Monat: Juni 2020

29 06 2020
By: TKG 0

TKG: Versammlungsgesetz darf nicht missbraucht werden

Wir fordern auch alle Austrotürken in Österreich egal welche Versammlung bezüglich Türkei stattfindet zu respektieren und besonders friedlich und deeskalierend zur Kenntnis zu nehmen.

Wien (OTS) – Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) hat die gesamte Demo in Wien mit mehreren MitgliederInnen von verschiedenen Perspektiven beobachtet (Mittwoch bis Samstag) und möchte als freie Think Tank Organisation zum Wohle der Gesellschaft und Vielfalt der Meinungen für die Gegenwart als unsere freie Meinung und Erkenntnissen für die Geschichte festhalten:

1) Die pauschale Dämonisierung der Austrotürken durch unzuverlässige, halbgebildete und reaktionäre Lumpen-Jugendliche mit „Graue Wölfe Zeichen“, „Allahu Ekber“ bzw. „Erdogan Rufe“ Ausrufen muss aufhören. Die Türken in Österreich, die mehrheitlich die Arbeiterklasse sind, haben mit den „autonomen Linken bzw. allgemein Linken“ politischen Richtungen kein Problem, ganz im Gegenteil, sie sind dankbar. Gerade diese „Linken“ haben seit 50 Jahren die Austrotürken vor Rassismus bzw. Unterdrückungen aller Art geschützt. Das muss man in aller Offenheit und Klarheit betonen. Wenn die Linken in Österreich unter dem Vorwand „Versammlung“, bei der es eigentlich um Frauenrechte geht, egal ob in Österreich oder in der Türkei, die Menschenrechte in der Türkei kritisieren, muss aufgepasst werden, dass hier nicht Terror Organisationen (Bilder), die auch in Österreich und in der EU als Terrororganisation gelten und die „Politischen Konflikte“ aus er Türkei nach Österreich importieren. Noch dazu in einen Arbeiterbezirk wo mehrheitlich Ausländer, Flüchtlinge und Austrotürken leben, erwarten wir zumindest in aller Freundschaft, dass diese Versammlungen in Zukunft auf den Heldenplatz verschoben werden. Gegen Rassismus und Faschismus in Österreich und in der Türkei ist die TKG Seite als antirassistische und antifaschistische NGO bekannt. Wir müssen aber unsere Heimat Österreich von den Nah-Ost Konflikten, wo Terror jeden Tag herrscht, fern halten die wir seit 40 Jahren Tag und Nacht kennen und für Österreich nicht wünschen. Die Austrotürken haben in der Türkei genug von Terror, Hass und Konflikten aus der Türkei oder bzw. aus dem Nahen Osten. Die Türken in Österreich wollen in Österreich Frieden.

2) Nicht nur die Mehrheit der Austrotürken in Österreich, sondern de facto alle Austrotürken in Österreich, haben mit den bedenklichen Jugendlichen unter denen sich mehrheitlich „türkische, kurdische, aber auch syrische, irakische und tschetschenische“ Herkünfte finden, ein Problem.

3) Mehrere seriöse, unabhängige türkische Vereine und die regionale türkisch-österreichische Presse, haben sich von den unbekannten Jugendlichen nicht nur distanziert, sondern diese scharf verurteilt und deeskalierend gewirkt, unter anderem die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG).

4) Nachdem die TKG die Wiener Polizei und das Innenministerium bezüglich lascher Arbeit der Polizei am Mittwoch und am Donnertag am Freitag mit einer APA OTS Aussendung gewarnt hat, um das Hab und Gut der türkischen UnternehmerInnen und Menschen zu schützen und die beiden Gruppen nicht aufeinander treffen zu lassen, haben wir am Freitag Abend gesehen, dass der Polizei Einsatz nicht mehr so lasch war. Alle Wege wurden nicht nur gesperrt, sondern durch einen größeren Polizei-Einsatz wurde der Schaden begrenzt. Wir danken den Polizei Wien die ab Freitag eine Ausgezeichnete Arbeit geleistet die wir in Zukunft noch verbessert sehen wollen.

5) Bei dieser Videoaufnahme (siehe unten) sieht man, dass hier die Polizei am Mittwoch den 24.06.2020 den Park, der Ort an dem die unbekannten Jugendlichen versammelt waren, aufgesucht hat. Vor dem nicht einmal 100 Meter entfernten Ernst-Kirchweger-Haus ist vor den Jugendlichen korrekterweise eine Front gebildet worden, plötzlich sind allerdings alle Polizisten verschwunden. Daraufhin sind die Jugendlichen, die sich durch Provokateure gehetzt gefühlt haben, in Richtung Ernst-Kirchweger-Haus marschiert. Viele Menschen fragen sich warum hat hier die Polizei, obwohl sie vor Ort war, diesen verlassen und den Jugendlichen freie Bahn gelassen? Keine normalen türkischen Jugendlichen, die in Wien sozialisiert sind und in die Schule gegangen sind, wollen in ihrem Bezirk so etwas aggressives, mit 0815 und für Österreicher sehr abstoßenden Ausrufen.

https://youtu.be/aQ8gAfOP5pM

Wir fordern den Rechtsstaat und die Republik Österreich hier auf die Hintermänner auszuforschen und die Spreu vom Weizen zu trennen um nicht die gesamten Türken in Österreich zu dämonisieren und gegen den Missbrauch der Versammlungsrecht die wir auch als Grund-und Freiheitsrecht respektieren und hochalten.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich ( TKG)

Bild: (c) Parlament

 

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26 06 2020
By: TKG 0

Die Türkische Community ist verwundert, distanziert sich und verurteilt die Ereignisse in Favoriten

Wien , 26.06.2020 / Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) hat mit über 30 türkischen NGO Vereinen und mit mehreren Unternehmern in Favoriten gesprochen, die sich verwundert gezeigt haben, dass die Ereignisse in den letzten zwei Tagen so dermaßen ausgeartet sind. Sie wollen damit nichts zu tun haben und distanzieren sich von diesen inakzeptablen Vorfällen und verurteilen diese scharf.

Sehr schockiert zeigt sich auch der Klein-Unternehmer Baba Kokerec, da seine Fenster von einer österreichischen Dame, die vermummt war, zerstört wurden. Nicht nur das, er wollte seinen Namen nicht nennen, da er sein kleines Geschäft auf den Beinen halten muss: „Ich stamme aus der Türkei und lebe friedlich in Wien. Ich kenne diese Jugendlichen und auch die gegnerischen Vereine nicht. Ich appelliere an die Menschen, die Probleme aus der Türkei bzw. zwischenmenschliche Probleme, nicht hier in Wien auszutragen.“

Die regionale türkische Presse hat nicht wie behauptet wird, Öl ins Wasser geleert, sondern ganz im Gegenteil über Facebook Live Schaltungen die gesamten türkischsprechenden Österreicher zur Beruhigung aufgefordert, damit die Spreu vom Weizen getrennt wird.

Bei mehreren türkischen Vereinen kennt niemand diese Jugendlichen, unter denen Türken, aber auch sehr viele unbekannte Personen aus verschiedenen Ländern sind.

Es sollte nicht das Wort „Allahu Ekber“ bzw. „Recp Tayyip Erdogan“ in Wien als Slogan verwendet werden um Österreicher bzw. auch alle Menschen aus der Türkei zu provozieren und in ein schlechtes Licht zu stellen. Das das eine Provokation ist, sagen auch alle türkischen Vereine in Österreich und distanzieren sich von diesen Jugendlichen.

 

Auf der anderen Seite gibt es sehr viel Kritik an der Polizei Wien. Wieso durften die Jugendlichen durch eine Einbahnstraße marschieren? Warum erlaubt die Polizei Wien solche Versammlungen, obwohl es am Mittwoch schon Eskalationen gab, mitten in der Favoritenstraße, in der viele Menschen aus der Türkei leben?

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) ruft das Innenministerium und die Polizei Wien hiermit dazu auf, die beiden Gruppen in dem Arbeiterbezirk Favoriten, nicht aufeinander zukommen zu lassen, das Hab und Gut der Menschen zu schützen und hier unter dem falschen Vorwand das Demonstrationsrecht nicht missbrauchen zu lassen. Was wird passieren wenn hier sich tatsächlich Terroristen einmischen. Hier muss nicht Öl ins Feuer gegossen werden. Wir warnen…

Die Mehrheit der Austrotürken will die Probleme aus der Türkei nicht importiert sehen. Man will im Arbeiterbezirk Menschen gegeneinander aufhetzen und hier kann die türkische Community nur der Verlierer sein. Diejenigen, die Probleme aus der Türkei oder der Welt nach Wien bzw. nach Österreich bringen und daraus Politik machen wollen, sind hier nicht willkommen. Wir haben in Österreich genug Probleme. Wir wollen unsere Energie für Österreich verwenden und nicht für den Missbrauch aller Werte inkl. Religionen bzw. Menschenrechte.

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18 06 2020
By: TKG 0

Virus-Parasit: Gestern Talmud heute Koran! TKG fordert Rücktritt des dritten Nationalratspräsidenten Norbert Hofer

„Victim blaming oder blaming the victim, Täter-Opfer-Umkehr und Opferbeschuldigung ist die Beschreibung für ein Vorgehen, das die Schuld für einen Übergriff beim Opfer selbst sucht.“ Wird  in Österreich wieder Frechheit und Schamlosigkeit siegen?  Was bedeutet „Nie wieder/Never again“ bzw. “ So sind wir nicht“ (nach Ibiza-Video) in Österreich? Frage: Wie sind wir bitte? Hier eine Paradebeispiel  aus Wien …

 

Eine Analyse der Think Tank NGO „Türkische Kulturgemeinde in Österreich“ (TKG) 

Der dritte österreichische Nationalratspräsident Norbert Hofer, hat vorgestern und gestern unter der Vorwand „Kritik“ eine Religionsgemeinschaft, dessen Anhänger und deren heiliges Buch mit einer Virus-Parasitär-Diktion (Krankheit: Corona-Virus) der Propaganda der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) entmenschlicht sowie diffamiert und sich dann in der Öffentlichkeit als Opfer dargestellt. Wir verurteilen diese nicht akzeptablen, dummen Drohungen mit welchen Herr Hofer politisches Kleingeld zu verdienen versucht bzw. mit welchen er sich als Held gegen den Koran und gegen Muslime zu verkaufen versucht. Das ist eine primitive Schande für einen Mann der das Amt des dritten Nationalpräsidenten besetzt.

Anstelle sich zu entschuldigen und versuchen die Aussage zu relativieren, hetzt Hofer weiter!

Zum Vergleich des Corana-Virus‘ mit dem Koran steht der dritte Nationalratspräsident Norbert Hofer weiterhin. Auf oe24.TV bestätigte er seine Meinung durch die Aussage: „Das ist mir nicht herausgerutscht.“

Fakt ist: „Corona ist ein Virus, ein Virus begegnet dem Organismus nur als Parasit. Das Virus als Parasit ist für die lebende Zelle ein unerwünschter, zehrender Gast, dessen Ansprüche vom Gastgeber mit pathogenen, toxischen, mutagenen, teratogenen oder onkogenen Schäden, die oft zum Tode führen, bezahlt werden müssen.“ (Quelle: Graf, Alfred. Viren Parasiten unseres Lebensraumes. Springer Verlag)

Somit versucht Hofer über den Koran und seine Anhänger ein Feindbild zu verbreiten, indem er das Corona-Virus als Parasit dem Koran gleichstellt. Er verwendet eine Methode, die wir alle aus der Geschichte des Antijudaismus bzw. Antisemitismus kennen. Damals wurde der Hass gegen die Juden und den Talmut verbreitet, heute ist der Hass mit den selben Argumenten gegen die Muslime und den Koran gerichtet (siehe der Film „Der Ewige Jude“).

1924/25 griff Adolf Hitler das Stereotyp in seiner Programmschrift ‚Mein Kampf‘ ebenfalls mit folgenden Worten auf: ‚Der Jude ist und bleibt der ewige Parasit (Virus), ein Schmarotzer, der wie ein schädlicher Bazillus sich immer mehr ausbreitet, sowie nur ein günstiger Nährboden dazu einlädt.“ 

Gestern Talmud heute Koran

Unmoral im Talmud, München 1933

The burning of books in Berlin, 1933. Source: Bundesarchiv, Germany

In die Tiefen des Bösen: Wie die Nazis den Talmud für antisemitische Propaganda „rekrutierten“: https://blog.nli.org.il/en/nazisandthetalmud/

Es war der Talmud, mehr als jedes andere Buch, das die Nazis als schlüssigen Beweis für die Minderwertigkeit der Juden und die Rassengefahr des jüdischen Volkes verwendeten.

Eine der härtesten antitalmudischen Veröffentlichungen dieser Zeit ist eine Broschüre mit Karikaturen, die von der antisemitischen Zeitung „Der Hammer“ mit dem Titel „The Jewish Appearance“ veröffentlicht wurde. Der Künstler Karl Relnik zeichnete 35 eindeutig antisemitische Illustrationen und kombinierte dies mit Wörtern und Sätzen aus dem Talmud.

Eine der bekanntesten Persönlichkeiten im nationalsozialistischen Deutschland war Julius Streicher, Herausgeber der antisemitischen Zeitung „Der Stürmer“. Viele Nazi-Intellektuelle veröffentlichten in dieser Zeitung giftige und detaillierte Angriffe auf das Judentum und seine Literatur, vor allem gegen den Talmud. Während den Nürnberger Prozessen gab Streicher zu, den Talmud ausführlich gelesen zu haben. Er sah sich als führender Experte für jüdische Werke, hauptsächlich den Talmud.

Der Nationalsozialist Johannes Pohl schrieb auch zwei Bücher über den jüdischen Talmud – eine Broschüre mit dem Namen „Die Religion des Talmud“ und ein längeres Buch mit dem Namen „Talmud Geist“. In diesem Buch erklärt Pohl die Struktur des Talmud und die Verpflichtung jedes Juden, das zu erfüllen, was darin geschrieben steht, einschließlich Juden, die sich nicht als religiös definieren. Das Buch enthält zahlreiche Zitate, die den jüdischen Hass auf Nichtjuden und den Glauben betonen, dass Juden das auserwählte Volk sind. Es ist interessant festzustellen, dass das Titelbild des Buches aus einer zensierten Ausgabe von Maimonides ‚Hilchot Avodah Zara (Gesetze des Götzendienstes) stammt.

Der dritte Nationalratspräsident in Österreich Norbert Hofer, verwendet im Jahr 2020, im freiheitlich demokratischen Rechtsstaat Österreich, die selbe Diktion wie sie zu Zeiten des Nationalsozialismus existierte. Er satanisiert pauschal gegen den Koran und seine Anhänger, gegen eine Religionsgemeinschaft die in Österreich seit über 100 Jahren anerkannt ist. Zwar ist die Aussage von Hofer nicht gegen den Talmud gerichtet, aber auf der selben Ebene, mit der gleichen bekannten Diktion, gegen den Koran. So etwas von einem Nationalratspräsidenten ist nicht tragbar. Er versucht hier alle Muslime als Anhänger einer parasitären Religion mit dem Koran, welchen er als noch gefährlicher als das Corona-Virus bezeichnet und somit mit Parasiten vergleicht und damit kulturrassistisch dämonisiert, verachtet und de facto versucht, mittels geistlichem Freiticket, zu vernichten bzw. deportieren.

Wir sind gegen jeglichen Fundamentalismus, politisierten Glauben und genauso gegen Rassismus aller Art! Man sollte hier keine gesamte Religion verunglimpfen. Wir warnen! Solche Aussagen geben einem Fundamentalisten Kraft und bringen Terror nach Österreich.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich warnt in aller Höflichkeit und Offenheit: jede weitere Stunde, jeder weitere Tag, in welcher bzw. an welchem Hofer dieses Amt besetzt, ist ein Schlag gegen die demokratische Verfassung der Republik Österreich.

Wir leben in einem Land, in welchem die Würde der Menschen geschützt werden muss und in welchem Menschen aufgrund ihrer Glaubens- bzw. Religionsgemeinschaft weder direkt noch indirekt, mit einem parasitären Virus, wie das Corona-Virus, verglichen werden dürfen. Die Aussagen erfüllen unserer Meinung nach den Tatbestand der Verhetzung – Paragraf 283 und Paragraf 188 Herabwürdigung religiöser Lehren. Alle demokratischen Vertreter der Republik Österreich sind dazu verpflichtet, ihre freiheitlich demokratische Verfassung und Grundhaltung zu schützen. Aussagen wie, „Nie mehr“ bzw. „So sind wir nicht“ sollten ernst genommen und eingehalten werden.

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15 06 2020
By: TKG 0

Türkische Kulturgemeinde: „Die Hagia Sophia muss ein Museum bleiben! Sie gehört der Menschheit.“

In der Türkei wird gerade, als ob es keine anderen Probleme gäbe, leider ein Pseudoproblem über die Hagia Sophia (Die Heilige Weisheit) von den reaktionären Kräften erschaffen, das heiß, verletzlich und spaltend  diskutiert wird. Am 2 Juli 2020 wird nach einem erneuten Umwidmungs-Aufruf vom obersten Verwaltungsgerichtshof „Danistay“ eine Entscheidung erwartet, ob das Museum der Hagia Sophia erneut in eine Moschee umfunktioniert werden darf.

Die Hagia Sophia ist von der UNESCO als Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Auch der oberste Verwaltungsgerichtshof der Türkischen Republik (Danistay) hat die Entscheidungen von Atatürk aus dem Jahre 1934 durch eine verbindliche Gerichtsentscheidung vor mehr als 10 Jahren schon bestätigt. Warum aber sollte der oberste Verwaltungsgerichtshof „Danistay“ der Türkei die Entscheidung jetzt rückgängig machen? In einem Rechtsstaat, darf so etwas nicht passieren.

Das kann und wird nur großes Unglück bringen

Die Türkische Kulturgemeinde (TKG) als  ein den pluralistischen, freiheitlichen, demokratischen und rechtstaatlichen Prinzipien verpflichteter Think Tank NGO fordert  die türkische Regierung in aller Freundschaft auf, im politischen, wirtschaftlichen, internationalen Interesse, sowie im Interesse der Türkei und der Auslandstürken die Moschee Diskussionen über das Hagia Sophia (Ayosofya) Museum zu beenden. Das kann und wird auf vielen Gebieten  im 21. Jahrhundert nur großes Unglück bringen.

1934  in ein Museum umgewandelt

Die im sechsten Jahrhundert erbaute Hagia Sophia, damals 900 Jahre die größte Kirche der Welt, wandelten Osmanen nach der Eroberung Konstantinopels, heute Istanbul, im Jahr 1453 in eine Moschee um. Unter Staatsführer Atatürk wurde sie nach 500 Jahren als Moschee 1934 profaniert und zu einem Kirche-Moschee-Museum umgewandelt. Unter der Regierung des Gründers der modernen Türkei Kemal Atatürk wurde im Jahre 1934 eine richtige und gute kulturpolitische Entscheidung getroffen. Atatürk und seine Mitstreiter hatten damals erkannt, dass die Widmung des Gebäudes für die junge Türkei ein religiöser und ethnischer Zündstoff ist. Die Regierung Atatürk und ihre Experten sahen, dass „die größte Bedrohung moderner Gesellschaften von den religiös oder ethnisch-rassisch motivierten Kulturkämpfen der Minderheiten, die durchaus die Mehrheit bilden können, ausgeht.“

Das Ziel von Atatürk und seinen zuständigen Freunden in der damaligen stark säkularen  Regierung war es, die Hagia Sophia als kulturelles Wahrzeichen der Welt zu präsentieren. Wir sind stolz darauf, mit der Hagia Sophia Museum eine christlich-orthodoxe,  römisch- katholisch( 1204-1261) uns ab 1453 auch islamische Vergangenheit zu haben. Seit 1934, also seit über 86 Jahren, ist die Hagia Sophia ein profanes Museum und wurde zum Weltkulturerbe ernannt, worauf viele Türken und Türkinnen in der Türkei, in Österreich und in der EU sehr  froh sind. Jetzt ist sie seit 1934 als Museum anerkannt und zeigt damit auch die Toleranz und Großzügigkeit der modernen Türkei die in Zukunft mehr und aber nicht weniger sein sollte.

Trotzdem wird seit Jahren von reaktionären Kräften in der Türkei versucht, unter dem Vorwand „Souveränität der Türkei“ beziehungsweise unter dem „Schwertrecht der Eroberung“ die Hagia Sophia wieder in eine Moschee umzuwandeln.

 

Nicht nur zeitgemäß ist sondern auch tief reaktionär

Die Moscheen in der Nähe der Hagia Sophia sind nicht so gut besucht, dass ein weiterer Gebetsort notwendig ist.  Fakt ist: Tagtäglich werden die über 84.000 Moscheen in der Türkei, aufgrund des Missbrauchs der Religion von bestimmten Sekten, Parteien und Organisation aus dem Aus- und Inland, leerer und leerer Die Hagia Sophia hat für das Christentum einen sehr wichtigen sozialen, architektonischen, kulturellen, politischen und klerikalen Wendepunkt durch mehrere Epochen verursacht. Die Wirkungen sind heute  in der Türkei und in der Welt vorhanden. Die reaktionären Kräfte wollen, dass die Hagia Sophia, die 1934 durch Atatürk in ein Museum umgewandelt wurde, nach 86 Jahren wieder in eine Moschee umwandeln. Das wird  indirekt auch die Auslandstürken in Österreich und in der EU. Nicht nur Auslandstürken, sondern alle Muslime in der Welt, die als MigrantInnen überall ( in der EU, Amerika, England etc. )leben negativ beeinflussen. Weil es nicht nur zeitgemäß ist sondern auch tief reaktionär

 

Wer will die Hagia Sophia in einer Moschee Umwandeln?

Laut dem staatlichen „Diyanet“ (deutsch Präsidium für Religionsangelegenheiten) existieren in der Türkei insgesamt 84.684 Moschen, davon 3.269 in Istanbul (Stand 30. August 2019). Vor einem Jahr haben sich in der „Camlica Moschee“ erstmals Gläubige zum Morgengebet unter dem Motto „die Größte Moschee in der Türkei“ versammelt. Die Camlica Moschee hat sechs Minarette und bietet Platz für bis zu 63.000 Menschen. Es gibt kein Land der Welt, das so viele Moschen hat oder baut. Nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland. Das Diyanet ist eine staatliche Einrichtung zur Verwaltung religiöser Angelegenheiten in der Türkei. Das Diyanet ist direkt dem Präsidenten der Republik Türkei unterstellt.

Die Hagia Sophia steht in der Türkei als Hauptinteresse auf der Liste der reaktionären Agenda. Das überholte Konzept des „Schwertrechts“, das einige reaktionäre und chauvinistische Historiker häufig und beharrlich aus der Mottenkiste der Geschichte zerren und immer wieder zitieren, wird gerne seit Jahren leider als aktuelles politisches Instrument von der gleichgeschalteten fundamentalistischen türkischen Presse verbreitet.

Der Hagia Sophia wird eine überhöhte gesellschaftspolitische Relevanz eingeräumt. Von Zeit zu Zeit werden die Umwidmungsphantasien auf die Tagesordnung der Politik gesetzt und damit das museale Gebäude politisch instrumentalisiert.

Man will hier eigentlich Sieg“ gegen die „säkulare“ Republik Türkei erringen

Das Kulturerbe der Hagia Sophia hat eine Transformation mit der Entscheidung durchlaufen, sich keinem Ritual einer Religionsgemeinschaft zu öffnen. Das utopische Ziel jener, die die Verwandlung der Hagia Sophia in eine Moschee vertreten, ist es, sich über die intakte
Republik und ihr säkulares Staatsverständnis hinwegzusetzen. Für die reaktionären Kräfte in der Türkei gilt zuerst die Symbolwirkung, die von dem monumentalen Gebets-Gebäude ausgeht. Sie wollen einen „Sieg“ gegen die „säkulare“ Republik Türkei erringen, indem ein bedeutendes Museum zu einer Moschee transformiert wird.

Nicht nur das. Das heutige Museum wurde seit den ersten Jahren der Republik von reaktionären und fundamentalistischen Kreisen und der Eroberung des Dschihad instrumentalisiert. Sie war auch das Zentrum vieler reaktionär-islamischer Referenzen. Es wird damit deutlich, dass auch historisch das Phänomen der Hagia Sophia mehr ein politisches Symbol als ein religiöses Bestreben ist.

Alle Einwände gegen die Umwandlung der Hagia Sophia in ein Museum waren vom ersten Tag an politischer Natur. Die bisherige politische Kritik scheint jedoch kaum einen konsequenten Anhaltspunkt zu haben. Fast alle Kritikpunkte an politischen Interessen treten unter chauvinistischen, modernisierungsfeindlichen und religiösen bzw. reaktionären Eigenschaften in den Vordergrund.

Im politischen Interesse sollten die Moscheediskussionen der Hagia Sophia als illegitime, unbegründete und inakzeptable Täuschung entlarvt und die Diskussion beendet werden. Der einzige Angriffspunkt, den nationalistische und reaktionäre Geister seit vielen Jahren vertreten, sind ideologische Rückzugsgefechte. Eine falsche und schädliche Stimmung, die von diesen Demagogen gespeist wird, hält von den ersten Jahren der Republik Türkei bis heute an. Die Debatte über die Hagia Sophia sehen wir als TKG  ungerechtfertigt an, weil sie als politische Agenda betrieben wird und sich keiner echten Diskussion stellen will.

 

Tolerant gegenüber allen Religionen. So haben wir es gelernt.

Wenn die Debatte bloß auf Religion und Nationalität reduziert wird, gibt es keinen Raum mehr für einen echten Dialog. Die moderne Türkei und die Mehrheit der TürkInnen sind tolerant gegenüber allen Religionen. So haben wir es gelernt.

Es handelt sich hier offensichtlich um eine einseitige Politik gegen die Modernisierung des Staates und gegen die moderne Türkische Republik. Diese engstirnige Politik ignoriert universelle Prinzipien und fordert unter dem Vorwand, angebliche islamische und ethnische Gefühle zu vertreten (was nicht stimmt), die Öffnung der Hagia Sophia für den Gottesdienst.

Die Kontroverse, die Hagia Sophia in eine Moschee zu verwandeln, ist ebenso religiös unbegründet wie staatspolitisch fehl am Platz. Auch nach Ansicht der Mehrheit nationaler Rechtsprechung -der oberste Verwaltungsgerichtshof der Türkischen Republik – ist dies nicht der Fall.

Die Umwandlung des Inneren des Gebäudes in eine Moschee würde viele innenarchitektonische Umbaumaßnahmen erfordern, die den historischen Zustand verändern und zerstören. Selbst unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen wäre die bauliche Substanz stark gefährdet.

Darüber hinaus wird die UNESCO die Entscheidung, die Hagia Sophia in eine Moschee umzubauen, als politische Entscheidung werten. Alleine aus diesen beiden Gründen hat die UNESCO schon das Recht Istanbul allgemein von der Liste des Weltkulturerbes zu streichen. Diskussionen über die Hagia Sophia sind ein ernstes internationales Agenda-Thema. Ihre Umwandlung in eine Moschee ist unter den genannten Bedingungen oder den damit einhergehenden Gefahren und Auswirkungen unmöglich.

Dazu kommt noch der Zuwachs der Minderheiten, der MuslimInnen bzw. TürkInnen, die in der EU und in Österreich leben. Die Diskussion sorgt für Irritationen in der christlichen Welt.  Hetze gegen TürkInnen und der Türkei im Ausland sind die Folge. Die Türkei hat in den letzten Jahren mit den Steuergeldern der türkischen BürgerInnen immerhin dreißig wichtige Kirchen in der Türkei renoviert, worauf man sehr stolz sein sollte. Doch auch der Instandhaltung von Synagogen, wie z. B. jener in Edirne, der größten Synagoge Europas, wurde viel Aufmerksamkeit geschenkt.


Was erwarten wir?

In der Hagia Sophia muss ein modernes und lebendiges Museumsverständnis wie in Österreich geschaffen werden.

Die Vervollständigung der Bestandsaufnahme der vorhandenen Kulturgüter, die Umsetzung von Bauleitplänen, die Überwachung der archäologischen Stätten und der sie umgebenden Kulturlandschaft sind wichtige Themen.

Die Hagia Sophia ist ein einzigartiges Wertesymbol

Es ist nicht vertretbar eine solche historische Baustruktur mit ihrer komplexen Geschichte auf Konflikte zu beschränken, die wissenschaftliche Studien ignorieren. Hinter den Diskussionen darüber, dass die Hagia Sophia wieder in eine Moschee verwandelt werden soll, steht ein tiefer politischer Kampf.

Die Tatsache, dass die Hagia Sophia als Museum allen Besuchern gleichermaßen offen steht, ist die einzige Möglichkeit, die den universellen Wert dieses einzigartigen Denkmals offenbart. Die Hagia Sophia sollte als Museum erhalten bleiben, das mit universellen Konservierungs- und Restaurierungspraktiken alle kulturellen Relikte zu erhalten hat. Denn so ein wichtiges Wertesymbol existiert auf der Welt kein zweites Mal.

Die Hagia Sophia gehört keiner bestimmten Menschengruppe an. Sie gehört der gesamten Menschheit und steht lediglich unter der Verwaltung und Besitz eines Staates, der sich mithilfe von Stiftungen gewissenhaft und engagiert um ihren Erhalt kümmern soll.

Die Türkei und die Mehrheit ihrer BürgerInnen, sowie alle aus der Türkei stammenden Europäer und Europäerinnen in Österreich und in der Welt können auf diese Diskussion verzichten. Niemand muss sich mehr mit der Umwandlung der Hagia Sophia beschäftigen. Es geht nicht um die Umwandlung, sondern um den Erhalt eines Wertesymbols für die ganze Welt und Menschheit. Die TKG fordert, dass die Hagia Sophia als Museum mit universellem Konservierungs- und Restaurierungsbedarf für die kulturellen Relikte erhalten bleibt. Zudem schlägt die TKG die Gründung eines Hagia-Sophia-Instituts vor

Wir wünschen „Friede daheim, Friede in der Welt.“

Wir wünschen uns, dass die Türkei wieder mit diesen wichtigen Worten den eigentlichen Grundstein der modernen Türkei wiederfindet, ohne die Gesellschaft im In- und Ausland zu spalten.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)-

Obmann

DI Birol Kilic

 

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