Monat: Januar 2020

27 01 2020
By: TKG 0

TKG: #WeRemember. Danke, Frau Bundesministerin

TKG: #WeRemember. Danke, Frau Bundesministerin

„Nie wieder“ heißt auch Menschenrechte zu verteidigen, für Vielfalt einzutreten und Demokratie zu stärken.“

„Am 27. Jänner ist der Internationale Tag des Gedenkens an die Opfer der Holocaust. Es ist auch der 75. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz. Die Geschichte hat gezeigt, dass das große Böse in vielen kleinen Schritten kommt.

Deshalb müssen wir wachsam sein wenn Antisemitismus nicht nur wächst, sondern viel zu oft auch verharmlost wird. „Nie wieder“ heißt auch Menschenrechte zu verteidigen, für Vielfalt einzutreten und Demokratie zu stärken.

Deshalb müssen wir aufstehen, wenn unterschiedliche Gruppen gegeneinander aufgehetzt werden. Die Geschichte darf sich nicht wiederholen und es liegt in unser aller Verantwortung, dass die Erinnerung auch für künftige Generationen wach bleibt. Auf www.erinnern.at gibt es mehr Informationen für all jene, die sich zum Thema Shoah und Antisemitismus informieren möchten #WeRemember       “   ( Quelle: Dr. Alma Zadic, Bundesministerin für Verfassung, Reformen, Deregulierung und Justiz der Republik Österreich)

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27 01 2020
By: TKG 0

TKG: Mitgefühl und Anteilnahme nach Erdbeben in der Türkei

Tiefstes Beileid und Anteilnahme an die Hinterbliebenen sowie baldige Gesundheit an die Verletzten, wünscht die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) den Opfern des schrecklichen Erdbebens in der Türkei. Mitglieder der TKG werden gesammelte Hilfe an die zuständigen Behörden senden.

WIEN. Ein Erdbeben mit der Stärke 6,8 hat Freitagabend den Osten der Türkei erschüttert. Das Epizentrum lag im Bezirk Sivrice der Provinz Elazig. Nach jüngsten Angaben ist die Zahl der Todesopfer bereits auf 39 gestiegen. Türkischen Medien zufolge werden zwei weitere Menschen unter den Trümmern eines eingestürzten Gebäudes vermutet. Bisher wurden 45 Opfer lebend geborgen. 1600 Menschen wurden laut Behörden verletzt. Dutzende seien weiter in Behandlung. Fast 4000 RettungshelferInnen sind demnach immer noch bei den Bergungsarbeiten im Einsatz.

Über 70 Gebäude wurden zerstört und viele weitere beschädigt. Viele Überlebende müssen bei Minusgraden in Zelten und Notunterkünften übernachten. Laut Katastrophenschutz gab es mehr als 900 Nachbeben.

Die Türkei wird immer wieder von Erdbeben erschüttert – zuletzt gab es 2010 bei einer Erschütterung in Elazig 51 Tote. Bei einem Beben im Nordwesten des Landes  starben 1999 rund 18.000 Menschen.

Die TKG drückt allen Opfern sowie Hinterbliebenen nochmals herzliches Beileid und baldige Genesung aus.

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22 01 2020
By: TKG 0

TKG: „We remember“

Am 27. Jänner 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz von der Roten Armee befreit. Zum Gedenken an die Millionen von Opfern des Holocaust wird seit 2006 weltweit der „International Holocaust Remembrance Day“ begangen.

Dien Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) engagiert sich zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2020 für die Erinnerung an den Mord an sechs Millionen Juden – und für den Kampf gegen alten und neuen Anti-Semitismus. Es sind nicht nur Juden durch das Nazi-Regime ermordet worden, sondern auch anders denkende linke Kommunisten, Sozial Demokraten, christliche Sozial-Demokraten, Homosexuelle, Roma-Sinti, nicht ebenbürtig gesund gesehene Menschen und sogar Menschen aus verschiedenen Nationen die das Nazi-Regime nicht unterstützt sondern kritisiert haben, also Gegner davon waren.

Atatürk: „Friede im Lande und Friede in der Welt“

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) Obmann Birol Kilic dazu: „Wir sind auch gegen das Vergessen! Ein weltweites Zeichen der Erinnerung an sechs Millionen ermordete Juden muss gesetzt werden. Wir müssen uns erinnern, denn auch heute lebt der Antisemitismus, die Propaganda der Holocaust-Leugner weiter. Die Türkei hat sich während dem 2. Weltkrieg durch ehrenvolle Diplomaten, wie den Botschaftern Selahattin Ülkümen, Behic Erken, Necdet Kent und Namik Kemal Yolga, hunderten Juden das Leben gerettet. Auch an diese wird im Yad Vashem in Ewigkeit erinnert. Die Türkei hat auch tausenden Juden im 2. Weltkrieg nicht nur Asyl gewehrt, sie hat auch den Durchzug nach Israel ermöglicht, trotz den vielen fehlgegangenen Ereignissen durch den Druck des damaligen Nazi-Regimes auf die Türkei. Egal wie man zu Israels Regierungspolitik heute steht, man muss hier die Spreu vom Weizen trennen und an diesem ‚Internationalen Holocaust Remembrance Day‘ teilnehmen, damit die eigene Kritik auch wahrgenommen wird. Das ist der höchste schmerzliche Wendepunkt der Welt, nicht nur für Juden, für die gesamte Menschheit. Und kein keinDaran sollte also auch die Türkei Interesse haben, aufgrund der vergangenen Geschichte zwischen den Türken und Juden, welche zum Glück eher positiv ist. Wir haben erfahren nur Albanien ( Land: mehrheitlich muslimischer BürgerInnen)  bei den Feierlichkeiten teilnimmt. Schade dass die Türkei nicht dabei ist. Hoffentlich aber in Zukunft. Egal welche Beziehung man mit  der Israelitischen Regierung hat. Die Völker zwischen der Türkei und Israel sind Freunde und nicht Feinde und wollen eines „Friede im Lande und Friede in der Welt“ wie der Atatürk bereits sagte.  “

In den Beständen der  ORF Mediathek wird eine Vielzahl von historischen Aufnahmen gesichert, die an dieses grausame Kapitel der österreichischen Geschichte erinnern.

Vor allem Oral-History-Interviews mit Überlebenden und Zeitzeug/innen tragen einen wichtigen Teil dazu bei, die Stimmen der Opfer nicht verstummen zu lassen.

Mehrere Sammlungen in der Mediathek widmen sich der Erstellung und Sicherung von akustischen und visuellen Lebenserinnerungen von Verfolgten des NS-Regimes:

https://www.youtube.com/watch?v=Kee7zYXnF8c&feature=emb_rel_err

Sammlung Nationalfonds/Zukunftsfonds – Interviews mit Verfolgten des NS-Regimes

Sammlung „MenschenLeben“

Zeitzeugen-Interviews von Waltraud und Georg Neuhauser – Fluchtspuren. Überlebensgeschichten aus Steyr

Zeitzeugen-Aufnahmen des Vereines „Roma-Service“

Sammlung Lichtblau – Interviews mit Opfern des Nationalsozialismus in Österreich

DIE GESCHICHTE DER TÜRKISCHEN JUDEN
http://www.turkischegemeinde.at/1993/09/die-geschichte-der-tuerkischen-juden/

SELTSAME BEGEGNUNGEN: TÜRKEN IN MAUTHAUSEN
http://www.turkischegemeinde.at/2009/11/seltsame-begegnungen-tuerken-in-mauthausen/

50 JAHRE NACH DEN MASSAKERN VON AUSCHWITZ, TREBLINKA UND DACHAU
http://www.turkischegemeinde.at/1995/09/50-jahre-nach-den-massakern-von-auschwitz-treblinka-und-dachau/

TKG: GEDENKEN AN NOVEMBERPOGROME-„TÜRKISCHER TEMPEL
http://www.turkischegemeinde.at/2016/11/tkg-gedenken-an-novemberpogrome-tuerkischer-tempel/

TKG-AUFKLÄRUNG: „WAS SAGT DER QUR’AN (KORAN) ZUM JUDENTUM?“
http://www.turkischegemeinde.at/2016/10/tkg-aufklaerung-was-sagt-der-quran-koran-zum-judentum/

AUSZEICHNUNG FÜR EHEMALIGEN MAROKKANISCHEN KÖNIG FÜR DEN SCHUTZ SEINER JUDEN IM ZWEITEN WELTKRIEG!
http://www.turkischegemeinde.at/2015/12/auszeichnung-fuer-ehemaligen-marokkanischen-koenig-fuer-den-schutz-seiner-juden-im-zweiten-weltkrieg/

 

TKG-GEDENKTAG: 7. NOVEMBER – „LIGHT OF HOPE“
http://www.turkischegemeinde.at/2019/11/tkg-gedenktag-7-november-light-of-hope/

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20 01 2020
By: TKG 0

TKG: „Ombudsfrau hat nicht geschlichtet sondern polarisiert und provoziert“

Ein offener Brief an Ex-Ombudsfrau des Bildungsministeriums, Frau Susanne Wiesinger.

Sehr geehrte Frau Wiesinger!

Sie haben sich bei ihrer Präsentation im Februar 2019 als Ombudsfrau beim Bildungsministerium für Wertefragen und Kulturkonflikte selbst als „Rote, sogar eine linke Rote“ vorgestellt. Diese Selbstbezeichnung kam uns damals schon sehr scheinheilig vor.

Leider haben Sie das Vertrauen als Ombudsfrau, als Schlichtungsstelle zwischen MigrantenInnen, zwischen TürkenInnen und überhaupt zwischen MuslimenInnen keinen Dienst erwiesen.

Unter dem Vorwand „Islamkritik“ jetzt mit der Aussage: „In unseren Klassenzimmern spielt sich tagtäglich eine bildungspolitische Katastrophe ab.“ haben wir von Ihnen hauptsächlich pauschalisierende und satanisierende Schlagzeilen gegenüber MuslimInnen und TürkenInnen gelesen.

Sie haben bis jetzt in Österreich als Ombudsfrau des Bildungsministeriums mit keinem türkischen Verein in Österreich oder einer türkischen Zeitung, mit der man direkt die Eltern in Österreich erreichen könnte um über die Probleme zu sprechen, Kontakt aufgenommen oder gesucht.

Warum?

Wie kann dann eine Ombudstelle hier schlichten, die nur einseitig die Aufnahmegesellschaft hetzt, polarisiert und das Zusammenleben so dermaßen in den Schlagzeilen sucht?

Die Probleme die Sie nennen, nennen wir seit 2o Jahren als Türkische Kulturgemeinde in Österreich in aller Öffentlichkeit, aber ohne zu Hetzen.

Liebe Frau Wiesinger! Mit polarisierenden und journalistisch domptierten Sätzen gegen Türken und Muslime, sind die Probleme in den Schulen von Österreich nicht gelöst.

Sie sind nicht die Dompteurin der MuslimInnen.

Wir erheben hier Einspruch.

Sie sind für uns keine Vertrauensperson.

Wir wollen auch nicht, das unsere Kinder von Ihnen betreut werden.

Weil wir Ihnen als Lehrerin nicht mehr vertrauen, geschweige denn als Ombudsfrau.

Wiesinger: “Die Mehrheit der muslimischen Kinder spielt stundenlang Playstation” (S. 30)

Lehrer an einer NMS in Niederösterreich erhebt Einspruch: „Die meisten Erstsemestrigen haben in einer Statistikvorlesung schon einmal das wohl berühmteste Beispiel für Scheinkorrelationen gehört: In jenen Gegenden, in denen es mehr Störche gibt, gibt es auch mehr Babys. Ist nun bewiesen, dass Störche Babys bringen? Natürlich nicht, denn sobald der Grad der Industrialisierung des Ortes mit eingerechnet wird, gibt es keinen Zusammenhang mehr zwischen der Anzahl an Störchen und der Anzahl an Babys. In industrialisierten Gebieten gibt es einfach weniger Störche und weniger Babys.
Der von Frau Wiesinger angesprochene Zusammenhang zwischen dem Islam und der Playstation ist ein weiteres Beispiel für eine Korrelation ohne Kausalität. Unsere Schüler*innen spielen nicht Playstation, weil sie Muslime sind und es spielen auch nicht nur muslimische Kinder stundenlang Playstation. Muslimisch sein ist nicht der Grund für stundenlanges Playstation spielen. Der erklärende Faktor ist in den meisten Fällen der sozioökonomische Hintergrund der Kinder. Wenn zu wenig Geld für die wöchentliche Reitstunde, den Theaterbesuch oder das Skifahren da ist, bleibt oftmals die Playstation als Alternative. Dieser Satz erzeugt ein gewisses Bild von muslimischen Schüler*innen in der NMS. Er steht stellvertretend für die vielen Passagen des Buches wo der Islam als Sündenbock für Fehlentwicklungen und Probleme herhalten muss, deren Ursachen meist ganz woanders liegen.“ 

Ja es gibt gesellschaftliche Probleme.

Aber die Probleme müssen ohne Hetze, Diffamierung und ohne Satanisierung einer Volksgruppe oder eines Glaubens geschehen und insbesondere auf das Staatsgesetz 283 Verhetzung  aufgepasst werden, bevor die Menschen wegen Verhetzung auf die Strasse gehen um demokratisch zu protestieren.

Mit freundlichen Grüßen,

Türkische Kulturgemeine in Österreich (TKG)

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200120_OTS0152/tkg-frau-wiesinger-hat-als-ombudsfrau-nicht-geschlichtet-sondern-polarisiert-und-provoziert

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17 01 2020
By: TKG 0

TKG: „Einspruch, Frau Integrationsministerin“

Der Kulturkampfbegriff des „christlich-jüdischen Erbes bzw. Tradition“ des Abendlandes ist nüchtern betrachtet und wissenschaftlich untersucht eine Farce.  Mit Verlaub: „Die Juden werden missbraucht, um die Muslime pauschal als unverträglich zu kennzeichnen. Die christlich-jüdische Geschichte besteht vor allem aus der Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Juden und in der Verketzerung des Talmud.Die Politik drückt die alte, früher stigmatisierte Minderheit der Juden an die Brust, um die neue Minderheit, die Muslime, zu stigmatisieren.“  

Eine Analyse der Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

Wien (TKG) – Die ÖVP-Ministerin Susanne Raab kontert in der Diskussion über das Kopftuchverbot für Lehrerinnen mit der Grünen Justizministerien Alma Zadic und dem FPÖ Chef Norbert Hofer in der Tageszeitung ­Österreich folgendes, das wir als TKG nicht unkommentiert lassen möchten: „Das Kreuz im Klassenzimmer und im öffentlichen Raum ist nicht nur als religiöses Symbol zu sehen, sondern auch als klares Zeichen für unser christlich-jüdisches Erbe. Es bringt eine historisch gewachsene Tradition zum Ausdruck, die auch das Wertefundament im heutigen Österreich und Europa entscheidend prägt, und steht deshalb nicht zur Diskussion.“

 

Welche christlich-jüdisches Erbe bringt eine historisch gewachsene Tradition zum Ausdruck?

In aller Freundschaft und mit allem gebührenden Respekt empfehlen wir den Kampfbegriff „Christlich-jüdischen Erbe bzw. Tradition“ insbesondere wenn es um muslimische Themen bz. Islam geht,  nicht zu verwenden.

Welche „christlich-jüdischen Erbe bzw. Tradition“ : “ Die Tiermetapher „Judensau“ bezeichnet ein im Hochmittelalter entstandenes häufiges Bildmotiv der antijudaistischen christlichen Kunst. Es sollte Juden verhöhnen, ausgrenzen und demütigen, da das Schwein im Judentum als unrein (hebr. tame) gilt und einem religiösen Nahrungstabu unterliegt. Spottbilder mit dem Judensaumotiv sind seit dem frühen 13. Jahrhundert belegt und auf Steinreliefs und Skulpturen an etwa 30 Kirchen und anderen Gebäuden vor allem in Deutschland bis heute zu sehen.Die mittelalterliche „Judensau“, ein Schmaeh- u. Spottbild auf die Juden, an der Stadtkirche St. Marien in der Lutherstadt Wittenberg. Dass die Sandsteinplastik antisemitisch ist, daran besteht kein Zweifel. Denn in diesem Geiste wurde sie um das Jahr 1300 von unbekannter Hand geschaffen. Die Skulptur zeigt eine Sau, an deren Zitzen sich Menschen laben, die Juden darstellen sollen. Ein Rabbiner blickt dem Tier unter den Schwanz und in den After. Im Mittelalter waren solche Darstellungen weit verbreitet. Sie sollten unter anderem Juden abschrecken, sich in der jeweiligen Stadt niederzulassen. Bis heute finden sich ähnliche antijüdische Spottplastiken aus jener Zeit an und in mehreren Dutzend Kirchen in Deutschland, darunter dem Erfurter, dem Kölner und dem Regensburger Dom.“(IV)

Die Gründe sind sehr einfach: 

1- Die römisch-katholische Kirche verwendet den Kulturkampfbegriff „christlich-jüdischen Erbe bzw. Tradition“ fast nicht, aber der niederländischer Rassist Geert Wilders(II) und seine Freunde, auch in Österreich, je nach Bedarf (politische Angebot-Nachfrage), gerne.

2- Der Journalist und Publizist Heribert Prantl äußert sich in dem Artikel „Missbrauch der Juden durch die Politik“ in der Süddeutschen Zeitung wie folgt: „Bei dem Begriff christlich-jüdischer Tradition handelt es sich um eine gewaltige Heuchelei. Die Politik drückt die alte, früher stigmatisierte Minderheit der Juden an die Brust, um die neue Minderheit, die Muslime, zu stigmatisieren. Die Juden werden missbraucht, um die Muslime pauschal als unverträglich zu kennzeichnen. Die christlich-jüdische Geschichte besteht vor allem aus der Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Juden und in der Verketzerung des Talmud. Und wo es gemeinsame Wurzeln gab, hat die Mehrheitsgesellschaft sie ausgerissen. Wenn Juden anerkannt wurden, dann nach ihrem Übertritt zum Christentum.“

Zentralrats der Juden: “ Die Juden erlebten alles schmerzvoll“ 

3- Auf der Website des Zentralrats der Juden in Deutschland ist folgendes zu Lesen (I): „Historisch gesehen wurde die deutsche Identität nicht nur von der deutschen Sprache und Kultur, sondern auch von der christlichen Religion geprägt. Wer außerhalb dieser Parameter stand, wurde als fremd empfunden, und kaum eine andere Bevölkerungsgruppe erlebte das schmerzvoller als Juden, deren Präsenz auf deutschem Boden seit der Zeitenwende datiert. Das tragische Ende der jüdischen Bestrebungen um Aufnahme ins deutsche Volk ist bekannt. Die Juden sehen Deutschlands kulturelle Wurzeln keineswegs im Judentum. Ihnen sind vielmehr die Verbrechen Deutschlands an den Juden präsent.“

4- Die jüdische Philosophin Almut Shulamit Bruckstein Coruh kann wie viele andere Juden eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland nicht nachvollziehen. Hierzu meint sie: „Nein, es gab keine jüdisch-christliche Tradition, sie ist eine Erfindung der europäischen Moderne und ein Lieblingskind der traumatisierten Deutschen und Österreich.

5-  Hans Rauscher ist ein österreichischer Journalist und Buchautor, der Kolumnen für der Standard  schreibt am 15. Mai 2019  folgendes: “ Das Kreuz als gemeinsames christlich-jüdisches Erbe? Die beiden Religionen haben schon einiges miteinander zu tun, aber die Evangelien sind da ziemlich eindeutig, falls es Frau Edtstadler entfallen sein sollte: Jesus wird vom römischen Statthalter auf Betreiben einer jüdischen Menge zum Kreuzestod verurteilt, und das war dann fast die nächsten 2000 Jahre ein Hauptmotiv für den christlichen Antisemitismus. Aber das Kreuz als jüdisches Symbol – das ist einfach schimmerlos. Oder ein peinlicher Vereinnahmungsversuch, der – wie auf Twitter bereits von jüdischen Autoren gemutmaßt wird – erst so richtig läuft, seit es gegen die Muslime geht.“ (V)

Pauschale Kriminalisierungen und Demütigungen 

Als verfassungspatriotische und wehrhafte Think Tank Organisation fordert die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) seit ca. 20 Jahren, dass der Staat, in einem immer pluralistischer gewordenen Österreich, Religionsblind sein sollte. Ab sofort sollten, insbesondere die MitarbeiterInnen in öffentlichen staatlichen Stellen, diese Distanz streng halten und die Integrationsstellen sollten nicht mit dem Vorwand von mit Steuergeldern finanzierte bedenkliche Studien eine Minderheit pauschal kriminalisieren bzw. demütigen.   Es gibt Probleme. Man muss hier die Spreu vom Weizen trennen. Man trennt die Spreu vom Weizen vorsätzlich und organisiert seit Jahren nicht. Damit hat man eine gesamte Religion satanisiert, und die vorhandenen Vorurteile mit angeblichen Islamexperten und nach Freunderlwirtschaft (politische Aufträge) riechenden Studien betonisiert. „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ ( Albert Einstein). Die Menschen egal welche Abstammung sie in Österreich sind kein Schaf  möchten auch nicht so behandelt werden. „Man darf nicht alles über einen Kamm scheren“ sagt man. Was bedeutet das Sprichwort ? Vergessen wir nicht: Die Grundwerte der Europäischen Union sind in Art. 2 des Vertrages über die Europäische Union  verankert. Sie sind: Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Minderheitenrechte.

Wir warnen: Die Politik der methodischen und institutionellen Geringschätzung schadet der Republik Österreich. 

Beispiel: Wie das Magazin Profil im Jahre 2014 berichtete ( auch  Kosmo), wurden schwere Vorwürfe gegen den ehemaligen Geschäftsführer des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) der im Jahre 2002 aktiv geworden ist wie folgt erhoben: „Der ehemaliger Geschäftsführer des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) soll einen Verein gegründet haben, der für eine einzige Studie 300.000 Euro kassierte und danach wieder verschwand. Für die sogenannte Moslem-Studie über den Integrationsstand muslimischer Zuwanderer hatte der Verein Kompetenzzentrum Integration und Sicherheit 300.000 Euro vom Innenministerium kassiert. Laut Recherchen des Profil handelte es sich dabei auch um die einzige Aktivität des Vereins, der inzwischen wieder verschwunden ist. Die Grüne Abgeordnete Alev Korun nach und machte bei ihren Recherchen erstaunliche Entdeckungen, die einen Mann ins Zentrum rücken, der sich damals eher im Hintergrund hielt:  Ex-Chef des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF). In dieser an das Innenministerium angedockten Organisation fließen die nationalen und europäischen Fördermittel für Integration zusammen. Darüber hinaus sammelt sich hier laut eigenem Bekunden jede Menge einschlägiger Expertise. Es wäre nahe liegend gewesen, den ÖIF oder die ihm übergeordnete Sektion im eigenen Haus mit der Arbeit zu betreuen. Doch das Innenministerium wählte einen Umweg: Rund 300.000 Euro gingen an einen Verein namens „Kompetenzzentrum Integration und Sicherheit“, dessen einzige nachvollziehbare Aktivität die Abwicklung besagter Studie war. Dem Verein, der inzwischen wieder verschwunden ist und im Internet wenig Spuren hinterlassen hat, stand just  Chef des ÖIF vor.“( VI)

Kein einziger moslemischer Verein bzw. türkischer Verein hat hier Einspruch erhoben. Und die Demütigungen wurden immer professioneller und schlimmer. Wir warnen: Die Politik der methodischen und institutionellen Geringschätzung schadet der Republik Österreich. Im Jahre 2020 spüren wir überall seine Wirkungen, besonders aus der Türkei stammende Menschen bzw. alle MoslemInnen in Österreich (Bürokratie und auf der Straße). Hier wurde aus der türkische Politik in den letzten Jahren in Österreich auch Benzin auf das Feuer geschüttet, was wir als TKG auch immer kritisiert haben und deswegen auch bedroht wurden. (VII) Für viele Muslime und insbesondere Menschen aus der Türkei, ist diese demütigende Atmosphäre und Diskrimierungen schwer zu ertragen die Unsehbare  Probleme verursachen wird. Viele Menschen leiden darunter. Wir müssen das offen und aus unseren eigenen Erfahrungen und Studien zum Ausdruck bringen. Wir können hier hunderte Beispiele( Interview)  geben.

Größte Gefahr: Der politisierte Glaube 

Wir haben Probleme in Österreich. Aber die Probleme kann man  mit dieser Denkweise nicht lösen. Die TKG sieht den politisierten Glauben, egal welcher Religion, als eine der größten Gefahren für die pluralistische und demokratische Grundordnung und für das Zusammenleben der Menschen, nicht nur in Österreich, sondern in der Welt. Dafür müssen wir gemeinsam für unsere mit sehr vielen Schmerzen gewonnene demokratische Werte in Österreich einstehen, ohne die staatlichen Stellen und Staatsgewalt zu missbrauchen die wir aus der dritten Welt und korrupten diktatorischen Staaten kennen. Ohne Zweifel. Gegen Demokratie und Verfassungsfeindliche Organisationen, egal aus welcher Richtung muss man ohne Scheinheiligkeit und Freunderlwirtschaft vorgehen.

Der politisierte Glaube, egal welcher Religion, ist eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung und ist für die TKG in Österreich, wie die Proponenten unseres Vereins seit 30 Jahren warnen, verfassungsfeindlich. Für die autochonen und die zugewanderten Migrantinnen die Ihren Lebensmittelpunkt in Österreich sehen, sollte die säkulare Verfassung der Republik Österreich das wichtigste und verbindlichste „heilige Buch“ sein, bei dem wir geprüft, gecheckt und gerüttelt werden. Wenn es nötig ist müssen wir als wehrhafte Demokraten dafür auch kämpfen. Deswegen fordern wir von allen Parteien gegen den politisierten Glauben und ihre Proponenten, die in Österreich unter dem Vorwand Religionsfreiheit den guten Willen und die Unwissenheit von Politikern, Journalisten und der Bevölkerung missbrauchen, einen offenen und demokratischen Widerstand. Hier muss man die Spreu vom Weizen trennen. Sie sehen sich als Opfer und mischen in den demokratischen Diskussionen als Brandlöscher mit, obwohl sie fleischgewordene Brandstifter sind.

Nicht vermischen

Das bedeutet den Glauben Islam nicht vorsätzlich mit dem politisierten Islam zu vermischen. Weil diese Vermischung die Vertreter des reaktionären, fundamentalistischen und politisierten Glaubens stärkt.

Wir bitten hier die Spreu vom Weizen zu trennen und sich von Pauschalisierungen gegenüber
MuslimInnen zu distanzieren. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich kennt das Problem und möchte das Problem überparteilich und ohne Freunderlwirtschaft im Interesse der freiheitlich demokratischen Grundordnung und für die Stärkung der säkularen Verfassung der Republik Österreich und seiner BürgerInnen gelöst sehen

Fazit: Die Feuer (pol. Glaube)kann man nicht mit dem Feuer (pol. Glaube und  ihrer Anhänger in Österreich)  so in der Art löschen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

Obmann
DI Birol Kilic

BILD: Foto: Armin Muratovic Fotografie / BMEIA

 

Andere Informationen, Quellen und Aufklärungen:

(I) https://www.oe24.at/oesterreich/politik/daniel/OeVP-Minister-Raab-Fassmann-Kreuz-im-Klassenzimmer-bleibt/413419261

(II) http://www.turkischegemeinde.at/2017/08/immer-wieder-kulturkampfbegriffjuedisch-christliche-erbe/

(IV) https://www.evangelisch.de/inhalte/155743/02-04-2019/verhandlung-zu-wittenberger-judensau-beginnt
https://de.wikipedia.org/wiki/Judensau

(V)  https://www.derstandard.at/story/2000103194425/evangelium-nach-karoline

(VI) https://www.profil.at/oesterreich/integrationsfonds-aufregung-verein-ex-chef-janda-376276http://archiv.kosmo.at/news/Vorwuerfe-gegen-Ex-Chfe-des-Integrationsfonds

(VII) https://kurier.at/chronik/oesterreich/pro-erdogan-demos-haben-uns-geschadet/18.969.289

BESA: EIN EHRENKODEX – DIE RETTUNG VON JUDEN DURCH MUSLIMISCHE ALBANER ZUR ZEIT DES HOLOCAUST

http://www.turkischegemeinde.at/2019/04/besa-ein-ehrenkodex-die-rettung-von-juden-durch-muslimische-albaner-zur-zeit-des-holocaust/

DIE GESCHICHTE DER TÜRKISCHEN JUDEN
http://www.turkischegemeinde.at/1993/09/die-geschichte-der-tuerkischen-juden/

SELTSAME BEGEGNUNGEN: TÜRKEN IN MAUTHAUSEN
http://www.turkischegemeinde.at/2009/11/seltsame-begegnungen-tuerken-in-mauthausen/

50 JAHRE NACH DEN MASSAKERN VON AUSCHWITZ, TREBLINKA UND DACHAU
http://www.turkischegemeinde.at/1995/09/50-jahre-nach-den-massakern-von-auschwitz-treblinka-und-dachau/

TKG: GEDENKEN AN NOVEMBERPOGROME-„TÜRKISCHER TEMPEL
http://www.turkischegemeinde.at/2016/11/tkg-gedenken-an-novemberpogrome-tuerkischer-tempel/

TKG-AUFKLÄRUNG: „WAS SAGT DER QUR’AN (KORAN) ZUM JUDENTUM?“
http://www.turkischegemeinde.at/2016/10/tkg-aufklaerung-was-sagt-der-quran-koran-zum-judentum/

AUSZEICHNUNG FÜR EHEMALIGEN MAROKKANISCHEN KÖNIG FÜR DEN SCHUTZ SEINER JUDEN IM ZWEITEN WELTKRIEG!
http://www.turkischegemeinde.at/2015/12/auszeichnung-fuer-ehemaligen-marokkanischen-koenig-fuer-den-schutz-seiner-juden-im-zweiten-weltkrieg/

MUZICANT: „GESTERN JUDEN – HEUTE MUSLIME“-DER STANDARD(21.10.2005)
http://www.turkischegemeinde.at/2005/10/muzicant-gestern-juden-heute-muslime-der-standard21-10-2005/

TKG-GEDENKTAG: 7. NOVEMBER – „LIGHT OF HOPE“
http://www.turkischegemeinde.at/2019/11/tkg-gedenktag-7-november-light-of-hope/

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07 01 2020
By: TKG 0

TKG wünscht der neuer Bundesregierung viel Erfolg

TKG: „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt und die der neuen Türkis-Grünen Bundesregierung“

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)  wünscht Bundeskanzler Sebastian Kurz und Vizekanzler Werner Kogler sowie allen türkis-grünen Regierungsmitgliedern viel Erfolg.

„So sind wir nicht…“  

Die Republik Österreich erlebte ab 27. Mai 2019 die turbulentesten Zeiten, seit der Gründung der 2. Republik, welche nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland für große Aufmerksamkeit gesorgt hat. Dunkle Schatten wurden über unser Land, durch eine ungeahnte Dimension der Verantwortungslosigkeit, geworfen. Unser Land hat massiv an internationaler Reputation eingebüßt. Die Worte des Bundespräsidenten brachten es zum Ausdruck : „So sind wir nicht…“.

Österreich ist seit dem 27. Mai 2019 mit dem Bekanntwerden des Ibiza Skandals nicht mehr das alte Österreich. Die alten Zeiten sind Vorbei. Hier wurden politische und menschliche Abgründe – über diesen Ibiza-Skandal hinaus – sichtbar, welche die Republik in ihren Grundfesten und das Vertrauen der Bürger massiv erschüttert haben.

Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt und die der neuen Türkis-Grünen Bundesregierung. Die Würde vieler  Menschen wurde durch Verhetzungen und Diskriminierungen in Österreich verletzt, welche viele in Sorge und Trauer, aber auch Wut versetzt hat.   Rassistische Hetze verbreitete sich in den letzten Jahren immer mehr in sozialen Netzwerken, in Medien durch diverse Publikationen und der Art der Berichterstattung, auf der Straße, am Arbeitsplatz, in der Schule, aber auch bei Ämtern, genährt durch eine Politik des Auseinanderdividierens und der Polarisierung. Verfassungsnorm und Lebenswirklichkeit klaffen auseinander.

„Die Würde des Menschen, ‚der Menschen‘, wird angetastet und angegriffen. In Österreich – ständig, jeden Tag, irgendwo. Das Gift der Hetze verbreitet sich langsam und schleichend. Es wird gekränkt und gepöbelt, und von der Seitenlinie wird darüber ausdrücklich Verständnis zu Protokoll gegeben. Beleidigungen, Verwünschungen, Diskriminierung, Diskreditierung, frei erfundene Lügengeschichten, Hetze, Todesdrohungen, Selbstjustiz, Banalisierung, Relativierung und Leugnung von Geschichte – all die drastische Verrohung von Sprache und Umgang, die immer mehr um sich greift: Ist das das Klima, ist das der Umgang, ist das das Land, das wir in Österreich wollen? Natürlich würde die ganz große Mehrheit im Land sagen: Nein! Erst die Sprache, dann die Tat. Und aus den Echokammern des Netzes brandet Beifall auf. Völkischer Hass nimmt alles ins Visier, was ihm nicht passt. Einzelpersonen, Mitglieder der Zivilgesellschaft, ganze Bevölkerungsgruppen: Geflüchtete, Ausländer, Muslime, Juden, Frauen, Linke, Homosexuelle, Transsexuelle, Umweltaktivisten. Faktisch werden immer weitere Kreise der Bevölkerung stigmatisiert. Ein Anspruch und ein Ideal, geboren aus den Schreckenserfahrungen von Holocaust und Weltkrieg. Aber die Diskrepanz zu unserer Realität ist krass.“ schreibt ein Künstler. Wir stimmen zu.

Wir fordern klare Differenzierungen

Jene Mitbürger, welche die Vorzüge einer offenen Gesellschaft und der Demokratie zu schätzen wissen, muss die Politik auch die Möglichkeit und das Gefühl vermitteln, Willkommen zu sein und mitgestalten zu können. Ebenso braucht es eine Politik der klaren Differenzierung, gegenüber jenen reaktionären Kräften, welche unsere Freiheiten und humanistische Grundhaltung missbrauchen.

Viele Menschen, welche aus der Türkei abstammen (ca. 240.000 -300.000 Mitbürger) und die Mehrheit der Muslime (ca. 700.000), aber ebenso viele andere mit Migrationshintergrund (ca. 1,8 Millionen) erlebten in den letzten Jahren eine deutliche Verschärfung und Polarisierung des gesellschaftlichen Klimas.

Die Republik Österreich braucht keine „Blender“ und „Helden“, sondern anständige und tugendhafte Persönlichkeiten, welche ohne parteipolitische, taktische oder persönliche Präferenzen unserer Republik in Demut dienen und unser schönes Österreich nicht als Selbstbedienungsladen für die Versorgung von Gefolgsleuten, Vertrauten und Apparatschiks ausnutzen. Der Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen hat es richtig auf den Punkt gebracht: „Macht braucht Balance. Macht braucht Kontrolle. Macht ist Mittel und nicht Zweck.“

Gesellschaftlichen Frieden nicht aufs Spiel setzen

Diesen befremdlichen Entwicklungen müssen wir uns gemeinsam entgegenstellen, allen voran die Bundesregierung, der Nationalrat, die Zivilgesellschaft und die Bürger unseres Landes, wenn wir unseren gesellschaftlichen Frieden nicht aufs Spiel setzen möchten. Eines ist glasklar: nur gemeinsam sind wir stark. Wir dürfen uns nicht wegen Herkunft, Abstammung, Ethnie oder Religionsgemeinschaft auseinander dividieren lassen!

Durch die demographischen Veränderungen, bedingt durch die Migration (knappe 1,8 Millionen Mitbürgerinnen und Mitbürger mit Migrationshintergrund in Österreich), hat sich auch unsere Gesellschaft verändert. Gerade deshalb brauchen wir eine Politik, welche das Gemeinsame vor das Trennende stellt, ohne alles gleich zu machen. Ein gesellschaftliches Klima, welche nicht die Menschen gegeneinander in Stellung bringt, sondern jedem die Möglichkeit einräumt Verantwortung für Österreich, für seine unmittelbare Lebensumgebung und auch für das Herkunftsland zu übernehmen.

Die TKG wünscht der neuen Bundesregierung Weitsicht und Ausdauer.

Wir werden weiter ein sehr aufmerksamer und kritischer Beobachter sein.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)

 

 

Bild: (c) Twitter Werner Kogler

 

 

 

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05 01 2020
By: TKG 0

TKG verurteilt die rassistischen Äußerungen gegenüber Abgeortneter Alma Zadic

„Eine kriminelle Muslima wird Justizministerin. Da kommt dann bald die Scharia.“

und

„Jetzt bekommen Ausländer Ministerposten – der Untergang.“

Dr. Alma Zadic (c) Wikipedia

Rassistische Taten sind Hassverbrechen.

Rassistische Hetze verbreitet sich immer mehr in den sozialen Medien, auf der Straße bis in die Politik. Mit ihr geht auch ein verächtlich machen des Rechtsstaats und seiner Institutionen einher.

Die Bekämpfung von Rassismus und die Auseinandersetzung mit diskriminierenden Strukturen und Einstellungen ist eine staatliche und gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das bedeutet aber beileibe nicht, dass sie einfach ist.

Sie kann für Menschen, die keine eigenen Erfahrungen mit rassistischen Diskriminierungen haben, schmerzhaft an vermeintlichen Selbstverständlichkeiten rühren und Widerstand und Abwehr auslösen. (1)

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt die Diffamierung, Hassverbrechen und Verachtung, welche Frau Dr. Alma Zadic in sozialen Medien, welche infolge eines Beitrags des Tiroler Landesobmanns der FPÖ Markus Abwerzger entgegenschlägt: „Eine kriminelle Muslima wird Justizministerin. Da kommt dann bald die Scharia“ und „Jetzt bekommen Ausländer Ministerposten – der Untergang“.

Der Tiroler Landesparteiobmann der FPÖ sorgte mit diesem Posting dafür, dass ein Rassismus- und Sexismus-Shitstorm losbrach.

Sachliche Kritik sollte immer willkommen sein, aber persönliche Diffamierung mit rassistischen Untertönen ist ein Aspekt, welcher die Radikalsprache emotional bedient, welche die Kränkungs-, und Minderwertigkeitsgefühle der geneigten Hörer, Leser und Wählerschaft anspricht und ihren Anhängern damit indirekt gleichsam eine Lösung für ihr „Leid“ in Aussicht stellt. Die FPÖ tut sich selbst keinen Gefallen, wenn sie die Lösung in der Radikalisierung der Sprache sucht und dies in eine digitale Beleidigungskultur, welche sich an Halbwahrheiten oder Unwahrheiten orientiert, versucht Gehör zu verschaffen.

Nicht die Herkunft steht im Vordergrund, sondern die Haltung und Einstellung. Frau Dr. Alma Zadic hat aufgrund ihrer Leistungen viel für Österreich geleistet und ihre bosnische Herkunft hat sie nie in den Vordergrund gestellt, ebenso ihre Religion. Sie selbst stammt aus einem muslimisch geprägten Land, jedoch spielt die Religion für sie keine Rolle in der Öffentlichkeit. Gerade in einem Land wie Österreich, wo es eine Trennung von Staat und Religion gibt, sollte gerade von einer ehemals staatstragenden Partei, wie es die FPÖ durch ihre Regierungsbeteiligung war, klar sein, dass Religion Privatsache ist. Wäre Frau Dr. Alma Zadic, wie unzulässiger Weise von manchen Teilen der FPÖ behauptet, eine Vertreterin des „politisierten Glaubens“, dann können Sie davon mit 100% Sicherheit ausgehen, dass die TKG diesbezügliche Verstrickungen, Haltungen und Aktivitäten längst thematisiert hätte.

Manche in der FPÖ müssen erkennen, dass Österreich auch die Heimat von Menschen mit anderen Herkünften und Religionszugehörigkeiten geworden ist. Viele dieser Menschen mit Migrationshintergrund haben für Österreich bereits viel geleistet. Wenn manche Teile der FPÖ dem schon keine Wertschätzung oder zumindest Anerkennung entgegenbringen können, dann wären diese Kräfte gut bedient, ihren Mund zu halten, um weiteren Schaden von der FPÖ und der Republik Österreich fernzuhalten.

 

Die TKG ist der Meinung, dass die neue Justizministerin, welche mit Migrationshintergrund aus Bosnien, aufgrund ihrer Herkunft und Religion (Muslima; laut Medien ist Sie ohne Bekenntnis) im 21. Jahrhundert zutiefst unwürdig unter dem Vorwand „Kritik“ laut Strafgesetzbuch § 283 Verhetzung verletzt wurde.

 

  • 283 Strafgesetzbuch (StGB) Verhetzung sagt:
  1. Wer öffentlich auf eine Weise, dass es vielen Menschen zugänglich wird, zu Hass gegen eine Kirche oder Religionsgesellschaft oder eine andere nach den vorhandenen oder fehlenden Kriterien der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion oder Weltanschauung, der Staatsangehörigkeit, der Abstammung oder nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer körperlichen oder geistigen Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung definierte Gruppe von Personen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe ausdrücklich wegen der Zugehörigkeit zu dieser Gruppe auffordert oder zu Gewalt gegen sie aufstachelt.

oder

  1. Wer öffentlich auf eine Weise, dass es vielen Menschen zugänglich wird, in der Absicht, die Menschenwürde anderer zu verletzen, eine der oben bezeichneten Gruppen in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, diese Gruppe in der öffentlichen Meinung verächtlich zu machen oder herabzusetzen ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen zu bestrafen.

 

Wir warnen: Biologischer Rassismus ist neben kulturellem Rassismus die bei weitem intensivste, stärkste und feindseligste Form des Rassismus.

Die alten Zeiten müssen vorbei sein…

Rassistische Taten sind Hassverbrechen.

Sie richten sich gegen Menschen, nur weil diese sind, was sie sind – oder wegen etwas, das die Täter in ihnen sehen. Zugleich sind sie auch ein Angriff auf das soziale Gefüge unserer Gesellschaft als Ganzes und auf die Menschenwürde als Grundlage unseres demokratischen Rechtsstaats. (1)

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

Obmann

DI Birol Kilic

 

 

Quellen:

https://www.jusline.at/gesetz/stgb/paragraf/283

https://kurier.at/politik/inland/fpoe-fordert-nicht-angelobung-von-zadic-als-justizministerin/400718244

https://www.heute.at/s/rassismus-welle-gegen-grune-nach-fpo-posting-43700783

https://www.derstandard.at/story/2000112802978/rassistischer-hass-gegen-gruene-zadic-nach-posting-von-fpoe-politiker

(1)

https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/Publikationen/Weitere_Publikationen/Praxis_Staerkung_Strafjustiz.pdf

https://www.facebook.com/fpoefails/

https://twitter.com/fpoefails/status/1211757870708080641/photo/1?ref_src=twsrc%5Etfw%7Ctwcamp%5Etweetembed%7Ctwterm%5E1211757870708080641&ref_url=https%3A%2F%2Fkurier.at%2Fpolitik%2Finland%2Ffpoe-fordert-nicht-angelobung-von-zadic-als-justizministerin%2F400718244

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