fokus

Die Geschäftsweise von Arçelik A.Ş  Muttergesellschaft der Hausgerätemarken  Altus, Arctic, Beko, Blomberg, Defy, elektrabregenz, Flavel,  Grundig, Leisure, etc., ist fokussiert darauf ausgerichtet, den Lebenszyklus von Produkten zu verbessern. Denn unser Ziel ist nicht nur die Minimierung der Umweltauswirkungen unserer Produkte, sondern auch die Erhöhung der Energie- und Materialeffizienz von der Beschaffung bis zum Verkauf“, so Bulgurlu.

 

Nachhaltige Produkte und Verfahren als Gewinner

Der Umgang mit dem Klimawandel erfordert kollektives Handeln und globale Solidarität von Akteuren im öffentlichen und privaten Umfeld“, erklärte Arçelik-CEO Hakan Bulgurlu. Unternehmen, die eine Klimaschutzpolitik in ihre Strategien eingebunden und ihre Geschäftsmodelle an eine kohlenstoffarme Wirtschaft angepasst haben sowie gleichzeitig die neuen Ziele einer nachhaltigen Entwicklung für 2030 verfolgen, seien auf Erfolgskurs, so Bulgurlu. Nachhaltigkeit ist kein ‚Nice-to-have‘, sondern ein Geschäftsmodell bei Arcelik. Jene Industrien, die auf nachhaltige Produkte und Verfahren setzen, gewinnen Marktanteile, steigern die Wettbewerbsfähigkeit  und erzielen gleichzeitig die größten Einsparungen – im Unternehmen und zugunsten des gesamtgesellschaftlichen Interesses des Klimaschutzes“.

 

Rasanter Anstieg des Haushaltsgerätebedarfes bis 2030

„Wir tätigen jedes Jahr umfangreiche Investitionen in die Entwicklung energie- und wassersparender Produkte. Der Geschirrspüler, der nur 5,5 Liter Wasser verbraucht, ist dafür eines der besten Beispiele“ Bulgurlu, der aufgrund der erwarteten Zunahme der BIP, der Urbanisierung und der weltweit wachsenden Single-Gesellschaft einen rasanten Anstieg des Bedarfs an Haushaltsgeräten prognostiziert.

„Wir gehen davon aus, dass sich der Bestand an installierten Kühlschränken zwischen 2010 und 2030 um 70 Prozent erhöhen wird, und zwar in erster Linie in Nicht-OECD-Staaten. Energieeffizientere Geräte zu besitzen, bietet große Vorteile für die Verbraucher und führt gleichzeitig zu geringeren Treibhausgasemissionen.“

 

Solarenergie Kühlschrank für Südafrika

In Südafrika haben nur 47 Prozent der Bevölkerung Zugang zum Elektrizitätsnetz. Das hat Arçelik dazu veranlasst, für jene Provinzen ohne Strom einen Kühlschrank zu entwickeln, der mit Solarenergie betrieben wird. „Diese erfolgreiche kohlenstoffarme Lösung bietet nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern hat auch die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens in der Region gesteigert“, zieht Bulgurlu eine erfolgreiche Bilanz der konzernalen Bemühungen um einen Beitrag zu Versorgungssicherheit und Innovationen Klima-Schutzideen und –maßnahmen.

 

Industrie muss treibende Kraft für den Klimaschutz sein

Um erfolgreich für die Umwelt agieren zu können, brauchen Dialoge Führungskompetenz und strukturierte, nachhaltige Entwicklungsprozesse um Kreditgeber, Partner und Initiativen ins Boot zu holen, ist Bulgurlu überzeugt. Schlüssel-Komponenten für effektive Dialoge und Maßnahmen auf initiativer, freiwilliger industrieller Basis, die den private und öffentliche Sektor und die Zivilgesellschaft mitziehen.

Gesetzliche und regulatorische Reformen in Bezug auf die Reduzierung der Ausbeutung traditioneller Energiequellen würden, so die Ansicht von Bulgurlu, Innovationen und die Nutzung neuer Technologien beschleunigen, und Anreize für mehr Public-Private Partnerships (PPPs), bei denen Innovationswille, effizientes Management und Verhaltensänderungen in Richtung umweltverträglicher Produktionsmethoden und Produkte belohnt werden, z. B. mit bevorzugten Finanzierungen. Dies, so Bulgurlu, würde auch für den Konsumenten deutliche Vorteile, z.B. bei niedrigeren Preisen für umweltschonende Produkte bringen.

 

Eintreten für das Klimaabkommen

Arçelik fördert die Einführung von Energieeffizienzmaßnahmen durch internationale Vereinbarungen. Das Unternehmen unterstützt neu aufkommende Technologien und die Festlegung von Standards und Regelungen in Wachstumsmärkten in Zusammenarbeit mit Kontrollorganen. Arçelik ist ein Partner der SE4ALL-Initiative und setzt sich für das „Efficient Appliances and Equipment Global Partnership Program“ (Globales Partnerschaftsprogramm für sparsame Haushaltsgeräte und Ausrüstungen) der UNEP in Südafrika und in Thailand ein, zählt zu den Unterzeichnern der „United for Efficiency“-Initiative (U4E) im Rahmen der SE4ALL und nahm an der UN-Klimakonferenz COP21 in Paris maßgeblich teil. „Wir treten entschieden für das neue globale Klimaabkommen ein und sind seit Jahren bemüht unseren Beitrag dazu – auch zum besten der Wirtschaftlichkeit von Arcelik –zu leisten.

Der börsennotierte türkischer Hersteller von Haushaltsgeräten, der zu 57 % zur Koç Holding gehört, und in Österreich über die Elektra Bregenz AG die Marken Beko, elektrabregenz und Grundig vertreibt, ist in über 100 Ländern aktiv. Der Unternehmensschwerpunkt liegt hauptsächlich bei sogenannter „Weißer Ware“, Kleingeräten für Bad und Küche sowie Unterhaltungselektronik. Mit 14 Produktionsstätten in 5 Ländern (Türkei, Russland, Rumänien, China und Südafrika) und Vertriebsorganisationen in 19 Ländern beschäftigt das Unternehmen 19.000 Mitarbeiter. ( G.Walsch)

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25 05 2016
By: Redaktion 2 0

„Step Up!“: Start der europaweiten Kampagne für die Rechte von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern

Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) beteiligt sich an europaweiter Kampagne “Step Up!”

 

Wien, 25. Mai 2016 – Heute startet die europaweite Kampagne “Step Up!”. Sie setzt sich für die Rechte von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern sowie für ihren Zugang zu Unterstützung und Schutz ein. Das europäische Netzwerk gegen Gewalt an Frauen WAVE (Women Against Violence Europe) mit Sitz in Wien koordiniert die zweijährige Kampagne, an der sich Fraueneinrichtungen aus mehr als 20 europäischen Ländern beteiligen. Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) trägt die Kampagne nach Österreich. Gewalt an Frauen und Kindern ist nach wie vor die häufigste Menschenrechtsverletzung. In Europa erlebt eine von drei Frauen physische oder sexuelle Gewalt. 47 Prozent aller Morde an Frauen werden von Familienmitgliedern oder ihren Partner verübt.

 

Eine von drei Frauen in Europa erlebt physische oder sexuelle Gewalt

 

Eine von drei Frauen ist in Europa von physischer oder sexueller Gewalt betroffen, lautet das Ergebnis der Studie der Europäischen Grundrechtsagentur von 2014. Für viele von ihnen endet die Gewalt tödlich, vor allem wenn sie innerhalb der Familie ausgeübt wird: 47 Prozent aller Morde an Frauen werden von Familienmitgliedern oder ihren Partnern verübt, so die Studie der UNODC (United Nations Office on Drugs and Crime) aus dem Jahr 2013. Doch spezialisierte Unterstützungseinrichtungen für die Betroffenen fehlen. Nur 15 der 46 erfassten europäischen Staaten haben eine spezialisierte Helpline für Betroffene, zeigt der WAVE-Country Report 2015. Und es fehlen mindestens 47.000 Frauenhausplätze in Europa. Auch Beratungsstellen für Frauen, die vergewaltigt wurden oder einen sexuellen Übergriff erleben mussten, fehlen. „Step up!“ ruft die Regierung und die Zivilbevölkerung auf, für ein Ende der Gewalt an Frauen einzutreten und den Zugang zu spezialisierten Unterstützungseinrichtungen sicherzustellen.

 

„In vielen europäischen Ländern gibt es viel zu wenige spezialisierte Unterstützungseinrichtungen für Frauen, die Gewalt erleben mussten. Das hat zur Folge, dass jene Frauen nirgendwo adäquate Hilfe finden. Darum: STEP UP! Unser Aufruf richtet sich sowohl an die Entscheidungsträgerinnen und -träger auf EU-Ebene als auch an nationale Regierungen und an die Zivilgesellschaft. Investitionen um Gewalt an Frauen zu stoppen sind dringend notwendig!“, so Rosa Logar, Präsidentin von WAVE.

 

Ein Grund für die Unterfinanzierung: Victim-Blaming

 

Ein Grund für die Unterfinanzierung von adäquaten Unterstützungseinrichtungen für Frauen, die Gewalt erleben müssen, ist das so genannte Victim-Blaming. Obwohl Gewalt in der Gesellschaft als verboten gilt, wird Gewalt an Frauen häufig heruntergespielt. Den Betroffenen wird sogar die Schuld für ihre Gewalterfahrungen gegeben. Damit sich Frauen aus gewalttätigen Beziehungen befreien können, müssen sie Zugang zu adäquaten Unterstützungseinrichtungen haben. Darum ruft der Verein AÖF gemeinsam mit Fraueneinrichtungen aus mehr als 20 Ländern mit „Step up!“ dazu auf, in spezialisierte Unterstützungseinrichtungen für Frauen zu investieren.

 

Die Situation in Österreich: Nationale Helpline: ja, ausreichend Frauenhausplätze: nein

 

Im europäischen Vergleich schneidet Österreich in Hinsicht auf spezialisierte Beratungseinrichtungen für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, gut ab. Es gibt ein gut ausgebautes Netz an Beratungs- und Opferschutzeinrichtungen und seit 1998 die österreichweite Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 / 222 555, bei der Betroffene und ihr Umfeld an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr anonym und kostenlos Hilfe und Unterstützung finden. Doch auch in Österreich gibt es nicht genug Frauenhausplätze. Laut der – in Österreich geltenden – Istanbulkonvention müsste es pro 10.000 EinwohnerInnen einen Frauenhausplatz geben. In Österreich gibt es derzeit 759 Plätze in Frauenhäusern, das sind um rund 70 Plätze zu wenig. Bundesländerübergreifende Aufnahme in Frauenhäusern, verpflichtende Schulungen und Zugang von allen Betroffenen zu Opferschutzeinrichtungen dringend gefordert

 

Die Autonomen Österreichischen Frauenhäuser setzen sich bereits seit mehreren Jahren für eine bundesländerübergreifende Aufnahme von Betroffenen ein. Da die Finanzierung der Frauenhäuser in die Zuständigkeit der Länder fällt, ist es derzeit schwer, eine Betroffene aus einem anderen Bundesland aufzunehmen. Dabei wäre gerade in Hochrisikofällen eine Unterbringung von Betroffenen und ihren Kindern für einen bestmöglichen Schutz oftmals sinnvoll. Für manche Betroffenen ist der Zugang zu Frauenhäusern aber überhaupt erschwert, wie für Asylwerberinnen oder Frauen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen. Ihr Recht auf den Zugang zu Frauenschutzeinrichtungen will der Verein AÖF im Rahmen von „Step Up!“ ebenfalls stärken. Ein weiteres Anliegen, auf das der Verein AÖF im Rahmen der „Step Up!“-Kampagne aufmerksam machen will, sind verpflichtende Schulungen für Berufsgruppen, die mit Betroffenen in Kontakt kommen – so wie es auch in der Istanbulkonvention vorgesehen ist. Gerade vor Gericht, im Gesundheitsbereich oder in der Schule ist ein Wissen über die Dynamiken, Hintergründe und Hilfsmöglichkeiten bei Gewalt grundlegend, um Betroffene bestmöglich vor weiterer Gewalt schützen zu können.

 

Mehr über die Kampagne „Step Up!“

 

Video zum Kampagnen-Launch unter https://www.youtube.com/watch?v=lvcu2lZgpNE

 

Das WAVE-Netzwerk wurde 1994 gegründet. Derzeit umfasst es 114 Mitgliedsorganisationen aus 46 europäischen Ländern. Mitgliedsorganisationen sind hauptsächlich europäische NGOs, die im Bereich der Prävention von (häuslicher) Gewalt an Frauen und Kindern tätig sind.

 

Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) ist seit 1988 das Netzwerk der autonomen Frauenhäuser in Österreich. Autonome Frauenhäuser sind überparteiliche und überkonfessionelle Einrichtungen, in denen alle Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind, und ihre Kinder rasche und unbürokratische Hilfe, Schutz, Unterstützung und Beratung bekommen. Sie leisten als autonome Einrichtungen gesellschaftspolitische feministische Arbeit und setzen sich für den gleichen Zugang von Frauen zu Rechten und Ressourcen ein. Der Verein AÖF ist Mitglied von WAVE.

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23 05 2016
By: Redaktion 2 0

»Selam Opera!«: Die Komische Oper Berlin – eine für alle

Auf den Spuren der »Gastarbeiterroute« von Berlin über München, Wien, Belgrad und Sofia nach IstanbulOpernbus »Operndolmuş« der Komischen Oper Berlin gastiert in Wien: Am Mittwoch, 1. Juni 2016 im GB*10 (18 Uhr) und in der VHS Ottakring (20:30 Uhr)

 

Dass Musiktheater keine abgehobene Kunstform nur für das Bildungsbürgertum sein muss, sondern eine Bereicherung für Menschen jeglicher kultureller und sozialer Herkunft sein kann, beweist die Komische Oper Berlin bereits seit 2012: Seitdem trägt sie mit ihrem »Operndolmuş«, dem Opernbus im Rahmen des interkulturellen Projekts »Selam Opera!«, mit großem Erfolg Musiktheater in die Kieze der Hauptstadt. Dank der Förderung durch die Kulturstiftung des Bundes und unterstützt von der Mercedes-Benz Niederlassung Berlin kommt dieses einzigartige Outreach-Programm nun erstmals international zum Einsatz: Ab 29. Mai 2016 fährt der Opern-Kleinbus von Berlin aus nach Istanbul und legt über die vier Stationen München, Wien, Belgrad und Sofia eine musikalische Spur entlang der sogenannten »Gastarbeiterroute« und gastiert am 1. Juni auf der zweiten Station in Wien im GB*10 und in der VHS Ottakring.

 

Der Operndolmuş ist eine Musiktheater-Vorstellung in Kleinbus-Besetzung: zwei Sänger_innen und drei Musiker_innen sowie ein_e Moderator_in fahren gezielt in Kieze, in denen besonders viele Bürger_innen unterschiedlicher kultureller Herkunft leben, und zeigen durch musikalische, künstlerische und persönliche Begegnungen, dass Musiktheater eine universell verständliche Sprache spricht. Seit Jahrhunderten durch interkulturellen Austausch geprägt, hat das Musiktheater gleichzeitig durch die Musik die Kraft, Gefühle und Erlebnisse über die Grenzen einzelner Kulturen erfahr- und erlebbar zu machen. Die Komische Oper Berlin hat sich diese Offenheit seit ihrer Gründung 1947 zu einem Grundsatz gemacht: Sie versteht sich als eine Oper »für alle«.

 

Der Operndolmuş geht auf eine mehr als 3000 km lange Reise entlang jener Strecke, die viele als »Gastarbeiter« in West-Deutschland tätige Arbeitsmigranten seit den 1960er Jahren alljährlich nutzten, um im Urlaub für einige Wochen in ihre ursprünglichen Heimatorte zurückzukehren. Für diese Reise entsteht eigens eine 45-minütige Musiktheaterrevue. Sie spürt den äußeren Beweggründen und seelischen Bewegungen nach, die die Menschen zu allen Zeiten dazu antreibt, ihr Glück in der Ferne zu suchen, auch wenn dies mit der Sehnsucht nach der Heimat einhergeht. Das Programm gestaltet sich dabei zugleich als Kurztrip durch die Geschichte des Musiktheaters: von den Anfängen der Oper in der italienischen Re- naissance über die Wiener Klassik, die italienische Opera buffa und die französi- sche Opéra comique, mit einem Abstecher über die osteuropäischen Meisterwerke der vorvergangenen Jahrhundertwende, bis zum Berliner Jazz-Musical der wilden 1920er Jahre.

 

Gemeinsam mit Kulturveranstaltern vor Ort, den Vereinigten Bühnen Wien (VBW) und der Magistratsabteilung 17 – Integration und Diversität der Stadt Wien sowie den Goethe-Instituten in Belgrad, Sofia und Istanbul als Partnern trägt das Ensemble der Komischen Oper Berlin nicht nur die Kunstform Musiktheater, sondern auch die Idee des »Operndolmuş« zu ganz unterschiedlichen Zuschauern_innen – von Nachbarschaftsgruppen aus München-Hasenbergl bis zum türkisch-bulgarischen Frauenverein, von den ehemaligen »Gastarbeitern« und ihren Nachfahren über die Alteingesessenen in den besuchten Ländern bis hin zu Menschen, die sich zwischen den Kulturen bewegen und zu Hause fühlen.

 

Zeitplan und Hintergrund zu den Veranstaltungsorten

 

29. Mai : Fahrt nach München

30. Mai: München

18 Uhr im Stadtteilkultur 2411

Blodigstraße 4, 3. Stock 80933 München www.stadtteilkultur2411.de

20:30 Uhr im Giesinger Bahnhof Giesinger Bahnhofplatz 1

81539 München www.giesinger-bahnhof.de

31. Mai: Fahrt nach Wien 1. Juni: Wien

18 Uhr im GB*10 Wien Quellenstr. 149, 1100 Wien

 

Die Gebietsbetreuungen Stadterneuerung – kurz GB* – sind eine Service- Einrichtung der Stadt Wien. Aktuell sind sie mit 9 GB*-Teams an 17 Standorten im Stadtteil tätig. Die Tätigkeitsschwerpunkte umfassen wohn- und mietrechtliche Beratung, Projektarbeit im öffentlichen Raum, Informationen zu Stadterneuerung und Aktivitäten im Gemeinwesen, für starke Nachbarschaft und ein gutes Zusammenlebens in der Stadt.

20:30 Uhr in der VHS Ottakring Ludo-Hartmann-Platz 7, 1160 Wien

 

Das Volksheim Ottakring wurde 1901 durch Ludo Moritz Hartmann und Emil Reich gegründet und 1905 erhielt es ein eigenes Gebäude und ist damit das älteste Volkshochschulgebäude Europas. Bereits im ersten Kursprogramm des Volksheims Ottakring aus den Jahren 1905/06 finden sich „Deutschkurse für Ausländer“. Den laufenden verändernden gesellschaftlichen und bildungspolitischen Rahmenbedingungen stellt sich die Volkhochschule Ottakring heute ebenso wie vor 100 Jahren: Wir wollen Bildung für alle zugänglich machen sowie inklusiv denken und handeln.

2. Juni: Fahrt nach Belgrad

3. Juni: zwei Auftritte in Belgrad 4. Juni: Fahrt nach Sofia

5. Juni: zwei Auftritte in Sofia

6. Juni: Fahrt nach Istanbul

7. Juni: erster Auftritt Istanbul 8. Juni: zweiter Auftritt Istanbul 9. Juni: Rückfahrt

 

Für Pressevertreter gibt es zum Zwecke der Berichterstattung die Möglichkeit, die Reise auf einzelnen Stationen zu begleiten. Wir freuen uns bei Interesse auf Ihre Kontaktaufnahme!

Vor der Abfahrt und nach der Rückkehr des Operndolmuş ist jeweils eine Auftakt- bzw. Abschlussveranstaltung in Berlin geplant. Die Termine werden bekannt gegeben.

 

Hintergrund

 

Der Operndolmuş auf der »Gastarbeiterroute« Vermittlungsprogramm und künstlerisches Konzept

 

Seit 2012 lädt die Komische Oper Berlin ihr Publikum nicht nur ins Opernhaus an der Behrenstraße ein, sondern trägt ihre Kunstform gezielt in jene Berliner Kieze, deren Bewohner mehrheitlich nicht zum traditionellen Opernpublikum gehören.

 

Der Operndolmuş, der auf eine Idee von Mustafa Akça, dem »Selam Opera!«- Projektleiter, zurückgeht, gastiert regelmäßig in Einrichtungen in Stadtteilen mit einem hohen Anteil von Bürger_innen unterschiedlichster Kulturkreise und präsentiert vor Ort ein musikalisches Vermittlungsprogramm. Seit Jahren wird das Projekt von der Robert Bosch Stiftung, der Deutsche Bank Stiftung und der Mercedes-Benz Niederlassung Berlin unterstützt, so dass es seit einem Jahr neben dem »Erwachsenendolmuş« auch einen »Kinderdolmuş« gibt, der vor allem in Grundschulen auftritt.

 

Die Dramaturgin Johanna Wall entwickelte nun, inspiriert durch zahlreiche Ge- spräche mit Zeitzeugen und entsprechend der fünf angefahrenen Stationen, eine Revue aus fünf szenisch-musikalischen Bildern. Wie in der Oper steht im Zentrum einer jeder dieser anekdotenhaften Situationen eine große und allgemein zugäng- liche Emotion, um die sich die jeweilige musikalische Szene entspinnt: vom Traum des großen Glücks in weiter Ferne bis zum zwiespältigen Vergnügen der Ankunft in der Realität des Hier und Jetzt, vom »Nicht-Wissen-Wo-Man-Eigentlich-Hinge- hört« über den bittersüßen Trost des Sich-Erinnerns bis zu der Idee, dass »Hei- mat« vielleicht doch einen Plural haben kann. An jeder Station wird die von Regisseurin Anisha Bondy in Szene gesetzte Revue in Zusammenarbeit mit lokalen interkulturellen Begegnungsstätten je zweimal an unterschiedlichen Orten für ganz unterschiedliche Zuschauer_innen gespielt. Dabei soll es zu Begegnungen der unterschiedlichsten Art kommen, denn der Operndolmuş sucht bewusst den kulturellen Austausch, bei dem das persönliche Gespräch mit dem Publikum unbedingt dazu gehört. Auch für die Künstler_innen des Operndolmuş – viele von ihnen »alte Dolmuş-Hasen« – wird es eine Entdeckungsreise zu unbekannten Orten, aber auch zu einem bisher weithin unbekannten Teil der deutschen Geschichte sein. In München, Wien, Belgrad, Sofia und Istanbul macht der Operndolmuş mit seiner multikulturellen Besetzung Halt, um mit den Menschen vor Ort in Kontakt zu treten und ihnen auf diese Weise Musiktheater als Ausdruck menschlicher Gefühle näher zu bringen, aber auch die gemeinsamen Erfahrungen und Geschichten zu teilen.

 

»Selam Opera!«: Die Komische Oper Berlin – eine für alle

 

Seit ihrer Gründung im Jahre 1947 versteht sich die Komische Oper Berlin als Opernhaus für alle. Dieser Gedanke wird durch den aktuellen Intendanten Barrie Kosky weitergeführt und nimmt nicht zuletzt im Projekt »Selam Opera!« Gestalt an, mit dem gezielt die große türkeistämmige Bevölkerung Berlins angesprochen werden soll, unter anderem mit dem Operndolmuş, mit individuell wählbaren Untertiteln auch auf Türkisch und Programmheftteilen in türkischer Sprache.

 

Weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.komische-oper-berlin.de

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23 05 2016
By: Redaktion 2 0

NÖ Tage der offenen Ateliers“ 2016!-Anmeldungen bis 20. Juni möglich!

Bis einschließlich 20. Juni können sich Kunstschaffende zur Teilnahme an den 14. „NÖ Tagen der offenen Ateliers“ am 15. & 16. Oktober 2016 anmelden.

 

Bei den „Niederösterreichischen (NÖ) Tagen der offenen Ateliers“ am 15. und 16. Oktober 2016 stehen Malerei, Grafik, Bildhauerei und Fotografie ebenso im Rampenlicht wie Film-, Textil-, Schmuck- und Schmiedekunst. Im Rahmen dieser Initiative der Kulturvernetzung NÖ sind alle niederösterreichischen bildenden KünstlerInnen dazu eingeladen, ihre Ateliers, Galerien, Studios und Werkstätten zu präsentieren. Ein Wochenende lang stehen diese dem interessierten Publikum offen. Man kann neue Werke sehen, beim kreativen Schaffensprozess dabei sein und so einen sehr persönlichen und intensiven Zugang zur Kunst erleben.

 

Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll zeigt sich beeindruckt von dem Erfolg der „NÖ Tage der offenen Ateliers“: „Die laufend wachsenden Teilnehmerzahlen sind eine erfreuliche Bestätigung für die lebendige und vielfältige Kunst- und Kulturszene in unserem Land. Die unzähligen Künstlerinnen und Künstler ermöglichen an diesem besonderen Wochenende allen Interessierten, sich mit der Kunst „vor der Haustür“ auseinander zu setzen. Die „NÖ Tage der offenen Ateliers“ sind eine Bereicherung des Niederösterreichischen Kulturkalenders.“

 

Zur Teilnahme anmelden kann man sich bis Montag, den 20. Juni. Die Anmeldung erfolgt online unter www.kulturvernetzung.at oder mittels Anmeldeformular, das in den Regionalbüros der Kulturvernetzung NÖ erhältlich ist.

 

Mitmachen kann jede/r, die/der über ein Atelier, eine Galerie oder eine Kunsthandwerkstätte in Niederösterreich verfügt, das bzw. die am 15. oder 16. Oktober an mindestens einem Halbtag ge- öffnet ist. Begleitprogramme wie Kreativ-Workshops, Konzerte, Lesungen und Aktivitäten für Kinder sind willkommen, aber nicht verpflichtend.

 

Die Kulturvernetzung NÖ führt die „NÖ Tage der offenen Ateliers“ in Zusammenarbeit mit der Abteilung für Kunst und Kultur des Amtes der NÖ Landesregierung seit 2003 durch.

 

Die Veranstalter sind zuversichtlich, auch 2016 an die Erfolge der vorhergehenden Jahre anzu- schließen: 2015 wirkten 1.350 Kunstschaffende mit, rund 64.000 Besuche wurden gezählt. Somit konnten in den vergangenen 13 Jahren über 630.000 Besuche verzeichnet werden.

 

Die „NÖ Tage der offenen Ateliers“ finden in Abstimmung mit dem Land Oberösterreich und den tschechischen Bundesländern Südböhmen, Vysočina und Südmähren statt.

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04 05 2016
By: Redaktion 2 0

In tiefer Anteilnahme und stillem Gebet

Türkische KULTURgemeinde trauert um Maria Eschelmüller in tiefer Anteilnahme und stillem Gebet

 

Liebe Trauerfamilie,

in diesen Momenten ist es schwer, die richtigen Worte zu finden, weil Schmerz einfach nicht in Worte zu fassen ist. Die Türkische KULTURgemeinde trauert um Maria Eschelmüller in tiefer Anteilnahme und stillem Gebet, drückt Ihrer Familie und Ihren Angehörigen ihr tiefes Mitgefühl aus. Sie ruhe in Frieden.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Obmann
Dipl.-Ing. Birol Kilic

 

 

PS: Nach dem brutalen Mord an einer 54-jährigen Wienerin  Maria Eschenmüller herrscht in Ottakring unter den Austrotürken Entsetzen und großer Trauer über die grausame Bluttat. Türkische KULTURgemeinde in Österreich hat sich im Bezirk umgehört. Viele  Austrotürken (Anrainer, Geschäftslokal-Besitzer)   Rund um den Brunnenmarkt in Ottakring beteuerten, den Täter gekannt, gefürchtet und mehrfach vor ihm gewarnt zu haben.

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03 05 2016
By: Redaktion 2 0

Wollen Sie Arzt werden? – Ein vorbildliches austrotürkisches Integrationsmuster

15.129 Personen haben sich für den, am 8. Juli stattfindenden, Aufnahmetest für das Medizinstudium, in Österreich, beworben. In Wien sind es für 740 Plätze 7.519 BewerberInnen, somit fallen auf einen Studienplatz rechnerisch 10 BewerberInnen. Einer, der diese Hürde hinter sich hat und in Wien Medizin studiert, heißt Bedirhan Boztepe, der aus der zweiten Generation einer austrotürkischen Familie kommt. Mit dem Buch „MedAT Training“ möchte er und sein Freund Pascal Casetti BewerberInnen eine Hilfestellung anbieten. Eine echt vorbildliche Integrationsgeschichte, die auch von der türkischen Kulturgemeinde in Österreich herzlich gratuliert und in Zukunft auch unterstützt wird.

 

Wien. Bedirhan ist in Wien geboren, seine Eltern stammen aus der Türkei. Er möchte viele ermutigen, angesichts der hohen Bewerberzahlen, nicht gleich aufzugeben.

Damit die BewerberInnen sich auch gut auf die Prüfung vorbereiten können, hat er mit seinem Freund Pascal Casetti ein Buch vorbereitet. „Übung, Übung, und nochmals Übung… man sagt ja nicht umsonst, Übung macht den Meister“, sagt Bedirhan Boztepe. Über ihr StartUp-Unternehmen mit dem Namen „MEDithappen“, bieten die jungen Studierenden seit kurzem ihr erstes Übungsbuch an. „Wir haben den Schwerpunkt des Buches auf möglichst viele Beispiele gesetzt. Je mehr Beispiele, desto besser, war unser Motto; und davon bietet das ‚MedAT Training Band 1’ genügend.“

Kaum ist das Buch „MedAT Training Band 1“ in den Bücherregalen angekommen, besser gesagt, über Amazon bestellbar (http://medithappen.at), arbeitet das dynamische Team schon am zweiten Buchprojekt (MedAT Training Band 2), welches demnächst zu bestellen sein wird. Während der erste Band auf die Untertests „Figuren zusammensetzen & Wortflüssigkeit“ setzt, wird Band 2 auf „Gedächtnis und Merkfähigkeit, Zahlenfolgen & Implikationen erkennen“ setzen. Insgesamt werden Bedirhan und Pascal in den Vorbereitungsbüchern 18 komplette Testsets mit 1.350 „100% neuen“ Beispielen anbieten. Wer also auf der Suche nach einem Übungsbuch für den Aufnahmetest der Med-Uni ist, und sich optimal auf den Test vorbereiten möchte, ist mit Bedirhans und Pascals Büchern bestens gewappnet.

 

Für weitere Informationen siehe:

 

http://medithappen.at/

 

und www.facebook.com/MEDithappen/

 

MEDithappen – MedAT Training, Band 1:

von B. Boztepe (Autor, Herausgeber),

P. Casetti (Autor, Herausgeber, Illustrator)

ISBN-13: 978-3950423501, Preis: € 24,90.

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22 03 2016
By: Redaktion 2 0

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt den abscheulichen Terror in Brüssel

TKG: „Wir werden uns an diesen Terror nicht gewöhnen“

 

Wien (OTS) – Der Vorstand und die Mitglieder der Türkischen KULTURgemeinde in Österreich sind erschüttert und in  tiefer Trauer.

Ziel dieser Terroranschläge ist an erster Stelle, die Menschen in Belgien und in allen europäischen Staaten an diesen Terror zu gewöhnen bzw. sie damit vertraut zu machen.

Dieser Terror hat mehrere Väter und Mütter und man sollte hier bei der Diagnose der „Hintermänner“ keine falsche, eindimensionale Pauschalisierung machen.

Wir erwarten von allen Institutionen und Regierungen, dass man hier gegen diesen Angst und Schrecken verbreitenden Terror den Slogan „Wir werden uns an diesen Terror nicht gewöhnen“ hochhält.

Genauso erwarten wir die entprechenden Aktivitäten in allen Ebenen zu schaffen und in aller Härte zu bekämpfen, ohne sich von den europäischen Grundwerten zu verabschieden.

Unser tiefstes Mitgefühl ist bei den Opfern und deren Angehörigen in diesen harten und schmerzlichen Stunden in Brüssel.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Obmann
Dipl.-Ing Birol Kilic

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15 03 2016
By: Redaktion 2 0

TKG verurteilt den widerlichen Terroranschlag in Ankara und in Istanbul aufs Schärfste

Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt den abscheulichen Terroranschlag wie folgt! Versöhnung: „Frieden zu Hause, Frieden in der Welt“

 

Ein solcher Akt des Terrors im Herzen von Ankara (zum dritten Mal in sechs Monaten!) ist eigentlich eine Drohung für alle Länder. Im Namen der TKG verurteile ich die Bombenanschläge in Ankara auf das Schärfste und spreche den Angehörigen der Opfer unser tief empfundenes Beileid aus. Wir fordern sofort die Terroristen und diejenigen Kräfte, die hinter diesem Terror stehen, fündig zu machen.

Gegen Terror, egal in welcher Art, sollte man zusammenarbeiten und nicht in Schadenfreude agieren. Niemand sollte aus solchen Terrorakten versuchen Ziele zu erreichen, die eigentlich einen selbst treffen könnten. Wir vertrauen darauf, dass die demokratischen Kräfte in der Türkei jetzt zusammen stehen und die Gewaltspirale brechen.

Die Aussöhnung in der Türkei ist der einzige Weg, der die Türkei in eine sichere und wohlhabende Zukunft führt. Die Türkische AKP Regierung sollte hier die innere Aussöhnung in der Türkei als erste Aufgabe ab jetzt wahrnehmen und die Nah-Ost Konflikte und Interessen nicht in die Türkei  importieren bzw. exportieren. Wir trauen auch um diejenigen unschuldigen Menschen, auch um die in Süd-Ost Anatolien, die zwischen zwei Feuern geblieben sind und viele Opfer gebracht haben.

Wir fordern hier eine radikale Ausöhnungspolitik von der Regierung und von allen Parlamentsperteien in der Türkei beginnend aus der Region Südosttürkei. „Frieden zu Hause, Frieden in der Welt“ sollte der Leitspruch der Türkei Innen- und Aussenpolitik sein.

 

Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

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08 03 2016
By: Redaktion 2 0

TKG – Weltfrauentag: „365 Tage im Jahr: NEIN zu Gewalt gegen Frauen“

 

Anlässlich des Weltfrauentages ruft TKG ohne Wenn und Aber zu Aufklärung und Solidarität gegen Gewalt an Frauen auf. Gewalt an Frauen, unabhängig davon, welche Religion, welche Kultur und welche Staatsbürgerschaft der Täter hat.

 

Wien (OTS) – Die Agentur der europäischen Union für Grundrechte (FRA) veröffentlichte 2014 eine Studie zur Gewalt gegen Frauen. Darin kommt sie zu dem Ergebnis, dass 33% aller Frauen in der EU seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und sexuelle Gewalt erfahren haben. In Österreich gibt die Polizei bekannt, dass jeden Tag durchschnittlich 20 Wegweisungen von Männern aufgrund der Gewalttätigkeit gegen eine Frau geschehen, das macht im Jahr 7300 Gewaltfälle, die von der Polizei registriert wurden. Die Zahl der nicht registrierten Fälle ist vielleicht noch höher.

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sollte in Österreich nicht ein Lippenbekenntnis sein, sondern beginnend vom Kindergarten bis zur Reife des Kindes, besonders bei Männern, Werte für die gesamte Gesellschaft bilden. Bei der Gewalt gegen Frauen spielen kulturelle, soziale und wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Um das zu beheben, unterstützt die TKG die in der österreichischen Verfassung festgeschriebenen Grundgesetze, wo die Würde des Menschen das höchste Gut der Gesellschaft darstellt und in allen Ebenen zu schützen ist.

Wir wissen, dass die Mehrheit der Menschen aus der Türkei keine Scharia und keinen religiösen Staat fordern und besonders in ihren Familien Frauen, Mütter und Töchter hochschätzen und unterstützen und vor allem Frauen und Männer gleich sehen. Sie haben mit österreichischen Werten und der österreichischen Verfassung nicht nur kein Problem, sondern vermitteln diese verinnerlichten Ansichten auch ihren Kindern. Gewalt gegen Frauen kennt keine regionalen, religiösen und kulturellen Grenzen. Deswegen fordern wir Solidarität, nicht nur am 8. März am Weltfrauentag, sondern 365 Tage im Jahr, gegen Gewalt an Frauen, unabhängig davon, welche Religion, welche Kultur und welche Staatsbürgerschaft der Täter hat.

 

www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160308_OTS0149/tkg-weltfrauentag-365-tage-im-jahr-nein-zu-gewalt-gegen-frauen

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann
Dipl.-Ing. Birol Kilic

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21 02 2016
By: Redaktion 2 0

Das Frauenhauskochbuch- Einladung zur Buchpräsentation „So schmeckt die Welt“

 

Auf Initiative der autonomen österreichischen Frauenhäuser ist dieses besondere Kochbuch entstanden, das auf lustvolle Art und Weise ein ernstes Thema mit dem Genuss guten Essens verbindet. Die Idee dahinter ist, exotische Rezepte aus der internationalen Küche nebenbekannten Gerichten in einer bunten Mischung zu präsentieren.

 

Essen ist ein Grundbedürfnis und Grundrecht. Beim gemeinsamen Zubereiten und Einnehmen von Speisen kommen Menschen zusammen, kommunizieren und feiern. Kochen und Essen stehen in diesemZusammenhang für Selbstermächtigung und Stärke, aber auch für Freude und Kreativität.


Mit diesem Kochbuch wird die kraftvolle, lebensbejahende Funktion
guten Essens hervorgehoben. Frauen, die in Frauenhäusern leben,
haben meist eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Das Frauenhaus
gibt den Frauen erst einmal physischen Schutz, ein Dach über dem
Kopf und ein Umfeld, in dem sie zur Ruhe kommen können. Darüber
hinaus ist das Frauenhaus ein Ort, an dem von Gewalt betroffene
Frauen sich wieder auf sich selbst und ihre Ressourcen besinnen und
Kraft finden können. Gemeinsame Aktivitäten wie Kochen können
dabei helfen.

Prominente Köchinnen und Köche – u. a. Eva Rossmann und Manfred
Buchinger, Lisl Wagner-Bacher, Sarah Wiener, Stefanie Herkner,
Annik Wecker, Rupert Schnait, Jacquline Pfeiffer, Raffaele de Sieno,
Harald Pollak, Tom Frötsch – haben Rezepte beigesteuert, die Fotokünstlerin
Claudia Prieler hat sie mit ihrer Kamera besucht.

 

ca. 200 Seiten, färbig, 19x22cm

Lieferbar ab 8. März!

 

Einladung zur Buchpräsentation „So schmeckt die Welt“

Der Verein Autonomen Österreichische Frauenhäuser und der echomedia Buchverlag freuen sich, zur Präsentation des Kochbuchs einzuladen: „So schmeckt die Welt – besondere Frauen, besondere Rezepte“Cover des Kochbuchs So schmeckt die Welt

 

Moderation: Eva Rossmann
Wann: 7. März 2016 / Beginn: 19:00 Uhr
Wo: Studio 44 / 1030 Wien, Rennweg 44

 

Der Erlös des Kochbuches kommt den Autonomen Österreichischen Frauenhäusern und dem Verein AÖF zu Gute kommt, sofern es über den Verein autonome österreichische Frauenhäuser oder eines der Frauenhäuser direkt bezogen wird!

Sie haben die Möglichkeit bereits jetzt ein Kochbuch zu bestellen (lieferbar ab 8. März 2016)

Die persönlichen und internationalen Rezepte wurden von gewaltbetroffenen Frauen aus den Frauenhäusern zur Verfügung  gestellt und von prominenten KöchInnen nachgekocht und durch ihre persönliche Note abgerundet. KöchInnen wie Manfred Buchinger, Eva Rossmann, Lisl Wagner-Bacher oder Sarah Wiener und viele mehr sind in diesem besonderen Kochbuch zu finden.

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12 01 2016
By: Redaktion 2 0

Wir empfinden unendliche Trauer

Liebe Freunde, wir empfinden unendliche Trauer mit den Angehörigen und Freunden der Opfer des Terroranschlags von Istanbul. Was sind diese Terroristen doch für teuflische Amokläufer! Gegen die Menschheit und gegen den Islam.

 

Die westliche Antiterror-Strategie ist krachend gescheitert. Jeden Tag steigt durch unser geistloses Bombardieren die Zahl der internationalen Terroristen. Es ist Zeit für einen fundamentalen Strategiewechsel.

Ich fordere von unseren Politikern eine neue Anti-Terrorstrategie:

1.) Schneidet den IS von neuen Waffen und neuer Munition ab! Stoppt die saudischen Waffenlieferungen an die Terrorgruppen in Syrien!

2.) Schneidet den IS von neuen Kämpfern ab! Helft der Türkei, ihre Grenze zum ‚Anti-Islamischen Staat‘ zu schließen!

3.) Entzieht dem IS den Nährboden! Indem Ihr Euch für eine nationale Aussöhnung in Syrien und im Irak einsetzt! Der IS profitiert massiv von den Konflikten in diesen Ländern.

Wir sitzen alle in einem Boot: Juden, Christen, Muslime, Europäer, Araber, Kurden, Yesiden. Egal ob im Mittleren Osten, in Europa oder in den USA. Deutsche wie Migranten. Rassisten und Terroristen jedoch sind teuflische Kumpane. Augenzwinkernd profitieren sie voneinander. Wir sollten uns nicht von ihnen spalten lassen. Euer JT

 

Danke Jürgen Todenhöfer
Türkische KULTURgemeinde in Österreich

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07 01 2016
By: Redaktion 2 0

Stammt Ötzi von asiatischen Vorfahren („Pro Türken“) ab?

Was Ötzis Magenbakterium über die Besiedlung Europas verrät. Bioinformatiker rekonstruieren urzeitliche DNA. Ein internationales ForscherInnenteam um die Bioinformatiker Dmitrij Turaev und Thomas Rattei von der Universität Wien entdeckte Spuren des Bakteriums Helicobacter pylori im Verdauungstrakt der besterhaltenen Mumie aus der Steinzeit – „Ötzi“. Mit der Rekonstruktion des Genoms liegt nun der älteste bekannte Vertreter dieses Bakteriums vor und gibt Überraschendes preis: Frühe Einwanderer aus Asien müssen bei der Besiedlung Europas eine zentrale Rolle gespielt haben, denn das Genom stammt fast vollständig von asiatischen Vorfahren ab.

Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung
Universität Wien

 

Der Mensch lebt mit einer Vielzahl von Mikroorganismen, die sich an das Überleben in unserem Verdauungstrakt oder auf unserer Haut angepasst haben. Die meisten von ihnen sind für uns nützliche Bakterien, einige sind jedoch Erreger von Infektionskrankheiten, die bereits unsere frühen Vorfahren peinigten.

Das Bakterium Helicobacter pylori ist ein besonders interessanter Krankheitserreger und ein wichtiges Forschungsobjekt. Es ist seit mehr als 100.000 Jahren an den Menschen gebunden und hat sich an das Überleben im sauren Milieu des Magens angepasst. Etwa die Hälfte der Weltbevölkerung ist mit diesem Erreger infiziert, wovon die überwiegende Mehrheit von 90 Prozent jedoch nicht erkrankt. So wird Helicobacter pylori seit langem von einer Generation an die nächste weitergegeben, und hat damit eine geografische Verbreitung erlangt, die die Stammesgeschichte der Menschen erstaunlich genau widerspiegelt.

Die Sequenzen ausgewählter Gene dieses Bakteriums ermöglichten es, die Ursprünge der Menschheit und die Geschichte der Wanderungsbewegungen der Völker mit hoher Genauigkeit nachzuvollziehen. Bisher konnten jedoch nur Daten von heute lebenden Menschen verwendet werden, auf deren Basis man die Geschichte der Völker mit Hilfe von Computerprogrammen rekonstruierte.

Die Helicobacter pylori-Genome der heutigen Europäer sind eine Mischung aus Bakterien afrikanischer und asiatischer Abstammung. Viele Fragen zum genauen Ursprung dieser Vermischung sind bis heute ungeklärt.

In einem bislang einzigartigen Forschungsprojekt suchte ein interdisziplinäres WissenschafterInnenteam daher nach Spuren von Helicobacter pylori in der Gletschermumie. Ötzis Magen war erst vor wenigen Jahren aufgrund neuer radiologischer Daten in der Mumie lokalisiert worden. Gemeinsam mit ihren KollegInnen der EURAC (Europäische Akademie Bozen), der Universität Kiel, der Veterinärmedizinischen Universität Wien und weiterer Partner, werteten die Bioinformatiker Dmitrij Turaev und Thomas Rattei von der Universität Wien die aus Ötzis Verdauungstrakt gesammelten DNA-Sequenzen aus und entdeckten tatsächlich Spuren des Bakteriums Helicobacter pylori.

Das Genom des Bakteriums wurde mit Hilfe einer speziell entwickelten Anreicherungsmethode für dessen bereits gealtertes und in Fragmente zerfallenes Erbgut sequenziert. So konnten am Ende mehr als 90 Prozent des Helicobacter pylori-Genoms aus Ötzis Magen rekonstruiert werden.

Der Vergleich des 5.300 Jahre alten Bakteriengenoms aus Ötzis Magen mit Daten der heutigen Europäer brachte eine große Überraschung: Es entspricht so gut wie vollständig der asiatischen Komponente. „Das lässt sich am besten dadurch erklären, dass der Hauptteil der afrikanischen Bevölkerungskomponente erst nach Ötzis Lebenszeit, also in den letzten 5.000 Jahren, nach Europa eingewandert ist“, erklärt Thomas Rattei. „Ötzis Magen-Bakterium stützt also jene Theorie, wonach frühe Einwanderer aus Asien bei der Besiedlung Europas eine zentrale Rolle gespielt haben“.

Zugleich demonstriert dieses Forschungsergebnis eindrucksvoll das große Potenzial moderner Methoden zur Analyse alter DNA in Verbindung mit speziellen Methoden der Bioinformatik. Die Entdeckung und Genomrekonstruktion von Ötzis Helicobacter pylori ist somit erst der Anfang eines neuen Forschungsgebietes, in dem ForscherInnen die Evolution des Menschen, seiner Krankheitserreger und seiner Umwelt anhand tausende Jahre alter Mikroorganismen nachvollziehen können.

 

Publikation in „Science“:

„The 5,300-year-old Helicobacter pylori genome of the Iceman“: Frank Maixner, Ben Krause-Kyora, Dmitrij Turaev, Alexander Herbig, Michael R. Hoopmann, Janice L. Hallows, Ulrike Kusebauch, Eduard Egarter Vigl, Peter Malfertheiner, Francis Megraud, Niall O´Sullivan, Giovanna Cipollini, Valentina Coia, Marco Samadelli, Lars Engstrand, Bodo Linz, Robert L. Moritz, Rudolf Grimm, Johannes Krause, Almut Nebel, Yoshan Moodley, Thomas Rattei, Albert Zink,
DOI: http://www.sciencemag.org/lookup/doi/10.1126/science.aad2545

 

Quelle:
Wissenschaftlicher Kontakt

Department für Mikrobiologie und Ökosystemforschung
Universität Wien
Rückfragehinweis
Mag. Alexandra Frey
alexandra.frey@univie.ac.at

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