Monat: Januar 2020

27 01 2020
By: TKG 0

TKG: Mitgefühl und Anteilnahme nach Erdbeben in der Türkei

Tiefstes Beileid und Anteilnahme an die Hinterbliebenen sowie baldige Gesundheit an die Verletzten, wünscht die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) den Opfern des schrecklichen Erdbebens in der Türkei. Mitglieder der TKG werden gesammelte Hilfe an die zuständigen Behörden senden.

WIEN. Ein Erdbeben mit der Stärke 6,8 hat Freitagabend den Osten der Türkei erschüttert. Das Epizentrum lag im Bezirk Sivrice der Provinz Elazig. Nach jüngsten Angaben ist die Zahl der Todesopfer bereits auf 39 gestiegen. Türkischen Medien zufolge werden zwei weitere Menschen unter den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes vermutet. Bisher wurden 45 Opfer lebend geborgen. 1600 Menschen wurden laut Behörden verletzt. Dutzende seien weiter in Behandlung. Fast 4000 RettungshelferInnen sind demnach immer noch bei den Bergungsarbeiten im Einsatz.

Über 70 Gebäude wurden zerstört und viele weitere beschädigt. Viele Überlebende müssen bei Minusgraden in Zelten und Notunterkünften übernachten. Laut Katastrophenschutz gab es mehr als 900 Nachbeben.

Die Türkei wird immer wieder von Erdbeben erschüttert – zuletzt gab es 2010 bei einer Erschütterung in Elazig 51 Tote. Bei einem Beben im Nordwesten des Landes  starben 1999 rund 18.000 Menschen.

Die TKG drückt allen Opfern sowie Hinterbliebenen nochmals herzliches Beileid und baldige Genesung aus.

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22 01 2020
By: TKG 0

TKG: „We remember“

Am 27. Jänner 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Zum Gedenken an die Millionen von Opfern des Holocaust wird seit 2006 weltweit der „International Holocaust Remembrance Day“ begangen.

Dien Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) engagiert sich zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2020 für die Erinnerung an den Mord an sechs Millionen Juden – und für den Kampf gegen alten und neuen Anti-Semitismus. Es sind nicht nur Juden durch das Nazi-Regime ermordet worden, sondern auch anders denkende linke Kommunisten, Sozial Demokraten, christliche Sozial-Demokraten, Homosexuelle, Roma-Sinti, nicht ebenbürtig gesund gesehene Menschen und sogar Menschen aus verschiedenen Nationen die das Nazi-Regime nicht unterstützt sondern kritisiert haben, also Gegner davon waren.

Atatürk: „Friede im Lande und Friede in der Welt“

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) Obmann Birol Kilic dazu: „Wir sind auch gegen das Vergessen! Ein weltweites Zeichen der Erinnerung an sechs Millionen ermordete Juden muss gesetzt werden. Wir müssen uns erinnern, denn auch heute lebt der Antisemitismus, die Propaganda der Holocaust-Leugner weiter. Die Türkei hat sich während dem 2. Weltkrieg durch ehrenvolle Diplomaten, wie den Botschaftern Selahattin Ülkümen, Behic Erken, Necdet Kent und Namik Kemal Yolga, hunderten Juden das Leben gerettet. Auch an diese wird im Yad Vashem in Ewigkeit erinnert. Die Türkei hat auch tausenden Juden im 2. Weltkrieg nicht nur Asyl gewehrt, sie hat auch den Durchzug nach Israel ermöglicht, trotz den vielen fehlgegangenen Ereignissen durch den Druck des damaligen Nazi-Regimes auf die Türkei. Egal wie man zu Israels Regierungspolitik heute steht, man muss hier die Spreu vom Weizen trennen und an diesem ‚Internationalen Holocaust Remembrance Day‘ teilnehmen, damit die eigene Kritik auch wahrgenommen wird. Das ist der höchste schmerzliche Wendepunkt der Welt, nicht nur für Juden, für die gesamte Menschheit. Und kein keinDaran sollte also auch die Türkei Interesse haben, aufgrund der vergangenen Geschichte zwischen den Türken und Juden, welche zum Glück eher positiv ist. Wir haben erfahren nur Albanien ( Land: mehrheitlich muslimischer BürgerInnen)  bei den Feierlichkeiten teilnimmt. Schade dass die Türkei nicht dabei ist. Hoffentlich aber in Zukunft. Egal welche Beziehung man mit  der Israelitischen Regierung hat. Die Völker zwischen der Türkei und Israel sind Freunde und nicht Feinde und wollen eines „Friede im Lande und Friede in der Welt“ wie der Atatürk bereits sagte.  “

In den Beständen der  ORF Mediathek wird eine Vielzahl von historischen Aufnahmen gesichert, die an dieses grausame Kapitel der österreichischen Geschichte erinnern.

Vor allem Oral-History-Interviews mit Überlebenden und Zeitzeug/innen tragen einen wichtigen Teil dazu bei, die Stimmen der Opfer nicht verstummen zu lassen.

Mehrere Sammlungen in der Mediathek widmen sich der Erstellung und Sicherung von akustischen und visuellen Lebenserinnerungen von Verfolgten des NS-Regimes:

https://www.youtube.com/watch?v=Kee7zYXnF8c&feature=emb_rel_err

Sammlung Nationalfonds/Zukunftsfonds – Interviews mit Verfolgten des NS-Regimes

Sammlung „MenschenLeben“

Zeitzeugen-Interviews von Waltraud und Georg Neuhauser – Fluchtspuren. Überlebensgeschichten aus Steyr

Zeitzeugen-Aufnahmen des Vereines „Roma-Service“

Sammlung Lichtblau – Interviews mit Opfern des Nationalsozialismus in Österreich

DIE GESCHICHTE DER TÜRKISCHEN JUDEN
http://www.turkischegemeinde.at/1993/09/die-geschichte-der-tuerkischen-juden/

SELTSAME BEGEGNUNGEN: TÜRKEN IN MAUTHAUSEN
http://www.turkischegemeinde.at/2009/11/seltsame-begegnungen-tuerken-in-mauthausen/

50 JAHRE NACH DEN MASSAKERN VON AUSCHWITZ, TREBLINKA UND DACHAU
http://www.turkischegemeinde.at/1995/09/50-jahre-nach-den-massakern-von-auschwitz-treblinka-und-dachau/

TKG: GEDENKEN AN NOVEMBERPOGROME-„TÜRKISCHER TEMPEL
http://www.turkischegemeinde.at/2016/11/tkg-gedenken-an-novemberpogrome-tuerkischer-tempel/

TKG-AUFKLÄRUNG: „WAS SAGT DER QUR’AN (KORAN) ZUM JUDENTUM?“
http://www.turkischegemeinde.at/2016/10/tkg-aufklaerung-was-sagt-der-quran-koran-zum-judentum/

AUSZEICHNUNG FÜR EHEMALIGEN MAROKKANISCHEN KÖNIG FÜR DEN SCHUTZ SEINER JUDEN IM ZWEITEN WELTKRIEG!
http://www.turkischegemeinde.at/2015/12/auszeichnung-fuer-ehemaligen-marokkanischen-koenig-fuer-den-schutz-seiner-juden-im-zweiten-weltkrieg/

 

TKG-GEDENKTAG: 7. NOVEMBER – „LIGHT OF HOPE“
http://www.turkischegemeinde.at/2019/11/tkg-gedenktag-7-november-light-of-hope/

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20 01 2020
By: TKG 0

TKG: „Ombudsfrau hat leider nicht immer geschlichtet sondern polarisiert und provoziert“

Ein offener Brief an Ex-Ombudsfrau des Bildungsministeriums, Frau Susanne Wiesinger.

Sehr geehrte Frau Wiesinger!

Sie haben sich bei ihrer Präsentation im Februar 2019 als Ombudsfrau beim Bildungsministerium für Wertefragen und Kulturkonflikte selbst als „Rote, sogar eine linke Rote“ vorgestellt. Diese Selbstbezeichnung kam uns damals schon sehr scheinheilig vor.

Leider haben Sie das Vertrauen als Ombudsfrau, als Schlichtungsstelle zwischen MigrantenInnen, zwischen TürkenInnen und überhaupt zwischen MuslimenInnen unsere Meinung nach keinen guten guten Dienst erwiesen.

Pauschalisierend

Unter dem Vorwand „Islamkritik“ jetzt mit der Aussage: „In unseren Klassenzimmern spielt sich tagtäglich eine bildungspolitische Katastrophe ab.“ haben wir von Ihnen hauptsächlich pauschalisierende und satanisierende Schlagzeilen gegenüber MuslimInnen und TürkenInnen gelesen.

Aber die Probleme müssen ohne Hetze, Diffamierung und ohne Satanisierung einer Volksgruppe oder eines Glaubens geschehen und insbesondere auf das Staatsgesetz 283 Verhetzung  aufgepasst werden.

Sie haben bis jetzt in Österreich als Ombudsfrau des Bildungsministeriums mit keinem türkischen Verein in Österreich oder einer türkischen Zeitung, mit der man direkt die Eltern in Österreich erreichen könnte um über die Probleme zu sprechen, Kontakt aufgenommen oder gesucht.

Warum?

Wie kann dann eine Ombudstelle hier schlichten, die nur einseitig und pauschalisierend (homogene Gruppen) die Aufnahmegesellschaft hetzt, polarisiert und das Zusammenleben zerreisend so dermaßen in den Schlagzeilen sucht?

Mehr Hass und Vorurteile als gestern!

Die Probleme die Sie nennen, nennen wir seit 2o Jahren als Türkische Kulturgemeinde in Österreich in aller Öffentlichkeit, aber ohne zu hetzen und zu pauschalisierend.  „Durch dieses Buch und dessen Erscheinungsformen bzw. Propagandatechnik  hasst mann jetzt TürkenInnen und MuslimeInnen  in Österreich mehr als gestern  „ sagen viele. Die Probleme kann man so einseitig nicht lösen.  Das Buch mit seiner Medialen und politischen Erscheinungsart bzw. Propagandatechnik hat bis jetzt außer die Gesellschaft mehr zu spalten wenig genützt.

Die Muslime und beängstigende Dracula oder Hitchcock Musik

Wie kann man mit dem vorhandenen chronischen Vorurteilen  das Unterbewusstsein  negativ gegen Türken und Moslem in Österreich beeinflussen?Wenn im Fernsehen das Buch von Ihnen ( Kulturkampf im Klassenzimmer) präsentiert und über das Thema diskutiert wird, wird als Intro-Fim-Szenen de fakto immer gezeigt, indem Szenen wie z. B aus der Brunnengasse gefilmt werden, in welchen man Damen von hinten filmt, welche Kopftuch tragen und ein billiges Plastiksackerl bei sich haben, wo Szenen in welchen nur noch mit Verlaub  die faulen Kanalratten fehlen.  Das darf nicht mehr sein.

Wiesinger: “Die Mehrheit der muslimischen Kinder spielt stundenlang Playstation” (S. 30, Buch:  „Kulturkampf im Klassenzimmer“)

Es ist leicht Korrelationen zu entdecken. Häufig vermutet man dann eine Kausalität wo keine ist. Eine Korrelation beschreibt jedoch keine Ursache-Wirkung-Beziehung in die eine und/oder andere Richtung, d. h. aus einem starken Zusammenhang folgt nicht, dass es auch eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung gibt. Lehrer an einer NMS in Niederösterreich erhebt Einspruch: „Die meisten Erstsemestrigen haben in einer Statistikvorlesung schon einmal das wohl berühmteste Beispiel für Scheinkorrelationen gehört: In jenen Gegenden, in denen es mehr Störche gibt, gibt es auch mehr Babys. Ist nun bewiesen, dass Störche Babys bringen? Natürlich nicht, denn sobald der Grad der Industrialisierung des Ortes mit eingerechnet wird, gibt es keinen Zusammenhang mehr zwischen der Anzahl an Störchen und der Anzahl an Babys. In industrialisierten Gebieten gibt es einfach weniger Störche und weniger Babys.
Der von Frau Wiesinger angesprochene Zusammenhang zwischen dem Islam und der Playstation ist ein weiteres Beispiel für eine Korrelation ohne Kausalität. Unsere Schüler*innen spielen nicht Playstation, weil sie Muslime sind und es spielen auch nicht nur muslimische Kinder stundenlang Playstation. Muslimisch sein ist nicht der Grund für stundenlanges Playstation spielen. Der erklärende Faktor ist in den meisten Fällen der sozioökonomische Hintergrund der Kinder. Wenn zu wenig Geld für die wöchentliche Reitstunde, den Theaterbesuch oder das Skifahren da ist, bleibt oftmals die Playstation als Alternative. Dieser Satz erzeugt ein gewisses Bild von muslimischen Schüler*innen in der NMS. Er steht stellvertretend für die vielen Passagen des Buches wo der Islam als Sündenbock für Fehlentwicklungen und Probleme herhalten muss, deren Ursachen meist ganz woanders liegen.“ 

 

Mit freundlichen Grüßen,

Türkische Kulturgemeine in Österreich (TKG)

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17 01 2020
By: TKG 0

EIN OFFENER BRIEF AN ALLE REGIERUNGSMITGLIEDER UND AN DIE FRAU BUNDESMINISTERIN FÜR JUSTIZ!

6 Frauenmorde und 6 Mordversuche an Frauen innerhalb von 9 Wochen! Wir appellieren an Ihre Verantwortung!Wie viele Frauen und Mädchen müssen noch sterben und Gewalt erleben?

Wien (OTS) – Der Verein AÖF- Autonome Österreichische Frauenhäuser und die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) appellieren gemeinsam an die Regierung mit folgendem offenen Brief, damit endlich wirksame und effektive Maßnahmen zu Verhinderung von Frauenmorden und Gewalt an Frauen gesetzt werden.

Sehr geehrte Frau Bundesministerin für Justiz, Frau Dr.in Alma Zadic‘, LL.M!

Sehr geehrte Frau Bundesministerin für Frauen, Frau Dr.in  Susanne Raab!

Sehr geehrte Regierungsmitglieder!

Faktisch wöchentlich wird eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner ermordet oder lebensgefährlich verletzt.

Das letzte und jüngste Opfer war ein 16-jähriges Mädchen in Wien, das mit 30 Messerstichen von ihrem Ex-Freund lebensbedrohlich verletzt wurde. Sie erstattete davor bereits wegen Körperverletzung eine Anzeige bei der Polizei. Aber er wurde nicht in U-Haft genommen, sondern nur auf freiem Fuß angezeigt. In Folge hat er seine Ex-Freundin fast ermordet und sie schwebt noch immer in Lebensgefahr.

Das ist kein Einzelfall.

Wir wissen, dass viele Mörder und Gewalttäter bereits polizeibekannt, gefährlich, bedrohlich und auffällig sind, aber viele dieser gefährlichen Täter werden nicht in U-Haft genommen, sondern lediglich auf freiem Fuß angezeigt.

Viele Frauen erstatten Anzeige, aber viele dieser Anzeigen werden eingestellt, da nicht lückenlos ermittelt wird. Außerdem kommt es immer wieder zu Freisprüchen, auch wieder, weil zu wenig ermittelt wird. Nur etwa 10% der Anzeigen bei häuslicher Gewalt werden überhaupt verurteilt.


Wir wissen, dass viele zu Wiederholungstätern werden, bei 92%[1] der polizeilichen Wegweisungen bereits eine Straftat begangen wurde und dass Trennung, Scheidung und Anzeige die gefährlichste Zeit für Frauen ist. [1] siehe Tätigkeitsbericht 2017 der Wiener Interventionsstelle, Seite 3

Für ein Land wie Österreich, das bis vor kurzem noch internationaler Vorreiter beim Gewaltschutz- und Opferschutz war, ist diese Entwicklung eine Schande! Österreich liegt an der traurigen Spitze bei Frauenmorden in ganz Europa.

Diese ermordeten und schwerverletzten Frauen hätten vielleicht gerettet und unterstützt werden können.

Die staatlichen Behörden hätten diese gefährlichen Gewalttäter ernsthaft strafrechtlich verfolgen sollen um die Frauen nicht alleine zu lassen, oder die Frauen besser informiert gewesen wären, wo sie Hilfe bekommen können.

Wir appellieren dringend an Ihre Verantwortung und fordern Sie auf, endlich wirksame und effektive Maßnahmen zu Verhinderung von Frauenmorden und Gewalt an Frauen zu setzen!

  • Wir fordern Sie auf, Frauen endlich ernst zu nehmen, wenn sie Anzeige erstatten.
  • Wir fordern Sie auf, Frauen den bestmöglichen Schutz vor Gewalt zu bieten.
  • Wir fordern Sie auf, gefährliche Täter rasch strafrechtlich zu verfolgen und zur Verantwortung zu ziehen!
  • Wir fordern Sie auf, alles zu tun, um die Anzeigeneinstellung zu reduzieren und lückenlos zu ermitteln!
  • Wir fordern Sie auf, klare Richtlinien und Gefährlichkeitseinschätzungen für U-Haftanträge zu erstellen!
  • Wie fordern Sie auf, verpflichtende Schulungen auch für Jurist*innen, Anwält*innen, Staatsanwält*innen und Richter*innen einzuführen, für mehr Sensibilisierung und für ein besseres Verständnis von Traumatisierung, geschlechtsspezifischer Gewalt an Frauen, Täterstrategien und Manipulation von Gewalttätern!
  • Wir fordern Sie auf, endlich das Budget für den Gewalt- und Opferschutz substanziell zu erhöhen, so wie es im Regierungsprogramm angekündigt wurde!
  • Wir fordern Sie auf, die Frauenhelpline gegen Gewalt 0800/222 555 finanziell und langfristig abzusichern!

Wir wollen endlich Taten sehen! Keine Frau darf im Stich gelassen werden!
Keine Frau darf mehr ermordet werden!

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/oesterreich/2053207-Appell-Anzeigen-von-Frauen-endlich-ernst-nehmen.html

Rückfragen & Kontakt:

Mag.a Maria Rösslhumer,
GF von Verein AÖF- Autonome Österreichische Frauenhäuser, maria.roesslhumer@aoef.at,
Tel.: 0664 793 07 89, www.aoef.at

DI Birol Kilic,
Obmann der Türkische Kulturgemeinde in Österreich,
01/ 513 76 15-0, www.turkischegemeinde.at

 

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07 01 2020
By: TKG 0

TKG wünscht der neuer Bundesregierung viel Erfolg

TKG: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt und die der neuen Türkis-Grünen Bundesregierung“

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)  wünscht Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Werner Kogler sowie allen türkis-grünen Regierungsmitgliedern viel Erfolg.

„So sind wir nicht…“  

Die Republik Österreich erlebte ab 27. Mai 2019 die turbulentesten Zeiten, seit der Gründung der 2. Republik, welche nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland für große Aufmerksamkeit gesorgt hat. Dunkle Schatten wurden über unser Land, durch eine ungeahnte Dimension der Verantwortungslosigkeit, geworfen. Unser Land hat massiv an internationaler Reputation eingebüßt. Die Worte des Bundespräsidenten brachten es zum Ausdruck : „So sind wir nicht…“.

Österreich ist seit dem 27. Mai 2019 mit dem Bekanntwerden des Ibiza Skandals nicht mehr das alte Österreich. Die alten Zeiten sind Vorbei. Hier wurden politische und menschliche Abgründe – über diesen Ibiza-Skandal hinaus – sichtbar, welche die Republik in ihren Grundfesten und das Vertrauen der Bürger massiv erschüttert haben.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt und die der neuen Türkis-Grünen Bundesregierung. Die Würde vieler  Menschen wurde durch Verhetzungen und Diskriminierungen in Österreich verletzt, welche viele in Sorge und Trauer, aber auch Wut versetzt hat.   Rassistische Hetze verbreitete sich in den letzten Jahren immer mehr in sozialen Netzwerken, in Medien durch diverse Publikationen und der Art der Berichterstattung, auf der Straße, am Arbeitsplatz, in der Schule, aber auch bei Ämtern, genährt durch eine Politik des Auseinanderdividierens und der Polarisierung. Verfassungsnorm und Lebenswirklichkeit klaffen auseinander.

„Die Würde des Menschen, ‚der Menschen‘, wird angetastet und angegriffen. In Österreich – ständig, jeden Tag, irgendwo. Das Gift der Hetze verbreitet sich langsam und schleichend. Es wird gekränkt und gepöbelt, und von der Seitenlinie wird darüber ausdrücklich Verständnis zu Protokoll gegeben. Beleidigungen, Verwünschungen, Diskriminierung, Diskreditierung, frei erfundene Lügengeschichten, Hetze, Todesdrohungen, Selbstjustiz, Banalisierung, Relativierung und Leugnung von Geschichte – all die drastische Verrohung von Sprache und Umgang, die immer mehr um sich greift: Ist das das Klima, ist das der Umgang, ist das das Land, das wir in Österreich wollen? Natürlich würde die ganz große Mehrheit im Land sagen: Nein! Erst die Sprache, dann die Tat. Und aus den Echokammern des Netzes brandet Beifall auf. Völkischer Hass nimmt alles ins Visier, was ihm nicht passt. Einzelpersonen, Mitglieder der Zivilgesellschaft, ganze Bevölkerungsgruppen: Geflüchtete, Ausländer, Muslime, Juden, Frauen, Linke, Homosexuelle, Transsexuelle, Umweltaktivisten. Faktisch werden immer weitere Kreise der Bevölkerung stigmatisiert. Ein Anspruch und ein Ideal, geboren aus den Schreckenserfahrungen von Holocaust und Weltkrieg. Aber die Diskrepanz zu unserer Realität ist krass.“ schreibt ein Künstler. Wir stimmen zu.

Wir fordern klare Differenzierungen

Jene Mitbürger, welche die Vorzüge einer offenen Gesellschaft und der Demokratie zu schätzen wissen, muss die Politik auch die Möglichkeit und das Gefühl vermitteln, Willkommen zu sein und mitgestalten zu können. Ebenso braucht es eine Politik der klaren Differenzierung, gegenüber jenen reaktionären Kräften, welche unsere Freiheiten und humanistische Grundhaltung missbrauchen.

Viele Menschen, welche aus der Türkei abstammen (ca. 240.000 -300.000 Mitbürger) und die Mehrheit der Muslime (ca. 700.000), aber ebenso viele andere mit Migrationshintergrund (ca. 1,8 Millionen) erlebten in den letzten Jahren eine deutliche Verschärfung und Polarisierung des gesellschaftlichen Klimas.

Die Republik Österreich braucht keine „Blender“ und „Helden“, sondern anständige und tugendhafte Persönlichkeiten, welche ohne parteipolitische, taktische oder persönliche Präferenzen unserer Republik in Demut dienen und unser schönes Österreich nicht als Selbstbedienungsladen für die Versorgung von Gefolgsleuten, Vertrauten und Apparatschiks ausnutzen. Der Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen hat es richtig auf den Punkt gebracht: „Macht braucht Balance. Macht braucht Kontrolle. Macht ist Mittel und nicht Zweck.“

Gesellschaftlichen Frieden nicht aufs Spiel setzen

Diesen befremdlichen Entwicklungen müssen wir uns gemeinsam entgegenstellen, allen voran die Bundesregierung, der Nationalrat, die Zivilgesellschaft und die Bürger unseres Landes, wenn wir unseren gesellschaftlichen Frieden nicht aufs Spiel setzen möchten. Eines ist glasklar: nur gemeinsam sind wir stark. Wir dürfen uns nicht wegen Herkunft, Abstammung, Ethnie oder Religionsgemeinschaft auseinander dividieren lassen!

Durch die demographischen Veränderungen, bedingt durch die Migration (knappe 1,8 Millionen Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund in Österreich), hat sich auch unsere Gesellschaft verändert. Gerade deshalb brauchen wir eine Politik, welche das Gemeinsame vor das Trennende stellt, ohne alles gleich zu machen. Ein gesellschaftliches Klima, welche nicht die Menschen gegeneinander in Stellung bringt, sondern jedem die Möglichkeit einräumt Verantwortung für Österreich, für seine unmittelbare Lebensumgebung und auch für das Herkunftsland zu übernehmen.

Die TKG wünscht der neuen Bundesregierung Weitsicht und Ausdauer.

Wir werden weiter ein sehr aufmerksamer und kritischer Beobachter sein.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)

 

 

Bild: (c) Twitter Werner Kogler

 

 

 

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05 01 2020
By: TKG 0

TKG verurteilt die rassistischen Äußerungen gegenüber Abgeortneter Alma Zadic

„Eine kriminelle Muslima wird Justizministerin. Da kommt dann bald die Scharia.“

und

„Jetzt bekommen Ausländer Ministerposten – der Untergang.“

Dr. Alma Zadic (c) Wikipedia

Rassistische Taten sind Hassverbrechen.

Rassistische Hetze verbreitet sich immer mehr in den sozialen Medien, auf der Straße bis in die Politik. Mit ihr geht auch ein verächtlich machen des Rechtsstaats und seiner Institutionen einher.

Die Bekämpfung von Rassismus und die Auseinandersetzung mit diskriminierenden Strukturen und Einstellungen ist eine staatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das bedeutet aber beileibe nicht, dass sie einfach ist.

Sie kann für Menschen, die keine eigenen Erfahrungen mit rassistischen Diskriminierungen haben, schmerzhaft an vermeintlichen Selbstverständlichkeiten rühren und Widerstand und Abwehr auslösen. (1)

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt die Diffamierung, Hassverbrechen und Verachtung, welche Frau Dr. Alma Zadic in sozialen Medien, welche infolge eines Beitrags des Tiroler Landesobmanns der FPÖ Markus Abwerzger entgegenschlägt: „Eine kriminelle Muslima wird Justizministerin. Da kommt dann bald die Scharia“ und „Jetzt bekommen Ausländer Ministerposten – der Untergang“.

Der Tiroler Landesparteiobmann der FPÖ sorgte mit diesem Posting dafür, dass ein Rassismus- und Sexismus-Shitstorm losbrach.

Sachliche Kritik sollte immer willkommen sein, aber persönliche Diffamierung mit rassistischen Untertönen ist ein Aspekt, welcher die Radikalsprache emotional bedient, welche die Kränkungs-, und Minderwertigkeitsgefühle der geneigten Hörer, Leser und Wählerschaft anspricht und ihren Anhängern damit indirekt gleichsam eine Lösung für ihr „Leid“ in Aussicht stellt. Die FPÖ tut sich selbst keinen Gefallen, wenn sie die Lösung in der Radikalisierung der Sprache sucht und dies in eine digitale Beleidigungskultur, welche sich an Halbwahrheiten oder Unwahrheiten orientiert, versucht Gehör zu verschaffen.

Nicht die Herkunft steht im Vordergrund, sondern die Haltung und Einstellung. Frau Dr. Alma Zadic hat aufgrund ihrer Leistungen viel für Österreich geleistet und ihre bosnische Herkunft hat sie nie in den Vordergrund gestellt, ebenso ihre Religion. Sie selbst stammt aus einem muslimisch geprägten Land, jedoch spielt die Religion für sie keine Rolle in der Öffentlichkeit. Gerade in einem Land wie Österreich, wo es eine Trennung von Staat und Religion gibt, sollte gerade von einer ehemals staatstragenden Partei, wie es die FPÖ durch ihre Regierungsbeteiligung war, klar sein, dass Religion Privatsache ist. Wäre Frau Dr. Alma Zadic, wie unzulässiger Weise von manchen Teilen der FPÖ behauptet, eine Vertreterin des „politisierten Glaubens“, dann können Sie davon mit 100% Sicherheit ausgehen, dass die TKG diesbezügliche Verstrickungen, Haltungen und Aktivitäten längst thematisiert hätte.

Manche in der FPÖ müssen erkennen, dass Österreich auch die Heimat von Menschen mit anderen Herkünften und Religionszugehörigkeiten geworden ist. Viele dieser Menschen mit Migrationshintergrund haben für Österreich bereits viel geleistet. Wenn manche Teile der FPÖ dem schon keine Wertschätzung oder zumindest Anerkennung entgegenbringen können, dann wären diese Kräfte gut bedient, ihren Mund zu halten, um weiteren Schaden von der FPÖ und der Republik Österreich fernzuhalten.

 

Die TKG ist der Meinung, dass die neue Justizministerin, welche mit Migrationshintergrund aus Bosnien, aufgrund ihrer Herkunft und Religion (Muslima; laut Medien ist Sie ohne Bekenntnis) im 21. Jahrhundert zutiefst unwürdig unter dem Vorwand „Kritik“ laut Strafgesetzbuch § 283 Verhetzung verletzt wurde.

 

  • 283 Strafgesetzbuch (StGB) Verhetzung sagt:
  1. Wer öffentlich auf eine Weise, dass es vielen Menschen zugänglich wird, zu Hass gegen eine Kirche oder Religionsgesellschaft oder eine andere nach den vorhandenen oder fehlenden Kriterien der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion oder Weltanschauung, der Staatsangehörigkeit, der Abstammung oder nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer körperlichen oder geistigen Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung definierte Gruppe von Personen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe ausdrücklich wegen der Zugehörigkeit zu dieser Gruppe auffordert oder zu Gewalt gegen sie aufstachelt.

oder

  1. Wer öffentlich auf eine Weise, dass es vielen Menschen zugänglich wird, in der Absicht, die Menschenwürde anderer zu verletzen, eine der oben bezeichneten Gruppen in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, diese Gruppe in der öffentlichen Meinung verächtlich zu machen oder herabzusetzen ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen zu bestrafen.

 

Wir warnen: Biologischer Rassismus ist neben kulturellem Rassismus die bei weitem intensivste, stärkste und feindseligste Form des Rassismus.

Die alten Zeiten müssen vorbei sein…

Rassistische Taten sind Hassverbrechen.

Sie richten sich gegen Menschen, nur weil diese sind, was sie sind – oder wegen etwas, das die Täter in ihnen sehen. Zugleich sind sie auch ein Angriff auf das soziale Gefüge unserer Gesellschaft als Ganzes und auf die Menschenwürde als Grundlage unseres demokratischen Rechtsstaats. (1)

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

Obmann

DI Birol Kilic

 

 

Quellen:

https://www.jusline.at/gesetz/stgb/paragraf/283

https://kurier.at/politik/inland/fpoe-fordert-nicht-angelobung-von-zadic-als-justizministerin/400718244

https://www.heute.at/s/rassismus-welle-gegen-grune-nach-fpo-posting-43700783

https://www.derstandard.at/story/2000112802978/rassistischer-hass-gegen-gruene-zadic-nach-posting-von-fpoe-politiker

(1)

https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Weitere_Publikationen/Praxis_Staerkung_Strafjustiz.pdf

https://www.facebook.com/fpoefails/

https://twitter.com/fpoefails/status/1211757870708080641/photo/1?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1211757870708080641&ref_url=https%3A%2F%2Fkurier.at%2Fpolitik%2Finland%2Ffpoe-fordert-nicht-angelobung-von-zadic-als-justizministerin%2F400718244

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