Monat: Februar 2017

27 02 2017
By: Redaktion 2 0

Journalist Deniz Yücel: TKG fordert sofortige Freilassung

 

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) protestiert gegen die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel und fordert seine sofortige Freilassung.

 

Wien (OTS) -Über heikle Themen wie Terrorismus und Attentate gegen die Regierung zu schreiben, bedeute in der Türkei sogleich, dass diese Aktivitäten von diesen Journalisten auch unterstützt werden. Die AKP Regierung sollte hier die kritischen Journalisten nicht mit unfairen Ermittlungsmethoden zum Schweigen oder in Verruf oder hinter Gitter bringen. Das schadet der Türkei und seiner Bevölkerung.

Das Ganze riecht nach McCarthyismus. Die McCarthy-Ära in USA bedeutete Gesinnungskontrolle. Personen wurden mit unzureichenden Anschuldigungen und unfairen Ermittlungsmethoden zum Schweigen oder in Verruf gebracht. Yücel hat mit Terror nichts zu tun.

TKG fordert eine rechtsstaatliche starke Türkei mit strenger demokratischer Gewaltenteilung damit alle BürgerInnen sich sicher fühlen können.

 

www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170228_OTS0097/journalist-deniz-yuecel-tkg-fordert-sofortige-freilassung

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23 02 2017
By: Redaktion 2 0

TKG: Beileidsbekundung für Frau Dr. Sabine Oberhauser

Im Namen des gesamten Vorstandes der Türkischen Kulturgemeinde (TKG) und deren Mitgliedern möchten wir den nahen Angehörigen unser tiefstes Beileid und Mitgefühl aussprechen.

 

Ministerin Frau Dr. Sabine Oberhauser diente unserem Land bis zur letzten Minute als die schwere Krankheit sie so sehr schwächte, bis es unmöglich war dagegen anzukämpfen. Sie war eine Kämpferin gegen Ungerechtigkeit und eine vorbildliche Politikerin.

Unser aufrichtiges Beileid und Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen, insbesondere ihrer Familie und ihren Freunden.

Ihr Mut und Ihr Eintritt für Solidarität in der Gesellschaft machen Sie unvergessen in den Herzen der Menschen.

Ihr Pflichtbewusstsein, das Sie auch noch in Tagen der schweren Krankheit zur Arbeit trieb, war beispielhaft für die Tugend der österreichischen Staatsbürger.

 

Gesundheits-und Frauenministerin Frau Dr. Sabine Oberhauser war eine engagierte Persönlichkeit der österreichischen Demokratie, die für Frauenpolitik und das gesellschaftliche Miteinander und insbesondere Zusammenleben wirkte. Wir danken herzlich.  Sie war noch eine Vollblutpolitikerin, für die der Mensch im Mittelpunkt stand. Wir werden insbesondere Ihr natürliche Lächen vermissen…

 

Für die Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Im Namen des Vorstandes und deren Mitglieder

DI Birol Kilic

Obmann

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19 02 2017
By: Redaktion 2 0

DNA-Beweis: Etrusker stammten aus Anatolien

Vor den Griechen und Römern florierte in Italien die Kultur der Etrusker. So sehr ihr Zivilisationsgrad bekannt ist und geschätzt wird, so stark war bisher ihre Herkunft umstritten. Neueste genetische Untersuchungen geben dem altgriechischen Geschichtsschreiber Herodot Recht. Der hatte schon vor 2.500 Jahren gemeint, dass die Wurzeln der Etrusker in Anatolien liegen, in der heutigen Südtürkei.

 

Alberto Piazza von der Universität Turin und Kollegen haben hohe Übereinstimmungen im Erbgut von heutigen Toskanern und Türken gefunden, wie sie bei der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Humangenetik (ESHG) berichteten.

http://sciencev1.orf.at/news/148385.html

 

https://www.welt.de/wissenschaft/article953355/Die-Etrusker-stammen-aus-der-heutigen-Tuerkei.html

 

https://www.youtube.com/watch?v=oM-l318gnB8

 

diepresse.com/home/science/311414/Geschichte_Etrusker-doch-aus-Anatolien

 

derstandard.at/2925152/Etrusker-stammten-aus-dem-Gebiet-der-heutigen-Tuerkei

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19 02 2017
By: Redaktion 2 0

DER ZAUBER DES ALTEN ORIENTS 27. April – 05. November 2017

Der Reiz des Fremden und Exotischen hat viele Jahrhunderte hindurch das Denken und die Phantasie des Abendlandes beflügelt. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) wird die Ausstellung mit Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.

 

Seit den ersten Kontakten Europas mit dem Osten, dem Orient der griechisch-römischen Antike, fand die Neugierde und Bewunderung für orientalische Kultur und Lebensweise ihren Ausdruck in dem vielzitierten Ausspruch „Ex Oriente lux“ — das Licht aus dem Orient, im Sinne von Wissen, Weisheit, und kultivierter Lebensform.

Beginnend mit den Kreuzzügen im 11. u. 12. Jhdt. gelangten kämpfende Ritter, Mönche u. Chronisten, Händler, Abenteurer und Geschichtenerzähler in den Nahen Osten — und kaum einer konnte sich der Faszination dieser fremden Welt entziehen. Die oft phantastisch ausgeschmückten Berichte über märchenhafte Reiche, prächtige Paläste, die geheimnisvolle Institution des Harems voll mit schönen Frauen, dies alles ließ den Orient zu einer europäischen Sehnsuchtswelt werden, deren Faszination bis heute ungebrochen ist. Mit dem Rückzug des Osmanischen Reiches aus Europa während des 18. Jhdts. gelangten immer mehr europäische Diplomaten, Gesandte, Geschäftsleute und Reisende in den Orient.

Ihre farbigen Berichte von prachtvollen Moscheen und Palästen, atemberaubend üppigen Basaren, kostbaren Stoffen u. Geschmeiden, wertvollen Gewürzen und Parfums verschmolzen zu einer Sinfonie des Luxus und des Wohllebens. Dies führte besonders im 18. u. 19. Jhdt. zu einer Europa weiten Begeisterung für alles Orientalische und inspirierte in vielen Bereichen die europäische Kunst, Architektur u. Literatur zu einem eigenen Genre: dem sogenannten „Orientalismus“.

Der Orient in seiner Gesamtheit wurde zum Inbegriff für Exotik und Abenteuer und ist es für viele Europäer auch heute noch. Dieser Jahrhunderte langen Faszination trägt die heurige Ausstellung auf Schloss Halbturn Rechnung. Ein aufwendig gestalteter orientalischer Basar, ein geheimnisvoller Harem und hunderte kostbare Exponate aus allen Bereichen orientalischer Kultur sollen den „Zauber des Alten Orients“ für den Besucher wieder lebendig machen.

Die Ausstellung ist von 27. April bis 06. November 2017, Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.


EIN TAG AUF SCHLOSS HALBTURN
Planen Sie einen Tagesausflug und verbinden Sie die Ausstellung mit einem Besuch in der Vinothek „Antikes und Wein“, spazieren Sie durch den ganzjährig geöffneten Skulpturenpark und genießen Sie die exzellente Küche des Restaurants Knappenstöckl. Schloss Halbturn mit der barocken Parkanlage ist nur 45 Minuten von Wien, Eisenstadt und Bratislava entfernt.

 

Eintrittspreise Ausstellung 2017:
Eintritt regulär € 9,00
Ermäßigt (Senioren, Studenten) € 7,00
Schüler (bis 15 Jahre) € 6,00
Gruppen (ab 15 Personen) € 7,00
Schulklassen inkl. Führung € 6,00
Familienkarte € 19,00
Führungen (nur nach Voranmeldung) € 2,00
iGuide € 2,00

http://www.schlosshalbturn.com/wp-

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12 02 2017
By: Redaktion 2 0

OHNE WENN UND ABER – Lesenswert egal welche Religion wir angehören…

Es kam einmal ein junger Mann zu Jesus und fragte ihn: „Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ Jesus gibt ihm eine ganz einfache Antwort: „Halte die Gebote!“ Und Jesus meint damit die Zehn Gebote. Ausdrücklich nennt er einige: „Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen…“

GASTKOMMENTAR

 

Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn, am 12. Februar  2017 (Matthäus 5,20-22a.27-28.33-34a.37).

 

Jesus erinnert ihn einfach an das, was wir alle gelernt haben (und hoffentlich nicht vergessen haben): die beiden Tafeln der Zehn Gebote Gottes. Wenn du dich an sie hältst, werden sie dich halten und dir den Weg zum ewigen Leben öffnen.

 

Heute geht Jesus einen Schritt weiter. Er macht unmissverständlich klar, dass es zu wenig ist, wenn du gerade das Minimum erfüllt hast. Die Gebote Gottes, wie sie Mose am Berg Sinai von Gott erhalten hat, sind auf äußere Handlungen bezogen: Töten, Ehebrechen, Stehlen, Lügen. Es ist gut, sehr gut, wenn wir es nie zu solchen Handlungen kommen lassen. Für unser Zusammenleben im Kleinen der Familie oder im Großen der Staaten wäre es schon etwas Hervorragendes, wenn all das unter uns keinen Platz hätte, wenn wir einander nicht belügen und betrügen oder gar uns gegenseitig umbringen.

 

Jesus genügt das nicht. Aus einem einfachen und einsichtigen Grund: Die bösen Taten haben eine „Vorlaufzeit“: Selten überfallen sie uns aus heiterem Himmel. Sie sind meist das „Endprodukt“ einer längeren Vorbereitung. Auf die zielt Jesus ab. Er legt die Wurzeln unserer bösen Taten frei. Sie entspringen unseren Herzen, unseren Gedanken und verkehrten Haltungen.

 

Ich habe oft als eine Art Ausweis für die eigene Güte gehört: „Ich habe doch niemanden umgebracht.“ Gott sei Dank! Aber Jesus schärft unser Gewissen: „Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein.“ Mich erschreckt der Ton vieler „Postings“ in den Internet-Foren. Das Strafrecht beginnt sich mit den „Hass-Postings“ zu beschäftigen. Denn die Erfahrung zeigt: Was mit Worten des Hasses, der Verachtung, des Heruntermachens beginnt, kann in Gewalt und Terror enden.

 

Jesus begnügt sich nicht mit einer rein äußerlichen Anständigkeit. Sie kann sehr brüchig sein. Wenn wir uns nicht um ein wirkliches Wohlwollen im Herzen bemühen, wird es unter uns keinen echten Frieden geben. Ich erinnere mich an ein Wort, das mein Vater mir einmal sagte, als ich schlecht über jemand sprach: „Wie willst du, dass er gut wird, wenn du schlecht von ihm denkst?“

 

Ehebruch beginnt nicht, wenn es zum Vollzug kommt. Jesus ist da sehr nüchtern. Ehebruch beginnt im Herzen. Nicht erst die Tat ist Ehebruch, sondern schon der begehrliche Blick. In einer Gesellschaft, in der der Mann (fast) alle Rechte hatte und die Frau sehr wenig Schutz erfuhr, waren Jesu Worte auch eine Aufforderung zur Achtung vor der Würde der Frau. Sie haben nichts an Aktualität verloren.

 

Und schließlich Jesu Worte über das Schwören und die Wahrhaftigkeit. „Schwört überhaupt nicht!“ Leider haben wir uns zu wenig an diese klare Weisung gehalten. Auch in der Kirche sind Amtseide immer noch üblich. Warum schwören wir? Weil wir einander nicht vertrauen. Weil unsere Worte so oft nicht wirklich ehrlich sind. Wie gut tut es, wenn wir uns auf das Wort des anderen verlassen können, auf sein klares Ja oder Nein. Alle diese Weisungen Jesu sind anspruchsvoll. Aber sie stimmen einfach, ohne Wenn und Aber!

 

Erstellt von: Kardinal Christoph Schönborn

 

MATTHÄUS 5,20-22A.27-28.33-34A.37

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

 

Die zehn Gebote – eine Einleitung

 

1. Gebot: Du sollst den Herrn, deinen Gott anbeten und ihm dienen

2. Gebot: Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren

3. Gebot: Du sollst den Tag des Herrn heiligen

4. Gebot: Du sollst Vater und Mutter ehren

5. Gebot: Du sollst nicht töten

6. Gebot: Du sollst nicht die Ehe brechen

7. Gebot: Du sollst nicht stehlen

8. Gebot: Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen

9. und 10. Gebot: Begehren

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07 02 2017
By: Redaktion 2 0

Niederösterreichische Landesausstellung „Alles was Recht ist“

Das offizielle Werbe-Sujet der Niederösterreichischen Landesausstellung „Alles was Recht ist“ bringt das Ausstellungsthema auf den Punkt. Die Kampagne zeigt: Recht betrifft uns Alle!

 

Unter dem Titel „Alles was Recht ist“ blicken wir auf die Geschichte der Rechtsprechung und dahin, wo wir uns gemeinsam hinbewegen. Wie wir miteinander unsere Welt gestalten, im Kleinen wie im Großen. Wie Menschen früher miteinander umgingen – und wir jetzt und hier.

Von 1. April bis 12. November 2017 ist Schloss Pöggstall im Südlichen Waldviertel zentraler Ausstellungsort der Niederösterreichischen Landesausstellung.

Es liegt an uns wie wir diese Gesetze leben und ändern. Im Ausstellungsrundgang gehen wir in einem gemeinsamen Austausch mit unseren Gästen den Fragen nach: Reden oder richten? Versöhnen oder vergelten? Verfolgen oder vergessen? Demonstrieren oder dulden?

Link zum VIDEO, „Das Südliche Waldviertel macht sich bereit“: youtu.be/6EaMz9-x-4g 

 

Weitere Informationen: 

 

Vom neu renovierten Schloss Pöggstall ausgehend, können die Gäste die einmalige Region des Südlichen Waldviertels erleben. Zwischen Donau, Ysper- und Weitental bis hin zum Weinsberger Wald eröffnet sich eine vielfach unbekannte Welt, welche uns einlädt, diese zu entdecken. Das vielfältige Landschaftsbild ist geprägt von unterschiedlichen Klimazonen und Landschaftselementen; die Region gilt als eine der sonnenreichsten in Niederösterreich. Die vielen Sonnenstunden sind auch einer der Gründe warum hier Kräuter, Pflanzen und Früchte besonders intensiv kultiviert werden.

So mancher Hausgarten birgt einen kleinen Naturschatz. Viel Wissen darüber ist bereits verlorengegangen. Durch die Möglichkeit einer professionellen Begleitung von Naturvermittlerinnen soll dieses Wissen wieder in das Bewusstsein der Gäste, aber auch in die Bevölkerung der Region gelangen. Neben der Natur ist das Südliche Waldviertel auch für seine kulinarischen Highlights bekannt. Nicht nur der Mohn ist sehr präsent, auch die alte Kulturpflanze, das Kriecherl hat seinen festen Platz in der Küche des Südlichen Waldviertels gefunden.

Die Niederösterreichischen Landesausstellung 2017 „Alles was Recht ist“ findet von 1. April bis 12. November 2017 im Schloss Pöggstall statt – das Südliche Waldviertel lässt sich aber jetzt schon erkunden!

 

Passendes Bildmaterial wird für Pressezwecke honorarfrei zur Verfügung gestellt und kann hier in druckfähiger Auflösung heruntergeladen werden:

 

 

Hauptplatz 1

3650 Pöggstall

 

Der Landesausstellungsbesuch ist für alle Menschen erlebbar.

Bei Fragen zur Zugänglichkeit rufen Sie uns gerne an: T +43 (0)800/24 10 45

 

ÖFFNUNGSZEITEN 

1. April bis 12. November 2017 täglich von 9–18 Uhr

Einlass bis 17 Uhr

 

Die Generalsanierung im Zuge der Landesausstellung lässt die Geschichte des Schlosses neu schreiben: Die gesamte Baugeschichte – von Anbeginn des Baues bis hin zu den Um- und Ausbauten der jeweiligen Besitzer – wurde neu entdeckt.

 

Link zum VIDEO, Dr. Andreas Zajic: „Pöggstall ist nicht das was es zu sein scheint!“:

youtu.be/9y94xthcAck

 

Mitten im ländlichen Raum, in Pöggstall, fand Kunstförderung und allermodernste Architektur statt – umgesetzt von Künstlern und Handwerkern, die danach für die Habsburger tätig waren.

 

So ist aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, als die Familie der Hölzlers, ein Wiener Bürgergeschlecht, die Burg innehatte eine hölzerne Stube erhalten – eine Abfolge von Stube, Kammer und Saal. Genauso hat man in einer Burg im Spätmittelalter gelebt – das ist in Teilen noch erhalten – ein wunderschönes Dokument welches das historische Burgleben abbildet.

 

Pöggstall – ein einzigartiger Ausnahmefall

 

Die Anlage geht ins 13. Jahrhundert zurück. Während den Renovierungsarbeiten wurde festgestellt, dass sehr viel noch erhalten ist: die Ostmauern, die Zinnen in voller Höhe bis hin zum Zwinger – alle Bauphasen können herausgearbeitet, dargestellt und den jeweiligen Eigentümern zugeordnet werden. „Bei anderen Schlössern tut man sich oft schwer zu unterscheiden. Bei den Rogendorfern kann man differenzieren: was hat der Kasper gemacht, was hat der Christoph gemacht. Wir können die Abrechnungen, die Rechnungen des Baumeisters, der Künstler zuordnen. Wir können also genau bestimmen wer was, wann, und wo gemacht hat. Und das ist natürlich hoch spannend“, unterstreicht der Bauhistoriker Dr. Peter Aichinger-Rosenberger die Bedeutung von Schloss Pöggstall.

 

Pöggstall – als Glücksfall

 

Die Besitzer von Schloss Pöggstall spielten in der allerersten Reihe der Politik mit – als die großen Diplomaten und Feldherren der Habsburger. Sie kannten das gesamte aktuelle Kunstgeschehen in den damaligen Kunstmetropolen; Italien und Niederlande. Dieses Wissen nahmen sie zeitnahe, unmittelbar mit und setzten es im Südlichen Waldviertel um. „Das ist ein seltener Glücksfall, dass wir das so gut nachvollziehen können und es freut mich wirklich sehr, dass das an einem so spannenden, architektonisch qualitätsvollen Beispiel wie dem Schloss Pöggstall funktioniert. Die Dichte, in der moderne architektonische Lösungen im Laufe der Jahrhunderte in Pöggstall umgesetzt wurden, ist einzigartig“, erklärt der Bauhistoriker Dr. Peter Aichinger-Rosenberger.

 

Das Rondell – die Achse, der Nabel, das Zentrum von Pöggstall

 

Eine eigene Sonderausstellung im Rondell widmet sich den sensationellen Erkenntnissen der Bauforschung und der Besitzgeschichte von Schloss Pöggstall. Das Rondell, mit seinen italienischen Einflüssen aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde möglicherweise auch von einem weiteren Künstler von Weltformat beeinflusst. Die Rogendorfer hatten persönlichen Kontakt zu Albrecht Dürer, dies geht aus einem Briefwechsel hervor.

 

Die riesige Schlosskapelle: „Nicht kleckern sondern glotzen!“

 

Kasper von Rogendorf baute sich eine Residenz auf. Er begann den großen Umbau der mittelalterlichen Burg Pöggstall zum Schloss. Dazu gehörte beispielsweise die Schlosskapelle – die heutige Pfarrkirche von Pöggstall – freistehend neben dem Schloss nach großen Vorbildern gebaut. Eine Kirche mit ungewöhnlicher Bauform.

Diesen Bautyp einer zweischiffigen Hallenkirche mit geradem Ostabschluss findet man – bei der Georgskapelle Friedrichs des III. in Wiener Neustadt und ebenso als Grundriss in der Zisterzienser Stiftskirche von Neuberg an der Mürz. Überspitzt ausgedrückt: Kasper von Rogendorf baute sich eine kaiserliche Schlosskapelle neben seinem Schloss.

„Das ist so als ob sich heute jemand einen Rolls-Royce kauft, dann zeigt er ja auch damit was er meint. Das ist ein Statement – ich zeige wer ich bin, wie mächtig und einflussreich“, erläutert Dr. Peter Aichinger-Rosenberger.

 

Link zum VIDEO, „Bauarbeiten im Schloss Pöggstall“:

youtu.be/8rUiV1gSXGw

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