Monat: Dezember 2019

23 12 2019
By: TKG 0

Türkische KULTURgemeinde: „Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr 2020!“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wünscht allen ein frohes und besinnlichesWeihnachtsfest und ein friedvolles Neues Jahr 2020!  Wir alle sind Menschen mit Heimat und Gesinnung und nicht bloß Namen oder Nummern auf einem Ausweis!

Weihnachten ist ein Fest, welches von Gläubigen, weniger religiösen und nicht religiösen Menschen gleichermaßen  gefeiert wird.

Kaum jemand kann sich den Festlichkeiten im intimen Familienkreis oder bei Freunden entziehen.

Auch nicht alle aber zehntausende Menschen aus der Türkei in Österreich. Wir freuen uns genauso. Weil die besinnliche Stimmung viele Menschen aus der Türkei die Ihre „Neue Heimat“ als Österreich sehen auch sehr berührt und Freude bereitet.

Auch im neuen Jahr wollen wir das Gemeinsame vor das Trennende stellen, nicht nur in religiösen, sondern auch in politischen und alltäglichen Angelegenheiten und Fragestellungen weil die Werte Europas glauben wir sind stärker als Hass und Gewalt.

Warum ist die Tannenbaum-Kultur auch Türkisch

Die „Urtürken“ und der Tannenbaum- Nardogan Fest immer am 22.12

Die renitente 93-Jährige ist Altertumsforscherin Prof. Dr. Muazzez Ilmiye Çig behauptet sogar die Ursprünge des Weihnachtsbaumes in der zentralasiatischen Steppe ausfindig gemacht haben.

Vor langer Zeit, so schreibt sie, laut Spiegel Bericht „huldigten dort die Vorfahren der Türken einem Gott, den sie Ulgen nannten. Dieser Gott trug einen langen Bart und einen langen Mantel, und er wohnte in einem glitzernden Palast im Himmel.

Erreichen konnte man den Palast nur über einen gewaltigen Baum, der vom Mittelpunkt der Erde bis hin zu den Sternen ragte. Um Ulgen für die Wintersonnenwende zu danken, richteten ihm die Urtürken jedes Jahr am 23. Dezember ein großes Fest aus. Nun musste Ulgen irgendwie ihre Gebete erhören. Also beschmückten die Menschen einen Baum mit kleinen Schleifen, wobei jede Schleife einen Wunsch symbolisierte. Und dann luden sie ihre Verwandten ein, sangen und tanzten um den Baum. Ein Brauch, den später die Hunnen auf ihren Kampfrössern nach Europa brachten, wo ihn alsbald die Christen übernahmen. Eine interessante Theorie. Deswegen Lametta und Lichterketten überall in Istanbul. In Istanbul lassen sich auch konservative Muslime sogar  von der globalen Weihnachtsstimmung anstecken. Zumal die Festtanne wie oben beschrieben eh eine Erfindung der „Urtürken“  ist, sagt die renitente Altertumsforscherin Muazzez Ilmiye Çig.“
    

 

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wünscht allen ein frohes und besinnlichesWeihnachtsfest und ein friedvolles Neues Jahr 2020!

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

 

 

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21 12 2019
By: TKG 0

Türkei-Urfa-Abrahams Geburtsort: המסע המופלא של גידי ואהרוני: עונה 1, פרק 6 המלא

Obmann der Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) Birol Kilic gratuliert Gidi Gov und Yisrael Aharoni aus Wien : “ Vielen herzlichen Dank.“
„השף ישראל אהרוני והזמר גידי גוב יוצאים למסע חובק עולם בעקבות טעמים, ריחות, צורות בישול, חומרי גלם ומאכלים מכל העולם. והפעם- הסיפור המקראי על אברהם אבינו ושבטו מתעורר לחיים: המערה שבה נולד, העיר אורפה היא אור כשדים וחרן. אורפה היא הבירה הקולינרית של טורקיה.“

Die Übersetzungen ( Video: Englisch, Deutsch, Türkisch-Untertitel) kommen…

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21 12 2019
By: TKG 0

Neue Studie: Genetische Abstammung zwischen westasiatischen Bauern und mitteleuropäischen Jägern

„Die größte jemals durchgeführte Studie mit dem Titel , “  INDOEUROPÄISCHE SPRACHEN STAMMEN AUS DER STEPP: ZENTRALASIEN “ hat  im September 219 eines gezeigt: Die menschlicher DNA wirft ein neues Licht auf die Herkunft von zentral- und südasiatischen Bevölkerungen. Im Fokus der Studie, an der Ron Pinhasi vom Department für Evolutionäre Anthropologie der Universität Wien als Haupt-Senior-Autor beteiligt waren, steht der Ursprung der Landwirtschaft und der indogermanischen Sprachen.“ ( Quelle 1)

Die neue Studie erforscht die genetischen Besonderheiten am Übergang zwischen Jagd und Landwirtschaft im neolithischen Mitteleuropa. Es stellte sich heraus, dass die genetische Abstammung eines der Individuen eine nahezu ausgeglichene Spaltung zwischen westasiatischen Bauern und mitteleuropäischen Jägern und Sammlern aufweist. ( Quelle 2)

WIEN. Ein internationales Forschungsteam unter NHM Wien-Beteiligung untersuchte am archäologischen Fundort Brunn am Gebirge-Wolfholz (Österreich) eine rund 7.600 Jahre alte Siedlung der frühesten Bauernkulturen in Mitteleuropa und belegt den genetischen Austausch zwischen europäischen Jägern und Bauern aus dem Nahen Osten.

Seit 30 Jahren erforscht die Prähistorische Abteilung des Naturhistorischen Museums (NHM) Wien die älteste bäuerliche Siedlung, die man in Mitteleuropa kennt – Brunn am Gebirge, Flur Wolfholz. Vor über 7.600 Jahren kamen Siedler aus dem Nahen Osten über Südosteuropa und brachten die bäuerliche Lebensweise in die mitteleuropäische Region, die damals nur sehr dünn besiedelt war. Mit der Ankunft der ankommenden Bauern mussten lokale Jäger und Sammler, die zu dieser Zeit in Europa lebten, Platz machen. Die Menschen wurden sesshaft und betrieben Vorratswirtschaft.

Die Siedlung wurde in den Jahren 1989 und 2005 ausgegraben, das Fundmaterial wird seither mit den neuesten Methoden von einem internationalen Team wissenschaftlich erforscht. Das Alter von Brunn konnte auf 5670-5050 v. Chr. bestimmt werden – die Zeit der Entstehung der Linearbandkeramischen Kultur. Der Name dieser ältesten bäuerlichen Kultur in Mitteleuropa leitet sich von der charakteristischen Verzierung der Gefäße mit einem Bandmuster aus runden und eckigen Spiralbogenlinien ab, deren Grundlage eine Welle von Migranten aus Anatolien (heute Türkei) bildete, die um 5800-5600 v. Chr. auftrat. Die Ausgrabungen ergaben eine Fundgrube an materiellen Kulturgütern sowie vier Bestattungen innerhalb des ersten Teils des Komplexes, wahrscheinlich ein Ritualzentrum einer der frühesten Agrargemeinden in Europa.

Ein von der Nature Publishing Group in Scientific Reports am 20. Dezember 2019 veröffentlichter Artikel beschreibt nun die Analyse der genetischen Abstammung sowie der Ernährung und Mobilität der dort beigesetzten Personen, die von einem interdisziplinären Team von Forscherinnen und Forschern aus den USA, Österreich und der Ukraine durchgeführt wurde.

Es stellte sich heraus, dass die genetische Abstammung eines der Individuen eine nahezu ausgeglichene Spaltung zwischen westasiatischen Bauern und mitteleuropäischen Jägern und Sammlern aufweist. Seine väterliche genetische Abstammung stimmte mit der Herkunft des Nahen Ostens überein, während seine mütterliche Abstammung für die Jäger und Sammler Europas charakteristisch war. Ein solches Abstammungsprofil macht dieses Individuum zu einem potenziellen Nachkommen einer Jäger-Sammler-Mutter und eines Bauernvaters der ersten Generation und weist somit eines der frühesten Anzeichen für eine Vermischung zwischen örtlichen Jägern und Sammlern und einheimischen Bauern auf. Der Leichnam wurde mit sechs Radiolarit-Trapezen bestattet, einer Art von lokalem Gestein, das in der Gegend des Plattensees abgebaut wurde – möglicherweise sein Geburtsort. In diesem Individuum vereinen sich symbolisch die beiden Gruppen der Bauern und der Jäger und Sammler, am Beginn der europäischen landwirtschaftlichen Revolution.

Quelle 1: 

http://www.turkischegemeinde.at/2019/09/indoeuropaeische-sprachen-stammen-aus-der-stepp-zentralasien/Quelle 2

 

Neue Studie: Nature Publishing Group, Scientific Reports 2019
Interactions between earliest Linearbandkeramik farmers and central European hunter gatherers at the dawn of European Neolithization
Alexey G. Nikitin, Peter Stadler (NHM Wien), Nadezhda Kotova (NHM Wien), Maria Teschler-Nicola (NHM Wien), T. Douglas Price, Jessica Hoover, Douglas J. Kennett, Iosif Lazaridis, Nadin Rohland, Mark Lipson, David Reich
Der Artikel (Open Access) kann über folgenden Link abgerufen werden:

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16 12 2019
By: TKG 0

Gratulation: Alpaslan Deliloglu- Neuer Ikea Chef in Österreich

Der 44-jährige Türke Alpaslan Deliloglu ist neuer Geschäftsführer von Ikea Österreich. Laut Kleinen Zeitung will der Familienvater das Nachhaltigkeits-Bewusstsein des Unternehmens und seiner Kunden stärken.

Ikea Österreich hat eine neue Geschäftsführung: Der 44-jährige Türke Alpaslan Deliloglu folgt auf Viera Juzova.

Alpaslan Deliloglu war zuletzt vier Jahre lang stellvertretender Country Manager von Ikea Schweiz. Zuvor hat er in der Türkei eine abwechslungsreiche Karriere in unterschiedlichen Unternehmen
absolviert. Ursprünglich wollte er Diplomat werden. Um sein Studium (internationale Beziehungen, Politik und Wirtschaft) in Kirikkale (nahe Ankara) zu finanzieren, begann er nebenbei in einer Supermarktkette den Bereich Merchandising aufzubauen – und blieb dem Handel schließlich treu.

Auch gut: Aus der Türkei für das Thema Nachhaltigkeit 

Als Ikea sich ab 2004 in der Türkei etablierte, war Alpaslan Deliloglu mit an Bord. „Wir haben in sechs Jahren fünf Stores eröffnet und ich war immer beteiligt.“ Er war unter anderem Store Manager in Istanbul, und mit nur 37 Jahren Commercial Director für die gesamte Türkei. Auch für Österreich hat der neue Ikea-Geschäftsführer ambitionierte Pläne. Vor allem will er eine Bewusstseinsänderung bewirken, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht.

Alpaslan Deliloglu ist das zweitälteste von sechs Kindern und stammt aus einer kleinen Stadt im Südosten der Türkei. Mit fünf Jahren übersiedelte die Familie nach Izmir. Das Studium verschlug ihn nach Kirikkale.
Nach Wien ist er gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Kindern gekommen.

Seine persönliche Leidenschaft gehört dem Lesen, aber auch dem Sport: Paddle Tennis, Tennis, Radfahren und Skifahren. Beim Fußball ist er auf Seiten der Zuseher zu finden.

39,1 Milliarden Euro Umsatz Möbelriese Ikea macht gute Geschäfte

Gegenüber dem Geschäftsjahr 2018/2019 erhöhte sich der Netteogewinn von 1,4 auf 1,8 Milliarden Euro. Die Verkaufserlöse legten um 5,3 Prozent zu.

Der schwedische Möbelriese Ikea macht weiter gute Geschäfte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr von September 2018 bis August 2019 sei der Umsatz auf 39,1 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Ikea-Mutterkonzern Ingka am Dienstag mit. Dies war ein Plus von 5,3 Prozent binnen Jahresfrist. Unterm Strich wuchs der Gewinn kräftig auf 1,81 Milliarden Euro (Vorjahr: 1,46 Milliarden Euro) Alle drei Geschäftsbereiche – Ikea Möbelhäuser, die Investmentsparte sowie der Betrieb von Shopping-Zentren – hätten sich stark entwickelt.  (Quelle: Kleine Zeitung , Foto: © Kainrath/Ikea/KK)

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10 12 2019
By: TKG 0

„China Spezialist“ Kurt Seinitz : “China ist die erste digitale Diktatur der Welt”

TKG Obmann und Neue Heimat Zeitung (Yeni Vatan Gazetesi) Herausgeber Birol Kilic im Gespräch mit Kurt Seinitz (Kronen Zeitung), einem der versiertesten und erfahrensten Journalisten im deutschsprachigen Raum, über die aktuellen Entwicklungen in China und dessen Auswirkungen auf Europa.  Der  Artikel wurde in der Neue Heimat Zeitung schon am 5. Dezember 2019 veröffentlicht.

 

von Birol Kilic, Wien

Ich muss mir im Jänner 2020 in Istanbul eine Vortragsreihe über China anhören und brauche dazu Vorwissen. Deswegen habe ich Herrn Kurt Seinitz zu unserem “Kant Mittagstisch” bei der Neue Heimat Zeitung ( Yeni Vatan Gazetesi)  eingeladen, um mit ihm nicht nur über die Türkei und den Nahen Osten zu reden, sondern intensiv über China. Heutzutage ist China in aller Munde. Sogar beim letzten NATO-Treffen im Dezember in London hat man China als als Bedrohung  de facto „hochkristallisiert“.  “Peking verzeichne nach den USA die höchsten Militärausgaben, verfüge über neue Waffen, darunter auch nukleare, und breite sich nicht nur auf militärischem Weg weiter aus.Als Problembereich bezeichneten die Nato-Mitglieder den MobilfunkStandard 5G, bei dem das chinesische Unternehmen Huawei als führend gilt. Die von den USA gewünschte Selbstverpflichtung für Nato-Staaten, beim 5G-Aufbau ganz auf Huawei-Produkte zu verzichten, stand allerdings nicht in der Abschlusserklärung.” so die Presseberichte (4.12.2019) aus Londan.

China beschäftigt mich in der letzten Zeit sehr viel, weil ich bei Themen zum Nahen Osten, zum Kaspischen Meer am Balkan  oder in der Türkei wo ich immer in letzten Monaten war mit China konfrontiert wurde.

„Vorsicht China!“

Auch letzte Woche beim 13. Europäischen Mediengipfel in Lech am Arlberg habe ich sehr viel über China gehört. Ich habe mich gefragt, mit wem ich über China reden kann und ein Interview, in erster Linie für mich aber natürlich auch für unsere Leser*innen, machen kann. Da ist nur der liebe Herr Kurt Seinitz mit seinen kantigen und kritischen Meinungen eingefallen der nich Buchautor ist sondern auch Leiter des Ressors für internationale Politik bei der Kronen Zeitung,  hat in seinen letzten 50 Jahren Wissen auf der ganzen Welt gesammelt. Seinitz hat tatsächlich auch einiges über China geschrieben. Zum Beispiel das Buch mit dem Titel „Vorsicht China!“ habe ich bereits 2006 bei seiner Buchvorstellung gekauft und gelesen.  Das Buch war mehrere Wochen in den österreichischen Sachbuch-Bestsellerlisten.

 Ali Baba Chef Jack Ma als einfacher Übersetzer

Der berühmte Jack Ma, Chef des Online Handelsriesen Ali Baba, war bevor er in dieses Geschäft eingestiegen ist auch bei Kurt Seinitz als Übersetzer( Englischlehrer) in China tätig. Deswegen freut sich Jack Ma, wenn Seinitz in China ist, um ihn wieder zu sehen. Also hat Herr Seinitz vor Ort genügend zu erzählen.

Ich kenne den Leiter des Ressorts für internationale Politik bei der Kronen Zeitung seit über 20 Jahren und habe ihn bereits mehrmals zu Veranstaltungen eingeladen, bei welchen er die Menschen in der Türkei und in Österreich analysieren konnte. Beispielsweise waren wir 2009 in Istanbul gemeinsam live bei einer Diskussionssendung im Fernsehen. Wir haben sowohl dort als auch in Wien viele Veranstaltungen gemeinsam besucht. Also obwohl wir zu vielen Themen durchwegs verschiedenen Meinungen haben wissen wir, dass wir bei vielen Themen auch gegenseitig als Journalisten Beratung und Meinung holen/geben können.

Ich habe Herrn Seinitz zu einem Gespräch über die Thematik China, insbesondere über aktuelle Entwicklungen in China und dessen Auswirkungen auf Europa zu unserem Kant Tisch in unserem Verlag zu einem Mittagessen eingeladen und mit vielen Fragen zu gezettelt, denn nicht immer bekommt man Herrn Seinitz so konzentriert und dankensweise offen.

Birol Kilic: Vielen Dank für den Besuch Herr Seinitz, das ist eine große Ehre für uns. Was erwartet uns, durch die Entwicklungen in China?

Kurt Seinitz: Sehr gerne. Ich danke Ihnen für die Einladung. Ich beginne mit einem Zitat: „Mao Zedong hat China befreit, Deng Xiaoping hat China zu (bescheidenem) Wohlstand geführt und Xi Jinping wird China stark machen“. Diese Darstellung einer chinesischen Dreifaltigkeit bekam die österreichische Staatsbesuchsdelegation zu hören, als sie im Frühjahr 2018 das Reich der Mitte besuchte. Staats-, Partei- und Militär-Chef Xi Jinping wird also schon jetzt als ein besonderer Repräsentant der roten Kaiser-Dynastie hervorgehoben. Auf dem letzten Parteikongress war durchaus im konfuzianischen Sinne die Amtszeitbeschränkung von zweimal 5 Jahren aufgehoben worden, welche Deng Xiao-ping eher im westlichen Sinne eingeführt hatte, um die Wiederholung der Auswüchse der Mao-Ära zu verhindern. Jeder der Drei steht also ganz für sich für einen Geschichtsabschnitt des jüngeren Chinas.

Kilic: Können Sie bitte diese Geschichtsabschnitte etwas näher beschreiben?

Seinitz: Das ist eigentlich ganz einfach. Die Ära des Xi Jinping ist gekennzeichnet durch: Die Überzeugung, dass China einen Entwicklungsstand erreicht hat, bei dem auch die Stärke des Landes zur Geltung gebracht werden kann – ganz im Gegensatz zum Gebot des Reformpatriarchen Deng Xiaoping, wonach China in seinem Entwicklungsprozess möglichst wenig auffallen sollte, um kein Misstrauen zu erwecken.

Kilic: Was können Sie über die Notwendigkeiten innerer Korrekturmaßnahmen in China erzählen?

Seinitz: Es besteht die Notwendigkeit innerer Korrekturmaßnahmen, für den Kampf gegen die ausufernde Korruption des Herrschaftsapparates – wobei auch gleich politische Rechnungen beglichen werden, sowie die Notwendigkeit innerer wirtschaftlicher Korrekturmaßnahmen, um nicht in der sogenannten „Middle-Income-Trap“

Kilic: Was bedeutet „Middle-Income-Trap“?

Seinitz: Das ist die Stagnation an der oberen Grenze mittlerer Entwicklung und die Gefahr vieler Schwellenländer stecken zu bleiben. Es müssen neue, höhere Marktsegmente, neue Wege der Wertschöpfung erschlossen werden und natürlich Jobs, Jobs, Jobs geschaffen bzw. gesichert werden.

Kilic: Eine wie große Rolle spielen diese Jobs in der Entwicklung China’s?

Seinitz: Jobs sind das Um und Auf der Stabilität des politischen Systems in dem Reich der 1400 Millionen Menschen – das ist zweimal die EU plus die USA. Solange diese Menschen die Gewissheit haben können, dass es ihnen in ein, zwei oder fünf Jahren noch besser geht als gestern und heute, werden sie nicht das Bedürfnis haben, dieses System zu zerstören.

Kilic: Ist die chinesische Job-Maschine so wichtig?

Seinitz: Ja. Die chinesische Job-Maschine der letzten zehn bis zwanzig Jahre, durch Hereinholen ausländischer Investitionen, ist an ihre Leistungsgrenze gelangt, wenn schon chinesische Firmen ihre Produktion in billigere asiatische Länder auslagern. Peking hatte auf den Wall Street Krach von 2008 und die folgende Weltwirtschaftskrise mit einem enormen Investitionsprogramm und mit Milliardenspritzen, vor allem für die vier großen Staatsbanken, reagiert – Stichwort „too big to fail“, allerdings noch viel massiver als bei uns in Europa. Heute hat China zwar nach wie vor den größten Devisenschatz der Welt, aber eine Binnenverschuldung von mutmaßlich schon über 200 Prozent. Wobei die Zentrale in Peking Mühe hat, den Überblick über die Verschuldung von Provinzen, Gemeinden, Schattenbanken etc. zu gewinnen. Noch mehr Geld in die Wirtschaft pumpen birgt die Gefahr der Inflation. Andererseits haben die trotz von nationalem Ehrgeiz getragenen Hyperinvestitionen und Prestigeprojekte wie das größte Hochgeschwindigkeitszügenetz der Welt, die längsten und höchsten Brücken der Welt, das größte Autobahnnetz der Welt, nicht wirklich jene notwendige Masse an Jobs geschaffen.

Kilic: Jüngste Daten lassen den Schluss zu, dass China an Fahrt verliert. Die Aktienkurse sind auf Tauchfahrt gegangen. Womit hängt das zusammen?

Seinitz: Das hängt zum Teil mit Trumps Maßnahmen gegen den Freihandel zusammen, aber nicht nur. Ich möchte aber davor warnen, das Auf und Ab wirtschaftlicher Zuwachsraten – egal ob 6,8 %; 6,7 %; 6,6 % oder 6,5 % – wie einen Fetisch zu behandeln. Die Statistik wird vom jeweiligen Entwicklungsniveau gemessen, welches in China stark ansteigt. Bei niederem Niveau hatte China statistisch zweistellige Zuwachsraten. Bei noch höherem Niveau wird die Prozentzahl sinken, obwohl das Volumen zumindest gleich bleibt. Nichts desto weniger braucht China den Ausbau des Dienstleistungs- sowie des Klein- und Mittelbetriebe Sektors in einer von Konsum geleiteten Wirtschaft. Zugleich drängt der nationale Ehrgeiz sich an die Spitze der globalen Entwicklung zu setzen und da zahlt es sich aus, dass ein straff geführter Staat die Kräfte und die notwendigen Ressourcen bündeln kann.

Kilic: Welches Ziel verfolgt China? Wie kann der Staat seine Kräfte und notwendigen Ressourcen bündeln?

Seinitz: Das Ziel heißt: führende Rolle in der digitalen Welt, wie künstliche Intelligenz oder Biotechnologie. Dieses Ziel soll 2025 erreicht werden und 2035 soll Chinas Modernisierung vollendet sein. Chinas Entwicklung wird in drei Stufen beschrieben: von „Made in China“über „Made from China“ zu „Made by China“. Das Wort „Werkbank der Welt“ will China nicht mehr hören. Man macht sich bei uns kaum eine Vorstellung, wie die Chinesen der etwa 400 Millionen starken Mittelschicht heute schon in der digitalen Welt leben. In China stirbt das Geld in realer Form einfach aus. Man hat für alles eine App am Handy, kauft digital und zahlt digital. In manchen Restaurants ohne Servierpersonal wird digital bestellt und ein Roboter schiebt es an den Platz. In Geschäften und Restaurants ohne Kassen wird beim Hinausgehen automatisch abgebucht. Chinesische Touristen kommen sich bei uns in Wien wie in der wirklich alten Welt vor, wenn sie nach Kreditkarte oder gar Bargeld gefragt werden.

Kilic: Ist China somit nicht nur modernisierungswillig, sondern regelrecht modernisierungswütig?

Seinitz: Das Reich der Mitte denkt global und langfristig. Auf der Suche nach neuen Absatzmärkten und Einflussausweitung wurde die Neue-Seidenstraße-Initiative erfunden. In dieses Vorhaben werden enorme Investitionsmittel für Infrastrukturmaßnahmen außerhalb Chinas gesteckt, die ein Vielfaches des seinerzeitigen Marshallplans ausmachen. Chinas Außenpolitik ist Rohstoffsicherungs- und Exportabsatz-Politik. Diese Transport- und Niederlassungs-Strategie wird Perlenkette genannt und sie reicht von den umstrittenen Inseln im Südchinesischen Meer über Südostasien, Sri Lanka, Pakistan bis zum Golf und Ostafrika. Die Hauptroute der Neuen Seidenstraße reicht nach Europa, vornehmlich nach Deutschland im Norden, Ungarn in Zentraleuropa sowie Griechenland, Balkan im Süden. Dahinter steckt auch ein strategisches Konzept: China rollte Europa auf und Peking lässt sich das vorerst viel kosten. Wirtschaftliche Verbindungen schaffen auch Abhängigkeiten – zuweilen sehr einseitige. China hat in Europa schon mehrere „Anlandezentren“ geschaffen, von denen der Hafen von Piräus der spektakulärste ist. Peking plant von dort den Ausbau der Transitroute über den Balkan: Bulgarien, Mazedonien.

Kilic: Quizfrage die mir dazu einfällt: Wer ist früher in Belgrad: China oder die EU? Nun, wer spielt dabei in Europa eine wichtige Rolle?

Seinitz: Chinas enger Partner in Europa ist ein Forum mit dem Namen „16+1“ aus osteuropäischen, südosteuropäischen EU-Staaten und EU-Beitrittskandidaten. Diese 16 investitionshungrigen Staaten sollen mit dem Reich der Mitte eng vernetzt werden durch günstige Kredite der chinesischen Staatsbanken und Investitionen von Konzernen, die manchmal nur dem Namen nach privat sind, in denen aber staatliches Kapital steckt. So kommt es vor, dass sich chinesische Firmen in der EU an Ausschreibungen beteiligen, unschlagbar günstig anbieten, den Zuschlag erhalten und dazu noch die für dieses Projekt vorgesehene EU-Förderung, wie jüngst geschehen bei der kroatischen Brücke nach Dubrovnik. Eine chinesische Firma hat dort ein österreichisches Unternehmen ausgestochen. Österreich wollte bisher aus Vorsicht keine derartige Seidenstraßen-Verpflichtung eingehen. Staaten, die durch übermäßige China-Kredite in die Schuldenfalle – und damit in Abhängigkeit – geraten, sind ein deutliches Warnzeichen. Auch sind die bevorzugen Ansprechpartner Chinas, welches nicht nach Menschenrechten fragt, kein attraktives Beispiel. Jedenfalls treten Ungarn, Griechenland & Co. schon jetzt innerhalb der EU als politische Interessenssachwalter Chinas auf. Beide verhinderten so im Vorjahr EU-Kritik an der Menschenrechtslage in China. Tschechiens verhaltensauffälliger Präsident Milos Zeman bot China sein Land sogar als wörtlich „unsinkbaren Flugzeugträger“ an.

Kilic: Gibt es noch weitere Kotaus über China, welche Sie anführen können?

Seinitz: Ja natürlich. Südafrika beispielsweise lässt den Dalai Lama, immerhin ein Nobelpreiskollege des Nelson Mandela, nicht mehr einreisen. Die Firma Daimler entschuldige sich in Peking für ein Zitat des Dalai Lama in der Werbung. China hatte mit Konsequenzen gedroht.

Kilic: Was macht China in Europa noch?

Seinitz: Viel. Im hochentwickelten Teil Europas befand sich China in den letzten Jahren im Einkaufsrausch. Es sind strategische Vorstöße, um Hochtechnologie zu erwerben, die China zur Weiterentwicklung brauchen kann. Dahinter steckt ein ausgeklügelter Wirtschaftsplanungsapparat, die „National Development and Reform Commission“ und Parteien, welche immer das letzte Wort haben. Chinesisches Kapital hat Volvo aufgekauft, finanziert den umstrittenen britischen AKW-Riesen Hinckley Point, und hat Anteile in Betreiben wie der Deutschen Bank, Daimler, Flughafen Heathrow, Peugeot, Citroën, Pirelli, im Stromversorger des Landes Portugal, in nationalen Fluglinien und in Hotels. Weingüter in Frankreich sind das Hobby chinesischer Oligarchen.

Kilic: Ist Reichtum in China verpönt? 

Seinitz: Sicher nicht. Denn China hat bereits die weltgrößte Zahl die weltgrößte Zuwachsrate an Dollarmilliardären; jede Woche einen mehr. Spitzenunternehmer sind sogar als nationale Helden des Volkes Mitglieder des Volkskongresses, des Parlaments, und sogar Mitglieder der Kommunistischen Partei, die einmal den Kapitalismus abschaffen wollte. Das alles muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. In den meisten chinesischen Konzernen steckt aus ihrer Entstehungsgeschichte heraus staatliches Kapital. Der heute weltgrößte Telekommunikationsausrüster Huawei wurden sogar von einem Oberst der Armee gegründet. Viele Staaten haben bei Aufkäufen aus China nun die Sicherheits-Notbremse gezogen. Im Zuge seiner Disziplinierungspolitik und nach massiven Korruptions- und Misswirtschafts-Skandalen von Konzernbossen hat Chinas Führung zuletzt dem Spielraum des Privatunternehmertums deutliche Grenzen gesetzt. Staatschef Xi Jinping hat sich demonstrativ hinter die staatlichen Großkonzerne, etwa jene der Energiewirtschaft, gestellt und will den Einfluss der Partei in der Wirtschaft ausweiten. Altmarxisten spüren schon Oberwasser und melden sich zu Wort. Einer erregte nationales Aufsehen in seinem Blog, wonach der Privatsektor seine historische Aufgabe erfüllt und nun zu verschwinden habe. In der heftigen Debatte darüber wurde zwar auch spekuliert, ob es als Satire gemeint gewesen sei, doch die Reformer sind logischerweise beunruhigt.

Kilic: Was können Sie mir über die Sinisierung des Marxismus bzw. Erziehungsdiktatur in China erzählen?

Seinitz: Was heißt in China schon Kommunismus. Die Partei, die man einfach „Partei der Macht“ nennen sollte, ist zwar die größte Partei der Welt, aber ihre 78 Millionen Mitglieder sind doch nur knapp mehr als 5 Prozent der Bevölkerung. Sie nennt ihre Diktatur „soziales Management“ und ihre Ideologie „Sozialismus mit chinesischen Vorzeichen“. Meiner Meinung nach ist diese Sinisierung des Marxismus nichts anderes, als die Rückkehr zum jahrhundertealten Urzustand Chinas, dem Konfuzianismus, oder hin zu einem Neo-Konfuzianismus des 21. Jahrhunderts; zumal beide Systeme, der Sowjetkommunismus und der Konfuzianismus den gleichen Herrschaftsmechanismus haben: die straffe Macht- und Gehorsamspyramide.

Kilic: Kommen wir in eine konfuzianische Erziehungsdiktatur?

Seinitz: Nein. China ist schon eine konfuzianische Erziehungsdiktatur und die neueste Entwicklung ist die Einführung eines sogenannten „Sozialkreditsystems“. Ziel ist der gute, systemkonforme – früher hätte man gesagt: fromme – Bürger. Böse Taten werden bestraft, gute Taten belohnt. In dem Punktesystem können beispielsweise gute Taten, wie regelmäßig die Eltern besuchen – (eine konfuzianische Pflicht) – beispielsweise ein upgrading im Reiseverkehr erwirken und böse Taten können zum Ticketverbot führen. Ein solches Punktesystem funktioniert natürlich nur mit totaler, totalitärer Kontrolle. Alle elektronischen Daten des gläsernen Bürgers werden gesammelt, Straßen systematisch videoüberwacht, Übeltäter per digitaler Gesichtserkennung aus der Menge herausgefiltert. China ist die erste digitale Diktatur der Welt. Es will sein System niemandem aufdrängen. China hat keinen Missionierungseifer. Das Reich der Mitte ruht in sich selbst.

Kilic: Ist dieses China eine Gefahr für die Welt?

Seinitz: Ich meine: nein. Chaos in China wäre die wirkliche Gefahr. Das Reich der Mitte hat keine Eroberungsgeschichte wie etwa jene der Mongolen und anderer in Europa. Kein aggressives Volk baut die größte Verteidigungsmauer der Welt. China baute seinen Einfluss über Jahrtausende durch zivilisatorische Hegemonie aus. Fremde Herrscher, die dem Sohn des Himmels durch Tributbesuche ihre Aufwartung machten, wurden wohlwollend in den chinesischen Kosmos aufgenommen. Ich kann mir nicht helfen, aber bei den heutigen Staatsbesuchsempfängen in Peking und der Neue-Seidenstraße-Initiative kommen mir solche Erinnerungen in den Sinn. China ist jedenfalls das einzige Imperium der Welt, das zurückgekehrt ist. Alle anderen sind – außer mit Erbstücken – ein für allemal aus der Geschichte verschwunden.

Kilic: Ist China stabil?

Seinitz: In seiner langen Geschichte war China immer wieder auseinandergefallen, ist aber wieder zusammengewachsen. Mao Zedongs Kulturrevolution – ich nenne sie Unkultur Revolution – hätte China fast zerstört. Auch danach war Chinas KP von Flügelkämpfen gebeutelt und aktuell sagt man in der Partei dem Vorsitzenden Xi Jinping Opposition gegen seinen Kurs nach. Bei meiner Begegnung 1972 mit Maos loyalem Weggefährten und Regierungschef Zhou Enlai, der die ärgsten Auswüchse verhindert hatte, frug ich ihn pseudonaiv, weshalb es in China nur eine Partei gebe. Er erklärte das geduldig damit, dass Chinas KP eine Befreiungsbewegung gewesen sei, die dann die Verantwortung für den Aufbau Chinas übernommen hatte.„Aber“, so schloss er verschmitzt, „glauben Sie mir: Auch wenn es in einem Land nur eine Partei gibt, so gibt es doch viele Parteien in dieser Partei“. Aktuell gesehen sind wahrscheinlich die Millionäre in der Partei mit ihren Finanz- und Wirtschaftsinteressen das stabilisierende Element in China. Alles in allem ist das Reich der Mitte, wie es der frühere ORF-Korrespondent in Peking, Raimund Löw, in seinem jüngsten Buch „Weltmacht China“ ausdrückt: das größte Comeback aller Zeiten.

Kilic: Vielen Dank Herr Seinitz für diese ausführlichen Informationen. Was möchten Sie mir nun als Abschluss zum Thema China noch mitgeben?

Seinitz: Ich danke Ihnen. Ich begann mit einem Zitat und ich möchte mit einem Zitat enden. Napoleon wird der Ausspruch zugeschrieben „China ist ein schlafender Riese, lasst ihn schlafen, denn wenn er erwacht, wird die Welt erzittern“. Der Direktor des Forschungsinstituts der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, Prof. Eberhard Sandschneider, wurde bei einer Diskussion gefragt: „Wie lässt sich der Riese, von dem Napoleon gesprochen hat, zähmen?“ Sandschneider dazu: „Die Antwort ist ganz einfach: Gar nicht!

 

Buchtipp:

Vorsicht China! Wie das Reich der Mitte unser Leben verändert. Ecowin Verlag. Salzburg 2006, ISBN 3902404280

Zeitbombe China: Wie das Reich der Mitte unser Leben bestimmt. Ecowin Verlag. Salzburg 2012, ISBN 9783711050854

Info über China

Kurt Seinitz -Zeitbombe China!

Wie das Reich der Mitte unser Leben bestimmt

Wussten Sie? dass China mit 1,3 Milliarden Einwohnern 21 Prozent der Bevölkerung der Welt, aber nur 7 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Welt aufweist? Erst in den Achtzigerjahren konnte sich China Nahrungsmittel-Importe leisten. China ist mit steigendem Lebensstandard bald der größte Agrarimporteur der Welt.

Wussten Sie?

-dass jedem Chinesen nur knapp die Hälfte an Süßwasser zur Verfügung steht wie im Durchschnitt allen Erdenbewohnern; und auch von dieser Hälfte sind nur noch ein Viertel als „rein“ zu bezeichnen. Wasser ist Chinas größte nachhaltige Sorge.

-dass seit 2011 die Hälfte der chinesischen Bevölkerung in Städten lebt.

-dass China mit 3,2 Billionen Dollar die größten Fremdwährungsreserven angehäuft hat (40 Prozent der Welt, jede Minute plus 1 Million Dollar; statistisch 2400 Dollar pro Chinese ) und mit dem Erwerb von 750 Milliarden Dollar an US-Staatsschuldverschreibungen die defizitäre Außenhandelsbilanz der USA abstützt.

– dass der Wirtschaftsaufstieg 400 Millionen Chinesen aus der Armut geholt hat; der größte und historisch rascheste Beitrag zur Verringerung der Armut in der Welt.

-dass China der größte Energiekonsument geworden ist – und der größte Umweltsünder.

-dass in China jedes Jahr zwei AKW und jede Woche zwei Kohlekraftwerk in Betrieb gehen.

-dass es in China 80.000 Shopping-Malls Center gibt, darunter die größten der Welt – zwanzig Jahre nach dem ersten?.

-dass Shanghai  über das größte U-Bahn-Netz der Welt verfügt, aber erst 1995 die erste Linie eröffnet hatte.

-dass 200 Millionen Wanderarbeiter das neue China mit seinen 160 Millionenstädten –  ( davon 20 Megacities mit je über 10 Mio. Einwohnern )  –  aufbauen?.

– dass weitere 300 Millionen llionen Chinesen – „Industrie-Nomaden“ – ihr Glück in den Städten suchen werden?.

-dass Chongqing im Inneren Chinas der größte städtische Ballungsraum der Welt ist mit 34 Millionen Einwohnern – und funktioniert?.

– dass in der Stadt Datang jährlich 9 Milliarden Paar die Hälfte aller Strümpfe  und Socken der Welt erzeugt wird.

-dass die Zahl der Mobiltelefonbesitzer die Milliardengrenze und der Internetnutzer die 500-Millionen-Grenze überschritten hat.

-dass die Hälfte des riesigen Handelsbilanzdefizits der USA gegenüber China von US-Firmen stammt, die in China produzieren lassen?.

-dass in China 680 Menschen bei Autounfällen sterben – täglich (USA: 115)?

-dass in China mehr Menschen Englisch als Zweitsprache sprechen als in den USA als Muttersprache?.

-dass im Jahre 2007 Chinesisch bald das Englische als vorherrschende Computersprache überrundett.

-dass über eine Million Taiwanesen auf dem Festland leben mit eigener Infrastruktur, deren 40.000 Betriebe direkt oder indirekt 6 Millionenllionen Chinesen Arbeitsplätze schaffen – und damit einen Beitrag zur Stabilität in China leisten.? China ist Taiwans größter Kunde.

-dass China schon der größte IT-Hardware-Exporteur in die USA ist? Davon stammen 60 Prozent aus taiwanesischen Betrieben, die auf dem Festland produzieren.

-dass in Chinas Küstenprovinzen die Löhne  – inflationsbereinigt – in zweistelliger Höhe steigen und ein chinesischer Autokonzern auch deshalb ein Werk in Bulgarien eröffnet hat.

-dass kein Land mehr Studenten ins Ausland schickt – 600.000; in der Regel in die USA, wo Chinesen die größte Zahl an ausländischen Studenten stellen.

-In den USA stellen Chinesen das größte Kontingent an ausländischen Studenten.

-dass in Chinas Wirtschaft heute über 1100 Milliarden Dollar ausländisches Geld steckt; das meiste aus Asien ( von Auslandschinesen ) – ein Zeichen des Vertrauens.

-dass das „kommunistische“ China mit dem größten Börsengang der Geschichte, dem Verkauf von 15 Prozent der Staatsbank ICBC um 22 Milliarden Dollar, auch Privatisierungsweltmeister ist.

-dass das „kommunistische“ China 800.000 Dollar-Millionäre zählt (2002: Null), davon 105 Dollar-Milliardäre im Jahre 2012. Chinas oberste Tausend besitzen ein Vermögen von 600 Milliarden Dollar. Angesichts des Durchschnittsverdienstes eines Arbeiters in Beijing von umgerechnet 500 Euro ist die Kluft zwischen Arm und Reich größer als in den USA.

-dass China im Eiltrempo 2009 Deutschland  als Exportweltmeister und  2010 Japan als die  zweitgrößte Wirtschaftsmacht überholt hat; jeweils weit rascher als die Voraussagen. Für 2030 ist die Überrundung der USA vorausgesagt.

-dass China Autonation Nummer eins ist. VW verkauft in China mehr Autos als in Deutschland.

-dass China der größte Konsument von Gold ist.

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05 12 2019
By: Redaktion 3 0

TKG: Nikolaus! Ja zu einer Kultur des Teilens und Gebens

„Alle Jahre wieder wird leider auf die Austrotürken in Österreich durch gewisse Kreise eine Hexenjagd über die Nikolo-Weihnachtskultur veranstaltet. Wir müssen heuer leider laut, „Nein zu Nikolo-Rassismus und ja zu einer Kultur des Teilens und Gebens“ sagen. Jedes Kind kennt ihn, jedes Kind freut sich auf ihn! Unser Landsmann aus der Türkei „Nikolo“ kommt auch dieses Jahr zu den Wiener Kindern.“ so der TKG Obmann Birol Kilic.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG) stellt klar: Die austrotürkischen Familien in Wien und in ganz Österreich haben mit dem historischen Nikolaus und dem kostümierten „Nikolo“ (mit oder ohne Bart) kein Problem, ganz im Gegenteil, sie sehen dieses Fest als kulturelle Bereicherung und als Zeichen für das barmherzige Teilen und mildtätige Geben. Der  Nikolo der auch der Schutzheilige von Russen, Serben und Griechen  und der Schutzpatron der Seeleute, Fischer, Händler, Apotheker, Schüler, Kinder, Bäcker, Schnapsbrenner, Kerzenzieher, Pfandleiher – und sogar der Diebe usw. ist auch für Muslime genau wie für die Christen ein Vorbild der Nächstenliebe! „Für die Katholiken existiert die mildtätige Bischofsfigur, die am 6. Dezember brave Kinder belohnte, weiter. „In Holland hielten die Reformierten ebenfalls an ihrem Nikolaus fest“, erklärt Becker-Huberti. Als ihre Siedler in Nordamerika Nieuw Amsterdam, das heutige New York, gründeten, feierten diese auch dort ihren „Sinterklaas“. Aus ihm wurde schließlich der volkstümliche Santa Claus – der Weihnachtsmann, der heute in der Adventszeit weltweit anzutreffen ist und der vor allem den Umsatz ankurbeln soll.“

 

Die TKG  findet das gut und bittet, dass der Hl. Nikolaus nicht als Kultureller Rassismus-Keule gegen Muslime  und insbesondere Austrotürken verwendet wird! Stattdessen soll von Politikern, Gemeinden und Pädagogen eine gemeinsame Kultur der Nächstenliebe vermittelt werden.

 

Es schmertz-Nikolaus- Diffamierung! 

 

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich fordert außerdem, diesen alljährlichen „Nikolaus-Diffamierung“ besonders gegenüber den aus der Türkei stammenden Kindern, Kleinkindern und Familien zu unterlassen! Es schmertz…Dazu gehören auch die mittlerweile entlarvten Unwahrheiten, die sich um die Wiener Kindergärten und andere Einrichtungen drehen. In der Vergangenheit haben diese Artikel zu einer Unzahl von Irritationen, Hasspostings und Hetze in den Print- und Internet-Medien geführt.

 

Wer war Nikolaus?

 

Der  Nikolaus, er wirkte Ende des 3. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts, stammt nicht aus New York oder aus Toronto und auch nicht etwa aus Rom, sondern aus der heutigen Türkei, nämlich aus der antiken lykischen Bischofsstadt Myra, dem heutigen Demre, in der Nähe der schönen Küstenstadt Antalya an der Südküste Kleinasiens.  In Demre steht auch heute noch sein (leerer) Sarkophag, die ruinöse, aber im 20. Jahrhundert restaurierte Basilika ist ein wichtiges Pilgerziel, besonders für griechisch-orthodoxe Christen. Die Gebeine kamen 1087 n. Chr. in die süditalienische Stadt Bari (Provinz Apulien) und werden, über die ganze Welt hinausgetragen, als Reliquien verehrt.

 

Wir sind stolz auf Bischof Nikolaus aus der Türkei

 

Wir, die Türkische Kulturgemeinde in Österreich und viele tausende türkische Familien in Österreich, sind sehr stolz auf „ihren“ Bischof Nikolaus, dessen Leben historisch belegt ist und dessen barmherzige Taten über den Erdkreis weitererzählt werden und die Kinderherzen erfreuen.  Wenn solch ein gutherziger Mensch und großes Vorbild aus dem eigenen Land stammt, wäre auch alles andere verwerflich! Im Gegenteil: Nikolaus von Myra ist auch für das Zusammenleben von Moslems und Christen ein perfekter Brückenbauer und ein pädagogisches Vorbild. Jedes kleine Kind, egal welcher Abstammung oder Herkunft, würde sich über die Geschichte vom Hl. Nikolaus freuen.

Während einer Hungersnot soll Nikolaus von Myra in der Türkei seinen darbenden Mitbürgern Getreide verschafft haben, indem er einige Kaufleute, deren Schiffe im Hafen von Myra vor Anker lagen, veranlasste, ihre für den Kaiser in Byzanz bestimmten Schiffsladungen nicht an ihren ursprünglichen Bestimmungsort zu bringen, sondern in die hungernden Städte und Dörfer Kleinasiens zu liefern. Als die Händler mit beklommenen Herzen weitersegelten und sich fürchteten, mit leeren Händen nach Hause zu kommen, waren die Schiffe plötzlich auf wunderbare Weise wieder vollständig beladen. Diese Legende gab den Anlass, dass neben den Kaufleuten auch die Getreidehändler, Müller und Bäcker den heiligen Nikolaus zu ihrem Zunftpatron auserkoren. Die unzähligen Patrozinien christlicher Gotteshäuser, die dem Hl. Nikolaus geweiht sind, geben davon ein beredtes Zeugnis.

Noch viele andere Legenden werden vom Hl. Nikolaus erzählt. Eine bekannte Geschichte ist, dass ein verarmter Mann sich genötigt sah, seine drei Töchter als Prostituierte zu verkaufen, weil er sie mangels Mitgift nicht standesgemäß verheiraten konnte. Nikolaus, damals noch nicht Bischof und selbst ohne entsprechende Mittel, erfuhr von der Notlage und warf in drei aufeinander folgenden Nächten je einen großen Goldklumpen durch das Fenster des Zimmers der drei Jungfrauen. Der Vater hatte nun genug Geld für die Mitgift und war nicht mehr genötigt, seine Töchter zu verkaufen. Aufgrund dieser Legende wird der Heilige oft mit drei goldenen Kugeln oder Äpfeln dargestellt. Diese Geschichte ist auch der Anlass für den Brauch, den Kindern Kleinigkeiten zum Naschen zu schenken. Dieser Brauch des Schenkens verlagerte sich später in reformatorischer Zeit auf das Weihnachtsfest. Der Rest ist bekannt.

 

„Wer Zwietracht sät, wird Hass ernten!“ 

 

Um dieses Kulturgut zu bewahren, erwarten wir von den Verantwortlichen in der Politik, den Gemeinden bei den Medien und von Pädagogen, die alljährlich über das Fest berichten oder es veranstalten, diese Tradition des „Nikolo“ an unsere christlichen und muslimischen Kinder weiterzugeben und nicht Zwietracht zu säen! Wir alle sollten mit diesem Brauchtum verantwortungsvoll umgehen und nicht die türkischen Kinder und Familien diskriminieren, als wären sie gegen den „Nikolo“. Auch die Gemeinde Wien hat nie die Nikolo-Feiern mit einem kostümierten Nikolaus untersagt, wie es in den letzten Jahren falsch in den Medien kolportiert wurde. Man ist lediglich davon abgekommen, professionelle Nikoläuse zu bestellen, da man der Meinung ist, dass dies die den Kindern bekannten Erwachsenen Personen übernehmen sollen.

Der Hl. Nikolaus darf nicht als Rassismus-Werkzeug gegen Muslime missbraucht werden! Wir sind gegen diesen „Neo-Rassismus“, also einen kulturellen Rassismus, der einen Keil zwischen die Nationen und Religionen treiben möchte oder eine Gemeinde deswegen zu Unrecht verleumdet. Wie wir gezeigt haben, eignet sich gerade der Hl. Nikolaus dazu überhaupt nicht. Dennoch versuchen alljährlich verschiedene Gruppen und Parteien, daraus politisches Kleingeld zu schlagen.

Wir wollen verhindern, dass eine Gruppe von Menschen, die eine andere Religion, Konfession oder Nationalität hat, jedes Jahr wieder auf’s Neue pauschal diskriminiert wird. Wir Austro-Türken lieben den humanistischen, christlichen Nikolaus, unseren Landsmann, und wir sind stolz auf ihn! Nein zu Nikolo-Kultureller Rassismus. Ja zu einer Kultur des Teilens und Gebens.

 

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

http://www.n-tv.de/reise/Myra-die-Heimat-des-Nikolaus-article591191.html

Christentum stammt aus der Türkei?

http://www.turkischegemeinde.at/?s=Christentum

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