Jahr: 2018

24 12 2018
By: TKG 0

Türkische KULTURgemeinde: „Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wünscht allen ein frohes Weihnachtsfest und ein friedvolles Neues Jahr 2019! Warum  ist der Tannenbaum-Kultur  auch Türkisch?

Wir alle sind Menschen mit Heimat und Gesinnung und nicht bloß Namen oder Nummern auf einem Ausweis!

Weihnachten ist ein Fest, welches von Gläubigen, weniger religiösen und nicht religiösen Menschen gleichermaßen  gefeiert wird.

Kaum jemand kann sich den Festlichkeiten im intimen Familienkreis oder bei Freunden entziehen.

Auch nicht alle aber zehntausende Menschen aus der Türkei in Österreich. Wir freuen uns genauso. Weil die besinnliche Stimmung viele Menschen aus der Türkei die Ihre „Neue Heimat“ als Österreich sehen auch sehr berührt und Freude bereitet.

Auch im neuen Jahr wollen wir das Gemeinsame vor das Trennende stellen, nicht nur in religiösen, sondern auch in politischen und alltäglichen Angelegenheiten und Fragestellungen weil die Werte Europas glauben wir sind stärker als Hass und Gewalt.

Der Tannenbaum-Kultur ist auch Türkisch

Die „Urtürken“ und der Tannenbaum- Nardogan Fest immer am 22.12

Die renitente 93-Jährige ist Altertumsforscherin Prof. Dr. Muazzez Ilmiye Çig behauptet sogar die Ursprünge des Weihnachtsbaumes in der zentralasiatischen Steppe ausfindig gemacht haben.

Vor langer Zeit, so schreibt sie, laut Spiegel Bericht „huldigten dort die Vorfahren der Türken einem Gott, den sie Ulgen nannten. Dieser Gott trug einen langen Bart und einen langen Mantel, und er wohnte in einem glitzernden Palast im Himmel.

Erreichen konnte man den Palast nur über einen gewaltigen Baum, der vom Mittelpunkt der Erde bis hin zu den Sternen ragte. Um Ulgen für die Wintersonnenwende zu danken, richteten ihm die Urtürken jedes Jahr am 23. Dezember ein großes Fest aus. Nun musste Ulgen irgendwie ihre Gebete erhören. Also beschmückten die Menschen einen Baum mit kleinen Schleifen, wobei jede Schleife einen Wunsch symbolisierte. Und dann luden sie ihre Verwandten ein, sangen und tanzten um den Baum. Ein Brauch, den später die Hunnen auf ihren Kampfrössern nach Europa brachten, wo ihn alsbald die Christen übernahmen. Eine interessante Theorie. Deswegen Lametta und Lichterketten überall in Istanbul. In Istanbul lassen sich auch konservative Muslime sogar  von der globalen Weihnachtsstimmung anstecken. Zumal die Festtanne wie oben beschrieben eh eine Erfindung der „Urtürken“  ist, sagt die renitente Altertumsforscherin Muazzez Ilmiye Çig.“
    

 

Frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr!

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Obmann
DI Birol Kilic

 

 

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18 12 2018
By: TKG 0

Rechtstaat Österreich ist mit dieser unabhängigen Höchstgerichts  Erkenntnis ein Vorbild 

Die Stellungnahme der Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) in Österreich bezüglich der letzten Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs ist wie folgt:

„Es war kein Mitglied der TKG davon betroffen, jedoch haben wir sehr viele Anrufe und Gespräche mit Betroffen führen müssen, bei welchen wir stets eines gesagt haben: Haben Sie vertrauen an die Höchstgerichte in Österreich. Die Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes ist eine Einzelfallentscheidung die sicher eine Präzedenzwirkung, dessen Entscheidung sich zum Maßstab anderer solcher Fälle entwickelt wird, hat. Hier hat der Verfassungsgerichtshof in seiner gestrigen Erkenntnis die Beweismaterialien erstens als nicht tauglich erklärt und zweitens die Beweislast nicht an den Bürgern sondern bei der Behörde als Erkenntnis klargestellt.  Das Verfahren vor dem VfGH ergab, dass der fragliche, nicht authentische und hinsichtlich seines Ursprunges und des Zeitpunktes seiner Entstehung nicht zu ordenbare Datensatz kein taugliches Beweismittel für die Feststellung der Annahme einer fremden Staatsangehörigkeit darstellt.Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtes Wien (VGW) zum Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft infolge des (behaupteten) Wiedererwerbes der türkischen Staatsangehörigkeit aufgehoben. Der Beschwerdeführer ist durch das angefochtene Erkenntnis im verfassungsgesetzlich gewährleisteten Recht auf Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz verletzt worden, so der VfGH. Das VGW hat im vorliegenden Fall seine Verpflichtung zur amtswegigen Ermittlung des maßgeblichen Sachverhaltes in qualifizierter, in die Verfassungssphäre reichender Art und Weise verletzt. 

Soweit das VGW seine Entscheidung auch darauf stützte, dass der Beschwerdeführer seine Mitwirkungspflicht verletzt habe, weil er keinen Auszug aus dem türkischen Personenstandsregister vorgelegt habe, hielt der VfGH fest, dass das Vorliegen der Voraussetzungen für den Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft von der Verwaltungsbehörde bzw. vom Verwaltungsgericht festzustellen ist. Auf eine allfällige Verletzung der Mitwirkungspflicht des Betroffenen ist dabei zwar Bedacht zu nehmen. Diese enthebt die Behörde aber nicht ihrer Verpflichtung zur amtswegigen Ermittlung des Sachverhaltes. Keinesfalls darf die Beweislast für den (Nicht-)Wiedererwerb der türkischen Staatsangehörigkeit ohne weiteres auf den Betroffenen überwälzt werden.

Wir leben in einem freiheitlich, demokratischen Rechtsstaat mit Gewaltenteilung.  Es ist etwas sehr wertvolles ein Bürger der Republik Österreich zu sein. Deswegen sollten insbesondere Menschen aus der Türkei nicht mehr die Politik aus der Türkei nach Österreich importieren. Wir erwarten, dass man in Zukunft bei den Wahlen in der Türkei insbesondere Menschen aus der Türkei in Österreich, in Ruhe lässt. Wir wünschen uns eine freiheitliche, demokratische, rechtsstaatliche und wirtschaftlich starke Türkei.  Republik Österreich könnte besonders mit dieser unabhängigen Höchstgerichts  Erkenntnis ein Vorbild sein.“

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16 11 2018
By: TKG 0

Goldenes Ehrenzeichen der Republik Österreich-Herzliche Gratulation

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG) Beitrat erhält Goldenes Ehrenzeichen der Republik Österreich.

Wir gratulieren hiermit herzlich im Namen der Türkische Kulturgemeinde in Österreicher (TKG) unseren Beirat Herrn Dr. Akkan Suver, in Istanbul, der als Chef der Marmara Foundation das goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich überreicht bekommen hat. Herr Dr. Suver hat in Ankara in der österreichischen Botschaft am 12. November 2018 das Goldene Ehrenzeichen von der Botschafterin Frau Dr. Ulrike Tilly empfangen. Wir haben die englische Version seiner Dankesrede in deutscher Sprache wie folgt übersetzt. Wir freuen uns, dass man auch einige Gedanken der TKG, insbesondere die Passarowitz Friedensvertrag vom 21.06.1718, miteingeflossen sind.


Die Rede von Dr. Akkan Suver in Ankara in der Österreichischen Botschaf
t

Ankara, 12.11.2018

Eure Exzellenzen, verehrte Gäste, sehr geehrte Damen und Herren,

bevor ich mit meiner Rede beginne, geht meine aufrichtige Dankbarkeit an H.E. Mme. Dr. Ulrike Tilly, der Botschafterin von Österreich in Ankara, welche uns heute zusammengebracht hat, für Ihre sorgfältige und selbstlose Gastfreundschaft.

Bevor ich meine Rede beginne, geht meine Dankbarkeit auch an H.E. Erhard Busek, welcher zu meiner Zeremonie des Medal Awards gekommen ist. Eine große Wertschätzung hat die Republik Österreich meinen Bemühungen, die mit meinen Kollegen der Marmara Group Foundation, bezüglich Frieden und Dialog im Bereich der zivilen Gesellschaft, mit einer Medaille ausgedrückt. Das ist eine Demonstration und ein nobles Beispiel von Österreichs Beitrag zur zivilen Gesellschaft und humanitären Werten. Ich möchte euch wissen lassen, dass diese Ehrung mit der Medaille, nicht nur mein Herz berührt hat, sondern mich und meine Kollegen sehr stolz gemacht hat.

Um zu meinem Wort zu stehen, möchte ich hinzufügen, dass das Vienna Economic Forum, ein Teil der zivilen Gesellschaft und einer der wichtigsten Think-Tank Organisationen in Österreich, mich 2014 und 1017 mit dem „Success Award“, für meine Bemühungen an den Eurasion Economic Summits, im Bereich Frieden und Dialog geehrt hat. Ich nutze diese Gelegenheit um meinen herzlichen Dank dafür auszusprechen.

Der Eurasische Wirtschaftsgipfel, der unsere Bemühungen um die Weitergabe von Kulturen und Zivilisation von Menschen an Menschen in Harmonie darstellt, hat nichts anderes als die Absicht, dem Fundament für nachhaltigen Frieden und Wohlstand zu dienen. Mit diesem Glauben, wenn der Gedankenaustausch unter der Führung des Dialogs zwischen den Menschen etabliert ist, können wir Frieden erreichen und noch besser in menschlichem Anstand leben.

Ich betrachte diese Medaille nicht als bloßes Abzeichen. Diese Medaille bringt eine zusätzliche Verantwortung mit sich. Es ist die Verantwortung, noch härter dafür zu arbeiten, der Menschheit zu dienen und fruchtbarere Projekte zu ermöglichen.

Sehr geehrte Damen und Herren, vor dreihundert Jahren, am 21. Juli 1718, wurde nach einem zweijährigen Krieg der Vertrag von Passarowitz zwischen dem österreichischen König Karl VI. und dem osmanischen Sultan Ahmet III. unterzeichnet.

Die österreichischen Staatsmänner haben einen Auszug zu Beginn des Vertrags in lateinischer Sprache verfasst: „Nach dem blutigen und verheerenden Krieg, der vor zwei Jahren aufgrund des Unglücks zwischen dem österreichischen Kaiser und Sultan Ahmed dem Allmächtigen ausgebrochen war, kam es zu erheblichen Schäden, Not und Unglücks sowie kommerziellen Verlust. Die beiden Imperien, zusammen mit Gottes Willen, haben einen guten Grund für unnachgiebige Parteien erreicht, Versöhnung zu leisten, ein solches Blutvergießen zu vermeiden, das Wohlergehen der Kinder beider Imperien zu fördern und eine Überwachung für die Verbesserung ihrer Völker zu schaffen. “

Mit diesen weisen Worten können wir die Beziehung zwischen der Türkei und Österreich besser einschätzen. Schubert, Freud, Mozart, Beethoven, Strauss, Kafka, Romy Schneider, Arnold Schwarzenegger, Herbert von Karajan, Gustav Mahler, Nicky Lauda und Bruno Kreisky wurden alle in Österreich geboren. Baron Joseph von Hammer ist eine weitere bemerkenswerte Figur dieser Geographie. Er liefert die genaueste historische Darstellung des Osmanischen Reiches und bildet das Rückgrat unserer historischen Kultur. Daher ist die Seele, die uns heute hierhergebracht hat, das Erbe der Kultur und Zivilisation, die von der Vergangenheit an die Gegenwart weitergegeben werden. Heute hat sich dieses Erbe zwischen der Türkei und Österreich zu einer neuen Dimension entwickelt. Ich glaube, dass diese Medaille, die ich heute hier erhalte, zu neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Österreich führen wird. Bitte deuten Sie meine Worte nicht als „blumige Sprache“.

In dieser Hinsicht bleibe ich hoffnungsvoll und möchte meine Worte mit dem Hinweis auf eine vollkommenere österreichisch-türkische Beziehung abschließen. Ich habe die Hoffnung in mir, dass Österreich auch das Thema Zollunion im Rahmen einer 500-jährigen Freundschaft betrachten kann.

In meinem Namen sowie im Namen der Marmara Group Foundation, welche ich vertrete, bedanke ich mich beim Staat Österreich nochmals herzlich für diese Medaille und möchte Sie wissen lassen, dass ich die Medaille mit viel Stolz und Verantwortung schätzen werde.

Ich danke auch meinen Kollegen der Marmara Group Foundation, deren Unterstützung mich dazu geführt hat, heute hier zu sein.

Zum Schluss möchte ich meine Dankbarkeit auch meiner Frau Müjgan Suver ausdrücken, die neben mir gestanden hat und mich nicht nur als Partner, sondern auch als Freund unterstützt hat. Sie ist mir bei all den zivilgesellschaftlichen Anstrengungen und Problemen beigestanden. Und im Namen meiner Frau sowie mir selbst, danke ich auch unseren Kindern.

Und nochmals herzlichen Dank an die Republik Österreich, welcher ich hiermit auch zum 100. Geburtstag herzlich gratuliere und an unsere Gastgeberin Botschafterin H.E. Dr. Ulrike Tilly.

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12 11 2018
By: TKG 0

TKG: 100 Jahre Republik Österreich! Herzliche Gratulation…

TKG nimmt die „100 Jahre Republik Österreich“ als Anlass zur Forderung, mit der Hetze gegenüber andere Nationen und Glauben in Österreich, aufzuhören.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich gratuliert herzlich für „100 Jahre Republik“ in Österreich und warnt vor der, in den letzten Monaten zugespitzten, Hetze und Verhetzung unter verschiedenen Vorwänden, gegen Menschen aus der Türkei und allgemein gegen ca. 700.000 Muslime in Österreich. Mit diesen Verhetzungen löst man keine Probleme sondern unterstützt direkt und indirekt die radikalen Kräfte.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich hat in den letzten 25 Jahren, zusammen mit all seinen vorherigen Vereinen, gegen Religionsmissbrauch und vor Einmischung aus dem Ausland gewarnt, gekämpft und um eines gebeten: „Die Spreu vom Weizen zu trennen, zu differenzieren und sachlich.-konstruktiv zu kritisieren, damit in Österreich nicht wieder Hass, Spott und Vorurteil, wie in Vorzeiten des ersten und zweiten Weltkrieges vorherrscht.“

Verhetzung unter dem Vorwand der Kritik

Leider missbrauchen manche Parteien, NGOs und Medien Ihre Machtposition und hetzen tagtäglich die hunderttausend Menschen aus der Türkei und alle Muslime in Österreich, womit diesen das Leben seelisch und physisch schwer gemacht wird.

Als wehrhafte Demokraten müssen wir warnen

Die TKG hat bis jetzt an die Vernunft, den Verstand und den guten Willen der Mehrheit der Österreicher geglaubt und so konstruktives und zielführendes Wissen und Erfahrungen, gegen jegliche fundamentalistischen Bewegungen, für die freiheitlich demokratische Grundordnung in Österreich, als wehrhafte Demokraten zur Verfügung gestellt.

Wenn Sie Präsident Erdogan und seine verlängerten Arme in Österreich kritisieren wollen, dann kritisieren Sie direk diese Vereine und Personen und trennen Sie die Spreu vom Weizen. Nehmen Sie die ca. 300.000 Menschen nicht als Geiseln und hetzen Sie nicht gegen alle Menschen aus der Türkei in Österreich. Genauso gilt es für die anderen 700.000 muslimischen Österreicher

Als wehrhafte Demokraten sind wir auch gegen jegliche Diskrimierungen, Willkürherrschaft, kulturellen Rassismus (Neorassismus) und Antisemitismus. Insbesondere wenn es unter dem Deckmantel, „Hände reichen, aber nur für eine Gruppe an Menschen, um hier die demokratischen Kräfte abzuschaffen, Religionskritik, etc.“ gemacht wird.

Vielen Menschen in Österreich leiden unter dieser Verhetzung. Wir kennen diese Verhetzung aus der „NSDPA Propaganda„(Genug belegbare Beweise) . Unsere Aufgabe als TKG ist auch jetzt, bei „100 Jahren Republik“ zu warnen, damit man in Zukunft zumindest bei „Ursache-Wirkung“ Forschungen, als Beweiswarnung in die Geschichte geht.

ES LEBE DIE REPUBLIK ÖSTERREICH!

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20181112_OTS0132/tkg-100-jahre-republik-oesterreich-herzliche-gratulation

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10 11 2018
By: TKG 0

ATATÜRK-TKG: „Wir erinnern uns mit Respekt und Sehnsucht. Er wird immer wichtiger…“

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG): „Mustafa Kemal Atatürk, der Begründer der säkularen modernen Türkei, starb am 10. November 1938 im Alter von knapp 57 Jahren.Wir erinnern uns mit Respekt und Sehnsucht. Er wird immer wichtiger…“

Das Gedenken an Mustafa Kemal Atatürk ist in der Türkei sehr stark ausgeprägt. Im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) in Istanbul starb Mustafa Kemal am 10. November 1938.  Die Uhren im ganzen Palast stehen entsprechend alter Sitte auf seiner Todesstunde. Zum Todestag Mustafa Kemals wird in der Türkei eine Trauerminute eingelegt, zu der landesweit Sirenen erklingen.

Atatürks Patriotismus genannt hat war nach innen gerichtet, bezog sich auf die Türkei und ihre Bevölkerung und beinhaltete nach außen keine aggressive Komponente. Er lehnte eine pantürkisch motivierte imperialistische Expansion im Gegensatz zu seinem früheren Rivalen Enver Pascha ab:

„Heute sind alle Nationen der Erde fast Verwandte geworden oder bemühen sich, es noch zu werden. Infolgedessen muss der Mensch nicht nur an die Existenz und das Glück derjenigen Nation denken, der er angehört, sondern auch an das Vorhandensein und Wohlbefinden aller Nationen der Welt … Wir wissen nicht, ob uns nicht ein Ereignis, das wir weit entfernt glauben, eines Tages erreicht. Aus diesem Grund muss man die gesamte Menschheit als einen Körper und eine Nation als sein Glied betrachten.(ATATÜRK)“[23]

 

 

Die Inschrift am ANZAC-Denkmal in Gallipoli, ein Zitat von Kemal Atatürk aus dem Jahr 1934, der bei dieser Schlacht selbst an der Front stand und die meisten seiner Männer verlor: „Diese Helden, die ihr Blut vergossen und ihr Leben gelassen haben… Ihr liegt nun in der Erde eines befreundeten Staates. Daher ruhet in Frieden. Denn es gibt für uns keinen Unterschied zwischen den Johnnies und den Mehmets, dort wo sie Seite an Seite in diesem unserem Lande liegen… Ihr Mütter, die eure Söhne aus weit entlegenen Länder geschickt habt, wischt weg eure Tränen! Eure Söhne liegen nun an unserer Brust und sind in Frieden. Ihr Leben in diesem Land verloren zu haben, machte sie genauso zu unseren Söhnen.“

 

Gesellschaftsreformer (1924–1938)

Atatürk und ein Bürger, 1930

Der Bruch mit den Strukturen und Institutionen des Osmanischen Reiches blieb ein Wagnis, das Widerstand hervorrief. Einige der wichtigen Mitstreiter aus den Anfängen des Befreiungskrieges, darunter Kâzım Karabekir und Ali Fuad, trennten sich von der Volkspartei des Präsidenten und gründeten mit der Erlaubnis Mustafa Kemals im November 1924 die oppositionelle Fortschrittspartei. Diese machte sich u. a. den Respekt vor Gewissensfreiheit und religiösen Gefühlen zum Programm und gewann Unterstützung unter den Anhängern der Scharia. Zur ernsten Herausforderung der jungen Republik und ihres Präsidenten wurde diese Entwicklung, als es im Februar 1925 in Südostanatolien zu einem Aufstand von Kurden kam, deren geistiger Führer Scheich Said die Rückkehr zu Sultanat und Kalifat propagierte. Mit aller Härte und Brutalität wurde der Scheich-Said-Aufstand militärisch niedergeschlagen und dabei das Ziel verfolgt, die kurdische Opposition weitestmöglich auszulöschen. Im Juni erging ein Verbot der Fortschrittspartei; Notstandsgesetze, Pressezensur und Justizapparat wurden gegen Opponenten in Stellung gebracht. Ein 1926 in Izmir aufgedecktes Mordkomplott dreier Verschwörer gegen den Präsidenten wurde von Mustafa Kemal als Gelegenheit genutzt, mit den Häuptern der Opposition als vermeintlichen Drahtziehern des geplanten Anschlags im Rahmen eines Schauprozesses vor dem „Freiheitsgericht“ abzurechnen. Die Republik nahm Züge einer Diktatur an.

Seine gebieterische und rastlos vorwärts drängende Natur war dem Leitbild eines modernen republikanischen Staatswesens nach westlichem Orientierungsmuster verpflichtet. Schon in einer Tagebuchaufzeichnung vom 6. Juni 1918 hatte er das Grundmotiv aller späteren Reformschritte formuliert:

„Sollte ich eines Tages großen Einfluß oder Macht besitzen, halte ich es für das Beste, unsere Gesellschaft schlagartig – sofort und in kürzester Zeit – zu verändern. Denn im Gegensatz zu anderen glaube ich nicht, daß sich diese Veränderung erreichen läßt, indem die Ungebildeten nur schrittweise auf ein höheres Niveau geführt werden. Mein Innerstes sträubt sich gegen eine solche Auffassung. Aus welchem Grund sollte ich mich auf den niedrigeren Stand der allgemeinen Bevölkerung zurückbegeben, nachdem ich viele Jahre lang ausgebildet worden bin, Zivilisations- und Sozialgeschichte studiert und in allen Phasen meines Lebens Befriedigung durch Freiheit erfahren habe? Ich werde dafür sorgen, daß sie auch dahin kommen. Nicht ich darf mich ihnen, sondern sie müssen sich mir annähern.“[10]

Dieses Programm verwirklichte er Zug um Zug, nachdem er gesiegt und in der Funktion des Staatspräsidenten die erstrebte Schlüsselposition innehatte. Es war eine Vielzahl tiefer Veränderungen in Tradition und Gewohnheiten, die er seinen Landsleuten binnen weniger Jahre umzusetzen vorgab.

Auf die Abschaffung des Kalifats ließ er ein äußeres Zeichen prowestlicher Säkularisierung folgen, indem er den Hut als männliche Kopfbedeckung als Teil der „nationalen Tracht“ propagierte (Hutrevolution) anstelle des für das ganze Osmanische Reich bis dahin typischen Mischung aus Fes, Turban und Kalpak. Wer fernerhin in der Öffentlichkeit mit diesen orientalischen Kopfbedeckungen angetroffen wurde, riskierte eine Geld- oder Gefängnisstrafe. In den gleichen Zeitraum fällt das Verbot der religiösen Bruderschaften und Orden. In Ostanatolien erhob sich gegen diese Entwicklungen teilweise erbitterter Widerstand, der mit Verhängung des Ausnahmezustands, scharfen Polizeimaßnahmen und Verhaftungen beantwortet wurde. 1934 erfolgte eine zweite Kleiderreform, welche den Geistlichen das Tragen ihres Gewands nur in ihren Arbeitsbereichen (Moschee, Beerdigung) gestattete.

Eine Umwälzung gesellschaftlicher Strukturen bedeuteten die von Mustafa Kemal eingeleiteten Schritte zur Frauenemanzipation, die in einer Neuordnung des ehelichen Scheidungsrechts, in der rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau, in der Förderung einer höheren Schulbildung und im Universitätszugang auch für Mädchen und Frauen zum Ausdruck kam.

Wie bei seinem Reformwerk nahezu durchgängig, ist Mustafa Kemal auch hier mit eigenem Beispiel vorangegangen. Als der langjährige Junggeselle schließlich heiratete, war es Latife Uşşaki, eine selbstbewusste, von westlichen Einflüssen geprägte Frau, deren emanzipiertes Auftreten ihm imponierte. Die Trauung am 29. Januar 1923 fand ohne religiöse Zeremonie statt und wurde vom Bürgermeister von Izmir vollzogen, wobei Mustafa Kemal die Gelegenheit nutzte, zu verkünden, dass alle Eheschließungen in der Türkei künftig ebenfalls von Vertretern des Staates durchzuführen seien. In der Ehe wie in der Öffentlichkeit konnte Lâtife eigene Standpunkte vertreten und so zu einer Modernisierung des Frauenbilds in der Türkei beitragen. Dabei zeigte sich allerdings auch, dass Mustafa Kemal mit seinen Staatsgeschäften und nächtlichen Diskussionsrunden zu sehr befasst war, um der jungen Frau ein ihren Wünschen entsprechendes Eheleben zu bieten. Als ihre Kritik nach zweieinhalbjähriger Ehe das für ihn tolerierbare Maß überstieg, betrieb er die am 22. Juli 1925 erfolgte Trennung und am 12. August 1925 bekanntgegebene Scheidung durch ein Talakname.[12] In der Folge gelang es ihm mittels gezielter Förderung von ihm adoptierter Mädchen und junger Frauen im eigenen Einflussbereich, das Ziel der Frauenemanzipation erfolgreich zur Geltung zu bringen. Von grundlegender gesamtgesellschaftlicher Bedeutung war die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts. Seit 1930 konnten Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen, seit 1934 auch an den Parlamentswahlen.

Mustafa Kemal als oberster Lehrer der Türkei

Es ist charakteristisch für seine Arbeits- und Vorgehensweise, dass Mustafa Kemal die Reformvorstellungen, die er in groben Zügen bereits früh entwickelt hatte, einem Kreis ausgewählter Berater und Sachkundiger bei spätabendlichen Tischgesellschaften vorstellte, für die er jeweils eine spezielle Liste der Einzuladenden ausgab. Offene Kritik ertrug er schlecht und duldete sie kaum; aber ohne den Rat und die Ideen von Sachkennern gehört zu haben, machte er sich auch nicht an die politische Umsetzung seiner Projekte.

Ende 1925 wurde die islamische Jahreszählung nach der Hedschra durch die christliche Zeitrechnung abgelöst (zu Einzelheiten der Reform des Kalenders und der Jahreszählung siehe: Rumi-Kalender).[13] Zehn Jahre später trat dann der Sonntag als arbeitsfreier Tag an die Stelle des den Muslimen heiligen Freitags. Außerdem wurde das metrische System eingeführt. Die am Koranorientierte Rechtsprechung wurde durch das Schweizer Zivilrecht[13], welches mit nur unbedeutenden Anpassungen übernommen wurde, abgelöst. Die Rechtsübernahme schloss auch das moderne Erbrecht und Familienrecht des Zivilgesetzbuches ein. Daneben wurden das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht[13] übernommen.

Als Amtssprache wurde die osmanische Hochsprache der bisherigen Eliten, die stark von der höfischen Sprache Persisch und von der heiligen Sprache Arabisch beeinflusst war, in einem von Sprachwissenschaftlern begleiteten Prozess durch die türkische Volkssprache abgelöst. Bis 1928 wurde die osmanische Sprache nach islamischer Tradition in der arabischen Schrift notiert. Mustafa Kemal ließ diese durch das lateinische Alphabet ersetzen, das der vokalreichen türkischen Sprache besser entsprach. Außerdem ließ es sich mit deutlich weniger Zeitaufwand erlernen[14] und verstärkte die durch Mustafa Kemal angestrebte Westorientierung. Auch auf diesem Feld legte er persönlich Hand an, indem er, mit Tafel und Kreide umherreisend, Unterricht erteilte.

„Vater der Türken“

Heinrich Krippel bei der Erstellung der Reiterstatue für das „Onur Anıtı“ in Samsun

Am Ende des durchgreifenden Reformprozesses stand eine Änderung des Namensrechts, die zu einer effektiveren Verwaltung des Personenstandwesens führen sollte und wiederum an westliche Muster anknüpfte: Jeder Bürger der Türkei wurde zur Annahme eines Familiennamens verpflichtet. Mustafa Kemal erhielt von der Nationalversammlung mit dem Gesetz Nr. 2587 vom 24. November 1934 den Namenszusatz bzw. Nachnamen Atatürk (Vater der Türken), welcher mit dem Gesetz Nr. 2622 unter gesetzlichen Schutz gestellt wurde. Für einige Vertraute und Weggefährten suchte er selbst die künftigen ehrenden Nachnamen aus. So auch für Ismet Pascha, der wegen seiner Verdienste im Befreiungskrieg gegen die Griechen nach dem Ort seiner beiden großen Schlachtenerfolge den Nachnamen İnönü erhielt. İsmet İnönü hat als Ministerpräsident über viele Jahre Mustafa Kemal Atatürk von der alltäglichen Regierungsroutine entlastet und wurde nach dessen Tod sein Nachfolger als Staatspräsident. Mustafa Kemals Namenswahl und die Ehrenbezeugungen, die er auf sich vereinte (1926 wurde in Istanbul ein erstes Denkmalerrichtet, dem ungezählte weitere im ganzen Lande folgten, s. u.), entsprachen den zeittypischen Formen des Personenkults in autoritären Regimen. Dieser hat in der Folge eine bis heute fortwirkende integrierende Wirkung für das türkische Staatswesen entfaltet. Atatürk gelang es, als Freiheitskämpfer, Staatspräsident und „oberster Lehrer der Nation“ mit seiner Person das Vakuum zu füllen, das mit der Abschaffung von Sultanat und Kalifat sowie mit der Abkehr von herkömmlichem Brauchtum zum Zwecke der Modernisierung einherging. So hat er es zweifellos auch als seine Aufgabe angesehen, seinem nach der Kriegsniederlage in gänzlich neuem staatlichen Rahmen zu organisierenden Volk ein Selbstbewusstsein und eine Identität zu vermitteln, ohne die es womöglich keinen stabilen neuen Staatsverband hätte bilden können. Er ist dabei sehr weit gegangen. Nicht nur, indem er, in glorifizierender Absicht, die Wurzeln des Türkentums in Mittelasien bis auf Attila und Dschingis Khan zurückführte, sondern vor allem, indem er über die Türkische Geschichtsthese und die Sonnensprachtheorie die Lehrmeinung verbreiten ließ, die Türken seien das älteste Volk der Welt, von dem alle anderen Völker direkt oder indirekt abstammten.[17]

 

Außenpolitisches Wirken

Der jugoslawische König Alexander I. und Mustafa Kemal mit Zylinderhut.

Atatürks Nationalismus war nach innen gerichtet, bezog sich auf die Türkei und ihre Bevölkerung und beinhaltete nach außen keine aggressive Komponente. Er lehnte eine pantürkisch motivierte imperialistische Expansion im Gegensatz zu seinem früheren Rivalen Enver Pascha ab:

„Heute sind alle Nationen der Erde fast Verwandte geworden oder bemühen sich, es noch zu werden. Infolgedessen muss der Mensch nicht nur an die Existenz und das Glück derjenigen Nation denken, der er angehört, sondern auch an das Vorhandensein und Wohlbefinden aller Nationen der Welt … Wir wissen nicht, ob uns nicht ein Ereignis, das wir weit entfernt glauben, eines Tages erreicht. Aus diesem Grund muss man die gesamte Menschheit als einen Körper und eine Nation als sein Glied betrachten.“[23]

1932 trat die Türkei dem Völkerbund bei. 1936 wurde ihr durch das Abkommen von Montreux die im Vertrag von Lausanne noch vorenthaltene Souveränität über die Meerengen Bosporus und Dardanellen sowie die diesbezügliche Kontrolle der Schifffahrt zugestanden. Zu Griechenland konnte schon von 1930 an ein gutnachbarliches Verhältnis hergestellt werden, und beim Balkanpakt1934 in Athen war es vor allem Atatürks multilateralen Ausgleichsbemühungen zuzuschreiben, dass ein die Türkei, Griechenland, Jugoslawien und Rumänien zusammenführendes Vertragswerk geschlossen werden konnte. Im selben Jahr schlug der griechische Premierminister Venizelos – wenn auch erfolglos – Mustafa Kemal Atatürk für den Friedensnobelpreis vor.

Zu den faschistischen Diktatoren Mussolini und Hitler hielt Atatürk unmissverständlich Abstand und hieß eine Vielzahl zu Beginn der NS-Herrschaft ins türkische Exil flüchtender Wissenschaftler, Künstler und Architekten in der Türkei willkommen, die eine Mitwirkung der Exilanten bei der Modernisierung des Landes und beim Aufbau des türkischen Hochschulwesens gut gebrauchen konnte. Für manche von ihnen wurden die Universitäten von Ankara und Istanbul[24] zu neuen Wirkungsstätten. Unter denen, die in der Türkei eine Zuflucht fanden, waren der spätere Regierende Bürgermeister von Berlin Ernst Reuter sowie die Architekten Clemens Holzmeister, der den Regierungsbezirk in Ankara entwarf, und Bruno Taut, der 1938 den Katafalk zur Trauerfeier für den verstorbenen Atatürk entwerfen sollte.

Ambivalent war das Verhältnis Atatürks zur benachbarten Großmacht Sowjetunion. Beide Staaten unterstützten sich gegenseitig in dem Bemühen, die internationale Isolierung durch die Siegermächte zu überwinden. Auch die von sowjetischer Seite dem jungen türkischen Staat in begrenztem Umfang gewährten Aufbauhilfen hat Mustafa Kemal gern entgegengenommen. Von der kommunistischen Ideologie und dem sowjetischen Gesellschaftsmodell jedoch distanzierte er sich deutlich.

Bereits beim Festakt zum zehnjährigen Jubiläum der Republik Türkei im Oktober 1933 sah Mustafa Kemal einen möglichen neuen Krieg in Europa voraus und legte sein Land für diesen Fall auf einen Kurs der Neutralität fest.[25] Dem amerikanischen General Douglas MacArthur, der zur Manöverbeobachtung Anfang der 1930er Jahre die Türkei aufsuchte, gab er folgende Prophezeiung, die allerdings erst 1951 veröffentlicht wurde, mit auf den Weg:

„Meiner Meinung nach wird das Schicksal Europas wie gestern auch morgen von der Haltung Deutschlands abhängig sein. Diese außergewöhnlich dynamische und disziplinierte Nation von 70 Millionen wird, sobald sie sich einer politischen Strömung hingibt, die ihre nationalen Begierden aufpeitscht, früher oder später den Vertrag von Versailles zu beseitigen suchen. Deutschland wird in kürzester Zeit eine Armee aufstellen können, die imstande sein wird, ganz Europa, mit Ausnahme von England und Russland, zu besetzen … der Krieg wird in den Jahren 1940/45 ausbrechen … Frankreich hat keine Möglichkeit mehr, eine starke Armee aufzustellen. England kann sich bei der Verteidigung seiner Insel nicht mehr auf Frankreich verlassen. Amerika wird in diesem Krieg genau wie im Ersten Weltkrieg nicht neutral bleiben können. Und Deutschland wird wegen des amerikanischen Kriegseintritts diesen Krieg verlieren…“[26]

Alexander Rüstow-Kessler, der von 1933-1946 in Istanbul tätig war, schrieb über seine Zeit in der Emigration: „Wir Deutsche und sicherlich Österreich haben Anlass uns dankbar daran zu erinnern, dass die Türkei in den dunkelsten Stunden unserer Geschichte nach 1933 vielen vom nationalsozialistischen Regime verfolgten Deutschen und Österreich durch Atatürk Zuflucht geboten hat, auch vielen Hochschullehrern. Sie folgten dem Ruf Kemal Atatürks, der die Bedeutung von Wissenschaft und freier akademischer Forschung für ein modernes Staatswesen erkannt hatte. Sie sind hier aufgenommen worden, forschten an den Universitäten von Ankara und Istanbul und leisteten so auch einen Beitrag zum Aufbau eines modernen Hochschulwesens in der Türkei. Ich werde dem edlen und ritterlichen türkischen Volk für diese Möglichkeit immer dankbar bleiben.“ An diesen Satz möchte ich heute im Namen aller Deutschen und Österreich erinnern.“

Mustafa Kemal Pascha, genannt Atatürk, ist allgegenwärtig in der Türkei. Sein Porträt hängt in Geschäften, Büros, Wohnzimmern, sein Gesicht ist auf T-Shirts gedruckt, auf Postkarten und Postern, seine Unterschrift findet man auf Souvenirs wie Taschenmessern und Schreibgeräten.

Atatürk ist der Republikgründer, der mit militärischem Geschick und politischem Ehrgeiz aus der Konkursmasse des Osmanischen Reichs 1923 die moderne Türkei formte. Er schaffte die arabische Schrift ab, trennte strikt zwischen Religion und Staat und suchte die Anbindung an den Westen.

Mustafa Kemal Atatürk ist Gründer der Republik Türkei und erster Staatspräsident. Sein Geburtsname ist Mustafa.

Die Beinamen erhielt er im Laufe seines Lebens. Mustafa Kemal Atatürk 1881 n.Chr. ist in Thessaloniki, das damals noch zum Osmanischen Reich gehörte, als Kind von Ali Riza Efendi, und Zübeyde Hanim geboren. Von den fünf Geschwistern Atatürks starben vier bereits in ihrer Kindheit, nur Makbule Atadan lebte bis zum Jahre 1956. Sein eigenes Geburtsdatum steht nicht genau fest, so dass er dafür später den 19. Mai wählte, an dem er 1919 mit 38 Jahren in der anatolischen Küstenstadt Samsun landete, um die Kräfte für die Befreiung des Landes von Siegermächten und Sultanat zu sammeln. Das Geburtshaus in Thessaloniki liegt neben dem türkischen Generalkonsulat.

Ein Teil des Gebäudes ist der Öffentlichkeit zugänglich und zeigt eine umfangreiche Ausstellung über Mustafa Kemal Atatürk. Während seiner Schulausbildung verlor er 1888 seinen Vater. Eine Weile blieb er bei seinem Onkel auf dem Rapla Bauernhof, kehrte dann nach Saloniki zurück und beendete seine Schule. In 1893 trat er als zwölfjähriger in die Askeri Rüştiye (Militärschule) ein. In dieser Schule wurde durch seinen Mathematiklehrer Mustafa Bey seinem Namen „Kemal“ (Vollkommener) angehängt, da er seine Schulleistungen würdigen wollte.

Die Abschlussprüfung 1895 absolvierte er als Viertbester. Im Anschluss an diese Ausbildung begann er in Istanbul sein Studium auf der Harp Okulu (Wehrdienstschule) zum Offizier. In 1902 wurde er Leutnant und setzte seine schulische Laufbahn auf der Wehrdienstakademie fort bis zum Hauptmann. In den Jahren 1905-1907 stand er in Damaskus im Dienst der fünften Armee der Osmanen, stieg weiter in seiner Offizierslaufbahn auf und wurde nach Monastir in die dritte Armee versetzt. In Damaskus kam Atatürk in Kontakt mit einem jungtürkisch-oppositionell ausgerichteten Beteiligten an einem gescheiterten Attentat auf Sultan Abdülhamid II. Nach Verbüßung einer Gefängnisstrafe war jener nach Syrien in die Verbannung geschickt worden und betrieb nun einen Buchladen, u.a. mit verbotenen französischen Schriften. Mit ihm gründete Mustafa Kemal die revolutionäre Organisation „Vaterland und Freiheit“, für die er in Jerusalem, Jaffa und Beirut weitere Mitglieder anwarb. Ende 1906 gab ihm sein militärischer Vorgesetzter Rückendeckung für eine verdeckte Reise zurück nach Saloniki, wo er Zugang zu den führenden Köpfen der jungtürkischen Opposition suchte und eine Zweigstelle seiner Organisation gründete. Der Gefahr, dort als Deserteur entdeckt zu werden, entkam er durch rechtzeitige Rückreise nach Syrien. Am 19. April 1909 nahm er in der in Istanbul einmarschierenden Armee der Befreiungsbewegung die Stellung als Generalstabchef ein. Im Jahre 1910 wurde er nach Frankreich geschickt, wo er an den Picardie-Manövern teilnahm und Französisch sowie westliche Lebensart lernte. In 1911 nahm Mustafa Kemal gemeinsam mit einer Gruppe von Freunden im Gebiet von Tobruk und Derne gegen Italien teil. Durch den Sieg am 22.12.1911 erhielt er im Anschluss den Titel des Kommandeurs von Derne. Als im Oktober 1912 der Balkankrieg ausbrach, beteiligte sich Mustafa Kemal mit den Truppen in Gallipoli und Bolayır am Krieg. Bei der Rückeroberung von Dimetoka und Edirne hat er große Dienste geleistet. Im Jahre 1913 wurde er zum Militärattache von Sofia ernannt und wurde er im Jahre 1914 zum Oberstleutnant ernannt. Seinen Dienst als Militärattache beendete er im Januar 1915. In der Zwischenzeit brach der I. Weltkrieg aus und das osmanische Reich brach zusammen.

Mustafa Kemal wurde mit der Gründung der 19. Division in Tekirdağ beauftragt. Zum größten Ruhm gelang Mustafa Kemal in Çanakkale, da es ihm in schweren und verlustreichen Kämpfen gelang die Meerenge „unpassierbar“ zu gestalten. Aber auch die englischen und französischen Flotten mussten am 18. März 1915 bei der Passierung der Dardanellen schwere Verluste hinnehmen, worauf entschlossen wurde, auf der Halbinsel Gallipoli Truppenlandungen vorzunehmen. Die am 25. April 1915 Arıburnu (Schlachtort auf Gallipoli) erreichenden Besatzungstruppen wurden durch die 19. Division unter dem Kommando Mustafa Kemals bei Conkbayırı aufgehalten. Aufgrund dieses Erfolges Mustafa Kemals wurde er zum Oberst ernannt. Die Engländer setzten am 6.-7. August 1915 abermals bei Arıburnu zum Angriff an. Der Kommandant der Anafartalar Gruppe (Anafartalar = Orte auf der Halbinsel Gallipoli) Mustafa Kemal erzielte am 9.-10. August den Sieg bei Anafartalar. Diesem Sieg folgte am 17. August der Sieg bei Kireçtepe und am 21. August der zweite Sieg bei Anafartalar. Der Widerstand musste mit 253.000 Soldaten bezahlt werden. Mustafa Kemal nahm nach Çanakkale 1916 bei den Kriegen in Edirne und Diyarbakır teil. Am 1.4.1916 stieg er zum Generalmajor auf. Nach Kämpfen mit russischen Truppen, konnte er die Rückeroberung von Muş und Bitlis erreichen.

Nach seinen kurzen Einsätzen in Damaskus und Aleppo kehrte er im Jahre 1917 wieder nach Istanbul zurück. Gemeinsam mit Kronprinz Vahidettin Efendi reiste er nach Deutschland, wo er eine genaue Analyse der Front vornahm. Nach dieser Reise erkrankte er und wurde in Wien als auch in Karlsbad behandelt. Am 15. August 1918 kehrte er als Kommandant der VII. Armee nach Aleppo zurück. An dieser Front führte er erfolgreiche Abwehrkämpfe gegen die englischen Streitkräfte. Am 31. Oktober 1918, einen Tag nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes von Mudros, wurde er zum Kommandanten der schnellen Eingreifstruppen ernannt. Als diese Armee aufgelöst wurde, kehrte er am 13. November 1918 nach Istanbul zurück und wurde im Harbiye Nezâreti (Kriegsministerium) beauftragt. Als die Entente Staaten nach dem Waffenstillstand von Mudros begannen, die osmanischen Armeen zu vereinnahmen, ging Mustafa Kemal am 19. Mai 1919 als Inspektor der 9. Armee nach Samsun. Mit dem in Amasya veröffentlichten Rundschreiben „Die Unabhängigkeit des Volkes wird durch die Entschlossenheit und Entscheidung des Volkes wieder gewonnen“ hat er am 22. Juni 1919 den Sivas-Kongress einberufen. In den am 23. Juli bis zum 7. August 1919 in Erzurum und am 4.-11. September 1919 in Sivas stattfindenden Kongressen wurden die Strategien zur Befreiung der Heimat festgelegt. Es gibt Kontroversen unter Historikern, in wie weit der dabei vorgestellte türkische Nationalismus eine Reaktion auf den von Briten geschürten anti-osmanischen arabischen Nationalismus war. Am 27. Dezember 1919 wurde Mustafa Kemal in Ankara mit großer Begeisterung empfangen. Am 23. April 1920 wurde durch die Eröffnung der Großen Türkischen Nationalversammlung ein wichtiger Schritt Richtung Gründung der Türkischen Republik unternommen. Mustafa Kemal wurde zum Vorsitzenden der Nationalversammlung und der Regierung gewählt.

Die Grosse Türkische Nationalversammlung akzeptierte die Gesetze, die zur erfolgreichen Durchführung des Befreiungskrieges notwendig waren, und begann umgehend mit deren Umsetzung. Der Türkische Befreiungskrieg begann am 15. Mai 1919 zur Befreiung von Izmir von der durch Briten unterstützten griechischen Besatzung, was mit der Befreiung Izmirs endete. Am 20. September 1920 folgten die Befreiung von Sarıkamış, Kars (30. Oktober 1920) und Gümrü (7. November 1920) und Sieg von Sakarya (13. September 1921). Im Anschluss ernannte die Grosse Türkische Nationalversammlung am 19. September 1921 Mustafa Kemal zum Generalfeldmarschalls mit dem Ehrentitel „Gazi“. Der Befreiungskrieg wurde am 24. Juli 1923 mit der Unterzeichnung des Vertrages von Lausanne abgeschlossen. Das im Vertrag von Sevres in viele kleine Enklaven zergliederte Land wurde wieder zusammengeführt. Am 23. April 1920 wurde in Ankara mit der Eröffnung der Grossen Türkischen Nationalversammlung die Gründung der Türkischen Republik bekannt gegeben. Am 1. November 1922 wurde das Amt des Kalifen und das Sultanat voneinander getrennt, das Sultanat abgeschafft. Somit wurden die Verbindungen mit dem Osmanischen Reich auf der Verwaltungsebene abgebrochen. Am 13. Oktober 1923 wurde die Republik akzeptiert, Atatürk wurde einstimmig zum Staatspräsidenten gewählt.

Am 3. März 1924 wurde auch das Kalifat durch Atatürk abgeschafft. Zu den Umgestaltungen des Rechts- Und Gesellschaftssystems gehörte die Abschaffung des islamischen Rechts [scharia], das aber ohnehin nur noch in einer pervertierten Form in den Resten des Osmanischen Reichs den Menschen keinen Schutz bieten konnte. Auch die daran gekoppelten Symbole wurden verboten, u.a. in den Hut- und Bekleidungsneuordnungen (25. November 1925). Das Tragen von Turbanen in der Öffentlichkeit wurde unter Strafandrohung verboten. Am 21. Juni 1934 folgte die Einführung des Familiennamens nach westlichem Vorbild. Am 30. November 1925 wurden die Derwischklöster und Heiligengrabmäler geschlossen. Am 26. November 1934 wurden Beinamen und frühere Titel abgeschafft. Ende 1925 wurde die islamische Zeitrechnung durch den Gregorianischen Kalender mit der Zählung ab Christi Geburt ersetzt. 1935 trat dann der Sonntag als arbeitsfreier Tag an die Stelle des den Muslimen heiligen Freitags. Bis 1931 wurden alle internationalen Maßeinheiten wie z.B. das Metermaß eingeführt. 1929/30 ereignete sich die Geschichte um die Bewegte Villa (Yürüyen Köşk). Als wichtigsten „Reformansatz“ Atatürks wird immer die Einführung der laizistischen Rechtsordnung durch die Herausgabe der Türkischen Zivilgesetze und anderer Gesetze angegeben (1924-1937).  Insbesondere die Trennung von Staat und Religion in Form des Laizismus wird ihm zugeschrieben. Allerdings liegt hierbei oft eine verklärte Betrachtungsweise des Osmanischen Reichs vor, da bereits zuvor der Scheichülislam eine Instanz war, welche die oberste religiöse Autorität stellte, während der Kalif und Sultan der Erbmonarchie die weltliche Macht beanspruchte. Nach der Einführung des Familiennamengesetzes wurde am 24. November 1934 an Mustafa Kemal von der Grossen Türkischen Nationalversammlung (der Familienname „ATATÜRK“ (Stammvater der Türken) verliehen.

Atatürk wurde am 24. April 1920 sowie am 13. August 1923 zum Vorsitzenden der TBMM gewählt. Das TBMM hat Atatürk in den Jahren 1927, 1931 und 1935 wiederum zum Staatspräsidenten gewählt. Am 29. Januar 1923 heiratete Atatürk Latife Hanım (Foto links). Die Trauung fand ohne religiöse Zeremonie statt und wurde vollzogen vom Bürgermeister von Izmir, wobei Atatürk die Gelegenheit nutzte zu verkünden, dass alle künftigen Eheschließungen in der Türkei ebenfalls von Vertretern des Staates durchzuführen seien. Die Ehe dauerte bis zum 5. August 1925 und wurde nach einer Auseinandersetzung, dessen Hintergründe nie veröffentlicht wurden, geschieden. Atatürk adoptierte die Mädchen Afet Inan, Sabiha Göktschen, Fikriye, Ülkü, Nebile, Rukiye, Zehra und den Hirtenjungen Mustafa. Die Jungen Abdurrahim und Ihsan wurden unter seine Obhut genommen.

Zur ernsten Herausforderung der jungen Republik und ihres Präsidenten wurde im gleichen Jahr eine Entwicklung, als im Februar 1925 in Südostanatolien ein Aufstand der Kurden ausbrach, dessen geistiger Führer, Scheich Said, die Rückkehr zu Sultanat und Kalifat propagierte. Der Aufstand wurde militärisch besiegt und Scheich Said hingerichtet. Im Gleichen Jahr gab es zudem Widerstand gegen die Hutrevolution. Zwischen dem 15. und 20. Oktober 1927 hielt er in dem Gebäude des ersten Parlaments, das heute Museum der Republikzeit ist, seine berühmte Marathonrede, die als Nutuk bekannt geworden ist. 1928 folgte die Buchstabenrevolution. Gekoppelt an die Reformen Atatürks wurde das Bildungs- und Kulturwesen umgestaltet. Am 1.11.1928 wurden die neuen türkischen Buchstaben auf Basis der Lateinischen eingeführt. Dieser Bruch mit der osmanischen Zeit führte dazu, dass die meisten Türken den Heiligen Qur’an nicht mehr in der Originalschrift lesen konnten. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass zum Ende des Osmanischen Reichs die Analphabetenrate ohnehin sehr hoch war. Die Inhalte des Heiligen Qur’an waren nur sehr wenigen Geistlichen [ulama] bekannt. Atatürk ließ den Heiligen Qur’an ins Türkische übertragen und las im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) als erster aus der Übersetzung vor. Zuvor gab es nur eine Übersetzung von den Nichtmuslimen Zeki Megamiz und Mihran Efendi. Atatürks Idee jedoch, dass in den Moscheen statt auf Arabisch nur noch auf Türkisch gebetet werden sollte, erwies sich als undurchführbar und wurde zurückgenommen. Von grundlegender gesellschaftlicher Bedeutung war die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts. Seit 1930 konnten Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen, seit 1934 auch an den Parlamentswahlen. Im Jahre 1937 vermachte Atatürk seine Bauernhöfe der Schatzkammer sowie einen Teil seiner Grundbesitze an die Stadtverwaltungen von Ankara und Bursa.

In seinem Erbe wurden seine Schwester, seine Adoptivkinder sowie das Institut für Türkische Sprache und Geschichte bedacht. Zu den Diktatoren Mussolini und Hitler hielt Atatürk unmissverständlich Abstand und hieß eine Vielzahl zu Beginn der NS-Herrschaft ins Exil flüchtender Wissenschaftler, Künstler und Architekten in der Türkei willkommen, die bei der Modernisierung des Landes und beim Aufbau des türkischen Hochschulwesens mithalfen. Für manche von ihnen wurden die Universitäten von Ankara und Istanbul zu neuen Wirkungsstätten. Unter denen, die in der Türkei eine Zuflucht fanden, waren z.B. der spätere Berliner Regierende Bürgermeister Ernst Reuter und der Architekt Bruno Taut, der 1938 den Katafalk zur Trauerfeier für den verstorbenen Atatürk entwerfen sollte. Biographen bescheinigen ihm zudem eine Zuneigung zu seinem Pferd Sakarya und seinem Hund Fox. In seinem Privatleben genoss er auch Alkohol, was zwar allgemein bekannt war aber aufgrund der islamischen Gebote dazu nie thematisiert wurde zu seinen Lebzeiten. Er starb am 10. November 1938, um 9.05 Uhr im Dolmabahtsche-Palast an einer Leberzirrhose, die nicht mehr geheilt werden konnte. Sein Leichnam wurde gegen alle Traditionen des Islam aufgebahrt. Erst neu Tage nach seinem Ableben soll im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) auf Drängen einer Verwandten ein Ritualgebet für Verstorbene durchgeführt, wobei umstritten ist, ob die religiösen Riten eingehalten wurden. Atatürk wurde nach Ankara überführt und am 21. November 1938 vorübergehend im Ethnographische Museum Adana in Alkohol zeremoniell bestattet. Nach dem Bau des Anıtkabir (Gedenkgrabstätte) wurde er am 10. November 1953 mit einer Zeremonie umgebettet.

Manche Aussagen, die Atatürk nach seinem Ableben zugeschrieben wurden, darunter Schmähaussagen, die Atatürk angeblich gegen Prophet Muhammad (s.) geäußert haben soll, wurden ihm von einigen westlichen Orientalisten zugeschrieben, finden sich aber nicht in originalen türkischen Quellen, so dass ihr Wahrheitsgehalt umstritten ist. Unbestritten hingegen ist seine besondere nationalistisch orientierte Denkweise, die so weit ging, dass er die Wurzeln des Türkentums in Mittelasien bis auf Attila und Dschingis Khan in glorifizierender Art zurückgeführte und die Lehrmeinung verbreiten ließ, die Türken seien eines der ältesten Völker der Welt, von dem viele der anderen Völker direkt oder indirekt abstammten; eine Lehrmeinung, die heute noch in der Türkei vorhanden ist. Außenpolitisch hatten insbesondere seine Befreiungskämpfe Wirkung. So verehrte ihn 1944 Indiens späterer Ministerpräsident Dschawaharlal Nehru als Vorkämpfer der Unabhängigkeit von den Kolonialmächten. Das Gedenken an Mustafa Kemal Atatürk ist in der Türkei sehr stark ausgeprägt. Im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) in Istanbul starb Mustafa Kemal am 10. November 1938.

Die Uhren im ganzen Palast stehen entsprechend alter Sitte auf seiner Todesstunde. Zum Todestag Mustafa Kemals wird in der Türkei eine Trauerminute eingelegt, zu der landesweit Sirenen erklingen. Sein Abbild findet sich auf sämtlichen Münzen und Geldscheinen der türkischen Währung. In vielen türkischen Städten stehen mehrere Atatürk-Statuen auf öffentlichen Plätzen und Parks. Daneben befinden sich in fast allen öffentlichen Gebäuden Büsten von Atatürk und einige Einrichtungen tragen seinen Namen: der Atatürk-Staudamm, der Internationale Flughafen Istanbuls (Atatürk Havalimanı) und das Istanbuler Atatürk Olimpiyat Stadı. Als erstes Denkmal Atatürks gilt eine Arbeit des österreichischen Bildhauer Heinrich Krippel auf der Saray-Spitze in Istanbul, welches 1925 entstand. Die Büste wurde zahllose Male reproduziert und findet sich überall im Land. Im Güvenpark in Ankara steht das „Denkmal des Vertrauens“. Es wurde 1935 nach den Entwürfen der österreichischen Bildhauer Clemens Holzmeister, Anton Hanak und Josef Thorak errichtet und trägt als Inschrift ein Zitat von Atatürk: „Türke, rühme dich, arbeite und vertraue. (Türk, öğün, calış, güven.).“ Das „Siegesdenkmal“ Atatürks des italienischen Bildhauers Pietro Canonica von 1927 auf dem Sieges-Platz in Ankara zeigt ihn in Uniform. Das „Republik-Denkmal“ (1927) des österreichischen Bildhauers Heinrich Krippel auf dem Ulus-Platz in Ankara zeigt Atatürk auf einem Pferd und soll den türkischen Freiheitskampf symbolisieren. Anhänger der laizistischen Ideologie Atatürks werden oft als „Kemalisten“ bezeichnet. Sie finden sich traditionell vor allem in der türkischen Armee, die sich als Hüter des „kemalistischen Erbes“ versteht.

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09 11 2018
By: TKG 0

TKG: GEDENKEN AN NOVEMBERPOGROME – „TÜRKISCHER TEMPEL“

Der Novemberpogrom bildete den Höhepunkt der anti-jüdischen Politik des nationalsozialistischen Regimes im Jahr 1938 und insbesondere am 9.-10. November. Die Systematik, mit der innerhalb einer einzigen Nacht die Synagogen im gesamten Reichsgebiet in Brand gesteckt wurden. Eine davon war der „Türkische Tempel“ – die Wiener türkisch-israelitische Gemeinde und Synagoge – in der Zirkusgasse 22 in 1020 Wien.“


In Österreich wurden, in der Nacht auf den 10. November 1938, 30 Juden getötet, 7.800 verhaftet und aus Wien rund 4.000 sofort ins Konzentrationslager Dachau deportiert. Der Begriff „Pogrom“ kommt aus dem Russischen und bedeutet „Verwüstung“ und „Unwetter“. Die NS-Propaganda versuchte, die Aktion als spontane Antwort der Bevölkerung auf den Tod des deutschen Diplomaten Ernst von Rath, auszugeben. Dieser war am 7. November 1938 in Paris von einem 17-jährigen Juden, namens Herschel Grynszpan, niedergeschossen worden und starb später. (1)

Im ausgehenden 19. Jahrhundert erfuhr Wien infolge des stetigen Wachstums der jüdischen Bevölkerung und deren rechtlicher Gleichstellung, die es ihr erlaubte, auch nach außen hin sichtbare Gebetsstätten zu errichten, eine bis dahin nie erlebte Blüte im Synagogenbau. Unter den zahlreichen neu errichteten Gebetshäusern zählte der Tempel der türkisch-sephardischen Gemeinde zu den prachtvollsten überhaupt. Der Bau, der in den Jahren 1885-1887 im 2. Bezirk in der Zirkusgasse 22 errichtet worden war, wurde sogar über die österreichische Grenze hinaus als einer der schönsten Mitteleuropas angesehen und diente auch als Vorbild für auswärtige jüdische Kultstätten, unter anderem für die Synagoge in Sofia. (2)


von Naim Güleryüz

Deutsche Bearbeitung von Birol Kilic

Am 16. November 1885, bei den Feierlichkeiten zur Grundsteinlegung einer neuen Synagoge in Wien 2., Zirkusgasse 22, wurden die eingeladenen Gäste vom Vorsitzenden der Wiener sefardischen Juden, Marcos Russo, mit folgenden Worten begrüßt: „Während der Regentschaft seiner Majestät Franz-Josef als Kaiser von Österreich und seiner Majestät Abdülhamid II. als Sultan des Osmanischen Reiches, der Dienstzeit von Sadullah Pascha als Botschafter des Osmanischen Reiches in Wien und Marcos Russo als Vorsitzender der türkisch-israelitischen Gemeinde, wurde mit dem Bau dieses Gebäudes angefangen, um die religiösen Bedürfnisse der sefardischen Juden zu befriedigen.“

Während der offiziellen Eröffnungszeremonie der Synagoge, deren Tor von nebeneinander gehissten österreichischen und osmanischen Fahnen geschmückt war, am 17. September 1887 um 19 Uhr, folgte auf sefardisch-spanische Gebete das Anoten-Gebet für Franz-Josef und Abdülhamid II. und die Nationalhymnen der beiden Länder.

Diese Synagoge, in deren Mittelhalle die lebensgroßen Portraits beider Herrscher hingen, wurde durch die Schönheit ihrer unverfälscht, modernisierten, traditionellen, östlich-spanischen Musik und die ausgezeichneten Gottesdienste auch unter den Aschkenasim beliebt. Nach der Gründung der Türkischen Republik wurden die Herrscherportraits entfernt und durch große Spiegel ersetzt.

In dieser Synagoge, die vom Architekten Ritter von Weidenfeld nach dem Vorbild des Alhambra-Palastes in Granada im Maghreb-Stil erbaut wurde, welche 314 Sitzplätze für Männer (bei Bedarf bis 594 ausbaubar), 100 Sitzplätze für Frauen und etwa 500 Stehplätze bot, wurde jedes Jahr der Geburtstag von Abdü lhamid II. mit einer besonderen Zeremonie gefeiert. Die österreichische Regierung wurde von einem leitenden Beamten des Außenministeriums und einem hochrangigen General des Kriegsministeriums vertreten; der osmanische Botschafter und das Botschaftspersonal nahmen in Galauniformen an der sog. Sultanfeier teil.

Während des Ersten Weltkrieges wehten nach wie vor österreichische und osmanische Fahnen, zu jedem feierlichen Anlass, zusammen am Tor der Synagoge, da die beiden Länder im Krieg auf der gleichen Seite kämpften.

In Folge der neuen nationalistischen Bewegung um 1925 fingen die Sefarden an, Wien zu verlassen. Die letzte prunkvolle Zeremonie in der Synagoge, an die man sich erinnert, war die Gedenkfeier zum 800. Geburtstag des großen Denkers Maimonides.

In der Kristallnacht vom 9. auf den 10. November 1938 teilte die Wiener sefardische Synagoge das Schicksal aller anderen deutschen und österreichischen Synagogen: sie wurde von den Nazis zerstört und in Brand gesteckt.

Woher kam nun dieses Interesse an den Osmanen, deren Sultan, Fahne und Nationalhymne in Wien, in der Stadt, die die Osmanen zwar unter Süleyman dem Prächtigen (1529) und mit Kara Mustafa Pascha (1683) zweimal belagert, aber nie regiert und vor deren Toren sie kehrt gemacht hatten? Gehen wir jetzt zu den Anfängen unserer Geschichte, in das Spanien des 18. Jahrhunderts zurück, wo noch die Inquisition herrschte.

Mosche Lopez Pereira

Laut Überlieferung wird zu dieser Zeit in Madrid ein Junge namens Mosche Lopez Pereira seiner Familie weggenommen, auf den Namen Diego dÂ’Aguilar getauft und als Priester erzogen. Diego macht schnelle Fortschritte in seiner Erziehung, wird zum leidenschaftlichen Befürworter der Inquisition und wird sogar zum Bischof ernannt. Mosche LopezÂ’s Mutter und Schwester sind Maranos und üben ihr Judentum heimlich aus. Seine Schwester wird denunziert, festgenommen und zur Verbrennung am Scheiterhaufen (Autodafé) verurteilt. Am Tag vor der Vollstreckung des Urteils besucht die traurige und hoffnungslose Mutter den Bischof Diego dÂ’Aguilar in seinem Palast und fleht um die Begnadigung ihrer Tochter, doch der Bischof lehnt diese Bitte ab. Die verzweifelte Mutter erzählt daraufhin die Wahrheit, erklärt ihm, dass sie seine Mutter und die Verurteilte seine Schwester sind, er in Wirklichkeit Mosche Lopez heißt.

Dieser Name erweckt viele Kindheitserinnerungen beim jungen Bischof. Er fängt zu weinen an, läuft aus seinem Palast hinaus, aber er kommt aber zu spät: seine Schwester ist auf dem Scheiterhaufen auf schreckliche Art und Weise gestorben. Diego, oder Mosche, zieht sein Bischofsgewand aus und wirft es weg. In diesem Land kann er nicht mehr bleiben und flieht nach Österreich, wo Maria Theresia regiert. Einst besuchte die Königin, damals noch Erzherzogin, mit ihrem Vater Karl VI. Madrid und schenkte dem Bischof als Dank eine Goldkette nach einem Empfang zu ihren Ehren. Die Kaiserin gewährt Mosche und einigen anderen Juden, die mit ihm fliehen konnten, Asyl und erlaubt ihnen, in Österreich zu bleiben und ihre Religion frei ausüben zu können.

Diese Darstellung basiert auf einer Erzählung von Graf von Hoyos, die von Dr. Angel Pulido Fernandez und Rabbi Dr. Manfred Papo überliefert wurde und unterscheidet sich von der Darstellung in Encyclopedia Judaica und in den geschichtlichen Untersuchungen. Laut Encyclopedia Judaica kommt Mosche Lopez Pereira im Jahre 1699 als Sohn eines Marano-Bankiers in Portugal auf die Welt. Der Vater ist im Besitz des portugiesischen Tabak-Monopols. Angesichts der Schwierigkeiten, als Marano in Portugal zu leben, immigriert Diego 1722 zuerst nach London und dann nach Wien. Nachdem er sich durch wessen Hilfe auch immer in Wien niedergelassen hat, tritt er aus der Kirche aus, kehrt zum Judentum zurück und nimmt wieder seinen ursprünglichen Namen Mosche (Moses) Lopez Pereira an.

Mosche Lopez besitzt das österreichische Tabakmonopol zwischen den Jahren 1723-1739 für 7 Millionen Gulden im Jahr, organisiert das Unternehmen neu und bekommt 1726 den Titel eines Barons verliehen. In dieser Zeit beteiligt er sich an den Baukosten des Schlosses Schönbrunn mit 300.000 Gulden. Mit dem Titel „Hofjude“ zum privaten Berater des Palastes ernannt, verwendet er seinen Einfluss für den Schutz der Leben und Rechte seiner Glaubensgenossen in Österreich und anderen Ländern, so z.B. 1742 in Mähren, 1744 in Prag, 1752 in Mantua und Belgrad. Auf einer silbernen Thora-Krone in der Wiener Synagoge (Sifrei-Torah-Pergamentrollen) befand sich der hebräische Eintrag „Mosche Lopez Pereira-5498“ (=1737-1738) und jedes Jahr am Jom Kippur-Fest wurde für ihn als den Gründer der Gemeinde gebetet, bis die Synagoge zerstört wurde.

In dieser Zeit siedelten sich andere spanisch-stämmige Familien wie Kamondo, Nisan und Eskenazi in Wien an. Mosche Lopez, seine Frau, Samuel Oppenheimer und sein Neffe Samson Wertheimer organisierten die sefardischen Juden in der Stadt und gründeten 1736 die erste sefardische Gemeinde in Wien. Die sefardischen Juden, mehrheitlich osmanischen Ursprungs, genossen die Klausel des Passarowitzer Vertrages (21. Juli 1718), die den osmanischen Bürgern Niederlassungs- und Handelsfreiheit garantierte und lebten in Frieden unter meist besseren Umständen als die österreichischen Juden. Die Gottesdienste wurden im Haus Nr. 307 innerhalb des Rings abgehalten, welches als Synagoge benutzt wurde.

Leider dauert dieser friedliche Zustand nicht lange. Mosche Lopez Pereira erfährt 1742, dass das Kaiserreich unter dem Einfluss der fanatischen Kirche die Juden deportieren will. Pereira berichtet die Lage über seine im Osmanischen Reich ansässigen Glaubensgenossen, speziell durch die Vermittlung des Obergeldwechslers Yuda Baruh, an Sultan Mahmud I. und es gelingt ihm, die Unterstützung des Sultans zu bekommen. Die Königin Maria Theresia kann es sich nicht erlauben, das durch einen Sonderbotschafter übermittelte Memorandum des Sultans abzulehnen und zieht ihren Erlass zurück.

Sefardische Familien in Wien

Um 1750 lebten mehrere sefardische Familien in Wien, die aus beruflichen Gründen aus der Türkei gekommen und sich hier niedergelassen hatten. Diese Juden, die ihre osmanische Zugehörigkeit immer beibehalten hatten und unter dem Schutz des Sultans standen, lebten mehrheitlich in Wien, zum Teil auch in Temesvar. Sie wurden türkische Juden genannt. Dieser Begriff wurde von österreichischen Ämtern angenommen, registriert und in offiziellen Dokumenten verwendet. Im Erlass vom 17. Juni 1778, der aus 14 Artikeln besteht und die Statuten der sefardischen Gemeinschaft bestimmt, ist von „türkisch-israelitischer Gemeinde“ die Rede. Die Vorsitzenden waren zu dieser Zeit Salamon Kapon und Israel B. Haim.

Bis 1840 errichteten die türkischen Juden ihre Gebetsräume in gemieteten Häusern. Nach dem unaufgeklärten Brand der Synagoge in der Oberen Donaustraße, 1824, wurde das Haus Nr. 321 in der Leopoldstrasse gemietet. Die Synagoge wurde 1848 erweitert und 1868 vollkommen neu erbaut und dennoch konnte sie den religiösen Bedürfnissen der immer größer werdenden osmanisch-jüdischen Bevölkerung der Stadt nicht genügen. Nach der Wahl von Marcos Russo zum Vorsitzenden der türkisch-israelitischen Gemeinde 1881 und seiner Wiederwahl 1885 wurde der Abriss der alten Synagoge und der Neubau eines größeren Gebetshauses einstimmig angenommen.

Erinnerungen der türkischen Juden in Wien

Dies ist also ist die kurze Zusammenfassung der interessanten Geschichte der türkischen Juden in Wien und der Synagoge, deren Bau am 16. November 1885 mit der Grundsteinlegung begonnen wurde. Einige wenige religions-rituelle Objekte der 1887 eröffneten und 1938 vernichteten Synagoge sind heute im Jüdischen Museum in Wien zu sehen, der Parochet wird im jüdischen im Museum in Jerusalem ausgestellt. Nur wenige Juden, die während der Nazi-Herrschaft festgenommen und nach Dachau transportiert wurden, blieben am Leben. Die wertvollsten Überbleibsel aus der prunkvollen Ära der Wiener türkisch-jüdischen Sefardim sind die Grabsteine im sefardischen Teil des Wiener Zentralfriedhofs. Die heute in Wien lebenden sefardischen Juden haben ihre Wurzeln in Taschkent und Buchara und stehen in keinem Zusammenhang mit den osmanisch-türkischen sefardischen Juden.

Der große Brand von Edirne vernichtete im August 1905 in einer Nacht 13 Synagogen. Als Ersatz wurde mit dem Erlass vom 6. Jänner 1906 der Bau, der großen Synagoge im Gebiet der ehemaligen Mayor und Polya-Synagogen, stattgegeben. Die große Synagoge wurde vom französischen Architekten France Depre nach dem Vorbild der Wiener Synagoge erbaut und unter dem Namen Kal Kadosch Ha Gadol (Die heilige große Synagoge) im Jahre 1907 eröffnet. Leider leben in Edirne keine Juden mehr und die Synagoge, ihrem Schicksal überlassen, verfällt von Tag zu Tag trotz aller 1979 begonnenen zeitweiligen Rettungsversuche des Kultusministeriums, der Abgeordneten der Provinz, der Universität von Trakya und des Oberrabbinats der Türkei.

Die Große Synagoge von Edirne (türkisch Edirne Büyük Sinagoğu) welche zugleich die drittgrößte Synagoge Europas ist, wurde, von der türkischen Seite ausgehend, restauriert und am 26. März 2005 wiedereröffnet. (3)

Bibliographie

  1. Sefardische Juden: Juden, die gemäß dem Erlaß vom 31. März 1492 des spanischen Königs Ferdinand und der Königin Isabella Spanien verlassen mussten, um ihren Glauben und ihre Traditionen nicht aufzugeben und mehrheitlich im Osmanischen Reich Asylrecht bekamen.
  2. Anoten: Gebet für das Wohlergehen und Verbleib des Staatsoberhauptes des Landes, in dem man lebt.
  3. Aschkenasische Juden: Meist in Mittel- und Nordeuropa ansässige, polnisch- und deutschstämmige, nach Arthur Koestlers unbewiesener These zum Teil von kaspischen Türken abstammende Juden. Ab dem 12. Jh. flüchteten unzählige aschkenasische Juden immer wieder ins Osmanische Reich auf der Suche nach Schutz vor der Unterdrückung Folter und Massenvernichtung in diversen christlich-europäischen Ländern. Heute leben etwa 1000 aschkenasisch-türkische Juden in der Türkei.
  4. Kristallnacht: Die Nacht vom 9.auf den 10. November 1938, in der in Deutschland und Österreich hunderte von Synagogen zerstört und in Brand gesteckt wurden.
  5. Maranos: Juden, die während der Inquisiton offiziell dem Christentum beigetreten waren, aber ihren jüdischen Glauben heimlich beibehielten.
  6. Manfred Papo: 1919-1925 der stellvertretende Rabbiner der Wiener Synagoge, 1925-1928 Rabbiner der Salzburger Synagoge, nach 1928 in der Wiener Synagoge beschäftigt.
  7. Schriftrollen aus Pergament, auf der die fünf Bücher Mose in hebräischen Buchstaben von Hand aufgeschrieben sind. In jeder Synagoge werden sie in einem speziellen Schrein, dem Aron Kodesh (Heilige Lade) an der Ostwand in Richtung Jerusalem aufbewahrt.
  8. Das Fest des großen Fastens im Judentum.
  9. Abraham Salomon Kamondo, der von Kaiser Franz-Josef zum Ritter geschlagen und zum Ehrenbürger von Wien ernannt wurde, bekam 1865 die italienische Staatsbürgerschaft, nachdem im österreichisch-italienischen Krieg Venedig an die Italiener abgetreten werden musste und am 17. März 1861 die italienische Einheit gegründet wurde. Victor Emmanuel II. verlieh ihm am 28. April 1867 den Titel eines Grafen, der an den ältesten Sohn der Familie vererbt werden durfte.
  10. Parochet: der bestickte Vorhang des Thoraschrankes.
  11. Die vernichteten Synagogen: Polya, Tolya, Italya, Sicilya, Katalonya, Büyük Portokal, Küçük Portokal, Aragon, Geruş, Budin, Istanbul, Mayor und Ataman.
  12. (1) https://www.ikg-wien.at/gedenken-an-novemberpogrome/
  13. (2) Vorhalle des türkischen Tempels in Wien (Quelle: P. Kortz, Wien am Anfang d. 20. Jhdts, 1906). Ursula Prokop, Zeitschrift David. Die Synagoge in Sofia wurde 1905 vom österreichischen Architekten Friedrich Grünanger erbaut.
  14. (3) https://de.wikipedia.org/wiki/Große_Synagoge_(Edirne)
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05 11 2018
By: TKG 0

„Menschlichkeit ist stärker als Hass“

IKG und US-Botschaft gedenken gemeinsam den Opfern von Pittsburgh

Rund 250 Menschen waren am Freitag dem Aufruf von IKG und U.S. Embassy Vienna in den Wiener Stadttempel gefolgt, um den Opfern von Pittsburgh zu gedenken. Diese 11 Menschen mussten sterben, nur weil sie in der Tree-of-Life-Synagoge gebetet haben.

Wien. Die berührende Zeremonie in der Seitenstettengasse haben neben Präsident Oskar Deutsch, Oberrabbiner Arie Folger, Oberkantor Shmuel Barzilai, Charge d’affaires der USA Steve Hubler und der Chor des Stadttempels mitgestaltet. Zahlreiche Botschafterinnen und Botschafter europäischer Staaten wohnten der Zeremonie bei, ebenso wie Staatssekretärin Karoline Edtstadler und die Türkische KULTURgemeinde in Österreich.

Hier ein Auszug aus der Rede von IKG-Präsident Oskar Deutsch:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es waren Juden – wie wir.
Es war eine Synagoge – wie diese.
Elf Menschen wurden ermordet, weil sie Juden waren
– weil sie am Shabbat in ihrer Synagoge waren.

Der Talmud sagt: „Kol Israel Eravim Se Lase“
– „Alle Juden sind füreinander verantwortlich.“
Egal wo Jüdinnen und Juden angegriffen werden – wir fühlen nicht nur mit ihnen, es ist wie ein Angriff auf uns selbst, auf unsere Familie.
Aber das Leid der Hinterbliebenen in Pittsburgh können wir nicht nachempfinden. Die Lücke, die der Attentäter über die jüdische Gemeinde in Pittsburgh gebracht hat, ist in Worten nicht zu beschreiben.

80 Jahre nach den Novemberpogromen müssen wir feststellen, dass der Hass immer noch gedeiht.
Diesmal kam er aus dem rechtsextremen Eck, eine Ecke, die einzelne gerne verharmlosen – auch bei uns in Österreich.
Ob rechtsextrem, linksextrem oder islamistisch – der Antisemitismus in den Worten verwandelt sich wieder und wieder in einen Antisemitismus der Taten. Dieser Hass ist tödlich.

Weltweit gedeiht der Hass. Antisemitische Verschwörungstheorien haben Konjunktur. Der Jude wird als Bösewicht dargestellt. Nur wird er heute oft anders genannt, der Antisemitismus wird verschleiert.

Früher wurde „der Jude“ als Schädling bezeichnet, heute wird Jude durch „Israel“ ersetzt.

Früher wurden Juden einer Weltverschwörung bezichtigt, nach der Shoah gingen Antisemiten zu Codes über: Das Feindbild „Rothschild“ heißt heute „Soros“.

Früher wurde gegen Juden als Ritualmörder gehetzt, heute wird das Schächten als Ritualmord dämonisiert.

Dass wir heute gemeinsam mit Freunden der US-Botschaft und unserer Gemeinde gedenken – ist ein wichtiges Zeichen.
Wir tun das, weil wir als Menschen zusammenstehen, weil Menschlichkeit stärker als Hass ist.

Hass ist nicht nur ein schnell dahingeschriebenes Facebook-Posting oder ein Tweet. Hass kann töten. Daran erinnert der Anschlag von Pittsburgh.

Der Mörder von Pittsburgh war auf rechtsextremen Plattformen unterwegs. Dort wurde auch sein Hass genährt.

Nächste Woche jähren sich die Novemberpogrome zum 80. Mal. Im Jahr 1938 waren sie der Auftakt zur Schoah.

Wieder werden wir sagen: „Nie wieder“
Wieder werden wir fordern: „Niemals vergessen“
Aber was tun wir? Was tut die Politik, die Staatengemeinschaft, die Medien?

Die Jüdische Gemeinde mahnt. Wir sind laut. Wir treten gegen jede Form des Hasses auf, gegen Antisemitismus und gegen Rassismus.
– weil wir in den Jahrtausenden der jüdischen Geschichte ein feines Sensorium für gesellschaftliche Fehlentwicklungen bekommen haben.

Vor 37 Jahren, am 29. August 1981, haben zwei palästinensische Terroristen diesen Stadttempel angegriffen. Zwei Menschen starben.
Schon zwei Jahre zuvor gab es einen versuchten Anschlag in Wien. Und in ganz Europa gab es in den 1970er -Jahren mehrere Attentate gegen Israelis, gegen Juden.

Die jüdischen Gemeinden in Europa haben ihre Konsequenzen gezogen und massiv in Sicherheit investiert.
Heute, 80 Jahre nach den Novemberpogromen, sind jüdische Gemeinden professionell geschützt. Eigene Sicherheitsleute, die Polizei – ohne diesen Maßnahmen ist jüdisches Leben in Europa kaum vorstellbar.

In den USA war das bisher anders. Aber anstatt dass wir dem US-Beispiel folgen können, müssen amerikanische Gemeinden darüber nachdenken, wie sie ihre Mitglieder besser schützen können, sie müssen dem europäischen Beispiel folgen. Das ist doch absurd.

Diesmal war es ein rechtsextremer Antisemit. In Europa waren es in den vergangenen Jahren verstärkt muslimische Judenhasser
– Toulouse 2012, Burgas 2012, Brüssel 2014, Kopenhagen und Paris 2015.

Egal von welcher Seite Antisemitismus kommt, er ist nicht mehr oder weniger schlimm als der andere. Es gibt kein Ranking! Es ist dieselbe Feindseligkeit, die, wenn sie nicht bekämpft wird, tödlich endet.

Wir alle – Juden, Christen, Muslime, Agnostiker, Atheisten und Andersgläubige – wir alle müssen aufstehen, wir alle müssen Menschlichkeit in den Mittelpunkt rücken – und wir dürfen nicht wegschauen.
Um es mit Elie Wiesels Worten zu sagen: „Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit.“

Shabbat Shalom!

Quelle: IKG

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27 10 2018
By: TKG 0

TKG: Angriff auf Synagoge- Wir verurteilen auf das Schärfste

Angriff auf Synagoge mit elf Toten sorgt für Entsetzen nicht nur  in den USA sondern auch in Österreich.

Ein schwer bewaffneter Angreifer hat am Samstag in einer Synagoge in Pittsburgh um sich geschossen und mindestens elf Menschen getötet. Sechs weitere Menschen wurden verletzt, darunter vier Polizisten, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.  Der Angreifer hatte während einer Zeremonie zur Namensgebung für ein Baby am Sabbat-Tag das Feuer eröffnet. Dabei soll er Medienberichten zufolge „Alle Juden müssen sterben!“ gebrüllt haben. Nach Behördenangaben war er mit einem Sturmgewehr und mindestens drei Handgranaten bewaffnet. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei wurde er festgenommen und in ein Krankenhaus eingeliefert.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)  verurteilt  dieser aus der rechtsextremen Szene stammende terroristischen Schandtat.  Egal welcher Religion wir angehören oder nicht was uns verbinden sollte ist Menschlichkeit, Moral, Zivilisation, Anstand und Verstand. Wer diese Werte nicht verteidigt und nicht verstanden hat kann egal aus welchen Kreis, Nation und welche Religion nicht unser Freund bzw. Partner sein.

Unser aufrichtiges Beileid, Solidarität und tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer . Wir  wünsche den Verletzten rasche Genesung.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)
Obmann
DI Birol Kilic

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26 10 2018
By: TKG 0

TKG: „Alles Gute zum Nationalfeiertag“

Österreich feiert mit seinem Nationalfeiertag die „immerwährende Neutralität“ ab 26.OKTOBER.2018 und Türkische Kulturgemeinde(TKG) feiert mit.

Wien (OTS) – Für die Türkische Kulturgemeinde in Österreich bedeutet Demokratie  vom Volk gewählte Regierung und Republik dem Gemeinwohl dienende Politik. Es ist wichtig, dass Österreichs Engagement für Frieden, für Menschenrechte und Menschenwürde auch global vertreten wird.Nach dem 26. Oktober 1955 konnte Österreich auch darangehen ein Instrument aufzubauen, das die Aufgabe hatte, die neu erreichten Werte Frieden, Freiheit, Rechtsstaat, SäkularitätGewaltenteilung und Unabhängigkeit zu schützen und souveränes Österreich zu verteidigen. Deswegen brauchen wir mehr „Frieden in der Heimat, Frieden in der Welt“ Deswegen ist die Nationalfeiertag für die TKG Tag des Friedens.

Es lebe die Republik Österreich! Alles Gute zum Nationalfeiertag und die „immerwährende Neutralität“

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

Herzliche Gratulation! Republiksgründung 1918


Vor genau 100 Jahren! 
Am 21. Oktober 1918

Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) in Österreich gratuliert  herzlich. Republiksgründung 1918: Am 21. Oktober 1918, vor genau 100 Jahren, fand im Landtagssaal im Palais Niederösterreich in Wien die Provisorische Nationalversammlung statt. Die Repräsentanten haben damals proklamiert, dass sie eine Republik wollen. Am historischen Tag und Ort, zur historischen Stunde halten heute Nationalrat und Bundesrat zur Erinnerung eine gemeinsame Festsitzung ab. ORF III überträgt die Festsitzung ab 17.00 Uhr, der Livestream ist auch über die Parlamentswebsite www.parlament.gv.at abrufbar.

Foto: Konstituierende Sitzung der Provisorischen Nationalversammlung für Deutschösterreich am 21. Oktober 1918 im Niederösterreichischen Landhaus in der Wiener Herrengasse © ÖNB

Das Jahr 1918. Eine dramatische Zäsur in der österreichischen Geschichte. Das Ende der Habsburgermonarchie und der Aufbruch in die neue Staatsform der demokratischen Republik, bei der das Recht vom Volk ausgeht und Frauen erstmals in der Geschichte des Landes das Wahlrecht erlangen, bedeutete eine fundamentale Veränderung der Gesellschaft in Österreich – und in Europa.

 „Auch in der Eröffnungsausstellung des Hauses der Geschichte Österreich, die im November 2018 eröffnet wird, sind uns diese internationalen Bezüge besonders wichtig.“

Demokratie, so wird das Haus der Geschichte Österreich nicht zuletzt in seiner Eröffnungsausstellung im November 2018 zeigen, ist keine Selbstverständlichkeit, denken wir an die Jahre der Diktatur 1933 bis 1938 und insbesondere an die Zeit des nationalsozialistischen Terrorregimes. Gerade der Blick auf die Jahre ohne Demokratie lässt uns erkennen, dass die Demokratie jene Staatsform ist, die dem Individuum die größtmögliche Teilhabe und Freiheit ermöglicht. Demokratie ist somit ein tagtäglicher Aushandlungsprozess um ihren bestmöglichen Zustand. Die Anfänge der Ersten Republik werden in der informativen Broschüre, wie es auch im Haus der Geschichte Österreich gehandhabt werden wird, der historische Kontext herausgestrichen, ohne den die Entwicklungen um 1918 nicht nachvollziehbar sind.

„So rasch die Erste Republik auch scheitern sollte, so beeindruckend ist es zugleich, dass die österreichische Revolution 1918 nahezu unblutig gelang. Die Etablierung des allgemeinen, gleichen und freien Wahlrechtes für beide Geschlechter war ein demokratiegeschichtlicher Meilenstein.“

Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich, Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek
Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich am 12. November 1918 vor dem Parlament, Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

Dank der Texte renommierter Historikerinnen und Historiker am neuesten Stand der historischen Forschung gibt die Broschüre „1918-2018 Die Anfänge der Republik Österreich im internationalen Kontext“ einen spannenden und informativen Überblick über jüngste Erkenntnisse zu den Jahren des Aufbruchs ins Ungewisse.

„Auch in der Eröffnungsausstellung des Hauses der Geschichte Österreich, die im November 2018 eröffnet wird, sind uns diese internationalen Bezüge besonders wichtig“, betont Direktorin Monika Sommer, denn „so rasch die Erste Republik auch scheitern sollte, so beeindruckend ist es zugleich, dass die österreichische Revolution 1918 nahezu unblutig gelang. Die Etablierung des allgemeinen, gleichen und freien Wahlrechtes für beide Geschlechter war ein demokratiegeschichtlicher Meilenstein“.

Alles rund um das Jahr 1918 – Jetzt zum freien Download verfügbar

Das Haus der Geschichte Österreich hat in Kooperation mit der kulturpolitischen Sektion des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) eine Broschüre mit 14 Texten zur Republikgründung 1918 initiiert, die sich diesen zentralen Jahren der Österreichischen Zeitgeschichte von verschiedenen Blickwinkeln aus annähern. Nicht nur Vertreterinnen und Vertreter Österreichs im Ausland sollen dadurch informiert werden, sondern sie soll auch allen Bildungseinrichtungen frei zur Verfügung stehen.

Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich am 12. November 1918 vor dem Parlament, Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek
Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich am 12. November 1918 vor dem Parlament, Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

 

Die AutorInnen: Dieter A. Binder, Gabriella Hauch, Christa Hämmerle, Helmut Konrad, Wolfgang Maderthaner, Alfred Pfoser, Oliver Rathkolb, Manfried Rauchensteiner, Walter Reichel, Barbara Thosold, Heidemarie Uhl, Helmut Wohnout

Mit Geleitworten von Dr.in Karin Kneissl (Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres), Mag. Gernot Blümel, MBA (Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien), Dr.in Monika Sommer (Direktorin des Hauses der Geschichte Österreich) und Herausgeber Prof. Dr. Helmut Konrad (Universität Graz).

 

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28 09 2018
By: TKG 0

Eurochambres Präsident Leitl-Türkei: „Wirtschaft Integriert“

Der Präsident der europäischen Wirtschaftskammer, Herr Dr. Christoph Leitl, hat den  Obmann der türkischen KULTURgemeinde (TKG) in Österreich- einer Denkfabrik-, in einer sehr freundlichen Atmosphäre empfangen.

Der ehemalige Präsident der Wirtschaftskammer und jetzige Ehrenpräsident hat bezüglich der österreichischen und türkischen Wirtschaft, trotz des Tauwetters, sehr positive, konstruktive, zielführende und vor allem freundliche Neuigkeiten gegeben. Leitl berichtete, dass er zweimal in der Türkei war und bei verschiedenen Organisationen und wichtigen Terminen immer eines zum Ausdruck gebracht hat: „Wir wissen, dass die Wirtschaft integriert ist und wir sehen hier sehr große Möglichkeiten für österreichische und türkische Unternehmer, sich gegenseitig durch verschiedene Investitionen und Kooperationen, in diesen schwierigen Zeiten, bei einem positiven Brückenbau zu unterstützen. Wir ermutigen erfolgreiche Unternehmer, die im Ausland etwas erreichen wollen, auch in der Türkei zu sondieren und natürlich umgekehrt, laden wir alle türkischen Unternehmer ein in Österreich zu investieren.  Wir sind hier um behilflich zu sein, einen nährhaften Boden vorzubereiten.“

Obmann Birol Kilic bedankte sich für den freundlichen Empfang herzlich und sagte, dass die beiden Länder seit 500 Jahren eine wechselvolle Wahrnehmung und Begegnung haben und dass wir hier, besonders für erfolgreiche österreichische Unternehmen in der Türkei, große Chancen sehen.

Kilic: „Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Leitl.  Ein große  Brückenbauer, der uns immer motiviert hat. Wir möchten, dass durch Wirtschaft und besonders durch kulturelle Organisationen beider Länder, in den Bereichen Kunst, Kultur und Wirtschaft die gegenseitige Sympathie und der Respekt erhöht werden. Ich lebe seit 30 Jahren in Österreich, wo ich auch studiert habe, und kann eines sagen: Österreicher sind Freunde aller Nationen und besonders im Ausland, wenn es um die Türkei geht, sehr erfolgreich . Sogar viele österreichische Unternehmer und Wissenschaftler haben das große Vertrauen, von den Gründern der modernen Türkei, Atatürk, gewonnen. Nicht nur der ehemalige berühmte Präsidentenpalast ist von Österreichern architektonisch entworfen und mit Türken gemeinsam aufgebaut worden, sondern die gesamte Landesverteidigung, das türkische Parlament und viele andere Regierungsgebäude. Sie waren in der Türkei auch im Bereich Wasserkraft die Ersten, die beim Aufbau dabei waren, bis hin zu kleinen Technologieunternehmen. Österreicher werden als freundliche, seriöse und gemütliche Menschen empfunden und ich kenne auch sehr viele Österreicher die mit vielen türkischen Unternehmen außerhalb der Türkei, in türkischen Republiken, gemeinsame Projekte führen. Da sehe ich, dass Österreicher etwas können, was Türken nicht können und umgekehrt. Im Ausland zeigt diese Kombination erfahrungsgemäß mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Deswegen wünschen wir uns eine Annäherung zwischen den wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen. Mit einer Population von 80 Millionen sollte ein Land wie die Türkei, mit seinen Nachbarn wie Österreich, mehr zusammenarbeiten.Ein Blick auf die Entwicklung der österreichischen Exporte in die Türkei seit dem Beginn der Zollunion sprechen laut WKO dabei eine deutliche Sprache. Allein in den letzten 20 Jahren seit Inkrafttreten der Zollunion am 01.01.1996 hat sich das österreichische Exportvolumen von rund EUR 246 Mio. auf derzeit EUR 1.310 Mio. mehr als verfünffacht , zwischenzeitlich (2015) fast versechsfacht und es könnte und sollte mehr als 4 Milliarden sein. Allein nach dem Inkrafttreten der Zollunion 1996 hat sich das Exportvolumen innerhalb von fünf Jahren verdoppelt – insgesamt eine klare Erfolgsgeschichte.“

Für die EU- Türkei Zollunion, die am 01.01.1996 in Kraft getreten ist, wünscht Obmann Kilic eine Modernisierung, die unbedingt während des EU- österreichischen Ratsvorsitz zur Sprache kommen sollte, zumindest als positives Signal aus Österreich, das nichts mit der Vollmitgliedschaft zu tun hat, sondern mehr Nutzen für die EU- und österreichische Wirtschaft bringen wird. Das wurde auch von der EU Kommission im Dezember 2016 empfohlen, welche mit der Schlagzeile „EU Kommission schlägt Modernisierung der Zollunion mit der Türkei vor“ tituliert wurde.

 

Allgemeine Informationen:

 

Europäische Kommission schlägt Modernisierung der Zollunion mit der Türkei vor

http://europa.eu/rapid/press-release_IP-16-4468_de.htm

TKG ersucht die Modernisierung der EU-Türkei Zollunion

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180706_OTS0078/tkg-ersucht-die-modernisierung-der-eu-tuerkei-zollunion

Handelsabkommen der EU mit der Türkei

https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Handelsabkommen-Zollunion-EU-Tuerkei.html

Enhancement of EU-Turkey bilateral trade relations and modernisation of the EU-Turkey Customs Union

http://ec.europa.eu/trade/policy/countries-and-regions/countries/turkey/

Österreich – Türkei: Eine historisch verankerte Freundschaft?

 

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17 09 2018
By: TKG 0

Kaleagasi: „Wir glauben an den Rechtsstaat und an die Unantastbarkeit der Menschenwürde“

Der Generalsekretär und CEO des größten Industrieverbands der Türkei (TÜSIAD), Dr. Bahadir Kaleagasi, hat in Wien bei der Einladung der Think Tank Organisation, Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG), über die Beziehungen zwischen Österreich-Türkei und Türkei-EU mit mehreren PolitikerInnen, Industriellen, Journalisten und Experten gesprochen.

TÜSIAD ist die liberale Wirtschaftslobby in der Türkei und deckt mit seinen 4000 Unternehmen 80% des türkischen Außenhandels ab. TÜSIAD Mitglieder bringen mehr als 80% von Gewerbe- und Körperschaftsteuern auf.

Kaleagasi beantwortete die Fragen der Türkischen KULTURgemeinde (TKG) in Österreich wie folgt:

 

 

Herzlich willkommen in Wien, Herr Generalsekretär aus Istanbul. Wie beurteilen Sie die derzeitigen Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei?

Kaleagasi: Vielen herzlichen Dank. Ich glaube, die politischen Differenzen konnten in vielen kritischen Wendepunkten der Geschichte mit einem klaren Kopf, besonnener Rhetorik und kreativen Strategien überwunden werden. Wie Sie auch wissen, ist der globale Wandel beschleunigt. Zu den wichtigen globalen Veränderungsprozessen zählen u.a. Asiens Aufstieg, die ungewöhnliche Präsidentschaftserfahrung in den USA und der fortschreitende Klimawandel. Vielleicht am wichtigsten in historischer Perspektive ist auch die vierte industrielle Revolution, Digitalisierung, grüne Energie, Neurowissenschaften… In diesem Zusammenhang ist die Schnittmenge der realen Agenda in Österreich und der Türkei klar: Energie, Technologie, Handel, Migration und Sicherheit. Als europäische Geschäftswelt teilen wir eine gemeinsame Vision: ein demokratischeres, sichereres und wettbewerbsfähigeres Europa. Österreich und die Türkei haben beide das Know-how und die Erfahrung, einen konkreten Beitrag zu der Realisierung dieser Vision zu leisten.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Österreichern in der Türkei gemacht? Was verbindet Österreich und die Türkei in der Frühgeschichte?

Kaleagasi: Stets positiv. Ich liebe Österreich, weil Österreich aus der wechselvollen Geschichte der letzten Jahrhunderte sehr viel gelernt hat und der demokratische Rechtsstaat als oberstes Gebot angenommen wurde. Österreich kann sich im Bereich Rechtsstaat, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und mit einem unglaublichen Umweltbewusstsein vorbildlich in der Welt behaupten. Respekt. Man sollte dennoch jeden Tag auf die demokratischen Grundwerte achtsam sein. Ich habe in der Türkei, von den österreichischen Unternehmen, immer kreative und soziale Verantwortlichkeit erlebt. Touristen verstärken auch das Image Österreichs; sie sind bei Themen wie Geschichte und Natur immer neugierig, aber auch respektvoll. ÖsterreicherInnen und TürkenInnen verbindet eine intensive fünfhundertjährige Begegnung sowie Wahrnehmung mit Höhen und Tiefen. Wir haben mit dem TKG-Obmann, Herrn Birol Kilic, einen sehr konstruktiven, positiven Überblick über die Menschen in Österreich und allgemein über die wechselhafte Geschichte Österreichs, dessen Innovationen und dem Staat allgemein bekommen. Daher denken wir, dass wir mit mehr Empathie reagieren sollten. Genau das gleiche erwarten wir auch von österreichischer Seite. Man muss die einzigartigen, modernen, säkularen Menschen und ihren Glauben an den Rechtsstaat, die Pressefreiheit, die Menschenrechte und die allgemeinen Werte der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sowie den Glauben an die Unantastbarkeit der Menschenwürde immer im Auge behalten. Für uns bedeutet die EU und Österreich die gemeinsame Verteidigung dieser Werte. Wir bitten hier in aller Höflichkeit, die Türkei aus Ihrer Innenpolitik herauszuhalten und uns für die Werte zu unterstützen. Wir haben auch von Herrn Kilic Folgendes erfahren, was nicht vergessen werden sollte: 1923 gründete Mustafa Kemal Atatürk die Republik Türkei. An der Gestaltung des Regierungsviertels der neuen Hauptstadt Ankara wirkten zahlreiche österreichische Architekten, unter ihnen Clemens Holzmeister, mit. Zu Holzmeisters wichtigsten 15 Bauten gehören das Parlament, der Präsidentenpalast, einige Ministerien und Banken sowie das Gebäude der österreichischen Botschaft. Der Bildhauer Heinrich Krippel schuf das berühmte Reiterstandbild „Atatürks in Samsun“. Auch heute sind die aktuelle Architektur und Fragen des modernen, energieeffizienten Wohn- und Sozialwohnbaus wichtige Themen im Dialog zwischen Österreich und der Türkei. Es gibt noch sehr vieles hier als Beispiel.

Was erwarten Sie von der österreichischen Bundesregierung?

Kaleagasi: Nicht nur von der österreichischen Bundesregierung, sondern von allen EU-Mitgliedstaaten und natürlich und vor allem auch von unserem Land, der Türkei, erwarten wir, dass sie rationale und strategische Politik generieren, ohne kurzfristige taktische Fehler zu begehen.

Was meinen Sie damit genau?

Kaleagasi: Wenn wir uns die EU-Türkei-Integrations-Partnerschaft anschauen, gibt es greifbare Themen, bei welchen man konkrete Fortschritte erzielen kann: die Modernisierung der seit 01.01.1996 bestehenden Zollunion zwischen der EU und der Türkei, die digitale Wirtschaft, Energie, Sicherheit, Migration und die Bekämpfung des Klimawandels. Eine Harmonisierung und ein gemeinsames Vorankommen in all diesen Bereichen würden einen wesentlichen Beitrag zum Frieden, zur Sicherheit und zum Wohlstand aller europäischen Bürger leisten.

Die Türkei kann bereits durch die Zollunion seit 1. Jänner 1996 als privilegierter Partner betrachtet werden. Gibt es Ihrer Meinung nach noch Verbesserungswünsche, ohne dass die Türkei Vollmitglied der EU sein muss?

Kaleagasi: Wir müssen hier in aller Freundschaft etwas unterstreichen. Die privilegierte Partnerschaft funktioniert zunächst nur, wenn sie vorübergehend ist. Das Dilemma, welches das Vereinigte Königreich derzeit bei Brexit-Verhandlungen erlebt, ist ein Beweis dafür. Zweitens sollte die EU in einer sich ausweitenden, globalen Ordnung nicht schrumpfen. Im Gegenteil, sie sollte einen größeren Bereich von Demokratie, Wirtschaft und Sicherheit darstellen. Sie sollte auch ein besser funktionierendes Governancesystem, d.h. politische Steuerung und Koordination haben. Außerdem wird die Vollmitgliedschaft in der EU in naher Zukunft von einem Modell der sogenannten „differenzierten Integration“ abhängen.

Was bedeutet „differenzierte Integration“ in der EU und die Vollmitgliedschaft in der EU für die Türkei?

Kaleagasi: Ganz einfach. In der Mitte befindet sich dann eine eher föderale Kern-EU, die Eurozone. Rundherum ein breiterer EU-Kreis. Die Türkei wird ein EU-Mitglied in diesem flexiblen Modell sein; natürlich soweit sie alle notwendigen demokratischen und rechtlichen Bedingungen erfüllen kann. Priorität für heute ist, zum Thema Vollmitgliedschaft der Türkei, für die Reifezeit der Bedingungen abzuwarten und sich in der Zwischenzeit auf konkrete Bereiche zu konzentrieren, wie zum Beispiel die Modernisierung der bestehenden Zollunion, Energie, digitaler Binnenmarkt, innere und äußere Sicherheit… Das wäre zum Vorteil Österreichs und auch zugunsten der Werte und Interessen der EU-BürgerInnen und der BürgerInnen der Türkei. In diesem Sinne müssen Politiker in allen europäischen Hauptstädten ehrlich, weise und visionär handeln. 

Welche Branchen profitieren am meisten von den Handelsbeziehungen?

Kaleagasi: Eigentlich alle. Entscheidend ist, dass Unternehmen globale Trends, digitale Transformation und lokales Marketing gut verstehen können. Die Türkei ist ein europäisches Land, welches sich der EU-Binnenmarktvorschriften zum großen Teil angepasst hat. Zur gleichen Zeit hat die Türkei einen gewissen asiatischen, dynamischen Unternehmergeist. Die Türkei ist Europas europäisch-asiatisches Tor. Diejenigen Unternehmen, die das richtig verstehen und interpretieren können, machen immer lukrative Geschäfte.

Haben Ihre Mitglieder auch in Österreich Investitionen getätigt?

Kaleagasi: Ja, aber im Vergleich zu anderen EU-Ländern weniger. Zu deren Erhöhung würde die Aktualisierung bzw. Modernisierung der türkischen Zollunion mit der EU, hervorragende Möglichkeiten schaffen. Dadurch werden neue Investitionen und Beschäftigungen auf beiden Seiten zunehmen.

Glauben Sie, dass sich die Türkei von derzeitigen wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Schwierigkeiten in absehbarer Zeit erholen wird?

Kaleagasi: Ja. Auf kurze Sicht geht es vor allem um einen dringenden Aktionsplan, der den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspricht. Im Mittelpunkt dieser Vorschläge muss eine straffe Geldpolitik, eine Fiskalpolitik, mit zugehörigen Sparmaßnahmen, gezielt auf eine rückläufige Inflationsrate, bessere Beziehungen zur EU und die Lösung bestehender Probleme mit den USA, im Rahmen der strategischen Partnerschaft, stehen. Implementiert die Türkei die erforderlichen Maßnahmen in Bereichen wie Steuern, Arbeitsmärkte, Energie und Ausbildung durch eine ehrgeizige Strukturreformagenda und setzt wieder Demokratisierung als Priorität an die Tagesordnung, kehrt sie schnell zurück zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum und sozialer Entwicklung.

Die Türkei ist für die EU und Österreich wichtig sagen Sie. Warum?

Kaleagasi: Eine stabile Türkei ist sehr wichtig für ein stabiles Europa und vor allem für Österreich. Eine instabile Türkei exportiert auch Instabilität.  Alle europäischen Länder sind eigentlich wichtig füreinander. Eine EU, die sich in einer multipolaren Welt stärkt, ist nur durch eine erweiterte EU möglich, die ihren Einfluss ausbaut. Eine Innovationsgemeinschaft, die dem Geist des 21. Jahrhunderts entspricht, braucht eine diversifizierte EU mit Zuversicht. Nur eine EU, die ihre eigenen Transformationsmaßnahmen betreibt und ihren Einflussbereich erweitert, kann als ein Vorbild im Mittelpunkt für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Grundrechte und Grundfreiheiten in der Welt agieren. Nur eine solche EU kann zu den Regulatoren für Technologien der künstlichen Intelligenz gehören. Die jüngste Geschichte zeigt, dass es immer positive Ergebnisse für die Bürger beider Seiten gebracht hat, die Türkei im europäischen Integrationsprozess zu halten. Das ist eine faktische Realität. Etwas anderes zu tun, um die Türkei vom positiven Einfluss der EU fernzuhalten, war immer ein Teil des Problems. Das ist auch eine datenbasierte Realität. Für ein wohlhabenderes und sicheres Europa ist und bleibt die Türkei Europas südöstlicher Pfeiler.

Welche Tipps geben Sie Investoren, die dort investieren wollen?

Kaleagasi: Kombinieren Sie globale, europäische und österreichische Ansätze mit den mittelfristigen Potenzialen der Türkei. Wir sind hier, um Sie dabei zu unterstützen und objektiv durch Herausforderungen, Risiken und Chancen zu führen.

Vielen Dank. 

 

 

Info und Links:

TÜSİAD ist der größte Verband in der Türkei, als Interessensvertreter des Privatsektors des Landes. Die Mitglieder der TÜSIAD sind türkische und internationale Unternehmen. TÜSİAD ist Mitglied der European Business Confederation BusinessEurope und der Global Business Coalition parallel zur G20. Neben dem Hauptstadtbüro in Ankara besitzt TÜSİAD ein Netzwerk von sechs Auslandsrepräsentanzen in Brüssel, London, Paris, Berlin und Washington, D.C. sowie Business-Netzwerke in China, Golfregion und Silicon Valley.

TÜSİAD

https://tusiad.org/tr/

Dr. Bahadir Kaleagasi

https://en.wikipedia.org/wiki/Bahadir_Kaleagasi

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03 09 2018
By: TKG 0

Cem Mansur mit dem Turkish National Youth Philharmonic Orchestra in Wien-Do 13.09. um 19:30

100 aus sämtlichen Konservatorien der Türkei ausgewählte Talente von 16 bis 22 Jahren stehen gemeinsam auf der Bühne.

Einladung: Do 13.09. um 19:30 Uhr spielt das Turkish National Youth Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Cem Mansur, das Eintritt ist frei.

Aus sämtlichen Konservatorien der Türkei ausgewählte Talente von 16 bis 22 Jahren stehen gemeinsam auf der Bühne.  Eines der Steckenpferde ist das „Labor of Democracy“: Hier unternimmt Orchesterleiter Cem Mansur mit den Jugendlichen und dem Publikum eine Reise, die die Struktur eines Orchesters als perfekte Metapher für das Lernen von Koexistenz, Führung, Selbstachtung und Verantwortung zeigt.

Das Orchester, das 2007 mit Unterstützung der Sabanci-Stiftung gegründet wurde, tritt seit dem ersten Konzert mit dem großen Pianisten Murray Perahia international auf. Doch nicht nur die Auftritte in den renommiertesten Konzerthäusern Europas, auch Workshops und Seminare über Musik sind als soziales Werkzeug zum festen Bestandteil geworden. Eines der Steckenpferde ist das „Labor of Democracy“: Hier unternimmt Orchesterleiter Cem Mansur mit den Jugendlichen und dem Publikum eine Reise, die die Struktur eines Orchesters als perfekte Metapher für das Lernen von Koexistenz, Führung, Selbstachtung und Verantwortung zeigt.

Interpretinnen & Interpreten:
Turkish National Youth Philarmonic Orchestra
Dirigent: Cem Mansur
Soloistin: Alena Baeva, Violine

Programm:

Leonard Bernstein (1918-1990) Serenade for solo violin, strings, harp and percussion after Plato’s “Symposium”
Cemal Reşid Rey (1904-1985). “İnstantanés”
Leonard Bernstein: Divertimento for Orchestra
Eintritt: frei
Anmeldung über das ORF RadioKulturhaus Kartenbüro

 

Der Dirigent Cem Mansur

Foto:(c)TYO

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31 08 2018
By: TKG 0

TKG STELLUNGNAHME ZU SARRAZINS BUCH !

Stellungnahme der Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bezüglich Sarrazins neuem Buch:

Wir würden, als liberale, säkulare Muslime aus der Türkei in Österreich, die wir nicht alle vertreten, sehr gerne Herrn Thilo Sarrazin und sein zweites Buch „Feindliche Übernahme“ unterstützen.

Wir haben immer, bei unseren österreichischen und deutschen Ansprechpartnern, egal ob aus der Politik, Medien, Bürokraten bzw. aus Religionsgemeinschaften, um eines gebeten: “ Bitte die Spreu vom Weizen zu trennen. Nicht pauschalisieren. Wissen aneignen und sachlich bleiben, damit wir zusammen für die freiheitliche, demokratische Grundordnung als wehrhafte Demokraten zusammen auf Augenhöhe kooperieren können. Und hier haben wir Säkularität als Sauerstoff der Demokratie definiert.  Wir sind keine Hoftürken bzw. keine Hofmuslime und möchten keine werden sondern wir wollen bewusste Bürger bzw. Citiyons der Republik Österreich bzw. EU werden mit gleichen Rechten und  natürlich mit gleichen Pflichten.“

 

Das Buch von T. Sarrazin ist schlecht recherchiert (E.E.):

Antwort: Prof. Dr. Aziz Sancar und andere

Aziz Sancar Aziz Sancar (8. September 1946 in Savur, Provinz Mardin, Türkei) ist ein türkisch-amerikanischer Genetiker. Für 2015 wurde ihm „für die mechanistischen Studien zur DNA-Reparatur“ gemeinsam mit Tomas Lindahl und Paul Modrich der Nobelpreis für Chemie zugesprochen.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Aziz_Sancar?wprov=sfti1

 

Hetzebuch -Volksverhetzung

Thilo Sarrazins neues Buch „Feindliche Übernahme“ ist wie sein vorheriges Buch „Deutschland schafft sich ab” weder ein Fachbuch, ein Informationsbuch noch ein Provokationsbuch, sondern ein Hetzebuch (Volksverhetzung), in dem biologisch und kulturell gefärbter Rassismus mit den folgenden Worten vertreten wird: „Die religiös gefärbte kulturelle Andersartigkeit der Mehrheit der Muslime und deren steigende Geburtenzahlen gefährden offene Gesellschaft, Demokratie und Wohlstand.

Die liberalen Muslime aus der Türkei, aus Deutschland und aus Österreich, mit einer säkularen Einstellung gegenüber dem Staat und der Gesellschaft, fühlen sich sicher nicht von Sarrazin und seinen verallgemeinernden Ansichten vertreten. Er schreibt in dem Buch immer von liberalen Muslimen, oder angeblich liberalen Quellen muslimischer Wissenschaftler, als ob er hier auch uns vertritt oder eine Stimme für alle ist und tut so, als ob er uns dadurch stärken würde. Sarrazin beruft sich auf liberale muslimische Stimmen in Deutschland. Wer sind die Brandstifter die als Feuerlöscher auftreten überhaupt?

Das ist eine Farce, Manipulation, Verdrehung, Verdunkelung, Vernebelung der hinterhältigen, hinterlistigen und doppelmoralischen Ziele von Thilo Sarrazin und seinen Unterstützern. Sarrazin unterstützt mit diesem Buch den politisierten Glauben und die Fundamentalisten der islamischen Welt, insbesondere in Deutschland und in Österreich und spaltet nicht nur die Gesellschaft, sondern missbraucht Meinungsfreiheit und hetzt pauschal gegen Menschen, die aus dem Islamischen Kulturbereich stammen. Die Geschichte ist da, um aus der Geschichte zu lernen.

Wir sollten aus der Gesichte in  der EU vor allem lernen.

Wir erheben Einspruch!

TKG Thesen

Volksverhetzung unter dem Deckmantel Religionskritik? 

Unter dem Vorwand „Meinungsfreiheit“ darf man in Deutschland auch nicht Juden satanisieren, Talmud & Tora manipulieren und aus dem historischen Kontext und Zusammenhang reißen, um die Juden, das Judentum (und den Glauben über TALMUD ) pauschal zu schikanieren bzw. terrorisieren und zu verächtlichen.

In Wahrheit muss man unbedingt betonen: Mit Sarrazin der anscheinend unter „Confirmation Bias“ (Bestätigungsfehler) leidet, eine Islamdebatte zu führen, ist, als ob man mit Goebbels über Judentum diskutieren würde…  

Man kann hier nicht von einer Verantwortungslosigkeit, Provokation, Meinungsfreiheit oder Religionskritik reden, sondern von einer puren Volksverhetzung ersten Grades. In dem Buch werden „alle Muslime mit Erbdummheit“ verächtlich bezeichnet und schikaniert, was für uns lächerlich ist, aber in der Öffentlichkeit wird das Buch wie „Mein Kampf“ de facto von manchen Parteien, NGOs und Zeitungen propagiert und damit Deutschlands freiheitliche demokratische Grundordnung zerstört, da hier vorsätzlich und absichtlich Hass gestachelt und mit der Würde der Menschen gespielt wird. 

Wir sind als säkulare Österreicher mit türkischer Abstammung gegen jeglichen politisierten Glauben, insbesondere gegen die fundamentalistischen Bewegungen aus unseren Kreisen, die wir seit Jahren in Österreich durch Verstand, Vernunft, Kritik und Aufklärung und einem tiefen Glauben an die österreichische Demokratie und den Rechtsstaat, hart bekämpfen.  

Wir brauchen keine Freunde wie Sarrazin! Wenn man solche Volksverhetzer als Freunde hat, braucht man keine Feinde!

 

Deutschland-Art. 1 Absatz 1 Grundgesetzt

 

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
 

„Unter Menschenwürde versteht man die Vorstellung, dass alle Menschen unabhängig irgendwelchen Merkmalen wie etwa Herkunft, Geschlecht oder Alter denselben Wert haben, da sie sich alle durch ein dem Menschen einzig gegebenes schützenswertes Merkmal auszeichnen, nämlich die Würde. Seine Verankerung als erste Norm des Grundgesetzes ist eine bewusste Reaktion auf die massive Missachtung der Menschenwürde im Nationalsozialismus.

Im Verständnis des Bundesverfassungsgerichts  bezieht nach der Ordnung des Grundgesetzes der Staat seine Legitimation allein daraus, dass er den Menschen konkret dient. Die Menschenwürde ist damit der oberste Grundwert und die Wurzel aller Grundrechte. Als einzige Verfassungsnorm gilt die Menschenwürde absolut, sie kann durch keine andere Norm beschränkt werden, auch nicht durch ein anders, von der Menschenwürde abgeleitetes Grundrecht.“

 

Die Volksverhetzung ist in Deutschland ein Äußerungsdelikt nach §130 StGB: Volksverhetzung,
auch in Österreich, nach §283 StGB: Verhetzung.   

Unserer Meinung nach stört der Deutsche Herr Thilo Sarrazin mit dem Buch „Feindliche Übernahme“, unter dem Vorwand Religionskritik, den öffentlichen Frieden vorsätzlich.  

Er stachelt Hass an bzw. fordert Willkürmaßnahmen gegen eine nationalistische, rassistische, religiöse und durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, kurz, alle Muslime in Deutschland und Österreich wegen der Zugehörigkeit zu der Islamische Religion.  

Herr Sarrazin greift die Menschenwürde in dem Buch dadurch an, dass er vorbezeichnete Gruppen und Teile der Bevölkerung beschimpft, schikaniert, böswillig verächtlich macht und pauschal verleumdet. Unter dem Vorwand der freien Meinungsäußerung übt Sarrazin mit diesem Buch pure Verhetzung gegenüber einer Religionsgemeinschaft in Deutschland und in Österreich aus.  Vorsicht: Deutschland und Österreich verlieren damit ihre moralische Überlegenheit bzw.Deutungshoheit.

Zwischenfrage:
Rechtstaat oder  mit Sarrazins Willkür Un·rechts·staat gegen Moslem.

Der Begriff Unrechtsstaat gegen Katholiken in Deutschland? 

„Der Begriff wird auf den preußischen Katholiken  Peter Reichensperger (1810–1892) zurückgeführt. Mit dem Begriff des Unrechtsstaates wollte Reichensperger andeuten, dass Preußen ein solcher würde, wenn es die Rechte seiner katholischen Untertanen beschneidet. In der 24. Sitzung der  Zweiten Kammer des Preußischen Landtags am 12. Februar 1853 äußerte der Abgeordnete Reichensperger: „Ich denke, der Rechtsstaat besteht darin, dass der Obrigkeit das Schwert zum Schrecken der Bösen anvertraut ist, und zum Schutze derer, die in ihrem Recht sind, ihr Recht üben; einen Unrechtsstaat würde man dagegen meines Erachtens denjenigen zu nennen haben, welcher die Unruhestifter schützen und diejenigen bedrohen wollte, die in ihrem Rechte sind.“

 

Sarrazins Quellen: Leserbriefe und „Achse des Guten“

Die von Sarrazin verwendeten Quellen zeigen eines deutlich: Er verwendet keine seriösen, sachkundigen Quellen. Er zitiert hinterlistig Islamwissenschaftler sowie Vertreter des angeblichen liberalen Islams in Deutschland. Wenn man die Quellen genau unter die Lupe nimmt sieht man, dass sich die Mehrheit seiner Quellenangaben auf Zeitungs- und Fernsehbeiträge, bis hin zu Leserbriefen der BILD Zeitung, sowie auf Internetportale wie die als antiislamisch bekannte Hetze-Webseite „Achse des Guten“, beziehen. Das sind Sarrazins Quellen.

Er macht keine objektive bzw. profunde Analyse, sondern baut auf Verzerrung, Manipulation von Fakten und Geschichte. Unter dem Deckmantel der Sachlichkeit, die er versucht, durch das Anführen mehrerer Statistiken mit angeblichen Fußnoten, zu untermauern, steckt im Wesen ein feindliches, hetzerisches, kulturrassistisches, antiislamisches Hetzebuch.

Sarrazin und Kulturalismus (Kultureller Rassismus-Neorassismus)

In Sarrazins neuem Buch wird ein Kapital mit dem Titel „Erbdummheit der Muslime“ (S. 144 u. S. 499) unverschämt benannt.

Laut Experten:

„….-führt Sarrazin unter diesem Kapital anders als in „Deutschland schafft sich ab“ – nichts mehr auf biologisch-genetische Ursachen zurück, sondern auf den kulturellen Einfluss des Islams. Ihn macht er in Kapitel 3 für eine unumkehrbare Dummheit aus Mangel an intellektueller und kreativer Intelligenzentwicklung der Muslime verantwortlich. Mehr noch, Sarrazin behauptet ein religionsbezogenes „Intelligenzgefälle“, wobei er den höchsten Bildungsgrad bei Juden, gefolgt von Christen, Religionslosen, Buddhisten und Hindus sieht, wohingegen Muslime die niedrigste formale Bildung hätten (S. 157). Dieser Ansatz wird dem komplexen Phänomen der Intelligenz in kleinster Weise gerecht. Freilich, der Verfasser spricht hier nicht von Rassen oder Ethnien. Doch vom Denkansatz her ist dies nichts anderes als eine kulturell determinierte Spielart von Rassismus im Gewande einer angeblichen Religionskritik, durch die er den vermeintlich hochgebildeten jüdisch-christlichen Westen in Opposition bringt zu den vermeintlich ungebildeten Muslimen. Die Mechanismen seiner Argumentation, die eine Differenz postuliert zwischen den Muslimen und den Anderen, diese abwertend und verallgemeinernd etwa mit Intelligenz in Verbindung bringt und das Ganze benutzt, um die natürliche Überlegenheit der einen Gruppe zu postulieren, erfüllen alle Merkmale, die der französische Soziologe Albert Memmi kulturellen Rassismus benennt.“

-…“Der Faktencheck fällt nicht günstig aus. Mit Jahreszahlen nimmt es Sarrazin nicht genau (etwa bei der Eroberung von Bagdad durch die Mongolen), nicht mit der Geographie (Sudan ist nicht Teil des Maghreb) und auch nicht mit Übersetzungen. Sarrazin schreibt Namen und Vornamen falsch, verwechselt Aleviten und Alawiten, bringt Laizismus und Säkularismus durcheinander. Zu Afrika behauptet er, „viele Problemstaaten in Afrika und Asien“ würden dadurch geeint, „dass die dort lebenden Menschen überwiegend muslimischen Glaubens sind“. 63 Prozent der Einwohner von Subsahara-Afrika sind jedoch Christen; ihre Staaten gehören zu den ärmsten der Welt.“

-..“Je geringer das Wissen, desto sicherer das Urteil. Sarrazin kritisiert die vielen Wiederholungen im Koran und verrät schon damit seine Unkenntnis. Was wie eine Wiederholung erscheint, steht jedes Mal in anderem Kontext, da aus einer Geschichte mehrere Lehren gezogen werden können. So wird der Kontext wichtig. Völlig daneben ist Sarrazins Behauptung, der Koran kenne keine historisch-kritische Exegese. Gerade die „Umstände der Offenbarung“ stehen im Mittelpunkt der islamischen Theologie. Sarrazin aber zitiert Verse ohne diesen Kontext und verschweigt, dass es zu Versen, die etwa zu Gewalt aufrufen, solche gibt, die das Gegenteil fordern. “

-…“Immer wieder kehrt Sarrazin zur Obsession zurück, der Islam vermittle Hass auf die „Ungläubigen“, was ihm „expansive Eroberungskraft“ verleihe. Früher als andere hat der Islam aber das Kriegsrecht kodifiziert und vieles verboten – die Tötung von Frauen, Kindern und Greisen, das Verseuchen von Wasser. Als Leser fragt man sich immerzu, wie eine Religion, wenn sie denn so voller Hass und Rache wäre, wie Sarrazin suggeriert, sich 1400 Jahre halten konnte.

-..“Völlig absurd ist Sarrazins Behauptung, der Islam biete „keinen Anreiz zu einer Wissbegier“, die Muslime hätten nie einen Sinn für das Messen von Zeit und Distanzen entwickelt. Weiß Sarrazin denn nichts von der kreativen Periode der arabischen Wissenschaften, die 800 Jahre gedauert hat? Der Kartograph Biruni hatte bereits im 10. Jahrhundert große Distanzen exakt vermessen. Im 15. Jahrhundert entwickelte Taqi al-Din moderne Uhren mit Gewichtsantrieb oder mit einer konischen Feder, wie sie in Europa erst im 19. Jahrhundert bekanntwurden. Im 16. Jahrhundert erkannten die Muslime den Nutzen der Dampfkraft. Kolumbus segelte mit einem arabischen Kompass in die Neue Welt. Medizin, Chemie und Algebra waren viele Jahrhunderte arabische Wissenschaften. Sarrazin aber schreibt, der Koran habe den „Augenblickzustand in einer primitiven, auf Jagd, Kampf und Macht gestimmten Gesellschaft“ zu einer „religiösen Botschaft mit Ewigkeitscharakter überhöht“.

Rassismus ohne Rassen=Kulturellen-Rassismus =Neo-Rassismus

Kurz, Sarrazin verwendet in dem zweiten Buch keine Rasse, sondern Kultur und Religion die jeglichem Versuch einer Veränderung entzogen sind.
Das nennt man in der Rassismus-Forschung „Rassismus ohne Rassen“, so wie der „Antisemitismus ohne Juden“ bekannt ist. Hier geht man von der Existenz eines Rassismus aus, bei dem der Begriff der Rasse nicht verwendet wird, sondern den man Kulturalismus sowie kulturellen-Rassismus und Neo-Rassismus nennt. In diesem Buch verwendet Sarrazin statt biologischem Rassismus(Deutschland schafft sich ab),  pure kulturellen Rassismus Argumente. Ohne Zweifel.

Die Experten definieren kulturellen Rassismus als: „Naturalisierung des Kulturellen, des Sozialen oder der Geschichte, wodurch diese sozusagen stillgestellt und jeglichem Versuch einer Veränderung entzogen seien. Ideologisch gehört der gegenwärtige Rassismus in den Zusammenhang eines „Rassismus ohne Rassen“, eines Rassismus, der – jedenfalls auf den ersten Blick – nicht mehr die Überlegenheit bestimmter Gruppen oder Völker über andere postuliert, sondern sich darauf beschränkt, die Schädlichkeit jeder Grenzverwischung und die Unvereinbarkeit der Lebensweise und Traditionen zu behaupten.“

Ist diese analogische Schlussfolgerung nicht die abstoßendste und älteste Form von biologischem und kultureller Rassismus, der gewisse genetische Merkmale zum Zentralpunkt sozialer Probleme macht und diese rassistische Haltung unter dem Deckmantel einer Pseudo-Naturwissenschaftlichkeit als korrekt und triftig zu verkaufen versucht?

Solche Thesen haben Rassisten in den USA damals vertreten, als sie behaupteten, dass Schwarzafrikaner den Tieren ähnlicher als den Menschen seien, und dass dies sich dadurch erklären ließe, dass deren Begabungen und Fähigkeiten, die eines Affen ähnlicher wären. Manche (hochrangige Politiker) fühlen sich sogar heute noch in Anbetracht jüngster Vorfälle in der Weltgeschichte durch solche „Feststellungen“ und „Schlussfolgerungen“ überlegen und stufen sich selbst in Folge als „Sozialingenieure“ ein, so wie es Sarrazin tut. Sein Ziel ist es, seine antisoziale und biologische Rassismus-Ideologie in Zukunft auf juristische Grundlagen zu stützen und unter Zuhilfenahme verfälschender Statistiken zu untermauern, so, wie es in der jüngsten Geschichte vorkam. Das ist eine Belastung und Muslime werden als volkswirtschaftliche Schädlinge darstellt.

 

Wie tickt der Sarrazin?

2011 wurde Thilo Sarrazin  zum „Menschen des Jahres“ von der Zeitschrift Profil gewählt. In dem Interview der Ausgabe propagiert  für eine eugenische Demographie. Sarrazin hat in diesem Interview wortwörtlich eine nach Erbkriterien gesteuerte Bevölkerungspolitik mit folgenden Worten argumentiert: „Jeder Hunde- und Pferdezüchter lebt davon, dass es große Unterschiede im Temperament- und Begabungsprofil der Tiere gibt. Und dass diese Unterschiede erblich sind“.

Herr Sarrazin hat damit „die Türken“  in Deutschland und in Österreich mit Hunden und Pferden verglichen.   Wie man weiß, war die nationalsozialistische Rassenhygiene (oder NS-Rassenhygiene), zur Zeit des Nationalsozialismus, die betriebene Radikalvariante der Eugenik. Punkt.

 

Vorbildlich sind sie nicht?

Frau Sarazzin zu japanischer Schülerin: „Du, Suzuki komm her“.

Der Vater: “Frau Sarrazin hat ihm mit der Blockflöte auf den Kopf gehauen.”

Hochzeitsfoto vor 37 Jahren.

Über eine Sammelbeschwerde von gut 50 Eltern aus dem März 2009 berichtet der “Spiegel”. Dort hieß es, dass die Lehrerin “im Unterricht die Beherrschung verliert und die Kinder anschreit”. Eltern eines japanisch-deutschen Jungen hätten sich beklagt, dass Ursula Sarrazin ihren Sohn wiederholt wie eine Automarke in “Suzuki” umtaufe. Dies geschehe “zum Teil unter dem Gelächter der Klassenkameraden, die ihn dann prompt auch so nennen”. Nach einem Bericht des “Tagesspiegels” soll Frau Sarrazin schon 2001 einen Schüler mit einer Flöte geschlagen haben. Der Vater des heute 22-Jährigen sagt: “Frau Sarrazin hat ihm mit der Blockflöte auf den Kopf gehauen.” Ursula Sarrazin verteidigt sich in mehreren Interviews. “Als Lehrer brauche ich Autorität, aber autoritär bin ich nicht. Ich stelle Regeln auf, an die sich die Schüler halten müssen. Das ist doch ganz selbstverständlich”, sagte sie dem “Focus”. “Ich schreie nicht im Unterricht”, sagte sie “Bild am Sonntag”.

Ausschnitt aus der Reportage von BILd am Sonntag NNTAg vom 16.01.11

BILD am SONNTAG: Frau Sarrazin, seit über einer Woche werden in der Öffentlichkeit Vorwürfe von Eltern und Schülern gegen Sie diskutiert. Sie seien zu autoritär, heißt es, würden einschüchtern und beleidigen . . .

URSULA SARRAZIN: Ich weiß, dieses Angstgerücht. das macht mir das Leben übrigens sehr schwer. Ihr Leben wird nicht leichter werden: Morgen konkretisiert der „Spiegel“ diese Gerüchte und berichtet zum Beispiel von einer 13-Jährigen, die auf einem Schulfest über Sie gesagt hat: „Meine Lehrerin war sehr streng und vor allen Dingen schrak ich manchmal davor zurück, wenn sie so laut schrie, dass ihr Kopf leicht rot anlief . . . Das Mädchen war eine ganz normale Schülerin. Ich weiß nicht, warum sie das erzählt hat.“

BILD am SONNTAG: Einen deutschjapanischen Schüler, 8 Jahre alt, sollen Sie vor der gesamten Klasse wiederholt als „Suzuki“(du Suziki komm hier) verhöhnt haben . . .

URSULA SARRAZIN: Das war vor zwei Jahren in der ersten Schulstunde, als ich die Klasse neu unterrichtet habe. Ich konnte mir noch nicht alle Namen merken und habe den japanischen Namen des Schülers S. falsch ausgesprochen, das klang phonetisch wie Suzuki. Ich habe dann Sie als Suziki gerufen. Da haben die anderen Kinder gelacht. Ich habe aber nicht böse gemeint.


Sarrazin, die Quelle der Weisheit?

Was für Juden die “Protokolle der Weisen von Zion” sind, ein seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitetes antisemitisches Pamphlet, ist für Muslime das Buch von Theo Sarrazin mit dem Titel “Deutschland schafft sich ab” und das neue Buch „Feindliche Übernahme“.  Wir können nur alle anständigen Menschen dazu aufrufen, diese von Wissenschaftlern widerlegten Bücher nicht als “Quelle der Weisheit” zu verwenden.

Was denkt Sarrazin über Österreich? 

Auf die Frage, im gleichen Interview von Profil aus der Ausgabe von 2011, was die Österreicher für ein Volk wären, antwortete Sarrazin wortwörtlich: „Ich möchte den Österreichern nicht zu nahetreten. Sie sind eine Abspaltung des deutschen Volks.“ 

Auf die Antwort von Profil: „Das wird die meisten Österreicher nicht sehr freuen“, erwidert Sarrazin: „Aber sie haben ja selbst 1938 mit großer Mehrheit für den Anschluss an das deutsche Volk gestimmt.“ Auf die Profil Frage: „Die Morde an Abtreibungsärzten in Amerika würden Sie aber nicht als Beleg für eine dem Christentum inhärente Gewaltbereitschaft heranziehen, oder?“, gibt Sarrazin folgende Antwort: „Ich rede hier nicht über die USA, sondern über Europa.“

Wir müssen hier, die Spreu vom Weizen trennen und folgende Frage in dem Raum stellen: Was hat Deutschland und Österreich aus der Geschichte gelernt? Welche „Werte“ sind wichtig für Deutschland und Österreich? Man muss das Buch von Thilo Sarrazin nicht gelesen haben, um die abwertenden Thesen, speziell mit Bezugnahme auf „die Muslime“ – wahlweise auch auf „die Türken und Araber“ –, nachzuvollziehen oder rechtfertigen zu können. Auch nach intensiver Befassung bleiben sie tendenziös und pauschal abwertend. Die Grenze des Sagbaren hat sich im Zuge der Debatte verschoben und der Diskursraum hat sich bis an den Punkt öffentlicher Diffamierungen verlagert.

Was für die Juden die “Protokolle der Weisen von Zion” sind, ein seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitetes antisemitisches Pamphlet, ist für die Türken das Buch von Theo Sarrazin mit dem Titel “Deutschland schafft sich ab” und das neue Buch „Feindliche Übernahme“.

Sarrazin und die stolzen Westliche Werte?

Die Goldene Regel der praktischen Ethik der christlichen Wertegemeinschaft besagt: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andern zu.“ Auch der berühmte deutsche Philosoph Immanuel Kant hat hier eine, für die Moralphilosophie wichtige, Grundsatzerklärung abgeben: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde.“  Mann nennt es der kategorische Imperativ(KI)  und er ist im System Kants das grundlegende Prinzip der  Ethik und Moral. Also wenn wir Herrn Thilo Sarrazin und seine Unterstützer nach diesen christlichen und zutiefst europäischen Werten(KI) messen, ist er sicher, nach unserer Meinung und mit Verlaub, kein Musterschüler, sondern ein zutiefst primitiver Hetzer.

Wir werden weiter in Österreich und in der EU für freiheitliche, demokratische Werte als Cityons einstehen und wie immer gegen jeglichen fundamentalistischen, reaktionären und politisierten Glauben, egal aus welcher Religion, demokratischen Widerstand durch Aufklärung leisten. Genauso gegen Demokratie-feindliche  und rassistische Bewegungen die unter dem Vorwand des Feuerlöschers auftreten, aber eigentlich Brandstifter sind. Zum Beispiel wie der nette Thilo Sarrazin und seine als schrecklich nette Famile getarnten Freunde und Unterstützer aus verschiedenen Ecken und Löchern kriechen und uns sehr gerne mit Hunden (Siehe Profil Bericht) vergleichen…

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

Bild Quelle: Karikatur – Silvan Wegmann
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13 08 2018
By: TKG 0

Stellungnahme: „Moslem“ Erlass des Sozialministeriums bezüglich illegalen Hinterhofschlachtungen!

Wien (OTS) – TKG begrüßt den netten „Moslem“ Erlass bezüglich der Hinterhofschlachtungen, welche für die Mehrheit der AustrotürkInnen sowieso nicht in Frage kommen und  welche die Mehrheit sicherlich auch strikt gegen ist.

Entspricht nicht der Wahrheit

Die Zahl der Hinterhofschlachtungen (Schächten), laut Expertenschätzungen ungefähr 25.000 Schafe pro Jahr, unter tierquälerischen sowie hygienisch gefährlichen Umständen, an nicht dafür zugelassenen Orten zu Tode gequält werden, entsprechen nicht der Wahrheit. Viele Muslime (unter anderen 300.000 Menschen aus der Türkei), kaufen ihr Fleisch in österreichischen Supermärkten wie z. B. Hofer, Billa, Penny, Lidl und Spar oder bei türkischen Supermarktketten bzw. Metzgereien. Die türkische Gastronomie kauf ihr Fleisch ebenfalls bei professionellen Schlachthäusern, welche hygienisch, korrekt und fürsorglich mit einem Gewerbe gesichert geführt werden.

Tatsache ist, dass von den ca. 700.000 in Österreich lebenden Muslime, welche nicht alle aus der gleichen Kultur und demselben Regelkreis stammen, auch Fehler gemacht werden können. Diese sind jedoch die Ausnahme.

Hier ist es besser in Zukunft Unannehmlichkeiten, welche wir aus unseren Heimatländern kennen, mit diesem Erlass gesetzlich in den Griff zu bekommen. Auch deshalb, weil ansonsten das Bild der Muslime in Österreich, bei einem so wichtigen Opfer-Fest umsonst in ein schiefes Licht gerückt wird oder werden könnte. Natürlich ist es für die Türkische Kulturgemeinde (TKG) als Think Thank NGO noch wichtiger, die in Österreich bestehenden Tierrechte auch zu unserem Sittengesetzten zu machen, welche wir hochhalten, respektieren und an alle Mitglieder empfehlen.

Opferfest-Aufklärung und Empfehlung

99,9 % der AustrotürkenInnen schlachten ihre Tiere, wie im Islam beschrieben, mit strikten Regeln. Diese Regeln dienen dazu das Tier so schonend wie möglich zu behandeln, damit das Tier nicht wie eine „Sache“ behandelt wird, sondern mit einer entsprechenden Würde. Ein fließbandartiges, industrielles Töten bei welchem Tiere eher als „Fleischprodukte“ behandelt werden, wie in den hiesigen Schlachthöfen, widerspricht eindeutig der islamischen Ethik.

Noch dazu steht in Koran, dass zu Gott durch das Opfer des Tieres nicht das Fleisch und Blut kommen und angenommen wird sondern der Glaube an Gott mit seinen moralischen und ethischen Taten geschätzt und angenommen wird.

KORAN/SURE AL HAGG (Die Pilgerfahrt)/VERS 37: „Ihr Opfer Fleisch erreicht Gott nicht, noch tut es ihr Blut, sondern eure Ehrfurcht und Wertschätzung ist es, die Gott erreicht. Also hat er sie euch dienstbar gemacht, daß ihr Gott dafür preiset, daß Er euch geleitet hat. Und gib frohe Botschaft denen, die ethisch und moralisch Gutes tun.“

Wir empfehlen unseren Mitgliedern und an alle anderen MuslimInnen mit Verlaub und in aller Höflichkeit anstatt Tiere zu schlachten, Geldleistungen mindestens im Wert eines Tieres, an die armen Menschen (egal welche Herkunft, Religion, Farbe, Sprache) in Österreich sehr leise zu geben. Wir haben in Österreich eine immense Armut und der liebe Gott will von uns weder Blut noch Fleisch, sondern, dass wir mit den Armen unser Geld teilen und sie unterstützen. Das ist moralisch und ethisch sicherlich auch von Gott laut Al Hagg Vers 37 so gewünscht.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

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08 08 2018
By: TKG 0

Trauriger Kundin bei Hofer?: „Wo ein Wille, da ein Weg. Ende gut, alles gut“

Eine Österreicherin mit türkischer Abstammung, Frau Sükran F., welche seit 25 Jahren Stammkundin des Supermarktes Hofer ist, erschien sehr unglücklich, in der Ehre und Würde verletzt als Opfer einer Hofer Mitarbeiterin in den österreichischen und türkischen Zeitungen. Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG) hat diesen Fall  eigenständig unter die Lupe genommen und versucht hier eine friedliche Lösung zu finden.

WIEN. Nicht nur das, ihr Video, welches sie auf ihrem eigenen Balkon gemacht hat und in dem sie von dem Fall, welcher sich am 27. Juli 2018 um ca. 19:50 in der Breitenfurter-Straße ereignet hat, berichtet, hat in einer Woche ungefähr eine Million Menschen im In- und Ausland erreicht. Das Video wurde ca. 8000-mal geteilt, hat 1037 Kommentare und 2300 Likes.

Wir als Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)  haben es am Freitag, 2. August 2018, gesehen und sofort mit Frau Fidan Kontakt aufgenommen, um mit unserem Rechtsberater und Beirat Unterstützung anzubieten. Es war uns wichtig, das Problem von beiden Seiten erläutert zu bekommen um es richtig und korrekt zu verstehen, da wir den Supermarkt Hofer als ein sehr seriöses Unternehmen wahrnehmen.

Dieses Angebot für ein schnelles Treffen mit dem Obmann der TKG hat Sükran F. angenommen. Sie ist eine Stunde später eingetroffen und hat den Fall weinend erzählt. Wir (TKG) haben von dem Treffen am 02.08.2018 ab 14:00 Uhr ein Gesprächsprotokoll geführt, welches jedoch intern und vertraulich für weiteres Vorgehen behalten wird.

Der Obmann der TKG hat Frau Sükran F. gebeten, ihn zu der Hofer-Filiale zu begleiten, damit er sich ein eigenes Bild vor Ort machen kann, bevor öffentlich agiert wird.

Am Ort des Geschehens, in der Breitenfurter-Straße, hat der Obmann der Türkische KULTURgemeinde mit der stellvertretenden Filialleitung (ohne Frau Sükran F.) über den Fall gesprochen und darum gebeten, den Fall so freundlich und kooperativ als möglich zu lösen, um die Lage nicht eskalieren zu lassen, weil alles nicht normal ist.

Die Geschäftsführung des Supermarktes ist innerhalb der folgenden Stunde zur Hofer-Filiale gekommen, wo Frau Sükran F., der TKG Obmann und der inzwischen eingetroffene Sohn sowie die Schwiegertochter von Frau Sükran F. derweilen warteten.

Der Obmann der TKG hat mit der Hofer-Geschäftsführung zuerst unter vier Augen gesprochen, die Fotos sowie Protokolle hergezeigt und empfohlen das Problem mit gutem Willen zu lösen. Von der Geschäftsführung wurde das Problem eingesehen und den Fall sehr bedauert. Es wurde versichert das die Hofer-Philosophie verspricht, dass alle Menschen gleich behandelt, geschätzt und respektiert werden, egal welche Herkunft bzw. Abstammung die KundInnen haben. Nach diesem erfreulichen Gespräch schlug der TKG Obmann vor, die 25-jährige Stammkundin hinzuzuholen. Der Hofer Geschäftsführer hat dieses Angebot gerne angenommen, da nun eine konstruktive, zielführende und vor allen aus dem „guten Willen“ stammende gute Gesprächsatmosphäre beidseitigem Vertrauen geschafft wurde.

TKG Obmann hat Frau  Sükran F. draußen auf das Gespräch mit dem Geschäftsführer vorbereitet und empfohlen jetzt die Unannehmlichkeiten aus der Welt zu schaffen, da der Hofer-Geschäftsführer, welcher auch für das Personal zuständig ist, sein Bedauern für die stattgefundene Unannehmlichkeit ausgedrückt hat.

Bei dem Treffen mit der Geschäftsführung hat Frau Sükran F. erzählt, dass sie bereits so lange Kundin ist, dass sie sogar mit geschlossenen Augen die Waren im Supermarkt finden würde, dass sie wöchentlich um ca. 200 Euro einkauft und daher nicht versteht warum Sie von einer Hofer Mitarbeiten so behandelt wurde.

Die freundliche, spontane und ehrliche Art von Frau Sükran F. hat der Geschäftsführer sehr geschätzt. Auch der TKG Obmann war sehr überrascht, weil Sie nicht mit Kritik begonnen hat sondern den guten Willen der beiden Herren verstanden hat und beim Brückenbauen behilflich sein wollte.

Der Hofer Geschäftsführer hat sien tiefstes Bedauern nochmals betont und Frau Sükran F. als Wiedergutmachung Blumen, Schokolade und einen Einkaufsgutschein geschenkt sowie sich für die 25-jährige Treue herzlich bedankt.

Wir als TKG  bedanken uns bei dem Hofer-Geschäftsführer. Besonders seine starke Empathie, Menschlichkeit und sein freundlicher Auftritt haben uns motiviert hier als Brückenbauer zu agieren.

Wir danken Frau Sükran F.  aufrichtig und herzlich nach so einem traurigen, ehre verletzenden Erlebnis, dass sie uns Vertrauen geschenkt hat, unserer Einladung gefolgt ist und mit dem geschätzten Geschäftsführer ein Treffen, bei guter Atmosphäre, angenommen hat. Aus einer trauriger Kundin wurde  eine  durch TKG Brückenbau halbwegs glückliche…

Wir freuen uns in diesem Fall als Brückenbauer und Helfer agieren zu dürfen und wünschen Frau Sükran Fidan alles Gute sowie dem Supermarkt Hofer viel Erfolg bei seinen Geschäften, bei welchen der Mensch, laut ihrer Philosophie, tatsächlich noch im Mittelpunkt zu stehen scheint. Nicht bei allen Firmen ist das so. Viele verhalten sich in solchen Situationen verantwortungslos und vertrauen auf Ihre finanzielle Macht. Somit werden deren KundenInnen Opfer solcher ziemlich bedenklicher Diskrimierungen wo sie sogar als Täterin bzw. Täter dargestellt wird. In solchen Fällen würden wir sicherlich auch anders handeln!

TKG Fazit:  Österreichischer Weg: „Wo ein Wille, da ein Weg“ und „Ende gut, alles Gut“!

 

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05 08 2018
By: TKG 0

Sarrazins Hetze in Wien und offener Brief an den Herausgeber der Schweizer Wochenblick, Herrn Roger Köppel

Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG): „Sarrazins Volksverhetzung unter dem Deckmantel Religionskritik wird, durch die Schweizer Wochenzeitung, in Wien salonfähig gemacht“

Wien (APA-OTS) – Die Denkfabrik Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG) findet den heutigen Abend in der Wiener Stadthalle, bei welchem „Ausländer“ Sarrazins neues Buch unter der Organisation mit dem  „Ausländischen“ Herausgeber  Roger Köppel der Schweizer Zeitung „Wochenblick“ zu diskutieren, ziemlich bedenklich. Kurz, es wird aus dem Ausland durch „zwei Ausländer“ etwas nach Wien exportiert, was hunderttausenden „Österreichern“ mit muslimischem Glauben oder aus diesem Kreis stammenden Menschen gegenüber de facto hetzerisch ist und nur die reaktionären Kräfte noch mächtiger macht.

Das Treffen soll Interessierten die Möglichkeit bieten, sich selbst ein Bild von den Thesen des Ex-Politikers aus Berlin zu machen, erklärt der Ausländer Roger Köppel, aus der Schweiz, im Gespräch mit mit einer österreichischen Tageszeitung, welche weiter folgendes berichtet:

„Der Schweizer erhofft sich von der Veranstaltung eine Diskussion „ohne Übertreibungen“ aber auch ‚ohne Beschönigungen‘, denn letztlich würden Demokratien auch gerade von verschiedenen Meinungen leben.“

Thilo Sarrazins neues Buch „Feindliche Übernahme“ ist wie sein vorheriges Buch „Deutschland schafft sich ab” weder ein Fachbuch, ein Informationsbuch noch ein Provokationsbuch, sondern ein Hetzebuch (Volksverhetzung), in dem biologisch und kulturell gefärbter Rassismus mit den folgenden Worten vertreten wird: „Die religiös gefärbte kulturelle Andersartigkeit der Mehrheit der Muslime und deren steigende Geburtenzahlen gefährden offene Gesellschaft, Demokratie und Wohlstand.“

Die Volksverhetzung ist in Deutschland ein Äußerungsdelikt nach §130 StGB:Volksverhetzung,
auch in Österreich, nach §283 StGB: Verhetzung.

Sachverhaltsdarstellung

Unserer Meinung nach stört der Deutsche Herr Thilo Sarrazin mit dem Buch „Feindliche Übernahme“, durch die Hilfe des Wochenblick Herausgebers Herrn Köppel unter dem Vorwand Religionskritik, den öffentlichen Frieden vorsätzlich. Er stachelt Hass an bzw. fordert Willkürmaßnahmen gegen eine nationalistische, rassistische, religiöse und durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, kurz, alle Muslime in Deutschland und Österreich wegen der Zugehörigkeit zu der islamischen Religion. Herr Sarrazin greift die Menschenwürde in dem Buch dadurch an, dass er vorgezeichnete Gruppen und Teile der Bevölkerung beschimpft, schikaniert, böswillig verächtlich macht und pauschal verleumdet. Unter dem Vorwand der freien Meinungsäußerung übt Sarrazin mit diesem Buch pure Verhetzung gegenüber einer Religionsgemeinschaft in Deutschland und in Österreich aus. Vorsicht: Deutschland und Österreich verlieren damit ihre moralische Überlegenheit bzw. Deutungshoheit.

Sehr geehrter Herr Wochenzeitung Herausgeber Köppel!

TKG fragt sich, welche Thesen, welche verschiedenen Meinungen?

In Österreicher leben mehr als 700.000 Menschen mit muslimischem Glauben oder aus diesem Kulturkreis. Davon besitzen mehr als 400.000 bereits die österreichische Staatsbürgerschaft und haben mit den österreichischen Werten kein Problem. Es gibt Probleme, die kann man aber mit solchen Büchern nicht lösen, sondern nur Lösungswege schließen. Sie können nicht in Österreich als Ausländer Dompteur spielen unter dem Vorwand Feuerlöscher zu sein und wie und der Sarrazin aus dem Ausland „noch“ Brandstifter gegenüber Staatsbürger der Republik Österreich, mit muslimischen Glauben, hetzten.

Ja genau, zwei Ausländer, aus der Schweiz und aus Deutschland, gegen Österreicher mit muslimischem Glauben versuchen die Muslime in Österreich als der „ewige Muslime“ bzw. der „ewige Türke“  mit Vorurteilen und Klischees zu betonieren und um Hass zu schüren.

Warum?

Weil Sie, Herr Wochenblick Herausgeber, auch nicht unter dem Vorwand „Meinungsfreiheit“ in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich, mit 30 Tagen Lektüre der Tora oder Talmud, Juden satanisieren, Talmud & Tora manipulieren und aus dem historischen Kontext und Zusammenhang herausreißen, um die Juden, das Judentum (und den Glauben) pauschal zu schikanieren bzw. terrorisieren und zu verächtlichen, können.  In Sarrazin’s Buch existiert sogar ein Kapitel „alle Muslime mit Erbdummheit“ schikanieren. Was sollen wir mit Ihnen, Herr Köppel, noch diskutieren?

In Wahrheit, unserer Meinung nach, muss man unbedingt betonen: Mit Sarrazin, welcher anscheinend unter „Confirmation Bias“ (Bestätigungsfehler) leidet, eine Islam-Debatte zu führen ist, als ob man mit Goebbels über Judentum diskutieren würde…

Und Sie, Herr Köppel, missbrauchen gerade in Österreich, als Wochenblick Herausgeber, diese „Confirmation Bias“ (Bestätigungsfehler) als Brandstifter.

Ein Bestätigungsfehler ist in der Kognitionspsychologie  die Neigung, Informationen so auszuwählen, zu ermitteln und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen erfüllen (bestätigen). Heute Abend in der Wiener Stadthalle wird diese „Confirmation Bias“ durch Ihre Organisation aus dem Ausland einen Höhepunkt erleben, was für Wien bzw. Österreich und für das Zusammenleben mit verschiedenen Menschen mit verschiedenen Religionen einen großen Schaden zufügen wird. Wenn Sie glauben damit werden Muslime an Ihren Glauben verzweifeln, dann können wir Ihnen sagen: großer Irrtum. Ganz im Gegenteil. „Halleluja = Allahu Ekber“ Herr Köppel!

Man kann hier nicht von einer Verantwortungslosigkeit, Provokation, Meinungsfreiheit oder Religionskritik reden, Herr Röger, sondern von einer puren Volksverhetzung ersten Grades.

Hunde setzt Sarrazin mit Menschen gleich – Wo ist die Menschenwürde? 

Unserer Meinung nach, werden in dem neuem Buch in einem Kapitel „alle Muslime mit Erbdummheit“ rassistisch und verächtlich schikaniert. In einem Interview  des Profil der Ausgabe 2011, propagierte Sarrazin  auch für eine rassistische eugenische Demographie. Sarrazin hat in diesem Interview wortwörtlich eine nach Erbkriterien gesteuerte Bevölkerungspolitik mit folgenden Worten argumentiert: „Jeder Hunde- und Pferdezüchter lebt davon, dass es große Unterschiede im Temperament- und Begabungsprofil der Tiere gibt. Und dass diese Unterschiede erblich sind“. (Profil, Januar 2011)

Das ist für uns lächerlich, aber in der Öffentlichkeit wird das Buch leider, nach unserem Empfinden, wie „Mein Kampf“ de facto von manchen Parteien, NGOs und Zeitungen leider ohne kritische Distanz propagiert und damit insbesondere in Deutschland, in der  Schweiz und  in Österreich gegenüber der freiheitlich demokratischen Grundordnung das Vertrauen von Millionen Menschen gestört.

Wir sind als säkulare Österreicher mit türkischer Abstammung gegen jeglichen politisierten Glauben, insbesondere gegen die fundamentalistischen Bewegungen aus unseren Kreisen, die wir seit Jahren in Österreich durch Verstand, Vernunft, Kritik und Aufklärung und einem tiefen Glauben an die österreichische freiheitlich demokratische Grundordnung und den Rechtsstaat, durch Aufklärung und Warnungen hart kämpfen. Das Buch Sarrazin und Ihr Auftritt, Herr Köppel, unterstützt nur die Fundamentalisten aus der islamischen Seite und nur die kulturellen Rassisten (Neo-Rassismus, Rassismus ohne Rasse) in der EU.

Die liberalen Muslime aus der Türkei, aus Deutschland und aus Österreich, mit einer säkularen Einstellung gegenüber dem Staat und der Gesellschaft, fühlen sich sicher nicht von Sarrazin und seinen verallgemeinernden Ansichten vertreten. Er schreibt in dem Buch immer von liberalen Muslimen, oder angeblich liberalen Quellen muslimischer Wissenschaftler, als ob er hier auch uns vertritt oder eine Stimme für alle ist und tut so, als ob er uns dadurch stärken würde. Sarrazin beruft sich auf liberale muslimische Stimmen in Deutschland. Wer sind die Brandstifter die als Feuerlöscher auftreten überhaupt?

Das ist eine Farce, Manipulation, Verdrehung, Verdunkelung, Vernebelung der hinterhältigen, hinterlistigen und doppelmoralischen Ziele von Thilo Sarrazin und seinen Unterstützern. Sarrazin unterstützt mit diesem Buch den politisierten Glauben und die Fundamentalisten der islamischen Welt, insbesondere in Deutschland und in Österreich und spaltet nicht nur die Gesellschaft, sondern missbraucht Meinungsfreiheit und hetzt pauschal gegen Menschen, die aus dem Islamischen Kulturbereich stammen. Die Geschichte ist da, um aus der Geschichte zu lernen.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Bild Quelle: Karikatur – Silvan Wegmann

Mehr:

http://www.turkischegemeinde.at/tkg-stellungnahme-zu-sarrazins-buch

1. Stellungnahme September 2018

Stellungnahme der Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bezüglich Sarrazins neuem Buch:

Wir würden, als liberale, säkulare Muslime aus der Türkei in Österreich, die wir nicht alle vertreten, sehr gerne Herrn Thilo Sarrazin und sein zweites Buch „Feindliche Übernahme“ unterstützen.

Wir haben immer, bei unseren österreichischen und deutschen Ansprechpartnern, egal ob aus der Politik, Medien, Bürokraten bzw. aus Religionsgemeinschaften, um eines gebeten: “ Bitte die Spreu vom Weizen zu trennen. Nicht pauschalisieren. Wissen aneignen und sachlich bleiben, damit wir zusammen für die freiheitliche, demokratische Grundordnung als wehrhafte Demokraten zusammen auf Augenhöhe kooperieren können. Und hier haben wir Säkularität als Sauerstoff der Demokratie definiert.  Wir sind keine Hoftürken bzw. keine Hofmuslime und möchten keine werden sondern wir wollen bewusste Bürger bzw. Citiyons der Republik Österreich bzw. EU werden mit gleichen Rechten und  natürlich mit gleichen Pflichten.“

 

Das Buch von T. Sarrazin ist schlecht recherchiert (E.E.):

Antwort: Prof. Dr. Aziz Sancar und andere

Aziz Sancar Aziz Sancar (8. September 1946 in Savur, Provinz Mardin, Türkei) ist ein türkisch-amerikanischer Genetiker. Für 2015 wurde ihm „für die mechanistischen Studien zur DNA-Reparatur“ gemeinsam mit Tomas Lindahl und Paul Modrich der Nobelpreis für Chemie zugesprochen.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Aziz_Sancar?wprov=sfti1

 

Hetzebuch -Volksverhetzung

Thilo Sarrazins neues Buch „Feindliche Übernahme“ ist wie sein vorheriges Buch „Deutschland schafft sich ab” weder ein Fachbuch, ein Informationsbuch noch ein Provokationsbuch, sondern ein Hetzebuch (Volksverhetzung), in dem biologisch und kulturell gefärbter Rassismus mit den folgenden Worten vertreten wird: „Die religiös gefärbte kulturelle Andersartigkeit der Mehrheit der Muslime und deren steigende Geburtenzahlen gefährden offene Gesellschaft, Demokratie und Wohlstand.

Die liberalen Muslime aus der Türkei, aus Deutschland und aus Österreich, mit einer säkularen Einstellung gegenüber dem Staat und der Gesellschaft, fühlen sich sicher nicht von Sarrazin und seinen verallgemeinernden Ansichten vertreten. Er schreibt in dem Buch immer von liberalen Muslimen, oder angeblich liberalen Quellen muslimischer Wissenschaftler, als ob er hier auch uns vertritt oder eine Stimme für alle ist und tut so, als ob er uns dadurch stärken würde. Sarrazin beruft sich auf liberale muslimische Stimmen in Deutschland. Wer sind die Brandstifter die als Feuerlöscher auftreten überhaupt?

Das ist eine Farce, Manipulation, Verdrehung, Verdunkelung, Vernebelung der hinterhältigen, hinterlistigen und doppelmoralischen Ziele von Thilo Sarrazin und seinen Unterstützern. Sarrazin unterstützt mit diesem Buch den politisierten Glauben und die Fundamentalisten der islamischen Welt, insbesondere in Deutschland und in Österreich und spaltet nicht nur die Gesellschaft, sondern missbraucht Meinungsfreiheit und hetzt pauschal gegen Menschen, die aus dem Islamischen Kulturbereich stammen. Die Geschichte ist da, um aus der Geschichte zu lernen.

Wir sollten aus der Gesichte in  der EU vor allem lernen.

Wir erheben Einspruch!

TKG Thesen

Volksverhetzung unter dem Deckmantel Religionskritik? 

Unter dem Vorwand „Meinungsfreiheit“ darf man in Deutschland auch nicht Juden satanisieren, Talmud & Tora manipulieren und aus dem historischen Kontext und Zusammenhang reißen, um die Juden, das Judentum (und den Glauben über TALMUD ) pauschal zu schikanieren bzw. terrorisieren und zu verächtlichen.

In Wahrheit muss man unbedingt betonen: Mit Sarrazin der anscheinend unter „Confirmation Bias“ (Bestätigungsfehler) leidet, eine Islamdebatte zu führen, ist, als ob man mit Goebbels über Judentum diskutieren würde…  

Man kann hier nicht von einer Verantwortungslosigkeit, Provokation, Meinungsfreiheit oder Religionskritik reden, sondern von einer puren Volksverhetzung ersten Grades. In dem Buch werden „alle Muslime mit Erbdummheit“ verächtlich bezeichnet und schikaniert, was für uns lächerlich ist, aber in der Öffentlichkeit wird das Buch wie „Mein Kampf“ de facto von manchen Parteien, NGOs und Zeitungen propagiert und damit Deutschlands freiheitliche demokratische Grundordnung zerstört, da hier vorsätzlich und absichtlich Hass gestachelt und mit der Würde der Menschen gespielt wird. 

Wir sind als säkulare Österreicher mit türkischer Abstammung gegen jeglichen politisierten Glauben, insbesondere gegen die fundamentalistischen Bewegungen aus unseren Kreisen, die wir seit Jahren in Österreich durch Verstand, Vernunft, Kritik und Aufklärung und einem tiefen Glauben an die österreichische Demokratie und den Rechtsstaat, hart bekämpfen.  

Wir brauchen keine Freunde wie Sarrazin! Wenn man solche Volksverhetzer als Freunde hat, braucht man keine Feinde!

 

Deutschland-Art. 1 Absatz 1 Grundgesetzt

 

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
 

„Unter Menschenwürde versteht man die Vorstellung, dass alle Menschen unabhängig irgendwelchen Merkmalen wie etwa Herkunft, Geschlecht oder Alter denselben Wert haben, da sie sich alle durch ein dem Menschen einzig gegebenes schützenswertes Merkmal auszeichnen, nämlich die Würde. Seine Verankerung als erste Norm des Grundgesetzes ist eine bewusste Reaktion auf die massive Missachtung der Menschenwürde im Nationalsozialismus.

Im Verständnis des Bundesverfassungsgerichts  bezieht nach der Ordnung des Grundgesetzes der Staat seine Legitimation allein daraus, dass er den Menschen konkret dient. Die Menschenwürde ist damit der oberste Grundwert und die Wurzel aller Grundrechte. Als einzige Verfassungsnorm gilt die Menschenwürde absolut, sie kann durch keine andere Norm beschränkt werden, auch nicht durch ein anders, von der Menschenwürde abgeleitetes Grundrecht.“

 

Die Volksverhetzung ist in Deutschland ein Äußerungsdelikt nach §130 StGB: Volksverhetzung,
auch in Österreich, nach §283 StGB: Verhetzung.   

Unserer Meinung nach stört der Deutsche Herr Thilo Sarrazin mit dem Buch „Feindliche Übernahme“, unter dem Vorwand Religionskritik, den öffentlichen Frieden vorsätzlich.  

Er stachelt Hass an bzw. fordert Willkürmaßnahmen gegen eine nationalistische, rassistische, religiöse und durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, kurz, alle Muslime in Deutschland und Österreich wegen der Zugehörigkeit zu der Islamische Religion.  

Herr Sarrazin greift die Menschenwürde in dem Buch dadurch an, dass er vorbezeichnete Gruppen und Teile der Bevölkerung beschimpft, schikaniert, böswillig verächtlich macht und pauschal verleumdet. Unter dem Vorwand der freien Meinungsäußerung übt Sarrazin mit diesem Buch pure Verhetzung gegenüber einer Religionsgemeinschaft in Deutschland und in Österreich aus.  Vorsicht: Deutschland und Österreich verlieren damit ihre moralische Überlegenheit bzw.Deutungshoheit.

Zwischenfrage:
Rechtstaat oder  mit Sarrazins Willkür Un·rechts·staat gegen Moslem.

Der Begriff Unrechtsstaat gegen Katholiken in Deutschland? 

„Der Begriff wird auf den preußischen Katholiken  Peter Reichensperger (1810–1892) zurückgeführt. Mit dem Begriff des Unrechtsstaates wollte Reichensperger andeuten, dass Preußen ein solcher würde, wenn es die Rechte seiner katholischen Untertanen beschneidet. In der 24. Sitzung der  Zweiten Kammer des Preußischen Landtags am 12. Februar 1853 äußerte der Abgeordnete Reichensperger: „Ich denke, der Rechtsstaat besteht darin, dass der Obrigkeit das Schwert zum Schrecken der Bösen anvertraut ist, und zum Schutze derer, die in ihrem Recht sind, ihr Recht üben; einen Unrechtsstaat würde man dagegen meines Erachtens denjenigen zu nennen haben, welcher die Unruhestifter schützen und diejenigen bedrohen wollte, die in ihrem Rechte sind.“

 

Sarrazins Quellen: Leserbriefe und „Achse des Guten“

Die von Sarrazin verwendeten Quellen zeigen eines deutlich: Er verwendet keine seriösen, sachkundigen Quellen. Er zitiert hinterlistig Islamwissenschaftler sowie Vertreter des angeblichen liberalen Islams in Deutschland. Wenn man die Quellen genau unter die Lupe nimmt sieht man, dass sich die Mehrheit seiner Quellenangaben auf Zeitungs- und Fernsehbeiträge, bis hin zu Leserbriefen der BILD Zeitung, sowie auf Internetportale wie die als antiislamisch bekannte Hetze-Webseite „Achse des Guten“, beziehen. Das sind Sarrazins Quellen.

Er macht keine objektive bzw. profunde Analyse, sondern baut auf Verzerrung, Manipulation von Fakten und Geschichte. Unter dem Deckmantel der Sachlichkeit, die er versucht, durch das Anführen mehrerer Statistiken mit angeblichen Fußnoten, zu untermauern, steckt im Wesen ein feindliches, hetzerisches, kulturrassistisches, antiislamisches Hetzebuch.

Sarrazin und Kulturalismus (Kultureller Rassismus-Neorassismus)

In Sarrazins neuem Buch wird ein Kapital mit dem Titel „Erbdummheit der Muslime“ (S. 144 u. S. 499) unverschämt benannt.

Laut Experten:

„….-führt Sarrazin unter diesem Kapital anders als in „Deutschland schafft sich ab“ – nichts mehr auf biologisch-genetische Ursachen zurück, sondern auf den kulturellen Einfluss des Islams. Ihn macht er in Kapitel 3 für eine unumkehrbare Dummheit aus Mangel an intellektueller und kreativer Intelligenzentwicklung der Muslime verantwortlich. Mehr noch, Sarrazin behauptet ein religionsbezogenes „Intelligenzgefälle“, wobei er den höchsten Bildungsgrad bei Juden, gefolgt von Christen, Religionslosen, Buddhisten und Hindus sieht, wohingegen Muslime die niedrigste formale Bildung hätten (S. 157). Dieser Ansatz wird dem komplexen Phänomen der Intelligenz in kleinster Weise gerecht. Freilich, der Verfasser spricht hier nicht von Rassen oder Ethnien. Doch vom Denkansatz her ist dies nichts anderes als eine kulturell determinierte Spielart von Rassismus im Gewande einer angeblichen Religionskritik, durch die er den vermeintlich hochgebildeten jüdisch-christlichen Westen in Opposition bringt zu den vermeintlich ungebildeten Muslimen. Die Mechanismen seiner Argumentation, die eine Differenz postuliert zwischen den Muslimen und den Anderen, diese abwertend und verallgemeinernd etwa mit Intelligenz in Verbindung bringt und das Ganze benutzt, um die natürliche Überlegenheit der einen Gruppe zu postulieren, erfüllen alle Merkmale, die der französische Soziologe Albert Memmi kulturellen Rassismus benennt.“

-…“Der Faktencheck fällt nicht günstig aus. Mit Jahreszahlen nimmt es Sarrazin nicht genau (etwa bei der Eroberung von Bagdad durch die Mongolen), nicht mit der Geographie (Sudan ist nicht Teil des Maghreb) und auch nicht mit Übersetzungen. Sarrazin schreibt Namen und Vornamen falsch, verwechselt Aleviten und Alawiten, bringt Laizismus und Säkularismus durcheinander. Zu Afrika behauptet er, „viele Problemstaaten in Afrika und Asien“ würden dadurch geeint, „dass die dort lebenden Menschen überwiegend muslimischen Glaubens sind“. 63 Prozent der Einwohner von Subsahara-Afrika sind jedoch Christen; ihre Staaten gehören zu den ärmsten der Welt.“

-..“Je geringer das Wissen, desto sicherer das Urteil. Sarrazin kritisiert die vielen Wiederholungen im Koran und verrät schon damit seine Unkenntnis. Was wie eine Wiederholung erscheint, steht jedes Mal in anderem Kontext, da aus einer Geschichte mehrere Lehren gezogen werden können. So wird der Kontext wichtig. Völlig daneben ist Sarrazins Behauptung, der Koran kenne keine historisch-kritische Exegese. Gerade die „Umstände der Offenbarung“ stehen im Mittelpunkt der islamischen Theologie. Sarrazin aber zitiert Verse ohne diesen Kontext und verschweigt, dass es zu Versen, die etwa zu Gewalt aufrufen, solche gibt, die das Gegenteil fordern. “

-…“Immer wieder kehrt Sarrazin zur Obsession zurück, der Islam vermittle Hass auf die „Ungläubigen“, was ihm „expansive Eroberungskraft“ verleihe. Früher als andere hat der Islam aber das Kriegsrecht kodifiziert und vieles verboten – die Tötung von Frauen, Kindern und Greisen, das Verseuchen von Wasser. Als Leser fragt man sich immerzu, wie eine Religion, wenn sie denn so voller Hass und Rache wäre, wie Sarrazin suggeriert, sich 1400 Jahre halten konnte.

-..“Völlig absurd ist Sarrazins Behauptung, der Islam biete „keinen Anreiz zu einer Wissbegier“, die Muslime hätten nie einen Sinn für das Messen von Zeit und Distanzen entwickelt. Weiß Sarrazin denn nichts von der kreativen Periode der arabischen Wissenschaften, die 800 Jahre gedauert hat? Der Kartograph Biruni hatte bereits im 10. Jahrhundert große Distanzen exakt vermessen. Im 15. Jahrhundert entwickelte Taqi al-Din moderne Uhren mit Gewichtsantrieb oder mit einer konischen Feder, wie sie in Europa erst im 19. Jahrhundert bekanntwurden. Im 16. Jahrhundert erkannten die Muslime den Nutzen der Dampfkraft. Kolumbus segelte mit einem arabischen Kompass in die Neue Welt. Medizin, Chemie und Algebra waren viele Jahrhunderte arabische Wissenschaften. Sarrazin aber schreibt, der Koran habe den „Augenblickzustand in einer primitiven, auf Jagd, Kampf und Macht gestimmten Gesellschaft“ zu einer „religiösen Botschaft mit Ewigkeitscharakter überhöht“.

Rassismus ohne Rassen=Kulturellen-Rassismus =Neo-Rassismus

Kurz, Sarrazin verwendet in dem zweiten Buch keine Rasse, sondern Kultur und Religion die jeglichem Versuch einer Veränderung entzogen sind.
Das nennt man in der Rassismus-Forschung „Rassismus ohne Rassen“, so wie der „Antisemitismus ohne Juden“ bekannt ist. Hier geht man von der Existenz eines Rassismus aus, bei dem der Begriff der Rasse nicht verwendet wird, sondern den man Kulturalismus sowie kulturellen-Rassismus und Neo-Rassismus nennt. In diesem Buch verwendet Sarrazin statt biologischem Rassismus(Deutschland schafft sich ab),  pure kulturellen Rassismus Argumente. Ohne Zweifel.

Die Experten definieren kulturellen Rassismus als: „Naturalisierung des Kulturellen, des Sozialen oder der Geschichte, wodurch diese sozusagen stillgestellt und jeglichem Versuch einer Veränderung entzogen seien. Ideologisch gehört der gegenwärtige Rassismus in den Zusammenhang eines „Rassismus ohne Rassen“, eines Rassismus, der – jedenfalls auf den ersten Blick – nicht mehr die Überlegenheit bestimmter Gruppen oder Völker über andere postuliert, sondern sich darauf beschränkt, die Schädlichkeit jeder Grenzverwischung und die Unvereinbarkeit der Lebensweise und Traditionen zu behaupten.“

Ist diese analogische Schlussfolgerung nicht die abstoßendste und älteste Form von biologischem und kultureller Rassismus, der gewisse genetische Merkmale zum Zentralpunkt sozialer Probleme macht und diese rassistische Haltung unter dem Deckmantel einer Pseudo-Naturwissenschaftlichkeit als korrekt und triftig zu verkaufen versucht?

Solche Thesen haben Rassisten in den USA damals vertreten, als sie behaupteten, dass Schwarzafrikaner den Tieren ähnlicher als den Menschen seien, und dass dies sich dadurch erklären ließe, dass deren Begabungen und Fähigkeiten, die eines Affen ähnlicher wären. Manche (hochrangige Politiker) fühlen sich sogar heute noch in Anbetracht jüngster Vorfälle in der Weltgeschichte durch solche „Feststellungen“ und „Schlussfolgerungen“ überlegen und stufen sich selbst in Folge als „Sozialingenieure“ ein, so wie es Sarrazin tut. Sein Ziel ist es, seine antisoziale und biologische Rassismus-Ideologie in Zukunft auf juristische Grundlagen zu stützen und unter Zuhilfenahme verfälschender Statistiken zu untermauern, so, wie es in der jüngsten Geschichte vorkam. Das ist eine Belastung und Muslime werden als volkswirtschaftliche Schädlinge darstellt.

 

Wie tickt der Sarrazin?

2011 wurde Thilo Sarrazin  zum „Menschen des Jahres“ von der Zeitschrift Profil gewählt. In dem Interview der Ausgabe propagiert  für eine eugenische Demographie. Sarrazin hat in diesem Interview wortwörtlich eine nach Erbkriterien gesteuerte Bevölkerungspolitik mit folgenden Worten argumentiert: „Jeder Hunde- und Pferdezüchter lebt davon, dass es große Unterschiede im Temperament- und Begabungsprofil der Tiere gibt. Und dass diese Unterschiede erblich sind“.

Herr Sarrazin hat damit „die Türken“  in Deutschland und in Österreich mit Hunden und Pferden verglichen.   Wie man weiß, war die nationalsozialistische Rassenhygiene (oder NS-Rassenhygiene), zur Zeit des Nationalsozialismus, die betriebene Radikalvariante der Eugenik. Punkt.

 

 

Vorbildlich sind sie nicht?

Frau Sarazzin zu japanischer Schülerin: „Du, Suzuki komm her“.

Der Vater: “Frau Sarrazin hat ihm mit der Blockflöte auf den Kopf gehauen.”

Hochzeitsfoto vor 37 Jahren.

 

Über eine Sammelbeschwerde von gut 50 Eltern aus dem März 2009 berichtet der “Spiegel”. Dort hieß es, dass die Lehrerin “im Unterricht die Beherrschung verliert und die Kinder anschreit”. Eltern eines japanisch-deutschen Jungen hätten sich beklagt, dass Ursula Sarrazin ihren Sohn wiederholt wie eine Automarke in “Suzuki” umtaufe. Dies geschehe “zum Teil unter dem Gelächter der Klassenkameraden, die ihn dann prompt auch so nennen”. Nach einem Bericht des “Tagesspiegels” soll Frau Sarrazin schon 2001 einen Schüler mit einer Flöte geschlagen haben. Der Vater des heute 22-Jährigen sagt: “Frau Sarrazin hat ihm mit der Blockflöte auf den Kopf gehauen.” Ursula Sarrazin verteidigt sich in mehreren Interviews. “Als Lehrer brauche ich Autorität, aber autoritär bin ich nicht. Ich stelle Regeln auf, an die sich die Schüler halten müssen. Das ist doch ganz selbstverständlich”, sagte sie dem “Focus”. “Ich schreie nicht im Unterricht”, sagte sie “Bild am Sonntag”.

Ausschnitt aus der Reportage von BILd am Sonntag NNTAg vom 16.01.11

BILD am SONNTAG: Frau Sarrazin, seit über einer Woche werden in der Öffentlichkeit Vorwürfe von Eltern und Schülern gegen Sie diskutiert. Sie seien zu autoritär, heißt es, würden einschüchtern und beleidigen . . .

URSULA SARRAZIN: Ich weiß, dieses Angstgerücht. das macht mir das Leben übrigens sehr schwer. Ihr Leben wird nicht leichter werden: Morgen konkretisiert der „Spiegel“ diese Gerüchte und berichtet zum Beispiel von einer 13-Jährigen, die auf einem Schulfest über Sie gesagt hat: „Meine Lehrerin war sehr streng und vor allen Dingen schrak ich manchmal davor zurück, wenn sie so laut schrie, dass ihr Kopf leicht rot anlief . . . Das Mädchen war eine ganz normale Schülerin. Ich weiß nicht, warum sie das erzählt hat.“

BILD am SONNTAG: Einen deutschjapanischen Schüler, 8 Jahre alt, sollen Sie vor der gesamten Klasse wiederholt als „Suzuki“(du Suziki komm hier) verhöhnt haben . . .

URSULA SARRAZIN: Das war vor zwei Jahren in der ersten Schulstunde, als ich die Klasse neu unterrichtet habe. Ich konnte mir noch nicht alle Namen merken und habe den japanischen Namen des Schülers S. falsch ausgesprochen, das klang phonetisch wie Suzuki. Ich habe dann Sie als Suziki gerufen. Da haben die anderen Kinder gelacht. Ich habe aber nicht böse gemeint.


Sarrazin, die Quelle der Weisheit?

Was für Juden die “Protokolle der Weisen von Zion” sind, ein seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitetes antisemitisches Pamphlet, ist für Muslime das Buch von Theo Sarrazin mit dem Titel “Deutschland schafft sich ab” und das neue Buch „Feindliche Übernahme“.  Wir können nur alle anständigen Menschen dazu aufrufen, diese von Wissenschaftlern widerlegten Bücher nicht als “Quelle der Weisheit” zu verwenden.

Was denkt Sarrazin über Österreich? 

Auf die Frage, im gleichen Interview von Profil aus der Ausgabe von 2011, was die Österreicher für ein Volk wären, antwortete Sarrazin wortwörtlich: „Ich möchte den Österreichern nicht zu nahetreten. Sie sind eine Abspaltung des deutschen Volks.“ 

Auf die Antwort von Profil: „Das wird die meisten Österreicher nicht sehr freuen“, erwidert Sarrazin: „Aber sie haben ja selbst 1938 mit großer Mehrheit für den Anschluss an das deutsche Volk gestimmt.“ Auf die Profil Frage: „Die Morde an Abtreibungsärzten in Amerika würden Sie aber nicht als Beleg für eine dem Christentum inhärente Gewaltbereitschaft heranziehen, oder?“, gibt Sarrazin folgende Antwort: „Ich rede hier nicht über die USA, sondern über Europa.“

Wir müssen hier, die Spreu vom Weizen trennen und folgende Frage in dem Raum stellen: Was hat Deutschland und Österreich aus der Geschichte gelernt? Welche „Werte“ sind wichtig für Deutschland und Österreich? Man muss das Buch von Thilo Sarrazin nicht gelesen haben, um die abwertenden Thesen, speziell mit Bezugnahme auf „die Muslime“ – wahlweise auch auf „die Türken und Araber“ –, nachzuvollziehen oder rechtfertigen zu können. Auch nach intensiver Befassung bleiben sie tendenziös und pauschal abwertend. Die Grenze des Sagbaren hat sich im Zuge der Debatte verschoben und der Diskursraum hat sich bis an den Punkt öffentlicher Diffamierungen verlagert.

Was für die Juden die “Protokolle der Weisen von Zion” sind, ein seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitetes antisemitisches Pamphlet, ist für die Türken das Buch von Theo Sarrazin mit dem Titel “Deutschland schafft sich ab” und das neue Buch „Feindliche Übernahme“.

Sarrazin und die stolzen Westliche Werte?

Die Goldene Regel der praktischen Ethik der christlichen Wertegemeinschaft besagt: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andern zu.“ Auch der berühmte deutsche Philosoph Immanuel Kant hat hier eine, für die Moralphilosophie wichtige, Grundsatzerklärung abgeben: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde.“  Mann nennt es der kategorische Imperativ(KI)  und er ist im System Kants das grundlegende Prinzip der  Ethik und Moral. Also wenn wir Herrn Thilo Sarrazin und seine Unterstützer nach diesen christlichen und zutiefst europäischen Werten(KI) messen, ist er sicher, nach unserer Meinung und mit Verlaub, kein Musterschüler, sondern ein zutiefst primitiver Hetzer.

Wir werden weiter in Österreich und in der EU für freiheitliche, demokratische Werte als Cityons einstehen und wie immer gegen jeglichen fundamentalistischen, reaktionären und politisierten Glauben, egal aus welcher Religion, demokratischen Widerstand durch Aufklärung leisten. Genauso gegen Demokratie-feindliche  und rassistische Bewegungen die unter dem Vorwand des Feuerlöschers auftreten, aber eigentlich Brandstifter sind. Zum Beispiel wie der nette Thilo Sarrazin und seine als schrecklich nette Famile getarnten Freunde und Unterstützer aus verschiedenen Ecken und Löchern kriechen und uns sehr gerne mit Hunden (Siehe Profil Bericht) vergleichen…

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

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01 08 2018
By: TKG 0

Bildungsminister Faßmann empfängt TKG Obmann Kilic

WIEN. Der Obmann der türkischen Kulturgemeinde Dipl. Ing. Birol Kilic war, am 31. Juli, zu Gast bei Bildungsminister Prof. Dr. Heinz Faßmann. In diesem ersten Austausch zur türkischen Community in Österreich betonte der Obmann die Vielfalt der Aktivitäten des Vereins, sei es im Bildungs- oder Kulturbereich. Gegenstand des Gesprächs waren unter anderem auch die Deutschförderklassen, welche für all jene SchülerInnen gedacht sind, die aufgrund von mangelnden Deutschkenntnissen dem Unterricht nicht folgen können. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich bedankt sich herzlich bei dem Bildungsminister Prof. Dr. Faßmann für das offene, konstruktive, zum Teil kritische, aber zielführende Gespräch und für den freundschaftlichen Empfang.

 

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) hat am 17.Mai 2018 bezüglich des Deutschmangels der MigrantenInnen eine Analyse mit ExpertenInnen zusammengestellt.

In dieser Analyse hat die TKG folgendes gefordert: „Deutschförderklassen müssen das nationale Fortbestandsproblem der Republik Österreich lösen“.

Die Argumente in dieser Analyse am 17. Mai 2018 waren wie folgt:

TKG-SPRACHMANGEL: „NATIONALES FORTBESTANDSPROBLEM „

Ob wir wollen oder nicht, österreichweit hat mehr als ein Viertel aller SchülerInnen eine nicht-deutsche Umgangssprache, in der Stadt Wien sogar mehr als die Hälfte. Infolgedessen stehen österreichs Schulen durch soziale, ökonomische und kulturelle Durchmischungen ihrer SchülerInnen vermehrt vor besonderen Herausforderungen und Problemen, insbesondere in den Ballungsräumen.

Die türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) definiert das Problem der mangelnden Sprachkompetenz, besonders unter jungen SchülerInnen und zukünftigen Steuerzahlern, als ein nationales Fortbestandsproblem, welches auch auf überparteilicher Ebene diskutiert werden muss.

Dabei steht die Lösung dieses fundamentalen Problems auch in Zusammenhang mit den Interessen der Republik Österreich, deren Zusammenhalt, Wirtschaft, Werteebene, Demokratieverständnis und Integration.

Schätzen und Schützen

Diese SchülerInnen von heute sind unsere morgigen Wirtschaftskapitäne und Exportchampions, Spitzensportler, Leistungsträger in der Arbeitswelt und Garant für unsere sicheren Pensionen, PolizistenInnen, Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren, usw. Das wichtigste ist, dass dieses enorme Humankapital verwertet werden sollte. Es geht hier um die Zukunft der Republik Österreich, für deren Kinder nicht nur materiell, sondern auch immateriell viel investiert wird, damit diese jungen Kinder der Republik Österreich-Humankapital- zu wertvollen Bürgerinnen und Bürger heranwachsen können. Sie sollen somit die Werte der Republik Österreichs wie den Rechtsstaat, Gewaltenteilung, Säkularismus, Frauenrechte, Menschenrechte, Presse,- und Meinungsfreiheit zu schätzen lernen, verinnerlichen und wenn nötig als wehrhafte Demokraten die freiheitliche demokratische Grundordnung schützen.  In der Schule ist es wichtig, unbedingt das Neutralitätsgebot anzuwenden. Es geht um den Schutz der Kinderrechte. Wir wollen einfach bis zum Mündigkeitsalter 14 kein Kopftuch in den Schulen. ( Kindergarten, Volkschule) . Auch der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat sich in bereits entsprechend geäußert. In der Österreichischen Bundes-Verfassungsgesetz  existieren seit 2011 auch die Rechte von Kindern. Artikel 1 sagt: „Jedes Kind hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge, die für sein Wohlergehen notwendig ist sowie auf bestmögliche Entwicklung und Entfaltung. Bei allen Kinder betreffenden Maßnahmen öffentlicher und privater Einrichtungen muss das Wohl des Kindes eine vorrangige Erwägung sein.“

Wir wissen, dass viele SchülerInnen leider aufgrund verschiedener Faktoren und Rahmenbedingungen zum Beginn der Volksschule der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Dabei bringt dieser Umstand mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in deren Zukunft nicht definierbare und große Probleme mit sich. Die Kinder sind Kinder der Republik Österreich, wobei die Republik hier diese große Verantwortung sehr ernst nehmen muss.

Mit einfachen Worten: Wer sich in seinem Heimatland Österreich nicht artikulieren sowie weder lesen noch schreiben kann, ist gefährdet nicht nur erfolglos zu sein, sondern auch unglücklich zu werden. Aufgrund dessen bezeichnet die TKG den Vorschlag der Regierung zur Verbesserung der Deutschförderung als wichtiges Vorhaben, wobei viele Punkte als positiv zu bewerten sind, aber dennoch einige Punkte  kritisch diskutiert werden müssen.

Positiv

Unter anderem das Bemühen, die Kinder wiederum möglichst früh in die Regelklassen einzugliedern, nachdem sie genügend Sprachkompetenz erworben haben, um dem Regelunterricht folgen zu können. Die Verfestigung der grundlegenden Deutschkenntnisse ist hierbei sehr relevant, da dadurch die erfolgreiche Teilnahme am Regelunterricht erst gewährleistet werden kann. Die ältere Generation sollten hier unbedingt mit einbezogen werden.

Auch Aspekte wie die standardisierten Testmethoden, die Verbindlichkeit der Deutschförderklassen sowie die gezielte Förderung durch eigens entwickelte Lehrpläne mit Schwerpunkt Deutscherwerb bilden gute Grundlagen für eine konstruktive Entwicklung.

Hier muss man diskutieren

Trotz der grundsätzlich positiven Auffassung gibt es dennoch einige Mängel, die durchaus gemeinsam diskutiert und in weiterer Folge aufgehoben werden müssen. Es bleibt beispielsweise noch offen wie etwaige organisatorische Punkte bewältigt werden sollen.

Konkret gemeint sind hier die zusätzlich benötigten Räumlichkeiten sowie die Finanzierung der Lehrer und Lehrerinnen. Des Weiteren wurden noch keine Klassenhöchstanzahlen genannt. Eine ebenfalls wichtige Information, da in kleineren Klassen besser auf einzelne Schüler eingegangen werden kann. Diese fehlenden Informationen sollten nochmals vermittelt und diskutiert werden. Es erscheint zudem sinnlos, Kinder, welche sich auf signifikant unterschiedlichen Sprachniveaus befinden, gemeinsam zu unterrichten, da sich einige sowohl unterfordert als auch überfordert fühlen könnten. Den Lehrpersonen würde es zudem erschwert werden, sich auf einzelne förderbedürftige Kinder zu konzentrieren, ohne dabei andere Kinder zu vernachlässigen.

Sprache als Schlüssel zur Gesellschaft

Allgemein steht fest, dass SchülerInnen, egal aus welchen Ländern, die Sprache Deutsch – ähnlich wie Wasser und Sauerstoff zum Überleben – innerhalb der Gesellschaft brauchen. Das Beherrschen der deutschen Sprache ist also fundamentaler Bestandteil gelungener Integration. Dementsprechend stellt die Lösung dieses Problems für die TKG ein hohes Anliegen dar.

http://www.turkischegemeinde.at/tkg-sprachmangel-unter-jungen-migrantinnen-als-nationales-fortbestandsproblem/

 

 

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25 07 2018
By: TKG 0

TKG Einladung: Boxen statt Gewalt

Sparring: WBA Weltmeister Deutsch-Türke Arslan gegen Europameister und Aufsichtsratsmitglied der Porsche AG Uwe Hück, in Wien.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich und der „Boxclub der Wiener Linien“ laden herzlichst zu einem Sparring-Kampf unter dem Motto „ Boxen statt Gewalt“ zwischen dem Halbschwergewichts-Weltmeister Firat Arslan und dem Aufsichtsratsmitglied der Porsche AG und ehemaligen Europameister im Schwergewicht Uwe Hück, am Samstag, den 4.8.2018 im Boxclub der Wiener Linien ein.

Anschließend wird Herr Uwe Hück einen kurzen Vortrag, über seinen Werdegang vom Waisenkind zu einem erfolgreichen Sportler sowie Manager bei der Porsche AG in Stuttgart, vor Jugentlichen halten. Weiters wird Herr Uwe Hück über seine Stiftung und deren Bemühungen, Jugendliche durch Lern-, Ausbildungs- und Integrationsprojekte zu unterstützen, sprechen.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG), der „Boxclub der Wiener Linien“ und der Österreichisch-Türkische Handelsverband bedanken sich herzlich für das Sponsoring der Organisation bei der „Yeni Vatan Gazetesi“ (Neue Heimat Zeitung). www.yenivatan.at 

Veranstaltungsdaten:

Datum und Zeit: 4.8.2018 um 12.30 Uhr

Ort: Boxclub der Wiener Linien (Währingergürtel 40, 1180 Wien)

Anfahrt: U6 Michelbeuern-AKH, Ausgang: Gürtel – Linie 42 Michelbeuern-AKH

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten Sie höflichst, aufgrund begrenzter Zuschauerzahl, um eine Rückmeldung unter der folgenden E-Mail-Adresse: office@oethv.org

Tel.: +43 676 614 9323

 

Uwe Hück

https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_H%C3%BCck

Firat Arslan

https://de.wikipedia.org/wiki/F%C4%B1rat_Arslan

World Boxing Association
https://de.wikipedia.org/wiki/World_Boxing_Association

 

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19 07 2018
By: TKG 0

Türkische Kulturgemeinde (TKG) verurteilt die Gewalttaten gegen Juden in Wien

Wien (OTS) Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt die heutige Gewalttaten in der Taborstraße in Wien gegen jüdische Mitbürger aufs schärfste und bedankt sich bei den polizeilichen Behörden herzlich für den schnellen Hilfseinsatz. Unsere Anteilnahme gilt den Opfern und der jüdischen Gemeinde in Österreich.

Der 24-jährige Täter befindet sich momentan in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wird das Motiv (Auftrag oder nicht? etc.) des Täters genauestens untersuchen. Für die TKG bleiben zum jetzigen Stand noch mehrere Fragen offen, die für die Zukunft sehr wichtig sind.

Die Menschen aus der Türkei leben in Österreich seit über fünfzig Jahren mit den jüdischen Bürgern in gegenseitigem Respekt vorbildlich zusammen. In den letzten Jahren haben wir durch den bestehenden Nahostkonflikt eine zunehmende Distanzierung der Beziehungen bemerkt, die wir sehr bedauern. Die jüdische Gemeinde in Österreich ist den Menschen aus der Türkei  aufgrund der türkisch-jüdischen Geschichte stets mit Sympathie und Menschlichkeit begegnet, was wir auch bezeugen können. Viele Türken und Juden in Österreich arbeiten zusammen, sind Nachbarn und Freunde.

Wir sollten das Zusammenleben in Österreich unter Menschen jeglicher Abstammung fördern und nicht unter dem Vorwand Feuerlöscher zu sein, als Brandstifter gegen Mitmenschen hetzen, egal welche Abstammung und Position wir haben.  Wir sollten kein Land verteufeln, delegitimieren und mit Doppelstandards behandeln, um so Probleme zu importieren. Das gilt besonders in Österreich mit seiner wechselvollen Geschichte und die aus der Geschichte stammenden Verantwortung.

Friede im Innland ist nicht selbstverständlich. Wir rufen alle Menschen in Österreich dazu auf Ihren konstruktiven und zielführenden Beitrag für das Wohle der Gemeinschaft, ohne Hintergedanken, zu leisten. Um diesen Frieden aufrechtzuerhalten, müssen wir sehr aufmerksam sein und als Bürger (Citoyen) und wehrhafte Demokraten jeden Tag für unser Land Österreich einstehen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)

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03 07 2018
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TKG wünscht einen erfolgreichen EU-Ratsvorsitz und ersucht die Modernisierung der EU-Türkei-Zollunion

Die türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wünscht der Republik Österreich und seiner geschätzten Regierung einen erfolgreichen EU-Ratsvorsitz.

Durch Österreichs Funktion als Brückenbauer in der Europäischen Union, wie Herr Bundeskanzler Kurz betont, soll eine Festigung der Basis ihrer wichtigsten Grundwerte, welche wir im Sinne des Friedens in Europa und der Welt stets aufrechterhalten sollten, stattfinden. Unserer Meinung nach sollte die EU diesen Frieden, der seit der Gründung der Europäischen Union, insbesondere in den eigenen Ländern sukzessiv durch Vereinbarungen auf gleicher Augenhöhe mit den Nachbarländern geschaffen wurde, bewahren. Wir fürchten, dass dieser ziemlich brüchig bzw. fragil geworden ist, weil wir die letzten beiden EU- Ratsvorsitze Österreichs erleben durften und diese vergleichen können. Kann die EU bzw. Österreich diesen Frieden, der für uns als wehrhafte Demokraten und Citoyens sehr wichtig ist, erhalten?

Wir sind stolze Bürger bzw. Citoyens der rechtsstaatlichen Republik Österreich und möchten, dass besonders Österreich seine wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Interessen aufgrund seiner wechselvollen Geschichte verteidigt.  Doch zuerst sollte man, zuhause in Österreich, das friedliche Zusammenleben, das durch die österreichische Verfassung und seine Gesetzte festgesetzt wurde, behüten und nicht aus dem Gleichgewicht fallen lassen. Es sollte keine Außenpolitik die Art von Innenpolitik durchführen, die wir aus verschiedenen Ländern kennen. Einen Fehler in der Innenpolitik kann man leichter und in kürzerer Zeit korrigieren als einen Fehler in der Außenpolitik, für den die Korrektur Generationen brauchen könnte. Österreich hat aus seiner Geschichte gelernt.

Im Vergleich zu anderen Mitgliedern der EU besitzt Österreich mehr Know-how und Erfahrung, vor allem wenn es um den Orient und Okzident geht. Als Österreicher können wir stolz sagen, dass das Zentrum der Orient-Okzident Geschichte in Wien liegt. Jetzt muss man von diesen 500-jährigen Begegnungen Österreichs mit dem Orient und natürlich der Türkei, Gebrauch machen.

Nicht umsonst hat sogar die große Kaiserin Maria-Theresia im Jahre 1754 die Orientakademie gegründet, in der die erste Fremdsprache Türkisch war und alle Diplomaten und Bürokraten Türkisch als Fremdsprache gelernt haben. Heute heißt diese Akademie diplomatische Akademie. Und nicht umsonst hat der Gründer der modernen laizistischen Republik Türkei vielen österreichischen Wissenschaftlern, Architekten und Archäologen Möglichkeiten gegeben zum Aufbau der Republik beizutragen. Das erste türkische Parlament, Präsidentenamtsgebäude und mehrere Ministerien wurden von österreichischen Architekten gebaut. Bis heute wird mit großer Freundschaft daran erinnert.

 

„Europa, das schützt“

Das Motto des EU-Ratsvorsitzes der österreichischen Regierung lautet: „Europa, das schützt“. Wir verstehen das unter anderem als friedliches Zusammenleben in Österreich mit der Stärkung der Rechtsstaatlichkeit sowie der liberalen Demokratie und der Gewaltenteilung. Dafür muss man, wozu jeder Staat verpflichtet ist, seine Bürger und Bürgerinnen beginnend von den Außengrenzen (Jetzt: FRONTEX) bis hin zur Haustüre schützen. Wir wünschen uns aber eines: dass man unter dem Vorwand Europa zu schützen die liberale Demokratie, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Rechtstaatlichkeit nicht verwässert. In der Türkei haben wir diese Erfahrungen, besonders die Bevölkerung, mit immensen Schmerzen gemacht. Österreichs neue Regierung wird hier natürlich mit gutem Willen versuchen, auch mit NGOs und Think Tanks, wie wir einer sind, auf gleicher Augenhöhe für die Republik Österreich transparent, kritisch aber doch konstruktiv, sachlich für das Gemeinwohl zu arbeiten.

In Österreich leben ca. 300.000 Menschen aus der Türkei, davon sind ca. 190.000 österreichische Staatsbürger und ca. 110.000 türkische Staatsbürger. Die Mehrheit der Menschen aus der Türkei in Österreich möchte friedlich mit allen Menschen gemeinsam unter dem Schutz der österreichischen Verfassung, des Rechtsstaates, der liberalen Demokratie, Meinungsfreiheit, Grundwerte und der Gewaltenteilung zusammenleben. Mit reaktionären, fundamentalistischen und faschistischen Gruppierungen, Organisationen und Parteien aus der Türkei und in der EU bzw. Österreich wollen diese nichts zu tun haben!

Wir möchten, dass die EU die Beziehung mit der Türkei aufrechterhält, besonders wenn es um Menschenrechte, Rechtsstaat, Gewaltenteilung, Grundrechte, Pressefreiheit und um die säkulare Verfassung in der Türkei geht, damit man hier einen demokratischen Druck ausüben kann. Die EU hat bezüglich der Türkei bis jetzt leider eine doppelmoralische Politik betrieben, weswegen sich die Regierung in Ankara auch von einer halbwegs demokratischen, freiheitlich, säkularen Verfassung mit Gewaltenteilung distanziert hat.

 

Eines der wichtigsten Themen, welches sich der österreichische Ratsvorsitz als Aufgabe vornehmen könnte, ist die Modernisierung der EU-Türkei Zollunion, die seit 01.01.1996 bis heute einen Nachteil für die Exporteure aus Österreich und allen anderen Ländern der EU verursacht. Auch die Türkei leidet unter der uneinheitlichen Zollunion mit der EU.

Vorletzte Woche in Luxemburg haben die EU-Mitgliedsstaaten der Türkei eine Absage bezüglich der Zollunionsmodernisierung erteilt.

„Die Zeit“ berichtet am 27.06.2017 wie folgt: Keine Ausgabe der Zollunion: Harter EU-Kurs gegen die Türkei.  Zwei Tage nach der Wiederwahl des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan haben die EU-Staaten offiziell beschlossen, mit dem Land vorerst keine Verhandlungen über den Ausbau der Zollunion aufzunehmen. Die Türkei habe sich zuletzt weiter von der Europäischen Union wegbewegt, heißt es in einer am Dienstagabend bei einem Ministertreffen in Luxemburg verabschiedeten Erklärung.“

Was „die Zeit“ ebenfalls berichtet: „Flüchtlingsdeal: EU zahlt drei Milliarden Euro an Türkei: Die Türkei bekommt von der EU weitere drei Milliarden Euro, um Flüchtlinge aus Syrien zu versorgen. Nach monatelangen Diskussionen einigten sich die Staats- und Regierungschefs.“

Am selben Tag hat die EU die versprochenen drei Milliarden Euro Hilfe für die syrischen Flüchtlinge in der Türkei freigegeben. Wir finden diese beiden Entscheidungen zur gleichen Zeit ziemlich bedenklich, sowohl für den Frieden in Europa als auch für die Zukunft, die scheinbar den Titel „Eine Frage des Preises“ trägt.

 

Fakten bezüglich der EU-Türkei Zollunion

Die Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU hat mit der Zollunion zwischen der Türkei und Ländern der EU, welche seit 01.01.1996 gilt, nichts zu tun. Das EU Parlament hat diese Zollunion vor dem 01.01.1996 ratifiziert, das türkische Parlament nicht. Kein anderes EU Vollmitglied hat mit der EU eine ähnliche Zollunionsvereinbarung abgeschlossen, da es mehr Nachteile als Vorteile bringt.

Besser wäre und ist ein ehrliches „Freihandelsabkommen“ der EU mit der Türkei, welches die EU schon mit 40 Ländern abgeschlossen hat. Wir müssen in aller Freundschaft und Höflichkeit warnen: die Zollunion der EU mit der Türkei gleicht einer Missbrauchs-Beziehung, die sich nicht auf gleicher Augenhöhe abspielt, sondern den Charakter der Versklavung, Kolonialherrschaft oder zumindest der Unterwerfung der Türkei unter das Joch der EU hat. Das kann nicht gut gehen. Die Türkei hat mit der Zollunion-EU bis heute einen Großteil ihrer nationalen Souveränität nach Brüssel abgetreten, ohne in der EU-Zentrale irgendeinen Einfluss, nicht einmal einen Beobachter, auf den multinationalen Entscheidungsprozess (eigene Zölle) zu haben.

Abgesehen von der Landwirtschaft (die noch ausgedehnt werden soll) und den Dienstleistungen (die zurzeit ausgedehnt werden), beide stark reglementiert, soll die Zollunion in den kommenden Jahren weiter expandieren. Die Türken schreiben: „Nichts kann die Türkei zurzeit so gut auf einen stabilen, zivilen Pfad bringen wie Verlässlichkeit, Fairness und ein Partner, der das Land ernst nimmt und es gut mit ihm meint. Dazu gehört dann natürlich auch Kritik. Sie kann und soll mit jeder positiven Erfahrung immer nachdrücklicher werden.“

Laut WKO spricht ein Blick auf die Entwicklung der österreichischen Exporte in die Türkei seit dem Beginn der Zollunion eine deutliche Sprache. Allein in den letzten 20 Jahren seit Inkrafttreten der Zollunion hat sich das österreichische Exportvolumen von rund EUR 246 Mio. auf derzeit EUR 1.310 Mio. mehr als verfünffacht, zwischenzeitlich (2015) fast versechsfacht. Allein nach dem Inkrafttreten der Zollunion 1996 hat sich das Exportvolumen innerhalb von fünf Jahren verdoppelt. Insgesamt eine klare Erfolgsgeschichte.
Hervorzuheben ist, dass sich die österreichischen Exporte auch 2017 mit nur -1,0% gegenüber 2016 – trotz der politischen Spannungen – weiterhin erfreulich stabil halten konnten.

 

Probleme in Bezug auf die Zollunion

Viele österreichische Unternehmen, welche in die Türkei exportieren bzw. eine Geschäftsbeziehung mit der Türkei haben, sind mit sehr vielen Problemen konfrontiert.

Vordergründig, da die EU mit 40 Ländern weltweit Freihandelsabkommen, nach langen Diskussionen und mit Einfluss der Mitgliedsstaatsinteressen, vereinbart hat. Allerdings hat man die Interessen der Türkei nicht mit einfließen lassen und beließ es bei einer Zollunion. Hier wurde und wird auf die türkische Wirtschaft keine Rücksicht genommen.

Die Türkei hat ein Zollabkommen mit der EU, als einziges Land, welches nicht Vollmitglied ist und muss sich infolgedessen diesen 40 Ländern anpassen. Warum hat man mit der Türkei kein gesundes Freihandelsabkommen, wie mit den anderen Ländern der EU, abgeschlossen?

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) veröffentlichte dazu einen ABC-Indikator zur Türkei, in dessen Rahmen eine Umfrage unter österreichischen Niederlassungen in der Türkei durchgeführt wurde. Laut dieser Umfrage der Advantage Austria der Wirtschaftskammer Österreich antworteten 76, 2 % der Personen als Reaktion auf die Frage ob eine Erweiterung der EU-Türkei Zollunion für die Unternehmen Vorteile bringen würde (z.B. Reduktion der nicht-tarifären Handelshemmnisse, Aufnahme von Dienstleistungen und Agrarerzeugnisse in das Abkommen) mit „Ja“. Auch bezüglich der Frage ob die politischen Spannungen zwischen Österreich und der Türkei sich auf deren Geschäftsbeziehungen negativ auswirken würden, antworteten 60,7% der Personen mit „Ja“. Diese Umfrage spiegelt im Allgemeinen den Einfluss der derzeitigen Missstände wider, aber auch den Wunsch österreichischer Unternehmer die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu verbessern.

Frage: Warum modernisiert man also im Interesse der österreichischen bzw. europäischen Exporteure und natürlich auch der türkischen, die EU-Türkei Zollunion nicht, sondern verwendet das als Druckmittel? Die EU Vollmitgliedschaft der Türkei liegt de facto im Kühlschrank. Sie ist zwar eingefroren, jedoch nicht abgebrochen. Es wird dennoch stets zumindest ein Mitglied unter den 28 jetzigen EU Mitgliedern für den Nicht-Abbruch stimmen und die Verhandlungen damit weiterhin auf Eis legen. Deswegen bitten wir, dass man das EU-Türkei Thema nicht weiterhin in der Innenpolitik derartig thematisiert, als ob in naher Zukunft eine Vollmitgliedschaft in Frage kommen würde.

 

Nicht einmal einen Beobachter für die eigenen Zölle?

Der Warenverkehr zwischen der EU und der Türkei ist beschränkt, da bei Änderungen der Vielzahl der Freihandelsabkommen der EU (zurzeit 40), nicht genug Rücksicht auf die Türkei genommen wurde. Es gibt zwischen der EU und der Türkei keine gemeinsame Handelspolitik aber eine gemeinsame Zollunion, die modernisiert gehört, da ansonsten asymmetrische antidemokratische Zölle in Rechnung gestellt werden. Darunter leiden beide Partner. Wegen der Nicht-Modernisierung der Zollunion mit der Türkei, werden Schutzmaßnahmen nicht gut genug kontrolliert. Infolgedessen werden Waren, möglicherweise illegal, importiert oder illegale Geschäftsbeziehungen getroffen. Es entsteht also eine Grauzone, welche nicht kontrollierbar ist. Dies ist gegen die Interessen der EU-Wirtschaft und natürlich Österreichs.

Österreich könnte mit seinem Ratsvorsitz in der EU das Problem unter die Lupe nehmen und sich unabhängig von der Vollmitgliedschaft, die die Regierung strikt ablehnt, die Modernisierung der EU-Türkei Zollunion vornehmen. Im Interesse der österreichischen Unternehmer und Unternehmerinnen sowie der Wirtschaft.

Es entstehen sehr viele Probleme im Zuge dessen, da die Türkei über keinen Beobachter in Brüssel, bezüglich der EU-Türkei Zollunion, verfügt. Die Türkei hat hingegen Freihandelsabkommen mit anderen Ländern, in denen sich Unternehmen, wegen den Ursprungserzeugnissen der Waren und daraus resultierende Anti-Dumping Maßnahmen (bis 62% des Warenwerts) der EU, gegenüber den türkischen Exporteuren, Zollsteuern anhängen müssen oder aber umgekehrt, die türkischen Zollverwaltungen gegenüber österreichischen und EU-Unternehmen. Diese sind jedoch nicht nötig.

Online-Umfrage im Oktober 2017 unter österreichischen Niederlassungen in der Türkei WKÖ -AußenwirtschaftsCenter:


Was verstehen wir unter Modernisierung der EU-Türkei Zollunion?

Unter der EU-Türkei Zollunionsmodernisierung verstehen wir den Handel mit Dienstleistungen, Streitbeilegungen (z. B. Gerichtsverhandlungen, wie einem Streit zwischen zwei Unternehmen) und die öffentliche Auftragsbeilage in der Türkei der EU-Unternehmer inkl. Österreich und umgekehrt. Nicht nur das: es sollte sowohl der Türkei als auch der EU im Zuge der Modernisierung die Möglichkeit gegeben werden, Freihandelsabkommen, die die EU mit anderen Ländern abgeschlossen hat und umgekehrt auf selber Augenhöhe und im gegenseitigen Interessensausgleich zu verhandeln. Die EU befindet sich ansonsten in einer imperialistischen Kolonialmachtsposition, sagen türkische Experten. Die EU sollte Stabilität in die Türkei exportieren, nicht Instabilität, da wir sonst befürchten, dass diese Instabilität in die EU und insbesondere in den Balkan exportiert wird. Unabhängig welcher Mann Präsident und welche Partei an der Macht ist.

Wir wissen, dass Deutschland insbesondere mit Frankreich die Stopptaste in der EU-Kommission drückt, was für Exporteure aus beiden Ländern einen Nachteil bildet. Für die Türkei ist die Nicht-Modernisierung der Zollunion keine diplomatische oder politische Distanz oder Diskrepanz, sondern eine feindselige Kriegserklärung im Bereich der Wirtschaft. Man kann gegen die türkische Regierung und den jetzigen Präsidenten sein, was auch viele gerechte Gründe hat, aber man muss hier die Spreu vom Weizen trennen und nicht die gesamte türkische Wirtschaft mit seinen 80 Millionen Menschen dafür bestrafen und seiner eigenen EU Wirtschaft mitsamt Exporteuren Schaden zufügen.

 

Wirtschaftliche Interessen der Österreicher verteidigen

Es ist daher viel vernünftiger, dass die EU auf gleicher Augenhöhe mit der Türkei (egal welche Partei in der Regierung in der Türkei ist) die Interessen der Unternehmen der EU und die Interessen der Unternehmen aus der Türkei in die Zollunion fließen lässt. Ansonsten exportiert die EU fahrlässig Instabilität über die EU-Türkei-Zollunion in die Türkei. Das ist nicht fair, hat auch mit den Werten der europäischen Union, wenn man von Frieden spricht, nichts zu tun. Eine instabile Türkei wird in die EU und insbesondere nach Österreich ebendiese Instabilität importieren.

Eine EU, welche Südosteuropa vom West-Balkan, Süd-Balkan und Ost-Balkan trennt, hat aus der Geschichte nichts gelernt. Das Wort Balkan besteht aus zwei Wörtern: „Bal“ bedeutet auf türkisch „Honig“ und „Kan“ bedeutet „Blut“. Nicht umsonst heißt Südosteuropa „Balkan“. Wir wollen als Österreicher mit türkischen Wurzeln, besonders da gerade sehr viele von der FRONTEX und dem Schutz der EU-Außengrenze reden, Frieden am Balkan. Da besonders hier, Österreich, genauso wie die Türkei, in Südosteuropa eine hohe historische Verantwortung zu tragen hat, wünschen wir uns unabhängig von den Regierungen, wirtschaftlich halbwegs korrekte Beziehungen und keinen Wirtschaftskrieg unter dem Vorwand: „Wir bringen Frieden und Stabilität“.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

Obmann

DI Birol Kilic

Quellen:

  1. abc-indikator-2017-tuerkei-deutsch

      2. AKTUELLE INFORMATIONEN ZUM TÜRKISCHEN ZOLLRECHT FÜR ÖSTERREICHISCHE EXPORTUNTERNEHMEN- ZOLLUNION EU-TÜRKEI TÜRKISCHES ZOLLSYSTEM DRITTLANDSZÖLLE WISSENSWERTES & TIPPS- AUSSENWIRTSCHAFTSCENTER ISTANBUL JUNI 2018

https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Leitfaden-Tuerkei_Zollrecht_2018.pdf

Bild (c): EU-Kommission Österreich

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25 06 2018
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Türkei-Wahlen: „Die AustrotürkenInnen in Österreich möchten nicht pauschalisiert werden“

Werfen wir bitte nicht alle AustrotürkenInnen in den selben Topf.

In Österreich leben ca. 300.000 Menschen aus der Türkei, davon handelt es sich bei ca. 116.000 um türkische Staatsbürger (die Übrigen sind österreichische StaatsbürgerInnen und dürfen demnach nicht wählen). Davon sind wiederum nur 55.000 Personen tatsächlich auch wählen gegangen. Von diesen 55.000 in Österreich lebenden TürkInnen haben ca. 60 % (33.000) für die AK Partei und ca. 70 % (38.000) für Erdogan gestimmt. Hierbei ist zu beachten, dass bei der Wahl zwei Stimmzettel für jede Wählerin und jeden Wähler zur Verfügung gestellt wurden. Ein Wahlzettel war dabei für die türkische Parlamentswahl (Wahl der Parteien mit 600 Abgeordneten) gedacht, der zweite Stimmzettel diente für die Präsidentschaftswahl.

Die unumstößliche Meinung vieler, dass AustrotürkInnen mehrheitlich eine Partei oder einen Politiker aus der Türkei wählen, ist demnach sehr pauschalisierend und de facto diskriminierend. Denn wie sich hier zeigt, stimmt das nicht. Es stimmt nicht, dass die Mehrheit der AustrotürkInnen Erdogananhänger oder einer anderen Partei in der Türkei. Die sind verschieden, farbig, die Mehrheit möchte mit den Parteien in der Türkei nichts zu tun haben, weil ihre Zukunft in Österreich liegt. Sie wünschen sich eine demokratische rechtsstaatliche Türkei, wo Grundrechte, Meinungsfreiheit und Pressefreiheit als oberste Priorität behandelt wird. In der derzeitigen Türkei ist dies durch diese Parteien und die gegenwärtige Regierung nicht der Fall.

Man kann nicht alle 300.000 Menschen mit türkischer Abstammung, die in Österreich leben, mit jenen ca. 33.000 Menschen gleichsetzen, die die AKP bzw. Erdogan gewählt haben, da diese nur 10 % aller AustrotürkInnen ausmachen. Die Mehrheit der in Österreich lebenden Menschen mit türkischer Abstammung möchte mit den Wahlen in der Türkei nicht identifiziert werden, weil sie an dieser Wahl nicht teilgenommen hat bzw. kein Interesse daran haben oder auch aktiv als österreichische StaatsbürgerInnen mit türkischen Wurzeln bei den österreichischen Parteien mitarbeiten.

Aus diesem Grund bitten wir alle PolitikerInnen und geschätzte Medienleute, hier die Spreu vom Weizen zu trennen und nicht alle Personen mit türkischen Wurzeln aufgrund der Wahlen in der Türkei zu pauschalisieren und in weiterer Folge allesamt an den Pranger zu stellen. Denn genau das wollen nicht alle, aber einige Parteien/PolitikerInnen aus der Türkei bezwecken.

Man sollte sich hier den Frieden der Republik Österreich und des interkulturellen Zusammenlebens der Bevölkerung vor Augen halten und stets um dessen Schutz bemüht sein.

Denn unsere neue Heimat ist Österreich und wir schätzen dieses schöne, friedvolle Land für seine guten Werte und den respektvollen Umgang mit den meisten AustrotürkInnen. Wir sind stolz, BürgerInnen eines Rechtsstaates zu sein, wo die Gewaltenteilung, die Grundrechte der Presse-und Meinungsfreiheit sowie die Würde jedes einzelnen Menschen geschützt wird und im Prinzip von „Check and Balance“ (Überprüfung und Ausgleich) immer unter strenger Kontrolle steht. Die meisten der 300.000 Austrotürken sind ein Teil der Republik Österreich. Wie auch Experten bestätigen: „Ihre Einstellungen und Sichtweisen orientieren sich stark an den Grundwerten der Republik Österreich, insbesondere an der Demokratie und der Pluralität.“

Die TürkInnen stehen der österreichische Mentalität sehr nahe. Fleiß, Ehrlichkeit und Höflichkeit sind gemeinsame Tugenden, und besonders letzteres wird von vielen TürkInnen besonders an den ÖsterreicherInnen geschätzt . So werden diese als geduldig, flexibel und sensibel charakterisiert, außerdem als traditions- und kulturbewusst.

Ein wunderbares Beispiel dafür, wieviele Gemeinsamkeiten sich in der Kultur der ÖsterreicherInnen und TürkInnen finden lassen, zeigt das folgende türkische Sprichwort: „Eine Tasse Kaffee gewinnt das Herz für vierzig Jahre.“ Das Verstehen von Menschen beginnt mit gutem Zuhören und wo lässt es sich besser reden, als bei einer Tasse dampfendem Kaffee? Wer sich auf eine Tasse Kaffee trifft, nimmt sich Zeit für einander. Das ist die Besonderheit der österreichischen Kaffeehauskultur, geht jedoch in zwischenmenschlicher Hinsicht noch viel weiter darüber hinaus. Wir sollten also mehr Kaffee zusammen trinken.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Obmann
DI Birol Kilic

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12 06 2018
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Zollunion(Gümrük Birliği): EU-Türkei-75 %  Sprachen sich für eine Ausweitung  

Laut der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) sprachen sich 75 %  für eine Ausweitung bzw. Modernisierung der EU-Zollunion mit der Türkei aus.

Die EU-Türkei Zollunion in ein Freihandelsabkommen umwandeln

Die Erweiterung der Zollunion mit der EU hätte für die Türkei große und dringend benötigte wirtschaftliche Vorteile. Doch insbesondere Deutschland und Frankreich  blockieren die VerhandlungenAnkara droht dadurch nicht nur der Verlust diverser Vorteile einer erweiterten Zollunion, sondern muss auch wachsende Nachteile durch Ungerechtigkeiten in der bestehenden Zollunion hinnehmen und wird dementsprechend immer instabiler. Damit provozieren Deutschland und auch Frankreich als EU-Mitglieder eine gewisse Instabilität in der Türkei. Der Türkei drohen damit nicht nur der Entging diverser Vorteile, die mit der Erweiterung der Zollunion einhergehen würden. Sie hätte auch handfeste Nachteile, die sich mit der Zeit zudem verschärfen.

Der Grund dafür ist eine Unwucht in der Zollunion. Dank ihr können nicht nur EU-Firmen ihre Waren zollfrei in die Türkei exportieren, sondern auch Unternehmen aus Drittstaaten, mit denen die EU Freihandelsabkommen hat. Diese Drittstaaten sind im Gegenzug aber nicht dazu verpflichtet, ihre Märkte für Exporte türkischer Firmen zu öffnen. Wäre etwa das TTIP-Abkommen zwischen der EU und den USA zustande gekommen, hätte das für Teile der türkischen Industrie verheerende Folgen gehabt.

Dass TTIP inzwischen als praktisch gescheitert gilt, ist für die Türken nur ein schwacher Trost. Als Nächstes soll Anfang 2019 der EU-Vertrag mit Japan in Kraft treten, und zugleich verhandelt die EU mit vielen weiteren Ländern weltweit. Sollte sie etwa mit Indien handelseinig werden, müssten die Türken indische Waren zollfrei ins Land lassen, auf Ausfuhren nach Indien aber weiterhin 14 Prozent zahlen. Bliebe die Zollunion wie sie ist, würden laut der Ifo-Studie die Exporte türkischer Firmen deshalb teils deutlich zurückgehen – insbesondere in Branchen, in denen die neuen EU-Partnerländer stark sind.

Allerdings ist auch Yalcin davon überzeugt, dass „eine neue Zollunion politisch nicht umsetzbar ist“. Er schlägt deshalb vor, die Zollunion in ein Freihandelsabkommen umzuwandeln, das die aktuellen Zollregelungen beibehält, der Türkei aber ihre volle Handelssouveränität zurückgibt. Denn die hat sie mit der Einbindung in die Zollunion zu großen Teilen an die EU-Kommission abgetreten. Zugleich würde ein solches Abkommen laut Yalcin die Planungs- und Rechtssicherheit erhöhen, wovon letztlich auch EU-Unternehmungen profitieren würden.

Österreich Türkei

Ein Blick auf die Entwicklung der österreichischen Exporte in die Türkei seit dem Beginn der Zollunion sprechen laut WKO dabei eine deutliche Sprache. Allein in den letzten 20 Jahren seit Inkrafttreten der Zollunion am 01.01.1996 hat sich das österreichische Exportvolumen von rund EUR 246 Mio. auf derzeit EUR 1.310 Mio. mehr als verfünffacht (!), zwischenzeitlich (2015) fast versechsfacht. Allein nach dem Inkrafttreten der Zollunion 1996 hat sich das Exportvolumen innerhalb von fünf Jahren verdoppelt – insgesamt eine klare Erfolgsgeschichte.

Hervorzuheben ist, dass sich die österreichischen Exporte auch 2017 mit nur -1,0 % gegenüber 2016 trotz der politischen Spannungen weiterhin erfreulich stabil halten konnten:

Mehr Info:

Das türkische Zollrechtsregime – Alle Neuigkeiten und Änderungen zum Export in die Türkei

https://www.youtube.com/watch?v=Ln13dBv5RzE&feature=youtu.be

LEITFADEN TÜRKEI: AKTUELLE INFORMATIONEN ZUM TÜRKISCHEN ZOLLRECHT FÜR ÖSTERREICHISCHE EXPORTUNTERNEHMEN

https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Leitfaden-Tuerkei_Zollrecht_2018.pdf

Webinar: Das türkische Zollrechtsregime

https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Das-tuerkische-Zollrechtsregime_Webinar-Tuerkei-2018_Herausg.pdf

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

 

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08 06 2018
By: TKG 0

TKG: „Die eigentlichen Brandstifter bleiben unberührt“

Wien – Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) begrüßt jegliches Verbot verfassungs- und demokratiefeindlicher Organisationen, die gegen unsere  freiheitliche demokratische Grundordnung kämpfen, egal aus welchen Religionsgemeinschaften, Parteien, Organisationen und Vereinen. Gegen verfassungsfeindliche Einzelpersonen und Personenzusammenschlüsse (Parteien, Vereine, Religionsgemeinschaften, Kultusgemeinden und Organisationen) kann und muss der demokratische Rechtsstaat präventiv vorgehen.

Die heutige Pressekonferenz der Regierung mit vier Ministern ist unserer Meinung nach ein unüberlegtes Vorhaben (mit einem unglücklich gewählten Zeitpunkt vor den Wahlen am 25.06.18 in der Türkei), welches das eigentliche Problem des stark politisierten, radikalisierten Glaubens und der verfassungsfeindlichen angeblichen Kultus- bzw. Religionsgemeinschaften nicht löst, sondern deren politischen Argumente jetzt und in Zukunft untermauert. Besonders, weil dieses „Verbot und Auflösung“ die eigentlichen Zentren des politischen Islams nicht einmal berührt bzw. tangiert.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) ist der erste NGO-Think-Thank in Österreich, welcher vor dem politisierten Glauben seit Jahren warnt, sachlich darüber aufklärt und eines wünscht: Differenzieren, die Spreu vom Weizen trennen und nicht die Täter als Problemlöser und Berater salonfähig machen.

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02 06 2018
By: TKG 0

Wer war Murat Pascha (Der Ungare -General Józef Bem)

1848 – und die schauerlichen Folgen

Nach der Niederschlagung der Revolution von 1848 und der Unterwerfung Ungarns 1849 wurde an den Revolutionären zum Teil blutige Rache genommen.

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Auch der auf Seiten der ungarischen Insurgenten kommandierende General Józef Bem (14. März 1794 – 10. Dezember 1850) stand auf der „schwarzen Liste“ der österreichischen Militärjustiz.

Am 1. Mai 1850 verurteilte ihn in Wien ein Militärgericht wegen Hochverrats in Abwesenheit zum Tode durch den Strang. Da das Urteil an dem flüchtigen Bem nicht vollzogen werden konnte, wurde am 16. Mai 1850 eine Blechtafel mit seinem Namen an den Galgen genagelt.

Józef Bem stammte aus dem 1772 habsburgisch gewordenen Tarnów (Galizien). Seine Biographie spiegelt eindrucksvoll die tragische Geschichte Polens im Zeitalter der Teilungen wider. Erste militärische Lorbeeren (1813 sogar die französische Ehrenlegion) erwarb Bem in Diensten des Herzogtums Warschau, eines 1807 geschaffenen napoleonischen Satellitenstaates. In Russisch Polen war er nach 1815 Offizier und Professor an der Warschauer Militärschule, hatte aber als polnischer Patriot wiederholt mit Anfeindungen und Repressionen von russischer Seite zu kämpfen. 1825 übersiedelte er daher in das österreichische Galizien, wo er sich der wissenschaftlichen Erforschung von Dampfmaschinen zuwandte.

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1830 schloß er sich – wieder auf der anderen Seite der Grenze – dem polnischen Aufstand gegen die russische Herrschaft an und flüchtete nach der polnischen Niederlage nach Frankreich. Ab März 1848 finden wir Bem in der Habsburgermonarchie wieder. Im Oktober 1848 zeichnete er sich bei der Verteidigung des revolutionären Wien gegen die Truppen Windisch-Graetz’ aus. Nach dem Fall der Stadt entkam er nach Ungarn. Als General der Honvéd-Armee eroberte Bem Siebenbürgen für die ungarische Revolution, unterlag dann aber im Sommer 1849 der russisch-österreichischen Übermacht.

Barrikadenbau der Revolutionäre in Wien, Mai 1848

Bem flüchtete in das Osmanische Reich, wo er als Murad Pascha General wurde und zum Islam übertrat. Er starb bereits kurze Zeit später. Den Tod des gefürchteten Insurgenten-Generals ließ sich die k. k. Vertretung in Konstantinopel durch eine förmliche Erklärung der Hohen Pforte bestätigen, die hier mit der beglaubigten Übersetzung zu sehen ist. 1929 wurden Bems sterbliche Überreste nach Tarnów überführt.

Signatur: Österreichisches Staatsarchiv, Abteilung Kriegsarchiv, Alte Feldakten Karton 1925a

Quelle: Michael Hochedlinger -Österreichisches Staatsarchiv

Mehr

https://de.wikipedia.org/wiki/Revolution_von_1848/1849_im_Kaisertum_%C3%96sterreich

 

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17 05 2018
By: TKG 0

TKG-Sprachmangel: „Nationales Fortbestandsproblem „

Deutschförderklassen müssen das nationales Fortbestandsproblem der Republik Österreich lösen.

WIEN.  Ob wir wollen oder nicht, österreichweit hat mehr als ein Viertel aller SchülerInnen eine nicht-deutsche Umgangssprache, in der Stadt Wien sogar mehr als die Hälfte. Infolgedessen stehen österreichs Schulen durch soziale, ökonomische und kulturelle Durchmischungen ihrer SchülerInnen vermehrt vor besonderen Herausforderungen und Problemen, insbesondere in den Ballungsräumen.

Die türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) definiert das Problem der mangelnden Sprachkompetenz, besonders unter jungen SchülerInnen und zukünftigen Steuerzahler, als ein nationales Fortbestandsproblem, welches auch auf überparteilicher Ebene diskutiert werden muss.

Dabei steht die Lösung dieses fundamentalen Problems auch in Zusammenhang mit den Interessen der Republik Österreich, deren Zusammenhalt, Wirtschaft, Werteebene, Demokratieverständnis und Integration.

Schätzen und Schützen

Diese SchülerInnen von heute sind unsere morgigen Wirtschaftskapitäne und Exportchampions, Spitzensportler, Leistungsträger in der Arbeitswelt und Garant für unsere sicheren Pensionen, Polizistinnen, Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren, usw. Das wichtigste ist, dass dieses enorme Humankapital verwertet werden sollte. Es geht hier um die Zukunft der Republik Österreich, für deren Kinder nicht nur materiell, sondern auch immateriell viel investiert wird, damit diese jungen Kinder der Republik Österreich-Humankapital- zu wertvollen Bürgerinnen und Bürger heranwachsen können. Sie sollen somit die Werte der Republik Österreichs wie den Rechtstaat, Gewaltenteilung, Säkularismus, Frauenrechte, Menschenrechte, Presse,- und Meinungsfreiheit zu schätzen lernen, verinnerlichen und wenn nötig als wehrhafte Demokraten  die freiheitliche demokratische Grundordnung schützen. 

Wir wissen, dass viele SchülerInnen leider aufgrund verschiedener Faktoren und Rahmenbedingungen beim Beginn der Volksschule der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Dabei bringt dieser Umstand mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in deren Zukunft nicht definierbare und große Probleme mit sich. Die Kinder sind Kinder der Republik Österreich, wobei die Republik hier diese große Verantwortung sehr ernst nehmen muss.

Mit einfachen Worten: Wer sich in seinem Heimatland Österreich nicht artikulieren und weder lesen noch schreiben kann, ist gefährdet nicht nur erfolglos zu sein, sondern auch unglücklich zu werden. Aufgrund dessen bezeichnet die TKG den Vorschlag der Regierung zur Verbesserung der Deutschförderung als wichtiges Vorhaben, wobei viele Punkte als positiv zu bewerten sind, aber dennoch einige Punkte  kritisch diskutiert werden müssen.

Positiv

Unter anderem das Bemühen, die Kinder wiederum möglichst früh in die Regelklassen einzugliedern, nachdem sie genügend Sprachkompetenz erworben haben, um dem Regelunterricht folgen zu können. Die Verfestigung der grundlegenden Deutschkenntnisse ist hierbei sehr relevant, da dadurch die erfolgreiche Teilnahme am Regelunterricht erst gewährleistet werden kann. Die ältere Generation sollten hier unbedingt mit einbezogen werden.

Auch Aspekte wie die standardisierten Testmethoden, die Verbindlichkeit der Deutschförderklassen sowie die gezielte Förderung durch eigens entwickelte Lehrpläne mit Schwerpunkt Deutscherwerb bilden gute Grundlagen für eine konstruktive Entwicklung.

Hier muss man diskutieren

Trotz der grundsätzlich positiven Auffassung gibt es dennoch einige Mängel, die durchaus gemeinsam diskutiert und in weiterer Folge aufgehoben werden müssen. Es bleibt beispielsweise noch offen wie etwaige organisatorische Punkte bewältigt werden sollen.

Konkret gemeint sind hier die zusätzlich benötigten Räumlichkeiten sowie die Finanzierung der Lehrer und Lehrerinnen. Des Weiteren wurden noch keine Klassenhöchstanzahlen genannt. Eine ebenfalls wichtige Information, da in kleineren Klassen besser auf einzelne Schüler eingegangen werden kann. Diese fehlenden Informationen sollten nochmals vermittelt und diskutiert werden. Es erscheint zudem sinnlos, Kinder, welche sich auf signifikant unterschiedlichen Sprachniveaus befinden, gemeinsam zu unterrichten, da sich einige sowohl unterfordert als auch überfordert fühlen könnten. Den Lehrpersonen würde es zudem erschwert werden, sich auf einzelne förderbedürftige Kinder zu konzentrieren, ohne dabei andere Kinder zu vernachlässigen.

Sprache als Schlüssel zur Gesellschaft

Allgemein steht fest, dass SchülerInnen, egal aus welchen Ländern, die Sprache Deutsch – ähnlich wie Wasser und Sauerstoff zum Überleben – innerhalb der Gesellschaft brauchen. Das Beherrschen der deutschen Sprache ist also fundamentaler Bestandteil gelungener Integration. Dementsprechend stellt die Lösung dieses Problems für die TKG ein hohes Anliegen dar.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG)
Wien, 17.05.2018

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15 05 2018
By: TKG 0

Herzlich Willkommen, lieber Ramadan!

Am 15. Mai 2018 beginnt wieder der Ramadan. Auch für 700.000 Muslime in Österreich beginnt das Fasten vom 15. Mai bis 14. Juni.  Nicht alle Muslime fasten, aber alle schätzen und respektieren den Ramadan Monat.

Der Obmann der Türkische KULTURgemeinde in Österreich, Birol Kilic, appelliert an alle Menschen aus der Türkei, den Ramadan nicht für die Gottesdienste zu nutzen, sondern sich auch für Frieden einzusetzen. „Wir haben nicht nur in Österreich, auch in ganz Europa turbulente Zeiten. Wir müssen gegen Abspaltung, Rassismus in der Gesellschaft und für das Zusammenleben in Österreich eintreten. Es folgt eine Zeit der inneren Ruhe, dem Versuch vom irdischen Leben Abstand zu gewinnen und sich nur dem einen und barmherzigen Schöpfer zu widmen.  Ramadan ist die Zeit wo man mehr an Armut, Hunger und Teilung denken muss. Ramadan ist eine Erziehung zur Selbstüberwindung und zugleich ein Weg zur Bewusstmachung, dass es Menschen gibt, die tagtäglich Hunger erleiden. Ramadan ist eine Zeit, wo man in Österreich auch über die Werte der österreichischen Gesellschaft diskutiert.  Richtig. In diesem Monat der Reinigung wird ein besonderes Programm zur Erziehung aufgelegt. Unter Erziehung verstehen wir auch Bildung und Erinnerung an unsere gemeinsamen Werten in Österreich.“

 

Ramadan ?

Ramadan heißt übersetzt so viel wie „der heiße Monat“. Gemeint ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. An einem Tag in diesem Monat soll der Koran auf die Erde gesandt worden sein. Dieser Zeitpunkt wird auch „Nacht der göttlichen Bestimmung“ genannt und wird hauptsächlich am 27. Ramadan gefeiert. Da der Termin durch den Koran jedoch nicht genau festgelegt ist, gibt es hier Unterschiede. In Deutschland wird dieser Zeitraum nach Angaben des Zentralrates der Muslime in Deutschland exakt astronomisch berechnet. Gefastet wird den gesamten Monat lang jeweils von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, in diesem Jahr vom 6. Juni bis zum 4. Juli.

Darauf verzichten die Muslime im Ramadan

Nach dem muslimischen Gesetz bedeutet Fasten die Enthaltung von bestimmten Dingen: Verboten sind der Verzehr von Speisen und Getränken, Rauchen, Geschlechtsverkehr und Trunkenheit, so die Informationsplattform „islam.de“. Außerdem sind üble Nachrede, Verleumdung, Lüge und Beleidigung streng untersagt. Schweigen gehört ebenfalls zur Enthaltsamkeit im Ramadan.

Jeder Muslim, der geistig zurechnungsfähig, volljährig und körperlich dazu im Stande ist, muss fasten. Auch Minderjährige können fasten, hier gibt es aber ein Unterscheidungsvermögen. Schwangere, Kranke und Kinder sind nicht zum Fasten verpflichtet, wie die Informationsseite „islam.de“ bekannt gibt.

Schwangere und Kranke müssen die versäumten Fastentage aber nachholen. Laut einer Statistik, auf die sich das „National Bureau of Economic Research“ der USA bezieht, fasten die meisten schwangeren Muslimas trotzdem. Dadurch reduziere sich häufig das Geburtsgewicht des Kindes und die Länge der Schwangerschaft, wodurch körperliche und geistige Behinderungen der Kinder viel wahrscheinlicher würden.

Zuckerfest beendet den Fastenmonat

Am Ende des Fastenmonats, nach 29 beziehungsweise 30 Tagen, feiert man das Fest des Fastenbrechens, auch als kleines Fest oder Zuckerfest bekannt. Die Vorbereitungen beginnen bereits in den letzten Tagen des Fastenmonats.

Vorher muss jeder Muslim eine pflichtmäßige Spende entrichten, die auch als Almosensteuer des Fastenbrechens bekannt ist. Sie kommt Bedürftigen zugute und gehört nach Angaben des Verbandes der islamischen Kulturzentren zu den wichtigsten Pflichten eines Moslems. Anschließend wird drei Tage lang gefeiert, dieses Jahr vom 7. bis 9 Juli.  Der erste Tag ist dabei laut „islam.de“ der Familie gewidmet. Obwohl das „große“ Opferfest im Pilgerfahrtsmonats eigentlich das höchste Fest der Muslime ist, wird das Fastenbrechen traditionell größer und umfangreicher gefeiert, ähnlich wie Weihnachten bei den Christen .(tkg, dpa)

 

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06 05 2018
By: TKG 0

Mauthausen 2018: TKG und über 10.000 gedenken der Befreiung

Über 10.000  Menschen, darunter die Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers, aus dem In- und Ausland haben heute in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen an der Befreiungsfeier am 5. Mai 2018 teilgenommen.  Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) war heute mit einer Delegation dabei.  Der gemeinsame Auszug aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ehemaligen Konzentrationslager gilt als symbolischer Akt der Befreiung am 5. Mai 1945, vor 73 Jahren.

Wien/Mauthausen, 6. Mai 2018 – In Erinnerung an die Befreiung der Häftlinge aus dem Konzentrationslager Mauthausen am 5. Mai 1945 wurde heute im Rahmen der alljährlichen Internationalen Befreiungs- und Gedenkfeier gedacht. Mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland nahmen auch dieses Jahr, am 73. Jahrestag, teil. Veranstaltet wird die Internationale Gedenk- und Befreiungsfeier seit Jahrzehnten vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) in enger Zusammenarbeit mit der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen (ÖLM) und dem Comité International de Mauthausen (CIM). Im Gedenkjahr 2018 widmen sich die Gedenk- und Befreiungsfeiern dem Thema „Flucht und Heimat“ und der Auslöschung Österreichs im Jahr 1938. Schon im August 1938 trafen die ersten Häftlinge in Mauthausen ein und es wurde mit der Errichtung des Konzentrationslagers begonnen. Im Dezember 1938 waren bereits knapp 1.000 Häftlinge interniert.

Diesjähriges Schwerpunktthema: „Flucht & Heimat“

Zwischen 1933 und 1945 flohen Millionen von Menschen vor den Gräueltaten des nationalsozialistischen Regimes und seiner Verbündeten. Die nationalsozialistische Terrorherrschaft schuf in den 1930er Jahren neben politischen, religiösen oder wirtschaftlichen Ursachen ein neues Motiv der Flucht: Rassismus. Bis heute ist die Geschichte Europas immer wieder von Fluchtbewegungen gekennzeichnet. Kriege im ehemaligen Jugoslawien, im Irak, in Afghanistan oder in Syrien sowie fundamentalistischer Terror sind Ursachen für Flucht und den Verlust der Heimat.

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitee Österreich schlägt eine Brücke zur Gegenwart: „Menschen, die vor 80 Jahren in ein anderes Land flüchten mussten haben alles verloren. Ihre Heimat wurde zu einem fremden Ort. Auch heute müssen Menschen flüchten. Es liegt an uns, ihnen zumindest ihre Würde zu erhalten.“

Seit 2006 sind die Gedenk- und Befreiungsfeiern jedes Jahr einem speziellen Thema gewidmet, das zur Geschichte des ehemaligen KZ-Mauthausen bzw. zur NS-Vergangenheit Österreichs in Beziehung steht. Der Gegenwartsbezug bildet bei jedem Jahresthema einen essentiellen Bestandteil und soll vor allem für junge Menschen die Auseinandersetzung mit der Zeit und Ideologie des Nationalsozialismus konkreter fassbar machen.

Internationale Beteiligung an der Gedenk- und Befreiungsfeier

 

Die Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen begann mit einem ökumenischen Wortgottesdienst mit Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer, Pfarrerin Dr. Hannelore Reiner und Erzpriester Ioannis Nikolitsis. Gefolgt von der Verlesung des Mauthausenschwurs in mehr als 20 verschiedenen Sprachen – ein wichtiger symbolischer Akt an diesem Ort, wo von 1938 bis 1945 Deutsch die einzig erlaubte Sprache war.

Im Anschluss begrüßte MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi die tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer, insbesondere die KZ-Überlebenden und die zahlreichen Jugendlichen. Im Zuge der gemeinsamen Befreiungsfeier erfolgten die Kranzniederlegungen unter anderem durch Bundespräsidenten Dr. Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Nationalratspräsidenten Mag. Wolfgang Sobotka, Staatssekretärin Mag. Karoline Edtstadler, Bundespräsidenten a.D. Dr. Heinz Fischer, IKG-Präsident Deutsch, Altbischof Dr. h.c. Maximilian Aichern sowie internationalen und nationalen Delegationen und Jugendorganisationen und weitere. Während der Kranzniederlegung hielten die Vertreterinnen und Vertreter der Opferorganisationen aus Deutschland, Polen, Russland und Ungarn ihre Gedenkreden in den jeweiligen Landessprachen.

 

Kurze Videobeiträge von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die aufgrund der Verfolgung des nationalsozialistischen Terrorregimes aus Österreich fliehen mussten, wurden während der gemeinsamen Feier eingespielt. Auch dieses Jahr wurde die Internationale Befreiungsfeier von den Schauspielerinnen und Moderatorinnen Mercedes Echerer und Konstanze Breitebner mehrsprachig begleitet.

Den Höhepunkt des Festakts bildete der gemeinsame Auszug – ähnlich der ersten Befreiungsfeiern der KZ-Überlebenden – aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende der Feierlichkeit. Auch dieses Jahr wurde der Auszug aus Mauthausen von den KZ-Überlebenden Dušan Stefancic, Yauhen Chrol, Nikolai Kireev, Shaul Spielmann, Andrew Sternberg und weitere mit Jehuda Gurvich an der Spitze angeführt, begleitet von den Zeitzeugen Anna Hackl und Tommy Frankl, GIs der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika und Schülerinnen und Schüler der NMS Mauthausen. Damit wird die Befreiung der KZ-Inhaftierten im Jahr 1945 symbolisiert.

Die Internationale Befreiungsfeier stellt die weitaus größte Gedenk- und Befreiungsfeier weltweit dar. Auch dieses Jahr wurde ein beeindruckendes Zeichen für ein „Niemals wieder“ gesetzt.
Fotos und Presseunterlagen zur Gedenk- und Befreiungsfeier 2018 unter http://www.mkoe.at/service/presseinfo

Statements:

 

Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen:
„An Mauthausen zu erinnern bedeutet Trauer und Fassungslosigkeit angesichts eines Symbols für Terror, Leid und Unmenschlichkeit. Es bedeutet aber auch, ganz entschieden die Verantwortung für die Fundamente unseres Staates heute zu übernehmen: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Menschenwürde!“
Bundespräsident a. D. Dr. Heinz Fischer:
„Die Befreiungsfeier in Mauthausen am 6. Mai hat eine jahrzehntelange und zum Symbol gewordene Tradition. Mauthausen ist, so wie viele andere ehemalige Konzentrationslager zu einem Erinnerungsort geworden, an dem den Opfern des Nationalsozialismus, der Menschenverachtung und Menschenvernichtung gedacht wird. Ich bin dankbar, dass diese Tradition des Gedenkens und Erinnerns jetzt schon seit über zwei Generationen aufrechterhalten wird. Verschiedene alarmierende Signale und Entwicklungen in Europa zeigen, wie wichtig das ist.“
Nationalratspräsident Mag. Wolfgang Sobotka:
„Die Gedenkstätte Mauthausen ist auf ewig ein Ort der Verantwortung. Ein Ort, der uns stets daran erinnern wird, zu welchen Verbrechen Menschen fähig sind und warum wir unter keinen Umständen zulassen dürfen, dass nationalsozialistische Denke auch nur im Ansatz geduldet oder unwidersprochen zur Kenntnis genommen wird.“
Über das Mauthausen Komitee Österreich: 
Die Überlebenden des KZ-Mauthausen übergaben im Jahr 2000 dem Mauthausen Komitee Österreich offiziell ihr Vermächtnis. Dieses Vermächtnis der KZ-Überlebenden bildet die Grundlage der Aktivitäten des MKÖ. Neben der Gedenkarbeit für die Opfer der Verbrechen des NS-Regimes, insbesondere jene, die im KZ-Mauthausen und in den Außenlagern gefangen gehalten wurden, sind Aktivitäten gegen Rechtsextremismus sowie die engagierte anti-faschistische und anti-rassistische Arbeit vor allem mit jungen Menschen weitere wichtige Schwerpunkte. In den vergangenen Jahren führte das MKÖ mit mehr als 100.000 Jugendlichen Zivilcourage-Trainings, Begleitungen durch die KZ-Gedenkstätte Mauthausen sowie an Orten ehemaliger Außenlager, die Vor- und Nachbereitung der KZ-Gedenkstättenbesuche, Anti-Rassismus-Workshops wie den Workshop „Wir sind alle“ sowie die neuen thematischen Rundgänge „denk mal wien“ sowie diverse anlass- und themenbezogene Jugendprojekte durch. (Ende)
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18 04 2018
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TKG: „Stopp mit dem Missbrauch der Gebetshäuser“

Türkische Kulturgemeinde fordert sofortigen Stopp des Missbrauchs der Moscheen für politische und nationale Ereignisse aller Art, egal von welcher Seite.

Wien (OTS) – Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich warnt seit 15 Jahren über die Politisierung und den Missbrauch der Religion Islam in Österreich.

Die Bilder aus dem Gebetsbereich der ATIB Moschee in der Dammstraße in Wien sind nicht akzeptabel. Kinder spielen auf diesen Fotos tote Soldaten, werden mit der türkischen Fahne zugedeckt und wieder andere Kinder gehen an den „Toten“ vorbei. Das ist nicht normal! Das ist eine Respektlosigkeit gegenüber dem Gebetshaus und gegenüber Österreich. Ein Gebetshaus ist ein Ort an dem man sich direkt und in Ruhe an Gott wenden kann. Besonders in dem Bereich Gebetshaus sollte Politik und Religion nicht vermischt werden.

Aus der Geschichte wissen wir, dass einst die Türken gemeinsam mit ihren Verbündeten Österreich und Deutschland einen Verteidigungskrieg gegen England und Frankreich führten. Aus dieser Missbrauchsschlacht bei Gallipol bzw. aus diesem Krieg entstand letztendlich vor 100 Jahren die moderne, revolutionäre und laizistische Türkei durch Atatürk. Sein Motto: „Friede im Inneren, Friede in der Welt“ unterzeichnete er überall.

Die Schlacht von Gallipol bedeutete für Atatürk und für seine Bürger der laizistischen türkischen Republik folgendes: Ein Krieg ist schlecht, ein Friede dagegen ist immer gut und erstrebenswert.Diese Werte, welche man durch eine Kontrarevolution vernichten wollte, haben alle säkularen, türkischen Bürger in der Türkei  gelernt und verinnerlicht.

ATIB mit seinen 65 Moscheen in Österreich sollte ab jetzt im Gebetsbereich und auch in anderen Bereichen weder politische noch traditionelle Veranstaltungen durch eine Verordnung erlauben, sich neutralisieren und sich aus allen politischen Missbrauchsmöglichkeiten heraushalten.

ATIB ist besonders gegen den Salafismus und gegen den politischen Islam eine wichtige Institution, welche man auf jeden Fall nicht aufgeben soll, sondern im positiven Sinne für Österreich und für seine Interessen und für die hier lebenden aus der Türkei stammenden Menschen für sich gewinnen muss.

Deswegen empfehlen wir hier die Spreu vom Weizen zu trennen und alle bösen Ereignisse und Personen von den Guten zu trennen. Das beginnt durch die Säkularisierung und Schätzung der säkularisierten Gesellschaftsordnung mit seinem demokratischen vielfältigen Kräften, welche man verinnerlichen muss.

Die derzeitige Verfassung in der laizistischen Türkei sieht eine strikte Trennung zwischen Religion und Staat sowie Religionsfreiheit vor. „Heilige religiöse Gefühle dürfen absolut keine Rolle in staatlichen Angelegenheiten und der Politik spielen, wie es das Prinzip des Säkularismus vorsieht“, heißt es in der Präambel. Wir wissen in der säkularen Türkischen Republik herrscht  eine Konterrevolution gegenüber säkularen Werten und Institutionen wo wir in Österreich einfach die Konsequenzen erleben müssen.

TKG fordert mehr Säkularismus und Null politisierten Glauben in Österreich durch Laizität! Egal welche Religion.  Laizität ist die Unabhängigkeit eines Staates von der Religion. Säkularität bedeutet für die TKG die individuelle Lebensführung ohne Religion. Stopp mit dem Missbrauch der Gebetshäuser egal welcher Religion.

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180418_OTS0153/tkg-stopp-mit-dem-missbrauch-der-gebetshaeuser

 

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05 04 2018
By: TKG 0

B2B Tourismus Workshop in Istanbul

In Kooperation mit der Österreich Werbung veranstaltet das AußenwirtschaftsCenter Istanbul den alljährlich wiederkehrende B2B Tourismus Workshop  am 03.05.2018 in Istanbul.

Wien. B2B Tourismus Workshop in Istanbul.  Nutzen Sie die Chance und präsentieren Sie sich vor den wichtigsten Playern der türkischen Tourismusszene!

 

2017 sind insgesamt 9,4 Mio. Türkinnen und Türken ins Ausland gereist.

Dies bedeutet ein Zuwachs von 17,1 % im Vergleich zum Vorjahr trotz des gestiegenen Lira-Wechselkurses.

Davon waren ca. 103.000 in Österreich.

Türkische Besucherinnen und Besucher wollen in Österreich besonders folgende Punkte erleben:

-Familienausflüge

-Kulturreisen, Sightseeing

-Wochenendreisen, Shopping

-Skifahren

-Geschäftstermine

Turkish Airlines fliegt neben Wien (5 Verbindungen täglich) seit Mai 2013 auch Salzburg (2 Verbindungen täglich) und Graz (seit Juni 2015) an. Neben Turkish Airlines bieten Pegasus Airlines, Sun Express und Onur Air günstige Flüge zwischen Istanbul, Ankara und Wien an.

Beliebte Destinationen in Österreich

Wien ist für die türkischen Gäste das Tor zu Mittel- bzw. Osteuropa (zum goldenen ‚Dreieck‘ Wien-Prag-Budapest, Schweiz-Deutschland-Liechtenstein).

Wien war im Gesamtjahr 2017 mit ca. 56 % der gesamten Nächtigungen die beliebteste österreichische Destination türkischer Gäste, und v.a. in der Sommersaison ein beliebtes Reiseziel.

Mit 13 % der Gesamtjahresnächtigungen liegt im Übernachtungsranking das Bundesland Tirol vor Salzburg (10 %).

Die beliebtesten Reisemonate im Winter sind Dezember und Jänner.

Nutzen Sie die exklusive Möglichkeit und präsentieren Sie sich vor den führenden Reiseveranstaltenden der Türkei.

Wann: 03.05.2018   Anmeldung bis: 08.04.2018

Anmeldung bei: Österreich Werbung Wien

Frau Denise Mielniczek

E denise.mielniczek@austria.info

T +43 1 588 66-0

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30 03 2018
By: TKG 0

Frohe Osterfeiertage-Hayırlı Paskalya! So feiert man Ostern in der Türkei

Wir wünschen unseren christlichen Freunden, Nachbarn und auch allen anderen, die dieses christliche Fest nicht begehen,
frohe Osterfeiertage und ein schönes Wochenende.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

 

Info:

Hayirli Paskalya! So feiert man Ostern in der Türkei

Auch in der Türkei wird an manchen Orten Ostern gefeiert, vor allem in Ostanatolien. Will man sich gegenseitig „Frohe Ostern!“ wünschen, so sagt man dort „Hayirli Paskalya!“. Aber wie wird Paskalya in der Türkei gefeiert? Hier ein paar Eindrücke.

Was wäre Ostern ohne einem leckeren Hefezopf? Das dachte man sich wohl auch in der Türkei. Deshalb wird dort an Ostern ein Osterkuchen aus Hefeteig gebacken. Das Besondere daran ist, dass in den Kuchen traditionell eine Münze eingebacken wird – wer diese dann beim Verspeisen findet, der kann sich über Gesundheit und Glück freuen. Aber natürlich gibt es in der Türkei noch viele weitere Gaumenfreunden zu Ostern. Deswegen kommt an den Feiertagen meist die ganze Familie zusammen, um gemeinsam leckeren Fisch und grüne Linsen zu essen. Das ist nämlich Brauch am Karfreitag.

Gibt es in der Türkei auch Ostereier?

Und auch auf die Ostereier muss man bei einem Osterfest in der Türkei nicht verzichten. Hierzu gibt es sogar einen speziellen Brauch. Zwei Personen müssen ihre Ostereier gegeneinander schlagen und derjenige, dessen Ei nicht zerbricht wird auch wieder mit Gesundheit und Glück beschenkt. Neugierig geworden? Wer nun vielleicht sogar über die Osterfeiertage einen Urlaub in der Türkei machen möchte, weiß nun zumindest, dass man auch dort sehr gut Ostern feiern kann. In manchen Orten in der Türkei gibt es außerdem auch christliche Kirchen, in denen man zur  Ostermesse gehen kann. Na dann, Hayirli Paskalya! (Myheimat.de)

 

Izmir – türkische Ostern für Anfänger

von Marie Christen

Die Türkei fällt einem vielleicht nicht als erstes ein, wenn man an das Osterfest denkt, doch auch hier wird das Fest mit seinen ganz eigenen Osterbräuchen zelebriert! Erlebt türkische Ostern mit uns!

FROHE OSTERN!

Hayirli Paskalya! (Frohe Ostern!) wird euch in der Türkei gewünscht! Nicht viele Türken feiern das Osterfest, auch ist es kein gesetzlicher Feiertag und doch überrascht die Türkei mit einigen Osterbräuchen.

Ostern ist auch hier ein Fest der Familie, alle kommen zusammen und veranstalten ein großes Festessen! Für die Feiertage wird ein Osterkuchen aus Hefeteig gebacken, also ganz ähnlich wie bei uns. Doch das Besondere und außergewöhnliche steckt hier im Detail: In den Hefezopf wird nämlich eine Münze mit eingebacken und wer diese dann findet oder verspeist, soll sich dem Glauben nach besonderer Gesundheit und Glück in diesem Jahr erfreuen dürfen. Aber natürlich gibt es noch andere Freuden für den Gaumen wenn man türkische Ostern feiert. An Karfreitag zum Beispiel wird sich in großer Runde getroffen und statt Osterbrot werden traditionell Fisch und grüne Linsen zum Mittag serviert.

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Auch die Ostereier werden in der Türkei nicht vergessen. Hier muss man sie allerdings nicht erst finden, denn in der Türkei gibt es diesbezüglich einen speziellen Brauch. Hierbei schlagen zwei Personen ihre Ostereier gegeneinander und derjenige, dessen Ei nicht zerbricht wird auch hier wieder mit Gesundheit und Glück gesegnet! Neugierig geworden? Dann besucht doch mal…

IZMIR

Die Perle an der türkischen Ägäis hat dir so einiges zu bieten! Die drittgrößte Stadt der Türkei, nach Istanbul und Ankara, wurde 3000 v. Chr. gegründet und ist somit eine der ältesten Städte der Welt. Viele verschiedene Kulturen haben während der wechselvollen Stadtgeschichte ihre Spuren hier hinterlassen.

Das Hafenviertel sowie der moderne Innenstadtbereich mit seinem Basarviertel, dem Museum und dem Kulturpark bieten eine Vielfalt an Besichtigungsmöglichkeiten. Besonders Kulturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Neben zahlreichen Museen findet man in Izmir auch ein Staatstheater und die Staatsoper mit einem berühmten Orchester. Musikfreunde reisen aus der ganzen Türkei an, um das Orchester spielen zu hören!

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Der Uhrturm auf dem Konak-Platz ist nicht nur Wahrzeichen der Stadt sondern auch ein Symbol für die Befreiung von der griechischen Besatzung. Unweit davon befindet sich das Archäologische Museum, das mit Funden aus der Antike aufwarten kann und absolut einen Besuch wert ist. Wer einen besonderen Ausblick über die Bucht von Izmir erleben möchte, sollte sich nicht scheuen, den Berg Kadifekale zu erklimmen. Auf diesem Berg lassen sich heute noch Ruinen einer eindrucksvollen Burg und ihrer Mauern, die während der Herrschaft von Alexander des Großen errichtet wurden, finden. Man kann also sagen, dass Izmir ein Ort mit großer Vergangenheit hat, die bis in die Moderne hineinreicht. Ein toller Ort um Kultur hautnah zu erleben oder für ein paar Tage zu entspannen. Also…packt die Ostereier ein, fahrt nach Izmir und Hayirli Paskalya! (blog.surprice-hotels.com)

 

CHRISTENTUM STAMMT AUS DER TÜRKEI VON BIROL KILIC

http://www.turkischegemeinde.at/christentum-stammt-aus-der-tuerkei/

 

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29 03 2018
By: TKG 0

„Frohe Ostern“: Türkischer Imam reinigt seit 13 Jahren armenische Kirche

„In meiner Freizeit gehe ich regelmäßig in die Kirche und schau, dass es dort gepflegt ausschaut. Meine Frau und meine Kinder helfen mir auch dabei”, so Metin Halıcı, Imam (Vorbeter) der Terzili Moschee in Sarıkaya in der mittelanatolischen Provinz Yozgat. Seit 13 Jahren reinigt der islamische Geistliche eine armenische Kirche – Ein Beispiel für gelebte Toleranz und Respekt!

Yozgat (Türkei, Yeni Vatan-Neue Heimat Zeitung)-Bestimmte Armenier aus aller Welt, die bis 1960 im Stadtteil Terzili gelebt haben, kommen an bestimmten Zeiten des Jahres in ihre alte Ortschaft. Sie wollen in der historischen Kirche ihre Gebete verrichten. Dank dem islamischen Seelsorger ist das für die Christen problemlos möglich. Egal zu welcher Zeit man die Kirche besucht, man findet eine saubere Ortschaft vor um seine Religion frei zu praktizieren.

Die “uralte” Kirche wird von Menschen aus aller Welt besucht

Die fast 2.000 Jahre alte Kirche, befindet sich im Hof des Imams und wird seit 13 Jahren von ihm gereinigt und gewartet. „Als ich vor 13 Jahren in diesem Stadtteil als Imam beauftragt wurde, hat mich die Kirche mitten in meinem Hof natürlich verwundert. Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt. Aus Respekt habe ich es für mich als eine Aufgabe gesehen, die benachbarte Glaubenseinrichtung zu säubern, “ sagte er. Die meisten Besucher sind aus Argentinien, der Türkei und den USA.

Zur Zeit der Osmanen soll es zu einer Tradition geworden sein

„Auf diesem Land hat die Toleranz und Barmherzigkeit des Osmanischen Reichs gelebt. Wir wollten, dass diese Werte hier weiterhin ihren Platz finden. Meistens wird sie von christlich-orthodoxen Personen besucht. Die früheren Imame haben diesen Auftrag auch übernommen und durchgeführt. Außerdem gehört die Gebetsstätte unserer “Nachbarreligion”. So habe ich es mit besonderer Vorsicht als eine Pflicht gesehen, diesen religiösen Ort sauber und jederzeit zum Beten bereit zu halten“, fügte er hinzu. Es ist auch zu vermerken, dass die türkischen Gastarbeiter in Wien größtenteils aus derselben Provinz stammten. So ist dieser Ort der Toleranz die zweite Heimat vieler hier lebender Türken in ganz Österreich. (yenivatan.com)

http://www.yenivatan.at/tuerkischer-imam-reinigt-seit-13-jahren-armenische-kirche/

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27 03 2018
By: TKG 0

Paris-TKG: “Es gibt kein Wort unser Mitgefühl gegen diese Unmenschlichkeit und Antisemitismus auszudrücken”

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) ist zutiefst betroffen über den abscheulichen Mord an der 85-jährigen Holocaust-Überlebenden Mireille Knoll in Ihrem Haus in Paris am Sabbat.

Wien (OTS) -Laut unseren Informationen hat sich Mireille Knoll bereits vor der Attacke über gewalttätige Drohungen gegenüber ihrem Leben bei der Pariser Polizei beschwert und Anzeige erstattet.

Der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich dazu: „Wir, als aus der Türkei stammende ÖsterreicherInnen sind zutiefst traurig und teilen die Schmerzen der Familie Mireille Knoll, der Jüdischen Gemeinde in Frankreich und in der Welt. Es gibt kein Wort, keinen Satz um unser Mitgefühl gegen diese Unmenschlichkeit und Antisemitismus ausdrücken. Die muslimischen Menschen haben Jahrhunderte lang in der Türkei und in der Osmanischen Zeit ab dem Mittelalter, friedlich vom Balkan, über die jetzige Türkei, bis zum Nahen Osten zusammengelebt. 1492 haben die Türken aus Spanien und Portugal die Juden aus der Inquisition (Verfolgungen, Folter, Verbrennungen etc.) in den Balkan und in die Türkei aus eigenem Interesse und mit Selbstverständlichkeit gerettet. 1992 wurde in Istanbul mit allen türkischen Juden ein 500-jähriges Zusammenleben gefeiert. Da sehen wir, dass der Glaube eigentlich kein Hindernis ist, sondern der politisierte Glaube, Fanatismus, die Nahost-Konflikte und die dauernde Hetze. Wir müssen mit allen demokratischen Kräften gegen diesen Fanatismus arbeiten und unbedingt die Spreu vom Weizen trennen. Wir rufen alle Muslime und Musliminnen auf, dagegen etwas zu tun. Wir werden in Österreich in Zukunft mit mehreren Vereinen darüber reden um eine Aktion und Informationskampagne in unseren Gemeinden beginnen zu können.“

 

TKG-AUFKLÄRUNG: „DIE GESCHICHTE DER TÜRKISCHEN JUDEN“

Die Geschichte der türkischen Juden

TKG-AUFKLÄRUNG: „WAS SAGT DER QUR’AN (KORAN) ZUM JUDENTUM?“

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19 03 2018
By: TKG 0

Türkische Kulturgemeinde bedankt sich für die Ausstellung Byzanz & der Westen-1000 vergessene Jahre

  • „Byzanz & der Westen-die Geschichte schreibt sich fort“
    (Kurt Farasin, Küntlerischer-Leiter Schallaburg)
  • „Kommunikation ist alles“
    (Faiko Daim&Dominik Heher, Kuratoren)
  • „Gesellschaft und Geschichte differenzierter betrachten und mit unserer Identität in Beziehung setzen“
    (Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner)

Wien(APA-OTS)-Diese drei Zitate sagen mehr als tausend Sätze, warum die Ausstellung „Byzanz & der Westen-1000 Jahre vergessene Jahre“ in Schallaburg-NÖ besuchenswert ist. Die Schallaburg in NÖ ruft ab 17. März 2018 eine völkerverbindende und faszinierende Geschichte ins Gedächtnis! Zwei Welten, die einander vertraut und doch in vielem so fremd waren. Es ist die Geschichte von Byzanz und dem Westen.

Die Ausstellung ist nicht nur für ÖstereicherInnen sehr wichtig, sondern auch für alle Menschen mit Wurzeln im Balkan und der Türkei, die unbewusst ihre kulturellen byzantinischen Traditionen, durch Musik, Essen, Glauben oder Kunst, fortführen.

Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich(TKG) Birol Kilic bedankt sich herzlich für die Ausstellung „BYZANZ & DER WESTEN – 1000 VERGESSENE JAHRE“ in Schallburg-NÖ bei Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner , bei der künstlerischen- Leitung der Schallaburg Kurt Farasin und bei den beiden ausgezeichneten Kuratoren Faiko Daim und Dominik Heher.  Kilic weiter:  „Viele unserer Mitglieder und Bekannten stammen aus Istanbul, dem früheren Konstantinopel und kennen die  unglaublich wechselvolle Geschichte die auch in dieser Ausstellung in Schallaburg gerade für die jetzige Zeit eigentlich die größte Lektion sein sollte. Obwohl uns die byzantinische Kultur sehr nahe ist und seit Generationen weitergegeben wird, wird sie nicht bewusst wahrgenommen.  Schallaburg NÖ weckt in uns als Österreicher mit türkischen Wurzel die brüderlichen Gefühle die wir dankbar sehen und schätzen. Niederösterreich hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten im Kulturbereich sehr viele nationale und internationale Anerkennungen erarbeitet. Nicht ohne Grund. Hochachtung“

 

 

Mehr Info:

„Byzanz & der Westen- 1000 vergessene Jahre“ in NÖ-Schallaburg

 

„Byzanz&der Westen-die Geschichte schreibt sich fort“
Kurt Farasin, Küntlerischer-Leiter Schallaburg

„Kommunikation ist alles“
Faiko Daim&Dominik Heher, Kuratoren

„Gesellschaft und Geschichte diffenzierter betrachten und mit unserer Identität in Beziehung setzen“
Landeshauptfrau Johhanna Mikl-Leitner

Die drei Zitate sagen mehr als tausend Sätze um die Ausstellung Byzanz&der Westen-1000 Jahre vergessene Jahre in Schallaburg-NÖ zu besuchen.

Die Schallaburg in NÖ ruft 2018 eine faszinierende Geschichte ins Gedächtnis! Zwei Welten, die einander vertraut und doch in vielem so fremd waren. Es ist die Geschichte von Byzanz und dem Westen.

Wir reisen zurück ins Mittelalter: Schauplatz ist das Mittelmeer – ein Ort, der seit jeher Kulturen verknüpfte und bereicherte. Auf den Trümmern des weströmischen Reiches entsteht eine Vielzahl neuer Staatsgebilde, während das oströmische Reich mit seiner Hauptstadt Konstantinopel zum Weltreich aufsteigt. Lange Zeit gilt es im Westen als prestigeträchtig, an der Kultur der Byzantiner teilzuhaben. Mit Exponaten aus namhaften Sammlungen wie dem Pariser Musée du Louvre, der Schatzkammer von San Marco in Venedig oder dem Israel Museum in Jerusalem ist „Byzanz & der Westen“ die wertvollste Ausstellung in der Geschichte der Schallaburg.

 

Wir reisen zurück ins Mittelalter

Schauplatz ist das Mittelmeer. „Byzanz & der Westen“ ist die erste Ausstellung zum wechselvollen Verhältnis zwischen dem Byzantinischen Reich und dem lateinischen Westen.

Zugleich ist sie die wertvollste Schau in der Geschichte der Schallaburg mit Exponaten aus namhaften Sammlungen wie dem Pariser Musée du Louvre, der Schatzkammer von San Marco in Venedig oder dem Israel Museum in Jerusalem.

Mit dieser Ausstellung ruft die Schallaburg eine Geschichte in Erinnerung, die im gemeinsamen Gedächtnis Mittel- und Westeuropas eine weitgehend unbedeutende Rolle spielt. Sie handelt von Neugier und Vorurteilen, von Gier und Faszination, von zwei Welten, die einander vertraut und doch in vielem so fremd waren. Es geht uns um die Verbindungen und die Kommunikation zwischen Ost und West sowie um den Raum dazwischen, das Mittelmeer, in dem der Austausch stattgefunden hat. Byzanz hat als Brücke von der Antike zur Moderne fungiert. Wir verdanken Byzanz jede Menge Wissen, ohne das die Renaissancezeit kaum möglich gewesen wäre, so wie wir sie erlebt haben“, erörtert der Kurator Falko Daim.

Eine chronologische Reise

Der Ausstellungsrundgang beginnt im Innenhof am Schauplatz Mittelmeer, dem wesentlichen Kommunikationsraum, wo der aus Italien stammende Künstler Angelo Monne bedeutende Küstenorte des Mittelmeers mit historischen und gegenwärtigen Bezügen großformatig illustriert hat.

In der Ausstellung werden unterschiedliche Aspekte der wechselhaften Beziehung zwischen griechischem Osten und lateinischem Westen einzeln und in chronologischer Abfolge erzählt. „Herzstück der Ausstellung sind die verschiedenen Wege der Kommunikation. Wie kommunizierten diese beiden Welten miteinander: Sei es über Diplomaten, politische Ehen, aber auch über reisende Personen wie Pilger, Künstler, Leute die ausgewandert sind und ein Bild ihrer Kultur vermittelt haben.  Aber natürlich auch über Gegenstände und Texte“, so Kurator Dominik Heher.

Drei Übergangsräume, als Rauminstallation in der Ausstellung angelegt, widmen sich dem aktuellen Beziehungsstatus der beiden Protagonisten. „Hier kommen Byzanz und der Westen zu Wort, sie sprechen miteinander, übereinander und gegeneinander. Wie stehen diese beiden Welten zueinander? Vertragen sie sich? Uns ist es wichtig, dass der ganze Raum das Gefühl und diese Gedanken, diese Beziehungsgeschichte erzählt“, erklärt Renate Woditschka vom Team zunder zwo, welche die Vermittlungsebene in der Ausstellung gestaltet haben. Hörstationen, interaktive Spiele, Aktionskarten und das Mitmach-Heft laden zum selbst aktiv werden und ausprobieren ein.

Die Ausstellung mündet in ein offenes Ende. Im Magazin mit dem Titel „Mittelmeer wohin“ analysieren Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur vergangene und gegenwärtige Entwicklungen im Mittelmeerraum. „Die Schallaburg ist ein Ausstellungszentrum wo spannende Geschichten mit starkem Bezug zur Gegenwart erzählt werden. So auch wieder heuer mitByzanz & der Westen“. Erzählt wird eine Sehnsuchts – bzw. Beziehungsgeschichte, wo man zuerst begehrt, dann liebt und zum Schluss auch zerstört. Byzanz ist aktueller denn je, für das Verständnis von Europa und vor allem auch der Diskussionen, die wir heute führen“, betont Kurt Farasin, Künstlerische Leiter der Schallaburg.

Forschung trifft Ausstellung
Für die Ausstellung arbeitete die Schallaburg mit den führenden Institutionen für die Erforschung byzantinischer Kultur, wie dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, zusammen. Diese Institute präsentieren nicht nur ihre aktuellsten Forschungsergebnisse in der Ausstellung – dieses Wissenschaftsnetzwerk beantwortet ab Ausstellungsbeginn auch persönliche Fragen zum Thema Byzanz – entweder direkt in der Ausstellung oder auch bei Vorträgen und Diskussionsrunden.Durch die Eröffnungsfeier führte Moderatorin Barbara Stöckl. Auf der Bühne mimte eine Geräuschkulisse Möwengeschrei und Meeresbrandung nach. Ein akustisches Stimmungsbild vom Mittelmeer – jenem Ort – der seit jeher Kulturen verknüpfte und bereicherte. Für die  musikalische Reise in den Mittelmeerraum zeichnete das Ensemble Fiori Musicali Austria verantwortlich: musikalische Elemente aus verschiedenen Genres trafen auf Musikstile aus unterschiedlichen Epochen und aus aller Welt. Das Beziehungswechselspiel zwischen dem WESTEN und BYZANZ verkörperten die beiden Schauspielerinnen Vanessa Payer Kumar und Eva Maria Neubauer; sie zitierten Botschaften der beiden Protagonisten, unterstrichen die jeweilige Identität und verdeutlichten die Gegensätze.Die Eröffnung der Ausstellung beim feierlichen Festakt nahm Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner vor: „Ein wesentliches Markenzeichen im Kulturland Niederösterreich ist die Schallaburg, die zu den erfolgreichsten Ausstellungszentren Österreichs zählt. In bunter und lebendiger Form widmet man sich in den jährlich wechselnden Ausstellungen historischen, zeitgeschichtlichen und ethnologischen Themen. Mit der Kulturvermittlung geht die Schallaburg neue Wege und lädt das Publikum zu einem Austausch, zu einem Dialog ein. Das führt dazu, dass wir Gesellschaft und Geschichte differenzierter betrachten und mit unserer Identität in Beziehung setzen können. Die heurige Ausstellung zeigt wie Kulturen sich wechselseitig stark beeinflussen aber auch wie eine fehlende Kommunikation zu Missverständnissen und in weiterer Folge zu Entfremdung und Konkurrenz führen kann. Ein Blick in die Geschichte kann uns helfen, größere Zusammenhänge zu verstehen und zeigt, wie sehr unsere Gegenwart von der Historie auch geprägt ist. Die Schallaburg lädt ein, unsere Welt kennenzulernen, und das – in spannender und familiengerechter Aufbereitung.“

Kaiser Herakleios als Kreuzfahrer ©Museé du Louvre, Paris

Von 17. März bis 11. November 2018 ruft die Schallaburg eine faszinierende Geschichte ins Gedächtnis. Sie handelt von Neugier und Vorurteilen, von Gier und Faszination, von zwei Welten, die einander vertraut und doch in vielem so fremd waren. Es ist die Geschichte von Byzanz und dem Westen.

Wir reisen zurück ins Mittelalter

Schauplatz ist das Mittelmeer – ein Ort, der seit jeher Kulturen verknüpfte und bereicherte. Das Römische Reich wird im 4. Jahrhundert geteilt: Auf den Trümmern des weströmischen Reichesentsteht eine Vielzahl neuer Staatsgebilde, während das oströmische Reich mit seiner Hauptstadt Konstantinopel zum Weltreich aufsteigt – es wird zum politischen und kulturellem Zentrum.

Byzanz glänzt

Seide, Gold und Elfenbein sind im Westen heiß begehrt! Lange Zeit gilt es als prestigeträchtig, an der Kultur der Byzantiner teilzuhaben – man tauscht sich aus, wird inspiriert und imitiert. Atemberaubende Kunstwerke und bedeutende archäologische Funde aus namhaften Sammlungen wie dem Musée du Louvre, der Schatzkammer von San Marco in Venedig oder dem Israel Museum in Jerusalem machen „Byzanz & der Westen“ zu einer einzigartigen Schau.

Das Ende einer Erfolgsstory

Politische und religiöse Differenzen, Sprachbarrieren und entgegengesetzte Interessen belasten zunehmend die Beziehung zwischen Byzanz und dem Westen. Die Kluft wird immer tiefer. Beide Seiten schüren vorhandene Vorurteile und heben die trennenden Elemente ihrer Kulturen hervor. Ein fatales Spiel, das schließlich mit dem Untergang der einstigen Supermacht Byzanz endet.

Kaiser Herakleios als Kreuzfahrer ©Museé du Louvre, Paris

Für die ganze Familie

Interaktive Spiele, Hörstationen, das Mitmach-Heft und die Familienführung laden Klein und Groß zu einer Entdeckungsreise durch die Ausstellung ein und machen 1000 vergessene Jahre für die ganze Familie erlebbar.

Forschung trifft Ausstellung Vorhang auf für die Wissenschaft

Die Ausstellung „Byzanz & der Westen. 1000 vergessene Jahre“ wurde vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz (RGZM) in Zusammenarbeit mit der Abteilung Byzanzforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie dem Institut für Byzantinistik und Neogräzistik der Universität Wien für die Schallaburg konzipiert. Das RGZM Mainz tritt nicht nur als kuratierende Instanz auf, sondern ist auch maßgeblich an einem Forschungsnetzwerk beteiligt, das unter anderem die Universität Mainz, aber auch andere Einrichtungen unter dem Namen „Leibniz- WissenschaftsCampus Mainz“ zusammenfasst.

Die aktuellen Forschungsergebnisse aller genannten Institute sind direkt in „Byzanz & der Westen“ eingeflossen und machen die faszinierende Geschichte eines imposanten Weltreiches lebendig. Erstmals beantwortet das Wissenschaftsnetzwerk auch ganz persönliche Fragen – entweder direkt in der Ausstellung oder auch bei Vorträgen und Diskussionsrunden.

Eine chronologische Zeitreise

Die Erzählung in der Ausstellung setzt am Ende des 4. Jahrhunderts bei der Teilung des Römischen Reiches (395) in West und Ost ein und erstreckt sich über 1000 Jahre, in denen sich das Verhältnis zwischen dem Westen und Byzanz massiv verändert. Die Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer (1204) leitet den Untergang der einstigen Supermacht ein – 1453 wird Konstantinopel schließlich durch die Osmanen erobert; die Geschichte von Byzanz und dem Westen kommt zum Abschluss – in der Ausstellung mündet sie in ein offenes Ende: Beispielhaft wird gezeigt, wie Byzanz Europa bis heute prägt – besonders rund um das Mittelmeer.

Mit dieser einzigartigen Mischung von Geschichten, Objekten und historischen Persönlichkeiten macht die Schallaburg 1000 vergessene Jahre erlebbar und schlägt eine Brücke ins Heute.

Tragaltar ©Hohe Domkirche Trier

Überblick Rundgang

Der Ausstellungsrundgang beginnt im Innenhof am Schauplatz Mittelmeer, dem wesentlichen Kommunikationsraum, zwischen den beiden Protagonisten Byzanz und dem Westen. Der aus Italien stammende Künstler Angelo Monne hat hier bedeutende Küstenorte des Mittelmeers mit historischen und gegenwärtigen Bezügen großformatig illustriert.

 

Exponate aus der Ausstellung sind in die Darstellung eingebettet. Die Zeitebenen Antike, Mittelalter und Gegenwart verschwimmen – Epochen treffen aufeinander und prägen bis heute:

Venedig (Italien), Zadar (Kroatien), Monemvasia (Griechenland), Konstantinopel (Türkei), Iraklio (Griechenland), Akkon (Israel), Alexandria (Ägypten), Palermo (Italien), Marseille (Frankreich), Karthago (Tunesien), Portus (Italien)

In der Ausstellung werden unterschiedliche Aspekte der wechselhaften Beziehung zwischen dem griechischen Osten und lateinischem Westen einzeln und in chronologischer Abfolge erzählt.

Drei Übergangsräume sind als Rauminstallation angelegt. Sie widmen sich dem aktuellen Beziehungsstatus, in denen jeweils ein zentraler Aspekt der Geschichte thematisiert wird. Die Protagonisten, Byzanz und der Westen, kommen zu Wort. Sie sprechen miteinander, übereinander und gegeneinander.

Raum 1 – ANKOMMEN

In der Ausstellung

Schlüsselbegriffe sind in unterschiedlichen Mittelmeersprachen zu hören – dieser Raum dient der Einstimmung auf die Geschichte.

Raum 2 – ÜBERBLICK

Welcher Zeitraum wird abgedeckt? Wo befinden wir uns?

Raum 3 – VERSTÄNDNIS

Das Römische Reich umfasst viele Völker rund ums Mittelmeer – Latein ist die gemeinsame Amtssprache. Als das Weströmische Reich zerbricht, wird im Westen weiter Latein gesprochen. Im östlichen, von Byzanz beherrschten Mittelmeerraum setzt sich hingegen Griechisch durch. Die Kenntnis der jeweils anderen Sprache geht langsam verloren, die Verständigung wird schwieriger. Das Wissen der anderen Seite wird unzugänglich – es kommt zu immer mehr Missverständnissen.

Raum 4 – BEGIERDEN

Lange Zeit gilt es im Westen als prestigeträchtig, an der Kultur der Byzantiner teilzuhaben. Byzanz glänzt! Seide, Gold, Elfenbein und Reliquien sind im Westen heiß begehrt. Politische Vermählungen und eine diplomatische Geschenkdiplomatie von Byzanz in Richtung Westen stehen im Zentrum.

Raum 5 – BEWEGUNG

Reisende zwischen beiden Welten: Menschen reisen weiterhin von Ost nach West, vor allem aber von West nach Ost: Viele kommen, um Geld zu verdienen, indem sie für Byzanz kämpfen. Noch mehr machen sich auf den Weg, um die heiligen Stätten zu besuchen. Manche bleiben in der Ferne und beginnen dort ein neues Leben. Andere kehren zurück – in ihrem Gepäck haben sie kostbare Gegenstände, neue Ideen und fantastische Geschichten.

Raum 6 – Übergangsraum / Gemischte Gefühle

Zwei Welten, einander vertraut und doch in vielem so fremd. Gegenseitige Wahrnehmung, Faszination, Neugier und Vor-Urteile: welche Auswirkung haben diese Gefühlswelten auf die Kommunikation der beiden Welten?

Raum 7 – GLANZ

Nach dem Zerfall des Römischen Reiches werden die Karten im Westen neu gemischt: Germanische Königreiche breiten sich aus. Alle stehen in Kontakt mit Byzanz – ebenso die fränkischen Merowinger. Handelsbeziehungen machen sich auf – der byzantinische Lebensstil wird innerhalb der Eliten nachgeahmt.

Raum 8 – KONKURRENZ

Die Legitimation von Macht: Es gibt im Westen wieder einen Kaiser, welcher sich auf das römische Erbe beruft – Frankenkönig Karl der Große. Zu Weihnachten 800 krönt der Papst Karl zum Kaiser. Er ist nun der mächtigste Mann Europas – Byzanz ist schockiert, aber machtlos.

Raum 9 – FASZINATION

10. Jahrhundert: Die Deutschen erklären ihr Herrschaftsgebiet zum Heiligen Römischen Reich – aus byzantinischer Sicht eine Unverschämtheit. Trotz aller Konkurrenz gilt aber immer noch das reiche und gelehrte Byzanz als kulturelles Zentrum – der Westen übernimmt wird inspiriert und imitiert: Unter dem Einfluss östlicher Vorbilder gelangen Kunst und Architektur zu bemerkenswerter Blüte.

Raum 10 – Geschichte Backstage
Der Vermittlungsansatz
Eine Gelegenheit um miteinander ins Gespräch zu kommen oder auch Hintergrundinformationen zur Ausstellung zu bekommen: Auf Knopfdruck steht das Ausstellungsteam (Kuratoren, Teams der Vermittlung, Produktion oder auch der Künstl. Leiter) an drei Familientischen und drei Erwachsenentischen Antwort u.a. auf: „Was hat die Geschichte von Byzanz & dem Westen mit mir zu tun?“, „Woher wissen wir das alles?“ oder „Was war deine Aufgabe bei dieser Ausstellung?“

Frag nach

Auf einer eigens eingerichteten Online-Plattform kann das Ausstellungspublikum Fragen an das Wissenschaftsteam stellen und bekommt diese (binnen drei Tagen) persönlich beantwortet. Entweder direkt aus der Ausstellung oder via: www.schallaburg.at

Raum 11 – Übergangsraum / Es spitzt sich zu

Im Fokus steht das Auseinanderbrechen. Die beiden Welten – Ost und West treffen aufeinander und geraten aneinander. Immer öfter suchen die beiden Kontrahenten die Konfrontation.

Raum 12 – STANDPUNKTE

Der wahre Glaube: Nichts trennt Byzanz und den Westen mehr als die gemeinsame Religion – den christlichen Glauben. Religiöse Spannungen vermischen sich immer mehr mit den politischen Konflikten. Im Jahr 1054 dann der Skandal: Der Papst und der Patriarch von Konstantinopel schließen einander gegenseitig aus der Kirche aus. In den folgenden Jahrhunderten wird die Kluft immer tiefer.

Raum 13 – MISSTRAUEN

Der Krieg im Zeichen des Kreuzes verändert die Beziehung zwischen Ost und West (beide gehören dem Christentum an). Im Jahr 1095 ruft Papst Urban II. zum Kreuzzug ins Heilige Land auf. Zum einen um dort Pilgerwege zu sichern und zum anderen als Unterstützung der Byzantiner im Kampf – die Kreuzfahrer erobern Jerusalem von den Muslimen und gründen eigene Reiche. In den folgenden 100 Jahren schließen sich zehntausende Ritter aus dem Westen weiteren Kreuzzügen an. So wird auch der Kontakt mit Byzanz eng wie nie zuvor.

Raum 14 – ANEIGNUNG

Als erste westliche Macht scheuen die Normannen die kriegerische Auseinandersetzung mit Byzanz nicht – gleichzeitig werden kulturelle Elemente in Herrschaft und Verwaltung übernommen.

Raum 15 – BRÜCHE

Der vierte Kreuzzug: Die Eroberung und Plünderung Konstantinopels im Jahr 1204 durch eine französische und venezianische Flotte lässt das Machtverhältnis zugunsten des Westens kippen. Drei Tage lang plündern die Angreifer die reichste Stadt der christlichen Welt und lassen wenig übrig. Sie teilen die Schätze und das Reich untereinander auf und verbreiten den katholischen Glauben auf byzantinischem Boden. Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Das verstehen selbst viele Kreuzfahrer nicht. Denn eigentlich waren sie ja zur Befreiung des Heiligen Landes von den Muslimen aufgebrochen.

Raum 16 – Übergangsraum / Was jetzt?

Die Suche nach Orientierung. Was tun? Wohin? Wer waren und wer sind wir? Was ist von uns geblieben? Byzanz muss sich neu erfinden.

Raum 17 – DOMINANZ

Nach der Plünderung Konstantinopels werden weitere byzantinische Gebiete durch die Kreuzfahrer aufgeteilt. Die Venezianer bekommen wichtige Hafenstädte und die französischen Kreuzritter die restlichen Gebiete – ihrem neuen griechischen Umfeld verleihen sie ein westliches Antlitz. Eine neue

Gesellschaftsordnung und katholische Strukturen setzen sich auf die einst byzantinischen Gebiete durch; es geht um ein Stück innereuropäischer Kolonialgeschichte.

Raum 18 – UMBRUCH

Die Byzantiner erobern im Jahr 1261 Konstantinopel zurück jedoch Byzanz ist nur mehr eine regionale Macht. Einerseits existieren die lateinischen Kolonien weiter, andererseits erlebt Byzanz einen kulturellen und intellektuellen Aufschwung von Wissenschaft, Kunst und Architektur. Als die Osmanen eine immer größere Gefahr darstellen, bleibt den Byzantinern keine Wahl und sie wenden sich um Hilfe an den Westen. Die Bedingung an den Osten lautet: Der byzantinische Kaiser muss die Oberhoheit des Papstes über die orthodoxe Kirche anerkennen.

Raum 19 – ERBE

Im Zentrum steht die westliche Wahrnehmung. 1453 fällt Konstantinopel an die Osmanen. Das Byzantinische Reich ist damit Geschichte, sein Erbe wirkt aber weiter: In der orthodoxen Welt ist es allgegenwärtig.

Raum 20 – Nachspann

Die Ausstellung endet offen und führt ans Mittelmeer: an den Schauplatz der historischen Erzählung und an unser Mittelmeer von heute, wo die Geschichte weitergeht.

Magazin „Mittelmeer, wohin?“

Die inhaltliche Ausrichtung der Ausstellung wird aufgenommen und mit aktuellen Fragestellungen verknüpft: An welchen Fragen wird sich die Zukunft des Mittelmeerraums entscheiden – und damit vielleicht auch die Zukunft Europas? Was können wir von den Regionen rund ums Mittelmeer lernen, und was können wir umgekehrt für den Mittelmeerraum tun?

Vor dem Hintergrund der historischen Erzählung gibt das Magazin Impulse zur Auseinandersetzung mit der Gegenwart und der Zukunft des Mittelmeerraums. Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur analysieren vergangene und gegenwärtige Entwicklungen, sprechen über Einschätzungen, Hoffnungen und Initiativen. Verschränkt werden diese Beiträge mit Einblicken in den Entstehungsprozess der Ausstellung „Byzanz & der Westen“ und mit der Vorstellung von Forschungsprojekten aus dem Forschungscluster zur Ausstellung.

Mit Beiträge von:

David Abulafia: Angelpunkt Mittelmeer
Daniel Kötter: KATALOG. Eine Reise rund ums Mittelmeer
Sebastian Schoepp: Mehr Süden wagen
Claus Leggewie: Zukunft im Süden?
Gudrun Biffl: Migrationen und Mittelmeer
Im Gespräch mit Kardinal Christoph Schönborn und Metropolit
Arsenios von Austria: Ein Haus mit vielen Wohnungen
Erhard Busek: Das Mittelmeer – Seele Europas?
Heidemarie Dobner: Geschichten des Gelingens
Zentrum für Politische Schönheit: Die Jean-Monnet-Brücke – ein Jahrhundertwerk der Humanität

Gedanken von David Abulafia, britischer Historiker, 21. Jahrhundert:

„Es ist verlockend, eine mediterrane Identität zu definieren. Doch statt nach Einheit sollten wir nach Vielfalt suchen, nach ethnischer, sprachlicher, religiöser und politischer Vielfalt. Die Mittelmeerregion war immer äußeren Einflüssen ausgesetzt und befand sich ständig im Fluss, zu allen Zeiten. Die Ränder des Mittelmeers waren stets Treffpunkt von Menschen unterschiedlichster Herkunft“.

Vermittlung

Weitere Informationen

Die Grundbasis der Vermittlung stellt eine gesprächsbereite und offene Form des Dialogs dar. Speziell beim mündlichen Erzählen wird bewusst, wie sehr diese Geschichte von Emotionen geprägt ist: Die Beziehung von Byzanz und dem Westen zeugt von intensiven Kontakten, von Faszination, von einem Mit- und Nebeneinander auf Augenhöhe. Im steten Wettstreit empfindet sich jede Seite selbst als überlegen, misstraut und übervorteilt. Ziel der Dialogführung ist es, dieses ambivalente Verhältnis von Byzanz und dem Westen möglichst intensiv erlebbar zu machen. Kern dieser Vermittlung ist die Frage der Identität. Welche Ebenen und Umstände formen diese und wie forme ich meine eigene Identität?

Mitmachheft

Das Mitmachheft richtet sich an alle Altersgruppen, bei der Entwicklung wurde jedoch besonders auf junge Zielgruppen Rücksicht genommen. Es begleitet die Besucherinnen und Besucher Raum für Raum durch die Ausstellung und Bild für Bild durch die spannende, mitunter auch emotionale Geschichte von „Byzanz & dem Westen“. Fragen und Aufgaben „zum Mitmachen“ führen hin zu den Exponaten und binden die Mitmachstationen in die Erzählung ein.

Mitmachstationen

An mehreren Stellen im Rundgang können Kinder die Raumthemen wie durch spielerisches Experimentieren mit lateinischen und griechischen Buchstaben oder auch durch das Malen einer Ikone vertiefen.

Aktionskarten

Diese Aktionskarten richten sich an Kinder und Erwachsene und bringen Anliegen und Gedanken aus der Ausstellung in Form von Handlungsanweisungen zu den Besucherinnen und Besuchern. Sie fordern auf aktiv zu werden, regen zum Nachdenken an und verweisen in die Ausstellung, schicken in den Arkadenhof und in den Schlossgarten.

Illustrationen

Die Illustrationen in der Ausstellung und im Mitmachheft stammen vom italienischen Illustrator Angelo Monne. Er lebt und arbeitet in Dorgali, Sardinien, und hat unter anderem Projekte und Illustrationen für die Tageszeitung „L’Unità“, die Stadt Rom, den Palazzo delle Esposizioni in Rom, die Universität Roma III oder die „Oberaufsicht für das archäologische Erbe der Stadt Rom“ realisiert. Zuletzt arbeitete er intensiv mit der Wochenzeitung „Internazionale“ zusammen. Seine Illustrationen erzählen eine vielschichtige Beziehungsgeschichte auf den Ebenen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Allen Illustrationen dienen Exponate oder historische Darstellungen als Vorlagen.

Inhaltliches Team

Biografien

Falko Daim, geboren am 28. Februar 1953 in Wien. Abgeschlossene Studien der Ur- und Frühgeschichte sowie mittelalterlicher und neuerer Geschichte an der Universität Wien. Seit 2003 Generaldirektor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz (RGZM). Falko Daim ist Initiator des WissenschaftsCampus Mainz. Kuratierung der Niederösterreichischen Landesausstellung „Sein und Sinn – Burg und Mensch“ auf der Burg Ottenstein und dem Schloss Waldreichs (2001). Kuratierung der Ausstellung „Byzanz – Pracht und Alltag“ in der Bundeskunsthalle Bonn (2010). Kuratierung (mit Dominik Heher) der Ausstellung „Das goldene Byzanz und der Orient“ auf der Schallaburg (2012). Kuratierung (mit Dominik Heher) der Ausstellung „Byzanz & der Westen. 1000 vergessene Jahre (2018). Seit 2013 ist Falko Daim stellvertretender Sprecher des DFG Schwerpunktprogramms 1630 „Antike und mittelalterliche Häfen in Europa“. Ebenso ist er korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Ehrenmitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften.

Dominik Heher, geboren am 22. Oktober 1984 in Melk und unweit der Schallaburg aufgewachsen. Abgeschlossene Studien der Byzantinistik und Neogräzistik und den Unterrichtsfächern Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung sowie Italienisch an der Universität Wien. Promotion in Byzantinistik 2015. Seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz. Kuratierung (mit Falko Daim) der Ausstellung „Das Goldene Byzanz & der Orient“ auf der Schallaburg (2012). Kuratierung (mit Helene Miklas) der Sonderausstellung „Freyheit durch Bildung“ auf der Schallaburg (2017). Kuratierung (mit Falko Daim) der Ausstellung „Byzanz & der Westen. 1000 vergessene Jahre“ (2018). Daneben diverse Werkverträge und Lehraufträge an der Universität Wien. Seit 2013 Mitarbeit am DFG-finanzierten RGZM-Forschungsprojekt „Häfen an der Balkanküste des Byzantinischen Reiches“, Teilbereich Dalmatien, Montenegro und Albanien. Sonstige Forschungsschwerpunkte betreffen das byzantinische Zeremoniell und politische Rituale.

Künstlerischer Leiter

Kurt Farasin war von 1993 bis 2002 beim ORF (ORF-Zentrum Wien) u. a. zuletzt als Leiter der Familienredaktion tätig.
Von 2002 bis 2010 war er Projektleiter und Geschäftsführer von Schloss Hof und maßgeblich für das Konzept, die strategische Ausrichtung und Wiederherstellung der Schlossanlage verantwortlich. Von 2010 bis 2016 hatte Kurt Farasin die operative Geschäftsführung der Schallaburg Kulturbetriebsges.m.b.H. über und damit auch der Niederösterreichischen Landesausstellungen. Nach dem Abschluss der strategischen Neuausrichtung der Schallaburg übernimmt Kurt Farasin 2016 die Künstlerische Leitung, in der er sich voll und ganz auf die weitere inhaltliche Entwicklung und Positionierung der beiden eigenständigen Marken konzentriert: die Schallaburg als Ausstellungszentrum sowie die Niederösterreichischen Landesausstellungen als kulturelles Regionalentwicklungsprojekt.

 

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07 03 2018
By: TKG 0

Kanzlerminister „aus Budapest“ schürt „in Wien“ de facto Entwürdigung

Information ist Abwehr! TKG Informiert

Vorsicht: § 283 StGB Verhetzung: „Entmenschlichung“, „Entwürdigung“ und „Inhumanisierung“

Der Blick von außen schadet nicht Probleme zu benennen, jedoch sollte  gesellschaftspolitische Kritik  unabhängig davon aus welcher Ecke konstruktiv, zielführend und von Respekt getragen sein.

Orbans Kanzlerminister  Lazar aus Budapest dreht in Wien einen Film in der Qualität  „Der Ewige Jude“ für die „Moslem“ bzw. „Ausländer“.  Dieser in Wien gedrehte Film quasi „Der Ewige Moslem“ bzw. „Der Ewige Ausländer“ ist nach unserer Auffassung eine „Entmenschlichung“, „Entwürdigung“ und „Inhumanisierung“ der in diesem hetzerischen Film aufgezeigte Ausländer bzw. Menschen. Hier werden Menschen wegen Ihre Religionsangehörigkeit und Ihre Nationatinalität bzw. Rasse nicht nur Minderwertig „deklassifiziert“ sondern auch als „Parasiten“ wie in dem Film „Der Ewige Jude“ dargestellt. Nicht gut!

Wien Favoriten war immer ein Stadtteil wo Arbeiter und Arme gewohnt haben. Siehe die Geschichte der Tschechen in Favoriten.

Hetze und Hass erzeugt Hass. Im Hass liegt keine Zukunft.

Der Ex ungarische Präsident Pal Schmitt von ihrer Partei hat im Jahre 2011 in einem Interview  bei der spanischen Zeitung ABC folgendes gesagt sehr geehrter Herr Kanzlerminister Lazar: „Die 150 Jahre Türkenherrschaft erkenne ich als eine positiven Abschluss an. Die türkische Herrschaft von 1541-1686 erfinde ich als eine sehr gute Chance für das ungarische Volk. Wäre unser Land nicht von den Türken, sondern von einem anderen Volk beherrscht worden sein, dann hätten sie gewollt, dass wir unsere Sprache und Religion ändern und wir wären assimiliert.

Es gibt viele probleme aber die Lösung ist nicht Orbans Kanzlerminister Lazars bedenkliche, hetzende  und Stadt Wien beleidigende Video.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich protestiert.

 

 

Bitte vergleichen Sie die beiden Videos:

Der Bericht bezüglich Orbans Kanzlerminister

http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Wegen-Fluechtlingen-Orban-Minister-beleidigt-Wien/324975666

Nazi film: Der Ewige Juden

https://youtu.be/Q5nzoh9aHbQ

Info über dem Film “ Der Ewige Jude“

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_ewige_Jude

§ 283 StGB Verhetzung

https://www.jusline.at/gesetz/stgb/paragraf/283
https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Dokumentnummer=NOR12039063

(1) Wer öffentlich auf eine Weise, dass es vielen Menschen zugänglich wird,

1. zu Gewalt gegen eine Kirche oder Religionsgesellschaft oder eine andere nach den vorhandenen oder fehlenden Kriterien der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion oder Weltanschauung, der Staatsangehörigkeit, der Abstammung oder nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer körperlichen oder geistigen Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung definierte Gruppe von Personen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe ausdrücklich wegen der Zugehörigkeit zu dieser Gruppe auffordert oder zu Hass gegen sie aufstachelt,
2. in der Absicht, die Menschenwürde anderer zu verletzen, eine der in Z 1 bezeichneten Gruppen in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, diese Gruppe in der öffentlichen Meinung verächtlich zu machen oder herabzusetzen, oder
3. Verbrechen im Sinne der §§ 321 bis 321f sowie § 321k, die von einem inländischen oder einem internationalen Gericht rechtskräftig festgestellt wurden, billigt, leugnet, gröblich verharmlost oder rechtfertigt, wobei die Handlung gegen eine der in Z 1 bezeichneten Gruppen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe ausdrücklich wegen der Zugehörigkeit zu dieser Gruppe gerichtet ist und in einer Weise begangen wird, die geeignet ist, zu Gewalt oder Hass gegen solch eine Gruppe oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe aufzustacheln,

 

ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen.

(2) Wer die Tat nach Abs. 1 in einem Druckwerk, im Rundfunk oder sonst auf eine Weise begeht, wodurch die in Abs. 1 bezeichneten Handlungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.

(3) Wer durch eine Tat nach Abs. 1 oder 2 bewirkt, dass andere Personen gegen eine in Abs. 1 Z 1 bezeichnete Gruppe oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe wegen dessen Zugehörigkeit zu dieser Gruppe Gewalt ausüben, ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.

(4) Wer, wenn er nicht als an einer Handlung nach den Abs. 1 bis 3 Beteiligter (§ 12) mit strengerer Strafe bedroht ist, schriftliches Material, Bilder oder andere Darstellungen von Ideen oder Theorien, die Hass oder Gewalt gegen eine in Abs. 1 Z 1 bezeichnete Gruppe oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe wegen dessen Zugehörigkeit zu dieser Gruppe befürworten, fördern oder dazu aufstacheln, in einem Druckwerk, im Rundfunk oder sonst auf eine Weise, wodurch diese einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden, in gutheißender oder rechtfertigender Weise verbreitet oder anderweitig öffentlich verfügbar macht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen zu bestrafen.

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20 02 2018
By: TKG 0

TKG -Aufklärungsversuch: Im Koran sucht man das „Kopf-tuch“ als Gebot vergeblich!

In den zahlreichen Rückmeldungen wurden uns vor allem Fragen zur Bedeutung von Kopftuch, Burka, Burkini, Hijap, Chador im Koran und in der islamischen Religion gestellt. z. B: Warum die blinde Kadavergehorsamkeit gegenüber unantastbaren Werken viel Gewalt und Verachtung verursacht?

Wir kommen den Bitten um Beantwortung nun gerne nach,  möchten aber vorab Folgendes betonen:  Wir sind weder ein politischer, noch ein religiöser Vertreter. Es geht  hier um sachliche, fundiert argumentiere Kritik mit profunden nüchternen Wissensvermittlung und nicht um rüde Anwürfe und pauschale Verunglimpfungen.

 

von Birol Kilic

(Erste Veröffentlichung-2010)- Aktualisiert

Ein Aufklärungsversuch

Mündigkeit, Unmündigkeit, Entmündigung!

Man kann durchaus sagen Kopftuch, Kopfbedeckung, Schleier stammt aus der Tora und dem neuen Testament aber nicht aus dem Koran.

Der Begriff Mündigkeit beschreibt das innere und äußere Vermögen zur Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Mündigkeit ist ein Zustand der Unabhängigkeit. Sie besagt, dass man für sich selbst sprechen und sorgen kann.

Als Österreicher und mit Überzeugung säkularer Lebenseinstellung trete ich für uneingeschränkte Meinungsfreiheit ein und spricht sich grundsätzlich gegen Kleidervorschriften aus.  Aber ich bin gegen Vollschleir weil der Vollschleir (Burka, Nigab) ist für uns ein Zeichen von Entmündigung ist und für einabwertendes Frauenbild steht. Die Entmündigung wurde in Österreich 1984 und in Deutschland 1992 Gottseidung abgeschafft.

Seit Immanuel Kant hat der Begriff Mündigkeit eine geschichtsphilosophische Bedeutung. In seinem berühmten Text, der Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? von 1784 schreibt Kant:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. ‚Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!‘ ist also der Wahlspruch der Aufklärung. Dass die Menschen in Religionsdingen sich ihres eigenen Verstandes ohne Leitung eines Anderen sicher und gut zu bedienen, daran fehlt noch sehr viel.“

Hier sollten wir doppelt aufpassen. Weil die Aufklärung („Aydinlanma“  auf Türkisch)  den Prozess des Erwachsen werdens von der Unmündigkeit zur Mündigkeit auf die allgemeine Menschheitsgeschichte projeziert.  Der Begriff der Mündigkeit dient als ein zentrales Instrument der Legitimation dazu, Geschichte als Fortschritt zu begreifen. So die allgemeine Erklärungen..

Was sagen die Fotos aus Wien? Sie verwendet 21. Jahrhundert Technologie sehr penibel

  

Was sagt EGMR?

Laut vielen Berichten hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat in einem europaweit maßgeblichen Urteil das Verbot des Ganzkörperschleiers in Frankreich gebilligt. Die Richter wiesen in Straßburg die Beschwerde einer französischen Muslimin in allen Punkten zurück. Das Verbot sei keine Diskriminierung, es verstoße nicht gegen den Schutz des Privatlebens und auch nicht gegen die Meinungs- und Religionsfreiheit, hieß es zur Begründung.

Noch dazu: Nikab und Burka sind nicht durch Koran gedeckt (Siehe Unten), sondern ein regionaler Brauch, der nicht durch die Glaubensfreiheit geschützt wird. Für die TKG bedeutet Toleranz nicht, alles anzuerkennen, was von außen an eine Gesellschaft herangetragen wird. Der weltoffene, säkulare-freiheitlich-pluralistische Staat hat die Aufgabe und Ziel hier eigene Maßstäbe zu setzen und zu verteidigen.

Allerdings lassen wir Meinungen, die auf die (politische) Instrumentalisierung von bestimmten Kleidungsstücken in Österreich bzw. in der EU abzielen, nicht gelten. „Vollschleier wie Burka und Nikab gehören nicht nach Europa. Sie stellen eine Kampfansage an die Werte der Aufklärung dar und sie degradieren Frauen zu Objekten männlicher Verfügungsgewalt,“ oder ähnliches schreiben viele Kommentatoren seit Jahr und Tag.

Wir müssen Aufklären

„Jede Religion aber muss sich den Ansprüchen der prüfenden, kritisierenden, forschenden Vernunft unterwerfen“

Die Anwort warum wir Aufklären müssen gibt Konrad Paul Liessmann  Professor am Institut für Philosophie der Universität Wien (Die Praxis der Unbildung-Zsolnay Verlag, 2014 ) mit den folgenden Worten:

 Untrennbar ist dieser Begriff -Aufklärung- an die Metapher des Lichts und damit des Sehens gebunden, es geht um die Herstellung von Verhältnissen, in der alles Dunkle, Verborgene, Falsche, Verdüsterte, aber auch jeder falsche Schein, jedes Blendwerk, jede Täuschung, jede Illusion ihrer Unwahrheit überführt wird. Aufklärung tut nur dort not, wo die Gedanken und Sinne der Menschen vernebelt sind, wo an angeblich unumstößliche Wahrheiten geglaubt werden muss und vermeintliche Gewissheiten oktroyiert werden. Aufklärung setzt demgegenüber darauf, dass Wahrheitsansprüche, Weltdeutungen, moralische Einstellungen und politische Überzeugungen kritisch überprüft und aus Vernunftgründen einsichtig, zumindest plausibel gemacht werden müssen. Jede Religion aber muss sich den Ansprüchen der prüfenden, kritisierenden, forschenden Vernunft unterwerfen. Es ist ein grobes Missverständnis, dass die Vernunft gegenüber Glaubenswahrheiten tolerant sein muss; die Vernunft hat nichts zu dulden, was ihren Ansprüchen nicht genügt. Wären die Aufklärer und Religionskritiker, von Voltaire über Feuerbach bis zu Marx, Nietzsche und Freud ähnlich wie wir von der Besorgnis getragen gewesen, nur ja keine religiösen Gefühle zu verletzen, hätte es keine Aufklärung, keine Menschenrechte, keine moderne Lebenswelt gegeben.“

 

Nur zur Sache!

Der Textbefund in Bibel(alte und neue)  und Koran?

Während im Alten und Neuen Testament das Kopftuch verpflichtend vorgeschrieben wird, kommt im Koran das Wort „Kopftuch“ nicht einmal vor, allenfalls das „Tuch“.

Der Koran meint mit „Tuch“ aber kein Kopftuch, sondern ein Tuch, das den Frauen als Schmuck dienen und ihre sexuellen Körperstellen (Scham) verhüllen soll (siehe die Suren, die wir in deutscher Sprache unten angegeben haben).

Wenn im Islam die einzig verbindliche, als wahr vorausgesetzte Quelle der Koran (wo die verbindliche Gebote und Verbote abgeleitet wird)  ist und lediglich das Wort „Tuch“ im Koran in drei Versen tatsächlich vorkommt, nicht aber das Wort „Kopftuch“, werfen sich berechtigte Fragen auf. Warum ist Kopftuch-tragen dann ein Gebot im Islam?

Warum stellen wir die Frage?  Damit wir hier nicht unter dem Vorwand der Religionsfreiheit betrogen, manipuliert bzw. ausgebeutet werden.



„Koran lehnt Schirk (širk = Beigesellung) und ausbeutung und manupulation!“

Die unverzeihbare Sünde- Schirk (širk = Beigesellung) 

“ Am 16. Februar 2017 veröffentlichte der Mufti der Glaubensgemeinschaft ein Fatwa (religiöses Rechtsurteil) zur Stellung des Kopftuches bzw der Verhüllung im Islam.  Dieses autoritäre aber nicht bindende Fatwa erfordert eine tiefgreifende Stellungnahme in Österreich und eine dringend notwendige inner-islamische Debatte, wie die MuslimInnen ihre Religion hier und heute verstehen. Mir geht es dabei nicht darum, ob die muslimischen Frauen Kopftuch tragen müssen oder nicht. Mir geht es in dieser Frage darum, wie und mit welchen Quellen wir unsere Religiosität in der Gegenwart begründen und was den MuslimInnen als unantastbare Wahrheit geboten wird. In dem Fatwa der Glaubensgemeinschaft wird das Kopftuch mit den vier Rechtsschulen des sunnitischen Islams begründet. Dabei werden auf gegenwartsorientierte Selbstdeutungen des Korans verzichtet und auf die Deutungen aus dem  8. und 9. Jahrhundert zurückgegriffen und deren Deutungen als farḍ (absolute Pflicht) bezeichnet. Damit werden die Meinungen der Rechtswissenschaftler und die göttlichen Aussagen auf eine gleiche Ebene gestellt.

Oder anders formuliert, es werden den Meinungen unzweifelhaft göttliche Eingebungen zugeschrieben, obwohl der Koran sehr ausdrücklich solche Zuschreibungen Schirk (širk = Beigesellung)  als  die unverzeihbare Sünde ablehnt (Koran: 9:31).

Dieses Recht stand noch nicht einmal dem Propheten zu, etwas als erlaubt oder verboten zu erklären (Koran: 66:1).

Wenn man die Meinungen solcher Gelehrten aus einem Kontext herausnimmt und unüberlegt in die Gegenwart überträgt, legitimieren wir die Gewalt und Unterdrückung der Selbstbestimmung der Menschen. Wenn wir hier als Beispiel nur einem Wissenschaftler des 9. Jahrhunderts, der in diesem Fatwa erwähnt wird, nämlich Imam Schāfiʿī Folge leisten, dann sollten wir seiner Meinung nach alle MuslimInnen töten, die das Gebet nicht verrichten. Ähnlich denkt auch ein anderer Gelehrter namens Imam Aḥmad Ibn Muḥammad Ibn Ḥanbal, der nicht nur die Tötung, sondern auch das Foltern von nicht betenden MuslimInnen befürwortet. Nach diesem Geist sind die Frauen sogar verpflichtet Niqab (Gesichtsschleier) zu tragen. Dazu schreibt der IGGiÖ-Mufti: „Dazu zählt auch die Freiheit der Minderheitenmeinung (Hanbaliten und ein Teil der Schafiiten) zu folgen, die auch die Gesichtsbedeckung als religiös geboten (farḍ) erachtet.

Dabei nimmt die IGGiÖ überhaupt keinen Bezug darauf, welche Folgen diese Pflicht für die Gesellschaft und die Frau selbst haben könnte.  Bemerkenswert finde ich auch den Umgang mit den Hadithwerken von al-Buḫārī oder Muslim, welche mit gleicher hochergebener und gehorsamster Andacht vom IS oder anderen radikalen Gruppen salbungsvoll zitiert werden. Hier geht es nicht um die Ablehnung dieser Werke, sondern darum, mit welcher Autonomie die MuslimInnen damit umgehen! Die blinde Kadavergehorsamkeit diesen Werken gegenüber verursacht viel Gewalt und Verachtung. In Anbetracht dieser Fakten können solche Aussagen niemanden mehr überzeugen, vor allem, dass alles was der IS macht, mit dem Islam nichts zu tun hätte. Und trotzdem versuchen wir dann aber mit gleichen unkritischen und unaufmerksamen Argumenten den Alltag der MuslimInnen zu definieren“ ( Prof. Dr. Ednan Aslan -Institut für Islamisch-theologische Studien -Uni Wien)

Das wollen wir nicht. Deswegen sachliche Aufklärung!

 Im Koran gibt es nur 3 Verse bezüglich „Kopf“,  „Tuch“ und „Schleier“ aber im Koran sucht man das Wort Kopf-Tuch vergeblich.

Auf einer kurzen geschichtliche Spurensuche wollen wir sowohl das Alte als auch das  Neue

Testament im Vegleich zum Koran unter die Lupe nehmen.

1) Suren 24 Vers 31


2) Suren 24 Vers 60

3) Sure 33 Vers 59

Wir wollen klären, inwiefern und ob überhaupt das Kopftuch seine Legitimation/Gebot aus den besagten 3 Versen des Koran, nämlich den immer zitierten Suren 24 Vers 31, und 60 sowie aus der Sure 33 Vers 59 beziehen kann. Außerdem möchten wir etwas detaillierter auf das Kopftuch sowie ganz allgemein auf jene religiösen und sittlichen Konventionen semitischer Religionen eingehen, die den Islam zu Zwecken der Propaganda, Hetze und Unterdrückung in Österreich und auch in der EU bzw. in der Welt missbrauchen.

Woher stammt das Kopftuch? Seit wann wird es getragen? Inwiefern handelt es sich beim Tragen eines Kopftuches um eine religiöse, spirituelle oder gesellschaftliche Konvention? Wo ist eine Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuches im Koran festgeschrieben? Welchen Bedeutungswandel erfuhr das Kopftuch über die Jahrhunderte?

Wie bereits erwähnt, gibt der Koran, die verbindliche Hauptquelle des Islams, keine Auskunft über diese Fragen. Für eine ideologischen Anspruch ist er also untauglich – leider sehen das nicht alle ialsmischen Exegeten so.

Er besteht aus 114 Suren, die man auch Kapitel nennt. Jede Sure hat drei bis 300 Verse. Die Gesamtzahl der Verse im Koran beläuft sich auf 6263. In drei Versen findet sich zwar die Formulierung „den Körper bedecken“ (Sure 24 Vers 31 und 60, Sure 33 Vers 59), das Wort „Kopftuch“ selbst wird in diesen drei Versen aber gar nicht erwähnt.

Anders in der Bibel: Sowohl im Alten, als auch im Neuen Testament, wird das Kopftuch nicht nur erwähnt, sondern den Frauen sogar vorgeschrieben (vgl. Paulus, 1. Korintherbrief 11,6).

In den vergangenen Jahren wurde berichtet, dass die medizinische Universität Graz ihren Studierenden die Vollverschleierung verbietet.

Gemäß einer Erhebung der EU-Grundrechtsagentur vom vergangenen Jahr, tragen in Österreich 64% und in Deutschland 27% aller Frauen mit türkischer Abstammung ein Kopftuch.

Es stellt sich die Frage, ob es sich bei islamischen Kopftüchern um ein religiöses Gebot handelt (dann müsste dieses allerdings im Koran stehen) oder ob wir es viel mehr mit einem historisch gewachsenen, politisch-religiösen Phänomen zu tun haben, das sich auf den Einfluss politischer und kultureller Traditionen zurückführen lässt. Da das Kpftuch aber nicht im Koran erwähnt wird, kann es auch nicht ein Gebot dazu geben.

Das häufig angeführte Argument, das Kopftuch solle „vor den Blicken der Männer schützen“, erscheint in unserer aufgeklärten Zeit jedenfalls vielen Leuten absurd und selbst im traditionell-historischen Kontext nicht als ganz stimmig…

Die Befürworter des Kopftuches leiten ihre wahrgenommene Verpflichtung zur Verhüllung dennoch aus dem Koran ab. Es empfiehlt sich daher, Ihnen jene Suren und Versen des Korans entgegenzuhalten, auf die sie sich selbst berufen:

In 3 Suren kommt ein „Tuch“, aber kein „Kopftuch“ vor:

Koran (Sure 24, Vers 31)

Und sprich zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren, ihren Schmuck [d. h. die Körperteile, an denen sie Schmuck tragen; der Übers.] nicht offen zeigen, mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbar ist. Sie sollen ihren Schleier auf den Kleiderausschnitt schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, es sei denn ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen Trieb mehr haben, den Kindern, die die Blöße der Frauen nicht beachten. Sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit man gewahr wird, was für einen Schmuck sie verborgen tragen. Bekehrt euch allesamt zu Gott, ihr Gläubigen, auf dass es euch wohl ergehe.

[„Schmuck“ wird häufig auch übersetzt mit „Reize“; „Kleiderausschnitt“ wird häufig auch übersetzt mit „Busen“]

Koran, (Sure 24, Vers 60)

Und für die unter den Frauen, die sich zur Ruhe gesetzt haben und nicht mehr zu heiraten hoffen, ist es kein Vergehen wenn sie ihre Kleider ablegen, ohne dass sie jedoch den Schmuck zur Schau stellen. Und besser wäre es für sie, dass sie sich dessen enthalten. Und Gott hört und weiß alles.

Koran (Sure 33, Vers 59)

O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunter ziehen. Das bewirkt eher, dass sie erkannt und dass sie nicht belästigt werden. Und Gott ist voller Vergebung und barmherzig.

(Quelle: Der Koran. Übersetzung von Adel Theodor Khoury. Unter Mitwirkung von Muhammad Salim Abdullah. Mit einem Geleitwort von Inamullah Khan, Generalsekretär des Islamischen Weltkongresses. Gütersloh, 2. durchgesehene Auflage 1992)

Bei Betrachtung der oben angeführten Zitate sieht man, dass das Wort „Tuch“ (Überwurf, Schleier, Kleider) vorkommt, aber nicht das Wort „Kopftuch“ als solches.

In der Türkei wurden vor 36 Jahren das Kopftuch und der Schleier absichtlich politisiert.
Bis vor 40 Jahren diskutierte fast niemand in der Türkei so ernsthaft über das Kopftuch. Das Tragen des Kopftuches war staatlich seit den 20er-Jahren verboten. Erst durch den Militärputsch vom 12. September 1980 und die darauffolgende Politisierung des Kopftuchs durch manche Gruppen aus Saudi Arabien, Katar und Ägypten, die die Religion für ihre politischen Interessen ausnützten, wurde es zu einem heiklen Propagandainstrument. Das Thema „Kopftuch“ wurde mit den „Migranten“ (Politischen Islam-Vereine-Parteien eigentlich) nach Europa importiert und sorgt hier für heftige Diskussionen, auch innerhalb der Migrationsgruppen.

Die türkischen Erfahrungen sollten in Österreich, Deutschland und in der EU nicht wiederholt werden. Schließlich ist offensichtlich, dass im Islam nach den koranischen Versen und Suren keine Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuchs besteht – auch wenn das von einigen Gruppen behauptet wird.

Das „Zeitalter der Ignoranz“, welches vor dem Koran sicher vorherrschte, dürfte sich vielmehr im Bezug auf die geringschätzende Haltung gegenüber Frauen speziell in jenen Versen reflektieren, die die Verschleierung betreffen: Zahlreiche Verunglimpfungen und Aussagen der Diffamierungs-Bande, die auch der Ehefrau des Propheten Verleumdung vorwarfen, zeugen davon.

Dementsprechend wurden diese Verse zugunsten der Männer interpretiert. Wenn man allerdings das gesamte Sinngefüge des Korans analysiert, sieht man, dass Frauen durchaus ein gleichwertiger Status wie den Männern zuerkannt wird:

Den Frauen wird empfohlen (Sure 24, Vers 31), dass sie im gesellschaftlichen Leben mit den Männern zusammenleben, und in solch einer Arbeitsatmosphäre sowohl in deren Beziehungen untereinander als auch in deren Verhaltensmuster und angemessenen Auftreten, freundlich sein sollen und Übertriebenes vermeiden sollen.

Die Fortführung desselben Verses erklärt sowohl, dass im Kreis der Familie und Verwandten der Schleier kein Muss ist, als auch dass die Frauen sich frei bewegen können.

Von einem „Kopftuch“ ist, wie in allen anderen Versen des Korans, keine Rede.

Auch bei der türkischen Übersetzung des Korans werden Sie das Wort „Basörtü“ für Kopftuch nicht finden.

Es gibt viele Übersetzungen, die das tun. Wir halten diese Übersetzungen aber für unseriös und ideologisch gefärbt.

„Bas“ bedeutet auf Türkisch Kopf und „Örtü“ bedeutet auf Türkisch „Tuch“.
Das Basörtü wäre also das Kopftuch.

So findet man bei fast allen Auslegungen und Übersetzungen des Korans sowohl in türkischer, als auch in deutscher Sprache die Übersetzung „Kopftuch“.

Aber in Wahrheit bedeutet das arabische Wort „Himar“, das in diesem Vers ausdrücklich erwähnt wird nicht „den Kopf bedecken“, sondern nur „bedecken“. Der Teufel liegt hier im Detail! Der Leser liegt also rasch den demagogischen Übersetzungsspielereien auf. Es sind Taschenspielertricks, mit denen die Gläubigen hinters Licht geführt werden.

Falls im Koran überhaupt etwas explizit bedeckt werden soll, würde es auch erwähnt werden.

Das ist aber nicht der Fall. Die theologische Begründung der islamischen Gelehrten für das Gebot zum Tragen eines Kopftuches wird in erster Linie auf die religiöse Intoleranz von Mohammed und dem Koran zurückgeführt.

Die Sure 24,31 ruft die Frauen dazu auf, ihre Reize vor den Männern zu verbergen, aber nicht den Kopf zu bedecken.

Das steht schwarz auf weiß im Koran: Sure 24 Vers 30 und 31, Sure 33,59.

Bei Übersetzungen wird aber in der Regel mit Klammerausdrücken versucht, den Koran willkürlich zu interpretieren. Dieser fatalen Praxis der willkürlichen Interpretation ist dringend Einhalt zu gebieten: Wir müssen bei den Fakten bleiben. Persönliche und gesellschaftliche Ansichten dürfen in Interpretationen genauso wenig einfließen wie tradierte kulturelle Aspekte.

Wir möchten unsere Ausführungen noch mit einem konkreten Beispiel veranschaulichen: Wenn man das Wort „Bettdecke“ verwendet, benützt man neben dem Wort „decken“ auch das Wort „Bett“, um zu betonen, was genau bedeckt werden soll oder wofür der Gegenstand gebraucht wird. Gemäß dieser Logik müsste für den Begriff „Kopftuch“ neben dem Begriff „bedecken“ auch das Wort „Kopf“ vorkommen.

Das im Vers erwähnte Betonungswort neben dem Wort „Himar/Bedeckung“ ist „Cuyub“, welches aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt „Brust“ oder „Kragen“ bedeutet.

Dasselbe Wort „Cuyub“ wird auch in einem anderen Vers im Koran erwähnt, nämlich Sure 28, Vers 32, wo das Wort im Kontext „Er legte seine Hand auf die Brust/den Kragen von Moses“ gebraucht wird.

Also wenn das Wort „Cuyub“ mit dem Wort „himar/bedecken“ kombiniert wird, bedeutet „bihimürihinne ala cuyubihinne“ nicht „den Kopf bedecken“, sondern „die Brust bedecken“.

Fast alle traditionellen Auslegungen des Korans analysieren diese Verse nicht in einem wissenschaftlichen Zusammenhang, sondern deuten das Ganze mit einem Satz wie „Sie sollen ihre Kopftücher bis zu deren Kragen bedecken“, in dem sie auch das Wort „felyedribne“ als „sie sollen bedecken“ verwenden.

Diese traditionellen Islam-Auslegungen schaffen für den politisierten und traditionellen Islam einen festen, scheinbar unverrückbaren Boden.

Sie interpretieren dasselbe Wort, welches aus dem Wort „Darabe“ stammt, als „sie sollen ihre Kopftücher….. bedecken“, wobei sie dasselbe Wort in einem anderen Sure im Zusammenhang „Ihr sollt eure Frauen schlagen“ (siehe: Sure Nisa, Vers 34) verwenden.

Um es auf den Punkt zu bringen: Obwohl der arabische Originaltext des Korans keinen Bezug auf das Kopftuch nimmt, wird dieses zum identitätsstiftenden Symbol für traditionelle und politisierte Islam-Anhänger. Als solches steht es immer wieder im Zentrum von Islam-Diskussionen, nicht nur in der Türkei, sondern mittlerweile vermehrt auch in Österreich und anderen europäischen Ländern.

Dabei wird nicht über die wahre, im Koran festgeschriebene Religion Islam debattiert, sondern über eine Religion, die sich als Folge des politisierten Glaubens der traditionellen Nahostkultur begreifen lässt. Sie hat ihren Ursprung in der sumerischen, jüdischen und christlichen Kultur.

Spurensuche: Koptuch

Eigentlich hat das Wort „Kopftuch“ in der Bibel seine Wurzeln (vgl. 1 Kor 11,6): Im Alten und Neuen Testament wird das Kopftuch nicht nur erwähnt, sondern das Tragen des Kopftuchs wird sogar als Pflicht für die Frauen beschrieben.

So heißt es etwa im Brief von Paulus an die Korinther. „Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet, aber dabei ihr Haupt nicht verhüllt […] Sie unterscheidet sich dabei in keinster Weise von dem Geschorenen. Wenn eine Frau das Kopftuch trägt, soll sie sich gleich die Haare abschneiden lassen, aber es ist eine Schande, sich die Haare abschneiden oder gar sich kahl zu scheren zu lassen, dann soll sie sich eben verhüllen. Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, denn er ist ein Abbild und Abglanz Gottes, aber der Mann stammt nicht von der Frau ab, sondern die Frau vom Mann“.

Erklärung der Schleier der Ordensfrauen

Apropos: Die in der Burka-Debatte angestellten Vergleiche mit Ordensfrauen sind jedenfalls bemerkenswert:  „Der Schleier der Ordensfrau ist ein religiöses Symbol, der zum Ausdruck bringt, sich an Gott zu binden. Das Tragen des Schleiers ist eine freie Entscheidung„, hält die Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden, Sr. Mayrhofer in der APA-OTS Presseaussendung vom 19.08.2016 nicht umsonst fest.

 

Paulus und Kopftuch

Während im Koran das Wort Kopftuch nicht vorkommt, wird es im Alten und Neuen Testament verpflichtend vorgeschrieben!

Unser lieber Landsmann, der heilige Paulus (früher Saulus) aus Tarsus/Türkei, ist eine der wichtigsten Persönlichkeiten der frühchristlichen Zeit.

Die ersten Christen waren ja wie Paulus und auch Jesus Christus von jüdischer Herkunft.

Paulus übernahm kulturelle Aspekte aus seiner ehemaligen Religion, dem Judentum.

Wenn wir im sogenannten Alten Testament, Bibel Gen. 24,65 nachlesen, dann sehen wir, woher der kulturelle Aspekt „Verhüllung“ bei den Juden stammt und mit Paulusauch von denUrchristen übernommen wurde: „Und fragte den Knecht: Wer ist der Mann dort, der uns auf dem Feld entgegenkommt? Der Knecht erwiderte: Das ist mein Herr. Da nahm sie (Rebekka) den Schleier und verhüllte sich“. Auch in der Bibel Gen. 38,14 wird über Schleier und Verhüllung geschrieben.

1. Korinther 11,2-16:

 

„Ich erkenne es lobend an, dass ihr in allen Beziehungen meiner eingedenk seid und an den Weisungen festhaltet, wie ich sie euch gegeben habe.

Wir möchten hier zu bedenken geben, dass das Haupt jedes Mannes Christus ist, das Haupt der Frau aber ist der Mann, und das Haupt Christi ist Gott.

Jeder Mann, der beim Beten oder bei erbaulichen Reden eine Kopfbedeckung trägt, entehrt sein Haupt; jede Frau dagegen, die mit unverhülltem Haupt betet oder erbauliche Reden hält, entehrt ihr Haupt; sie steht dann ja auf völlig gleicher Stufe mit einer Geschorenen (Dirne). Denn wenn eine Frau sich nicht verschleiert, so mag sie sich auch scheren lassen; ist es aber für eine Frau schimpflich, sich das Haar abschneiden oder abscheren zu lassen, so soll sie sich verschleiern. Der Mann dagegen darf das Haupt nicht verhüllt haben, weil er Gottes Ebenbild und Abglanz ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. Der Mann stammt ja nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann; auch ist der Mann ja nicht um der Frau Willen geschaffen, sondern die Frau um des Mannes Willen. Deshalb muss die Frau ein Zeichen der Macht auf dem Haupte tragen, um der Engel Willen“ (Menge-Übersetzung).

Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament kann man zur „Kopftuchpflicht während des Gebetes“ lesen:
 1. Korinther 11,5-6: „Ein Weib aber, das da betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt, denn es ist ebenso viel, als wäre es geschoren. Will sie sich nicht bedecken, so schneide man ihr das Haar ab. Nun es aber übel steht, dass ein Weib verschnittenes Haar habe und geschoren sei, so lasset sie das Haupt bedecken.“

Paulus: Die Frau muss ihren ganzen Leib bedecken

Ein außerbiblischer Hinweis ist die Haushaltung Gottes von Jakob Lorber, wo es in dessen Privatoffenbarung heißt (36,37):

„Seht, ihr alle seid gleich, – gleich ihr Männlichen und gleich ihr Weiblichen! Jedoch sollet ihr Weiblichen wohl bedecken eure Schamteile wie auch euren ganzen Leib, und vorzüglich aber euer Haupt, damit durch euer geiles Wesen nicht der Mann zur Unzucht gereizt werde, gleichwie die Schlange lockt durch die große, geheime Lüsternheit ihrer verführerischen Augen das freie Geschlecht der Vögel in die tötende Gefangenschaft ihres giftvollen Rachens; denn ihr Weiber seid zu aller nächst Kinder der Schlange und voll deren Giftes. Daher seid vor allem züchtig wie das Bienenweibchen, das sich nicht getraut mit seinem Wesen ans Licht der Sonne, sondern Tag und Nacht sorglich kriecht über die Zellen seiner harmlosen Kinderchen; so auch solltet ihr sein und gehorsam in allem euren Männern, insoweit es der allerheiligste Wille Gottes erheischt. Jedoch, sollte ein Mann – was nicht zu gedenken sein sollte – euch wider des allerheiligsten Willen Gottes zu etwas zwingen wollen, so soll auch euch gestattet sein, euer Haupt vor dem Manne zu entblößen und selben lieblich zu mahnen an seine Pflichten, hervorgehend aus Gott. Und so ihr alles dieses so genau erfüllen werdet, dann wird der Herr euch mit großen Gnaden überhäufen, und ihr werdet werden zur süßen Augenweide in unendlicher Schönheit des ewigen, heiligen Vaters, ewig und unsterblich.“

Im orthodoxen Judentum bedecken heutzutage verheiratete Frauen ihre Haare aus religiösen Gründen mit einem Kopftuch oder einer Perücke. Bereits die hebräische Bibel, also das Alte Testament sprach von einer Verschleierung der Frauen. So verschleierte sich Rebekka, die Frau Isaaks nach Gen. 24-51, Gen. 24,65: „Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich…“. Natürlich wird nach der modernen Bibelwissenschaft der von Paulus an die Korinther geschriebene Brief 11,5 teilweise als späterer Zusatz angesehen. Wie gezeigt wurde, geht aber aus dem Alten und Neuen Testament klar hervor, dass Kopftuch, Schleier und Verhüllung nicht nur Empfehlungen waren, sondern verpflichtend vorgeschrieben wurden. Heutzutage wird das Kopftuch im Christentum fast nur noch in ländlichen Gegenden, insbesondere in orthodoxen Kirchen sowie von Frauen in mennonitischen bzw. „teuflischen“ Gemeinschaften getragen.

Während im Koran das Wort Kopftuch nicht vorkommt, wird es im Alten und Neuen Testament verpflichtend vorgeschrieben.

Der Koran meint mit „Tuch“ kein Kopftuch, sondern ein Tuch, das den Frauen als Schmuck dient und ihre sexuellen Körperstellen verhüllen soll . In der Geschichte kommt das Kopftuch bereits erstmals bei den Sumerern und somit lange vor dem Judentum vor. Dies fand die die 96 jährige türkische Sumerologin und Historikerin Muazzez Ilmiye Cig heraus. Sie erforschte ihr Leben lang die Kultur und Geschichte der uralten mesopotamischen Zivilisationen. Wie wir in unserer Ausgabe mit der Coverstory „Christentum stammt aus der Türkei?“ kurz schilderten, waren die Sumerer, ein mesopotamisch-südanatolisches Volk, das 3.000 Jahre v. Chr. lebte. Sie waren die ersten, die das Kopftuch als religiös-spirituelles Medium verwendeten.

Nun lassen Sie uns ein bisschen tiefer zum Thema des Vergleichs der heiligen Schrift eingehen, und Ihnen erzählen, inwiefern die heiligen Bücher und Schriften sich voneinander trennen, und wo sie Gemeinsamkeiten aufweisen.

Der Koran wird als die Heilige Schrift des Islam definiert, die gemäß dem Glauben der Muslime die wörtliche Offenbarung Gottes („Allah“) an den islamischen Propheten Mohammed, vermittelt durch den Engel Gabriel, enthält. Kurz und prägnant ausgedrückt, stellt der Koran für die Muslime das Wort Gottes dar.

Im Gegensatz zum Koran ist die Bibel eine Sammlung von 66 Büchern die von verschiedenen Autoren als Bericht bzw. Poesie verfasst und im Laufe der Jahrhunderte zu einer Einheit zusammengefasst wurde (Quelle: Deutsche Bibelgesellschaft).

Den Begriff „Testament“ verstehe ich als eine Art „Bund“, in dem die Beziehung zwischen Gott und den Menschen beschrieben wird.

Die Bibel umfasst 66 Bücher und besteht zu 75% aus Berichten, zu 15% aus Poesie und zu 10% aus Lehrtexten.

Das Alte Testament umfasst 39 Bücher, die in Kapitel und Verse eingeteilt sind. Es wird sowohl von den Juden, als auch von den Christen als Heilige Schrift betrachtet.

Das Alte Testament berichtet von der Erschaffung der Welt und von der Entstehung und Geschichte des Volks Israels.

Das Neue Testament besteht aus 27 Schriften und versteht sich mit der Ankunft des Messias Jesus Christus als Antwort auf das Alte Testament. Es erzählt dessen außergewöhnliches Leben und berichtet von seinen Jüngern sowie von seinen frohen Botschaften, die allen Menschen gelten.

Vier Bücher (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) bezeugen auf unterschiedliche Weise das Leben Jesu, seine Lehre, seine Wunder, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung: Man nennt sie die „Evangelien“.

Die Evangelisten, die Apostelgeschichte und die Briefe erzählen, wie die Jünger Jesu den Tod ihres Herrn, seine Auferstehung und Himmelfahrt miterlebt haben; sie berichten von den Anfängen der christlichen Gemeinde, von Verfolgungen und Problemen und wie sich die gute Botschaft sehr schnell im Römischen Reich über Kleinasien – der heutigen Türkei – bis nach Athen und Rom ausbreitete. Einige Stellen lassen die Konflikte deutlich werden, die sich ergeben mussten, wenn die stregen jüdischen Regeln, die auch die jüdischen Urchristen einhalten wollten, nun auf die nicht-jüdische heidnische Kultur trafen. Schon damals kam es dabei zu Diskussionen unter den Aposteln und Paulus.

Wir müssen hier sehen, dass der Koran – anders als die Bibel – direkt als Gotteswort konzipiert ist, das Alte und Neue Testament hingegen in Form von Berichten und Poesien verfasst ist, in die die Worte Gottes eingeflochten sind. Der Koran ist also eine Privatoffenbarung an eine einzelne Person. Die Worte wurden – ähnlich wie bei der Johannes-Apokalypse – von einem Engel überbracht oder eingeben.

Ein Vers in der Bibel ergibt nur dann einen Sinn, wenn er im Zusammenhang mit dem ganzen Text betrachtet wird. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn man die Bibel einfach an einer beliebigen Stelle aufschlägt. Natürlich sind manche Abschnitte der Bibel schwer zu verstehen, weil viele Jahrhunderte zwischen damals und heute vergangen sind und wir die beschriebenen Bräuche und das Umfeld als fremd empfinden.

Auf der anderen Seite wurde der Koran, der aus 114 Kapitel (Suren) und 6.243 Versen als Gotteswort besteht, auf ein Ereignis hin offenbart, um eine bestimmte Idee zu verdeutlichen. Man muss den historischen Kontext und die damaligen politischen Umstände kennen, um ihn richtig zu interpretieren.

Man muss den Koran aus den Gegebenheiten der Zeit heraus sehen.

 

Das evangelische Institut für Islamfragen ist ein Netzwerk von Islamwissenschaftlern und wird von den Evangelischen Allianzen in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz getragen.

Frau Dr. Christine Schirrmacher schreibt in ihrem Prolog folgende Sätze:

„Heute ist unter Muslimen die Auffassung, dass der Text der Bibel verfälscht worden ist, längst Allgemeingut. Man geht davon aus, dass sowohl das Alte als auch das Neue Testament ursprünglich wahre Offenbarungen Gottes waren, im Laufe der Zeit jedoch von Menschen verändert und verfälscht wurden. Andere Bezeichnungen von früher zu den Menschen gesandten Schriften sind präziser. So nennt der Koran sowohl die Tora (arab. taurâh) als auch das Evangelium (arab. injîl) beim Namen. Das Evangelium wird insgesamt zwölfmal im Koran erwähnt. Was meint allerdings der Koran mit dem Evangelium? Letztlich bleibt unklar, ob er damit vor allem die Erzählungen von Jesus meint oder eines der vier Evangelien, alle vier Evangelien zusammen oder etwa das ganze Neue Testament. Interessanterweise wird im Koran der Wert früher überlieferter Bücher wie auch des überlieferten Evangeliums zu Beginn von Muhammads Offenbarungen nirgends grundsätzlich in Frage gestellt, sondern vielmehr positiv hervorgehoben. Erst später taucht im Koran der pauschale Vorwurf der Schriftverfälschung auf.“ 

Die Sumerelogin Frau Prof. Dr. Cig beschrieb folgende Bedeutungen des Kopftuchs:

„In der polytheistischen Religion der Sumerer war es eine heilige Ehre für willige Frauen, zu den Göttern in ihren Tempeln zu beten und zu danken, indem sie als Braut der Götter zu einer `öffentlichen Frau` wurden. Damit man sie von anderen Beterinnen unterscheiden konnte, mussten sie ihren Kopf bedecken. Viel später – erst ca. 1600 v. Chr.- führte ein assyrischer König die Kopfbedeckung auch für verheiratete und verwitwete Frauen ein. So bekamen diese Frauen den gleichen Status wie die `öffentlichen Frauen`, die legal Geschlechtsverkehr haben durften. Später übernahmen diese Tradition die Juden, und danach die Muslime von den Juden. Laut Cig, die viele Werke zum Thema schrieb, tauchte auch der Turban zum ersten Mal bei den Sumerern auf. Er wurde später vom Judentum, Christentum und danach von der arabischer Kultur und somit von Islam übernommen. Frau Cig betonte, dass der Turban eigentlich nichts anderes sei, als eine sumerische Tradition, die später eine enorme göttliche Bedeutung übernommen hätte.

Jetzt gehen wir zurück zum Thema Kopftuch, und diesmal im Bezug auf dessen Funktionalität und historische Aspekte. Wir fragen uns, was das Kopftuch ist, wozu es dient, seit wann es getragen wird, und inwiefern das Tragen eines Kopftuches eine religiöse, spirituelle oder gesellschaftliche Konvention ist, und wie sich dieses Phänomen im Laufe der Zeit verändert hat, so dass es zu einer der zentralen Fragen bezüglich Religionsfreiheit und Frauenrechte entwickelt geworden ist.

Muazzez Ilmiye Cig, die 96 jährige türkische Sumerologin und Historikerin, hat ihr Leben lang die Kultur und Geschichte der uralten mesopotamischen Zivilisationen erforscht, und herausgefunden, dass das erste Kopftuch in der Geschichte von den Sumerern getragen wurde. Wie wir es in unserer Ausgabe mit der Coverstory „Christentum stammt aus der Türkei?“ auch kurz geschildert hatten, waren es die Sumerer, ein mesopotamisch südanatolisches Volk, das 3.000 Jahre v. Chr. gelebt hat, die ersten, die das Kopftuch als religiös-spirituelles Medium verwendet hatten.

„Der Turban/Kopftuch taucht zum ersten Mal bei den Sumerern auf“, meint die Sumerologin Muazzez Ilmiye Cig. „In der polytheistischen Religion der Sumerer war es eine heilige Ehre für willige Frauen, den Göttern in ihren Tempeln zu beten und zu danken, indem sie als Braut der Götter zu einer ‚öffentlichen Frau‘ (Prostitution) wurden.

Damit man sie von anderen Beterinnen unterscheiden konnte, mussten sie ihren Kopf bedecken.“ Weiters fügt sie hinzu: „Viel später – erst ca. 1600 v. Chr.- führte ein assyrischer König die Kopfbedeckung auch für verheiratete und verwitwete Frauen ein. So bekamen diese Frauen den gleichen Status wie die `öffentlichen Frauen`, die legal Geschlechtsverkehr haben durften. Später übernahmen diese Tradition die Juden, und danach die Muslime von den Juden.“ Laut Cig, die viele Werke über das Thema geschrieben hat, sei der Turban „geboren“ von Sumerern, später vom Judentum, Christentum danach von arabischer Kultur und damit von Islam übernommen. „Eigentlich ist der Turban nichts anderes als eine sumerische Tradition, die später eine enorme göttliche Bedeutung übernommen hat“, so Cig. Nachfolgend ein paar Ausschnitte aus einem Interview mit Frau Prof. Dr. Cig:

Die Sumerer, Tempelwirtschaft und Koptuch 

„Als Sumerer bezeichnet man ein Volk, das im Gebiet von Sumer im südlichen Mesopotamien im 3. Jahrtausend v. Chr. lebte.

Die Sumerer gelten derzeit als erstes Volk, das den Schritt zur Hochkultur geleistet hat.

Besonders die Erfindung der Keilschrift, die quasi als eine Urvorlage der heutigen europäischen Schriften gelten kann, gilt als hervorragende Leistung der Sumerer, die zusammen mit der Erfindung der Bürokratie und künstlicher Bewässerung hier ihren Anfang nahm.

Die Herkunft der Sumerer ist bis heute nicht endgültig geklärt. Es gibt in der Wissenschaft zwei Thesen zur Herkunft der Sumerer. Die eine geht davon aus, dass die Sumerer eingewandert sind; dies wird an einer entfernten Ähnlichkeit zu agglutinierenden Sprachen wie Ungarisch, Finnisch und Türkisch festgemacht, deren Ursprung in den Uralsteppen gesehen wird und damit auch die Heimat der Sumerer wäre.

Die Erforschung der sumerischen Kultur erfolgte immer zusammen mit den anderen mesopotamischen Kulturen. Das liegt an der Charakteristik der Ruinenhügel, auch Tells genannt. Die Kulturen des Vorderen Orients pflegten die Orte nach Zerstörung, nach Eroberung, aber auch nach gewissen Zeiten teilweise oder auch vollständig einzuebnen und darauf eine neue Ebene zu erbauen.

Deswegen kommt es vor, wie z. B. in Ninive, dass die obersten Schichten mittelalterliche Ruinen bergen und die unterste Schicht bis in die Zeit 5000 v. Chr. und weiter zurückreicht. Ein wichtiger Punkt in der Geschichte der Sumerer ist die Wirtschaft und speziell die Tempelwirtschaft. So arbeitete nicht jeder für sich alleine auf seinem Feld, sondern er tat es für die Allgemeinheit bzw. für den Tempel, der die Ernte sammelte und verwaltete.  Diese Art der Vorratshaltung brachte verwaltungstechnische Probleme mit sich, an dessen Ende für die Sumerer die Erfindung der Schrift stand. In der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie bezeichnet Tempelwirtschaft unter anderem eine geschichtswissenschaftliche These, dergemäß im sumerischen Mesopotamien jede ökonomische Tätigkeit auf die Tempel ausgerichtet gewesen  sei. (  Ursula Seidl: Ein Monument Darius‘ I. aus Babylon, In: Zeitschrift für Assyriologie und Vorderasiatische Archäologie 89 (1999),S. 101–114.)

Frage: „Also, Frau Cig, bitte klären Sie uns einmal über das viel umstrittene Thema auf: Wer bei den Sumerern hat sich wieso bedeckt?“
Cig: Bei den Sumerern hatte jeder Gott ein eigenes Haus, sozusagen einen Tempel. In diesen Tempeln beteten die Menschen ihre Götter an. Es war allerdings nicht vorgeschrieben, was sie für die Götter tun sollten. Alle definierten die Art zu beten für sich selbst und praktizierten ihr eigenes Gebet.

Frage: „Waren diese Tempel also eine Art Häuser eigenen Gewissens?“
Cig: Genau, diese Tempel waren Orte, wo Menschen mit ihrem Gewissen alleine bleiben konnten. Sie waren in ihren Gebeten freier als in den heutigen Moscheen, Kirchen oder Synagogen. Sie sangen oder tanzten, um die Götter zufriedenzustellen. Unter den Betenden waren auch Ordensfrauen. Manche von ihnen wurden eben zu diesen `öffentlichen Frauen`.

Frage: „Was bedeutet das Wort ‚öffentliche Frau‘ genau?“
Cig: Das waren die Frauen, die die Aufgabe hatten, Geschlechtsverkehr zu praktizieren, aber sie waren keine Prostituierten, denn sie verlangten kein Geld. In den Tempeln gab es sogenannte Liebesräume, wo die öffentlichen Frauen den Jugendlichen Sexpraktika beibrachten. Im Gilgamesch-Epos gibt es eindeutige Hinweise darauf. Um dem Mann, der im Wald unter Tieren aufgewachsen ist, Menschlichkeit beizubringen, wurde eine Ordensfrau aus einem Tempel bestellt und sie lernte ihm, wie man spricht, isst und Geschlechtsverkehr hat. Diese öffentlichen Frauen wurden bei den Sumerern als weise Lehrerinnen betrachtet. Während sie dieser heiligen Aufgabe nachgingen, opferten sie sich vollständig im Namen der Götter auf. Eigentlich war die Jungfräulichkeit bei den Sumerern schon ein Thema. Die Tatsache, dass die öffentlichen Frauen trotzdem Geschlechtsverkehr haben durften, zeigt, wie heilig diese Aufgabe wirklich war.

Frage: „Woher weiß man, dass die Jungfräulichkeit ein Thema war?“
Cig: Laut alter Tafeln bekam eine Frau, die vor der Heirat als Jungfrau galt, bei der Scheidung Schadenersatz.

Frage: „Warum trugen die `öffentlichen Frauen` ein Kopftuch?“
Cig: Damit man sie von anderen Ordensfrauen in den Tempeln unterscheiden konnte. Zum Beispiel trugen die Prostituierten auch kein Kopftuch. Das ist das spezielle Symbol der öffentlichen Frauen in den Tempeln und somit das erste Kopftuch in der Geschichte.

Frage:
 „Wie ging es dann weiter?“
Cig: Viel später führten die Assyrer im 16. Jahrhundert vor Christus plötzlich die Kopfbedeckung für verheiratete und verwitwete Frauen ein. Der Sinn dahinter war, dass man zeigen wollte, dass auch diese Frauen legalen Geschlechtsverkehr haben.

Frage: „Heißt das, dass eine Frau mit Kopftuch sich als Nichtjungfrau geoutet hat?“
Cig: Ja, ganz genau! Aber viele Gläubige missverstehen diese Tatsache. Sie denken, ich würde behaupten, dass die Prostituierten das erste Kopftuch in der Geschichte getragen hätten.  Aber weder die öffentlichen Frauen bei den Sumerern noch die verheirateten und verwitweten Frauen bei den Assyrern waren Prostituierte.

Frage:
 „Also diente das Kopftuch einer Frau eigentlich schon vor tausenden Jahren, d.h. vor dem Islam bzw. Judentum und Christentum, einfach dazu, ihren Status zu zeigen?“
Cig: Das ist auf den Punkt genau was ich sagen möchte. Sogar nicht ich, sondern die Geschichte sagt das. Weder ergänze ich die Tatsachen noch interpretiere ich sie. Ich erzähle nur die wissenschaftlichen Fakten.

Also, wie man sieht, ist das Tragen eines Kopftuches eine ganz alte Tradition des mittleren Osten und des mesopotamischen Raums.

Was die Verhüllung und das Tuch im Islam betrifft, ist es reine Interpretationssache, wie man die oben erwähnte Sure „Nur“ auslegt.

Viele Hermeneutiker, aber auch viele Theologen sind der Meinung, dass mit dem Bedecken von „Scham“ und „Schmuck“ Geschlechtsorgane, Busen etc. gemeint sind, und es gibt weder direkt, noch indirekt einen Hinweis darauf, dass der Kopf der Frau mit einem Tuch voll verschleiert werden soll.

Im geschichtlichen Verlauf wurden aber in fast allen Religionen einige sittliche und gesellschaftliche Konventionen in das heilige Wort Gottes hineininterpretiert. Dadurch blieben gewisse gesellschaftliche Rollen und Positionen und damit Machtverhältnisse erhalten. Es stimmt allerdings nachdenklich, dass sehr alte Auslegungen und Interpretationen, sowie die Interpretationswahrnehmung dritter Personen, die sich mit dem Thema nicht ernsthaft auseinandergesetzt haben, heute zu ungerechtfertigten Belästigungen und politischer Instrumentalisierung führen und in Gestalt der „Kopftuchdebatte“ ein gesellschaftspolitisches Problem konstruieren.

„Das größte Gut einer Religion liegt in ihrer Theologie, aber ihr größtes Übel kommt ebenfalls aus ihrer Theologie – wenn sie stagniert. Die Angst vor dem Islam ist vollkommen berechtigt. Im Namen dieser Religion werden die schrecklichsten Verbrechen begangen. Im Namen dieser Religion geschieht derzeit eine ungeheure Barbarei. Wenn die Menschen Angst vor dem Islam haben, so ist das völlig normal. Auch wenn ich kein Muslim wäre, würde ich mich fragen, was das für eine Religion ist, auf die sich Verbrecher berufen. Die Tiefe und die geistige Dimension des Koran wurden verschüttet. Stattdessen hat man millimetergenau nachgeäfft, was eine menschliche Person, nämlich der Prophet, getan haben soll.

Man läuft Gefahr, den Islam auf dem Niveau der damaligen Beduinengesellschaft festzuschreiben und ihn für immer im sechsten Jahrhundert nach Christus festzunageln. Die himmlischen Heerscharen sind nur damit beschäftigt, Bekleidungs- und Nahrungsregeln zu erlassen – wie eine himmlische Hausordnung! Wahrhaftig eine platte, ausgetrocknete Vorstellung von der Religion! In der Welt der Moscheen herrscht oft noch die Dummheit, die Unwissenheit. Niemals ein Wort der Selbstkritik. Niemals! Die ganze Welt hat unrecht, und wir ruhen uns auf unserer kleinen Wahrheit aus. Das zeigt eine Denkfaulheit, wie sie typisch ist für das Ende großer Dynastien. Die Intelligenz der Muslime ist in Ketten gelegt.

Es ist deswegen falsch zu behaupten, wer den Islam angreife, greife die Muslime an. Für den Islamforscher liegt die beste Möglichkeit zur Bekämpfung des Terrorismus darin, „die religiösen Texte und archaischen Interpretationen und Diskurse anzugreifen, die immer noch Terrorismus hervorbringen und ihn rechtfertigen“. (Soheib Bencheikh, EX- Großmufti von Marseille, Zur Zeit)

Wir hoffen, dass alle diese Argumente gerade noch ausreichend sind…


Fazit: Im Koran sucht man das Kopftuch vergeblich! Burka, Burkini, Bushija, Hijap, Chador(Abaya) und Nigab sowieso…

Quellen: Der Koran, Die Bücher der größte islamischer Denker des 20. Jahrhunderts, Muhammed Iqbal (gestorben 1938) und Die Bücher von Prof. Dr. Yasar Öztürk, Hasan Hanefi (Agathen), Ali Seitab (Iran), Mehmet Akif (Türkei)

 

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20 02 2018
By: TKG 0

Muslimischer Antisemitismus? EU-Katharina Schnurbein: „Es ist immer einfach, von einer Seite auf die andere zu zeigen“

Papst Franziskus: „Die Scheinheiligkeit ist die Sprache der Korrupten“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) bedankt sich bei Katharina von Schnurbein, Koordinatorin der Europäischen Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus.

Katharina von Schnurbein verwehrt sich dagegen, dass bestimmte Parteien beim Antisemitismus nur auf Muslime zeigen. „Jede Form von Antisemitismus ist inakzeptabel. Es ist immer einfach, von einer Seite auf die andere zu zeigen“, sagt Katharina von Schnurbein, die Koordinatorin der Europäischen Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus. Damit weist sie im Gespräch mit dem KURIER von 20.02.2018 die Annahme zurück, dass die Gefahr des muslimischen Antisemitismus wesentlich größer sei als rechter oder linker Antisemitismus.

Vor islamisch (moslemisch) motivierten Antisemitismus warnen derzeit besonders rechte und rechtsextreme Parteien die wir  ernst nehmen und infolgedessen   wie folgt Stellungnehmen:

 

Islamisch (Moslemisch) motivierten Antisemitismus ? 11 Punkte 

Historiker Wolfgang Benz und ehemaliger Direktor des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin zu Antisemitismus und politischen Kampfbegriffen

1-Pauschale Ressentiments gegen alle Angehörigen einer Religionsgemeinschaft, die mit einer abscheulichen, aber insgesamt winzigen Minderheit von militanten Fanatikern und Terroristen gleichgesetzt werden, erklären das Problem nicht. Sie vergrößern es vielmehr, weil sie darauf zielen, die Mehrheit der Muslime – die sich energisch von Islamisten und Dschihadisten distanziert – in die Solidarität mit den Fanatikern zu drängen. Dann hätte die Denunziation ihr Ziel erreicht.

2-Das neuerdings so gern beschworene „christlich-jüdische Abendland“ entbehrt jeder historischen Realität und taugt nur als politischer Kampfbegriff, mit dem „Islamkritiker“ das Menetekel(„unheilverkündendes Zeichen“) einer Invasion gefährlicher Muslime beschwören. Muslimischer Antisemitismus ist nicht genuin(angeboren), sondern politisch, er wurzelt im jungen arabischen Nationalismus. Auch dieser ist ein Import aus dem Westen.

3-Das Konstrukt einer dem Islam wesenseigenen Judenfeindschaft entstammt dem Bedürfnis, auf ein politisches Ressentiment mit gleichen Mitteln zu reagieren. Der gebotenen Verurteilung von Beleidigung, Hass und Mord oder sonstigen Manifestationen der Judenfeindschaft steht die notwendige Differenzierung nicht im Wege

4-Wenn junge Muslime auf den Straßen deutscher oder Österreich Großstädte antijüdische Parolen grölen, wenn Hassprediger gegen die Existenz Israels wüten, wenn Schüler „Jude“ als Schimpfwort gebrauchen: Gegenüber Antisemitismus, in welcher Form er sich auch äußert, kann es in einem Land keine Toleranz geben, dessen Gesellschaft Lehren aus der Geschichte des Holocaust zu ziehen versucht und die Erinnerung an den Judenmord als Element seiner politischen Kultur versteht

5-Der Rechtsstaat hat Möglichkeiten, Übergriffe zu verhindern und zu ahnden. Noch wichtiger ist Prävention durch Bildung und Aufklärung. Dazu gehört auch der rationale Umgang mit dem Antisemitismus von Muslimen. Selbstgerechtigkeit, die in Flüchtlingen nur Sendboten eines islamischen Ansturms auf Europa sieht, wie die Populisten der „Alternative für Deutschland“ (AfD), die damit den Zulauf Geängstigter bewirken, löst kein Problem, lenkt allenfalls vom Rassismus und der Judenfeindschaft in den eigenen Reihen ab.

6-Fanatiker und Fundamentalisten aller religiösen, politischen oder kulturellen Couleur sind gefährlich, weil sie für rationale Argumente und differenzierte Weltsicht unerreichbar und damit für vernünftige Konfliktlösungen unzugänglich bleiben. Das gilt nicht nur für Muslime, die Religion zur Rechtfertigung von Gewalt missbrauchen, sondern auch für Aktivisten, die sich mit der Denunziation durch Feindbilder begnügen, die mit dem Konstrukt eines genuin muslimischen Antisemitismus, das heißt einer aus dem Islam theologisch abgeleiteten Judenfeindschaft, Stimmung machen.

7-Tatsächlich ist aber der christliche Antijudaismus leider das Vorbild für muslimischen Antisemitismus. Kirchenväter in der Spätantike erfanden ihn, um den Missionsauftrag des Christentums zu rechtfertigen. Abt Hieronymus von Bethlehem nannte im 4. Jahrhundert die Juden Gottesmörder und setzte damit ein stereotypes Ressentiment in Kraft, das die katholischen Kreuzzüge und die evangelische Wut Martin Luthers überdauerte und in der Volksfrömmigkeit nicht nur der orthodoxen Kirche vital ist.

8-Die Feindschaft von Muslimen gegen Juden ist nicht im Koran begründet wie der Antijudaismus der Christen im Neuen Testament. Der Antisemitismus von Muslimen generiert sich aus politischer Solidarität, richtet sich gegen Israel und äußert sich mit den stereotypen Argumenten und Klischees eines Rassismus, der im 19. Jahrhundert den Antisemitismus hervorbrachte. Dessen Wurzeln findet man in Europa, in Deutschland, Österreich-Ungarn, in Frankreich und Russland.

9-Religiöse Vorbehalte, fixiert in Legenden, Verschwörungsfantasien und Phobien gegenüber dem vermeintlichen Streben der Juden nach Weltherrschaft sowie Neid gegen deren ebenso vermeintlichen Reichtum und Einfluss, waren der Nährboden für die Ideologie des pseudowissenschaftlich aufgemachten „modernen Antisemitismus“, die in der Katastrophe des Judenmords kulminierte.

10-Der aktuelle Antisemitismus von Muslimen beruht auf der Revitalisierung solchen Rassenwahns aus politischem Grund. Die Überzeugungen und die benutzten Argumente, wie die „Protokolle der Weisen von Zion“, kommen aus den Arsenalen der europäischen Judenfeindschaft. Das zu wissen ist die unerlässliche Voraussetzung, muslimischem Judenhass entgegenzutreten. Eine politische Lösung des Nahostkonflikts ist die andere ebenso unerlässliche Prämisse.

11-Die jahrhundertelange Ausgrenzung der Juden durch die christliche Mehrheit des Abendlandes war ausdrücklich mit deren Religion begründet und eifernde Prediger erklärten, dass der Talmud die Juden zu bösem Tun und zum Schaden der Mehrheit verpflichte. (Heute statt Talmud ist Koran gekommen) Neue, nicht weniger ahnungslose und zielstrebige Koranexegeten behaupten nun, die Religion gebiete den Muslimen Schandtaten gegen Ungläubige, wie auch den Hass gegen Juden. Stimmt aber nicht. Das glauben viele gern, weil es entlastet, Schuldige definiert und die eigenen Ressentiments vergessen lässt.

„Christlich-Jüdische Tradition“ als Kampfbegriff

Der Kulturkampfbegriff der „christlich-jüdischen Tradition“ des Abendlandes klingt nüchtern betrachtet und untersucht wie eine Farce die man gerne verwendet! Die römisch-katholische Kirche verwendet es korrekterweise de facto fast nicht aber der niederländischer rechtspopulist Geert Wilders Geerd Wilders immer .Der Kulturkampfbegriff der christlich-jüdischen Tradition des Abendlandes ist nämlich eine Farce die auch Niederwimmer verwendet!

Was sagt der Zentralrat der Juden in Deutschland ?

Bei den Juden in Deutschland herrscht keineswegs die Vorstellung einer christlich-jüdischen Tradition Deutschlands. So kann man auf der Website des Zentralrats der Juden in Deutschland Folgendes lesen: „Historisch gesehen wurde die deutsche Identität nicht nur von der deutschen Sprache und Kultur, sondern auch von der christlichen Religion geprägt. Wer außerhalb dieser Parameter stand, wurde als fremd empfunden, und kaum eine andere Bevölkerungsgruppe erlebte das schmerzvoller als Juden, deren Präsenz auf deutschem Boden seit der Zeitenwende datiert. Das tragische Ende der jüdischen Bestrebungen um Aufnahme ins deutsche Volk ist bekannt. Die Juden sehen Deutschlands kulturelle Wurzeln keineswegs im Judentum. Ihnen sind vielmehr die Verbrechen Deutschlands an den Juden präsent.“

Der Journalist und Publizist Heribert Prantl schreibt in dem Artikel „Missbrauch der Juden durch die Politik“ in der Süddeutschen Zeitung wie folgt: „Beim Reden von der christlich-jüdischen Tradition handelt es sich aber um eine gewaltige Heuchelei. Die deutsche Politik drückt die alte, früher stigmatisierte Minderheit der Juden an die Brust, um die neue Minderheit, die Muslime, zu stigmatisieren. Die Juden werden missbraucht, um die Muslime pauschal als unverträglich zu kennzeichnen. Eingeführt hat diese Unwortkombination wahrscheinlich der blonde Holländer Geert Wilders. In seinen pathetischen Reden betonte er geradezu beschwörend, dass wir Europäer unser christlich-jüdisches Erbe vor der Islamisierung verteidigen müssten.So innig wie heute war die Beziehung zwischen Christen und Juden in Deutschland noch nie. Die neue Innigkeit ist nicht von Theologen und Pastoralklerikern ausgerufen worden, sondern von Politikern. Im Jahr 72 nach der Reichspogromnacht haben sie etwas entdeckt, was es nicht gibt: eine christlich-jüdische Tradition, eine gemeinsame Kultur. Die christlich-jüdische Geschichte besteht vor allem in der Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Juden und in der Verketzerung des Talmud. Und wo es gemeinsame Wurzeln gab, hat die Mehrheitsgesellschaft sie ausgerissen. Wenn Juden anerkannt wurden, dann nach ihrem Übertritt zum Christentum. Und dieses Christentum hat bis in die jüngste Vergangenheit nicht die Gemeinsamkeit der Heiligen Schrift, sondern den Triumph des Neuen über das Alte Testament gepredigt. Zum 72. Jahrestag der Reichspogromnacht wird eine neue Kategorisierung der Minderheiten propagiert (nicht nur von scharfen Islamkritikern wie Geert Wilders und Thilo Sarrazin): in gute und schlechte, in kluge und dumme Minderheiten. Diese Sortierung wird nicht dadurch besser, dass muslimische Milieus oft sehr antisemitisch sind. Weil aber dieser Antisemitismus von der deutschen Mehrheitsgesellschaft lange kaum beachtet wurde, gibt es in jüdischen Gemeinden Sympathien für die gesellschaftliche Ausgrenzung deutscher Muslime.“

Eine Erfindung der europäischen Moderne ?

Es können viele historische Beispiele angeführt werden, die eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland ad absurdum führen. Die jüdische Philosophin Almut Shulamit Bruckstein Coruh kann wie viele andere Juden eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland nicht nachvollziehen. Hierzu meint sie: „Nein, es gab keine jüdisch-christliche Tradition, sie ist eine Erfindung der europäischen Moderne und ein Lieblingskind der traumatisierten Deutschen.“

 

Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht

Aus jüdischer Sicht muss es wie ein Hohn klingen, wenn deutsche Politiker von christlich-jüdischer Tradition sprechen. Der freie Journalist Gerald Beyrodt lehnt die Verbindung christlich-jüdisch ebenso ab: „Sicher teilen Juden und Christen die Zehn Gebote und die hebräische Bibel. Sicher wäre es auch ganz nett, wenn Politiker weniger bedenkenlos von den ‚christlichen Zehn Geboten’ reden würden als in der Vergangenheit. Doch 2000 Jahre jüdische Religionsphilosophie sind in Europa weitgehend unbekannt. Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht. Christen haben ihn jahrhundertelang ignoriert, verfemt und immer wieder verboten. Jüdische Kultur blieb der Mehrheitsgesellschaft verborgen, weil sie nichts davon wissen wollte. Stattdessen hat sie Juden jahrhundertelang mit absurden Vorwürfen belegt: Dass sie Hostien schänden, dass sie christliche Kinder töten und zu Mazze-Broten verarbeiten und an Pessach genüsslich verspeisen.“

 

„Die Scheinheiligkeit ist die Sprache der Korrupten“

Papst Franziskus appellierte  am 4.Juni.2013 an die Christen, keine „sozial korrekte“ Sprache zu gebrauchen.

Papst Franziskus fügt hinzu folgende bewegende Worte„ Dies ist die Sprache der Korruption, die Scheinheiligkeit. Wenn Jesus zu seinen Jüngern spricht, so sagt er zu ihnen: „Eure Sprache sei: Ja, ja! Nein, nein!“. Die Scheinheiligkeit ist keine Sprache der Wahrheit, weil die Wahrheit nie nur für sich steht. Nie! Sie geht immer mit der Liebe einher! Es gibt keine Wahrheit ohne Liebe. Die Liebe ist die erste Wahrheit. Wenn es keine Liebe gibt, gibt es keine Wahrheit. Diese Menschen wollen eine Wahrheit, die sie zum Zweck ihrer eigenen Interessen versklavt haben. Man kann sagen, auch hier gibt es eine Art Liebe: aber es ist eine Liebe zu sich selbst und für sich selbst. Diese narzisstische Vergötterung verführt sie dazu, andere zu betrügen, zu dem Missbrauch des Vertrauens. Denken wird heute gut darüber nach: Was ist unsere Sprache? Sprechen wird in Wahrheit, mit Liebe, oder sprechen wir ein bisschen mit dieser sozial korrekten Sprache, schöne Dinge sagend, die wir aber nicht fühlen? Möge unser Sprechen heilsbringend sein, Brüder und Schwestern! Diese Scheinheiligen, die mit Schmeichelei, Verlockung und all diesem sprechen, enden damit, sich Zeugen zu suchen, um diejenigen, denen sie zuvor noch geschmeichelt haben, zu beschuldigen. Bitten wir heute den Herrn darum, dass unser Sprechen ein einfaches Sprechen sei, das der Kinder, ein Sprechen als Kinder Gottes, ein Sprechen in Wahrheit in Liebe.“

Jesus sagt: „Wer Wichtiges zu sagen hat, der/die soll ein klares Ja oder Nein sagen, mehr nicht. Alles andere ist zu viel bzw. Übel“. 

Ja! Wir müssen noch ehrlicher miteinander umgehen weil die Scheinheiligkeit ist die Sprache der Korrupten.

DI Birol Kilic

Türkischen Kulturgemeinde Österreich
Obmann

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27 01 2018
By: TKG 0

Türkische Kulturgemeinde: 27.Januar-Erinnerung und Wachsamkeit!

Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen unter anderem auch MigratenInnen in Österreich zur Wachsamkeit mahnen.

Wien (OTS) – Heute am 27.Januar gedenken wir-Türkische Kulturgemeinde in Österreich- der Millionen Opfer des Nationalsozialismus. Wir müssen verhindern, dass „alte“ und „neue“ Formen des Antisemitismus und Rassismus alltäglicher Begleiter werden. So sei für uns das Verbrennen von israelischen Flaggen auf den Wiener Straßen nicht hinzunehmen. Egal woher wir stammen. Wir dürfen rassistischer und antisemitischer Hetze und Ausgrenzung keinen Raum geben.Ausgrenzung, Hetze und Vorurteilen müssen wir Aufklärung und Wachsamkeit der Zivilgesellschaft und des Rechtsstaates entgegenstellen. Religionen könnten besondere Akzente für den Frieden setzen – und zwar mit Besinnung auf den Kern aller Religionen zum Schutz der Menschenwürde.

Religiösen Antijudaismus, wie er von der Theologie des traditionellen und politisierten Islams, mit fundamentalistischen und aus dem historischen Zusammenhang gerissenen verfälschten Koran-Interpretationen vertreten wird, lehnen wir strikt ab. Insbesondere verurteilen wir alle unmenschlichen Hadithe späteren Datums, die Verleumdungen gegenüber der Lehre und gegenüber Propheten per se darstellen.

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19 01 2018
By: TKG 0

TKG verbeugt sich vor der großen Österreicherin

„Heimat der großen Töchter und Söhne“ hat eine große Tochter verloren.

Wien (OTS) – Mit tiefer Betroffenheit reagierte Birol Kilic, Obmann der Türkische KULTURgemeinde(TKG) in Österreich, auf das Ableben der Humanistin Ute Bock:

Ute Bocks Name steht für Menschlichkeit. In Ute Bocks Haus in der Zohmanngasse wurde niemand abgewiesen, egal woher er oder sie stammte. Anfang der neunziger Jahre waren es vor allem Kinder aus Gastarbeiterfamilien, unter anderem auch aus der Türkei, die von verschiedenen Institutionen zu Ute Bock geschickt wurden. Vielen Dank Ute Bock. Ihr Mut und Ihr Eintreten für Solidarität in der Gesellschaft macht Sie unvergessen in den Herzen der Menschen. Wir haben als Austrotürken die österreichische Bundeshymne mit folgenden Worten gelernt: Land der Berge, Land am Strome, Land der Äcker, Land der Dome, Land der Hämmer, zukunftsreich! Heimat großer Töchter und Söhne,…. Heute hat unsere neue Heimat Österreich ohne Zweifel eine große Tochter verloren. Türkische KULTURgemeinde Österreich(TKG) verbeugt sich vor der großen Österreicherin Ute Bock.

 

Quelle:

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140803_OTS0026/tuerkische-kulturgemeinde-tkg-beileidsbekundung-fuer-die-parlamentspraesidentnin-frau-mag-barbara-prammer

Bild: Veren Ute Bock

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