Monat: Februar 2020

23 02 2020
By: TKG 0

16. März 2020: Sufi-Sound im Wiener Konzerthaus

Von Sufismus zu anatolischen Poeten – Die Türkei zu Gast in Österreich.

Eine Gala der besonderen Art findet am 16. März 2020 im Wiener Konzerthaus statt: Unter dem Titel „Von Sufismus zu anatolischen Poeten“ werden sowohl traditionelle türkische Werke als auch Sufi-Dichtkunst in klassischer Interpretation in einem einzigartigen Fusion-Projekt erstmals in Wien aufgeführt. Geboten werden musikalische und tänzerische Einblicke in die traditionelle türkische Musik sowie Vertonungen der schönsten sufistischen Verse.

Veranstalter Martin Kerschbaum, der in diesem Rahmen die „Vienna Classical Players“ dirigiert, hat die Vorstellung in zwei Teilen konzipiert: „Gestartet wird mit der Interpretation traditioneller Lieder anatolischer Poeten, u.a. durch eine der berühmtesten türkischen Sängerinnen, Zara, und Erdal Erzincan auf der Bağlama, einem traditionellen Saiteninstrument.“

Der zweite Teil beginnt mit der symphonischen Dichtung „Mevlana – Der Alchemist“ von Sabri Tuluğ Tırpan, in der dieser die schönsten Gedichte des mittelalterlichen Gelehrten und Poeten Dschalal ad-Dinar-Rumi, des „Meisters“, („Mevlana“) und Begründer des Derwisch-Ordens, vertont und am Ende des Werkes dabei auch eine musikalische Brücke zu Johann Sebastian Bach schlägt. Darüber hinaus gelangen Auszüge aus dem Masnavi, dem Hauptwerk des Sufismus, in Wort, Musik (mit Burcu Karadağ auf der Ney-Föte und Sabri Tuluğ Tırpan am Klavier), Gesang und Derwisch-Tanz (Su Güneş Mıhladız) zur Aufführung. Schauspieler Okan Yalabik rezitiert Gedichte, mit denen er Rumis Weg der Befreiung hin zum innersten Selbst und zur Botschaft der Liebe darstellt.

Birol Kilic, Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich, zeigt sich als Sponsor und Unterstützer des Projekts sehr erfreut über diese musikalisch-kulturelle Dialoginitiative: „Wir sind stolz, hier als Brückenbauer zu fungieren und sehen den enormen Wert dieses Projekts zur weiteren Annäherung beider Kulturen.“

In seiner symphonischen Dichtung „Mevlâna – The Alchemist“ vertont Sabri Tuluğ Tirpan die schönsten Gedichte des mittelalterlichen Gelehrten Dschalal ad-Dinar-Rumi und schlägt dabei zuletzt eine Brücke zu Johann Sebastian Bach.

Folgende Künstler und Künstlerinnen werden an diesem Abend auftreten:

Dirigent:                    Martin Kerschbaum

Sopran:                    Zara

Bağlama:                 Erdal Erzincan

Ney Flöte:                Burcu Karadağ

Derwisch Tanz:      Su Güneş Mihladiz

Sprecher:                 Okan Yalabik

Klavier:                     Sabri Tuluğ Tirpan

Orchester:                Vienna Classical Players

Ticketkauf:

https://konzerthaus.at/konzert/eventid/57406

Erdal Erzincan

Die Aufführung wird unter anderem von dem berühmten Virtuosen Erdal Erzincan begleitet, der nicht nur in der Türkei als eine lebende Legende gilt, sondern auch im Kaukasus und in Europa, wo er für seine virtuosen Fähigkeiten auf der Bağlama ebenfalls bekannt ist. Er spiegelt mit der Bağlama die Jahrtausende alte anatolische Kultur aller Zivilisationen wieder. Die Bağlama, was in etwa binden oder zusammenschließen heißt, ist eine türkische Laute. Sie stammt aus Anatolien, sowie dem Kaukasus und gilt als das traditionelle Begleitinstrument der so genannten Asik (Barden). Dies bedeutet etwa soviel wie „der Liebende“.

Zara

Die Sopranistin Zara ist eine beliebte türkische Folk-Sängerin und Schauspielerin.

Burcu Karadağ

Burcu Karadağ ist die einzige über Landesgrenzen hinaus bekannte Ney-Spielerin der Türkei. Die Längsflöte Ney spielt in der islamischen Mystik der Sufis eine zentrale Rolle. Burcu Karadağ gilt als Ausnahme-Musikerin in der männlich dominierten Tradition der Sufi-Musik, die sie durch Begleitung mit klassischen Instrumenten zeitgenössisch interpretiert.

Su Güneş Mihladiz

Su Güneş Mihladiz wird den Zusehern einen tänzerischen Einblick in den drehenden Derwisch Tanz geben.

Sabri Tuluğ Tirpan

Sabri Tuluğ Tirpan, der exzellente Pianist und Komponist, schreibt tolle Jazz-Stücke, bei denen er swingt als hätte er nie etwas anderes getan. Der zwischen der Türkei und Österreich pendelnde Künstler arangiert traditionelle türkische Volksweisen, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass sich dieselben Melodien auch in anderen Ländern wiederfinden lassen. Seine Musik steht im Zeichen des kuturellen Austauschs und kann sowohl funky als auch sehr besinnlich sein.

An diesem Abend werden sowohl türkisch-anatolische traditionelle Werke, wie auch die symphonische Dichtung „Mevlana – The Alchemist“ von Sabri Tuluğ Tırpan, als Hauptwerk des Abends, zur Aufführung kommen.

Das Konzert bietet musikalische und tänzerische Einblicke in die traditionelle türkische Musik und verzaubert die Zuhörer und Zuhörerinnen unter anderem mit berührenden sufistischen Versen. Den aus Istanbul stammenden Komponisten und Pianisten Sabri Tuluğ Tirpan darf man einen echten Allrounder nennen, der in vielen Ländern Europas, in den USA, Kanada und natürlich auch in der Türkei von sich reden gemacht hat.

Martin Kerschbaum

Der gebürtige Österreicher absolvierte seine gesamte musikalische Ausbildung in Wien. Die Erfahrungen, die er als Orchestermusiker bei den Wiener Symphonikern sammeln konnte, prägen bis heute seine Arbeit als Dirigent.

Seine Karriere als Dirigent begann Martin Kerschbaum im Jahr 2000 mit einem Konzert der Wiener Symphoniker im Wiener Konzerthaus, nach welchem er in der Rezension der Zeitung Die Presse als „Entdeckung des Abends“ hervorgehoben wurde. Besonders erfolgreich war sein Beitrag zum offiziellen Mozartjahr 2006 mit einem Konzert im Wiener Konzerthaus als Chefdirigent der Vienna Classical Players unter dem Motto „Mozart und die Türken“ sowie mit einer Doppel-CD-Einspielung von Mozarts Violinkonzerten mit dem Solisten Rainer Honeck.

Neben CD-Einspielungen aller Haydn-Cello-Konzerte im Juni 2008, Mendelssohn Bartholdys Konzerten für Violine, sowie für Violine und Klavier 2009 und Dvoráks Cellokonzert 2010 fand auch eine Ersteinspielung von Franz Danzis Cellokonzert in e-Moll im selben Jahr große Beachtung. 2014 erschien mit dem Kärntner Sinphonieorchester eine CD mit einer Ersteinspielung von Franz von Suppés Concerto Nr. 2 und Kurt Schwertsiks 1. Violinkonzert.

Seit 2008 geht Martin Kerschbaum regelmäßig mit den K&K Philharmonikern auf Tournee nach Deutschland, Skandinavien, Italien, Frankreich und in die Schweiz. Mit diesem Orchester ist er auch seit 2009 als Gastdirigent bei den Beethoven-Tagen in Thiersee (Tirol) tätig.

Im August 2009 gab er im Rahmen eines großen Open-Air-Konzerts sein Debüt bei den Bregenzer Festspielen. 2010 wurde er eingeladen, ein Konzert im Rahmen von „Kunst aus der Zeit“ mit Kompositionen von Johannes Maria Staud zu leiten. Wie 2013 leitete er auch im August 2015 ein Konzert im Festspielhaus unter dem Motto „Brass Meets Banda“. Dieses Abschlusskonzert eines internationalen Blasmusikcamps findet seither im 2 Jahresrhythmus statt.

2010 führte ihn eine Einladung von Maestro Wladimir Fedosejew erstmals nach Moskau, wo er das berühmte Tschaikowsky Symphonieorchester mit Werken von Haydn und Mozart dirigierte. Dem folgten weitere Einladungen für die Saison 2012 und 2017. Sein Debüt beim Orquesta de Córdoba in Spanien und beim Rundfunkorchester des WDR Köln gab Martin Kerschbaum jeweils im Jahr 2010; im Jahr 2014 debütierte er bei den Würzburger Philharmonikern.

Martin Kerschbaum hat mit folgenden Orchestern als Dirigent zusammengearbeitet:

Wiener Symphoniker, Tschaikowsky Symphonie Orchester, Kölner Rundfunkorchester, Oldenburger Opernorchester, Mozarteum Orchester Salzburg, Symphonieorchester Vorarlberg, Sinfonieorchester St.Gallen (Schweiz), Tonkünstler-Orchester Niederösterreich, Neue Philharmonie Westfalen, Würzburger Philharmonikern, Rundfunkorchester des WDR Köln, Wiener Concert-Verein, Salzburg Orchester Solisten, Orchester des Lehár Festivals Bad Ischl, Kammerorchester Belluno, Wieniawski Philharmonie Lublin, Tampa West Coast Orchestra, Cairo Symphony Orchestra, Philharmonie Koszalin, Sarajevo Philharmoniker, National Orchestra of Malta, Orchester der Oper Almaty, Städtisches Orchester Baden.

 

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21 02 2020
By: TKG 0

TKG: „Wie viele Tobias R. existieren in Deutschland und Österreich?“

Wir müssen über den Mörder Tobias R., der selber schrieb, dass er ein „Volk löschen“ will, dringend, ohne Angst und Scham mit großer Empathie diskutieren, bevor es zu spät ist.

Wien (OTS) – Türkische Kulturgemeinde in Österreich begrüßt die Aussagen vom Deutschen Innenminister Horst Seehofer (CSU) von Heute. Aber hier sollte die Taten jetzt folgen.

Seehofer bezeichnet den Rechtsextremismus in Deutschland, welcher unserer Meinung nach auch nach Österreich exportiert wird bzw. umgekehrt, als höchste Sicherheitsbedrohung für Deutschland. Seehofer sagte, “ Andere Bedrohungslagen, etwa Islamismus und Reichsbürger, behalte man im Blick.“ Vergleiche und Relativierungen lehne er ab.

Die TKG hat nichts dagegen, wenn gegen islamistische und fundamentalistische Personen, Vereinigungen oder Gruppierungen, die die freiheitlich demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland verwässern oder zerstören wollen und das Zusammenleben in Deutschland erschweren, hart vorgegangen wird.

Deutschland ist für die Deutschtürken und für Austrotürken sehr wichtig. Wir, die TKG, wünschen uns für die Republik Deutschland das Beste, weil viele unserer MitgliederInnen auch in Deutschland entweder die Grundschule besucht haben oder noch Familie, Beziehungen etc. dort haben und infolgedessen eine emotionale Bindung vorhanden ist.

TKG wiederholt nochmals:

– Die gesamten rechtsextremen Angriffe, inkl. dem Massaker gegen Deutschtürken vorgestern in Hanau, sind gegen die wehrhafte, demokratische und freiheitlichen Grundhaltung sowie Verfassung der Deutschen Republik.

– Wir empfehlen hier nicht die selben Fehler zu machen, zu welchen es beim sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU), bei welchem 1999  mehrere Deutschtürken ermordet wurden, durch die Behörden, Exekutive
(BND) und Gerichte mit sehr vielen bedenklichen Fehler gekommen ist. Seit dem ist das Vertrauen gegenüber dem Rechtstaat infolgedessen ziemlich erschüttert. Das darf nicht mehr passieren.

– Genau vor 50 Jahren, also 1970, sind sieben Menschen bei einem Brandanschlag in einem Elternheim in München ums Leben gekommen, schreibt Oskar Deutsch, Präsident der Israelischen Kultusgemeinde, am 13. Februar 2020 in Wien. Er fragt: „Warum wurden diese Menschen angegriffen? Weil sie Juden und Jüdinnen waren. Es war ein jüdisches Elternheim. Die Opfer waren Shoah-Überlebende. Bis heute wurde der oder die Täter nicht gefasst, bis heute wurde der Fall nicht geklärt.“ Das darf nicht mehr passieren.

In Deutschland herrscht leider: 

„Klima des Hasses, der Verachtung und verbaler Gewalt.
Gegen die Explosionen hässlicher und ungerechtfertigter Gewalt müsse auf den Grund gegangen werden.“ Wenn jemand, wie der Täter bzw. Mörder aus Hanau, von „Auslöschung“ spricht, muss man hier das Problem des Rechtsextremismus beim Namen nennen und auf der Seite von Deutsche Bevölkerung und Deutsche Republik sein. Im Grunde wird der Extremismus unter dem Vorwand „gegen Türken bzw. Muslime“ betrieben, ist aber gegen die wehrhafte, freiheitlich demokratische Verfassung und dessen Grundwerte ausgerichtet.

Wir Vertrauen der Republik Deutschland und den wehrhaften Demokraten in Deutschland. Wir werden Deutschland, ein Land das auch für uns und für Europa sehr wichtig ist, nicht im Stich lassen und fordern null Toleranz gegen den rechten Extremismus genauso aber gegen jeglichen Fundamentalismus egal aus welcher Religion. Als wehrhafte Demokraten sind wir dazu verpflichtet.

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20 02 2020
By: TKG 0

TKG: „Unsere Gedanken sind bei den Familien und Freunden der Opfer in Hanau“

Türkische Kulturgemeinde in Österreich verurteilt das teuflische kranke rechtsextreme Terror Attentat gegenüber Deutschtürken in Hanau in Deutschland aufs Schärfste.  Unsere Gedanken und unsere tiefe Anteilnahme sind bei den Familien und Freunden der Massaker-Opfer in Hanau – Deutschland.  Wir wünschen den Verletzen baldige Genesung. TKG fordert Aufklärung bis ins letzte Detail. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) sieht dieses von einem rechtsextremen kranken Deutschen verursachte Terrormassaker, Volksverhetzung als einen Angriff an wehrhaften, den freiheitlich demokratischen und sozialen Rechtstaat der Bundesrepublik Deutschland.

dpa-Bildfunk

Wien. Im hessischen Hanau sind am Mittwochabend mindestens neuen Menschen bei Schießereien in einer Shisha-Bar getötet und mehrere weitere Personen verletzt worden. Der mutmaßliche Täter Tobias R. (43) von Hanau, welcher Betriebswirtschaftslehre Absolvent war, wurde leblos in seiner Wohnung aufgefunden. Laut unseren seriösen Quellen aus dem hessischen Hanau, hat der mutmaßliche Mörder, welcher nur fünf Fußminuten von der Massaker Shisha-Bar entfernt gewohnt hat, in der türkischen Community Informationen gesammelt, welche sehr bemerkenswert sind.

Die Opfer haben etwas Gemeinsames:

– Alle sind in Deutschland geboren.
– Die Eltern oder Großeltern aller Opfer stammen aus der Türkei.
– Mehrere Opfer sind deutsche Staatsbürger.

Deutschland hat mit einigen anderen Ländern der EU etwas Gemeinsames:

– In Deutschland wurde es bereits salonfähig gemacht, dass gegen TürkInnen und Muslime, durch manche PolitikerInnen und einige Medien, suggestiv, institutionell, rassistisch geschimpft und satanisiert wird.

– In Deutschland existiert rechtsextremes Gedankengut, welches bereits, auch unter dem Vorwand „Meinungsfreiheit“ und ohne aus der Vergangenheit eine Lektion gelernt zu haben, salonfähig geworden ist und Brand stiftet. 

 

– Die Rechten bzw. Konservativen in Deutschland dürfen nicht mit den Rechtsextremen gleichgesetzt und von denen repräsentiert werden. Genauso dürfen die Deutsch-TürkInnen und Muslime nicht von den politischen Islam Anhängern repräsentiert werden. Hier müssen die Gesellschaft, die Medien, die PolitikerInnen und insbesondere die Polizeiapparate in Deutschland die Spreu vom Weizen trennen und die Gefahr erst diagnostizieren um dann für die Zukunft Lösungsansätze finden. Was nutzen Gesetzte, wenn sich in der Gesellschaft solche Gesinnungen entwickeln, gegen Rassismus keine Verachtung vorhanden ist sowie dauernd verantwortungslos der gesellschaftliche Zusammenhalt zerstört wird.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) sieht dieses von einem rechtsextremen kranken Deutschen verursachte Terrormassaker, Volksverhetzung als einen Angriff an wehrhaften, den freiheitlich demokratischen und sozialen Rechtstaat der Bundesrepublik Deutschland. Seit Tagen ist bekannt, dass die Behörden in Deutschland in mindestens acht Zentren in verschiedenen Orten Festnahmen durchgeführt haben und Untersuchungen gegen einige Rechtsextreme Gruppierungen wegen Bürgerkrieg ähnlichen Absichten stattgefunden haben. Man will die nach dem Zweiten Weltkrieg erreichte pluralistische demokratische Grundordnung in Deutschland zerstören.

Wir fordern daher, besonders von den deutschen PolitikerInnen und BürokratInnen sowie von den Polizeiapparaten, das Problem nicht zu verwässern, sondern beim Namen zu nennen.

Es ist wichtig, dass hier insbesondere gegenüber Menschen aus der Türkei in Deutschland, welche schon seit mehreren Jahrzehnten ein Teil der deutschen Gesellschaft sind, keine Verhetzung entsteht.

Unsere Gedanken und unsere tiefe Anteilnahme sind bei den Familien und Freunden der Massaker-Opfer in Hanau – Deutschland. Wir wünschen den Verletzen baldige Genesung.

TKG fordert Aufklärung bis ins letzte Detail.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

(Bilder: DPA)

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04 02 2020
By: TKG 0

Abhängen von Kreuzen und die Sündenböcke

Die Mehrheit  hat überhaupt kein Problem mit dem Kruzifix in Krankenhäusern!

Das Abhängen der Kreuze im skandalumwitterten KH Nord löst heftige Diskussionen aus.

Es hat keine 15 Minuten gedauert bis führende FPÖ-Politiker ausgerückt sind und diese Entscheidung des Direktoriums des KH Nord mit dem Einknicken vor den muslimischen Zuwanderern verknüpfte.

Die Diskussion um das Abhängen der Kreuze hat sehr viel mehr mit den eigenen Glaubensgrundsätzen, dem inneren Zustand der Gesellschaft und der Kirche zu tun als mit muslimischen Mitbürgern in Österreich.

Im Gegenteil, insbesondere der Großteil der muslimischen Mitbürger suchen gerne von christlichen Orden geführte Krankenhäuser auf, weil dort der Mensch im Mittelpunkt steht und nicht die Herkunft oder Zugehörigkeit. Dafür danken wir als TKG auch herzlich.

Das muslimische Mitbürgerinnen ein Problem mit dem Kruzifix haben, möge für einige wenige Ausnahmen gelten, jedoch die Mehrheit hat überhaupt kein Problem mit dem Kruzifix in Krankenhäusern, Gerichten oder Schulen. Die Muslime achten Jesus (Friede sei auf ihm) und seine Mutter Maria sehr. „Friede sei mit mir an dem Tag, wo ich geboren bin, an dem Tag, wo ich sterbe und an dem Tag, wo ich wieder auferstanden werde.“ Mit diesen Worten gibt der Koran das Wort Jesu und seine Botschaft des Friedens wieder (Koran,  Sure 19, Vers 33).

Der Glaube Jesus Gott eint Muslime, Christen und genauso Juden, der Glaube an Jesus als Gott trennt Muslime und Juden gegenüber Christen.

Die Politik und manche Politiker generalisieren und skandalisieren gerne einzelne Fehlverhalten, um politisches Kleingeld daraus zu schlagen, jedoch den Grund für das Abhängen von Kreuzen in Krankenhäusern den in Österreich lebenden Muslimen umzuhängen, ist ein populistischer sowie leicht durchschaubarer Versuch – von anderen Bereichen des öffentlichen Lebens – abzulenken.

Wenn die Verwurzelung der österreichischen Gesellschaft im Christentum aufgeweicht wird, dann sollte man sich auf die Suche nach den tieferen Gründen dafür begeben und nicht unschuldige Mitbürger zum Sündenbock abstempeln, um die wahren Beweggründe zu vernebeln.

Die Muslime für die Ohnmacht, Enttäuschung und Empörung sowie die eigene Orientierungslosigkeit in Fragen des christlichen Glaubens und das öffentlichen Leben in Österreich verantwortlich zu machen, verschärft nur die Spannungen in der Gesellschaft. Durch Schuldzuweisungen löst man keine Probleme in Österreich. Für das Abhängen der Kreuze in öffentlichen Einrichtungen sind nicht die Muslime oder andere Angehörige von anderen Religionsgemeinschaften verantwortlich, sondern einzig und allein manche politische Parteien, welche versuchen ihre Vorstellungen von einer religionsfreien Gesellschaft durchzusetzen.

Wir als Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) sind nicht nur ein unabhängiger Think Thank, sondern auch säkulare Verfassungspatrioten.

Wir setzen uns im öffentlichen Bereich für die Trennung von Staat und Religion ein, jedoch treten wir entschieden gegen jede Form der Diskriminierung von Religionen und Gläubigen, entgegen. Die TKG ist gegen die Politisierung und den Missbrauch der Religionen. Der politischen Instrumentalisierung, jeglicher Religionen tritt die TKG entschieden entgegen.

Säkularität ist in einer rechtsstaatlichen Demokratie, wo Gewaltenteilung funktionieren soll, so essentiell, wie Sauerstoff für unser Leben. Das ist das Wichtigste, denn das schützt die Gläubigen und die Nichtgläubigen. Säkularismus bedeutet für uns Türken aber nicht, wie viele annehmen, immer Religion und weltliche Angelegenheiten voneinander zu trennen.

Säkularismus heißt für progressive Türken , die Legitimation der Herrschenden beziehungsweise Regierenden nicht auf Gott oder religiöses Recht zu gründen, sondern auf den Willen des Volkes durch Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Als mit Vernunft ausgestattete, mündige Bürger sollten wir den Unterschied zwischen Moral und ethisches Handeln sowie Religion erkennen. Wir,  wissen aus Erfahrung, dass zwischen moralischem Handeln und Religiosität kein unmittelbarer Zusammenhang besteht. Unser Glaube ist unsere Privatsache. Der Staat sollte besonders bim öffentlichen Bereich gegenüber jedem Bürger, egal welcher Religion, Nation, Geschlecht oder politischer Ansichten, absolut objektiv sein. (TKG, Wien, 4.Februar.2020)

Türkische Kulturgemeinde in Österreich ( TKG)

Bild: The Scapegoat (Der Sündenbock) William Holman Hunt (1854)

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