Jahr: 2019

05 12 2019
By: Redaktion 3 0

TKG: Nikolaus! Ja zu einer Kultur des Teilens und Gebens

„Alle Jahre wieder wird leider auf die Austrotürken in Österreich durch gewisse Kreise eine Hexenjagd über die Nikolo-Weihnachtskultur veranstaltet. Wir müssen heuer leider laut, „Nein zu Nikolo-Rassismus und ja zu einer Kultur des Teilens und Gebens“ sagen. Jedes Kind kennt ihn, jedes Kind freut sich auf ihn! Unser Landsmann aus der Türkei „Nikolo“ kommt auch dieses Jahr zu den Wiener Kindern.“ so der TKG Obmann Birol Kilic.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG) stellt klar: Die austrotürkischen Familien in Wien und in ganz Österreich haben mit dem historischen Nikolaus und dem kostümierten „Nikolo“ (mit oder ohne Bart) kein Problem, ganz im Gegenteil, sie sehen dieses Fest als kulturelle Bereicherung und als Zeichen für das barmherzige Teilen und mildtätige Geben. Der  Nikolo der auch der Schutzheilige von Russen, Serben und Griechen  und der Schutzpatron der Seeleute, Fischer, Händler, Apotheker, Schüler, Kinder, Bäcker, Schnapsbrenner, Kerzenzieher, Pfandleiher – und sogar der Diebe usw. ist auch für Muslime genau wie für die Christen ein Vorbild der Nächstenliebe! „Für die Katholiken existiert die mildtätige Bischofsfigur, die am 6. Dezember brave Kinder belohnte, weiter. „In Holland hielten die Reformierten ebenfalls an ihrem Nikolaus fest“, erklärt Becker-Huberti. Als ihre Siedler in Nordamerika Nieuw Amsterdam, das heutige New York, gründeten, feierten diese auch dort ihren „Sinterklaas“. Aus ihm wurde schließlich der volkstümliche Santa Claus – der Weihnachtsmann, der heute in der Adventszeit weltweit anzutreffen ist und der vor allem den Umsatz ankurbeln soll.“

 

Die TKG  findet das gut und bittet, dass der Hl. Nikolaus nicht als Kultureller Rassismus-Keule gegen Muslime  und insbesondere Austrotürken verwendet wird! Stattdessen soll von Politikern, Gemeinden und Pädagogen eine gemeinsame Kultur der Nächstenliebe vermittelt werden.

 

Es schmertz-Nikolaus- Diffamierung! 

 

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich fordert außerdem, diesen alljährlichen „Nikolaus-Diffamierung“ besonders gegenüber den aus der Türkei stammenden Kindern, Kleinkindern und Familien zu unterlassen! Es schmertz…Dazu gehören auch die mittlerweile entlarvten Unwahrheiten, die sich um die Wiener Kindergärten und andere Einrichtungen drehen. In der Vergangenheit haben diese Artikel zu einer Unzahl von Irritationen, Hasspostings und Hetze in den Print- und Internet-Medien geführt.

 

Wer war Nikolaus?

 

Der  Nikolaus, er wirkte Ende des 3. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts, stammt nicht aus New York oder aus Toronto und auch nicht etwa aus Rom, sondern aus der heutigen Türkei, nämlich aus der antiken lykischen Bischofsstadt Myra, dem heutigen Demre, in der Nähe der schönen Küstenstadt Antalya an der Südküste Kleinasiens.  In Demre steht auch heute noch sein (leerer) Sarkophag, die ruinöse, aber im 20. Jahrhundert restaurierte Basilika ist ein wichtiges Pilgerziel, besonders für griechisch-orthodoxe Christen. Die Gebeine kamen 1087 n. Chr. in die süditalienische Stadt Bari (Provinz Apulien) und werden, über die ganze Welt hinausgetragen, als Reliquien verehrt.

 

Wir sind stolz auf Bischof Nikolaus aus der Türkei

 

Wir, die Türkische Kulturgemeinde in Österreich und viele tausende türkische Familien in Österreich, sind sehr stolz auf „ihren“ Bischof Nikolaus, dessen Leben historisch belegt ist und dessen barmherzige Taten über den Erdkreis weitererzählt werden und die Kinderherzen erfreuen.  Wenn solch ein gutherziger Mensch und großes Vorbild aus dem eigenen Land stammt, wäre auch alles andere verwerflich! Im Gegenteil: Nikolaus von Myra ist auch für das Zusammenleben von Moslems und Christen ein perfekter Brückenbauer und ein pädagogisches Vorbild. Jedes kleine Kind, egal welcher Abstammung oder Herkunft, würde sich über die Geschichte vom Hl. Nikolaus freuen.

Während einer Hungersnot soll Nikolaus von Myra in der Türkei seinen darbenden Mitbürgern Getreide verschafft haben, indem er einige Kaufleute, deren Schiffe im Hafen von Myra vor Anker lagen, veranlasste, ihre für den Kaiser in Byzanz bestimmten Schiffsladungen nicht an ihren ursprünglichen Bestimmungsort zu bringen, sondern in die hungernden Städte und Dörfer Kleinasiens zu liefern. Als die Händler mit beklommenen Herzen weitersegelten und sich fürchteten, mit leeren Händen nach Hause zu kommen, waren die Schiffe plötzlich auf wunderbare Weise wieder vollständig beladen. Diese Legende gab den Anlass, dass neben den Kaufleuten auch die Getreidehändler, Müller und Bäcker den heiligen Nikolaus zu ihrem Zunftpatron auserkoren. Die unzähligen Patrozinien christlicher Gotteshäuser, die dem Hl. Nikolaus geweiht sind, geben davon ein beredtes Zeugnis.

Noch viele andere Legenden werden vom Hl. Nikolaus erzählt. Eine bekannte Geschichte ist, dass ein verarmter Mann sich genötigt sah, seine drei Töchter als Prostituierte zu verkaufen, weil er sie mangels Mitgift nicht standesgemäß verheiraten konnte. Nikolaus, damals noch nicht Bischof und selbst ohne entsprechende Mittel, erfuhr von der Notlage und warf in drei aufeinander folgenden Nächten je einen großen Goldklumpen durch das Fenster des Zimmers der drei Jungfrauen. Der Vater hatte nun genug Geld für die Mitgift und war nicht mehr genötigt, seine Töchter zu verkaufen. Aufgrund dieser Legende wird der Heilige oft mit drei goldenen Kugeln oder Äpfeln dargestellt. Diese Geschichte ist auch der Anlass für den Brauch, den Kindern Kleinigkeiten zum Naschen zu schenken. Dieser Brauch des Schenkens verlagerte sich später in reformatorischer Zeit auf das Weihnachtsfest. Der Rest ist bekannt.

 

„Wer Zwietracht sät, wird Hass ernten!“ 

 

Um dieses Kulturgut zu bewahren, erwarten wir von den Verantwortlichen in der Politik, den Gemeinden bei den Medien und von Pädagogen, die alljährlich über das Fest berichten oder es veranstalten, diese Tradition des „Nikolo“ an unsere christlichen und muslimischen Kinder weiterzugeben und nicht Zwietracht zu säen! Wir alle sollten mit diesem Brauchtum verantwortungsvoll umgehen und nicht die türkischen Kinder und Familien diskriminieren, als wären sie gegen den „Nikolo“. Auch die Gemeinde Wien hat nie die Nikolo-Feiern mit einem kostümierten Nikolaus untersagt, wie es in den letzten Jahren falsch in den Medien kolportiert wurde. Man ist lediglich davon abgekommen, professionelle Nikoläuse zu bestellen, da man der Meinung ist, dass dies die den Kindern bekannten Erwachsenen Personen übernehmen sollen.

Der Hl. Nikolaus darf nicht als Rassismus-Werkzeug gegen Muslime missbraucht werden! Wir sind gegen diesen „Neo-Rassismus“, also einen kulturellen Rassismus, der einen Keil zwischen die Nationen und Religionen treiben möchte oder eine Gemeinde deswegen zu Unrecht verleumdet. Wie wir gezeigt haben, eignet sich gerade der Hl. Nikolaus dazu überhaupt nicht. Dennoch versuchen alljährlich verschiedene Gruppen und Parteien, daraus politisches Kleingeld zu schlagen.

Wir wollen verhindern, dass eine Gruppe von Menschen, die eine andere Religion, Konfession oder Nationalität hat, jedes Jahr wieder auf’s Neue pauschal diskriminiert wird. Wir Austro-Türken lieben den humanistischen, christlichen Nikolaus, unseren Landsmann, und wir sind stolz auf ihn! Nein zu Nikolo-Kultureller Rassismus. Ja zu einer Kultur des Teilens und Gebens.

 

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

http://www.n-tv.de/reise/Myra-die-Heimat-des-Nikolaus-article591191.html

Christentum stammt aus der Türkei?

http://www.turkischegemeinde.at/?s=Christentum

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27 11 2019
By: TKG 0

TKG gratuliert: Haluk Bilginer gewinnt Internationalen Emmy als bester Darsteller

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG) gratuliert aus Wien.

Der türkische Schauspieler Haluk Bilginer wurde am Montagabend in New York mit dem International Emmy als bester Darsteller in dem Alzheimer-Drama „Sahsiyet“ ausgezeichnet.

Mit ihm im Rennen für den Preis in der Kategorie „Beste Leistung eines Hauptdarstellers“ war der Krefelder Jannis Niewähner (27) für seine Rolle in der Amazon-Prime-Thrillerserie „Beat“ nominiert war.

Rache ohne Erinnerungen In dem Alzheimer-Drama „Sahsiyet“ wird Agah Beyoglu (Haluk Bilginer) eine erschütternde Diagnose mitgeteilt: er hat Alzheimer. Zunächst versinkt Agah in einer Depression – bis er sich sagt, dass das Vergessen auch seine guten Seiten haben könnte – und setzt einen alten Mordplan in die Tat um. Die Mini-Serie ist im Ranking der besten Serien aller Zeiten auf imbd auf dem 34. Rang. Zu sehen war die Serie auf der türkischen Serienplattform puhu.tv. Seinen Award widmete Haluk Bilginer seiner Tochter Nazli „in der Hoffnung, dass auch sie eines Tages die Schauspielerei zu ihrer Profession machen würde“.(Hürriyet)

https://www.youtube.com/watch?v=PgNN3p6wIO8

Haluk Bilginer ist der bestbezahlte Schauspieler der Welt

Haluk Bilginer führt die am Dienstag erschienene Jahresliste der „100 bestbezahltesten Schauspieler“ von „People With Money“ an.

Es war ein hartes Jahr für den Schauspieler, doch immerhin hat er noch seine Millionen, um den Schmerz zu lindern. Der 65-jährige Haluk Bilginer  ist auf dem ersten Platz der „People With Money“-Liste über die 10 bestbezahltesten Schauspieler 2019 mit einem geschätzten Verdienst von 46 Millionen Dollar, die er aus verschiedenen Quellen einnahm.

Haluk Bilginer führt die Jahresliste der bestbezahlten Schauspieler an

Noch im Jahr 2017 sah es so aus, als ob sich die spektakuläre Karriere des Schauspielers in einer Abwärtspirale befände. Doch plötzlich war er zurück an der Spitze. Das „People With Money“-Magazin berichtete am Dienstag, den 26. November, dass Bilginer der höchstbezahlte Schauspieler der Welt sei und unfassbare 46 Millionen $ zwischen Oktober 2018 und Oktober 2019 eingenommen habe, womit er mit 20 Millionen $ seine stärksten Konkurrenten überholt.

„People With Money“-Faktoren

Bei der Zusammenstellung der diesjährigen Liste berücksichtigt das Magazin Faktoren wie Vorauszahlungen, Profitbeteiligungen, Rückstände, Sponsoring- und Werbeeinnahmen.

Der türkische Schauspieler verfügt über ein geschätztes Vermögen von 145 Millionen $. Er verdankt sein Geld einigen klugen Aktien-Investititionen, einer beträchtlichen Anzahl von Immobilien und lukrativen Sponsoring-Verträgen mit CoverGirl-Kosmetik. Darüber hinaus besitzt er mehrere Restaurants (die „Fat Bilginer Burger”-Kette) in Ankara, ein Fußball-Team (die „Izmir Angels”), hat seine eigene Vodka-Marke auf den Markt gebracht (Pure Wonderbilginer – Türkei) und versucht nun mit seiner sich gut verkaufenden Parfüm-Linie („Von Haluk mit Liebe”) und der Mode-Linie „Verführung by Haluk Bilginer” auch eine jüngere Zielgruppe zu erreichen.

Das Ranking ist für viele Haluk-Fans sehr wichtig, die auf die triumphale Rückkehr des Schauspielers gewartet haben und was ihnen wie eine kleine Ewigkeit erschien.(Mediamass)

Haluk Bilginer ist der heißeste Schauspieler der Welt

Haluk Bilginer, 65, wurde von der berühmten Zeitschrift „Glam’Mag“ in der Ausgabe vom Dezember 2019, die diese Woche erscheint, zum „heißesten Schauspieler der Welt” (Sexiest Man Alive) gekürt.

Zum zweiten Mal in Folge – 2018 und 2019

Und der Schauspieler mit dem größten Sexappeal der Welt heißt … Haluk Bilginer!

Die Zeitschrift veröffentlicht ihre Liste der 100 Männer, für die das Wort „sexy” erfunden zu sein scheint. Und ganz oben auf der Siegertreppe steht – wie zu erwarten (wenn man bei den Promis auf dem Laufenden ist):  Haluk Bilginer.

Das zweite Mal in Folge hat unser heißer Schönling, unter anderem bekannt durch seine Rolle im Film Winter Sleep, andere nicht minder heiße Männer auf die Plätze verwiesen. Und wir haben absolut nichts dagegen einzuwenden!

Twitter-Gewitter

Schon Minuten nach Bekanntgabe des diesjährigen Gewinners, wurde Bilginers 1. Platz zum Twitter-Thema Nr. 1:

Er ist ohne Zweifel sehr gutaussehend, und hat seine Karriere nicht nur mit seinen äußerlichen Reizen aufgebaut,” schrieb ein Fan.

Das #Haluk Bilginer zum ‘Erotischsten Mann der Welt’ gewählt wurde, macht   seine Verlobte wohl zur Glücklichsten Frau der Welt?”, scherzte ein anderer.

Der größte Vorteil dieser Auszeichnung ist wohl, dass die Presse dem türkischen Schauspieler in den nächsten Wochen wohl sehr viel Aufmerksamkeit schenken wird. Und was ist Ihre Meinung? Sind Sie auch der Meinung, dass Haluk Bilginer der Schauspieler mit dem größten Sexappeal der Welt ist? Und falls nicht, für wen hätten Sie gestimmt?

https://www.youtube.com/watch?v=vhaiBAFn8LQ

https://de.wikipedia.org/wiki/Haluk_Bilginer

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10 11 2019
By: TKG 0

Hochachtung! Belit Onay wird erster türkischstämmiger Oberbürgermeister einer Großstadt

Es lebe die Republik, es lebe Deutschland!

Der türkischstämmige Onay ist bundesweit der erste Oberbürgermeister mit Migrationshintergrund in einer Landeshauptstadt.

Unglaublich aber wahr!

Erstmals erobern die Grünen  mit Belit Onay eine Großstadt im Norden von Deutschland: Belit Onay setzt sich in der Stichwahl gegen den Bewerber der CDU durch. Für die Stadt bedeutet die Wahl aber wohl keine Zäsur. Die Deutschtürken freuen sich. Der Grüne Belit Onay wird Oberbürgermeister von Hannover.

Hannover ist damit laut die WELT nach Freiburg, Darmstadt und Stuttgart die vierte Großstadt, in der ein Grüner zum Oberbürgermeister aufrückt. Der Grüne Belit Onay wird Oberbürgermeister von Hannover.

In der Stichwahl setzte sich der Landtagsabgeordnete am Sonntag mit 52,9 Prozent gegen den CDU-Bewerber Eckhard Scholz durch, der auf 47,1 Prozent der Stimmen kam. Zugleich stellt die SPD damit erstmals nach mehr als 70 Jahren nicht mehr den Oberbürgermeister in der niedersächsischen Landeshauptstadt.

Es lebe die Republik, es lebe Deutschland!

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) gratuliert recht herzlich.

 

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10 11 2019
By: TKG 0

ATATÜRK – 10.November: „Wir erinnern uns mit Respekt und Sehnsucht“

Atatürk (1881-1938), der Begründer der säkularen modernen Türkei,  starb am 10. November 1938 im Alter von knapp 57 Jahren.

Wir erinnern uns mit Respekt und Sehnsucht. Er wird immer wichtiger…

Wir danken ihm für die Gründung der laizistischen Republik am 29.10.1923. Damit sind unsere Vorfahren BürgerInnen (Citiyons) einer Republik, was einmalig ist unter einem mehrheitlich muslimischen Volk. Seit 1923 existiert aber leider auch eine Contra-Revolution, welche sowohl aus dem Inn- als auch aus dem Ausland bis heute Druck gegen die laizistische Republik ausübt.

Atatürk der Heerführer im 1. Weltkrieg, 1923-1938 erster Staatspräsident der Türkei, führte moderne Reformen durch und erhielt den Ehrennamen „Atatürk“, d.h. „Vater der Türken“.  Atatürks Patriotismus war nach innen gerichtet, bezog sich auf die Türkei und ihre Bevölkerung und beinhaltete nach außen keine aggressive Komponente. Atatürk lehnte eine pantürkisch motivierte imperialistische Expansion ab.

„Frieden in der Heimat (daheim), Frieden in der Welt“ war sein Motto.

„Heute sind alle Nationen der Erde fast Verwandte geworden oder bemühen sich, es noch zu werden. Infolgedessen muss der Mensch nicht nur an die Existenz und das Glück derjenigen Nation denken, der er angehört, sondern auch an das Vorhandensein und Wohlbefinden aller Nationen der Welt … Wir wissen nicht, ob uns nicht ein Ereignis, das wir weit entfernt glauben, eines Tages erreicht. Aus diesem Grund muss man die gesamte Menschheit als einen Körper und eine Nation, als sein Glied betrachten.“ (ATATÜRK)

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

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07 11 2019
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Eine vergessene Allianz?

Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg

Wenn über das Habsburger Reich und das Osmanische Reich geredet wird – oder besser gesagt: über Österreich und die Türkei – dann kommen einem meist oder zuerst die Kriege, welche zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert stattgefunden haben, in den Sinn.

Leicht vergessen werden dabei die engen wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen der beiden Mächte im 19. und 20. Jahrhundert – der Höhepunkt beider Länder (zusammen mit Deutschland und Bulgarien), betreffen die zentralen Mächte im Großen Krieg.

Nur wenige Menschen in der Türkei und in Österreich wissen, dass österreichisch-ungarische Streitkräfte an den Kämpfen in Gallipoli und in Palästina teilgenommen haben und dass Österreich-Ungarn der Türkei Material und Ausbildungsabteilungen zur Verfügung gestellt hat. Die Türken haben außerdem 32.000 Soldaten nach Galizien als Waffenbrüder in den Krieg gesendet. Davon sind ca. 12.000 türkische Soldaten gestorben und ca. 20.000 Kriegsveteranen.

Noch weniger bekannt ist die wichtige Anwesenheit geteilter Gruppen von Osmanen an der Ostfront.

Um zukünftige Forschungsaktivitäten zu diesen Themen zu diskutieren, veranstaltete das österreichische Verteidigungsministerium in Zusammenarbeit mit der Türkischen Botschaft in Wien, der türkischen Historischen Gesellschaft in Ankara (Türk Tarih Kurumu Ankara) sowie der Österreichischen Nationalen Verteidigungsakademie einen Expertenworkshop am 7.11.2019 in Wien.

In diesem Zusammenhang hat an der Österreichischen Verteidigungsakademie eine öffentliche Podiumsdiskussion mit renommierten Historikern aus beiden Ländern stattgefunden.

Vorsitzender war Dr. Erwin A. Schmidl von der National Defense Academy.

Unter dem Vorsitz von Dr. Erwin A. Schmidl von der Nationalen Verteidigungsakademie haben Fachleute aus beiden Ländern Themen wie „die Bedeutung der beide Mächte“ einander beigemessen und Einzelheiten zum „Einsatz osmanischer Streitkräfte in Galicien“ sowie „Streitkräfte vom österreichisch-ungarischen Militär im Nahen und Mittleren Osten“ erörtert. Der Stand der Forschung und die Verfügbarkeit von Quellen wurden ebenfalls angesprochen.

 

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07 11 2019
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TKG-Gedenktag: 7. November – „Light Of Hope“

Heute gedenken wir als Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) auch den Opfern der Novemberpogrome.

Wien (OTS) – Allein in Österreich wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 insgesamt 30 Juden getötet, 7.800 wurden verhaftet und rund 4.000 ins KZ Dachau deportiert. Alle Synagogen wurden verwüstet, die allermeisten komplett niedergebrannt.

Auch der „Türkische Tempel“ in der Zirkusgasse 22 in Wien.

In der Zirkusgasse 22 befand sich bis 1938 der Hauptsitz der sephardisch-türkischen Gemeinde in Wien. 1885 bis 1887 ließ diese an der Stelle eine Synagoge errichten. Sie wurde während der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört.

Heute Abend erinnert die jüdische Jugend Wiens, gemeinsam mit Studierenden der Uni Wien, beim Fackelzug „Light Of Hope“ an die Ereignisse vor 79 Jahren. Um 18 Uhr geht es beim Heldenplatz los, über das Juridicum führt der Weg zur Schlusskundgebung am Judenplatz.

Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) wird mit dem Vorstand und Mitgliedern auch dabei sein.

Von etwa 200.000 österreichischen Juden wurden etwa 65.500 in der NS-Zeit getötet. Die TKG verneigt sich vor ermordeten Juden…

Türkische Kulturgemeine in Österreich (TKG)

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Informationen:

DIE WIENER TÜRKISCH-ISRAEILITISCHE GEMEINDE UND SYNAGOGE

DIE GESCHICHTE DER TÜRKISCHEN JUDEN

SELTSAME BEGEGNUNGEN: TÜRKEN IN MAUTHAUSEN-TKG-ETU DENKMAL ERRICHTET

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05 11 2019
By: TKG 0

„Light of Hope“ buluşması: 7. Kasım. 2019, Saat 19.00’da Heldenplatz

7.Kasım.2019,  1010, Heldenplatz’da saat 19:00´da Avusturya Universitelerin’de okuyan Musevi asıllı gençlerin her yıl düzenlediği ve kısa adı IKG olan Avusturya Musevi Cemaati‘ nin desteklediği „LIGHT OF HOPE“ adlı yürüyüşüne katılmak amacı ile buluşalım.

7. Kasım. 1938 tarihinden sonra  Nazilerin Viyana başta  olmak üzere tüm Avrupa’da Yahudiler ve   kendilerinden farklı düşünen siyasi görüşlü insanlara karşı hunharca yapılan katliam ve soykırımları anmak amacı Heldenplatz’da başlayacak  „LIGHT OF HOPE“ adlı yürüyüşe  Avusturya Türk Kültür Cemiyeti TKG’nın üyeleri ve dostları olarak katılacağız.

Bu konuda Avusturya’da yaşayan Türkler‘ in ve müslümanların Avusturya Devleti tarafından zorla komik tedavi yöntemlerine maruz kalması gerektiği gibi siyasi görüşleri tekliflerini ayrımcı ve ırkçılığın en alçak düzeyi olarak red ediyoruz. Varsa bir tedavi yöntemi buyrun tüm Avusturya’da herkese tabii tutulsun Türk toplumuda bu çoğunluğun içinde görevini yapar. Bir yandan Yahudilere karşı ırkçılık ve soykırım lanetlenirken diğer tarafdan Avusturya’da yaşayan Türk asıllı vatandaşlara Yahudiler kullanarak Avusturya sağının , Hiristiyan muhafazakar siyasi kesimin ve sözde Sol kesimin aşağılamak, karalamak ve ırkçılık yapmaya kalkması kelimenin en hafif tabiri terbiyesizliktir. Red ediyoruz. Ne Türkler toptan Yahudi nede Yahudiler’de toptan Türk düşmanı değildir.
Doğru birileri içimizen ve dışımızdan küstahca ve kin içinde Türk ve Yahudileri birbirine düşman yapmak istiyor.
Dikkatli olalım. Avusturya’da birilerinin 5. Kolu olup  maddi, manevi ve siyasi çıkarlar için ajan ve provakatörlük yapmayalım.
Sahtekarlık ve samimiyesizlik ile kraldan çok kralcı olmayalım.  Avusturya’da yaşayan Türkiye göçmenlerini din istismarı, Atatürk istismarı ve ucuz milliyetçilikler ile yarı cahil bırakıp maddi ve manevi sömürüp zalimlik yapmayalım.
Unutmayalım,“Allah‘ ın laneti zalimlerin üzerinde olsun“ (Araf, 44) ve „Aklını çalıştırmayanlar üzerine Allah lanet ve pislik yağdırır“( Yunus, 100)  indirilmiş Ayet-i Kerim vardır… Gökten tezek yağacak değil. Bakın her gün  bu kadar varlık içinde kendiniz ne görüyorsunuz. Kimseyi temsil etmeyi bırakalım..Bu kadar yağan lanet ve pislik içinde ilk önce toptan bir tövbe edelim, yanlışları tekrarlamayalım.  Aynalara küs olmayalım. Ne oldum delisi ise olmaktan çekinelim. Emin sıfatlı insanlar olalım.
 
 
Gelin izninizle tarihe kısaca ışık tutalım:

Atalarımız Avrupa´da ki Musevilere kapısını açmıştır…

Atalarımız yüzyıllar boyunca Musevine dinine mensup çeşitli milletlere ait insanlara topraklarını aşmış veya onları İspanya ve Portekiz’de olduğu gibi 1492 yıllarında bizzat oralardan gemiler ile kurtarıp kendi ülkesine getirmiş ve onlara o çağın çok ilerisinde büyük haklar ve devletin birçok önemli kademelerinde görevler vermiştir. Bu zaman içinde tüm Avrupa’da ve Rusya’da Yahudiler gettolar da yaşıyor, katliamlara uğruyor ve her türlü insanlık dışı mualemeye maruz kalıyorlardı  Belge (I)

Atatürk Türkiyesi Avrupa´da ki Musevilere kapısını açmıştır…

Avusturya ve Almanya´da Naziler  1938 -1945 yılları arasında yükselerek hem kendi ülkelerinde hem de başta Polanya, Macaristan, Fransa, Ukrayna, Rusya, Balkanlar ve Doğu Avrupa ülkelerinde  yaşayan o ülke Musevi dinine mensup vatandaşları alçakca o ülkenin kanunlarını hiçe sayarak toplama kamplarına sınırdışı ederek  yollarken  Atatürk Türkiyesi Avrupa´da ki Musevilere kapısını açmıştır…Daha fazla açmalımıydı? Evet açmalıydı.Bu övünelecek bir durum veya Yahudiler‘ in başına kalkılacak bir durum değildir. Bu bir insanlık görevidir. Az yapılmıştır ama asla fazla yapılmamıştır. Ama şu anda tarih içindeki gerçekler sisleniyor, manipüle ediliyor  ve bu insanlığı yapan milletin çocuklarına başta Avusturya olmak üzere Avrupa’da bu konuda Yahudiler kullanılarak eziyet ediliyor, aşağılanıyor ve toptan Yahudi düşmanı gösterilerek Avrupa’da 6 milyondan fazla Yahudi‘ nin soykırımına uğramasından sanki Avrupa’da ki Türkler „göbek atıyor“ gibi ifadeler ile şeytanlaştırılıyor. Türkiye’de ki siyasiler bunu kendi ve çevresinin çıkarlarının nefsi darlığı ile  göremiyorlar.  İç politikada üç beş oy daha fazla almak için veya dünyada Araplar’ın gözüne girmek için açtıkları kapanması zor yaralar  ve depremler büyük. Türkiye’nin anlı ve şanlı geçmişinden doğan artıları adeta yok sayılıyor ve eksi haline dönüştürülüyor. Acı verici!

10. Kasım.1938 Kristallnacht

Kristallnacht, “kırık camlar gecesi” (9 – 10 Kasım 1938), Nazi Almanyası’nda Yahudilere yapılan ilk büyük katliamdı.

SS Generali Heydrich’in 10 Kasım 1938 (Kristallnacht, “kırık camlar gecesi”, Yahudilere yapılan ilk büyük katliamdan önce)’de Eyalet Polisi Merkez Bürolarına ve Saha Komutanlıklarına mesajı: Selamlar: Bu gece Yahudilere karşı yapılacak önlemler.

Sadece Alman hayatına veya mülküne zarar vermeyen davranışlar yapılabilir (örneğin sinagoglar – Yahudi din evleri- yangının mahallelerde yayılma tehlikesi olmadığı sürece yakılabilir). Yahudilerin iş yerleri ve evleri tahrip edilebilir, fakat yağmalanamaz. Polis bu yönergelerin infazını gözetim altında tutup, yağmacıları tutuklamakla görevlendirilmiştir. İşyerlerinin bulunduğu sokaklarda Yahudi olmayan müesseseler her ne pahasına olursa olsun zarar görmemeleri için korunacaklardır. Gece gerçekleşen olaylar kontrol altına alınır alınmaz, belirlenmiş görevliler, her semtte yerel hapishanelerin alabildiği kadar Yahudi’yi, özellikle varlıklı Yahudileri tutuklayacaklardır. Başta sadece sağlığı yerinde, fazla yaşlı olmayan erkek Yahudiler tutuklanacaklardır. Tutuklama işlemleri biter bitmez uygun görülen toplama kampıyla irtibata geçilip Yahudilerin kamplara vakit kaybetmeden yollanması ayarlanacak…

Kristal Gece (Almanca ad ile Kristallnacht), 1938’de   9 Kasım’ı 10 Kasım’a  bağlayan gece, Nasyonal Sosyalist Partisi idâresi tarafından düzenlenen ve Yahudilere  âit ev, iş yeri ve  sinagoglara yapılmış kanlı ve ölümcül saldırıların gerçekleştiği gecenin adıdır.

O gece gerçekleşen yağma eylemleri sırasında ev, işyeri ve ibâdethanelerin tuz buz olmuş camları her yere saçılmış ve o meşûm gece ve o gecede yaşanan olaylar, halk arasında „kristal gece“ şeklinde hatırlanır olmuştur. Olayların „resmî“ asıl ismi, Almanca „Novemberpogrom„, yâni „Kasım Kıyımı“dır.

„Kasım Kıyımı“ adı verilen süreçte, 7 ile 13 Kasım 1938 arasında toplam 400 kişi öldürüldü. 1400 sinagog, Yahudîlere âit çok sayıda dinî veya sivil toplantı mekânı, binlerce işyeri, dükkân, ev ile birlikte Yahudî mezarlıkları talan ve yağma edildi.10 Kasım’dan sonra 30.000 Yahudî, toplama kamplarında gözaltına alındı, yüzlercesi bu kamplarda ya da kamplarda gördükleri muamelenin etkileri sonucu öldü.

„Kasım Kıyımı“, 1933’te başlayan Yahudî düşmanlığının düzenli bir takibe dönüşmesinin başlangıcı olarak kabul edilir. Olaylar, 3 yıl sonrasında da  Yahudi  Soykırımı’na dönüştü. Bu süreçte „Kasım Kıyımı“, Yahudî Soykırımı’nı hazırlayan temel olaylar arasında kabul edilir.

Viyana’da Türk Mabedi (Der Türkische Tempel) 10. Kasım.1938 yakılıyor

 

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10 Kasım 1938 yılında  başta Paris ve tüm Almanya Sinagogları yalan ve dolan bahaneler ile Hitler Başkanlığı’nda Nasyonel Sosyalist Alman Devleti tarafından eş zamanlı yakılırken Viyana´da TÜRK MABEDI (Belge II) adı altında Osmanlı zamanında Viyana şehrine  1718 yılında imzalanan Pasarofça Anlaşması’ndan doğan haklar ile gelen başta İstanbul, Edirne ve İzmir’den gelen  Türk Museviler’in gururla kurdukları Sinagogu’da yakılıp yıkılmış hatta tüm yıkım masraflarının parası Türk Musevi Avusturya Cemiyeti’ne Viyana’da ki Nazi Hükümeti tarafından inanılmaz bir şekilde yollanmış ve zorla ödettirilmiştir.  Bununla ilgili Viyana’da Viyana Musevi Müzesi’nde 2010 yılında düzenlenen “ Die Türken in Wien“ adlı sergiye TKG  maddi ve manevi olarak sponsor olmuştur. (Belge III) Kısaca Türkler yaşatırken Naziler yakmışlar, yıkmışlar, çalmışlar ve soykırım yapmışlardır…Avusturya’da 1938 öncesi 230 bine yakın Musevi asıllı vatandaş yaşıyordu. 200 bine yakını Viyana’da. 1945’den sonra bu sayı binlere düşmüş ve şu anda bu sayı resmi sayılara göre çoğu Rusya’dan göç etmiş Museviler  ile birlikte Avusturya Musevi Cemaati’ne üye sayısına göre 1o bine yaklaşmıştır. 1938’den önce Viyana’da Türk Musevi Cemaati yıllarca aktiv olarak ikinci Viyana’da Zirkusgasse 22’de Türk Mabedi adlı Sinagogu cevresinde toplanmışlardır.

Avusturya´da yaşayan Türk asıllı Avusturya veya Türk vatandaşlarının Yahudilere karşı gocunacakları hiç bir utançları yoktur.  Tam tersine Türkler tüm dünyadaki milletleri din, dil, ırk farkı gözetmeksizin kardeş olarak görmeyi Atatürk Türkiyesin’de öğrendik. Kimse kışkırtmasın yeter…

Bu anlamda her yıl olduğu gibi Avusturya Musevi vatandaşlarının her yıl 7. Kasım tarihinde Heldenplatz´da toplanıp birinci Viyana´da Judenplatz ´ a kadar LIGHT OF HOPE adlı yürüyüşüne katılacağız. Amacımız Avusturya takribi 60 bin tüm Avrupa´da 6 milyon Musevi asilli vatandaşın medeniyetin merkezi olarak kabul edilen Batı’nın kalbinde sadece „Yahudi dinine mensup oldukları için‘  toplama kamplarında veya şehirlerde soykırıma uğramasının acısını paylaşmak ve saygı duruşunda bulunarak tarihten nefret değil ders çıkarmaktır.

Avusturya Türk Kültür Cemiyeti olarak bu anlamda Avusturya´nın Mauthausen toplama kampında soykırıma uğrayan müslüman ve musevi Türk vatandaşlarının anısına Avusturya ve Türk Devleti´nin temsilcilerinin hazır olduğu bir törenle bir anıt dikerek 2010 yılında ölümsüzleştirmiştik. (Belge IV)

Gelin 7. Kasim.2019 tarihinde saat 19:00´da Heldenplatz´da sessizce LIGHT OF HOPE yürüyüşüne katılalım, acıları paylaşalım ve Avusturya yakın tarihini iyi öğrenerek  yeni vatanımız Avusturya’da  Musevi ve Türk asıllı insanların arasına konmak istenen nifak tohumlarına karşı tariyi iyi biliyoruz, acınızı paylaşıyoruz,  barış, esenlik ve kardeşlik ve istiyoruz diyerek cevap verelim.

Avusturya Türk Kültür Cemiyeti
Türkische Kulturgemeinde in Österreich TKG

Kaynaklar:

Belge (I)

http://www.turkischegemeinde.at/1993/09/die-geschichte-der-tuerkischen-juden/

Belge (II)

http://www.turkischegemeinde.at/2016/11/tkg-gedenken-an-novemberpogrome-tuerkischer-tempel/

Belge (III)

AUSTELLUNG: „DIE TÜRKEN IN WIEN-GESCHICHTE EINER JÜDISCHEN GEMEINDE“ IM JUDISCHEN MUSEUM
http://www.turkischegemeinde.at/2010/05/austellung-die-tuerken-in-wien-geschichte-einer-juedischen-gemeinde-im-judischen-museum/

Belge(IV)

Seltsame Begegnungen: Türken in Mauthausen-TKG-ETU Denkmal errichtet

 

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29 10 2019
By: TKG 0

Herzliche Gratulation!Die laizistische Türkische Republik wurde am 29.10.1923 ausgerufen

„Frieden daheim, Frieden in der Welt!“

Am 29.10.1923 wurde die laizistische Türkische Republik mit Atatürks Motto: „Frieden daheim, Frieden in der Welt!“ ausgerufen.

Herzliche Gratulation!

Heute vor 96 Jahren wurde die laizistische Türkische Republik durch Mustafa Kemal Atatürk am 29.10.1923 in der Türkei ausgerufen! Die meisten der 82 Millionen Menschen  in der Türkei und aus der Türkei in der Welt, in Deutschland und auch in Österreich feiern heute mit dem Herzen und sagen: „Vielen Dank für die beispielhafte Gründung der laizistischen Republik Türkei, als Europa in einer der schwierigsten und dunkelste reaktiönaren Zeiten war.“

Wir danken dem Gründer der laizistischen Republik Türkei, damit sind unsere Vorfahren Bürger (Citiyons) einer Republik geworden, worauf wir sehr stolz sind. Das war in der muslimischen Welt einmalig.

Seit 1923 existiert auch eine Contra- Revolution, gegen die laizistische Republik aus dem Inland in der Türkei und dem Ausland, bis heute. Wir müssen besonders wachsam sein weil wir hier in Europa, insbesondere im deutschsprachigen Raum wie Deutschland, Österreich und der Schweiz, leider die Wirkungen der reaktionäre Contra-Revolution täglich spüren.

Die Türkei war, ist und wird ein Nachbar der Europäischen Union bleiben und ist damit für die Stabilität und Integrität des Kontinents, beginnend am Balkan, sehr wichtig. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich wünscht sich aus Wien eine starke demokratische, rechtsstaatliche und laizistische Türkei. Ja zum Glauben, nein zum politisierten Glauben!

Es lebe die Republik in Österreich und in der Türkei!

 

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Das Gedenken an Mustafa Kemal Atatürk ist in der Türkei sehr stark ausgeprägt. Im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) in Istanbul starb Mustafa Kemal am 10. November 1938.  Die Uhren im ganzen Palast stehen entsprechend alter Sitte auf seiner Todesstunde. Zum Todestag Mustafa Kemals wird in der Türkei eine Trauerminute eingelegt, zu der landesweit Sirenen erklingen.

Atatürks Patriotismus genannt hat war nach innen gerichtet, bezog sich auf die Türkei und ihre Bevölkerung und beinhaltete nach außen keine aggressive Komponente. Er lehnte eine pantürkisch motivierte imperialistische Expansion im Gegensatz zu seinem früheren Rivalen Enver Pascha ab:

„Heute sind alle Nationen der Erde fast Verwandte geworden oder bemühen sich, es noch zu werden. Infolgedessen muss der Mensch nicht nur an die Existenz und das Glück derjenigen Nation denken, der er angehört, sondern auch an das Vorhandensein und Wohlbefinden aller Nationen der Welt … Wir wissen nicht, ob uns nicht ein Ereignis, das wir weit entfernt glauben, eines Tages erreicht. Aus diesem Grund muss man die gesamte Menschheit als einen Körper und eine Nation als sein Glied betrachten.(ATATÜRK)“[23]

 

 

Die Inschrift am ANZAC-Denkmal in Gallipoli, ein Zitat von Kemal Atatürk aus dem Jahr 1934, der bei dieser Schlacht selbst an der Front stand und die meisten seiner Männer verlor: „Diese Helden, die ihr Blut vergossen und ihr Leben gelassen haben… Ihr liegt nun in der Erde eines befreundeten Staates. Daher ruhet in Frieden. Denn es gibt für uns keinen Unterschied zwischen den Johnnies und den Mehmets, dort wo sie Seite an Seite in diesem unserem Lande liegen… Ihr Mütter, die eure Söhne aus weit entlegenen Länder geschickt habt, wischt weg eure Tränen! Eure Söhne liegen nun an unserer Brust und sind in Frieden. Ihr Leben in diesem Land verloren zu haben, machte sie genauso zu unseren Söhnen.“

 

Gesellschaftsreformer (1924–1938)

Atatürk und ein Bürger, 1930

Der Bruch mit den Strukturen und Institutionen des Osmanischen Reiches blieb ein Wagnis, das Widerstand hervorrief. Einige der wichtigen Mitstreiter aus den Anfängen des Befreiungskrieges, darunter Kâzım Karabekir und Ali Fuad, trennten sich von der Volkspartei des Präsidenten und gründeten mit der Erlaubnis Mustafa Kemals im November 1924 die oppositionelle Fortschrittspartei. Diese machte sich u. a. den Respekt vor Gewissensfreiheit und religiösen Gefühlen zum Programm und gewann Unterstützung unter den Anhängern der Scharia. Zur ernsten Herausforderung der jungen Republik und ihres Präsidenten wurde diese Entwicklung, als es im Februar 1925 in Südostanatolien zu einem Aufstand von Kurden kam, deren geistiger Führer Scheich Said die Rückkehr zu Sultanat und Kalifat propagierte. Mit aller Härte und Brutalität wurde der Scheich-Said-Aufstand militärisch niedergeschlagen und dabei das Ziel verfolgt, die kurdische Opposition weitestmöglich auszulöschen. Im Juni erging ein Verbot der Fortschrittspartei; Notstandsgesetze, Pressezensur und Justizapparat wurden gegen Opponenten in Stellung gebracht. Ein 1926 in Izmir aufgedecktes Mordkomplott dreier Verschwörer gegen den Präsidenten wurde von Mustafa Kemal als Gelegenheit genutzt, mit den Häuptern der Opposition als vermeintlichen Drahtziehern des geplanten Anschlags im Rahmen eines Schauprozesses vor dem „Freiheitsgericht“ abzurechnen. Die Republik nahm Züge einer Diktatur an.

Seine gebieterische und rastlos vorwärts drängende Natur war dem Leitbild eines modernen republikanischen Staatswesens nach westlichem Orientierungsmuster verpflichtet. Schon in einer Tagebuchaufzeichnung vom 6. Juni 1918 hatte er das Grundmotiv aller späteren Reformschritte formuliert:

„Sollte ich eines Tages großen Einfluß oder Macht besitzen, halte ich es für das Beste, unsere Gesellschaft schlagartig – sofort und in kürzester Zeit – zu verändern. Denn im Gegensatz zu anderen glaube ich nicht, daß sich diese Veränderung erreichen läßt, indem die Ungebildeten nur schrittweise auf ein höheres Niveau geführt werden. Mein Innerstes sträubt sich gegen eine solche Auffassung. Aus welchem Grund sollte ich mich auf den niedrigeren Stand der allgemeinen Bevölkerung zurückbegeben, nachdem ich viele Jahre lang ausgebildet worden bin, Zivilisations- und Sozialgeschichte studiert und in allen Phasen meines Lebens Befriedigung durch Freiheit erfahren habe? Ich werde dafür sorgen, daß sie auch dahin kommen. Nicht ich darf mich ihnen, sondern sie müssen sich mir annähern.“[10]

Dieses Programm verwirklichte er Zug um Zug, nachdem er gesiegt und in der Funktion des Staatspräsidenten die erstrebte Schlüsselposition innehatte. Es war eine Vielzahl tiefer Veränderungen in Tradition und Gewohnheiten, die er seinen Landsleuten binnen weniger Jahre umzusetzen vorgab.

Auf die Abschaffung des Kalifats ließ er ein äußeres Zeichen prowestlicher Säkularisierung folgen, indem er den Hut als männliche Kopfbedeckung als Teil der „nationalen Tracht“ propagierte (Hutrevolution) anstelle des für das ganze Osmanische Reich bis dahin typischen Mischung aus Fes, Turban und Kalpak. Wer fernerhin in der Öffentlichkeit mit diesen orientalischen Kopfbedeckungen angetroffen wurde, riskierte eine Geld- oder Gefängnisstrafe. In den gleichen Zeitraum fällt das Verbot der religiösen Bruderschaften und Orden. In Ostanatolien erhob sich gegen diese Entwicklungen teilweise erbitterter Widerstand, der mit Verhängung des Ausnahmezustands, scharfen Polizeimaßnahmen und Verhaftungen beantwortet wurde. 1934 erfolgte eine zweite Kleiderreform, welche den Geistlichen das Tragen ihres Gewands nur in ihren Arbeitsbereichen (Moschee, Beerdigung) gestattete.

Eine Umwälzung gesellschaftlicher Strukturen bedeuteten die von Mustafa Kemal eingeleiteten Schritte zur Frauenemanzipation, die in einer Neuordnung des ehelichen Scheidungsrechts, in der rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau, in der Förderung einer höheren Schulbildung und im Universitätszugang auch für Mädchen und Frauen zum Ausdruck kam.

Wie bei seinem Reformwerk nahezu durchgängig, ist Mustafa Kemal auch hier mit eigenem Beispiel vorangegangen. Als der langjährige Junggeselle schließlich heiratete, war es Latife Uşşaki, eine selbstbewusste, von westlichen Einflüssen geprägte Frau, deren emanzipiertes Auftreten ihm imponierte. Die Trauung am 29. Januar 1923 fand ohne religiöse Zeremonie statt und wurde vom Bürgermeister von Izmir vollzogen, wobei Mustafa Kemal die Gelegenheit nutzte, zu verkünden, dass alle Eheschließungen in der Türkei künftig ebenfalls von Vertretern des Staates durchzuführen seien. In der Ehe wie in der Öffentlichkeit konnte Lâtife eigene Standpunkte vertreten und so zu einer Modernisierung des Frauenbilds in der Türkei beitragen. Dabei zeigte sich allerdings auch, dass Mustafa Kemal mit seinen Staatsgeschäften und nächtlichen Diskussionsrunden zu sehr befasst war, um der jungen Frau ein ihren Wünschen entsprechendes Eheleben zu bieten. Als ihre Kritik nach zweieinhalbjähriger Ehe das für ihn tolerierbare Maß überstieg, betrieb er die am 22. Juli 1925 erfolgte Trennung und am 12. August 1925 bekanntgegebene Scheidung durch ein Talakname.[12] In der Folge gelang es ihm mittels gezielter Förderung von ihm adoptierter Mädchen und junger Frauen im eigenen Einflussbereich, das Ziel der Frauenemanzipation erfolgreich zur Geltung zu bringen. Von grundlegender gesamtgesellschaftlicher Bedeutung war die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts. Seit 1930 konnten Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen, seit 1934 auch an den Parlamentswahlen.

Mustafa Kemal als oberster Lehrer der Türkei

Es ist charakteristisch für seine Arbeits- und Vorgehensweise, dass Mustafa Kemal die Reformvorstellungen, die er in groben Zügen bereits früh entwickelt hatte, einem Kreis ausgewählter Berater und Sachkundiger bei spätabendlichen Tischgesellschaften vorstellte, für die er jeweils eine spezielle Liste der Einzuladenden ausgab. Offene Kritik ertrug er schlecht und duldete sie kaum; aber ohne den Rat und die Ideen von Sachkennern gehört zu haben, machte er sich auch nicht an die politische Umsetzung seiner Projekte.

Ende 1925 wurde die islamische Jahreszählung nach der Hedschra durch die christliche Zeitrechnung abgelöst (zu Einzelheiten der Reform des Kalenders und der Jahreszählung siehe: Rumi-Kalender).[13] Zehn Jahre später trat dann der Sonntag als arbeitsfreier Tag an die Stelle des den Muslimen heiligen Freitags. Außerdem wurde das metrische System eingeführt. Die am Koranorientierte Rechtsprechung wurde durch das Schweizer Zivilrecht[13], welches mit nur unbedeutenden Anpassungen übernommen wurde, abgelöst. Die Rechtsübernahme schloss auch das moderne Erbrecht und Familienrecht des Zivilgesetzbuches ein. Daneben wurden das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht[13] übernommen.

Als Amtssprache wurde die osmanische Hochsprache der bisherigen Eliten, die stark von der höfischen Sprache Persisch und von der heiligen Sprache Arabisch beeinflusst war, in einem von Sprachwissenschaftlern begleiteten Prozess durch die türkische Volkssprache abgelöst. Bis 1928 wurde die osmanische Sprache nach islamischer Tradition in der arabischen Schrift notiert. Mustafa Kemal ließ diese durch das lateinische Alphabet ersetzen, das der vokalreichen türkischen Sprache besser entsprach. Außerdem ließ es sich mit deutlich weniger Zeitaufwand erlernen[14] und verstärkte die durch Mustafa Kemal angestrebte Westorientierung. Auch auf diesem Feld legte er persönlich Hand an, indem er, mit Tafel und Kreide umherreisend, Unterricht erteilte.

„Vater der Türken“

Heinrich Krippel bei der Erstellung der Reiterstatue für das „Onur Anıtı“ in Samsun

Am Ende des durchgreifenden Reformprozesses stand eine Änderung des Namensrechts, die zu einer effektiveren Verwaltung des Personenstandwesens führen sollte und wiederum an westliche Muster anknüpfte: Jeder Bürger der Türkei wurde zur Annahme eines Familiennamens verpflichtet. Mustafa Kemal erhielt von der Nationalversammlung mit dem Gesetz Nr. 2587 vom 24. November 1934 den Namenszusatz bzw. Nachnamen Atatürk (Vater der Türken), welcher mit dem Gesetz Nr. 2622 unter gesetzlichen Schutz gestellt wurde. Für einige Vertraute und Weggefährten suchte er selbst die künftigen ehrenden Nachnamen aus. So auch für Ismet Pascha, der wegen seiner Verdienste im Befreiungskrieg gegen die Griechen nach dem Ort seiner beiden großen Schlachtenerfolge den Nachnamen İnönü erhielt. İsmet İnönü hat als Ministerpräsident über viele Jahre Mustafa Kemal Atatürk von der alltäglichen Regierungsroutine entlastet und wurde nach dessen Tod sein Nachfolger als Staatspräsident. Mustafa Kemals Namenswahl und die Ehrenbezeugungen, die er auf sich vereinte (1926 wurde in Istanbul ein erstes Denkmalerrichtet, dem ungezählte weitere im ganzen Lande folgten, s. u.), entsprachen den zeittypischen Formen des Personenkults in autoritären Regimen. Dieser hat in der Folge eine bis heute fortwirkende integrierende Wirkung für das türkische Staatswesen entfaltet. Atatürk gelang es, als Freiheitskämpfer, Staatspräsident und „oberster Lehrer der Nation“ mit seiner Person das Vakuum zu füllen, das mit der Abschaffung von Sultanat und Kalifat sowie mit der Abkehr von herkömmlichem Brauchtum zum Zwecke der Modernisierung einherging. So hat er es zweifellos auch als seine Aufgabe angesehen, seinem nach der Kriegsniederlage in gänzlich neuem staatlichen Rahmen zu organisierenden Volk ein Selbstbewusstsein und eine Identität zu vermitteln, ohne die es womöglich keinen stabilen neuen Staatsverband hätte bilden können. Er ist dabei sehr weit gegangen. Nicht nur, indem er, in glorifizierender Absicht, die Wurzeln des Türkentums in Mittelasien bis auf Attila und Dschingis Khan zurückführte, sondern vor allem, indem er über die Türkische Geschichtsthese und die Sonnensprachtheorie die Lehrmeinung verbreiten ließ, die Türken seien das älteste Volk der Welt, von dem alle anderen Völker direkt oder indirekt abstammten.[17]

 

Außenpolitisches Wirken

Der jugoslawische König Alexander I. und Mustafa Kemal mit Zylinderhut.

Atatürks Nationalismus war nach innen gerichtet, bezog sich auf die Türkei und ihre Bevölkerung und beinhaltete nach außen keine aggressive Komponente. Er lehnte eine pantürkisch motivierte imperialistische Expansion im Gegensatz zu seinem früheren Rivalen Enver Pascha ab:

„Heute sind alle Nationen der Erde fast Verwandte geworden oder bemühen sich, es noch zu werden. Infolgedessen muss der Mensch nicht nur an die Existenz und das Glück derjenigen Nation denken, der er angehört, sondern auch an das Vorhandensein und Wohlbefinden aller Nationen der Welt … Wir wissen nicht, ob uns nicht ein Ereignis, das wir weit entfernt glauben, eines Tages erreicht. Aus diesem Grund muss man die gesamte Menschheit als einen Körper und eine Nation als sein Glied betrachten.“[23]

1932 trat die Türkei dem Völkerbund bei. 1936 wurde ihr durch das Abkommen von Montreux die im Vertrag von Lausanne noch vorenthaltene Souveränität über die Meerengen Bosporus und Dardanellen sowie die diesbezügliche Kontrolle der Schifffahrt zugestanden. Zu Griechenland konnte schon von 1930 an ein gutnachbarliches Verhältnis hergestellt werden, und beim Balkanpakt1934 in Athen war es vor allem Atatürks multilateralen Ausgleichsbemühungen zuzuschreiben, dass ein die Türkei, Griechenland, Jugoslawien und Rumänien zusammenführendes Vertragswerk geschlossen werden konnte. Im selben Jahr schlug der griechische Premierminister Venizelos – wenn auch erfolglos – Mustafa Kemal Atatürk für den Friedensnobelpreis vor.

Zu den faschistischen Diktatoren Mussolini und Hitler hielt Atatürk unmissverständlich Abstand und hieß eine Vielzahl zu Beginn der NS-Herrschaft ins türkische Exil flüchtender Wissenschaftler, Künstler und Architekten in der Türkei willkommen, die eine Mitwirkung der Exilanten bei der Modernisierung des Landes und beim Aufbau des türkischen Hochschulwesens gut gebrauchen konnte. Für manche von ihnen wurden die Universitäten von Ankara und Istanbul[24] zu neuen Wirkungsstätten. Unter denen, die in der Türkei eine Zuflucht fanden, waren der spätere Regierende Bürgermeister von Berlin Ernst Reuter sowie die Architekten Clemens Holzmeister, der den Regierungsbezirk in Ankara entwarf, und Bruno Taut, der 1938 den Katafalk zur Trauerfeier für den verstorbenen Atatürk entwerfen sollte.

Ambivalent war das Verhältnis Atatürks zur benachbarten Großmacht Sowjetunion. Beide Staaten unterstützten sich gegenseitig in dem Bemühen, die internationale Isolierung durch die Siegermächte zu überwinden. Auch die von sowjetischer Seite dem jungen türkischen Staat in begrenztem Umfang gewährten Aufbauhilfen hat Mustafa Kemal gern entgegengenommen. Von der kommunistischen Ideologie und dem sowjetischen Gesellschaftsmodell jedoch distanzierte er sich deutlich.

Bereits beim Festakt zum zehnjährigen Jubiläum der Republik Türkei im Oktober 1933 sah Mustafa Kemal einen möglichen neuen Krieg in Europa voraus und legte sein Land für diesen Fall auf einen Kurs der Neutralität fest.[25] Dem amerikanischen General Douglas MacArthur, der zur Manöverbeobachtung Anfang der 1930er Jahre die Türkei aufsuchte, gab er folgende Prophezeiung, die allerdings erst 1951 veröffentlicht wurde, mit auf den Weg:

„Meiner Meinung nach wird das Schicksal Europas wie gestern auch morgen von der Haltung Deutschlands abhängig sein. Diese außergewöhnlich dynamische und disziplinierte Nation von 70 Millionen wird, sobald sie sich einer politischen Strömung hingibt, die ihre nationalen Begierden aufpeitscht, früher oder später den Vertrag von Versailles zu beseitigen suchen. Deutschland wird in kürzester Zeit eine Armee aufstellen können, die imstande sein wird, ganz Europa, mit Ausnahme von England und Russland, zu besetzen … der Krieg wird in den Jahren 1940/45 ausbrechen … Frankreich hat keine Möglichkeit mehr, eine starke Armee aufzustellen. England kann sich bei der Verteidigung seiner Insel nicht mehr auf Frankreich verlassen. Amerika wird in diesem Krieg genau wie im Ersten Weltkrieg nicht neutral bleiben können. Und Deutschland wird wegen des amerikanischen Kriegseintritts diesen Krieg verlieren…“[26]

Alexander Rüstow-Kessler, der von 1933-1946 in Istanbul tätig war, schrieb über seine Zeit in der Emigration: „Wir Deutsche und sicherlich Österreich haben Anlass uns dankbar daran zu erinnern, dass die Türkei in den dunkelsten Stunden unserer Geschichte nach 1933 vielen vom nationalsozialistischen Regime verfolgten Deutschen und Österreich durch Atatürk Zuflucht geboten hat, auch vielen Hochschullehrern. Sie folgten dem Ruf Kemal Atatürks, der die Bedeutung von Wissenschaft und freier akademischer Forschung für ein modernes Staatswesen erkannt hatte. Sie sind hier aufgenommen worden, forschten an den Universitäten von Ankara und Istanbul und leisteten so auch einen Beitrag zum Aufbau eines modernen Hochschulwesens in der Türkei. Ich werde dem edlen und ritterlichen türkischen Volk für diese Möglichkeit immer dankbar bleiben.“ An diesen Satz möchte ich heute im Namen aller Deutschen und Österreich erinnern.“

Mustafa Kemal Pascha, genannt Atatürk, ist allgegenwärtig in der Türkei. Sein Porträt hängt in Geschäften, Büros, Wohnzimmern, sein Gesicht ist auf T-Shirts gedruckt, auf Postkarten und Postern, seine Unterschrift findet man auf Souvenirs wie Taschenmessern und Schreibgeräten.

Atatürk ist der Republikgründer, der mit militärischem Geschick und politischem Ehrgeiz aus der Konkursmasse des Osmanischen Reichs 1923 die moderne Türkei formte. Er schaffte die arabische Schrift ab, trennte strikt zwischen Religion und Staat und suchte die Anbindung an den Westen.

Mustafa Kemal Atatürk ist Gründer der Republik Türkei und erster Staatspräsident. Sein Geburtsname ist Mustafa.

Die Beinamen erhielt er im Laufe seines Lebens. Mustafa Kemal Atatürk 1881 n.Chr. ist in Thessaloniki, das damals noch zum Osmanischen Reich gehörte, als Kind von Ali Riza Efendi, und Zübeyde Hanim geboren. Von den fünf Geschwistern Atatürks starben vier bereits in ihrer Kindheit, nur Makbule Atadan lebte bis zum Jahre 1956. Sein eigenes Geburtsdatum steht nicht genau fest, so dass er dafür später den 19. Mai wählte, an dem er 1919 mit 38 Jahren in der anatolischen Küstenstadt Samsun landete, um die Kräfte für die Befreiung des Landes von Siegermächten und Sultanat zu sammeln. Das Geburtshaus in Thessaloniki liegt neben dem türkischen Generalkonsulat.

Ein Teil des Gebäudes ist der Öffentlichkeit zugänglich und zeigt eine umfangreiche Ausstellung über Mustafa Kemal Atatürk. Während seiner Schulausbildung verlor er 1888 seinen Vater. Eine Weile blieb er bei seinem Onkel auf dem Rapla Bauernhof, kehrte dann nach Saloniki zurück und beendete seine Schule. In 1893 trat er als zwölfjähriger in die Askeri Rüştiye (Militärschule) ein. In dieser Schule wurde durch seinen Mathematiklehrer Mustafa Bey seinem Namen „Kemal“ (Vollkommener) angehängt, da er seine Schulleistungen würdigen wollte.

Die Abschlussprüfung 1895 absolvierte er als Viertbester. Im Anschluss an diese Ausbildung begann er in Istanbul sein Studium auf der Harp Okulu (Wehrdienstschule) zum Offizier. In 1902 wurde er Leutnant und setzte seine schulische Laufbahn auf der Wehrdienstakademie fort bis zum Hauptmann. In den Jahren 1905-1907 stand er in Damaskus im Dienst der fünften Armee der Osmanen, stieg weiter in seiner Offizierslaufbahn auf und wurde nach Monastir in die dritte Armee versetzt. In Damaskus kam Atatürk in Kontakt mit einem jungtürkisch-oppositionell ausgerichteten Beteiligten an einem gescheiterten Attentat auf Sultan Abdülhamid II. Nach Verbüßung einer Gefängnisstrafe war jener nach Syrien in die Verbannung geschickt worden und betrieb nun einen Buchladen, u.a. mit verbotenen französischen Schriften. Mit ihm gründete Mustafa Kemal die revolutionäre Organisation „Vaterland und Freiheit“, für die er in Jerusalem, Jaffa und Beirut weitere Mitglieder anwarb. Ende 1906 gab ihm sein militärischer Vorgesetzter Rückendeckung für eine verdeckte Reise zurück nach Saloniki, wo er Zugang zu den führenden Köpfen der jungtürkischen Opposition suchte und eine Zweigstelle seiner Organisation gründete. Der Gefahr, dort als Deserteur entdeckt zu werden, entkam er durch rechtzeitige Rückreise nach Syrien. Am 19. April 1909 nahm er in der in Istanbul einmarschierenden Armee der Befreiungsbewegung die Stellung als Generalstabchef ein. Im Jahre 1910 wurde er nach Frankreich geschickt, wo er an den Picardie-Manövern teilnahm und Französisch sowie westliche Lebensart lernte. In 1911 nahm Mustafa Kemal gemeinsam mit einer Gruppe von Freunden im Gebiet von Tobruk und Derne gegen Italien teil. Durch den Sieg am 22.12.1911 erhielt er im Anschluss den Titel des Kommandeurs von Derne. Als im Oktober 1912 der Balkankrieg ausbrach, beteiligte sich Mustafa Kemal mit den Truppen in Gallipoli und Bolayır am Krieg. Bei der Rückeroberung von Dimetoka und Edirne hat er große Dienste geleistet. Im Jahre 1913 wurde er zum Militärattache von Sofia ernannt und wurde er im Jahre 1914 zum Oberstleutnant ernannt. Seinen Dienst als Militärattache beendete er im Januar 1915. In der Zwischenzeit brach der I. Weltkrieg aus und das osmanische Reich brach zusammen.

Mustafa Kemal wurde mit der Gründung der 19. Division in Tekirdağ beauftragt. Zum größten Ruhm gelang Mustafa Kemal in Çanakkale, da es ihm in schweren und verlustreichen Kämpfen gelang die Meerenge „unpassierbar“ zu gestalten. Aber auch die englischen und französischen Flotten mussten am 18. März 1915 bei der Passierung der Dardanellen schwere Verluste hinnehmen, worauf entschlossen wurde, auf der Halbinsel Gallipoli Truppenlandungen vorzunehmen. Die am 25. April 1915 Arıburnu (Schlachtort auf Gallipoli) erreichenden Besatzungstruppen wurden durch die 19. Division unter dem Kommando Mustafa Kemals bei Conkbayırı aufgehalten. Aufgrund dieses Erfolges Mustafa Kemals wurde er zum Oberst ernannt. Die Engländer setzten am 6.-7. August 1915 abermals bei Arıburnu zum Angriff an. Der Kommandant der Anafartalar Gruppe (Anafartalar = Orte auf der Halbinsel Gallipoli) Mustafa Kemal erzielte am 9.-10. August den Sieg bei Anafartalar. Diesem Sieg folgte am 17. August der Sieg bei Kireçtepe und am 21. August der zweite Sieg bei Anafartalar. Der Widerstand musste mit 253.000 Soldaten bezahlt werden. Mustafa Kemal nahm nach Çanakkale 1916 bei den Kriegen in Edirne und Diyarbakır teil. Am 1.4.1916 stieg er zum Generalmajor auf. Nach Kämpfen mit russischen Truppen, konnte er die Rückeroberung von Muş und Bitlis erreichen.

Nach seinen kurzen Einsätzen in Damaskus und Aleppo kehrte er im Jahre 1917 wieder nach Istanbul zurück. Gemeinsam mit Kronprinz Vahidettin Efendi reiste er nach Deutschland, wo er eine genaue Analyse der Front vornahm. Nach dieser Reise erkrankte er und wurde in Wien als auch in Karlsbad behandelt. Am 15. August 1918 kehrte er als Kommandant der VII. Armee nach Aleppo zurück. An dieser Front führte er erfolgreiche Abwehrkämpfe gegen die englischen Streitkräfte. Am 31. Oktober 1918, einen Tag nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes von Mudros, wurde er zum Kommandanten der schnellen Eingreifstruppen ernannt. Als diese Armee aufgelöst wurde, kehrte er am 13. November 1918 nach Istanbul zurück und wurde im Harbiye Nezâreti (Kriegsministerium) beauftragt. Als die Entente Staaten nach dem Waffenstillstand von Mudros begannen, die osmanischen Armeen zu vereinnahmen, ging Mustafa Kemal am 19. Mai 1919 als Inspektor der 9. Armee nach Samsun. Mit dem in Amasya veröffentlichten Rundschreiben „Die Unabhängigkeit des Volkes wird durch die Entschlossenheit und Entscheidung des Volkes wieder gewonnen“ hat er am 22. Juni 1919 den Sivas-Kongress einberufen. In den am 23. Juli bis zum 7. August 1919 in Erzurum und am 4.-11. September 1919 in Sivas stattfindenden Kongressen wurden die Strategien zur Befreiung der Heimat festgelegt. Es gibt Kontroversen unter Historikern, in wie weit der dabei vorgestellte türkische Nationalismus eine Reaktion auf den von Briten geschürten anti-osmanischen arabischen Nationalismus war. Am 27. Dezember 1919 wurde Mustafa Kemal in Ankara mit großer Begeisterung empfangen. Am 23. April 1920 wurde durch die Eröffnung der Großen Türkischen Nationalversammlung ein wichtiger Schritt Richtung Gründung der Türkischen Republik unternommen. Mustafa Kemal wurde zum Vorsitzenden der Nationalversammlung und der Regierung gewählt.

Die Grosse Türkische Nationalversammlung akzeptierte die Gesetze, die zur erfolgreichen Durchführung des Befreiungskrieges notwendig waren, und begann umgehend mit deren Umsetzung. Der Türkische Befreiungskrieg begann am 15. Mai 1919 zur Befreiung von Izmir von der durch Briten unterstützten griechischen Besatzung, was mit der Befreiung Izmirs endete. Am 20. September 1920 folgten die Befreiung von Sarıkamış, Kars (30. Oktober 1920) und Gümrü (7. November 1920) und Sieg von Sakarya (13. September 1921). Im Anschluss ernannte die Grosse Türkische Nationalversammlung am 19. September 1921 Mustafa Kemal zum Generalfeldmarschalls mit dem Ehrentitel „Gazi“. Der Befreiungskrieg wurde am 24. Juli 1923 mit der Unterzeichnung des Vertrages von Lausanne abgeschlossen. Das im Vertrag von Sevres in viele kleine Enklaven zergliederte Land wurde wieder zusammengeführt. Am 23. April 1920 wurde in Ankara mit der Eröffnung der Grossen Türkischen Nationalversammlung die Gründung der Türkischen Republik bekannt gegeben. Am 1. November 1922 wurde das Amt des Kalifen und das Sultanat voneinander getrennt, das Sultanat abgeschafft. Somit wurden die Verbindungen mit dem Osmanischen Reich auf der Verwaltungsebene abgebrochen. Am 13. Oktober 1923 wurde die Republik akzeptiert, Atatürk wurde einstimmig zum Staatspräsidenten gewählt.

Am 3. März 1924 wurde auch das Kalifat durch Atatürk abgeschafft. Zu den Umgestaltungen des Rechts- Und Gesellschaftssystems gehörte die Abschaffung des islamischen Rechts [scharia], das aber ohnehin nur noch in einer pervertierten Form in den Resten des Osmanischen Reichs den Menschen keinen Schutz bieten konnte. Auch die daran gekoppelten Symbole wurden verboten, u.a. in den Hut- und Bekleidungsneuordnungen (25. November 1925). Das Tragen von Turbanen in der Öffentlichkeit wurde unter Strafandrohung verboten. Am 21. Juni 1934 folgte die Einführung des Familiennamens nach westlichem Vorbild. Am 30. November 1925 wurden die Derwischklöster und Heiligengrabmäler geschlossen. Am 26. November 1934 wurden Beinamen und frühere Titel abgeschafft. Ende 1925 wurde die islamische Zeitrechnung durch den Gregorianischen Kalender mit der Zählung ab Christi Geburt ersetzt. 1935 trat dann der Sonntag als arbeitsfreier Tag an die Stelle des den Muslimen heiligen Freitags. Bis 1931 wurden alle internationalen Maßeinheiten wie z.B. das Metermaß eingeführt. 1929/30 ereignete sich die Geschichte um die Bewegte Villa (Yürüyen Köşk). Als wichtigsten „Reformansatz“ Atatürks wird immer die Einführung der laizistischen Rechtsordnung durch die Herausgabe der Türkischen Zivilgesetze und anderer Gesetze angegeben (1924-1937).  Insbesondere die Trennung von Staat und Religion in Form des Laizismus wird ihm zugeschrieben. Allerdings liegt hierbei oft eine verklärte Betrachtungsweise des Osmanischen Reichs vor, da bereits zuvor der Scheichülislam eine Instanz war, welche die oberste religiöse Autorität stellte, während der Kalif und Sultan der Erbmonarchie die weltliche Macht beanspruchte. Nach der Einführung des Familiennamengesetzes wurde am 24. November 1934 an Mustafa Kemal von der Grossen Türkischen Nationalversammlung (der Familienname „ATATÜRK“ (Stammvater der Türken) verliehen.

Atatürk wurde am 24. April 1920 sowie am 13. August 1923 zum Vorsitzenden der TBMM gewählt. Das TBMM hat Atatürk in den Jahren 1927, 1931 und 1935 wiederum zum Staatspräsidenten gewählt. Am 29. Januar 1923 heiratete Atatürk Latife Hanım (Foto links). Die Trauung fand ohne religiöse Zeremonie statt und wurde vollzogen vom Bürgermeister von Izmir, wobei Atatürk die Gelegenheit nutzte zu verkünden, dass alle künftigen Eheschließungen in der Türkei ebenfalls von Vertretern des Staates durchzuführen seien. Die Ehe dauerte bis zum 5. August 1925 und wurde nach einer Auseinandersetzung, dessen Hintergründe nie veröffentlicht wurden, geschieden. Atatürk adoptierte die Mädchen Afet Inan, Sabiha Göktschen, Fikriye, Ülkü, Nebile, Rukiye, Zehra und den Hirtenjungen Mustafa. Die Jungen Abdurrahim und Ihsan wurden unter seine Obhut genommen.

Zur ernsten Herausforderung der jungen Republik und ihres Präsidenten wurde im gleichen Jahr eine Entwicklung, als im Februar 1925 in Südostanatolien ein Aufstand der Kurden ausbrach, dessen geistiger Führer, Scheich Said, die Rückkehr zu Sultanat und Kalifat propagierte. Der Aufstand wurde militärisch besiegt und Scheich Said hingerichtet. Im Gleichen Jahr gab es zudem Widerstand gegen die Hutrevolution. Zwischen dem 15. und 20. Oktober 1927 hielt er in dem Gebäude des ersten Parlaments, das heute Museum der Republikzeit ist, seine berühmte Marathonrede, die als Nutuk bekannt geworden ist. 1928 folgte die Buchstabenrevolution. Gekoppelt an die Reformen Atatürks wurde das Bildungs- und Kulturwesen umgestaltet. Am 1.11.1928 wurden die neuen türkischen Buchstaben auf Basis der Lateinischen eingeführt. Dieser Bruch mit der osmanischen Zeit führte dazu, dass die meisten Türken den Heiligen Qur’an nicht mehr in der Originalschrift lesen konnten. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass zum Ende des Osmanischen Reichs die Analphabetenrate ohnehin sehr hoch war. Die Inhalte des Heiligen Qur’an waren nur sehr wenigen Geistlichen [ulama] bekannt. Atatürk ließ den Heiligen Qur’an ins Türkische übertragen und las im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) als erster aus der Übersetzung vor. Zuvor gab es nur eine Übersetzung von den Nichtmuslimen Zeki Megamiz und Mihran Efendi. Atatürks Idee jedoch, dass in den Moscheen statt auf Arabisch nur noch auf Türkisch gebetet werden sollte, erwies sich als undurchführbar und wurde zurückgenommen. Von grundlegender gesellschaftlicher Bedeutung war die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts. Seit 1930 konnten Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen, seit 1934 auch an den Parlamentswahlen. Im Jahre 1937 vermachte Atatürk seine Bauernhöfe der Schatzkammer sowie einen Teil seiner Grundbesitze an die Stadtverwaltungen von Ankara und Bursa.

In seinem Erbe wurden seine Schwester, seine Adoptivkinder sowie das Institut für Türkische Sprache und Geschichte bedacht. Zu den Diktatoren Mussolini und Hitler hielt Atatürk unmissverständlich Abstand und hieß eine Vielzahl zu Beginn der NS-Herrschaft ins Exil flüchtender Wissenschaftler, Künstler und Architekten in der Türkei willkommen, die bei der Modernisierung des Landes und beim Aufbau des türkischen Hochschulwesens mithalfen. Für manche von ihnen wurden die Universitäten von Ankara und Istanbul zu neuen Wirkungsstätten. Unter denen, die in der Türkei eine Zuflucht fanden, waren z.B. der spätere Berliner Regierende Bürgermeister Ernst Reuter und der Architekt Bruno Taut, der 1938 den Katafalk zur Trauerfeier für den verstorbenen Atatürk entwerfen sollte. Biographen bescheinigen ihm zudem eine Zuneigung zu seinem Pferd Sakarya und seinem Hund Fox. In seinem Privatleben genoss er auch Alkohol, was zwar allgemein bekannt war aber aufgrund der islamischen Gebote dazu nie thematisiert wurde zu seinen Lebzeiten. Er starb am 10. November 1938, um 9.05 Uhr im Dolmabahtsche-Palast an einer Leberzirrhose, die nicht mehr geheilt werden konnte. Sein Leichnam wurde gegen alle Traditionen des Islam aufgebahrt. Erst neu Tage nach seinem Ableben soll im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) auf Drängen einer Verwandten ein Ritualgebet für Verstorbene durchgeführt, wobei umstritten ist, ob die religiösen Riten eingehalten wurden. Atatürk wurde nach Ankara überführt und am 21. November 1938 vorübergehend im Ethnographische Museum Adana in Alkohol zeremoniell bestattet. Nach dem Bau des Anıtkabir (Gedenkgrabstätte) wurde er am 10. November 1953 mit einer Zeremonie umgebettet.

Manche Aussagen, die Atatürk nach seinem Ableben zugeschrieben wurden, darunter Schmähaussagen, die Atatürk angeblich gegen Prophet Muhammad (s.) geäußert haben soll, wurden ihm von einigen westlichen Orientalisten zugeschrieben, finden sich aber nicht in originalen türkischen Quellen, so dass ihr Wahrheitsgehalt umstritten ist. Unbestritten hingegen ist seine besondere nationalistisch orientierte Denkweise, die so weit ging, dass er die Wurzeln des Türkentums in Mittelasien bis auf Attila und Dschingis Khan in glorifizierender Art zurückgeführte und die Lehrmeinung verbreiten ließ, die Türken seien eines der ältesten Völker der Welt, von dem viele der anderen Völker direkt oder indirekt abstammten; eine Lehrmeinung, die heute noch in der Türkei vorhanden ist. Außenpolitisch hatten insbesondere seine Befreiungskämpfe Wirkung. So verehrte ihn 1944 Indiens späterer Ministerpräsident Dschawaharlal Nehru als Vorkämpfer der Unabhängigkeit von den Kolonialmächten. Das Gedenken an Mustafa Kemal Atatürk ist in der Türkei sehr stark ausgeprägt. Im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) in Istanbul starb Mustafa Kemal am 10. November 1938.

Die Uhren im ganzen Palast stehen entsprechend alter Sitte auf seiner Todesstunde. Zum Todestag Mustafa Kemals wird in der Türkei eine Trauerminute eingelegt, zu der landesweit Sirenen erklingen. Sein Abbild findet sich auf sämtlichen Münzen und Geldscheinen der türkischen Währung. In vielen türkischen Städten stehen mehrere Atatürk-Statuen auf öffentlichen Plätzen und Parks. Daneben befinden sich in fast allen öffentlichen Gebäuden Büsten von Atatürk und einige Einrichtungen tragen seinen Namen: der Atatürk-Staudamm, der Internationale Flughafen Istanbuls (Atatürk Havalimanı) und das Istanbuler Atatürk Olimpiyat Stadı. Als erstes Denkmal Atatürks gilt eine Arbeit des österreichischen Bildhauer Heinrich Krippel auf der Saray-Spitze in Istanbul, welches 1925 entstand. Die Büste wurde zahllose Male reproduziert und findet sich überall im Land. Im Güvenpark in Ankara steht das „Denkmal des Vertrauens“. Es wurde 1935 nach den Entwürfen der österreichischen Bildhauer Clemens Holzmeister, Anton Hanak und Josef Thorak errichtet und trägt als Inschrift ein Zitat von Atatürk: „Türke, rühme dich, arbeite und vertraue. (Türk, öğün, calış, güven.).“ Das „Siegesdenkmal“ Atatürks des italienischen Bildhauers Pietro Canonica von 1927 auf dem Sieges-Platz in Ankara zeigt ihn in Uniform. Das „Republik-Denkmal“ (1927) des österreichischen Bildhauers Heinrich Krippel auf dem Ulus-Platz in Ankara zeigt Atatürk auf einem Pferd und soll den türkischen Freiheitskampf symbolisieren.

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28 10 2019
By: TKG 0

Provokation – Wider der Vernunft-Wer hat hier der Regie geführt?

Austrotürken distanzieren sich von diesen rüpelhaften Jugendlichen

These: „Inszenierte Kundgebung um die Türk*innen in Verlegenheit zu bringen“

Rätselhafte Demo am Stephansplatz – 18.10.2019, wovon in der türkischen „Community, Presse oder sozialen Medien“ weder jemand gesprochen noch geschrieben hat (auch keine österreichischen) und niemand über Wissen dazu verfügt.

Nur die Onlinezeitung „Presseservice-Wien“, welche kein Impressum  beinhaltet. Die Domain ist über eine niederländische Hosting-Firma registriert (AltusHost B.V.) und auf einem Server von Key Systems gelagert. Zu Recht beunruhigende bzw. neugierig gewordene Austro-Jüdische soziale Medien, Onlinezeitungen und Vereine haben darüber auch bzw. teilungen einen Bericht geteilt.

Der Bericht der Onlinezeitung „Presseservice-Wien“ lautet wie folgt:

„Am 18.10.2019 demonstrierten am Stephansplatz in der Wiener Innenstadt zwischen 50 und 100 türkische NationalistInnen und RechtsextremistInnen. Die auffällig jungen DemonstrantInnen versammelten sich neben dem Stephansdom und zeigten offen ihre Gesinnung: Neben türkischen Flaggen waren durchgehend der Wolfsgruß und mindestens einmal die 3 Halbmonde (Erkennungszeichen der rechtsextremen türkischen Partei MHP) zu sehen. Auch der Rabia-Gruß wurde oft gezeigt, was als Symbol der islamistischen Muslimbruderschaft gilt.Ein paar Demonstrant_innen marschierten unter „Takbir, Allahu Akbar“ Rufen Richtung Schwedenplatz, während zahlreiche türkische Nationalist_innen weiterhin am Stephansplatz blieben. Dort riefen sie antisemitische Parolen wie „Verdammt sei Israel“, sowie andere die direkt Bezug auf den laufenden Einmarsch der Türkischen Armee in Nordsyrien nahmen, wie „Sind in Rojava einmarschiert und haben eure Mütter gefickt“.“[1]  Video anschauen

Laut der Onlinezeitung , welche unter dem Namen „Presseservice-Wien“ geführt wird, sich als „Netzwerk freier Foto-Journalist*innen“ bezeichnet und welche sich laut Selbstdefinition als „Medienprojekt zur Dokumentation sozialer Bewegungen und rechter Mobilisierung in Zentral- und Osteuropa“ definiert, hat einige Bilder von der Demonstration ins Internet gestellt.

Die Polizei war von der Kundgebung genauso überrascht, wie viele türkische Vereine und die türkische Botschaft in Wien, weil absolut keine Informationen über die Personen oder einer dahinterstehenden Gruppierung vorhanden waren. Nach Recherchen der Türkischen Kulturgemeinde wurde diese Demonstration auch nicht ordnungsgemäß bei der zuständigen Behörde gemeldet und genehmigt.

Wir wollen Frieden daheim und Frieden in der Welt

Die Türkische Kulturgemeinde verurteilt jegliche Hetze gegen Israel auf diese Art in Österreich auf das Schärfste. Wir haben uns schon immer ausdrücklich gegen das Importieren der Konflikte von den Herkunftsländern nach Österreich gestellt und dies stark abgelehnt sowie verurteilt! Die Türkische Kulturgemeinde verurteilt Beschimpfungen über Afrin in Syrien und allgemein gegen Kurden aufs Schärfste. Wir wollen Frieden daheim und Frieden in der Welt.

Derartige Demonstrationen in Österreich bewirken, dass die ohnehin vorhandenen Vorbehalte und die Ablehnung gegenüber Türken in Österreich noch mehr angefochten werden. Diese entbehrlichen Verhaltensweisen von einigen wenigen Orientierungslosen wird so im Sinne der Sippenhaftung ausgedehnt und verursacht Schaden für alle aus der Türkei stammenden Mitbürger, mitunter aufgrund der undifferenzierten Berichterstattung. Solche Steilvorlagen werden von den politischen Rechten selbstverständlich gerne aufgegriffen und parteipolitisch instrumentalisiert. Die jüngste Forderung von FPÖ-Chef Norbert Hofer, die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft an Türken auszusetzen, ist nur eines von vielen Beispielen.[2]

Die TKG stellt sich die Frage, ob Identitätsfeststellungen bei der spontanen Kundgebung am Stephansplatz durchgeführt worden sind?

Wer waren diese Personen? Wer hat diese spontane Demonstration organisiert? Gibt es Vereine, welche hier im Hintergrund mitgewirkt haben? Wer bereitet einen derartigen Nährboden auf? Stecken Geheimdienste hinter den Organisatoren? Welche Strukturen gibt es da, wo Jugendliche auf Abruf organisiert in der Öffentlichkeit auftreten? Wurde der Verfassungsschutz eingeschaltet und wird ein Bericht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht?

These: „Inszenierte Kundgebung um die Türk*innen in Verlegenheit zu bringen“

Die Jugendlichen machen optisch keinen austrotürkischen Eindruck. Die T-Shirts, die Fahnen, die Inszenierung – das ist alles wie Schauspiel der Superlative jedoch sicherlich nicht das, was wir Türk*innen in Österreich wirklich sind. Wer übernimmt die Verantwortung dieser Pogrome?

Man gewinnt den Eindruck, dass diese Jugendlichen hier von Kräften dirigiert werden, welche bewusst die Provokation und die Aufmerksamkeit suchen. Dieses inszenierte Demo-Theater auf dem Stephansplatz mit den skandierten Slogans, die vielen türkischen Fahnen sowie das Auftreten der Jugendlichen, deuten darauf hin, dass hier eine koordinierte Vorgehensweise naheliegt. Als Gesellschaft müssen wir uns die sicherheitspolitisch relevante Frage stellen, wofür diese Jugendlichen noch alles bereit sind, instrumentalisiert zu werden? Heute eine spontane Demonstration, morgen ein in Auftrag gegebener Übergriff? Einschüchtern von Andersdenkenden oder gar ein Auftrag unliebsame Personen aus dem Weg zu räumen?

Wer trägt für solche Entwicklungen die Verantwortung und vor allem wer hat ein Interesse daran? Gerade bei diesen Punkten müssen die türkischen Vereine, die Medien und insbesondere unsere Sicherheitsbehörden sehr vorsichtig sein und dürfen die Entwicklungen nicht auf die leichte Schulter nehmen!

Wir als TKG stellen uns entschieden gegen die inflationäre Verwendung der türkischen Fahne. Diese Fahne erfüllt uns Türken mit Stolz, genauso, wie die österreichische Fahne oder die Fahnen anderer Nationen, weil wir großen Respekt gegenüber allen Ländern haben. Wir als TKG setzen uns für Frieden in der Welt ein. Jedoch kann man ohne Frieden im eigenen Haus nicht an dem Frieden in der Welt arbeiten.

Wir als TKG rufen alle türkischen und kurdischen Vereine & Verbände dazu auf, gerade in sensiblen und angespannten Zeiten wie diesen, besondere Aufmerksamkeit und Besonnenheit zu Tage zu legen. In der Vergangenheit, insbesondere in den letzten 5 Jahren, hat man – gerade in Wien – sehr viele Fehler gemacht. Die Vorurteile der Aufnahmegesellschaft gegenüber den aus der Türkei stammenden Mitbürgern sitzen tief. Solche Fehlentwicklungen, vor denen wir als TKG schon seit Jahren warnen, sind ein aufgelegter Elfmeter ohne Tormann für die geistigen „Zündler“ in unserer Gesellschaft. Deshalb braucht es auf beiden Seiten versöhnliche Töne und geistige Brückenbauer, welche die Gemeinsamkeiten, trotz der vorhandenen Unterschiede, in den Vordergrund stellen.

Juden und Türken können und dürfen nicht Feinde werden. Weil sie Brüder & Schwestern sind.

Der TKG ist bewusst, dass viele ÖsterreicherInnen mit jüdischem Glauben, in den letzten Jahren durch verstörende Entwicklungen verängstigt wurden. Diesem verloren gegangenem Vertrauen werden wir durch den entschiedenen Kampf gegenüber jegliche Form von Antisemitismus weiterhin entschieden entgegentreten, unabhängig aus welcher Ecke solche Angriffe kommen. Wir müssen einen Konsens mit gutem Willen finden, friedliche Kanäle öffnen und nicht abwarten bis durch Vorurteile und Verhetzungen das gesellschaftliche Klima kippt. Die Mehrheit der Türken in Österreich schätzen die Juden in Österreich, weil sie vorbildliche Menschen sind und nie die Feinde der Türken waren oder sind. Ganz im Gegenteil. Die Mehrheit der Juden in Österreich ist immer gegen Rassismus und Diskriminierungen gegenüber Türken aufgestanden und hat EINSPRUCH erhoben.[3] Juden und Türken können und dürfen nicht Feinde werden. Weil sie Brüder & Schwestern sind![4]

Wir als TKG werden unseren Beitrag weiterhin dazu leisten, dass in unserer Heimat Österreich das Miteinander in den Vordergrund gestellt wird und Fehlentwicklungen mit Empathie, aber mit aller Offenheit und Ehrlichkeit thematisiert werden. Als wehrhafte Demokraten ist uns die österreichische Verfassung „heilig“, weil sie hart erkämpft wurde, unsere Rechte schützt und uns Rechte gewährt, welche für viele Mitbürger mit Migrationshintergrund in ihren Herkunftsländern keine Selbstverständlichkeit darstellen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)
Obmann
DI Birol Kilic

[1] https://presse-service.at/2019/10/18/tuerkisch-nationalistische-kundgebung-in-wien-18-10-2019/?
fbclid=IwAR1RckAN0QbEXOEZWvPZHDUrDY6ABUSOdGdwDPBbxu2papPw4lwwoUJW3Ws

[2] https://kurier.at/politik/inland/hofer-fordert-vorerst-keine-staatsbuergerschaft-fuer-tuerken/400645607

[3] http://www.turkischegemeinde.at/…/muzicant-gestern…/

[4] http://www.turkischegemeinde.at/…/tkg-gedenken-an…/ und http://www.turkischegemeinde.at/…/die-geschichte-der…/

 

 

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26 10 2019
By: TKG 0

TKG: „Alles Gute zum Nationalfeiertag. Es lebe die Säkuläre  Republik Österreich!“

Österreich feiert mit seinem Nationalfeiertag die „immerwährende Neutralität“ ab 26.OKTOBER.2019 und Türkische Kulturgemeinde(TKG) feiert mit.

Für die Türkische Kulturgemeinde in Österreich bedeutet Demokratie  vom Volk gewählte Regierung und Republik dem Gemeinwohl dienende Politik. Es ist wichtig, dass Österreichs Engagement für Frieden, für Menschenrechte und Menschenwürde auch global vertreten wird.

Nach dem 26. Oktober 1955 konnte Österreich auch darangehen ein Instrument aufzubauen, das die Aufgabe hatte, die neu erreichten Werte Frieden, Freiheit, Rechtsstaat, SäkularitätGewaltenteilung und Unabhängigkeit zu schützen und souveränes Österreich zu verteidigen.

Wir müssen in Österreich die Gründung der Zweiten Republik und infolgedessen einhergehende Neuanfang, den es nach 1945 und der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus gegeben hat, ein großes Geschenk ist.

Deswegen brauchen wir mehr „Frieden in der Heimat, Frieden in der Welt“. Deswegen ist die Nationalfeiertag für die TKG Tag des Friedens.

Es lebe die Säkuläre Republik Österreich! Alles Gute zum Nationalfeiertag und die „immerwährende Neutralität“

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

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17 10 2019
By: TKG 0

TKG verlangt das Stoppen des „Importes von Problemen“ nach Österreich aufgrund von Kriegen im Nahen Osten!

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bietet in aller Freundschaft alle Institutionen und Privatpersonen aufgrund der Emotionalisierung der Probleme aus dem Nahen Osten und der Türkei, welche in Österreich großen Schaden anrichten und insbesondere eine Störung des inneren Friedens verursachen können.

Die Austrotürken darf man nicht mehr als Selbstbedienungsladen für den Gewinn von Stimmen einzelner Parteien oder für die Erhöhung der LeserInnen Zahlen benutzen.

Der Gewinn von Stimmen auf Kosten der in Österreich lebenden Türken ist auf das Schärfste zurückzuweisen. Wir möchten nicht zum Spielball der innenpolitischen und außenpolitischen Entwicklungen in Österreich oder aus der Türkei missbraucht werden und werden auch jegliche Stimmungsmache mit größter Aufmerksamkeit verfolgen.

Wir hoffen, dass die verantwortlichen PolitikerInnen und Medien das kommende Problem sehen und dagegen agieren, anstatt unter dem Vorwand „Feuerlöscher“ in Österreich zu sein als „Brandstifter bzw. Brandbeschleuniger“ agieren…

Wir Austrotürken dürfen auf der anderen Seite nicht vergessen, dass wir in einem neutralen Land mit einer anderen Vergangenheit, anderen Sitten und anderen Sensibilitäten leben. Sprichwort: „Andere Länder, andere Sitten!“

Die TKG verlangt von den in Österreich lebenden aus der Türkei stammenden Menschen vor allem nicht zu vergessen, dass sie nun in Österreich leben und bei Diskussionen zu gewissen Themen nicht unbedingt emotionalisiert teilnehmen sollten. Dabei sind Themen gemeint, welche die Türkei, Türkinnen/Türken, Kurden oder Syrien betreffen, beziehungsweise bei welchen entweder gegen Türkinnen/Türken oder gegen Kurden unter dem Vorwand „Terror, Unterdrückung bzw. Frieden“ gehetzt wird und am Ende Tot, Verletzung, Brand oder Verhetzung eintreten könnte. Das wollen wir in Österreich nicht.

Genauso wie wir, als die Türkische Kulturgemeinde als wehrhafter Demokraten in Österreich uns immer schon gegen jegliche Ausübung von Gewalt ausgesprochen haben, stehen wir auch als in Österreich lebende türkische Staatsangehörige und ÖsterreicherInnen mit türkischen Wurzeln, unseren beiden Ländern nach Atatürks Motto „Friede in der Heimat. Friede im eigenen Land.“ weiterhin diesem Vorsatz verpflichtet. Unsere neue Heimat ist Österreich mit allen seinen Facetten.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

 

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10 10 2019
By: TKG 0

Tödlichen Schüsse in Halle: Licht oder Dunkelheit, wir alle haben die Wahl !

Der Terror am jüdischen Versöhnungstag Yom Kippur in Halle ist bestialisch. Attentäter wollte in Synagoge eindringen, in der sich an Jom Kippur 51 Menschen aufhielten.

Mehr als 70 Jahre nach Auschwitz ist der Antisemitismus in Europa leider virulenter denn je.

„Antisemitismus nach Auschwitz“ verstehen wir in Europa auch als „Dunkelheit“. Licht oder Dunkelheit (Antisemitismus und  Rassismus), wir alle haben die Wahl …Es ist Ihres Zeit besser ein kleines Licht anzuzünden als über die Dunkelheit zu klagen.

In Halle ereignete sich eine ziemlich exakte Kopie des Attentats von Christchurch. Ein rechtsradikaler Mann filmt live, wie er sein Auto verlässt, um in einer religiösen Einrichtung (dort zwei Moscheen, hier eine Synagoge) Menschen mit einem Schnellfeuergewehr wahllos zu erschießen – wie in einem Computer-Ballerspiel“ so Matthias Döpfner. Ein Hallenser Nazi nimmt sich einen Australischen Nazi zum Vorbild. Für Nazis macht es keinen Unterschied, ob sie Juden oder Türken (Döner Laden)  zu töten.  Am Ende ermordet zwei Deutsche, eine 20-jährige Merseburgerin und eine 40-jährige Hallenserin.

Unser tiefes Mitgefühl und unsere Anteilnahme  gelten jetzt  den Opfern der tödlichen Schüsse in Halle, ihren Familien und Angehörigen in Deutschland.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

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30 09 2019
By: TKG 0

TKG gratuliert zum Wahlerfolg

Wien (OTS) – Wir, die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) gratulieren der ÖVP unter Sebastian Kurz, den Grünen und den NEOS zum Wahlerfolg am 29. September sehr herzlich.

Diese Wahl hat die österreichische Demokratie mit ihrer freiheitlich demokratischen Grundordnung gestärkt. Laut Messungen unserer Community sind auch sehr viele Austro-TürkenInnen zur Wahl gegangen. Das ist eine Stärkung an die österreichische Vielfalt und Demokratie. Die Mehrheit der AustrotürkenInnen wünschen sich eine starke säkulare demokratische Republik Österreich mit einer starken Gewaltentrennung.

Des Weiteren bedanken wir uns bei der SPÖ, weil sie „die Menschlichkeit“  beim Wahlkampf hervorgehoben hat. Eine Eigenschaft, welche ab und zu vergessen wird, unter dem Strich jedoch wirklich zählt.

Europa und Österreich erwarten schwierige und turbulente Zeiten, in welchen stabile, gesunde, verfassungspatriotische, wehrhafte sowie demokratische Politikerinnen und Politiker am Meisten gebraucht werden.

Deswegen freuen wir uns, dass Österreich wieder gezeigt hat, dass es als „viel gerühmtes“, „viel geliebtes“„viel geprüftes“ Land, und als „Heimat großer Töchter und Söhne“ auch möglich ist, diese schwierige Prüfung zu meistern – Hochachtung.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

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25 09 2019
By: TKG 0

TKG: „Wählen ist Bürgerpflicht! Wir gehen am 29. September 2019 wählen“

Östereich  ist das Land der Berge, Land am Strome, Land der Äcker, Land der Dome, Land der Hämmer und zukunftsreich.
Österreich ist der Heimat großer Töchter und Söhne. Österreich ist vielgerühmt, vielgeliebt  und vielgeprüft. Der 29. Oktober 2019  wird für Österreich  deswegen eine neue Prüfung, entscheidende Wahl   und Wendepunkt in seiner Geschichte, weil in Europa und der gesamten Welt turbulente Zeiten erwartet werden. Es muss uns bewusst sein. Österreich ist leider keine Insel der Seligen mehr. Die alten Zeiten sind vorbei.

Deswegen sehen viele liberale Menschen aus der Türkei, besonders „die freiheitlich-demokratische säkulare Grundordnung“  in Österreich als ihre neue Heimat an und werden sich auch weiterhin für die Zukunft des Landes engagieren und bei den bevorstehenden Wahlen sich einbringen.

Die aus der Türkei stammenden Bürger, welche jetzt mehr als einem halben Jahrhundert bereits in Österreich leben, haben sehr viele Rechte und natürlich auch Pflichten. Als verantwortungsbewusste Mitbürger wünschen wir  von ganzem Herzen nur das Beste für Österreich. Wählen gehen zu können ist ein Privileg und für uns Bürgerpflicht, welcher wir gerne nachkommen. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) ruft alle Mitglieder und BürgerInnen aus der Türkei auf am 29. September 2019 unbedingt wählen (Bürgerpflicht) zu gehen.

Es leben in Österreich ca. 280.000 Menschen (ca. 50% davon besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft) aus der Türkei, die seit über 50 Jahren Österreich in allen Bereichen unsere Gesellschaft mit aufgebaut und mitgestaltet haben.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) sieht die Republik Österreich als ein liberal demokratisches Staatswesen.
Unsere hart erkämpften Werte und Prinzipien in Österreich dürfen niemals zur Disposition stehen.
Noch wichtiger ist, dass sich die Republik Österreich als eine rechtsstaatliche und auf Gewaltenteilung sehr bedachte Kultur nach dem 2. Weltkrieg entwickelt hat und infolge dessen ist diese identitätsbildende Prägung Österreichs und seine Rechtsordnung und Traditionen zu bewahren, zu schützen und zu respektieren, egal woher man abstammt.  Die gleichen Maßstäbe würden wir uns auch von der Türkei bzw. in der Türkei erwarten und selbiges einfordern.

Die Türkische Kulturgemeine in Österreich(TKG) als Think Thank und Brückenbauer ist gegen jegliche Einmischung aus dem Ausland, sei es Pro oder Contra. Wir sind absolut unparteiisch und wünschen uns nur, dass die besten Ideen, Vorschläge und politischen Konzepte unser schönes Österreich weiter voranbringt, unabhängig von ideologischen Haltungen. Die Türkische Kulturgemeinde Österreich hat sich seit seiner Gründung als Zusammenschluss von wehrhaften Demokraten immer für eine säkulare, rechtsstaatliche und freiheitliche Grundordnung ausgesprochen.

Wir von der TKG sind der festen Überzeugung, dass mit Vernunft, Verstand und Anstand bezogene Haltung eine wesentliche Voraussetzung ist, um selbständig zu entscheiden, welche Partei man in Österreich wählt.

Deswegen bieten die Nationalratswahlen am 29. September 2019 in Österreich eine Gelegenheit durch Teilnahme an den Wahlen nicht nur ein Bürgerrecht als wehrhafte und verfassungspatriotische Demokraten zu nutzen, sondern auch seine Bürgerpflicht  zu erfüllen.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

DI Birol Kilic
Obmann

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23 09 2019
By: TKG 0

EINLADUNG ZUR ERÖFFNUNG: ISTANBUL ISTANBUL

EINLADUNG ZUR ERÖFFNUNG

MAURIZIO CIRILLO
Istanbul, Istanbul

Mittwoch, 9. Oktober 2019 | 18.30 Uhr
Zur Ausstellung: Michael Höpfner, Künstler

Wien Museum MUSA | STARTGALERIE, Felderstraße 6-8, 1010 Wien
Ausstellungsdauer: 10. Oktober – 6. November 2019
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Bitte melden Sie sich hier zur Eröffnung an!
angelika.seebacher@wienmuseum.at

In seiner künstlerischen Arbeit bewegt sich Maurizio Cirillo im Spannungsfeld zwischen Wahrheitsansprüchen und Darstellungskonventionen, zwischen der Erfahrung und dem Bild. Der urbane Raum steht im Fokus – Orte dienen dem Künstler als treibende Kraft. Sich selbst setzt er dabei stets in Kontext zu dem ihn umgebenden Raum.

In Istanbul, Istanbul spürt Cirillo sichtbaren und unsichtbaren Realitäten der rapide wachsenden Metropole am Bosporus nach. Träume und Utopien, Zerfall, aber auch Zuversicht, Freiheit, Wirklichkeit oder Einbildung sind die Themen, denen er sich widmet – Reflexionen eines dreimonatigen Aufenthalts in Istanbul, während dessen zahlreiche Fotografien und Videos entstanden.

Zu Fuß erkundete Cirillo die Peripherie der Stadt: öffentlicher Raum, der zusehends privatisiert wird; Landerweiterungen und die dadurch entstehenden Uferpromenaden; Freizeiteinrichtungen und Shoppingmalls; der neue Flughafen und Gated Communities. Sind diese urbanen Wüstenlandschaften – Nicht-Orte, in denen Utopie und Zerfall eng beieinanderliegen – die Erinnerungsorte unserer Zeit? Woran sollen sie erinnern? Woran möchten wir uns erinnern? Die raumgreifende Installation Istanbul, Istanbul gibt mögliche Antworten.

Maurizio Cirillo, geboren 1987 in Wien, studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien | 2017 Theodor Körner Preis, Auslandsatelierstipendium Istanbul, BKA | 2016 Startstipendium des BKA | 2014 Ö1 Talentestipendium, Finalist.
www.mauriziocirillo.com

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18 09 2019
By: TKG 0

TKG: „Einspruch!Österreich steht nicht vor einer ‚Massenmigration‘ aus der Türkei“

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bittet die österreichischen Politiker, die Türkei und das Flüchtlingsthema in der Innenpolitik nicht schon wieder für den österreichischen Wahlkampf zu missbrauchen.

Österreich steht weder vor einem neuen ‚Grenzsturm‘ noch vor einer ‚Massenmigration‘ aus der Türkei.

Die TKG wünschst sich und empfiehlt daher, dass zumindest die Hetze über das Flüchtlingsthema, insbesondere bezogen auf die Türkei, gestoppt wird!
Denn diese beinhaltet nicht nur sehr viel kulturellen Rassismus(Kulturalismus), sondern auch falsche Informationen und schadet für das Zusammenleben in Östereich.

Man kann zur Regierung in Ankara und den Präsident Erdogan, wie es auch wir tun,  kritisch stehen, aber man muss hier trotzdem die Spreu vom Weizen trennen. Präsident Erdogan ist nicht die Türkei und die Türkei ist nicht Präsident Erdogan! Das Verhältnis von Türkei und Österreich ist  sicher historisch belastet aber nicht schlimmer als das Verhältnis zwischen Deutschland-Frankreich gewesen.  Alle Regierungen sind sind vergänglich. Für uns sind die zwei Länder nämlich Österreich und die Türkei Freunde und nicht Feinde.

Fakten

Fakt ist, dass in der Türkei (Regierung) aber auch in der EU sehr viele Fehler bezüglich der Syrien Politik gemacht wurden.

Man muss daraus dringet etwas lernen.

Fakt ist aber ebenfalls, dass die Türkei bis jetzt ca. 35 Milliarden Euro für die Flüchtlinge an Kosten ausgegeben hat und die EU bisher nicht einmal 3 Milliarden € an die Türkei basierend der Vereinbarung zwischen EU-Türkei bezahlt hat. Die Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei, bei welcher Seitens der EU für die Türkei eine Flüchtlingshilfe von 6 Milliarden Euro zugesagt wurde, ist eigentlich ein Scherz, bei dem sich die EU nun aus der Verantwortung gezogen und den noch offenen Betrag bis jetzt nicht bezahlt hat. Statt auf die Türkei verbal einzuprügeln und als Projektionsfläche für die eigenen politischen Versäumnisse zu missbrauchen, müssten sich die EU und die Mitgliedsländer eigentlich bei der Türkei bedanken, welche sich stets an die Vertragsvereinbarung gehalten hat damit die EU und Österreich mindestens Glaubwürdig bleibt.

Glaubwürdigkeit

Stattdessen wird in den EU-Ländern, insbesondere in Österreich – (Wahlkampfzeit ist die Zeit der kollektiven Unvernunft) – gegen die Türkei, unter dem Vorwand Präsident Erdogan, pauschal gehetzt, anstatt die Großzügigkeit und Menschlichkeit der Türkei in dieser Flüchtlingsfrage zu schätzen. Mit dieser Vorgehensweise verliert die EU einen wichtigen Partner, nicht nur in der Bewältigung der Flüchtlingsthematik, sondern auch in vielen anderen politischen Belangen für die EU. Politik auf Augenhöhe sieht anders aus. Die EU, inkl. Österreich verspielen damit die restliche Glaubwürdigkeit.

Man kann zur Regierung in Ankara und den Präsident Erdogan, wie es auch wir tun, kritisch stehen, aber man muss hier trotzdem die Spreu vom Weizen trennen. Präsident Erdogan ist nicht die Türkei und die Türkei ist nicht Präsident Erdogan!

Vorsicht!

Die von den christlichen Neonazis ausgehenden Massenmorde in verschiedenen Ländern auf der Erde, zuletzt das Christchurch-Attentat in Neuseeland, nehmen immer auf Österreich und ihre Geschichte (die Türkenbelagerung 1683) Bezug. Dabei wird das Thema aus dem Zusammenhang gerissen und für die Hetze gegenüber der ca. 240.000 Austrotürkinnen und -türken und ca. 800.000 Austromusliminnen und -muslime verwendet.“ So die Behauptungen aus verschiedenen Kreisen in der Türkei und in der muslimische Welt.

 

Wir warnen!

Es ist eine große Verantwortung, sagt der Verstand.  Es ist viel Sorge, sagt die Angst. Es ist eine enorme Herausforderung, sagt die Erfahrung.
Deswegen muss Österreich muss sich endlich aus dem Missbrauch der Türkei-Politik, welche auch Türken-Hetze und Moslem-Hetze in dreifacher Ausgabe beinhaltet, retten, bevor es zu spät ist. Das wollen wir nicht.  Wir als TKG warnen seit Jahren als einsame Rufer in der Wüste vor einer Polarisierung und Spaltung!
Die Menschen aus der Türkei sind kein Selbstbedienungsladen für die primitiven, kulturellen und rassistischen Gefühle sowie die Projektionsfläche & Ablenkungsmasse für die Fehler sowie Versäumnisse der Politik. Für die türkische Bevölkerung sind die 4 Millionen Flüchtlinge eine immense Herausforderung in vielerlei Hinsicht. Daher wäre es die Aufgabe der EU, zumindest 80 % dieser Geflüchteten aufzunehmen und in den EU-Ländern gerecht zu verteilen.

 

Zurückführung nach Syrien

Lassen wir die Kirche im Dorf. Es ist nicht nur die Aufgabe der Türkei, sondern auch der EU, die ca. 4 Millionen geflüchteten Menschen zu unterstützen und damit eine konstruktive und zielführende Zurückführung nach Syrien, über die Türkei, schritt für schritt zu gewährleisten. Deswegen sollten wir hoffen, dass die Türkei stabil bleibt und dass in Syrien bald wieder Frieden herrscht und neue Häuser, Wohnungen und Infrastrukturen aufgebaut werden können.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

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12 09 2019
By: TKG 0

TKG begrüßt Max Zirngasts Freispruch durch türkische Staatsanwaltschaft

Es ist nicht nur für die vier Angeklagten eine sehr erfreuliche Nachricht, sondern sicherlich auch für viele Austrotürkinnen und -türken, die sich für die Türkei einen starken demokratisch freiheitlichen Rechtsstaat wünschen. Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) begrüßt Herrn Zirngast in seiner Heimat und ist glücklich, dass er trotz der Erlebnisse weiterhin der Türkei und den Menschen, welche sich nach Freiheit und Gerechtigkeit sehnen, verbunden bleibt und für die Demokratie kämpft.

Türkei-EU: Kopenhagener Kriterien

Eine Rückkehr zu den Kopenhagener Kriterien der EU und einer Gewaltenteilung in der Türkei ist nicht nur für die Türkei von wesentlicher Bedeutung, sondern auch für die internationalen Beziehungen und potenziellen Investoren. Denn ohne Sicherheit kein Vertrauen. Die Türkei ist für die EU von immenser Bedeutung, aber auch umgekehrt. Die TKG wünscht sich eine starke demokratische, freiheitliche und wirtschaftlich florierende unabhängige Türkei, die mit der EU auf Augenhöhe freundschaftlich kooperiert und für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger sowohl in der EU als auch in der Türkei bemüht ist. Das Schicksal der EU ist mit dem der Türkei geografisch und strategisch eng verbunden. Deshalb ist für beide Seiten ein Austausch auf Augenhöhe von enormer Bedeutung, sei es in der Flüchtlingshilfe oder im Kampf gegen jede Form von Extremismus bzw. Terrorismus.

Partnerschaft mit der Türkei ohne Scheinheiligkeit und Überheblichkeit

Der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde Österreich Birol Kilic:Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG), eine Think Tank NGO, ist stets als Brückenbauer auf Augenhöhe zwischen Österreich und der Türkei in den unterschiedlichsten Belangen bemüht und stellt die Probleme der beiden Länder, manchmal leise manchmal laut, in aller Nüchternheit offen dar. Wie wir es seit Monaten in allen Ebenen gemacht haben.  Wir können den Terror und Terrorismus in anderen Ländern nicht „soft“ oder „hard“ solidarisieren oder sympathisch finden. Wir verurteilen jede Form von Extremismus und Terrorismus und ihre Verherrlichungen, unabhängig davon was die Motive dafür sind und in welchem Land es stattfindet. Die EU soll die Türkei unbedingt wieder als konstruktiven und zielführenden Freund gewinnen und dafür ohne Überheblichkeit die ersten Schritte setzen. Die EU braucht die Türkei und die Türkei braucht die EU. Wie gestern, wie heute und wie sicherlich auch in der Zukunft. Es wäre wünschenswert, dass sich die Türkei und die EU bei der Terrorismusbekämpfung gegenseitig ohne Scheinheiligkeit unterstützen und Empathie zeigen. Genauso wollen wir keinen McCarthyismus bzw. Gesinnungskontrolle in der Türkei.“

(BILD: APA/AFP/ADEM ALTAN)

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

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09 09 2019
By: TKG 0

Stadt Wien – 1993: Die Geburt der säkularen modernen Türkei und Atatürk’s Gedanken

Damals als die modernen Euro-Türken mit ihrem Säkularitätsverständnis in der Stadt Wien hoch geschätzt wurden.

von Murat Gündüz

WIEN. Die Stadt Wien hat die säkularen türkischen Vereine bis zum Jahre 1998 mit Anerkennung geschätzt. Hier haben wir einen Beweis aus dem Jahre 1993, also vor genau 26 Jahren, als ein Verein unabhängig, mit seinen eigenen Mitteln und mit Sponsoren aus der Mitgliedschaft, etwas sehr wichtiges für das gerade sehr aktuelle Thema „säkulares Leben in der Stadt Wien“ organisiert hat.

Mit dem Titel „Die Gründung der modernen, säkularen Türkei und Atatürk’s Gedanken und Verdienste“ wollte der Verein EATA insbesondere die säkulare Lebenserfahrungen aus der Türkei nach Wien und nach Europa nahe bringen, weil sie damals eines gesehen haben: Die Vermischung Politik und Religion könnte in Österreich für die Zukunft ein Problem darstellen. Weil sich in Österreich, Deutschland, Belgien etc. seit 1980 reaktionäre Vereine etabliert haben, welche eigentlich politische reaktionäre Parteien aus der Türkei waren.
Diese Partien (Vereine) haben der säkularen Türkei den Kampf angesagt und wurden deswegen mehrmals Verboten. Gerade diese anti-modernen, reaktionäre Vereine haben die demokratische Grundordnung der Türkei bis zu den Zehen missbraucht. Mit der Konferenz wollte man somit die Europäer und Eurotürken wachrütteln. Die Türkei ist das einzige unter 54 Ländern, in welchem mehrheitlich Musliminnen und Muslime Leben und säkular laizistisch ist. Seit 1923! Von den Erfahrungen und dem KnowHow der Säkularismus schätzenden Türkinnen und Türken  sollte man Gebrauch machen. Und dafür, sollte man den Ablauf der Gründung der modernen säkularen Türkei bis jetzt kennen.

Da die Konferenz vom 11.-13. November 1993 mit ca. 500 AkademikerInnen und StudenteInnen aus verschiedensten Ländern sehr erfolgreich organisiert wurde, hat die Stadt Wien ihre Anerkennung und ihren Dank für die Veranstaltung ausgesprochen. Ob die Stadt Wien in den bisher vergangenen 26 Jahren gebrauch aus diesem Erfahrungen gemacht hat, ist leider nicht bekannt.

Auf jedem Fall aber wurde die Urkunde damals während der offiziellen Belobigungsfeier, welche im Zentrum der Stadt Wien stattgefunden hat, von dem damaligen Bürgermeisters Dr. Helmut Zilk, Vize Bürgermeister und Präsident des Wiener Tourismusverbandes Hans Mayr und vom Präsidenten der Wiener Handelskammer Komm.-Rat Dr. Walter Nettig unterschrieben. Auf dieser Anerkennungsurkunde steht folgendes: „Die Stadt Wien, die Wiener Handelskammer und das Kongreßbüro des Wiener Tourismusverbandes sprechen ihre Anerkennung und ihren Dank aus für die erfolgreiche Veranstaltung – Meeting of the European Association of Turkish Academic 11.-13. November 1993

Birol Kilic, damals Sprecher der EATA (Verband der türkischen Akademiker in Europa), sagte gegenüber der damals renommierten täglichen Zeitung Hürriyet folgendes: „Wir haben zwischen dem 11. und 13. November 1993 eine Konferenz mit dem Titel ‚Die Geburt der modernen Türkei und Atatürk’s Gedanken und Verdienste in Wien‘ mit großer Freude organisiert. Bei der Konferenz zu welcher sehr viele AkademikerInnen aus verschiedenen Ländern aus Europa nach Wien gekommen sind, waren unter anderem sehr viele ÖsterreicherInnen dabei. Das ist eine Bestätigung für unsere Arbeit und für das Zusammenleben in Wien, wo für uns Säkularität als Sauerstoff der Demokratie und dem Rechtstaat eine immense Bedeutung hat. Diese Anerkennungsurkunde der Stadt Wien hat uns sehr viel Kraft und Zustimmung gegeben.“

EATA hat sich damals wie folgt vorgestellt:

EATA – Die ab 1987 aktive Europäische Vereinigung Türkischer Akademiker. Ein europaweites Netzwerk türkisch-stämmiger Studierender und Absolventen, welches seit 2005 de facto nicht mehr funktioniert.

Zumeist in Westeuropa geboren oder zumindest aufgewachsen, gehören unsere Mitglieder der sogenannten „Zweiten Generation“ an.

EATA ist das großflächigste Netz der Zweiten Generation in Europa lebender Türken.

EATA ist eine unabhängige, überparteiliche, supraethnische und suprakonfessionelle Vereinigung.

EATA trägt zur Bildungsmobilität, vertieften Integration und effizienten Interessenvertretung der türkischen Bevölkerung Westeuropas bei.

EATA leistet einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung und fördert den europäisch-türkischen Dialog auf kultureller, politischer und wirtschaftlicher Ebene.

EATA ist um ein objektives Bild der türkischen Bevölkerung und der Türkei in der europäischen Öffentlichkeit bemüht.

EATA steht in engem Dialog und Zusammenarbeit mit politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Institutionen in Westeuropa und der Türkei.

EATA besteht aus lokalen eingetragenen Vereinen. Diese sind als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt.

EATA finanziert sich aus Zuwendungen der Privatwirtschaft und Projektfördergelder sowie aus Spenden und Mitgliedschaftsbeiträgen.

 

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05 09 2019
By: TKG 0

Indoeuropäische Sprachen stammen aus der Stepp: Zentralasien

WIEN. Die größte jemals durchgeführte Studie alter menschlicher DNA wirft ein neues Licht auf die Herkunft von zentral- und südasiatischen Bevölkerungen. Im Fokus der Studie, an der Ron Pinhasi vom Department für Evolutionäre Anthropologie der Universität Wien als Haupt-Senior-Autor beteiligt waren, steht der Ursprung der Landwirtschaft und der indogermanischen Sprachen.

 

Die Ergebnisse erscheinen aktuell in der Zeitschrift „Science“. Die Steppe bezeichnet eine Vegetationszone, die aufgrund von ganzjährigem Wassermangel lediglich von Gräsern und Kräutern bewachsen ist. Das Wort Steppe entstammt dem Russisch-Tatarischen „step“ und bedeutet im übertragenen Sinne soviel wie „nicht-bebautes Land“. Das weltweit größte Areal an zusammenhängenden Steppengebieten bildet die Eurasische Steppe. Von Ungarn, über Rumänien, die Ukraine, Russland, Kasachstan, die Mongolei bishin nach China wird eine Strecke von mehr als 6.000km zurückgelegt.Auch in anderen Erdteilen kommen Steppen vor, allerdings werden z.T. kulturell bedingt andere Begrifflichkeiten genutzt. Zu den steppenähnlichen Gebieten zählen Landschaften mit den Begriffen.(I)

Ein internationales Team von GenetikerInnen, ArchäologInnen und AnthropologInnen analysierte die Genome von 524, bislang nie untersuchten prähistorischen Individuen aus Zentral- und Südasien.

Diese Genome wurden miteinander und mit zuvor sequenzierten verglichen und mit archäologischen, sprachlichen und historischen Aufzeichnungen kontextualisiert. So konnten wichtige Details darüber gewonnen werden, wer in dieser riesigen Region vom Mesolithikum (vor etwa 12.000 Jahren) bis zur Eisenzeit (bis vor etwa 2.000 Jahren) lebte und was das für die Menschen bedeutet, die heute dort leben.

„Mit diesen Proben können wir subtile Wechselwirkungen zwischen Populationen sowie Ausreißer innerhalb von Populationen erkennen“, sagt David Reich von der Harvard Medical School: „Diese Studie unterstreicht die Stärke groß angelegter alter DNA-Studien und verändert unsere Sicht auf die Vergangenheit.“

Die Studie behandelt zwei der tiefgreifendsten kulturellen Veränderungen im alten Eurasien, die mit Bevölkerungsbewegungen verbunden sind: den Übergang von der Jäger- und-Sammler-Kultur zur Landwirtschaft und die Verbreitung der indoeuropäischen Sprachen, die heute von den Britischen Inseln bis nach Südasien gesprochen werden. „Wirklich aufregend an der Studie ist, wie sie Genetik mit Archäologie und Linguistik verbindet“, erklärt Ron Pinhasi vom Department für Anthropologie der Universität Wien: „Wir haben Daten, Methoden und Perspektiven aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zusammengeführt: Dieser integrative Zugang ermöglicht, dass wir so viele Informationen über die Vergangenheit gewinnen konnten“.

Außerdem ermöglichten neue Sampling-Methoden, den Schaden an den Skeletten möglichst gering zu halten – was laut Co-Autorin Maria Teschler-Nicola vom Department für Evolutionäre Anthropologie der Universität Wien enorm wichtig ist –, aber dennoch aufschlussreiche genetische Daten aus Regionen zu bekommen, in denen das Untersuchungsgut oft unzureichend erhalten ist.

Ursprung der Indoeuropäischen Sprachen

Indoeuropäische Sprachen – Hindi/Urdu, Bengali, Punjabi, Persisch, Russisch, Englisch, Spanisch, Gälisch und mehr als 400 andere – bilden die größte Sprachfamilie der Welt.

Steppe-Hypothese“ versus „Anatolische Hypothese“

Seit Jahrzehnten debattieren Spezialisten darüber, wie sich die indoeuropäischen Sprachen in so weit voneinander entfernte Teile der Welt ausbreiten konnten. Vielleicht über Hirten aus der eurasischen Steppe, die so genannte „Steppe-Hypothese“? Oder reisten sie mit Bauern, die sowohl aus Anatolien (heute Türkei) nach Westen als auch nach Osten zogen – die „Anatolische Hypothese“?

Die neue „Science“-Studie erbrachte nun, was Südasien betrifft, eine überzeugende Neuerkenntnis: „Wir können eine Ausbreitung von Bauern mit anatolischen Wurzeln nach Südasien ausschließen, was das Kernstück der Hypothese ist, dass Bevölkerungsbewegungen aus Anatolien und über den Iran sowohl für die Verbreitung der Landwirtschaft als auch für indoeuropäische Sprachen nach Südasien verantwortlich waren“,“ sagte Reich. „Das ist ein Schachmatt für die anatolische Hypothese.

Die aDNA-Analyse zeigt: Sie stammen von Steppen-Viehzüchtern 

Eine neue Beweislinie für einen Steppenursprung der indoeuropäischen Sprachen ist, dass die genetischen Muster den Indo-Iranischen und Balto-Slawischen Zweig überzeugend verbinden. Die aDNA-Analyse zeigt, dass beide Sprachzweige aus einer Untergruppe von Steppen-Viehzüchtern stammen, die sich vor fast 5.000 Jahren in den Westen, nach Europa, bewegten und sich dann, innerhalb der folgenden 1.500 Jahre, wieder ostwärts nach Zentral- und Südasien ausbreiteten. Dies liefert eine einfache Erklärung in Bezug auf die Bevölkerungsbewegungen des prähistorischen Menschen, für die ansonsten rätselhaften gemeinsamen sprachlichen Merkmale dieser beiden Zweige des Indo-Europäischen, die heute durch große geografische Entfernungen getrennt sind.

Ursprünge der Landwirtschaft

Die Studie informiert auch darüber, ob der Wandel einer Wirtschaftsform stärker von Populationsbewegungen oder dem Kopieren von Ideen oder lokalen Erfindungen getrieben wurde. In Europa haben aDNA-Studien deutlich gemacht, dass die Landwirtschaft zusammen mit einem Zustrom von Menschen mit Abstammung aus Anatolien ankam.

Die neue Studie zeigt eine ähnliche Dynamik im Iran und in Zentralasien, d.h., dass anatolische Abstammung und Landwirtschaft ungefähr zur gleichen Zeit ankamen. Die Ausbreitung der Landwirtschaft in diesen Regionen wurde also auch durch Wanderbewegungen der Menschen angetrieben.

Die Ausbreitung der Landwirtschaft beinhaltete also nicht nur eine westliche Richtung von Anatolien nach Europa, sondern auch eine ostwärts gewandte von Anatolien nach Asien, quasi eine bronzezeitliche Seidenstraße

In Südasien sieht die Situation ganz anders aus

Die ForscherInnen fanden keine Spur von anatolischer Abstammung, die ein Kennzeichen der Ausbreitung der Landwirtschaft nach Westen ist. Das bedeutet, dass die Landwirtschaft in Südasien nicht auf die Zuwanderung von Menschen zurückzuführen ist – zumindest nicht auf Menschen aus den früheren Bauernkulturen des Westens. Stattdessen nahmen die lokalen Bevölkerungen diese Wirtschaftsform an. „Vor der Ankunft der Steppen-Viehzüchter, die ihre indoeuropäischen Sprachen vor viertausend Jahren brachten, finden wir keine Hinweise auf große Bevölkerungsbewegungen nach Südasien„, so Reich.

Quell: Publikation in „Science“
The formation of human populations in South and Central Asia
Narasimhan et al., Science 365, eaat7487 (2019)

(I) http://www.biologie-schule.de/vegetationszone-steppe.php

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27 08 2019
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TKG: „Wie kann der 2 Meter große Messer-Täter frei herumlaufen?“

Die TKG wünscht Andac A. eine gute Besserung nach der niederträchtigen Messerattacke in Wien.

Frage: Wie kann der 2 Meter große Täter immer noch frei in Wien herumlaufen?

von Antonia Gabriel -Türkische Kulturgemeinde in Österreich

Wien. Andac A. ist ein junger, ruhiger und lieber Mann der in Wien Architektur studiert und bisher mit ÖsterreicherInnen nie Probleme gehabt hat – ganz im Gegenteil. Was aber Andac A. am 24. August 2019, einem Samstagabend, gegen 22 Uhr widerfahren ist, wird sein Leben für immer prägen.

Herr Andac zeigt uns hier den ungefähren Ort des Geschehens.

„….dass ich eine tiefe blutige Wunde am Rücken habe“ 

Der Vorfall ereignete sich im 17. Wiener Bezirk in der Taubergasse, Höhe Rosensteingasse. Andac A. hat, wie viele andere junge Menschen in einer der sichersten Städte der Welt (Wien) mit Kopfhörern auf der Straße Musik gehört, als er am Weg zu einem Freund war und wurde dabei von hinten von einem unbekannten Mann (ca. 2 Meter groß, kurze Haare, Dreitagebart) niederträchtig, skrupellos und menschenfeindlich mit einem Messer in den Rücken gestochen. Andac A. kennt den Mann nicht. Als ihm der Stich zugefügt wurde, hat er zuerst geglaubt, dass es nur ein unglaublich brutaler Faustschlag war, da er durch den schnellen harten Stoß das Messer garnicht spürte. Erst nach mehreren Minuten, nachdem er von dem Mann weggelaufen war, stellte er fest, dass die Stelle nass war. Er hat daraufhin Panik bekommen und sofort angefangen nach Hilfe zu schreien. Den Ablauf beschreibt Andac A. dann wie folgt: „Als ich weggelaufen bin und nach Hilfe geschrien habe, sind Menschen auf mich zugekommen und haben mir gesagt, dass ich eine tiefe blutige Wunde am Rücken habe. Dann habe ich verstanden, dass dieser Mann, den ich gerade noch am Straßenrand stehen gesehen habe, versucht hat, mich zu erstechen. Ich kann mich noch erinnern, dass er etwas in der Hand hatte, was für mich wie ein Holzbrett ausgeschaut hat. Vermutlich war darin das Messer versteckt. Ich hatte mir so etwas wirklich nicht erwartet. Man hat mich dann sofort in das Lorenz Böhmer Unfallkrankenhaus gebracht, in welchem ich bis jetzt noch auf der Intensivstation liege. Ich fühle noch immer einem Schockzustand und muss erst verstehen, wie das alles passiert ist.“

Wir haben in Namen der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG) Herrn Andac A. am 27. August  mit unserem Obmann der TKG, Birol Kilic, besucht und ihm nicht nur gute und baldige Genesung gewünscht, sondern auch eine sofortige anwaltliche Hilfe und eine einmalige finanzielle Unterstützung angeboten, was wir als NGO bei solchen extremen Fällen ad hoc zur Verfügung haben. Andac A. hat sich höflich mit folgenden Worten bedankt: “ Vielen herzlichen Dank. Ihr Besuch hat mich sehr gefreut und ist eine große Unterstützung.“ Die finanzielle und anwaltliche Hilfe hat er jedoch abgelehnt.

„Der Täter war ca. 2 Meter groß hat kurze Haare und einen Dreitagebart!“

Herr Andac A. hat das Profil des Täters wie folgt beschrieben: „Er war ca. 2 Meter groß hat kurze Haare und einen Dreitagebart.“  Des Weiteren erzählte er: „Warum man bis jetzt kein Phantombild für die Fahndung verlangt hat ist mir ein Rätsel. Man könnte mir ja vielleicht auch sofort mehrere Bilder zeigen, von Personen, welche in Fragen kommen könnten. Vielleicht könnte ich den Täter ja sofort erkennen. Aber man hat mir nur kurz ein paar Fragen gestellt und eine Visitenkarte hinterlassen. Das war alles von letzten Samstag bis heute (Dienstag,27.09.2019). Der Täter wollte mich umbringen (Das Messer hat das Herz de facto um 3 cm verfehlt). Ich kenne den Täter nicht und er läuft jetzt weiter unauffällig in der Öffentlichkeit in Wien herum. Man hat mich in dem Krankenhaus sehr gut behandelt, wofür ich mich insbesondere bedanken möchte. Ein Dank gilt auch den Behörden, welche vor Ort sehr schnell und gut reagiert haben. Ich habe in meinen Leben mit niemanden einen Streit und lebe grundsätzlich ein sehr ruhiges Leben. Es ist alles ein Wunder, dass ich noch lebe. Wie kann in Wien so etwas passieren und wer wird vom den Täter wohl das nächste Opfer sein? Es geht hier nicht nur um mich, sondern um die Sicherheit der gesamten Gesellschaft.“

Akute Gefahr für das Gemeinwohl- Wer ist das nächste Opfer?

Der Obmann der TKG Birol Kilic wünscht im Namen der Türkische Kulturgemeinde in Österreich , Herrn Andac A. baldige Genesung und fordert die rasche Erstellung eines Phantombildes vom Täter, welcher für das Gemeinwohl eine akute Gefahr darstellt, sowie dessen Verteilung an die österreichische und besonders an die wiener Presse denn der 2 Meter große skrupellose Messermann (Täter) egal welcher Abstammung mit kurzen Haaren darf  in Wien nicht frei herum spazieren und stellt folgende Frage: „Wer ist das nächste Opfer?“ (TKG, Wien,28.08.2019)

28-Jährigen in Rücken gestochen: Jetzt spricht das Opfer
https://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/28-Jaehrigen-in-Ruecken-gestochen-Jetzt-spricht-das-Opfer/394776333

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20 08 2019
By: TKG 0

TKG: Beileidsbekundung für das plötzliche Ableben von Rudolf Hundstorfer!

Unser aller Mitgefühl in diesen schweren Stunden seiner Familie, Freunden und Bekannten.

Wien (OTS) – Mit großem Bedauern, tiefer Betroffenheit und Trauer haben wir vom Ableben von Rudolf Hundstorfer erfahren.

Der Obmann der TKG, Birol Kilic: „Unser Freund Rudolf Hundstorfer war eine engagierte Persönlichkeit der österreichischen Demokratie und hat Solidarität mit den Schwächsten der Gesellschaft immer gezeigt. Er war ein vorbildlicher Mensch und hat sich für das gesellschaftliche Miteinander, Gerechtigkeit und insbesondere ein friedliches Zusammenleben eingesetzt. Wir danken ihm herzlich.“

Im Namen des gesamten Vorstandes der TKG und unseren MitgliederInnen, sowie unseren vielen Mitbürgern und Mitbürgerinnen aus der Türkei in Österreich sprechen wir unser tiefstes Beileid und Mitgefühl den nahen Angehörigen aus.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)

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16 08 2019
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TKG: Vorsicht! In Österreich ist der Rechtsextremismus und politisierte Glaube stärker geworden.

Gegen Demokratie und Verfassungsfeindliche Organisationen, egal aus welcher Richtung muss man ohne Scheinheiligkeit und Freunderlwirtschaft vorgehen.

Wien (OTS) – Die TKG begrüßt nach dem Verfassungsschutzbericht diese Woche den Willen der Parteien der ÖVP und FPÖ gegen rechtsextreme, linksextreme und insbesondere religiöse Verfassungs- und Demokratiefeindliche Gruppierungen vorzugehen.

Die TKG diagnostiziert und fordert:

1) Fakt ist, dass sich seit der ÖVP-FPÖ Regierung die rechtsextremen Gruppierungen und der politische Islam und dessen Gruppierungen  in Österreich psychologisch gestärkt fühlen und mit ihren Aktivitäten den freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat in Österreich, mit seiner Gewaltentrennung, als Selbstbedienungsladen sehen. Diejenigen die sich als Brandlöscher darstellen, missbrauchen die demokratischen Grundstrukturen in Österreich und somit verliert die Bevölkerung, egal welcher Abstammung, das Vertrauen gegenüber dem Rechtsstaat Österreich und seiner Gewaltenteilung. Das ist das schlimmste was der Republik Österreich passieren kann. Wir müssen dem Rechtsstaat Österreich mit seiner Gewaltenteilung und mit seiner demokratischen Verfassung nicht mit dubiosen politischen Haltungen unter dem Vorwand Liberalismus bzw. Patriotismus untergraben. Österreich soll seine Reputation als Exporteur und Tourismusland, mit einer starken demokratischen Verfassung sowie mit einer Vielfalt und Rechtsstaatlichkeit, nicht verlieren.

2) Der politisierte Glaube, egal welcher Religion, ist eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung und ist für die TKG in Österreich, wie die Proponenten unseres Vereins seit 30 Jahren warnen, verfassungsfeindlich. Für die autochonen und die zugewanderten Migrantinnen die Ihren Lebensmittelpunkt in Österreich sehen, sollte die säkulare Verfassung der Republik Österreich das wichtigste und verbindlichste „heilige Buch“ sein, bei dem wir geprüft, gecheckt und gerüttelt werden. Wenn es nötig ist müssen wir als wehrhafte Demokraten dafür auch kämpfen. Deswegen fordern wir von allen Parteien gegen den politisierten Glauben und ihre Proponenten, die in Österreich unter dem Vorwand Religionsfreiheit den guten Willen und die Unwissenheit von Politikern, Journalisten und der Bevölkerung missbrauchen, einen offenen und demokratischen Widerstand. Hier muss man die Spreu vom Weizen trennen. Das bedeutet den Glauben Islam nicht vorsätzlich mit dem politisierten Islam zu vermischen. Weil diese Vermischung die Vertreter des reaktionären, fundamentalistischen und politisierten Glaubens stärkt. Sie sehen sich als Opfer und mischen in den demokratischen Diskussionen als Brandlöscher mit, obwohl sie fleischgewordene Brandstifter sind. Es kann nicht sein, dass Parteien aus dem Ausland, die in der Türkei gegen die laizistische Verfassung gekämpft haben und deswegen gegen die demokratische Grundordnung verstoßen, in Österreich als Ansprechpersonen für Problemlösungen angenommen werden.

3) Leider ist in der Regierung ÖVP-FPÖ der Rechtsextremismus und insbesondere der politische Islam gestärkt und noch mehr salonfähig gemacht worden. Wir fordern, dass die Sprache gegenüber Muslimen und Musliminnen bzw. gegenüber dem Glauben Islam in Österreich nicht pauschal feindlich und hetzerisch verwendet wird. Diese kulturalistische Sprache in sozialen Medien, Zeitungen und Fernsehen von Parteien und ihren Proponenten, hat das Zusammenleben in Österreich nicht gestärkt sondern nur die politischen Islamvertreter. Die größten Verlierer sind die 700.000 Muslime in Österreich, die sich in Österreich integriert haben und die österreichische Verfassung als ihre eigene sehen und schätzen.

4) Wenn hier ein Wille da ist, gegen den Demokratiefeindlichen und politisierten Glauben vorzugehen, muss man sobald wie möglich definieren was man mit politischen Islam meint und wer die Akteure in Österreich sind. Hinter den Türen mit einigen sehr parteiischen Beamten bzw. mit den angeblichen Experten, hat man das Problem bis jetzt nicht gelöst, sondern ganz im Gegenteil, den politischen Islam in Österreich gestärkt und betoniert.

Wir bitten hier die Spreu vom Weizen zu trennen und sich von Pauschalisierungen gegenüber MuslimInnen zu distanzieren. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich kennt das Problem und möchte das Problem überparteilich und ohne Freunderlwirtschaft im Interesse der freiheitlich demokratischen Grundordnung und für die Stärkung der säkularen Verfassung der Republik Österreich und seiner BürgerInnen gelöst sehen.

Türkischer KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

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16 07 2019
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TKG: „Leider agiert die EU im Zypern-Konflikt gegenüber der Türkei verantwortungslos“

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) fordert von der EU und der Türkei eine friedliche Lösung im Gaststreit um den Mittelmeerraum von Zypern.

Die EU-Außenminister haben am Montag im Gasstreit mit Zypern Sanktionen gegen die Türkei verhängt. Ankara hat nun angekündigt, seine umstrittenen Bohrungen fortzusetzen: „Die beschlossenen Maßnahmen werden keine Auswirkung auf die Entschlossenheit der Türkei zur Fortsetzung ihrer Kohlenwasserstoffaktivitäten im östlichen Mittelmeer haben“, hieß es aus dem türkischen Außenministerium.

Die EU-Außenminister hatten unter anderem entschieden die EU-Mittel für die Türkei zu kürzen. Zudem will die Wertegemeinschaft den Dialog mit der Türkei stoppen und die Verhandlungen über ein Luftverkehrsabkommen aussetzen. Die EU-Außenminister forderten die EU-Kommission auf, einen Vorschlag für Finanzsanktionen gegen türkische Verantwortliche zu erarbeiten, die an den Bohrungen beteiligt sind. Die Europäische Investment Bank soll die Konditionen für Finanzhilfen an Ankara überprüfen.

Die EU verliert damit seine unabhängige Friedensmission und seine Stabilität als Exporteur

Faktum: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Wenn man das Titelbild aus der Vogelperspektive bzw. vom Weltall aus betrachtet, sollte man sehen, warum die Türkei, als Inhaber der längsten Küste des östlichen Mittelmeers, mit der Nähe zu Nordzypern, so eine emotionale, geschichtliche, politische, traditionelle und wirtschaftliche Bindung hat. Zypern ist de facto ein verlängerter Arm der geografischen Türkei. Hier kann kein Partner die vorhandenen Vereinbarungen, die seit Jahrhunderten mit kausalen Gründen entstanden sind und auch 1960 in der Verfassung von Zypern verankert wurden, als die Griechen und Türken gemeinsam dort gelebt haben außer Acht lassen. Bei der Gründung der föderativen Verfassung im Jahre 1960 haben die griechischen und türkischen Zyprioten eines festgehalten (sinngemäß): „Zypern darf nicht Mitglied einer Vereinigung oder eines Bündnisses werden, in welchem sowohl die Republik Griechenland als auch die Republik Türkei gleichberechtigte Mitglieder sind.“ Die EU hat hier im Jahre 2004 leider einen großen Fehler gemacht, indem sie Südzypern als Vollmitglied aufgenommen hat. Dieser Konflikt wurde dadurch zu einem EU-Konflikt gemacht und diese kann jetzt nicht mehr unparteiisch gegenüber dem Brand im Mittelmehr als Feuerlöscher agieren. Jetzt ist sie in einem Zustand, in welchem die EU als Brandbeschleuniger kritisiert wird.

Die EU verliert mit dieser Entscheidung seine Friedensmissions-Funktion als unabhängiger Mediator von Südosteuropa bis zum Mittelmeer und exportiert Instabilität bei einem blutigen Konflikt in Zypern.

Aber vorerst: EU-Türkei Beziehung – Die Kopenhagener Kriterien

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich kritisiert die AK-Partei seit Jahren in folgenden Bereichen: Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und elementare Menschenrechte. Sie wünscht sich eine Türkei welche einen Weg findet, zurück zum starken Parlamentarismus sowie Säkularität in der Staatsverwaltung und in allen anderen Lebensbereichen. Die Türkei steht in vielen Bereichen unter einem enormen Druck von Terrororganisationen, welche den Staat im In- und Ausland erpressen und somit das Leben der Bürger, sowie die Regierung einschränken. Eine schwache demokratische Türkei bedeutet aber nicht, dass sie von der EU, aufgrund des Zypern-Konfliktes, wie ein Knecht behandelt werden muss. Die EU sollte der Türkei nicht wie ein Dompteur Anweisungen und Drohungen geben, sondern versuchen, den Brand mit Diplomatie zu lindern. Die EU agiert hier jedoch gerade als Brandbeschleuniger und das nicht vor der Haustür, sondern im eigenen Haus, wo der Brand am meisten Schaden anrichten wird, wovor wir jetzt noch warnen müssen.

Wir fragen uns: Warum erlaubt die EU so etwas? Ist das die Gier des Gasvorkommens?

Ist die EU wie die NATO ein Kriegsbündnis, in welchem man als Mitglied Solidarität zeigen muss? Wie auch der österreichische Außenminister Schallenberg heute in den Medien ausgesagt hat, so einen Fall gibt es nicht. Welchen Druck möchte man hier gegenüber der Türkei, außer zurück zu den Kopenhagener-Kriterien, ausüben? Die Kopenhagener Kriterien, die die Staaten für ihre Aufnahme in die EU zu erfüllen haben, werden auch als drei übergeordnete Kriterien dargestellt: das „politische Kriterium“, das „wirtschaftliche Kriterium“ und das „Acquis-Kriterium“: Die Werte, auf die die Union gegründet wurde, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören.

EU-Türkei Flüchtlingsabkommen und lächerliche EU Drohungen

Die Türkei hat bis jetzt 4 Millionen Flüchtlinge aufgenommen und betreut und nicht nach Europa (laut der EU-Türkei Vereinbarung) weitergeschickt. Es wurden dafür aus eigenen Ressourcen ca. 35 Milliarden Euro verrichtet. Was sind diese „paar“ Milliarden Euro, wenn die EU ständig syrische Flüchtlinge in die Türkei sendet oder damit droht. Man sollte eher transparent und offen über die 4 bis 5 Millionen Flüchtlinge in der Türkei reden und überlegen wie man diese Menschen gerecht in der EU verteilt. Die paar Milliarden Euro kann die EU selber behalten. Unserer Meinung nach hat hier die Ankara Regierung von Anfang an eine falsche, gefährliche Syrien-Politik verfolgt.

Fakten über den Zypern-Konflikt:

Die EU wurde mehrmals, bevor das griechische Südzypern im Jahre 2004 Vollmitglied der EU geworden ist, von unabhängigen Experten mit folgenden Argumenten gewarnt:

1- Die Gewässer in Nordzypern und Umgebung sind der Festlandsockel der Türkischen Republik und deshalb müssen die Rechte der türkischen Zyprer unbedingt berücksichtigt werden. Der türkische Norden ist eigenständig, seit dem die türkische Armee 1974 in Folge eines Militärputsches griechischer Klerikalfaschisten intervenierte. Es sind tausende Tötungen der türkischen Zyprer durch Massaker von klerikalfaschistischen Zyprern verursacht worden. Die Bevölkerung in der Türkei agiert hier deswegen sehr sensibel und emotional und erwartet auch von der EU Empathie. Vergessen wir nicht: ein EU-Plan zu Wiedervereinigung wurde 2004 vom griechischen Zypern abgelehnt und vom türkischen Zypern zugesagt und trotzdem hat die EU unverantwortlich die gesamte Insel, ohne Lösung dieser Probleme, mit der Leaderschaft des griechischen Zyperns als Vollmitglied der EU akzeptiert und das Problem leider zu einem inneren EU-Problem gemacht. Bis jetzt wurde mit der Floskel „Solidarität“ als Brandbeschleuniger je nach Fall, in verschiedenen politischen Lagen, mit dem Zypern-Konflikt entweder die Türkei erpresst oder unter Druck gesetzt und damit das Problem unlösbar gemacht. So agiert eine friedensstiftende und Stabilität exportierende Union wie die EU im Normalfall nicht. Die EU hat hier bei vielen Konflikten, anstatt diese als neutraler Mediator zu lösen, eine große Krise mit egoistischen Zielen und vielen Folgen verursacht. Die TKG ruft alle EU Verantwortlichen dazu auf, neutral und friedensstiftend zu agieren und fordert die Mitgliedsstaaten dazu auf, sich nicht als Geisel nehmen zu lassen.

2- Bei der Gründung der föderativen Verfassung im Jahre 1960 haben die griechischen und türkischen Zyprioten eines festgehalten: „Zypern darf nicht Mitglied einer Vereinigung oder eines Bündnisses werden, in welchem sowohl die Republik Griechenland als auch die Republik Türkei gleichberechtigte Mitglieder sind.“  Die EU hat hier von Anfang an  einen großen Fehler gemacht, indem sie erst Griechenland und nachher Südzypern als Vollmitglied aufgenommen hat und diesen Konflikt dadurch zu einem EU-Konflikt gemacht hat. Die Gewährung der EU-Mitgliedschaft an die griechische Seite von Zypern (Südzypern), im Jahr 2004, machte das chronische Problem jetzt unlösbar.  Der Ausgangspunkt des Konflikts (1955) durch das griechisches Zypern und infolgedessen die UNO (März 1964) und die türkische Truppen (Juli 1974) auf Zypern sind nicht umsonst stationiert. Unter dem Einfluss von den zwei griechischen Stimmen (Griechenland & Südzypern) ist die EU ein Teil des Problems geworden und kann infolgedessen nicht mehr neutral und unabhängig zur Zusammenarbeit zwischen den beiden Seiten beitragen. Noch dazu hat die griechische Seite auf der Insel den UN-Plan für eine föderale Lösung abgelehnt und die türkische Seite diesem zugestimmt. Warum hat die EU die griechische Seite dafür belohnt, dass sie zu einer von den Vereinten Nationen unterstützten Lösung (Annan-Plan, 2004) mit 75% Nein gesagt hat, während die türkisch-zypriotische Seite mit 65% Ja gesagt hat? Warum soll nun die türkische Seite (Nordzypern), die für den UN-Plan mit ‚ja‘ gestimmt hat, ungerecht, parteiisch und gegen die eigenen Interessen von der EU behandelt werden? Die EU hat hier seine Vermittlerrolle verloren und soll somit nicht noch mehr Benzin ins Feuer gießen.

3- Die EU ignoriert vorsätzlich die regionalen und legalen Ansprüche und Rechte der Republik Türkei als Garant für die Unabhängigkeit der “Republik Zypern”, neben England und Griechenland, wie in dem London-Zürich-Abkommen von 1960 festgelegt ist. Hier sollte man wissen, dass drei Länder (nicht mehr und nicht weniger) durch das London-Zürich-Abkommen, für die Zukunft des Zypern-Konfliktes etwas zu sagen haben. Die restlichen beteiligten Länder und unter anderem auch die EU, können das Abkommen von 1960 nicht ignorieren. Bei der Gründung der föderativen Verfassung im Jahre 1960 haben die griechischen und türkischen Zyprioten eines festgehalten: Zypern darf nicht Mitglied einer Vereinigung oder eines Bündnisses werden, in welchem sowohl die Republik Griechenland und die Republik Türkei gleichberechtigte Mitglieder sind. Mit Verlaub wiederholen wir: Die EU hat hier einen großen Fehler gemacht, indem sie erst Griechenland und nachher Süd-Zypern als Vollmitglied aufgenommen hat und diesen Konflikt dadurch zu einem EU-Konflikt gemacht hat. Die EU weiß keinen Weg mehr um rauszukommen, weil die griechischen Zyprioten und Griechenland die EU als Geisel genommen haben.

4- Die EU ignoriert die Existenz und die Rechte der türkischen Zyprioten, aus einer Zeit in der zypriotische Türken und Griechen zusammen in einer Föderation gelebt haben und deren Rechte in der Verfassung von Zypern von 1960 verankert sind. Die zypriotisch-griechische Seite sagt auch heute, dass die 1960 festgelegte föderative Verfassung, in welcher der erste Präsident der Republik Zypern, Makarios III, im Jahre 1963, 13 Artikel der Verfassung einseitig geändert hat und damit den Zypern-Konflikt ausgelöst hat. Hier liegt in der multiplen Kausalität die erste Ursache des Problems (die Ursache und ihre Wirkungen). Wenn die EU ein Friedensstifter ist und nicht Instabilität, sondern Stabilität in die Nachbarschaftsregionen exportieren möchte, sollte sie hier aufhören einseitig und willkürlich als Brandbeschleuniger zu agieren.

5- Ob es uns gefällt oder nicht: Die Türkei hat nicht nur das Recht, ihre eigenen Völker und territoriale Rechte auf dem Festlandsockel zu schützen, sondern ist verpflichtet, die Rechte und Interessen der türkischen Zyprioten in Zypern durch das London-Zürich-Abkommen von 1960 zu verteidigen. Diese unterschriebene Vereinbarung kann die EU nicht willkürlich Makulatur erklären.

Die EU sollte hier seine moderate Haltung als Brückenbauer, Friedensstifter und als Stabilitäts-Exportier in die Region zurück besinnen. Sonst wird sie Probleme in einer unübersehbaren Dehnung bekommen, von welchen wir, die TKG, als Think Tank Organisation hier und heute als stolze EU Bürger warnen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

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12 07 2019
By: TKG 0

Bosnien-Srebrenica: Völkermord mitten in Europa – Niemals vergessen!

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt den serbischen Abgeordneten, Vladimir Dukanovic, von der regierenden Fortschrittspartei, scharf.

Wien. Anlässlich des Jahrestages des Völkermordes von Srebrenica, hat die Türkische Kulturgemeinde in Österreich am 11. Juli eine Gedenkveranstaltung an einem privaten Ort mit organisiert. Der Völkermord ereignete sich im Juli 1995 in Folge des Bosnien-Krieges. Die Türkische Kulturgemeinde hat mit ca. 250 Personen an die mehr als 8000 Opfer des Völkermordes gedenkt. Noch heute werde neue Opfer geborgen und beigesetzt.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) fordert von der EU und von den Balkanstaaten, den Srebrenica Völkermord  und dessen Ursachen ohne Vertuschung genau zu erforschen. Die Frage welche wir ergründen möchten ist, wie es zu einem solchen Völkermord-Verbrechen mitten in Europa, vor den Augen der EU, kommen konnte? Könnten in Europa nochmals Srebrenica-ähnliche Völkermorde passieren? Was kann man dagegen tun? Es ist egal welche Seite und welche aktuellen gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Entwicklungen solche teuflischen Ausartungen begünstigen.

Sei wachsam!

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) hat auch den serbischen Abgeordneten, Vladimir Dukanovic von der regierenden Fortschrittspartei, wegen primitiven, hetzenden und verbrecherische Aussagen scharf kritisiert und alle Muslime am Balkan sowie in ganz Europa um Wachsamkeit gebeten und davor gewarnt, auf solche Provokationen einzusteigen, weil diese Menschen aus Serbien sich selber disqualifizieren. Dukanovic sagte gestern: „Ich möchte das serbische Volk zum Tag der Befreiung von Srebrenica beglückwünschen und mich bei General Ratko Mladic für die hervorragend ausgeführte Militäroperation in Krivija 1995 bedanken.“

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich stellt zwei Fragen an die EU und an die türkische Regierung:

1. Uns würde interessieren, ob die EU die Regierungspartei in Serbien aufgrund der Aussagen vom Abgeordneten Dukanovic warnen wird und mit welchen Argumenten? Oder wird einfach zur Tagesordnung übergegangen ohne es zu erwähnen?

2. Uns würde auch interessieren, ob die türkische Regierung in Ankara, welche mit der serbischen Regierung eine gute Beziehung hat, die serbische Regierung warnen wird und mit welchen Argumenten? Oder ob auch hier einfach zur Tagesordnung übergegangen wird ohne etwas zu erwähnen?

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich teilt die Schmerzen der Hinterbliebenen vom Bosnien-Srebrenica Völkermord und drückt auch heute nochmals Mitgefühl und Anteilnahme aus. Wir werden es niemals vergessen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

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05 07 2019
By: TKG 0

Die TKG distanziert sich von dem getrennten Badetraum für Frauen!

„Wir fordern die Politik und Parteien, die Medien und die Gesellschaft auf auch das volle Glas zu sehen und ab jetzt die Spreu vom Weizen zu trennen. Die „Wiener Partei“ ist alles aber  weder eine Türkenpartei noch Migrantenpartei. Finden sie bitte ein  andere Attribut!“
Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

Wien (OTS) – Die Türkische Kulturgemeine in Österreich (TKG) vertritt nur ihre Mitglieder als säkulare Think Tank Organisation und fordert die Politik auf, nicht durch die SÖZ-Partei die gesamte Austro-Türkische Community mit billigen Methoden zu sataniesieren.

Die angebliche moderne Idee mit emanzipatorischen, feministischen, glänzenden und scheinheiligen Worten der SÖZ-Partei, getrennte Bäder für Frauen, ist und bleibt für die TKG ein Unfug und wir distanzieren uns.

Feststellung: Die „Wiener Partei“ ist keine „Türken Partei“

Die Gründer dieser Partei sind „ob es uns gefällt oder nicht“  aus zweiter oder dritter Generation ÖsterreicherInnen und politisierte orthodoxe MuslimeInnen aus der Türkei und haben hier, mithilfe der demokratischen Grundordnung die ihnen erlaubt eine Wiener Partei zu gründen, gehandelt.  Die  SÖZ  Bewegung ist ist alles aber weder eine Türken- noch Migrantenpartei, sondern eine Wiener Partei, die aus den jahrelangen Fehlern der ansässigen Parteien, insbesondere der SPÖ , den Grünen, der ÖVP und der FPÖ durch multiple Kausalitäten entstehen konnte.

Wir als TKG nehmen diese Gründung zur Kenntnis, obwohl es uns nicht gefällt, weil hier die gesamten Menschen aus der Türkei, auch wenn sie mit dieser Partei nichts zu tun haben wollen und die Ideen nicht teilen, mit dem Begriff „Türken-Partei“ in Mitleidenschaft gezogen werden. TKG distanziert sich  ausdrücklich als Think Tank NGO von dieser Bewegung.

Wenn andere Parteien die SÖZ Forderungen bzw. Ideen kritisieren wollen, sollten sie bitte unter der Vorwand Kritik nicht alle TürkInnen oder MigrantInnen mit dem, zum Schimpfwort gewordenen Begriff „Türken-Partei“ bzw. Migranten-Partei“, schikanieren bzw. satanisieren. Sie würden sicherlich auch nicht den Begriff „Juden-Partei“ in Österreich verwenden.

Taten und Kritik: Kritik an der Wiener Partei

Auf der anderen Seite müssen wir, als säkulare, wehrhafte Demokraten, anhand von ihren Taten und Forderungen ohne Hetze dieser Bewegung messen die wir sehr gut kennen.

Die Forderungen der Bewegung hier in Österreich sind ein alter Schmäh um die Gesellschaft zu Spalten und dann das ewige Opfer zu spielen.  Es  ist auch nichts anderes als, die durch Jahrhunderte durch Reform, Renaissance und Aufklärung gewonnen Rechte für Frauen und Männer, die überall gleich sein sollten, mit dieser reaktionären Gedanken unter dem Vorwand Religionsfreiheit zu untergraben.

Viele moderne Menschen, aus der laizistischen Türkei stammende Menschen die in Österreich integriert sind und auch durchaus gläubig sind, können mit dieser in Wahrheit reaktionären Idee  mit emanzipatorischen, feministischen, glänzenden und scheinheiligen Worten nichts anfangen.  Die Mehrheit der Menschen aus der Türkei fühlen sich von beiden Seiten( die über dieser Bewegung alle Türken in Österreich sataniesieren ) verfolgt und angegriffen, obwohl sie in Österreich mit den Werten, Sitten und Gebräuchen der Aufnahmegesellschaft seit Jahrzehnten in Einklang leben.

Wir fordern die Politik und Parteien, die Medien und die Gesellschaft auf auch das volle Glas zu sehen und ab jetzt die Spreu vom Weizen zu trennen. Die „Wiener Partei“ ist alles aber  weder eine Türken- noch Migrantenpartei. Finden sie bitte ein  andere Attribut!

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

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01 07 2019
By: TKG 0

Bundesabgeordneter in Linz angegriffen. TKG wünscht gute Genesung!

Der Bundesabgeordnete wurde gestern im Beisein seiner 11-jährigen Tochter in Linz grundlos attackiert und mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Wien – Der Bundesabgeordnete Efgani Dönmez wurde gestern Abend, um 21.30 Uhr, während er mit seiner Tochter auf der Landstraße in Linz unterwegs war, von einem Tschetschenen unbegründet angegriffen. Der 23-jährige Angreifer hat sich hinter einem Auto versteckt und hat Dönmez und seine Tochter auf der Fußgängerzone überraschen attackiert.

Nachdem der Täter Dönmez bereits verbal bedroht hat, hat er einen Regenschirm eines Wettbüros genommen und angefangen auf Dönmez einzuschlagen. Dieser konnte seine Tochter beschützen, indem er sie hinter sich schob. Durch die Abwehrhaltung brach sich Dönmez einen Finger, des Weiteren trug er eine Platzwunde am Kopf sowie mehrere Prellungen davon. Die Polizei hat den Täter mit tschetschenischer Abstammung festgenommen. Der junge Erwachsene wirkt ziemlich agil und gesund. TKG stellt sich die Frage ob dieser Angriff ein Auftrag von Dritten war und wie sicher Linzi insbesondere im Bereich Linz-Landstrasse ist ?

Wir als TKG differenzieren stets die Spreu vom Weizen. Nicht die Herkunft, sondern das Verhalten zählt. Und für das eigene Verhalten ist jede Person selber zuständig. Wenn sich jemand danebenbenimmt oder straffällig wird, muss sie/er mit den darauffolgenden harten gesetzlichen Strafen leben. In solchen Fällen ist es auch wichtig, dass durch die Kooperation der Behörden untereinander, aufenthaltsbeendigende Maßnahmen gesetzt werden, damit wir unsere Gesellschaft und die Bürgerinnen und Bürger genau vor jenen schützen, die sich nicht an unsere Gesellschaft anpassen und unsere Rechtsordnung nicht respektieren und einhalten. Die Republik Österreich darf für niemanden nicht zum Selbstbedienungsladen von importierter Gesetzlosigkeit werden!

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) wünscht dem Bundesabgeordneten baldige Genesung und alles Gute für die Tochter, welche zum Glück mit einem Schrecken davon gekommen ist!

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

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23 06 2019
By: TKG 0

TKG gratuliert Imamoglu und den Istanbuler WählerInnen für die unglaubliche demokratische Reife

Wien (OTS) – Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG) gratuliert dem neuen Bürgermeister Ekrem Imamoglu (54,3% Stimmen, mit mehr als 800.000 stimmen Mehrheit), welcher mit dem Slogan „Alles wird schöner werden“ aufgetreten ist, herzlich.

TKG wünscht allen IstanbulerInnen, nach dieser unglaublichen demokratischen Reife obwohl die Wahlen nicht fair waren, alles Gute aus Wien.

Man sollte der Türkei weiter vertrauen weil die Türkei ist in der Welt gerade ein Beispiel dafür, dass Demokratien nicht so leicht sterben.

TKG gratuliert genauso dem Kandidaten der AK Partei, Herrn Binali Yildirim (45% Stimmen), für seine schnelle (als erste) und persönliche Stellungnahme der Niederlage ohne Hetze, damit, keine Spannung in der Türkei sowie im Ausland (wie in Österreich) bei den aus der Türkei stammenden Menschen, aufkommen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)
Obmann
DI Birol Kilic

„Istanbul-Wahl ein starkes Signal für die Demokratie“

https://tvthek.orf.at/topic/News/13869393/Magazin-1/14017721/Die-Folgen-der-Buergermeisterwahl-in-Istanbul/14517878

„Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) wünschte allen Istanbulern, „nach dieser unglaublichen demokratischen Reife, obwohl die Wahlen nicht fair waren, alles Gute aus Wien“. In einer Aussendung betonte TKG-Obmann Birol Kilic am Montag: „Man sollte der Türkei weiter vertrauen. Die Türkei ist in der Welt gerade ein Beispiel dafür, dass Demokratien nicht so leicht sterben.“

https://www.sn.at/politik/weltpolitik/freude-und-erleichterung-nach-oppositionssieg-in-istanbul-72370855

https://www.nachrichten.at/politik/aussenpolitik/istanbul-wahl-ein-starkes-signal-fuer-die-demokratie;art391,3141521

https://volksblatt.at/erdogan-gegner-im-freudentaumel/

 

https://www.tt.com/ticker/15785702/freude-und-erleichterung-nach-oppositionssieg-in-istanbul

 

https://www.suedtirolnews.it/politik/freude-und-erleichterung-nach-oppositionssieg-in-istanbul

https://www.vn.at/newsticker/wiederholung-der-buergermeisterwahl-in-istanbul/1405455

 

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190624_OTS0026/tkg-gratuliert-imamoglu-und-den-istanbuler-waehlerinnen-fuer-die-unglaubliche-demokratische-reife

 

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17 06 2019
By: TKG 0

TKG begrüßt die parlamentarische Entscheidung zur Schließung des KAICIID

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG): „Die parlamentarische Entscheidung der Republik Österreich ist weder „purer Populismus, Symbolpolitik“ noch „unglaubliche Heuchelei“ sondern eine sachlich begründbare Entscheidung jenseits von Interesse und Macht.“

WIEN. Am 12. Juni 2019 beschloss der Nationalrat der Republik Österreich das „International König Abdullah bin Abdulaziz Zentrum“ für interreligiösen und interkulturellen Dialog, besser bekannt als KAICIID, in Wien zu schließen. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) begrüßt diese Entscheidung. Der bevorstehenden Schließung waren jahrelange Kritik – seit der Gründung im Jahre 2011 – an dem Zentrum und seiner Tätigkeit vorangegangen.

Der Staat kann und muss Organisationen schließen, bei denen Religion als Vorwand missbraucht wird. Wenn fundamentale Menschenrechte missachtet werden und ein Verbot aller anderen Religionen, außer dem Wahhabismus, selbst im 21. Jahrhundert noch Staatsräson ist, dann kann und darf nicht unter dem Deckmantel für „interreligiösen und interkulturellen“ Austausch dieser Doppelbödigkeit eine Bühne und Scheinlegitimität gewährt werden. Und das gerade in Wien, wo sämtliche internationale Institutionen, wie zum Beispiel die UNO ihren einen Sitz haben. Die TKG betrachtet diese Irreführung der Öffentlichkeit mit großer Skepsis. Die Legitimität einer – per Selbstdefinition – international agierenden „religiösen“ Organisation, welche sich bei gröbsten Verstößen gegen fundamentale Menschenrechte kaum zu Wort meldet, ist mehr als zu hinterfragen.

Die Entscheidung des österreichischen Nationalrates ist weder „ purer Populismus,  Symbolpolitik“ noch „ unglaubliche Heuchelei“ , wie manche Kritiker in den letzten Tagen behaupten. Ganz im Gegenteil, viele Kritiker haben seit dem Jahre 2012 , wie zum Beispiel der Verfassungsrechtler Theo Öhlinger in seiner Kritik am Islamgesetz Frage aufgeworfen, warum die Finanzierungsvorschriften für Vereine nur für Moscheen, nicht aber für das KAICIID gelten (2) oder der österreichisch-jüdische Autor Doran Rabinovici mit folgenden Argumenten lautstark gewarnt: „Wer den Dialog wahrhaftig sucht, kann so ein Dialogzentrum nicht wollen. Nicht nur deshalb, weil die Hoffnung, dass das KAICIID in Riad die Gemäßigten zum Zug bringen würde, sich nicht bewahrheitete. Wichtiger ist, dass durch so eine Art des Dialogs der ganze Islam auf eine einzige islamistische Spielart reduziert und echte Dialogarbeit diskreditiert wird. Das Wiener Dialogzentrum war bisher eine saudische Fata Morgana. So ein Trugbild aus der Wüste ist gefährlich, weil es in die Irre leitet und eine Oase vorspiegelt, wo keine ist.“ (3)

Wir fassen in Namen der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG) einige Punkte über das KAICIID nochmals zusammen, die zum Nachdenken anregen sollten:

1- Das KAICIID wird irreführender Weise gegenüber der Öffentlichkeit als Zentrale für „interreligiösen Dialog“ dargestellt. Mit einem an den Lebensrealitäten orientierten, der in Österreich lebenden Menschen, hat dieses „interreligiöse Dialogzentrum“ kaum etwas zu tun. Leider haben derartige Placebos dazu geführt, dass die Begrifflichkeit des „interreligiösen Dialogs“ mittlerweile zu einer sehr inflationär verkommenen Worthülse geworden ist. Worin genau dieser vermeintliche interreligiöse Dialog, dieses von Saudi-Arabien finanzierten Zentrums, bestanden haben soll, erschließt sich ausnahmslos den darin aktiven Personen. Dieses vermeintliche „interreligiöse Dialogzentrum“ wird von Kritikern in Österreich als ein Trojanisches Pferd für die „Nahost-Konflikte- Akteure und Interessen“ im EU-Raum sowie dem angrenzenden Balkan angesehen.

2- Den begrüßenswerten interreligiösen Dialog sucht man nicht mit den zahlreichen Muslimen, welche ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben, sondern gerade ausgerechnet mit jenen, die eine Auslegung reaktionär-puritanischen Strömung des Islams praktizieren. Dieser reaktionär-puritanischen Strömung des Islams ist man auch noch behilflich in Österreich und in Europa Fuß zu fassen und ihre bedenklichen Ansichten salonfähig zu machen. Das KAICIID bemüht sich – laut Eigendefinition – auch um die „soziale Eingliederung von Menschen, welche auf der Flucht in Europa sind“ und versucht somit Einfluss auf die europäischen Aufnahmegemeinschaften, durch einen Zwei-Säulen-Ansatz zu nehmen“.  welchen Einfluss der Wahhabismus auf Gesellschaften hat, ist mittlerweile in bestimmten Ländern und Regionen des Balkans unübersehbar.  Wollen wir als aufgeklärte, offene Gesellschaft solchen Einflüssen den roten Teppich ausrollen und unter einer falsch verstandenen „interreligiöse Dialog“ deren Ausbreitung mit staatlicher Unterstützung der Republik Österreich auch weiterhin zusehen?

3- Der Hauptträger des KAICIID ist das Königreich Saudi-Arabien, dem der Umgang mit Menschenrechten leider sehr fremd ist. Der interreligiöse Dialog aus Sicht Saudi-Arabiens zeichnet sich durch blutige Auseinandersetzungen zwischen Wahhabiten (Sunnitisch), Sunniten und Schiiten, Alawiten (Syrien) und Aleviten (Türkei) aus. Andere religiöse Strömungen als der Wahhabismus sind in Saudi Arabien strengstens verboten. Für Juden besteht ein Einreiseverbot. Christen und andere Angehörige von Religionsgemeinschaften werden gerade nur geduldet. Saudi-Arabien und seinen Unterstützern fehlt, mit Verlaub, genau aus diesen Gründen, jede Legitimation auch nur den Anschein eines interreligiösen Dialogs erwecken zu können. Daran kann auch das Faktum nichts ändern, dass österreichische Firmen gute Geschäfte mit Saudi-Arabien machen, wie auch mit anderen Ländern, in denen Menschenrechte mit Füßen getreten werden. KAICIID war z.B bis jetzt ebenso untätig gegen die international grassierende Genitalverstümmelung, der allein in Europa hunderttausende Kinder jährlich zum Opfer fallen.

4- Nach seiner eigenen Definition strebt das KAICIID an, „religiöse Würdenträger und politische Entscheidungsträger zusammenzubringen, um multilaterale Initiativen des sozialen Zusammenhalts und Konfliktlösungen zu entwickeln und umzusetzen.“ Das bedeutet, die Tätigkeit des KAICIID ist hauptsächlich politisch ausgerichtet. Aus diesem Grund genießen das KAICIID und seine Funktionäre auch diplomatische Immunität und sind von nationalem Recht weitgehend ausgenommen. Das war ein Hauptpunkt der bisherigen Kritik am KAICIID. Ob religiöse Würdenträger in politische Ziele eingebunden sind, ist belanglos, weil auch dadurch das Fehlen religiöser Ziele nicht kaschiert werden kann

5- Das KAICIID gibt an, weder eine Botschaft, noch eine „NGO“, noch eine politische Vertretung eines Staates zu sein. Trotzdem wurden dem KAICIID und seinen Mitarbeitern durch das Sitzabkommen diplomatische Privilegien und Immunität zugestanden. Dadurch kann die Arbeit kaum bis gar nicht von Außenstehenden eingehend geprüft werden. Dadurch genießt dieses Zentrum Vergünstigungen, welche anderen privaten Organisationen sonst nicht zustehen. Das war ein Hauptpunkt der bisherigen Kritik am KAICIID, weil religiöse Würdenträger keine politische Sonderstellung in Anspruch nehmen sollten und sich auch nicht staatsbürgerlichen Pflichten entziehen dürften! Vor allem dann nicht, wenn sie in politische Ziele eingebunden sind, was auch das Fehlen religiöser Ziele nicht kaschieren kann.

„International König Abdullah bin Abdulaziz Zentrum“ (KAICIID) hat rechtlich gesehen Botschaftsstatus und damit entzieht sich diese Organisation der Kontrolle unseres Rechtsstaates. Sh. Art. 4 bis 6 des folgenden Abkommens: Für uns sieht dies wie ein Knebelvertrag aus unter dem Vorwand Pacta sunt servanda (Verträge sind einzuhalten). Warum wurde dann diese Institution und deren handelnde Akteure mit diplomatischen Immunitäten bzw. mit vielen Befreiungen (Steuer etc.) ausgestattet?

https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20008559

Interessant ist auch was der Vorstand von KAICIID, seit der Diskussion um die Schließung, auf ihrer offiziellen Webseite verfasst hat. Dieses Statement birgt politische Sprengkraft in sich: „KAICIID is not an embassy, or NGO, or in any way the policy arm of any state, including Saudi Arabia. It is not a sinister extension of any state’s influence or strategies. […] To misunderstand this amounts to a wilful ignoring of basic facts and outcomes, revealed easily through even the most basic research of the Centre’s activities.“

https://www.kaiciid.org/news-events/news/kaiciid-board-endorses-centres-mission-after-austrian-vote

6- Das KAICIID ist, nach der eigenen Darstellung, vorwiegend in Ländern aktiv, in denen islamische Gruppen Staatsgebilde islamischer Prägung gegen eine nicht-islamische Mehrheit errichten wollen; darunter Zentralafrikanische Republik, Nigeria, Myanmar. Man hört nicht, dass das KAICIID dort das Blutvergießen eingeschränkt oder verhindert hätte. Wenn das „interreligiöse Dialogzentrum“ KAICIID wirklich ernstgenommen werden möchte, sollte es seinen inhaltlichen Schwerpunkt auf den intrerreligiösen Konflikt innerhalb der muslimischen Welt legen, der jährlich zahllose tausende Todesopfer fordert und hier durch eine durchdachte Kooperationen in Erscheinung tritt. Denn der wahre und dauerhafte Frieden beginnt immer zuerst im eigenen Haus.

7- Wenn Menschenrechte angesprochen werden, dann kann deren Auslegung nicht in Saudi-Arabien beginnen. Deshalb war es auch falsch, Saudi-Arabien die führende Rolle durch Geld im KAICIID zu überlassen, wo sehr viele PolitikerInnen und ihre Söhne, Tochter, Verwandten für die PR Lobby in Österreich zum Fremdschämen durch sehr hohe materiellen Interessen gedeckt wurden. Die KritikerInnen in Österreich wurden mit Hilfe von hochbezahlten PR-Agenturen versucht, mundtot oder lächerlich zu machen bzw. als Querulant zu bezeichnen. Insbesondere seit der Gründung im Jahre 2011 des „interreligösen Dialogzentrums“ in Wien, welches von Saudi-Arabien finanziert wird, wurden seither dutzende Hinrichtungen von Gegnern des saudischen Regimes durchgeführt. Der Mordauftrag am Regimekritiker Jamal Kashoggi in der saudischen Botschaft in Istanbul, stammte, wie die informierte Öffentlichkeit mittlerweile weiß aus Saudi Arabien. Der Krieg gegen jemenitische Schiiten, welcher gegenwärtig einer der größten humanitären Katastrophen und hunderttausenden Toten und Verletzten den Weg geebnet hat und von Saudi-Arabien angeführt wird, sollte auch den letzten Abgeordneten des österreichischen Parlamentes die Augen öffnen. Ein Dialog mit jenen Kräften, die gegen fundamentale Grundsätze der Menschenrechte verstoßen, darf keine Plattform für Scheindialoge gegeben werden.

Deswegen war die Entscheidung absolut richtig, das KAICIID in Wien zu schließen und dem Schein ein Ende zu bereiten.

Wir als Türkische Kulturgemeinde in Österreich als Think Tank NGO stehen weiterhin als konstruktive Ansprechpartner und Brückenbauer zwischen den Kulturen, Ländern und Religionen gerne den Mitgliedern des Nationalrates und der Zivilgesellschaft zur Verfügung. Woran wir uns jedoch niemals beteiligt haben und werden, ist Heuchelei und Augenauswischerei.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

 

Quellen:

Bild:

https://www.kaiciid.org/de/who-we-are/%C3%BCber-uns

(1)
Datum: 05.10.2011

Die Presse: Dialogzentrum der Saudis in Wien löst hitzige Debatte aus

https://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/698385/Dialogzentrum-der-Saudis-in-Wien-loest-hitzige-Debatte-aus

Datum: 9.7.2012

König-Abdullah-Zentrum in Wien „eine Farce“

https://derstandard.at/1339639819248/Interreligioeser-Dialog-Koenig-Abdullah-Zentrum-in-Wien-eine-Farce

(2)
Datum: 10.10.2014

Wiener Zeitung: IS-TERROR: Das Geld der Saudis

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/oesterreich/668974_Das-Geld-der-Saudis.html

(3)
Datum: 9.2.2015
Das Wiener Dialogzentrum als Fata Morgana

https://derstandard.at/2000011480279/Das-Wiener-Dialogzentrum-als-Fata-Morgana

 

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04 06 2019
By: TKG 0

Gesegnetes und friedliches Ramadan Fest

Wir wünschen allen MuslimenInnen und unseren MitgliederInnen ein gesegnetes und friedliches Ramadan Fest in unserer schönen Heimat Österreich.

Wir wünschen uns wegen Ramadan Fest für alle Menschen in Österreich, egal welcher Religion sie angehören oder nicht angehören, friedliche und glückliche Tage. Wir wünschen uns für unsere neue Heimat das Beste, das Schönste und das Tugendhafteste.

Ramazan Bayramınız  içtenlikle  kutlarız. Ramadan Mubarak.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich
Obmann
Dipl.-Ing. Birol Kilic

(c) Bild-Vadi Restaurant

 

 

Allg. Informationen:

Ramadan ?

Ramadan heißt übersetzt so viel wie „der heiße Monat“. Gemeint ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. An einem Tag in diesem Monat soll der Koran auf die Erde gesandt worden sein. Dieser Zeitpunkt wird auch „Nacht der göttlichen Bestimmung“ genannt und wird hauptsächlich am 27. Ramadan gefeiert. Da der Termin durch den Koran jedoch nicht genau festgelegt ist, gibt es hier Unterschiede. In Deutschland wird dieser Zeitraum nach Angaben des Zentralrates der Muslime in Deutschland exakt astronomisch berechnet. Gefastet wird den gesamten Monat lang jeweils von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, in diesem Jahr vom 6. Juni bis zum 4. Juli.

Darauf verzichten die Muslime im Ramadan

Nach dem muslimischen Gesetz bedeutet Fasten die Enthaltung von bestimmten Dingen: Verboten sind der Verzehr von Speisen und Getränken, Rauchen, Geschlechtsverkehr und Trunkenheit, so die Informationsplattform „islam.de“. Außerdem sind üble Nachrede, Verleumdung, Lüge und Beleidigung streng untersagt. Schweigen gehört ebenfalls zur Enthaltsamkeit im Ramadan.

Jeder Muslim, der geistig zurechnungsfähig, volljährig und körperlich dazu im Stande ist, muss fasten. Auch Minderjährige können fasten, hier gibt es aber ein Unterscheidungsvermögen. Schwangere, Kranke und Kinder sind nicht zum Fasten verpflichtet, wie die Informationsseite „islam.de“ bekannt gibt.

Schwangere und Kranke müssen die versäumten Fastentage aber nachholen. Laut einer Statistik, auf die sich das „National Bureau of Economic Research“ der USA bezieht, fasten die meisten schwangeren Muslimas trotzdem. Dadurch reduziere sich häufig das Geburtsgewicht des Kindes und die Länge der Schwangerschaft, wodurch körperliche und geistige Behinderungen der Kinder viel wahrscheinlicher würden.

Ramadan Fest beendet den Fastenmonat

Am Ende des Fastenmonats, nach 29 beziehungsweise 30 Tagen, feiert man das Fest des Fastenbrechens, auch als kleines Fest oder Zuckerfest bekannt. Die Vorbereitungen beginnen bereits in den letzten Tagen des Fastenmonats.

Vorher muss jeder Muslim eine pflichtmäßige Spende entrichten, die auch als Almosensteuer des Fastenbrechens bekannt ist. Sie kommt Bedürftigen zugute und gehört nach Angaben des Verbandes der islamischen Kulturzentren zu den wichtigsten Pflichten eines Moslems. Anschließend wird drei Tage lang gefeiert, dieses Jahr vom 7. bis 9 Juli.  Der erste Tag ist dabei laut „islam.de“ der Familie gewidmet. Obwohl das „große“ Opferfest im Pilgerfahrtsmonats eigentlich das höchste Fest der Muslime ist, wird das Fastenbrechen traditionell größer und umfangreicher gefeiert, ähnlich wie Weihnachten bei den Christen .(tkg, dpa)

 

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03 06 2019
By: TKG 0

TKG wünscht der Expertenregierung viel Erfolg

Österreich ist seit dem 27. Mai 2019 nicht mehr das alte Österreich und sicher auch kein Selbstbedienungsladen!

Die Republik Österreich erlebt die turbulentesten Zeiten seit der Gründung der 2. Republik, welche nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland für große Aufmerksamkeit sorgen.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) als verfassungspatriotische säkulare Think Tank NGO wünscht der neuen Expertenregierung nicht nur viel Kraft, sondern Augenmaß, Geduld, Besonnenheit und viel Erfolg.

Wir danken dem Herrn Präsidenten Van der Bellen herzlich als Anker der Stabilität der Republik Österreich.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)

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01 06 2019
By: TKG 0

HÄUSLICHE GEWALT

Wir möchten mit diesem Beitrag darauf hinweisen, dass es Hilfsmöglichkeiten in der Türkei für Frauen die unter körperlicher Gewalt des Partners leiden, gibt!
Da oft die Scham und Angst überwiegen und diejenigen sich nicht trauen um Hilfe zu bitten, machen wir hier stellvertretend einen Beitrag.

KEINER MUSS SICH SCHLAGEN LASSEN!

Hier möchten wir euch Zufluchtsorte, Schutzmöglichkeiten, Hilfsorganisationen, Anwälte und ähnliches aufzeigen.❤️

Die FRAUENHÄUSER İN DER TÜRKEİ heissen „MOR ÇATI”.
Fast jede größere Stadt hat eine „Sube“ = Filiale.
Hier ein Link zu der Organisation. Die Webseite ist auf englisch und türkisch verfügbar:
https://www.morcati.org.tr/tr/

ANWÄLTINNEN İN ALANYA:
http://www.hurriyet.com.tr/…/avukatlar-kadina-siddete-dikka…

ONAR ISTANBUL bietet auch Beratung an. Sie haben auch eine Facebook Präsenz:
https://m.facebook.com/nardernek/

FRAUEN SCHUTZ- UND SOLİDARİTÄTSZENTREN (Webseite auch auf englisch verfügbar).
Vor Jahren super moderne staatliche Projekte, mit Bewachung, Psychologinnen, Ärztinnen und Krankenschwestern ausgestattet. Haben auch neue Identität ermöglicht. http://www.siginaksizbirdunya.org/…/48-siddet-onleme-ve-izl…

WEITERE Ansprech- und Hilfeadressen, auch „ulusal“; dörfliche Frauen, Frauen im Osten (Frauenmenschenrechte) http://www.kadinininsanhaklari.org/hakkimizda/biz-kimiz/

EİNE WEITERE ADRESSE GEGEN GEWALT GEGEN FRAUEN:

http://morsalkim.org.tr/biz-kimiz/

ABSCHLİESSEND NOCH EİN SEHR HİLFREİCHES DOKUMENT:

Hilfsorganisationen und Gewaltpräventions- und Überwachungszentren
mit Ortsangabe und Telefonnummern in der ganzen Türkei:
https://lookaside.fbsbx.com/…/Informationen%20Hilfsorganisa…

 

HİER ERFAHRUNGSBERİCHTE VON BETROFFENEN:

“Habe leider genug Erfahrung damit: Ruft die Polizei! Die bringt Euch zum nächsten Arzt, um Verletzungen festzustellen. Auf der Polizeiwache könnt ihr einen Dolmetscher rufen lassen. Die Anzeige wird aufgenommen. Gleichzeitig sollt Ihr einen ANNÄHERUNGSVERBOT einfordern (das geht problemlos) – auf Türkisch UZATLASTIRMA KARARI (sorry, schreibe mit deutscher Tastatur). Der Täter darf sich Euch dann 1 Monat nicht nähern. Das wird kurzfristig automatisch durch Staatsanwaltschaft und Gericht bestätigt (Polizei schickt das dahin, es ergeht dann ein Gerichtsbeschluss). Jede Polizeiwache (karakol) hat eigentlich eine Beamtin, die sich um Opfer häuslicher Gewalt kümmert – das nennt sich KADIN MASASI. Wenn der Täter gegen das Verbot verstößt, sofort Polizei Bescheid sagen, der ist dann erst einmal weg. Wenn das Annäherungsverbot ausläuft, wird dich die Beamtin jede Woche anrufen und fragen, ob alles in Ordnung ist, du gehst zur Wache und unterschreibst jede Woche. Wenn du nicht in Ruhe gelassen wirst durch den Täter, ergehen gegen ihn weitere Maßnahmen. Nehmt die Anzeige nicht zurück, bis zur Gerichtsverhandlung dauert es ein paar Monate. Auch VERBALE Gewalt könnt und solltet ihr anzeigen.
[…] Das Annäherungsverbot ist natürlich auch ein Wegweisungsbeschluss für die Wohnung. Der darf sich der Täter auch nicht mehr nähern.“

„Die Unterlassungsklage ist hier in der Türkei ganz einfach… Ihr geht entweder zum Karakol oder zum Staatsanwalt direkt… Die Papiere gehen direkt zum Richter. Der wird entweder innerhalb 24 Std. den Paragraphen erlassen oder ablehnen. Es bedarf keiner Vernehmung da es eine Notsituation ist. Deshalb besser direkt beim Gericht beantragen. Am nächsten Tag holt ihr euch den Erlass (karar) beim Gericht ab. Ihr habt dann die Kopie. Das Gericht schickt dann eine zu eurem Wohnort Karakol das Original. Karakol ruft euch an oder kommt zu euch wegen eurer Unterschrift. Dem anderen wird der Erlass auf die gleiche Weise vorgetragen. Um den Peiniger aus eurem Leben zu entfernen – als Sofortmassnahme ruft ihr Karakol oder die Polizei direkt an. Zu Gewalt gehört, Schimpfen (küfür), handgreiflich werden und auch hoher Alkoholkonsum. Er wird sofort mitgenommen und darf die Wohnung erst mal nicht betreten. Der Paragraph gegen Gewalt schützt euch am Anfang. Es gibt gegen Wiederholung / Wiederhandlung Androhung von Zwangsmassnahmen…
[…] Gibt nicht auf, dass Leben ist zu schön dafür 🎶🌻☮️💗

„Jede Adliye (Gericht) in der Türkei verfügt über eine Abteilung, die euch Hilfestellung gibt. Sie setzen Schreiben auf, beraten und ihr bekommt Prozesskostenhilfe. Diese Abteilung gibt es auch für Minderjährige.“

„Wenn ihr geringes oder kein Einkommen habt, dann könnt ihr auch zur Anwaltskammer gehen (avokat barosu), dort wird man euch Hilfestellung geben und einen Anwalt, der euch umsonst vertritt.“

WİR HOFFEN, WİR KÖNNEN BETROFFENEN DAMİT HELFEN!

Quelle: Für Deutsche in der Türkei, Rückkehrer, Auswanderer u Langzeiturlauber

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20 05 2019
By: TKG 0

TKG Einladung:“Wir sollten unbedingt wählen gehen“

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) lädt alle Mitglieder sowie BürgerInnen dazu ein, bei der EU-Wahl 2019 unbedingt eine Stimme abzugeben. In Österreich findet die Wahl am Sonntag, den 26. Mai statt. Hierzulande stehen sieben Parteien zur Wahl: ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne, NEOS, Europa Jetzt und die KPÖ Plus.
Die Wahlen zum EU-Parlament haben bereits begonnen. Vom 23. bis zum 26. Mai wählen die BürgerInnen der EU-Mitgliedstaaten ein neues Europaparlament. Gewählt werden EU-weit 751 EU-Abgeordnete, davon 18 in Österreich. EU-weit sind 427 Millionen Bürger zur Wahl aufgerufen.
Die Europawahl gibt auch den Startschuss für das große Sesselrücken in Brüssel, wählt das neue Europaparlament doch die künftige EU-Kommission. Die ersten Länder, in denen gewählt wurde, waren am Donnerstag Großbritannien und die Niederlande. Am Freitag wird in Irland abgestimmt, auch in Tschechien beginnt die Wahl. Die Ergebnisse werden aber erst am Sonntag veröffentlicht, wenn auch in allen anderen EU-Ländern die Abstimmung beendet ist.
 
Mehr Info:
 
 
 
 
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06 05 2019
By: TKG 0

Mauthausen 2019: „Niemals Nummer. Immer Mensch.“

Über 9.000  Menschen, darunter die Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers, aus dem In- und Ausland haben in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen an der Befreiungsfeier am 5. Mai 2019 teilgenommen. Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) war mit einer Delegation dabei.
„An Mauthausen zu erinnern bedeutet Trauer und Fassungslosigkeit angesichts eines Symbols für Terror, Leid und Unmenschlichkeit. Es bedeutet aber auch, ganz entschieden die Verantwortung für die Fundamente unseres Staates heute zu übernehmen: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Menschenwürde! Wir teilen diesen Haltung mit Herzen“

Der gemeinsame Auszug aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ehemaligen Konzentrationslager gilt als symbolischer Akt der Befreiung am 5. Mai 1945, vor 74 Jahren.

Concentration camp survivor Ed Mosberg and a delegation from the U.S. attend the commemoration at the former concentration camp KZ Mauthausen, by U.S troops on May 5, 1945 at the memorial site in Mauthausen, Austria, May 5, 2019. Reuters

 

 

Gemeinsam mit den Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers haben heute mehr als 9.000 Menschen trotz winterlicher Temperaturen an der internationalen Befreiungsfeier der KZ-Gedenkstätte Mauthausen teilgenommen. Der gemeinsame Auszug aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ehemaligen Konzentrationslager gilt als symbolischer Akt der Solidarität und als Erinnerung an die Befreiung am 5. Mai 1945. Österreichweit gibt es mehr als 100 Gedenkfeiern mit dem Schwerpunktthema „Niemals Nummer. Immer Mensch.“.

Anlässlich der internationalen Gedenk- und Befreiungsfeier des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen erinnerten mehr als 9.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland gemeinsam mit den Überlebenden an die Gräueltaten des NS-Terrors und gedachten zum 74. Mal der Befreiung der Häftlinge. An den Orten ehemaliger Außenlager finden österreichweit mehr als 100 Gedenkfeiern statt. Das Gedenken in Mauthausen ist weltweit das größte mit Kranzniederlegungen und Delegationen aus mehr als 100 Ländern, die in ihren Landessprachen begrüßt werden. Das diesjährige Gedenken widmet sich dem Schwerpunktthema „Niemals Nummer. Immer Mensch.“ und setzt ein Zeichen gegen die grausame Ideologie des Entzugs der Menschenwürde und der Individualität. Zu den Gedenkfeiern lädt seit Jahrzehnten das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) in enger Zusammenarbeit mit der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen (ÖLM) und dem Comité International de Mauthausen (CIM).

 

 

 

Diesjähriges Schwerpunktthema „Niemals Nummer. Immer Mensch.“

Im Zuge der namentlichen Erfassung der Häftlinge im Konzentrationslager Mauthausen wurden den Häftlingen ihre Eigennamen geraubt. Nach einer grausamen Prozedur, begleitet von Einschüchterungen, Drohungen, Schikanen und Stockschlägen durch SS-Angehörige und Funktionshäftlinge, waren die Häftlinge, die diese und weitere Gewaltexzesse überlebten, nur mehr eine „Nummer“, unter der sie sich auszuweisen hatten. Das diesjährige Schwerpunktthema „Niemals Nummer. Immer Mensch.“ erinnert daran, wie Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus kategorisiert und nummeriert wurden und gibt den Menschen ihre Namen zurück, indem es Einzelschicksale der verfolgten und ermordeten Menschen in den Vordergrund stellt.

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich, ruft angesichts der Aktualität des diesjährigen Schwerpunktthemas zu Solidarität und Menschlichkeit auf: „Wir sehen das Wiedererstarken von Gruppierungen, die Identität zum Thema machen, die Entindividualisierung und Entsolidarisierung vorantreiben und die die Gesellschaft bewusst spalten wollen. Es liegt an uns, sich der Menschenverachtung entgegenzustellen und die Menschenwürde von uns allen zu verteidigen.“

Das Mauthausen Komitee Österreich erinnert an die Opfer des NS-Terrors und deren Namen, indem die Einzelschicksale zahlreicher Häftlinge des KZ Mauthausen und aus den Außenlagern in ganz Österreich aufgearbeitet und über die sozialen Medien sowie auf der Website des MKÖ an deren Schicksal und vor allem an deren Menschsein erinnert wird.

Seit 2006 widmen sich die Gedenk- und Befreiungsfeiern jedes Jahr einem speziellen Thema, das zur Geschichte des KZ Mauthausen bzw. zur NS-Vergangenheit Österreichs in Beziehung steht. Der Gegenwartsbezug bildet bei jedem Jahresthema einen essentiellen Bestandteil und soll vor allem für junge Menschen einen Bezug zu ihrer Erfahrungswelt herstellen.

(Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)

Delegationen aus mehr als 100 Ländern

An der Gedenk- und Befreiungsfeier nehmen jährlich zehntausende Menschen aus Europa und der ganzen Welt teil, darunter die letzten Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager sowie zahlreiche Jugendliche aus Österreich und der ganzen Welt. Weit über 90 Prozent der Opfer waren weder Deutsche noch Österreicher, weshalb das Gedenken an die Opfer des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager einen besonderen internationalen Stellenwert hat.

Die diesjährige Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen begann mit Gedenkfeiern bei den nationalen Denkmälern. Am Morgen gab es auch eine Protestaktion der Präsidenten internationaler Lagerkomitees, die auf die Sperrung der „Todesstiege“ und des Steinbruchs durch den jüngsten Umbau aufmerksam machten. Auf der „Todesstiege“ im Steinbruch wurden tausende Häftlinge in den grausamen Tod getrieben, sie gilt international als eine der wichtigsten Erinnerungsstätten, die durch den Umbau eine Trivialisierung erfuhr.

Unter der musikalischen Begleitung von „Musica Viva“, dem Chor der Pfarre Mauthausen, traten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum ökumenischen Wortgottesdienst unter der Leitung von Alfred Hochedlinger zusammen. Der Gottesdienst wurde von Diözesanbischof Dr. Manfred Schauer, von Bischof Dr. Michael Bünker und von Metropolit Dr. Arsenios Kardamakis gehalten. Auf das gemeinsame Andenken der Religionen folgte die Internationale Jugendgedenkfeier und die geordnete Aufstellung der Jugendorganisationen sowie der großen italienischen Delegation am ehemaligen Appellplatz.

Die gemeinsame Befreiungsfeier auf dem ehemaligen Appellplatz begann mit der Verlesung des Mauthausen Schwurs, den die ehemaligen Häftlinge wenige Tage nach der Befreiung verfassten. Der Schwur wird traditionell in mehreren Sprachen verlesen – ein symbolischer Akt an einem Ort, an dem Deutsch die einzig erlaubte Sprache war und die Benützung der eigenen Sprachen verboten und verfolgt wurde.

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich, richtete seine Begrüßungsworte an die tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer, insbesondere an die KZ-Überlebenden und an die zahlreichen anwesenden Jugendlichen. Im Rahmen der gemeinsamen Befreiungsfeier erfolgten die Kranzniederlegungen, unter anderem durch mehr als 100 Delegationen. Während der Kranzniederlegung sprachen Vertreterinnen und Vertreter der nationalen Opferorganisationen der Länder Weißrussland, Luxemburg, Slowenien und Österreich in den jeweiligen Landessprachen. Durch das Programm führten mehrsprachig die beiden Schauspielerinnen Konstanze Breitebner und Mercedes Echerer, die musikalische Gestaltung kam vom Ensemble „Widerstand“ und der „Militärmusik OÖ“.

Den Höhepunkt der Gedenk- und Befreiungsfeier im ehemaligen KZ Mauthausen bildet der gemeinsame Auszug aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende der Feierlichkeit. Ähnlich der ersten Befreiungsfeiern der KZ-Überlebenden aus dem ehemaligen „Schutzhaftlager“ wird mit dem Auszug die Befreiung der KZ-Inhaftierten im Jahr 1945 symbolisiert. Auch dieses Jahr wurde die Spitze des Auszugs aus Mauthausen von den KZ-Überlebenden, u. a. Shaul Spielmann, Ed Mosberg, Anna Hackl, Ewgenij Hrol, György Frisch, Stanislaw Zalewski, Jan Wojciech, Lucjan Miller und Ryszard Sempka, gemeinsam mit US-Soldaten der amerikanischen Botschaft sowie Schülerinnen und Schülern der NMS Mauthausen gebildet.

Bei der weltweit größten Gedenk- und Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen gedachten tausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Opfer des NS-Terrors und setzten damit ein beeindruckendes Zeichen für ein „Niemals wieder“.

Statements österreichischer Spitzenpolitiker

Bundespräsident Alexander Van der Bellen
„Anlässlich der Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen erinnern wir an die Schicksale der Menschen, die dem NS-Terror zum Opfer gefallen sind. Mit Fassungslosigkeit und Trauer blicken wir auf dieses Symbol der Menschenverachtung, Gewalt und Intoleranz und gedenken dem unfassbaren Leid der Menschen. „Niemals Nummer. Immer Mensch.“ ist ein Aufruf an uns alle, sich für Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und für eine freie, demokratische Gesellschaft einzusetzen.“

Präsident des Nationalrates Wolfgang Sobotka
„Wir tragen die Verantwortung, dass Abgrenzung und Ausgrenzung nicht noch einmal die Oberhand in unserer Gesellschaft gewinnen. Bildung und Erziehung haben sich als wirksames Gegenmittel zu Rassismus und Antisemitismus erwiesen. Antisemitismus geht uns alle an.“

Bundeskanzler Sebastian Kurz
„Am 5. Mai 1945 wurde das Konzentrationslager Mauthausen befreit. Auch heute, 74 Jahre später, erinnern wir uns an die damals verübten Verbrechen und gedenken insbesondere den rund 66.000 Jüdinnen und Juden aus Österreich, die in der Shoah ermordet wurden. Österreich hat eine besondere historische Verantwortung, jüdisches Leben in unserem Land aktiv zu unterstützen und gegen jede Form des Antisemitismus anzukämpfen. Denn nur, wenn Juden uneingeschränkt in Frieden, Freiheit und Sicherheit leben können, kann aus einem „Niemals vergessen“ ein „Nie mehr wieder“ werden.“

Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung Heinz Faßmann
„Wir brauchen Zusammenhalt, Toleranz und gegenseitigen Respekt, um den gesellschaftlichen Frieden in Europa zu wahren. Die Gedenk- und Befreiungsfeier in Mauthause erinnert uns jährlich neu an unsere Verantwortung. Es braucht eine starke und lebendige Erinnerungskultur, um wachsam zu bleiben und um sicherzustellen, dass sich die Schrecken des Nationalsozialismus nie wiederholen. An unseren Schulen ist eine aktive Erinnerungspolitik deshalb integrativer Bestandteil schulischer Bildung.“

SPÖ-Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner
„Der Nationalsozialismus kam nicht über Nacht, sondern in vielen kleinen Schritten. Die Grenzen des politischen und menschlichen Anstandes wurden jeden Tag aufs Neue überschritten, verschoben und damit täglich neu gesetzt. An solche Grenzüberschreitungen kann und darf sich die Politik und die Gesellschaft niemals gewöhnen, denn die größte Bedrohung ist die schrittweise Gewöhnung an solche Überschreitungen. Wenn wir uns heute an diesem Ort zusammengefunden haben, dann ist dies nicht nur ein Zeichen unserer Ehrerbietung an alle Opfer des Antisemitismus und des Nationalsozialismus, sondern auch ein Zeichen: Als Gesellschaft übernehmen wir die Verantwortung dafür, dass dies nie wieder geschehen darf. Nie wieder.“

LINKS:

KZ-Gedenkstätte Mauthausen: TKG und über 10.000 gedenken der Befreiung

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28 04 2019
By: TKG 0

Attentat auf US-Synagoge: TKG verurteilt das Hassverbrechen gegenüber Juden scharf

Im kalifornischen Poway hat ein 19-jähriger Weißer auf jüdische Gottesdienstbesucher geschossen. Der Bürgermeister spricht von einem „Hassverbrechen“. Eine Frau wurde getötet, drei weitere Menschen wurden verletzt.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt das Hassverbrechen gegenüber Juden scharf und verlangt gegen den Antisemitismus und Hass gemeinsam zu kämpfen. Die TKG trauert um den Verlust dieses Lebens und wünscht den verletzten baldige Genesung.

Medien berichten unter Berufung auf den Bezirkssheriff Bill Gore, dass die Ermittlerinnen und Ermittler derzeit eine Hassschrift untersuchten, die der mutmaßliche Täter offenbar in den sozialen Medien hinterließ. Darin schreibe der Verfasser, dass Juden „nichts als die Hölle“ verdient hätten. „Ich werde sie dorthin schicken.“ Der Autor des antisemitischen Textes soll darin auch auf Brenton Tarrant, den Attentäter von Christchurch, Bezug nehmen. Der Rechtsextremist Tarrant soll für den Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland am 15. März 2019 verantwortlich sein. Bei dem Angriff wurden 50 Menschen getötet. Der Autor des Pamphlets bekenne sich auch zu einem Brandanschlag auf eine Moschee in Escondido, Ende März – einer Stadt unweit von Poway in Kalifornien. Damals war ein Feuer in einer Moschee gelegt worden, das gelöscht werden konnte; verletzt wurde niemand.

In Kalifornien war es kürzlich erst zu einem weiteren Angriff gekommen, der nach Überzeugung der Polizei Muslimen galt. Bereits am Dienstag war ein 34-jähriger US-Armeeveteran in Sunnyvale mit seinem Auto in eine Menschengruppe gefahren. Neue Beweise zeigten, dass der Verdächtige die Opfer aus rassistischen Gründen angegriffen habe, teilte die Polizei nun mit. Er habe sie für Muslime gehalten. Acht Menschen waren bei dem Vorfall am Dienstag verletzt worden, ein 13-jähriges Mädchen schwebte danach in Lebensgefahr. Nach Überzeugung der Ermittler steuerte der Mann sein Fahrzeug absichtlich in die Menschengruppe. Der Verdächtige wurde festgenommen. Ein Polizeisprecher sagte, ihm werde versuchter Mord in acht Fällen vorgeworfen. Zeugen hätten ausgesagt, dass er nach der Kollision Gott gedankt habe. Der Sender ABC berichtete, der Verdächtige sei 2005 und 2006 mit der US-Armee im Irak gewesen. Laut seiner Familie sei er danach wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung in Behandlung gewesen.

 

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24 04 2019
By: TKG 0

TKG Sparring in Wien: WBA Weltmeister Deutsch-Türke Firat Arslan gegen Yavuz Kuscu

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich und der Boxclub der Wiener Linien laden herzlichst zu einem Sparring-Kampf unter dem Motto „Boxen statt Gewalt“ zwischen dem Halbschwergewichts-Weltmeister Firat Arslan und dem Aufsichtsratsmitglied der Box-Federation Türkei Yavuz Kuscu (lebt in Wien als Unternehmer), am Samstag, den 27.04.2019 um 12:00 Uhr im Boxclub der Wiener Linien ein.

Anschließend wird der Halbschwergewichts-Weltmeister Firat Arslan mit Yavuz Kuscu einen kurzen Vortrag über seinen Werdegang zu einem erfolgreichen Sportler vor Jugendlichen halten. Weiters werden Firat Arslan und Yavuz Kuscu über die Integrationsvereine und deren Bemühungen, Jugendliche durch Lern-, Ausbildungs- und Integrationsprojekte zu unterstützen, sprechen.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG), der „Boxclub der Wiener Linien“ und der Österreichisch-Türkische Handelsverband bedanken sich herzlich für das Sponsoring der Organisation bei der „Yeni Vatan Gazetesi“ (Neue Heimat Zeitung). www.yenivatan.at 

Veranstaltungsdaten:

Datum und Zeit: 27.04.2019 um 12.00 Uhr

Ort: Boxclub der Wiener Linien (Währingergürtel 40, 1180 Wien)

Anfahrt: U6 Michelbeuern-AKH, Ausgang: Gürtel – Linie 42 Michelbeuern-AKH

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten Sie höflichst, aufgrund begrenzter Zuschauerzahl, um eine Rückmeldung unter der folgenden E-Mail-Adresse: office@oethv.org

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22 04 2019
By: TKG 0

TKG teilt ihre tiefe Betroffenheit und Trauer mit dem sri-lankischen Volk und den Christen

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) teilt ihre tiefe Betroffenheit und Trauer mit dem sri-lankischen Volk und insbesondere den Christen, im Hinblick auf die Bombenattentate in Colombo auf Sri Lanka. Wir verurteilen die extremen salafistischen Teufel, die nicht nur Feinde normaler MuslimInnen, sondern auch Feinde der gesamten Menschheit geworden sind.

TKG: „Wir sind Freunde von Jesus, nicht seine Feinde“

Wussten Sie?

…Jesus wird im Koran als Wort Gottes anerkannt.
….Im Koran werden der Koran und Jesus als Wort Gottes, als Geist Gottes, als Barmherzigkeit Gottes für die Welt bezeichnet.
…Jesus wird im Koran gewürdigt als Gesandter, als Prophet und Messias.
…Im Koran wird der Zusammenhang zwischen Jesus und der Barmherzigkeit stark betont.
…Jesus ist im Koran eine Botschaft der Liebe, eine Botschaft der Barmherzigkeit.
….der Koran würdigt Jesus und verwendet dafür christliche Hoheitstitel.
…Koran Sure 19, 34 f.: „Das ist Jesus, Sohn Marias, als Wort der Wahrheit, über das sie uneins sind….“ Kein Christ sagt, Gott habe ein gezeugtes (Biologisches) Kind, sondern einen Sohn Gottes im Sinne der Offenbarung Gottes Jesus…
 ….Koran Sure 3, 43/44 : „Du warst nicht bei ihnen, als sie ihre Lose warfen, wer nun von ihnen Pfleger für Maria sei! Du warst nicht bei ihnen, als sie sich darum stritten! Damals, als die Engel sprachen: „O Maria! Siehe, Gott verkundet dir ein Wort von sich. Sein Name sei: „Christus Jesus, Sohn der Maria“.“
…Was ist die  Bedeutung des Begriffes Christus? – Die erste Anwendung des Begriffes wird in Antiokeia, im Süden der Türkei, verwendet. Das Wort Christ stammt aus der hebräischen Sprache. Das Wort “mashia” bedeutet “mit Öl geschmiert, durch Öl gesegnet”. Die israelitischen Pfarrer und Könige wurden, wenn sie zum Einsatz kamen, mit Öl gesegnet. An vielen Stellen der Tora (erster Teil der hebräischen Bibel) kann man über diesen Prozess lesen. Das Wort “Mashia” war ein Titel des israelitischen Königs. Die arabische Übersetzung des Wortes hat auch dieselbe Bedeutung, nämlich “mit Öl geschmiert”. Die griechische Übersetzung dafür lautet “Khristos”, woraus das Wort “Khristianos” abgeleitet wird. Und genau dieses Wort wird zum ersten Mal in Antiokeia (heute Antakya, liegt im Süden der Türkei) zum Ausdruck gebracht. “Khristos” bedeutet “Folger des Messias, Freund des Messias”. Wir sind Freunde von Jesus, nicht seine Feinde. Türkische Kulturgemeine in Österreich (TKG) 


Problem: Salafitentum gemischt mit dem politisierten Glauben

Der Terror im Nahen Osten, beginnend mit dem IS, den man islamisch nennt und damit alle Muslime unter Generalverdacht stellt, hat seine Quelle leider im Salafitentum, der aus Saudi Arabien, zusammen mit dem Öl und mithilfe des Westens, in die Welt exportiert wurde. Der gesamte Terror in den letzten Jahren, durch den IS oder ähnliche Terror-Organisationen wie die in Sri Lanka, hat etwas gemeinsam mit dem Taliban, Bin Laden und dem 12. September. Alle sind Terroristen: Sie haben Ihre Wurzeln, Theologien und Konfessionen mit dem Saudi Arabischen Salafitentum und dem politisierten Glauben gemischt. In Zusammenhang mit dem politisierten Islam ist das Salafitentum eine tickende Zeitbombe, die leider auch von der westlichen Welt direkt oder indirekt durch Geheimdienste unterstützt wird.

National Thowheeth Jama’ath (NTJ) in Sri Lanka kommt von dem Salafitentum

Laut seriösen Presseberichten vermutet die Regierung von Sri Lanka ein international verzweigtes Netzwerk hinter den tödlichen Anschlägen am Ostersonntag. Ohne Hilfe von außen hätte die bisher wenig bekannte Islamistengruppe „National Thowheeth Jama’ath“ (NTJ) die Angriffe gar nicht durchführen können, hieß es unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. Die National Thowheeth Jama’ath (NTJ), als fundamentalistische Gruppe, hat die religiöse Ideologie des Salafitentums aus Saudi Arabien adaptiert. Die von der Regierung verantwortlich gemachte Islamistengruppe NTJ ist laut Agenturberichten kaum öffentlich in Erscheinung getreten: „Bisher wurde die Gruppe vor allem im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Beschädigung buddhistischer Statuen in dem Inselstaat genannt. NTJ-Anführer Abdul Razik wurde bereits vor den Anschlägen mehrmals inhaftiert. Er wurde der Anstachelung zu religiösen Unruhen beschuldigt. Nach einem Vorfall im Jahr 2016 hatte der Chef der radikalen Buddhistengruppe BSS vor einem „Blutbad“ gewarnt, sollte Razik nicht bald ins Gefängnis kommen.“ Frage: Warum wurde der NTJ-Anführer Abdul Razik nicht schon unter Kontrolle gebracht?

Unantastbar gemachtes muss dringend tastbar gemacht werden

Islam bedeutet Friede und Glück

Warum? Denn das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“ und „Vertrauen“. Infolgedessen sind unserer Meinung nach alle Muslime in Österreich und der gesamten Welt, die ihr „wahres Islam“-Bekenntnis aus dem Koran beziehen, verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten – und gewaltbereitende und selbstverherrlichende Theologien des Islam, die wir als „verfälschten Islam“ bezeichnen, kritisch zu betrachten, ja, sich von diesen um ihres Theologie Willen zu distanzieren.

Man muss transparent darüber reden und der Teufel muss einen Namen bekommen.

Neben dem Salafitentum muss sich die muslimische Welt auch allgemein über die „Theologie der Gewalt und Verachtung“ ehrlich und selbstkritisch diskutieren.

1)  Wenn manche Verse im Koran aus dem historischen Kontext absichtlich und missbräuchlich gerissen werden, bekommen die MuslimInnen Probleme. Was kann man dagegen machen? Der koranische Islam verabscheut Terror, Scheinheiligkeit und Unmenschlichkeit. Die faschistische Ideologie einer pseudo-islamischen Dogmatik ist dagegen gewaltbereit und gewaltverherrlichend. Eine sehr schwierige Aufgabe ist daher die Aufklärung, um die Spreu (namentlich den „verfälschten Islam“) vom Weizen (dem „wahren Islam“) trennen zu können. 

Also den „wahren Islam“, der auf Friede, Wohlbefinden und Nächstenliebe beruht, von dem „verfälschten, traditionalistischen Islam“. Der verfälschte Islam, auf den sich auch alle terroristischen Gruppen berufen, hat seine Wurzeln in der umayyadischen Dynastie, die ihren Höhepunkt mit dem 6. Kalifen Yazid I. ibn Muawiya (reg. 680-683) feierte: Mit dieser Herrscherdynastie ist der ursprüngliche Islam bereits sehr früh korrumpiert und verfälscht worden: Theologie der Gewalt durch verfälschten Islam, der uns bis jetzt beschäftigt.

2)  Plus dazu kommt das Problem unter dem Deckmantel „der Prophet Mohammed hat das gesagt und wir verfolgen alles was er gesagt und gemacht hat“ (Hadith) produzierten Lügen die in den Theologiebüchern seit Jahrhunderten niedergeschrieben und etabliert worden sind und behandelt werden, als ob es ein Gottesgebot wäre und unantastbar gemacht wurde. Der Begriff Hadith (Erzählung, Bericht) bezeichnet die Überlieferungen über die  Aussprüche und Handlungen des Propheten Mohammed, sowie über die Handlungen Dritter, die er stillschweigend gebilligt haben soll. Der Begriff wird sowohl für die Gesamtheit dieser Überlieferungen verwendet, als auch für die einzelne Überlieferung. In letzterem Fall wird dazu der Plural „Hadithe“ gebildet. Die große Bedeutung der Hadithe im verfälschten Islam ergibt sich daraus, dass die Handlungsweise (Sunna) des Propheten einen normativen Charakter besitzt und nach dem Koran die zweite Quelle der islamischen Normenlehre (FIKIH) darstellt. Die Hadithe gelten als das Mittel, über das sich die nachkommenden Generationen über diese Handlungsweise (Propheten) informieren können. Darum wird das Studium der Hadithe noch heute als einer der wichtigsten Zweige der islamischen religiösen Wissenschaften angesehen.

Arabische Traditionen, Gebräuche und Sitten sind nicht der Koran- Islam

Der politisierte Islam nützt eben diese verfälschte, nicht annehmbare Theologie der Gewalt, die auf den Traditionen, Gebräuche und Sitten der arabischen Halbinsel basiert. Die arabischen Traditionen, Gebräuche und Sitten sind nicht der koranische Islam. Das Problem liegt außerhalb des Korans, der Zeit- und artgemäß interpretiert gehört. Die „islamische Theologie mittendrin“ wird von jedem innerhalb und außerhalb missbraucht und wie von Dr. Frankenstein im Labor zur Teufel-Erzeugung verwendet, wie zum Beispiel in Sri Lanka. (Bild: AP)

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

Info:

TKG-Aufklärungsversuch: Was ist der Islam und was ist er nicht?

http://www.turkischegemeinde.at/2017/09/tkg-aufklaerungsversuch-was-ist-der-islam/

TKG UNTERSTÜTZT DEN PROTESTAUFRUF GEGEN DIE VERFOLGUNG VON CHRISTEN IM IRAK
http://www.turkischegemeinde.at/2014/08/tkg-unterstuetzt-den-protestaufruf-gegen-die-verfolgung-von-christen-im-irak/

CHRISTENTUM STAMMT AUS DER TÜRKEI?
http://www.turkischegemeinde.at/2010/09/christentum-stammt-aus-der-tuerkei/

Koran Sure 5, 112 ff.
„Als nun die Junger sprachen: „O Jesus, Sohn Marias,
vermag dein Herr, zu uns zu senden einen Tisch vom Himmel?“
Er sprach: „Fürchtet Gott, sofern ihr gläubig seid!“
Sie sprachen: „Wir wollen von ihm essen und Herzenssicherheit gewinnen
und uns vergewissern, dass du die Wahrheit zu uns sprachst,
und wollen das bezeugen.“
Jesus, der Sohn Marias, sprach: „O Gott, unser Herr!
Schick einen Tisch zu uns herab vom Himmel, auf dass er uns ein Fest sei,
für unseren Anfang und für unser Ende, und Zeichen sei von dir.
Teil uns Gutes zu! Du bist der Beste derer, die versorgen.“
Gott sprach: „Siehe, ich sende ihn zu euch herab.“

Koran Sure 19, 16 bis 30
„Und gedenke der Maria im Buch:
Damals, als sie sich zurückzog an einen Ort im Osten
und sich abschirmte vor ihnen.
Da sandten wir unseren Geist zu ihr.
Der trat vor sie als Mensch hin, wohlgestaltet.
Sie sprach: „Siehe, ich nehme meine Zuflucht vor dir beim Erbarmer,
sofern du gottesfürchtig bist.“
Er sprach: „Ich bin Gesandter deines Herrn,
auf dass ich dir einen lauteren Knaben schenke!“
Sie sprach: „Wie soll mir denn ein Knabe werden,
da mich kein menschlich Wesen je berührte
und ich auch keine Dirne bin?“
Er sprach: „So spricht dein Herr:
„Das ist mir ein Leichtes.“
Auf dass wir ihn zu einem Zeichen machen für die Menschen –
und solches als Barmherzigkeit von uns.
Da wurde es beschlossene Sache.
So ward sie mit ihm schwanger
und zog sich zurück mit ihm an einen weit entfernten Ort.
Da liesen die Wehen sie zum Stamm der Dattelpalme kommen.
Sie sprach:
„Weh mir! Ach wäre ich zuvor doch schon gestorben
und ganz und gar vergessen!“
Da rief es ihr von unten zu: „Bekümmere dich nicht!
Dein Herr lies unter dir ein Wasser fliesen.
Rüttle den Stamm der Dattelpalme – hin zu dir,
damit sie frische Früchte auf dich fallen lasse!
Dann iss und trink, und sei guten Mutes!
Wenn du dann irgendeinen Menschen siehst, so sprich:
„Siehe, ich gelobte dem Erbarmer ein Fasten;
so kann ich heute zu keinem menschlich Wesen sprechen!“
Dann kam sie mit ihm zu den Ihren, ihn tragend. Sie sprachen: „O Maria, da hast du etwas Unerhörtes getan!
O Schwester Aarons, dein Vater war kein schlechter Mann
und deine Mutter keine Dirne.“
Da deutet sie auf ihn. Sie sprachen:
„Wie sollen wir zu einem sprechen, der noch ein Kind ist in der Wiege?“
Er sprach: „Siehe, ich bin der Knecht Gottes!
Er gab mir das Buch und machte mich zum Propheten.“

Alle Auszüge aus: Der Koran. Neu übertragen von Hartmut Bobzin. CH Beck, 2. Auflage, München 2017. 832 Seiten. „

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21 04 2019
By: TKG 0

TKG: „FROHE OSTERFEIERTAGE-HAYIRLI PASKALYA! SO FEIERT MAN OSTERN IN DER TÜRKEI“

TKG: „Wir wünschen unseren christlichen Freunden, allen MitgliedernInnen, Nachbarn und auch allen anderen, die dieses christliche Fest nicht begehen,
frohe Osterfeiertage “

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

 

Hayirli Paskalya! So feiert man Ostern in der Türkei

Auch in der Türkei wird an manchen Orten Ostern gefeiert, vor allem in Ostanatolien. Will man sich gegenseitig „Frohe Ostern!“ wünschen, so sagt man dort „Hayirli Paskalya!“. Aber wie wird Paskalya in der Türkei gefeiert? Hier ein paar Eindrücke.

Was wäre Ostern ohne einem leckeren Hefezopf? Das dachte man sich wohl auch in der Türkei. Deshalb wird dort an  Ostern ein Osterkuchen aus Hefeteig gebacken. Das Besondere daran ist, dass in den Kuchen traditionell eine Münze eingebacken wird – wer diese dann beim Verspeisen findet, der kann sich über Gesundheit und Glück freuen. Aber natürlich gibt es in der Türkei noch viele weitere Gaumenfreunden zu Ostern. Deswegen kommt an den Feiertagen meist die ganze Familie zusammen, um gemeinsam leckeren Fisch und grüne Linsen zu essen. Das ist nämlich Brauch am Karfreitag.

Gibt es in der Türkei auch Ostereier?

Und auch auf die Ostereier muss man bei einem Osterfest in der Türkei nicht verzichten. Hierzu gibt es sogar einen speziellen Brauch. Zwei Personen müssen ihre Ostereier gegeneinander schlagen und derjenige, dessen Ei nicht zerbricht wird auch wieder mit Gesundheit und Glück beschenkt. Neugierig geworden? Wer nun vielleicht sogar über die Osterfeiertage einen Urlaub in der Türkei machen möchte, weiß nun zumindest, dass man auch dort sehr gut Ostern feiern kann. In manchen Orten in der Türkei gibt es außerdem auch christliche Kirchen, in denen man zur  Ostermesse gehen kann. Na dann, Hayirli Paskalya! (Myheimat.de)

 

Izmir – türkische Ostern für Anfänger

von Marie Christen

Die Türkei fällt einem vielleicht nicht als erstes ein, wenn man an das Osterfest denkt, doch auch hier wird das Fest mit seinen ganz eigenen Osterbräuchen zelebriert! Erlebt türkische Ostern mit uns!

FROHE OSTERN!

Hayirli Paskalya! (Frohe Ostern!) wird euch in der Türkei gewünscht! Nicht viele Türken feiern das Osterfest, auch ist es kein gesetzlicher Feiertag und doch überrascht die Türkei mit einigen Osterbräuchen.

Ostern ist auch hier ein Fest der Familie, alle kommen zusammen und veranstalten ein großes Festessen! Für die Feiertage wird ein Osterkuchen aus Hefeteig gebacken, also ganz ähnlich wie bei uns. Doch das Besondere und außergewöhnliche steckt hier im Detail: In den Hefezopf wird nämlich eine Münze mit eingebacken und wer diese dann findet oder verspeist, soll sich dem Glauben nach besonderer Gesundheit und Glück in diesem Jahr erfreuen dürfen. Aber natürlich gibt es noch andere Freuden für den Gaumen wenn man türkische Ostern feiert. An Karfreitag zum Beispiel wird sich in großer Runde getroffen und statt Osterbrot werden traditionell Fisch und grüne Linsen zum Mittag serviert.

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Auch die Ostereier werden in der Türkei nicht vergessen. Hier muss man sie allerdings nicht erst finden, denn in der Türkei gibt es diesbezüglich einen speziellen Brauch. Hierbei schlagen zwei Personen ihre Ostereier gegeneinander und derjenige, dessen Ei nicht zerbricht wird auch hier wieder mit Gesundheit und Glück gesegnet! Neugierig geworden? Dann besucht doch mal…

IZMIR

Die Perle an der türkischen Ägäis hat dir so einiges zu bieten! Die drittgrößte Stadt der Türkei, nach Istanbul und Ankara, wurde 3000 v. Chr. gegründet und ist somit eine der ältesten Städte der Welt. Viele verschiedene Kulturen haben während der wechselvollen Stadtgeschichte ihre Spuren hier hinterlassen.

Das Hafenviertel sowie der moderne Innenstadtbereich mit seinem Basarviertel, dem Museum und dem Kulturpark bieten eine Vielfalt an Besichtigungsmöglichkeiten. Besonders Kulturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Neben zahlreichen Museen findet man in Izmir auch ein Staatstheater und die Staatsoper mit einem berühmten Orchester. Musikfreunde reisen aus der ganzen Türkei an, um das Orchester spielen zu hören!

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Der Uhrturm auf dem Konak-Platz ist nicht nur Wahrzeichen der Stadt sondern auch ein Symbol für die Befreiung von der griechischen Besatzung. Unweit davon befindet sich das Archäologische Museum, das mit Funden aus der Antike aufwarten kann und absolut einen Besuch wert ist. Wer einen besonderen Ausblick über die Bucht von Izmir erleben möchte, sollte sich nicht scheuen, den Berg Kadifekale zu erklimmen. Auf diesem Berg lassen sich heute noch Ruinen einer eindrucksvollen Burg und ihrer Mauern, die während der Herrschaft von Alexander des Großen errichtet wurden, finden. Man kann also sagen, dass Izmir ein Ort mit großer Vergangenheit hat, die bis in die Moderne hineinreicht. Ein toller Ort um Kultur hautnah zu erleben oder für ein paar Tage zu entspannen. Also…packt die Ostereier ein, fahrt nach Izmir und Hayirli Paskalya! (blog.surprice-hotels.com)

 

CHRISTENTUM STAMMT AUS DER TÜRKEI VON BIROL KILIC

http://www.turkischegemeinde.at/christentum-stammt-aus-der-tuerkei/

TKG: „CHOR DER ZIVILISATIONEN AUS ANTAKYA IN WIEN“
https://www.youtube.com/watch?v=ZAemEhCq5-U&feature=youtu.be

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16 04 2019
By: TKG 0

Notre-Dame-Brand: Türkische Kulturgemeinde in Österreich ist erschüttert und trauert mit

Wien (OTS) – Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) und ihre Vorstände und Mitglieder sind über den Brand der Notre-Dame erschüttert und trauern mit allen Christinnen und Christen sowie allen anderen betroffenen Menschen, welche hier nicht nur ein Gotteshaus, sondern ein Kulturerbe für die Welt und Menschheit sehen.

Obmann der TKG, Birol Kilic äußerte sich wie folgt: „Die Bilder des Notre-Dame-Brandes haben mich nicht nur verstört, sondern haben auch größtes Mitgefühl und Schmerz in mir ausgelöst, weil wir aus der Türkei stammenden Menschen wissen, wie wichtig solche Weltkulturerben für die Menschenscheit sind. Die Notre-Dame gehört nicht den Französinnen und Franzosen, sondern uns allen. Deshalb werden wir mit Sicherheit auch Spenden für die Restaurierung der Notre-Dame sammeln und versuchen den Wiederaufbau zu unterstützen. Der Schmerz ist heilbar, wenn man ihn teilt. Wir teilen diese Schmerzen und bieten unsere kleine aber wichtige Unterstützung an. Aus der Asche der Notre-Dame könne durch einen Solidaritätsakt, für das Zusammenleben mit Würde und Menschlichkeit, ein europaweites Projekt werden.“

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09 04 2019
By: TKG 0

BESA: Ein Ehrenkodex – Die Rettung von Juden durch muslimische Albaner zur Zeit des Holocaust

Eine Analyse von Birol Kilic

Wien am 09.04.2019

Wir haben vor Kurzem bei einer Veranstaltung des österreichischen Sportministeriums im Zusammenhang mit dem Thema bzw. Buch „Islamischer Antisemitismus“ (Titelbild: Der ewige wandernde Jude) einige Länder mit einer mehrheitlich muslimischen Bevölkerung als Beispiele genannt, die auf keinen Fall automatisch Antijüdisch bzw. Antisemitisch eingestellt sind. Wir brauchen mehr positive Beispiele die das Zusammenleben fördern.

Das „Der ewige wandernde Jude“-Vorurteil ist in mehrheitlich muslimischen Ländern, in der Form wie es im Abendland vorhanden war, nicht existent. Dieses Vorurteil gab es auch in den letzten 1400 Jahren (Beginn Islam) kaum, weil „Der ewige wandernde Jude“ eine Figur aus christlichen Volkssagen ist, dessen Quellen in der Bibel liegen und somit im 13. Jahrhundert entstanden sind. Die Muslime und insbesondere Menschen aus der säkularen modernen Türkei sollten großes Interesse haben, hier die Ängste der Juden gegenüber der Aufnahmegesellschaft durch Aufklärung aus der Welt zu schaffen, da es ein großes Potential an Problemen gibt. Egal von welcher Seite gehetzt wird, wir brauchen eine Lösung ohne antimuslimischen bzw. antitürkischen Rassismus gelten zu lassen.

Das Buch mit dem Titel, „Islamischer Antisemitismus“, welches bei dieser Veranstaltung vorgestellt wurde, hatte den Ewigen wandernden Juden als Titelbild, was zum Fremdschämen ist, da dieser eigentlich mit dem Islam bzw. Koran nichts zu tun hat. Ich will hier nicht über dieses Buch eine Rezension schreiben, obwohl ich über 71 Faktenbasierte, nicht den Tatsachen entsprechende, Verse, Behauptungen und für den psychologischen Krieg bekannte Propaganda Methoden, durch akribisches studieren des Buches notiert habe. Das Buch ist eine billige Nachmache von den „Protokollen der Weisen von Zion“ und ist unter dem Strich und unter dem Vorwand gegen den politischen Islam zu kämpfen, was wir verurteilen und uns distanzieren, nicht glaubwürdig. Das Bild, aus farbigem Holzschnitt, wurde 1852 von Gustave Doré produziert und ist seit 2007 als Reproduktion in einer Ausstellung im Yad Vashem zu sehen. Doch ich frage mich, was dieses Bild mit dem Islam bzw. mit dem islamischen Antisemitismus zu tun haben soll?

Original-Der wandernde Ewige Jude, farbiger Holzschnitt von Gustave Doré, 1852, Reproduktion in einer Ausstellung im Yad Vashem, 2007

 

Yad Vashem, Wien-1940-Der ewige Jude-Propaganda gegen Juden in Wien mit dem Bild , „Der wandernde ewige Jude“ angelehnt an den farbigen Holzschnitt von Gustave Doré, 1852

 

Besa – Albanien und Juden 

BESA ist ein Ehrenkodex, der tief in der albanischen Kultur verankert und in den Glauben der albanischen Muslime verflochten ist. Es diktiert eine moralische Instanz, die so wichtig ist, dass eine Nichteinhaltung Schande über einen Selbst und die Familie bringt. Einfach gesagt schreibt Besa Verantwortlichkeit für andere vor, die Hilfe brauchen. In Albanien und dem Kosovo wurden Familien aufgenommen und versteckt, auch wenn man selbst und die eigene Familie dadurch in Lebensgefahr gebracht wurde. Diese Familien waren nicht nur Juden aus den eigenen Städten sondern Juden aus anderen europäischen Ländern, die von den Nazis geflohen sind.

Albanien, ein kleines, bergiges Land an der Südostküste der Balkanhalbinsel, zählte eine Bevölkerung von 803.000 Einwohnern. Darunter waren nur 500 Juden. Nachdem Hitler 1933 die Macht in Deutschland übernommen hatte, fanden viele Juden Zuflucht in Albanien. Es gibt keine genauen Angaben über deren Anzahl, aber verschiedene Quellen gelangen zu der Einschätzung, dass zwischen 600 und 1.800 jüdische Flüchtlinge aus Deutschland, Österreich, Serbien, Griechenland und Jugoslawien nach Albanien kamen, in der Hoffnung, von hier aus nach Israel oder an andere Fluchtorte zu gelangen. Nach der Besetzung Albaniens durch die Deutschen im Jahr 1943 weigerte sich die Bevölkerung Albaniens in einem außergewöhnlichen Akt, die Anweisungen der Besatzer zu befolgen und ihnen Listen mit den Namen der Juden auszuhändigen, die unter ihnen lebten. Darüber hinaus versorgten verschiedene staatliche Einrichtungen viele jüdische Familien mit gefälschten Papieren, mit denen sie sich unter die Lokalbevölkerung mischen konnten.

Die Albaner schützten nicht nur ihre eigenen jüdischen Bürger, sondern gewährten auch jenen Flüchtlingen Zuflucht, die nach Albanien gekommen sind, als es noch unter italienischer Herrschaft stand und die nun in der ständigen Gefahr lebten, in Konzentrationslager deportiert zu werden. Die bemerkenswerte Unterstützung, die den Juden entgegengebracht wurde, war begründet in dem Ehrenkodex Besa, der noch heute in Albanien als der höchste ethische Wert gilt. Besa heißt wörtlich „ein Versprechen halten“. Jemand, der nach dem Prinzip Besa handelt, ist jemand, der sein Wort hält, jemand, dem man sein eigenes Leben und das seiner Familie anvertrauen kann. Die Hilfe, die Juden und Nicht-Juden gewährt wurde, kann als Angelegenheit nationaler Ehre verstanden werden. Die Albaner scheuten keine Mühe, um zu helfen, ja sie konkurrierten sogar untereinander um das Privileg, Juden zu retten. Sie handelten aus Mitleid, menschlicher Güte und dem Bedürfnis, Menschen in Not zu helfen, sogar denen, die einen anderen Glauben oder eine andere Herkunft hatten als sie. Albanien, ein europäischer Staat mit einer muslimischen Mehrheit, brachte zuwege, woran andere europäische Länder scheiterten.

Alle Juden, die während der deutschen Besatzung innerhalb der Staatsgrenzen Albaniens lebten, und zwar albanische Staatsbürger ebenso wie Flüchtlinge, wurden – bis auf einige Mitglieder einer einzigen Familie – gerettet. Es ist eine beeindruckende Tatsache, dass in Albanien am Ende des Krieges mehr Juden lebten als zuvor. (0)

Über einen Zeitraum von fünf Jahren hat Norman H. Gershman diese berührenden Geschichten und Fotos in dem Buch „BESA: Ein Ehrenkodex“ (Englisch) aufgeschrieben und gesammelt. Das Buch deckt eine vergessene Zeit in der Geschichte auf, die langsam aus einem isolierten kommunistischen Regime auftaucht und zeigt die passionierte Seite einfacher Leute die Juden gerettet haben. Sie haben dabei in Ihrem wahren muslimischen Glauben gehandelt.

Präsident Jimmy Carter schreibt über das Buch folgendes: „Ich hoffe, dass sich diese Fotos und Geschichten in der Welt verbreiten. Sie bringen Hoffnung für eine Zukunft in der Muslime und Juden ihre Konflikte überwinden und sich auf ihre gemeinsame Menschlichkeit besinnen.“

James Earl „Jimmy“ Carter Jr. (* 1. Oktober 1924 in Plains, Georgia) ist ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei. Er war zwischen 1977 und 1981 der 39. Präsident der Vereinigten Staaten. Von 1971 bis 1975 bekleidete er das Amt des Gouverneurs von Georgia.

Asher Naim, ein israelischer Diplomat, schreibt folgendes:  „Durch Norman H. Gershmans Ausstellungen und Bücher ist es möglich, das wahre Gesicht von Menschlichkeit zu sehen, welches in einem individuellen und kollektiven Licht auf die bescheidenen, jedoch mutigen, muslimischen Albaner scheint, welche, geleitet durch den Kodex des Besa, nach Juden gesucht und sie als Gäste aufgenommen, aber niemals als Fremde behandelt haben.“

Asher Naim (December 28, 1929 – November 11, 2016) ist ein israelischer Diplomat, welcher in israelischen Missionen in die USA, Finnland, Äthiopien, United Nations und Südkorea gedient hat. Naim war von 1990 bis 1991 Israels Botschafter in Äthiopien und hat 1991 eine wichtige Rolle in der Operation Solomon gespielt, bei der ungefähr 14.200 äthiopische Juden nach Israel in nur einem Tag transportiert wurden.

Thomas Peter Lantos, ein US-amerikanischer Politiker jüdischer und ungarischer Herkunft:  „Norman H. Gershman hat sich dafür entschieden, die Welt mit der Tradition des Besa zu belehren und zu beleuchten, welche heutzutage stark, bedeutsam und wunderbar angebracht ist, im Hinblick auf die Hindernisse auf dem Weg zu Frieden, mit denen wir zu kämpfen haben.“

Thomas Peter „Tom“ Lantos (* 1. Februar 1928 in Budapest; † 11. Februar 2008 in Bethesda, Maryland) war ein US-amerikanischer Politiker ungarischer Herkunft.

Herman Bernstein, der amerikanische Botschafter Albaniens, 1934 : „Es gibt keine Spur von Judendiskriminierung in Albanien, denn Albanien ist heute eines der seltenen Länder in Europa, in denen es weder religiöse Vorurteile noch Hass gibt, obwohl sich die Albaner selbst aus drei verschiedenen Glaubensgruppen zusammensetzen.“

 

Islamischer Antisemitismus

Aber das Buch „Islamischer Antisemitismus“, welches ich akribisch gelesen habe, hat kurz und prägnant folgende Message: Alle MuslimeInnen sind antisemitisch bzw. Judenfeindlich. Ich finde, dass dieser kulturelle Rassismus (Neo Rassismus) gegenüber allen MuslimeInnen bis zum Himmel stinkt. Diese Pauschalisierung, vor allem gegenüber Juden und Israel, ist ziemlich hinterhältig, feindlich und nicht zielführend. Ich habe bei dieser Veranstaltung, bei der ich immerhin fair und korrekt von den Organisatoren behandelt wurde, meine Einsprüche kundgetan. Ich will mit dieser Analyse nur sachlich Aufklären, weil ich mich dazu, als Österreicher mit türkischen Wurzel und einer säkularen Einstellung, verpflichtet fühle.

Der Ewige Jude (auch der Wandernde Jude) ist eine Figur aus christlichen Volkssagen, die im 13. Jahrhundert entstand. Das Neue Testament (NT) erwähnt im Rahmen der Passionserzählungen verschiedene Knechte und Soldaten, die Jesus misshandelt haben sollen und die in späteren Versionen der Ahasver-Legende mit dem Ewigen Wanderer oder als der Ewige Jude identifiziert wurden: Sie erzählten ursprünglich von einem Menschen unbekannter Herkunft, der Jesus Christus auf dessen Weg zur Kreuzigung verspottete und dafür von diesem verflucht wurde, unsterblich durch die Welt zu wandern.

Das anonyme deutschsprachige Volksbuch vom Ewigen Juden, gedruckt erschienen in Leiden 1602, machte aus dieser Figur einen Juden und gab ihm den Namen Ahasveros. Diese Variante verbreitete sich in ganz Europa. Fast alle der vorwiegend mündlich überlieferten Orts- und Volkssagen entstanden nach 1602 und beruhten auf der Leidener Legende. Doch sie lösten den ewigen Wanderer bald von seiner Beziehung zur Passion Jesu und machten ihn zum Sinnbild für die Leidensgeschichte des ganzen Judentums. Seine Rastlosigkeit wurde nicht mehr als durch konkrete Schuld verursachte göttliche Strafe, sondern als natürliche Eigenschaft aller Juden verstanden. So gab der lutherische Theologe und Orientalist Johann Jacob Schudt (1664–1722) der Figur in seinem Werk Jüdische Merckwürdigkeiten (1714–1717) folgende Deutung (1): „Dieser umlauffende Jude seye nicht eine eintzelne Person, sondern das gantze Jüdische nach der Creutzigung Christi in alle Welt zerstreuete umherschweifende und nach Christi Zeugnuss biss an den jüngsten Tag bleibende Volck.“

 

Yad Vashem ehrt 22.000 nicht-jüdische Retter von Juden

In Yad Vashem, dem Holocaust Memorial in Jerusalem, ehrt man mehr als 22.000 nicht-jüdische Retter von Juden, die während des Holocausts als „Gerechte unter den Völkern“ gehandelt haben. Die meisten davon sind Christen. Ein kleiner Anteil davon sind jedoch auch Muslime aus Albanien, aus der Türkei, Marokko und anderen naheliegenden Regionen.

Die Signifikanz ihrer Taten übersteigt die kleine Anzahl der Retter, 56 Gerechte wurden aus Albanien geehrt, welche Juden während der deutschen Besetzung von 1943-44 aufgenommen haben.

So wie überall auf der Welt in der Zeit des 2. Weltkriegs, wurden die Juden in Albanien von den Deutschen besonders ins Augenmerk genommen. Aber ihr Schicksal hat sich durch den alten und hochheiligen Brauch des Besa – das Wort der Ehre, erheblich verändert. Wenn dir in Albanien jemand das Besa-Wort in einer bestimmten Weise gibt, ist er dazu verpflichtet, dieses Wort zu halten, koste es, was es wolle. Das hat, zusammen mit einem anderen alten Prinzip der Albaner, jemandem der Hilfe braucht Hilfe zu geben, viel bewirkt.

Nahezu alle 2000 jüdischen Albaner konnten Auschwitz entkommen, da sie versteckt oder auf eine andere Art und Weise von den vorwiegend muslimischen albanischen Landsleuten beschützt wurden. Überlebende berichten, dass sich die Albaner darüber gestritten haben, wer die Ehre haben darf, die fliehenden Juden zu beschützen, ein Phänomen, von dem man in keinem anderen europäischen Land unter der Macht der Nazis gehört hat. Dieses islamische Verhalten der Aufopferung und Gnade feiert die Vernunft des Lebens und die Sicht auf die Anderen, den Fremden, als Familienmitglied.

Ironischerweise blieben die Geschichten jahrelang vergraben, wegen des rigiden kommunistischen Regimes in Albanien, welches jeden Kontakt zur Außenwelt verbot. Dadurch kamen die Geschichten der geretteten Juden in Albanien erst vor Kurzem zum Vorschein. Als dann, vor einigen Jahren, Norman H. Gershman das erste Mal Yad Vashem betrat und von seinem Wunsch, professionelle Fotos von den Gerechten in verschiedenen europäischen Ländern zu machen, erzählte, wurde er auf Albanien und seine Retter aufmerksam gemacht.

Norman H. Gershmans Weg

Seine unzähligen Besuche dort und seine Begegnungen mit den gutherzigen Bewohnern haben einen tiefen Eindruck bei Norman hinterlassen. Er ist ein anderer Mann und sein Buch ist ein Zeugnis für den Glauben und die Hingabe der Retter für die Werte der Menschlichkeit, genauso wie seine Entschlossenheit die Nachricht über die Existenz dieser Menschen an die Öffentlichkeit zu bringen. Er hat seine Investigationen von den Kriegszeiten in Albanien intensiviert und auch auf den Kosovo ausgebreitet, eine Region, die immer noch unter einem zerstörerischen Krieg leidet und auch von einer beträchtlichen Zahl an Muslimen bewohnt wird. Man kann nur hoffen, dass Gershmans Dokumentationen der Gesichter und Geschichten dieser einfachen Leute mit den Herzen aus Gold, zukünftige Generationen inspiriert und an das Potenzial von Gutem erinnert, dass in jedem und jeder herrscht, sowie als Vorbilder in anderen schweren Zeiten dienen. Norman H. Gershmans klare und bewegende Fotos dieser Ritter des Geistes, gemeinsam mit den persönlichen Erinnerungen an diese Taten, sollten von jedem und jeder, der sich um die Zukunft der Menschheit sorgt, gesehen und gelesen werden.(2) Norman H. Gershman hat Geschichten aus dunklen Zeiten vor der Vergessenheit gerettet, in denen Juden von Muslimen, während der deutschen Besetzung in Albanien, beschützt und aufgenommen wurden. Er hat sich um den Dialog und um Verständnis zwischen Juden und Muslimen bemüht.

Die Gemeinsamkeiten Abrahamistischer Religionen und Gershmans Buch

Neben dem Christentum bilden das Judentum und der Islam die drei „abrahamistischen“ Religionen, die alle auf den Propheten Abraham zurückzuführen sind. Die Botschaft der Gemeinsamkeiten vieler grundlegender Werte ist eine, die heute zutiefst notwendig ist.

Durch dieses Buch hat sich der etablierte Fotograf Norman von der traditionellen Rolle eines Fotojournallisten entfernt und ist zu einem Historiker, mit den Fähigkeiten und Intentionen zwei Glaubensrichtungen in Zeiten großer Auseinandersetzungen zusammenzubringen, geworden. Sein Talent als humanistischer Fotograf und Dokumentarist wird hier veranschaulicht, indem seine Linse die guten Intentionen der albanischen Familien einfängt. Obwohl die meisten erst jetzt von diesen Heldentaten erfahren, schafft es Norman H. Gershman sicherzustellen, dass diese Geschichten noch für Generationen bewahrt werden.

Das Buch ist mehr als eine Sammlung von Bildern. Um es zu kreieren, ist Norman mehrmals nach Albanien gereist. Er hat mit den Menschen, die involviert waren und mit deren Kindern gesprochen, um die Geschichten zu protokollieren. Er hat Fotos von den Familien gemacht, wie sie heute, nach all den Jahren, aussehen. Fotos, die, verschmolzen mit den Geschichten und Artefakten aus der Vergangenheit die Gershman gesammelt hat, durch ein emotionales und beispielloses Fenster in eine vergessene Periode der Geschichte Einblick bieten. Ethnografie, mit Leuten zu sprechen, um ihre Geschichten und Kulturen besser zu verstehen, hat Norman in diesem Buch großartig zustande gebracht.

Norman hat so auch ein Licht auf die wahre Natur des Islams, als mitfühlende und abrahamistische Religion, geworfen. Für die albanischen Muslime war es eine religiöse Tat, Juden zu retten, durch das enge Band, das zwischen Juden und Moslems im Islam besteht. Indem sie Juden gerettet haben, waren sie gute Muslime. Die tiefe Verbindung zwischen dem Islam und dem Judentum, zusammen mit der Verbindung, die beide Religionen zum Christentum haben, was den dritten Punkt in dem abrahamistsichen Dreieck bildet, muss anerkannt und diskutiert werden.

Wir sind oft schuldig, wenn wir unseren Glauben in Gegenüberstellung oder Gegensätzlichkeit zu anderen Glaubensrichtungen stellen und eine Exklusivität erwarten. „Wir sind die Reinsten, die Besten,“ sagen wir zu uns selbst. Diese Annahme ist ein Mythos, weil es so viel Osmose, Synthese und Überlappungen zwischen den Religionen gibt.

Der Islam sieht sich als abrahamistische Glaubensrichtung und absorbiert das abrahamistische Vermächtnis: Begriffe des Heiligen, Monotheistischen, Allmächtigen und Unsichtbaren, die 10 Gebote, viele diätische Vorschriften, die großen Propheten- all diese Elemente reflektieren die übernommene abrahamistische Tradition. Abraham ist so wichtig für die Muslime, dass er fünf Mal am Tag erwähnt wird, bei jedem Gebet. Das größte Heiligtum der Muslime, die Kaaba in Mekka, wird stark mit Abraham assoziiert. Der heilige Prophet des Islams, Friede sei mit ihm, war stolz seine Abstammung von Abraham zu verlautbaren.

Norman zeigt uns eine humane, akzeptierende muslimische Gemeinschaft. Sein Interview mit Baba Haxhi Reshat Bardhi, der Vorsitzende des albanischen Bektaschi Orden, reflektiert Mitgefühl und Humanismus im Islam: „Wir Bektaschi sehen Gott überall und in jedem,“ erklärt er. „Gott ist in jeder Pore und jeder Zelle. Das heißt, dass jeder Gottes Kind ist. Es kann keine Ungläubigen geben. Es kann keine Diskriminierung geben. Wenn man ein gutes Gesicht sieht, sieht man das Gesicht Gottes. ‚Gott ist Schönheit, Schönheit ist Gott‘. Es gibt keinen Gott außer Gott.“

Es ist eine Zeit der Herausforderungen, aber auch eine Zeit der Möglichkeiten. Viele Initiativen wurden ergriffen, die in Angesicht auf die Geschichte der abrahamistischen Religionen ein Durchbruch sind. Normans Buch ist ein exzellentes und aktuelles Beispiel dafür.

Wir müssen erkennen, dass der Weg nach vorne durch Dialog stattfindet, wir müssen erkennen, wie wichtig diese Aufgabe ist. Ein kontinuierlicher holistischer Weg ist notwendig: Kurzfristige und oberflächliche Maßnahmen reichen nicht mehr aus. Ich sehe Normans Buch als ein wunderbares Werkzeug und eine Bemühung, Dialog und Verständnis zwischen den abrahamistischen Religionen zu schaffen. Ich habe die Hoffnung, dass seine unvergleichlichen Leistungen von Juden, Muslimen und Christen gelesen und diskutiert werden.

Normans Studien des albanischen Exempels sind ein Zeugnis eines islamischen Verhaltensmusters, das sich fundamental von denen unterscheidet, die man heutzutage überall in den Schlagzeilen liest. Es ist eine Bestandsaufnahme von Taten, die nichts mit Rache, Vergeltung, Hass und Selbstmord zu tun haben, sondern von Mitgefühl, Güte und Hilfe für Personen einer anderen Glaubensrichtung und Herkunft sprechen. Ich hoffe das Beispiel, der albanischen Retter wird als Vorbild für andere dienen, die in ihre Fußstapfen treten und echte Menschlichkeit zeigen, wenn sie vor ähnliche moralische Herausforderungen gestellt sind. Wir haben alle die Aufgabe, nicht nur das Böse des Holocausts in Erinnerung zu behalten, sondern auch das Gute, das die nicht jüdischen Retter, in Form einer helfenden Hand, für die Juden in Not geboten haben.

Als zivilisierte Gesellschaft sind wir an einem Scheideweg. Diese Brücken zwischen den Religionen und Kulturen zu bauen ist nicht mehr intellektueller Zeitvertreib, es ist eine Notwendigkeit, wenn wir das 21. Jahrhundert überleben wollen. Die transzendierte Humanität, die Norman H. Gershman in den Gesichtern und Geschichten der Menschen dokumentiert hat, hat eine tiefgreifende inspirierende Botschaft in Zeiten von Konflikt und Konfrontationen und ich hoffe, diese wird viele Menschen erreichen. Die Intention und Geistlichkeit in Normans Buch und die initiativen die ergriffen wurden, sind dasselbe: Rauszugehen, zu reisen, die verwundete Welt zu retten, zu lernen, zuzuhören, miteinander zu sprechen und Verständnis zu schaffen. (2)

ALI SHEQER PASHKAJ

„Warum hat mein Vater sein Leben und das des ganzen Dorfes riskiert, um einen Fremden zu retten? Mein Vater war ein frommer Muslim. Er glaubte, dass man ins Paradies kommt, wenn man ein Leben rettet.“

Enver Pashkaj vor einer Statue des albanischen Nationalhelden Skanderbeg Fotograf: Norman H. Gershman

Unsere Heimatstadt ist Pukë. Mein Vater besaß einen Lebensmittelladen. Es war der einzige Laden dieser Art im Umkreis von Meilen. Eines Tages kam ein deutscher Transport mit neunzehn albanischen Gefangenen auf dem Weg zur Zwangsarbeit vorbei, und mit einem Juden, der erschossen werden sollte. Mein Vater sprach ausgezeichnet deutsch. Er lud die Nazis in seinen Laden ein und bot ihnen Essen und Wein an. Er zwang ihnen den Wein regelrecht auf, bis sie betrunken waren. In der Zwischenzeit versteckte er einen Zettel in einem Stück Melone, das er dem jungen Juden gab. Dort hieß es, er solle hinausspringen und in den Wald zu einem bestimmten Platz fliehen. Die Nazis waren wütend über diese Flucht, aber mein Vater bestand auf seiner Unschuld. Sie brachten meinen Vater in das Dorf und stellten ihn an die Wand, um Informationen aus ihm herauszuholen, wo der Jude sich versteckt hielt. Viermal setzten sie ihm die Pistole an den Kopf. Sie kamen zurück und drohten, das ganze Dorf niederzubrennen, wenn mein Vater nicht gestehen würde. Mein Vater hielt durch, und schließlich zogen sie ab. Mein Vater holte den Mann aus dem Wald ab und versteckte ihn in seinem Haus, bis der Krieg vorüber war. Sein Name war Yeoshua Baruchowiç. Es gab dreißig Familien in diesem Dorf, aber niemand wusste, dass mein Vater einen Juden versteckte. Yeoshua ist noch am Leben. Er ist Zahnarzt und lebt in Mexiko.

Erzählt von Enver Pashkaj (Ali Sheqer Pashkajs Sohn).

Am 18. März 2002 wurde Ali Sheqer Pashkaj von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt.

 

DESTAN UND LIME BALLA

„Alle in unserem Dorf waren Muslime. Wir haben die Kinder Gottes unter unserem Besa beschützt.“

Lime Balla Fotograf: Norman H. Gershman

Ich wurde 1910 geboren. Im Jahr 1943, zur Zeit des Ramadan, kamen 17 Leute aus Tirana in unser Dorf, Shengjergji. Sie waren alle auf der Flucht vor den Deutschen. Am Anfang wusste ich nicht, dass sie Juden waren. Wir teilten sie unter den Dorfbewohnern auf. Wir nahmen drei Brüder namens Lazar auf. Wir waren arm – wir hatten nicht einmal einen Esstisch – aber wir erlaubten ihnen kein einziges Mal, für Essen oder Unterkunft zu bezahlen. Ich ging in den Wald um Holz zu hacken und Wasser zu holen. Wir zogen Gemüse in unserem Garten, so hatten wir jede Menge zu essen. Die Juden blieben für 15 Monate in unserem Dorf versteckt. Wir kleideten sie wie Bauern, wie uns selbst. Sogar die Ortspolizei wusste, dass das Dorf Juden versteckte. Ich kann mich erinnern, dass sie viele verschiedene Sprachen sprachen. Im Dezember 1944 verließen die Juden unser Dorf und gingen nach Priština, wo unser Neffe, der bei den Partisanen war, ihnen half. Danach verloren wir jeden Kontakt mit den Brüdern Lazar. Erst im Jahr 1990, fünfundvierzig Jahre später, nahmen Sollomon und Mordehaj Lazar von Israel aus Kontakt mit uns auf. Erzählt von Lime Balla.  Am 4. Oktober 1992 wurden Destan Balla und seine Frau Lime Balla von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt.

IE BRÜDER HAMID UND XHEMAL VESELI

„Unsere Eltern waren fromme Muslime und glaubten wie wir auch, dass „jedes Klopfen an der Tür ein Segen Gottes“ ist. Wir haben nie Geld von unseren jüdischen Gästen genommen. Alle Menschen sind von Gott. Besa existiert in jeder albanischen Seele.“

Von links nach rechts: Hamid Veseli, Xhemal Veseli Fotograf: Norman H. Gershman

Unser verstorbener Bruder Refik war der erste, der von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt wurde. Jetzt haben wir beide dieselbe Ehre dafür erfahren, dass wir die Famile von Joseph Ben Joseph und die Familie Mandil aufgenommen haben. Unter italienischer Besetzung arbeitete Joseph für mich (Hamid) in meinem Bekleidungsgeschäft, Moshe Mandil arbeitete in dem Fotostudio unseres Bruders Refik. Beide Familien waren Flüchtlinge aus Jugoslawien.

Als im Jahr 1943 die deutsche Besetzung begann, wurden die beiden jüdischen Familien in unser Haus in Krujë gebracht. Xhemal ging mit den Eltern Tag und Nacht 36 Stunden lang, um unser Haus zu erreichen. Wir kleideten sie wie die Leute vom Dorf. Zwei Tage später transportierten wir die Kinder nach Krujë. Tagsüber versteckten wir die Erwachsenen in einer Höhle in den Bergen. Die Kinder spielten mit anderen Kindern im Dorf. Alle Nachbarn wussten, dass wir Juden versteckten. Eines Tages durchsuchten die Deutschen das Dorf. Sie gingen von Haus zu Haus und suchten nach einem Gewehr, das verloren gegangen war. Sie haben das Gewehr nie gefunden und exekutierten den Soldaten, der es verloren hatte.

Wir haben die Juden neun Monate lang bei uns versteckt, bis zur Befreiung. Wir haben jeden Kontakt mit der Familie Ben Joseph verloren. Sie haben Jugoslawien zu früh verlassen, und wir befürchteten, dass die Deutschen sie auf dem Rückzug ermordet haben. Die Familie Mandil ist ebenfalls in ihr Heim in Jugoslawien zurückgegangen. Unser Bruder Refik hat sie nach dem Krieg besucht und hat mit Moshe Fotografie studiert. Die Familie Mandil ist später nach Israel ausgewandert.

Viermal haben wir Albaner unsere Tür geöffnet. Das erstemal für die Griechen während der Hungersnot im Ersten Weltkrieg, dann für die italienischen Soldaten, die in unserem Land ankamen, nachdem sie sich den Alliierten ergeben hatten, dann für die Juden während der deutschen Besetzung, und in jüngster Zeit für die albanischen Flüchtlinge aus dem Kosovo, die auf der Flucht vor den Serben waren. Nur die Juden haben uns ihre Dankbarkeit erwiesen. Erzählt von Hamid Veseli und Xhemal Veseli. Am 23. Mai 2004 wurden die Brüder Hamid und Xhemal Veseli von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt.

BESIM UND AISHE KADIU

„Mein Vater sagte, die Deutschen müssten seine Familie umbringen, ehe er zuließe, dass sie unsere jüdischen Gäste umbrächten.“

Merushe Kadiu Fotograf: Norman H. Gershman

Wir lebten in dem Dorf Kavajë. Im Jahr 1940 versteckte unsere Familie für kurze Zeit zwei griechische Juden vor den italienischen Faschisten. Sie hießen Jakov und Sandra Batino und sie waren Geschwister. Sie kamen aus Tirana zu uns. Ihr Vater wurde von den Italienern in einem Lager festgehalten. Später, 1944, baten Jakov und Sandra uns noch einmal um Unterschlupf, aus Furcht vor den Nazis. Eine andere Familie versteckte ihre Eltern bei sich. Sandra, Jakov und ich waren enge Freunde. Wir haben alle in einem Schlafzimmer geschlafen. Ich kann mich erinnern, dass wir ein Loch in das Gitter unseres hinteren Schlafzimmerfensters gesägt haben, damit sie fliehen konnten, falls die Deutschen entdeckten, dass sie sich bei uns versteckt hielten. Wir hielten andauernd Ausschau nach den deutschen Patrouillen. Als die Deutschen mit den Razzien begannen und von Haus zu Haus gingen, um Juden zu suchen, brachte mein Vater Jakov und Sandra in ein abgelegenes Dorf. Von da an versorgten wir sie mit allem was nötig war, bis zur Befreiung. Das gab eine große Feier in Kavajë. Ich erinnere mich noch an das Telegramm, das wir von Jakov und Sandra erhielten, und an die Freude über die Befreiung. Sie verließen Tirana bald und gingen dann nach Israel. Ich habe so viele wunderbare Briefe und Bilder aus Israel. Im Jahr 1992 wurde ich von dort eingeladen, um die Auszeichnung als Gerechte unter den Völkern stellvertretend für meine Familie entgegen zu nehmen, und für eine Zeit lang war ich die Vorsitzende der Albanisch-Israelischen Gesellschaft. Es waren Jahre voller Angst damals, aber Freundschaft ist stärker als jede Angst. Erzählt von Merushe Kadiu (Besim und Aishe Kadius Tochter). Am 21. Juli 1992 wurden Besim Kadiu und seine Frau Aishe Kadiu von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt.

 

NURO HOXHA

„Als überzeugte Muslime erreichte unser Schutz und unsere Menschlichkeit auch selbstverständlich für die Juden. Warum? Besa, Freundschaft und der heilige Koran. Dies ist ein Bild meines Vaters, das ich in meinem Herzen bewahre.“

Sazan Hoxha mit einer Fotografie seines Vaters, Nuro Hoxha Fotograf: Norman H. Gershman

Ich bin der älteste Sohn von Nuro Hoxha, der hier in der Gemeinde von Vlorë als Lehrer und als religiöser Muslim gut bekannt war. Ich kann mich an diese furchtbare Zeit erinnern, als die Nazis von Griechenland nach Vlorë kamen, und die Juden sich verstecken mussten. Ich war zehn Jahre alt. Die Juden von Vlorë, Berat und Elbasan hatten seit 1490 in Albanien gelebt, und viele kamen auf der Flucht von Ioannina in Griechenland hierher.

Mein Vater nahm vier jüdische Familien auf. Sie waren alle seine Freunde. Ich weiß noch, was mein Vater ihnen sagte, als er sie aufnahm: „Jetzt sind wir alle eine Familie. Es wird euch kein Leid geschehen. Meine Söhne und ich werden euch gegen jede Gefahr mit unserem eigenen Leben verteidigen.“

Wir versteckten die Familien in unterirdischen Bunkern, die von unserem großen Haus ausgingen. Es waren drei Generationen der Großfamilie von Ilia Sollomoni und Mojsi Negrin, ingesamt zwölf Leute. Es gab noch andere, an deren Namen ich mich nicht mehr erinnere. Die Bunker waren miteinander verbunden, und es gab mehrere Fluchtwege. Mein Job war es, den Familien Essen in den Bunker zu bringen und einzukaufen, was sie brauchten. Alle Einwohner von Vlorë waren Antifaschisten, und alle wussten, dass viele Familien Juden versteckten. Erzählt von Sazan Hoxha (Nuro Hoxhas Sohn). Am 21. Juli 1992 wurde Nuro Hoxha von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt.

 

Norman H. Gershman schreibt: viele Leute haben mich gefragt wieso ich, 60 Jahre nach den Geschehnissen, albanische Muslime, die Juden während des 2. Weltkrieges gerettet haben, aufsuche und ich antwortete wie folgt: 

„Ich wurde 1932 in New Jersey geboren, weit weg von den aufsteigenden Gefahren des Nazismus in Zentraleuropa. Als Kind habe ich aufmerksam Radio gehört und von der wachsenden Bedrohung des Krieges und den darauffolgenden Ereignissen gelernt. Ich erinnere mich, dass mich meine Mutter darauf hingewiesen hat, meine Mahlzeiten in dem Bewusstsein zu essen, dass Juden in Europa verhungern. Der Krieg in Europa und das Wissen von dem Holocaust, der dort stattgefunden hat, haben meine Weltanschauung geprägt und wurde zu dem Hintergrund auf dem sich mein Leben, als weltlicher amerikanischer Jude, langsam entfaltet hat. Meine fotografischen Reisen haben mich in die ehemalige Sowjetunion geführt, zu den Ruinen von Auschwitz und in das Warschau Getto und, erst kürzlich, nach Albanien und in den Kosovo. In meiner Arbeit mit den Albanern und ethisch albanischen Muslimen, die bereitwillig ihre Türen für Tausende, vor Nazis fliehenden, Juden geöffnet haben, habe ich es auf mich genommen, als eine Art Botschafter zu reisen. Als Jude und im Namen der jüdischen Bevölkerung habe ich nach jeder fotografischen Sitzung jeder Familie für die Rettung der Juden während des Holocaust gedankt. Porträtfotografie ist meine Art zu verstehen und anderen meinen angeborenen Glauben an die Herzensgüte und Einheit der Menschen nahezubringen – Qualitäten, die die Grenzen aller Ethnien, Religionen und Nationen überschreiten.“

 

Ich hoffe hiermit habe ich genügend Gründe niedergeschrieben, warum ich bei dieser Veranstaltung besonders Albanien, im Zusammenhang mit dem BESA-Ehrenkodex, als Beispiel genannt habe. (Birol Kilic, 9.04.2019)

Buch: Besa, Muslim who saved Jews in World War II, Norman H. Gershman

 

DIE GESCHICHTE DER TÜRKISCHEN JUDEN
http://www.turkischegemeinde.at/1993/09/die-geschichte-der-tuerkischen-juden/

Austellung: „Die Türken in Wien-Geschichte einer jüdischen Gemeinde“ im Judischen Museum

TKG: GEDENKEN AN NOVEMBERPOGROME-„TÜRKISCHER TEMPEL“
http://www.turkischegemeinde.at/2016/11/tkg-gedenken-an-novemberpogrome-tuerkischer-tempel/

50 JAHRE NACH DEN MASSAKERN VON AUSCHWITZ, TREBLINKA UND DACHAU
http://www.turkischegemeinde.at/1995/09/50-jahre-nach-den-massakern-von-auschwitz-treblinka-und-dachau/

SELTSAME BEGEGNUNGEN: TÜRKEN IN MAUTHAUSEN
http://www.turkischegemeinde.at/2009/11/seltsame-begegnungen-tuerken-in-mauthausen/


Quellen:

(0) www.yadvashem.org

(1)  Alex BeinDie Judenfrage Band 1: Anmerkungen, Exkurse, Register, Deutsche Verlagsanstalt 1980, S. 77

(2) The international Raoul Wallenberg Foundation Direktor 

(3) Ibn Khaldun Vorsitzender der Islamwissenschaft  America University, Washington, D.C.

 

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22 03 2019
By: TKG 0

TKG: „Das vorbildliche Verhalten Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern“

Wien-Das vorbildliche Verhalten und die Politik der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern nach dem Terrorakt gegenüber Muslimen im eigenen Land ist mit Hochachtung und Dankbarkeit, nicht nur von vielen Menschen aus der Türkei in Österreich, sondern auch in Europa und in der Türkei, empfangen und geschätzt worden. Wir haben es mit einer großartigen Nation namens Neuseeland zu tun, die in der Zeit des Kummers, Schock, Leid und Angst nicht aufgibt, sondern eine beispielhafte Zusammengehörigkeit der Bürger und Bürgerinnen in einem Rechtstaat zeigt.

Premiermisterin Ardern und der moralisch bestirnte Himmel 

Der abendländische Philosoph Immanuel Kant hat von dem Himmel über mir und dem moralischen Gesetz in mir wie folgt erzählt: „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.“

Zum ersten Mal haben wir eine christliche Politikerin, die nicht nur im Inland, in ihrem Heimatland, nämlich in Neuseeland in dem nun Trauer, Kummer, Angst und Schmerz herrschen, Menschlichkeit und Empathie für alle seine BürgerInnen gezeigt hat. Sie hat auch Hoffnung für die Zukunft in den kantisch bestirnten Himmel nicht nur gemalt, sondern auch als kategorischen Imperativ in die Herzen der Menschen ornamentiert. Alle Menschen in Neuseeland sind ihre Bürger und Bürgerinnen. Sie sind im Schutz der parlamentarischen Demokratie Neuseelands. Diese vorbildliche Haltung und Nicht-Pauschalisierung und Nicht-Satanisierug anderer Religionen, Konfessionen, Kulturen, Nationen und Andersdenkenden wünschen wir uns auch für Europa, für die Türkei und für die Welt. Deswegen muss man heutzutage einen großen Dank an die Nation Neuseeland und seine Premierministerin aussprechen, weil ihre Aktionen in unserem Herzen wieder schöne Dinge in Gang gesetzt haben, die wir mit der Zeit noch definieren müssen

Was vor einer Woche in Neuseeland passiert ist, war ein niederträchtiger Terrorakt von einem, aus Australien stammenden „christlichen Bürger“, der sich als Nazi bekennt und sich wegen der Türkenbelagerung 1683 und dem Balkanmassaker das Recht herausnimmt, allen Muslimen und vor allem Türken in Europa und in der Welt mit Mord und Genozid zu drohen. Diese Gedanken, die der Terrorist sicher nicht alleine niedergeschrieben und veröffentlicht hat kennen wir aus Wien aus mehreren öffentlichen Diskussionen, Büchern, Soziale Medien und leider auch von PolitikerInnen. Das Kochbuch für diese Gedanken wird seit langem in mehreren Hauptstädten nicht nur in Europa, sondern in der Welt unter dem Vorwand Abendland versus Morgenland, Aufklärung bzw. Nahe-Ost Konflikte vorbereitet. Und zwar sogar von manchen sehr Intellektuellen Menschen, auch Philosophen die man unter dem Kulturclash salonfähig gemacht hat. Kurz gesagt: Wir sind nicht schockiert von den Gedanken des Terroristen, der wie IS Terroristen auch in den Laboren der Irakischen Gefängnissen von den vorhandenen „Theologie des Verachtens Kochbücher“ produziert wurde.

Stellvertretende transnationale Hybrid Krieg

Der Terrorakt in Neuseeland ist in die Geschichte eingegangen und wird jahrelang viele Geheimdienste, Wissenschaftler, Politiker, Journalisten und Sozialforscher beschäftigen.  Die Art und Weise, wie kaltblütig der Terrorist Menschen in einem den friedlichsten Ländern der Welt umgebracht und seine Tat gefilmt hat, hat eines gezeigt: Dieser stellvertretende transnationale Hybrid Krieg hat vorsätzlich Neuseeland als Laborland gewählt.

Der „christliche terrorist“ ist nur eine Wirkung von dem multikausalen, vielschichtigen und langen vorbereiteten Krieg. Die Verursacher feiern in ihren Luxusgebäuden, manche mit Wein, manche mit Tees.

 

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15 03 2019
By: TKG 0

TKG: Der Terroranschlag in Neuseeland – Christchurch ist ein Anschlag gegen die Menschheit

Wien (OTS) – Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt den teuflischen Terror gegen die Muslime in der Moschee in Neuseeland – Christchurch und ruft alle Politiker, Medien, Autoren, Publizisten und Verantwortliche in der Welt und insbesondere in Österreich dazu auf, nicht unter dem Vorwand Kritik gegen Andersgläubige bzw. Nationen, Kulturen zu Hetzen.

Wir wissen nicht, wer hinter diesem unmenschlichen Terror steht. Wir wissen aber, dass in Österreich sehr viele Brandstifter und Brandbeschleuniger unter dem Vorwand Aufklärung und Repräsentanz, mit einem Feuerwehranzug, einen irreversiblen Brand setzen können und leider wollen.

Die Muslime in Österreich, insbesondere die Menschen aus der Türkei, wollen keine Hetze gegenüber ihren Glauben und/oder ihrer Abstammung und sie wollen sich von niemanden außer sich selbst als Bürger/Citoyens vertreten wissen, vor allem nicht durch „politisierte Glaubensgesellschaften“ die eigentlich de facto wie eine „kripto politische Partei“ auf vielen Ebenen arbeiten und Hochzeiten tanzen und damit die Atmosphäre in Österreich leider zum Nachteil der gesamten Muslime vergiften.

Die Türkische Kulturgemeinde teilt die Schmerzen mit den Hinterbliebenen und trauert mit ihnen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

 

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08 03 2019
By: TKG 0

TKG – WELTFRAUENTAG: „NEIN ZU GEWALT GEGEN FRAUEN-365 TAGE IM JAHR“

Anlässlich des Weltfrauentages ruft TKG ohne Wenn und Aber zu Aufklärung und Solidarität gegen Gewalt an Frauen auf. Gewalt an Frauen, unabhängig davon, welche Religion, welche Kultur und welche Staatsbürgerschaft der Täter hat.

Die Agentur der europäischen Union für Grundrechte (FRA) veröffentlichen verschiedene Studien zur Gewalt gegen Frauen. Darin kommt sie zu dem Ergebnis im Jahre 2018 auch, dass ca. 31% aller Frauen in der EU seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und sexuelle Gewalt erfahren haben. In Österreich gibt die Polizei bekannt, dass jeden Tag durchschnittlich 20 Wegweisungen von Männern aufgrund der Gewalttätigkeit gegen eine Frau geschehen, das macht im Jahr 7300 Gewaltfälle, die von der Polizei registriert wurden. Die Zahl der nicht registrierten Fälle ist vielleicht noch höher.

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sollte in Österreich nicht ein Lippenbekenntnis sein, sondern beginnend vom Kindergarten bis zur Reife des Kindes, besonders bei Männern, Werte für die gesamte Gesellschaft bilden. Bei der Gewalt gegen Frauen spielen kulturelle, soziale und wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Um das zu beheben, unterstützt die TKG die in der österreichischen Verfassung festgeschriebenen Grundgesetze, wo die Würde des Menschen das höchste Gut der Gesellschaft darstellt und in allen Ebenen zu schützen ist.

Wir wissen, dass die Mehrheit der Menschen aus der Türkei keine Scharia und keinen religiösen Staat fordern und besonders in ihren Familien Frauen, Mütter und Töchter hochschätzen und unterstützen und vor allem Frauen und Männer gleich sehen. Sie haben mit österreichischen Werten und der österreichischen Verfassung nicht nur kein Problem, sondern vermitteln diese verinnerlichten Ansichten auch ihren Kindern. Gewalt gegen Frauen kennt keine regionalen, religiösen und kulturellen Grenzen. Deswegen fordern wir Solidarität, nicht nur am 8. März am Weltfrauentag, sondern 365 Tage im Jahr, gegen Gewalt an Frauen, unabhängig davon, welche Religion, welche Kultur und welche Staatsbürgerschaft der Täter hat.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

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01 03 2019
By: TKG 0

TKG Stellungnahme: Parlament-IFES Antisemitismus Studie!

TKG begrüßt die Idee des Parlamentspräsidenten, das gesellschaftliche Problem „Antisemitismus in Österreich“ umfassend und auf wissenschaftlicher Basis zu beleuchten.

WIEN. Eine IFES Studie im Auftrag des Parlaments sieht in Österreich einen „Kern-Bodensatz“ für Antisemitismus von zehn Prozent.

TKG Haltung bezüglich Antisemitismus: Wir alle – Juden, Christen, Muslime, Agnostiker, Atheisten und Andersgläubige – wir alle müssen aufstehen, wir alle müssen Menschlichkeit in den Mittelpunkt rücken – und wir dürfen nicht wegschauen.  Um es mit Elie Wiesels Worten zu sagen: „Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit.“  Mit diesen Aussagen sind wir einverstanden aber unter der Voraussetzungen wie zum Beispiel ohne Scheinheiligkeit, Verleumdungen und  Pauschalisierung gegenüber  andere Glaubensrichtungen unter dem Vorwand wir kämpfen gegen Antisemitismus.. Die  Politik sollte die alte, früher stigmatisierte Minderheit der Juden nicht so an die Brust drücken, um die neue Minderheit, die Muslime, zu stigmatisieren. Die Juden sollten nicht missbraucht werden, um die Muslime pauschal  in Österreich und in der EU allgemein als unverträglich zu kennzeichnen.

In den Berichten haben wir folgendes gelesen: „Laut einer Studie des Instituts IFES, ist der Antisemitismus bei jenen Menschen in Österreich, die türkisch oder arabisch sprechen, weit verbreitet . Das zeige sich auch durch eine signifikante Ablehnung des Staates Israel. Der Aussage „Wenn es den Staat Israel nicht mehr gibt, dann herrscht Frieden im Nahen Osten“ stimmten insgesamt zehn Prozent zu.  Arabisch sprechende Menschen stimmten mit 70 Prozent zu, bei türkischsprachigen war es knapp die Hälfte.“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) begrüßt die Idee von Parlaments Präsident Wolfgang Sobotka mit der folgenden Aussage: „Österreich sei keine Insel der Seligen, weswegen das gesellschaftliche Problem des Antisemitismus auch in Österreich umfassend und auf wissenschaftlicher Basis beleuchtet werden müsse.

Die nötige Äquidistanz

Das Mindeste was wir als TKG bitten ist folgendes: Die Wissenschaftler und Studien sollen die nötige Äquidistanz, wissenschaftliche Reife und Unabhängigkeit gegenüber den Auftraggebern, den Protagonisten und gegenüber dem Thema transparent und ohne Hütchenspiele zu spielen vorweisen. 

Wichtige Frage

Die wichtige Frage welche vor allem beantwortet werden sollte ist folgende: Ist der Anti-Judaismus/Antisemitismus ein Produkt der Nahost-Konflikte bzw. der Israelisch-Palästinensischen-Konflikte oder eine religiöser Konflikt, der auf den Koran basiert, welcher für die Muslime das einzige korrektiv Wirkung habende Indikator Mittel (Furkan: wahr und nicht wahr) bezüglich der Religion „Islam“ ist?

Link

https://www.krone.at/1874136

https://kurier.at/politik/inland/antisemitismus-studie-sieht-kern-bodensatz-von-zehn-prozent/400421900

https://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/5587801/Studie_Arabische-und-tuerkische-Migranten-sind-judenfeindlicher

https://www.ifes.at/

https://derstandard.at/2000098783773/Studien-Zehn-Prozent-der-Menschen-in-Oesterreich-antisemitisch-Anteil-ruecklaeufig

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20 02 2019
By: TKG 0

Kulturkampf im Klassenzimmer – Wo bleibt die Lösung?

Cajetan-Felder-Institut

Verein zur Förderung liberaler Kommunalpolitik

Podiumsdiskussion Mi., 20.02.2019, 19 Uhr


Palais Palffy, Figaro-Saal

Wien 1., Josefsplatz 6

Diskutanten:

Mag. Heinrich HIMMER

Bildungsdirektor des Stadtschulrates für Wien

Dipl.-Ing. Birol KILIC
Publizist, Herausgeber, Verleger
Obmann der türkischen Kulturgemeinde in Österreich-Think Tank

KO BR Monika MÜHLWERTH

Klubobfrau der freiheitlichen Bundesratsfraktion

Vizepräsidentin des Stadtschulrates für Wien a.D.

Dr. Kurt SCHOLZ

Vorsitzender des Zukunftsfonds der Republik Österreich

Präsident des Stadtschulrates für Wien a.D.

 

Diskussionsleitung:

Komm.-Rat Walter Prinz

Präsident des Cajetan-Felder-Instituts

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18 02 2019
By: TKG 0

TKG Stellungnahme bezüglich des Religionsunterrichts

In den letzten Wochen gab es große Aufregung.

Beim Religionsunterricht der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) wurde „IGGÖ“ anstatt „Islam“ eingetragen. Dagegen habe es heftige Proteste gegeben, worauf einige NGOs einen Musterbrief an Schulkinder verteilen ließen, um die Bezeichnung „IGGÖ“ anzufechten.

Auch die Türkische KulturGemeinde in Österreich, eine Think Tank-Denkfabrik NGO, wurde von verschiedenen Seiten um ihre Meinung dazu gebeten. Wir wollen daher hier in aller Höflichkeit unser Wissen und unsere Meinung bei einem so wichtigen Thema auch kundtun:

Für uns stellt sich die Sache ganz einfach dar.

Der Islam teilt sich in verschiedene unterschiedliche Glaubensrichtungen, darunter die Sunniten, Schiiten und Aleviten. Niemand, keine NGO und keine Organisation hat hier ein Monopol. Ein einheitlicher islamischer Religionsunterricht ist deshalb nicht möglich.

„Interpretation der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich“

Die IGGÖ führt seit 1983 laut Lehrplan einen Religionsunterricht durch, in dem nicht der Islam insgesamt gelehrt wird, sondern eine eigene Interpretationen des Islams, nach der Interpretation der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich“, welche wir auch respektieren.

https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20007378

Deshalb ist es richtig, diese Version des Unterrichts unter dem Begriff „IGGÖ“ einzutragen.

Die Darstellung der IGGÖ, sie würde alle Glaubensrichtungen des Islam vertreten, ist mit der Interpretation der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich ausgeschlossen. Die „Glaubenslehre“ der IGGÖ, die am 26. Juni 2016 der Bundeskanzleramt Kultusbehörde vorgelegt worden war, ist sehr unklar gehalten und lässt nicht erkennen, welche Glaubensrichtungen davon umfasst sind. Die zusammenhangslosen Zitate aus dem Koran und anderen Stellen, können daran nichts ändern.

Eine Vertretung der Schiiten und der Aleviten ist der IGGÖ nicht möglich. Beide Glaubensrichtungen sind in selbständigen Glaubensgemeinschaften organisiert und können deshalb nicht gemeinsam vertreten werden. Die Aleviten sind seit 2013 als eigenständige Religionsgesellschaft anerkannt, die Schiiten, als Religionsbekenntnis anerkannt, warten seit Jahren auf ihre volle Anerkennung. Die wenigen Vertreter des Iran in der IGGÖ sind nicht repräsentativ für die Schiiten die gerade als Bekenntnisgemeinschaft der durch BKA Kultusamt anerkannt wurden. Ob die IGGÖ sunnitisch ist, ist ebenfalls unklar. Außerdem hatte die Kultusbehörde die Zulassung einer sunnitischen Glaubensgemeinschaft schon früher abgelehnt, weil die Voraussetzungen nicht erfüllt waren.

In dem Verfahren um Anerkennung der Schiitischen und der Alevitischen Glaubensgemeinschaften hatte die IGGÖ in Stellungnahmen (belegbar) behauptet, beide seien nicht islamisch. Deshalb wäre es auch theologisch mit Verlaub nicht glaubwürdig, würde die IGGÖ auch diese Glaubensrichtungen vertreten wollen.

Zu den Aleviten hatte die IGGÖ geschrieben: sondern ja viel mehr vertritt diese Glaubensrichtung eine Glaubenstheologie, die der islamischen Glaubenstheologie diametral entgegensteht (Stellungnahme vom 21. August 2009)

Wiener Zeitung:“ Als das Kultusamt die IGGiÖ zu einer Stellungnahme aufforderte, erklärte die heimische Islamvertretung, sie sehe „in dem Antrag eine unzulässige grobe Einmischung in die inneren Angelegenheiten der IGGiÖ“ und erhebe „deswegen Einspruch gegen eine positive Erledigung des Antrags“. Und: Das Alevitentum vertrete „eine Glaubenstheologie, die der islamischen Glaubenstheologie diametral entgegensteht.“
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/archiv/56014_Die-neue-islamische-Konfession.html?fbclid=IwAR3nS6jPdbsNHNEY-sJngpORWrNHOFUdDRqfL6NK0PnWepXP94X3h-fXqmY

Zu den Schiiten hatte die IGGÖ geschrieben: „Sunniten und Schiiten stimmen in den Glaubensgrundlagen ohne Unterschiede überein. Die dem Antrag beigelegte Lehre spiegelt nicht die offizielle Lehre der Schia wieder (Stellungnahme vom 24. August 2012).

Die aus Sicht der IGGÖ nicht vorhandenen Unterschiede zwischen Schiiten und Sunniten hatten in den letzten Jahrhunderten bis in die jüngste Zeit (Jemen) Millionen Menschen das Leben gekostet.

Artikels 15 Staatsgrundgesetz: Religionsgemeinschaften wie jede Gesellschaft, den allgemeinen Staatsgesetzen unterworfen.

Das sind persönliche Meinungen aus der IGGÖ, die nur eine Anzahl mehr oder weniger politischer Vereine vertritt, aber keine religiöse Organisation darstellt. Die Eigendarstellung der IGGÖ nach außen hin ist auch keine innere Angelegenheit, die in den Bereich des Artikels 15 Staatsgrundgesetz fallen würde.

Artikel 15 Staatsgrundgesetz: „Jede gesetzlich anerkannte Kirche und Religionsgesellschaft hat das Recht der gemeinsamen öffentlichen Religionsübung, ordnet und verwaltet ihre inneren Angelegenheiten selbständig, bleibt im Besitze und Genusse ihrer für Cultus-, Unterrichts- und Wohlthätigkeitszwecke bestimmten Anstalten, Stiftungen und Fonde, ist aber, wie jede Gesellschaft, den allgemeinen Staatsgesetzen unterworfen.“
https://rdb.manz.at/document/ris.n.NOR12000055


Verwirrung! Sondern was? Eine eigene Interpretationen des Islam?

Das Thema wurde von der IGGÖ zuletzt noch weiter verwirrt, indem die IGGÖ behauptete, sie sei überkonfessionell. Das bedeutet in der Konsequenz, dass die IGGÖ keine Religionsgemeinschaft ist. Denn eine Religionsgemeinschaft kann nur an eine bestimmte, konkret umschriebene Religion gebunden sein. Das heißt, die IGGÖ ist nicht islamisch, nicht christlich, nicht buddhistisch, sondern – was?

Die Eigendefinition als überkonfessionell bedeutet aber auch, dass die IGGÖ keinen eigenen Religionsunterricht abhalten dürfte, da sie keine eigene, bestimmte Religion vertritt. Offen bleibt dabei, was eigentlich die IGGÖ in all den Jahren bisher als Religion unterrichtete.

Wir halten es für eigenartig, dass diese wichtigen Umstände von den Schulbehörden seit 1983 nicht beachtet worden sind.
Wir wiederholen : Die IGGÖ führt seit 1983 laut offiziellen Lehrplan welcher auch vom Ministerium veröffentlicht wurde und wird einen Religionsunterricht durch, in dem nicht der Islam insgesamt gelehrt wird, sondern eine eigene Interpretationen des Islam, nach der Interpretation der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich

Verunsicherung

Es blieb nicht aus, dass Schulkinder von diesen Wirren verunsichert worden sind. Die Verunsicherung der Schulkinder und Familien, vor allem im Bereich der Pflichtschulen, wurde noch dadurch gesteigert. Sie vermitteln dadurch ein falsches Bild des Islam und beeinträchtigen die Integration der Kinder in die Gesellschaft.

Warum ist die Bezeichnung IGGÖ richtig? 

Die Bezeichnung des Religionsunterrichts der IGGÖ, mit „IGGÖ“, ist deshalb folgerichtig, jedenfalls so lange, als sich die IGGÖ nicht zu einer bestimmten Religion und Glaubensrichtung bekennt. Umgekehrt wird auch für die Schiiten die Bezeichnung SCHIA und für die Aleviten die Bezeichnung ALEVI verwendet.

Trotz des sehr umständlichen und in Europa einzigartigen Kirchenrechts ist der Religionsunterricht als solches eigentlich nirgends geregelt.

„Ende gut, alles gut“

Vor allem auch nicht im Islamgesetz 2015, das von Vertretern der IGGÖ  mitverfasst worden war und auf das sich die IGGÖ gern stützt. Laut APA Meldung (Siehe die berichte am 26.07.2015) haben wir folgendes gelesen: „Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Fuat Sanac, zeigt sich versöhnt mit der Regierung. „Ende gut, alles gut“, sagte er im APA-Interview zum mittlerweile in Kraft getretenen Islamgesetz.
https://religion.orf.at/stories/2723325/

Zur Lösung können wir nur die Regelung empfehlen, die zum Beispiel in der Türkei besteht. Dort steht für alle Religionen egal ob Muslim, Christ bzw. Judentum in dem Religionsunterrichtsfach folgendes geschrieben: „Religion und Ethik.“ Seit der Gründung der modernen Türkei. Diese Vereinfachung würde auch in Österreich das Sammelsurium an verschiedensten Richtungen und Definitionen beseitigen.

Fazit:  Artikels 15 Staatsgrundgesetz: „Religionsgemeinschaften sind wie jede Gesellschaft, den allgemeinen Staatsgesetzen unterworfen!“

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

 

Informationen-Link:

Gesetzlich anerkannte Kirchen und Religionsgesellschaften
https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/82/Seite.820015.html?fbclid=IwAR35n9JqbaThKY4EU8nYt0eu6-4F-gWIc7aefipiE0SNgh6Q-4soQpA5hKw

1. Gesamte Rechtsvorschrift für Islamgesetz 2015  (  SIHEE: IGGÖ und ALEVI -GLEICHBERECHTIGT)
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20009124

2. Staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaften -SIEHE:  DIE  SCHIITEN ( SCHIA)
https://www.bundeskanzleramt.gv.at/religiose-bekenntnisgemeinschaften

https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/82/Seite.820016.html

3. Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Lehrpläne – Alevitischer Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, NMS, AHS, BMS, BHS, Fassung vom 18.02.2019
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20008767

4.Das Bildungsministerium anerkennt die „Islamische Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich“.Die neue islamische Konfession
Wiener Zeitung:“ Als das Kultusamt die IGGiÖ zu einer Stellungnahme aufforderte, erklärte die heimische Islamvertretung, sie sehe „in dem Antrag eine unzulässige grobe Einmischung in die inneren Angelegenheiten der IGGiÖ“ und erhebe „deswegen Einspruch gegen eine positive Erledigung des Antrags“. Und: Das Alevitentum vertrete „eine Glaubenstheologie, die der islamischen Glaubenstheologie diametral entgegensteht.“
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/archiv/56014_Die-neue-islamische-Konfession.html?fbclid=IwAR3nS6jPdbsNHNEY-sJngpORWrNHOFUdDRqfL6NK0PnWepXP94X3h-fXqmY

5.  Türkisch Islamgesetzt 2015
https://www.bmeia.gv.at/fileadmin/user_upload/Zentrale/Integration/Islamgesetz/Islamgesetz_2015_Tuerkisch_Zusammenfassung.pdf?fbclid=IwAR2m54gmZglA7slv1KfB2pqkj4HOIY_ajFnDJWFrlHCnb34rGlpGjxeLMlQ

6. „Ende gut, alles gut“
https://religion.orf.at/stories/2723325/

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08 02 2019
By: TKG 0

Kommt die Gewalt aus dem Islam? Zehn Behauptungen und zehn Antworten

Immer wieder wird Terrorismus mit dem Islam in Verbindung gebracht, weil Täter sich auf die Religion berufen. Doch Gewalt mit dem Islam gleichzusetzen, ist falsch. Eine Einordnung von Ahmad Milad Karimi, der in Münster Islamwissenschaft lehrt.

Behauptung 1: Der Islam ist eine gewalttätige Religion

Der Islam selber kann nicht handeln und auch keine Gewalt ausüben. Islam ist die Bezeichnung für eine Weltreligion mit gegenwärtig ca. 1,6 Milliarden Anhängern. Ein Urteil über den Islam kommt entweder aus dem theologischen Bewusstsein dieser Religion oder aus der empirischen Beobachtung der Muslime. Der Hang zur Gewalt ist keine religiöse Begebenheit.

Hingegen lassen sich die Friedenspotenziale der Religion des Islam theologisch begründen. Der Islam versteht sich als ein Weg der Glückseligkeit: Seine Ethik mit allen Tugenden, die uns seit der Antike bekannt sind, besteht darin, das mittlere Maß zu halten, jenes zwischen zwei Extremen, Übermaß und Mangel. Der Islam als Religion bewegt Muslime dazu, „Frieden zu stiften zwischen den Menschen“ (Koran 2,224). Dafür begreift sich der Koran als Rechtleitung und der Prophet Muhammad als Vorbild.

Das Ziel des Korans ist Gerechtigkeit, nicht zum Beispiel das Abhacken von Händen. Das Handabhacken ist eine Strafe aus dem 7. Jahrhundert. Nicht das Abhacken der Hände ist spezifisch islamisch, nicht der Strafvollzug ist das erklärte Ziel des Islam, sondern die Herstellung einer gerechten Gesellschaftsordnung. Deshalb sind die Strafandrohungen im Koran aus diesem Bewusstsein heraus zu lesen. Heute ist die Welt nicht mehr dieselbe wie damals.

Behauptung 2: Der Koran legitimiert Attentate und Selbstmordattentate

Der Koran versteht sich als eine entschiedene Liebeserklärung Gottes an die Menschen allesamt (vgl. Koran 5,54). In diesem Sinne ist der Koran für Muslime die Offenbarung Gottes, die leitet, trägt, tröstet, zum Guten überzeugt und verpflichtet, das Leben bejaht, Vielfältigkeit und Andersartigkeit würdigt, Hass und Zerstörung klar ablehnt.

In diesem Sinne gibt der Koran zu bedenken: „Wenn einer erhält jemanden am Leben: es soll sein, als hätte er erhalten die Menschen am Leben, allesamt“, wie auch die Tötung eines Menschen derart begriffen wird, „als hätte er getötet die Menschen, allesamt“ (Koran 5,32). Attentäter und Selbstmordattentäter wollen Zerstörung und Vernichtung. Damit ist jeder Mensch jederzeit wert, vernichtet zu werden – für ein größeres Ziel, das aber nicht in diesem Leben zu finden ist.

Dieser militante Nihilismus leugnet die Schöpfung und damit im Wesentlichen den Schöpfer. Sie kehren die Position der islamischen Religion um: Sie leugnen Gott. Attentate und Selbstmordattentate sind deshalb nicht im Entferntesten aus dem Koran zu legitimieren. Denn wer glaubt, so steht es im Koran, der lebt in Demut, der vertraut Gott, spielt aber nicht selbst Gott.

Behauptung 3: Muhammad ist ein Kriegstreiber

Es gibt viele Mythen um den Propheten Muhammad. Es lässt sich nicht leugnen, dass er in seinem Leben Feldzüge – zum größten Teil gegen die Mekkaner – unternommen hat. Es ist aber falsch, die Gründe der Feldzüge undifferenziert bloß kriegerisch zu deuten. Ebenso falsch ist es, seine Person und sein Gesamtwerk, ja seine Botschaft ausschließlich auf diese Feldzüge zu reduzieren. Die muslimische Denktradition hat dafür nahezu eine eigene literarische Erzähltradition entwickelt, die sich peinlich genau mit den einzelnen Feldzügen befasst. Darin werden die Ursachen, Ziele, Verluste, Strategien analysiert und kritisch gewürdigt.

Der Prophet Muhammad hat für die Muslime eindeutig eine völlig andere Bedeutung. Wie der Koran nahelegt, ist er entsandt worden „aus Barmherzigkeit für die Welten“ (Koran 21,106). Die Prinzipien, die er im Bewusstsein der Muslime verkörpert, sind Gerechtigkeit, Güte und Frieden. Muhammad tritt als moralisches Vorbild hervor. Er ermutigt die Muslime nicht zum Schlechten noch stiftet er Intoleranz, sondern an ihm haben die Muslime „ein Vorbild, ein schönes“ (Koran 33,21). Er ist entsandt worden, um den Charakter der Menschen zu vervollkommnen.

Behauptung 4: Muhammad ist der einzig wahre Prophet

Der Islam begreift sich wesentlich als eine Religion, welche die überlieferte Tradition des Juden- und Christentums neu formuliert. Alle drei Religionen beziehen sich auf den Stammvater Abraham. Darüber hinaus legt der Islam einen eigenen theologischen Standpunkt des Gottesbildes dar. Zum islamischen Selbstverständnis gehört die Würdigung der vorausgegangenen monotheistischen Traditionen, also des Juden- und Christentums. Der Prophet Muhammad gilt als Prophet und Gesandter, der in der Tradition einer Reihe von Propheten steht, die von Gott entsandt wurden (vgl. Koran 3,144), um das Gute zu gebieten und das Schädliche abzuwehren.

Ohne Zweifel genießt der Prophet Muhammad eine herausragende Wertschätzung als letzter Prophet. Doch von Adam, Abraham, Hiob, Mose, Jesu und vielen anderen prophetischen Persönlichkeiten ist im Koran ausdrücklich die Rede. Sie werden ausnahmslos mit höchster Würdigung und Anerkennung bedacht – als Vorbilder, Lehrer und Wegweiser. So wird im Koran empfohlen: „Sagt: ‹Wir glauben an Gott und an das, was uns wurde herabgesandt, und was Abraham wurde herabgesandt, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen, und was empfingen Mose und Jesus, und was empfingen die Propheten von ihrem Herrn. Nicht unterscheiden wir unter ihnen und Ihm wir sind ergeben.›“ (Koran 2, 136).

Behauptung 5: Der Islam ist eine politische Ideologie

Nicht der Islam ist eine politische Ideologie, sondern der Islam kann für diese oder jene politische Ideologie instrumentalisiert werden. Dabei geht die Ideologie stets dem Islam voraus. Nicht Muslime sind ideologisch, sondern Ideologen können auch Muslime sein. Hierfür bietet aber der Islam keine spezifische Plattform an.

Es ist ein historisches Faktum, dass politischen Ideologen islamischer Prägung kaum adäquate theologische Ausbildung erfahren haben. Zumeist handelt es sich um Amateure mit mangelhafter intellektueller Anschauung und marginalem Verständnis der vielfältigen und von Mehrdeutigkeit getragener Geistesgeschichte der islamischen Tradition. Für das Phänomen der Ideologisierung trägt nämlich der Islam dasselbe Schicksal wie das Christentum und der Buddhismus.

Behauptung 6: Der Islam strebt die Weltherrschaft an, Jihad ist der Weg dahin

Bereits am Anfang der ersten Sure des Korans wird deutlich hervorgehoben, dass allein Gott die oberste Gewalt zukommt: „Das Lob Gott, dem Herrn der Welten, dem Barmherzigen und dem Erbarmer, dem Herrscher am Tage des Gerichts“ (Koran 1,2-4). Der Islam ist aber nicht Gott. Gegen den Anspruch, alle Menschen sollen Muslime werden, wird im Koran gesagt: „Für jeden von euch haben Wir Richtung und Weg bestimmt. Und hätte Gott gewollt, hätte Er euch gemacht zu einer Gemeinschaft, einer einzigen. Aber Er wollte euch in dem prüfen, was Er euch gegeben. So wetteifert um die guten Dinge! Zu Gott werdet ihr zurückkehren, allesamt, und dann wird Er euch offenlegen, worüber ihr uneins wart“ (Koran 5,48).

Jihad bedeutet weder Krieg noch heiliger Krieg. Sondern es geht hierbei um die individuelle Abmühung auf dem Wege Gottes (vgl. Koran 61,11). So wird in der islamischen Geistestradition sehr differenziert mit diesem Phänomen umgegangen. Zum Beispiel wird zwischen dem kleinen und dem großen Jihad unterschieden. Der große Jihad gilt als der innere Kampf des Menschen mit sich selbst, mit dem Ziel, Selbstkontrolle, Reinheit der Seele und Veredelung des Charakters zu erlangen. Dabei ist entschieden zu sagen, dass eine aktive, verletzende Gewalt schlicht verboten ist. Für das individuelle Leben der Muslime ist Jihad allein als verteidigende, abwehrende Gewalt legitimiert, was auch völkerrechtlich zulässig ist.

Behauptung 7: Es ist nicht erlaubt, den Koran zu interpretieren. Es gilt das geschriebene Wort.

Der Koran ist die Offenbarung des einen Gottes. Diese Offenbarung ist sprachlich vermittelt. Der Grundcharakter dieser sprachlichen Vermittlung ist ästhetisch: Der Koran ist zutiefst poetisch, er hat Klang, Rhythmus, Melodie, Takt, Reim; grundsätzlich ist der Koran geprägt von Metaphern, Analogien, Gleichnissen, Sprachbildern, Erzählungen, Fragmenten, Andeutungen etc. Der Zugang zu dieser „progressiven Universalpoesie“ – um eine Wendung des Literaturhistorikers A.W. Schlegel zu gebrauchen – ist ausschließlich die Interpretation. Muslime verhalten sich zum Koran im Akt des Verstehens. Die beabsichtigte Botschaft des Korans will nämlich verstanden sein.

Insofern gilt das geschriebene Wort für das Bewusstsein des Menschen. Jedes Bewusstsein ist aber historisch, im umfassenden Sinne geprägt vom historischen Kontext. Daher muss jeder, der den Koran verstehen will, nicht nur die historischen Bedingungen bedenken, sondern auch seine eigenen Voraussetzungen wahrnehmen. Der Umgang mit dem Koran wird dadurch aber nicht beliebig. Verständnis setzt zwar Pluralität voraus, aber die Auslegung hat auch konkrete Rahmenbedingungen zu erfüllen. Sie muss plausibel sein, den Zeitgeist berücksichtigen, die Offenheit des Korans bewahren und im Einklang mit dem Gesamttext stehen.

Behauptung 8: Im Koran wird zur Erniedrigung und Unterdrückung der Frauen aufgerufen

Im Koran lässt sich ein solcher Aufruf nicht einfach finden. Frauen und Männer sind gleichwertig. Der Islam kennt keine Erbsünde, die auf Eva zurückgeführt wird. Im Koran werden Eva und Adam verführt, Eva tritt nicht als Verführerin auf. Im Koran wird nicht selten von den frommen und gläubigen Frauen im gleichen Atemzug gesprochen wie von den frommen und gläubigen Männer. Historisch lässt sich zeigen, dass sich die Stellung der Frauen mit der Entstehung des Islam deutlich verbessert hat. So mahnt der Prophet die Männer: „Der Beste unter euch ist derjenige, der am besten zu seiner Frau ist.“ Frauen gerecht zu behandeln, ist klar aus dem Koran zu entnehmen. Die Frauen, von denen wir aus dem Umkreis des Propheten erfahren, waren stets selbstbewusste, mutige, starke Frauen. Somit ist im Koran selber kein Grund gegeben, Frauen zu unterdrücken oder gar zu erniedrigen. Eine solche Haltung muss als eine Perversion der Religion des Islam bezeichnet werden.

Es ist aber auch anachronistisch und falsch, aus den heutigen, emanzipatorischen Errungenschaften heraus über das Frauenbild im Koran zu urteilen. Im Kontext der Zeit zeigt der Koran einen revolutionären Fortschritt für die Frauen. Dies sollte der Geist sein, den die Muslime auch heute in ihrer Auslegung des Korans zu beachten haben. Mit anderen Worten: Die Vision, die der Koran im Kontext des 7. Jahrhunderts auf der arabischen Halbinsel formuliert, ist nicht erreicht: die Würdigung der Frau in allen Belangen des Lebens.

Behauptung 9: Muslime verachten Andersgläubige und Nichtgläubige

Muslime verachten die, die andere verachten. Der Islam erhebt keinen absoluten Exklusivanspruch. Jedoch ist das Verhältnis der Muslime zu den Nichtmuslimen differenziert. In aller Deutlichkeit gibt der Koran vor, dass Muslime weder Andersgläubige und Nichtgläubige ignorieren sollen noch sie verachten oder gar mit Gewalt und unter Zwang zum Islam bekehren sollen. „Streitet mit den Leuten der Schrift [d.h. Juden und Christen] nur in schöner Weise!“ (Koran 29,46), heißt es im Koran. An keiner Stelle des Korans findet sich ein Pauschalurteil über die Juden und Christen. Sehr wohl aber ist eine dezidierte Kritik an einem bestimmten Verständnis jüdischer oder christlicher Prägung zu lesen. Die Kritik bezieht sich aber immer auf einen bestimmen religiösen Gegenstand. Zum Beispiel wird das jüdische Verständnis der Erwählung des einen Volkes mit dem Argument zurückgewiesen, dass es gegen die universale Zuwendung Gottes verstößt. Weiter wird im Koran der Gedanke der Christologie und die damit verbundene Trinität abgelehnt, weil er die absolute Einheit Gottes verletzt.

Der Koran empfiehlt also eine argumentative und ästhetische Streitkultur für das Gute, Wahre und Schöne. Weiter ist zu lesen: „Gott ist unser Herr und euer Herr. Uns unsere Werke und euch eure Werke! Kein Streitgrund zwischen uns und euch. Gott wird uns versammeln. Und zu Ihm führt die Heimkehr“ (Koran 42,15). Der Islam predigt aber auch keinen Relativismus. Nicht an Gott zu glauben wird nicht für gleichwertig geachtet; jedoch nicht Menschen richten über Menschen in dieser Angelegenheit, sondern eben allein Gott.

Behauptung 10: Scharia bedeutet Frauen steinigen und Hände abhacken

Die Scharia ist kein Buch, in dem dieses oder jenes steht, keine Gesetzessammlung oder ein bestimmter Teil des Korans, sondern die Bezeichnung für Gottes Urteil. Sie ist auch kein Handbuch zur Legitimation von Gewalt. Der Begriff Scharia bezeichnet einen Weg, den Weg zur unerschöpflichen Quelle. Eine eindeutige Klärung des Begriffs gibt es nicht in der islamischen Tradition. Vielmehr wird das Phänomen Scharia perspektivisch gedeutet: Es ist eben Gottes Urteil, das das menschliche Verhalten und Handeln beurteilt, ein Urteil also, das sich naturgemäß vom menschlichen Urteil unterscheiden muss. Der Mensch verfügt demnach nicht über die Scharia, er kann nur versuchen, sie zu verstehen und nachzuvollziehen.

Aus der Perspektive des Menschen ist die Scharia eine Norm, die das ethische und moralische Handeln des Menschen begründet. Sie ist aber für den Menschen nicht gänzlich erfassbar. Die Scharia ist absolut, aber der Mensch kann die göttlichen Instanz nur annähernd ergründen, verstehen und beurteilen. Aus diesem Bewusstsein heraus ist im Islam eine eigene Disziplin der Rechtsgelehrsamkeit hervorgegangen, die sich eben fiqh (Verständnis) nennt. Die Rechtswissenschaft vertritt also nicht die Scharia, sondern ein (relatives) Verständnis derselben. Es ist aber sehr wohl eine Wissenschaft, sie ist methodisch bestimmt, historisch begründet und vor allem an Kriterien gebunden, die unter anderem vom Koran als erste sowie von der Sunna als prophetische Quelle ausgehen.

Der Koran versteht sich als eine entschiedene Liebeserklärung Gottes an die Menschen allesamt (vgl. Koran 5,54). In diesem Sinne ist der Koran für Muslime die Offenbarung Gottes, die leitet, trägt, tröstet, zum Guten überzeugt und verpflichtet, das Leben bejaht, Vielfältigkeit und Andersartigkeit würdigt, Hass und Zerstörung klar ablehnt.

In diesem Sinne gibt der Koran zu bedenken: „Wenn einer erhält jemanden am Leben: es soll sein, als hätte er erhalten die Menschen am Leben, allesamt“, wie auch die Tötung eines Menschen derart begriffen wird, „als hätte er getötet die Menschen, allesamt“ (Koran 5,32). Attentäter und Selbstmordattentäter wollen Zerstörung und Vernichtung. Damit ist jeder Mensch jederzeit wert, vernichtet zu werden – für ein größeres Ziel, das aber nicht in diesem Leben zu finden ist.

Dieser militante Nihilismus leugnet die Schöpfung und damit im Wesentlichen den Schöpfer. Sie kehren die Position der islamischen Religion um: Sie leugnen Gott. Attentate und Selbstmordattentate sind deshalb nicht im Entferntesten aus dem Koran zu legitimieren. Denn wer glaubt, so steht es im Koran, der lebt in Demut, der vertraut Gott, spielt aber nicht selbst Gott.

Behauptung 3: Muhammad ist ein Kriegstreiber

Es gibt viele Mythen um den Propheten Muhammad. Es lässt sich nicht leugnen, dass er in seinem Leben Feldzüge – zum größten Teil gegen die Mekkaner – unternommen hat. Es ist aber falsch, die Gründe der Feldzüge undifferenziert bloß kriegerisch zu deuten. Ebenso falsch ist es, seine Person und sein Gesamtwerk, ja seine Botschaft ausschließlich auf diese Feldzüge zu reduzieren. Die muslimische Denktradition hat dafür nahezu eine eigene literarische Erzähltradition entwickelt, die sich peinlich genau mit den einzelnen Feldzügen befasst. Darin werden die Ursachen, Ziele, Verluste, Strategien analysiert und kritisch gewürdigt.

Der Prophet Muhammad hat für die Muslime eindeutig eine völlig andere Bedeutung. Wie der Koran nahelegt, ist er entsandt worden „aus Barmherzigkeit für die Welten“ (Koran 21,106). Die Prinzipien, die er im Bewusstsein der Muslime verkörpert, sind Gerechtigkeit, Güte und Frieden. Muhammad tritt als moralisches Vorbild hervor. Er ermutigt die Muslime nicht zum Schlechten noch stiftet er Intoleranz, sondern an ihm haben die Muslime „ein Vorbild, ein schönes“ (Koran 33,21). Er ist entsandt worden, um den Charakter der Menschen zu vervollkommnen.

Behauptung 4: Muhammad ist der einzig wahre Prophet

Der Islam begreift sich wesentlich als eine Religion, welche die überlieferte Tradition des Juden- und Christentums neu formuliert. Alle drei Religionen beziehen sich auf den Stammvater Abraham. Darüber hinaus legt der Islam einen eigenen theologischen Standpunkt des Gottesbildes dar. Zum islamischen Selbstverständnis gehört die Würdigung der vorausgegangenen monotheistischen Traditionen, also des Juden- und Christentums. Der Prophet Muhammad gilt als Prophet und Gesandter, der in der Tradition einer Reihe von Propheten steht, die von Gott entsandt wurden (vgl. Koran 3,144), um das Gute zu gebieten und das Schädliche abzuwehren.

Ohne Zweifel genießt der Prophet Muhammad eine herausragende Wertschätzung als letzter Prophet. Doch von Adam, Abraham, Hiob, Mose, Jesu und vielen anderen prophetischen Persönlichkeiten ist im Koran ausdrücklich die Rede. Sie werden ausnahmslos mit höchster Würdigung und Anerkennung bedacht – als Vorbilder, Lehrer und Wegweiser. So wird im Koran empfohlen: „Sagt: ‹Wir glauben an Gott und an das, was uns wurde herabgesandt, und was Abraham wurde herabgesandt, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen, und was empfingen Mose und Jesus, und was empfingen die Propheten von ihrem Herrn. Nicht unterscheiden wir unter ihnen und Ihm wir sind ergeben.›“ (Koran 2, 136).

Behauptung 5: Der Islam ist eine politische Ideologie

Nicht der Islam ist eine politische Ideologie, sondern der Islam kann für diese oder jene politische Ideologie instrumentalisiert werden. Dabei geht die Ideologie stets dem Islam voraus. Nicht Muslime sind ideologisch, sondern Ideologen können auch Muslime sein. Hierfür bietet aber der Islam keine spezifische Plattform an.

Es ist ein historisches Faktum, dass politischen Ideologen islamischer Prägung kaum adäquate theologische Ausbildung erfahren haben. Zumeist handelt es sich um Amateure mit mangelhafter intellektueller Anschauung und marginalem Verständnis der vielfältigen und von Mehrdeutigkeit getragener Geistesgeschichte der islamischen Tradition. Für das Phänomen der Ideologisierung trägt nämlich der Islam dasselbe Schicksal wie das Christentum und der Buddhismus.

Behauptung 6: Der Islam strebt die Weltherrschaft an, Jihad ist der Weg dahin

Bereits am Anfang der ersten Sure des Korans wird deutlich hervorgehoben, dass allein Gott die oberste Gewalt zukommt: „Das Lob Gott, dem Herrn der Welten, dem Barmherzigen und dem Erbarmer, dem Herrscher am Tage des Gerichts“ (Koran 1,2-4). Der Islam ist aber nicht Gott. Gegen den Anspruch, alle Menschen sollen Muslime werden, wird im Koran gesagt: „Für jeden von euch haben Wir Richtung und Weg bestimmt. Und hätte Gott gewollt, hätte Er euch gemacht zu einer Gemeinschaft, einer einzigen. Aber Er wollte euch in dem prüfen, was Er euch gegeben. So wetteifert um die guten Dinge! Zu Gott werdet ihr zurückkehren, allesamt, und dann wird Er euch offenlegen, worüber ihr uneins wart“ (Koran 5,48).

Jihad bedeutet weder Krieg noch heiliger Krieg. Sondern es geht hierbei um die individuelle Abmühung auf dem Wege Gottes (vgl. Koran 61,11). So wird in der islamischen Geistestradition sehr differenziert mit diesem Phänomen umgegangen. Zum Beispiel wird zwischen dem kleinen und dem großen Jihad unterschieden. Der große Jihad gilt als der innere Kampf des Menschen mit sich selbst, mit dem Ziel, Selbstkontrolle, Reinheit der Seele und Veredelung des Charakters zu erlangen. Dabei ist entschieden zu sagen, dass eine aktive, verletzende Gewalt schlicht verboten ist. Für das individuelle Leben der Muslime ist Jihad allein als verteidigende, abwehrende Gewalt legitimiert, was auch völkerrechtlich zulässig ist.

Behauptung 7: Es ist nicht erlaubt, den Koran zu interpretieren. Es gilt das geschriebene Wort.

Der Koran ist die Offenbarung des einen Gottes. Diese Offenbarung ist sprachlich vermittelt. Der Grundcharakter dieser sprachlichen Vermittlung ist ästhetisch: Der Koran ist zutiefst poetisch, er hat Klang, Rhythmus, Melodie, Takt, Reim; grundsätzlich ist der Koran geprägt von Metaphern, Analogien, Gleichnissen, Sprachbildern, Erzählungen, Fragmenten, Andeutungen etc. Der Zugang zu dieser „progressiven Universalpoesie“ – um eine Wendung des Literaturhistorikers A.W. Schlegel zu gebrauchen – ist ausschließlich die Interpretation. Muslime verhalten sich zum Koran im Akt des Verstehens. Die beabsichtigte Botschaft des Korans will nämlich verstanden sein.

Insofern gilt das geschriebene Wort für das Bewusstsein des Menschen. Jedes Bewusstsein ist aber historisch, im umfassenden Sinne geprägt vom historischen Kontext. Daher muss jeder, der den Koran verstehen will, nicht nur die historischen Bedingungen bedenken, sondern auch seine eigenen Voraussetzungen wahrnehmen. Der Umgang mit dem Koran wird dadurch aber nicht beliebig. Verständnis setzt zwar Pluralität voraus, aber die Auslegung hat auch konkrete Rahmenbedingungen zu erfüllen. Sie muss plausibel sein, den Zeitgeist berücksichtigen, die Offenheit des Korans bewahren und im Einklang mit dem Gesamttext stehen.

Behauptung 8: Im Koran wird zur Erniedrigung und Unterdrückung der Frauen aufgerufen

Im Koran lässt sich ein solcher Aufruf nicht einfach finden. Frauen und Männer sind gleichwertig. Der Islam kennt keine Erbsünde, die auf Eva zurückgeführt wird. Im Koran werden Eva und Adam verführt, Eva tritt nicht als Verführerin auf. Im Koran wird nicht selten von den frommen und gläubigen Frauen im gleichen Atemzug gesprochen wie von den frommen und gläubigen Männer. Historisch lässt sich zeigen, dass sich die Stellung der Frauen mit der Entstehung des Islam deutlich verbessert hat. So mahnt der Prophet die Männer: „Der Beste unter euch ist derjenige, der am besten zu seiner Frau ist.“ Frauen gerecht zu behandeln, ist klar aus dem Koran zu entnehmen. Die Frauen, von denen wir aus dem Umkreis des Propheten erfahren, waren stets selbstbewusste, mutige, starke Frauen. Somit ist im Koran selber kein Grund gegeben, Frauen zu unterdrücken oder gar zu erniedrigen. Eine solche Haltung muss als eine Perversion der Religion des Islam bezeichnet werden.

Es ist aber auch anachronistisch und falsch, aus den heutigen, emanzipatorischen Errungenschaften heraus über das Frauenbild im Koran zu urteilen. Im Kontext der Zeit zeigt der Koran einen revolutionären Fortschritt für die Frauen. Dies sollte der Geist sein, den die Muslime auch heute in ihrer Auslegung des Korans zu beachten haben. Mit anderen Worten: Die Vision, die der Koran im Kontext des 7. Jahrhunderts auf der arabischen Halbinsel formuliert, ist nicht erreicht: die Würdigung der Frau in allen Belangen des Lebens.

Behauptung 9: Muslime verachten Andersgläubige und Nichtgläubige

Muslime verachten die, die andere verachten. Der Islam erhebt keinen absoluten Exklusivanspruch. Jedoch ist das Verhältnis der Muslime zu den Nichtmuslimen differenziert. In aller Deutlichkeit gibt der Koran vor, dass Muslime weder Andersgläubige und Nichtgläubige ignorieren sollen noch sie verachten oder gar mit Gewalt und unter Zwang zum Islam bekehren sollen. „Streitet mit den Leuten der Schrift [d.h. Juden und Christen] nur in schöner Weise!“ (Koran 29,46), heißt es im Koran. An keiner Stelle des Korans findet sich ein Pauschalurteil über die Juden und Christen. Sehr wohl aber ist eine dezidierte Kritik an einem bestimmten Verständnis jüdischer oder christlicher Prägung zu lesen. Die Kritik bezieht sich aber immer auf einen bestimmen religiösen Gegenstand. Zum Beispiel wird das jüdische Verständnis der Erwählung des einen Volkes mit dem Argument zurückgewiesen, dass es gegen die universale Zuwendung Gottes verstößt. Weiter wird im Koran der Gedanke der Christologie und die damit verbundene Trinität abgelehnt, weil er die absolute Einheit Gottes verletzt.

Der Koran empfiehlt also eine argumentative und ästhetische Streitkultur für das Gute, Wahre und Schöne. Weiter ist zu lesen: „Gott ist unser Herr und euer Herr. Uns unsere Werke und euch eure Werke! Kein Streitgrund zwischen uns und euch. Gott wird uns versammeln. Und zu Ihm führt die Heimkehr“ (Koran 42,15). Der Islam predigt aber auch keinen Relativismus. Nicht an Gott zu glauben wird nicht für gleichwertig geachtet; jedoch nicht Menschen richten über Menschen in dieser Angelegenheit, sondern eben allein Gott.

Behauptung 10: Scharia bedeutet Frauen steinigen und Hände abhacken

Die Scharia ist kein Buch, in dem dieses oder jenes steht, keine Gesetzessammlung oder ein bestimmter Teil des Korans, sondern die Bezeichnung für Gottes Urteil. Sie ist auch kein Handbuch zur Legitimation von Gewalt. Der Begriff Scharia bezeichnet einen Weg, den Weg zur unerschöpflichen Quelle. Eine eindeutige Klärung des Begriffs gibt es nicht in der islamischen Tradition. Vielmehr wird das Phänomen Scharia perspektivisch gedeutet: Es ist eben Gottes Urteil, das das menschliche Verhalten und Handeln beurteilt, ein Urteil also, das sich naturgemäß vom menschlichen Urteil unterscheiden muss. Der Mensch verfügt demnach nicht über die Scharia, er kann nur versuchen, sie zu verstehen und nachzuvollziehen.

Aus der Perspektive des Menschen ist die Scharia eine Norm, die das ethische und moralische Handeln des Menschen begründet. Sie ist aber für den Menschen nicht gänzlich erfassbar. Die Scharia ist absolut, aber der Mensch kann die göttlichen Instanz nur annähernd ergründen, verstehen und beurteilen. Aus diesem Bewusstsein heraus ist im Islam eine eigene Disziplin der Rechtsgelehrsamkeit hervorgegangen, die sich eben fiqh (Verständnis) nennt. Die Rechtswissenschaft vertritt also nicht die Scharia, sondern ein (relatives) Verständnis derselben. Es ist aber sehr wohl eine Wissenschaft, sie ist methodisch bestimmt, historisch begründet und vor allem an Kriterien gebunden, die unter anderem vom Koran als erste sowie von der Sunna als prophetische Quelle ausgehen.

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich beim Schweizer Radio und Fernsehen, srf.ch/kultur.

 

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07 02 2019
By: TKG 0

TKG zu Mord an Beamten auf der BH Dornbirn

Wien (OTS) – Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG) hat von der schrecklichen Bluttat auf der BH Dornbirn aus den Medien erfahren. Mit großer Betroffenheit und Trauer haben wir den Tod des Beamten vernommen. Unser großes Mitgefühl gilt der Familie des Opfers und dessen Arbeitskolleginnen und -kollegen. Diese schreckliche Gewalttat in Worte zu fassen fällt uns schwer. In diesen schmerzvollen Stunden sind unsere Gedanken bei den Hinterbliebenen.

Wir als TKG bieten den Familienangehörigen und MitarbeiterInnen der BH Dornbirn gerne unsere Hilfe an. Vergangenes Unrecht können wir nicht rückgängig machen, jedoch möchten wir gerne einen Beitrag leisten um den Schmerz zu überwinden und die Wunden zu heilen.

Mit aufrichtigem Mitgefühl und in tiefer Trauer
die Türkische Kulturgemeinde Österreich
Obmann
Dipl.-Ing. Birol Kilic

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02 02 2019
By: TKG 0

TKG Einladung: Boxen statt Gewalt

Sparring:Timy Shala WBF und IBO Inter-Continental Light Heavyweight Titel und Austrian International Light Heavyweight Titel und Ali Yavuz Kuscu Box Club Wiener Linien

Wien (OTS) – Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich und der „Boxclub der Wie ner Linien“ laden herzlichst zu einem Sparring-Kampf unter dem Motto „ Boxen statt Gewalt“ zwischen dem Halbschwergewichts-Intercontinental meister  Timy Shala und Ali Yavuz Kuscu von Box Club Wiener Linien am Mitwoche, den 6.02.2019 um 19:00 Uhr im Boxclub der Wiener Linien ein.

Anschließend wird Herr Timy Shala einen kurzen Vortrag, über seinen Werdegang  in Österreich vom Kind zu einem erfolgreichen Sportler sowie Manager  vor Jugentlichen halten.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG),
der „Boxclub der Wiener Linien“ und der  Österreich-Türkische Handelsverband bedanken sich herzlich für das Sponsoring der Organisation.

Veranstaltungsdaten:

Datum und Zeit: 6.02.2019 um 19:00 Uhr Sparring

Ort: Boxclub der Wiener Linien (Währingergürtel 40, 1180 Wien)

Anfahrt: U6 Michelbeuern-AKH, Ausgang: Gürtel – Linie 42 Michelbeuern-AKH

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten Sie höflichst, aufgrund begrenzter Zuschauerzahl, um eine Rückmeldung unter der folgenden E-Mail-Adresse: office@oethv.org

Tel.: +43 676 614 9323

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27 01 2019
By: TKG 0

Holocaust-Gedenktag „Wir müssen uns gemeinsam gegen diese Normalisierung des Hasses stellen“

Heute am 27.Januar gedenken wir-Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)- der Millionen Opfer des Nationalsozialismus. Wir müssen verhindern, dass „alte“ und „neue“ Formen des Antisemitismus und Rassismus alltäglicher Begleiter werden.Wir dürfen rassistischer und antisemitischer Hetze und Ausgrenzung keinen Raum geben.Ausgrenzung, Hetze und Vorurteilen müssen wir Aufklärung und Wachsamkeit der Zivilgesellschaft und des Rechtsstaates entgegenstellen. Religionen könnten besondere Akzente für den Frieden setzen – und zwar mit Besinnung auf den Kern aller Religionen zum Schutz der Menschenwürde.  Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen unter anderem auch MigratenInnen in Österreich zur Wachsamkeit mahnen

NO-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet warnt vor Ausgrenzung bestimmter Gruppen!

Wien. Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am Sonntag hat die UNO-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet vor wachsenden Ausgrenzungstendenzen gewarnt. „Wir sehen heute eine starke Zunahme vieler Formen von Hass, einschließlich des Giftes des Antisemitismus‘ und anderer Angriffe auf Minderheiten“, erklärte sie in Genf.

Dazu gehörten auch körperliche Übergriffe auf Kinder und Erwachsene sowie Kampagnen gegen ganze Völker, ethnische Minderheiten und Migranten – „in einigen Fällen auch mit der Unterstützung durch Staatenlenker“, kritisierte Bachelet, ohne Namen zu nennen.

„Gegen die Normalisierung des Hasses“

Ebenso prangerte sie die steigende Tendenz an, die Ereignisse des Holocaust zu verharmlosen oder gar zu leugnen. „Wir müssen uns gemeinsam gegen diese Normalisierung des Hasses stellen“, unterstrich Bachelet. Es gelte, gemeinsam die „langsam wachsende Flut von Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und andere Versuche, bestimmte Gruppen ihrer Menschlichkeit und ihrer Rechte zu berauben“, zurückzudrängen.

Es sei wichtig zu bedenken, dass der Holocaust nicht mit den Gaskammern begonnen habe. „Dieser Hass entwickelte sich allmählich aus Worten, Stereotypen und Vorurteilen – durch rechtliche Ausgrenzung, Entmenschlichung und Gewalteskalation“, betonte die UNO-Kommissarin. Auch heute stehe man vor ähnlichen Tendenzen. „Angesichts solcher Versuche, Gruppen zu entmenschlichen und zu dämonisieren, müssen wir zusammenstehen in der Verteidigung der Menschenrechte.“ Nur dadurch könne sichergestellt werden, dass sich ein solcher Völkermord nie mehr wiederhole, unterstrich Bachelet.

Sie erinnerte an die Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau am 27. Jänner 1945. In dem größten Vernichtungslager der Nazis seien Menschen in den Gaskammern oder durch Zwangsarbeit, Hunger, Krankheiten und angebliche „medizinische“ Experimente getötet worden. „Zu den Opfern der Nazi-Lager gehörten neben Millionen Juden Hunderttausende Roma und Sinti, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, Kriegsgefangene, politische Dissidenten und Mitglieder von Widerstandsbewegungen aus dem gesamten besetzten Europa“, so Bachelet. „An diesem Internationalen Tag des Gedenkens bringen wir für die Opfer dieses schrecklichen Verbrechens Respekt und Trauer zum Ausdruck.“( Wiener Zeitung)

 

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08 01 2019
By: TKG 0

TKG verurteilt den Gewaltakt gegen Frank Magnitz scharf

Es kann und darf keine Legitimation für einen gewalttätigen Angriff geben. Drei vermummte Täter und Brutalität sind für die Zukunft kein gutes Zeichen. Gewalt darf niemals Mittel politischer Auseinandersetzung sein.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt den Gewaltakt gegen den Landeschef der AfD in Bremen, Frank Magnitz, scharf.

In demokratischen Rechtsstaaten, wie es Deutschland und Österreich sind, darf Gewalt bzw. politisierter Hass, egal auf welcher Seite, nicht toleriert und akzeptiert werden.

Was in Deutschland passiert beeinflusst auch Österreich. Wir hoffen von den Polizeibehörden in Deutschland eine schnelle Aufklärung.

Wir kennen politische Gewalt und Morde, deswegen  wissen wir, dass diese Gewalt und Gewalttaten eine kettenförmige Reaktion in naher Zukunft auslösen können.  Gewalt darf niemals Mittel politischer Auseinandersetzung sein.

Wir erwarten als wehrhafte Demokraten von den Politikerinnen, Medien und NGOs in Deutschland und in Österreich hier die freiheitlichen demokratischen Grundstrukturen zu respektieren und nicht zu Hetzen. Wir müssen nicht die gleiche politische Weltanschauung, Abstammung, Religion bzw. Konfession haben. Wir sollten uns aber an die Goldenen Regeln des Zusammenlebens halten: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“

Wir wünschen Frank Magnitz baldige Genesung.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich
Obmann
DI Birol Kilic

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