Monat: September 2019

30 09 2019
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TKG gratuliert zum Wahlerfolg

Wien (OTS) – Wir, die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) gratulieren der ÖVP unter Sebastian Kurz, den Grünen und den NEOS zum Wahlerfolg am 29. September sehr herzlich.

Diese Wahl hat die österreichische Demokratie mit ihrer freiheitlich demokratischen Grundordnung gestärkt. Laut Messungen unserer Community sind auch sehr viele Austro-TürkenInnen zur Wahl gegangen. Das ist eine Stärkung an die österreichische Vielfalt und Demokratie. Die Mehrheit der AustrotürkenInnen wünschen sich eine starke säkulare demokratische Republik Österreich mit einer starken Gewaltentrennung.

Des Weiteren bedanken wir uns bei der SPÖ, weil sie „die Menschlichkeit“  beim Wahlkampf hervorgehoben hat. Eine Eigenschaft, welche ab und zu vergessen wird, unter dem Strich jedoch wirklich zählt.

Europa und Österreich erwarten schwierige und turbulente Zeiten, in welchen stabile, gesunde, verfassungspatriotische, wehrhafte sowie demokratische Politikerinnen und Politiker am Meisten gebraucht werden.

Deswegen freuen wir uns, dass Österreich wieder gezeigt hat, dass es als „viel gerühmtes“, „viel geliebtes“„viel geprüftes“ Land, und als „Heimat großer Töchter und Söhne“ auch möglich ist, diese schwierige Prüfung zu meistern – Hochachtung.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

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25 09 2019
By: TKG 0

TKG: „Wählen ist Bürgerpflicht! Wir gehen am 29. September 2019 wählen“

Östereich  ist das Land der Berge, Land am Strome, Land der Äcker, Land der Dome, Land der Hämmer und zukunftsreich.
Österreich ist der Heimat großer Töchter und Söhne. Österreich ist vielgerühmt, vielgeliebt  und vielgeprüft. Der 29. Oktober 2019  wird für Österreich  deswegen eine neue Prüfung, entscheidende Wahl   und Wendepunkt in seiner Geschichte, weil in Europa und der gesamten Welt turbulente Zeiten erwartet werden. Es muss uns bewusst sein. Österreich ist leider keine Insel der Seligen mehr. Die alten Zeiten sind vorbei.

Deswegen sehen viele liberale Menschen aus der Türkei, besonders „die freiheitlich-demokratische säkulare Grundordnung“  in Österreich als ihre neue Heimat an und werden sich auch weiterhin für die Zukunft des Landes engagieren und bei den bevorstehenden Wahlen sich einbringen.

Die aus der Türkei stammenden Bürger, welche jetzt mehr als einem halben Jahrhundert bereits in Österreich leben, haben sehr viele Rechte und natürlich auch Pflichten. Als verantwortungsbewusste Mitbürger wünschen wir  von ganzem Herzen nur das Beste für Österreich. Wählen gehen zu können ist ein Privileg und für uns Bürgerpflicht, welcher wir gerne nachkommen. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) ruft alle Mitglieder und BürgerInnen aus der Türkei auf am 29. September 2019 unbedingt wählen (Bürgerpflicht) zu gehen.

Es leben in Österreich ca. 280.000 Menschen (ca. 50% davon besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft) aus der Türkei, die seit über 50 Jahren Österreich in allen Bereichen unsere Gesellschaft mit aufgebaut und mitgestaltet haben.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) sieht die Republik Österreich als ein liberal demokratisches Staatswesen.
Unsere hart erkämpften Werte und Prinzipien in Österreich dürfen niemals zur Disposition stehen.
Noch wichtiger ist, dass sich die Republik Österreich als eine rechtsstaatliche und auf Gewaltenteilung sehr bedachte Kultur nach dem 2. Weltkrieg entwickelt hat und infolge dessen ist diese identitätsbildende Prägung Österreichs und seine Rechtsordnung und Traditionen zu bewahren, zu schützen und zu respektieren, egal woher man abstammt.  Die gleichen Maßstäbe würden wir uns auch von der Türkei bzw. in der Türkei erwarten und selbiges einfordern.

Die Türkische Kulturgemeine in Österreich(TKG) als Think Thank und Brückenbauer ist gegen jegliche Einmischung aus dem Ausland, sei es Pro oder Contra. Wir sind absolut unparteiisch und wünschen uns nur, dass die besten Ideen, Vorschläge und politischen Konzepte unser schönes Österreich weiter voranbringt, unabhängig von ideologischen Haltungen. Die Türkische Kulturgemeinde Österreich hat sich seit seiner Gründung als Zusammenschluss von wehrhaften Demokraten immer für eine säkulare, rechtsstaatliche und freiheitliche Grundordnung ausgesprochen.

Wir von der TKG sind der festen Überzeugung, dass mit Vernunft, Verstand und Anstand bezogene Haltung eine wesentliche Voraussetzung ist, um selbständig zu entscheiden, welche Partei man in Österreich wählt.

Deswegen bieten die Nationalratswahlen am 29. September 2019 in Österreich eine Gelegenheit durch Teilnahme an den Wahlen nicht nur ein Bürgerrecht als wehrhafte und verfassungspatriotische Demokraten zu nutzen, sondern auch seine Bürgerpflicht  zu erfüllen.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

DI Birol Kilic
Obmann

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23 09 2019
By: TKG 0

EINLADUNG ZUR ERÖFFNUNG: ISTANBUL ISTANBUL

EINLADUNG ZUR ERÖFFNUNG

MAURIZIO CIRILLO
Istanbul, Istanbul

Mittwoch, 9. Oktober 2019 | 18.30 Uhr
Zur Ausstellung: Michael Höpfner, Künstler

Wien Museum MUSA | STARTGALERIE, Felderstraße 6-8, 1010 Wien
Ausstellungsdauer: 10. Oktober – 6. November 2019
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Bitte melden Sie sich hier zur Eröffnung an!
angelika.seebacher@wienmuseum.at

In seiner künstlerischen Arbeit bewegt sich Maurizio Cirillo im Spannungsfeld zwischen Wahrheitsansprüchen und Darstellungskonventionen, zwischen der Erfahrung und dem Bild. Der urbane Raum steht im Fokus – Orte dienen dem Künstler als treibende Kraft. Sich selbst setzt er dabei stets in Kontext zu dem ihn umgebenden Raum.

In Istanbul, Istanbul spürt Cirillo sichtbaren und unsichtbaren Realitäten der rapide wachsenden Metropole am Bosporus nach. Träume und Utopien, Zerfall, aber auch Zuversicht, Freiheit, Wirklichkeit oder Einbildung sind die Themen, denen er sich widmet – Reflexionen eines dreimonatigen Aufenthalts in Istanbul, während dessen zahlreiche Fotografien und Videos entstanden.

Zu Fuß erkundete Cirillo die Peripherie der Stadt: öffentlicher Raum, der zusehends privatisiert wird; Landerweiterungen und die dadurch entstehenden Uferpromenaden; Freizeiteinrichtungen und Shoppingmalls; der neue Flughafen und Gated Communities. Sind diese urbanen Wüstenlandschaften – Nicht-Orte, in denen Utopie und Zerfall eng beieinanderliegen – die Erinnerungsorte unserer Zeit? Woran sollen sie erinnern? Woran möchten wir uns erinnern? Die raumgreifende Installation Istanbul, Istanbul gibt mögliche Antworten.

Maurizio Cirillo, geboren 1987 in Wien, studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien | 2017 Theodor Körner Preis, Auslandsatelierstipendium Istanbul, BKA | 2016 Startstipendium des BKA | 2014 Ö1 Talentestipendium, Finalist.
www.mauriziocirillo.com

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18 09 2019
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TKG: „Einspruch!Österreich steht nicht vor einer ‚Massenmigration‘ aus der Türkei“

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bittet die österreichischen Politiker, die Türkei und das Flüchtlingsthema in der Innenpolitik nicht schon wieder für den österreichischen Wahlkampf zu missbrauchen.

Österreich steht weder vor einem neuen ‚Grenzsturm‘ noch vor einer ‚Massenmigration‘ aus der Türkei.

Die TKG wünschst sich und empfiehlt daher, dass zumindest die Hetze über das Flüchtlingsthema, insbesondere bezogen auf die Türkei, gestoppt wird!
Denn diese beinhaltet nicht nur sehr viel kulturellen Rassismus(Kulturalismus), sondern auch falsche Informationen und schadet für das Zusammenleben in Östereich.

Man kann zur Regierung in Ankara und den Präsident Erdogan, wie es auch wir tun,  kritisch stehen, aber man muss hier trotzdem die Spreu vom Weizen trennen. Präsident Erdogan ist nicht die Türkei und die Türkei ist nicht Präsident Erdogan! Das Verhältnis von Türkei und Österreich ist  sicher historisch belastet aber nicht schlimmer als das Verhältnis zwischen Deutschland-Frankreich gewesen.  Alle Regierungen sind sind vergänglich. Für uns sind die zwei Länder nämlich Österreich und die Türkei Freunde und nicht Feinde.

Fakten

Fakt ist, dass in der Türkei (Regierung) aber auch in der EU sehr viele Fehler bezüglich der Syrien Politik gemacht wurden.

Man muss daraus dringet etwas lernen.

Fakt ist aber ebenfalls, dass die Türkei bis jetzt ca. 35 Milliarden Euro für die Flüchtlinge an Kosten ausgegeben hat und die EU bisher nicht einmal 3 Milliarden € an die Türkei basierend der Vereinbarung zwischen EU-Türkei bezahlt hat. Die Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei, bei welcher Seitens der EU für die Türkei eine Flüchtlingshilfe von 6 Milliarden Euro zugesagt wurde, ist eigentlich ein Scherz, bei dem sich die EU nun aus der Verantwortung gezogen und den noch offenen Betrag bis jetzt nicht bezahlt hat. Statt auf die Türkei verbal einzuprügeln und als Projektionsfläche für die eigenen politischen Versäumnisse zu missbrauchen, müssten sich die EU und die Mitgliedsländer eigentlich bei der Türkei bedanken, welche sich stets an die Vertragsvereinbarung gehalten hat damit die EU und Österreich mindestens Glaubwürdig bleibt.

Glaubwürdigkeit

Stattdessen wird in den EU-Ländern, insbesondere in Österreich – (Wahlkampfzeit ist die Zeit der kollektiven Unvernunft) – gegen die Türkei, unter dem Vorwand Präsident Erdogan, pauschal gehetzt, anstatt die Großzügigkeit und Menschlichkeit der Türkei in dieser Flüchtlingsfrage zu schätzen. Mit dieser Vorgehensweise verliert die EU einen wichtigen Partner, nicht nur in der Bewältigung der Flüchtlingsthematik, sondern auch in vielen anderen politischen Belangen für die EU. Politik auf Augenhöhe sieht anders aus. Die EU, inkl. Österreich verspielen damit die restliche Glaubwürdigkeit.

Man kann zur Regierung in Ankara und den Präsident Erdogan, wie es auch wir tun, kritisch stehen, aber man muss hier trotzdem die Spreu vom Weizen trennen. Präsident Erdogan ist nicht die Türkei und die Türkei ist nicht Präsident Erdogan!

Vorsicht!

Die von den christlichen Neonazis ausgehenden Massenmorde in verschiedenen Ländern auf der Erde, zuletzt das Christchurch-Attentat in Neuseeland, nehmen immer auf Österreich und ihre Geschichte (die Türkenbelagerung 1683) Bezug. Dabei wird das Thema aus dem Zusammenhang gerissen und für die Hetze gegenüber der ca. 240.000 Austrotürkinnen und -türken und ca. 800.000 Austromusliminnen und -muslime verwendet.“ So die Behauptungen aus verschiedenen Kreisen in der Türkei und in der muslimische Welt.

 

Wir warnen!

Es ist eine große Verantwortung, sagt der Verstand.  Es ist viel Sorge, sagt die Angst. Es ist eine enorme Herausforderung, sagt die Erfahrung.
Deswegen muss Österreich muss sich endlich aus dem Missbrauch der Türkei-Politik, welche auch Türken-Hetze und Moslem-Hetze in dreifacher Ausgabe beinhaltet, retten, bevor es zu spät ist. Das wollen wir nicht.  Wir als TKG warnen seit Jahren als einsame Rufer in der Wüste vor einer Polarisierung und Spaltung!
Die Menschen aus der Türkei sind kein Selbstbedienungsladen für die primitiven, kulturellen und rassistischen Gefühle sowie die Projektionsfläche & Ablenkungsmasse für die Fehler sowie Versäumnisse der Politik. Für die türkische Bevölkerung sind die 4 Millionen Flüchtlinge eine immense Herausforderung in vielerlei Hinsicht. Daher wäre es die Aufgabe der EU, zumindest 80 % dieser Geflüchteten aufzunehmen und in den EU-Ländern gerecht zu verteilen.

 

Zurückführung nach Syrien

Lassen wir die Kirche im Dorf. Es ist nicht nur die Aufgabe der Türkei, sondern auch der EU, die ca. 4 Millionen geflüchteten Menschen zu unterstützen und damit eine konstruktive und zielführende Zurückführung nach Syrien, über die Türkei, schritt für schritt zu gewährleisten. Deswegen sollten wir hoffen, dass die Türkei stabil bleibt und dass in Syrien bald wieder Frieden herrscht und neue Häuser, Wohnungen und Infrastrukturen aufgebaut werden können.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

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12 09 2019
By: TKG 0

TKG begrüßt Max Zirngasts Freispruch durch türkische Staatsanwaltschaft

Es ist nicht nur für die vier Angeklagten eine sehr erfreuliche Nachricht, sondern sicherlich auch für viele Austrotürkinnen und -türken, die sich für die Türkei einen starken demokratisch freiheitlichen Rechtsstaat wünschen. Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) begrüßt Herrn Zirngast in seiner Heimat und ist glücklich, dass er trotz der Erlebnisse weiterhin der Türkei und den Menschen, welche sich nach Freiheit und Gerechtigkeit sehnen, verbunden bleibt und für die Demokratie kämpft.

Türkei-EU: Kopenhagener Kriterien

Eine Rückkehr zu den Kopenhagener Kriterien der EU und einer Gewaltenteilung in der Türkei ist nicht nur für die Türkei von wesentlicher Bedeutung, sondern auch für die internationalen Beziehungen und potenziellen Investoren. Denn ohne Sicherheit kein Vertrauen. Die Türkei ist für die EU von immenser Bedeutung, aber auch umgekehrt. Die TKG wünscht sich eine starke demokratische, freiheitliche und wirtschaftlich florierende unabhängige Türkei, die mit der EU auf Augenhöhe freundschaftlich kooperiert und für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger sowohl in der EU als auch in der Türkei bemüht ist. Das Schicksal der EU ist mit dem der Türkei geografisch und strategisch eng verbunden. Deshalb ist für beide Seiten ein Austausch auf Augenhöhe von enormer Bedeutung, sei es in der Flüchtlingshilfe oder im Kampf gegen jede Form von Extremismus bzw. Terrorismus.

Partnerschaft mit der Türkei ohne Scheinheiligkeit und Überheblichkeit

Der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde Österreich Birol Kilic:Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG), eine Think Tank NGO, ist stets als Brückenbauer auf Augenhöhe zwischen Österreich und der Türkei in den unterschiedlichsten Belangen bemüht und stellt die Probleme der beiden Länder, manchmal leise manchmal laut, in aller Nüchternheit offen dar. Wie wir es seit Monaten in allen Ebenen gemacht haben.  Wir können den Terror und Terrorismus in anderen Ländern nicht „soft“ oder „hard“ solidarisieren oder sympathisch finden. Wir verurteilen jede Form von Extremismus und Terrorismus und ihre Verherrlichungen, unabhängig davon was die Motive dafür sind und in welchem Land es stattfindet. Die EU soll die Türkei unbedingt wieder als konstruktiven und zielführenden Freund gewinnen und dafür ohne Überheblichkeit die ersten Schritte setzen. Die EU braucht die Türkei und die Türkei braucht die EU. Wie gestern, wie heute und wie sicherlich auch in der Zukunft. Es wäre wünschenswert, dass sich die Türkei und die EU bei der Terrorismusbekämpfung gegenseitig ohne Scheinheiligkeit unterstützen und Empathie zeigen. Genauso wollen wir keinen McCarthyismus bzw. Gesinnungskontrolle in der Türkei.“

(BILD: APA/AFP/ADEM ALTAN)

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

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09 09 2019
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Stadt Wien – 1993: Die Geburt der säkularen modernen Türkei und Atatürk’s Gedanken

Damals als die modernen Euro-Türken mit ihrem Säkularitätsverständnis in der Stadt Wien hoch geschätzt wurden.

von Murat Gündüz

WIEN. Die Stadt Wien hat die säkularen türkischen Vereine bis zum Jahre 1998 mit Anerkennung geschätzt. Hier haben wir einen Beweis aus dem Jahre 1993, also vor genau 26 Jahren, als ein Verein unabhängig, mit seinen eigenen Mitteln und mit Sponsoren aus der Mitgliedschaft, etwas sehr wichtiges für das gerade sehr aktuelle Thema „säkulares Leben in der Stadt Wien“ organisiert hat.

Mit dem Titel „Die Gründung der modernen, säkularen Türkei und Atatürk’s Gedanken und Verdienste“ wollte der Verein EATA insbesondere die säkulare Lebenserfahrungen aus der Türkei nach Wien und nach Europa nahe bringen, weil sie damals eines gesehen haben: Die Vermischung Politik und Religion könnte in Österreich für die Zukunft ein Problem darstellen. Weil sich in Österreich, Deutschland, Belgien etc. seit 1980 reaktionäre Vereine etabliert haben, welche eigentlich politische reaktionäre Parteien aus der Türkei waren.
Diese Partien (Vereine) haben der säkularen Türkei den Kampf angesagt und wurden deswegen mehrmals Verboten. Gerade diese anti-modernen, reaktionäre Vereine haben die demokratische Grundordnung der Türkei bis zu den Zehen missbraucht. Mit der Konferenz wollte man somit die Europäer und Eurotürken wachrütteln. Die Türkei ist das einzige unter 54 Ländern, in welchem mehrheitlich Musliminnen und Muslime Leben und säkular laizistisch ist. Seit 1923! Von den Erfahrungen und dem KnowHow der Säkularismus schätzenden Türkinnen und Türken  sollte man Gebrauch machen. Und dafür, sollte man den Ablauf der Gründung der modernen säkularen Türkei bis jetzt kennen.

Da die Konferenz vom 11.-13. November 1993 mit ca. 500 AkademikerInnen und StudenteInnen aus verschiedensten Ländern sehr erfolgreich organisiert wurde, hat die Stadt Wien ihre Anerkennung und ihren Dank für die Veranstaltung ausgesprochen. Ob die Stadt Wien in den bisher vergangenen 26 Jahren gebrauch aus diesem Erfahrungen gemacht hat, ist leider nicht bekannt.

Auf jedem Fall aber wurde die Urkunde damals während der offiziellen Belobigungsfeier, welche im Zentrum der Stadt Wien stattgefunden hat, von dem damaligen Bürgermeisters Dr. Helmut Zilk, Vize Bürgermeister und Präsident des Wiener Tourismusverbandes Hans Mayr und vom Präsidenten der Wiener Handelskammer Komm.-Rat Dr. Walter Nettig unterschrieben. Auf dieser Anerkennungsurkunde steht folgendes: „Die Stadt Wien, die Wiener Handelskammer und das Kongreßbüro des Wiener Tourismusverbandes sprechen ihre Anerkennung und ihren Dank aus für die erfolgreiche Veranstaltung – Meeting of the European Association of Turkish Academic 11.-13. November 1993

Birol Kilic, damals Sprecher der EATA (Verband der türkischen Akademiker in Europa), sagte gegenüber der damals renommierten täglichen Zeitung Hürriyet folgendes: „Wir haben zwischen dem 11. und 13. November 1993 eine Konferenz mit dem Titel ‚Die Geburt der modernen Türkei und Atatürk’s Gedanken und Verdienste in Wien‘ mit großer Freude organisiert. Bei der Konferenz zu welcher sehr viele AkademikerInnen aus verschiedenen Ländern aus Europa nach Wien gekommen sind, waren unter anderem sehr viele ÖsterreicherInnen dabei. Das ist eine Bestätigung für unsere Arbeit und für das Zusammenleben in Wien, wo für uns Säkularität als Sauerstoff der Demokratie und dem Rechtstaat eine immense Bedeutung hat. Diese Anerkennungsurkunde der Stadt Wien hat uns sehr viel Kraft und Zustimmung gegeben.“

EATA hat sich damals wie folgt vorgestellt:

EATA – Die ab 1987 aktive Europäische Vereinigung Türkischer Akademiker. Ein europaweites Netzwerk türkisch-stämmiger Studierender und Absolventen, welches seit 2005 de facto nicht mehr funktioniert.

Zumeist in Westeuropa geboren oder zumindest aufgewachsen, gehören unsere Mitglieder der sogenannten „Zweiten Generation“ an.

EATA ist das großflächigste Netz der Zweiten Generation in Europa lebender Türken.

EATA ist eine unabhängige, überparteiliche, supraethnische und suprakonfessionelle Vereinigung.

EATA trägt zur Bildungsmobilität, vertieften Integration und effizienten Interessenvertretung der türkischen Bevölkerung Westeuropas bei.

EATA leistet einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung und fördert den europäisch-türkischen Dialog auf kultureller, politischer und wirtschaftlicher Ebene.

EATA ist um ein objektives Bild der türkischen Bevölkerung und der Türkei in der europäischen Öffentlichkeit bemüht.

EATA steht in engem Dialog und Zusammenarbeit mit politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Institutionen in Westeuropa und der Türkei.

EATA besteht aus lokalen eingetragenen Vereinen. Diese sind als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt.

EATA finanziert sich aus Zuwendungen der Privatwirtschaft und Projektfördergelder sowie aus Spenden und Mitgliedschaftsbeiträgen.

 

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05 09 2019
By: TKG 0

Indoeuropäische Sprachen stammen aus der Stepp: Zentralasien

WIEN. Die größte jemals durchgeführte Studie alter menschlicher DNA wirft ein neues Licht auf die Herkunft von zentral- und südasiatischen Bevölkerungen. Im Fokus der Studie, an der Ron Pinhasi vom Department für Evolutionäre Anthropologie der Universität Wien als Haupt-Senior-Autor beteiligt waren, steht der Ursprung der Landwirtschaft und der indogermanischen Sprachen.

 

Die Ergebnisse erscheinen aktuell in der Zeitschrift „Science“. Die Steppe bezeichnet eine Vegetationszone, die aufgrund von ganzjährigem Wassermangel lediglich von Gräsern und Kräutern bewachsen ist. Das Wort Steppe entstammt dem Russisch-Tatarischen „step“ und bedeutet im übertragenen Sinne soviel wie „nicht-bebautes Land“. Das weltweit größte Areal an zusammenhängenden Steppengebieten bildet die Eurasische Steppe. Von Ungarn, über Rumänien, die Ukraine, Russland, Kasachstan, die Mongolei bishin nach China wird eine Strecke von mehr als 6.000km zurückgelegt.Auch in anderen Erdteilen kommen Steppen vor, allerdings werden z.T. kulturell bedingt andere Begrifflichkeiten genutzt. Zu den steppenähnlichen Gebieten zählen Landschaften mit den Begriffen.(I)

Ein internationales Team von GenetikerInnen, ArchäologInnen und AnthropologInnen analysierte die Genome von 524, bislang nie untersuchten prähistorischen Individuen aus Zentral- und Südasien.

Diese Genome wurden miteinander und mit zuvor sequenzierten verglichen und mit archäologischen, sprachlichen und historischen Aufzeichnungen kontextualisiert. So konnten wichtige Details darüber gewonnen werden, wer in dieser riesigen Region vom Mesolithikum (vor etwa 12.000 Jahren) bis zur Eisenzeit (bis vor etwa 2.000 Jahren) lebte und was das für die Menschen bedeutet, die heute dort leben.

„Mit diesen Proben können wir subtile Wechselwirkungen zwischen Populationen sowie Ausreißer innerhalb von Populationen erkennen“, sagt David Reich von der Harvard Medical School: „Diese Studie unterstreicht die Stärke groß angelegter alter DNA-Studien und verändert unsere Sicht auf die Vergangenheit.“

Die Studie behandelt zwei der tiefgreifendsten kulturellen Veränderungen im alten Eurasien, die mit Bevölkerungsbewegungen verbunden sind: den Übergang von der Jäger- und-Sammler-Kultur zur Landwirtschaft und die Verbreitung der indoeuropäischen Sprachen, die heute von den Britischen Inseln bis nach Südasien gesprochen werden. „Wirklich aufregend an der Studie ist, wie sie Genetik mit Archäologie und Linguistik verbindet“, erklärt Ron Pinhasi vom Department für Anthropologie der Universität Wien: „Wir haben Daten, Methoden und Perspektiven aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zusammengeführt: Dieser integrative Zugang ermöglicht, dass wir so viele Informationen über die Vergangenheit gewinnen konnten“.

Außerdem ermöglichten neue Sampling-Methoden, den Schaden an den Skeletten möglichst gering zu halten – was laut Co-Autorin Maria Teschler-Nicola vom Department für Evolutionäre Anthropologie der Universität Wien enorm wichtig ist –, aber dennoch aufschlussreiche genetische Daten aus Regionen zu bekommen, in denen das Untersuchungsgut oft unzureichend erhalten ist.

Ursprung der Indoeuropäischen Sprachen

Indoeuropäische Sprachen – Hindi/Urdu, Bengali, Punjabi, Persisch, Russisch, Englisch, Spanisch, Gälisch und mehr als 400 andere – bilden die größte Sprachfamilie der Welt.

Steppe-Hypothese“ versus „Anatolische Hypothese“

Seit Jahrzehnten debattieren Spezialisten darüber, wie sich die indoeuropäischen Sprachen in so weit voneinander entfernte Teile der Welt ausbreiten konnten. Vielleicht über Hirten aus der eurasischen Steppe, die so genannte „Steppe-Hypothese“? Oder reisten sie mit Bauern, die sowohl aus Anatolien (heute Türkei) nach Westen als auch nach Osten zogen – die „Anatolische Hypothese“?

Die neue „Science“-Studie erbrachte nun, was Südasien betrifft, eine überzeugende Neuerkenntnis: „Wir können eine Ausbreitung von Bauern mit anatolischen Wurzeln nach Südasien ausschließen, was das Kernstück der Hypothese ist, dass Bevölkerungsbewegungen aus Anatolien und über den Iran sowohl für die Verbreitung der Landwirtschaft als auch für indoeuropäische Sprachen nach Südasien verantwortlich waren“,“ sagte Reich. „Das ist ein Schachmatt für die anatolische Hypothese.

Die aDNA-Analyse zeigt: Sie stammen von Steppen-Viehzüchtern 

Eine neue Beweislinie für einen Steppenursprung der indoeuropäischen Sprachen ist, dass die genetischen Muster den Indo-Iranischen und Balto-Slawischen Zweig überzeugend verbinden. Die aDNA-Analyse zeigt, dass beide Sprachzweige aus einer Untergruppe von Steppen-Viehzüchtern stammen, die sich vor fast 5.000 Jahren in den Westen, nach Europa, bewegten und sich dann, innerhalb der folgenden 1.500 Jahre, wieder ostwärts nach Zentral- und Südasien ausbreiteten. Dies liefert eine einfache Erklärung in Bezug auf die Bevölkerungsbewegungen des prähistorischen Menschen, für die ansonsten rätselhaften gemeinsamen sprachlichen Merkmale dieser beiden Zweige des Indo-Europäischen, die heute durch große geografische Entfernungen getrennt sind.

Ursprünge der Landwirtschaft

Die Studie informiert auch darüber, ob der Wandel einer Wirtschaftsform stärker von Populationsbewegungen oder dem Kopieren von Ideen oder lokalen Erfindungen getrieben wurde. In Europa haben aDNA-Studien deutlich gemacht, dass die Landwirtschaft zusammen mit einem Zustrom von Menschen mit Abstammung aus Anatolien ankam.

Die neue Studie zeigt eine ähnliche Dynamik im Iran und in Zentralasien, d.h., dass anatolische Abstammung und Landwirtschaft ungefähr zur gleichen Zeit ankamen. Die Ausbreitung der Landwirtschaft in diesen Regionen wurde also auch durch Wanderbewegungen der Menschen angetrieben.

Die Ausbreitung der Landwirtschaft beinhaltete also nicht nur eine westliche Richtung von Anatolien nach Europa, sondern auch eine ostwärts gewandte von Anatolien nach Asien, quasi eine bronzezeitliche Seidenstraße

In Südasien sieht die Situation ganz anders aus

Die ForscherInnen fanden keine Spur von anatolischer Abstammung, die ein Kennzeichen der Ausbreitung der Landwirtschaft nach Westen ist. Das bedeutet, dass die Landwirtschaft in Südasien nicht auf die Zuwanderung von Menschen zurückzuführen ist – zumindest nicht auf Menschen aus den früheren Bauernkulturen des Westens. Stattdessen nahmen die lokalen Bevölkerungen diese Wirtschaftsform an. „Vor der Ankunft der Steppen-Viehzüchter, die ihre indoeuropäischen Sprachen vor viertausend Jahren brachten, finden wir keine Hinweise auf große Bevölkerungsbewegungen nach Südasien„, so Reich.

Quell: Publikation in „Science“
The formation of human populations in South and Central Asia
Narasimhan et al., Science 365, eaat7487 (2019)

(I) http://www.biologie-schule.de/vegetationszone-steppe.php

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