Monat: April 2017

26 04 2017
By: Redaktion 2 0

TKG: Türkei braucht keine religiöse Verfassung!



Wir sind tief besorgt über die Aussagen des Präsidenten, des türkischen Parlaments Herr Kahraman (AK Partei), bezüglich einer Forderung einer islamischen Verfassung, für die Türkei. Die Türkei braucht dringend eine Trennung von Religion und Politik. Die Türkei hat ein Problem mit Moral und Ethik weil die Religion für politische, wirtchaftliche und soziale Ziele missbraucht wird. Religion darf nicht dafür missbraucht werden um Gewalt zu legitimieren.

 

von Birol Kilic
Obmann der Türkischen KULTURgemeinde in Österreich

 

Wir sind sehr besorgt über die Aussagen des Präsidenten, des türkischen Parlaments Herr Kahraman (AK Partei), bezüglich einer Forderung einer islamischen Verfassung, für die Türkei, mit der Aussage :
Wir sind ein muslimisches Land. Als Konsequenz müssen wir eine religiöse Verfassung haben. Das Wort „Allah“ taucht in der Verfassung kein einziges Mal auf. Säkularismus, Laizismus dürfe in der neuen Verfassung keine Rolle mehr spielen.

Wir können diese Aussage nicht akzeptieren.  Religion ist Privatsache, und der Staat hat in jeder Hinsicht neutral zu sein. Die Trennung von der Kirche, die Distanz zu Religionen und die Hinwendung zum Vernunftdenken sind die wichtigsten Errungenschaften des modernen Verfassungsstaates.  Die Türkei braucht dringend eine Nicht-Mischung von Religion und Politik. Die Türkei hat Moral und Ethik Problem weil die Religion für politische, wirtchaftliche, und soziale Ziele missbraucht wird.  Eine unmoralische Gesellschaft ist eine verdorbene Gesellschaft. Religion darf nicht dafür missbraucht werden, um Gewalt zu legitimieren.

Die EU ist kein christlicher Klub und die Türkei ist auch kein muslimisches Land, sondern eine Republik mit mehrheitlich muslimischen Staatsbürgern. Von den türkischen Staatsbürgern sind 70% sunnitische Muslime, 30% alevitische Muslime, 17.000 jüdische Staatsbürger und etwa 100.000 christliche türkische Staatsbürger, die seit Jahrtausenden in der Türkei leben.

In der Verfassung der, im Grunde tief katholischen, Republik Österreich steht auch nichts bezüglich Religion, Gott oder Jesus. Das Christentum ist nicht die Staatsreligion, sondern ein persönliches Bekenntnis der Bürger. So ist es auch in der Türkei und so soll es auch bleiben.

 

Die Türkei sollte eigentlich stolz sein die einzige mehrheitlich muslimische Bevölkerung zu sein, die in der Verfassung durch den Gründer der türkischen Republik Atatürk den Laizismus in der Verfassung als unantastbaren Punkt eingebracht hat. Laizismus bedeutet nicht, wie viele annehmen, Religion und weltliche Angelegenheiten voneinander zu trennen. Laizismus heißt, die Legitimation der Herrschenden, beziehungsweise Regierenden, nicht auf Gott oder Recht zu gründen, sondern auf den Willen des Volkes. Daher halten wir es, als türkische Kulturgemeinde in Österreich, nicht für möglich, dass sich die islamischen Gesellschaften demokratisieren können, ohne eine wirklich laizistische Verfassung in einer Republik verankert zu haben. Das Problem sei nicht der Laizismus, sondern die korrekte Anwendung des Laizismus.

Die Türkei ist in der Anwendung zur Zeit hundertprozentig keine laizistische Republik. Der in der Türkei in allen Bereichen stattfindende Religionsmissbrauch und Betrug im Namen Gottes, hat zu einem ethisch moralischen Verfall geführt durch den Millionen von Menschen unglücklich sind, obwohl das in Quellen des Korans verboten ist. Das passiert, weil die Türkei gerade ein Problem mit Moral und Ethik hat. Im Kapitel Lokman 33 (Enam 112, Araf 16, 17 genauso) zum Beispiel sagt Gott den Menschen, dass Er oder Sie dich im Namen Gottes („Allah“) verführen und betrügen können. Der umgekehrte Fall ist in der Türkei gerade durch den Vertreter des politisierten Glaubens salonfähig geworden. Hier besteht gerade ein brisanter Zustand, bei dem unter dem Vorwand Religion, den Namen Gottes in die Verfassung nehmen will. Diese verführen bzw. betrügen in seinem Namen und wollen das gegen den Willen Gottes in die Verfassung betonieren. Jeder mündige Bürger sollte die Sümpfe im Nahen Osten wie mehrheitlich muslimische Länder sehen, von denen immer behauptet wird religiös zu sein und in den Mündern die Worte Gottes zu tragen, aber in den Herzen heuchlerisch, scheinheilig, despotisch und unmoralisch sind. Das kann man nur durch eine starke demokratische, säkulare Verfassung schaffen und indem man alle religiösen Aussagen aus der Verfassung nimmt und alle Religiösen und nicht Religiösen mit einem Auge sieht und diese gleichwertig, mit Würde und Respekt, behandelt. So steht es auch, wenn richtig interpretiert wird, im Koran, wo man den wahren Islam gegenüber dem verfälschten Islam unterscheiden muss.

 

Die Türkei hat ein Moral und Ethik Problem. 

Wir alle haben uns bisher immer auf die Vorgehensweise der AKP Erdogan Regierung in der Türkei aus Österreich konzentriert.

Da sind wir nicht im Unrecht. Weil alles wurde immer schlimmer und alles wird weiterhin schlimmer.

Aber es gibt sehr viele Themen, die wir besprechen, diskutieren und für die wir, mit dem Einverständnis aller, Lösungen finden müssen, weil Österreich ein Hinterland der Türkei geworden ist.

Die Probleme bezüglich Moral und Ethik  in der Türkei sind so groß, dass auch ein Regierungswechsel allein diese nicht beheben kann.

Levent Gültekin ein früherer AKP Erdogan Unterstützer kritisiert seit Monaten AKP mit folgenden Gedanken, die ich hier aus dem Türkischen sinngemäß mit euch  teilen will:

Ein AKP Erdogan Staat, dessen Institutionen, Werte, Zusammenhalt der Bevölkerung und innerer Frieden derart gespalten und verwundet sind, kann auch mit einer neuen Regierung nicht all diese Probleme lösen und diesen bisher gegangenen Weg weiterverfolgen.

Vieles wurde  in der Türkei zerstört und infolgedessen Orte, an denen überall Menschen aus der Türkei  leben (siehe Deutschland und Österreich z.B.). Daher muss man die Probleme in der Türkei an deren Wurzeln behandeln, ein System einführen, in dem die Gleichstellung aller BürgerInnen gesichert ist und das Rücksicht auf die verschiedenen Schichten und Gruppen der Gesellschaft nimmt. Wir brauchen zudem eine ehrliche Politik in der Türkei und gegenüber der Türkei.

Zu aller erst müssen wir es einsehen, dass wir nach jahrelanger AKP Regierung in der Türkei keine Moral mehr haben. Einerseits schmerzt dies, andererseits ist es seltsam. Aber leider ist es die Wahrheit. Und wir sollten wissen, dass eine unmoralische Gesellschaft, eine verdorbene Gesellschaft ist. Wenn wir nicht verdorben sein wollen, müssen wir dieses Thema an die Tagesordnung bringen.  Und wir sollten nicht vergessen, dass wir, bevor wir die unmoralischen Handlungen der anderen verurteilen, unsere eigenen Handlungen überdenken sollten.

 

Der Grund der Verwüstung

Einer der wichtigsten Punkte ist, dass die gesellschaftlichen Moralvorstellungen in der Türkei zu Grunde gingen. Aber was ist denn die Moral?

Moral wird allgemein als die Verschiedenheit der Intentionen, Entscheidungen und Handlungen in Bezug auf Gut und Böse definiert. 

Es sind sogenannte Regeln, über die sich die Mitglieder der Gesellschaft einig sind oder sein sollten.

Und dann gibt es die Ethik: Die Regeln, die zur Unterscheidung von Richtig und Falsch dienen. Im Zentrum der Ethik steht das spezifisch moralische Handeln, insbesondere hinsichtlich seiner Begründbarkeit und Reflexion.

Der wichtigste Grund für die Verwüstung der Türkei ist der, dass wir keine konsensualen Moralvorstellungen und ethische Vorschriften mehr haben. Es ist seit 1980 sukzessiv verwüstet. Weil wir diese Vorstellungen und Regeln nicht deutlich festlegen konnten, weil wir den Staat nicht nach diesen Regeln ausrichten konnten, erleben wir derzeit eine schwerwiegende Verwüstung.

Nun können wir das klarer sehen, denn der Konkurs der AKP Erdogan Regierung, die mit der Behauptung von „überlegener Moral“ an die Macht kam, ist in dem Konkurs der gesamten Türkei gemündet. Wir können uns nicht der Verantwortung entziehen indem wir sagen „Die Religiösen sind in der Regierung. Sie sind verantwortlich für alles.“

Offensichtlich haben wir nicht das geistige Niveau erreicht, dass uns gewähren würde, die Unterschiede zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch, Schön und Hässlich zu erkennen. Seit 2003 konnte die türkische AKP Erdogan Regierung seiner Funktionen in Hinblick auf Bildung, Anstand und Kultur nicht gerecht werden. Wir konnten keine „Menschen“ erziehen. Daher können wir auch keine Gesellschaft sein. 

Wir wurden in der Türkei zu einem verantwortungslosen, gewissenslosen, unachtsamen, besinnungslosen, vernachlässigenden und rauem Haufen, der sagt: „Die Schlange, die mich nicht angreift, soll 1000 Jahre leben.“ Dies ist ein türkisches Sprichwort. Original auf Türkisch lautet es: “Beni isirmayan yilan bin yil yaschasin”….

 

Unsere Vorstellung von Moral war ein Kontrollmechanismus, der vom Geschlecht und von der sexuellen Enthaltsamkeit ausgeht. Wir haben Züchtigkeit beziehungsweise Enthaltsamkeit mit Moral verwechselt. Wir sind so rückständig geworden, dass wir auch die Ehre als einen geschlechtsbedingten, sexuellen Begriff aufgefasst haben.

Aber das, was den Menschen vom Tier unterscheidet, ist nicht das Geschlecht, sondern die Kultur. Wir haben die Moral nicht als etwas gesehen, was uns zu disziplinierten, professionellen, ehrbaren, stolzen, gerechten, aufgeklärten Menschen macht.

Eine Gesellschaft, in der die „Wir-Ihr“ Dichotomie  wie in der Türkei so zentral ist, in der Korruption und Lügen alltäglich geworden sind, kann keine fortschrittliche sein. Denn hier ist die Bereicherung des einen nur durch die Ausbeutung oder das Niedertreten anderer möglich.

Weshalb? Weil wir keine Moral haben. Keine Prinzipien. Keine Sitten. Keinen Verstand. Kein Bewusstsein, kein Gewissen, keinen Anstand, keine Höflichkeit und keine Würde.

Nichts ist übrig, was man als moralisch bezeichnen könnte.

Aber warum führt der Konkurs der Religiösen zum Konkurs der gesamten Türkei?

Die Geschichte der türkischen Republik ist die der Konflikte zweier Gesellschaftsschichten.

Die einen behaupten, dass der Ursprung der Moral die Religion sei, oder, dass Religion und Moral dasselbe seien. Die anderen behaupten, dass Religion und Moral zwei verschiedene Sachverhalte sind und dass der Ursprung der Moral nicht in der Religion liege.

Dieser Gegensatz hat unsere Bildung, Wirtschaft, Filmindustrie, Medien, Architektur etc. geprägt. Dieser Streitpunkt hat ebenfalls verhindert, dass ethische Vorschriften geltend wurden, an die sich alle halten würden.

Die Religiösen waren sich sicher, dass Religion den Menschen zu einem moralischen Wesen macht.

Die Anderen begnügten sich damit, diese These der Religiösen zu negieren. Sie haben also keine Vorschläge gemacht, was Moral sein soll, wenn sie nicht dasselbe wie Religion ist und wenn sie nicht in dieser gründet. Sie haben nicht erklärt, was Moral denn sei, wie man sie definiert, wie man Moralvorstellungen oder ethische Regeln etablieren kann, an die sich alle halten. Sie haben keine Moralvorstellungen vorgeschlagen, die alle Mitglieder der Gesellschaft akzeptieren würden.

Die letzte Periode zeigte uns, dass Religiosität und Moral verschiedene Sachverhalte sind. Aber von der Moral ist hier leider nichts mehr übrig geblieben.

 

Ein folgenschwerer Fehler

Zuallererst müssen wir es einsehen, dass wir keine Moral haben. Einerseits schmerzt dies, andererseits ist es seltsam. Aber leider ist es die Wahrheit.

Wir werden unsere Moralvorstellungen im positiven Sinne nicht ändern können, solange wir uns selbst als Volk als „hochragend, unerreichbar, heldenhaft, einzigartig, sauber und im Recht“ betrachten.

Nun haben wir ein großes Problem: Wie wollen wir unsere gesellschaftlichen Moralvorstellungen gestalten? Welchen Weg müssen wir einschlagen, sodass Sunniten, Aleviten, Kemalisten, Islamisten, Armenier und alle weiteren Gruppierungen unter „Ethik“ dasselbe verstehen? Muss zuerst der Staat sein Ethikverständnis ändern, oder die Gesellschaft?

Meine persönliche Einschätzung ist, dass beide durch gegenseitige Unterstützung Fortschritte erzielen sollten. Aber was schlage ich vor?

Wir müssen diese Themen, also Ethik und Moral an die Tagesordnung bringen. Experten müssen über dies sprechen und diskutieren. Wir werden über unsere Grundsätze und Maxime diskutieren.

Soll ich Ihnen etwas Interessantes verraten? Im Westen werden viele Werke über Ethik publiziert.

 

Über Ethik im Journalismus, in der Staatsverwaltung, in den Wissenschaften, in den künstlerischen Tätigkeiten, im Sport und weitere unterschiedliche ethische Problemstellungen und deren Lösungen… Wir müssen einsehen, dass der Westen Tag und Nacht diese Themen diskutiert und seine Ethikvorschriften aktualisiert. Für neue Situationen, die Lösungen bedürfen, werden Lösungsvorschläge gemacht.

Und bei uns? Wir verwenden den Begriff von „Moral“ schwammig und unbestimmt.

Wir müssen diesen schwerwiegenden Fehler wieder loswerden.  

Ethische Vorschriften und Regelungen müssen verfasst, systematisch und schematisch geregelt werden.

Jeder der ethische Vorschriften vernachlässigt, fällt der Gesellschaft zur Last. Diese Menschen sind also parasitär, im Unrecht, schuldig oder krank.

Alle unsere Probleme, sogar bezüglich des Verkehrs, hängen mit unseren gesellschaftlichen Moralvorstellungen zusammen. Die ungerechte Verteilung des Wohlstandes, der Verfall des Bildungssystems, der Religionszwang, die nicht funktionierende Justiz, die parteiische Berichterstattung der Medien… All dies hängt mit unseren Moralvorstellungen zusammen.

 

Wenn es keine Moral gibt…

Kurz vor den Wahlen erwarteten wir verstärkt gefestigte Moralvorstellungen. Bei den Parteien, bei deren Spitzenkandidaten und deren Kadern erwarten wir uns Sensibilität im Hinblick auf die Moral und Ethik.

Wenn es keine Moral gibt, wird ein Regierungswechsel auch nicht ausreichen.

Wir brauchen einen Staat und Regierungen, der seine Bürger nicht dazu drängt rechtswidrig zu handeln und Straftaten zu begehen, falsch oder gekünstelt zu sein, sondern einen Staat, der von seinen Bürgern erwartet, im Sinne der gesetzlichen und verfassungsrechtlichen Vorschriften zu handeln.

 

Eine unmoralische Gesellschaft ist eine verdorbene Gesellschaft

Das Versagen jener, die behaupteten, dass Religion alle Probleme lösen würde, hat eine positive Konsequenz. Nun können wir neue moralische und ethische Werte etablieren, die alle Menschen und Gruppen in unserer Gesellschaft umfassen. Denn, wenn wir keine ethischen Vorschriften in Bezug auf die Staatsverwaltung haben, führt dies auch zu Gesetzlosigkeit, Falschheit und Schlechtheit der Gesellschaft. Der Staat verdirbt die Gesellschaft und im Umkehrschluss verdirbt die Gesellschaft den Staat. Das, was wir heute erleben, ist genau dies.

Wir müssen zwei Themen in der Türkei, also Ethik und Moral an die Tagesordnung bringen. Experten müssen über dies sprechen und diskutieren. Wir müssen über unsere Grundsätze und Maxime diskutieren.

 

Offene Kritik muss in Österreich möglich sein

Morallosigkeit hat Österreich erreicht und es ist dadurch salonfähig geworden.

Wir haben ein großes Problem in Österreich, nämlich, dass die konservativen Muslime hier einen sehr verantwortungslosen Weg eingeschlagen haben, wenn sie durch Vernebelung, Verdunkelung und durch dauerndes Beleidigtsein die Wahrheit nicht sehen wollen und nicht bereit sind, eine offene Kritik über ihre dramatische Lage auszudiskutieren.

Eine Lage, die nicht nur für die muslimische Welt ein Problem geworden ist, sondern für die Menschheit insgesamt. Offenbar fühlen sich die konservativen Muslime so sicher, dass sie jede Kritik getrost übergehen können.

Wir möchten eines hervorheben: Das Problem ist nicht der Koran und der darin enthaltene Islam oder der wahre Mohammed, sondern diejenigen konservativen Muslime, die diesen Glauben manipuliert und verfälscht haben und somit zur Schande der Menschheit geworden sind.

Auch die konservativen Moslems, die gerade als Funktionäre dubioser Vereine quasi alle Moslems in Österreich zu vertreten vorgeben und auf der anderen Seite, unter dem Vorwand „Dialog“, das Unwissen und die Vorurteile vieler Medien, Wähler und Politiker ausnützen, mögen sich hier angesprochen fühlen!

Eine echte Aufklärung findet nicht statt und bei der geringsten Kritik spielt man die beleidigte Leberwurst und attackiert den Gesprächspartner, schreibt ihnen böse E-Mails oder überhäuft sie mit Klagen. Zudem wird mit dubiosen Gruppen kooperiert, um die kritischen säkularen Moslems als „nicht echte Moslems“ darzustellen.

 

Die Regierungsparteien der westlichen Länder haben leider genau jene Personen und Gruppen („politischer Islam“) salonfähig gemacht, die ihre Kultur und Ideologie eben aus diesem „verfälschten Islam“ beziehen. Es wird medial alles verdunkelt und vernebelt, damit niemand mehr die Unterschiede zwischen „Glauben“ und „politischem Glauben“ erkennen kann.

 Es wird pauschal gegen einen „Glauben“ geschimpft und die Retter sind dann die Brandstifter, die sich bis jetzt schön verpackt als Feuerlöscher verkauft haben. Überall sieht man sie als „Retter“ oder „Brückenbauer“. Das Fernsehen und die Zeitungen sind voll von „Islam- und Terrorexperten“ oder „Gewalt-Experten“ und niemand kritisiert diese Leute und fragt sie, wie sie es schaffen, Islam und Terror gleichsetzen zu können! Weil sich die Journalisten auch nicht mehr auskennen. Wie auch, bei der Flut von Falschinformationen, die den Medienmarkt überschwemmen! Um sich zu informieren, braucht man vor allem Zeit und einen breiten Horizont. Beides ist Mangelware in einer linksliberalen Medienbranche.

 So wird es gemacht und diese konservativen Funktionäre klären nicht auf, sondern leben davon und das in einer unheiligen „Win-Win-Situation“. Um was für ein Dilemma handelt es sich bei eben diesen teuflischen Pseudo-Brückenbauern, die eigentlich seit Jahren alle Brücken in Österreich zerschlagen haben? Es ist eine teuflische, unheilige Allianz!

Die Türkei braucht dringend eine Nicht-Mischung von Religion und Politik.   Die Türkei hat ein Moral und Ethik Problem. Eine unmoralische Gesellschaft ist eine verdorbene Gesellschaft…

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26 04 2017
By: Redaktion 2 0

Solidarität ist gut, aber mit wem Herr Bundespräsident Van der Bellen?

Wir begrüßen die Haltung von Bundespräsident Van der Bellen gegen jeglichen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus. Vielen Dank.

 

Aber auf die Solidarität vom Bundespräsidenten bezüglich Kopftuch können wir als Opfer der modernen, säkularen und gläubigen Austrotürken in aller Höflichkeit verzichten. Warum? Weil diese Solidarität ist für uns ein Freibrief und eine Unterstützung der Unterdrücker, der Diskriminierer und der religiösen Klerikalfaschisten der „politischen Islamanhänger“  die wir aus der Türkei kennen.

 

Zwischen „Islam“ und „politischem Islam“(Verfälschten Islam)  gibt es einen diamateriellen Unterschied. Islam bedeutet als Wort Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen und „Poltische Islam“ bedeutet Ausnützung, Tränen, Missbrauch, Hetze und Unterdrückung.

Der „politische Islam“ ist der Feind des „Islams im Koran“ der gerade auch in Österreich alle MoslemInnen (ca.700.000) in Geiselhaft genommen hat.

Der „poltische Islam“ ist ein „verfälschter Islam“, der demokratische Errungenschaften, die man vor Jahrhunderten als Land gewonnen hat, missbraucht, manipuliert und vernebelt.

 

„Wir“ und „Ihr“

 

Es ist eine „Wir“(Aufgeklärten, Moralisch überlegenen) und „Ihr“ (Nicht-Aufgeklärten-Moralisch verdorbenen, ewige Verlierer-Cahilliye also die EuropäerInnen und säkulare MolemInnen)  Gesellschaft, die man in eine feindliche Position durch Hetze und Polarisierung bringt in der man lebt. Damit sie diese Ziele erreichen können, verwenden sie insbesondere das „Kopftuch“, obwohl das Kopftuch im Islam keine religiöse Pflicht bzw.Zeichen ist.  Wir betonen hiermit ausdrücklich  das Recht von Frauen ihre Bekleidung selbst zu wähle. Das  Kopftuchdebatte  wird  aber vorsätzlich für Ihre (Politische Islam) ideologische Ziele Instrumentalisiert und zweckentfremdet. Mann sollte aber über das Thema Kopftuch nicht alle alle MoslemInnen stigmatisieren. Das wollen die Anhänger der „Poltischen Islam“  damit hier die Spreu vom Weizen nicht mehr trennbar ist und Sie de facto Brandstifter unter dem Vorwand Feuerlöscher auftreten können.

 

Islam bedeutet Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen und nicht umgekehrt

 

Das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“ und „Vertrauen“.  Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt, die ihr „wahres Islam“-Bekenntnis aus dem Koran beziehen, verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten – und gewaltbereitende und selbstverherrlichende Theologien des Islam, die wir als „verfälschten Islam“ (Politische Islam) bezeichnen, kritisch zu betrachten, ja, sich von diesen um ihres Theologie Willen zu distanzieren.

Es stellt sich die Frage, ob es sich bei islamischen Kopftüchern um ein religiöses Gebot bzw. Pflicht handelt (dann müsste dieses allerdings im Koran stehen) oder ob wir es viel mehr mit einem historisch gewachsenen, politisch-religiösen-tradition Phänomen zu tun haben, das sich auf den Einfluss politischer und kultureller Traditionen zurückführen lässt und durch „Poltischen Islam“ Anhänger für die Gesellschaftsmodel „Wir“ und „Ihr“  als religiöses Gebot ausgenützt und politisiert wird.

Da das Kopftuch aber nicht  als Kopf-tuch im Koran erwähnt wird, kann es auch kein Gebot bzw. Pflicht dazu geben.Das häufig angeführte Argument, das Kopftuch solle „vor den Blicken der Männer schützen“, erscheint in unserer aufgeklärten Zeit jedenfalls vielen Leuten absurd und selbst im traditionell-historischen Kontext nicht als ganz stimmig. Im Koran gibt es nur 3 Verse bezüglich „Kopf”, “Tuch“ und „Schleier“, aber man sucht das Wort „Kopf-Tuch“ und infolgedessen „Pflicht bzw.Gebot zu Kopftuch vergeblich.
(Sure/Kapitel 24 Vers 31,  Sure/Kapitel 24 Vers 60, Sure/Kapitel 33 Vers 59). Bei Betrachtung der oben angeführten Zitate sieht man, dass das Wort „Tuch“ (Überwurf, Schleier, Kleider) vorkommt, aber nicht das Wort „Kopf-tuch“ als solches.

 

1980-Wendepunkt in der Türkei-Türkischen Erfahrungen

 

In der Türkei wurden vor 40 Jahren das Kopftuch, Turban und der Schleier absichtlich durch „Politische Islam“ anhänger politisiert. Bis vor 40 bis 50 Jahren diskutierte fast niemand in der Türkei  über das Kopftuch. Erst durch den Militärputsch vom 12. September 1980 und die darauf folgende Politisierung des Kopftuchs durch manche Gruppen aus Saudi Arabien, Katar und Ägypten, die die Religion für ihre politischen Interessen ausnützten, wurde es zu einem heiklen Propagandainstrument. Das Thema „Kopftuch“ wurde mit den „Migranten“ (Politischen Islam-Vereine, die eigentlich reaktionäre politische Parteien in der Türkei waren) nach Europa importiert und sorgt hier für heftige Diskussionen, auch innerhalb der Migrationsgruppen.  Die türkischen Erfahrungen sollten in Österreich, Deutschland und in der EU nicht wiederholt werden. Schließlich ist offensichtlich, dass im Islam nach den koranischen Versen und Suren keine Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuchs besteht – auch wenn das von einigen Gruppen behauptet, ausgenützt und Propagiert wird. Man sollte in Österreich Kopftuch nich politisieren. Als Österreicher und mit Überzeugung säkularer Lebenseinstellung treten wir für uneingeschränkte Meinungsfreiheit ein und spricht sich grundsätzlich gegen Kleidervorschriften aus.

 

Was heute von den Medien eigentlich kritisiert wird, sind nicht der koranische Islam und der Prophet Mohammed, sondern eine künstliche Ideologie, die Bekenntnis-Merkmale und koranische Worte des Islams, wie z.B. „Allah’ u Ekber“ (arab. allāhu akbar; übersetzt „Gott ist am Größten / ist der Größte“ – Bedeutung hat Ähnlichkeiten mit „Halleluhja“, „Gott preisen, verherrlichen, ausrufen“), missbraucht und gleichzeitig alles, was der koranische Islam ausdrücklich verbietet, praktiziert. Nämlich Intoleranz, Gewalt, Hetze, Politisierung der Glaube und die Nichtnutzung des Verstandes und der Vernunft.

 

These



Das größte Opfer dieser  Ideologie (Politische Islam) ist zuerst der koranische Islam und der Prophet Muhammed selbst, der doch die Vielgötterei und die Unmenschlichkeit bekämpft hat.

Der Koran ruft zur unbedingten Nutzung des Verstandes und der Vernunft auf und er ermahnt die Menschen warmherzig zu sein. Der Koran erinnert den Menschen daran, sein Vermögen und seine Liebe mit den Nachbarn zu teilen, egal welcher Religion, Sprache oder Nationalität man angehört. Es ist für uns Muslime schmerzlich, wenn dieser Gedanke der Nächstenliebe in der heutigen Wahrnehmung ganz untergeht und Morallosigkeit salonfähig ist. Die Türkei hat  deswegen ein Moral und Ethik Problem. Eine unmoralische Gesellschaft ist eine verdorbene Gesellschaft. Es wird alles missbraucht. Insbesondere Glaube! Es gibt sehr viele Themen, die wir besprechen, diskutieren und für die wir, mit dem Einverständnis aller, Lösungen finden müssen, weil Österreich ein Hinterland der „Morallosen Politisierten Islam“  geworden ist die wir ‘Verfälschten Islam“(Politische Islam) nennen die keine Moral und Ethik kennt und am meisten die Mehrheit der Menschen aus der Türkei schadet. Das verhindert natürlich seit  langem Integration und stört das Zusammenleben.

 

Vor zehn Jahren legte die Tochter des Gründers der Milli-Görus-Bewegung  Frau Emil Zeynelabidin ihr Kopftuch ab und schreibt folgende Worte am 23.04.2015 in der WELT:

 

 „Die Welt ist in Verhüllte und Unverhüllte gespalten. Erst heute ist mir bewusst, unter welch einschränkenden Umständen ich durch das Kopftuchtragen gelebt hatte. Auch hätte ich mir damals nicht vorstellen können, dass es überhaupt nicht schlimm ist, kein Kopftuch zu tragen und meine Haare in der Öffentlichkeit zu zeigen.  Heute sind Frauen weltweit in Verhüllte und Nichtverhüllte gespalten. Und das im Namen der islamischen Religion. Eine (veraltete) Maßnahme aus der Zeit des Propheten ist heute zum Merkmal einer Apartheidpolitik geworden und niemanden stört es, dass dem ein Irrtum im Verständnis von Islam zugrunde liegen muss.

 

In der Debatte um das Kopftuch, das falsch gesetzte Prioritäten bei Muslimen und Befremden bei Nichtmuslimen zum Vorschein gebracht hat, liegt dennoch eine große Chance, mithilfe kluger Fragen die Streiterei in eine lebenspraktische Debatte umzuwandeln, um möglichen Irrtümern in Glaubensvorstellungen über Gott und den Islam nachzugehen. Was hat lieber Allah gegen Damenfrisuren? Warum soll Gott strafen, wenn eine Frau Verantwortung für ihre Reize übernimmt und Männer entsprechend Verantwortung für adäquates, faires Verhalten? Haben Männer nicht auch ihre Reize? Ist das Kopftuchtragen gesund für die Haare? Warum fällt es so schwer, auf das Kopftuch zu verzichten, wenn es doch angeblich freiwillig getragen wird?

Mein Leben ist seit zehn Jahren für mich freier und leichter geworden, ohne dass ich dabei auf meinen Glauben verzichtet habe. Im Gegenteil, durch das Fehlen meines Kopftuches genieße ich einerseits die Unauffälligkeit in der Öffentlichkeit, in der ich 30 Jahre lang ein Kopftuch trug und mich mit der religiös begründeten Bekleidungsform zum Maßstab der Zeiten vor 1400 Jahren bekannte, als man (“freie“) gläubige Frauen und Sklavinnen unterscheiden wollte. Und andererseits gefällt mir der nahe Kontakt zu Menschen, die mich als Mensch erkennen, und nicht als „die Muslimin“. Dabei schien ich als Verhüllte nicht zu wissen, was ich da wirklich genau tat. Mir hatte niemand davon erzählt, dass es sich bei der Verhüllung um ein Unterscheidungsmerkmal handelte und dass es um die „gefährlichen“ weiblichen Reize ging.

Eigentlich bestand bei mir überhaupt kein Bedarf, mich mit den Beweggründen meiner Glaubensansichten genauer zu befassen. Es gab keine Herausforderungen und Anlässe für ein kritisches Hinterfragen. Bis zur Kopftuchdebatte, die 2003 mit Fereshta Ludins Gang zum Bundesverfassungsgericht begann, war das Tragen von Kopftüchern bei muslimischen Frauen in Deutschland überhaupt kein Thema.Dass aber das Kopftuch zum Gradmesser von Gläubigkeit und Gehorsam auch gegen eine Frau gerichtet werden kann, musste ich am eigenen Leibe erfahren, als ich mich freien Willens von der Überflüssigkeit der Verhüllung löste, und damit auch von meiner Stigmatisierung und Uniformierung.

Es geht auch um die Würde von Männern

Längst hat das Kopftuch den Zweck, die Zugehörigkeit zu einer Minderheit zu markieren, statt mir als Individuum auch das Recht auf ein Aufgehen in der Allgemeinheit und Gesamtheit der Gesellschaft zu geben. Zudem ist es ein Betrug an der Weiblichkeit und eine eklatante Infragestellung der Würde von Männern. Es legt eine moralische Schamhaftigkeit bei Frauen fest, die in ihre natürliche Persönlichkeitsentwicklung eingreift. Der Glaube an Gott braucht keine demonstrativen Äußerlichkeiten. Was also hat das Kopftuch heute noch mit Islam zu tun? Nichts.“

 

Wo liegt das Hauptproblem?

 

Das Hauptproblem liegt in der korrumpierten, manipulierten und mutierten Poltischen Islam-Theologie, die sich auf verfälschte Quellen und traditionelle Islam-Interpretationen stützt die wir Theologie des Verdachtes, Theologie der Gewalt nennen.

 

Die Islamische Welt leidet in Wirklichkeit unter einem abgöttischen Götzendienst. (Schirk) Nach außen hin wird das Wort „Allah“ verwendet und mit ihren Bärten, Turbanen und ihren schönen Gebetshäusern geben sie sich den Anschein, als ob sie gottesfürchtig wären, obwohl Gott von ihnen nur eines verlangt: Lesen, die Benutzung des Verstandes und der Vernunft, die Anpassung an Zeit und Ort und zu teilen, was man hat. Wenn man nichts zum Teilen hat, dann sollte man zumindest das Wort „Salam“, als Friedenstifter, mit dem Nachbarn teilen.

 

Die  nicht weniger Teil der muslimischen Welt bekennt sich zu dieser Verstands-beleidigenden Theologie der Verachtung und Gewalt und sieht sie als ihre wichtigste Säule in der Interpretation des Islams. Durch die verbreitete, muslimische Theologie werden alle guten Werte der eigentlichen Friedensreligion Islam aus ihrer Kern-Botschaft, nämlich, dass die Religion für das Glück der Menschen und zur Verherrlichung Gottes da ist, absichtlich herausgerissen und manipuliert, nämlich insofern, als man behauptet, dass der Mensch für die Religion geschaffen wurde – so wurde und wird der Koran für dynastische, monarchistisch-faschistische Zwecke und in Form eines politisch instrumentalisierten Glaubens vorsätzlich missinterpretiert.

 

Der koranische Islam setzt ethisch und moralisch hohe Tugenden voraus, aus denen die Menschen zeit- und ortsgemäß ihr Leben, sei es innerhalb einer Demokratie, sei es in der Republik, in Frieden leben können. Und nicht umgekehrt, wo der Mensch zum Knecht eines Vielgötterglaubens wird, wo Menschenknochen und Steine als Vermittler zwischen Gott und dem Menschen stehen. Und das ist die Ursache dieses großen Dramas, das die islamische Welt gerade durchleben muss.

Eine sehr schwierige Aufgabe ist daher die Aufklärung, um die Spreu (namentlich den „verfälschten Islam“) vom Weizen (dem „wahren Islam“) trennen zu können. 

Also den „wahren Islam“, der auf Friede, Wohlbefinden und Nächstenliebe beruht, von dem „verfälschten, traditionalistischen Islam“.

 

Ganz umgekehrt die die Propagandisten der Poltischen Islam Anhänger unterdrücken, diskriminieren und divergieren die Gesellschaft.  Man muss auf der Seite der unterdrückten sein und sich solidarisieren.

 

Lieber Herr Bundespräsident „WIR“ brauchen Ihre Solidarität.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

DI Birol Kilic

Quellen:

Welt-Artikel-Emel Zeynelabidin

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article139984819/Im-Iran-oder-Saudi-Arabien-waere-ich-laengst-tot.html

 

„Im Koran sucht man das „Kopf-tuch“ vergeblich! Burka, Burkini, Bushiya, Hijap, Chador(Abaya) und Nigab sowieso…“

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=2011&tx_ttnews %5Btt_news%5D=14144&cHash=2cb23bf370f9001b95035ce582782c04

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04 04 2017
By: Redaktion 2 0

Türkei-Referendum: Nein! zur Abschaffung der Demokratie!

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) und die Verfassungsexperten des Europarates („Venedig-Kommission“) warnen vor einem Ein-Personen-Regime und vor der Abschaffung der Demokratie in der Türkei die Gegenstand eines Referendums am 16. April 2017 ist.

 

TKG möchte hiermit  als streitbare, wehrhafte Demokraten mit sachlichen Argumenten ihr Nein zur Abschaffung der Demokratie in der Türkei positionieren.

 

Integration bedeutet mehr als Pass und Sprache, sie erfordert eine Citoyen-Identität, sowie eine demokratische Identität. Für die TKG bezeichnet der Citoyen den  Bürger  bzw. Staatsbürger,  der in der Tradition und im Geist der  Aufklärung aktiv und eigenverantwortlich am  Gemeinwesen EU teilnimmt und dieses mitgestaltet.

 

Vorsicht: Gewaltenteilung aufgehoben

 

Die Experten und die Türkische KULTURgemeinde in Österreich weisen auf die Gefahr hin, dass die Verfassungsänderung durch den Abbau der nötigen Kontrollmöglichkeiten („Checks and Balances“) nicht dem Modell eines demokratischen Präsidialsystems entspricht( USA, Frankreich), das auf der Gewaltentrennung basiert.

Die Befugnisse des Präsidenten werden so ausgeweitet, dass er die Exekutive, Legislative und Judikative kontrolliert, womit die Gewaltenteilung aufgehoben wird.

 

Vielmehr bestehe das Risiko, dass sich ein autoritäres Präsidialsystem entwickelt. Zu den in der Schlussfolgerung geäußerten Bedenken zählen folgende Punkte:

 

1) Der Präsident wird zum Chef der Exekutive. Das Ministerpräsidentenamt und der Ministerrat werden mit Streichung des Artikels 109 abgeschafft. Stattdessen ermächtigt der ergänzte Artikel 104 den Präsidenten, den Vizepräsidenten und den Minister zu berufen (er kann als Vizepräsidenten jeden ernennen) und zu entlassen. Die Minister werden nicht mehr vom Parlament, sondern vom Staatspräsidenten kontrolliert. Das bedeutet: Alleinige Ausübung der exekutiven Gewalt durch den neuen Präsidenten mit nicht kontrollierter Befugnis zur Ernennung und Entlassung von Ministern und hohen Beamten auf Grundlage von Kriterien, die nur der Präsident festlegt.

 

2) Der Staatshaushalt wird nicht mehr vom Ministerrat (Artikel 162 wird aufgehoben) dem Parlament vorgelegt, sondern vom Staatspräsidenten (neuer Artikel 161). Die nationale Sicherheitspolitik wird vom Ministerrat auf den Staatspräsidenten übertragen (Änderungen der Artikel 104, 117 und 118).

 

3) Der Ausnahmezustand wird nicht mehr vom Parlament (Artikel 120 wird abgeschafft), sondern künftig vom Staatspräsidenten ausgerufen (Artikel 120). Es wird hier der Anschein erweckt, die Gesamtdauer des Ausnahmezustandes werde auf insgesamt 10 Monate beschränkt. Diese zeitliche Beschränkung entfällt jedoch im Kriegsfall. Das legt die Befürchtung nahe, dass der Präsident bereits einen Krieg ins Auge gefasst hat.

 

4) Die Verfassungsänderungen sehen folglich vor, die exekutiven Kompetenzen des Staatspräsidenten in einem starken Maße auszuweiten. Der Staatspräsident soll darüber hinaus einen Zugriff auf die Legislative bekommen, der dem Gedanken der Gewaltenteilung widerspricht.

 

5) Das Parlament darf Minister nicht mehr mündlich befragen (Art. 105). Das Parlament kann die neue Regierung nicht mehr mit einem Vertrauensvotum bestätigen (Art. 110).

 

6) Ein Misstrauensvotum gegenüber der Regierung ist nicht mehr möglich (Art. 109 wird abgeschafft)

 

7) Dekrete mit Gesetzeskraft (Art. 87) werden nicht mehr vom Parlament, sondern vom Staatspräsidenten verabschiedet (Art. 104). Der Präsident hat die Befugnis, aus einem beliebigen Grund das Parlament aufzulösen, was grundsätzlich unvereinbar mit einem demokratischen Präsidialsystem ist. Außerdem eine weitere Schwächung der bereits unzureichenden Möglichkeiten, die der Justiz zur Kontrolle der Exekutive zur Verfügung stehen, sowie die weitere Schwächung der Unabhängigkeit der Justiz.

 

8) Der Staatspräsident muss nicht mehr seine Parteizugehörigkeit (Art. 101) ablegen. Das bedeutet, dass der Präsident auch Mitglied oder gar Vorsitzender einer Partei ist, wodurch er einen unzulässigen Einfluss auf die Gesetzgebung erhält. Da der Präsident und das Parlament am gleichen Tag gewählt werden und den türkischen Parteien die innerparteiliche Demokratie weitgehend fremd ist, wird die größte Fraktion im Parlament vom Präsidenten bestimmt.

 

9) Mit dem Referendum von 2010 hat Erdogan durchgesetzt, dass die Zahl der Mitglieder des Hohen Rates der Richter und Staatsanwälte von 7 auf 22 erhöht wurden (Art. 159). Somit konnte Erdogan seine Leute in dieses Gremium implementieren. Jetzt will er den Rat auf 13 Mitglieder verkleinern und weitgehend von sich und seiner Fraktion im Parlament bestimmen lassen.

 

10) 12 von 15 Mitgliedern des Verfassungsgerichtes werden vom Präsidenten und drei von seiner Partei im Parlament bestimmt. Während die Macht und Immunität des Staatspräsidenten maßlos ausgebaut werden, wird seine Rechenschaftspflicht vor dem Verfassungsgericht durch die von ihm gewählte Richterschaft ausgeschaltet.

 

Es ist die Pflicht aller Bürger, ihre Demokratie zu verteidigen, weil durch die Abschaffung der Demokratie die Türkei leider sehr traurige Zeiten erwartet, die in nächster Zeit Auswirkungen  auf Österreich, Deutschland und die gesamte EU haben wird.

 

Türkische  KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

DI Birol Kilic

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