Monat: August 2017

31 08 2017
By: Redaktion 0

Kulturkampfbegriff: Jüdisch-christliche Erbe

Der Journalist und Publizist Heribert Prantl in dem Artikel „Missbrauch der Juden durch die Politik“ in der Süddeutschen Zeitung wie folgt: „Christlich-jüdischen Tradition handelt es sich aber um eine gewaltige Heuchelei“ .(1) Der Kulturkampfbegriff der „christlich-jüdischen Tradition“ des Abendlandes klingt nüchtern betrachtet und untersucht wie  eine Farce die man gerne verwendet! Die römisch-katholische Kirche verwendet es fast nicht aber der niederländischer rechtspopulist Geert Wilders Geerd Wilders immer . Warum?

Eine Analyse von Birol Kilic

Es ist sehr bedenklich, wenn sich auch Geerd Wilders in der Hofburg am 27.03.2015 auf das „jüdisch-christliche Erbe“ beruft und dagegen den Islam und seine Angehörigen (1, 3 Milliarden Menschen) pauschal stigmatisiert und diffamiert. Nach Hetze gegen Arbeitsmigranten aus Bulgarien, Rumänien und Polen nannten ihn Politiker und Intellektuelle in den Niederlanden einen Brandstifter. Der Kulturkampfbegriff der christlich-jüdischen Tradition des Abendlandes ist nämlich eine Farce die auch Niederwimmer verwendet!

Passende Worte dazu fand dereinst der Journalist und Publizist Heribert Prantl in dem Artikel „Missbrauch der Juden durch die Politik“ in der Süddeutschen Zeitung wie folgt:

„Beim Reden von der christlich-jüdischen Tradition handelt es sich aber um eine gewaltige Heuchelei. Die deutsche Politik drückt die alte, früher stigmatisierte Minderheit der Juden an die Brust, um die neue Minderheit, die Muslime, zu stigmatisieren. Die Juden werden missbraucht, um die Muslime pauschal als unverträglich zu kennzeichnen. Eingeführt hat diese Unwortkombination wahrscheinlich der blonde Holländer Geert Wilders. In seinen pathetischen Reden betonte er geradezu beschwörend, dass wir Europäer unser christlich-jüdisches Erbe vor der Islamisierung verteidigen müssten.So innig wie heute war die Beziehung zwischen Christen und Juden in Deutschland noch nie. Die neue Innigkeit ist nicht von Theologen und Pastoralklerikern ausgerufen worden, sondern von Politikern. Im Jahr 72 nach der Reichspogromnacht haben sie etwas entdeckt, was es nicht gibt: eine christlich-jüdische Tradition, eine gemeinsame Kultur. Die christlich-jüdische Geschichte besteht vor allem in der Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Juden und in der Verketzerung des Talmud. Und wo es gemeinsame Wurzeln gab, hat die Mehrheitsgesellschaft sie ausgerissen. Wenn Juden anerkannt wurden, dann nach ihrem Übertritt zum Christentum. Und dieses Christentum hat bis in die jüngste Vergangenheit nicht die Gemeinsamkeit der Heiligen Schrift, sondern den Triumph des Neuen über das Alte Testament gepredigt. Zum 72. Jahrestag der Reichspogromnacht wird eine neue Kategorisierung der Minderheiten propagiert (nicht nur von scharfen Islamkritikern wie Geert Wilders und Thilo Sarrazin): in gute und schlechte, in kluge und dumme Minderheiten. Diese Sortierung wird nicht dadurch besser, dass muslimische Milieus oft sehr antisemitisch sind. Weil aber dieser Antisemitismus von der deutschen Mehrheitsgesellschaft lange kaum beachtet wurde, gibt es in jüdischen Gemeinden Sympathien für die gesellschaftliche Ausgrenzung deutscher Muslime.“

Eine Erfindung der europäischen Moderne ?

Es können viele historische Beispiele angeführt werden, die eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland ad absurdum führen. Die jüdische Philosophin Almut Shulamit Bruckstein Coruh kann wie viele andere Juden eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland nicht nachvollziehen. Hierzu meint sie: „Nein, es gab keine jüdisch-christliche Tradition, sie ist eine Erfindung der europäischen Moderne und ein Lieblingskind der traumatisierten Deutschen.“

Im Jahre  2010 schrrieb Henryk M. Broder im Bindestrich zwischen christlich und jüdisch folgendes:  „Vor allem eine Geschichte der Glaubenskriege, der Unterdrückung, des Antisemitismus und der Gewalt, vom Holocaust zu schweigen“. 

„Christentum und Judentum stellen einen Antagonismus dar. Darum kann ich mit dem Begriff des christlich-jüdischen Abendlands nichts anfangen,“ sagte Björn Höcke bei einer Tagung der AfD-Jugend.

 

Hört auf mit dieser Lebenslüge!

Alan Posener schreibt in der Welt mit dem Titel, „Hört auf mit dieser Lebenslüge!“ folgendes:

“ Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte einmal, der Musiker Roberto Blanco sei „ein ganz wunderbarer Neger“, im Gegensatz zu den Flüchtlingen aus Afrika. Und die meisten Deutschen haben ein paar ganz wunderbare Juden im Kopf, vom sanften Jesus aus Nazareth über den weisen Moses Mendelssohn bis hin zum genialen Albert Einstein. Das Ganze umsäuselt von den Klezmerklängen eines Giora Feidman, die das ewige Leid der Juden klagen.

Mit Juden, die nicht sanft, weise oder genial sind und eher mit der Uzi als mit der Klarinette umgehen, hat man es weniger, gerade in kirchlichen Kreisen, wo man sich dann doch lieber auf die ewig leidenden Palästinenser stürzt und zum Israel-Boykott aufruft.
Auch Thilo Sarrazin erträumte sich ein paar wunderbare Juden. Die Türken, sagte er, würden Deutschland erobern „wie die Kosovaren das Kosovo“. Er fügte hinzu: „Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung.“ Eine Zahl, die Sarrazin – zusammen mit dem dafür zuständigen „jüdischen Gen“ – frei erfand.
Als es in Berlin und Wien noch eine erkleckliche Anzahl osteuropäischer Juden gab, also bevor die Deutschen und Österreicher sich ihrer entledigten, betrachtete man diese „Kaftanjuden“ so wie Sarrazin heute die Türken und Araber: als „Bevölkerungsgruppen, die ihre Bringschuld zur Integration nicht akzeptieren“ und nicht dazugehören. Oder wie der assimilierte – und trotzdem später ermordete – Jude Walther Rathenau 1897 schrieb: „Inmitten deutschen Lebens ein abgesondert fremdartiger Menschenstamm. Auf märkischem Sand eine asiatische Horde.“
Betrachten wir die wirkliche Geschichte der wirklichen Juden in Europa. 1900 lebten auf dem Kontinent fast neun Millionen Juden, weit mehr als die Hälfte von ihnen in Polen und dem Russischen Reich, weitere zwei Millionen in angrenzenden ost- und südosteuropäischen Ländern. Das war Rathenaus „asiatische Horde“. Die Vorfahren dieser Menschen waren im zwölften Jahrhundert aus ihrer deutschen Heimat an Rhein und Donau hierher geflohen, um den mordenden Kreuzfahrern zu entkommen.
Sie brachten ihre eigene Sprache, das Jiddische, ihre eigene Religion, ihre eigene Kleidung, ihre eigenen Sitten und Gebräuche mit und verweigerten sich sieben Jahrhunderte lang der Assimilation. Sie hatten ihre eigene Verwaltung, ihre eigene Gerichtsbarkeit, ihre eigenen Schulen, in denen die Jungen die Thora studierten. Sie lebten zwar körperlich im Schtetl, seelisch aber in Jerusalem.
Zwischen dem großen Pogrom von 1871 in Odessa und 1914 flüchtete ein Drittel dieser Juden nach Westen. Ohne diese Ostjuden wären die jüdischen Gemeinden Amerikas niemals so stark geworden. Andere wandten sich revolutionärer Politik zu und wurden Sozialdemokraten, Kommunisten, Anarchisten oder Zionisten.
Der Österreicher Theodor Herzl wird zwar als Begründer des modernen Zionismus gefeiert, doch stellten Ostjuden die Masse der Auswanderer und ihrer Funktionäre. Ohne das Schtetl gäbe es Israel nicht. Und hätte es je die „christlich-jüdische“ Gemeinsamkeit gegeben, die für Wulff, Seehofer oder Merkel „zweifelsfrei“ und „unbestreitbar“ ist, wäre der Zionismus auch nicht nötig gewesen.

Ist diese zur Floskel geronnene Lebenslüge ärgerlich genug, so ist ihre Verwendung im Kontext der Zuwanderungsdebatte geradezu perfide. 2010 erklärten FDP-Politiker wie Christian Lindner und Marco Buschmann in ihren „Sechs Thesen für ein republikanisches Integrationsleitbild“: „Die Formel vom christlich-jüdischen Abendland“ könne „als Ausgrenzungsformel missverstanden werden“ und könne daher „kein integratives Leitbild sein“

Man mag die Bindestrich-Floskel als eine Art Rückversicherung gegen den Rückfall in den Antisemitismus. Wird sie aber verwendet, um zu begründen, warum „der Islam nicht zu Europa gehört“, so werden die Juden – ohne dass man sie fragt – für einen Zweck vereinnahmt, der ihnen allzu bekannt vorkommt: die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft und Religion.
Die wenigsten Juden dürften diese Instrumentalisierung billigen. Wie sagte Erich Kästner: „Was immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, / Von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.“

.“

 

Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht

Aus jüdischer Sicht muss es wie ein Hohn klingen, wenn deutsche Politiker von christlich-jüdischer Tradition sprechen. Der freie Journalist Gerald Beyrodt lehnt die Verbindung christlich-jüdisch ebenso ab: „Sicher teilen Juden und Christen die Zehn Gebote und die hebräische Bibel. Sicher wäre es auch ganz nett, wenn Politiker weniger bedenkenlos von den ‚christlichen Zehn Geboten’ reden würden als in der Vergangenheit. Doch 2000 Jahre jüdische Religionsphilosophie sind in Europa weitgehend unbekannt. Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht. Christen haben ihn jahrhundertelang ignoriert, verfemt und immer wieder verboten. Jüdische Kultur blieb der Mehrheitsgesellschaft verborgen, weil sie nichts davon wissen wollte. Stattdessen hat sie Juden jahrhundertelang mit absurden Vorwürfen belegt: Dass sie Hostien schänden, dass sie christliche Kinder töten und zu Mazze-Broten verarbeiten und an Pessach genüsslich verspeisen.“

An der südlichen Außenfassade der Stadtkirche zu zu Wittenbberg, die als Mutterkirche der Reformation gilt, ist eine sogenannte „Judensau“ zu sehen. Das Spottrelief zeigt einen Rabbiner, der einem Schwein unter den Schwanz schaut. Mehrere Juden saugen zudem an den Zitzen des Tieres. Das Bild ist ein bösartiger Angriff auf die Juden und ihren Glauben. 1988 wurde im Auftrag der Stadtkirchengemeinde unterhalb der Darstellung eine Gedenkplatte in den Boden eingelassen. Sie soll auf die historischen Folgen des Judenhasses aufmerksam zu machen.Wissenschaftler unterscheiden zwischen dem religiös motivierten Judenhass des Mittelalters und dem modernen, von einer biologischen Rassentheorie geprägten Antisemitismus aus dem 19. Jahrhundert.Auf den konnten sich Nationalsozialisten und Deutsche Christen berufen. Kein Zufall, dass ein Thüringer Landesbischof 1938 darauf hinwies, dass die Synagogen in der Nacht auf den 10. November, also Luthers Geburtstag, brannten. Und Julius Streicher, Herausgeber der Hetzschrift „Der Stürmer“, versuchte sich bei denNürnberger Prozessen damit zu rechtfertigten, dass an seiner Stelle auch Martin Luther vor dem Tribunal hätte stehen können.(2)

Martin Luther war ohne jeden Zweifel ein theologisches und sprachschöpferisches Genie sowie ein bedeutender politischer Denker, eine Figur von welthistorischer Wucht wie nur wenige seinesgleichen. Dass der von ihm immer wieder stark gemachte Gegensatz von »Evangelium und Gesetz« – hier die in Christus widerfahrene Gnade, dort die Härte der in der Tora angedrohten Weisungen – den christlichen Antijudaismus weiter verstärkte und zuspitzte, wird dadurch, dass er in einer frühen Schrift feststellte, dass Jesus ein geborener Jude war, keineswegs gemildert. (3)

Zentralrat der Juden in Deutschland

Bei den Juden in Deutschland herrscht keineswegs die Vorstellung einer christlich-jüdischen Tradition Deutschlands. So kann man auf der Website des Zentralrats der Juden in Deutschland Folgendes lesen: „Historisch gesehen wurde die deutsche Identität nicht nur von der deutschen Sprache und Kultur, sondern auch von der christlichen Religion geprägt. Wer außerhalb dieser Parameter stand, wurde als fremd empfunden, und kaum eine andere Bevölkerungsgruppe erlebte das schmerzvoller als Juden, deren Präsenz auf deutschem Boden seit der Zeitenwende datiert. Das tragische Ende der jüdischen Bestrebungen um Aufnahme ins deutsche Volk ist bekannt.“ Die Juden sehen Deutschlands kulturelle Wurzeln keineswegs im Judentum. Ihnen sind vielmehr die Verbrechen Deutschlands an den Juden präsent.“

Quellen:

(1) „Die Grünen und das Ende der freien Gesellschaft“
http://diepresse.com/home/5260288/

(2)  https://www.welt.de/sonderthemen/luther-2017/article159060014/Traegt-Martin-Luther-eine-Mitschuld-am-Voelkermord.html

https://www.welt.de/sonderthemen/luther-2017/article159060014/Traegt-Martin-Luther-eine-Mitschuld-am-Voelkermord.html

(3)
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29 08 2017
By: Redaktion 0

„Ein Traum wird Wirklichkeit“-Pax Austrīaca?

„Orient und Okzident: Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“. Jetzt als Buch… 24 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, ca. 800 Seiten, 40 Abbildungen. Die Präsentation in den Räumlichkeiten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften stattgefunden.

„Dieser Sammelband leistet einen wichtigen Beitrag zur Versachlichung der inzwischen höchst emotionalisierten Debatte über das Verhältnis zwischen dem historischen „Orient“ und der Habsburgermonarchie, aber auch dem Verhältnis Österreichs vor und nach 1918 mit dem Osmanischen Reich bzw. der Türkei bis herauf in die 1960er-Jahre. Ein wissenschaftlich geprägter nüchterner Blick auf die historischen Wechselbeziehungen ist gerade aufgrund der aktuellen Funktionalisierung der Geschichte zwischen „Orient“ und „Okzident“ eine wichtiger Beitrag zu einer demokratischen und aufgeklärten Bildungsarbeit in der Gegenwart.“

Univ.-Prof. Dr. Dr. Oliver Rathkolb
Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien

„Der Neue Welt Verlag legt mit diesem facettenreichen Band einen gewichtigen Beitrag zur langen Geschichte von Interaktionen zwischen Orient und Okzident vor. Damit beweist er erneut sein gesellschaftspolitisches Engagement, wissenschaftliche Erkenntnisse zu aktuellen Themen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dem bedeutungsvollen Buch sind viele Leserinnen und Leser zu wünschen!“

Prof. Dr. Arnold Suppan
Österreichische Akademie der Wissenschaften

„Der vorliegende Band positioniert sich innerhalb der neueren historiographischen Sichtweisen auf die Beziehungen zwischen Orient und Okzident: Thematisiert werden nicht nur kriegerische Konflikte, sondern beispielhafte Tiefenbohrungen beleuchten zahlreiche Aspekte eines vielfältigen Austausches. Anregend, breit angelegt und damit ein Buch für all jene, die sich fundiert über dieses besondere Verhältnis informieren wollen.“

Prof. Dr. Arno Strohmeyer
Universität Salzburg

 

„Ein Traum wird Wirklichkeit“-Pax Austrīaca?

„Orient und Okzident: Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“

von Birol Kilic / Verleger

Es ist für unseren Neue Welt Verlag mit Sitz in Wien eine große Freude, dieses Buch mit 24 Top-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (23 Aufsätze) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Freien Universität Berlin, des Österreichischen Historischen Instituts in Rom, der Universität Wien, dem Museum für angewandte Kunst in Wien, der Karl-Franzens-Universität Graz, der Kunstuniversität Belgrad, der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, der Westböhmischen Universität Pilsen als auch Freischaffenden verschiedenster Fachbereiche zu verlegen.

Eine historische Betrachtung des Verhältnisses zwischen „Orient“ und „Okzident“, beides weit mehr als Raumkategorien, verweist auf ein enges Beziehungsgeflecht, das sich über die Jahrhunderte aufbaute. Wie die hier versammelten Beiträge mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Nachbarn Habsburgermonarchie und Osmanisches Reich zeigen, standen neben den bekannten kriegerischen Auseinandersetzungen eine Vielzahl friedlicher Interaktionen und ein reger Austausch. In der historischen Reflexion wird ein wirkmächtiges Naheverhältnis sichtbar, das sich aus Gemeinsamkeiten und Gegensätzen, aus Begegnungen und Bilderwelten speiste.

Mit großer Anerkennung schaue ich auf den Fleiß der Autorenschaft, die ein umfangreiches archivalisches Datenmaterial und zahlreiche literarische Quellen in 23 Aufsätzen wissenschaftlich auswertete. Man kann schon jetzt sagen, dass dieser Sammelband auf allen Ebenen großes Interesse finden wird! Das Buch wird eine sehr wichtige und zukunftsweisende Quelle für Akademikerinnen und Akademiker, Kulturinteressierte, Journalistinnen und Journalisten sowie für Medien und Politik sowohl heute und als auch in Zukunft sein.

Die Autorinnen und Autoren wurden bewusst interdisziplinär ausgesucht, die Forschungsbereiche sind bunt gemischt. Iranistik, Musikwissenschaft, Afrikawissenschaft, Palästinaforschung und Orientalistik kommen in diesem breit angelegten Sammelband ebenso zur Geltung wie Geschichte, Byzantinistik, Sozialanthropologie, Vexillologie (Fahnen- und Flaggenkunde), Wirtschaftsgeschichte, Osmanisches Reich oder Südosteuropa, die Habsburgermonarchie…
Der vierte Band unserer jungen Reihe „Forschungen zu Orient und Okzident““ zeigt Begegnungen und Wahrnehmungen von Menschen aus fünf Jahrhunderten in diesen weit gefassten und sich überlappenden Räumen ‒ hier mit dem Fokus auf das Osmanische Reich bzw. die Republik Türkei und die Österreichisch-
Ungarische Monarchie bzw. die Republik Österreich ‒, ohne die Krisen, Kämpfe und Schwierigkeiten dieses immer höchst brisanten und spannenden Beziehungsgeflechts auszuklammern.

Allerdings basieren die diplomatischen Beziehungen der Republik Österreich mit der modernen Türkei auf einer langen Tradition des Austausches zwischen dem Römischen Reich und der Hohen Pforte.

Im Jahr 1998, also vor rund 18 Jahren, schrieb ich für das Österreichische Bundeskanzleramt im Auftrag des Österreichischen Bundespressedienstes den Aufsatz „Das Österreichbild in der Türkei“. Er wurde in den Sprachen Deutsch, Türkisch und Englisch über österreichische Botschafterinnen und Botschafter in der ganzen Welt verteilt. Heute leben in Österreich ca. 300.000 Menschen mit türkischen Wurzeln, davon sind ca. 180.000 österreichische Staatsbürger. Im Zuge des Wirtschaftswunders kamen sie nach Österreich.

Sie und ihre Nachkommen sind mit Stand 2016 sowohl als Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter, Unternehmerinnen und Unternehmer (ca. 14.000), als Anwälte ebenso wie auch in der Kunst und der Wissenschaft, davon ca. 3.500 als Studentinnen und Studenten, tätig. Die große Mehrheit sehen Österreich als ihre liebe „Neue Heimat“ (trk. Yeni Vatan) und verstehen sich vor allem als säkulare Verfassungspatrioten. Die Mehrheit der Österreicher hat auch gelernt, in seinen ausländischen Mitmenschen nicht das Trennende, sondern das Verbindende zu sehen und sie zu schätzen.

Wir wissen aber auch, dass die Intoleranten ‒ ich meine hier alle ‒ für ihr de facto außer oder an der Grenze des Verfassungsbogens liegendes Verhalten und ihre Bewegungen Toleranz einfordern. Hier sollte durch Wissen, Erfahrung und Weitblick die Spreu vom Weizen getrennt werden, wofür wiederum eine sachliche, belegbare und objektive wissenschaftliche Forschung notwendig ist. Das wollen wir mit dem Buch „Orient und Okzident: Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“ mit viel Liebe, Mühe und Geduld auf ca. 800 Seiten zeigen.

Mein Artikel begann damals mit einem türkischen Sprichwort über Kaffee, denn auch wenn es banal scheinen mag, die Parallelen zwischen diesen doch so unterschiedlich wirkenden Ländern lassen sich, vielleicht sogar insbesondere, in der Kaffeekultur finden. „Eine Tasse Kaffee gewinnt das Herz für vierzig Jahre“, sagt ein türkisches Sprichwort, das im Original so klingt: „Bir fincan kahvenin kırk yıl hatırı vardır“. Das Verstehen der Menschen untereinander beginnt mit gutem Zuhören ‒ und wo lässt es sich besser reden, als bei einer Tasse dampfenden Kaffees?

Wer in Wien auf eine Tasse Kaffee einlädt, nimmt sich Zeit für mich. Das ist auch die Besonderheit der Institution des auch in der Türkei geschätzten österreichischen Kaffeehauses, wie man es detailgetreu nachgebaut in der Innenstadt von Istanbul findet. Man serviert dort echten Wiener Kaffee und frische Wiener Mehlspeisen. Zum Milchkaffee sagen die trendigen jungen Türken bereits allgemein „Melange“. Der Wiener Kaffee ist in sein Ursprungsland zurückgekehrt…

 

Die Beziehung zwischen Österreich und der Türkei hat sich seit 1998 mit vielen Höhen und Tiefen unglaublich verändert. Wir könnten heute sehr viele negative Ereignisse vermerken. Das war auch in der Vergangenheit so. Dabei darf man diese beiden Länder nie unterschätzen. Es heißt gespannt zu bleiben, die Ereignisse mit Verstand und Vernunft mitzuverfolgen und sich zuverlässig ohne Opportinusmus auszutauschen.

Als Österreicher mit türkischen Wurzeln versuche ich ‒ bereits seit über einem Vierteljahrhundert ‒, eine verbindende und tragfähige Brücke zwischen Österreich und der Türkei zu bauen. Das ist eine große Herausforderung. Ich glaube aber, dass es mit vernünftiger und verständlicher Aufklärung möglich ist. Obwohl immer wieder Höhen und Tiefen zu überwinden sind, werden wir auch in Zukunft diesen, vom interkulturellen Dialog und der Mitmenschlichkeit vorgezeichneten Weg gehen!

Sind in den letzten Jahren nicht genügend Aufsätze und Bücher über den Nahen Osten und seine Geschichte geschrieben worden? Diese Frage versuchte ich im Jahre 2012 bei der Präsentation des Buches „Das Burgenland als internationale Grenzregion im 20. und 21. Jahrhundert“ im Palais Eschenbach zu beantworten und skizzierte bei dieser Gelegenheit kurz meinen Traum, Brücken zwischen dem Orient und dem Okzident zu schlagen.

2012 war eine Zeit, wo wir als aus der Türkei stammende Österreicherinnen und Österreicher bereits ahnen konnten, was uns in den nächsten Jahren erwarten wird. Dafür muss man kein Hellseher sein, sondern man benötigt ein tiefes Wissen und Erfahrungen über den Orient und den Okzident. Wir haben die Entwicklungen im Nahen Osten mit den westlichen und östlichen Interventionen, Stellvertreterkriegen und den hybriden Kriegstaktiken, die sich weit vom Völkerrecht entfernt haben, mitverfolgt.

 

Deswegen wollten wir ein umfangreiches Buch mit seriösen Personen aus der Wissenschaft herausgeben, das die Beziehungen und Begegnungen im kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen und menschlichen Bereich beleuchten soll. Man wird daraus lernen, dass die Beziehungen zwischen dem christlichen Okzident und dem islamischen Orient nie in dieser oft kolportierten Distanz bestanden. Schaffen wir Fundamente für ein friedliches Zusammenleben! Wir sollten nicht das Trennende, sondern das Verbindende sehen und uns dies immer wieder in Erinnerung rufen!

Die jüngsten – leider sehr negativen und bestürzenden – internationalen und nationalen Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass das Beziehungspaar „Orient und Okzident“ – mit seinen beiden als Gegensatz hingestellten, aber weit über Raumkategorien hinausgehenden Begriffen ‒ zum wichtigsten weltpolitischen Thema unserer Zeit geworden ist.

Die gegenwärtige Lage in der Türkei, dem Nahen Osten und dem arabischen Raum sowie die darauffolgenden Reaktionen in Europa und Österreich im Besonderen haben diese umfassende Thematik in all ihren Facetten wieder verstärkt in den Mittelpunkt der öffentlichen und medialen Aufmerksamkeit gerückt. Tagesaktuell werden die Themen „Terrorismus“, „Flucht“, „Migration“ und „Integration“ im Zusammenhang mit „dem Islam“ kontrovers und heftig diskutiert. Niemand kann sich dem entziehen und viele sind alleine schon mit den Tagesnachrichten zu Recht überfordert. Oft wird pauschalisiert und die Spreu vom Weizen absichtlich oder einfach aus Dummheit nicht getrennt. Oft zeugen die Diskussionen nicht nur von der Unfähigkeit, Antworten auf die brennendsten Fragen unserer Zeit zu finden, sie lassen auch historisches Hintergrundwissen außer Acht. Diesem Mangel an Wissen möchte der vorliegende Sammelband entgegenwirken.

Eigentlich währt ja die Begegnung länger als diese fünf Jahrhunderte. Denn wer heute eine Semmel isst, dazu in eine deftige Wurst beißt und das Ganze mit einem Krug Bier hinunterspült, mag sich fühlen wie ein typischer Österreicher oder Bayer. In Wahrheit stammen diese Lebensmittel alle aus dem alten Orient. Schon im 3. Jahrtausend v. Chr. schenkten die Menschen, die zwischen Euphrat und Tigris oder in Ostanatolien wohnten, in ihren Kneipen sage und schreibe über 20 Sorten Gerstensaft aus!

 

Die Wurst ersannen Köche in Babylonien. Und wussten Sie, dass das Wort Semmel vom orientalischen Ausdruck „samidu“ (weißes Mehl) abgeleitet ist? Haben Sie gewusst, dass das Wort Joghurt eigentlich ein türkisches Wort ist? Die Grundbedeutung des Wortes ist „kneten“. Es ist bis heute eines der Hauptnahrungsmittel in der ausgezeichneten türkischen Küche und wird oft von den Hausfrauen selbst hergestellt.

Wie können wir als Neue Welt Verlag dazu beitragen, diese oft vermeintlich kulturellen Schranken zu überwinden, damit Hass, Vorurteile und Intoleranz endlich der Vergangenheit angehören? Dieser Herausforderung möchten wir uns stellen, auch wenn wir wissen, dass das nicht einfach ist.
Nach der Ideenentwicklung ist es in unermüdlicher wissenschaftlicher, redaktioneller, lektorieller und grafischer Detailarbeiten nun gelungen, gemeinsam mit unserem Herausgeberteam und allen Autorinnen und Autoren das Kind aus der Taufe zu heben!

Für einen Verlag bedeutet ein solches Projekt eine große Anstrengung ‒ in organisatorischer und finanzieller, in materieller und immaterieller Hinsicht. Umso mehr freut es uns, wenn das Werk geglückt ist, was nicht zuletzt auch Sie als Leserinnen und Leser entscheiden!

 

 

Kindheit und ein alter Traum (Istanbul, Hamburg, Zürich etc., Wien)

Sie werden sich fragen, was motiviert mich so sehr, diesen Verlag mit seiner spezifischen Verlagsphilosophie voranzutreiben?
Ich will darauf einfach antworten: Wer denn sonst kann so ein Projekt vorantreiben als ein Austro-Türke und austro-türkischer Verleger und Unternehmer, der in Istanbul, dem alten Konstantinopel, geboren ist?

Ich beziehe mich auf den Untertitel unseres neuen Buches: „Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“ und möchte Ihnen aus persönlichen Erfahrungen diese Begriffe näher bringen.

Lassen Sie mich etwas weiter ausholen: Bereits als Kind wurde ich im alten Bezirk Sisli in Istanbul mit den Welten des Orients und des Okzidents vertraut, die für mich ganz normal und allgegenwärtig waren und sich zuerst als eine einzige Welt darstellten. Zuerst erstaunte es mich, dann verwirrte es mich, bis ich mich später immer tiefer mit der Geschichte und den komplizierten Zusammenhängen vertraut machte.

Bereits als Kind blickte ich zum Beispiel auf die uralte, über 30 Meter hohe Konstantins-Säule aus dem vierten Jahrhundert, die wie eh und je im Zentrum von Istanbul auf dem tief darunter liegenden Kaiserforum steht. Die Geschichte des ersten christlichen römischen Kaisers ist mir von Klein an vertraut, wenn ich die Zusammenhänge natürlich erst später verstanden habe.

Ich lief als kleines Kind besonders mit meiner Großmutter zu den historischen Stätten und zu den mit Leben und Mystik erfüllten Gotteshäusern: den alevitischen Cem-Häusern, den orthodoxen Kirchen, den muslimischen Moscheen, der jüdischen Synagoge. Wir sind dort überall hineingegangen. Es war ganz normal, sich das alles anzusehen und teilweise auch an den Gottesdiensten teilzunehmen.

Später ging meine Familie nach Hamburg und Kiel, also ganz in den Norden Deutschlands.

Ich muss sagen, dort hat es mir auch ganz gut gefallen. Umso mehr lernte ich die großen Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten kennen. In Istanbul war ich in einer sehr orthodox griechischen, kirchlichen Umgebung, mit vielen Ikonen geschmückt, wo ich mich auch als muslimisches Kind zuhause gefühlt habe. Dadurch war Hamburg, mit seinen leeren, protestantischen Kirchen sehr fremd für mich. Meine Wahrnehmung hat sich dadurch total verändert.

Auch Zürich in der Schweiz lernte ich kennen. Aber Wien hat mich dann doch am meisten angezogen und so bin ich nun begeisterter Wiener. In Wien fühle ich sowohl Okzident als auch Orient, Westen und Osten, Christentum und Islam.

Mittlerweile zum Österreicher geworden, verspüre ich auch hier in Wien viele byzantinische und konstantinische Elemente unter den vielen Kulturen, die das Stadtbild prägen und geprägt haben. Man denke nur an den Wiener Jugendstil, der Anleihen an der byzantinischen Kunst und der Kunst der Osmanen genommen hat. Gustav Klimt ließ sich vom byzantinischen Stil der Goldenen Stadt genauso inspirieren wie Otto Wagner, dessen Kirche am Steinhof zu den prächtigsten Architekturjuwelen Wiens zählt.

Ich habe mich schon sehr früh für das Christentum, dessen Wurzeln ja auch in der heutigen Türkei liegen, interessiert. Für den Propheten Jesus, für den Völkerapostel Paulus aus Tarsus (Antiochia/Antakya) und den Apostel Petrus und nicht zuletzt auch die Mutter von Jesus, Maria, die in Ephesus ein Heiligtum hat. Auch die vielen Konzile interessieren mich. Zu diesen interessanten Personen und Ereignissen veröffentlichte ich mehrere Artikel in verschiedenen Medien, was man von einem Muslim und gelernten Elektrotechniker sicherlich weniger erwarten würde.

Ich persönlich fühle mich einfach als ein Muslim – Austrotürkische Alevitische Moslem -, der sowohl sein „Muslim-Sein“ bewahren, als auch sich in der Gesellschaft positiv einbringen will. Ein spirituelles Leben zu führen, muss nicht ein Widerspruch zum modernen Leben sein. Wie Jesus sagt: „Man erkennt den Baum an seinen Früchten.“ Und genau das gilt hier auch: Egal welche Religion man hat, man kann und soll trotzdem „in der Welt“ leben, also sich den Problemen stellen und sich in die Gesellschaft einbringen.

Pax Austrīaca

Um hier friedlich jetzt und in Zukunft leben zu können, müssen wir die Vergangenheit verstehen, damit wir nicht immer wieder die gleichen Fehler machen. Und hier ist die Wissenschaft gefragt, die sich zur Wahrheit verpflichtet hat.

Suchen wir den Frieden: zuerst mit uns selber, und dann mit unserer Umgebung.

Dann können wir den Frieden für die Stadt, in der wir leben und für die Welt schrittweise erreichen. Wir nennen das die PAX AUSTRĪACA.

Österreich ist heute ein sehr kleines Land, aber es hat eine große Vergangenheit, die noch heute in vielen Dingen sichtbar ist, aber auch in der „österreichischen Idee“, die man über die Jahrhunderte bis zur europäischen Vereinigung bis auf den heutigen Tag nachverfolgen kann. Es gibt aber leider auch sehr schmerzliche Beipiele und es ist unsere Aufgabe, an diesen ebenso zu arbeiten.

„PAX“ bedeutet in der lateinischen Sprache, wie Sie alle wissen, „Frieden“. Und der Neue Welt Verlag versucht, mit seinen kleinen Möglichkeiten für die PAX AUSTRĪACA zuerst im Inland und dann weltweit – in dem kleinen Rahmen, den ein Verlag wie der unsere leisten kann – an der „PAX MUNDI“, oder besser gesagt „PAX ORBI“, zu arbeiten. Eine alte Weisheit sagt: Friede im Inland bedeutet auch Friede im Ausland! Auf diese Weise möchte ich eine Saat ausstreuen und wir alle hoffen, dass sie aufgeht und reiche Frucht trägt.

Wir wollen „geistige Brücken“ bauen!

Das Leitmotiv des Verlags ist es, kulturelle Schranken zu überwinden, damit wir Hass und Intoleranz hinter uns lassen können. Und gerade für diese Ziele sind wir stetig auf der Suche nach Fachbüchern zu den Themen Geschichte, Gesellschaft, Kultur, Religion, Wirtschaft und Migration. Als Verleger von Literatur und einem Monatsmagazin ist es mir ein Anliegen, kraft der Vernunft und des Glaubens, mit Verstand und vor allem gutem Willen – als auch fairem Kampfgeist – gegen Scheinheiligkeit und Falschheit aufzutreten. Mit unserem Team wollen wir die Begegnung und Kommunikation zwischen den Völkern und den Kulturen fördern und Vorurteile zwischen den Menschen abbauen helfen. Kurz gesagt: Wir wollen „geistige Brücken“ bauen!

Wir glauben, dass wir in Zusammenarbeit mit den beiden Herausgebern und den weiteren 22 Autoren durch dieses neue Buch mit dem Titel „Orient und Okzident“ diesem Ziel, nämlich „geistige Brücken“ zu bauen, gerecht werden.

Das neue Buch ist bereits der vierte Band der Reihe „Forschungen zu Orient und Okzident“ nachdem wir 2012 die Monographie „In Hoc Signo Vinces“ über den „Heiligen Konstantinischen Orden vom Heiligen Georg“ und 2014 den bildreichen Band „Die Roten Ritter“ herausgebracht haben. Ein weiterer Band beschäftigt sich mit dem Paltonismus, ebenso ein großes Thema, das den Orient mit dem Okzident verbindet.

Ein weiteres Buch des Neue Welt Verlags hat sehr große Resonanz gefunden: Das Buchprojekt „Das Burgenland als internationale Grenzregion im 20. und 21. Jahrhundert“ hat unser Team ebenso wie das heutige Buch gemeinsam mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auf den Markt gebracht. Einige der damaligen Autoren haben auch an dem neuen Buch mitgeschrieben.

Um ein derartiges Projekt zu realisieren, braucht es außerdem vor allem eines: Eine große Liebe zur Wahrheit, da ohne Wahrheit die Liebe keine Existenzgrundlage haben kann. Die Grundlage der Wahrheit aber sind die Fakten und die Sorge, diese nicht zu manipulieren oder zu korrumpieren. Eine objektive Darstellung zu finden, sollte das Ethos und die Ehre jeder Wissenschaftlerin und jedes Wissenschaftlers sein. Ich bin darum umso stolzer, dass ich mit dem Buch „Orient & Okzident“ gegen die kursierende Doppel- bis Dreifach-Moral und allgegenwärtige Geschichtsverfälschungen ein wenig Licht ins Dunkel bringen kann. Möge der Geist der Wahrheit die Wissenschaft erleuchten!

Meinen besonderen Dank spreche ich dem Herausgeberteam, Frau Barbara Haider-Wilson und Herrn Maximilian Graf, aus, die auch die redaktionelle Koordination übernommen haben. Auf die erfreuliche Zusammenarbeit blicke ich ebenso mit dem Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung des Neue Welt Verlags, Herrn Arno Tippow, zurück. Großzügig unterstützt haben das Projekt die Türkische Kulturgemeinde in Österreich und die „Yeni Vatan Gazetesi“ (Neue Heimat Zeitung ) in Wien. Allen 24 Autorinnen und Autoren, die wir namentlich mit ihren Kurzbiographien unten angeführt haben, spreche ich meine höchste Wertschätzung und Hochachtung aus und bedanke mich für die Geduld und Mühe, die sie bis zur Publikation in den letzten vier Jahren aufbringen mussten!
Ich wünsche Ihnen, geschätzte Leserinnen und Leser, eine genüssliche Lektüre und lade auch Sie zum vorurteilslosen Brückenbau zwischen den Kulturen und den Menschen ein!

Ein Traum wird Wirklichkeit… hoffentlich ‒ inşallah!

Birol Kilic,
Verleger, Neue Welt Verlag
Wien und Istanbul, 2017.

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Warum Halal Zertifizierungen und Islamic Banking?

Wir haben den Verdacht, dass am europäischen Finanz- und Lebensmittelmarkt durch Lobbyisten systematisch aus den Unkenntnissen der Menschen bezüglich des Korans Parallelwelten gebildet werden. Ein Beispiel sind  Halal-Lebensmittel sowie Banken und Finanzprodukte, die religiöse Muslime ansprechen sollen.

von Birol Kilic

Wir haben den Verdacht, dass am europäischen Finanz- und Lebensmittelmarkt durch Lobbyisten systematisch aus den Unkenntnissen der Menschen bezüglich des Korans Parallelwelten gebildet werden. Ein Beispiel sind Halal-Lebensmittel sowie Banken und Finanzprodukte, die religiöse Muslime ansprechen sollen.

Ich habe als überzeugter säkularer Muslim einmal eine Einladung für einen Workshop von der Wirtschaftskammer Oberösterreich bekommen, der mir unter dem Titel „Vielfalt schätzen. Vielfalt nutzen.“ erklären sollte, wie wichtig „Wirtschaft und Islam:
Halal Bestimmungen und Zertifizierung sowie Islamic Banking“ sind. So lautete die Einladung.

Warum sollen wir uns die Halal-Bestimmungen und Zertifizierungen sowie Islamic Banking merken? Hier möchte man uns folgendes näher bringen: Was ist „Halal“? Was bringt die Halal Zertifizierung? Welches sind die gängigsten islamischen Halal-, Bank- und Versicherungsprodukte? Was hat es mit dem Zinsverbot auf sich? Meiner Meinung nach sind diese „Halal“- Produktlinien (halal bedeutet übersetzt „erlaubt“) und das „Islamic Banking“ durch die Unterstützung mancher Standesvertretungen bzw. von Personen aus dem Nahen Osten oder der Türkei nicht Formen der erwünschten kulturellen Vielfalt, sondern Anzeichen für die Schaffung einer „parallelen Welt“oder sogar eines „parallelen Planeten“ in ganz Europa. Warum? Obwohl die Speisegesetze im Judentum nach dem „Alten Testament“ Thora 100-mal „strenger“ sind als im Islam, versucht man seit etwa fünf Jahren in ganz Europa Halal und Islamic Banking gesetzlich zu etablieren und verstärkt salonfähig zu machen. Diese Entwicklung verfolgen wir Europäer mit türkischer Abstammung, kurz „Euro-Türken“, deswegen mit Trauer, weil hier der wahre Glaube (der Islam), der im Koran schwarz auf weiß aufgezeichnet ist, gegenüber den Menschen verfälscht wiedergegeben wird.

Hier soll offensichtlich das Leben der europäischen Muslime weiter erschwert werden durch dubiose Interpretationen des Korans durch politisch tätige radikale fundamentalistische Muslime und ihre Helfer innerhalb Europas. Im Koran ist lediglich festgesetzt, dass es ein eindeutiges Verbot für „Schweinefleischverzehr, Alkohol, Blut und tote Tiere“ gibt. Dagegen hat ja wohl kaum jemand etwas einzuwenden. Hat jemand etwas gegen das Verbot des Schweinefleischverzehrs im Judentum oder andere religiöse Speigesetze? Nein! Warum versucht man dann aber auf der anderen Seite, die Verse des Korans für dubiose Geschäftszwecke möglichst großzügig (oder einengend), jedenfalls ganz streng ihren geschäftlichen und poltischen Interessen entsprechend zu interpretieren und die „Nichtwisser“, die von dem islamischen Glauben (auf den Koran bezogen) keine Ahnung haben, im Namen Allahs hinters Licht zu führen. Es wird hier Betrug im Namen Gottes gemacht. Und dagegen erhebe ich EINSPRUCH.

Die Fundamentalisten können mit dieser Täuschung nicht beruhigt sein. Im „Luqmán-Kapitel“ des Koran, Vers 33, sagt Allah folgendes: „Das Leben dieser Welt soll euch nicht täuschen, noch soll der Verführer euch täuschen über und im Namen Allahs“. Folglich haben wir das Recht zu fragen: Wer ist bei diesem „Halal“ und „Islamic Banking“ der Lügner, der Verführer und der Täuscher, der im Namen Allahs uns hier auf dieser Erde betrügen will?! Natürlich ist mit Verführer hier der Satan gemeint! Der Verführer und Täuscher verfolgt hier eigentlich satanische Zwecke für seine eigenen Interessen. Wer ist nach dieser Textstelle der eigentliche Lügner, der Betrüger oder Verführer, der mittels Halal und Islamic Banking eine bewusste Täuschung „über und im Namen Allahs“ begeht? Die Antwort können Sie sich selber bilden.

Diese Aussage des Korans (Lugman, 33) ist die wichtigste Wahrheit, die in den islamischen Gesellschaften gerne verschwiegen und vertuscht wird. In den islamischen Ländern wird das ganze religiöse Leben so ausgerichtet, dass diese Wahrheit im Koran möglichst verborgen bleibt. In Europa wird das gleiche Spiel gespielt. Alle erdenklichen Maßnahmen und Anstrengungen werden unternommen, damit sich dieser Zustand nicht ändert. Diese Maßnahmen werden auch von jenen Europäern unterstützt, die nicht wollen, dass sich in den islamischen Ländern etwas an den Zuständen zum Positiven ändert. Damit zeichnet sich eine gefährliche Entwicklung in Europa ab. Unter dem Vorwand eines missverstandenen „Dialogs“ werden die Unwissenheit und die Vorurteile über den politisierten fundamentalistischen islamischen Glauben, wie sie bei manchen europäischen Volksvertretern und Amtsträgern, bei Verbänden, den Kammern oder auch den christlichen Glaubensgemeinschaften verbreitet sind, ausgenutzt. Unter den Begriffen „Halal“ und „Islamic Banking“ wird versucht, den Boden mittels der Ausbildung von monopolartigen marktnischen und pseudo-religiösen Finanzprodukten aufzubereiten.

Alle aufrichtigen europäischen Bürgerinnen und Bürger müssen gegen solche Machenschaften Einspruch erheben und dürfen sich vor niemandem beugen, der ihnen Angst einflößen oder sie verunsichern will. JA zum Glauben! NEIN zur Ausnützung, Politisierung, Verfälschung des Glaubens! NEIN zu jeglichen „Parallel-Welten“! Wir wissen, dass sogar Kraftfahrzeug-, Häuser-, Wohnungen-, Champagner- oder Energy-Drink-Hersteller sich Halal-Zertifikate aus EU Ländern holen. (z.B. Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Holland). Unterstützung bekommen sie sogar von Wirtschaftskammern.

Ein Landsmann, der Apostel Paulus, vorher Saulus genannt, aus Tarsus in der Türkei, der von Geburt an ein frommer Jude war und sich den strengen jüdischen Speisegesetzen unterwarf, war ja gerade derjenige, der die Beschneidung und die strengen Gesetzesauflagen für jüdische Männer „für nicht gültig“ erklärt hat, um besser missionieren zu können. Er war gemeinsam mit dem Apostel Petrus einer jener Männer, die die strengen Speisegesetze des Alten Testaments (nach einer göttlichen Eingebung) für die nichtjüdischen Christen abgeschafft haben. Er hat sich damit sicherlich anfänglich in seiner kleinen Gemeinde, wo die Christen noch nach den strengen jüdischen Gesetzen lebten, Feinde geschaffen, aber auch neue Freunde gewonnen.

Fazit: Die Christen haben die für sie schwierigen Speisegesetze und sogar das Zinsverbot aufgehoben. Sogar erst in der Neuzeit. Warum versuchen bestimmte Lobbyisten aus dem Nahen Osten und aus Europa jetzt mit Halal und Islamic Banking in Europa, solche strengen Sitten mittels des politisierten Glaubens und des Fundamentalismus durch die Hintertür wieder zu etablieren? Viele Menschen haben in vielen Punkten ihre moralischen europäischen Wertevorstellungen verloren. Halal-Zertifizierungen und Islamic Banking, unter dem Deckmantel der Religion sind eine Beleidigung gegenüber der Religion des Koranischen Islam. Gäbe es ein „Jewish Banking“ oder ein „Christian Banking“, wäre es interessant zu sehen, wie auch hier das gleiche System installiert wird, ist doch nach dem Alten Testament der Zins dezidiert mindestens gegenüber Brüdern verboten.

Zwei offene Fragen dazu.: Warum gibt es nicht Begriffe oder Bestimmungen mit dem Namen „Jewish Banking“ oder „Christian Banking“ aber die Begriffe „Islamic Banking“? Und warum unterstützen das so gerne viele Europäer gierig mit verschiedenen sehr bedenklichen Argumenten?

Warum versucht man im Islam so etwas aufzubauen, das sogar in der Türkei von der Mehrheit der Bevölkerung (75 Mio. Einwohner) nicht angenommen wird. Das Wort „Riba“ im Koran darf nicht als „Zins“ verengt interpretiert werden, sondern deutet auf jede heuchlerische und ausbeuterische Vermehrung des Vermögens hin. Wie können also zwei türkische Banken (Vakifbank, Denizbank) sogar mit höheren (Spar- und Kredit-) Zinsen als ihre Konkurrenz in Europa Kunden gewinnen und Inserate auf den (teuren) ersten Seiten der Zeitschriften und Magazine in Europa täglich für solche Spareinlagen schalten? Gegen diese verkehrte Logik, diese heuchlerische Kundenanwerbung und das Einschleichen der Lobbyisten in Europa, aus dem Nahen Osten und der Türkei, die hier Kunden, Institutionen, politische Parteien und Medien für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, müssen wir Einspruch erheben und Stopp schreien!

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Wer sich den Gesetzen nicht fügen will ?

Nach Recherchen eines Historikers ist ein türkischer Edelmann „Urvater aller deutsch-türkischen Mitbürger in Deutschland“. Johann Wolfgang von Goethe: „Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, in denen sie gelten.“

Der Kunsthistoriker und Theologe Dr. Werner Ulrich Deetjen ist überzeugt davon, dass zu den Vorfahren des deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe auch ein türkischer Hauptmann namens Sadok Selim Soldan gehörte. Dessen Historie gilt dem Experten als „die Urgeschichte deutsch-türkischer Integration“.

Immer wieder tauchen in den Medien Berichte über diesen legendären deutsch-türkischen Urvater Sadok Selim Soldan auf (um 1270 bis 1328), der sich, nachdem er sich 1305 taufen ließ, Johannes Soldan nannte. Einige Quellen berichten davon, Sadok Selim sei muslimisch erzogen worden. Ob er praktizierender Muslim war, ist umstritten. Der ehemalige evangelische Dekan im baden-württembergischen Brackenheim hat sich intensiv mit der Chronik der Familie Soldan befasst. Darin werde von einem Orientalen berichtet, der in die Gefangenschaft deutscher Ordensritter geraten war. Rasch sei er auf Grund seines einnehmenden Wesens jedoch zum ebenbürtigen Freund aufgestiegen und in die Truppe, die wohl aus der Nähe Württembergs stammte, aufgenommen worden. 1304 soll sich Sadok Selim mit einer Bürgerin des Ortes, Rebekka Döbler, vermählt haben. Drei Söhne sind aus der Ehe hervorgegangen.
Der Halbmond samt Stern im Wappen als auch in der Familienchronik gelten Deetjen, neben dem Namen, als weiteres Indiz für die türkischen Bezüge. Doch das sei noch nicht alles. Türkische Besucher hätten ihm davon erzählt, dass Soldan, der mit seinen Söhnen in der hiesigen Johanniskirche begraben wurde, aus der Türkei habe fliehen müssen, um nicht ums Leben zu kommen. Deetjen: „Es gibt deutliche Hinweise, dass diese Familienchronik aus dem 16. Jahrhundert einen hohen Wahrheitsgehalt hat.“ Erst vor kurzem habe sich das Innenministerium Baden-Württemberg auf seine Recherchen berufen, berichtet der Forscher. Der Experte räumt allerdings ein, dass es einen direkten Beweis für die Verwandtschaft zu Goethe nicht gebe. Jedoch hätten die „Quelle aus dem 16. Jahrhundert mit den Hinweisen auf die Festung Al Mokhtara, Kreuzritter aus der Gegend um Backenheim und Hinweise auf die blühende Familie Soldan sehr starken historischen Zwang.“
Bis ins Hessische und Fränkische hätten sich die Familienbande gezogen, aus der sehr oft Juristen und andere leitende Persönlichkeiten, häufig auch Künstler und bedeutende Wissenschaftler, hervorgegangen seien. Deetjen ergänzt:„In der Soldan-Familie selbst gibt es die Überlieferung, dass dieser Sadok Selim zu den Vorfahren von Goethe gehört.“ In der Goethe-Forschung sei seit dem 19. Jahrhundert bekannt, dass es von der mütterlichen Seite Goethes einen orientalischen Vorfahren gegeben haben muss. Goethe selbst sei getaufter, protestantischer Christ gewesen, dem es wohl bewusst war, dass er orientalische Wurzeln hatte. In seinem Werk „West-östlicher Diwan“ (1819) habe das schließlich noch einmal nachgewirkt.
Für den Islam zeigte Goethe als universeller und lieberaler Geist zumindest auffallendes Interesse. Seine überlieferten Worte beweisen es:
„Närrisch, daß jeder in seinem Falle

Seine besondere Meinung preist!

Wenn Islam Gott ergeben heißt,

Im Islam leben und sterben wir alle.“

(Hamburger Ausgabe, Bd.2, S. 56)

Im Juni 2005 wurde Soldan zum 700-jährigen Jubiläum von dessen Ansiedelung im Raum Brackenheim gemeinsam mit türkischen und deutschen Gästen noch einmal gedacht. „Wenn wir also diesen Überlieferungen vertrauen, und einiges spricht dafür, dann wäre er quasi der Urvater aller deutsch-türkischen Mitbürger in Deutschland“, erklärt Deetjen. Das Fest vor einigen Jahren habe die Beziehungen Brackenheims in die Türkei intensiviert. Resümierend mahnt Deetjen jedoch an: „Ich denke, dass die deutsch-türkische Geschichte in ihren Beziehungen noch lange nicht richtig gut aufgearbeitet ist.“ ( Quelle: Deutsch-Tuerkische-Nacrichten.de, Felix Kubach, Nicole Oppel)

Der „Deutschtürke“ Johann Wolfgang von Goethe hat recht:

Was sagte schon Goethe: „Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, in denen sie gelten.“

 

Vorfahren aus dem 13. Jahrhundert
„Der Kunsthistoriker und Theologe Dr. Werner Ulrich Deetjen ist überzeugt davon, dass zu den Vorfahren des deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe auch ein türkischer Hauptmann namens Sadok Selim Soldan gehörte. Dessen Historie gilt dem Experten als „die Urgeschichte deutsch-türkischer Integration“Auch bei einem gewissen Christ namens Johann Soldan wird davon ausgegangen, dass er zu Vorfahren und Ahnen von Goethe gehört. Der ursprünglich türkische Offizier mit dem Namen Sadok Seli Soltan wurde damals als Beutetürke während der Kreuzzüge verschleppt und christlich getauft. Das besondere an ihm ist, dass er vermutlich der erste türkische Deutsche in Deutschland war, der urkundlich nachgewiesen werden kann. Bereits Engelmann (1984) zählte Johann Soldan zur Ahnenreihe Johann Wolfgang von Goethes,“ von dem man seit dem 19. Jahrhundert weiß, dass er mütterlicherseits einen orientalischen Vorfahren hat.
Die These wurde zuletzt von Werner Ulrich Deetjen anlässlich des 700-jährigen Jubiläums der Soldan-Taufe 2005 vertreten.
Die mögliche Verwandtschaft mit Soldan bestätigt jedoch nicht das anderweitig vor allem in arabischen Ländern kursierende Gerücht, dass Goethe Muslim gewesen sei“

de.wikipedia.org/wiki/Goethe_(Familie)
de.wikipedia.org/wiki/Sadok_Seli_Soltan

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Die Deutsche Sprache kommt aus Anatolien

Die Wiege der indoeuropäischen Sprachen stand in der heutigen Türkei, besagt eine neue Studie. Sie steht im Widerspruch zur Theorie vieler historischer Linguisten.

Es war einmal, in grauer Vorzeit, ein kleines Volk. Wir wissen fast nichts über seine Angehörigen. Und trotzdem beeinflussen sie das Leben von etwa drei Milliarden Menschen, die heute zwischen Island und Sri Lanka siedeln. Denn sie verständigten sich in einer Sprache, aus der sich mehr als 400 indoeuropäische Sprachen entwickelten. Die Krux jedoch ist: Obwohl historische Linguisten seit etwa 200 Jahren ihre Fährte verfolgen und sorgfältig Sprachstammbäume zeichnen, ist noch unklar, wer diese Menschen waren und wo sie wohnten. Nun treten Naturwissenschaftler auf den Plan und verkünden siegesgewiss, dass ihre Methoden das vertrackte Rätsel besser lösen können. Im Fachblatt „Science“ erscheint heute eine solche Studie und wird vermutlich den Streit zwischen Sprach- und Naturwissenschaftlern erneut entzünden.

Zwei Thesen dominieren die Debatte und geben auf Wo, Wann und Warum eine unterschiedliche Antwort. Die Wiege der indoeuropäischen Sprache habe vor zirka 6000 Jahren irgendwo nördlich des Kaspischen und des Schwarzen Meeres in der russischen Steppe gestanden, behauptet die Mehrzahl der historischen Linguisten gemeinsam mit etlichen Archäologen. Ein kriegerisches Nomadenvolk der Kurgan-Kultur habe die proto-indoeuropäische Sprache auf dem Pferderücken verbreitet, im Gepäck zwei wichtige Erfindungen: das Rad und die Zähmung des Pferdes.

Die naturwissenschaftliche Konkurrenz favorisiert die friedliche Gegenthese und verortet die Urheimat der indoeuropäischen Sprachen in Anatolien. Die Bauern der Jungsteinzeit hätten allmählich ihre Felder ausgedehnt und so vor 8000 bis 9500 Jahren nicht nur den Lebensstil der Jäger und Sammler verdrängt, sondern auch deren Sprachen. Das untermauert auch die Studie, die Russel Gray und Quentin Atkinson von der Universität von Auckland in Neuseeland und ihre Kollegen nun in „Science“ veröffentlichen. (Tagesspiegel.de)

Weiter:

http://www.tagesspiegel.de/wissen/urspruenge-in-der-tuerkei-die-deutsche-sprache-kommt-aus-anatolien/7048426.html

 

KURGUN KULTUR ?(russisch курга́н = kurgán = Hügel, Hügelgrab, urspr. Türkisch)
“ Zwei Thesen dominieren die Debatte und geben auf Wo, Wann und Warum eine unterschiedliche Antwort. Die Wiege der indoeuropäischen Sprache habe vor zirka 6000 Jahren irgendwo nördlich des Kaspischen und des Schwarzen Meeres in der russischen Steppe gestanden, behauptet die Mehrzahl der historischen Linguisten gemeinsam mit etlichen Archäologen. Ein kriegerisches Nomadenvolk der KURGAN-Kultur habe die proto-indoeuropäische Sprache auf dem Pferderücken verbreitet, im Gepäck zwei wichtige Erfindungen: das Rad und die Zähmung des Pferdes.Die naturwissenschaftliche Konkurrenz favorisiert die friedliche Gegenthese und verortet die Urheimat der indoeuropäischen Sprachen in Anatolien. Die Bauern der Jungsteinzeit hätten allmählich ihre Felder ausgedehnt und so vor 8000 bis 9500 Jahren nicht nur den Lebensstil der Jäger und Sammler verdrängt, sondern auch deren Sprachen. Das untermauert auch die Studie, die Russel Gray und Quentin Atkinson von der Universität von Auckland in Neuseeland und ihre Kollegen nun in „Science“ veröffentlichen.“

KURGAN: Es gibt zwei Hauptquellen des Wortes Kurgan. Eine Erklärung wäre die Herleitung vom alttürkischen korgan ‘Zuflucht, Festung’ und mitteltürkischen kurgan ‘Festung, Festungswall, Haupt-Schrein’. Beide werden als Lautverschiebung des alttürkischen korigan betrachtet, mit der Wortwurzel korı- ‘schützen, verteidigen’ und dem alttürkischen Suffix -gan.[1] Eine andere Erklärung wäre die Herleitung vom alttürkischen Wortstamm qur-, aus dem das Wort Kurgan eine Ableitung darstellt, ursprünglich aus Urtürkisch *Kur- ‘errichten (Gebäude), gründen’. Eine klare Trennung zwischen „Kurgan“ und dem urtürkischen *Kōrɨ-kan ‘Zaun, Schutz’ ist oft schwer festzusetzen.[2

www.tagesspiegel.de/…/urspruenge-in…/7048426.html

de.wikipedia.org/wiki/Kurgan_(Grabhügel)

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29 08 2017
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Denkmal für Architekt Clemens Holzmeister in Ankara

Der berühmte österreichische Architekt Clemens Holzmeister, der in Ankara viele Bauwerke errichtet hat, wurde in der Hauptstadt mit einem Denkmal im Garten des türkischen Parlaments geehrt. 

Clemens Holzmeister – der Stararchitekt des modernen Ankara

Ankara/Wien. Das Parlamentsgebäude, die Stadtvilla Atatürk, das Verteidigungsministerium, das Innenministerium, der Oberste Gerichtshof, die österreichische Botschaft – all diese Gebäude in Ankara wurden von Clemens Holzmeister erbaut. Nun wurde der österreichische Architekt mit einem Denkmal im Garten des Parlaments geehrt. Bei der Eröffnung waren der stellvertretende Parlamentspräsident Mehmet Sağlam und der Präsident der österreichisch-türkischen Freundschaftsgruppe Georg Keuschnigg anwesend. Sağlam betonte in seiner Rede, dass die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Staaten Höhen und Tiefen haben, aber die Hauptsache sei, die Beziehungen basieren auf Zuneigung und Freundschaft. „Während des Ersten Weltkriegs waren die osmanischen und österreichischen Soldaten Waffenbrüder. Nach der Gründung der Republik haben die österreichischen Architekten und Künstler einen großen Beitrag geleistet. Aber der berühmte Architekt Holzmeister hat eine besondere Stellung. In den Jahren 1938 bis 1954 hat Holzmeister in der Türkei gelebt. Nachdem er den ersten Preis bei einem Wettbewerb gewonnen hatte, wurde er ausgewählt, um das Parlamentsgebäude zu erbauen. Im Jahr 1940 lehrte er an der Technischen Universität Istanbul. Neben seinen Bauwerken war auch seine Person selbst hoch angesehen, vor allem für die Jugendlichen in Ankara galt er als Vorbild, da durch seine Werke an die Republik erinnert wurde.“, so Sağlam. Außerdem stammen von Georg Keuschnigg, Mitglied des Bundesrates, folgende Worte: „Als die österreichisch-türkische parlamentarische Freundschaftsgruppe haben wir eine große Freude, an der Eröffnung des Denkmals zur Ehrung des berühmten Architekten teilnehmen zu dürfen. Die Errichtung dieses Denkmals ist der Höhepunkt des Gedenkens an Holzmeister.“

Am 24. November wurde als Schlusspunkt zahlreicher, dem österreichischen Architekten Clemens Holzmeister gewidmeter Veranstaltungen der letzten Jahre, im Park der „Großen Türkischen Nationalversammlung“, eine Holzmeister-Gedenk-Ecke enthüllt. Holzmeister hatte den Park zwischen 1939 und 1961 als sein Hauptwerk in der Türkei errichtet. Die Zeremonie fand während des Aufenthalts der „Österreichisch-Türkischen Parlamentarischen Freundschaftsgruppe“ in der Türkei statt. Die Eröffnungsreden hielten der Vorsitzende der Freundschaftsgruppe, Bundesrat Georg Keuschnig, und der stellvertretende Parlamentspräsident, Mehmet Saglam. Bereits einige Tage zuvor war im Ankaraner Stadtteil Oran ein Holzmeisterpark mit einer Büste Holzmeisters durch den Bürgermeister der Gemeinde Cankaya, Bülent Tanik, und der Österreichischen Botschafterin Heidemaria Gürer im Beisein der Tochter Holzmeisters, Barbara Mohapp, eröffnet worden. Diese Eröffnung hatte im Rahmen eines von der türkischen Holzmeisterspezialistin Aydan Balamir veranstalteten Holzmeistersymposiums und Ausstellung seiner Aquarelle im „Cer Modern“-Museum in Ankara stattgefunden. Balamir hatte schon 2010 eine umfassende Publikation über die Werke Holzmeisters in der Türkei herausgegeben und dafür eine österreichische Auszeichnung sowie einen internationalen Architektenpreis erhalten.

Außer dem Holzmeisterpark und der Gedenkstätte im türkischen Parlament war bereits 2008 durch den damaligen Wiener Stadtrat Rudolf Schicker im Ankaraner Stadtteil Yildiz eine Holzmeisterstraße eröffnet und an seinem ehemaligen Wohnhaus eine Erinnerungsplakette angebracht worden. Außerdem wurde auch ein von der Österreichischen Botschaft in Ankara entworfener „Holzmeisterführer durch Ankara“ dem Publikum vorgestellt. Clemens Holzmeister kann als „Staatsarchitekt der Türkei“ bezeichnet werden. Er lebte von 1938 bis 1953 ständig in der Türkei gelebt, neben seiner Lehrtätigkeit in Istanbul hauptsächlich in Ankara. Bereits davor war er von Atatürk zum Aufbau der neuen Hauptstadt Ankara in die Türkei eingeladen worden. Zu seinen 15 Bauten in Ankara gehören neben dem Parlament ebenso wichtige Gebäude wie der Präsidentenpalast, einige Banken und die wesentlichsten Gebäude des Ministeriumsviertels, sowie die österreichische Botschaft. Gemeinsam mit dem österreichischen Bildhauer Anton Hanak errichtete er auch das „Sicherheitsdenkmal“ im Regierungsviertel. Neben den imposanten Werken Holzmeisters prägte auch der österreichische Bildhauer Heinrich Krippel die türkische Geschichte. Krippel zeichnete sich unter anderem für das wichtigste Reiterstandbild Atatürks in Samsun verantwortlich. Seit kurzem befindet sich neben dem Atatürk-Reiterstandbild in Samsun auch eine Krippel-Straße. Die erwähnten Holzmeister- und Krippel-Aktivitäten der letzten Jahre gehen auf die Initiative der Österreichischen Botschaft in Ankara zurück.

Straße in Ankara nach Architekt Clemens Holzmeister benannt (24.02.2009)

In der türkischen Hauptstadt Ankara ist eine Straße nach dem österreichischen Architekten und Stadtplaner Clemens Holzmeister (1886-1983) benannt worden.
Clemens Holzmeister wurde 1927 nach Ankara berufen, wo er mit seinen Bauten das Stadtbild prägte. 1938 emigrierte der Architekt in die Türkei, wo er als Dozent an der Technischen Hochschule in Istanbul tätig war.
Neben seinem ersten Bau, dem türkischen Verteidigungsministerium, schuf Holzmeister in Ankara unter anderem die Stadtvilla Atatürk, die Österreichische Botschaft, den Obersten Gerichtshof, das Innenministerium und das Parlamentsgebäude.

Mehr Info über Clemens Holzmeister:

http://www.architektenlexikon.at/de/241.htm

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29 08 2017
By: Redaktion 0

DECLARATION OF JOINT INTERNATIONAL EMERGENCY

Following an international press freedom mission to Turkey on 7 February to 2 March 2017, the undersigned participants, representing six international free expression watchdog organisations, express severe concern about media freedom and respect for human rights and warn that the country’s democracy is under threat.

The mission came in response to an ongoing purge by Turkey’s government in the wake of a failed 15 July 2016 coup attempt that traumatized the country. Hundreds of thousands have been dismissed from jobs or detained under wide-ranging emergency powers granted after the coup attempt.

This includes some 155 journalists and media workers behind bars, 125 of whom have been arrested since the coup attempt. Most were detained for alleged support of terrorists on shifting, contradictory and illogical accusations that relate to their criticism of government officials or policy.

Journalists held for months in pre-trial detention are punished without conviction, having been presented with no indictments illuminating the charges or evidence against them. Instead, they face arbitrary limits on outside contact and interference with the right to mount a legal defence.

These developments cast doubt on judicial independence and rule of law, and are compounded by the Constitutional Court’s failure to review detentions and remedy rights violations.

The mission also preceded an April 16 referendum on constitutional changes that would convert Turkey from a parliamentary to a presidential system, vastly expanding the president’s powers over all branches of government.

Mass closures of media outlets by executive decree under the state of emergency have left few remaining spaces for the expression of opinions not in line with the government’s views; voters will be forced to make crucial decisions about the political system of the country under state of emergency conditions and within a severely restricted space for public debate.

Mission delegates met with journalists and media facing unwarranted pressure; with detained journalists’ families and attorneys; and with civil society, opposition politicians and foreign diplomats. However, representatives of Turkey’s Justice Ministry and advisers to Erdoğan refused to meet with them, and the Ministry ignored delegates’ request to visit imprisoned journalists.

 

Recognizing that the free exchange of information is necessary for informed decision-making and democracy, and the referendum’s profound potential impact, the delegates stand in solidarity with journalists in Turkey and recommend that Turkey’s government:

– Release all journalists and others detained for engaging in free expression or sharing news or other public interest information and recommit to upholding international human rights norms.

– End the ongoing state of emergency, restore legal and administrative safeguards for freedom of expression and access to justice suspended since the imposition of emergency powers, and allow Turkey’s judicial system to function independently, according to law and absent political pressure.

– Cease all activity hindering or preventing journalists or others from freely discussing the merits of the proposed constitutional changes in advance of the referendum and ensure that the public enjoys full access to a broad range of information, including through fair, equitable and non-discriminatory television and radio coverage of diverse political views.

– Allow journalists to question government policy and freely investigate public interest issues without reprisal, including corruption, the “Kurdish issue”, human rights violations, armed conflict in southeast Turkey and Syria, and activity by militants such as the Islamic State group.

– Ensure that government-authorised press cards are awarded freely to all journalists, domestic and foreign, and that the decision to do so is not subject to political pressure.

– Stop using hostile rhetoric targeting journalists as “traitors” or “terrorists”, and send a clear signal to police, the judiciary and the public that attackers of journalists must be brought to justice. Similarly, ensure that foreign journalists are not singled out for intimidation or harassment.

– Reform overly-broad anti-terrorism law, in text and implementation, and clearly distinguish between individuals who actively plot, incite or engage in violence, and journalists who merely report on terrorist groups.

– Ensure that everyone in Turkey facing a criminal charge is afforded due process and all human rights guaranteed under the European Convention of Human Rights and other international agreements to which Turkey has acceded.

– Moreover, end arbitrary restrictions targeting journalists behind bars more harshly than other prisoners.

– Increase transparency, not only in terms of access to information but also officials’ willingness to speak with independent media outlets and to engage in dialogue with international observers who share the mutual goal of ensuring a stable, prosperous and democratic Turkey.

– Implement recommendations in Council of Europe Human Rights Commissioner Nils Muižnieks’ 15 February 2017 “Memorandum on freedom of expression and media freedom in Turkey”1 and in the OSCE/ODIHR Limited Election Observation Mission’s reports on parliamentary elections on 7 June 2015 and 1 November 2015.

– Heed conclusions and implement recommendations detailed in forthcoming reports by the Council of Europe’s Venice Commission on judicial independence in Turkey, on the proposed constitutional changes and on the impact emergency decree laws have had on media freedom.

 

The delegates also call on foreign governments to:

 

– Press Turkey to uphold its human rights commitments and recognize that derogations ostensibly intended to serve short-term security or economic interests risk severely weakening Turkey’s democracy and exacerbating those same challenges over the long term.

– Make use of international fora – e.g. meetings before bodies of the U.N., the Council of Europe and the OSCE – to emphasise the need for Turkey to release imprisoned journalists and to relax pressure on the media, both generally and ahead of the referendum.

– Use all available channels to continue to engage the Turkish government to that end.

 

6 March 2017

Steven M. Ellis, Director of Advocacy and Communications, International Press Institute (IPI)

Sandy Bremner, Representative, IPI UK National Committee; Managing Editor for the Northeast and Northern Isles, BBC Scotland

Georgia Nash, Programme Officer, ARTICLE 19

Anna Livion Ingvarsson, Secretary General, Swedish PEN

Sophie Busson, Advocacy Advisor, Reporters Without Borders (RSF)

Erol OnderogluTurkey Representative, Reporters Without Borders (RSF)

Otmar Lahodynsky, President, Association of European Journalists (AEJ); European Editor, Profil Michelle

Trimborn, PR and Communications Officer, European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF)

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Erster Völkermord des 20. Jahrhunderts-Prozess in New York-Deutschland soll zahlen

Die ehemalige deutsche Kolonie Namibia schließt sich der Klage gegen die Bundesrepublik an. Für den Völkermord zu Beginn des 20. Jahrhunderts fordert sie eine immense Entschädigung.Während der deutschen Kolonialherrschaft im heutigen Namibia Zehntausende Herero und Nama getötet (1904 bis 1908) worden. Die deutschen Truppen haben rund 65.000 der 80.000 Herero und mindestens 10.000 von 20.000 Nama laut Experten ermordet. Die Massaker gelten als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts.

 

Mehr als 100 Jahre nach dem Völkermord im damaligen Deutsch-Südwestafrika ist nun der Weg frei für einen Prozess um Entschädigungszahlungen an die namibischen Volksgruppen Herero und Nama. Deren Angehörige hatten in New York eine Sammelklage gegen Deutschland eingereicht. Vertreter der Kläger fanden sich nun in der US-Metropole ein und erzielten einen Erfolg: Richterin Laura Taylor Swain setzte den 21. Juli als ersten Verhandlungstag fest. Damit kann das Verfahren um eines der dunkelsten Kapitel der afrikanischen Kolonialgeschichte in Gang kommen.

Namibia will die Bundesrepublik wegen des Völkermords an den Herero und Nama verklagen. Das geht aus amtlichen Dokumenten hervor, die von der Zeitung „The Namibian“ und der Nachrichtenagentur AFP eingesehen wurden. Die namibische Regierung fordere mehr als 30 Milliarden US-Dollar an Entschädigung. Bei Massakern zwischen 1904 und 1908 wurden mehr als 100.000 Menschen getötet. Deutsch-Südwestafrika, das heutige Namibia, war damals eine deutsche Kolonie.

Bisher hatte Namibia auf die Forderung von Reparationszahlungen verzichtet. Die Regierung wolle sich nun jedoch einer Klage anschließen, die Vertreter der Herero- und Nama-Stämme Anfang des Jahres in den Vereinigten Staaten eingereicht haben. Ein Team internationaler Anwälte arbeite zudem daran, den Fall der Entschädigungen vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu bringen, bestätigte der namibische Justizminister Sacky Shangala gegenüber AFP.

Deutschland verhandelt seit einigen Monaten mit der Regierung Namibias über eine Aufarbeitung der Verbrechen. Die Bundesregierung spricht selbst von „Völkermord“. Individuelle Entschädigungen lehnt sie ab. Eine UN-Expertengruppe hatte die Bundesregierung im Februar aufgefordert, Herero- und Nama-Vertreter stärker an den Verhandlungen zu beteiligen, und kritisiert, dass es noch keine Entschädigungszahlungen gegeben habe.

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29 08 2017
By: Redaktion 0

TKG: Nach dem Referendum – Einstellung zur Republik Österreich

TKG: JA zur parlamentarische Demokratie- Österreich

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich hat als unabhängige Think Tank NGO (Non Gouvernment Organization) vor dem Referendum ihre klare Ablehnung gegen das Referendum mit verschiedenen Mitteln ausgedrückt.

Türkei- Referendum: Nein! zur Abschaffung der Demokratie!

Gegenüber dieser APA OTS Aussendung hat die
Türkische KULTURgemeinde von AKP nahen Vereinen und Personen Beschimpfungen, Geringschätzung und persönliche Untergriffe dulden müssen.

Türkei-Referendum-TKG: Nein! zur Abschaffung der Demokratie!

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170414_OTS0024/tuerkei-referendum-nein-zur-abschaffung-der-demokratie

 

Wir haben in Österreich tatsächlich ein großes Problem, das nicht nur die Aufnahmegesellschaft beschäftigt, sondern auch die Mehrheit der aufgeklärten und demokratiebewussten Community aus der Türkei. Diese türkische Community ist gerade in Geiselhaft.

Die unbewussten Partisanen haben die in Österreich lebenden und freiheitsliebenden Menschen aus der Türkei durch Drohungen und Mobbing in sozialen und türkischen Medien verleumdet. Diese Tatsache ist auch langsam den ÖsterreicherInnen bewusst geworden.

Aus diesem Grund bitten wir in aller Freundschaft und Höflichkeit, das Wort „Türken“ nicht zu pauschalisieren bzw. zu „satanisieren“. Dies nützt nur den Anhängern des politischen Islams und AKP Partisanen, die sich immer als ewige Opfer zementieren.

Hier erwarten wir besonders, die moderne demokratiebewusste säkulare austrotürkische Gemeinde von diesen primitiven Schakalen und religiösen Faschisten zu unterscheiden.

Bis jetzt haben österreichische PolitikerInnen und insbesondere PolitikerInnen aus der Türkei die Aufnahmegesellschaft seit 15 Jahren mit diesen Problemen vorsätzlich unter dem Vorwand „Integration“, „Solidarität“ und „Religionsfreiheit“ geschützt und sogar mit ihnen kooperiert, obwohl sie wussten, dass diese Personen verlängerte Arme der faschistischen Parteien oder religiös fundamentalistischen und säkular verfassungsfeindlichen Parteien aus der Türkei sind.

Diese Personen, die in den österreichischen Parteien oder in der Wirtschaftskammer seit Langem mit angeblichen überangepassten Menschen aus der Türkei zusammengearbeitet haben, sind die wahren Brandstifter, die jetzt als Feuerlöscher auftreten.

Wie kann es sein, dass Parteien und Bewegungen aus der Türkei nach Jahren in Österreich Vereine gründen und Vereins- und Religionsgesetze missbrauchen, obwohl sie keine echten NGOs sind? Diese angeblichen NGOs sind gemeingefährliche, religiös-faschistische Bewegungen und Parteien, die in der Türkei verboten wurden und mit anderem Namen heuchlerisch neu gegründet worden sind.

Die Türkische KULTURgemeinde hat seit Jahren vor genau diesen Missständen konsequent in türkischer und deutscher Sprache gewarnt.

Diese Personen, die eigentlich eine demokratiefeindliche Gesinnung haben und insbesondere alle Errungenschaften in einer modernen Demokratie erleben, sind jedoch im Inland und im Ursprungsland für ihre Landsleute de facto demokratiefeindlich.

Diese Scheinheiligkeit hat mit der korrupten Sprache zu tun, die ab jetzt nicht mehr gelten sollte. Ab jetzt sollte man nicht alle TürkInnen in den gleichen Topf werfen und pauschalisieren, damit daraus nicht der „ewige Türke“ wird. Das ist das Ziel der Feinde der Demokratie und das wollen die religiösen Faschisten.

Wir, als säkulare Verfassungspatrioten mit einem wehrhaften, streitbaren Demokratieverständnis, bekennen uns zu Österreich mit allen seinen Werten, die wir in den letzten 50 Jahren miterleben und aufbauen durften.

Es ist für uns sehr wertvoll, ein Mitglied eines Staates und Bürger einer Gesellschaft zu sein, wo unsere Würde in der österreichischen Verfassung, egal welche Abstammung wir haben, unantastbar ist.

Es ist für uns eine große Freude und Ehre, in einem Land zu leben, wo Gewaltenteilung geschützt, geschätzt und hochgehoben wird, obwohl auch in Österreich dieses Gebiet noch ausbaufähig ist.

Wir als MigrantInnen, als AustrotürkInnen, möchten die Rechtsstaatlichkeit, Presse- und Meinungsfreiheit hochhalten, weil wir wissen, dass das Gegenteil uns ins Verderben stürzt.

Deswegen ist es an der Zeit, unsere Präambel, die bei der Gründung der „Türkische KULTURgemeinde in Österreich“ in den Statuten niedergeschrieben wurde, hier zu wiederholen:

 

„Wir, Bürgerinnen und Bürger aus der Türkei, haben uns dauerhaft in Österreich niedergelassen. Österreich ist unsere „neue Heimat“ und die Heimat unserer Kinder und nachkommender Generationen, die hier geboren sind und hier aufwachsen. Wir wollen in Österreich mit allen Bevölkerungsteilen dieses Landes gleichberechtigt, in Würde, Sicherheit, Frieden, Freundschaft und Solidarität leben. Wir wollen nach dem Grundsatz der Gleichstellung und Gleichbehandlung zur Verwirklichung unserer Rechte als kulturelle Minderheit in allen rechtlichen, sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Bereichen unseren Beitrag leisten. Wir haben als Bürger der österreichischen Republik Rechte und natürlich auch Pflichten, die wir mit Österreichs Verfassung und Gesetzen vollkommen befürworten und unsere Mitglieder immer darauf aufmerksam machen wollen. Wir werden den Rechtstaat Österreich in seinen Gesetzen und Verfassungen anwenden und loyal bleiben und mit allen Mitteln unterstützen, damit wir auch von allen Seiten objektiv und korrekt behandelt werden. Die „Türkische Kulturgemeinde in Österreich – Brückenbauen“ ist ein den pluralistischen, freiheitlichen, demokratischen und rechtstaatlichen Prinzipien verpflichteter Verein. Pluralität der Meinungen, Gleichberechtigung aller Mitglieder und demokratische Regeln bei der Arbeit sind oberstes Prinzip. In Grundsatzfragen wird das Konsensprinzip angestrebt. Rassistisch oder Fundamentalistisch orientierte Personen oder Organisationen und solche Personen oder Organisationen, die Gewalt als politisches Mittel bejahen, dürfen nicht Mitglied werden. Die UNO -Menschenrechtscharta ist Bestandteil der Satzung. Der Verein bekennt sich zu den einschlägigen internationalen Vereinbarungen zum Schutze der Menschenrechte.“

www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170419_OTS0127/tkg-ja-zur-oesterreich

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich,
Obmann
Dipl.-Ing. Birol Kilic

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Solidarität ist gut, aber mit wem Herr Bundespräsident Van der Bellen?

Wir begrüßen die Haltung von Bundespräsident Van der Bellen gegen jeglichen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus. Vielen Dank.

 

Aber auf die Solidarität vom Bundespräsidenten bezüglich Kopftuch können wir als Opfer der modernen, säkularen und gläubigen Austrotürken in aller Höflichkeit verzichten. Warum? Weil diese Solidarität ist für uns ein Freibrief und eine Unterstützung der Unterdrücker, der Diskriminierer und der religiösen Klerikalfaschisten der „politischen Islamanhänger“  die wir aus der Türkei kennen.

Zwischen „Islam“ und „politischem Islam“(Verfälschten Islam)  gibt es einen diamateriellen Unterschied. Islam bedeutet als Wort Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen und „Poltische Islam“ bedeutet Ausnützung, Tränen, Missbrauch, Hetze und Unterdrückung.

Der „politische Islam“ ist der Feind des „Islams im Koran“ der gerade auch in Österreich alle MoslemInnen (ca.700.000) in Geiselhaft genommen hat.

Der „poltische Islam“ ist ein „verfälschter Islam“, der demokratische Errungenschaften, die man vor Jahrhunderten als Land gewonnen hat, missbraucht, manipuliert und vernebelt.

 

„Wir“ und „Ihr“

Es ist eine „Wir“(Aufgeklärten, Moralisch überlegenen) und „Ihr“ (Nicht-Aufgeklärten-Moralisch verdorbenen, ewige Verlierer-Cahilliye also die EuropäerInnen und säkulare MolemInnen)  Gesellschaft, die man in eine feindliche Position durch Hetze und Polarisierung bringt in der man lebt. Damit sie diese Ziele erreichen können, verwenden sie insbesondere das „Kopftuch“, obwohl das Kopftuch im Islam keine religiöse Pflicht bzw.Zeichen ist.  Wir betonen hiermit ausdrücklich  das Recht von Frauen ihre Bekleidung selbst zu wähle. Das  Kopftuchdebatte  wird  aber vorsätzlich für Ihre (Politische Islam) ideologische Ziele Instrumentalisiert und zweckentfremdet. Mann sollte aber über das Thema Kopftuch nicht alle alle MoslemInnen stigmatisieren. Das wollen die Anhänger der „Poltischen Islam“  damit hier die Spreu vom Weizen nicht mehr trennbar ist und Sie de facto Brandstifter unter dem Vorwand Feuerlöscher auftreten können.

 

Islam bedeutet Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen und nicht umgekehrt

Das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“ und „Vertrauen“.  Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt, die ihr „wahres Islam“-Bekenntnis aus dem Koran beziehen, verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten – und gewaltbereitende und selbstverherrlichende Theologien des Islam, die wir als „verfälschten Islam“ (Politische Islam) bezeichnen, kritisch zu betrachten, ja, sich von diesen um ihres Theologie Willen zu distanzieren.

Es stellt sich die Frage, ob es sich bei islamischen Kopftüchern um ein religiöses Gebot bzw. Pflicht handelt (dann müsste dieses allerdings im Koran stehen) oder ob wir es viel mehr mit einem historisch gewachsenen, politisch-religiösen-tradition Phänomen zu tun haben, das sich auf den Einfluss politischer und kultureller Traditionen zurückführen lässt und durch „Poltischen Islam“ Anhänger für die Gesellschaftsmodel „Wir“ und „Ihr“  als religiöses Gebot ausgenützt und politisiert wird.

Da das Kopftuch aber nicht  als Kopf-tuch im Koran erwähnt wird, kann es auch kein Gebot bzw. Pflicht dazu geben.Das häufig angeführte Argument, das Kopftuch solle „vor den Blicken der Männer schützen“, erscheint in unserer aufgeklärten Zeit jedenfalls vielen Leuten absurd und selbst im traditionell-historischen Kontext nicht als ganz stimmig. Im Koran gibt es nur 3 Verse bezüglich „Kopf”, “Tuch“ und „Schleier“, aber man sucht das Wort „Kopf-Tuch“ und infolgedessen „Pflicht bzw.Gebot zu Kopftuch vergeblich.
(Sure/Kapitel 24 Vers 31,  Sure/Kapitel 24 Vers 60, Sure/Kapitel 33 Vers 59). Bei Betrachtung der oben angeführten Zitate sieht man, dass das Wort „Tuch“ (Überwurf, Schleier, Kleider) vorkommt, aber nicht das Wort „Kopf-tuch“ als solches.

 

1980-Wendepunkt in der Türkei-Türkischen Erfahrungen

In der Türkei wurden vor 40 Jahren das Kopftuch, Turban und der Schleier absichtlich durch „Politische Islam“ anhänger politisiert. Bis vor 40 bis 50 Jahren diskutierte fast niemand in der Türkei  über das Kopftuch. Erst durch den Militärputsch vom 12. September 1980 und die darauf folgende Politisierung des Kopftuchs durch manche Gruppen aus Saudi Arabien, Katar und Ägypten, die die Religion für ihre politischen Interessen ausnützten, wurde es zu einem heiklen Propagandainstrument. Das Thema „Kopftuch“ wurde mit den „Migranten“ (Politischen Islam-Vereine, die eigentlich reaktionäre politische Parteien in der Türkei waren) nach Europa importiert und sorgt hier für heftige Diskussionen, auch innerhalb der Migrationsgruppen.  Die türkischen Erfahrungen sollten in Österreich, Deutschland und in der EU nicht wiederholt werden. Schließlich ist offensichtlich, dass im Islam nach den koranischen Versen und Suren keine Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuchs besteht – auch wenn das von einigen Gruppen behauptet, ausgenützt und Propagiert wird. Man sollte in Österreich Kopftuch nich politisieren. Als Österreicher und mit Überzeugung säkularer Lebenseinstellung treten wir für uneingeschränkte Meinungsfreiheit ein und spricht sich grundsätzlich gegen Kleidervorschriften aus.

 

Was heute von den Medien eigentlich kritisiert wird, sind nicht der koranische Islam und der Prophet Mohammed, sondern eine künstliche Ideologie, die Bekenntnis-Merkmale und koranische Worte des Islams, wie z.B. „Allah’ u Ekber“ (arab. allāhu akbar; übersetzt „Gott ist am Größten / ist der Größte“ – Bedeutung hat Ähnlichkeiten mit „Halleluhja“, „Gott preisen, verherrlichen, ausrufen“), missbraucht und gleichzeitig alles, was der koranische Islam ausdrücklich verbietet, praktiziert. Nämlich Intoleranz, Gewalt, Hetze, Politisierung der Glaube und die Nichtnutzung des Verstandes und der Vernunft.

 

These

Das größte Opfer dieser  Ideologie (Politische Islam) ist zuerst der koranische Islam und der Prophet Muhammed selbst, der doch die Vielgötterei und die Unmenschlichkeit bekämpft hat.

Der Koran ruft zur unbedingten Nutzung des Verstandes und der Vernunft auf und er ermahnt die Menschen warmherzig zu sein. Der Koran erinnert den Menschen daran, sein Vermögen und seine Liebe mit den Nachbarn zu teilen, egal welcher Religion, Sprache oder Nationalität man angehört. Es ist für uns Muslime schmerzlich, wenn dieser Gedanke der Nächstenliebe in der heutigen Wahrnehmung ganz untergeht und Morallosigkeit salonfähig ist. Die Türkei hat  deswegen ein Moral und Ethik Problem. Eine unmoralische Gesellschaft ist eine verdorbene Gesellschaft. Es wird alles missbraucht. Insbesondere Glaube! Es gibt sehr viele Themen, die wir besprechen, diskutieren und für die wir, mit dem Einverständnis aller, Lösungen finden müssen, weil Österreich ein Hinterland der „Morallosen Politisierten Islam“  geworden ist die wir ‘Verfälschten Islam“(Politische Islam) nennen die keine Moral und Ethik kennt und am meisten die Mehrheit der Menschen aus der Türkei schadet. Das verhindert natürlich seit  langem Integration und stört das Zusammenleben.

 

Vor zehn Jahren legte die Tochter des Gründers der Milli-Görus-Bewegung  Frau Emil Zeynelabidin ihr Kopftuch ab und schreibt folgende Worte am 23.04.2015 in der WELT:

„Die Welt ist in Verhüllte und Unverhüllte gespalten. Erst heute ist mir bewusst, unter welch einschränkenden Umständen ich durch das Kopftuchtragen gelebt hatte. Auch hätte ich mir damals nicht vorstellen können, dass es überhaupt nicht schlimm ist, kein Kopftuch zu tragen und meine Haare in der Öffentlichkeit zu zeigen.  Heute sind Frauen weltweit in Verhüllte und Nichtverhüllte gespalten. Und das im Namen der islamischen Religion. Eine (veraltete) Maßnahme aus der Zeit des Propheten ist heute zum Merkmal einer Apartheidpolitik geworden und niemanden stört es, dass dem ein Irrtum im Verständnis von Islam zugrunde liegen muss.

In der Debatte um das Kopftuch, das falsch gesetzte Prioritäten bei Muslimen und Befremden bei Nichtmuslimen zum Vorschein gebracht hat, liegt dennoch eine große Chance, mithilfe kluger Fragen die Streiterei in eine lebenspraktische Debatte umzuwandeln, um möglichen Irrtümern in Glaubensvorstellungen über Gott und den Islam nachzugehen. Was hat lieber Allah gegen Damenfrisuren? Warum soll Gott strafen, wenn eine Frau Verantwortung für ihre Reize übernimmt und Männer entsprechend Verantwortung für adäquates, faires Verhalten? Haben Männer nicht auch ihre Reize? Ist das Kopftuchtragen gesund für die Haare? Warum fällt es so schwer, auf das Kopftuch zu verzichten, wenn es doch angeblich freiwillig getragen wird?

Mein Leben ist seit zehn Jahren für mich freier und leichter geworden, ohne dass ich dabei auf meinen Glauben verzichtet habe. Im Gegenteil, durch das Fehlen meines Kopftuches genieße ich einerseits die Unauffälligkeit in der Öffentlichkeit, in der ich 30 Jahre lang ein Kopftuch trug und mich mit der religiös begründeten Bekleidungsform zum Maßstab der Zeiten vor 1400 Jahren bekannte, als man (“freie“) gläubige Frauen und Sklavinnen unterscheiden wollte. Und andererseits gefällt mir der nahe Kontakt zu Menschen, die mich als Mensch erkennen, und nicht als „die Muslimin“. Dabei schien ich als Verhüllte nicht zu wissen, was ich da wirklich genau tat. Mir hatte niemand davon erzählt, dass es sich bei der Verhüllung um ein Unterscheidungsmerkmal handelte und dass es um die „gefährlichen“ weiblichen Reize ging.

Eigentlich bestand bei mir überhaupt kein Bedarf, mich mit den Beweggründen meiner Glaubensansichten genauer zu befassen. Es gab keine Herausforderungen und Anlässe für ein kritisches Hinterfragen. Bis zur Kopftuchdebatte, die 2003 mit Fereshta Ludins Gang zum Bundesverfassungsgericht begann, war das Tragen von Kopftüchern bei muslimischen Frauen in Deutschland überhaupt kein Thema.Dass aber das Kopftuch zum Gradmesser von Gläubigkeit und Gehorsam auch gegen eine Frau gerichtet werden kann, musste ich am eigenen Leibe erfahren, als ich mich freien Willens von der Überflüssigkeit der Verhüllung löste, und damit auch von meiner Stigmatisierung und Uniformierung.

Es geht auch um die Würde von Männern

Längst hat das Kopftuch den Zweck, die Zugehörigkeit zu einer Minderheit zu markieren, statt mir als Individuum auch das Recht auf ein Aufgehen in der Allgemeinheit und Gesamtheit der Gesellschaft zu geben. Zudem ist es ein Betrug an der Weiblichkeit und eine eklatante Infragestellung der Würde von Männern. Es legt eine moralische Schamhaftigkeit bei Frauen fest, die in ihre natürliche Persönlichkeitsentwicklung eingreift. Der Glaube an Gott braucht keine demonstrativen Äußerlichkeiten. Was also hat das Kopftuch heute noch mit Islam zu tun? Nichts.“

 

Wo liegt das Hauptproblem? 

Das Hauptproblem liegt in der korrumpierten, manipulierten und mutierten Poltischen Islam-Theologie, die sich auf verfälschte Quellen und traditionelle Islam-Interpretationen stützt die wir Theologie des Verdachtes, Theologie der Gewalt nennen.

Die Islamische Welt leidet in Wirklichkeit unter einem abgöttischen Götzendienst. (Schirk) Nach außen hin wird das Wort „Allah“ verwendet und mit ihren Bärten, Turbanen und ihren schönen Gebetshäusern geben sie sich den Anschein, als ob sie gottesfürchtig wären, obwohl Gott von ihnen nur eines verlangt: Lesen, die Benutzung des Verstandes und der Vernunft, die Anpassung an Zeit und Ort und zu teilen, was man hat. Wenn man nichts zum Teilen hat, dann sollte man zumindest das Wort „Salam“, als Friedenstifter, mit dem Nachbarn teilen.

Die  nicht weniger Teil der muslimischen Welt bekennt sich zu dieser Verstands-beleidigenden Theologie der Verachtung und Gewalt und sieht sie als ihre wichtigste Säule in der Interpretation des Islams. Durch die verbreitete, muslimische Theologie werden alle guten Werte der eigentlichen Friedensreligion Islam aus ihrer Kern-Botschaft, nämlich, dass die Religion für das Glück der Menschen und zur Verherrlichung Gottes da ist, absichtlich herausgerissen und manipuliert, nämlich insofern, als man behauptet, dass der Mensch für die Religion geschaffen wurde – so wurde und wird der Koran für dynastische, monarchistisch-faschistische Zwecke und in Form eines politisch instrumentalisierten Glaubens vorsätzlich missinterpretiert.

Der koranische Islam setzt ethisch und moralisch hohe Tugenden voraus, aus denen die Menschen zeit- und ortsgemäß ihr Leben, sei es innerhalb einer Demokratie, sei es in der Republik, in Frieden leben können. Und nicht umgekehrt, wo der Mensch zum Knecht eines Vielgötterglaubens wird, wo Menschenknochen und Steine als Vermittler zwischen Gott und dem Menschen stehen. Und das ist die Ursache dieses großen Dramas, das die islamische Welt gerade durchleben muss.

Eine sehr schwierige Aufgabe ist daher die Aufklärung, um die Spreu (namentlich den „verfälschten Islam“) vom Weizen (dem „wahren Islam“) trennen zu können. 

Also den „wahren Islam“, der auf Friede, Wohlbefinden und Nächstenliebe beruht, von dem „verfälschten, traditionalistischen Islam“.

Ganz umgekehrt die die Propagandisten der Poltischen Islam Anhänger unterdrücken, diskriminieren und divergieren die Gesellschaft.  Man muss auf der Seite der unterdrückten sein und sich solidarisieren.

Lieber Herr Bundespräsident „WIR“ brauchen Ihre Solidarität.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

DI Birol Kilic

Quellen:

Welt-Artikel-Emel Zeynelabidin

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article139984819/Im-Iran-oder-Saudi-Arabien-waere-ich-laengst-tot.html

 

„Im Koran sucht man das „Kopf-tuch“ vergeblich! Burka, Burkini, Bushiya, Hijap, Chador(Abaya) und Nigab sowieso…“

http://www.turkischegemeinde.at/

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Trauer um den bedeutenden Brückenbauer Dr. Ahmet Cemal

Wien. Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) trauert um den bedeutenden Schriftsteller und deutsch-türkischen Übersetzer und Brückenbauer zwischen Österreich und der Türkei Ahmet Cemal (1942–2017). TKG möchte seinen Namen in Wien verewigen. Die Republik Österreich sollte großes Interesse daran haben einen der bedeutendsten Exporteure der österreichischen Kultur in der Türkei in Wien zu verewigen um zu zeigen, dass es hier um Werte geht und nicht um die Abstammung.

Am 1. August 2017 starb in Istanbul im 76.  Lebensjahr der Schriftsteller und Übersetzer Dr. Ahmet Cemal Durch seine Übersetzungen hat Cemal einen großen Beitrag dazu geleistet, dass österreichische Literatur in der Türkei bekannt werden konnte.

Cemal kann somit als „Honorarösterreicher“ bezeichnet werden, der sich in äußerst umfangreichem Ausmaß in den Verdienst der bilateralen Kulturvermittlung gestellt hat.

 

Er war eine der bedeutendsten literarischen Persönlichkeiten, die die deutschsprachige Kultur an die türkischen Leser weitergereicht hat. Er brachte Licht und Sonne in das intellektuelle türkische Leben.

Ahmet Cemal hat sich mit Übersetzungen von Autoren wie Bachmann, Broch, Celan, Musil, Rilke und Zweig ins Türkische als Vermittler der österreichischen Literatur einen Namen gemacht. Er war nicht nur ein leidenschaftlicher und unermüdlicher Übersetzer, sondern auch Journalist und Schriftsteller und vor allem ein Liebhaber der österreichischen Literatur.

 

Ahmet Cemal war Absolvent des österreichischen St. Georg-Kollegs in Istanbul. Nach seinem Jus-Studium an der Universität Istanbul nahm Cemal seine Lehrtätigkeit an der germanistischen Abteilung dieser Universität über die Kunst und Technik des Übersetzens auf. Des Weiteren war er Lehrbeauftragter an der Anadolu Universität in der Stadt Eskisehir in der Türkei für Ästhetik, Kunst-, Kultur,- und Theatergeschichte, wofür er auch das Ehrendoktorat erhielt.

 

Cemal hielt auch zahlreiche Vorträge in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur in Wien sowie an den Universitäten Wien und Innsbruck.

 

Außer seiner Lehrtätigkeit und seinem übersetzerischen Wirken war er auch als Kolumnist der Tageszeitung Cumhuriyet tätig.

 

Er war darüber hinaus auch viele Jahre am Österreichischen Kulturinstitut in Istanbul beschäftigt. Cemal hat wesentlich sowohl zur Verbreitung des österreichischen Kulturguts und der österreichischen Literatur in der Türkei beigetragen, als auch als Brückenbauer zwischen den beiden Staaten und Kulturen fungiert. Obwohl sein schöpferischer Schwerpunkt in der Übersetzung deutschsprachiger und insbesondere österreichischer Literatur ins Türkische liegt, hat er darüber hinaus auch zahlreiche Veröffentlichungen über Literatur und Kunst in zahlreichen Zeitschriften publiziert.

Im Jahre 2004 erhielt Ahmet Cemal den Staatspreis für literarische Übersetzung.

 

Im Jahre 2009 erhielt er für seine Übertragung von Elias Canettis „Die Blendung“ eine Übersetzerprämie des BMUKK.

 

Im Jahre 2010 wurde er mit dem „Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich“ geehrt und 2013 der Große Österreichische Staatspreis für literarische Übersetzung zuerkannt.

 

Besonders hervorgehoben wurde in Fachkreisen seine Arbeitsweise im Umgang mit Realia am Beispiel seiner Übersetzung des Romans „Malina“ von Ingeborg Bachmann.

 

Durch seine Übersetzungen der österreichischen Literatur haben türkischsprachige Leser und Leserinnen die Möglichkeit bekommen, folgende Werke (und noch einige mehr) in ihrer Muttersprache lesen zu können:

 

 Elias Canetti – Die Blendung, Das Gewissen der Worte, Die Provinz des Menschen

 

 Ingeborg Bachmann – Malina, Hörspiele, sämtliche Gedichte, Nach dieser Sintflut/Essays und Gespräche

 

 Paul Celan – ausgewählte Gedichte

 

 Georg Trakl – ausgewählte Gedichte

 

 Jura Soyfer – ausgewählte Gedichte

 

 Hermann Broch – Schicksalselegien/Rückkehr des Vergil

 

 Ernst Fischer – Franz Kafka

 

 Franz Kafka – Die Verwandlung, Der Prozess

 

 Robert Musil – Nachlass zu Lebzeiten, Der Mann ohne Eigenschaften

 

 Manès Sperber – ausgewählte Essays

 

 Stefan Zweig – Die Geschichte von Morgen/Essays, Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam

 

 Rainer Maria Rilke – ausgewählte Gedichte

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wird die Erinnerung an die Werke des Brückenbauers zwischen Österreich und der Türkei niemals vergessen, die Dr. Ahmet Cemal an die Nachwelt weitergeben hat.

 

Wir möchten alle Interessierten, die einen Beitrag für dieses Bemühen einen Beitrag leisten möchten, dazu einladen in unserer Kommission „Brückenbauer Dr. Ahmet Cemal“ teilzunehmen. Wir möchten in Wien einen Ort finden, an dem sein Name verewigt wird, damit auch in Österreich lebende Menschen aus der Türkei sehen können, dass kulturelle und durch Bildung erreichte Leistungen und Arbeiten in Österreich geschätzt und geehrt werden.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

Dipl.- Ing Birol Kilic

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28 08 2017
By: Redaktion 0

Islamic Banking und „orthodoxer“ Halal-Regeln verstößen gegen das EU Recht? 31 Thesen!

Islamic Finance bzw. Islamic Banking und  „orthodoxer“ Halal-Regeln verstößt gegen das EU-Recht und das EU-Diskriminierungsverbot.

Eine Analyse von Birol Kilic  


„Das Scharia-Recht“bzw. Scharia-Gesetzgebung  und die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme sind in Europa verboten. Ich bin nicht gegen den „Islam“, sondern gegen Islamic „Banking“, das gerade von einer Privatbank als erste Bank in Österreich ab Februar starten soll. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in seiner Entscheidung vom 13.2.2003 etabliert und anerkannt, dass das „Scharia Recht“ und die Diskriminierung, die sich aus dem Scharia Recht ableitet, sowie die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme, in Europa verboten sind.

Am 14.01.2016 wurde in mehreren Zeitungen in Österreich folgendes berichtet:

„Als erste österreichische Bank (Name bekannt), wagt sie sich in das wachsende Geschäft mit „Islamic Banking“ – eine Finanz- und Anlageform, welche die Scharia, das religiöse Gesetz des Islam, als Grundlage hat. Zinsen sind beim „Islamic Banking“ verboten, wie auch Geschäfte mit Unternehmen, die in Glücksspiel, Waffen, Alkohol oder Pornografie investieren. Überwacht werden diese Regeln von einem Korangelehrten (Scharia-Board). Als Zielgruppe werden die fast 600.000 in Österreich lebenden Menschen genannt, die sich zum muslimischen Glauben bekennen. Abgesehen hat es die Bank vor allem auf die türkische und bosnische Community, die zum Teil in der Muttersprache betreut wird. Der Flüchtlingsstrom aus dem arabischen Raum dürfte zusätzliche Nachfrage nach den Produkten bringen. Vor Jahren verlief ein ähnliches Projekt der Oberbank noch im Sand.“


Hier die 31 Thesen, warum diese das Islamic Banking in aller Freundschaft nicht unterstützt gehört:

 

Die Sach­ver­halts­dar­stel­lung:

1. Islamic Finance (Banking, Versicherung) verstößt gegen das EU-Recht in allen 28 EU-Staaten, die freie Marktwirtschaft, die WTO-Regeln, das UWG, und die nationalen Gesetze von 170 Staaten in der ganzen Welt. Was hat die Religion mit dem Bankwesen zu tun? Halal-Zertifizierungen (Konformitätsbewertungen) sind kommerzielle (wirtschaftliche) Tätigkeiten mit einem Gewerbeschein, und keine religiösen Tätigkeiten. Konformitätsbewertungen sind kein Monopol der Glaubensgemeinschaften. Durch „konservative politische islamische Gruppen“ wird aus unserer Sicht, die „Islamische Religion“ als Vehikel benutzt um allen Bereichen der EU einen steuerbaren Marktmechanismus aufzuerlegen. In Koran und Sunna gibt es kein Scharia-Board. Dieses ist vor einigen Jahrzehnten erst von den poltisierten Islam Parteien und Verbänden für die Steuerung des europäischen und weltweiten Exportes Ihrer Politik (poltisierter Glaube) von Wirtschaft und Gesellschaft „erfunden“ worden. Hier wird unter dem Vorwand der Religionsfreiheit ein steuerbarer Marktmechanismus bei Halal-Zertifizierungen (inkludiert Islamic Banking, Islamic Finance, Islamic Versicherung) aufgebaut, der gegen das EU Recht, die freie Marktwirtschaft, das Gleichbehandlungsgesetz und das Diskriminierungsverbot der EU verstößt. Die Freiheit der Religionsausübung ist in erster Linie eine Angelegenheit des Gewissens jedes Einzelnen. Aber die Sphäre des individuellen Gewissens ist grundverschieden von der des „Privatrechts“, welches die Organisation und das Funktionieren der Gesellschaft als Ganzes betrifft und wo sich der Rechtsstaat aufbaut. Hier beginnen die Probleme für uns als säkulare muslimische AustrotürkInnen. Hier wird nach unserer Meinung auch unsere Religion Islam missbraucht.

2. 96 Artikel der konsolidierten Fassung des „Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union“, gültig ab 30.3.2010 (Amtsblatt der Europäischen Union C 83/47), 15 Artikel des „Vertrages über die Europäische Union“ (C 83/13) und 16 Artikel der „Charta der Grundrechte der Europäischen Union“ (C 83/02), werden durch die Zulassung von „Halal“ und „Islamic Finance“ verletzt. Um dem EU Staatsgrundsatz der Trennung von Kirche und Staat keine Umgehungsmöglichkeit zu schaffen, forden wir in diversen Normen Entstehungsprozessen, international und national, besonders dem Thema widmend, eine Normierung dieses Themas in allen Bereichen zu unterbinden!

3. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in seiner Entscheidung vom 13.2.2003 etabliert und anerkannt, dass das Scharia Recht und die Diskriminierung, die sich aus der Scharia ableitet, sowie die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme, in Europa verboten sind: „Die Einführung verschiedener Rechtssysteme kann nicht als vereinbar mit der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) betrachtet werden. Überdies würde es dem Diskriminierungsverbot des Art. 14 EMRK widersprechen. Die Scharia ist unvereinbar mit den grundlegenden Prinzipien der Demokratie, die in der Konvention festgeschrieben sind. Die Freiheit der Religionsausübung ist in erster Linie eine Angelegenheit des Gewissens jedes Einzelnen. Die Sphäre des individuellen Gewissens ist grundverschieden von der des Privatrechts, welche die Organisation und das Funktionieren der Gesellschaft als Ganzes betrifft.“
(Quellen: EGMR Entscheidung 13.2.2003, Bsw41340/98,  Bsw41342/98, Bsw41343/98,  Bsw41344/98)

4. Das gesamte bisherige Rechts- und Gesellschaftssystem wird ausgehebelt und das Scharia-Recht in Österreich und Europa eingeführt. Wenn es in allen europäischen Ländern „Ausnahmen und Befreiungen“ für eine Unterscheidung und Differenzierungen zwischen „Halal“ (reinen, erlaubten) und „Haram“ (unreinen, nicht erlaubten, verbotenen) EU-Produkten, EU-Unternehmungen, EU-Lebensmittel-Sektoren, die EU-Finanzdienstleistungs-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Arbeiter, Angestellte und Verbraucher in der EU gibt, würde sich eine neue rechtliche Situation in ganz Europa entwickeln, die in Widerspruch zu den bestehenden Grundsätzen der EU stehen. Die Einführung eines Islamischen Rechtssystem – (siehe letzte Entscheidungen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) unter Saudi Arabien etc.) führt zu einer Spaltung der europäischen Gesellschaft: Zweiklassengesellschaft. Wir müssen hier in aller Freundschaft Einspruch erheben. So nicht!

5. Bei Rechtsstreitigkeiten müssen die Gerichte, Verwaltungsbehörden, der Oberste Gerichtshof, der Verwaltungsgerichtshof und der Verfassungsgerichtshof auf Grundlage des Scharia-Rechtes entscheiden und zwischen „reinen“ (erlaubten) und „unreinen“ (verbotenen) Produkten, Unternehmen, Konsumenten und Arbeitnehmern unterscheiden. Die zahlreichen Anstöße aus dem arabischen Raum übersehen für die europäischen Rechtskreise nämlich ein zentrales Faktum: Fragen der technischen Normung sind vom jeweiligen Gesetzgeber ganz genau für den Standardisierungs-Vorgang zugewiesenen Regelungseinheiten definiert, die ansonsten den parlamentarischen/demokratischen Prozess zur allgemeinen Gesetzeswerdung nicht stören dürfen. Somit darf es auch nicht sein, dass mit technischer Normung Grundprinzipien des Rechtstaates umgangen werden, wie z.B. jenes Faktum, dass das Staatskirchenrecht jedenfalls eine parlamentarische Aufgabe ist und keine Angelegenheit eines technischen Standards.

Es ist daher unvertretbar, parlamentarische Kompetenzen durch Herabstufung auf technische Normen zu nivellieren und zu umgehen. Ganz generell darf das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat auch und gerade im technischen Bereich nicht durch Hereinnahme islamischer Vorschriften verwässert werden.
Auch aus Sicht der technischen Normengestaltung ist es einfach widersinnig für ein und dieselbe Sachfrage einmal eine sogenannte säkulare Norm zu schaffen und parallel dazu eine sogenannte Islam-konforme Norm, denn es besteht die Gefahr, dass auch die Frage eines allfälligen Vorrangs einer Norm nach dem Kulturkreis und politischer Einflussnahme entschieden werden könnte. Zum letzten Punkt ist besonders anzumerken: Über die Nomenklatur, was HALAL/rein und was HARAM/unrein ist, herrscht zwischen den Glaubensrichtungen der Schiiten, der Sunniten und der Alewiten kein einheitliches Verständnis. Entscheiden sich Firmen wegen der Hoffnung auf neue Geschäftsfelder, Kundenwünschen nach religiös gestalteten Produkten entgegen zu kommen, ist das jeweils eine eigene Unternehmensentscheidung auf freiwilliger Basis –mit allen Konsequenzen, die ein solcher Entschluss mit sich bringt. Die Umstrukturierung der EU-Wirtschaft wird die Folge sein. Das Geschäftsvolumen für alle Bereiche des Lebens der EU-BürgerInnen soll bis zum Jahr 2050 für „Halal food“ (Lebensmittel, Getränke etc.) und „Islamic Finance“ (Bankwesen, Versicherungen, Finanzdienstleitungen, KFZ, Häuser, Wohnungen, etc.) beabsichtigen in jedem Jahr rund 2 Billionen Euro in ganz Europa zu erreichen.

Eine solche Überlegung der Marktteilnahme rechtfertigt jedoch nicht die Schaffung allgemeiner Normen „erga omnes“(gegenüber Allen – kennzeichnet absolute Rechte, die nicht nur wie etwa vertragliche Rechte inter partes wirken, sondern gegenüber jedermann Geltung beanspruchen).

6.  Der Hintergrund des Scharia-Rechts „Halal“ (und auch „Islamic Finance“) diskriminiert die Wirtschaft, Lebensmittel-Sektoren (Hersteller und Konsumenten), die Finanzdienstleistungen-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Produkte, Arbeiter, Angestellte und Verbraucher nicht nur in Österreich sondern in der ganzen Welt. Dies ist eine Verletzung des Gleichheitsprinzips. Die Konzeption (durch politisierten Glauben des Islam) von „Halal“ und „Haram“ wird unserer Ansicht nach der Europäischen Integrationspolitik entgegenwirken und steht in Widerspruch zu den Prinzipien der säkularen Europäischen Union.

7. Es gibt keine Trennung zwischen Staat und Religion.

8. Das Scharia-Recht ist die Grundlage des Islamic Finance Vertrages zwischen Bank und Kunde und umfasst alle Lebensbereiche und Handlungen eines Menschen.

9. Die Scharia hat keine fixierte Gesetzessammlung wie etwa österreichische Gesetzestexte im Bürgerlichen Gesetzbuch oder im Strafgesetzbuch, sondern eine Methode und Methodologie der Rechtsschöpfung. Die Scharia („Rechtsgutachten“) ist nicht der koranische Islam, sondern eine Deutung und ist daher subjektiv. Der Koran wurde bislang falsch interpretiert, sagen moderne Theologen. Der Theologe fordert eine Befreiung des Glaubens.

10. Religiöse Vorschriften und das Rechtsystem der Scharia stehen über den nationalen staatlichen Gesetzen und dem EU-Recht, was europäisches Recht verletzt.

11. Es wird zwischen „halal“ (reinen, erlaubten) und „haram“ (unreinen, verbotenen) Produkten, Unternehmen, Konsumenten und Arbeitnehmern unterschieden.

12. Unternehmen, Produkte, Konsumenten und Arbeitnehmer, die nicht „halal“ sind, werden in Österreich und in der EU diskriminiert.

13. Es werden der Gleichheitsgrundsatz, das Gleichbehandlungsgesetz, das Gleichbehandlungsgebot und das Diskriminierungsverbot der EU verletzt.

14. Aus den Entscheidungen der europäischen Gerichtshöfe geht hervor, dass die Einführung des Scharia-Rechtes und die damit verbundene Diskriminierung mit den grundlegenden Prinzipien der Demokratie, der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK), der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (GRC) und dem EU-Recht nicht vereinbar sind.

15. Die wiederholten Versuche verschiedener Banken und Versicherungen in Europa übersehen, dass Islamic Finance (Islamic Banking, Versicherung, etc.) den parlamentarischen und demokratischen Prozess zur allgemeinen Gesetzeswerdung nicht stören dürfen.

16. Somit darf es auch nicht sein, dass mit Islamic Finance die Grundprinzipien des Rechtstaates umgangen werden, wie z.B. jenes Faktum, dass das Staatskirchenrecht jedenfalls eine parlamentarische Aufgabe ist und keine Angelegenheit eines Standards einer Bank oder Versicherung. Die islamischen Staaten wollen sich aus vielen Presseberichten auf einheitliche Standards für sogenannte Halal-Produkte ink. Islamic Finance/Banking verständigen, die den Maßgaben des islamischen Religionsrechts (Scharia) entsprechen. Auch pharmazeutische Produkte und Kosmetika sollen geprüft werden. Anfang Dezember 2015 kam dazu am Sitz der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) im saudi-arabischen Dschidda ein zweitägiges Forum zusammen. Nach Angaben des staatlichen emiratischen Pressedienstes WAM sollte es dabei unter anderem um Fragen der Zertifizierung von Unternehmen sowie um Produktrichtlinien und Verfahrensweisen im internationalen Handel gehen. OIC-Generalsekretär Iyad bin Amin Madani betonte, Halal-Erzeugnisse umfassten nicht nur Nahrungsmittel, sondern etwa auch pharmazeutische Produkte, Kosmetika und Banken. Die Ergebnisse des Forums sollten als Empfehlungen kommendes Jahr dem Außenministerrat der OIC-Staaten vorgelegt werden. Das Marktvolumen von Produkten, die ausdrücklich in Einklang mit islamischen Vorschriften stehen, wird laut WAM auf 2,3 Billionen US-Dollar geschätzt (2,1 Billionen Euro). Davon entfallen 1,4 Billionen auf Nahrungsmittel und 506 Milliarden auf Kosmetik. Im Falle des internationalen Gründungsantrags der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) mit Sitz in Saudi Arabien oder „Vereinigte Arabische Emirate“ (V. A. E.) geht es nun nicht mehr alleine um Lebensmittel oder Finanzen, sondern es geht um fast alle Technologiefragen, um die Umwelt, um Textilien, chemische Produkte (Kosmetika), islamkonforme Krankenhausausstattungen, Logistik, usw.

-Aus österreichischer Sicht können diese Vorhaben keinesfalls gutgeheißen werden, da ganz stark in säkulare Erzeugungs-, Bedienungs-, Verkaufs- und Servicevorschriften eingegriffen werden würde.

-Halal (erlaubt, zulässig) -Zertifizierungen (siehe Spar Produkte) sind keine religiösen Praktiken, sondern wirtschaftliche Aktivitäten.
Durch „islamistische und konservative islamische Gruppen“ wird aus unserer Sicht „islamische Religion“ als Vehikel benutzt um allen Bereichen der EU einen steuerbaren Marktmechanimus aufzuerlegen.

-Die Halal-Zertifizierungen (Konformatitäts-Bewertung) sind eine kommerzielle (wirtschaftliche) Art mit einem Gewerbeschein, und keine religiösen Tätigkeiten.  Schlussfolgerung: Konformitätsbewertung (Zertifizierung) ist kein Monopol der religiösen Gemeinschaften.

17. Es ist hier unvertretbar, parlamentarische Kompetenzen durch Herabstufung auf finanztechnische Standards zu nivellieren und zu umgehen. Ganz generell darf das Prinzip der Trennung von Religion und Staat auch und gerade im finanztechnischen Bereich nicht durch die Hereinnahme von Scharia Vorschriften verwässert werden.

18. Islamic Banking verstößt gegen das EU-Recht und das EU-Diskriminierungsverbot. „Das Scharia-Recht“ und die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme sind in Europa verboten. Die Scharia wird von Menschen beeinflusst von ihren Instikten, Komplexen, Neigungen, ihren Interessen und ihrer Voreingenommenheit. Koranische Verse und Aussagen von Propheten werden hier selbst produziert, verfälscht, manupuliert – die wenigen Richtigen vernebelt, verdunkelt oder aus dem Kontext gerissen, falsch übersetzt, falsch interpretiert oder für eigene Zwecke missbraucht und an die Öffentlichkeit unter dem Vorwand „Scharia“ bzw. „Scharia Board“ (subjektives Rechtsgutachten von Menschen) gebracht. Wir haben hier den Verdacht, dass am europäischen Finanz- und Lebensmittelmarkt durch Lobbyisten systematisch aus den Unkenntnissen, Unwissenheiten bzw. Vorurteilen der Menschen bezüglich des verstandbezogenen „koranischen Islams“  im Unterschied zu subjektiven „von Menschen gemachten Scharia bzw. Scharia Vorstand(Board)“ Parallelwelten gebildet werden. Ein Beispiel sind Halal-Lebensmittel sowie Banken und Finanzprodukte, die religiöse Muslime ansprechen sollen. Wir müssen hier zur sachlichen und kritischen Aufklärung zurückkommen und das fordert ein an Wahrheit gebundenes sachliches Wissen. Also Inhalte ohne Vernebelung der Fakten und Quellen. Wir brauchen hier aber dringend wahre Freunde ohne Hetze und auch ohne Vernebelung damit wir die Spreu vom Weizen trennen können.

19. Wenn es in allen europäischen Ländern „Ausnahmen und Befreiungen“ für Unterscheidungen und Differenzierungen zwischen „Halal (reinen, erlaubten) und „Haram“ (unreinen, verbotenen) Produkten, Unternehmungen, Lebensmittel-Sektoren, Finanzdienstleistungs-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Arbeitern, Angestellten und Verbrauchern gibt, würde sich eine neue rechtliche Situation in ganz Europa entwickeln, die in Widerspruch zu den bestehenden Grundsätzen der EU steht.

20. Die Einführung eines islamischen, finanztechnischen Rechtssystems neben dem bereits bestehenden europäischen Rechtssystem und die Unterscheidung in „halal“ und „haram“ führen zu einer Spaltung der europäischen Gesellschaft (2-Klassen Gesellschaft), was nach EU-Recht verboten ist.

21. Jedes Finanzinstitut, das diese Grundsätze nicht einhält, macht sich strafbar und schadenersatzpflichtig.

22. Beim bisherigen europäischen und weltweiten Finanzsystem nehmen die Bürger, Firmen und Behörden einen Kredit auf und sind der Besitzer ihres Eigentums. Bei Islamic Finance sind die Finanzinstitute der Besitzer des Eigentums für die Dauer der Rückzahlungsraten im Zeitraum von zwanzig oder dreißig Jahren bis zur letzten Rate. Es kommt zu einer Umverteilung des Vermögens.

23. Im Jahr 2050 werden etwa 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben, wovon etwa 2,5 Milliarden Muslime sein werden.

24. In der Vergangenheit sind bereits zahlreiche Finanzinstitute insolvent geworden. Die Konkursmasse beinhaltet auch das Eigentum von Islamic Finance. Durch die Finanzkrise der Finanzinstitute geht bei einer Insolvenz das Vermögen in die Konkursmasse über.

25. Fast alle weltweiten Finanzinstitute haben ausländische Beteiligungen. Diese nehmen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Einfluss auf die Länder. Durch die Umverteilung des Vermögens kommt es zu einer verstärkten Einflussnahme, was gegen das EU-Recht und den Gleichheitsgrundsatz sowie gegen die Interessen der EU verstößt.

26. Wenn EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Staaten erkennen, dass die finanztechnische Islamisierung der europäischen Wirtschaft und des Finanzwesens eine Bedrohung der EU-Grundsätze ist, muss damit gerechnet werden, dass es EU-Vertragsverletzungsverfahren mit sehr hohen Schadenersatzbeträgen und sehr schwerwiegenden Sanktionen gegen die jeweiligen Finanzinstitute und EU-Staaten gibt.

27. Warum gibt es nicht Begriffe oder Bestimmungen mit dem Namen „Jewish Banking“ oder „Christian Banking“, aber den Begriff „Islamic Banking“? Und warum unterstützen das so gerne viele Europäer gierig mit verschiedenen sehr bedenklichen Argumenten? Welche Länder, welche politischen Parteien, Institutionen, Verbände, Medien, Finansinstitute (in Österreich und in der Welt) und welche Personen mit welchen Zwecken unterstützen Islamic Finance (Banken, Versicherungen)?

28. Warum versucht man im Islam so etwas wie Islamic Banking aufzubauen, das sogar in der Türkei von der Mehrheit der Bevölkerung (75 Mio. Einwohner) nicht angenommen wird. (ab 1980 steigend)

29. Das Wort „Riba“ im Koran darf nicht als „Zins“ verengt interpretiert werden, sondern deutet auf jede heuchlerische, underdrückerische und ausbeuterische Vermehrung des Vermögens hin.

30. Wie können also zwei türkische Banken (Vakifbank, Denizbank) auf dem freien Markt sogar mit höheren (Spar- und Kredit-) Zinsen als ihre Konkurrenz in Österreich Kunden gewinnen und Inserate auf den (teuren) ersten Seiten der Zeitschriften und Magazine in Europa täglich für solche Spareinlagen schalten?

31.  Wir möchten eines hervorheben:  Die Scharia und „Scharia Board“ etc. sind keine fixierte Gesetzessammlung (wie etwa  öster. Gesetzestexte im Bürgerlichen Gesetzbuch oder im Strafgesetzbuch), sondern eine subjektive von Menschen gemachte Methode und Methodologie der Rechtsschöpfung“. Der Begriff Scharia (Bedeutung: Weg zur Wasserquelle, deutlicher, gebahnter Weg) hat seinen Ursprung im Koran.

Erwähnt wird er dort jedoch nur an einer einzigen Stelle: Sure 45, Vers 18, wo er ursprünglich den Pfad in der Wüste bezeichnet, der zur Wasserquelle führt, woraus sich für Muslime der göttliche Ursprung der Scharia herleitet, die seine Bezüge nach dem Zeitalter der Kinder Israels nehmen. Sure 45 Vers 18: „Hierauf (das heißt nach dem Zeitalter der Kinder Israels) haben wir dich in der Angelegenheit auf einen (eigenen) Ritus festgelegt“. Das Wort „Ritus“ steht in vielen Übersetzungen für Scharia als religiöses Gesetz und hier liegt das Problem. Sollte nicht gegen diese verkehrte Logik, die hier Kunden, Institutionen, politische Parteien und Medien für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, demokratischer Einspruch erhoben werden?

Fazit: Nach unserer Meinung sind diese „Halal“-Produktlinien (halal bedeutet übersetzt „erlaubt“) und das „Islamic Banking“ durch die Unterstützung mancher Standesvertretungen bzw. Personen nicht Formen der erwünschten kulturellen Vielfalt, sondern Anzeichen für die Schaffung einer „parallelen Welt“ oder sogar eines „parallelen Planeten“ in ganz Europa.Diese Entwicklung verfolgen wir Europäer mit türkischer Abstammung kurz „Euro-Türken“ deswegen mit Trauer, weil hier der wahre Glaube (der Islam), der im Koran schwarz auf weiß aufgezeichnet ist, gegenüber den Menschen verfälscht („Verfälschter Islam“) wiedergegeben wird. Das schafft leider Vorurteile und erschwert das Zusammenleben. Alle politisch Handelnden stehen nun in der Pflicht und in der Verantwortung, alles daran zu setzen, dass die Menschen friedlich zusammenleben können und die Religion nicht missbraucht wird.

Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass wir als Menschheit friedlich zusammenleben müssen. Denn das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“, „Aufklärung“ und „Vertrauen“. Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten: Friede, Glück, Wohlbefinden, Vertrauen und Aufklärung!  (Birol Kilic)

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