Beitrag

TKG: „Einspruch!Österreich steht nicht vor einer ‚Massenmigration‘ aus der Türkei“

 
18 09 2019
By: TKG 0
Print Friendly, PDF & Email

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bittet die österreichischen Politiker, die Türkei und das Flüchtlingsthema in der Innenpolitik nicht schon wieder für den österreichischen Wahlkampf zu missbrauchen.

Österreich steht weder vor einem neuen ‚Grenzsturm‘ noch vor einer ‚Massenmigration‘ aus der Türkei.

Die TKG wünschst sich und empfiehlt daher, dass zumindest die Hetze über das Flüchtlingsthema, insbesondere bezogen auf die Türkei, gestoppt wird!
Denn diese beinhaltet nicht nur sehr viel kulturellen Rassismus(Kulturalismus), sondern auch falsche Informationen und schadet für das Zusammenleben in Östereich.

Man kann zur Regierung in Ankara und den Präsident Erdogan, wie es auch wir tun,  kritisch stehen, aber man muss hier trotzdem die Spreu vom Weizen trennen. Präsident Erdogan ist nicht die Türkei und die Türkei ist nicht Präsident Erdogan! Das Verhältnis von Türkei und Österreich ist  sicher historisch belastet aber nicht schlimmer als das Verhältnis zwischen Deutschland-Frankreich gewesen.  Alle Regierungen sind sind vergänglich. Für uns sind die zwei Länder nämlich Österreich und die Türkei Freunde und nicht Feinde.

Fakten

Fakt ist, dass in der Türkei (Regierung) aber auch in der EU sehr viele Fehler bezüglich der Syrien Politik gemacht wurden.

Man muss daraus dringet etwas lernen.

Fakt ist aber ebenfalls, dass die Türkei bis jetzt ca. 35 Milliarden Euro für die Flüchtlinge an Kosten ausgegeben hat und die EU bisher nicht einmal 3 Milliarden € an die Türkei basierend der Vereinbarung zwischen EU-Türkei bezahlt hat. Die Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei, bei welcher Seitens der EU für die Türkei eine Flüchtlingshilfe von 6 Milliarden Euro zugesagt wurde, ist eigentlich ein Scherz, bei dem sich die EU nun aus der Verantwortung gezogen und den noch offenen Betrag bis jetzt nicht bezahlt hat. Statt auf die Türkei verbal einzuprügeln und als Projektionsfläche für die eigenen politischen Versäumnisse zu missbrauchen, müssten sich die EU und die Mitgliedsländer eigentlich bei der Türkei bedanken, welche sich stets an die Vertragsvereinbarung gehalten hat damit die EU und Österreich mindestens Glaubwürdig bleibt.

Glaubwürdigkeit

Stattdessen wird in den EU-Ländern, insbesondere in Österreich – (Wahlkampfzeit ist die Zeit der kollektiven Unvernunft) – gegen die Türkei, unter dem Vorwand Präsident Erdogan, pauschal gehetzt, anstatt die Großzügigkeit und Menschlichkeit der Türkei in dieser Flüchtlingsfrage zu schätzen. Mit dieser Vorgehensweise verliert die EU einen wichtigen Partner, nicht nur in der Bewältigung der Flüchtlingsthematik, sondern auch in vielen anderen politischen Belangen für die EU. Politik auf Augenhöhe sieht anders aus. Die EU, inkl. Österreich verspielen damit die restliche Glaubwürdigkeit.

Man kann zur Regierung in Ankara und den Präsident Erdogan, wie es auch wir tun, kritisch stehen, aber man muss hier trotzdem die Spreu vom Weizen trennen. Präsident Erdogan ist nicht die Türkei und die Türkei ist nicht Präsident Erdogan!

Vorsicht!

Die von den christlichen Neonazis ausgehenden Massenmorde in verschiedenen Ländern auf der Erde, zuletzt das Christchurch-Attentat in Neuseeland, nehmen immer auf Österreich und ihre Geschichte (die Türkenbelagerung 1683) Bezug. Dabei wird das Thema aus dem Zusammenhang gerissen und für die Hetze gegenüber der ca. 240.000 Austrotürkinnen und -türken und ca. 800.000 Austromusliminnen und -muslime verwendet.“ So die Behauptungen aus verschiedenen Kreisen in der Türkei und in der muslimische Welt.

 

Wir warnen!

Es ist eine große Verantwortung, sagt der Verstand.  Es ist viel Sorge, sagt die Angst. Es ist eine enorme Herausforderung, sagt die Erfahrung.
Deswegen muss Österreich muss sich endlich aus dem Missbrauch der Türkei-Politik, welche auch Türken-Hetze und Moslem-Hetze in dreifacher Ausgabe beinhaltet, retten, bevor es zu spät ist. Das wollen wir nicht.  Wir als TKG warnen seit Jahren als einsame Rufer in der Wüste vor einer Polarisierung und Spaltung!
Die Menschen aus der Türkei sind kein Selbstbedienungsladen für die primitiven, kulturellen und rassistischen Gefühle sowie die Projektionsfläche & Ablenkungsmasse für die Fehler sowie Versäumnisse der Politik. Für die türkische Bevölkerung sind die 4 Millionen Flüchtlinge eine immense Herausforderung in vielerlei Hinsicht. Daher wäre es die Aufgabe der EU, zumindest 80 % dieser Geflüchteten aufzunehmen und in den EU-Ländern gerecht zu verteilen.

 

Zurückführung nach Syrien

Lassen wir die Kirche im Dorf. Es ist nicht nur die Aufgabe der Türkei, sondern auch der EU, die ca. 4 Millionen geflüchteten Menschen zu unterstützen und damit eine konstruktive und zielführende Zurückführung nach Syrien, über die Türkei, schritt für schritt zu gewährleisten. Deswegen sollten wir hoffen, dass die Türkei stabil bleibt und dass in Syrien bald wieder Frieden herrscht und neue Häuser, Wohnungen und Infrastrukturen aufgebaut werden können.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich