Monat: Dezember 2016

23 12 2016
By: Redaktion 2 0

TKG: „Frohe Weihnachten und gutes neues Jahr!“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wünscht allen Freunden und ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und ein friedvolles Neues Jahr 2016!

 

Wir alle sind Menschen mit Heimat und Gesinnung und nicht bloß Namen oder Nummern auf einem Ausweis! Deswegen bedankt sich die Türkische KULTURgemeinde im Besonderen bei denen, die die Schutzsuchenden betreut und unterstützt haben. Dass die Sicherheit dabei nicht außer Acht gelassen werden darf, halten wir für selbstverständlich. Auch im neuen Jahr wollen wir das Gemeinsame vor das Trennende stellen, nicht nur in religiösen, sondern auch in politischen und alltäglichen Angelegenheiten und Fragestellungen. In diesem Sinne streckt die unabhängige Türkische KULTURgemeinde wie bisher als verlässlicher Partner im gesellschaftspolitischen Diskurs Österreichs die Hände aus.

Weihnachten ist ein Fest, welches von Gläubigen, weniger religiösen und nicht religiösen Menschen gleichermaßen als Kulturgut gefeiert wird. Kaum jemand kann sich den Festlichkeiten im intimen Familienkreis oder bei Freunden entziehen. Auch zehntausende  Menschen aus der Türkei in Österreich. Wir freuen uns genauso. Weil die besinnliche Stimmung viele Menschen aus der Türkei, die Ihre „Neue Heimat“ als Österreich sehen, auch sehr berührt.

Millionen von Christen werden in diesen Tagen die Freude haben, die Geburt Jesus Christi zu Hause und bei der Christmette  zu feiern. Nach Ihrem Glauben  tragen Sie, „ die christliche Weihnachtsbotschaft von der Menschwerdung Gottes, der zu den Menschen hinabgestiegen ist, in die Welt, die von Leid und Elend erschüttert ist.“  Auch bei den Muslimen steht Jesus Christus als einer der drei wichtigsten Propheten in hohem Ansehen, Liebe und Respekt. Isa, Sohn der Maria (Īsā ibn Maryam ). „Und wir haben Jesus, dem Sohn der Maria, die klaren Beweise gegeben und ihn mit dem heiligen Geist gestärkt.“ (Sure 2, Vers 87)

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie im Namen unseres Vorstandes gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2016! Möge es Glück und Frieden bringen, den sich die Welt so sehr erhofft!

Wir bedanken uns herzlich für die freundliche, konstruktive und zielführende gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr, und freuen uns auf weiterhin gute Kooperationen in der Zukunft. Frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr!

 

Türkische Kulturgemeinde in Österreich
Dipl.-Ing. Birol Kilic
Obmann

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23 12 2016
By: Redaktion 2 0

Gewalt kennt keine Weihnachtspause – die Frauenhelpline 0800 / 222 555 auch nicht!

Gewalt an Frauen und Kindern kommt an 365 Tagen im Jahr in Österreich vor.

 

Sie kennt leider keine Weihnachtsferien oder sonstige Feiertage. Die Frauenhelpline 0800 / 222 555 steht Betroffenen und Angehörigen ebenso wie Institutionen auch in dieser emotional oft angespannten Zeit rund um die Uhr, österreichweit und kostenlos zur Verfügung.

Besonders an Weihnachtstagen ist es wichtig, dass jemand da ist, der sich Zeit nimmt, um Anliegen anzuhören und gemeinsam nach möglichen Lösungen zu suchen. Durch einen Anruf bei der Frauenhelpline können Betroffene, Angehörige und Personen aus dem Umfeld von betroffenen Frauen rund um die Uhr Unterstützung, Begleitung, Beratung und Entlastung durch ein kompetentes Team von Psychologinnen, Juristinnen und Sozialarbeiterinnen erhalten.

Die Frauenhelpline bietet weiters Beratungen in arabischer, bosnisch-kroatisch-serbischer, englischer, persischer/Farsi, russischer und türkischer Sprache an und kann durch eine Kooperation mit dem RelayService von gehörlosen Menschen in Anspruch genommen werden.

 

Das Team der Frauenhelpline unterstützt auch gewaltbetroffene Frauen, die geflüchtet sind.

 

Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 / 222 555

österreichweit – kostenlos – rund um die Uhr – anonym – vertraulich

Weitere Informationen unter www.frauenhelpline.at

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23 12 2016
By: Redaktion 2 0

TKG: „Frohe Weihnachten und gutes neues Jahr“

 

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wünscht allen ein frohes Weihnachtsfest und ein friedvolles Neues Jahr 2017!

 

Wien (OTS) – Wir alle sind Menschen mit Heimat und Gesinnung und nicht bloß Namen oder Nummern auf einem Ausweis! Weihnachten ist ein Fest, welches von Gläubigen, weniger religiösen und nicht religiösen Menschen gleichermaßen als Kulturgut gefeiert wird. Kaum jemand kann sich den Festlichkeiten im intimen Familienkreis oder bei Freunden entziehen. Auch zehntausende Menschen aus der Türkei in Österreich. Wir freuen uns genauso. Weil die besinnliche Stimmung viele Menschen aus der Türkei die Ihre „Neue Heimat“ als Österreich sehen auch sehr berührt und Freude bereitet.

 

Säkularer, verfassungspatriotischer Partner

In diesem Sinne streckt die unabhängige Türkische KULTURgemeinde wie bisher als verlässlicher säkularer, verfassungspatriotischer Partner, der für Demokratie, Frauenrechte, Pressefreiheit und freie Meinungsäußerung und gegen Religionsmissbrauch in Österreich und in der Welt eintritt im gesellschaftspolitischen Diskurs Österreichs die Hände aus.

 

Trotzdem: Gemeinsame vor das Trennende stellen

Auch im neuen Jahr wollen wir das Gemeinsame vor das Trennende stellen, nicht nur in religiösen, sondern auch in politischen und alltäglichen Angelegenheiten und Fragestellungen weil die Werte Europas glauben wir sind stärker als Hass und Gewalt.

 

Wir leiden mit Ihnen

Unsere Gedanken ist in Berlin: Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten bei den Opfern und den Angehörigen derer, die bei dieser Tragödie ihr Leben verloren. Wir teilen Ihren Schmerz, wir fühlen und leiden mit Ihnen.

 

Nicht gewöhnen

Der IS-Terror hat mehrere Väter und Mütter, und man sollte hier diesen abscheulichen IS-Terror richtig diagnostizieren und die Bevölkerung unter dem Vorwand „Aufklärung“ nicht manipulieren bzw. die Wahrheit im Schatten lassen und uns nicht unserer besseren Traditionen entledigen: nämlich der Vernunft, der Aufrechterhaltung des ethischen Prinzips und der Suche nach unabhängigen Beweisen in Zeiten von Konflikten. Die Sümpfe, die seit Jahren für den IS-Terror vorbereitet wurden, verfolgen das Ziel, mit diesen pseudo-islamischen Terrormilizen die Infrastruktur und das Zusammenleben der Menschen zu zerstören. Hier darf man nicht falsch, eindimensional pauschalisieren, und wir müssen uns folgende Frage stellen und Antworten finden, bevor es zu spät ist: Wer dirigiert und finanziert die IS-Terroristen in der Welt? Nein wir werden an den Terror und Bedrohung als Teil des Lebens nicht gewöhnen.

 

Frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr!
Möge es Glück und Frieden bringen, den sich die Welt so sehr erhofft.

 

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG) 

Dr. Melissa Günes
Generalsekretärin

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161223_OTS0063/tkg-frohe-weihnachten-und-gutes-neues-jahr

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21 12 2016
By: Redaktion 2 0

TKG: „In Gedanken bei den Opfern und ihren Angehörigen“

Ein Lastwagen ist in Berlin in den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz gefahren. Es wurden zwölf Menschen getötet, 48 verletzt. Der Beifahrer wurde offenbar erschossen. Eine Flüchtlingsunterkunft wurde durchsucht. Der Verdächtige soll ein 23-jähriger Pakistaner sein. Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) schreibt in seiner Aussendung wie folgt: „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten bei den Opern und den Angehörigen derer, die bei dieser Tragödie ihr Leben verloren“

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20 12 2016
By: Redaktion 2 0

TKG drückt sein herzliches Beileid aus

 

Wien (OTS) – Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG) drückt hiermit den Angehörigen des Botschafters in Ankara, der russischen Regierung und dem russischen Volk, sowie dem russischen Botschafter in Österreich herzliches Beileid aus.

 

Der Botschafter wollte in der Bildergalerie in Ankara mit dem Namen „Zentrum der zivilisierten Kunstzentrale“ eine Vernissage der Fotoausstellung „Russland in türkischem Auge“ eröffnen.

Dass ein fundamentalistischer und radikalisierter Polizist in der Türkei den Botschafter hinterrücks ermordet, zeigt wie hinterhältig und feige diese Menschen sind, egal welcher Nation sie angehören. Millionen Menschen in der Türkei und auch im Ausland finden diesen unzivilisierten, verräterischen und perfiden Mord inakzeptabel und unentschuldbar.

 

 

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG) 

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11 12 2016
By: Redaktion 2 0

TKG verurteilt den widerlichen Terroranschlag in Istanbul und in Kairo aufs Schärfste! LANET OLSUN!

Die Türkische Kulturgemeinde Österreich (TKG) ist in diesen Stunden mit den Gedanken bei den Angehörigen der Todesopfer (38 bis jetzt davon 30 Polizisten und 8 Zivilisten) und den Verletzten(155 bist jetzt), die bei der jüngsten Anschlagsserie am Samstag in Istanbul durch einen widerlichen Terroranschlag ums Leben gekommen sind. TKG verurteile auch den Anschlag(23 Tode und 49 Verletzte) auf koptische Christen in Kairo heute am Sonntag auch auf das Schärfste.

Der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich, Birol Kilic, verurteilt den widerlichen Terroranschlag in Istanbul wie folgt scharf:

„Im Namen der Türkische KULTURgemeinde in Österreich verurteilen wir die abscheuliche Terror in Istanbul und Kairo und Kafr-el-Sheikh  auf das Schärfste und sprechen den Angehörigen der Opfer unser tief empfundenes Beileid aus. Unser tiefstes Mitgefühl ist bei den Opfern und deren Angehörigen in diesen harten und schmerzlichen Stunden in Istanbul und in Kairo. Dieser Terroranschlag in Istanbul und in Kairo  ist ein abscheulicher Terror gegen die Menschheit.

Wir solidarisieren uns mit den koptischen Christen

Der Anschlag in Kairo zielt auf die ganze Nation mit ihren Christen und Muslimen und will das friedliche Zusammenleben mit der widerlichen terroristischen Gewalt total zerstören. Wir solidarisieren uns mit den koptischen Christen aus Wien und teilen ihre Schmerzen.

Welche „Kräfte“ stecken hinter diesem Terror?

 

Wir fordern sofort die Terroristen und diejenigen Kräfte, die hinter diesem Terror stehen, fündig zu machen. Man kann diesen Terror nicht auf einen Namen oder eine Richtung reduzieren, weil dieser Terror mehrere Mütter und Väter hat.  Hinter diesem Terror in Istanbul stecken mehrere Kräfte im In- und Ausland, die aus einem Stellvertreterkrieg stammen.


Eine Drohung für alle Länder

Gegen Terror sollte man, egal in welche Art, zusammenarbeiten und nicht in Schadenfreude agieren. Niemand sollte aus solchen Terrorakten versuchen Ziele zu erreichen, die eigentlich einen selbst treffen könnten. Ein solcher Akt des Terrors im Herzen von  Istanbul ist eigentlich eine Drohung für alle Länder. Terrorismus ist eine internationale, kannibalistisch sich vermehrende Pest, wovon jedes Land betroffen sein kann.  Niemand kann sagen: Es geht uns nichts an. Kannibalistisch deswegen, weil dieser Terror auch diejenigen treffen wird, die hier im In- und Ausland diesen Terror als Brandstifter vorbereiten, unterstützen und dann als Feuerlöscher auftreten.

 

Aussöhnung in der Türkei-Rückkehr zum Rechtsstaat 

 

Wir fordern eine Rückkehr zum Rechtsstaat in der Türkei, einen umfassenden Friedensprozess und ein Wiederaufleben der Demokratie.

 

Die Aussöhnung in der Türkei ist der einzige Weg, der die Türkei in eine sichere und wohlhabende Zukunft führt.

 

Wir sollten hier alle Politiker in der Regierung und alle Verantwortlichen in der Türkei aufrufen, sich sofort gemeinsam eine Versöhnungsebene zu finden.

 

Die Türkei muss im Inland sofort zu einer politisch und rechtsstaatlich friedlichen Atmosphäre zurückkehren. Wir fordern in der Türkei eine Rückkehr zum Rechtsstaat, einen umfassenden Friedensprozess und ein Wiederaufleben der Demokratie. Wir fordern alle demokratischen Kräfte auf, die Augen vor diesen Ereignissen nicht zu verschließen und die Türkei wieder auf den richtigen, demokratischen Pfad zu bringen.

 

Die Türkei sollte wieder stark an den säkularen und rechtsstaatlichen Prinzipien der Demokratischen Republik unbedingt festhalten und mit allen Mittel für diese Werte kämpfen.

Die Türkei muss wieder zu dem außen- und innenpolitisch säkularen demokratischen Prinzip ‚Frieden zu Hause, Frieden in der Welt‘ zurückkehren. „

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09 12 2016
By: Redaktion 2 0

Menschenrechtsbefund 2016: Hass im Netz gegen Geflüchtete steigt

Am 10. Dezember wird der Tag der Menschenrechte begangen.

Er gilt als Gedenktag zur Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948.  Aus diesem Anlass präsentiert die „Österreichische Liga für Menschenrechte“ den Menschenrechtsbefund 2016. Darin werden unter anderem menschenrechtliche Schieflagen in puncto Rassismus und Asylpolitik aufgezeigt.

Hetze und Hass im Internet gegen Geflüchtete nehmen demnach zu. Die „Obergrenze“ verstoße gegen die Grundrechtecharta. Das Schutzsystem für geflüchtete Frauen weise Lücken auf. Die Medienservicestelle Neue Österreicher/innen (MSNÖ) fasst die wichtigsten Ergebnisse in den Bereichen Asyl und Flucht zusammen.

 

Hass im Netz zielt auf geflüchtete Personen

„Geflüchtete – und assoziiert mit den Herkunftsregionen generell Personen, die dem Islam zugeordnet werden – sind seit Herbst 2015 zu einer der Hauptzielscheiben für Online Hass avanciert, und das nicht nur in Österreich, sondern in vielen Teilen Europas“, schreibt Claudia Schäfer von der Antirassismus-Stelle ZARA. Nach wie vor nehmen Hetze und Hass im Internet laut Menschenrechtsbefund zu. Betroffen sind nicht nur geflüchtete Personen, sondern auch all jene, die sich für einen menschenrechtlichen Umgang mit Flüchtlingen aussprechen (zum Beispiel PolitikerInnen oder JournalistInnen).

 

Auch der Verfassungsschutz berichtet von zunehmender Hetze im Internet. So stiegen die strafrechtlich relevanten Hinweise, die bei der NS-Meldestelle eingegangen sind, um mehr als das Doppelte: 2014 gingen 629 strafrechtlich relevante Hinweise ein, 2015 waren es 1.351. Der Anstieg sei auf die Anzeigen auf Grund von Verhetzung vor allem auf die steigende Zahl entsprechender Beiträge im Internet, zurückzuführen, heißt es im Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2015 (siehe auch MSNÖ-Artikel: Massiver Anstieg rechtsmotivierter Straftaten).

Von den von ZARA dokumentierten Fällen von Rassismus und Diskriminierung im Jahr 2015 fanden 20 Prozent im Internet statt. Dem Forum gegen Antisemitismus wurden im vergangenen Jahr 465 antisemitische Vorfalle gemeldet, 20 Prozent davon fanden im Internet statt.

 

Als besonders problematisch sieht Schäfer dabei zahllose Beispiele, die zeigen, dass der im Netz ausgedrückte Hass sich offline manifestieren kann – sei es, weil dadurch die Debatte rund um die Themen Flucht und Migration zusätzlich angeheizt wird oder weil Aufrufe zu Gewalt gegen Geflüchtete tatsächlich umgesetzt werden.

 

Um Hetze und Hass im Internet entgegenzusteuern, richtet der Menschenrechtsbericht u.a. folgende Empfehlungen an die Politik:

 

  • Informations- und Bildungsangebote für Internet-NutzerInnen zur Erkennung gefährdender und illegaler Inhalte
  • Schaffung von Anlaufstellen und Beratungseinrichtungen für Opfer und ZeugInnen
  • Einrichtung einer Infrastruktur, die die Einhaltung des „Code of Conduct für den Umgang mit illegaler Hassrede“ kontrolliert und sicherstellt
  • Stärkung bestehender Beratungs- und Meldeeinrichtungen

 

Lücken beim Schutz von geflüchteten Frauen

Einen Schwerpunkt widmet der Menschrechtsbefund dem Thema Gewalt gegen Frauen. Dabei wird kritisiert, dass nicht alle Frauen den gleichen Zugang zu Unterstützungsstrukturen sowie den entsprechenden Rechtsmitteln haben. Dazu zählen auch Frauen auf der Flucht.

 

In Österreich stieg der Anteil der Frauen, die um Asyl ansuchen, von 24,2 Prozent im Jahr 2014 auf 27,7 Prozent im Jahr 2015. Im laufendem Jahr gingen bis Ende Oktober 2015 12.099 Anträge von Frauen ein. Das entspricht einem Anteil an allen Asylanträgen von 32,5 Prozent (siehe MSNÖ-Artikel: Frauen und Flucht: Zahlen und Fakten).

 

Während in der Istanbul-Konvention* und in der Allgemeinen Empfehlung Nr. 32 der UN-Frauenrechtskommission festgelegt ist, dass von Gewalt betroffene Frauen ausreichenden Schutz erhalten müssen sowie frauenspezifische Verfolgungsgründe anzuerkennen sind, sieht die Realität laut aktuellem Menschenrechtsbefund anders aus. Konkret wird kritisiert, dass geflüchtete Frauen in der öffentlichen Diskussion zu Asyl und Flucht zu selten thematisiert werden. Zudem fehlen Daten, um das Ausmaß von geschlechtsspezifischer Gewalt bemessen zu können.

 

Weitere Kritikpunkte, die die Wissenschafterin Sabine Mandl benennt, betreffen insbesondere die Unterbringung. So seien die „im Gewaltschutzgesetz vorgesehenen Instrumente, wie die Wegweisung, das Betretungsverbot oder die Einstweilige Verfügung nur bedingt auf asylsuchende Frauen in Flüchtlingsunterkünften anwendbar“. Gleichzeitig werde Gewalt gegen geflüchtete Frauen begünstigt durch überfüllte Wohneinheiten, oftmals fehlenden Dusch- und Waschmöglichkeit oder durch die gemeinsame Unterbringung von alleinstehenden Frauen und minderjährigen unbegleiteten Mädchen mit Männern.

 

„Obergrenze“ verstößt gegen Grundrechtecharta

Anfang des Jahres beschloss die Bundesregierung die „Obergrenze“ für Flüchtlinge und verkündete, dass im laufenden Jahr 37.500 Personen in Österreich um Asyl ansuchen dürfen. Auch für die kommenden Jahre wurden „Obergrenzen“ festgelegt: 35.000 Asylanträge 2017, 30.000 Asylanträge 2018, 25.000 Asylanträge 2019 (siehe MSNÖ-Artikel: Österreich 2016: Maximal 37.500 AsylwerberInnen). Bis Ende Oktober gingen im laufenden Jahr 37.256 Asylanträge in Österreich ein, davon wurden jedoch nur 21.680 zum Verfahren zugelassen.

 

Die „Obergrenze“ für Flüchtlinge wurde und wird nicht nur von Zivilgesellschaft und unterschiedlichen NGO’s stark kritisiert, sondern verletzt laut dem Menschenrechtsbefund die Charta der Grundrechte der Europäischen Union.

 

„Tatsächlich führt die 2016 in Österreich vorgenommene Gesetzesänderung zu einer Verletzung von EU Primärrecht und stellt eine reele Gefahr der Verletzung der Grundrechte dar“, erklärt Emanuel Matti vom Institut für Österreichisches und Europäisches Öffentliches Recht im Menschenrechtsbefund. Konkret verstößt die neueste Novelle des Asylgesetzes gegen Artikel 47 der Grundrechtecharta: Diese legt das Recht auf ein unparteiisches Gericht und auf einen wirksamen Rechtsbehelf fest. Durch die Gesetzesänderung sei jedoch „kein effektives Rechtsmittel gegen behördliche Zwangsmaßnahmen vorgesehen“ sowie der „Zugang zum regulären Asylverfahren und seinen Garantien eingeschränkt“, erklärt Matti weiter. Zudem verstoße die österreichische Gesetzesänderung gegen Artikel 20 der Grundrechtecharta, der die Gleichheit aller vor dem Gesetz regelt.

 

Nicht nur Flüchtlinge von Kürzung der Mindestsicherung betroffen

Ein in den vergangenen Monaten heftig diskutiertes Thema in Österreich ist die Bedarfsorientierte Mindestsicherung für subsidiär Schutzberechtigte und Flüchtlinge. Im Menschenrechtsbericht wird aufgezeigt, dass die BezieherInnen-Zahlen der Mindestsicherung nicht erst seit den verstärkten Fluchtbewegungen steigen. Bereits seit 2000 – also auch im alten System der Sozialhilfe – nahmen die Zahlen der BezieherInnen in einem ähnlichen Ausmaß zu wie jetzt: „Über Flüchtlinge wird gesprochen, um über die wahren Gründe für den Anstieg der Mindestsicherung im letzten Jahrzehnt zu schweigen: fehlende Arbeitsplätze, steigende Wohnkosten, schwere gesundheitliche und psychische Probleme, Pflegekosten, ein aussonderndes Bildungssystem, prekäre und nichtexistenzsichernde Jobs“, so der Mitbegründer der Armutskonferenz, Martin Schenk, über die seiner Meinung wahren Gründe des Anstiegs der BezieherInnen.

 

Einzelne Bundesländer änderten bereits ihre Gesetze bezüglich der Frage, wer wie viel Mindestsicherung erhalten soll. Laut Armutskonferenz seien von den Gesetzesänderungen nicht ausschließlich Schutzberechtige oder Asylberechtigte betroffen. Massive Verschlechterungen werde es künftig u.a. für GeringverdienerInnen, alleinerziehende Mütter, chronisch kranke Personen, für MindestpensionistInnen oder für Eltern, die mit ihren erwachsenen Kindern mit Behinderung in einem Haushalt leben, geben.

 

Daher kritisiert Schenk, dass auf dem Rücken der aktuellen Fluchtbewegungen eine Neiddebatte geführt werde, obwohl von der Kürzung der Mindestsicherung nicht nur Flüchtlinge, sondern generell die Ärmsten der Gesellschaft betroffen sind: „Während Menschenrechte im Kontext von Asyl zunehmend ausgehebelt werden und soziale Grundrechte bei den ärmsten zehn Prozent der Bevölkerung unter Druck geraten, wird in fast jeder Diskussion, in beinahe jeder Rede, sowie in jedem zweiten Zeitungsartikel auf ‚unsere Werte‘ gepocht“, so Schenk.

 

 

Weitere Informationen und Kontakte:

 

* Die Konvention des Europarates zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewalt an Frauen und häuslicher Gewalt, auch Istanbul-Konvention genannt, trat 2014 in Kraft. Österreich ratifizierte die Konvention bereits 2013.

 

Österreichische Liga für Menschenrechte, Kira Preckel, Tel.: 0650 416 76 44,  k.preckel@liga.or.at

 

Bundesministerium für Inneres, Asylstatistiken

 

Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Bundesministeriums für Inneres; karl-heinz.grundboeck@bmi.gv.at; Tel: 01 53126 – 2490

 

ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit, Claudia Schäfer, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: +43 (0) 1 929 13 9918, presse@zara.or.at  

 

Armutskonferenz, Martin Schenk, Tel.: 01 40 9 80 0 1- 12, martin.schenk@diakonie.at

www.facebook.com/pages/Medien-Servicestelle-Neue-%C3%96sterreicherinnen/220692274684591

 

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05 12 2016
By: Redaktion 2 0

TKG gratuliert Van der Bellen zu Wahlerfolg!

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) gratuliert Alexander Van der Bellen zu seinem Sieg bei der Bundespräsidentenwahl.

„Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) gratuliert und wünscht dem neuen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen viel Erfolg und viel Kraft für die Ausübung seines Amtes. Wir wünschen auch dem 3. NR-Präsidenten und Gegenkandidaten Norbert Hofer alles Gute. Wir haben in Österreich gerade sehr viele Probleme wo die Spreu vom Weizen immer wieder nicht getrennt wird. Aber die Probleme sind da, um diese gemeinsam zielführend zum Wohl des Landes Österreich und für alle Menschen ausnahmslos zu lösen. Wir sollten mehr als vorher das Gemeinsame, nicht das Trennende in den Vordergrund stellen.“, so TKG Obmann Birol Kilic.

Quelle-Link:

APA-OTS am Montag – 5.12.2016 um 9:17 Uhr

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161205_OTS0020/tkg-gratuliert-van-der-bellen-zu-wahlerfolg

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03 12 2016
By: Redaktion 2 0

Unbedingt am 4. Dezember wählen gehen! 14 Antworten für Unentschlossene

Die Wiederholung der Bundespräsidenten-Stichwahl wurde auf Sonntag, den 4. Dezember 2016 VERSCHOBEN. Es dürfen alle österreichischen Staatsbürgerinnen/österreichischen Staatsbürger, die am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sind, an der Wahl teilnehmen.

14 Antworten für Unentschlossene

Welche Frage würden Sie den beiden Stichwahlkandidaten im Hofburg-Rennen stellen: Das wollten wir von unserem Publikum wenige Tage nach der US-Wahl wissen. Zu den sieben repräsentativsten bzw. prägnantesten Fragen der ORF.at-Leserinnen und -Leser haben sich Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen in kurzen Video-Statements positioniert.

 

orf.at/wahl/beingpresident/stories/2368909/

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