Kategorie: Ausgewählt

10 11 2019
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Hochachtung! Belit Onay wird erster türkischstämmiger Oberbürgermeister einer Großstadt

Es lebe die Republik, es lebe Deutschland!

Der türkischstämmige Onay ist bundesweit der erste Oberbürgermeister mit Migrationshintergrund in einer Landeshauptstadt.

Unglaublich aber wahr!

Erstmals erobern die Grünen  mit Belit Onay eine Großstadt im Norden von Deutschland: Belit Onay setzt sich in der Stichwahl gegen den Bewerber der CDU durch. Für die Stadt bedeutet die Wahl aber wohl keine Zäsur. Die Deutschtürken freuen sich. Der Grüne Belit Onay wird Oberbürgermeister von Hannover.

Hannover ist damit laut die WELT nach Freiburg, Darmstadt und Stuttgart die vierte Großstadt, in der ein Grüner zum Oberbürgermeister aufrückt. Der Grüne Belit Onay wird Oberbürgermeister von Hannover.

In der Stichwahl setzte sich der Landtagsabgeordnete am Sonntag mit 52,9 Prozent gegen den CDU-Bewerber Eckhard Scholz durch, der auf 47,1 Prozent der Stimmen kam. Zugleich stellt die SPD damit erstmals nach mehr als 70 Jahren nicht mehr den Oberbürgermeister in der niedersächsischen Landeshauptstadt.

Es lebe die Republik, es lebe Deutschland!

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) gratuliert recht herzlich.

 

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10 11 2019
By: TKG 0

ATATÜRK – 10.November: „Wir erinnern uns mit Respekt und Sehnsucht“

Atatürk (1881-1938), der Begründer der säkularen modernen Türkei,  starb am 10. November 1938 im Alter von knapp 57 Jahren.

Wir erinnern uns mit Respekt und Sehnsucht. Er wird immer wichtiger…

Wir danken ihm für die Gründung der laizistischen Republik am 29.10.1923. Damit sind unsere Vorfahren BürgerInnen (Citiyons) einer Republik, was einmalig ist unter einem mehrheitlich muslimischen Volk. Seit 1923 existiert aber leider auch eine Contra-Revolution, welche sowohl aus dem Inn- als auch aus dem Ausland bis heute Druck gegen die laizistische Republik ausübt.

Atatürk der Heerführer im 1. Weltkrieg, 1923-1938 erster Staatspräsident der Türkei, führte moderne Reformen durch und erhielt den Ehrennamen „Atatürk“, d.h. „Vater der Türken“.  Atatürks Patriotismus war nach innen gerichtet, bezog sich auf die Türkei und ihre Bevölkerung und beinhaltete nach außen keine aggressive Komponente. Atatürk lehnte eine pantürkisch motivierte imperialistische Expansion ab.

„Frieden in der Heimat (daheim), Frieden in der Welt“ war sein Motto.

„Heute sind alle Nationen der Erde fast Verwandte geworden oder bemühen sich, es noch zu werden. Infolgedessen muss der Mensch nicht nur an die Existenz und das Glück derjenigen Nation denken, der er angehört, sondern auch an das Vorhandensein und Wohlbefinden aller Nationen der Welt … Wir wissen nicht, ob uns nicht ein Ereignis, das wir weit entfernt glauben, eines Tages erreicht. Aus diesem Grund muss man die gesamte Menschheit als einen Körper und eine Nation, als sein Glied betrachten.“ (ATATÜRK)

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

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07 11 2019
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Eine vergessene Allianz?

Österreich-Ungarn und das Osmanische Reich im Ersten Weltkrieg

Wenn über das Habsburger Reich und das Osmanische Reich geredet wird – oder besser gesagt: über Österreich und die Türkei – dann kommen einem meist oder zuerst die Kriege, welche zwischen dem 16. und 18. Jahrhundert stattgefunden haben, in den Sinn.

Leicht vergessen werden dabei die engen wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen der beiden Mächte im 19. und 20. Jahrhundert – der Höhepunkt beider Länder (zusammen mit Deutschland und Bulgarien), betreffen die zentralen Mächte im Großen Krieg.

Nur wenige Menschen in der Türkei und in Österreich wissen, dass österreichisch-ungarische Streitkräfte an den Kämpfen in Gallipoli und in Palästina teilgenommen haben und dass Österreich-Ungarn der Türkei Material und Ausbildungsabteilungen zur Verfügung gestellt hat. Die Türken haben außerdem 32.000 Soldaten nach Galizien als Waffenbrüder in den Krieg gesendet. Davon sind ca. 12.000 türkische Soldaten gestorben und ca. 20.000 Kriegsveteranen.

Noch weniger bekannt ist die wichtige Anwesenheit geteilter Gruppen von Osmanen an der Ostfront.

Um zukünftige Forschungsaktivitäten zu diesen Themen zu diskutieren, veranstaltete das österreichische Verteidigungsministerium in Zusammenarbeit mit der Türkischen Botschaft in Wien, der türkischen Historischen Gesellschaft in Ankara (Türk Tarih Kurumu Ankara) sowie der Österreichischen Nationalen Verteidigungsakademie einen Expertenworkshop am 7.11.2019 in Wien.

In diesem Zusammenhang hat an der Österreichischen Verteidigungsakademie eine öffentliche Podiumsdiskussion mit renommierten Historikern aus beiden Ländern stattgefunden.

Vorsitzender war Dr. Erwin A. Schmidl von der National Defense Academy.

Unter dem Vorsitz von Dr. Erwin A. Schmidl von der Nationalen Verteidigungsakademie haben Fachleute aus beiden Ländern Themen wie „die Bedeutung der beide Mächte“ einander beigemessen und Einzelheiten zum „Einsatz osmanischer Streitkräfte in Galicien“ sowie „Streitkräfte vom österreichisch-ungarischen Militär im Nahen und Mittleren Osten“ erörtert. Der Stand der Forschung und die Verfügbarkeit von Quellen wurden ebenfalls angesprochen.

 

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07 11 2019
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TKG-Gedenktag: 7. November – „Light Of Hope“

Heute gedenken wir als Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) auch den Opfern der Novemberpogrome.

Wien (OTS) – Allein in Österreich wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 insgesamt 30 Juden getötet, 7.800 wurden verhaftet und rund 4.000 ins KZ Dachau deportiert. Alle Synagogen wurden verwüstet, die allermeisten komplett niedergebrannt.

Auch der „Türkische Tempel“ in der Zirkusgasse 22 in Wien.

In der Zirkusgasse 22 befand sich bis 1938 der Hauptsitz der sephardisch-türkischen Gemeinde in Wien. 1885 bis 1887 ließ diese an der Stelle eine Synagoge errichten. Sie wurde während der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört.

Heute Abend erinnert die jüdische Jugend Wiens, gemeinsam mit Studierenden der Uni Wien, beim Fackelzug „Light Of Hope“ an die Ereignisse vor 79 Jahren. Um 18 Uhr geht es beim Heldenplatz los, über das Juridicum führt der Weg zur Schlusskundgebung am Judenplatz.

Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) wird mit dem Vorstand und Mitgliedern auch dabei sein.

Von etwa 200.000 österreichischen Juden wurden etwa 65.500 in der NS-Zeit getötet. Die TKG verneigt sich vor ermordeten Juden…

Türkische Kulturgemeine in Österreich (TKG)

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Informationen:

DIE WIENER TÜRKISCH-ISRAEILITISCHE GEMEINDE UND SYNAGOGE

DIE GESCHICHTE DER TÜRKISCHEN JUDEN

SELTSAME BEGEGNUNGEN: TÜRKEN IN MAUTHAUSEN-TKG-ETU DENKMAL ERRICHTET

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05 11 2019
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„Light of Hope“ buluşması: 7. Kasım. 2019, Saat 19.00’da Heldenplatz

7.Kasım.2019,  1010, Heldenplatz’da saat 19:00´da Avusturya Universitelerin’de okuyan Musevi asıllı gençlerin her yıl düzenlediği ve kısa adı IKG olan Avusturya Musevi Cemaati‘ nin desteklediği „LIGHT OF HOPE“ adlı yürüyüşüne katılmak amacı ile buluşalım.

7. Kasım. 1938 tarihinden sonra  Nazilerin Viyana başta  olmak üzere tüm Avrupa’da Yahudiler ve   kendilerinden farklı düşünen siyasi görüşlü insanlara karşı hunharca yapılan katliam ve soykırımları anmak amacı Heldenplatz’da başlayacak  „LIGHT OF HOPE“ adlı yürüyüşe  Avusturya Türk Kültür Cemiyeti TKG’nın üyeleri ve dostları olarak katılacağız.

Bu konuda Avusturya’da yaşayan Türkler‘ in ve müslümanların Avusturya Devleti tarafından zorla komik tedavi yöntemlerine maruz kalması gerektiği gibi siyasi görüşleri tekliflerini ayrımcı ve ırkçılığın en alçak düzeyi olarak red ediyoruz. Varsa bir tedavi yöntemi buyrun tüm Avusturya’da herkese tabii tutulsun Türk toplumuda bu çoğunluğun içinde görevini yapar. Bir yandan Yahudilere karşı ırkçılık ve soykırım lanetlenirken diğer tarafdan Avusturya’da yaşayan Türk asıllı vatandaşlara Yahudiler kullanarak Avusturya sağının , Hiristiyan muhafazakar siyasi kesimin ve sözde Sol kesimin aşağılamak, karalamak ve ırkçılık yapmaya kalkması kelimenin en hafif tabiri terbiyesizliktir. Red ediyoruz. Ne Türkler toptan Yahudi nede Yahudiler’de toptan Türk düşmanı değildir.
Doğru birileri içimizen ve dışımızdan küstahca ve kin içinde Türk ve Yahudileri birbirine düşman yapmak istiyor.
Dikkatli olalım. Avusturya’da birilerinin 5. Kolu olup  maddi, manevi ve siyasi çıkarlar için ajan ve provakatörlük yapmayalım.
Sahtekarlık ve samimiyesizlik ile kraldan çok kralcı olmayalım.  Avusturya’da yaşayan Türkiye göçmenlerini din istismarı, Atatürk istismarı ve ucuz milliyetçilikler ile yarı cahil bırakıp maddi ve manevi sömürüp zalimlik yapmayalım.
Unutmayalım,“Allah‘ ın laneti zalimlerin üzerinde olsun“ (Araf, 44) ve „Aklını çalıştırmayanlar üzerine Allah lanet ve pislik yağdırır“( Yunus, 100)  indirilmiş Ayet-i Kerim vardır… Gökten tezek yağacak değil. Bakın her gün  bu kadar varlık içinde kendiniz ne görüyorsunuz. Kimseyi temsil etmeyi bırakalım..Bu kadar yağan lanet ve pislik içinde ilk önce toptan bir tövbe edelim, yanlışları tekrarlamayalım.  Aynalara küs olmayalım. Ne oldum delisi ise olmaktan çekinelim. Emin sıfatlı insanlar olalım.
 
 
Gelin izninizle tarihe kısaca ışık tutalım:

Atalarımız Avrupa´da ki Musevilere kapısını açmıştır…

Atalarımız yüzyıllar boyunca Musevine dinine mensup çeşitli milletlere ait insanlara topraklarını aşmış veya onları İspanya ve Portekiz’de olduğu gibi 1492 yıllarında bizzat oralardan gemiler ile kurtarıp kendi ülkesine getirmiş ve onlara o çağın çok ilerisinde büyük haklar ve devletin birçok önemli kademelerinde görevler vermiştir. Bu zaman içinde tüm Avrupa’da ve Rusya’da Yahudiler gettolar da yaşıyor, katliamlara uğruyor ve her türlü insanlık dışı mualemeye maruz kalıyorlardı  Belge (I)

Atatürk Türkiyesi Avrupa´da ki Musevilere kapısını açmıştır…

Avusturya ve Almanya´da Naziler  1938 -1945 yılları arasında yükselerek hem kendi ülkelerinde hem de başta Polanya, Macaristan, Fransa, Ukrayna, Rusya, Balkanlar ve Doğu Avrupa ülkelerinde  yaşayan o ülke Musevi dinine mensup vatandaşları alçakca o ülkenin kanunlarını hiçe sayarak toplama kamplarına sınırdışı ederek  yollarken  Atatürk Türkiyesi Avrupa´da ki Musevilere kapısını açmıştır…Daha fazla açmalımıydı? Evet açmalıydı.Bu övünelecek bir durum veya Yahudiler‘ in başına kalkılacak bir durum değildir. Bu bir insanlık görevidir. Az yapılmıştır ama asla fazla yapılmamıştır. Ama şu anda tarih içindeki gerçekler sisleniyor, manipüle ediliyor  ve bu insanlığı yapan milletin çocuklarına başta Avusturya olmak üzere Avrupa’da bu konuda Yahudiler kullanılarak eziyet ediliyor, aşağılanıyor ve toptan Yahudi düşmanı gösterilerek Avrupa’da 6 milyondan fazla Yahudi‘ nin soykırımına uğramasından sanki Avrupa’da ki Türkler „göbek atıyor“ gibi ifadeler ile şeytanlaştırılıyor. Türkiye’de ki siyasiler bunu kendi ve çevresinin çıkarlarının nefsi darlığı ile  göremiyorlar.  İç politikada üç beş oy daha fazla almak için veya dünyada Araplar’ın gözüne girmek için açtıkları kapanması zor yaralar  ve depremler büyük. Türkiye’nin anlı ve şanlı geçmişinden doğan artıları adeta yok sayılıyor ve eksi haline dönüştürülüyor. Acı verici!

10. Kasım.1938 Kristallnacht

Kristallnacht, “kırık camlar gecesi” (9 – 10 Kasım 1938), Nazi Almanyası’nda Yahudilere yapılan ilk büyük katliamdı.

SS Generali Heydrich’in 10 Kasım 1938 (Kristallnacht, “kırık camlar gecesi”, Yahudilere yapılan ilk büyük katliamdan önce)’de Eyalet Polisi Merkez Bürolarına ve Saha Komutanlıklarına mesajı: Selamlar: Bu gece Yahudilere karşı yapılacak önlemler.

Sadece Alman hayatına veya mülküne zarar vermeyen davranışlar yapılabilir (örneğin sinagoglar – Yahudi din evleri- yangının mahallelerde yayılma tehlikesi olmadığı sürece yakılabilir). Yahudilerin iş yerleri ve evleri tahrip edilebilir, fakat yağmalanamaz. Polis bu yönergelerin infazını gözetim altında tutup, yağmacıları tutuklamakla görevlendirilmiştir. İşyerlerinin bulunduğu sokaklarda Yahudi olmayan müesseseler her ne pahasına olursa olsun zarar görmemeleri için korunacaklardır. Gece gerçekleşen olaylar kontrol altına alınır alınmaz, belirlenmiş görevliler, her semtte yerel hapishanelerin alabildiği kadar Yahudi’yi, özellikle varlıklı Yahudileri tutuklayacaklardır. Başta sadece sağlığı yerinde, fazla yaşlı olmayan erkek Yahudiler tutuklanacaklardır. Tutuklama işlemleri biter bitmez uygun görülen toplama kampıyla irtibata geçilip Yahudilerin kamplara vakit kaybetmeden yollanması ayarlanacak…

Kristal Gece (Almanca ad ile Kristallnacht), 1938’de   9 Kasım’ı 10 Kasım’a  bağlayan gece, Nasyonal Sosyalist Partisi idâresi tarafından düzenlenen ve Yahudilere  âit ev, iş yeri ve  sinagoglara yapılmış kanlı ve ölümcül saldırıların gerçekleştiği gecenin adıdır.

O gece gerçekleşen yağma eylemleri sırasında ev, işyeri ve ibâdethanelerin tuz buz olmuş camları her yere saçılmış ve o meşûm gece ve o gecede yaşanan olaylar, halk arasında „kristal gece“ şeklinde hatırlanır olmuştur. Olayların „resmî“ asıl ismi, Almanca „Novemberpogrom„, yâni „Kasım Kıyımı“dır.

„Kasım Kıyımı“ adı verilen süreçte, 7 ile 13 Kasım 1938 arasında toplam 400 kişi öldürüldü. 1400 sinagog, Yahudîlere âit çok sayıda dinî veya sivil toplantı mekânı, binlerce işyeri, dükkân, ev ile birlikte Yahudî mezarlıkları talan ve yağma edildi.10 Kasım’dan sonra 30.000 Yahudî, toplama kamplarında gözaltına alındı, yüzlercesi bu kamplarda ya da kamplarda gördükleri muamelenin etkileri sonucu öldü.

„Kasım Kıyımı“, 1933’te başlayan Yahudî düşmanlığının düzenli bir takibe dönüşmesinin başlangıcı olarak kabul edilir. Olaylar, 3 yıl sonrasında da  Yahudi  Soykırımı’na dönüştü. Bu süreçte „Kasım Kıyımı“, Yahudî Soykırımı’nı hazırlayan temel olaylar arasında kabul edilir.

Viyana’da Türk Mabedi (Der Türkische Tempel) 10. Kasım.1938 yakılıyor

 

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10 Kasım 1938 yılında  başta Paris ve tüm Almanya Sinagogları yalan ve dolan bahaneler ile Hitler Başkanlığı’nda Nasyonel Sosyalist Alman Devleti tarafından eş zamanlı yakılırken Viyana´da TÜRK MABEDI (Belge II) adı altında Osmanlı zamanında Viyana şehrine  1718 yılında imzalanan Pasarofça Anlaşması’ndan doğan haklar ile gelen başta İstanbul, Edirne ve İzmir’den gelen  Türk Museviler’in gururla kurdukları Sinagogu’da yakılıp yıkılmış hatta tüm yıkım masraflarının parası Türk Musevi Avusturya Cemiyeti’ne Viyana’da ki Nazi Hükümeti tarafından inanılmaz bir şekilde yollanmış ve zorla ödettirilmiştir.  Bununla ilgili Viyana’da Viyana Musevi Müzesi’nde 2010 yılında düzenlenen “ Die Türken in Wien“ adlı sergiye TKG  maddi ve manevi olarak sponsor olmuştur. (Belge III) Kısaca Türkler yaşatırken Naziler yakmışlar, yıkmışlar, çalmışlar ve soykırım yapmışlardır…Avusturya’da 1938 öncesi 230 bine yakın Musevi asıllı vatandaş yaşıyordu. 200 bine yakını Viyana’da. 1945’den sonra bu sayı binlere düşmüş ve şu anda bu sayı resmi sayılara göre çoğu Rusya’dan göç etmiş Museviler  ile birlikte Avusturya Musevi Cemaati’ne üye sayısına göre 1o bine yaklaşmıştır. 1938’den önce Viyana’da Türk Musevi Cemaati yıllarca aktiv olarak ikinci Viyana’da Zirkusgasse 22’de Türk Mabedi adlı Sinagogu cevresinde toplanmışlardır.

Avusturya´da yaşayan Türk asıllı Avusturya veya Türk vatandaşlarının Yahudilere karşı gocunacakları hiç bir utançları yoktur.  Tam tersine Türkler tüm dünyadaki milletleri din, dil, ırk farkı gözetmeksizin kardeş olarak görmeyi Atatürk Türkiyesin’de öğrendik. Kimse kışkırtmasın yeter…

Bu anlamda her yıl olduğu gibi Avusturya Musevi vatandaşlarının her yıl 7. Kasım tarihinde Heldenplatz´da toplanıp birinci Viyana´da Judenplatz ´ a kadar LIGHT OF HOPE adlı yürüyüşüne katılacağız. Amacımız Avusturya takribi 60 bin tüm Avrupa´da 6 milyon Musevi asilli vatandaşın medeniyetin merkezi olarak kabul edilen Batı’nın kalbinde sadece „Yahudi dinine mensup oldukları için‘  toplama kamplarında veya şehirlerde soykırıma uğramasının acısını paylaşmak ve saygı duruşunda bulunarak tarihten nefret değil ders çıkarmaktır.

Avusturya Türk Kültür Cemiyeti olarak bu anlamda Avusturya´nın Mauthausen toplama kampında soykırıma uğrayan müslüman ve musevi Türk vatandaşlarının anısına Avusturya ve Türk Devleti´nin temsilcilerinin hazır olduğu bir törenle bir anıt dikerek 2010 yılında ölümsüzleştirmiştik. (Belge IV)

Gelin 7. Kasim.2019 tarihinde saat 19:00´da Heldenplatz´da sessizce LIGHT OF HOPE yürüyüşüne katılalım, acıları paylaşalım ve Avusturya yakın tarihini iyi öğrenerek  yeni vatanımız Avusturya’da  Musevi ve Türk asıllı insanların arasına konmak istenen nifak tohumlarına karşı tariyi iyi biliyoruz, acınızı paylaşıyoruz,  barış, esenlik ve kardeşlik ve istiyoruz diyerek cevap verelim.

Avusturya Türk Kültür Cemiyeti
Türkische Kulturgemeinde in Österreich TKG

Kaynaklar:

Belge (I)

http://www.turkischegemeinde.at/1993/09/die-geschichte-der-tuerkischen-juden/

Belge (II)

http://www.turkischegemeinde.at/2016/11/tkg-gedenken-an-novemberpogrome-tuerkischer-tempel/

Belge (III)

AUSTELLUNG: „DIE TÜRKEN IN WIEN-GESCHICHTE EINER JÜDISCHEN GEMEINDE“ IM JUDISCHEN MUSEUM
http://www.turkischegemeinde.at/2010/05/austellung-die-tuerken-in-wien-geschichte-einer-juedischen-gemeinde-im-judischen-museum/

Belge(IV)

Seltsame Begegnungen: Türken in Mauthausen-TKG-ETU Denkmal errichtet

 

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29 10 2019
By: TKG 0

Herzliche Gratulation!Die laizistische Türkische Republik wurde am 29.10.1923 ausgerufen

„Frieden daheim, Frieden in der Welt!“

Am 29.10.1923 wurde die laizistische Türkische Republik mit Atatürks Motto: „Frieden daheim, Frieden in der Welt!“ ausgerufen.

Herzliche Gratulation!

Heute vor 96 Jahren wurde die laizistische Türkische Republik durch Mustafa Kemal Atatürk am 29.10.1923 in der Türkei ausgerufen! Die meisten der 82 Millionen Menschen  in der Türkei und aus der Türkei in der Welt, in Deutschland und auch in Österreich feiern heute mit dem Herzen und sagen: „Vielen Dank für die beispielhafte Gründung der laizistischen Republik Türkei, als Europa in einer der schwierigsten und dunkelste reaktiönaren Zeiten war.“

Wir danken dem Gründer der laizistischen Republik Türkei, damit sind unsere Vorfahren Bürger (Citiyons) einer Republik geworden, worauf wir sehr stolz sind. Das war in der muslimischen Welt einmalig.

Seit 1923 existiert auch eine Contra- Revolution, gegen die laizistische Republik aus dem Inland in der Türkei und dem Ausland, bis heute. Wir müssen besonders wachsam sein weil wir hier in Europa, insbesondere im deutschsprachigen Raum wie Deutschland, Österreich und der Schweiz, leider die Wirkungen der reaktionäre Contra-Revolution täglich spüren.

Die Türkei war, ist und wird ein Nachbar der Europäischen Union bleiben und ist damit für die Stabilität und Integrität des Kontinents, beginnend am Balkan, sehr wichtig. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich wünscht sich aus Wien eine starke demokratische, rechtsstaatliche und laizistische Türkei. Ja zum Glauben, nein zum politisierten Glauben!

Es lebe die Republik in Österreich und in der Türkei!

 

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Das Gedenken an Mustafa Kemal Atatürk ist in der Türkei sehr stark ausgeprägt. Im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) in Istanbul starb Mustafa Kemal am 10. November 1938.  Die Uhren im ganzen Palast stehen entsprechend alter Sitte auf seiner Todesstunde. Zum Todestag Mustafa Kemals wird in der Türkei eine Trauerminute eingelegt, zu der landesweit Sirenen erklingen.

Atatürks Patriotismus genannt hat war nach innen gerichtet, bezog sich auf die Türkei und ihre Bevölkerung und beinhaltete nach außen keine aggressive Komponente. Er lehnte eine pantürkisch motivierte imperialistische Expansion im Gegensatz zu seinem früheren Rivalen Enver Pascha ab:

„Heute sind alle Nationen der Erde fast Verwandte geworden oder bemühen sich, es noch zu werden. Infolgedessen muss der Mensch nicht nur an die Existenz und das Glück derjenigen Nation denken, der er angehört, sondern auch an das Vorhandensein und Wohlbefinden aller Nationen der Welt … Wir wissen nicht, ob uns nicht ein Ereignis, das wir weit entfernt glauben, eines Tages erreicht. Aus diesem Grund muss man die gesamte Menschheit als einen Körper und eine Nation als sein Glied betrachten.(ATATÜRK)“[23]

 

 

Die Inschrift am ANZAC-Denkmal in Gallipoli, ein Zitat von Kemal Atatürk aus dem Jahr 1934, der bei dieser Schlacht selbst an der Front stand und die meisten seiner Männer verlor: „Diese Helden, die ihr Blut vergossen und ihr Leben gelassen haben… Ihr liegt nun in der Erde eines befreundeten Staates. Daher ruhet in Frieden. Denn es gibt für uns keinen Unterschied zwischen den Johnnies und den Mehmets, dort wo sie Seite an Seite in diesem unserem Lande liegen… Ihr Mütter, die eure Söhne aus weit entlegenen Länder geschickt habt, wischt weg eure Tränen! Eure Söhne liegen nun an unserer Brust und sind in Frieden. Ihr Leben in diesem Land verloren zu haben, machte sie genauso zu unseren Söhnen.“

 

Gesellschaftsreformer (1924–1938)

Atatürk und ein Bürger, 1930

Der Bruch mit den Strukturen und Institutionen des Osmanischen Reiches blieb ein Wagnis, das Widerstand hervorrief. Einige der wichtigen Mitstreiter aus den Anfängen des Befreiungskrieges, darunter Kâzım Karabekir und Ali Fuad, trennten sich von der Volkspartei des Präsidenten und gründeten mit der Erlaubnis Mustafa Kemals im November 1924 die oppositionelle Fortschrittspartei. Diese machte sich u. a. den Respekt vor Gewissensfreiheit und religiösen Gefühlen zum Programm und gewann Unterstützung unter den Anhängern der Scharia. Zur ernsten Herausforderung der jungen Republik und ihres Präsidenten wurde diese Entwicklung, als es im Februar 1925 in Südostanatolien zu einem Aufstand von Kurden kam, deren geistiger Führer Scheich Said die Rückkehr zu Sultanat und Kalifat propagierte. Mit aller Härte und Brutalität wurde der Scheich-Said-Aufstand militärisch niedergeschlagen und dabei das Ziel verfolgt, die kurdische Opposition weitestmöglich auszulöschen. Im Juni erging ein Verbot der Fortschrittspartei; Notstandsgesetze, Pressezensur und Justizapparat wurden gegen Opponenten in Stellung gebracht. Ein 1926 in Izmir aufgedecktes Mordkomplott dreier Verschwörer gegen den Präsidenten wurde von Mustafa Kemal als Gelegenheit genutzt, mit den Häuptern der Opposition als vermeintlichen Drahtziehern des geplanten Anschlags im Rahmen eines Schauprozesses vor dem „Freiheitsgericht“ abzurechnen. Die Republik nahm Züge einer Diktatur an.

Seine gebieterische und rastlos vorwärts drängende Natur war dem Leitbild eines modernen republikanischen Staatswesens nach westlichem Orientierungsmuster verpflichtet. Schon in einer Tagebuchaufzeichnung vom 6. Juni 1918 hatte er das Grundmotiv aller späteren Reformschritte formuliert:

„Sollte ich eines Tages großen Einfluß oder Macht besitzen, halte ich es für das Beste, unsere Gesellschaft schlagartig – sofort und in kürzester Zeit – zu verändern. Denn im Gegensatz zu anderen glaube ich nicht, daß sich diese Veränderung erreichen läßt, indem die Ungebildeten nur schrittweise auf ein höheres Niveau geführt werden. Mein Innerstes sträubt sich gegen eine solche Auffassung. Aus welchem Grund sollte ich mich auf den niedrigeren Stand der allgemeinen Bevölkerung zurückbegeben, nachdem ich viele Jahre lang ausgebildet worden bin, Zivilisations- und Sozialgeschichte studiert und in allen Phasen meines Lebens Befriedigung durch Freiheit erfahren habe? Ich werde dafür sorgen, daß sie auch dahin kommen. Nicht ich darf mich ihnen, sondern sie müssen sich mir annähern.“[10]

Dieses Programm verwirklichte er Zug um Zug, nachdem er gesiegt und in der Funktion des Staatspräsidenten die erstrebte Schlüsselposition innehatte. Es war eine Vielzahl tiefer Veränderungen in Tradition und Gewohnheiten, die er seinen Landsleuten binnen weniger Jahre umzusetzen vorgab.

Auf die Abschaffung des Kalifats ließ er ein äußeres Zeichen prowestlicher Säkularisierung folgen, indem er den Hut als männliche Kopfbedeckung als Teil der „nationalen Tracht“ propagierte (Hutrevolution) anstelle des für das ganze Osmanische Reich bis dahin typischen Mischung aus Fes, Turban und Kalpak. Wer fernerhin in der Öffentlichkeit mit diesen orientalischen Kopfbedeckungen angetroffen wurde, riskierte eine Geld- oder Gefängnisstrafe. In den gleichen Zeitraum fällt das Verbot der religiösen Bruderschaften und Orden. In Ostanatolien erhob sich gegen diese Entwicklungen teilweise erbitterter Widerstand, der mit Verhängung des Ausnahmezustands, scharfen Polizeimaßnahmen und Verhaftungen beantwortet wurde. 1934 erfolgte eine zweite Kleiderreform, welche den Geistlichen das Tragen ihres Gewands nur in ihren Arbeitsbereichen (Moschee, Beerdigung) gestattete.

Eine Umwälzung gesellschaftlicher Strukturen bedeuteten die von Mustafa Kemal eingeleiteten Schritte zur Frauenemanzipation, die in einer Neuordnung des ehelichen Scheidungsrechts, in der rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau, in der Förderung einer höheren Schulbildung und im Universitätszugang auch für Mädchen und Frauen zum Ausdruck kam.

Wie bei seinem Reformwerk nahezu durchgängig, ist Mustafa Kemal auch hier mit eigenem Beispiel vorangegangen. Als der langjährige Junggeselle schließlich heiratete, war es Latife Uşşaki, eine selbstbewusste, von westlichen Einflüssen geprägte Frau, deren emanzipiertes Auftreten ihm imponierte. Die Trauung am 29. Januar 1923 fand ohne religiöse Zeremonie statt und wurde vom Bürgermeister von Izmir vollzogen, wobei Mustafa Kemal die Gelegenheit nutzte, zu verkünden, dass alle Eheschließungen in der Türkei künftig ebenfalls von Vertretern des Staates durchzuführen seien. In der Ehe wie in der Öffentlichkeit konnte Lâtife eigene Standpunkte vertreten und so zu einer Modernisierung des Frauenbilds in der Türkei beitragen. Dabei zeigte sich allerdings auch, dass Mustafa Kemal mit seinen Staatsgeschäften und nächtlichen Diskussionsrunden zu sehr befasst war, um der jungen Frau ein ihren Wünschen entsprechendes Eheleben zu bieten. Als ihre Kritik nach zweieinhalbjähriger Ehe das für ihn tolerierbare Maß überstieg, betrieb er die am 22. Juli 1925 erfolgte Trennung und am 12. August 1925 bekanntgegebene Scheidung durch ein Talakname.[12] In der Folge gelang es ihm mittels gezielter Förderung von ihm adoptierter Mädchen und junger Frauen im eigenen Einflussbereich, das Ziel der Frauenemanzipation erfolgreich zur Geltung zu bringen. Von grundlegender gesamtgesellschaftlicher Bedeutung war die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts. Seit 1930 konnten Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen, seit 1934 auch an den Parlamentswahlen.

Mustafa Kemal als oberster Lehrer der Türkei

Es ist charakteristisch für seine Arbeits- und Vorgehensweise, dass Mustafa Kemal die Reformvorstellungen, die er in groben Zügen bereits früh entwickelt hatte, einem Kreis ausgewählter Berater und Sachkundiger bei spätabendlichen Tischgesellschaften vorstellte, für die er jeweils eine spezielle Liste der Einzuladenden ausgab. Offene Kritik ertrug er schlecht und duldete sie kaum; aber ohne den Rat und die Ideen von Sachkennern gehört zu haben, machte er sich auch nicht an die politische Umsetzung seiner Projekte.

Ende 1925 wurde die islamische Jahreszählung nach der Hedschra durch die christliche Zeitrechnung abgelöst (zu Einzelheiten der Reform des Kalenders und der Jahreszählung siehe: Rumi-Kalender).[13] Zehn Jahre später trat dann der Sonntag als arbeitsfreier Tag an die Stelle des den Muslimen heiligen Freitags. Außerdem wurde das metrische System eingeführt. Die am Koranorientierte Rechtsprechung wurde durch das Schweizer Zivilrecht[13], welches mit nur unbedeutenden Anpassungen übernommen wurde, abgelöst. Die Rechtsübernahme schloss auch das moderne Erbrecht und Familienrecht des Zivilgesetzbuches ein. Daneben wurden das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht[13] übernommen.

Als Amtssprache wurde die osmanische Hochsprache der bisherigen Eliten, die stark von der höfischen Sprache Persisch und von der heiligen Sprache Arabisch beeinflusst war, in einem von Sprachwissenschaftlern begleiteten Prozess durch die türkische Volkssprache abgelöst. Bis 1928 wurde die osmanische Sprache nach islamischer Tradition in der arabischen Schrift notiert. Mustafa Kemal ließ diese durch das lateinische Alphabet ersetzen, das der vokalreichen türkischen Sprache besser entsprach. Außerdem ließ es sich mit deutlich weniger Zeitaufwand erlernen[14] und verstärkte die durch Mustafa Kemal angestrebte Westorientierung. Auch auf diesem Feld legte er persönlich Hand an, indem er, mit Tafel und Kreide umherreisend, Unterricht erteilte.

„Vater der Türken“

Heinrich Krippel bei der Erstellung der Reiterstatue für das „Onur Anıtı“ in Samsun

Am Ende des durchgreifenden Reformprozesses stand eine Änderung des Namensrechts, die zu einer effektiveren Verwaltung des Personenstandwesens führen sollte und wiederum an westliche Muster anknüpfte: Jeder Bürger der Türkei wurde zur Annahme eines Familiennamens verpflichtet. Mustafa Kemal erhielt von der Nationalversammlung mit dem Gesetz Nr. 2587 vom 24. November 1934 den Namenszusatz bzw. Nachnamen Atatürk (Vater der Türken), welcher mit dem Gesetz Nr. 2622 unter gesetzlichen Schutz gestellt wurde. Für einige Vertraute und Weggefährten suchte er selbst die künftigen ehrenden Nachnamen aus. So auch für Ismet Pascha, der wegen seiner Verdienste im Befreiungskrieg gegen die Griechen nach dem Ort seiner beiden großen Schlachtenerfolge den Nachnamen İnönü erhielt. İsmet İnönü hat als Ministerpräsident über viele Jahre Mustafa Kemal Atatürk von der alltäglichen Regierungsroutine entlastet und wurde nach dessen Tod sein Nachfolger als Staatspräsident. Mustafa Kemals Namenswahl und die Ehrenbezeugungen, die er auf sich vereinte (1926 wurde in Istanbul ein erstes Denkmalerrichtet, dem ungezählte weitere im ganzen Lande folgten, s. u.), entsprachen den zeittypischen Formen des Personenkults in autoritären Regimen. Dieser hat in der Folge eine bis heute fortwirkende integrierende Wirkung für das türkische Staatswesen entfaltet. Atatürk gelang es, als Freiheitskämpfer, Staatspräsident und „oberster Lehrer der Nation“ mit seiner Person das Vakuum zu füllen, das mit der Abschaffung von Sultanat und Kalifat sowie mit der Abkehr von herkömmlichem Brauchtum zum Zwecke der Modernisierung einherging. So hat er es zweifellos auch als seine Aufgabe angesehen, seinem nach der Kriegsniederlage in gänzlich neuem staatlichen Rahmen zu organisierenden Volk ein Selbstbewusstsein und eine Identität zu vermitteln, ohne die es womöglich keinen stabilen neuen Staatsverband hätte bilden können. Er ist dabei sehr weit gegangen. Nicht nur, indem er, in glorifizierender Absicht, die Wurzeln des Türkentums in Mittelasien bis auf Attila und Dschingis Khan zurückführte, sondern vor allem, indem er über die Türkische Geschichtsthese und die Sonnensprachtheorie die Lehrmeinung verbreiten ließ, die Türken seien das älteste Volk der Welt, von dem alle anderen Völker direkt oder indirekt abstammten.[17]

 

Außenpolitisches Wirken

Der jugoslawische König Alexander I. und Mustafa Kemal mit Zylinderhut.

Atatürks Nationalismus war nach innen gerichtet, bezog sich auf die Türkei und ihre Bevölkerung und beinhaltete nach außen keine aggressive Komponente. Er lehnte eine pantürkisch motivierte imperialistische Expansion im Gegensatz zu seinem früheren Rivalen Enver Pascha ab:

„Heute sind alle Nationen der Erde fast Verwandte geworden oder bemühen sich, es noch zu werden. Infolgedessen muss der Mensch nicht nur an die Existenz und das Glück derjenigen Nation denken, der er angehört, sondern auch an das Vorhandensein und Wohlbefinden aller Nationen der Welt … Wir wissen nicht, ob uns nicht ein Ereignis, das wir weit entfernt glauben, eines Tages erreicht. Aus diesem Grund muss man die gesamte Menschheit als einen Körper und eine Nation als sein Glied betrachten.“[23]

1932 trat die Türkei dem Völkerbund bei. 1936 wurde ihr durch das Abkommen von Montreux die im Vertrag von Lausanne noch vorenthaltene Souveränität über die Meerengen Bosporus und Dardanellen sowie die diesbezügliche Kontrolle der Schifffahrt zugestanden. Zu Griechenland konnte schon von 1930 an ein gutnachbarliches Verhältnis hergestellt werden, und beim Balkanpakt1934 in Athen war es vor allem Atatürks multilateralen Ausgleichsbemühungen zuzuschreiben, dass ein die Türkei, Griechenland, Jugoslawien und Rumänien zusammenführendes Vertragswerk geschlossen werden konnte. Im selben Jahr schlug der griechische Premierminister Venizelos – wenn auch erfolglos – Mustafa Kemal Atatürk für den Friedensnobelpreis vor.

Zu den faschistischen Diktatoren Mussolini und Hitler hielt Atatürk unmissverständlich Abstand und hieß eine Vielzahl zu Beginn der NS-Herrschaft ins türkische Exil flüchtender Wissenschaftler, Künstler und Architekten in der Türkei willkommen, die eine Mitwirkung der Exilanten bei der Modernisierung des Landes und beim Aufbau des türkischen Hochschulwesens gut gebrauchen konnte. Für manche von ihnen wurden die Universitäten von Ankara und Istanbul[24] zu neuen Wirkungsstätten. Unter denen, die in der Türkei eine Zuflucht fanden, waren der spätere Regierende Bürgermeister von Berlin Ernst Reuter sowie die Architekten Clemens Holzmeister, der den Regierungsbezirk in Ankara entwarf, und Bruno Taut, der 1938 den Katafalk zur Trauerfeier für den verstorbenen Atatürk entwerfen sollte.

Ambivalent war das Verhältnis Atatürks zur benachbarten Großmacht Sowjetunion. Beide Staaten unterstützten sich gegenseitig in dem Bemühen, die internationale Isolierung durch die Siegermächte zu überwinden. Auch die von sowjetischer Seite dem jungen türkischen Staat in begrenztem Umfang gewährten Aufbauhilfen hat Mustafa Kemal gern entgegengenommen. Von der kommunistischen Ideologie und dem sowjetischen Gesellschaftsmodell jedoch distanzierte er sich deutlich.

Bereits beim Festakt zum zehnjährigen Jubiläum der Republik Türkei im Oktober 1933 sah Mustafa Kemal einen möglichen neuen Krieg in Europa voraus und legte sein Land für diesen Fall auf einen Kurs der Neutralität fest.[25] Dem amerikanischen General Douglas MacArthur, der zur Manöverbeobachtung Anfang der 1930er Jahre die Türkei aufsuchte, gab er folgende Prophezeiung, die allerdings erst 1951 veröffentlicht wurde, mit auf den Weg:

„Meiner Meinung nach wird das Schicksal Europas wie gestern auch morgen von der Haltung Deutschlands abhängig sein. Diese außergewöhnlich dynamische und disziplinierte Nation von 70 Millionen wird, sobald sie sich einer politischen Strömung hingibt, die ihre nationalen Begierden aufpeitscht, früher oder später den Vertrag von Versailles zu beseitigen suchen. Deutschland wird in kürzester Zeit eine Armee aufstellen können, die imstande sein wird, ganz Europa, mit Ausnahme von England und Russland, zu besetzen … der Krieg wird in den Jahren 1940/45 ausbrechen … Frankreich hat keine Möglichkeit mehr, eine starke Armee aufzustellen. England kann sich bei der Verteidigung seiner Insel nicht mehr auf Frankreich verlassen. Amerika wird in diesem Krieg genau wie im Ersten Weltkrieg nicht neutral bleiben können. Und Deutschland wird wegen des amerikanischen Kriegseintritts diesen Krieg verlieren…“[26]

Alexander Rüstow-Kessler, der von 1933-1946 in Istanbul tätig war, schrieb über seine Zeit in der Emigration: „Wir Deutsche und sicherlich Österreich haben Anlass uns dankbar daran zu erinnern, dass die Türkei in den dunkelsten Stunden unserer Geschichte nach 1933 vielen vom nationalsozialistischen Regime verfolgten Deutschen und Österreich durch Atatürk Zuflucht geboten hat, auch vielen Hochschullehrern. Sie folgten dem Ruf Kemal Atatürks, der die Bedeutung von Wissenschaft und freier akademischer Forschung für ein modernes Staatswesen erkannt hatte. Sie sind hier aufgenommen worden, forschten an den Universitäten von Ankara und Istanbul und leisteten so auch einen Beitrag zum Aufbau eines modernen Hochschulwesens in der Türkei. Ich werde dem edlen und ritterlichen türkischen Volk für diese Möglichkeit immer dankbar bleiben.“ An diesen Satz möchte ich heute im Namen aller Deutschen und Österreich erinnern.“

Mustafa Kemal Pascha, genannt Atatürk, ist allgegenwärtig in der Türkei. Sein Porträt hängt in Geschäften, Büros, Wohnzimmern, sein Gesicht ist auf T-Shirts gedruckt, auf Postkarten und Postern, seine Unterschrift findet man auf Souvenirs wie Taschenmessern und Schreibgeräten.

Atatürk ist der Republikgründer, der mit militärischem Geschick und politischem Ehrgeiz aus der Konkursmasse des Osmanischen Reichs 1923 die moderne Türkei formte. Er schaffte die arabische Schrift ab, trennte strikt zwischen Religion und Staat und suchte die Anbindung an den Westen.

Mustafa Kemal Atatürk ist Gründer der Republik Türkei und erster Staatspräsident. Sein Geburtsname ist Mustafa.

Die Beinamen erhielt er im Laufe seines Lebens. Mustafa Kemal Atatürk 1881 n.Chr. ist in Thessaloniki, das damals noch zum Osmanischen Reich gehörte, als Kind von Ali Riza Efendi, und Zübeyde Hanim geboren. Von den fünf Geschwistern Atatürks starben vier bereits in ihrer Kindheit, nur Makbule Atadan lebte bis zum Jahre 1956. Sein eigenes Geburtsdatum steht nicht genau fest, so dass er dafür später den 19. Mai wählte, an dem er 1919 mit 38 Jahren in der anatolischen Küstenstadt Samsun landete, um die Kräfte für die Befreiung des Landes von Siegermächten und Sultanat zu sammeln. Das Geburtshaus in Thessaloniki liegt neben dem türkischen Generalkonsulat.

Ein Teil des Gebäudes ist der Öffentlichkeit zugänglich und zeigt eine umfangreiche Ausstellung über Mustafa Kemal Atatürk. Während seiner Schulausbildung verlor er 1888 seinen Vater. Eine Weile blieb er bei seinem Onkel auf dem Rapla Bauernhof, kehrte dann nach Saloniki zurück und beendete seine Schule. In 1893 trat er als zwölfjähriger in die Askeri Rüştiye (Militärschule) ein. In dieser Schule wurde durch seinen Mathematiklehrer Mustafa Bey seinem Namen „Kemal“ (Vollkommener) angehängt, da er seine Schulleistungen würdigen wollte.

Die Abschlussprüfung 1895 absolvierte er als Viertbester. Im Anschluss an diese Ausbildung begann er in Istanbul sein Studium auf der Harp Okulu (Wehrdienstschule) zum Offizier. In 1902 wurde er Leutnant und setzte seine schulische Laufbahn auf der Wehrdienstakademie fort bis zum Hauptmann. In den Jahren 1905-1907 stand er in Damaskus im Dienst der fünften Armee der Osmanen, stieg weiter in seiner Offizierslaufbahn auf und wurde nach Monastir in die dritte Armee versetzt. In Damaskus kam Atatürk in Kontakt mit einem jungtürkisch-oppositionell ausgerichteten Beteiligten an einem gescheiterten Attentat auf Sultan Abdülhamid II. Nach Verbüßung einer Gefängnisstrafe war jener nach Syrien in die Verbannung geschickt worden und betrieb nun einen Buchladen, u.a. mit verbotenen französischen Schriften. Mit ihm gründete Mustafa Kemal die revolutionäre Organisation „Vaterland und Freiheit“, für die er in Jerusalem, Jaffa und Beirut weitere Mitglieder anwarb. Ende 1906 gab ihm sein militärischer Vorgesetzter Rückendeckung für eine verdeckte Reise zurück nach Saloniki, wo er Zugang zu den führenden Köpfen der jungtürkischen Opposition suchte und eine Zweigstelle seiner Organisation gründete. Der Gefahr, dort als Deserteur entdeckt zu werden, entkam er durch rechtzeitige Rückreise nach Syrien. Am 19. April 1909 nahm er in der in Istanbul einmarschierenden Armee der Befreiungsbewegung die Stellung als Generalstabchef ein. Im Jahre 1910 wurde er nach Frankreich geschickt, wo er an den Picardie-Manövern teilnahm und Französisch sowie westliche Lebensart lernte. In 1911 nahm Mustafa Kemal gemeinsam mit einer Gruppe von Freunden im Gebiet von Tobruk und Derne gegen Italien teil. Durch den Sieg am 22.12.1911 erhielt er im Anschluss den Titel des Kommandeurs von Derne. Als im Oktober 1912 der Balkankrieg ausbrach, beteiligte sich Mustafa Kemal mit den Truppen in Gallipoli und Bolayır am Krieg. Bei der Rückeroberung von Dimetoka und Edirne hat er große Dienste geleistet. Im Jahre 1913 wurde er zum Militärattache von Sofia ernannt und wurde er im Jahre 1914 zum Oberstleutnant ernannt. Seinen Dienst als Militärattache beendete er im Januar 1915. In der Zwischenzeit brach der I. Weltkrieg aus und das osmanische Reich brach zusammen.

Mustafa Kemal wurde mit der Gründung der 19. Division in Tekirdağ beauftragt. Zum größten Ruhm gelang Mustafa Kemal in Çanakkale, da es ihm in schweren und verlustreichen Kämpfen gelang die Meerenge „unpassierbar“ zu gestalten. Aber auch die englischen und französischen Flotten mussten am 18. März 1915 bei der Passierung der Dardanellen schwere Verluste hinnehmen, worauf entschlossen wurde, auf der Halbinsel Gallipoli Truppenlandungen vorzunehmen. Die am 25. April 1915 Arıburnu (Schlachtort auf Gallipoli) erreichenden Besatzungstruppen wurden durch die 19. Division unter dem Kommando Mustafa Kemals bei Conkbayırı aufgehalten. Aufgrund dieses Erfolges Mustafa Kemals wurde er zum Oberst ernannt. Die Engländer setzten am 6.-7. August 1915 abermals bei Arıburnu zum Angriff an. Der Kommandant der Anafartalar Gruppe (Anafartalar = Orte auf der Halbinsel Gallipoli) Mustafa Kemal erzielte am 9.-10. August den Sieg bei Anafartalar. Diesem Sieg folgte am 17. August der Sieg bei Kireçtepe und am 21. August der zweite Sieg bei Anafartalar. Der Widerstand musste mit 253.000 Soldaten bezahlt werden. Mustafa Kemal nahm nach Çanakkale 1916 bei den Kriegen in Edirne und Diyarbakır teil. Am 1.4.1916 stieg er zum Generalmajor auf. Nach Kämpfen mit russischen Truppen, konnte er die Rückeroberung von Muş und Bitlis erreichen.

Nach seinen kurzen Einsätzen in Damaskus und Aleppo kehrte er im Jahre 1917 wieder nach Istanbul zurück. Gemeinsam mit Kronprinz Vahidettin Efendi reiste er nach Deutschland, wo er eine genaue Analyse der Front vornahm. Nach dieser Reise erkrankte er und wurde in Wien als auch in Karlsbad behandelt. Am 15. August 1918 kehrte er als Kommandant der VII. Armee nach Aleppo zurück. An dieser Front führte er erfolgreiche Abwehrkämpfe gegen die englischen Streitkräfte. Am 31. Oktober 1918, einen Tag nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes von Mudros, wurde er zum Kommandanten der schnellen Eingreifstruppen ernannt. Als diese Armee aufgelöst wurde, kehrte er am 13. November 1918 nach Istanbul zurück und wurde im Harbiye Nezâreti (Kriegsministerium) beauftragt. Als die Entente Staaten nach dem Waffenstillstand von Mudros begannen, die osmanischen Armeen zu vereinnahmen, ging Mustafa Kemal am 19. Mai 1919 als Inspektor der 9. Armee nach Samsun. Mit dem in Amasya veröffentlichten Rundschreiben „Die Unabhängigkeit des Volkes wird durch die Entschlossenheit und Entscheidung des Volkes wieder gewonnen“ hat er am 22. Juni 1919 den Sivas-Kongress einberufen. In den am 23. Juli bis zum 7. August 1919 in Erzurum und am 4.-11. September 1919 in Sivas stattfindenden Kongressen wurden die Strategien zur Befreiung der Heimat festgelegt. Es gibt Kontroversen unter Historikern, in wie weit der dabei vorgestellte türkische Nationalismus eine Reaktion auf den von Briten geschürten anti-osmanischen arabischen Nationalismus war. Am 27. Dezember 1919 wurde Mustafa Kemal in Ankara mit großer Begeisterung empfangen. Am 23. April 1920 wurde durch die Eröffnung der Großen Türkischen Nationalversammlung ein wichtiger Schritt Richtung Gründung der Türkischen Republik unternommen. Mustafa Kemal wurde zum Vorsitzenden der Nationalversammlung und der Regierung gewählt.

Die Grosse Türkische Nationalversammlung akzeptierte die Gesetze, die zur erfolgreichen Durchführung des Befreiungskrieges notwendig waren, und begann umgehend mit deren Umsetzung. Der Türkische Befreiungskrieg begann am 15. Mai 1919 zur Befreiung von Izmir von der durch Briten unterstützten griechischen Besatzung, was mit der Befreiung Izmirs endete. Am 20. September 1920 folgten die Befreiung von Sarıkamış, Kars (30. Oktober 1920) und Gümrü (7. November 1920) und Sieg von Sakarya (13. September 1921). Im Anschluss ernannte die Grosse Türkische Nationalversammlung am 19. September 1921 Mustafa Kemal zum Generalfeldmarschalls mit dem Ehrentitel „Gazi“. Der Befreiungskrieg wurde am 24. Juli 1923 mit der Unterzeichnung des Vertrages von Lausanne abgeschlossen. Das im Vertrag von Sevres in viele kleine Enklaven zergliederte Land wurde wieder zusammengeführt. Am 23. April 1920 wurde in Ankara mit der Eröffnung der Grossen Türkischen Nationalversammlung die Gründung der Türkischen Republik bekannt gegeben. Am 1. November 1922 wurde das Amt des Kalifen und das Sultanat voneinander getrennt, das Sultanat abgeschafft. Somit wurden die Verbindungen mit dem Osmanischen Reich auf der Verwaltungsebene abgebrochen. Am 13. Oktober 1923 wurde die Republik akzeptiert, Atatürk wurde einstimmig zum Staatspräsidenten gewählt.

Am 3. März 1924 wurde auch das Kalifat durch Atatürk abgeschafft. Zu den Umgestaltungen des Rechts- Und Gesellschaftssystems gehörte die Abschaffung des islamischen Rechts [scharia], das aber ohnehin nur noch in einer pervertierten Form in den Resten des Osmanischen Reichs den Menschen keinen Schutz bieten konnte. Auch die daran gekoppelten Symbole wurden verboten, u.a. in den Hut- und Bekleidungsneuordnungen (25. November 1925). Das Tragen von Turbanen in der Öffentlichkeit wurde unter Strafandrohung verboten. Am 21. Juni 1934 folgte die Einführung des Familiennamens nach westlichem Vorbild. Am 30. November 1925 wurden die Derwischklöster und Heiligengrabmäler geschlossen. Am 26. November 1934 wurden Beinamen und frühere Titel abgeschafft. Ende 1925 wurde die islamische Zeitrechnung durch den Gregorianischen Kalender mit der Zählung ab Christi Geburt ersetzt. 1935 trat dann der Sonntag als arbeitsfreier Tag an die Stelle des den Muslimen heiligen Freitags. Bis 1931 wurden alle internationalen Maßeinheiten wie z.B. das Metermaß eingeführt. 1929/30 ereignete sich die Geschichte um die Bewegte Villa (Yürüyen Köşk). Als wichtigsten „Reformansatz“ Atatürks wird immer die Einführung der laizistischen Rechtsordnung durch die Herausgabe der Türkischen Zivilgesetze und anderer Gesetze angegeben (1924-1937).  Insbesondere die Trennung von Staat und Religion in Form des Laizismus wird ihm zugeschrieben. Allerdings liegt hierbei oft eine verklärte Betrachtungsweise des Osmanischen Reichs vor, da bereits zuvor der Scheichülislam eine Instanz war, welche die oberste religiöse Autorität stellte, während der Kalif und Sultan der Erbmonarchie die weltliche Macht beanspruchte. Nach der Einführung des Familiennamengesetzes wurde am 24. November 1934 an Mustafa Kemal von der Grossen Türkischen Nationalversammlung (der Familienname „ATATÜRK“ (Stammvater der Türken) verliehen.

Atatürk wurde am 24. April 1920 sowie am 13. August 1923 zum Vorsitzenden der TBMM gewählt. Das TBMM hat Atatürk in den Jahren 1927, 1931 und 1935 wiederum zum Staatspräsidenten gewählt. Am 29. Januar 1923 heiratete Atatürk Latife Hanım (Foto links). Die Trauung fand ohne religiöse Zeremonie statt und wurde vollzogen vom Bürgermeister von Izmir, wobei Atatürk die Gelegenheit nutzte zu verkünden, dass alle künftigen Eheschließungen in der Türkei ebenfalls von Vertretern des Staates durchzuführen seien. Die Ehe dauerte bis zum 5. August 1925 und wurde nach einer Auseinandersetzung, dessen Hintergründe nie veröffentlicht wurden, geschieden. Atatürk adoptierte die Mädchen Afet Inan, Sabiha Göktschen, Fikriye, Ülkü, Nebile, Rukiye, Zehra und den Hirtenjungen Mustafa. Die Jungen Abdurrahim und Ihsan wurden unter seine Obhut genommen.

Zur ernsten Herausforderung der jungen Republik und ihres Präsidenten wurde im gleichen Jahr eine Entwicklung, als im Februar 1925 in Südostanatolien ein Aufstand der Kurden ausbrach, dessen geistiger Führer, Scheich Said, die Rückkehr zu Sultanat und Kalifat propagierte. Der Aufstand wurde militärisch besiegt und Scheich Said hingerichtet. Im Gleichen Jahr gab es zudem Widerstand gegen die Hutrevolution. Zwischen dem 15. und 20. Oktober 1927 hielt er in dem Gebäude des ersten Parlaments, das heute Museum der Republikzeit ist, seine berühmte Marathonrede, die als Nutuk bekannt geworden ist. 1928 folgte die Buchstabenrevolution. Gekoppelt an die Reformen Atatürks wurde das Bildungs- und Kulturwesen umgestaltet. Am 1.11.1928 wurden die neuen türkischen Buchstaben auf Basis der Lateinischen eingeführt. Dieser Bruch mit der osmanischen Zeit führte dazu, dass die meisten Türken den Heiligen Qur’an nicht mehr in der Originalschrift lesen konnten. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass zum Ende des Osmanischen Reichs die Analphabetenrate ohnehin sehr hoch war. Die Inhalte des Heiligen Qur’an waren nur sehr wenigen Geistlichen [ulama] bekannt. Atatürk ließ den Heiligen Qur’an ins Türkische übertragen und las im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) als erster aus der Übersetzung vor. Zuvor gab es nur eine Übersetzung von den Nichtmuslimen Zeki Megamiz und Mihran Efendi. Atatürks Idee jedoch, dass in den Moscheen statt auf Arabisch nur noch auf Türkisch gebetet werden sollte, erwies sich als undurchführbar und wurde zurückgenommen. Von grundlegender gesellschaftlicher Bedeutung war die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts. Seit 1930 konnten Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen, seit 1934 auch an den Parlamentswahlen. Im Jahre 1937 vermachte Atatürk seine Bauernhöfe der Schatzkammer sowie einen Teil seiner Grundbesitze an die Stadtverwaltungen von Ankara und Bursa.

In seinem Erbe wurden seine Schwester, seine Adoptivkinder sowie das Institut für Türkische Sprache und Geschichte bedacht. Zu den Diktatoren Mussolini und Hitler hielt Atatürk unmissverständlich Abstand und hieß eine Vielzahl zu Beginn der NS-Herrschaft ins Exil flüchtender Wissenschaftler, Künstler und Architekten in der Türkei willkommen, die bei der Modernisierung des Landes und beim Aufbau des türkischen Hochschulwesens mithalfen. Für manche von ihnen wurden die Universitäten von Ankara und Istanbul zu neuen Wirkungsstätten. Unter denen, die in der Türkei eine Zuflucht fanden, waren z.B. der spätere Berliner Regierende Bürgermeister Ernst Reuter und der Architekt Bruno Taut, der 1938 den Katafalk zur Trauerfeier für den verstorbenen Atatürk entwerfen sollte. Biographen bescheinigen ihm zudem eine Zuneigung zu seinem Pferd Sakarya und seinem Hund Fox. In seinem Privatleben genoss er auch Alkohol, was zwar allgemein bekannt war aber aufgrund der islamischen Gebote dazu nie thematisiert wurde zu seinen Lebzeiten. Er starb am 10. November 1938, um 9.05 Uhr im Dolmabahtsche-Palast an einer Leberzirrhose, die nicht mehr geheilt werden konnte. Sein Leichnam wurde gegen alle Traditionen des Islam aufgebahrt. Erst neu Tage nach seinem Ableben soll im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) auf Drängen einer Verwandten ein Ritualgebet für Verstorbene durchgeführt, wobei umstritten ist, ob die religiösen Riten eingehalten wurden. Atatürk wurde nach Ankara überführt und am 21. November 1938 vorübergehend im Ethnographische Museum Adana in Alkohol zeremoniell bestattet. Nach dem Bau des Anıtkabir (Gedenkgrabstätte) wurde er am 10. November 1953 mit einer Zeremonie umgebettet.

Manche Aussagen, die Atatürk nach seinem Ableben zugeschrieben wurden, darunter Schmähaussagen, die Atatürk angeblich gegen Prophet Muhammad (s.) geäußert haben soll, wurden ihm von einigen westlichen Orientalisten zugeschrieben, finden sich aber nicht in originalen türkischen Quellen, so dass ihr Wahrheitsgehalt umstritten ist. Unbestritten hingegen ist seine besondere nationalistisch orientierte Denkweise, die so weit ging, dass er die Wurzeln des Türkentums in Mittelasien bis auf Attila und Dschingis Khan in glorifizierender Art zurückgeführte und die Lehrmeinung verbreiten ließ, die Türken seien eines der ältesten Völker der Welt, von dem viele der anderen Völker direkt oder indirekt abstammten; eine Lehrmeinung, die heute noch in der Türkei vorhanden ist. Außenpolitisch hatten insbesondere seine Befreiungskämpfe Wirkung. So verehrte ihn 1944 Indiens späterer Ministerpräsident Dschawaharlal Nehru als Vorkämpfer der Unabhängigkeit von den Kolonialmächten. Das Gedenken an Mustafa Kemal Atatürk ist in der Türkei sehr stark ausgeprägt. Im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) in Istanbul starb Mustafa Kemal am 10. November 1938.

Die Uhren im ganzen Palast stehen entsprechend alter Sitte auf seiner Todesstunde. Zum Todestag Mustafa Kemals wird in der Türkei eine Trauerminute eingelegt, zu der landesweit Sirenen erklingen. Sein Abbild findet sich auf sämtlichen Münzen und Geldscheinen der türkischen Währung. In vielen türkischen Städten stehen mehrere Atatürk-Statuen auf öffentlichen Plätzen und Parks. Daneben befinden sich in fast allen öffentlichen Gebäuden Büsten von Atatürk und einige Einrichtungen tragen seinen Namen: der Atatürk-Staudamm, der Internationale Flughafen Istanbuls (Atatürk Havalimanı) und das Istanbuler Atatürk Olimpiyat Stadı. Als erstes Denkmal Atatürks gilt eine Arbeit des österreichischen Bildhauer Heinrich Krippel auf der Saray-Spitze in Istanbul, welches 1925 entstand. Die Büste wurde zahllose Male reproduziert und findet sich überall im Land. Im Güvenpark in Ankara steht das „Denkmal des Vertrauens“. Es wurde 1935 nach den Entwürfen der österreichischen Bildhauer Clemens Holzmeister, Anton Hanak und Josef Thorak errichtet und trägt als Inschrift ein Zitat von Atatürk: „Türke, rühme dich, arbeite und vertraue. (Türk, öğün, calış, güven.).“ Das „Siegesdenkmal“ Atatürks des italienischen Bildhauers Pietro Canonica von 1927 auf dem Sieges-Platz in Ankara zeigt ihn in Uniform. Das „Republik-Denkmal“ (1927) des österreichischen Bildhauers Heinrich Krippel auf dem Ulus-Platz in Ankara zeigt Atatürk auf einem Pferd und soll den türkischen Freiheitskampf symbolisieren.

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28 10 2019
By: TKG 0

Provokation – Wider der Vernunft-Wer hat hier der Regie geführt?

Austrotürken distanzieren sich von diesen rüpelhaften Jugendlichen

These: „Inszenierte Kundgebung um die Türk*innen in Verlegenheit zu bringen“

Rätselhafte Demo am Stephansplatz – 18.10.2019, wovon in der türkischen „Community, Presse oder sozialen Medien“ weder jemand gesprochen noch geschrieben hat (auch keine österreichischen) und niemand über Wissen dazu verfügt.

Nur die Onlinezeitung „Presseservice-Wien“, welche kein Impressum  beinhaltet. Die Domain ist über eine niederländische Hosting-Firma registriert (AltusHost B.V.) und auf einem Server von Key Systems gelagert. Zu Recht beunruhigende bzw. neugierig gewordene Austro-Jüdische soziale Medien, Onlinezeitungen und Vereine haben darüber auch bzw. teilungen einen Bericht geteilt.

Der Bericht der Onlinezeitung „Presseservice-Wien“ lautet wie folgt:

„Am 18.10.2019 demonstrierten am Stephansplatz in der Wiener Innenstadt zwischen 50 und 100 türkische NationalistInnen und RechtsextremistInnen. Die auffällig jungen DemonstrantInnen versammelten sich neben dem Stephansdom und zeigten offen ihre Gesinnung: Neben türkischen Flaggen waren durchgehend der Wolfsgruß und mindestens einmal die 3 Halbmonde (Erkennungszeichen der rechtsextremen türkischen Partei MHP) zu sehen. Auch der Rabia-Gruß wurde oft gezeigt, was als Symbol der islamistischen Muslimbruderschaft gilt.Ein paar Demonstrant_innen marschierten unter „Takbir, Allahu Akbar“ Rufen Richtung Schwedenplatz, während zahlreiche türkische Nationalist_innen weiterhin am Stephansplatz blieben. Dort riefen sie antisemitische Parolen wie „Verdammt sei Israel“, sowie andere die direkt Bezug auf den laufenden Einmarsch der Türkischen Armee in Nordsyrien nahmen, wie „Sind in Rojava einmarschiert und haben eure Mütter gefickt“.“[1]  Video anschauen

Laut der Onlinezeitung , welche unter dem Namen „Presseservice-Wien“ geführt wird, sich als „Netzwerk freier Foto-Journalist*innen“ bezeichnet und welche sich laut Selbstdefinition als „Medienprojekt zur Dokumentation sozialer Bewegungen und rechter Mobilisierung in Zentral- und Osteuropa“ definiert, hat einige Bilder von der Demonstration ins Internet gestellt.

Die Polizei war von der Kundgebung genauso überrascht, wie viele türkische Vereine und die türkische Botschaft in Wien, weil absolut keine Informationen über die Personen oder einer dahinterstehenden Gruppierung vorhanden waren. Nach Recherchen der Türkischen Kulturgemeinde wurde diese Demonstration auch nicht ordnungsgemäß bei der zuständigen Behörde gemeldet und genehmigt.

Wir wollen Frieden daheim und Frieden in der Welt

Die Türkische Kulturgemeinde verurteilt jegliche Hetze gegen Israel auf diese Art in Österreich auf das Schärfste. Wir haben uns schon immer ausdrücklich gegen das Importieren der Konflikte von den Herkunftsländern nach Österreich gestellt und dies stark abgelehnt sowie verurteilt! Die Türkische Kulturgemeinde verurteilt Beschimpfungen über Afrin in Syrien und allgemein gegen Kurden aufs Schärfste. Wir wollen Frieden daheim und Frieden in der Welt.

Derartige Demonstrationen in Österreich bewirken, dass die ohnehin vorhandenen Vorbehalte und die Ablehnung gegenüber Türken in Österreich noch mehr angefochten werden. Diese entbehrlichen Verhaltensweisen von einigen wenigen Orientierungslosen wird so im Sinne der Sippenhaftung ausgedehnt und verursacht Schaden für alle aus der Türkei stammenden Mitbürger, mitunter aufgrund der undifferenzierten Berichterstattung. Solche Steilvorlagen werden von den politischen Rechten selbstverständlich gerne aufgegriffen und parteipolitisch instrumentalisiert. Die jüngste Forderung von FPÖ-Chef Norbert Hofer, die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft an Türken auszusetzen, ist nur eines von vielen Beispielen.[2]

Die TKG stellt sich die Frage, ob Identitätsfeststellungen bei der spontanen Kundgebung am Stephansplatz durchgeführt worden sind?

Wer waren diese Personen? Wer hat diese spontane Demonstration organisiert? Gibt es Vereine, welche hier im Hintergrund mitgewirkt haben? Wer bereitet einen derartigen Nährboden auf? Stecken Geheimdienste hinter den Organisatoren? Welche Strukturen gibt es da, wo Jugendliche auf Abruf organisiert in der Öffentlichkeit auftreten? Wurde der Verfassungsschutz eingeschaltet und wird ein Bericht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht?

These: „Inszenierte Kundgebung um die Türk*innen in Verlegenheit zu bringen“

Die Jugendlichen machen optisch keinen austrotürkischen Eindruck. Die T-Shirts, die Fahnen, die Inszenierung – das ist alles wie Schauspiel der Superlative jedoch sicherlich nicht das, was wir Türk*innen in Österreich wirklich sind. Wer übernimmt die Verantwortung dieser Pogrome?

Man gewinnt den Eindruck, dass diese Jugendlichen hier von Kräften dirigiert werden, welche bewusst die Provokation und die Aufmerksamkeit suchen. Dieses inszenierte Demo-Theater auf dem Stephansplatz mit den skandierten Slogans, die vielen türkischen Fahnen sowie das Auftreten der Jugendlichen, deuten darauf hin, dass hier eine koordinierte Vorgehensweise naheliegt. Als Gesellschaft müssen wir uns die sicherheitspolitisch relevante Frage stellen, wofür diese Jugendlichen noch alles bereit sind, instrumentalisiert zu werden? Heute eine spontane Demonstration, morgen ein in Auftrag gegebener Übergriff? Einschüchtern von Andersdenkenden oder gar ein Auftrag unliebsame Personen aus dem Weg zu räumen?

Wer trägt für solche Entwicklungen die Verantwortung und vor allem wer hat ein Interesse daran? Gerade bei diesen Punkten müssen die türkischen Vereine, die Medien und insbesondere unsere Sicherheitsbehörden sehr vorsichtig sein und dürfen die Entwicklungen nicht auf die leichte Schulter nehmen!

Wir als TKG stellen uns entschieden gegen die inflationäre Verwendung der türkischen Fahne. Diese Fahne erfüllt uns Türken mit Stolz, genauso, wie die österreichische Fahne oder die Fahnen anderer Nationen, weil wir großen Respekt gegenüber allen Ländern haben. Wir als TKG setzen uns für Frieden in der Welt ein. Jedoch kann man ohne Frieden im eigenen Haus nicht an dem Frieden in der Welt arbeiten.

Wir als TKG rufen alle türkischen und kurdischen Vereine & Verbände dazu auf, gerade in sensiblen und angespannten Zeiten wie diesen, besondere Aufmerksamkeit und Besonnenheit zu Tage zu legen. In der Vergangenheit, insbesondere in den letzten 5 Jahren, hat man – gerade in Wien – sehr viele Fehler gemacht. Die Vorurteile der Aufnahmegesellschaft gegenüber den aus der Türkei stammenden Mitbürgern sitzen tief. Solche Fehlentwicklungen, vor denen wir als TKG schon seit Jahren warnen, sind ein aufgelegter Elfmeter ohne Tormann für die geistigen „Zündler“ in unserer Gesellschaft. Deshalb braucht es auf beiden Seiten versöhnliche Töne und geistige Brückenbauer, welche die Gemeinsamkeiten, trotz der vorhandenen Unterschiede, in den Vordergrund stellen.

Juden und Türken können und dürfen nicht Feinde werden. Weil sie Brüder & Schwestern sind.

Der TKG ist bewusst, dass viele ÖsterreicherInnen mit jüdischem Glauben, in den letzten Jahren durch verstörende Entwicklungen verängstigt wurden. Diesem verloren gegangenem Vertrauen werden wir durch den entschiedenen Kampf gegenüber jegliche Form von Antisemitismus weiterhin entschieden entgegentreten, unabhängig aus welcher Ecke solche Angriffe kommen. Wir müssen einen Konsens mit gutem Willen finden, friedliche Kanäle öffnen und nicht abwarten bis durch Vorurteile und Verhetzungen das gesellschaftliche Klima kippt. Die Mehrheit der Türken in Österreich schätzen die Juden in Österreich, weil sie vorbildliche Menschen sind und nie die Feinde der Türken waren oder sind. Ganz im Gegenteil. Die Mehrheit der Juden in Österreich ist immer gegen Rassismus und Diskriminierungen gegenüber Türken aufgestanden und hat EINSPRUCH erhoben.[3] Juden und Türken können und dürfen nicht Feinde werden. Weil sie Brüder & Schwestern sind![4]

Wir als TKG werden unseren Beitrag weiterhin dazu leisten, dass in unserer Heimat Österreich das Miteinander in den Vordergrund gestellt wird und Fehlentwicklungen mit Empathie, aber mit aller Offenheit und Ehrlichkeit thematisiert werden. Als wehrhafte Demokraten ist uns die österreichische Verfassung „heilig“, weil sie hart erkämpft wurde, unsere Rechte schützt und uns Rechte gewährt, welche für viele Mitbürger mit Migrationshintergrund in ihren Herkunftsländern keine Selbstverständlichkeit darstellen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)
Obmann
DI Birol Kilic

[1] https://presse-service.at/2019/10/18/tuerkisch-nationalistische-kundgebung-in-wien-18-10-2019/?
fbclid=IwAR1RckAN0QbEXOEZWvPZHDUrDY6ABUSOdGdwDPBbxu2papPw4lwwoUJW3Ws

[2] https://kurier.at/politik/inland/hofer-fordert-vorerst-keine-staatsbuergerschaft-fuer-tuerken/400645607

[3] http://www.turkischegemeinde.at/…/muzicant-gestern…/

[4] http://www.turkischegemeinde.at/…/tkg-gedenken-an…/ und http://www.turkischegemeinde.at/…/die-geschichte-der…/

 

 

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26 10 2019
By: TKG 0

TKG: „Alles Gute zum Nationalfeiertag. Es lebe die Säkuläre  Republik Österreich!“

Österreich feiert mit seinem Nationalfeiertag die „immerwährende Neutralität“ ab 26.OKTOBER.2019 und Türkische Kulturgemeinde(TKG) feiert mit.

Für die Türkische Kulturgemeinde in Österreich bedeutet Demokratie  vom Volk gewählte Regierung und Republik dem Gemeinwohl dienende Politik. Es ist wichtig, dass Österreichs Engagement für Frieden, für Menschenrechte und Menschenwürde auch global vertreten wird.

Nach dem 26. Oktober 1955 konnte Österreich auch darangehen ein Instrument aufzubauen, das die Aufgabe hatte, die neu erreichten Werte Frieden, Freiheit, Rechtsstaat, SäkularitätGewaltenteilung und Unabhängigkeit zu schützen und souveränes Österreich zu verteidigen.

Wir müssen in Österreich die Gründung der Zweiten Republik und infolgedessen einhergehende Neuanfang, den es nach 1945 und der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus gegeben hat, ein großes Geschenk ist.

Deswegen brauchen wir mehr „Frieden in der Heimat, Frieden in der Welt“. Deswegen ist die Nationalfeiertag für die TKG Tag des Friedens.

Es lebe die Säkuläre Republik Österreich! Alles Gute zum Nationalfeiertag und die „immerwährende Neutralität“

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

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17 10 2019
By: TKG 0

TKG verlangt das Stoppen des „Importes von Problemen“ nach Österreich aufgrund von Kriegen im Nahen Osten!

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bietet in aller Freundschaft alle Institutionen und Privatpersonen aufgrund der Emotionalisierung der Probleme aus dem Nahen Osten und der Türkei, welche in Österreich großen Schaden anrichten und insbesondere eine Störung des inneren Friedens verursachen können.

Die Austrotürken darf man nicht mehr als Selbstbedienungsladen für den Gewinn von Stimmen einzelner Parteien oder für die Erhöhung der LeserInnen Zahlen benutzen.

Der Gewinn von Stimmen auf Kosten der in Österreich lebenden Türken ist auf das Schärfste zurückzuweisen. Wir möchten nicht zum Spielball der innenpolitischen und außenpolitischen Entwicklungen in Österreich oder aus der Türkei missbraucht werden und werden auch jegliche Stimmungsmache mit größter Aufmerksamkeit verfolgen.

Wir hoffen, dass die verantwortlichen PolitikerInnen und Medien das kommende Problem sehen und dagegen agieren, anstatt unter dem Vorwand „Feuerlöscher“ in Österreich zu sein als „Brandstifter bzw. Brandbeschleuniger“ agieren…

Wir Austrotürken dürfen auf der anderen Seite nicht vergessen, dass wir in einem neutralen Land mit einer anderen Vergangenheit, anderen Sitten und anderen Sensibilitäten leben. Sprichwort: „Andere Länder, andere Sitten!“

Die TKG verlangt von den in Österreich lebenden aus der Türkei stammenden Menschen vor allem nicht zu vergessen, dass sie nun in Österreich leben und bei Diskussionen zu gewissen Themen nicht unbedingt emotionalisiert teilnehmen sollten. Dabei sind Themen gemeint, welche die Türkei, Türkinnen/Türken, Kurden oder Syrien betreffen, beziehungsweise bei welchen entweder gegen Türkinnen/Türken oder gegen Kurden unter dem Vorwand „Terror, Unterdrückung bzw. Frieden“ gehetzt wird und am Ende Tot, Verletzung, Brand oder Verhetzung eintreten könnte. Das wollen wir in Österreich nicht.

Genauso wie wir, als die Türkische Kulturgemeinde als wehrhafter Demokraten in Österreich uns immer schon gegen jegliche Ausübung von Gewalt ausgesprochen haben, stehen wir auch als in Österreich lebende türkische Staatsangehörige und ÖsterreicherInnen mit türkischen Wurzeln, unseren beiden Ländern nach Atatürks Motto „Friede in der Heimat. Friede im eigenen Land.“ weiterhin diesem Vorsatz verpflichtet. Unsere neue Heimat ist Österreich mit allen seinen Facetten.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

 

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10 10 2019
By: TKG 0

Tödlichen Schüsse in Halle: Licht oder Dunkelheit, wir alle haben die Wahl !

Der Terror am jüdischen Versöhnungstag Yom Kippur in Halle ist bestialisch. Attentäter wollte in Synagoge eindringen, in der sich an Jom Kippur 51 Menschen aufhielten.

Mehr als 70 Jahre nach Auschwitz ist der Antisemitismus in Europa leider virulenter denn je.

„Antisemitismus nach Auschwitz“ verstehen wir in Europa auch als „Dunkelheit“. Licht oder Dunkelheit (Antisemitismus und  Rassismus), wir alle haben die Wahl …Es ist Ihres Zeit besser ein kleines Licht anzuzünden als über die Dunkelheit zu klagen.

In Halle ereignete sich eine ziemlich exakte Kopie des Attentats von Christchurch. Ein rechtsradikaler Mann filmt live, wie er sein Auto verlässt, um in einer religiösen Einrichtung (dort zwei Moscheen, hier eine Synagoge) Menschen mit einem Schnellfeuergewehr wahllos zu erschießen – wie in einem Computer-Ballerspiel“ so Matthias Döpfner. Ein Hallenser Nazi nimmt sich einen Australischen Nazi zum Vorbild. Für Nazis macht es keinen Unterschied, ob sie Juden oder Türken (Döner Laden)  zu töten.  Am Ende ermordet zwei Deutsche, eine 20-jährige Merseburgerin und eine 40-jährige Hallenserin.

Unser tiefes Mitgefühl und unsere Anteilnahme  gelten jetzt  den Opfern der tödlichen Schüsse in Halle, ihren Familien und Angehörigen in Deutschland.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

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30 09 2019
By: TKG 0

TKG gratuliert zum Wahlerfolg

Wien (OTS) – Wir, die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) gratulieren der ÖVP unter Sebastian Kurz, den Grünen und den NEOS zum Wahlerfolg am 29. September sehr herzlich.

Diese Wahl hat die österreichische Demokratie mit ihrer freiheitlich demokratischen Grundordnung gestärkt. Laut Messungen unserer Community sind auch sehr viele Austro-TürkenInnen zur Wahl gegangen. Das ist eine Stärkung an die österreichische Vielfalt und Demokratie. Die Mehrheit der AustrotürkenInnen wünschen sich eine starke säkulare demokratische Republik Österreich mit einer starken Gewaltentrennung.

Des Weiteren bedanken wir uns bei der SPÖ, weil sie „die Menschlichkeit“  beim Wahlkampf hervorgehoben hat. Eine Eigenschaft, welche ab und zu vergessen wird, unter dem Strich jedoch wirklich zählt.

Europa und Österreich erwarten schwierige und turbulente Zeiten, in welchen stabile, gesunde, verfassungspatriotische, wehrhafte sowie demokratische Politikerinnen und Politiker am Meisten gebraucht werden.

Deswegen freuen wir uns, dass Österreich wieder gezeigt hat, dass es als „viel gerühmtes“, „viel geliebtes“„viel geprüftes“ Land, und als „Heimat großer Töchter und Söhne“ auch möglich ist, diese schwierige Prüfung zu meistern – Hochachtung.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

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25 09 2019
By: TKG 0

TKG: „Wählen ist Bürgerpflicht! Wir gehen am 29. September 2019 wählen“

Östereich  ist das Land der Berge, Land am Strome, Land der Äcker, Land der Dome, Land der Hämmer und zukunftsreich.
Österreich ist der Heimat großer Töchter und Söhne. Österreich ist vielgerühmt, vielgeliebt  und vielgeprüft. Der 29. Oktober 2019  wird für Österreich  deswegen eine neue Prüfung, entscheidende Wahl   und Wendepunkt in seiner Geschichte, weil in Europa und der gesamten Welt turbulente Zeiten erwartet werden. Es muss uns bewusst sein. Österreich ist leider keine Insel der Seligen mehr. Die alten Zeiten sind vorbei.

Deswegen sehen viele liberale Menschen aus der Türkei, besonders „die freiheitlich-demokratische säkulare Grundordnung“  in Österreich als ihre neue Heimat an und werden sich auch weiterhin für die Zukunft des Landes engagieren und bei den bevorstehenden Wahlen sich einbringen.

Die aus der Türkei stammenden Bürger, welche jetzt mehr als einem halben Jahrhundert bereits in Österreich leben, haben sehr viele Rechte und natürlich auch Pflichten. Als verantwortungsbewusste Mitbürger wünschen wir  von ganzem Herzen nur das Beste für Österreich. Wählen gehen zu können ist ein Privileg und für uns Bürgerpflicht, welcher wir gerne nachkommen. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) ruft alle Mitglieder und BürgerInnen aus der Türkei auf am 29. September 2019 unbedingt wählen (Bürgerpflicht) zu gehen.

Es leben in Österreich ca. 280.000 Menschen (ca. 50% davon besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft) aus der Türkei, die seit über 50 Jahren Österreich in allen Bereichen unsere Gesellschaft mit aufgebaut und mitgestaltet haben.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) sieht die Republik Österreich als ein liberal demokratisches Staatswesen.
Unsere hart erkämpften Werte und Prinzipien in Österreich dürfen niemals zur Disposition stehen.
Noch wichtiger ist, dass sich die Republik Österreich als eine rechtsstaatliche und auf Gewaltenteilung sehr bedachte Kultur nach dem 2. Weltkrieg entwickelt hat und infolge dessen ist diese identitätsbildende Prägung Österreichs und seine Rechtsordnung und Traditionen zu bewahren, zu schützen und zu respektieren, egal woher man abstammt.  Die gleichen Maßstäbe würden wir uns auch von der Türkei bzw. in der Türkei erwarten und selbiges einfordern.

Die Türkische Kulturgemeine in Österreich(TKG) als Think Thank und Brückenbauer ist gegen jegliche Einmischung aus dem Ausland, sei es Pro oder Contra. Wir sind absolut unparteiisch und wünschen uns nur, dass die besten Ideen, Vorschläge und politischen Konzepte unser schönes Österreich weiter voranbringt, unabhängig von ideologischen Haltungen. Die Türkische Kulturgemeinde Österreich hat sich seit seiner Gründung als Zusammenschluss von wehrhaften Demokraten immer für eine säkulare, rechtsstaatliche und freiheitliche Grundordnung ausgesprochen.

Wir von der TKG sind der festen Überzeugung, dass mit Vernunft, Verstand und Anstand bezogene Haltung eine wesentliche Voraussetzung ist, um selbständig zu entscheiden, welche Partei man in Österreich wählt.

Deswegen bieten die Nationalratswahlen am 29. September 2019 in Österreich eine Gelegenheit durch Teilnahme an den Wahlen nicht nur ein Bürgerrecht als wehrhafte und verfassungspatriotische Demokraten zu nutzen, sondern auch seine Bürgerpflicht  zu erfüllen.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

DI Birol Kilic
Obmann

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23 09 2019
By: TKG 0

EINLADUNG ZUR ERÖFFNUNG: ISTANBUL ISTANBUL

EINLADUNG ZUR ERÖFFNUNG

MAURIZIO CIRILLO
Istanbul, Istanbul

Mittwoch, 9. Oktober 2019 | 18.30 Uhr
Zur Ausstellung: Michael Höpfner, Künstler

Wien Museum MUSA | STARTGALERIE, Felderstraße 6-8, 1010 Wien
Ausstellungsdauer: 10. Oktober – 6. November 2019
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr | Eintritt frei

Bitte melden Sie sich hier zur Eröffnung an!
angelika.seebacher@wienmuseum.at

In seiner künstlerischen Arbeit bewegt sich Maurizio Cirillo im Spannungsfeld zwischen Wahrheitsansprüchen und Darstellungskonventionen, zwischen der Erfahrung und dem Bild. Der urbane Raum steht im Fokus – Orte dienen dem Künstler als treibende Kraft. Sich selbst setzt er dabei stets in Kontext zu dem ihn umgebenden Raum.

In Istanbul, Istanbul spürt Cirillo sichtbaren und unsichtbaren Realitäten der rapide wachsenden Metropole am Bosporus nach. Träume und Utopien, Zerfall, aber auch Zuversicht, Freiheit, Wirklichkeit oder Einbildung sind die Themen, denen er sich widmet – Reflexionen eines dreimonatigen Aufenthalts in Istanbul, während dessen zahlreiche Fotografien und Videos entstanden.

Zu Fuß erkundete Cirillo die Peripherie der Stadt: öffentlicher Raum, der zusehends privatisiert wird; Landerweiterungen und die dadurch entstehenden Uferpromenaden; Freizeiteinrichtungen und Shoppingmalls; der neue Flughafen und Gated Communities. Sind diese urbanen Wüstenlandschaften – Nicht-Orte, in denen Utopie und Zerfall eng beieinanderliegen – die Erinnerungsorte unserer Zeit? Woran sollen sie erinnern? Woran möchten wir uns erinnern? Die raumgreifende Installation Istanbul, Istanbul gibt mögliche Antworten.

Maurizio Cirillo, geboren 1987 in Wien, studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien | 2017 Theodor Körner Preis, Auslandsatelierstipendium Istanbul, BKA | 2016 Startstipendium des BKA | 2014 Ö1 Talentestipendium, Finalist.
www.mauriziocirillo.com

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18 09 2019
By: TKG 0

TKG: „Einspruch!Österreich steht nicht vor einer ‚Massenmigration‘ aus der Türkei“

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bittet die österreichischen Politiker, die Türkei und das Flüchtlingsthema in der Innenpolitik nicht schon wieder für den österreichischen Wahlkampf zu missbrauchen.

Österreich steht weder vor einem neuen ‚Grenzsturm‘ noch vor einer ‚Massenmigration‘ aus der Türkei.

Die TKG wünschst sich und empfiehlt daher, dass zumindest die Hetze über das Flüchtlingsthema, insbesondere bezogen auf die Türkei, gestoppt wird!
Denn diese beinhaltet nicht nur sehr viel kulturellen Rassismus(Kulturalismus), sondern auch falsche Informationen und schadet für das Zusammenleben in Östereich.

Man kann zur Regierung in Ankara und den Präsident Erdogan, wie es auch wir tun,  kritisch stehen, aber man muss hier trotzdem die Spreu vom Weizen trennen. Präsident Erdogan ist nicht die Türkei und die Türkei ist nicht Präsident Erdogan! Das Verhältnis von Türkei und Österreich ist  sicher historisch belastet aber nicht schlimmer als das Verhältnis zwischen Deutschland-Frankreich gewesen.  Alle Regierungen sind sind vergänglich. Für uns sind die zwei Länder nämlich Österreich und die Türkei Freunde und nicht Feinde.

Fakten

Fakt ist, dass in der Türkei (Regierung) aber auch in der EU sehr viele Fehler bezüglich der Syrien Politik gemacht wurden.

Man muss daraus dringet etwas lernen.

Fakt ist aber ebenfalls, dass die Türkei bis jetzt ca. 35 Milliarden Euro für die Flüchtlinge an Kosten ausgegeben hat und die EU bisher nicht einmal 3 Milliarden € an die Türkei basierend der Vereinbarung zwischen EU-Türkei bezahlt hat. Die Vereinbarung zwischen der EU und der Türkei, bei welcher Seitens der EU für die Türkei eine Flüchtlingshilfe von 6 Milliarden Euro zugesagt wurde, ist eigentlich ein Scherz, bei dem sich die EU nun aus der Verantwortung gezogen und den noch offenen Betrag bis jetzt nicht bezahlt hat. Statt auf die Türkei verbal einzuprügeln und als Projektionsfläche für die eigenen politischen Versäumnisse zu missbrauchen, müssten sich die EU und die Mitgliedsländer eigentlich bei der Türkei bedanken, welche sich stets an die Vertragsvereinbarung gehalten hat damit die EU und Österreich mindestens Glaubwürdig bleibt.

Glaubwürdigkeit

Stattdessen wird in den EU-Ländern, insbesondere in Österreich – (Wahlkampfzeit ist die Zeit der kollektiven Unvernunft) – gegen die Türkei, unter dem Vorwand Präsident Erdogan, pauschal gehetzt, anstatt die Großzügigkeit und Menschlichkeit der Türkei in dieser Flüchtlingsfrage zu schätzen. Mit dieser Vorgehensweise verliert die EU einen wichtigen Partner, nicht nur in der Bewältigung der Flüchtlingsthematik, sondern auch in vielen anderen politischen Belangen für die EU. Politik auf Augenhöhe sieht anders aus. Die EU, inkl. Österreich verspielen damit die restliche Glaubwürdigkeit.

Man kann zur Regierung in Ankara und den Präsident Erdogan, wie es auch wir tun, kritisch stehen, aber man muss hier trotzdem die Spreu vom Weizen trennen. Präsident Erdogan ist nicht die Türkei und die Türkei ist nicht Präsident Erdogan!

Vorsicht!

Die von den christlichen Neonazis ausgehenden Massenmorde in verschiedenen Ländern auf der Erde, zuletzt das Christchurch-Attentat in Neuseeland, nehmen immer auf Österreich und ihre Geschichte (die Türkenbelagerung 1683) Bezug. Dabei wird das Thema aus dem Zusammenhang gerissen und für die Hetze gegenüber der ca. 240.000 Austrotürkinnen und -türken und ca. 800.000 Austromusliminnen und -muslime verwendet.“ So die Behauptungen aus verschiedenen Kreisen in der Türkei und in der muslimische Welt.

 

Wir warnen!

Es ist eine große Verantwortung, sagt der Verstand.  Es ist viel Sorge, sagt die Angst. Es ist eine enorme Herausforderung, sagt die Erfahrung.
Deswegen muss Österreich muss sich endlich aus dem Missbrauch der Türkei-Politik, welche auch Türken-Hetze und Moslem-Hetze in dreifacher Ausgabe beinhaltet, retten, bevor es zu spät ist. Das wollen wir nicht.  Wir als TKG warnen seit Jahren als einsame Rufer in der Wüste vor einer Polarisierung und Spaltung!
Die Menschen aus der Türkei sind kein Selbstbedienungsladen für die primitiven, kulturellen und rassistischen Gefühle sowie die Projektionsfläche & Ablenkungsmasse für die Fehler sowie Versäumnisse der Politik. Für die türkische Bevölkerung sind die 4 Millionen Flüchtlinge eine immense Herausforderung in vielerlei Hinsicht. Daher wäre es die Aufgabe der EU, zumindest 80 % dieser Geflüchteten aufzunehmen und in den EU-Ländern gerecht zu verteilen.

 

Zurückführung nach Syrien

Lassen wir die Kirche im Dorf. Es ist nicht nur die Aufgabe der Türkei, sondern auch der EU, die ca. 4 Millionen geflüchteten Menschen zu unterstützen und damit eine konstruktive und zielführende Zurückführung nach Syrien, über die Türkei, schritt für schritt zu gewährleisten. Deswegen sollten wir hoffen, dass die Türkei stabil bleibt und dass in Syrien bald wieder Frieden herrscht und neue Häuser, Wohnungen und Infrastrukturen aufgebaut werden können.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

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12 09 2019
By: TKG 0

TKG begrüßt Max Zirngasts Freispruch durch türkische Staatsanwaltschaft

Es ist nicht nur für die vier Angeklagten eine sehr erfreuliche Nachricht, sondern sicherlich auch für viele Austrotürkinnen und -türken, die sich für die Türkei einen starken demokratisch freiheitlichen Rechtsstaat wünschen. Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) begrüßt Herrn Zirngast in seiner Heimat und ist glücklich, dass er trotz der Erlebnisse weiterhin der Türkei und den Menschen, welche sich nach Freiheit und Gerechtigkeit sehnen, verbunden bleibt und für die Demokratie kämpft.

Türkei-EU: Kopenhagener Kriterien

Eine Rückkehr zu den Kopenhagener Kriterien der EU und einer Gewaltenteilung in der Türkei ist nicht nur für die Türkei von wesentlicher Bedeutung, sondern auch für die internationalen Beziehungen und potenziellen Investoren. Denn ohne Sicherheit kein Vertrauen. Die Türkei ist für die EU von immenser Bedeutung, aber auch umgekehrt. Die TKG wünscht sich eine starke demokratische, freiheitliche und wirtschaftlich florierende unabhängige Türkei, die mit der EU auf Augenhöhe freundschaftlich kooperiert und für das Wohl der Bürgerinnen und Bürger sowohl in der EU als auch in der Türkei bemüht ist. Das Schicksal der EU ist mit dem der Türkei geografisch und strategisch eng verbunden. Deshalb ist für beide Seiten ein Austausch auf Augenhöhe von enormer Bedeutung, sei es in der Flüchtlingshilfe oder im Kampf gegen jede Form von Extremismus bzw. Terrorismus.

Partnerschaft mit der Türkei ohne Scheinheiligkeit und Überheblichkeit

Der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde Österreich Birol Kilic:Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG), eine Think Tank NGO, ist stets als Brückenbauer auf Augenhöhe zwischen Österreich und der Türkei in den unterschiedlichsten Belangen bemüht und stellt die Probleme der beiden Länder, manchmal leise manchmal laut, in aller Nüchternheit offen dar. Wie wir es seit Monaten in allen Ebenen gemacht haben.  Wir können den Terror und Terrorismus in anderen Ländern nicht „soft“ oder „hard“ solidarisieren oder sympathisch finden. Wir verurteilen jede Form von Extremismus und Terrorismus und ihre Verherrlichungen, unabhängig davon was die Motive dafür sind und in welchem Land es stattfindet. Die EU soll die Türkei unbedingt wieder als konstruktiven und zielführenden Freund gewinnen und dafür ohne Überheblichkeit die ersten Schritte setzen. Die EU braucht die Türkei und die Türkei braucht die EU. Wie gestern, wie heute und wie sicherlich auch in der Zukunft. Es wäre wünschenswert, dass sich die Türkei und die EU bei der Terrorismusbekämpfung gegenseitig ohne Scheinheiligkeit unterstützen und Empathie zeigen. Genauso wollen wir keinen McCarthyismus bzw. Gesinnungskontrolle in der Türkei.“

(BILD: APA/AFP/ADEM ALTAN)

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

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09 09 2019
By: TKG 0

Stadt Wien – 1993: Die Geburt der säkularen modernen Türkei und Atatürk’s Gedanken

Damals als die modernen Euro-Türken mit ihrem Säkularitätsverständnis in der Stadt Wien hoch geschätzt wurden.

von Murat Gündüz

WIEN. Die Stadt Wien hat die säkularen türkischen Vereine bis zum Jahre 1998 mit Anerkennung geschätzt. Hier haben wir einen Beweis aus dem Jahre 1993, also vor genau 26 Jahren, als ein Verein unabhängig, mit seinen eigenen Mitteln und mit Sponsoren aus der Mitgliedschaft, etwas sehr wichtiges für das gerade sehr aktuelle Thema „säkulares Leben in der Stadt Wien“ organisiert hat.

Mit dem Titel „Die Gründung der modernen, säkularen Türkei und Atatürk’s Gedanken und Verdienste“ wollte der Verein EATA insbesondere die säkulare Lebenserfahrungen aus der Türkei nach Wien und nach Europa nahe bringen, weil sie damals eines gesehen haben: Die Vermischung Politik und Religion könnte in Österreich für die Zukunft ein Problem darstellen. Weil sich in Österreich, Deutschland, Belgien etc. seit 1980 reaktionäre Vereine etabliert haben, welche eigentlich politische reaktionäre Parteien aus der Türkei waren.
Diese Partien (Vereine) haben der säkularen Türkei den Kampf angesagt und wurden deswegen mehrmals Verboten. Gerade diese anti-modernen, reaktionäre Vereine haben die demokratische Grundordnung der Türkei bis zu den Zehen missbraucht. Mit der Konferenz wollte man somit die Europäer und Eurotürken wachrütteln. Die Türkei ist das einzige unter 54 Ländern, in welchem mehrheitlich Musliminnen und Muslime Leben und säkular laizistisch ist. Seit 1923! Von den Erfahrungen und dem KnowHow der Säkularismus schätzenden Türkinnen und Türken  sollte man Gebrauch machen. Und dafür, sollte man den Ablauf der Gründung der modernen säkularen Türkei bis jetzt kennen.

Da die Konferenz vom 11.-13. November 1993 mit ca. 500 AkademikerInnen und StudenteInnen aus verschiedensten Ländern sehr erfolgreich organisiert wurde, hat die Stadt Wien ihre Anerkennung und ihren Dank für die Veranstaltung ausgesprochen. Ob die Stadt Wien in den bisher vergangenen 26 Jahren gebrauch aus diesem Erfahrungen gemacht hat, ist leider nicht bekannt.

Auf jedem Fall aber wurde die Urkunde damals während der offiziellen Belobigungsfeier, welche im Zentrum der Stadt Wien stattgefunden hat, von dem damaligen Bürgermeisters Dr. Helmut Zilk, Vize Bürgermeister und Präsident des Wiener Tourismusverbandes Hans Mayr und vom Präsidenten der Wiener Handelskammer Komm.-Rat Dr. Walter Nettig unterschrieben. Auf dieser Anerkennungsurkunde steht folgendes: „Die Stadt Wien, die Wiener Handelskammer und das Kongreßbüro des Wiener Tourismusverbandes sprechen ihre Anerkennung und ihren Dank aus für die erfolgreiche Veranstaltung – Meeting of the European Association of Turkish Academic 11.-13. November 1993

Birol Kilic, damals Sprecher der EATA (Verband der türkischen Akademiker in Europa), sagte gegenüber der damals renommierten täglichen Zeitung Hürriyet folgendes: „Wir haben zwischen dem 11. und 13. November 1993 eine Konferenz mit dem Titel ‚Die Geburt der modernen Türkei und Atatürk’s Gedanken und Verdienste in Wien‘ mit großer Freude organisiert. Bei der Konferenz zu welcher sehr viele AkademikerInnen aus verschiedenen Ländern aus Europa nach Wien gekommen sind, waren unter anderem sehr viele ÖsterreicherInnen dabei. Das ist eine Bestätigung für unsere Arbeit und für das Zusammenleben in Wien, wo für uns Säkularität als Sauerstoff der Demokratie und dem Rechtstaat eine immense Bedeutung hat. Diese Anerkennungsurkunde der Stadt Wien hat uns sehr viel Kraft und Zustimmung gegeben.“

EATA hat sich damals wie folgt vorgestellt:

EATA – Die ab 1987 aktive Europäische Vereinigung Türkischer Akademiker. Ein europaweites Netzwerk türkisch-stämmiger Studierender und Absolventen, welches seit 2005 de facto nicht mehr funktioniert.

Zumeist in Westeuropa geboren oder zumindest aufgewachsen, gehören unsere Mitglieder der sogenannten „Zweiten Generation“ an.

EATA ist das großflächigste Netz der Zweiten Generation in Europa lebender Türken.

EATA ist eine unabhängige, überparteiliche, supraethnische und suprakonfessionelle Vereinigung.

EATA trägt zur Bildungsmobilität, vertieften Integration und effizienten Interessenvertretung der türkischen Bevölkerung Westeuropas bei.

EATA leistet einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung und fördert den europäisch-türkischen Dialog auf kultureller, politischer und wirtschaftlicher Ebene.

EATA ist um ein objektives Bild der türkischen Bevölkerung und der Türkei in der europäischen Öffentlichkeit bemüht.

EATA steht in engem Dialog und Zusammenarbeit mit politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Institutionen in Westeuropa und der Türkei.

EATA besteht aus lokalen eingetragenen Vereinen. Diese sind als gemeinnützigen Zwecken dienend anerkannt.

EATA finanziert sich aus Zuwendungen der Privatwirtschaft und Projektfördergelder sowie aus Spenden und Mitgliedschaftsbeiträgen.

 

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05 09 2019
By: TKG 0

Indoeuropäische Sprachen stammen aus der Stepp: Zentralasien

WIEN. Die größte jemals durchgeführte Studie alter menschlicher DNA wirft ein neues Licht auf die Herkunft von zentral- und südasiatischen Bevölkerungen. Im Fokus der Studie, an der Ron Pinhasi vom Department für Evolutionäre Anthropologie der Universität Wien als Haupt-Senior-Autor beteiligt waren, steht der Ursprung der Landwirtschaft und der indogermanischen Sprachen.

 

Die Ergebnisse erscheinen aktuell in der Zeitschrift „Science“. Die Steppe bezeichnet eine Vegetationszone, die aufgrund von ganzjährigem Wassermangel lediglich von Gräsern und Kräutern bewachsen ist. Das Wort Steppe entstammt dem Russisch-Tatarischen „step“ und bedeutet im übertragenen Sinne soviel wie „nicht-bebautes Land“. Das weltweit größte Areal an zusammenhängenden Steppengebieten bildet die Eurasische Steppe. Von Ungarn, über Rumänien, die Ukraine, Russland, Kasachstan, die Mongolei bishin nach China wird eine Strecke von mehr als 6.000km zurückgelegt.Auch in anderen Erdteilen kommen Steppen vor, allerdings werden z.T. kulturell bedingt andere Begrifflichkeiten genutzt. Zu den steppenähnlichen Gebieten zählen Landschaften mit den Begriffen.(I)

Ein internationales Team von GenetikerInnen, ArchäologInnen und AnthropologInnen analysierte die Genome von 524, bislang nie untersuchten prähistorischen Individuen aus Zentral- und Südasien.

Diese Genome wurden miteinander und mit zuvor sequenzierten verglichen und mit archäologischen, sprachlichen und historischen Aufzeichnungen kontextualisiert. So konnten wichtige Details darüber gewonnen werden, wer in dieser riesigen Region vom Mesolithikum (vor etwa 12.000 Jahren) bis zur Eisenzeit (bis vor etwa 2.000 Jahren) lebte und was das für die Menschen bedeutet, die heute dort leben.

„Mit diesen Proben können wir subtile Wechselwirkungen zwischen Populationen sowie Ausreißer innerhalb von Populationen erkennen“, sagt David Reich von der Harvard Medical School: „Diese Studie unterstreicht die Stärke groß angelegter alter DNA-Studien und verändert unsere Sicht auf die Vergangenheit.“

Die Studie behandelt zwei der tiefgreifendsten kulturellen Veränderungen im alten Eurasien, die mit Bevölkerungsbewegungen verbunden sind: den Übergang von der Jäger- und-Sammler-Kultur zur Landwirtschaft und die Verbreitung der indoeuropäischen Sprachen, die heute von den Britischen Inseln bis nach Südasien gesprochen werden. „Wirklich aufregend an der Studie ist, wie sie Genetik mit Archäologie und Linguistik verbindet“, erklärt Ron Pinhasi vom Department für Anthropologie der Universität Wien: „Wir haben Daten, Methoden und Perspektiven aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen zusammengeführt: Dieser integrative Zugang ermöglicht, dass wir so viele Informationen über die Vergangenheit gewinnen konnten“.

Außerdem ermöglichten neue Sampling-Methoden, den Schaden an den Skeletten möglichst gering zu halten – was laut Co-Autorin Maria Teschler-Nicola vom Department für Evolutionäre Anthropologie der Universität Wien enorm wichtig ist –, aber dennoch aufschlussreiche genetische Daten aus Regionen zu bekommen, in denen das Untersuchungsgut oft unzureichend erhalten ist.

Ursprung der Indoeuropäischen Sprachen

Indoeuropäische Sprachen – Hindi/Urdu, Bengali, Punjabi, Persisch, Russisch, Englisch, Spanisch, Gälisch und mehr als 400 andere – bilden die größte Sprachfamilie der Welt.

Steppe-Hypothese“ versus „Anatolische Hypothese“

Seit Jahrzehnten debattieren Spezialisten darüber, wie sich die indoeuropäischen Sprachen in so weit voneinander entfernte Teile der Welt ausbreiten konnten. Vielleicht über Hirten aus der eurasischen Steppe, die so genannte „Steppe-Hypothese“? Oder reisten sie mit Bauern, die sowohl aus Anatolien (heute Türkei) nach Westen als auch nach Osten zogen – die „Anatolische Hypothese“?

Die neue „Science“-Studie erbrachte nun, was Südasien betrifft, eine überzeugende Neuerkenntnis: „Wir können eine Ausbreitung von Bauern mit anatolischen Wurzeln nach Südasien ausschließen, was das Kernstück der Hypothese ist, dass Bevölkerungsbewegungen aus Anatolien und über den Iran sowohl für die Verbreitung der Landwirtschaft als auch für indoeuropäische Sprachen nach Südasien verantwortlich waren“,“ sagte Reich. „Das ist ein Schachmatt für die anatolische Hypothese.

Die aDNA-Analyse zeigt: Sie stammen von Steppen-Viehzüchtern 

Eine neue Beweislinie für einen Steppenursprung der indoeuropäischen Sprachen ist, dass die genetischen Muster den Indo-Iranischen und Balto-Slawischen Zweig überzeugend verbinden. Die aDNA-Analyse zeigt, dass beide Sprachzweige aus einer Untergruppe von Steppen-Viehzüchtern stammen, die sich vor fast 5.000 Jahren in den Westen, nach Europa, bewegten und sich dann, innerhalb der folgenden 1.500 Jahre, wieder ostwärts nach Zentral- und Südasien ausbreiteten. Dies liefert eine einfache Erklärung in Bezug auf die Bevölkerungsbewegungen des prähistorischen Menschen, für die ansonsten rätselhaften gemeinsamen sprachlichen Merkmale dieser beiden Zweige des Indo-Europäischen, die heute durch große geografische Entfernungen getrennt sind.

Ursprünge der Landwirtschaft

Die Studie informiert auch darüber, ob der Wandel einer Wirtschaftsform stärker von Populationsbewegungen oder dem Kopieren von Ideen oder lokalen Erfindungen getrieben wurde. In Europa haben aDNA-Studien deutlich gemacht, dass die Landwirtschaft zusammen mit einem Zustrom von Menschen mit Abstammung aus Anatolien ankam.

Die neue Studie zeigt eine ähnliche Dynamik im Iran und in Zentralasien, d.h., dass anatolische Abstammung und Landwirtschaft ungefähr zur gleichen Zeit ankamen. Die Ausbreitung der Landwirtschaft in diesen Regionen wurde also auch durch Wanderbewegungen der Menschen angetrieben.

Die Ausbreitung der Landwirtschaft beinhaltete also nicht nur eine westliche Richtung von Anatolien nach Europa, sondern auch eine ostwärts gewandte von Anatolien nach Asien, quasi eine bronzezeitliche Seidenstraße

In Südasien sieht die Situation ganz anders aus

Die ForscherInnen fanden keine Spur von anatolischer Abstammung, die ein Kennzeichen der Ausbreitung der Landwirtschaft nach Westen ist. Das bedeutet, dass die Landwirtschaft in Südasien nicht auf die Zuwanderung von Menschen zurückzuführen ist – zumindest nicht auf Menschen aus den früheren Bauernkulturen des Westens. Stattdessen nahmen die lokalen Bevölkerungen diese Wirtschaftsform an. „Vor der Ankunft der Steppen-Viehzüchter, die ihre indoeuropäischen Sprachen vor viertausend Jahren brachten, finden wir keine Hinweise auf große Bevölkerungsbewegungen nach Südasien„, so Reich.

Quell: Publikation in „Science“
The formation of human populations in South and Central Asia
Narasimhan et al., Science 365, eaat7487 (2019)

(I) http://www.biologie-schule.de/vegetationszone-steppe.php

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27 08 2019
By: TKG 0

TKG: „Wie kann der 2 Meter große Messer-Täter frei herumlaufen?“

Die TKG wünscht Andac A. eine gute Besserung nach der niederträchtigen Messerattacke in Wien.

Frage: Wie kann der 2 Meter große Täter immer noch frei in Wien herumlaufen?

von Antonia Gabriel -Türkische Kulturgemeinde in Österreich

Wien. Andac A. ist ein junger, ruhiger und lieber Mann der in Wien Architektur studiert und bisher mit ÖsterreicherInnen nie Probleme gehabt hat – ganz im Gegenteil. Was aber Andac A. am 24. August 2019, einem Samstagabend, gegen 22 Uhr widerfahren ist, wird sein Leben für immer prägen.

Herr Andac zeigt uns hier den ungefähren Ort des Geschehens.

„….dass ich eine tiefe blutige Wunde am Rücken habe“ 

Der Vorfall ereignete sich im 17. Wiener Bezirk in der Taubergasse, Höhe Rosensteingasse. Andac A. hat, wie viele andere junge Menschen in einer der sichersten Städte der Welt (Wien) mit Kopfhörern auf der Straße Musik gehört, als er am Weg zu einem Freund war und wurde dabei von hinten von einem unbekannten Mann (ca. 2 Meter groß, kurze Haare, Dreitagebart) niederträchtig, skrupellos und menschenfeindlich mit einem Messer in den Rücken gestochen. Andac A. kennt den Mann nicht. Als ihm der Stich zugefügt wurde, hat er zuerst geglaubt, dass es nur ein unglaublich brutaler Faustschlag war, da er durch den schnellen harten Stoß das Messer garnicht spürte. Erst nach mehreren Minuten, nachdem er von dem Mann weggelaufen war, stellte er fest, dass die Stelle nass war. Er hat daraufhin Panik bekommen und sofort angefangen nach Hilfe zu schreien. Den Ablauf beschreibt Andac A. dann wie folgt: „Als ich weggelaufen bin und nach Hilfe geschrien habe, sind Menschen auf mich zugekommen und haben mir gesagt, dass ich eine tiefe blutige Wunde am Rücken habe. Dann habe ich verstanden, dass dieser Mann, den ich gerade noch am Straßenrand stehen gesehen habe, versucht hat, mich zu erstechen. Ich kann mich noch erinnern, dass er etwas in der Hand hatte, was für mich wie ein Holzbrett ausgeschaut hat. Vermutlich war darin das Messer versteckt. Ich hatte mir so etwas wirklich nicht erwartet. Man hat mich dann sofort in das Lorenz Böhmer Unfallkrankenhaus gebracht, in welchem ich bis jetzt noch auf der Intensivstation liege. Ich fühle noch immer einem Schockzustand und muss erst verstehen, wie das alles passiert ist.“

Wir haben in Namen der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG) Herrn Andac A. am 27. August  mit unserem Obmann der TKG, Birol Kilic, besucht und ihm nicht nur gute und baldige Genesung gewünscht, sondern auch eine sofortige anwaltliche Hilfe und eine einmalige finanzielle Unterstützung angeboten, was wir als NGO bei solchen extremen Fällen ad hoc zur Verfügung haben. Andac A. hat sich höflich mit folgenden Worten bedankt: “ Vielen herzlichen Dank. Ihr Besuch hat mich sehr gefreut und ist eine große Unterstützung.“ Die finanzielle und anwaltliche Hilfe hat er jedoch abgelehnt.

„Der Täter war ca. 2 Meter groß hat kurze Haare und einen Dreitagebart!“

Herr Andac A. hat das Profil des Täters wie folgt beschrieben: „Er war ca. 2 Meter groß hat kurze Haare und einen Dreitagebart.“  Des Weiteren erzählte er: „Warum man bis jetzt kein Phantombild für die Fahndung verlangt hat ist mir ein Rätsel. Man könnte mir ja vielleicht auch sofort mehrere Bilder zeigen, von Personen, welche in Fragen kommen könnten. Vielleicht könnte ich den Täter ja sofort erkennen. Aber man hat mir nur kurz ein paar Fragen gestellt und eine Visitenkarte hinterlassen. Das war alles von letzten Samstag bis heute (Dienstag,27.09.2019). Der Täter wollte mich umbringen (Das Messer hat das Herz de facto um 3 cm verfehlt). Ich kenne den Täter nicht und er läuft jetzt weiter unauffällig in der Öffentlichkeit in Wien herum. Man hat mich in dem Krankenhaus sehr gut behandelt, wofür ich mich insbesondere bedanken möchte. Ein Dank gilt auch den Behörden, welche vor Ort sehr schnell und gut reagiert haben. Ich habe in meinen Leben mit niemanden einen Streit und lebe grundsätzlich ein sehr ruhiges Leben. Es ist alles ein Wunder, dass ich noch lebe. Wie kann in Wien so etwas passieren und wer wird vom den Täter wohl das nächste Opfer sein? Es geht hier nicht nur um mich, sondern um die Sicherheit der gesamten Gesellschaft.“

Akute Gefahr für das Gemeinwohl- Wer ist das nächste Opfer?

Der Obmann der TKG Birol Kilic wünscht im Namen der Türkische Kulturgemeinde in Österreich , Herrn Andac A. baldige Genesung und fordert die rasche Erstellung eines Phantombildes vom Täter, welcher für das Gemeinwohl eine akute Gefahr darstellt, sowie dessen Verteilung an die österreichische und besonders an die wiener Presse denn der 2 Meter große skrupellose Messermann (Täter) egal welcher Abstammung mit kurzen Haaren darf  in Wien nicht frei herum spazieren und stellt folgende Frage: „Wer ist das nächste Opfer?“ (TKG, Wien,28.08.2019)

28-Jährigen in Rücken gestochen: Jetzt spricht das Opfer
https://www.oe24.at/oesterreich/chronik/wien/28-Jaehrigen-in-Ruecken-gestochen-Jetzt-spricht-das-Opfer/394776333

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20 08 2019
By: TKG 0

TKG: Beileidsbekundung für das plötzliche Ableben von Rudolf Hundstorfer!

Unser aller Mitgefühl in diesen schweren Stunden seiner Familie, Freunden und Bekannten.

Wien (OTS) – Mit großem Bedauern, tiefer Betroffenheit und Trauer haben wir vom Ableben von Rudolf Hundstorfer erfahren.

Der Obmann der TKG, Birol Kilic: „Unser Freund Rudolf Hundstorfer war eine engagierte Persönlichkeit der österreichischen Demokratie und hat Solidarität mit den Schwächsten der Gesellschaft immer gezeigt. Er war ein vorbildlicher Mensch und hat sich für das gesellschaftliche Miteinander, Gerechtigkeit und insbesondere ein friedliches Zusammenleben eingesetzt. Wir danken ihm herzlich.“

Im Namen des gesamten Vorstandes der TKG und unseren MitgliederInnen, sowie unseren vielen Mitbürgern und Mitbürgerinnen aus der Türkei in Österreich sprechen wir unser tiefstes Beileid und Mitgefühl den nahen Angehörigen aus.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)

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16 08 2019
By: TKG 0

TKG: Vorsicht! In Österreich ist der Rechtsextremismus und politisierte Glaube stärker geworden.

Gegen Demokratie und Verfassungsfeindliche Organisationen, egal aus welcher Richtung muss man ohne Scheinheiligkeit und Freunderlwirtschaft vorgehen.

Wien (OTS) – Die TKG begrüßt nach dem Verfassungsschutzbericht diese Woche den Willen der Parteien der ÖVP und FPÖ gegen rechtsextreme, linksextreme und insbesondere religiöse Verfassungs- und Demokratiefeindliche Gruppierungen vorzugehen.

Die TKG diagnostiziert und fordert:

1) Fakt ist, dass sich seit der ÖVP-FPÖ Regierung die rechtsextremen Gruppierungen und der politische Islam und dessen Gruppierungen  in Österreich psychologisch gestärkt fühlen und mit ihren Aktivitäten den freiheitlich-demokratischen Rechtsstaat in Österreich, mit seiner Gewaltentrennung, als Selbstbedienungsladen sehen. Diejenigen die sich als Brandlöscher darstellen, missbrauchen die demokratischen Grundstrukturen in Österreich und somit verliert die Bevölkerung, egal welcher Abstammung, das Vertrauen gegenüber dem Rechtsstaat Österreich und seiner Gewaltenteilung. Das ist das schlimmste was der Republik Österreich passieren kann. Wir müssen dem Rechtsstaat Österreich mit seiner Gewaltenteilung und mit seiner demokratischen Verfassung nicht mit dubiosen politischen Haltungen unter dem Vorwand Liberalismus bzw. Patriotismus untergraben. Österreich soll seine Reputation als Exporteur und Tourismusland, mit einer starken demokratischen Verfassung sowie mit einer Vielfalt und Rechtsstaatlichkeit, nicht verlieren.

2) Der politisierte Glaube, egal welcher Religion, ist eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung und ist für die TKG in Österreich, wie die Proponenten unseres Vereins seit 30 Jahren warnen, verfassungsfeindlich. Für die autochonen und die zugewanderten Migrantinnen die Ihren Lebensmittelpunkt in Österreich sehen, sollte die säkulare Verfassung der Republik Österreich das wichtigste und verbindlichste „heilige Buch“ sein, bei dem wir geprüft, gecheckt und gerüttelt werden. Wenn es nötig ist müssen wir als wehrhafte Demokraten dafür auch kämpfen. Deswegen fordern wir von allen Parteien gegen den politisierten Glauben und ihre Proponenten, die in Österreich unter dem Vorwand Religionsfreiheit den guten Willen und die Unwissenheit von Politikern, Journalisten und der Bevölkerung missbrauchen, einen offenen und demokratischen Widerstand. Hier muss man die Spreu vom Weizen trennen. Das bedeutet den Glauben Islam nicht vorsätzlich mit dem politisierten Islam zu vermischen. Weil diese Vermischung die Vertreter des reaktionären, fundamentalistischen und politisierten Glaubens stärkt. Sie sehen sich als Opfer und mischen in den demokratischen Diskussionen als Brandlöscher mit, obwohl sie fleischgewordene Brandstifter sind. Es kann nicht sein, dass Parteien aus dem Ausland, die in der Türkei gegen die laizistische Verfassung gekämpft haben und deswegen gegen die demokratische Grundordnung verstoßen, in Österreich als Ansprechpersonen für Problemlösungen angenommen werden.

3) Leider ist in der Regierung ÖVP-FPÖ der Rechtsextremismus und insbesondere der politische Islam gestärkt und noch mehr salonfähig gemacht worden. Wir fordern, dass die Sprache gegenüber Muslimen und Musliminnen bzw. gegenüber dem Glauben Islam in Österreich nicht pauschal feindlich und hetzerisch verwendet wird. Diese kulturalistische Sprache in sozialen Medien, Zeitungen und Fernsehen von Parteien und ihren Proponenten, hat das Zusammenleben in Österreich nicht gestärkt sondern nur die politischen Islamvertreter. Die größten Verlierer sind die 700.000 Muslime in Österreich, die sich in Österreich integriert haben und die österreichische Verfassung als ihre eigene sehen und schätzen.

4) Wenn hier ein Wille da ist, gegen den Demokratiefeindlichen und politisierten Glauben vorzugehen, muss man sobald wie möglich definieren was man mit politischen Islam meint und wer die Akteure in Österreich sind. Hinter den Türen mit einigen sehr parteiischen Beamten bzw. mit den angeblichen Experten, hat man das Problem bis jetzt nicht gelöst, sondern ganz im Gegenteil, den politischen Islam in Österreich gestärkt und betoniert.

Wir bitten hier die Spreu vom Weizen zu trennen und sich von Pauschalisierungen gegenüber MuslimInnen zu distanzieren. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich kennt das Problem und möchte das Problem überparteilich und ohne Freunderlwirtschaft im Interesse der freiheitlich demokratischen Grundordnung und für die Stärkung der säkularen Verfassung der Republik Österreich und seiner BürgerInnen gelöst sehen.

Türkischer KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

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16 07 2019
By: TKG 0

TKG: „Leider agiert die EU im Zypern-Konflikt gegenüber der Türkei verantwortungslos“

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) fordert von der EU und der Türkei eine friedliche Lösung im Gaststreit um den Mittelmeerraum von Zypern.

Die EU-Außenminister haben am Montag im Gasstreit mit Zypern Sanktionen gegen die Türkei verhängt. Ankara hat nun angekündigt, seine umstrittenen Bohrungen fortzusetzen: „Die beschlossenen Maßnahmen werden keine Auswirkung auf die Entschlossenheit der Türkei zur Fortsetzung ihrer Kohlenwasserstoffaktivitäten im östlichen Mittelmeer haben“, hieß es aus dem türkischen Außenministerium.

Die EU-Außenminister hatten unter anderem entschieden die EU-Mittel für die Türkei zu kürzen. Zudem will die Wertegemeinschaft den Dialog mit der Türkei stoppen und die Verhandlungen über ein Luftverkehrsabkommen aussetzen. Die EU-Außenminister forderten die EU-Kommission auf, einen Vorschlag für Finanzsanktionen gegen türkische Verantwortliche zu erarbeiten, die an den Bohrungen beteiligt sind. Die Europäische Investment Bank soll die Konditionen für Finanzhilfen an Ankara überprüfen.

Die EU verliert damit seine unabhängige Friedensmission und seine Stabilität als Exporteur

Faktum: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Wenn man das Titelbild aus der Vogelperspektive bzw. vom Weltall aus betrachtet, sollte man sehen, warum die Türkei, als Inhaber der längsten Küste des östlichen Mittelmeers, mit der Nähe zu Nordzypern, so eine emotionale, geschichtliche, politische, traditionelle und wirtschaftliche Bindung hat. Zypern ist de facto ein verlängerter Arm der geografischen Türkei. Hier kann kein Partner die vorhandenen Vereinbarungen, die seit Jahrhunderten mit kausalen Gründen entstanden sind und auch 1960 in der Verfassung von Zypern verankert wurden, als die Griechen und Türken gemeinsam dort gelebt haben außer Acht lassen. Bei der Gründung der föderativen Verfassung im Jahre 1960 haben die griechischen und türkischen Zyprioten eines festgehalten (sinngemäß): „Zypern darf nicht Mitglied einer Vereinigung oder eines Bündnisses werden, in welchem sowohl die Republik Griechenland als auch die Republik Türkei gleichberechtigte Mitglieder sind.“ Die EU hat hier im Jahre 2004 leider einen großen Fehler gemacht, indem sie Südzypern als Vollmitglied aufgenommen hat. Dieser Konflikt wurde dadurch zu einem EU-Konflikt gemacht und diese kann jetzt nicht mehr unparteiisch gegenüber dem Brand im Mittelmehr als Feuerlöscher agieren. Jetzt ist sie in einem Zustand, in welchem die EU als Brandbeschleuniger kritisiert wird.

Die EU verliert mit dieser Entscheidung seine Friedensmissions-Funktion als unabhängiger Mediator von Südosteuropa bis zum Mittelmeer und exportiert Instabilität bei einem blutigen Konflikt in Zypern.

Aber vorerst: EU-Türkei Beziehung – Die Kopenhagener Kriterien

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich kritisiert die AK-Partei seit Jahren in folgenden Bereichen: Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und elementare Menschenrechte. Sie wünscht sich eine Türkei welche einen Weg findet, zurück zum starken Parlamentarismus sowie Säkularität in der Staatsverwaltung und in allen anderen Lebensbereichen. Die Türkei steht in vielen Bereichen unter einem enormen Druck von Terrororganisationen, welche den Staat im In- und Ausland erpressen und somit das Leben der Bürger, sowie die Regierung einschränken. Eine schwache demokratische Türkei bedeutet aber nicht, dass sie von der EU, aufgrund des Zypern-Konfliktes, wie ein Knecht behandelt werden muss. Die EU sollte der Türkei nicht wie ein Dompteur Anweisungen und Drohungen geben, sondern versuchen, den Brand mit Diplomatie zu lindern. Die EU agiert hier jedoch gerade als Brandbeschleuniger und das nicht vor der Haustür, sondern im eigenen Haus, wo der Brand am meisten Schaden anrichten wird, wovor wir jetzt noch warnen müssen.

Wir fragen uns: Warum erlaubt die EU so etwas? Ist das die Gier des Gasvorkommens?

Ist die EU wie die NATO ein Kriegsbündnis, in welchem man als Mitglied Solidarität zeigen muss? Wie auch der österreichische Außenminister Schallenberg heute in den Medien ausgesagt hat, so einen Fall gibt es nicht. Welchen Druck möchte man hier gegenüber der Türkei, außer zurück zu den Kopenhagener-Kriterien, ausüben? Die Kopenhagener Kriterien, die die Staaten für ihre Aufnahme in die EU zu erfüllen haben, werden auch als drei übergeordnete Kriterien dargestellt: das „politische Kriterium“, das „wirtschaftliche Kriterium“ und das „Acquis-Kriterium“: Die Werte, auf die die Union gegründet wurde, sind die Achtung der Menschenwürde, Freiheit, Demokratie, Gleichheit, Rechtsstaatlichkeit und die Wahrung der Menschenrechte einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören.

EU-Türkei Flüchtlingsabkommen und lächerliche EU Drohungen

Die Türkei hat bis jetzt 4 Millionen Flüchtlinge aufgenommen und betreut und nicht nach Europa (laut der EU-Türkei Vereinbarung) weitergeschickt. Es wurden dafür aus eigenen Ressourcen ca. 35 Milliarden Euro verrichtet. Was sind diese „paar“ Milliarden Euro, wenn die EU ständig syrische Flüchtlinge in die Türkei sendet oder damit droht. Man sollte eher transparent und offen über die 4 bis 5 Millionen Flüchtlinge in der Türkei reden und überlegen wie man diese Menschen gerecht in der EU verteilt. Die paar Milliarden Euro kann die EU selber behalten. Unserer Meinung nach hat hier die Ankara Regierung von Anfang an eine falsche, gefährliche Syrien-Politik verfolgt.

Fakten über den Zypern-Konflikt:

Die EU wurde mehrmals, bevor das griechische Südzypern im Jahre 2004 Vollmitglied der EU geworden ist, von unabhängigen Experten mit folgenden Argumenten gewarnt:

1- Die Gewässer in Nordzypern und Umgebung sind der Festlandsockel der Türkischen Republik und deshalb müssen die Rechte der türkischen Zyprer unbedingt berücksichtigt werden. Der türkische Norden ist eigenständig, seit dem die türkische Armee 1974 in Folge eines Militärputsches griechischer Klerikalfaschisten intervenierte. Es sind tausende Tötungen der türkischen Zyprer durch Massaker von klerikalfaschistischen Zyprern verursacht worden. Die Bevölkerung in der Türkei agiert hier deswegen sehr sensibel und emotional und erwartet auch von der EU Empathie. Vergessen wir nicht: ein EU-Plan zu Wiedervereinigung wurde 2004 vom griechischen Zypern abgelehnt und vom türkischen Zypern zugesagt und trotzdem hat die EU unverantwortlich die gesamte Insel, ohne Lösung dieser Probleme, mit der Leaderschaft des griechischen Zyperns als Vollmitglied der EU akzeptiert und das Problem leider zu einem inneren EU-Problem gemacht. Bis jetzt wurde mit der Floskel „Solidarität“ als Brandbeschleuniger je nach Fall, in verschiedenen politischen Lagen, mit dem Zypern-Konflikt entweder die Türkei erpresst oder unter Druck gesetzt und damit das Problem unlösbar gemacht. So agiert eine friedensstiftende und Stabilität exportierende Union wie die EU im Normalfall nicht. Die EU hat hier bei vielen Konflikten, anstatt diese als neutraler Mediator zu lösen, eine große Krise mit egoistischen Zielen und vielen Folgen verursacht. Die TKG ruft alle EU Verantwortlichen dazu auf, neutral und friedensstiftend zu agieren und fordert die Mitgliedsstaaten dazu auf, sich nicht als Geisel nehmen zu lassen.

2- Bei der Gründung der föderativen Verfassung im Jahre 1960 haben die griechischen und türkischen Zyprioten eines festgehalten: „Zypern darf nicht Mitglied einer Vereinigung oder eines Bündnisses werden, in welchem sowohl die Republik Griechenland als auch die Republik Türkei gleichberechtigte Mitglieder sind.“  Die EU hat hier von Anfang an  einen großen Fehler gemacht, indem sie erst Griechenland und nachher Südzypern als Vollmitglied aufgenommen hat und diesen Konflikt dadurch zu einem EU-Konflikt gemacht hat. Die Gewährung der EU-Mitgliedschaft an die griechische Seite von Zypern (Südzypern), im Jahr 2004, machte das chronische Problem jetzt unlösbar.  Der Ausgangspunkt des Konflikts (1955) durch das griechisches Zypern und infolgedessen die UNO (März 1964) und die türkische Truppen (Juli 1974) auf Zypern sind nicht umsonst stationiert. Unter dem Einfluss von den zwei griechischen Stimmen (Griechenland & Südzypern) ist die EU ein Teil des Problems geworden und kann infolgedessen nicht mehr neutral und unabhängig zur Zusammenarbeit zwischen den beiden Seiten beitragen. Noch dazu hat die griechische Seite auf der Insel den UN-Plan für eine föderale Lösung abgelehnt und die türkische Seite diesem zugestimmt. Warum hat die EU die griechische Seite dafür belohnt, dass sie zu einer von den Vereinten Nationen unterstützten Lösung (Annan-Plan, 2004) mit 75% Nein gesagt hat, während die türkisch-zypriotische Seite mit 65% Ja gesagt hat? Warum soll nun die türkische Seite (Nordzypern), die für den UN-Plan mit ‚ja‘ gestimmt hat, ungerecht, parteiisch und gegen die eigenen Interessen von der EU behandelt werden? Die EU hat hier seine Vermittlerrolle verloren und soll somit nicht noch mehr Benzin ins Feuer gießen.

3- Die EU ignoriert vorsätzlich die regionalen und legalen Ansprüche und Rechte der Republik Türkei als Garant für die Unabhängigkeit der “Republik Zypern”, neben England und Griechenland, wie in dem London-Zürich-Abkommen von 1960 festgelegt ist. Hier sollte man wissen, dass drei Länder (nicht mehr und nicht weniger) durch das London-Zürich-Abkommen, für die Zukunft des Zypern-Konfliktes etwas zu sagen haben. Die restlichen beteiligten Länder und unter anderem auch die EU, können das Abkommen von 1960 nicht ignorieren. Bei der Gründung der föderativen Verfassung im Jahre 1960 haben die griechischen und türkischen Zyprioten eines festgehalten: Zypern darf nicht Mitglied einer Vereinigung oder eines Bündnisses werden, in welchem sowohl die Republik Griechenland und die Republik Türkei gleichberechtigte Mitglieder sind. Mit Verlaub wiederholen wir: Die EU hat hier einen großen Fehler gemacht, indem sie erst Griechenland und nachher Süd-Zypern als Vollmitglied aufgenommen hat und diesen Konflikt dadurch zu einem EU-Konflikt gemacht hat. Die EU weiß keinen Weg mehr um rauszukommen, weil die griechischen Zyprioten und Griechenland die EU als Geisel genommen haben.

4- Die EU ignoriert die Existenz und die Rechte der türkischen Zyprioten, aus einer Zeit in der zypriotische Türken und Griechen zusammen in einer Föderation gelebt haben und deren Rechte in der Verfassung von Zypern von 1960 verankert sind. Die zypriotisch-griechische Seite sagt auch heute, dass die 1960 festgelegte föderative Verfassung, in welcher der erste Präsident der Republik Zypern, Makarios III, im Jahre 1963, 13 Artikel der Verfassung einseitig geändert hat und damit den Zypern-Konflikt ausgelöst hat. Hier liegt in der multiplen Kausalität die erste Ursache des Problems (die Ursache und ihre Wirkungen). Wenn die EU ein Friedensstifter ist und nicht Instabilität, sondern Stabilität in die Nachbarschaftsregionen exportieren möchte, sollte sie hier aufhören einseitig und willkürlich als Brandbeschleuniger zu agieren.

5- Ob es uns gefällt oder nicht: Die Türkei hat nicht nur das Recht, ihre eigenen Völker und territoriale Rechte auf dem Festlandsockel zu schützen, sondern ist verpflichtet, die Rechte und Interessen der türkischen Zyprioten in Zypern durch das London-Zürich-Abkommen von 1960 zu verteidigen. Diese unterschriebene Vereinbarung kann die EU nicht willkürlich Makulatur erklären.

Die EU sollte hier seine moderate Haltung als Brückenbauer, Friedensstifter und als Stabilitäts-Exportier in die Region zurück besinnen. Sonst wird sie Probleme in einer unübersehbaren Dehnung bekommen, von welchen wir, die TKG, als Think Tank Organisation hier und heute als stolze EU Bürger warnen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

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12 07 2019
By: TKG 0

Bosnien-Srebrenica: Völkermord mitten in Europa – Niemals vergessen!

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt den serbischen Abgeordneten, Vladimir Dukanovic, von der regierenden Fortschrittspartei, scharf.

Wien. Anlässlich des Jahrestages des Völkermordes von Srebrenica, hat die Türkische Kulturgemeinde in Österreich am 11. Juli eine Gedenkveranstaltung an einem privaten Ort mit organisiert. Der Völkermord ereignete sich im Juli 1995 in Folge des Bosnien-Krieges. Die Türkische Kulturgemeinde hat mit ca. 250 Personen an die mehr als 8000 Opfer des Völkermordes gedenkt. Noch heute werde neue Opfer geborgen und beigesetzt.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) fordert von der EU und von den Balkanstaaten, den Srebrenica Völkermord  und dessen Ursachen ohne Vertuschung genau zu erforschen. Die Frage welche wir ergründen möchten ist, wie es zu einem solchen Völkermord-Verbrechen mitten in Europa, vor den Augen der EU, kommen konnte? Könnten in Europa nochmals Srebrenica-ähnliche Völkermorde passieren? Was kann man dagegen tun? Es ist egal welche Seite und welche aktuellen gesellschaftlichen, politischen oder wirtschaftlichen Entwicklungen solche teuflischen Ausartungen begünstigen.

Sei wachsam!

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) hat auch den serbischen Abgeordneten, Vladimir Dukanovic von der regierenden Fortschrittspartei, wegen primitiven, hetzenden und verbrecherische Aussagen scharf kritisiert und alle Muslime am Balkan sowie in ganz Europa um Wachsamkeit gebeten und davor gewarnt, auf solche Provokationen einzusteigen, weil diese Menschen aus Serbien sich selber disqualifizieren. Dukanovic sagte gestern: „Ich möchte das serbische Volk zum Tag der Befreiung von Srebrenica beglückwünschen und mich bei General Ratko Mladic für die hervorragend ausgeführte Militäroperation in Krivija 1995 bedanken.“

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich stellt zwei Fragen an die EU und an die türkische Regierung:

1. Uns würde interessieren, ob die EU die Regierungspartei in Serbien aufgrund der Aussagen vom Abgeordneten Dukanovic warnen wird und mit welchen Argumenten? Oder wird einfach zur Tagesordnung übergegangen ohne es zu erwähnen?

2. Uns würde auch interessieren, ob die türkische Regierung in Ankara, welche mit der serbischen Regierung eine gute Beziehung hat, die serbische Regierung warnen wird und mit welchen Argumenten? Oder ob auch hier einfach zur Tagesordnung übergegangen wird ohne etwas zu erwähnen?

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich teilt die Schmerzen der Hinterbliebenen vom Bosnien-Srebrenica Völkermord und drückt auch heute nochmals Mitgefühl und Anteilnahme aus. Wir werden es niemals vergessen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

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05 07 2019
By: TKG 0

Die TKG distanziert sich von dem getrennten Badetraum für Frauen!

„Wir fordern die Politik und Parteien, die Medien und die Gesellschaft auf auch das volle Glas zu sehen und ab jetzt die Spreu vom Weizen zu trennen. Die „Wiener Partei“ ist alles aber  weder eine Türkenpartei noch Migrantenpartei. Finden sie bitte ein  andere Attribut!“
Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

Wien (OTS) – Die Türkische Kulturgemeine in Österreich (TKG) vertritt nur ihre Mitglieder als säkulare Think Tank Organisation und fordert die Politik auf, nicht durch die SÖZ-Partei die gesamte Austro-Türkische Community mit billigen Methoden zu sataniesieren.

Die angebliche moderne Idee mit emanzipatorischen, feministischen, glänzenden und scheinheiligen Worten der SÖZ-Partei, getrennte Bäder für Frauen, ist und bleibt für die TKG ein Unfug und wir distanzieren uns.

Feststellung: Die „Wiener Partei“ ist keine „Türken Partei“

Die Gründer dieser Partei sind „ob es uns gefällt oder nicht“  aus zweiter oder dritter Generation ÖsterreicherInnen und politisierte orthodoxe MuslimeInnen aus der Türkei und haben hier, mithilfe der demokratischen Grundordnung die ihnen erlaubt eine Wiener Partei zu gründen, gehandelt.  Die  SÖZ  Bewegung ist ist alles aber weder eine Türken- noch Migrantenpartei, sondern eine Wiener Partei, die aus den jahrelangen Fehlern der ansässigen Parteien, insbesondere der SPÖ , den Grünen, der ÖVP und der FPÖ durch multiple Kausalitäten entstehen konnte.

Wir als TKG nehmen diese Gründung zur Kenntnis, obwohl es uns nicht gefällt, weil hier die gesamten Menschen aus der Türkei, auch wenn sie mit dieser Partei nichts zu tun haben wollen und die Ideen nicht teilen, mit dem Begriff „Türken-Partei“ in Mitleidenschaft gezogen werden. TKG distanziert sich  ausdrücklich als Think Tank NGO von dieser Bewegung.

Wenn andere Parteien die SÖZ Forderungen bzw. Ideen kritisieren wollen, sollten sie bitte unter der Vorwand Kritik nicht alle TürkInnen oder MigrantInnen mit dem, zum Schimpfwort gewordenen Begriff „Türken-Partei“ bzw. Migranten-Partei“, schikanieren bzw. satanisieren. Sie würden sicherlich auch nicht den Begriff „Juden-Partei“ in Österreich verwenden.

Taten und Kritik: Kritik an der Wiener Partei

Auf der anderen Seite müssen wir, als säkulare, wehrhafte Demokraten, anhand von ihren Taten und Forderungen ohne Hetze dieser Bewegung messen die wir sehr gut kennen.

Die Forderungen der Bewegung hier in Österreich sind ein alter Schmäh um die Gesellschaft zu Spalten und dann das ewige Opfer zu spielen.  Es  ist auch nichts anderes als, die durch Jahrhunderte durch Reform, Renaissance und Aufklärung gewonnen Rechte für Frauen und Männer, die überall gleich sein sollten, mit dieser reaktionären Gedanken unter dem Vorwand Religionsfreiheit zu untergraben.

Viele moderne Menschen, aus der laizistischen Türkei stammende Menschen die in Österreich integriert sind und auch durchaus gläubig sind, können mit dieser in Wahrheit reaktionären Idee  mit emanzipatorischen, feministischen, glänzenden und scheinheiligen Worten nichts anfangen.  Die Mehrheit der Menschen aus der Türkei fühlen sich von beiden Seiten( die über dieser Bewegung alle Türken in Österreich sataniesieren ) verfolgt und angegriffen, obwohl sie in Österreich mit den Werten, Sitten und Gebräuchen der Aufnahmegesellschaft seit Jahrzehnten in Einklang leben.

Wir fordern die Politik und Parteien, die Medien und die Gesellschaft auf auch das volle Glas zu sehen und ab jetzt die Spreu vom Weizen zu trennen. Die „Wiener Partei“ ist alles aber  weder eine Türken- noch Migrantenpartei. Finden sie bitte ein  andere Attribut!

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

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01 07 2019
By: TKG 0

Bundesabgeordneter in Linz angegriffen. TKG wünscht gute Genesung!

Der Bundesabgeordnete wurde gestern im Beisein seiner 11-jährigen Tochter in Linz grundlos attackiert und mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Wien – Der Bundesabgeordnete Efgani Dönmez wurde gestern Abend, um 21.30 Uhr, während er mit seiner Tochter auf der Landstraße in Linz unterwegs war, von einem Tschetschenen unbegründet angegriffen. Der 23-jährige Angreifer hat sich hinter einem Auto versteckt und hat Dönmez und seine Tochter auf der Fußgängerzone überraschen attackiert.

Nachdem der Täter Dönmez bereits verbal bedroht hat, hat er einen Regenschirm eines Wettbüros genommen und angefangen auf Dönmez einzuschlagen. Dieser konnte seine Tochter beschützen, indem er sie hinter sich schob. Durch die Abwehrhaltung brach sich Dönmez einen Finger, des Weiteren trug er eine Platzwunde am Kopf sowie mehrere Prellungen davon. Die Polizei hat den Täter mit tschetschenischer Abstammung festgenommen. Der junge Erwachsene wirkt ziemlich agil und gesund. TKG stellt sich die Frage ob dieser Angriff ein Auftrag von Dritten war und wie sicher Linzi insbesondere im Bereich Linz-Landstrasse ist ?

Wir als TKG differenzieren stets die Spreu vom Weizen. Nicht die Herkunft, sondern das Verhalten zählt. Und für das eigene Verhalten ist jede Person selber zuständig. Wenn sich jemand danebenbenimmt oder straffällig wird, muss sie/er mit den darauffolgenden harten gesetzlichen Strafen leben. In solchen Fällen ist es auch wichtig, dass durch die Kooperation der Behörden untereinander, aufenthaltsbeendigende Maßnahmen gesetzt werden, damit wir unsere Gesellschaft und die Bürgerinnen und Bürger genau vor jenen schützen, die sich nicht an unsere Gesellschaft anpassen und unsere Rechtsordnung nicht respektieren und einhalten. Die Republik Österreich darf für niemanden nicht zum Selbstbedienungsladen von importierter Gesetzlosigkeit werden!

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) wünscht dem Bundesabgeordneten baldige Genesung und alles Gute für die Tochter, welche zum Glück mit einem Schrecken davon gekommen ist!

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

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23 06 2019
By: TKG 0

TKG gratuliert Imamoglu und den Istanbuler WählerInnen für die unglaubliche demokratische Reife

Wien (OTS) – Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG) gratuliert dem neuen Bürgermeister Ekrem Imamoglu (54,3% Stimmen, mit mehr als 800.000 stimmen Mehrheit), welcher mit dem Slogan „Alles wird schöner werden“ aufgetreten ist, herzlich.

TKG wünscht allen IstanbulerInnen, nach dieser unglaublichen demokratischen Reife obwohl die Wahlen nicht fair waren, alles Gute aus Wien.

Man sollte der Türkei weiter vertrauen weil die Türkei ist in der Welt gerade ein Beispiel dafür, dass Demokratien nicht so leicht sterben.

TKG gratuliert genauso dem Kandidaten der AK Partei, Herrn Binali Yildirim (45% Stimmen), für seine schnelle (als erste) und persönliche Stellungnahme der Niederlage ohne Hetze, damit, keine Spannung in der Türkei sowie im Ausland (wie in Österreich) bei den aus der Türkei stammenden Menschen, aufkommen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)
Obmann
DI Birol Kilic

„Istanbul-Wahl ein starkes Signal für die Demokratie“

https://tvthek.orf.at/topic/News/13869393/Magazin-1/14017721/Die-Folgen-der-Buergermeisterwahl-in-Istanbul/14517878

„Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) wünschte allen Istanbulern, „nach dieser unglaublichen demokratischen Reife, obwohl die Wahlen nicht fair waren, alles Gute aus Wien“. In einer Aussendung betonte TKG-Obmann Birol Kilic am Montag: „Man sollte der Türkei weiter vertrauen. Die Türkei ist in der Welt gerade ein Beispiel dafür, dass Demokratien nicht so leicht sterben.“

https://www.sn.at/politik/weltpolitik/freude-und-erleichterung-nach-oppositionssieg-in-istanbul-72370855

https://www.nachrichten.at/politik/aussenpolitik/istanbul-wahl-ein-starkes-signal-fuer-die-demokratie;art391,3141521

https://volksblatt.at/erdogan-gegner-im-freudentaumel/

 

https://www.tt.com/ticker/15785702/freude-und-erleichterung-nach-oppositionssieg-in-istanbul

 

https://www.suedtirolnews.it/politik/freude-und-erleichterung-nach-oppositionssieg-in-istanbul

https://www.vn.at/newsticker/wiederholung-der-buergermeisterwahl-in-istanbul/1405455

 

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190624_OTS0026/tkg-gratuliert-imamoglu-und-den-istanbuler-waehlerinnen-fuer-die-unglaubliche-demokratische-reife

 

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17 06 2019
By: TKG 0

TKG begrüßt die parlamentarische Entscheidung zur Schließung des KAICIID

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG): „Die parlamentarische Entscheidung der Republik Österreich ist weder „purer Populismus, Symbolpolitik“ noch „unglaubliche Heuchelei“ sondern eine sachlich begründbare Entscheidung jenseits von Interesse und Macht.“

WIEN. Am 12. Juni 2019 beschloss der Nationalrat der Republik Österreich das „International König Abdullah bin Abdulaziz Zentrum“ für interreligiösen und interkulturellen Dialog, besser bekannt als KAICIID, in Wien zu schließen. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) begrüßt diese Entscheidung. Der bevorstehenden Schließung waren jahrelange Kritik – seit der Gründung im Jahre 2011 – an dem Zentrum und seiner Tätigkeit vorangegangen.

Der Staat kann und muss Organisationen schließen, bei denen Religion als Vorwand missbraucht wird. Wenn fundamentale Menschenrechte missachtet werden und ein Verbot aller anderen Religionen, außer dem Wahhabismus, selbst im 21. Jahrhundert noch Staatsräson ist, dann kann und darf nicht unter dem Deckmantel für „interreligiösen und interkulturellen“ Austausch dieser Doppelbödigkeit eine Bühne und Scheinlegitimität gewährt werden. Und das gerade in Wien, wo sämtliche internationale Institutionen, wie zum Beispiel die UNO ihren einen Sitz haben. Die TKG betrachtet diese Irreführung der Öffentlichkeit mit großer Skepsis. Die Legitimität einer – per Selbstdefinition – international agierenden „religiösen“ Organisation, welche sich bei gröbsten Verstößen gegen fundamentale Menschenrechte kaum zu Wort meldet, ist mehr als zu hinterfragen.

Die Entscheidung des österreichischen Nationalrates ist weder „ purer Populismus,  Symbolpolitik“ noch „ unglaubliche Heuchelei“ , wie manche Kritiker in den letzten Tagen behaupten. Ganz im Gegenteil, viele Kritiker haben seit dem Jahre 2012 , wie zum Beispiel der Verfassungsrechtler Theo Öhlinger in seiner Kritik am Islamgesetz Frage aufgeworfen, warum die Finanzierungsvorschriften für Vereine nur für Moscheen, nicht aber für das KAICIID gelten (2) oder der österreichisch-jüdische Autor Doran Rabinovici mit folgenden Argumenten lautstark gewarnt: „Wer den Dialog wahrhaftig sucht, kann so ein Dialogzentrum nicht wollen. Nicht nur deshalb, weil die Hoffnung, dass das KAICIID in Riad die Gemäßigten zum Zug bringen würde, sich nicht bewahrheitete. Wichtiger ist, dass durch so eine Art des Dialogs der ganze Islam auf eine einzige islamistische Spielart reduziert und echte Dialogarbeit diskreditiert wird. Das Wiener Dialogzentrum war bisher eine saudische Fata Morgana. So ein Trugbild aus der Wüste ist gefährlich, weil es in die Irre leitet und eine Oase vorspiegelt, wo keine ist.“ (3)

Wir fassen in Namen der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG) einige Punkte über das KAICIID nochmals zusammen, die zum Nachdenken anregen sollten:

1- Das KAICIID wird irreführender Weise gegenüber der Öffentlichkeit als Zentrale für „interreligiösen Dialog“ dargestellt. Mit einem an den Lebensrealitäten orientierten, der in Österreich lebenden Menschen, hat dieses „interreligiöse Dialogzentrum“ kaum etwas zu tun. Leider haben derartige Placebos dazu geführt, dass die Begrifflichkeit des „interreligiösen Dialogs“ mittlerweile zu einer sehr inflationär verkommenen Worthülse geworden ist. Worin genau dieser vermeintliche interreligiöse Dialog, dieses von Saudi-Arabien finanzierten Zentrums, bestanden haben soll, erschließt sich ausnahmslos den darin aktiven Personen. Dieses vermeintliche „interreligiöse Dialogzentrum“ wird von Kritikern in Österreich als ein Trojanisches Pferd für die „Nahost-Konflikte- Akteure und Interessen“ im EU-Raum sowie dem angrenzenden Balkan angesehen.

2- Den begrüßenswerten interreligiösen Dialog sucht man nicht mit den zahlreichen Muslimen, welche ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben, sondern gerade ausgerechnet mit jenen, die eine Auslegung reaktionär-puritanischen Strömung des Islams praktizieren. Dieser reaktionär-puritanischen Strömung des Islams ist man auch noch behilflich in Österreich und in Europa Fuß zu fassen und ihre bedenklichen Ansichten salonfähig zu machen. Das KAICIID bemüht sich – laut Eigendefinition – auch um die „soziale Eingliederung von Menschen, welche auf der Flucht in Europa sind“ und versucht somit Einfluss auf die europäischen Aufnahmegemeinschaften, durch einen Zwei-Säulen-Ansatz zu nehmen“.  welchen Einfluss der Wahhabismus auf Gesellschaften hat, ist mittlerweile in bestimmten Ländern und Regionen des Balkans unübersehbar.  Wollen wir als aufgeklärte, offene Gesellschaft solchen Einflüssen den roten Teppich ausrollen und unter einer falsch verstandenen „interreligiöse Dialog“ deren Ausbreitung mit staatlicher Unterstützung der Republik Österreich auch weiterhin zusehen?

3- Der Hauptträger des KAICIID ist das Königreich Saudi-Arabien, dem der Umgang mit Menschenrechten leider sehr fremd ist. Der interreligiöse Dialog aus Sicht Saudi-Arabiens zeichnet sich durch blutige Auseinandersetzungen zwischen Wahhabiten (Sunnitisch), Sunniten und Schiiten, Alawiten (Syrien) und Aleviten (Türkei) aus. Andere religiöse Strömungen als der Wahhabismus sind in Saudi Arabien strengstens verboten. Für Juden besteht ein Einreiseverbot. Christen und andere Angehörige von Religionsgemeinschaften werden gerade nur geduldet. Saudi-Arabien und seinen Unterstützern fehlt, mit Verlaub, genau aus diesen Gründen, jede Legitimation auch nur den Anschein eines interreligiösen Dialogs erwecken zu können. Daran kann auch das Faktum nichts ändern, dass österreichische Firmen gute Geschäfte mit Saudi-Arabien machen, wie auch mit anderen Ländern, in denen Menschenrechte mit Füßen getreten werden. KAICIID war z.B bis jetzt ebenso untätig gegen die international grassierende Genitalverstümmelung, der allein in Europa hunderttausende Kinder jährlich zum Opfer fallen.

4- Nach seiner eigenen Definition strebt das KAICIID an, „religiöse Würdenträger und politische Entscheidungsträger zusammenzubringen, um multilaterale Initiativen des sozialen Zusammenhalts und Konfliktlösungen zu entwickeln und umzusetzen.“ Das bedeutet, die Tätigkeit des KAICIID ist hauptsächlich politisch ausgerichtet. Aus diesem Grund genießen das KAICIID und seine Funktionäre auch diplomatische Immunität und sind von nationalem Recht weitgehend ausgenommen. Das war ein Hauptpunkt der bisherigen Kritik am KAICIID. Ob religiöse Würdenträger in politische Ziele eingebunden sind, ist belanglos, weil auch dadurch das Fehlen religiöser Ziele nicht kaschiert werden kann

5- Das KAICIID gibt an, weder eine Botschaft, noch eine „NGO“, noch eine politische Vertretung eines Staates zu sein. Trotzdem wurden dem KAICIID und seinen Mitarbeitern durch das Sitzabkommen diplomatische Privilegien und Immunität zugestanden. Dadurch kann die Arbeit kaum bis gar nicht von Außenstehenden eingehend geprüft werden. Dadurch genießt dieses Zentrum Vergünstigungen, welche anderen privaten Organisationen sonst nicht zustehen. Das war ein Hauptpunkt der bisherigen Kritik am KAICIID, weil religiöse Würdenträger keine politische Sonderstellung in Anspruch nehmen sollten und sich auch nicht staatsbürgerlichen Pflichten entziehen dürften! Vor allem dann nicht, wenn sie in politische Ziele eingebunden sind, was auch das Fehlen religiöser Ziele nicht kaschieren kann.

„International König Abdullah bin Abdulaziz Zentrum“ (KAICIID) hat rechtlich gesehen Botschaftsstatus und damit entzieht sich diese Organisation der Kontrolle unseres Rechtsstaates. Sh. Art. 4 bis 6 des folgenden Abkommens: Für uns sieht dies wie ein Knebelvertrag aus unter dem Vorwand Pacta sunt servanda (Verträge sind einzuhalten). Warum wurde dann diese Institution und deren handelnde Akteure mit diplomatischen Immunitäten bzw. mit vielen Befreiungen (Steuer etc.) ausgestattet?

https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20008559

Interessant ist auch was der Vorstand von KAICIID, seit der Diskussion um die Schließung, auf ihrer offiziellen Webseite verfasst hat. Dieses Statement birgt politische Sprengkraft in sich: „KAICIID is not an embassy, or NGO, or in any way the policy arm of any state, including Saudi Arabia. It is not a sinister extension of any state’s influence or strategies. […] To misunderstand this amounts to a wilful ignoring of basic facts and outcomes, revealed easily through even the most basic research of the Centre’s activities.“

https://www.kaiciid.org/news-events/news/kaiciid-board-endorses-centres-mission-after-austrian-vote

6- Das KAICIID ist, nach der eigenen Darstellung, vorwiegend in Ländern aktiv, in denen islamische Gruppen Staatsgebilde islamischer Prägung gegen eine nicht-islamische Mehrheit errichten wollen; darunter Zentralafrikanische Republik, Nigeria, Myanmar. Man hört nicht, dass das KAICIID dort das Blutvergießen eingeschränkt oder verhindert hätte. Wenn das „interreligiöse Dialogzentrum“ KAICIID wirklich ernstgenommen werden möchte, sollte es seinen inhaltlichen Schwerpunkt auf den intrerreligiösen Konflikt innerhalb der muslimischen Welt legen, der jährlich zahllose tausende Todesopfer fordert und hier durch eine durchdachte Kooperationen in Erscheinung tritt. Denn der wahre und dauerhafte Frieden beginnt immer zuerst im eigenen Haus.

7- Wenn Menschenrechte angesprochen werden, dann kann deren Auslegung nicht in Saudi-Arabien beginnen. Deshalb war es auch falsch, Saudi-Arabien die führende Rolle durch Geld im KAICIID zu überlassen, wo sehr viele PolitikerInnen und ihre Söhne, Tochter, Verwandten für die PR Lobby in Österreich zum Fremdschämen durch sehr hohe materiellen Interessen gedeckt wurden. Die KritikerInnen in Österreich wurden mit Hilfe von hochbezahlten PR-Agenturen versucht, mundtot oder lächerlich zu machen bzw. als Querulant zu bezeichnen. Insbesondere seit der Gründung im Jahre 2011 des „interreligösen Dialogzentrums“ in Wien, welches von Saudi-Arabien finanziert wird, wurden seither dutzende Hinrichtungen von Gegnern des saudischen Regimes durchgeführt. Der Mordauftrag am Regimekritiker Jamal Kashoggi in der saudischen Botschaft in Istanbul, stammte, wie die informierte Öffentlichkeit mittlerweile weiß aus Saudi Arabien. Der Krieg gegen jemenitische Schiiten, welcher gegenwärtig einer der größten humanitären Katastrophen und hunderttausenden Toten und Verletzten den Weg geebnet hat und von Saudi-Arabien angeführt wird, sollte auch den letzten Abgeordneten des österreichischen Parlamentes die Augen öffnen. Ein Dialog mit jenen Kräften, die gegen fundamentale Grundsätze der Menschenrechte verstoßen, darf keine Plattform für Scheindialoge gegeben werden.

Deswegen war die Entscheidung absolut richtig, das KAICIID in Wien zu schließen und dem Schein ein Ende zu bereiten.

Wir als Türkische Kulturgemeinde in Österreich als Think Tank NGO stehen weiterhin als konstruktive Ansprechpartner und Brückenbauer zwischen den Kulturen, Ländern und Religionen gerne den Mitgliedern des Nationalrates und der Zivilgesellschaft zur Verfügung. Woran wir uns jedoch niemals beteiligt haben und werden, ist Heuchelei und Augenauswischerei.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

 

Quellen:

Bild:

https://www.kaiciid.org/de/who-we-are/%C3%BCber-uns

(1)
Datum: 05.10.2011

Die Presse: Dialogzentrum der Saudis in Wien löst hitzige Debatte aus

https://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/698385/Dialogzentrum-der-Saudis-in-Wien-loest-hitzige-Debatte-aus

Datum: 9.7.2012

König-Abdullah-Zentrum in Wien „eine Farce“

https://derstandard.at/1339639819248/Interreligioeser-Dialog-Koenig-Abdullah-Zentrum-in-Wien-eine-Farce

(2)
Datum: 10.10.2014

Wiener Zeitung: IS-TERROR: Das Geld der Saudis

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/politik/oesterreich/668974_Das-Geld-der-Saudis.html

(3)
Datum: 9.2.2015
Das Wiener Dialogzentrum als Fata Morgana

https://derstandard.at/2000011480279/Das-Wiener-Dialogzentrum-als-Fata-Morgana

 

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04 06 2019
By: TKG 0

Gesegnetes und friedliches Ramadan Fest

Wir wünschen allen MuslimenInnen und unseren MitgliederInnen ein gesegnetes und friedliches Ramadan Fest in unserer schönen Heimat Österreich.

Wir wünschen uns wegen Ramadan Fest für alle Menschen in Österreich, egal welcher Religion sie angehören oder nicht angehören, friedliche und glückliche Tage. Wir wünschen uns für unsere neue Heimat das Beste, das Schönste und das Tugendhafteste.

Ramazan Bayramınız  içtenlikle  kutlarız. Ramadan Mubarak.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich
Obmann
Dipl.-Ing. Birol Kilic

(c) Bild-Vadi Restaurant

 

 

Allg. Informationen:

Ramadan ?

Ramadan heißt übersetzt so viel wie „der heiße Monat“. Gemeint ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. An einem Tag in diesem Monat soll der Koran auf die Erde gesandt worden sein. Dieser Zeitpunkt wird auch „Nacht der göttlichen Bestimmung“ genannt und wird hauptsächlich am 27. Ramadan gefeiert. Da der Termin durch den Koran jedoch nicht genau festgelegt ist, gibt es hier Unterschiede. In Deutschland wird dieser Zeitraum nach Angaben des Zentralrates der Muslime in Deutschland exakt astronomisch berechnet. Gefastet wird den gesamten Monat lang jeweils von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, in diesem Jahr vom 6. Juni bis zum 4. Juli.

Darauf verzichten die Muslime im Ramadan

Nach dem muslimischen Gesetz bedeutet Fasten die Enthaltung von bestimmten Dingen: Verboten sind der Verzehr von Speisen und Getränken, Rauchen, Geschlechtsverkehr und Trunkenheit, so die Informationsplattform „islam.de“. Außerdem sind üble Nachrede, Verleumdung, Lüge und Beleidigung streng untersagt. Schweigen gehört ebenfalls zur Enthaltsamkeit im Ramadan.

Jeder Muslim, der geistig zurechnungsfähig, volljährig und körperlich dazu im Stande ist, muss fasten. Auch Minderjährige können fasten, hier gibt es aber ein Unterscheidungsvermögen. Schwangere, Kranke und Kinder sind nicht zum Fasten verpflichtet, wie die Informationsseite „islam.de“ bekannt gibt.

Schwangere und Kranke müssen die versäumten Fastentage aber nachholen. Laut einer Statistik, auf die sich das „National Bureau of Economic Research“ der USA bezieht, fasten die meisten schwangeren Muslimas trotzdem. Dadurch reduziere sich häufig das Geburtsgewicht des Kindes und die Länge der Schwangerschaft, wodurch körperliche und geistige Behinderungen der Kinder viel wahrscheinlicher würden.

Ramadan Fest beendet den Fastenmonat

Am Ende des Fastenmonats, nach 29 beziehungsweise 30 Tagen, feiert man das Fest des Fastenbrechens, auch als kleines Fest oder Zuckerfest bekannt. Die Vorbereitungen beginnen bereits in den letzten Tagen des Fastenmonats.

Vorher muss jeder Muslim eine pflichtmäßige Spende entrichten, die auch als Almosensteuer des Fastenbrechens bekannt ist. Sie kommt Bedürftigen zugute und gehört nach Angaben des Verbandes der islamischen Kulturzentren zu den wichtigsten Pflichten eines Moslems. Anschließend wird drei Tage lang gefeiert, dieses Jahr vom 7. bis 9 Juli.  Der erste Tag ist dabei laut „islam.de“ der Familie gewidmet. Obwohl das „große“ Opferfest im Pilgerfahrtsmonats eigentlich das höchste Fest der Muslime ist, wird das Fastenbrechen traditionell größer und umfangreicher gefeiert, ähnlich wie Weihnachten bei den Christen .(tkg, dpa)

 

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03 06 2019
By: TKG 0

TKG wünscht der Expertenregierung viel Erfolg

Österreich ist seit dem 27. Mai 2019 nicht mehr das alte Österreich und sicher auch kein Selbstbedienungsladen!

Die Republik Österreich erlebt die turbulentesten Zeiten seit der Gründung der 2. Republik, welche nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland für große Aufmerksamkeit sorgen.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) als verfassungspatriotische säkulare Think Tank NGO wünscht der neuen Expertenregierung nicht nur viel Kraft, sondern Augenmaß, Geduld, Besonnenheit und viel Erfolg.

Wir danken dem Herrn Präsidenten Van der Bellen herzlich als Anker der Stabilität der Republik Österreich.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)

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01 06 2019
By: TKG 0

HÄUSLICHE GEWALT

Wir möchten mit diesem Beitrag darauf hinweisen, dass es Hilfsmöglichkeiten in der Türkei für Frauen die unter körperlicher Gewalt des Partners leiden, gibt!
Da oft die Scham und Angst überwiegen und diejenigen sich nicht trauen um Hilfe zu bitten, machen wir hier stellvertretend einen Beitrag.

KEINER MUSS SICH SCHLAGEN LASSEN!

Hier möchten wir euch Zufluchtsorte, Schutzmöglichkeiten, Hilfsorganisationen, Anwälte und ähnliches aufzeigen.❤️

Die FRAUENHÄUSER İN DER TÜRKEİ heissen „MOR ÇATI”.
Fast jede größere Stadt hat eine „Sube“ = Filiale.
Hier ein Link zu der Organisation. Die Webseite ist auf englisch und türkisch verfügbar:
https://www.morcati.org.tr/tr/

ANWÄLTINNEN İN ALANYA:
http://www.hurriyet.com.tr/…/avukatlar-kadina-siddete-dikka…

ONAR ISTANBUL bietet auch Beratung an. Sie haben auch eine Facebook Präsenz:
https://m.facebook.com/nardernek/

FRAUEN SCHUTZ- UND SOLİDARİTÄTSZENTREN (Webseite auch auf englisch verfügbar).
Vor Jahren super moderne staatliche Projekte, mit Bewachung, Psychologinnen, Ärztinnen und Krankenschwestern ausgestattet. Haben auch neue Identität ermöglicht. http://www.siginaksizbirdunya.org/…/48-siddet-onleme-ve-izl…

WEITERE Ansprech- und Hilfeadressen, auch „ulusal“; dörfliche Frauen, Frauen im Osten (Frauenmenschenrechte) http://www.kadinininsanhaklari.org/hakkimizda/biz-kimiz/

EİNE WEITERE ADRESSE GEGEN GEWALT GEGEN FRAUEN:

http://morsalkim.org.tr/biz-kimiz/

ABSCHLİESSEND NOCH EİN SEHR HİLFREİCHES DOKUMENT:

Hilfsorganisationen und Gewaltpräventions- und Überwachungszentren
mit Ortsangabe und Telefonnummern in der ganzen Türkei:
https://lookaside.fbsbx.com/…/Informationen%20Hilfsorganisa…

 

HİER ERFAHRUNGSBERİCHTE VON BETROFFENEN:

“Habe leider genug Erfahrung damit: Ruft die Polizei! Die bringt Euch zum nächsten Arzt, um Verletzungen festzustellen. Auf der Polizeiwache könnt ihr einen Dolmetscher rufen lassen. Die Anzeige wird aufgenommen. Gleichzeitig sollt Ihr einen ANNÄHERUNGSVERBOT einfordern (das geht problemlos) – auf Türkisch UZATLASTIRMA KARARI (sorry, schreibe mit deutscher Tastatur). Der Täter darf sich Euch dann 1 Monat nicht nähern. Das wird kurzfristig automatisch durch Staatsanwaltschaft und Gericht bestätigt (Polizei schickt das dahin, es ergeht dann ein Gerichtsbeschluss). Jede Polizeiwache (karakol) hat eigentlich eine Beamtin, die sich um Opfer häuslicher Gewalt kümmert – das nennt sich KADIN MASASI. Wenn der Täter gegen das Verbot verstößt, sofort Polizei Bescheid sagen, der ist dann erst einmal weg. Wenn das Annäherungsverbot ausläuft, wird dich die Beamtin jede Woche anrufen und fragen, ob alles in Ordnung ist, du gehst zur Wache und unterschreibst jede Woche. Wenn du nicht in Ruhe gelassen wirst durch den Täter, ergehen gegen ihn weitere Maßnahmen. Nehmt die Anzeige nicht zurück, bis zur Gerichtsverhandlung dauert es ein paar Monate. Auch VERBALE Gewalt könnt und solltet ihr anzeigen.
[…] Das Annäherungsverbot ist natürlich auch ein Wegweisungsbeschluss für die Wohnung. Der darf sich der Täter auch nicht mehr nähern.“

„Die Unterlassungsklage ist hier in der Türkei ganz einfach… Ihr geht entweder zum Karakol oder zum Staatsanwalt direkt… Die Papiere gehen direkt zum Richter. Der wird entweder innerhalb 24 Std. den Paragraphen erlassen oder ablehnen. Es bedarf keiner Vernehmung da es eine Notsituation ist. Deshalb besser direkt beim Gericht beantragen. Am nächsten Tag holt ihr euch den Erlass (karar) beim Gericht ab. Ihr habt dann die Kopie. Das Gericht schickt dann eine zu eurem Wohnort Karakol das Original. Karakol ruft euch an oder kommt zu euch wegen eurer Unterschrift. Dem anderen wird der Erlass auf die gleiche Weise vorgetragen. Um den Peiniger aus eurem Leben zu entfernen – als Sofortmassnahme ruft ihr Karakol oder die Polizei direkt an. Zu Gewalt gehört, Schimpfen (küfür), handgreiflich werden und auch hoher Alkoholkonsum. Er wird sofort mitgenommen und darf die Wohnung erst mal nicht betreten. Der Paragraph gegen Gewalt schützt euch am Anfang. Es gibt gegen Wiederholung / Wiederhandlung Androhung von Zwangsmassnahmen…
[…] Gibt nicht auf, dass Leben ist zu schön dafür 🎶🌻☮️💗

„Jede Adliye (Gericht) in der Türkei verfügt über eine Abteilung, die euch Hilfestellung gibt. Sie setzen Schreiben auf, beraten und ihr bekommt Prozesskostenhilfe. Diese Abteilung gibt es auch für Minderjährige.“

„Wenn ihr geringes oder kein Einkommen habt, dann könnt ihr auch zur Anwaltskammer gehen (avokat barosu), dort wird man euch Hilfestellung geben und einen Anwalt, der euch umsonst vertritt.“

WİR HOFFEN, WİR KÖNNEN BETROFFENEN DAMİT HELFEN!

Quelle: Für Deutsche in der Türkei, Rückkehrer, Auswanderer u Langzeiturlauber

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20 05 2019
By: TKG 0

TKG Einladung:“Wir sollten unbedingt wählen gehen“

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) lädt alle Mitglieder sowie BürgerInnen dazu ein, bei der EU-Wahl 2019 unbedingt eine Stimme abzugeben. In Österreich findet die Wahl am Sonntag, den 26. Mai statt. Hierzulande stehen sieben Parteien zur Wahl: ÖVP, SPÖ, FPÖ, Grüne, NEOS, Europa Jetzt und die KPÖ Plus.
Die Wahlen zum EU-Parlament haben bereits begonnen. Vom 23. bis zum 26. Mai wählen die BürgerInnen der EU-Mitgliedstaaten ein neues Europaparlament. Gewählt werden EU-weit 751 EU-Abgeordnete, davon 18 in Österreich. EU-weit sind 427 Millionen Bürger zur Wahl aufgerufen.
Die Europawahl gibt auch den Startschuss für das große Sesselrücken in Brüssel, wählt das neue Europaparlament doch die künftige EU-Kommission. Die ersten Länder, in denen gewählt wurde, waren am Donnerstag Großbritannien und die Niederlande. Am Freitag wird in Irland abgestimmt, auch in Tschechien beginnt die Wahl. Die Ergebnisse werden aber erst am Sonntag veröffentlicht, wenn auch in allen anderen EU-Ländern die Abstimmung beendet ist.
 
Mehr Info:
 
 
 
 
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06 05 2019
By: TKG 0

Mauthausen 2019: „Niemals Nummer. Immer Mensch.“

Über 9.000  Menschen, darunter die Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers, aus dem In- und Ausland haben in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen an der Befreiungsfeier am 5. Mai 2019 teilgenommen. Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) war mit einer Delegation dabei.
„An Mauthausen zu erinnern bedeutet Trauer und Fassungslosigkeit angesichts eines Symbols für Terror, Leid und Unmenschlichkeit. Es bedeutet aber auch, ganz entschieden die Verantwortung für die Fundamente unseres Staates heute zu übernehmen: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Menschenwürde! Wir teilen diesen Haltung mit Herzen“

Der gemeinsame Auszug aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ehemaligen Konzentrationslager gilt als symbolischer Akt der Befreiung am 5. Mai 1945, vor 74 Jahren.

Concentration camp survivor Ed Mosberg and a delegation from the U.S. attend the commemoration at the former concentration camp KZ Mauthausen, by U.S troops on May 5, 1945 at the memorial site in Mauthausen, Austria, May 5, 2019. Reuters

 

 

Gemeinsam mit den Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers haben heute mehr als 9.000 Menschen trotz winterlicher Temperaturen an der internationalen Befreiungsfeier der KZ-Gedenkstätte Mauthausen teilgenommen. Der gemeinsame Auszug aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ehemaligen Konzentrationslager gilt als symbolischer Akt der Solidarität und als Erinnerung an die Befreiung am 5. Mai 1945. Österreichweit gibt es mehr als 100 Gedenkfeiern mit dem Schwerpunktthema „Niemals Nummer. Immer Mensch.“.

Anlässlich der internationalen Gedenk- und Befreiungsfeier des ehemaligen Konzentrationslagers Mauthausen erinnerten mehr als 9.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem In- und Ausland gemeinsam mit den Überlebenden an die Gräueltaten des NS-Terrors und gedachten zum 74. Mal der Befreiung der Häftlinge. An den Orten ehemaliger Außenlager finden österreichweit mehr als 100 Gedenkfeiern statt. Das Gedenken in Mauthausen ist weltweit das größte mit Kranzniederlegungen und Delegationen aus mehr als 100 Ländern, die in ihren Landessprachen begrüßt werden. Das diesjährige Gedenken widmet sich dem Schwerpunktthema „Niemals Nummer. Immer Mensch.“ und setzt ein Zeichen gegen die grausame Ideologie des Entzugs der Menschenwürde und der Individualität. Zu den Gedenkfeiern lädt seit Jahrzehnten das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) in enger Zusammenarbeit mit der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen (ÖLM) und dem Comité International de Mauthausen (CIM).

 

 

 

Diesjähriges Schwerpunktthema „Niemals Nummer. Immer Mensch.“

Im Zuge der namentlichen Erfassung der Häftlinge im Konzentrationslager Mauthausen wurden den Häftlingen ihre Eigennamen geraubt. Nach einer grausamen Prozedur, begleitet von Einschüchterungen, Drohungen, Schikanen und Stockschlägen durch SS-Angehörige und Funktionshäftlinge, waren die Häftlinge, die diese und weitere Gewaltexzesse überlebten, nur mehr eine „Nummer“, unter der sie sich auszuweisen hatten. Das diesjährige Schwerpunktthema „Niemals Nummer. Immer Mensch.“ erinnert daran, wie Menschen zur Zeit des Nationalsozialismus kategorisiert und nummeriert wurden und gibt den Menschen ihre Namen zurück, indem es Einzelschicksale der verfolgten und ermordeten Menschen in den Vordergrund stellt.

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich, ruft angesichts der Aktualität des diesjährigen Schwerpunktthemas zu Solidarität und Menschlichkeit auf: „Wir sehen das Wiedererstarken von Gruppierungen, die Identität zum Thema machen, die Entindividualisierung und Entsolidarisierung vorantreiben und die die Gesellschaft bewusst spalten wollen. Es liegt an uns, sich der Menschenverachtung entgegenzustellen und die Menschenwürde von uns allen zu verteidigen.“

Das Mauthausen Komitee Österreich erinnert an die Opfer des NS-Terrors und deren Namen, indem die Einzelschicksale zahlreicher Häftlinge des KZ Mauthausen und aus den Außenlagern in ganz Österreich aufgearbeitet und über die sozialen Medien sowie auf der Website des MKÖ an deren Schicksal und vor allem an deren Menschsein erinnert wird.

Seit 2006 widmen sich die Gedenk- und Befreiungsfeiern jedes Jahr einem speziellen Thema, das zur Geschichte des KZ Mauthausen bzw. zur NS-Vergangenheit Österreichs in Beziehung steht. Der Gegenwartsbezug bildet bei jedem Jahresthema einen essentiellen Bestandteil und soll vor allem für junge Menschen einen Bezug zu ihrer Erfahrungswelt herstellen.

(Foto: KZ-Gedenkstätte Mauthausen)

Delegationen aus mehr als 100 Ländern

An der Gedenk- und Befreiungsfeier nehmen jährlich zehntausende Menschen aus Europa und der ganzen Welt teil, darunter die letzten Überlebenden des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager sowie zahlreiche Jugendliche aus Österreich und der ganzen Welt. Weit über 90 Prozent der Opfer waren weder Deutsche noch Österreicher, weshalb das Gedenken an die Opfer des Konzentrationslagers Mauthausen und seiner Außenlager einen besonderen internationalen Stellenwert hat.

Die diesjährige Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen begann mit Gedenkfeiern bei den nationalen Denkmälern. Am Morgen gab es auch eine Protestaktion der Präsidenten internationaler Lagerkomitees, die auf die Sperrung der „Todesstiege“ und des Steinbruchs durch den jüngsten Umbau aufmerksam machten. Auf der „Todesstiege“ im Steinbruch wurden tausende Häftlinge in den grausamen Tod getrieben, sie gilt international als eine der wichtigsten Erinnerungsstätten, die durch den Umbau eine Trivialisierung erfuhr.

Unter der musikalischen Begleitung von „Musica Viva“, dem Chor der Pfarre Mauthausen, traten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum ökumenischen Wortgottesdienst unter der Leitung von Alfred Hochedlinger zusammen. Der Gottesdienst wurde von Diözesanbischof Dr. Manfred Schauer, von Bischof Dr. Michael Bünker und von Metropolit Dr. Arsenios Kardamakis gehalten. Auf das gemeinsame Andenken der Religionen folgte die Internationale Jugendgedenkfeier und die geordnete Aufstellung der Jugendorganisationen sowie der großen italienischen Delegation am ehemaligen Appellplatz.

Die gemeinsame Befreiungsfeier auf dem ehemaligen Appellplatz begann mit der Verlesung des Mauthausen Schwurs, den die ehemaligen Häftlinge wenige Tage nach der Befreiung verfassten. Der Schwur wird traditionell in mehreren Sprachen verlesen – ein symbolischer Akt an einem Ort, an dem Deutsch die einzig erlaubte Sprache war und die Benützung der eigenen Sprachen verboten und verfolgt wurde.

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitees Österreich, richtete seine Begrüßungsworte an die tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer, insbesondere an die KZ-Überlebenden und an die zahlreichen anwesenden Jugendlichen. Im Rahmen der gemeinsamen Befreiungsfeier erfolgten die Kranzniederlegungen, unter anderem durch mehr als 100 Delegationen. Während der Kranzniederlegung sprachen Vertreterinnen und Vertreter der nationalen Opferorganisationen der Länder Weißrussland, Luxemburg, Slowenien und Österreich in den jeweiligen Landessprachen. Durch das Programm führten mehrsprachig die beiden Schauspielerinnen Konstanze Breitebner und Mercedes Echerer, die musikalische Gestaltung kam vom Ensemble „Widerstand“ und der „Militärmusik OÖ“.

Den Höhepunkt der Gedenk- und Befreiungsfeier im ehemaligen KZ Mauthausen bildet der gemeinsame Auszug aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende der Feierlichkeit. Ähnlich der ersten Befreiungsfeiern der KZ-Überlebenden aus dem ehemaligen „Schutzhaftlager“ wird mit dem Auszug die Befreiung der KZ-Inhaftierten im Jahr 1945 symbolisiert. Auch dieses Jahr wurde die Spitze des Auszugs aus Mauthausen von den KZ-Überlebenden, u. a. Shaul Spielmann, Ed Mosberg, Anna Hackl, Ewgenij Hrol, György Frisch, Stanislaw Zalewski, Jan Wojciech, Lucjan Miller und Ryszard Sempka, gemeinsam mit US-Soldaten der amerikanischen Botschaft sowie Schülerinnen und Schülern der NMS Mauthausen gebildet.

Bei der weltweit größten Gedenk- und Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen gedachten tausende Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Opfer des NS-Terrors und setzten damit ein beeindruckendes Zeichen für ein „Niemals wieder“.

Statements österreichischer Spitzenpolitiker

Bundespräsident Alexander Van der Bellen
„Anlässlich der Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Mauthausen erinnern wir an die Schicksale der Menschen, die dem NS-Terror zum Opfer gefallen sind. Mit Fassungslosigkeit und Trauer blicken wir auf dieses Symbol der Menschenverachtung, Gewalt und Intoleranz und gedenken dem unfassbaren Leid der Menschen. „Niemals Nummer. Immer Mensch.“ ist ein Aufruf an uns alle, sich für Menschenwürde, Rechtsstaatlichkeit und für eine freie, demokratische Gesellschaft einzusetzen.“

Präsident des Nationalrates Wolfgang Sobotka
„Wir tragen die Verantwortung, dass Abgrenzung und Ausgrenzung nicht noch einmal die Oberhand in unserer Gesellschaft gewinnen. Bildung und Erziehung haben sich als wirksames Gegenmittel zu Rassismus und Antisemitismus erwiesen. Antisemitismus geht uns alle an.“

Bundeskanzler Sebastian Kurz
„Am 5. Mai 1945 wurde das Konzentrationslager Mauthausen befreit. Auch heute, 74 Jahre später, erinnern wir uns an die damals verübten Verbrechen und gedenken insbesondere den rund 66.000 Jüdinnen und Juden aus Österreich, die in der Shoah ermordet wurden. Österreich hat eine besondere historische Verantwortung, jüdisches Leben in unserem Land aktiv zu unterstützen und gegen jede Form des Antisemitismus anzukämpfen. Denn nur, wenn Juden uneingeschränkt in Frieden, Freiheit und Sicherheit leben können, kann aus einem „Niemals vergessen“ ein „Nie mehr wieder“ werden.“

Bundesminister für Bildung, Wissenschaft und Forschung Heinz Faßmann
„Wir brauchen Zusammenhalt, Toleranz und gegenseitigen Respekt, um den gesellschaftlichen Frieden in Europa zu wahren. Die Gedenk- und Befreiungsfeier in Mauthause erinnert uns jährlich neu an unsere Verantwortung. Es braucht eine starke und lebendige Erinnerungskultur, um wachsam zu bleiben und um sicherzustellen, dass sich die Schrecken des Nationalsozialismus nie wiederholen. An unseren Schulen ist eine aktive Erinnerungspolitik deshalb integrativer Bestandteil schulischer Bildung.“

SPÖ-Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner
„Der Nationalsozialismus kam nicht über Nacht, sondern in vielen kleinen Schritten. Die Grenzen des politischen und menschlichen Anstandes wurden jeden Tag aufs Neue überschritten, verschoben und damit täglich neu gesetzt. An solche Grenzüberschreitungen kann und darf sich die Politik und die Gesellschaft niemals gewöhnen, denn die größte Bedrohung ist die schrittweise Gewöhnung an solche Überschreitungen. Wenn wir uns heute an diesem Ort zusammengefunden haben, dann ist dies nicht nur ein Zeichen unserer Ehrerbietung an alle Opfer des Antisemitismus und des Nationalsozialismus, sondern auch ein Zeichen: Als Gesellschaft übernehmen wir die Verantwortung dafür, dass dies nie wieder geschehen darf. Nie wieder.“

LINKS:

KZ-Gedenkstätte Mauthausen: TKG und über 10.000 gedenken der Befreiung

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28 04 2019
By: TKG 0

Attentat auf US-Synagoge: TKG verurteilt das Hassverbrechen gegenüber Juden scharf

Im kalifornischen Poway hat ein 19-jähriger Weißer auf jüdische Gottesdienstbesucher geschossen. Der Bürgermeister spricht von einem „Hassverbrechen“. Eine Frau wurde getötet, drei weitere Menschen wurden verletzt.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt das Hassverbrechen gegenüber Juden scharf und verlangt gegen den Antisemitismus und Hass gemeinsam zu kämpfen. Die TKG trauert um den Verlust dieses Lebens und wünscht den verletzten baldige Genesung.

Medien berichten unter Berufung auf den Bezirkssheriff Bill Gore, dass die Ermittlerinnen und Ermittler derzeit eine Hassschrift untersuchten, die der mutmaßliche Täter offenbar in den sozialen Medien hinterließ. Darin schreibe der Verfasser, dass Juden „nichts als die Hölle“ verdient hätten. „Ich werde sie dorthin schicken.“ Der Autor des antisemitischen Textes soll darin auch auf Brenton Tarrant, den Attentäter von Christchurch, Bezug nehmen. Der Rechtsextremist Tarrant soll für den Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland am 15. März 2019 verantwortlich sein. Bei dem Angriff wurden 50 Menschen getötet. Der Autor des Pamphlets bekenne sich auch zu einem Brandanschlag auf eine Moschee in Escondido, Ende März – einer Stadt unweit von Poway in Kalifornien. Damals war ein Feuer in einer Moschee gelegt worden, das gelöscht werden konnte; verletzt wurde niemand.

In Kalifornien war es kürzlich erst zu einem weiteren Angriff gekommen, der nach Überzeugung der Polizei Muslimen galt. Bereits am Dienstag war ein 34-jähriger US-Armeeveteran in Sunnyvale mit seinem Auto in eine Menschengruppe gefahren. Neue Beweise zeigten, dass der Verdächtige die Opfer aus rassistischen Gründen angegriffen habe, teilte die Polizei nun mit. Er habe sie für Muslime gehalten. Acht Menschen waren bei dem Vorfall am Dienstag verletzt worden, ein 13-jähriges Mädchen schwebte danach in Lebensgefahr. Nach Überzeugung der Ermittler steuerte der Mann sein Fahrzeug absichtlich in die Menschengruppe. Der Verdächtige wurde festgenommen. Ein Polizeisprecher sagte, ihm werde versuchter Mord in acht Fällen vorgeworfen. Zeugen hätten ausgesagt, dass er nach der Kollision Gott gedankt habe. Der Sender ABC berichtete, der Verdächtige sei 2005 und 2006 mit der US-Armee im Irak gewesen. Laut seiner Familie sei er danach wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung in Behandlung gewesen.

 

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24 04 2019
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TKG Sparring in Wien: WBA Weltmeister Deutsch-Türke Firat Arslan gegen Yavuz Kuscu

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich und der Boxclub der Wiener Linien laden herzlichst zu einem Sparring-Kampf unter dem Motto „Boxen statt Gewalt“ zwischen dem Halbschwergewichts-Weltmeister Firat Arslan und dem Aufsichtsratsmitglied der Box-Federation Türkei Yavuz Kuscu (lebt in Wien als Unternehmer), am Samstag, den 27.04.2019 um 12:00 Uhr im Boxclub der Wiener Linien ein.

Anschließend wird der Halbschwergewichts-Weltmeister Firat Arslan mit Yavuz Kuscu einen kurzen Vortrag über seinen Werdegang zu einem erfolgreichen Sportler vor Jugendlichen halten. Weiters werden Firat Arslan und Yavuz Kuscu über die Integrationsvereine und deren Bemühungen, Jugendliche durch Lern-, Ausbildungs- und Integrationsprojekte zu unterstützen, sprechen.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG), der „Boxclub der Wiener Linien“ und der Österreichisch-Türkische Handelsverband bedanken sich herzlich für das Sponsoring der Organisation bei der „Yeni Vatan Gazetesi“ (Neue Heimat Zeitung). www.yenivatan.at 

Veranstaltungsdaten:

Datum und Zeit: 27.04.2019 um 12.00 Uhr

Ort: Boxclub der Wiener Linien (Währingergürtel 40, 1180 Wien)

Anfahrt: U6 Michelbeuern-AKH, Ausgang: Gürtel – Linie 42 Michelbeuern-AKH

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten Sie höflichst, aufgrund begrenzter Zuschauerzahl, um eine Rückmeldung unter der folgenden E-Mail-Adresse: office@oethv.org

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22 04 2019
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TKG teilt ihre tiefe Betroffenheit und Trauer mit dem sri-lankischen Volk und den Christen

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) teilt ihre tiefe Betroffenheit und Trauer mit dem sri-lankischen Volk und insbesondere den Christen, im Hinblick auf die Bombenattentate in Colombo auf Sri Lanka. Wir verurteilen die extremen salafistischen Teufel, die nicht nur Feinde normaler MuslimInnen, sondern auch Feinde der gesamten Menschheit geworden sind.

TKG: „Wir sind Freunde von Jesus, nicht seine Feinde“

Wussten Sie?

…Jesus wird im Koran als Wort Gottes anerkannt.
….Im Koran werden der Koran und Jesus als Wort Gottes, als Geist Gottes, als Barmherzigkeit Gottes für die Welt bezeichnet.
…Jesus wird im Koran gewürdigt als Gesandter, als Prophet und Messias.
…Im Koran wird der Zusammenhang zwischen Jesus und der Barmherzigkeit stark betont.
…Jesus ist im Koran eine Botschaft der Liebe, eine Botschaft der Barmherzigkeit.
….der Koran würdigt Jesus und verwendet dafür christliche Hoheitstitel.
…Koran Sure 19, 34 f.: „Das ist Jesus, Sohn Marias, als Wort der Wahrheit, über das sie uneins sind….“ Kein Christ sagt, Gott habe ein gezeugtes (Biologisches) Kind, sondern einen Sohn Gottes im Sinne der Offenbarung Gottes Jesus…
 ….Koran Sure 3, 43/44 : „Du warst nicht bei ihnen, als sie ihre Lose warfen, wer nun von ihnen Pfleger für Maria sei! Du warst nicht bei ihnen, als sie sich darum stritten! Damals, als die Engel sprachen: „O Maria! Siehe, Gott verkundet dir ein Wort von sich. Sein Name sei: „Christus Jesus, Sohn der Maria“.“
…Was ist die  Bedeutung des Begriffes Christus? – Die erste Anwendung des Begriffes wird in Antiokeia, im Süden der Türkei, verwendet. Das Wort Christ stammt aus der hebräischen Sprache. Das Wort “mashia” bedeutet “mit Öl geschmiert, durch Öl gesegnet”. Die israelitischen Pfarrer und Könige wurden, wenn sie zum Einsatz kamen, mit Öl gesegnet. An vielen Stellen der Tora (erster Teil der hebräischen Bibel) kann man über diesen Prozess lesen. Das Wort “Mashia” war ein Titel des israelitischen Königs. Die arabische Übersetzung des Wortes hat auch dieselbe Bedeutung, nämlich “mit Öl geschmiert”. Die griechische Übersetzung dafür lautet “Khristos”, woraus das Wort “Khristianos” abgeleitet wird. Und genau dieses Wort wird zum ersten Mal in Antiokeia (heute Antakya, liegt im Süden der Türkei) zum Ausdruck gebracht. “Khristos” bedeutet “Folger des Messias, Freund des Messias”. Wir sind Freunde von Jesus, nicht seine Feinde. Türkische Kulturgemeine in Österreich (TKG) 


Problem: Salafitentum gemischt mit dem politisierten Glauben

Der Terror im Nahen Osten, beginnend mit dem IS, den man islamisch nennt und damit alle Muslime unter Generalverdacht stellt, hat seine Quelle leider im Salafitentum, der aus Saudi Arabien, zusammen mit dem Öl und mithilfe des Westens, in die Welt exportiert wurde. Der gesamte Terror in den letzten Jahren, durch den IS oder ähnliche Terror-Organisationen wie die in Sri Lanka, hat etwas gemeinsam mit dem Taliban, Bin Laden und dem 12. September. Alle sind Terroristen: Sie haben Ihre Wurzeln, Theologien und Konfessionen mit dem Saudi Arabischen Salafitentum und dem politisierten Glauben gemischt. In Zusammenhang mit dem politisierten Islam ist das Salafitentum eine tickende Zeitbombe, die leider auch von der westlichen Welt direkt oder indirekt durch Geheimdienste unterstützt wird.

National Thowheeth Jama’ath (NTJ) in Sri Lanka kommt von dem Salafitentum

Laut seriösen Presseberichten vermutet die Regierung von Sri Lanka ein international verzweigtes Netzwerk hinter den tödlichen Anschlägen am Ostersonntag. Ohne Hilfe von außen hätte die bisher wenig bekannte Islamistengruppe „National Thowheeth Jama’ath“ (NTJ) die Angriffe gar nicht durchführen können, hieß es unter Berufung auf Geheimdienstinformationen. Die National Thowheeth Jama’ath (NTJ), als fundamentalistische Gruppe, hat die religiöse Ideologie des Salafitentums aus Saudi Arabien adaptiert. Die von der Regierung verantwortlich gemachte Islamistengruppe NTJ ist laut Agenturberichten kaum öffentlich in Erscheinung getreten: „Bisher wurde die Gruppe vor allem im Zusammenhang mit der mutmaßlichen Beschädigung buddhistischer Statuen in dem Inselstaat genannt. NTJ-Anführer Abdul Razik wurde bereits vor den Anschlägen mehrmals inhaftiert. Er wurde der Anstachelung zu religiösen Unruhen beschuldigt. Nach einem Vorfall im Jahr 2016 hatte der Chef der radikalen Buddhistengruppe BSS vor einem „Blutbad“ gewarnt, sollte Razik nicht bald ins Gefängnis kommen.“ Frage: Warum wurde der NTJ-Anführer Abdul Razik nicht schon unter Kontrolle gebracht?

Unantastbar gemachtes muss dringend tastbar gemacht werden

Islam bedeutet Friede und Glück

Warum? Denn das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“ und „Vertrauen“. Infolgedessen sind unserer Meinung nach alle Muslime in Österreich und der gesamten Welt, die ihr „wahres Islam“-Bekenntnis aus dem Koran beziehen, verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten – und gewaltbereitende und selbstverherrlichende Theologien des Islam, die wir als „verfälschten Islam“ bezeichnen, kritisch zu betrachten, ja, sich von diesen um ihres Theologie Willen zu distanzieren.

Man muss transparent darüber reden und der Teufel muss einen Namen bekommen.

Neben dem Salafitentum muss sich die muslimische Welt auch allgemein über die „Theologie der Gewalt und Verachtung“ ehrlich und selbstkritisch diskutieren.

1)  Wenn manche Verse im Koran aus dem historischen Kontext absichtlich und missbräuchlich gerissen werden, bekommen die MuslimInnen Probleme. Was kann man dagegen machen? Der koranische Islam verabscheut Terror, Scheinheiligkeit und Unmenschlichkeit. Die faschistische Ideologie einer pseudo-islamischen Dogmatik ist dagegen gewaltbereit und gewaltverherrlichend. Eine sehr schwierige Aufgabe ist daher die Aufklärung, um die Spreu (namentlich den „verfälschten Islam“) vom Weizen (dem „wahren Islam“) trennen zu können. 

Also den „wahren Islam“, der auf Friede, Wohlbefinden und Nächstenliebe beruht, von dem „verfälschten, traditionalistischen Islam“. Der verfälschte Islam, auf den sich auch alle terroristischen Gruppen berufen, hat seine Wurzeln in der umayyadischen Dynastie, die ihren Höhepunkt mit dem 6. Kalifen Yazid I. ibn Muawiya (reg. 680-683) feierte: Mit dieser Herrscherdynastie ist der ursprüngliche Islam bereits sehr früh korrumpiert und verfälscht worden: Theologie der Gewalt durch verfälschten Islam, der uns bis jetzt beschäftigt.

2)  Plus dazu kommt das Problem unter dem Deckmantel „der Prophet Mohammed hat das gesagt und wir verfolgen alles was er gesagt und gemacht hat“ (Hadith) produzierten Lügen die in den Theologiebüchern seit Jahrhunderten niedergeschrieben und etabliert worden sind und behandelt werden, als ob es ein Gottesgebot wäre und unantastbar gemacht wurde. Der Begriff Hadith (Erzählung, Bericht) bezeichnet die Überlieferungen über die  Aussprüche und Handlungen des Propheten Mohammed, sowie über die Handlungen Dritter, die er stillschweigend gebilligt haben soll. Der Begriff wird sowohl für die Gesamtheit dieser Überlieferungen verwendet, als auch für die einzelne Überlieferung. In letzterem Fall wird dazu der Plural „Hadithe“ gebildet. Die große Bedeutung der Hadithe im verfälschten Islam ergibt sich daraus, dass die Handlungsweise (Sunna) des Propheten einen normativen Charakter besitzt und nach dem Koran die zweite Quelle der islamischen Normenlehre (FIKIH) darstellt. Die Hadithe gelten als das Mittel, über das sich die nachkommenden Generationen über diese Handlungsweise (Propheten) informieren können. Darum wird das Studium der Hadithe noch heute als einer der wichtigsten Zweige der islamischen religiösen Wissenschaften angesehen.

Arabische Traditionen, Gebräuche und Sitten sind nicht der Koran- Islam

Der politisierte Islam nützt eben diese verfälschte, nicht annehmbare Theologie der Gewalt, die auf den Traditionen, Gebräuche und Sitten der arabischen Halbinsel basiert. Die arabischen Traditionen, Gebräuche und Sitten sind nicht der koranische Islam. Das Problem liegt außerhalb des Korans, der Zeit- und artgemäß interpretiert gehört. Die „islamische Theologie mittendrin“ wird von jedem innerhalb und außerhalb missbraucht und wie von Dr. Frankenstein im Labor zur Teufel-Erzeugung verwendet, wie zum Beispiel in Sri Lanka. (Bild: AP)

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

Info:

TKG-Aufklärungsversuch: Was ist der Islam und was ist er nicht?

http://www.turkischegemeinde.at/2017/09/tkg-aufklaerungsversuch-was-ist-der-islam/

TKG UNTERSTÜTZT DEN PROTESTAUFRUF GEGEN DIE VERFOLGUNG VON CHRISTEN IM IRAK
http://www.turkischegemeinde.at/2014/08/tkg-unterstuetzt-den-protestaufruf-gegen-die-verfolgung-von-christen-im-irak/

CHRISTENTUM STAMMT AUS DER TÜRKEI?
http://www.turkischegemeinde.at/2010/09/christentum-stammt-aus-der-tuerkei/

Koran Sure 5, 112 ff.
„Als nun die Junger sprachen: „O Jesus, Sohn Marias,
vermag dein Herr, zu uns zu senden einen Tisch vom Himmel?“
Er sprach: „Fürchtet Gott, sofern ihr gläubig seid!“
Sie sprachen: „Wir wollen von ihm essen und Herzenssicherheit gewinnen
und uns vergewissern, dass du die Wahrheit zu uns sprachst,
und wollen das bezeugen.“
Jesus, der Sohn Marias, sprach: „O Gott, unser Herr!
Schick einen Tisch zu uns herab vom Himmel, auf dass er uns ein Fest sei,
für unseren Anfang und für unser Ende, und Zeichen sei von dir.
Teil uns Gutes zu! Du bist der Beste derer, die versorgen.“
Gott sprach: „Siehe, ich sende ihn zu euch herab.“

Koran Sure 19, 16 bis 30
„Und gedenke der Maria im Buch:
Damals, als sie sich zurückzog an einen Ort im Osten
und sich abschirmte vor ihnen.
Da sandten wir unseren Geist zu ihr.
Der trat vor sie als Mensch hin, wohlgestaltet.
Sie sprach: „Siehe, ich nehme meine Zuflucht vor dir beim Erbarmer,
sofern du gottesfürchtig bist.“
Er sprach: „Ich bin Gesandter deines Herrn,
auf dass ich dir einen lauteren Knaben schenke!“
Sie sprach: „Wie soll mir denn ein Knabe werden,
da mich kein menschlich Wesen je berührte
und ich auch keine Dirne bin?“
Er sprach: „So spricht dein Herr:
„Das ist mir ein Leichtes.“
Auf dass wir ihn zu einem Zeichen machen für die Menschen –
und solches als Barmherzigkeit von uns.
Da wurde es beschlossene Sache.
So ward sie mit ihm schwanger
und zog sich zurück mit ihm an einen weit entfernten Ort.
Da liesen die Wehen sie zum Stamm der Dattelpalme kommen.
Sie sprach:
„Weh mir! Ach wäre ich zuvor doch schon gestorben
und ganz und gar vergessen!“
Da rief es ihr von unten zu: „Bekümmere dich nicht!
Dein Herr lies unter dir ein Wasser fliesen.
Rüttle den Stamm der Dattelpalme – hin zu dir,
damit sie frische Früchte auf dich fallen lasse!
Dann iss und trink, und sei guten Mutes!
Wenn du dann irgendeinen Menschen siehst, so sprich:
„Siehe, ich gelobte dem Erbarmer ein Fasten;
so kann ich heute zu keinem menschlich Wesen sprechen!“
Dann kam sie mit ihm zu den Ihren, ihn tragend. Sie sprachen: „O Maria, da hast du etwas Unerhörtes getan!
O Schwester Aarons, dein Vater war kein schlechter Mann
und deine Mutter keine Dirne.“
Da deutet sie auf ihn. Sie sprachen:
„Wie sollen wir zu einem sprechen, der noch ein Kind ist in der Wiege?“
Er sprach: „Siehe, ich bin der Knecht Gottes!
Er gab mir das Buch und machte mich zum Propheten.“

Alle Auszüge aus: Der Koran. Neu übertragen von Hartmut Bobzin. CH Beck, 2. Auflage, München 2017. 832 Seiten. „

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21 04 2019
By: TKG 0

TKG: „FROHE OSTERFEIERTAGE-HAYIRLI PASKALYA! SO FEIERT MAN OSTERN IN DER TÜRKEI“

TKG: „Wir wünschen unseren christlichen Freunden, allen MitgliedernInnen, Nachbarn und auch allen anderen, die dieses christliche Fest nicht begehen,
frohe Osterfeiertage “

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

 

Hayirli Paskalya! So feiert man Ostern in der Türkei

Auch in der Türkei wird an manchen Orten Ostern gefeiert, vor allem in Ostanatolien. Will man sich gegenseitig „Frohe Ostern!“ wünschen, so sagt man dort „Hayirli Paskalya!“. Aber wie wird Paskalya in der Türkei gefeiert? Hier ein paar Eindrücke.

Was wäre Ostern ohne einem leckeren Hefezopf? Das dachte man sich wohl auch in der Türkei. Deshalb wird dort an  Ostern ein Osterkuchen aus Hefeteig gebacken. Das Besondere daran ist, dass in den Kuchen traditionell eine Münze eingebacken wird – wer diese dann beim Verspeisen findet, der kann sich über Gesundheit und Glück freuen. Aber natürlich gibt es in der Türkei noch viele weitere Gaumenfreunden zu Ostern. Deswegen kommt an den Feiertagen meist die ganze Familie zusammen, um gemeinsam leckeren Fisch und grüne Linsen zu essen. Das ist nämlich Brauch am Karfreitag.

Gibt es in der Türkei auch Ostereier?

Und auch auf die Ostereier muss man bei einem Osterfest in der Türkei nicht verzichten. Hierzu gibt es sogar einen speziellen Brauch. Zwei Personen müssen ihre Ostereier gegeneinander schlagen und derjenige, dessen Ei nicht zerbricht wird auch wieder mit Gesundheit und Glück beschenkt. Neugierig geworden? Wer nun vielleicht sogar über die Osterfeiertage einen Urlaub in der Türkei machen möchte, weiß nun zumindest, dass man auch dort sehr gut Ostern feiern kann. In manchen Orten in der Türkei gibt es außerdem auch christliche Kirchen, in denen man zur  Ostermesse gehen kann. Na dann, Hayirli Paskalya! (Myheimat.de)

 

Izmir – türkische Ostern für Anfänger

von Marie Christen

Die Türkei fällt einem vielleicht nicht als erstes ein, wenn man an das Osterfest denkt, doch auch hier wird das Fest mit seinen ganz eigenen Osterbräuchen zelebriert! Erlebt türkische Ostern mit uns!

FROHE OSTERN!

Hayirli Paskalya! (Frohe Ostern!) wird euch in der Türkei gewünscht! Nicht viele Türken feiern das Osterfest, auch ist es kein gesetzlicher Feiertag und doch überrascht die Türkei mit einigen Osterbräuchen.

Ostern ist auch hier ein Fest der Familie, alle kommen zusammen und veranstalten ein großes Festessen! Für die Feiertage wird ein Osterkuchen aus Hefeteig gebacken, also ganz ähnlich wie bei uns. Doch das Besondere und außergewöhnliche steckt hier im Detail: In den Hefezopf wird nämlich eine Münze mit eingebacken und wer diese dann findet oder verspeist, soll sich dem Glauben nach besonderer Gesundheit und Glück in diesem Jahr erfreuen dürfen. Aber natürlich gibt es noch andere Freuden für den Gaumen wenn man türkische Ostern feiert. An Karfreitag zum Beispiel wird sich in großer Runde getroffen und statt Osterbrot werden traditionell Fisch und grüne Linsen zum Mittag serviert.

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Auch die Ostereier werden in der Türkei nicht vergessen. Hier muss man sie allerdings nicht erst finden, denn in der Türkei gibt es diesbezüglich einen speziellen Brauch. Hierbei schlagen zwei Personen ihre Ostereier gegeneinander und derjenige, dessen Ei nicht zerbricht wird auch hier wieder mit Gesundheit und Glück gesegnet! Neugierig geworden? Dann besucht doch mal…

IZMIR

Die Perle an der türkischen Ägäis hat dir so einiges zu bieten! Die drittgrößte Stadt der Türkei, nach Istanbul und Ankara, wurde 3000 v. Chr. gegründet und ist somit eine der ältesten Städte der Welt. Viele verschiedene Kulturen haben während der wechselvollen Stadtgeschichte ihre Spuren hier hinterlassen.

Das Hafenviertel sowie der moderne Innenstadtbereich mit seinem Basarviertel, dem Museum und dem Kulturpark bieten eine Vielfalt an Besichtigungsmöglichkeiten. Besonders Kulturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Neben zahlreichen Museen findet man in Izmir auch ein Staatstheater und die Staatsoper mit einem berühmten Orchester. Musikfreunde reisen aus der ganzen Türkei an, um das Orchester spielen zu hören!

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Der Uhrturm auf dem Konak-Platz ist nicht nur Wahrzeichen der Stadt sondern auch ein Symbol für die Befreiung von der griechischen Besatzung. Unweit davon befindet sich das Archäologische Museum, das mit Funden aus der Antike aufwarten kann und absolut einen Besuch wert ist. Wer einen besonderen Ausblick über die Bucht von Izmir erleben möchte, sollte sich nicht scheuen, den Berg Kadifekale zu erklimmen. Auf diesem Berg lassen sich heute noch Ruinen einer eindrucksvollen Burg und ihrer Mauern, die während der Herrschaft von Alexander des Großen errichtet wurden, finden. Man kann also sagen, dass Izmir ein Ort mit großer Vergangenheit hat, die bis in die Moderne hineinreicht. Ein toller Ort um Kultur hautnah zu erleben oder für ein paar Tage zu entspannen. Also…packt die Ostereier ein, fahrt nach Izmir und Hayirli Paskalya! (blog.surprice-hotels.com)

 

CHRISTENTUM STAMMT AUS DER TÜRKEI VON BIROL KILIC

http://www.turkischegemeinde.at/christentum-stammt-aus-der-tuerkei/

TKG: „CHOR DER ZIVILISATIONEN AUS ANTAKYA IN WIEN“
https://www.youtube.com/watch?v=ZAemEhCq5-U&feature=youtu.be

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16 04 2019
By: TKG 0

Notre-Dame-Brand: Türkische Kulturgemeinde in Österreich ist erschüttert und trauert mit

Wien (OTS) – Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) und ihre Vorstände und Mitglieder sind über den Brand der Notre-Dame erschüttert und trauern mit allen Christinnen und Christen sowie allen anderen betroffenen Menschen, welche hier nicht nur ein Gotteshaus, sondern ein Kulturerbe für die Welt und Menschheit sehen.

Obmann der TKG, Birol Kilic äußerte sich wie folgt: „Die Bilder des Notre-Dame-Brandes haben mich nicht nur verstört, sondern haben auch größtes Mitgefühl und Schmerz in mir ausgelöst, weil wir aus der Türkei stammenden Menschen wissen, wie wichtig solche Weltkulturerben für die Menschenscheit sind. Die Notre-Dame gehört nicht den Französinnen und Franzosen, sondern uns allen. Deshalb werden wir mit Sicherheit auch Spenden für die Restaurierung der Notre-Dame sammeln und versuchen den Wiederaufbau zu unterstützen. Der Schmerz ist heilbar, wenn man ihn teilt. Wir teilen diese Schmerzen und bieten unsere kleine aber wichtige Unterstützung an. Aus der Asche der Notre-Dame könne durch einen Solidaritätsakt, für das Zusammenleben mit Würde und Menschlichkeit, ein europaweites Projekt werden.“

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09 04 2019
By: TKG 0

BESA: Ein Ehrenkodex – Die Rettung von Juden durch muslimische Albaner zur Zeit des Holocaust

Eine Analyse von Birol Kilic

Wien am 09.04.2019

Wir haben vor Kurzem bei einer Veranstaltung des österreichischen Sportministeriums im Zusammenhang mit dem Thema bzw. Buch „Islamischer Antisemitismus“ (Titelbild: Der ewige wandernde Jude) einige Länder mit einer mehrheitlich muslimischen Bevölkerung als Beispiele genannt, die auf keinen Fall automatisch Antijüdisch bzw. Antisemitisch eingestellt sind. Wir brauchen mehr positive Beispiele die das Zusammenleben fördern.

Das „Der ewige wandernde Jude“-Vorurteil ist in mehrheitlich muslimischen Ländern, in der Form wie es im Abendland vorhanden war, nicht existent. Dieses Vorurteil gab es auch in den letzten 1400 Jahren (Beginn Islam) kaum, weil „Der ewige wandernde Jude“ eine Figur aus christlichen Volkssagen ist, dessen Quellen in der Bibel liegen und somit im 13. Jahrhundert entstanden sind. Die Muslime und insbesondere Menschen aus der säkularen modernen Türkei sollten großes Interesse haben, hier die Ängste der Juden gegenüber der Aufnahmegesellschaft durch Aufklärung aus der Welt zu schaffen, da es ein großes Potential an Problemen gibt. Egal von welcher Seite gehetzt wird, wir brauchen eine Lösung ohne antimuslimischen bzw. antitürkischen Rassismus gelten zu lassen.

Das Buch mit dem Titel, „Islamischer Antisemitismus“, welches bei dieser Veranstaltung vorgestellt wurde, hatte den Ewigen wandernden Juden als Titelbild, was zum Fremdschämen ist, da dieser eigentlich mit dem Islam bzw. Koran nichts zu tun hat. Ich will hier nicht über dieses Buch eine Rezension schreiben, obwohl ich über 71 Faktenbasierte, nicht den Tatsachen entsprechende, Verse, Behauptungen und für den psychologischen Krieg bekannte Propaganda Methoden, durch akribisches studieren des Buches notiert habe. Das Buch ist eine billige Nachmache von den „Protokollen der Weisen von Zion“ und ist unter dem Strich und unter dem Vorwand gegen den politischen Islam zu kämpfen, was wir verurteilen und uns distanzieren, nicht glaubwürdig. Das Bild, aus farbigem Holzschnitt, wurde 1852 von Gustave Doré produziert und ist seit 2007 als Reproduktion in einer Ausstellung im Yad Vashem zu sehen. Doch ich frage mich, was dieses Bild mit dem Islam bzw. mit dem islamischen Antisemitismus zu tun haben soll?

Original-Der wandernde Ewige Jude, farbiger Holzschnitt von Gustave Doré, 1852, Reproduktion in einer Ausstellung im Yad Vashem, 2007

 

Yad Vashem, Wien-1940-Der ewige Jude-Propaganda gegen Juden in Wien mit dem Bild , „Der wandernde ewige Jude“ angelehnt an den farbigen Holzschnitt von Gustave Doré, 1852

 

Besa – Albanien und Juden 

BESA ist ein Ehrenkodex, der tief in der albanischen Kultur verankert und in den Glauben der albanischen Muslime verflochten ist. Es diktiert eine moralische Instanz, die so wichtig ist, dass eine Nichteinhaltung Schande über einen Selbst und die Familie bringt. Einfach gesagt schreibt Besa Verantwortlichkeit für andere vor, die Hilfe brauchen. In Albanien und dem Kosovo wurden Familien aufgenommen und versteckt, auch wenn man selbst und die eigene Familie dadurch in Lebensgefahr gebracht wurde. Diese Familien waren nicht nur Juden aus den eigenen Städten sondern Juden aus anderen europäischen Ländern, die von den Nazis geflohen sind.

Albanien, ein kleines, bergiges Land an der Südostküste der Balkanhalbinsel, zählte eine Bevölkerung von 803.000 Einwohnern. Darunter waren nur 500 Juden. Nachdem Hitler 1933 die Macht in Deutschland übernommen hatte, fanden viele Juden Zuflucht in Albanien. Es gibt keine genauen Angaben über deren Anzahl, aber verschiedene Quellen gelangen zu der Einschätzung, dass zwischen 600 und 1.800 jüdische Flüchtlinge aus Deutschland, Österreich, Serbien, Griechenland und Jugoslawien nach Albanien kamen, in der Hoffnung, von hier aus nach Israel oder an andere Fluchtorte zu gelangen. Nach der Besetzung Albaniens durch die Deutschen im Jahr 1943 weigerte sich die Bevölkerung Albaniens in einem außergewöhnlichen Akt, die Anweisungen der Besatzer zu befolgen und ihnen Listen mit den Namen der Juden auszuhändigen, die unter ihnen lebten. Darüber hinaus versorgten verschiedene staatliche Einrichtungen viele jüdische Familien mit gefälschten Papieren, mit denen sie sich unter die Lokalbevölkerung mischen konnten.

Die Albaner schützten nicht nur ihre eigenen jüdischen Bürger, sondern gewährten auch jenen Flüchtlingen Zuflucht, die nach Albanien gekommen sind, als es noch unter italienischer Herrschaft stand und die nun in der ständigen Gefahr lebten, in Konzentrationslager deportiert zu werden. Die bemerkenswerte Unterstützung, die den Juden entgegengebracht wurde, war begründet in dem Ehrenkodex Besa, der noch heute in Albanien als der höchste ethische Wert gilt. Besa heißt wörtlich „ein Versprechen halten“. Jemand, der nach dem Prinzip Besa handelt, ist jemand, der sein Wort hält, jemand, dem man sein eigenes Leben und das seiner Familie anvertrauen kann. Die Hilfe, die Juden und Nicht-Juden gewährt wurde, kann als Angelegenheit nationaler Ehre verstanden werden. Die Albaner scheuten keine Mühe, um zu helfen, ja sie konkurrierten sogar untereinander um das Privileg, Juden zu retten. Sie handelten aus Mitleid, menschlicher Güte und dem Bedürfnis, Menschen in Not zu helfen, sogar denen, die einen anderen Glauben oder eine andere Herkunft hatten als sie. Albanien, ein europäischer Staat mit einer muslimischen Mehrheit, brachte zuwege, woran andere europäische Länder scheiterten.

Alle Juden, die während der deutschen Besatzung innerhalb der Staatsgrenzen Albaniens lebten, und zwar albanische Staatsbürger ebenso wie Flüchtlinge, wurden – bis auf einige Mitglieder einer einzigen Familie – gerettet. Es ist eine beeindruckende Tatsache, dass in Albanien am Ende des Krieges mehr Juden lebten als zuvor. (0)

Über einen Zeitraum von fünf Jahren hat Norman H. Gershman diese berührenden Geschichten und Fotos in dem Buch „BESA: Ein Ehrenkodex“ (Englisch) aufgeschrieben und gesammelt. Das Buch deckt eine vergessene Zeit in der Geschichte auf, die langsam aus einem isolierten kommunistischen Regime auftaucht und zeigt die passionierte Seite einfacher Leute die Juden gerettet haben. Sie haben dabei in Ihrem wahren muslimischen Glauben gehandelt.

Präsident Jimmy Carter schreibt über das Buch folgendes: „Ich hoffe, dass sich diese Fotos und Geschichten in der Welt verbreiten. Sie bringen Hoffnung für eine Zukunft in der Muslime und Juden ihre Konflikte überwinden und sich auf ihre gemeinsame Menschlichkeit besinnen.“

James Earl „Jimmy“ Carter Jr. (* 1. Oktober 1924 in Plains, Georgia) ist ein US-amerikanischer Politiker der Demokratischen Partei. Er war zwischen 1977 und 1981 der 39. Präsident der Vereinigten Staaten. Von 1971 bis 1975 bekleidete er das Amt des Gouverneurs von Georgia.

Asher Naim, ein israelischer Diplomat, schreibt folgendes:  „Durch Norman H. Gershmans Ausstellungen und Bücher ist es möglich, das wahre Gesicht von Menschlichkeit zu sehen, welches in einem individuellen und kollektiven Licht auf die bescheidenen, jedoch mutigen, muslimischen Albaner scheint, welche, geleitet durch den Kodex des Besa, nach Juden gesucht und sie als Gäste aufgenommen, aber niemals als Fremde behandelt haben.“

Asher Naim (December 28, 1929 – November 11, 2016) ist ein israelischer Diplomat, welcher in israelischen Missionen in die USA, Finnland, Äthiopien, United Nations und Südkorea gedient hat. Naim war von 1990 bis 1991 Israels Botschafter in Äthiopien und hat 1991 eine wichtige Rolle in der Operation Solomon gespielt, bei der ungefähr 14.200 äthiopische Juden nach Israel in nur einem Tag transportiert wurden.

Thomas Peter Lantos, ein US-amerikanischer Politiker jüdischer und ungarischer Herkunft:  „Norman H. Gershman hat sich dafür entschieden, die Welt mit der Tradition des Besa zu belehren und zu beleuchten, welche heutzutage stark, bedeutsam und wunderbar angebracht ist, im Hinblick auf die Hindernisse auf dem Weg zu Frieden, mit denen wir zu kämpfen haben.“

Thomas Peter „Tom“ Lantos (* 1. Februar 1928 in Budapest; † 11. Februar 2008 in Bethesda, Maryland) war ein US-amerikanischer Politiker ungarischer Herkunft.

Herman Bernstein, der amerikanische Botschafter Albaniens, 1934 : „Es gibt keine Spur von Judendiskriminierung in Albanien, denn Albanien ist heute eines der seltenen Länder in Europa, in denen es weder religiöse Vorurteile noch Hass gibt, obwohl sich die Albaner selbst aus drei verschiedenen Glaubensgruppen zusammensetzen.“

 

Islamischer Antisemitismus

Aber das Buch „Islamischer Antisemitismus“, welches ich akribisch gelesen habe, hat kurz und prägnant folgende Message: Alle MuslimeInnen sind antisemitisch bzw. Judenfeindlich. Ich finde, dass dieser kulturelle Rassismus (Neo Rassismus) gegenüber allen MuslimeInnen bis zum Himmel stinkt. Diese Pauschalisierung, vor allem gegenüber Juden und Israel, ist ziemlich hinterhältig, feindlich und nicht zielführend. Ich habe bei dieser Veranstaltung, bei der ich immerhin fair und korrekt von den Organisatoren behandelt wurde, meine Einsprüche kundgetan. Ich will mit dieser Analyse nur sachlich Aufklären, weil ich mich dazu, als Österreicher mit türkischen Wurzel und einer säkularen Einstellung, verpflichtet fühle.

Der Ewige Jude (auch der Wandernde Jude) ist eine Figur aus christlichen Volkssagen, die im 13. Jahrhundert entstand. Das Neue Testament (NT) erwähnt im Rahmen der Passionserzählungen verschiedene Knechte und Soldaten, die Jesus misshandelt haben sollen und die in späteren Versionen der Ahasver-Legende mit dem Ewigen Wanderer oder als der Ewige Jude identifiziert wurden: Sie erzählten ursprünglich von einem Menschen unbekannter Herkunft, der Jesus Christus auf dessen Weg zur Kreuzigung verspottete und dafür von diesem verflucht wurde, unsterblich durch die Welt zu wandern.

Das anonyme deutschsprachige Volksbuch vom Ewigen Juden, gedruckt erschienen in Leiden 1602, machte aus dieser Figur einen Juden und gab ihm den Namen Ahasveros. Diese Variante verbreitete sich in ganz Europa. Fast alle der vorwiegend mündlich überlieferten Orts- und Volkssagen entstanden nach 1602 und beruhten auf der Leidener Legende. Doch sie lösten den ewigen Wanderer bald von seiner Beziehung zur Passion Jesu und machten ihn zum Sinnbild für die Leidensgeschichte des ganzen Judentums. Seine Rastlosigkeit wurde nicht mehr als durch konkrete Schuld verursachte göttliche Strafe, sondern als natürliche Eigenschaft aller Juden verstanden. So gab der lutherische Theologe und Orientalist Johann Jacob Schudt (1664–1722) der Figur in seinem Werk Jüdische Merckwürdigkeiten (1714–1717) folgende Deutung (1): „Dieser umlauffende Jude seye nicht eine eintzelne Person, sondern das gantze Jüdische nach der Creutzigung Christi in alle Welt zerstreuete umherschweifende und nach Christi Zeugnuss biss an den jüngsten Tag bleibende Volck.“

 

Yad Vashem ehrt 22.000 nicht-jüdische Retter von Juden

In Yad Vashem, dem Holocaust Memorial in Jerusalem, ehrt man mehr als 22.000 nicht-jüdische Retter von Juden, die während des Holocausts als „Gerechte unter den Völkern“ gehandelt haben. Die meisten davon sind Christen. Ein kleiner Anteil davon sind jedoch auch Muslime aus Albanien, aus der Türkei, Marokko und anderen naheliegenden Regionen.

Die Signifikanz ihrer Taten übersteigt die kleine Anzahl der Retter, 56 Gerechte wurden aus Albanien geehrt, welche Juden während der deutschen Besetzung von 1943-44 aufgenommen haben.

So wie überall auf der Welt in der Zeit des 2. Weltkriegs, wurden die Juden in Albanien von den Deutschen besonders ins Augenmerk genommen. Aber ihr Schicksal hat sich durch den alten und hochheiligen Brauch des Besa – das Wort der Ehre, erheblich verändert. Wenn dir in Albanien jemand das Besa-Wort in einer bestimmten Weise gibt, ist er dazu verpflichtet, dieses Wort zu halten, koste es, was es wolle. Das hat, zusammen mit einem anderen alten Prinzip der Albaner, jemandem der Hilfe braucht Hilfe zu geben, viel bewirkt.

Nahezu alle 2000 jüdischen Albaner konnten Auschwitz entkommen, da sie versteckt oder auf eine andere Art und Weise von den vorwiegend muslimischen albanischen Landsleuten beschützt wurden. Überlebende berichten, dass sich die Albaner darüber gestritten haben, wer die Ehre haben darf, die fliehenden Juden zu beschützen, ein Phänomen, von dem man in keinem anderen europäischen Land unter der Macht der Nazis gehört hat. Dieses islamische Verhalten der Aufopferung und Gnade feiert die Vernunft des Lebens und die Sicht auf die Anderen, den Fremden, als Familienmitglied.

Ironischerweise blieben die Geschichten jahrelang vergraben, wegen des rigiden kommunistischen Regimes in Albanien, welches jeden Kontakt zur Außenwelt verbot. Dadurch kamen die Geschichten der geretteten Juden in Albanien erst vor Kurzem zum Vorschein. Als dann, vor einigen Jahren, Norman H. Gershman das erste Mal Yad Vashem betrat und von seinem Wunsch, professionelle Fotos von den Gerechten in verschiedenen europäischen Ländern zu machen, erzählte, wurde er auf Albanien und seine Retter aufmerksam gemacht.

Norman H. Gershmans Weg

Seine unzähligen Besuche dort und seine Begegnungen mit den gutherzigen Bewohnern haben einen tiefen Eindruck bei Norman hinterlassen. Er ist ein anderer Mann und sein Buch ist ein Zeugnis für den Glauben und die Hingabe der Retter für die Werte der Menschlichkeit, genauso wie seine Entschlossenheit die Nachricht über die Existenz dieser Menschen an die Öffentlichkeit zu bringen. Er hat seine Investigationen von den Kriegszeiten in Albanien intensiviert und auch auf den Kosovo ausgebreitet, eine Region, die immer noch unter einem zerstörerischen Krieg leidet und auch von einer beträchtlichen Zahl an Muslimen bewohnt wird. Man kann nur hoffen, dass Gershmans Dokumentationen der Gesichter und Geschichten dieser einfachen Leute mit den Herzen aus Gold, zukünftige Generationen inspiriert und an das Potenzial von Gutem erinnert, dass in jedem und jeder herrscht, sowie als Vorbilder in anderen schweren Zeiten dienen. Norman H. Gershmans klare und bewegende Fotos dieser Ritter des Geistes, gemeinsam mit den persönlichen Erinnerungen an diese Taten, sollten von jedem und jeder, der sich um die Zukunft der Menschheit sorgt, gesehen und gelesen werden.(2) Norman H. Gershman hat Geschichten aus dunklen Zeiten vor der Vergessenheit gerettet, in denen Juden von Muslimen, während der deutschen Besetzung in Albanien, beschützt und aufgenommen wurden. Er hat sich um den Dialog und um Verständnis zwischen Juden und Muslimen bemüht.

Die Gemeinsamkeiten Abrahamistischer Religionen und Gershmans Buch

Neben dem Christentum bilden das Judentum und der Islam die drei „abrahamistischen“ Religionen, die alle auf den Propheten Abraham zurückzuführen sind. Die Botschaft der Gemeinsamkeiten vieler grundlegender Werte ist eine, die heute zutiefst notwendig ist.

Durch dieses Buch hat sich der etablierte Fotograf Norman von der traditionellen Rolle eines Fotojournallisten entfernt und ist zu einem Historiker, mit den Fähigkeiten und Intentionen zwei Glaubensrichtungen in Zeiten großer Auseinandersetzungen zusammenzubringen, geworden. Sein Talent als humanistischer Fotograf und Dokumentarist wird hier veranschaulicht, indem seine Linse die guten Intentionen der albanischen Familien einfängt. Obwohl die meisten erst jetzt von diesen Heldentaten erfahren, schafft es Norman H. Gershman sicherzustellen, dass diese Geschichten noch für Generationen bewahrt werden.

Das Buch ist mehr als eine Sammlung von Bildern. Um es zu kreieren, ist Norman mehrmals nach Albanien gereist. Er hat mit den Menschen, die involviert waren und mit deren Kindern gesprochen, um die Geschichten zu protokollieren. Er hat Fotos von den Familien gemacht, wie sie heute, nach all den Jahren, aussehen. Fotos, die, verschmolzen mit den Geschichten und Artefakten aus der Vergangenheit die Gershman gesammelt hat, durch ein emotionales und beispielloses Fenster in eine vergessene Periode der Geschichte Einblick bieten. Ethnografie, mit Leuten zu sprechen, um ihre Geschichten und Kulturen besser zu verstehen, hat Norman in diesem Buch großartig zustande gebracht.

Norman hat so auch ein Licht auf die wahre Natur des Islams, als mitfühlende und abrahamistische Religion, geworfen. Für die albanischen Muslime war es eine religiöse Tat, Juden zu retten, durch das enge Band, das zwischen Juden und Moslems im Islam besteht. Indem sie Juden gerettet haben, waren sie gute Muslime. Die tiefe Verbindung zwischen dem Islam und dem Judentum, zusammen mit der Verbindung, die beide Religionen zum Christentum haben, was den dritten Punkt in dem abrahamistsichen Dreieck bildet, muss anerkannt und diskutiert werden.

Wir sind oft schuldig, wenn wir unseren Glauben in Gegenüberstellung oder Gegensätzlichkeit zu anderen Glaubensrichtungen stellen und eine Exklusivität erwarten. „Wir sind die Reinsten, die Besten,“ sagen wir zu uns selbst. Diese Annahme ist ein Mythos, weil es so viel Osmose, Synthese und Überlappungen zwischen den Religionen gibt.

Der Islam sieht sich als abrahamistische Glaubensrichtung und absorbiert das abrahamistische Vermächtnis: Begriffe des Heiligen, Monotheistischen, Allmächtigen und Unsichtbaren, die 10 Gebote, viele diätische Vorschriften, die großen Propheten- all diese Elemente reflektieren die übernommene abrahamistische Tradition. Abraham ist so wichtig für die Muslime, dass er fünf Mal am Tag erwähnt wird, bei jedem Gebet. Das größte Heiligtum der Muslime, die Kaaba in Mekka, wird stark mit Abraham assoziiert. Der heilige Prophet des Islams, Friede sei mit ihm, war stolz seine Abstammung von Abraham zu verlautbaren.

Norman zeigt uns eine humane, akzeptierende muslimische Gemeinschaft. Sein Interview mit Baba Haxhi Reshat Bardhi, der Vorsitzende des albanischen Bektaschi Orden, reflektiert Mitgefühl und Humanismus im Islam: „Wir Bektaschi sehen Gott überall und in jedem,“ erklärt er. „Gott ist in jeder Pore und jeder Zelle. Das heißt, dass jeder Gottes Kind ist. Es kann keine Ungläubigen geben. Es kann keine Diskriminierung geben. Wenn man ein gutes Gesicht sieht, sieht man das Gesicht Gottes. ‚Gott ist Schönheit, Schönheit ist Gott‘. Es gibt keinen Gott außer Gott.“

Es ist eine Zeit der Herausforderungen, aber auch eine Zeit der Möglichkeiten. Viele Initiativen wurden ergriffen, die in Angesicht auf die Geschichte der abrahamistischen Religionen ein Durchbruch sind. Normans Buch ist ein exzellentes und aktuelles Beispiel dafür.

Wir müssen erkennen, dass der Weg nach vorne durch Dialog stattfindet, wir müssen erkennen, wie wichtig diese Aufgabe ist. Ein kontinuierlicher holistischer Weg ist notwendig: Kurzfristige und oberflächliche Maßnahmen reichen nicht mehr aus. Ich sehe Normans Buch als ein wunderbares Werkzeug und eine Bemühung, Dialog und Verständnis zwischen den abrahamistischen Religionen zu schaffen. Ich habe die Hoffnung, dass seine unvergleichlichen Leistungen von Juden, Muslimen und Christen gelesen und diskutiert werden.

Normans Studien des albanischen Exempels sind ein Zeugnis eines islamischen Verhaltensmusters, das sich fundamental von denen unterscheidet, die man heutzutage überall in den Schlagzeilen liest. Es ist eine Bestandsaufnahme von Taten, die nichts mit Rache, Vergeltung, Hass und Selbstmord zu tun haben, sondern von Mitgefühl, Güte und Hilfe für Personen einer anderen Glaubensrichtung und Herkunft sprechen. Ich hoffe das Beispiel, der albanischen Retter wird als Vorbild für andere dienen, die in ihre Fußstapfen treten und echte Menschlichkeit zeigen, wenn sie vor ähnliche moralische Herausforderungen gestellt sind. Wir haben alle die Aufgabe, nicht nur das Böse des Holocausts in Erinnerung zu behalten, sondern auch das Gute, das die nicht jüdischen Retter, in Form einer helfenden Hand, für die Juden in Not geboten haben.

Als zivilisierte Gesellschaft sind wir an einem Scheideweg. Diese Brücken zwischen den Religionen und Kulturen zu bauen ist nicht mehr intellektueller Zeitvertreib, es ist eine Notwendigkeit, wenn wir das 21. Jahrhundert überleben wollen. Die transzendierte Humanität, die Norman H. Gershman in den Gesichtern und Geschichten der Menschen dokumentiert hat, hat eine tiefgreifende inspirierende Botschaft in Zeiten von Konflikt und Konfrontationen und ich hoffe, diese wird viele Menschen erreichen. Die Intention und Geistlichkeit in Normans Buch und die initiativen die ergriffen wurden, sind dasselbe: Rauszugehen, zu reisen, die verwundete Welt zu retten, zu lernen, zuzuhören, miteinander zu sprechen und Verständnis zu schaffen. (2)

ALI SHEQER PASHKAJ

„Warum hat mein Vater sein Leben und das des ganzen Dorfes riskiert, um einen Fremden zu retten? Mein Vater war ein frommer Muslim. Er glaubte, dass man ins Paradies kommt, wenn man ein Leben rettet.“

Enver Pashkaj vor einer Statue des albanischen Nationalhelden Skanderbeg Fotograf: Norman H. Gershman

Unsere Heimatstadt ist Pukë. Mein Vater besaß einen Lebensmittelladen. Es war der einzige Laden dieser Art im Umkreis von Meilen. Eines Tages kam ein deutscher Transport mit neunzehn albanischen Gefangenen auf dem Weg zur Zwangsarbeit vorbei, und mit einem Juden, der erschossen werden sollte. Mein Vater sprach ausgezeichnet deutsch. Er lud die Nazis in seinen Laden ein und bot ihnen Essen und Wein an. Er zwang ihnen den Wein regelrecht auf, bis sie betrunken waren. In der Zwischenzeit versteckte er einen Zettel in einem Stück Melone, das er dem jungen Juden gab. Dort hieß es, er solle hinausspringen und in den Wald zu einem bestimmten Platz fliehen. Die Nazis waren wütend über diese Flucht, aber mein Vater bestand auf seiner Unschuld. Sie brachten meinen Vater in das Dorf und stellten ihn an die Wand, um Informationen aus ihm herauszuholen, wo der Jude sich versteckt hielt. Viermal setzten sie ihm die Pistole an den Kopf. Sie kamen zurück und drohten, das ganze Dorf niederzubrennen, wenn mein Vater nicht gestehen würde. Mein Vater hielt durch, und schließlich zogen sie ab. Mein Vater holte den Mann aus dem Wald ab und versteckte ihn in seinem Haus, bis der Krieg vorüber war. Sein Name war Yeoshua Baruchowiç. Es gab dreißig Familien in diesem Dorf, aber niemand wusste, dass mein Vater einen Juden versteckte. Yeoshua ist noch am Leben. Er ist Zahnarzt und lebt in Mexiko.

Erzählt von Enver Pashkaj (Ali Sheqer Pashkajs Sohn).

Am 18. März 2002 wurde Ali Sheqer Pashkaj von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt.

 

DESTAN UND LIME BALLA

„Alle in unserem Dorf waren Muslime. Wir haben die Kinder Gottes unter unserem Besa beschützt.“

Lime Balla Fotograf: Norman H. Gershman

Ich wurde 1910 geboren. Im Jahr 1943, zur Zeit des Ramadan, kamen 17 Leute aus Tirana in unser Dorf, Shengjergji. Sie waren alle auf der Flucht vor den Deutschen. Am Anfang wusste ich nicht, dass sie Juden waren. Wir teilten sie unter den Dorfbewohnern auf. Wir nahmen drei Brüder namens Lazar auf. Wir waren arm – wir hatten nicht einmal einen Esstisch – aber wir erlaubten ihnen kein einziges Mal, für Essen oder Unterkunft zu bezahlen. Ich ging in den Wald um Holz zu hacken und Wasser zu holen. Wir zogen Gemüse in unserem Garten, so hatten wir jede Menge zu essen. Die Juden blieben für 15 Monate in unserem Dorf versteckt. Wir kleideten sie wie Bauern, wie uns selbst. Sogar die Ortspolizei wusste, dass das Dorf Juden versteckte. Ich kann mich erinnern, dass sie viele verschiedene Sprachen sprachen. Im Dezember 1944 verließen die Juden unser Dorf und gingen nach Priština, wo unser Neffe, der bei den Partisanen war, ihnen half. Danach verloren wir jeden Kontakt mit den Brüdern Lazar. Erst im Jahr 1990, fünfundvierzig Jahre später, nahmen Sollomon und Mordehaj Lazar von Israel aus Kontakt mit uns auf. Erzählt von Lime Balla.  Am 4. Oktober 1992 wurden Destan Balla und seine Frau Lime Balla von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt.

IE BRÜDER HAMID UND XHEMAL VESELI

„Unsere Eltern waren fromme Muslime und glaubten wie wir auch, dass „jedes Klopfen an der Tür ein Segen Gottes“ ist. Wir haben nie Geld von unseren jüdischen Gästen genommen. Alle Menschen sind von Gott. Besa existiert in jeder albanischen Seele.“

Von links nach rechts: Hamid Veseli, Xhemal Veseli Fotograf: Norman H. Gershman

Unser verstorbener Bruder Refik war der erste, der von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt wurde. Jetzt haben wir beide dieselbe Ehre dafür erfahren, dass wir die Famile von Joseph Ben Joseph und die Familie Mandil aufgenommen haben. Unter italienischer Besetzung arbeitete Joseph für mich (Hamid) in meinem Bekleidungsgeschäft, Moshe Mandil arbeitete in dem Fotostudio unseres Bruders Refik. Beide Familien waren Flüchtlinge aus Jugoslawien.

Als im Jahr 1943 die deutsche Besetzung begann, wurden die beiden jüdischen Familien in unser Haus in Krujë gebracht. Xhemal ging mit den Eltern Tag und Nacht 36 Stunden lang, um unser Haus zu erreichen. Wir kleideten sie wie die Leute vom Dorf. Zwei Tage später transportierten wir die Kinder nach Krujë. Tagsüber versteckten wir die Erwachsenen in einer Höhle in den Bergen. Die Kinder spielten mit anderen Kindern im Dorf. Alle Nachbarn wussten, dass wir Juden versteckten. Eines Tages durchsuchten die Deutschen das Dorf. Sie gingen von Haus zu Haus und suchten nach einem Gewehr, das verloren gegangen war. Sie haben das Gewehr nie gefunden und exekutierten den Soldaten, der es verloren hatte.

Wir haben die Juden neun Monate lang bei uns versteckt, bis zur Befreiung. Wir haben jeden Kontakt mit der Familie Ben Joseph verloren. Sie haben Jugoslawien zu früh verlassen, und wir befürchteten, dass die Deutschen sie auf dem Rückzug ermordet haben. Die Familie Mandil ist ebenfalls in ihr Heim in Jugoslawien zurückgegangen. Unser Bruder Refik hat sie nach dem Krieg besucht und hat mit Moshe Fotografie studiert. Die Familie Mandil ist später nach Israel ausgewandert.

Viermal haben wir Albaner unsere Tür geöffnet. Das erstemal für die Griechen während der Hungersnot im Ersten Weltkrieg, dann für die italienischen Soldaten, die in unserem Land ankamen, nachdem sie sich den Alliierten ergeben hatten, dann für die Juden während der deutschen Besetzung, und in jüngster Zeit für die albanischen Flüchtlinge aus dem Kosovo, die auf der Flucht vor den Serben waren. Nur die Juden haben uns ihre Dankbarkeit erwiesen. Erzählt von Hamid Veseli und Xhemal Veseli. Am 23. Mai 2004 wurden die Brüder Hamid und Xhemal Veseli von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt.

BESIM UND AISHE KADIU

„Mein Vater sagte, die Deutschen müssten seine Familie umbringen, ehe er zuließe, dass sie unsere jüdischen Gäste umbrächten.“

Merushe Kadiu Fotograf: Norman H. Gershman

Wir lebten in dem Dorf Kavajë. Im Jahr 1940 versteckte unsere Familie für kurze Zeit zwei griechische Juden vor den italienischen Faschisten. Sie hießen Jakov und Sandra Batino und sie waren Geschwister. Sie kamen aus Tirana zu uns. Ihr Vater wurde von den Italienern in einem Lager festgehalten. Später, 1944, baten Jakov und Sandra uns noch einmal um Unterschlupf, aus Furcht vor den Nazis. Eine andere Familie versteckte ihre Eltern bei sich. Sandra, Jakov und ich waren enge Freunde. Wir haben alle in einem Schlafzimmer geschlafen. Ich kann mich erinnern, dass wir ein Loch in das Gitter unseres hinteren Schlafzimmerfensters gesägt haben, damit sie fliehen konnten, falls die Deutschen entdeckten, dass sie sich bei uns versteckt hielten. Wir hielten andauernd Ausschau nach den deutschen Patrouillen. Als die Deutschen mit den Razzien begannen und von Haus zu Haus gingen, um Juden zu suchen, brachte mein Vater Jakov und Sandra in ein abgelegenes Dorf. Von da an versorgten wir sie mit allem was nötig war, bis zur Befreiung. Das gab eine große Feier in Kavajë. Ich erinnere mich noch an das Telegramm, das wir von Jakov und Sandra erhielten, und an die Freude über die Befreiung. Sie verließen Tirana bald und gingen dann nach Israel. Ich habe so viele wunderbare Briefe und Bilder aus Israel. Im Jahr 1992 wurde ich von dort eingeladen, um die Auszeichnung als Gerechte unter den Völkern stellvertretend für meine Familie entgegen zu nehmen, und für eine Zeit lang war ich die Vorsitzende der Albanisch-Israelischen Gesellschaft. Es waren Jahre voller Angst damals, aber Freundschaft ist stärker als jede Angst. Erzählt von Merushe Kadiu (Besim und Aishe Kadius Tochter). Am 21. Juli 1992 wurden Besim Kadiu und seine Frau Aishe Kadiu von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt.

 

NURO HOXHA

„Als überzeugte Muslime erreichte unser Schutz und unsere Menschlichkeit auch selbstverständlich für die Juden. Warum? Besa, Freundschaft und der heilige Koran. Dies ist ein Bild meines Vaters, das ich in meinem Herzen bewahre.“

Sazan Hoxha mit einer Fotografie seines Vaters, Nuro Hoxha Fotograf: Norman H. Gershman

Ich bin der älteste Sohn von Nuro Hoxha, der hier in der Gemeinde von Vlorë als Lehrer und als religiöser Muslim gut bekannt war. Ich kann mich an diese furchtbare Zeit erinnern, als die Nazis von Griechenland nach Vlorë kamen, und die Juden sich verstecken mussten. Ich war zehn Jahre alt. Die Juden von Vlorë, Berat und Elbasan hatten seit 1490 in Albanien gelebt, und viele kamen auf der Flucht von Ioannina in Griechenland hierher.

Mein Vater nahm vier jüdische Familien auf. Sie waren alle seine Freunde. Ich weiß noch, was mein Vater ihnen sagte, als er sie aufnahm: „Jetzt sind wir alle eine Familie. Es wird euch kein Leid geschehen. Meine Söhne und ich werden euch gegen jede Gefahr mit unserem eigenen Leben verteidigen.“

Wir versteckten die Familien in unterirdischen Bunkern, die von unserem großen Haus ausgingen. Es waren drei Generationen der Großfamilie von Ilia Sollomoni und Mojsi Negrin, ingesamt zwölf Leute. Es gab noch andere, an deren Namen ich mich nicht mehr erinnere. Die Bunker waren miteinander verbunden, und es gab mehrere Fluchtwege. Mein Job war es, den Familien Essen in den Bunker zu bringen und einzukaufen, was sie brauchten. Alle Einwohner von Vlorë waren Antifaschisten, und alle wussten, dass viele Familien Juden versteckten. Erzählt von Sazan Hoxha (Nuro Hoxhas Sohn). Am 21. Juli 1992 wurde Nuro Hoxha von Yad Vashem als Gerechter unter den Völkern anerkannt.

 

Norman H. Gershman schreibt: viele Leute haben mich gefragt wieso ich, 60 Jahre nach den Geschehnissen, albanische Muslime, die Juden während des 2. Weltkrieges gerettet haben, aufsuche und ich antwortete wie folgt: 

„Ich wurde 1932 in New Jersey geboren, weit weg von den aufsteigenden Gefahren des Nazismus in Zentraleuropa. Als Kind habe ich aufmerksam Radio gehört und von der wachsenden Bedrohung des Krieges und den darauffolgenden Ereignissen gelernt. Ich erinnere mich, dass mich meine Mutter darauf hingewiesen hat, meine Mahlzeiten in dem Bewusstsein zu essen, dass Juden in Europa verhungern. Der Krieg in Europa und das Wissen von dem Holocaust, der dort stattgefunden hat, haben meine Weltanschauung geprägt und wurde zu dem Hintergrund auf dem sich mein Leben, als weltlicher amerikanischer Jude, langsam entfaltet hat. Meine fotografischen Reisen haben mich in die ehemalige Sowjetunion geführt, zu den Ruinen von Auschwitz und in das Warschau Getto und, erst kürzlich, nach Albanien und in den Kosovo. In meiner Arbeit mit den Albanern und ethisch albanischen Muslimen, die bereitwillig ihre Türen für Tausende, vor Nazis fliehenden, Juden geöffnet haben, habe ich es auf mich genommen, als eine Art Botschafter zu reisen. Als Jude und im Namen der jüdischen Bevölkerung habe ich nach jeder fotografischen Sitzung jeder Familie für die Rettung der Juden während des Holocaust gedankt. Porträtfotografie ist meine Art zu verstehen und anderen meinen angeborenen Glauben an die Herzensgüte und Einheit der Menschen nahezubringen – Qualitäten, die die Grenzen aller Ethnien, Religionen und Nationen überschreiten.“

 

Ich hoffe hiermit habe ich genügend Gründe niedergeschrieben, warum ich bei dieser Veranstaltung besonders Albanien, im Zusammenhang mit dem BESA-Ehrenkodex, als Beispiel genannt habe. (Birol Kilic, 9.04.2019)

Buch: Besa, Muslim who saved Jews in World War II, Norman H. Gershman

 

DIE GESCHICHTE DER TÜRKISCHEN JUDEN
http://www.turkischegemeinde.at/1993/09/die-geschichte-der-tuerkischen-juden/

Austellung: „Die Türken in Wien-Geschichte einer jüdischen Gemeinde“ im Judischen Museum

TKG: GEDENKEN AN NOVEMBERPOGROME-„TÜRKISCHER TEMPEL“
http://www.turkischegemeinde.at/2016/11/tkg-gedenken-an-novemberpogrome-tuerkischer-tempel/

50 JAHRE NACH DEN MASSAKERN VON AUSCHWITZ, TREBLINKA UND DACHAU
http://www.turkischegemeinde.at/1995/09/50-jahre-nach-den-massakern-von-auschwitz-treblinka-und-dachau/

SELTSAME BEGEGNUNGEN: TÜRKEN IN MAUTHAUSEN
http://www.turkischegemeinde.at/2009/11/seltsame-begegnungen-tuerken-in-mauthausen/


Quellen:

(0) www.yadvashem.org

(1)  Alex BeinDie Judenfrage Band 1: Anmerkungen, Exkurse, Register, Deutsche Verlagsanstalt 1980, S. 77

(2) The international Raoul Wallenberg Foundation Direktor 

(3) Ibn Khaldun Vorsitzender der Islamwissenschaft  America University, Washington, D.C.

 

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22 03 2019
By: TKG 0

TKG: „Das vorbildliche Verhalten Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern“

Wien-Das vorbildliche Verhalten und die Politik der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern nach dem Terrorakt gegenüber Muslimen im eigenen Land ist mit Hochachtung und Dankbarkeit, nicht nur von vielen Menschen aus der Türkei in Österreich, sondern auch in Europa und in der Türkei, empfangen und geschätzt worden. Wir haben es mit einer großartigen Nation namens Neuseeland zu tun, die in der Zeit des Kummers, Schock, Leid und Angst nicht aufgibt, sondern eine beispielhafte Zusammengehörigkeit der Bürger und Bürgerinnen in einem Rechtstaat zeigt.

Premiermisterin Ardern und der moralisch bestirnte Himmel 

Der abendländische Philosoph Immanuel Kant hat von dem Himmel über mir und dem moralischen Gesetz in mir wie folgt erzählt: „Zwei Dinge erfüllen das Gemüt mit immer neuer und zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht, je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt: der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.“

Zum ersten Mal haben wir eine christliche Politikerin, die nicht nur im Inland, in ihrem Heimatland, nämlich in Neuseeland in dem nun Trauer, Kummer, Angst und Schmerz herrschen, Menschlichkeit und Empathie für alle seine BürgerInnen gezeigt hat. Sie hat auch Hoffnung für die Zukunft in den kantisch bestirnten Himmel nicht nur gemalt, sondern auch als kategorischen Imperativ in die Herzen der Menschen ornamentiert. Alle Menschen in Neuseeland sind ihre Bürger und Bürgerinnen. Sie sind im Schutz der parlamentarischen Demokratie Neuseelands. Diese vorbildliche Haltung und Nicht-Pauschalisierung und Nicht-Satanisierug anderer Religionen, Konfessionen, Kulturen, Nationen und Andersdenkenden wünschen wir uns auch für Europa, für die Türkei und für die Welt. Deswegen muss man heutzutage einen großen Dank an die Nation Neuseeland und seine Premierministerin aussprechen, weil ihre Aktionen in unserem Herzen wieder schöne Dinge in Gang gesetzt haben, die wir mit der Zeit noch definieren müssen

Was vor einer Woche in Neuseeland passiert ist, war ein niederträchtiger Terrorakt von einem, aus Australien stammenden „christlichen Bürger“, der sich als Nazi bekennt und sich wegen der Türkenbelagerung 1683 und dem Balkanmassaker das Recht herausnimmt, allen Muslimen und vor allem Türken in Europa und in der Welt mit Mord und Genozid zu drohen. Diese Gedanken, die der Terrorist sicher nicht alleine niedergeschrieben und veröffentlicht hat kennen wir aus Wien aus mehreren öffentlichen Diskussionen, Büchern, Soziale Medien und leider auch von PolitikerInnen. Das Kochbuch für diese Gedanken wird seit langem in mehreren Hauptstädten nicht nur in Europa, sondern in der Welt unter dem Vorwand Abendland versus Morgenland, Aufklärung bzw. Nahe-Ost Konflikte vorbereitet. Und zwar sogar von manchen sehr Intellektuellen Menschen, auch Philosophen die man unter dem Kulturclash salonfähig gemacht hat. Kurz gesagt: Wir sind nicht schockiert von den Gedanken des Terroristen, der wie IS Terroristen auch in den Laboren der Irakischen Gefängnissen von den vorhandenen „Theologie des Verachtens Kochbücher“ produziert wurde.

Stellvertretende transnationale Hybrid Krieg

Der Terrorakt in Neuseeland ist in die Geschichte eingegangen und wird jahrelang viele Geheimdienste, Wissenschaftler, Politiker, Journalisten und Sozialforscher beschäftigen.  Die Art und Weise, wie kaltblütig der Terrorist Menschen in einem den friedlichsten Ländern der Welt umgebracht und seine Tat gefilmt hat, hat eines gezeigt: Dieser stellvertretende transnationale Hybrid Krieg hat vorsätzlich Neuseeland als Laborland gewählt.

Der „christliche terrorist“ ist nur eine Wirkung von dem multikausalen, vielschichtigen und langen vorbereiteten Krieg. Die Verursacher feiern in ihren Luxusgebäuden, manche mit Wein, manche mit Tees.

 

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15 03 2019
By: TKG 0

TKG: Der Terroranschlag in Neuseeland – Christchurch ist ein Anschlag gegen die Menschheit

Wien (OTS) – Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt den teuflischen Terror gegen die Muslime in der Moschee in Neuseeland – Christchurch und ruft alle Politiker, Medien, Autoren, Publizisten und Verantwortliche in der Welt und insbesondere in Österreich dazu auf, nicht unter dem Vorwand Kritik gegen Andersgläubige bzw. Nationen, Kulturen zu Hetzen.

Wir wissen nicht, wer hinter diesem unmenschlichen Terror steht. Wir wissen aber, dass in Österreich sehr viele Brandstifter und Brandbeschleuniger unter dem Vorwand Aufklärung und Repräsentanz, mit einem Feuerwehranzug, einen irreversiblen Brand setzen können und leider wollen.

Die Muslime in Österreich, insbesondere die Menschen aus der Türkei, wollen keine Hetze gegenüber ihren Glauben und/oder ihrer Abstammung und sie wollen sich von niemanden außer sich selbst als Bürger/Citoyens vertreten wissen, vor allem nicht durch „politisierte Glaubensgesellschaften“ die eigentlich de facto wie eine „kripto politische Partei“ auf vielen Ebenen arbeiten und Hochzeiten tanzen und damit die Atmosphäre in Österreich leider zum Nachteil der gesamten Muslime vergiften.

Die Türkische Kulturgemeinde teilt die Schmerzen mit den Hinterbliebenen und trauert mit ihnen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

 

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08 03 2019
By: TKG 0

TKG – WELTFRAUENTAG: „NEIN ZU GEWALT GEGEN FRAUEN-365 TAGE IM JAHR“

Anlässlich des Weltfrauentages ruft TKG ohne Wenn und Aber zu Aufklärung und Solidarität gegen Gewalt an Frauen auf. Gewalt an Frauen, unabhängig davon, welche Religion, welche Kultur und welche Staatsbürgerschaft der Täter hat.

Die Agentur der europäischen Union für Grundrechte (FRA) veröffentlichen verschiedene Studien zur Gewalt gegen Frauen. Darin kommt sie zu dem Ergebnis im Jahre 2018 auch, dass ca. 31% aller Frauen in der EU seit ihrem 15. Lebensjahr körperliche und sexuelle Gewalt erfahren haben. In Österreich gibt die Polizei bekannt, dass jeden Tag durchschnittlich 20 Wegweisungen von Männern aufgrund der Gewalttätigkeit gegen eine Frau geschehen, das macht im Jahr 7300 Gewaltfälle, die von der Polizei registriert wurden. Die Zahl der nicht registrierten Fälle ist vielleicht noch höher.

Die Gleichberechtigung von Frauen und Männern sollte in Österreich nicht ein Lippenbekenntnis sein, sondern beginnend vom Kindergarten bis zur Reife des Kindes, besonders bei Männern, Werte für die gesamte Gesellschaft bilden. Bei der Gewalt gegen Frauen spielen kulturelle, soziale und wirtschaftliche Faktoren eine Rolle. Um das zu beheben, unterstützt die TKG die in der österreichischen Verfassung festgeschriebenen Grundgesetze, wo die Würde des Menschen das höchste Gut der Gesellschaft darstellt und in allen Ebenen zu schützen ist.

Wir wissen, dass die Mehrheit der Menschen aus der Türkei keine Scharia und keinen religiösen Staat fordern und besonders in ihren Familien Frauen, Mütter und Töchter hochschätzen und unterstützen und vor allem Frauen und Männer gleich sehen. Sie haben mit österreichischen Werten und der österreichischen Verfassung nicht nur kein Problem, sondern vermitteln diese verinnerlichten Ansichten auch ihren Kindern. Gewalt gegen Frauen kennt keine regionalen, religiösen und kulturellen Grenzen. Deswegen fordern wir Solidarität, nicht nur am 8. März am Weltfrauentag, sondern 365 Tage im Jahr, gegen Gewalt an Frauen, unabhängig davon, welche Religion, welche Kultur und welche Staatsbürgerschaft der Täter hat.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

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01 03 2019
By: TKG 0

TKG Stellungnahme: Parlament-IFES Antisemitismus Studie!

TKG begrüßt die Idee des Parlamentspräsidenten, das gesellschaftliche Problem „Antisemitismus in Österreich“ umfassend und auf wissenschaftlicher Basis zu beleuchten.

WIEN. Eine IFES Studie im Auftrag des Parlaments sieht in Österreich einen „Kern-Bodensatz“ für Antisemitismus von zehn Prozent.

TKG Haltung bezüglich Antisemitismus: Wir alle – Juden, Christen, Muslime, Agnostiker, Atheisten und Andersgläubige – wir alle müssen aufstehen, wir alle müssen Menschlichkeit in den Mittelpunkt rücken – und wir dürfen nicht wegschauen.  Um es mit Elie Wiesels Worten zu sagen: „Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit.“  Mit diesen Aussagen sind wir einverstanden aber unter der Voraussetzungen wie zum Beispiel ohne Scheinheiligkeit, Verleumdungen und  Pauschalisierung gegenüber  andere Glaubensrichtungen unter dem Vorwand wir kämpfen gegen Antisemitismus.. Die  Politik sollte die alte, früher stigmatisierte Minderheit der Juden nicht so an die Brust drücken, um die neue Minderheit, die Muslime, zu stigmatisieren. Die Juden sollten nicht missbraucht werden, um die Muslime pauschal  in Österreich und in der EU allgemein als unverträglich zu kennzeichnen.

In den Berichten haben wir folgendes gelesen: „Laut einer Studie des Instituts IFES, ist der Antisemitismus bei jenen Menschen in Österreich, die türkisch oder arabisch sprechen, weit verbreitet . Das zeige sich auch durch eine signifikante Ablehnung des Staates Israel. Der Aussage „Wenn es den Staat Israel nicht mehr gibt, dann herrscht Frieden im Nahen Osten“ stimmten insgesamt zehn Prozent zu.  Arabisch sprechende Menschen stimmten mit 70 Prozent zu, bei türkischsprachigen war es knapp die Hälfte.“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) begrüßt die Idee von Parlaments Präsident Wolfgang Sobotka mit der folgenden Aussage: „Österreich sei keine Insel der Seligen, weswegen das gesellschaftliche Problem des Antisemitismus auch in Österreich umfassend und auf wissenschaftlicher Basis beleuchtet werden müsse.

Die nötige Äquidistanz

Das Mindeste was wir als TKG bitten ist folgendes: Die Wissenschaftler und Studien sollen die nötige Äquidistanz, wissenschaftliche Reife und Unabhängigkeit gegenüber den Auftraggebern, den Protagonisten und gegenüber dem Thema transparent und ohne Hütchenspiele zu spielen vorweisen. 

Wichtige Frage

Die wichtige Frage welche vor allem beantwortet werden sollte ist folgende: Ist der Anti-Judaismus/Antisemitismus ein Produkt der Nahost-Konflikte bzw. der Israelisch-Palästinensischen-Konflikte oder eine religiöser Konflikt, der auf den Koran basiert, welcher für die Muslime das einzige korrektiv Wirkung habende Indikator Mittel (Furkan: wahr und nicht wahr) bezüglich der Religion „Islam“ ist?

Link

https://www.krone.at/1874136

https://kurier.at/politik/inland/antisemitismus-studie-sieht-kern-bodensatz-von-zehn-prozent/400421900

https://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/5587801/Studie_Arabische-und-tuerkische-Migranten-sind-judenfeindlicher

https://www.ifes.at/

https://derstandard.at/2000098783773/Studien-Zehn-Prozent-der-Menschen-in-Oesterreich-antisemitisch-Anteil-ruecklaeufig

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20 02 2019
By: TKG 0

Kulturkampf im Klassenzimmer – Wo bleibt die Lösung?

Cajetan-Felder-Institut

Verein zur Förderung liberaler Kommunalpolitik

Podiumsdiskussion Mi., 20.02.2019, 19 Uhr


Palais Palffy, Figaro-Saal

Wien 1., Josefsplatz 6

Diskutanten:

Mag. Heinrich HIMMER

Bildungsdirektor des Stadtschulrates für Wien

Dipl.-Ing. Birol KILIC
Publizist, Herausgeber, Verleger
Obmann der türkischen Kulturgemeinde in Österreich-Think Tank

KO BR Monika MÜHLWERTH

Klubobfrau der freiheitlichen Bundesratsfraktion

Vizepräsidentin des Stadtschulrates für Wien a.D.

Dr. Kurt SCHOLZ

Vorsitzender des Zukunftsfonds der Republik Österreich

Präsident des Stadtschulrates für Wien a.D.

 

Diskussionsleitung:

Komm.-Rat Walter Prinz

Präsident des Cajetan-Felder-Instituts

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18 02 2019
By: TKG 0

TKG Stellungnahme bezüglich des Religionsunterrichts

In den letzten Wochen gab es große Aufregung.

Beim Religionsunterricht der Islamischen Glaubensgemeinschaft (IGGÖ) wurde „IGGÖ“ anstatt „Islam“ eingetragen. Dagegen habe es heftige Proteste gegeben, worauf einige NGOs einen Musterbrief an Schulkinder verteilen ließen, um die Bezeichnung „IGGÖ“ anzufechten.

Auch die Türkische KulturGemeinde in Österreich, eine Think Tank-Denkfabrik NGO, wurde von verschiedenen Seiten um ihre Meinung dazu gebeten. Wir wollen daher hier in aller Höflichkeit unser Wissen und unsere Meinung bei einem so wichtigen Thema auch kundtun:

Für uns stellt sich die Sache ganz einfach dar.

Der Islam teilt sich in verschiedene unterschiedliche Glaubensrichtungen, darunter die Sunniten, Schiiten und Aleviten. Niemand, keine NGO und keine Organisation hat hier ein Monopol. Ein einheitlicher islamischer Religionsunterricht ist deshalb nicht möglich.

„Interpretation der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich“

Die IGGÖ führt seit 1983 laut Lehrplan einen Religionsunterricht durch, in dem nicht der Islam insgesamt gelehrt wird, sondern eine eigene Interpretationen des Islams, nach der Interpretation der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich“, welche wir auch respektieren.

https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20007378

Deshalb ist es richtig, diese Version des Unterrichts unter dem Begriff „IGGÖ“ einzutragen.

Die Darstellung der IGGÖ, sie würde alle Glaubensrichtungen des Islam vertreten, ist mit der Interpretation der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich ausgeschlossen. Die „Glaubenslehre“ der IGGÖ, die am 26. Juni 2016 der Bundeskanzleramt Kultusbehörde vorgelegt worden war, ist sehr unklar gehalten und lässt nicht erkennen, welche Glaubensrichtungen davon umfasst sind. Die zusammenhangslosen Zitate aus dem Koran und anderen Stellen, können daran nichts ändern.

Eine Vertretung der Schiiten und der Aleviten ist der IGGÖ nicht möglich. Beide Glaubensrichtungen sind in selbständigen Glaubensgemeinschaften organisiert und können deshalb nicht gemeinsam vertreten werden. Die Aleviten sind seit 2013 als eigenständige Religionsgesellschaft anerkannt, die Schiiten, als Religionsbekenntnis anerkannt, warten seit Jahren auf ihre volle Anerkennung. Die wenigen Vertreter des Iran in der IGGÖ sind nicht repräsentativ für die Schiiten die gerade als Bekenntnisgemeinschaft der durch BKA Kultusamt anerkannt wurden. Ob die IGGÖ sunnitisch ist, ist ebenfalls unklar. Außerdem hatte die Kultusbehörde die Zulassung einer sunnitischen Glaubensgemeinschaft schon früher abgelehnt, weil die Voraussetzungen nicht erfüllt waren.

In dem Verfahren um Anerkennung der Schiitischen und der Alevitischen Glaubensgemeinschaften hatte die IGGÖ in Stellungnahmen (belegbar) behauptet, beide seien nicht islamisch. Deshalb wäre es auch theologisch mit Verlaub nicht glaubwürdig, würde die IGGÖ auch diese Glaubensrichtungen vertreten wollen.

Zu den Aleviten hatte die IGGÖ geschrieben: sondern ja viel mehr vertritt diese Glaubensrichtung eine Glaubenstheologie, die der islamischen Glaubenstheologie diametral entgegensteht (Stellungnahme vom 21. August 2009)

Wiener Zeitung:“ Als das Kultusamt die IGGiÖ zu einer Stellungnahme aufforderte, erklärte die heimische Islamvertretung, sie sehe „in dem Antrag eine unzulässige grobe Einmischung in die inneren Angelegenheiten der IGGiÖ“ und erhebe „deswegen Einspruch gegen eine positive Erledigung des Antrags“. Und: Das Alevitentum vertrete „eine Glaubenstheologie, die der islamischen Glaubenstheologie diametral entgegensteht.“
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/archiv/56014_Die-neue-islamische-Konfession.html?fbclid=IwAR3nS6jPdbsNHNEY-sJngpORWrNHOFUdDRqfL6NK0PnWepXP94X3h-fXqmY

Zu den Schiiten hatte die IGGÖ geschrieben: „Sunniten und Schiiten stimmen in den Glaubensgrundlagen ohne Unterschiede überein. Die dem Antrag beigelegte Lehre spiegelt nicht die offizielle Lehre der Schia wieder (Stellungnahme vom 24. August 2012).

Die aus Sicht der IGGÖ nicht vorhandenen Unterschiede zwischen Schiiten und Sunniten hatten in den letzten Jahrhunderten bis in die jüngste Zeit (Jemen) Millionen Menschen das Leben gekostet.

Artikels 15 Staatsgrundgesetz: Religionsgemeinschaften wie jede Gesellschaft, den allgemeinen Staatsgesetzen unterworfen.

Das sind persönliche Meinungen aus der IGGÖ, die nur eine Anzahl mehr oder weniger politischer Vereine vertritt, aber keine religiöse Organisation darstellt. Die Eigendarstellung der IGGÖ nach außen hin ist auch keine innere Angelegenheit, die in den Bereich des Artikels 15 Staatsgrundgesetz fallen würde.

Artikel 15 Staatsgrundgesetz: „Jede gesetzlich anerkannte Kirche und Religionsgesellschaft hat das Recht der gemeinsamen öffentlichen Religionsübung, ordnet und verwaltet ihre inneren Angelegenheiten selbständig, bleibt im Besitze und Genusse ihrer für Cultus-, Unterrichts- und Wohlthätigkeitszwecke bestimmten Anstalten, Stiftungen und Fonde, ist aber, wie jede Gesellschaft, den allgemeinen Staatsgesetzen unterworfen.“
https://rdb.manz.at/document/ris.n.NOR12000055


Verwirrung! Sondern was? Eine eigene Interpretationen des Islam?

Das Thema wurde von der IGGÖ zuletzt noch weiter verwirrt, indem die IGGÖ behauptete, sie sei überkonfessionell. Das bedeutet in der Konsequenz, dass die IGGÖ keine Religionsgemeinschaft ist. Denn eine Religionsgemeinschaft kann nur an eine bestimmte, konkret umschriebene Religion gebunden sein. Das heißt, die IGGÖ ist nicht islamisch, nicht christlich, nicht buddhistisch, sondern – was?

Die Eigendefinition als überkonfessionell bedeutet aber auch, dass die IGGÖ keinen eigenen Religionsunterricht abhalten dürfte, da sie keine eigene, bestimmte Religion vertritt. Offen bleibt dabei, was eigentlich die IGGÖ in all den Jahren bisher als Religion unterrichtete.

Wir halten es für eigenartig, dass diese wichtigen Umstände von den Schulbehörden seit 1983 nicht beachtet worden sind.
Wir wiederholen : Die IGGÖ führt seit 1983 laut offiziellen Lehrplan welcher auch vom Ministerium veröffentlicht wurde und wird einen Religionsunterricht durch, in dem nicht der Islam insgesamt gelehrt wird, sondern eine eigene Interpretationen des Islam, nach der Interpretation der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich

Verunsicherung

Es blieb nicht aus, dass Schulkinder von diesen Wirren verunsichert worden sind. Die Verunsicherung der Schulkinder und Familien, vor allem im Bereich der Pflichtschulen, wurde noch dadurch gesteigert. Sie vermitteln dadurch ein falsches Bild des Islam und beeinträchtigen die Integration der Kinder in die Gesellschaft.

Warum ist die Bezeichnung IGGÖ richtig? 

Die Bezeichnung des Religionsunterrichts der IGGÖ, mit „IGGÖ“, ist deshalb folgerichtig, jedenfalls so lange, als sich die IGGÖ nicht zu einer bestimmten Religion und Glaubensrichtung bekennt. Umgekehrt wird auch für die Schiiten die Bezeichnung SCHIA und für die Aleviten die Bezeichnung ALEVI verwendet.

Trotz des sehr umständlichen und in Europa einzigartigen Kirchenrechts ist der Religionsunterricht als solches eigentlich nirgends geregelt.

„Ende gut, alles gut“

Vor allem auch nicht im Islamgesetz 2015, das von Vertretern der IGGÖ  mitverfasst worden war und auf das sich die IGGÖ gern stützt. Laut APA Meldung (Siehe die berichte am 26.07.2015) haben wir folgendes gelesen: „Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich, Fuat Sanac, zeigt sich versöhnt mit der Regierung. „Ende gut, alles gut“, sagte er im APA-Interview zum mittlerweile in Kraft getretenen Islamgesetz.
https://religion.orf.at/stories/2723325/

Zur Lösung können wir nur die Regelung empfehlen, die zum Beispiel in der Türkei besteht. Dort steht für alle Religionen egal ob Muslim, Christ bzw. Judentum in dem Religionsunterrichtsfach folgendes geschrieben: „Religion und Ethik.“ Seit der Gründung der modernen Türkei. Diese Vereinfachung würde auch in Österreich das Sammelsurium an verschiedensten Richtungen und Definitionen beseitigen.

Fazit:  Artikels 15 Staatsgrundgesetz: „Religionsgemeinschaften sind wie jede Gesellschaft, den allgemeinen Staatsgesetzen unterworfen!“

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

 

Informationen-Link:

Gesetzlich anerkannte Kirchen und Religionsgesellschaften
https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/82/Seite.820015.html?fbclid=IwAR35n9JqbaThKY4EU8nYt0eu6-4F-gWIc7aefipiE0SNgh6Q-4soQpA5hKw

1. Gesamte Rechtsvorschrift für Islamgesetz 2015  (  SIHEE: IGGÖ und ALEVI -GLEICHBERECHTIGT)
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20009124

2. Staatlich eingetragene religiöse Bekenntnisgemeinschaften -SIEHE:  DIE  SCHIITEN ( SCHIA)
https://www.bundeskanzleramt.gv.at/religiose-bekenntnisgemeinschaften

https://www.help.gv.at/Portal.Node/hlpd/public/content/82/Seite.820016.html

3. Bundesrecht konsolidiert: Gesamte Rechtsvorschrift für Lehrpläne – Alevitischer Religionsunterricht an Volksschulen, Hauptschulen, NMS, AHS, BMS, BHS, Fassung vom 18.02.2019
https://www.ris.bka.gv.at/GeltendeFassung.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Gesetzesnummer=20008767

4.Das Bildungsministerium anerkennt die „Islamische Alevitische Glaubensgemeinschaft in Österreich“.Die neue islamische Konfession
Wiener Zeitung:“ Als das Kultusamt die IGGiÖ zu einer Stellungnahme aufforderte, erklärte die heimische Islamvertretung, sie sehe „in dem Antrag eine unzulässige grobe Einmischung in die inneren Angelegenheiten der IGGiÖ“ und erhebe „deswegen Einspruch gegen eine positive Erledigung des Antrags“. Und: Das Alevitentum vertrete „eine Glaubenstheologie, die der islamischen Glaubenstheologie diametral entgegensteht.“
https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/archiv/56014_Die-neue-islamische-Konfession.html?fbclid=IwAR3nS6jPdbsNHNEY-sJngpORWrNHOFUdDRqfL6NK0PnWepXP94X3h-fXqmY

5.  Türkisch Islamgesetzt 2015
https://www.bmeia.gv.at/fileadmin/user_upload/Zentrale/Integration/Islamgesetz/Islamgesetz_2015_Tuerkisch_Zusammenfassung.pdf?fbclid=IwAR2m54gmZglA7slv1KfB2pqkj4HOIY_ajFnDJWFrlHCnb34rGlpGjxeLMlQ

6. „Ende gut, alles gut“
https://religion.orf.at/stories/2723325/

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08 02 2019
By: TKG 0

Kommt die Gewalt aus dem Islam? Zehn Behauptungen und zehn Antworten

Immer wieder wird Terrorismus mit dem Islam in Verbindung gebracht, weil Täter sich auf die Religion berufen. Doch Gewalt mit dem Islam gleichzusetzen, ist falsch. Eine Einordnung von Ahmad Milad Karimi, der in Münster Islamwissenschaft lehrt.

Behauptung 1: Der Islam ist eine gewalttätige Religion

Der Islam selber kann nicht handeln und auch keine Gewalt ausüben. Islam ist die Bezeichnung für eine Weltreligion mit gegenwärtig ca. 1,6 Milliarden Anhängern. Ein Urteil über den Islam kommt entweder aus dem theologischen Bewusstsein dieser Religion oder aus der empirischen Beobachtung der Muslime. Der Hang zur Gewalt ist keine religiöse Begebenheit.

Hingegen lassen sich die Friedenspotenziale der Religion des Islam theologisch begründen. Der Islam versteht sich als ein Weg der Glückseligkeit: Seine Ethik mit allen Tugenden, die uns seit der Antike bekannt sind, besteht darin, das mittlere Maß zu halten, jenes zwischen zwei Extremen, Übermaß und Mangel. Der Islam als Religion bewegt Muslime dazu, „Frieden zu stiften zwischen den Menschen“ (Koran 2,224). Dafür begreift sich der Koran als Rechtleitung und der Prophet Muhammad als Vorbild.

Das Ziel des Korans ist Gerechtigkeit, nicht zum Beispiel das Abhacken von Händen. Das Handabhacken ist eine Strafe aus dem 7. Jahrhundert. Nicht das Abhacken der Hände ist spezifisch islamisch, nicht der Strafvollzug ist das erklärte Ziel des Islam, sondern die Herstellung einer gerechten Gesellschaftsordnung. Deshalb sind die Strafandrohungen im Koran aus diesem Bewusstsein heraus zu lesen. Heute ist die Welt nicht mehr dieselbe wie damals.

Behauptung 2: Der Koran legitimiert Attentate und Selbstmordattentate

Der Koran versteht sich als eine entschiedene Liebeserklärung Gottes an die Menschen allesamt (vgl. Koran 5,54). In diesem Sinne ist der Koran für Muslime die Offenbarung Gottes, die leitet, trägt, tröstet, zum Guten überzeugt und verpflichtet, das Leben bejaht, Vielfältigkeit und Andersartigkeit würdigt, Hass und Zerstörung klar ablehnt.

In diesem Sinne gibt der Koran zu bedenken: „Wenn einer erhält jemanden am Leben: es soll sein, als hätte er erhalten die Menschen am Leben, allesamt“, wie auch die Tötung eines Menschen derart begriffen wird, „als hätte er getötet die Menschen, allesamt“ (Koran 5,32). Attentäter und Selbstmordattentäter wollen Zerstörung und Vernichtung. Damit ist jeder Mensch jederzeit wert, vernichtet zu werden – für ein größeres Ziel, das aber nicht in diesem Leben zu finden ist.

Dieser militante Nihilismus leugnet die Schöpfung und damit im Wesentlichen den Schöpfer. Sie kehren die Position der islamischen Religion um: Sie leugnen Gott. Attentate und Selbstmordattentate sind deshalb nicht im Entferntesten aus dem Koran zu legitimieren. Denn wer glaubt, so steht es im Koran, der lebt in Demut, der vertraut Gott, spielt aber nicht selbst Gott.

Behauptung 3: Muhammad ist ein Kriegstreiber

Es gibt viele Mythen um den Propheten Muhammad. Es lässt sich nicht leugnen, dass er in seinem Leben Feldzüge – zum größten Teil gegen die Mekkaner – unternommen hat. Es ist aber falsch, die Gründe der Feldzüge undifferenziert bloß kriegerisch zu deuten. Ebenso falsch ist es, seine Person und sein Gesamtwerk, ja seine Botschaft ausschließlich auf diese Feldzüge zu reduzieren. Die muslimische Denktradition hat dafür nahezu eine eigene literarische Erzähltradition entwickelt, die sich peinlich genau mit den einzelnen Feldzügen befasst. Darin werden die Ursachen, Ziele, Verluste, Strategien analysiert und kritisch gewürdigt.

Der Prophet Muhammad hat für die Muslime eindeutig eine völlig andere Bedeutung. Wie der Koran nahelegt, ist er entsandt worden „aus Barmherzigkeit für die Welten“ (Koran 21,106). Die Prinzipien, die er im Bewusstsein der Muslime verkörpert, sind Gerechtigkeit, Güte und Frieden. Muhammad tritt als moralisches Vorbild hervor. Er ermutigt die Muslime nicht zum Schlechten noch stiftet er Intoleranz, sondern an ihm haben die Muslime „ein Vorbild, ein schönes“ (Koran 33,21). Er ist entsandt worden, um den Charakter der Menschen zu vervollkommnen.

Behauptung 4: Muhammad ist der einzig wahre Prophet

Der Islam begreift sich wesentlich als eine Religion, welche die überlieferte Tradition des Juden- und Christentums neu formuliert. Alle drei Religionen beziehen sich auf den Stammvater Abraham. Darüber hinaus legt der Islam einen eigenen theologischen Standpunkt des Gottesbildes dar. Zum islamischen Selbstverständnis gehört die Würdigung der vorausgegangenen monotheistischen Traditionen, also des Juden- und Christentums. Der Prophet Muhammad gilt als Prophet und Gesandter, der in der Tradition einer Reihe von Propheten steht, die von Gott entsandt wurden (vgl. Koran 3,144), um das Gute zu gebieten und das Schädliche abzuwehren.

Ohne Zweifel genießt der Prophet Muhammad eine herausragende Wertschätzung als letzter Prophet. Doch von Adam, Abraham, Hiob, Mose, Jesu und vielen anderen prophetischen Persönlichkeiten ist im Koran ausdrücklich die Rede. Sie werden ausnahmslos mit höchster Würdigung und Anerkennung bedacht – als Vorbilder, Lehrer und Wegweiser. So wird im Koran empfohlen: „Sagt: ‹Wir glauben an Gott und an das, was uns wurde herabgesandt, und was Abraham wurde herabgesandt, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen, und was empfingen Mose und Jesus, und was empfingen die Propheten von ihrem Herrn. Nicht unterscheiden wir unter ihnen und Ihm wir sind ergeben.›“ (Koran 2, 136).

Behauptung 5: Der Islam ist eine politische Ideologie

Nicht der Islam ist eine politische Ideologie, sondern der Islam kann für diese oder jene politische Ideologie instrumentalisiert werden. Dabei geht die Ideologie stets dem Islam voraus. Nicht Muslime sind ideologisch, sondern Ideologen können auch Muslime sein. Hierfür bietet aber der Islam keine spezifische Plattform an.

Es ist ein historisches Faktum, dass politischen Ideologen islamischer Prägung kaum adäquate theologische Ausbildung erfahren haben. Zumeist handelt es sich um Amateure mit mangelhafter intellektueller Anschauung und marginalem Verständnis der vielfältigen und von Mehrdeutigkeit getragener Geistesgeschichte der islamischen Tradition. Für das Phänomen der Ideologisierung trägt nämlich der Islam dasselbe Schicksal wie das Christentum und der Buddhismus.

Behauptung 6: Der Islam strebt die Weltherrschaft an, Jihad ist der Weg dahin

Bereits am Anfang der ersten Sure des Korans wird deutlich hervorgehoben, dass allein Gott die oberste Gewalt zukommt: „Das Lob Gott, dem Herrn der Welten, dem Barmherzigen und dem Erbarmer, dem Herrscher am Tage des Gerichts“ (Koran 1,2-4). Der Islam ist aber nicht Gott. Gegen den Anspruch, alle Menschen sollen Muslime werden, wird im Koran gesagt: „Für jeden von euch haben Wir Richtung und Weg bestimmt. Und hätte Gott gewollt, hätte Er euch gemacht zu einer Gemeinschaft, einer einzigen. Aber Er wollte euch in dem prüfen, was Er euch gegeben. So wetteifert um die guten Dinge! Zu Gott werdet ihr zurückkehren, allesamt, und dann wird Er euch offenlegen, worüber ihr uneins wart“ (Koran 5,48).

Jihad bedeutet weder Krieg noch heiliger Krieg. Sondern es geht hierbei um die individuelle Abmühung auf dem Wege Gottes (vgl. Koran 61,11). So wird in der islamischen Geistestradition sehr differenziert mit diesem Phänomen umgegangen. Zum Beispiel wird zwischen dem kleinen und dem großen Jihad unterschieden. Der große Jihad gilt als der innere Kampf des Menschen mit sich selbst, mit dem Ziel, Selbstkontrolle, Reinheit der Seele und Veredelung des Charakters zu erlangen. Dabei ist entschieden zu sagen, dass eine aktive, verletzende Gewalt schlicht verboten ist. Für das individuelle Leben der Muslime ist Jihad allein als verteidigende, abwehrende Gewalt legitimiert, was auch völkerrechtlich zulässig ist.

Behauptung 7: Es ist nicht erlaubt, den Koran zu interpretieren. Es gilt das geschriebene Wort.

Der Koran ist die Offenbarung des einen Gottes. Diese Offenbarung ist sprachlich vermittelt. Der Grundcharakter dieser sprachlichen Vermittlung ist ästhetisch: Der Koran ist zutiefst poetisch, er hat Klang, Rhythmus, Melodie, Takt, Reim; grundsätzlich ist der Koran geprägt von Metaphern, Analogien, Gleichnissen, Sprachbildern, Erzählungen, Fragmenten, Andeutungen etc. Der Zugang zu dieser „progressiven Universalpoesie“ – um eine Wendung des Literaturhistorikers A.W. Schlegel zu gebrauchen – ist ausschließlich die Interpretation. Muslime verhalten sich zum Koran im Akt des Verstehens. Die beabsichtigte Botschaft des Korans will nämlich verstanden sein.

Insofern gilt das geschriebene Wort für das Bewusstsein des Menschen. Jedes Bewusstsein ist aber historisch, im umfassenden Sinne geprägt vom historischen Kontext. Daher muss jeder, der den Koran verstehen will, nicht nur die historischen Bedingungen bedenken, sondern auch seine eigenen Voraussetzungen wahrnehmen. Der Umgang mit dem Koran wird dadurch aber nicht beliebig. Verständnis setzt zwar Pluralität voraus, aber die Auslegung hat auch konkrete Rahmenbedingungen zu erfüllen. Sie muss plausibel sein, den Zeitgeist berücksichtigen, die Offenheit des Korans bewahren und im Einklang mit dem Gesamttext stehen.

Behauptung 8: Im Koran wird zur Erniedrigung und Unterdrückung der Frauen aufgerufen

Im Koran lässt sich ein solcher Aufruf nicht einfach finden. Frauen und Männer sind gleichwertig. Der Islam kennt keine Erbsünde, die auf Eva zurückgeführt wird. Im Koran werden Eva und Adam verführt, Eva tritt nicht als Verführerin auf. Im Koran wird nicht selten von den frommen und gläubigen Frauen im gleichen Atemzug gesprochen wie von den frommen und gläubigen Männer. Historisch lässt sich zeigen, dass sich die Stellung der Frauen mit der Entstehung des Islam deutlich verbessert hat. So mahnt der Prophet die Männer: „Der Beste unter euch ist derjenige, der am besten zu seiner Frau ist.“ Frauen gerecht zu behandeln, ist klar aus dem Koran zu entnehmen. Die Frauen, von denen wir aus dem Umkreis des Propheten erfahren, waren stets selbstbewusste, mutige, starke Frauen. Somit ist im Koran selber kein Grund gegeben, Frauen zu unterdrücken oder gar zu erniedrigen. Eine solche Haltung muss als eine Perversion der Religion des Islam bezeichnet werden.

Es ist aber auch anachronistisch und falsch, aus den heutigen, emanzipatorischen Errungenschaften heraus über das Frauenbild im Koran zu urteilen. Im Kontext der Zeit zeigt der Koran einen revolutionären Fortschritt für die Frauen. Dies sollte der Geist sein, den die Muslime auch heute in ihrer Auslegung des Korans zu beachten haben. Mit anderen Worten: Die Vision, die der Koran im Kontext des 7. Jahrhunderts auf der arabischen Halbinsel formuliert, ist nicht erreicht: die Würdigung der Frau in allen Belangen des Lebens.

Behauptung 9: Muslime verachten Andersgläubige und Nichtgläubige

Muslime verachten die, die andere verachten. Der Islam erhebt keinen absoluten Exklusivanspruch. Jedoch ist das Verhältnis der Muslime zu den Nichtmuslimen differenziert. In aller Deutlichkeit gibt der Koran vor, dass Muslime weder Andersgläubige und Nichtgläubige ignorieren sollen noch sie verachten oder gar mit Gewalt und unter Zwang zum Islam bekehren sollen. „Streitet mit den Leuten der Schrift [d.h. Juden und Christen] nur in schöner Weise!“ (Koran 29,46), heißt es im Koran. An keiner Stelle des Korans findet sich ein Pauschalurteil über die Juden und Christen. Sehr wohl aber ist eine dezidierte Kritik an einem bestimmten Verständnis jüdischer oder christlicher Prägung zu lesen. Die Kritik bezieht sich aber immer auf einen bestimmen religiösen Gegenstand. Zum Beispiel wird das jüdische Verständnis der Erwählung des einen Volkes mit dem Argument zurückgewiesen, dass es gegen die universale Zuwendung Gottes verstößt. Weiter wird im Koran der Gedanke der Christologie und die damit verbundene Trinität abgelehnt, weil er die absolute Einheit Gottes verletzt.

Der Koran empfiehlt also eine argumentative und ästhetische Streitkultur für das Gute, Wahre und Schöne. Weiter ist zu lesen: „Gott ist unser Herr und euer Herr. Uns unsere Werke und euch eure Werke! Kein Streitgrund zwischen uns und euch. Gott wird uns versammeln. Und zu Ihm führt die Heimkehr“ (Koran 42,15). Der Islam predigt aber auch keinen Relativismus. Nicht an Gott zu glauben wird nicht für gleichwertig geachtet; jedoch nicht Menschen richten über Menschen in dieser Angelegenheit, sondern eben allein Gott.

Behauptung 10: Scharia bedeutet Frauen steinigen und Hände abhacken

Die Scharia ist kein Buch, in dem dieses oder jenes steht, keine Gesetzessammlung oder ein bestimmter Teil des Korans, sondern die Bezeichnung für Gottes Urteil. Sie ist auch kein Handbuch zur Legitimation von Gewalt. Der Begriff Scharia bezeichnet einen Weg, den Weg zur unerschöpflichen Quelle. Eine eindeutige Klärung des Begriffs gibt es nicht in der islamischen Tradition. Vielmehr wird das Phänomen Scharia perspektivisch gedeutet: Es ist eben Gottes Urteil, das das menschliche Verhalten und Handeln beurteilt, ein Urteil also, das sich naturgemäß vom menschlichen Urteil unterscheiden muss. Der Mensch verfügt demnach nicht über die Scharia, er kann nur versuchen, sie zu verstehen und nachzuvollziehen.

Aus der Perspektive des Menschen ist die Scharia eine Norm, die das ethische und moralische Handeln des Menschen begründet. Sie ist aber für den Menschen nicht gänzlich erfassbar. Die Scharia ist absolut, aber der Mensch kann die göttlichen Instanz nur annähernd ergründen, verstehen und beurteilen. Aus diesem Bewusstsein heraus ist im Islam eine eigene Disziplin der Rechtsgelehrsamkeit hervorgegangen, die sich eben fiqh (Verständnis) nennt. Die Rechtswissenschaft vertritt also nicht die Scharia, sondern ein (relatives) Verständnis derselben. Es ist aber sehr wohl eine Wissenschaft, sie ist methodisch bestimmt, historisch begründet und vor allem an Kriterien gebunden, die unter anderem vom Koran als erste sowie von der Sunna als prophetische Quelle ausgehen.

Der Koran versteht sich als eine entschiedene Liebeserklärung Gottes an die Menschen allesamt (vgl. Koran 5,54). In diesem Sinne ist der Koran für Muslime die Offenbarung Gottes, die leitet, trägt, tröstet, zum Guten überzeugt und verpflichtet, das Leben bejaht, Vielfältigkeit und Andersartigkeit würdigt, Hass und Zerstörung klar ablehnt.

In diesem Sinne gibt der Koran zu bedenken: „Wenn einer erhält jemanden am Leben: es soll sein, als hätte er erhalten die Menschen am Leben, allesamt“, wie auch die Tötung eines Menschen derart begriffen wird, „als hätte er getötet die Menschen, allesamt“ (Koran 5,32). Attentäter und Selbstmordattentäter wollen Zerstörung und Vernichtung. Damit ist jeder Mensch jederzeit wert, vernichtet zu werden – für ein größeres Ziel, das aber nicht in diesem Leben zu finden ist.

Dieser militante Nihilismus leugnet die Schöpfung und damit im Wesentlichen den Schöpfer. Sie kehren die Position der islamischen Religion um: Sie leugnen Gott. Attentate und Selbstmordattentate sind deshalb nicht im Entferntesten aus dem Koran zu legitimieren. Denn wer glaubt, so steht es im Koran, der lebt in Demut, der vertraut Gott, spielt aber nicht selbst Gott.

Behauptung 3: Muhammad ist ein Kriegstreiber

Es gibt viele Mythen um den Propheten Muhammad. Es lässt sich nicht leugnen, dass er in seinem Leben Feldzüge – zum größten Teil gegen die Mekkaner – unternommen hat. Es ist aber falsch, die Gründe der Feldzüge undifferenziert bloß kriegerisch zu deuten. Ebenso falsch ist es, seine Person und sein Gesamtwerk, ja seine Botschaft ausschließlich auf diese Feldzüge zu reduzieren. Die muslimische Denktradition hat dafür nahezu eine eigene literarische Erzähltradition entwickelt, die sich peinlich genau mit den einzelnen Feldzügen befasst. Darin werden die Ursachen, Ziele, Verluste, Strategien analysiert und kritisch gewürdigt.

Der Prophet Muhammad hat für die Muslime eindeutig eine völlig andere Bedeutung. Wie der Koran nahelegt, ist er entsandt worden „aus Barmherzigkeit für die Welten“ (Koran 21,106). Die Prinzipien, die er im Bewusstsein der Muslime verkörpert, sind Gerechtigkeit, Güte und Frieden. Muhammad tritt als moralisches Vorbild hervor. Er ermutigt die Muslime nicht zum Schlechten noch stiftet er Intoleranz, sondern an ihm haben die Muslime „ein Vorbild, ein schönes“ (Koran 33,21). Er ist entsandt worden, um den Charakter der Menschen zu vervollkommnen.

Behauptung 4: Muhammad ist der einzig wahre Prophet

Der Islam begreift sich wesentlich als eine Religion, welche die überlieferte Tradition des Juden- und Christentums neu formuliert. Alle drei Religionen beziehen sich auf den Stammvater Abraham. Darüber hinaus legt der Islam einen eigenen theologischen Standpunkt des Gottesbildes dar. Zum islamischen Selbstverständnis gehört die Würdigung der vorausgegangenen monotheistischen Traditionen, also des Juden- und Christentums. Der Prophet Muhammad gilt als Prophet und Gesandter, der in der Tradition einer Reihe von Propheten steht, die von Gott entsandt wurden (vgl. Koran 3,144), um das Gute zu gebieten und das Schädliche abzuwehren.

Ohne Zweifel genießt der Prophet Muhammad eine herausragende Wertschätzung als letzter Prophet. Doch von Adam, Abraham, Hiob, Mose, Jesu und vielen anderen prophetischen Persönlichkeiten ist im Koran ausdrücklich die Rede. Sie werden ausnahmslos mit höchster Würdigung und Anerkennung bedacht – als Vorbilder, Lehrer und Wegweiser. So wird im Koran empfohlen: „Sagt: ‹Wir glauben an Gott und an das, was uns wurde herabgesandt, und was Abraham wurde herabgesandt, Ismael, Isaak, Jakob und den Stämmen, und was empfingen Mose und Jesus, und was empfingen die Propheten von ihrem Herrn. Nicht unterscheiden wir unter ihnen und Ihm wir sind ergeben.›“ (Koran 2, 136).

Behauptung 5: Der Islam ist eine politische Ideologie

Nicht der Islam ist eine politische Ideologie, sondern der Islam kann für diese oder jene politische Ideologie instrumentalisiert werden. Dabei geht die Ideologie stets dem Islam voraus. Nicht Muslime sind ideologisch, sondern Ideologen können auch Muslime sein. Hierfür bietet aber der Islam keine spezifische Plattform an.

Es ist ein historisches Faktum, dass politischen Ideologen islamischer Prägung kaum adäquate theologische Ausbildung erfahren haben. Zumeist handelt es sich um Amateure mit mangelhafter intellektueller Anschauung und marginalem Verständnis der vielfältigen und von Mehrdeutigkeit getragener Geistesgeschichte der islamischen Tradition. Für das Phänomen der Ideologisierung trägt nämlich der Islam dasselbe Schicksal wie das Christentum und der Buddhismus.

Behauptung 6: Der Islam strebt die Weltherrschaft an, Jihad ist der Weg dahin

Bereits am Anfang der ersten Sure des Korans wird deutlich hervorgehoben, dass allein Gott die oberste Gewalt zukommt: „Das Lob Gott, dem Herrn der Welten, dem Barmherzigen und dem Erbarmer, dem Herrscher am Tage des Gerichts“ (Koran 1,2-4). Der Islam ist aber nicht Gott. Gegen den Anspruch, alle Menschen sollen Muslime werden, wird im Koran gesagt: „Für jeden von euch haben Wir Richtung und Weg bestimmt. Und hätte Gott gewollt, hätte Er euch gemacht zu einer Gemeinschaft, einer einzigen. Aber Er wollte euch in dem prüfen, was Er euch gegeben. So wetteifert um die guten Dinge! Zu Gott werdet ihr zurückkehren, allesamt, und dann wird Er euch offenlegen, worüber ihr uneins wart“ (Koran 5,48).

Jihad bedeutet weder Krieg noch heiliger Krieg. Sondern es geht hierbei um die individuelle Abmühung auf dem Wege Gottes (vgl. Koran 61,11). So wird in der islamischen Geistestradition sehr differenziert mit diesem Phänomen umgegangen. Zum Beispiel wird zwischen dem kleinen und dem großen Jihad unterschieden. Der große Jihad gilt als der innere Kampf des Menschen mit sich selbst, mit dem Ziel, Selbstkontrolle, Reinheit der Seele und Veredelung des Charakters zu erlangen. Dabei ist entschieden zu sagen, dass eine aktive, verletzende Gewalt schlicht verboten ist. Für das individuelle Leben der Muslime ist Jihad allein als verteidigende, abwehrende Gewalt legitimiert, was auch völkerrechtlich zulässig ist.

Behauptung 7: Es ist nicht erlaubt, den Koran zu interpretieren. Es gilt das geschriebene Wort.

Der Koran ist die Offenbarung des einen Gottes. Diese Offenbarung ist sprachlich vermittelt. Der Grundcharakter dieser sprachlichen Vermittlung ist ästhetisch: Der Koran ist zutiefst poetisch, er hat Klang, Rhythmus, Melodie, Takt, Reim; grundsätzlich ist der Koran geprägt von Metaphern, Analogien, Gleichnissen, Sprachbildern, Erzählungen, Fragmenten, Andeutungen etc. Der Zugang zu dieser „progressiven Universalpoesie“ – um eine Wendung des Literaturhistorikers A.W. Schlegel zu gebrauchen – ist ausschließlich die Interpretation. Muslime verhalten sich zum Koran im Akt des Verstehens. Die beabsichtigte Botschaft des Korans will nämlich verstanden sein.

Insofern gilt das geschriebene Wort für das Bewusstsein des Menschen. Jedes Bewusstsein ist aber historisch, im umfassenden Sinne geprägt vom historischen Kontext. Daher muss jeder, der den Koran verstehen will, nicht nur die historischen Bedingungen bedenken, sondern auch seine eigenen Voraussetzungen wahrnehmen. Der Umgang mit dem Koran wird dadurch aber nicht beliebig. Verständnis setzt zwar Pluralität voraus, aber die Auslegung hat auch konkrete Rahmenbedingungen zu erfüllen. Sie muss plausibel sein, den Zeitgeist berücksichtigen, die Offenheit des Korans bewahren und im Einklang mit dem Gesamttext stehen.

Behauptung 8: Im Koran wird zur Erniedrigung und Unterdrückung der Frauen aufgerufen

Im Koran lässt sich ein solcher Aufruf nicht einfach finden. Frauen und Männer sind gleichwertig. Der Islam kennt keine Erbsünde, die auf Eva zurückgeführt wird. Im Koran werden Eva und Adam verführt, Eva tritt nicht als Verführerin auf. Im Koran wird nicht selten von den frommen und gläubigen Frauen im gleichen Atemzug gesprochen wie von den frommen und gläubigen Männer. Historisch lässt sich zeigen, dass sich die Stellung der Frauen mit der Entstehung des Islam deutlich verbessert hat. So mahnt der Prophet die Männer: „Der Beste unter euch ist derjenige, der am besten zu seiner Frau ist.“ Frauen gerecht zu behandeln, ist klar aus dem Koran zu entnehmen. Die Frauen, von denen wir aus dem Umkreis des Propheten erfahren, waren stets selbstbewusste, mutige, starke Frauen. Somit ist im Koran selber kein Grund gegeben, Frauen zu unterdrücken oder gar zu erniedrigen. Eine solche Haltung muss als eine Perversion der Religion des Islam bezeichnet werden.

Es ist aber auch anachronistisch und falsch, aus den heutigen, emanzipatorischen Errungenschaften heraus über das Frauenbild im Koran zu urteilen. Im Kontext der Zeit zeigt der Koran einen revolutionären Fortschritt für die Frauen. Dies sollte der Geist sein, den die Muslime auch heute in ihrer Auslegung des Korans zu beachten haben. Mit anderen Worten: Die Vision, die der Koran im Kontext des 7. Jahrhunderts auf der arabischen Halbinsel formuliert, ist nicht erreicht: die Würdigung der Frau in allen Belangen des Lebens.

Behauptung 9: Muslime verachten Andersgläubige und Nichtgläubige

Muslime verachten die, die andere verachten. Der Islam erhebt keinen absoluten Exklusivanspruch. Jedoch ist das Verhältnis der Muslime zu den Nichtmuslimen differenziert. In aller Deutlichkeit gibt der Koran vor, dass Muslime weder Andersgläubige und Nichtgläubige ignorieren sollen noch sie verachten oder gar mit Gewalt und unter Zwang zum Islam bekehren sollen. „Streitet mit den Leuten der Schrift [d.h. Juden und Christen] nur in schöner Weise!“ (Koran 29,46), heißt es im Koran. An keiner Stelle des Korans findet sich ein Pauschalurteil über die Juden und Christen. Sehr wohl aber ist eine dezidierte Kritik an einem bestimmten Verständnis jüdischer oder christlicher Prägung zu lesen. Die Kritik bezieht sich aber immer auf einen bestimmen religiösen Gegenstand. Zum Beispiel wird das jüdische Verständnis der Erwählung des einen Volkes mit dem Argument zurückgewiesen, dass es gegen die universale Zuwendung Gottes verstößt. Weiter wird im Koran der Gedanke der Christologie und die damit verbundene Trinität abgelehnt, weil er die absolute Einheit Gottes verletzt.

Der Koran empfiehlt also eine argumentative und ästhetische Streitkultur für das Gute, Wahre und Schöne. Weiter ist zu lesen: „Gott ist unser Herr und euer Herr. Uns unsere Werke und euch eure Werke! Kein Streitgrund zwischen uns und euch. Gott wird uns versammeln. Und zu Ihm führt die Heimkehr“ (Koran 42,15). Der Islam predigt aber auch keinen Relativismus. Nicht an Gott zu glauben wird nicht für gleichwertig geachtet; jedoch nicht Menschen richten über Menschen in dieser Angelegenheit, sondern eben allein Gott.

Behauptung 10: Scharia bedeutet Frauen steinigen und Hände abhacken

Die Scharia ist kein Buch, in dem dieses oder jenes steht, keine Gesetzessammlung oder ein bestimmter Teil des Korans, sondern die Bezeichnung für Gottes Urteil. Sie ist auch kein Handbuch zur Legitimation von Gewalt. Der Begriff Scharia bezeichnet einen Weg, den Weg zur unerschöpflichen Quelle. Eine eindeutige Klärung des Begriffs gibt es nicht in der islamischen Tradition. Vielmehr wird das Phänomen Scharia perspektivisch gedeutet: Es ist eben Gottes Urteil, das das menschliche Verhalten und Handeln beurteilt, ein Urteil also, das sich naturgemäß vom menschlichen Urteil unterscheiden muss. Der Mensch verfügt demnach nicht über die Scharia, er kann nur versuchen, sie zu verstehen und nachzuvollziehen.

Aus der Perspektive des Menschen ist die Scharia eine Norm, die das ethische und moralische Handeln des Menschen begründet. Sie ist aber für den Menschen nicht gänzlich erfassbar. Die Scharia ist absolut, aber der Mensch kann die göttlichen Instanz nur annähernd ergründen, verstehen und beurteilen. Aus diesem Bewusstsein heraus ist im Islam eine eigene Disziplin der Rechtsgelehrsamkeit hervorgegangen, die sich eben fiqh (Verständnis) nennt. Die Rechtswissenschaft vertritt also nicht die Scharia, sondern ein (relatives) Verständnis derselben. Es ist aber sehr wohl eine Wissenschaft, sie ist methodisch bestimmt, historisch begründet und vor allem an Kriterien gebunden, die unter anderem vom Koran als erste sowie von der Sunna als prophetische Quelle ausgehen.

 

Dieser Artikel erschien ursprünglich beim Schweizer Radio und Fernsehen, srf.ch/kultur.

 

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07 02 2019
By: TKG 0

TKG zu Mord an Beamten auf der BH Dornbirn

Wien (OTS) – Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG) hat von der schrecklichen Bluttat auf der BH Dornbirn aus den Medien erfahren. Mit großer Betroffenheit und Trauer haben wir den Tod des Beamten vernommen. Unser großes Mitgefühl gilt der Familie des Opfers und dessen Arbeitskolleginnen und -kollegen. Diese schreckliche Gewalttat in Worte zu fassen fällt uns schwer. In diesen schmerzvollen Stunden sind unsere Gedanken bei den Hinterbliebenen.

Wir als TKG bieten den Familienangehörigen und MitarbeiterInnen der BH Dornbirn gerne unsere Hilfe an. Vergangenes Unrecht können wir nicht rückgängig machen, jedoch möchten wir gerne einen Beitrag leisten um den Schmerz zu überwinden und die Wunden zu heilen.

Mit aufrichtigem Mitgefühl und in tiefer Trauer
die Türkische Kulturgemeinde Österreich
Obmann
Dipl.-Ing. Birol Kilic

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27 01 2019
By: TKG 0

Holocaust-Gedenktag „Wir müssen uns gemeinsam gegen diese Normalisierung des Hasses stellen“

Heute am 27.Januar gedenken wir-Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)- der Millionen Opfer des Nationalsozialismus. Wir müssen verhindern, dass „alte“ und „neue“ Formen des Antisemitismus und Rassismus alltäglicher Begleiter werden.Wir dürfen rassistischer und antisemitischer Hetze und Ausgrenzung keinen Raum geben.Ausgrenzung, Hetze und Vorurteilen müssen wir Aufklärung und Wachsamkeit der Zivilgesellschaft und des Rechtsstaates entgegenstellen. Religionen könnten besondere Akzente für den Frieden setzen – und zwar mit Besinnung auf den Kern aller Religionen zum Schutz der Menschenwürde.  Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen unter anderem auch MigratenInnen in Österreich zur Wachsamkeit mahnen

NO-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet warnt vor Ausgrenzung bestimmter Gruppen!

Wien. Zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus am Sonntag hat die UNO-Menschenrechtskommissarin Michelle Bachelet vor wachsenden Ausgrenzungstendenzen gewarnt. „Wir sehen heute eine starke Zunahme vieler Formen von Hass, einschließlich des Giftes des Antisemitismus‘ und anderer Angriffe auf Minderheiten“, erklärte sie in Genf.

Dazu gehörten auch körperliche Übergriffe auf Kinder und Erwachsene sowie Kampagnen gegen ganze Völker, ethnische Minderheiten und Migranten – „in einigen Fällen auch mit der Unterstützung durch Staatenlenker“, kritisierte Bachelet, ohne Namen zu nennen.

„Gegen die Normalisierung des Hasses“

Ebenso prangerte sie die steigende Tendenz an, die Ereignisse des Holocaust zu verharmlosen oder gar zu leugnen. „Wir müssen uns gemeinsam gegen diese Normalisierung des Hasses stellen“, unterstrich Bachelet. Es gelte, gemeinsam die „langsam wachsende Flut von Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und andere Versuche, bestimmte Gruppen ihrer Menschlichkeit und ihrer Rechte zu berauben“, zurückzudrängen.

Es sei wichtig zu bedenken, dass der Holocaust nicht mit den Gaskammern begonnen habe. „Dieser Hass entwickelte sich allmählich aus Worten, Stereotypen und Vorurteilen – durch rechtliche Ausgrenzung, Entmenschlichung und Gewalteskalation“, betonte die UNO-Kommissarin. Auch heute stehe man vor ähnlichen Tendenzen. „Angesichts solcher Versuche, Gruppen zu entmenschlichen und zu dämonisieren, müssen wir zusammenstehen in der Verteidigung der Menschenrechte.“ Nur dadurch könne sichergestellt werden, dass sich ein solcher Völkermord nie mehr wiederhole, unterstrich Bachelet.

Sie erinnerte an die Befreiung des KZ Auschwitz-Birkenau am 27. Jänner 1945. In dem größten Vernichtungslager der Nazis seien Menschen in den Gaskammern oder durch Zwangsarbeit, Hunger, Krankheiten und angebliche „medizinische“ Experimente getötet worden. „Zu den Opfern der Nazi-Lager gehörten neben Millionen Juden Hunderttausende Roma und Sinti, Menschen mit Behinderungen, Homosexuelle, Kriegsgefangene, politische Dissidenten und Mitglieder von Widerstandsbewegungen aus dem gesamten besetzten Europa“, so Bachelet. „An diesem Internationalen Tag des Gedenkens bringen wir für die Opfer dieses schrecklichen Verbrechens Respekt und Trauer zum Ausdruck.“( Wiener Zeitung)

 

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08 01 2019
By: TKG 0

TKG verurteilt den Gewaltakt gegen Frank Magnitz scharf

Es kann und darf keine Legitimation für einen gewalttätigen Angriff geben. Drei vermummte Täter und Brutalität sind für die Zukunft kein gutes Zeichen. Gewalt darf niemals Mittel politischer Auseinandersetzung sein.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt den Gewaltakt gegen den Landeschef der AfD in Bremen, Frank Magnitz, scharf.

In demokratischen Rechtsstaaten, wie es Deutschland und Österreich sind, darf Gewalt bzw. politisierter Hass, egal auf welcher Seite, nicht toleriert und akzeptiert werden.

Was in Deutschland passiert beeinflusst auch Österreich. Wir hoffen von den Polizeibehörden in Deutschland eine schnelle Aufklärung.

Wir kennen politische Gewalt und Morde, deswegen  wissen wir, dass diese Gewalt und Gewalttaten eine kettenförmige Reaktion in naher Zukunft auslösen können.  Gewalt darf niemals Mittel politischer Auseinandersetzung sein.

Wir erwarten als wehrhafte Demokraten von den Politikerinnen, Medien und NGOs in Deutschland und in Österreich hier die freiheitlichen demokratischen Grundstrukturen zu respektieren und nicht zu Hetzen. Wir müssen nicht die gleiche politische Weltanschauung, Abstammung, Religion bzw. Konfession haben. Wir sollten uns aber an die Goldenen Regeln des Zusammenlebens halten: „Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andern zu.“

Wir wünschen Frank Magnitz baldige Genesung.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich
Obmann
DI Birol Kilic

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24 12 2018
By: TKG 0

Türkische KULTURgemeinde: „Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wünscht allen ein frohes Weihnachtsfest und ein friedvolles Neues Jahr 2019! Warum  ist der Tannenbaum-Kultur  auch Türkisch?

Wir alle sind Menschen mit Heimat und Gesinnung und nicht bloß Namen oder Nummern auf einem Ausweis!

Weihnachten ist ein Fest, welches von Gläubigen, weniger religiösen und nicht religiösen Menschen gleichermaßen  gefeiert wird.

Kaum jemand kann sich den Festlichkeiten im intimen Familienkreis oder bei Freunden entziehen.

Auch nicht alle aber zehntausende Menschen aus der Türkei in Österreich. Wir freuen uns genauso. Weil die besinnliche Stimmung viele Menschen aus der Türkei die Ihre „Neue Heimat“ als Österreich sehen auch sehr berührt und Freude bereitet.

Auch im neuen Jahr wollen wir das Gemeinsame vor das Trennende stellen, nicht nur in religiösen, sondern auch in politischen und alltäglichen Angelegenheiten und Fragestellungen weil die Werte Europas glauben wir sind stärker als Hass und Gewalt.

Der Tannenbaum-Kultur ist auch Türkisch

Die „Urtürken“ und der Tannenbaum- Nardogan Fest immer am 22.12

Die renitente 93-Jährige ist Altertumsforscherin Prof. Dr. Muazzez Ilmiye Çig behauptet sogar die Ursprünge des Weihnachtsbaumes in der zentralasiatischen Steppe ausfindig gemacht haben.

Vor langer Zeit, so schreibt sie, laut Spiegel Bericht „huldigten dort die Vorfahren der Türken einem Gott, den sie Ulgen nannten. Dieser Gott trug einen langen Bart und einen langen Mantel, und er wohnte in einem glitzernden Palast im Himmel.

Erreichen konnte man den Palast nur über einen gewaltigen Baum, der vom Mittelpunkt der Erde bis hin zu den Sternen ragte. Um Ulgen für die Wintersonnenwende zu danken, richteten ihm die Urtürken jedes Jahr am 23. Dezember ein großes Fest aus. Nun musste Ulgen irgendwie ihre Gebete erhören. Also beschmückten die Menschen einen Baum mit kleinen Schleifen, wobei jede Schleife einen Wunsch symbolisierte. Und dann luden sie ihre Verwandten ein, sangen und tanzten um den Baum. Ein Brauch, den später die Hunnen auf ihren Kampfrössern nach Europa brachten, wo ihn alsbald die Christen übernahmen. Eine interessante Theorie. Deswegen Lametta und Lichterketten überall in Istanbul. In Istanbul lassen sich auch konservative Muslime sogar  von der globalen Weihnachtsstimmung anstecken. Zumal die Festtanne wie oben beschrieben eh eine Erfindung der „Urtürken“  ist, sagt die renitente Altertumsforscherin Muazzez Ilmiye Çig.“
    

 

Frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr!

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Obmann
DI Birol Kilic

 

 

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18 12 2018
By: TKG 0

Rechtstaat Österreich ist mit dieser unabhängigen Höchstgerichts  Erkenntnis ein Vorbild 

Die Stellungnahme der Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) in Österreich bezüglich der letzten Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs ist wie folgt:

„Es war kein Mitglied der TKG davon betroffen, jedoch haben wir sehr viele Anrufe und Gespräche mit Betroffen führen müssen, bei welchen wir stets eines gesagt haben: Haben Sie vertrauen an die Höchstgerichte in Österreich. Die Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes ist eine Einzelfallentscheidung die sicher eine Präzedenzwirkung, dessen Entscheidung sich zum Maßstab anderer solcher Fälle entwickelt wird, hat. Hier hat der Verfassungsgerichtshof in seiner gestrigen Erkenntnis die Beweismaterialien erstens als nicht tauglich erklärt und zweitens die Beweislast nicht an den Bürgern sondern bei der Behörde als Erkenntnis klargestellt.  Das Verfahren vor dem VfGH ergab, dass der fragliche, nicht authentische und hinsichtlich seines Ursprunges und des Zeitpunktes seiner Entstehung nicht zu ordenbare Datensatz kein taugliches Beweismittel für die Feststellung der Annahme einer fremden Staatsangehörigkeit darstellt.Der Verfassungsgerichtshof (VfGH) hat ein Erkenntnis des Verwaltungsgerichtes Wien (VGW) zum Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft infolge des (behaupteten) Wiedererwerbes der türkischen Staatsangehörigkeit aufgehoben. Der Beschwerdeführer ist durch das angefochtene Erkenntnis im verfassungsgesetzlich gewährleisteten Recht auf Gleichheit aller Staatsbürger vor dem Gesetz verletzt worden, so der VfGH. Das VGW hat im vorliegenden Fall seine Verpflichtung zur amtswegigen Ermittlung des maßgeblichen Sachverhaltes in qualifizierter, in die Verfassungssphäre reichender Art und Weise verletzt. 

Soweit das VGW seine Entscheidung auch darauf stützte, dass der Beschwerdeführer seine Mitwirkungspflicht verletzt habe, weil er keinen Auszug aus dem türkischen Personenstandsregister vorgelegt habe, hielt der VfGH fest, dass das Vorliegen der Voraussetzungen für den Verlust der österreichischen Staatsbürgerschaft von der Verwaltungsbehörde bzw. vom Verwaltungsgericht festzustellen ist. Auf eine allfällige Verletzung der Mitwirkungspflicht des Betroffenen ist dabei zwar Bedacht zu nehmen. Diese enthebt die Behörde aber nicht ihrer Verpflichtung zur amtswegigen Ermittlung des Sachverhaltes. Keinesfalls darf die Beweislast für den (Nicht-)Wiedererwerb der türkischen Staatsangehörigkeit ohne weiteres auf den Betroffenen überwälzt werden.

Wir leben in einem freiheitlich, demokratischen Rechtsstaat mit Gewaltenteilung.  Es ist etwas sehr wertvolles ein Bürger der Republik Österreich zu sein. Deswegen sollten insbesondere Menschen aus der Türkei nicht mehr die Politik aus der Türkei nach Österreich importieren. Wir erwarten, dass man in Zukunft bei den Wahlen in der Türkei insbesondere Menschen aus der Türkei in Österreich, in Ruhe lässt. Wir wünschen uns eine freiheitliche, demokratische, rechtsstaatliche und wirtschaftlich starke Türkei.  Republik Österreich könnte besonders mit dieser unabhängigen Höchstgerichts  Erkenntnis ein Vorbild sein.“

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16 11 2018
By: TKG 0

Goldenes Ehrenzeichen der Republik Österreich-Herzliche Gratulation

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG) Beirat erhält Goldenes Ehrenzeichen der Republik Österreich. Herzliche Gratulation.

Wir gratulieren hiermit herzlich im Namen der Türkische Kulturgemeinde in Österreicher (TKG) unseren Beirat Herrn Dr. Akkan Suver, in Istanbul, der als Chef der Marmara Foundation das goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich überreicht bekommen hat. Herr Dr. Suver hat in Ankara in der österreichischen Botschaft am 12. November 2018 das Goldene Ehrenzeichen von der Botschafterin Frau Dr. Ulrike Tilly empfangen. Wir haben die englische Version seiner Dankesrede in deutscher Sprache wie folgt übersetzt. Wir freuen uns, dass man auch einige Gedanken der TKG, insbesondere die Passarowitz Friedensvertrag vom 21.06.1718, mit eingeflossen sind.


Die Rede von Dr. Akkan Suver in Ankara in der Österreichischen Botschaf
t

Ankara, 12.11.2018

Eure Exzellenzen, verehrte Gäste, sehr geehrte Damen und Herren,

bevor ich mit meiner Rede beginne, geht meine aufrichtige Dankbarkeit an H.E. Mme. Dr. Ulrike Tilly, der Botschafterin von Österreich in Ankara, welche uns heute zusammengebracht hat, für Ihre sorgfältige und selbstlose Gastfreundschaft.

Bevor ich meine Rede beginne, geht meine Dankbarkeit auch an H.E. Erhard Busek, welcher zu meiner Zeremonie des Medal Awards gekommen ist. Eine große Wertschätzung hat die Republik Österreich meinen Bemühungen, die mit meinen Kollegen der Marmara Group Foundation, bezüglich Frieden und Dialog im Bereich der zivilen Gesellschaft, mit einer Medaille ausgedrückt. Das ist eine Demonstration und ein nobles Beispiel von Österreichs Beitrag zur zivilen Gesellschaft und humanitären Werten. Ich möchte euch wissen lassen, dass diese Ehrung mit der Medaille, nicht nur mein Herz berührt hat, sondern mich und meine Kollegen sehr stolz gemacht hat.

Um zu meinem Wort zu stehen, möchte ich hinzufügen, dass das Vienna Economic Forum, ein Teil der zivilen Gesellschaft und einer der wichtigsten Think-Tank Organisationen in Österreich, mich 2014 und 1017 mit dem „Success Award“, für meine Bemühungen an den Eurasion Economic Summits, im Bereich Frieden und Dialog geehrt hat. Ich nutze diese Gelegenheit um meinen herzlichen Dank dafür auszusprechen.

Der Eurasische Wirtschaftsgipfel, der unsere Bemühungen um die Weitergabe von Kulturen und Zivilisation von Menschen an Menschen in Harmonie darstellt, hat nichts anderes als die Absicht, dem Fundament für nachhaltigen Frieden und Wohlstand zu dienen. Mit diesem Glauben, wenn der Gedankenaustausch unter der Führung des Dialogs zwischen den Menschen etabliert ist, können wir Frieden erreichen und noch besser in menschlichem Anstand leben.

Ich betrachte diese Medaille nicht als bloßes Abzeichen. Diese Medaille bringt eine zusätzliche Verantwortung mit sich. Es ist die Verantwortung, noch härter dafür zu arbeiten, der Menschheit zu dienen und fruchtbarere Projekte zu ermöglichen.

Sehr geehrte Damen und Herren, vor dreihundert Jahren, am 21. Juli 1718, wurde nach einem zweijährigen Krieg der Vertrag von Passarowitz zwischen dem österreichischen König Karl VI. und dem osmanischen Sultan Ahmet III. unterzeichnet.

Die österreichischen Staatsmänner haben einen Auszug zu Beginn des Vertrags in lateinischer Sprache verfasst: „Nach dem blutigen und verheerenden Krieg, der vor zwei Jahren aufgrund des Unglücks zwischen dem österreichischen Kaiser und Sultan Ahmed dem Allmächtigen ausgebrochen war, kam es zu erheblichen Schäden, Not und Unglücks sowie kommerziellen Verlust. Die beiden Imperien, zusammen mit Gottes Willen, haben einen guten Grund für unnachgiebige Parteien erreicht, Versöhnung zu leisten, ein solches Blutvergießen zu vermeiden, das Wohlergehen der Kinder beider Imperien zu fördern und eine Überwachung für die Verbesserung ihrer Völker zu schaffen. “

Mit diesen weisen Worten können wir die Beziehung zwischen der Türkei und Österreich besser einschätzen. Schubert, Freud, Mozart, Beethoven, Strauss, Kafka, Romy Schneider, Arnold Schwarzenegger, Herbert von Karajan, Gustav Mahler, Nicky Lauda und Bruno Kreisky wurden alle in Österreich geboren. Baron Joseph von Hammer ist eine weitere bemerkenswerte Figur dieser Geographie. Er liefert die genaueste historische Darstellung des Osmanischen Reiches und bildet das Rückgrat unserer historischen Kultur. Daher ist die Seele, die uns heute hierhergebracht hat, das Erbe der Kultur und Zivilisation, die von der Vergangenheit an die Gegenwart weitergegeben werden. Heute hat sich dieses Erbe zwischen der Türkei und Österreich zu einer neuen Dimension entwickelt. Ich glaube, dass diese Medaille, die ich heute hier erhalte, zu neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Österreich führen wird. Bitte deuten Sie meine Worte nicht als „blumige Sprache“.

In dieser Hinsicht bleibe ich hoffnungsvoll und möchte meine Worte mit dem Hinweis auf eine vollkommenere österreichisch-türkische Beziehung abschließen. Ich habe die Hoffnung in mir, dass Österreich auch das Thema Zollunion im Rahmen einer 500-jährigen Freundschaft betrachten kann.

In meinem Namen sowie im Namen der Marmara Group Foundation, welche ich vertrete, bedanke ich mich beim Staat Österreich nochmals herzlich für diese Medaille und möchte Sie wissen lassen, dass ich die Medaille mit viel Stolz und Verantwortung schätzen werde.

Ich danke auch meinen Kollegen der Marmara Group Foundation, deren Unterstützung mich dazu geführt hat, heute hier zu sein.

Zum Schluss möchte ich meine Dankbarkeit auch meiner Frau Müjgan Suver ausdrücken, die neben mir gestanden hat und mich nicht nur als Partner, sondern auch als Freund unterstützt hat. Sie ist mir bei all den zivilgesellschaftlichen Anstrengungen und Problemen beigestanden. Und im Namen meiner Frau sowie mir selbst, danke ich auch unseren Kindern.

Und nochmals herzlichen Dank an die Republik Österreich, welcher ich hiermit auch zum 100. Geburtstag herzlich gratuliere und an unsere Gastgeberin Botschafterin H.E. Dr. Ulrike Tilly.

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12 11 2018
By: TKG 0

TKG: 100 Jahre Republik Österreich! Herzliche Gratulation…

TKG nimmt die „100 Jahre Republik Österreich“ als Anlass zur Forderung, mit der Hetze gegenüber andere Nationen und Glauben in Österreich, aufzuhören.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich gratuliert herzlich für „100 Jahre Republik“ in Österreich und warnt vor der, in den letzten Monaten zugespitzten, Hetze und Verhetzung unter verschiedenen Vorwänden, gegen Menschen aus der Türkei und allgemein gegen ca. 700.000 Muslime in Österreich. Mit diesen Verhetzungen löst man keine Probleme sondern unterstützt direkt und indirekt die radikalen Kräfte.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich hat in den letzten 25 Jahren, zusammen mit all seinen vorherigen Vereinen, gegen Religionsmissbrauch und vor Einmischung aus dem Ausland gewarnt, gekämpft und um eines gebeten: „Die Spreu vom Weizen zu trennen, zu differenzieren und sachlich.-konstruktiv zu kritisieren, damit in Österreich nicht wieder Hass, Spott und Vorurteil, wie in Vorzeiten des ersten und zweiten Weltkrieges vorherrscht.“

Verhetzung unter dem Vorwand der Kritik

Leider missbrauchen manche Parteien, NGOs und Medien Ihre Machtposition und hetzen tagtäglich die hunderttausend Menschen aus der Türkei und alle Muslime in Österreich, womit diesen das Leben seelisch und physisch schwer gemacht wird.

Als wehrhafte Demokraten müssen wir warnen

Die TKG hat bis jetzt an die Vernunft, den Verstand und den guten Willen der Mehrheit der Österreicher geglaubt und so konstruktives und zielführendes Wissen und Erfahrungen, gegen jegliche fundamentalistischen Bewegungen, für die freiheitlich demokratische Grundordnung in Österreich, als wehrhafte Demokraten zur Verfügung gestellt.

Wenn Sie Präsident Erdogan und seine verlängerten Arme in Österreich kritisieren wollen, dann kritisieren Sie direk diese Vereine und Personen und trennen Sie die Spreu vom Weizen. Nehmen Sie die ca. 300.000 Menschen nicht als Geiseln und hetzen Sie nicht gegen alle Menschen aus der Türkei in Österreich. Genauso gilt es für die anderen 700.000 muslimischen Österreicher

Als wehrhafte Demokraten sind wir auch gegen jegliche Diskrimierungen, Willkürherrschaft, kulturellen Rassismus (Neorassismus) und Antisemitismus. Insbesondere wenn es unter dem Deckmantel, „Hände reichen, aber nur für eine Gruppe an Menschen, um hier die demokratischen Kräfte abzuschaffen, Religionskritik, etc.“ gemacht wird.

Vielen Menschen in Österreich leiden unter dieser Verhetzung. Wir kennen diese Verhetzung aus der „NSDPA Propaganda„(Genug belegbare Beweise) . Unsere Aufgabe als TKG ist auch jetzt, bei „100 Jahren Republik“ zu warnen, damit man in Zukunft zumindest bei „Ursache-Wirkung“ Forschungen, als Beweiswarnung in die Geschichte geht.

ES LEBE DIE REPUBLIK ÖSTERREICH!

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20181112_OTS0132/tkg-100-jahre-republik-oesterreich-herzliche-gratulation

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10 11 2018
By: TKG 0

ATATÜRK-TKG: „Wir erinnern uns mit Respekt und Sehnsucht. Er wird immer wichtiger…“

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG): „Mustafa Kemal Atatürk, der Begründer der säkularen modernen Türkei, starb am 10. November 1938 im Alter von knapp 57 Jahren.Wir erinnern uns mit Respekt und Sehnsucht. Er wird immer wichtiger…“Wir danken ihm für die Gründung der laizistischen Republik im Jahre 29.10.1923 damit sind unsere Vorjahren Bürger (Citiyons) einer Republik die einmalig unter der mehrheitlich muslimischen BürgerInnen. Seit 1923 existiert ach eine Contra- Revolution gegen die laizistische Republik  aus dem Innland in der Türkei und Ausland bis heute. Wir müssen besonders wachsam sein weil hier in Europa insbesondere in deutschsprachigen Raum wie Deutschland, Österreich und die Schweiz leider die Wirkungen der reaktionäre Contra-Revolution täglich.

Am 29.10.1923 wurde die laizistische Türkei mit dem Motto Atatürks, „Frieden daheim, Frieden in der Welt!“ ausgerufen.

Herzliche Gratulation!

 

Heute vor 96 Jahren wurde die laizistische Türkische Republik durch Mustafa Kemal Atatürk am 29.10.1923 in der Türkei ausgerufen! Herzliche Gratulation!

Die meisten der 82 Millionen Menschen aus der Türkei feiern heute in der Türkei und in der Welt, in Deutschland und auch in Österreich mit Herzen und sagen gerade: „Vielen Dank für die beispielhafte Gründung der laizistischen Republik Türkei, als Europe in einer der schwierigsten und dunkelste Zeiten war. Das viel erträumte (noch) Khalifat wurde für die Ewigkeit beendet. Nie wieder!“

 

Die Türkei ist ein Nachbar der Europäischen Union und ist für die Stabilität des Kontinents, beginnend am Balkan, sehr wichtig. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich wünscht sich eine starke demokratische, rechtsstaatliche und laizistische Türkei aus Wien. Ja zum Glauben, Nein zum politisierten Glauben!
Es lebe die laizistische Republik.

Das Gedenken an Mustafa Kemal Atatürk ist in der Türkei sehr stark ausgeprägt. Im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) in Istanbul starb Mustafa Kemal am 10. November 1938.  Die Uhren im ganzen Palast stehen entsprechend alter Sitte auf seiner Todesstunde. Zum Todestag Mustafa Kemals wird in der Türkei eine Trauerminute eingelegt, zu der landesweit Sirenen erklingen.

Atatürks Patriotismus genannt hat war nach innen gerichtet, bezog sich auf die Türkei und ihre Bevölkerung und beinhaltete nach außen keine aggressive Komponente. Er lehnte eine pantürkisch motivierte imperialistische Expansion im Gegensatz zu seinem früheren Rivalen Enver Pascha ab:

„Heute sind alle Nationen der Erde fast Verwandte geworden oder bemühen sich, es noch zu werden. Infolgedessen muss der Mensch nicht nur an die Existenz und das Glück derjenigen Nation denken, der er angehört, sondern auch an das Vorhandensein und Wohlbefinden aller Nationen der Welt … Wir wissen nicht, ob uns nicht ein Ereignis, das wir weit entfernt glauben, eines Tages erreicht. Aus diesem Grund muss man die gesamte Menschheit als einen Körper und eine Nation als sein Glied betrachten.(ATATÜRK)“[23]

 

 

Die Inschrift am ANZAC-Denkmal in Gallipoli, ein Zitat von Kemal Atatürk aus dem Jahr 1934, der bei dieser Schlacht selbst an der Front stand und die meisten seiner Männer verlor: „Diese Helden, die ihr Blut vergossen und ihr Leben gelassen haben… Ihr liegt nun in der Erde eines befreundeten Staates. Daher ruhet in Frieden. Denn es gibt für uns keinen Unterschied zwischen den Johnnies und den Mehmets, dort wo sie Seite an Seite in diesem unserem Lande liegen… Ihr Mütter, die eure Söhne aus weit entlegenen Länder geschickt habt, wischt weg eure Tränen! Eure Söhne liegen nun an unserer Brust und sind in Frieden. Ihr Leben in diesem Land verloren zu haben, machte sie genauso zu unseren Söhnen.“

 

Gesellschaftsreformer (1924–1938)

Atatürk und ein Bürger, 1930

Der Bruch mit den Strukturen und Institutionen des Osmanischen Reiches blieb ein Wagnis, das Widerstand hervorrief. Einige der wichtigen Mitstreiter aus den Anfängen des Befreiungskrieges, darunter Kâzım Karabekir und Ali Fuad, trennten sich von der Volkspartei des Präsidenten und gründeten mit der Erlaubnis Mustafa Kemals im November 1924 die oppositionelle Fortschrittspartei. Diese machte sich u. a. den Respekt vor Gewissensfreiheit und religiösen Gefühlen zum Programm und gewann Unterstützung unter den Anhängern der Scharia. Zur ernsten Herausforderung der jungen Republik und ihres Präsidenten wurde diese Entwicklung, als es im Februar 1925 in Südostanatolien zu einem Aufstand von Kurden kam, deren geistiger Führer Scheich Said die Rückkehr zu Sultanat und Kalifat propagierte. Mit aller Härte und Brutalität wurde der Scheich-Said-Aufstand militärisch niedergeschlagen und dabei das Ziel verfolgt, die kurdische Opposition weitestmöglich auszulöschen. Im Juni erging ein Verbot der Fortschrittspartei; Notstandsgesetze, Pressezensur und Justizapparat wurden gegen Opponenten in Stellung gebracht. Ein 1926 in Izmir aufgedecktes Mordkomplott dreier Verschwörer gegen den Präsidenten wurde von Mustafa Kemal als Gelegenheit genutzt, mit den Häuptern der Opposition als vermeintlichen Drahtziehern des geplanten Anschlags im Rahmen eines Schauprozesses vor dem „Freiheitsgericht“ abzurechnen. Die Republik nahm Züge einer Diktatur an.

Seine gebieterische und rastlos vorwärts drängende Natur war dem Leitbild eines modernen republikanischen Staatswesens nach westlichem Orientierungsmuster verpflichtet. Schon in einer Tagebuchaufzeichnung vom 6. Juni 1918 hatte er das Grundmotiv aller späteren Reformschritte formuliert:

„Sollte ich eines Tages großen Einfluß oder Macht besitzen, halte ich es für das Beste, unsere Gesellschaft schlagartig – sofort und in kürzester Zeit – zu verändern. Denn im Gegensatz zu anderen glaube ich nicht, daß sich diese Veränderung erreichen läßt, indem die Ungebildeten nur schrittweise auf ein höheres Niveau geführt werden. Mein Innerstes sträubt sich gegen eine solche Auffassung. Aus welchem Grund sollte ich mich auf den niedrigeren Stand der allgemeinen Bevölkerung zurückbegeben, nachdem ich viele Jahre lang ausgebildet worden bin, Zivilisations- und Sozialgeschichte studiert und in allen Phasen meines Lebens Befriedigung durch Freiheit erfahren habe? Ich werde dafür sorgen, daß sie auch dahin kommen. Nicht ich darf mich ihnen, sondern sie müssen sich mir annähern.“[10]

Dieses Programm verwirklichte er Zug um Zug, nachdem er gesiegt und in der Funktion des Staatspräsidenten die erstrebte Schlüsselposition innehatte. Es war eine Vielzahl tiefer Veränderungen in Tradition und Gewohnheiten, die er seinen Landsleuten binnen weniger Jahre umzusetzen vorgab.

Auf die Abschaffung des Kalifats ließ er ein äußeres Zeichen prowestlicher Säkularisierung folgen, indem er den Hut als männliche Kopfbedeckung als Teil der „nationalen Tracht“ propagierte (Hutrevolution) anstelle des für das ganze Osmanische Reich bis dahin typischen Mischung aus Fes, Turban und Kalpak. Wer fernerhin in der Öffentlichkeit mit diesen orientalischen Kopfbedeckungen angetroffen wurde, riskierte eine Geld- oder Gefängnisstrafe. In den gleichen Zeitraum fällt das Verbot der religiösen Bruderschaften und Orden. In Ostanatolien erhob sich gegen diese Entwicklungen teilweise erbitterter Widerstand, der mit Verhängung des Ausnahmezustands, scharfen Polizeimaßnahmen und Verhaftungen beantwortet wurde. 1934 erfolgte eine zweite Kleiderreform, welche den Geistlichen das Tragen ihres Gewands nur in ihren Arbeitsbereichen (Moschee, Beerdigung) gestattete.

Eine Umwälzung gesellschaftlicher Strukturen bedeuteten die von Mustafa Kemal eingeleiteten Schritte zur Frauenemanzipation, die in einer Neuordnung des ehelichen Scheidungsrechts, in der rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau, in der Förderung einer höheren Schulbildung und im Universitätszugang auch für Mädchen und Frauen zum Ausdruck kam.

Wie bei seinem Reformwerk nahezu durchgängig, ist Mustafa Kemal auch hier mit eigenem Beispiel vorangegangen. Als der langjährige Junggeselle schließlich heiratete, war es Latife Uşşaki, eine selbstbewusste, von westlichen Einflüssen geprägte Frau, deren emanzipiertes Auftreten ihm imponierte. Die Trauung am 29. Januar 1923 fand ohne religiöse Zeremonie statt und wurde vom Bürgermeister von Izmir vollzogen, wobei Mustafa Kemal die Gelegenheit nutzte, zu verkünden, dass alle Eheschließungen in der Türkei künftig ebenfalls von Vertretern des Staates durchzuführen seien. In der Ehe wie in der Öffentlichkeit konnte Lâtife eigene Standpunkte vertreten und so zu einer Modernisierung des Frauenbilds in der Türkei beitragen. Dabei zeigte sich allerdings auch, dass Mustafa Kemal mit seinen Staatsgeschäften und nächtlichen Diskussionsrunden zu sehr befasst war, um der jungen Frau ein ihren Wünschen entsprechendes Eheleben zu bieten. Als ihre Kritik nach zweieinhalbjähriger Ehe das für ihn tolerierbare Maß überstieg, betrieb er die am 22. Juli 1925 erfolgte Trennung und am 12. August 1925 bekanntgegebene Scheidung durch ein Talakname.[12] In der Folge gelang es ihm mittels gezielter Förderung von ihm adoptierter Mädchen und junger Frauen im eigenen Einflussbereich, das Ziel der Frauenemanzipation erfolgreich zur Geltung zu bringen. Von grundlegender gesamtgesellschaftlicher Bedeutung war die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts. Seit 1930 konnten Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen, seit 1934 auch an den Parlamentswahlen.

Mustafa Kemal als oberster Lehrer der Türkei

Es ist charakteristisch für seine Arbeits- und Vorgehensweise, dass Mustafa Kemal die Reformvorstellungen, die er in groben Zügen bereits früh entwickelt hatte, einem Kreis ausgewählter Berater und Sachkundiger bei spätabendlichen Tischgesellschaften vorstellte, für die er jeweils eine spezielle Liste der Einzuladenden ausgab. Offene Kritik ertrug er schlecht und duldete sie kaum; aber ohne den Rat und die Ideen von Sachkennern gehört zu haben, machte er sich auch nicht an die politische Umsetzung seiner Projekte.

Ende 1925 wurde die islamische Jahreszählung nach der Hedschra durch die christliche Zeitrechnung abgelöst (zu Einzelheiten der Reform des Kalenders und der Jahreszählung siehe: Rumi-Kalender).[13] Zehn Jahre später trat dann der Sonntag als arbeitsfreier Tag an die Stelle des den Muslimen heiligen Freitags. Außerdem wurde das metrische System eingeführt. Die am Koranorientierte Rechtsprechung wurde durch das Schweizer Zivilrecht[13], welches mit nur unbedeutenden Anpassungen übernommen wurde, abgelöst. Die Rechtsübernahme schloss auch das moderne Erbrecht und Familienrecht des Zivilgesetzbuches ein. Daneben wurden das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht[13] übernommen.

Als Amtssprache wurde die osmanische Hochsprache der bisherigen Eliten, die stark von der höfischen Sprache Persisch und von der heiligen Sprache Arabisch beeinflusst war, in einem von Sprachwissenschaftlern begleiteten Prozess durch die türkische Volkssprache abgelöst. Bis 1928 wurde die osmanische Sprache nach islamischer Tradition in der arabischen Schrift notiert. Mustafa Kemal ließ diese durch das lateinische Alphabet ersetzen, das der vokalreichen türkischen Sprache besser entsprach. Außerdem ließ es sich mit deutlich weniger Zeitaufwand erlernen[14] und verstärkte die durch Mustafa Kemal angestrebte Westorientierung. Auch auf diesem Feld legte er persönlich Hand an, indem er, mit Tafel und Kreide umherreisend, Unterricht erteilte.

„Vater der Türken“

Heinrich Krippel bei der Erstellung der Reiterstatue für das „Onur Anıtı“ in Samsun

Am Ende des durchgreifenden Reformprozesses stand eine Änderung des Namensrechts, die zu einer effektiveren Verwaltung des Personenstandwesens führen sollte und wiederum an westliche Muster anknüpfte: Jeder Bürger der Türkei wurde zur Annahme eines Familiennamens verpflichtet. Mustafa Kemal erhielt von der Nationalversammlung mit dem Gesetz Nr. 2587 vom 24. November 1934 den Namenszusatz bzw. Nachnamen Atatürk (Vater der Türken), welcher mit dem Gesetz Nr. 2622 unter gesetzlichen Schutz gestellt wurde. Für einige Vertraute und Weggefährten suchte er selbst die künftigen ehrenden Nachnamen aus. So auch für Ismet Pascha, der wegen seiner Verdienste im Befreiungskrieg gegen die Griechen nach dem Ort seiner beiden großen Schlachtenerfolge den Nachnamen İnönü erhielt. İsmet İnönü hat als Ministerpräsident über viele Jahre Mustafa Kemal Atatürk von der alltäglichen Regierungsroutine entlastet und wurde nach dessen Tod sein Nachfolger als Staatspräsident. Mustafa Kemals Namenswahl und die Ehrenbezeugungen, die er auf sich vereinte (1926 wurde in Istanbul ein erstes Denkmalerrichtet, dem ungezählte weitere im ganzen Lande folgten, s. u.), entsprachen den zeittypischen Formen des Personenkults in autoritären Regimen. Dieser hat in der Folge eine bis heute fortwirkende integrierende Wirkung für das türkische Staatswesen entfaltet. Atatürk gelang es, als Freiheitskämpfer, Staatspräsident und „oberster Lehrer der Nation“ mit seiner Person das Vakuum zu füllen, das mit der Abschaffung von Sultanat und Kalifat sowie mit der Abkehr von herkömmlichem Brauchtum zum Zwecke der Modernisierung einherging. So hat er es zweifellos auch als seine Aufgabe angesehen, seinem nach der Kriegsniederlage in gänzlich neuem staatlichen Rahmen zu organisierenden Volk ein Selbstbewusstsein und eine Identität zu vermitteln, ohne die es womöglich keinen stabilen neuen Staatsverband hätte bilden können. Er ist dabei sehr weit gegangen. Nicht nur, indem er, in glorifizierender Absicht, die Wurzeln des Türkentums in Mittelasien bis auf Attila und Dschingis Khan zurückführte, sondern vor allem, indem er über die Türkische Geschichtsthese und die Sonnensprachtheorie die Lehrmeinung verbreiten ließ, die Türken seien das älteste Volk der Welt, von dem alle anderen Völker direkt oder indirekt abstammten.[17]

 

Außenpolitisches Wirken

Der jugoslawische König Alexander I. und Mustafa Kemal mit Zylinderhut.

Atatürks Nationalismus war nach innen gerichtet, bezog sich auf die Türkei und ihre Bevölkerung und beinhaltete nach außen keine aggressive Komponente. Er lehnte eine pantürkisch motivierte imperialistische Expansion im Gegensatz zu seinem früheren Rivalen Enver Pascha ab:

„Heute sind alle Nationen der Erde fast Verwandte geworden oder bemühen sich, es noch zu werden. Infolgedessen muss der Mensch nicht nur an die Existenz und das Glück derjenigen Nation denken, der er angehört, sondern auch an das Vorhandensein und Wohlbefinden aller Nationen der Welt … Wir wissen nicht, ob uns nicht ein Ereignis, das wir weit entfernt glauben, eines Tages erreicht. Aus diesem Grund muss man die gesamte Menschheit als einen Körper und eine Nation als sein Glied betrachten.“[23]

1932 trat die Türkei dem Völkerbund bei. 1936 wurde ihr durch das Abkommen von Montreux die im Vertrag von Lausanne noch vorenthaltene Souveränität über die Meerengen Bosporus und Dardanellen sowie die diesbezügliche Kontrolle der Schifffahrt zugestanden. Zu Griechenland konnte schon von 1930 an ein gutnachbarliches Verhältnis hergestellt werden, und beim Balkanpakt1934 in Athen war es vor allem Atatürks multilateralen Ausgleichsbemühungen zuzuschreiben, dass ein die Türkei, Griechenland, Jugoslawien und Rumänien zusammenführendes Vertragswerk geschlossen werden konnte. Im selben Jahr schlug der griechische Premierminister Venizelos – wenn auch erfolglos – Mustafa Kemal Atatürk für den Friedensnobelpreis vor.

Zu den faschistischen Diktatoren Mussolini und Hitler hielt Atatürk unmissverständlich Abstand und hieß eine Vielzahl zu Beginn der NS-Herrschaft ins türkische Exil flüchtender Wissenschaftler, Künstler und Architekten in der Türkei willkommen, die eine Mitwirkung der Exilanten bei der Modernisierung des Landes und beim Aufbau des türkischen Hochschulwesens gut gebrauchen konnte. Für manche von ihnen wurden die Universitäten von Ankara und Istanbul[24] zu neuen Wirkungsstätten. Unter denen, die in der Türkei eine Zuflucht fanden, waren der spätere Regierende Bürgermeister von Berlin Ernst Reuter sowie die Architekten Clemens Holzmeister, der den Regierungsbezirk in Ankara entwarf, und Bruno Taut, der 1938 den Katafalk zur Trauerfeier für den verstorbenen Atatürk entwerfen sollte.

Ambivalent war das Verhältnis Atatürks zur benachbarten Großmacht Sowjetunion. Beide Staaten unterstützten sich gegenseitig in dem Bemühen, die internationale Isolierung durch die Siegermächte zu überwinden. Auch die von sowjetischer Seite dem jungen türkischen Staat in begrenztem Umfang gewährten Aufbauhilfen hat Mustafa Kemal gern entgegengenommen. Von der kommunistischen Ideologie und dem sowjetischen Gesellschaftsmodell jedoch distanzierte er sich deutlich.

Bereits beim Festakt zum zehnjährigen Jubiläum der Republik Türkei im Oktober 1933 sah Mustafa Kemal einen möglichen neuen Krieg in Europa voraus und legte sein Land für diesen Fall auf einen Kurs der Neutralität fest.[25] Dem amerikanischen General Douglas MacArthur, der zur Manöverbeobachtung Anfang der 1930er Jahre die Türkei aufsuchte, gab er folgende Prophezeiung, die allerdings erst 1951 veröffentlicht wurde, mit auf den Weg:

„Meiner Meinung nach wird das Schicksal Europas wie gestern auch morgen von der Haltung Deutschlands abhängig sein. Diese außergewöhnlich dynamische und disziplinierte Nation von 70 Millionen wird, sobald sie sich einer politischen Strömung hingibt, die ihre nationalen Begierden aufpeitscht, früher oder später den Vertrag von Versailles zu beseitigen suchen. Deutschland wird in kürzester Zeit eine Armee aufstellen können, die imstande sein wird, ganz Europa, mit Ausnahme von England und Russland, zu besetzen … der Krieg wird in den Jahren 1940/45 ausbrechen … Frankreich hat keine Möglichkeit mehr, eine starke Armee aufzustellen. England kann sich bei der Verteidigung seiner Insel nicht mehr auf Frankreich verlassen. Amerika wird in diesem Krieg genau wie im Ersten Weltkrieg nicht neutral bleiben können. Und Deutschland wird wegen des amerikanischen Kriegseintritts diesen Krieg verlieren…“[26]

Alexander Rüstow-Kessler, der von 1933-1946 in Istanbul tätig war, schrieb über seine Zeit in der Emigration: „Wir Deutsche und sicherlich Österreich haben Anlass uns dankbar daran zu erinnern, dass die Türkei in den dunkelsten Stunden unserer Geschichte nach 1933 vielen vom nationalsozialistischen Regime verfolgten Deutschen und Österreich durch Atatürk Zuflucht geboten hat, auch vielen Hochschullehrern. Sie folgten dem Ruf Kemal Atatürks, der die Bedeutung von Wissenschaft und freier akademischer Forschung für ein modernes Staatswesen erkannt hatte. Sie sind hier aufgenommen worden, forschten an den Universitäten von Ankara und Istanbul und leisteten so auch einen Beitrag zum Aufbau eines modernen Hochschulwesens in der Türkei. Ich werde dem edlen und ritterlichen türkischen Volk für diese Möglichkeit immer dankbar bleiben.“ An diesen Satz möchte ich heute im Namen aller Deutschen und Österreich erinnern.“

Mustafa Kemal Pascha, genannt Atatürk, ist allgegenwärtig in der Türkei. Sein Porträt hängt in Geschäften, Büros, Wohnzimmern, sein Gesicht ist auf T-Shirts gedruckt, auf Postkarten und Postern, seine Unterschrift findet man auf Souvenirs wie Taschenmessern und Schreibgeräten.

Atatürk ist der Republikgründer, der mit militärischem Geschick und politischem Ehrgeiz aus der Konkursmasse des Osmanischen Reichs 1923 die moderne Türkei formte. Er schaffte die arabische Schrift ab, trennte strikt zwischen Religion und Staat und suchte die Anbindung an den Westen.

Mustafa Kemal Atatürk ist Gründer der Republik Türkei und erster Staatspräsident. Sein Geburtsname ist Mustafa.

Die Beinamen erhielt er im Laufe seines Lebens. Mustafa Kemal Atatürk 1881 n.Chr. ist in Thessaloniki, das damals noch zum Osmanischen Reich gehörte, als Kind von Ali Riza Efendi, und Zübeyde Hanim geboren. Von den fünf Geschwistern Atatürks starben vier bereits in ihrer Kindheit, nur Makbule Atadan lebte bis zum Jahre 1956. Sein eigenes Geburtsdatum steht nicht genau fest, so dass er dafür später den 19. Mai wählte, an dem er 1919 mit 38 Jahren in der anatolischen Küstenstadt Samsun landete, um die Kräfte für die Befreiung des Landes von Siegermächten und Sultanat zu sammeln. Das Geburtshaus in Thessaloniki liegt neben dem türkischen Generalkonsulat.

Ein Teil des Gebäudes ist der Öffentlichkeit zugänglich und zeigt eine umfangreiche Ausstellung über Mustafa Kemal Atatürk. Während seiner Schulausbildung verlor er 1888 seinen Vater. Eine Weile blieb er bei seinem Onkel auf dem Rapla Bauernhof, kehrte dann nach Saloniki zurück und beendete seine Schule. In 1893 trat er als zwölfjähriger in die Askeri Rüştiye (Militärschule) ein. In dieser Schule wurde durch seinen Mathematiklehrer Mustafa Bey seinem Namen „Kemal“ (Vollkommener) angehängt, da er seine Schulleistungen würdigen wollte.

Die Abschlussprüfung 1895 absolvierte er als Viertbester. Im Anschluss an diese Ausbildung begann er in Istanbul sein Studium auf der Harp Okulu (Wehrdienstschule) zum Offizier. In 1902 wurde er Leutnant und setzte seine schulische Laufbahn auf der Wehrdienstakademie fort bis zum Hauptmann. In den Jahren 1905-1907 stand er in Damaskus im Dienst der fünften Armee der Osmanen, stieg weiter in seiner Offizierslaufbahn auf und wurde nach Monastir in die dritte Armee versetzt. In Damaskus kam Atatürk in Kontakt mit einem jungtürkisch-oppositionell ausgerichteten Beteiligten an einem gescheiterten Attentat auf Sultan Abdülhamid II. Nach Verbüßung einer Gefängnisstrafe war jener nach Syrien in die Verbannung geschickt worden und betrieb nun einen Buchladen, u.a. mit verbotenen französischen Schriften. Mit ihm gründete Mustafa Kemal die revolutionäre Organisation „Vaterland und Freiheit“, für die er in Jerusalem, Jaffa und Beirut weitere Mitglieder anwarb. Ende 1906 gab ihm sein militärischer Vorgesetzter Rückendeckung für eine verdeckte Reise zurück nach Saloniki, wo er Zugang zu den führenden Köpfen der jungtürkischen Opposition suchte und eine Zweigstelle seiner Organisation gründete. Der Gefahr, dort als Deserteur entdeckt zu werden, entkam er durch rechtzeitige Rückreise nach Syrien. Am 19. April 1909 nahm er in der in Istanbul einmarschierenden Armee der Befreiungsbewegung die Stellung als Generalstabchef ein. Im Jahre 1910 wurde er nach Frankreich geschickt, wo er an den Picardie-Manövern teilnahm und Französisch sowie westliche Lebensart lernte. In 1911 nahm Mustafa Kemal gemeinsam mit einer Gruppe von Freunden im Gebiet von Tobruk und Derne gegen Italien teil. Durch den Sieg am 22.12.1911 erhielt er im Anschluss den Titel des Kommandeurs von Derne. Als im Oktober 1912 der Balkankrieg ausbrach, beteiligte sich Mustafa Kemal mit den Truppen in Gallipoli und Bolayır am Krieg. Bei der Rückeroberung von Dimetoka und Edirne hat er große Dienste geleistet. Im Jahre 1913 wurde er zum Militärattache von Sofia ernannt und wurde er im Jahre 1914 zum Oberstleutnant ernannt. Seinen Dienst als Militärattache beendete er im Januar 1915. In der Zwischenzeit brach der I. Weltkrieg aus und das osmanische Reich brach zusammen.

Mustafa Kemal wurde mit der Gründung der 19. Division in Tekirdağ beauftragt. Zum größten Ruhm gelang Mustafa Kemal in Çanakkale, da es ihm in schweren und verlustreichen Kämpfen gelang die Meerenge „unpassierbar“ zu gestalten. Aber auch die englischen und französischen Flotten mussten am 18. März 1915 bei der Passierung der Dardanellen schwere Verluste hinnehmen, worauf entschlossen wurde, auf der Halbinsel Gallipoli Truppenlandungen vorzunehmen. Die am 25. April 1915 Arıburnu (Schlachtort auf Gallipoli) erreichenden Besatzungstruppen wurden durch die 19. Division unter dem Kommando Mustafa Kemals bei Conkbayırı aufgehalten. Aufgrund dieses Erfolges Mustafa Kemals wurde er zum Oberst ernannt. Die Engländer setzten am 6.-7. August 1915 abermals bei Arıburnu zum Angriff an. Der Kommandant der Anafartalar Gruppe (Anafartalar = Orte auf der Halbinsel Gallipoli) Mustafa Kemal erzielte am 9.-10. August den Sieg bei Anafartalar. Diesem Sieg folgte am 17. August der Sieg bei Kireçtepe und am 21. August der zweite Sieg bei Anafartalar. Der Widerstand musste mit 253.000 Soldaten bezahlt werden. Mustafa Kemal nahm nach Çanakkale 1916 bei den Kriegen in Edirne und Diyarbakır teil. Am 1.4.1916 stieg er zum Generalmajor auf. Nach Kämpfen mit russischen Truppen, konnte er die Rückeroberung von Muş und Bitlis erreichen.

Nach seinen kurzen Einsätzen in Damaskus und Aleppo kehrte er im Jahre 1917 wieder nach Istanbul zurück. Gemeinsam mit Kronprinz Vahidettin Efendi reiste er nach Deutschland, wo er eine genaue Analyse der Front vornahm. Nach dieser Reise erkrankte er und wurde in Wien als auch in Karlsbad behandelt. Am 15. August 1918 kehrte er als Kommandant der VII. Armee nach Aleppo zurück. An dieser Front führte er erfolgreiche Abwehrkämpfe gegen die englischen Streitkräfte. Am 31. Oktober 1918, einen Tag nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes von Mudros, wurde er zum Kommandanten der schnellen Eingreifstruppen ernannt. Als diese Armee aufgelöst wurde, kehrte er am 13. November 1918 nach Istanbul zurück und wurde im Harbiye Nezâreti (Kriegsministerium) beauftragt. Als die Entente Staaten nach dem Waffenstillstand von Mudros begannen, die osmanischen Armeen zu vereinnahmen, ging Mustafa Kemal am 19. Mai 1919 als Inspektor der 9. Armee nach Samsun. Mit dem in Amasya veröffentlichten Rundschreiben „Die Unabhängigkeit des Volkes wird durch die Entschlossenheit und Entscheidung des Volkes wieder gewonnen“ hat er am 22. Juni 1919 den Sivas-Kongress einberufen. In den am 23. Juli bis zum 7. August 1919 in Erzurum und am 4.-11. September 1919 in Sivas stattfindenden Kongressen wurden die Strategien zur Befreiung der Heimat festgelegt. Es gibt Kontroversen unter Historikern, in wie weit der dabei vorgestellte türkische Nationalismus eine Reaktion auf den von Briten geschürten anti-osmanischen arabischen Nationalismus war. Am 27. Dezember 1919 wurde Mustafa Kemal in Ankara mit großer Begeisterung empfangen. Am 23. April 1920 wurde durch die Eröffnung der Großen Türkischen Nationalversammlung ein wichtiger Schritt Richtung Gründung der Türkischen Republik unternommen. Mustafa Kemal wurde zum Vorsitzenden der Nationalversammlung und der Regierung gewählt.

Die Grosse Türkische Nationalversammlung akzeptierte die Gesetze, die zur erfolgreichen Durchführung des Befreiungskrieges notwendig waren, und begann umgehend mit deren Umsetzung. Der Türkische Befreiungskrieg begann am 15. Mai 1919 zur Befreiung von Izmir von der durch Briten unterstützten griechischen Besatzung, was mit der Befreiung Izmirs endete. Am 20. September 1920 folgten die Befreiung von Sarıkamış, Kars (30. Oktober 1920) und Gümrü (7. November 1920) und Sieg von Sakarya (13. September 1921). Im Anschluss ernannte die Grosse Türkische Nationalversammlung am 19. September 1921 Mustafa Kemal zum Generalfeldmarschalls mit dem Ehrentitel „Gazi“. Der Befreiungskrieg wurde am 24. Juli 1923 mit der Unterzeichnung des Vertrages von Lausanne abgeschlossen. Das im Vertrag von Sevres in viele kleine Enklaven zergliederte Land wurde wieder zusammengeführt. Am 23. April 1920 wurde in Ankara mit der Eröffnung der Grossen Türkischen Nationalversammlung die Gründung der Türkischen Republik bekannt gegeben. Am 1. November 1922 wurde das Amt des Kalifen und das Sultanat voneinander getrennt, das Sultanat abgeschafft. Somit wurden die Verbindungen mit dem Osmanischen Reich auf der Verwaltungsebene abgebrochen. Am 13. Oktober 1923 wurde die Republik akzeptiert, Atatürk wurde einstimmig zum Staatspräsidenten gewählt.

Am 3. März 1924 wurde auch das Kalifat durch Atatürk abgeschafft. Zu den Umgestaltungen des Rechts- Und Gesellschaftssystems gehörte die Abschaffung des islamischen Rechts [scharia], das aber ohnehin nur noch in einer pervertierten Form in den Resten des Osmanischen Reichs den Menschen keinen Schutz bieten konnte. Auch die daran gekoppelten Symbole wurden verboten, u.a. in den Hut- und Bekleidungsneuordnungen (25. November 1925). Das Tragen von Turbanen in der Öffentlichkeit wurde unter Strafandrohung verboten. Am 21. Juni 1934 folgte die Einführung des Familiennamens nach westlichem Vorbild. Am 30. November 1925 wurden die Derwischklöster und Heiligengrabmäler geschlossen. Am 26. November 1934 wurden Beinamen und frühere Titel abgeschafft. Ende 1925 wurde die islamische Zeitrechnung durch den Gregorianischen Kalender mit der Zählung ab Christi Geburt ersetzt. 1935 trat dann der Sonntag als arbeitsfreier Tag an die Stelle des den Muslimen heiligen Freitags. Bis 1931 wurden alle internationalen Maßeinheiten wie z.B. das Metermaß eingeführt. 1929/30 ereignete sich die Geschichte um die Bewegte Villa (Yürüyen Köşk). Als wichtigsten „Reformansatz“ Atatürks wird immer die Einführung der laizistischen Rechtsordnung durch die Herausgabe der Türkischen Zivilgesetze und anderer Gesetze angegeben (1924-1937).  Insbesondere die Trennung von Staat und Religion in Form des Laizismus wird ihm zugeschrieben. Allerdings liegt hierbei oft eine verklärte Betrachtungsweise des Osmanischen Reichs vor, da bereits zuvor der Scheichülislam eine Instanz war, welche die oberste religiöse Autorität stellte, während der Kalif und Sultan der Erbmonarchie die weltliche Macht beanspruchte. Nach der Einführung des Familiennamengesetzes wurde am 24. November 1934 an Mustafa Kemal von der Grossen Türkischen Nationalversammlung (der Familienname „ATATÜRK“ (Stammvater der Türken) verliehen.

Atatürk wurde am 24. April 1920 sowie am 13. August 1923 zum Vorsitzenden der TBMM gewählt. Das TBMM hat Atatürk in den Jahren 1927, 1931 und 1935 wiederum zum Staatspräsidenten gewählt. Am 29. Januar 1923 heiratete Atatürk Latife Hanım (Foto links). Die Trauung fand ohne religiöse Zeremonie statt und wurde vollzogen vom Bürgermeister von Izmir, wobei Atatürk die Gelegenheit nutzte zu verkünden, dass alle künftigen Eheschließungen in der Türkei ebenfalls von Vertretern des Staates durchzuführen seien. Die Ehe dauerte bis zum 5. August 1925 und wurde nach einer Auseinandersetzung, dessen Hintergründe nie veröffentlicht wurden, geschieden. Atatürk adoptierte die Mädchen Afet Inan, Sabiha Göktschen, Fikriye, Ülkü, Nebile, Rukiye, Zehra und den Hirtenjungen Mustafa. Die Jungen Abdurrahim und Ihsan wurden unter seine Obhut genommen.

Zur ernsten Herausforderung der jungen Republik und ihres Präsidenten wurde im gleichen Jahr eine Entwicklung, als im Februar 1925 in Südostanatolien ein Aufstand der Kurden ausbrach, dessen geistiger Führer, Scheich Said, die Rückkehr zu Sultanat und Kalifat propagierte. Der Aufstand wurde militärisch besiegt und Scheich Said hingerichtet. Im Gleichen Jahr gab es zudem Widerstand gegen die Hutrevolution. Zwischen dem 15. und 20. Oktober 1927 hielt er in dem Gebäude des ersten Parlaments, das heute Museum der Republikzeit ist, seine berühmte Marathonrede, die als Nutuk bekannt geworden ist. 1928 folgte die Buchstabenrevolution. Gekoppelt an die Reformen Atatürks wurde das Bildungs- und Kulturwesen umgestaltet. Am 1.11.1928 wurden die neuen türkischen Buchstaben auf Basis der Lateinischen eingeführt. Dieser Bruch mit der osmanischen Zeit führte dazu, dass die meisten Türken den Heiligen Qur’an nicht mehr in der Originalschrift lesen konnten. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass zum Ende des Osmanischen Reichs die Analphabetenrate ohnehin sehr hoch war. Die Inhalte des Heiligen Qur’an waren nur sehr wenigen Geistlichen [ulama] bekannt. Atatürk ließ den Heiligen Qur’an ins Türkische übertragen und las im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) als erster aus der Übersetzung vor. Zuvor gab es nur eine Übersetzung von den Nichtmuslimen Zeki Megamiz und Mihran Efendi. Atatürks Idee jedoch, dass in den Moscheen statt auf Arabisch nur noch auf Türkisch gebetet werden sollte, erwies sich als undurchführbar und wurde zurückgenommen. Von grundlegender gesellschaftlicher Bedeutung war die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts. Seit 1930 konnten Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen, seit 1934 auch an den Parlamentswahlen. Im Jahre 1937 vermachte Atatürk seine Bauernhöfe der Schatzkammer sowie einen Teil seiner Grundbesitze an die Stadtverwaltungen von Ankara und Bursa.

In seinem Erbe wurden seine Schwester, seine Adoptivkinder sowie das Institut für Türkische Sprache und Geschichte bedacht. Zu den Diktatoren Mussolini und Hitler hielt Atatürk unmissverständlich Abstand und hieß eine Vielzahl zu Beginn der NS-Herrschaft ins Exil flüchtender Wissenschaftler, Künstler und Architekten in der Türkei willkommen, die bei der Modernisierung des Landes und beim Aufbau des türkischen Hochschulwesens mithalfen. Für manche von ihnen wurden die Universitäten von Ankara und Istanbul zu neuen Wirkungsstätten. Unter denen, die in der Türkei eine Zuflucht fanden, waren z.B. der spätere Berliner Regierende Bürgermeister Ernst Reuter und der Architekt Bruno Taut, der 1938 den Katafalk zur Trauerfeier für den verstorbenen Atatürk entwerfen sollte. Biographen bescheinigen ihm zudem eine Zuneigung zu seinem Pferd Sakarya und seinem Hund Fox. In seinem Privatleben genoss er auch Alkohol, was zwar allgemein bekannt war aber aufgrund der islamischen Gebote dazu nie thematisiert wurde zu seinen Lebzeiten. Er starb am 10. November 1938, um 9.05 Uhr im Dolmabahtsche-Palast an einer Leberzirrhose, die nicht mehr geheilt werden konnte. Sein Leichnam wurde gegen alle Traditionen des Islam aufgebahrt. Erst neu Tage nach seinem Ableben soll im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) auf Drängen einer Verwandten ein Ritualgebet für Verstorbene durchgeführt, wobei umstritten ist, ob die religiösen Riten eingehalten wurden. Atatürk wurde nach Ankara überführt und am 21. November 1938 vorübergehend im Ethnographische Museum Adana in Alkohol zeremoniell bestattet. Nach dem Bau des Anıtkabir (Gedenkgrabstätte) wurde er am 10. November 1953 mit einer Zeremonie umgebettet.

Manche Aussagen, die Atatürk nach seinem Ableben zugeschrieben wurden, darunter Schmähaussagen, die Atatürk angeblich gegen Prophet Muhammad (s.) geäußert haben soll, wurden ihm von einigen westlichen Orientalisten zugeschrieben, finden sich aber nicht in originalen türkischen Quellen, so dass ihr Wahrheitsgehalt umstritten ist. Unbestritten hingegen ist seine besondere nationalistisch orientierte Denkweise, die so weit ging, dass er die Wurzeln des Türkentums in Mittelasien bis auf Attila und Dschingis Khan in glorifizierender Art zurückgeführte und die Lehrmeinung verbreiten ließ, die Türken seien eines der ältesten Völker der Welt, von dem viele der anderen Völker direkt oder indirekt abstammten; eine Lehrmeinung, die heute noch in der Türkei vorhanden ist. Außenpolitisch hatten insbesondere seine Befreiungskämpfe Wirkung. So verehrte ihn 1944 Indiens späterer Ministerpräsident Dschawaharlal Nehru als Vorkämpfer der Unabhängigkeit von den Kolonialmächten. Das Gedenken an Mustafa Kemal Atatürk ist in der Türkei sehr stark ausgeprägt. Im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) in Istanbul starb Mustafa Kemal am 10. November 1938.

Die Uhren im ganzen Palast stehen entsprechend alter Sitte auf seiner Todesstunde. Zum Todestag Mustafa Kemals wird in der Türkei eine Trauerminute eingelegt, zu der landesweit Sirenen erklingen. Sein Abbild findet sich auf sämtlichen Münzen und Geldscheinen der türkischen Währung. In vielen türkischen Städten stehen mehrere Atatürk-Statuen auf öffentlichen Plätzen und Parks. Daneben befinden sich in fast allen öffentlichen Gebäuden Büsten von Atatürk und einige Einrichtungen tragen seinen Namen: der Atatürk-Staudamm, der Internationale Flughafen Istanbuls (Atatürk Havalimanı) und das Istanbuler Atatürk Olimpiyat Stadı. Als erstes Denkmal Atatürks gilt eine Arbeit des österreichischen Bildhauer Heinrich Krippel auf der Saray-Spitze in Istanbul, welches 1925 entstand. Die Büste wurde zahllose Male reproduziert und findet sich überall im Land. Im Güvenpark in Ankara steht das „Denkmal des Vertrauens“. Es wurde 1935 nach den Entwürfen der österreichischen Bildhauer Clemens Holzmeister, Anton Hanak und Josef Thorak errichtet und trägt als Inschrift ein Zitat von Atatürk: „Türke, rühme dich, arbeite und vertraue. (Türk, öğün, calış, güven.).“ Das „Siegesdenkmal“ Atatürks des italienischen Bildhauers Pietro Canonica von 1927 auf dem Sieges-Platz in Ankara zeigt ihn in Uniform. Das „Republik-Denkmal“ (1927) des österreichischen Bildhauers Heinrich Krippel auf dem Ulus-Platz in Ankara zeigt Atatürk auf einem Pferd und soll den türkischen Freiheitskampf symbolisieren. 

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05 11 2018
By: TKG 0

„Menschlichkeit ist stärker als Hass“

IKG und US-Botschaft gedenken gemeinsam den Opfern von Pittsburgh

Rund 250 Menschen waren am Freitag dem Aufruf von IKG und U.S. Embassy Vienna in den Wiener Stadttempel gefolgt, um den Opfern von Pittsburgh zu gedenken. Diese 11 Menschen mussten sterben, nur weil sie in der Tree-of-Life-Synagoge gebetet haben.

Wien. Die berührende Zeremonie in der Seitenstettengasse haben neben Präsident Oskar Deutsch, Oberrabbiner Arie Folger, Oberkantor Shmuel Barzilai, Charge d’affaires der USA Steve Hubler und der Chor des Stadttempels mitgestaltet. Zahlreiche Botschafterinnen und Botschafter europäischer Staaten wohnten der Zeremonie bei, ebenso wie Staatssekretärin Karoline Edtstadler und die Türkische KULTURgemeinde in Österreich.

Hier ein Auszug aus der Rede von IKG-Präsident Oskar Deutsch:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es waren Juden – wie wir.
Es war eine Synagoge – wie diese.
Elf Menschen wurden ermordet, weil sie Juden waren
– weil sie am Shabbat in ihrer Synagoge waren.

Der Talmud sagt: „Kol Israel Eravim Se Lase“
– „Alle Juden sind füreinander verantwortlich.“
Egal wo Jüdinnen und Juden angegriffen werden – wir fühlen nicht nur mit ihnen, es ist wie ein Angriff auf uns selbst, auf unsere Familie.
Aber das Leid der Hinterbliebenen in Pittsburgh können wir nicht nachempfinden. Die Lücke, die der Attentäter über die jüdische Gemeinde in Pittsburgh gebracht hat, ist in Worten nicht zu beschreiben.

80 Jahre nach den Novemberpogromen müssen wir feststellen, dass der Hass immer noch gedeiht.
Diesmal kam er aus dem rechtsextremen Eck, eine Ecke, die einzelne gerne verharmlosen – auch bei uns in Österreich.
Ob rechtsextrem, linksextrem oder islamistisch – der Antisemitismus in den Worten verwandelt sich wieder und wieder in einen Antisemitismus der Taten. Dieser Hass ist tödlich.

Weltweit gedeiht der Hass. Antisemitische Verschwörungstheorien haben Konjunktur. Der Jude wird als Bösewicht dargestellt. Nur wird er heute oft anders genannt, der Antisemitismus wird verschleiert.

Früher wurde „der Jude“ als Schädling bezeichnet, heute wird Jude durch „Israel“ ersetzt.

Früher wurden Juden einer Weltverschwörung bezichtigt, nach der Shoah gingen Antisemiten zu Codes über: Das Feindbild „Rothschild“ heißt heute „Soros“.

Früher wurde gegen Juden als Ritualmörder gehetzt, heute wird das Schächten als Ritualmord dämonisiert.

Dass wir heute gemeinsam mit Freunden der US-Botschaft und unserer Gemeinde gedenken – ist ein wichtiges Zeichen.
Wir tun das, weil wir als Menschen zusammenstehen, weil Menschlichkeit stärker als Hass ist.

Hass ist nicht nur ein schnell dahingeschriebenes Facebook-Posting oder ein Tweet. Hass kann töten. Daran erinnert der Anschlag von Pittsburgh.

Der Mörder von Pittsburgh war auf rechtsextremen Plattformen unterwegs. Dort wurde auch sein Hass genährt.

Nächste Woche jähren sich die Novemberpogrome zum 80. Mal. Im Jahr 1938 waren sie der Auftakt zur Schoah.

Wieder werden wir sagen: „Nie wieder“
Wieder werden wir fordern: „Niemals vergessen“
Aber was tun wir? Was tut die Politik, die Staatengemeinschaft, die Medien?

Die Jüdische Gemeinde mahnt. Wir sind laut. Wir treten gegen jede Form des Hasses auf, gegen Antisemitismus und gegen Rassismus.
– weil wir in den Jahrtausenden der jüdischen Geschichte ein feines Sensorium für gesellschaftliche Fehlentwicklungen bekommen haben.

Vor 37 Jahren, am 29. August 1981, haben zwei palästinensische Terroristen diesen Stadttempel angegriffen. Zwei Menschen starben.
Schon zwei Jahre zuvor gab es einen versuchten Anschlag in Wien. Und in ganz Europa gab es in den 1970er -Jahren mehrere Attentate gegen Israelis, gegen Juden.

Die jüdischen Gemeinden in Europa haben ihre Konsequenzen gezogen und massiv in Sicherheit investiert.
Heute, 80 Jahre nach den Novemberpogromen, sind jüdische Gemeinden professionell geschützt. Eigene Sicherheitsleute, die Polizei – ohne diesen Maßnahmen ist jüdisches Leben in Europa kaum vorstellbar.

In den USA war das bisher anders. Aber anstatt dass wir dem US-Beispiel folgen können, müssen amerikanische Gemeinden darüber nachdenken, wie sie ihre Mitglieder besser schützen können, sie müssen dem europäischen Beispiel folgen. Das ist doch absurd.

Diesmal war es ein rechtsextremer Antisemit. In Europa waren es in den vergangenen Jahren verstärkt muslimische Judenhasser
– Toulouse 2012, Burgas 2012, Brüssel 2014, Kopenhagen und Paris 2015.

Egal von welcher Seite Antisemitismus kommt, er ist nicht mehr oder weniger schlimm als der andere. Es gibt kein Ranking! Es ist dieselbe Feindseligkeit, die, wenn sie nicht bekämpft wird, tödlich endet.

Wir alle – Juden, Christen, Muslime, Agnostiker, Atheisten und Andersgläubige – wir alle müssen aufstehen, wir alle müssen Menschlichkeit in den Mittelpunkt rücken – und wir dürfen nicht wegschauen.
Um es mit Elie Wiesels Worten zu sagen: „Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit.“

Shabbat Shalom!

Quelle: IKG

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27 10 2018
By: TKG 0

TKG: Angriff auf Synagoge- Wir verurteilen auf das Schärfste

Angriff auf Synagoge mit elf Toten sorgt für Entsetzen nicht nur  in den USA sondern auch in Österreich.

Ein schwer bewaffneter Angreifer hat am Samstag in einer Synagoge in Pittsburgh um sich geschossen und mindestens elf Menschen getötet. Sechs weitere Menschen wurden verletzt, darunter vier Polizisten, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.  Der Angreifer hatte während einer Zeremonie zur Namensgebung für ein Baby am Sabbat-Tag das Feuer eröffnet. Dabei soll er Medienberichten zufolge „Alle Juden müssen sterben!“ gebrüllt haben. Nach Behördenangaben war er mit einem Sturmgewehr und mindestens drei Handgranaten bewaffnet. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei wurde er festgenommen und in ein Krankenhaus eingeliefert.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)  verurteilt  dieser aus der rechtsextremen Szene stammende terroristischen Schandtat.  Egal welcher Religion wir angehören oder nicht was uns verbinden sollte ist Menschlichkeit, Moral, Zivilisation, Anstand und Verstand. Wer diese Werte nicht verteidigt und nicht verstanden hat kann egal aus welchen Kreis, Nation und welche Religion nicht unser Freund bzw. Partner sein.

Unser aufrichtiges Beileid, Solidarität und tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer . Wir  wünsche den Verletzten rasche Genesung.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)
Obmann
DI Birol Kilic

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26 10 2018
By: TKG 0

TKG: „Alles Gute zum Nationalfeiertag“

Österreich feiert mit seinem Nationalfeiertag die „immerwährende Neutralität“ ab 26.OKTOBER.2018 und Türkische Kulturgemeinde(TKG) feiert mit.

Wien (OTS) – Für die Türkische Kulturgemeinde in Österreich bedeutet Demokratie  vom Volk gewählte Regierung und Republik dem Gemeinwohl dienende Politik. Es ist wichtig, dass Österreichs Engagement für Frieden, für Menschenrechte und Menschenwürde auch global vertreten wird.Nach dem 26. Oktober 1955 konnte Österreich auch darangehen ein Instrument aufzubauen, das die Aufgabe hatte, die neu erreichten Werte Frieden, Freiheit, Rechtsstaat, SäkularitätGewaltenteilung und Unabhängigkeit zu schützen und souveränes Österreich zu verteidigen. Deswegen brauchen wir mehr „Frieden in der Heimat, Frieden in der Welt“ Deswegen ist die Nationalfeiertag für die TKG Tag des Friedens.

Es lebe die Republik Österreich! Alles Gute zum Nationalfeiertag und die „immerwährende Neutralität“

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

Herzliche Gratulation! Republiksgründung 1918


Vor genau 100 Jahren! 
Am 21. Oktober 1918

Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) in Österreich gratuliert  herzlich. Republiksgründung 1918: Am 21. Oktober 1918, vor genau 100 Jahren, fand im Landtagssaal im Palais Niederösterreich in Wien die Provisorische Nationalversammlung statt. Die Repräsentanten haben damals proklamiert, dass sie eine Republik wollen. Am historischen Tag und Ort, zur historischen Stunde halten heute Nationalrat und Bundesrat zur Erinnerung eine gemeinsame Festsitzung ab. ORF III überträgt die Festsitzung ab 17.00 Uhr, der Livestream ist auch über die Parlamentswebsite www.parlament.gv.at abrufbar.

Foto: Konstituierende Sitzung der Provisorischen Nationalversammlung für Deutschösterreich am 21. Oktober 1918 im Niederösterreichischen Landhaus in der Wiener Herrengasse © ÖNB

Das Jahr 1918. Eine dramatische Zäsur in der österreichischen Geschichte. Das Ende der Habsburgermonarchie und der Aufbruch in die neue Staatsform der demokratischen Republik, bei der das Recht vom Volk ausgeht und Frauen erstmals in der Geschichte des Landes das Wahlrecht erlangen, bedeutete eine fundamentale Veränderung der Gesellschaft in Österreich – und in Europa.

 „Auch in der Eröffnungsausstellung des Hauses der Geschichte Österreich, die im November 2018 eröffnet wird, sind uns diese internationalen Bezüge besonders wichtig.“

Demokratie, so wird das Haus der Geschichte Österreich nicht zuletzt in seiner Eröffnungsausstellung im November 2018 zeigen, ist keine Selbstverständlichkeit, denken wir an die Jahre der Diktatur 1933 bis 1938 und insbesondere an die Zeit des nationalsozialistischen Terrorregimes. Gerade der Blick auf die Jahre ohne Demokratie lässt uns erkennen, dass die Demokratie jene Staatsform ist, die dem Individuum die größtmögliche Teilhabe und Freiheit ermöglicht. Demokratie ist somit ein tagtäglicher Aushandlungsprozess um ihren bestmöglichen Zustand. Die Anfänge der Ersten Republik werden in der informativen Broschüre, wie es auch im Haus der Geschichte Österreich gehandhabt werden wird, der historische Kontext herausgestrichen, ohne den die Entwicklungen um 1918 nicht nachvollziehbar sind.

„So rasch die Erste Republik auch scheitern sollte, so beeindruckend ist es zugleich, dass die österreichische Revolution 1918 nahezu unblutig gelang. Die Etablierung des allgemeinen, gleichen und freien Wahlrechtes für beide Geschlechter war ein demokratiegeschichtlicher Meilenstein.“

Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich, Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek
Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich am 12. November 1918 vor dem Parlament, Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

Dank der Texte renommierter Historikerinnen und Historiker am neuesten Stand der historischen Forschung gibt die Broschüre „1918-2018 Die Anfänge der Republik Österreich im internationalen Kontext“ einen spannenden und informativen Überblick über jüngste Erkenntnisse zu den Jahren des Aufbruchs ins Ungewisse.

„Auch in der Eröffnungsausstellung des Hauses der Geschichte Österreich, die im November 2018 eröffnet wird, sind uns diese internationalen Bezüge besonders wichtig“, betont Direktorin Monika Sommer, denn „so rasch die Erste Republik auch scheitern sollte, so beeindruckend ist es zugleich, dass die österreichische Revolution 1918 nahezu unblutig gelang. Die Etablierung des allgemeinen, gleichen und freien Wahlrechtes für beide Geschlechter war ein demokratiegeschichtlicher Meilenstein“.

Alles rund um das Jahr 1918 – Jetzt zum freien Download verfügbar

Das Haus der Geschichte Österreich hat in Kooperation mit der kulturpolitischen Sektion des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) eine Broschüre mit 14 Texten zur Republikgründung 1918 initiiert, die sich diesen zentralen Jahren der Österreichischen Zeitgeschichte von verschiedenen Blickwinkeln aus annähern. Nicht nur Vertreterinnen und Vertreter Österreichs im Ausland sollen dadurch informiert werden, sondern sie soll auch allen Bildungseinrichtungen frei zur Verfügung stehen.

Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich am 12. November 1918 vor dem Parlament, Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek
Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich am 12. November 1918 vor dem Parlament, Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

 

Die AutorInnen: Dieter A. Binder, Gabriella Hauch, Christa Hämmerle, Helmut Konrad, Wolfgang Maderthaner, Alfred Pfoser, Oliver Rathkolb, Manfried Rauchensteiner, Walter Reichel, Barbara Thosold, Heidemarie Uhl, Helmut Wohnout

Mit Geleitworten von Dr.in Karin Kneissl (Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres), Mag. Gernot Blümel, MBA (Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien), Dr.in Monika Sommer (Direktorin des Hauses der Geschichte Österreich) und Herausgeber Prof. Dr. Helmut Konrad (Universität Graz).

 

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28 09 2018
By: TKG 0

Eurochambres Präsident Leitl-Türkei: „Wirtschaft Integriert“

Der Präsident der europäischen Wirtschaftskammer, Herr Dr. Christoph Leitl, hat den  Obmann der türkischen KULTURgemeinde (TKG) in Österreich- einer Denkfabrik-, in einer sehr freundlichen Atmosphäre empfangen.

Der ehemalige Präsident der Wirtschaftskammer und jetzige Ehrenpräsident hat bezüglich der österreichischen und türkischen Wirtschaft, trotz des Tauwetters, sehr positive, konstruktive, zielführende und vor allem freundliche Neuigkeiten gegeben. Leitl berichtete, dass er zweimal in der Türkei war und bei verschiedenen Organisationen und wichtigen Terminen immer eines zum Ausdruck gebracht hat: „Wir wissen, dass die Wirtschaft integriert ist und wir sehen hier sehr große Möglichkeiten für österreichische und türkische Unternehmer, sich gegenseitig durch verschiedene Investitionen und Kooperationen, in diesen schwierigen Zeiten, bei einem positiven Brückenbau zu unterstützen. Wir ermutigen erfolgreiche Unternehmer, die im Ausland etwas erreichen wollen, auch in der Türkei zu sondieren und natürlich umgekehrt, laden wir alle türkischen Unternehmer ein in Österreich zu investieren.  Wir sind hier um behilflich zu sein, einen nährhaften Boden vorzubereiten.“

Obmann Birol Kilic bedankte sich für den freundlichen Empfang herzlich und sagte, dass die beiden Länder seit 500 Jahren eine wechselvolle Wahrnehmung und Begegnung haben und dass wir hier, besonders für erfolgreiche österreichische Unternehmen in der Türkei, große Chancen sehen.

Kilic: „Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Leitl.  Ein große  Brückenbauer, der uns immer motiviert hat. Wir möchten, dass durch Wirtschaft und besonders durch kulturelle Organisationen beider Länder, in den Bereichen Kunst, Kultur und Wirtschaft die gegenseitige Sympathie und der Respekt erhöht werden. Ich lebe seit 30 Jahren in Österreich, wo ich auch studiert habe, und kann eines sagen: Österreicher sind Freunde aller Nationen und besonders im Ausland, wenn es um die Türkei geht, sehr erfolgreich . Sogar viele österreichische Unternehmer und Wissenschaftler haben das große Vertrauen, von den Gründern der modernen Türkei, Atatürk, gewonnen. Nicht nur der ehemalige berühmte Präsidentenpalast ist von Österreichern architektonisch entworfen und mit Türken gemeinsam aufgebaut worden, sondern die gesamte Landesverteidigung, das türkische Parlament und viele andere Regierungsgebäude. Sie waren in der Türkei auch im Bereich Wasserkraft die Ersten, die beim Aufbau dabei waren, bis hin zu kleinen Technologieunternehmen. Österreicher werden als freundliche, seriöse und gemütliche Menschen empfunden und ich kenne auch sehr viele Österreicher die mit vielen türkischen Unternehmen außerhalb der Türkei, in türkischen Republiken, gemeinsame Projekte führen. Da sehe ich, dass Österreicher etwas können, was Türken nicht können und umgekehrt. Im Ausland zeigt diese Kombination erfahrungsgemäß mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Deswegen wünschen wir uns eine Annäherung zwischen den wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen. Mit einer Population von 80 Millionen sollte ein Land wie die Türkei, mit seinen Nachbarn wie Österreich, mehr zusammenarbeiten.Ein Blick auf die Entwicklung der österreichischen Exporte in die Türkei seit dem Beginn der Zollunion sprechen laut WKO dabei eine deutliche Sprache. Allein in den letzten 20 Jahren seit Inkrafttreten der Zollunion am 01.01.1996 hat sich das österreichische Exportvolumen von rund EUR 246 Mio. auf derzeit EUR 1.310 Mio. mehr als verfünffacht , zwischenzeitlich (2015) fast versechsfacht und es könnte und sollte mehr als 4 Milliarden sein. Allein nach dem Inkrafttreten der Zollunion 1996 hat sich das Exportvolumen innerhalb von fünf Jahren verdoppelt – insgesamt eine klare Erfolgsgeschichte.“

Für die EU- Türkei Zollunion, die am 01.01.1996 in Kraft getreten ist, wünscht Obmann Kilic eine Modernisierung, die unbedingt während des EU- österreichischen Ratsvorsitz zur Sprache kommen sollte, zumindest als positives Signal aus Österreich, das nichts mit der Vollmitgliedschaft zu tun hat, sondern mehr Nutzen für die EU- und österreichische Wirtschaft bringen wird. Das wurde auch von der EU Kommission im Dezember 2016 empfohlen, welche mit der Schlagzeile „EU Kommission schlägt Modernisierung der Zollunion mit der Türkei vor“ tituliert wurde.

 

Allgemeine Informationen:

 

Europäische Kommission schlägt Modernisierung der Zollunion mit der Türkei vor

http://europa.eu/rapid/press-release_IP-16-4468_de.htm

TKG ersucht die Modernisierung der EU-Türkei Zollunion

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180706_OTS0078/tkg-ersucht-die-modernisierung-der-eu-tuerkei-zollunion

Handelsabkommen der EU mit der Türkei

https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Handelsabkommen-Zollunion-EU-Tuerkei.html

Enhancement of EU-Turkey bilateral trade relations and modernisation of the EU-Turkey Customs Union

http://ec.europa.eu/trade/policy/countries-and-regions/countries/turkey/

Österreich – Türkei: Eine historisch verankerte Freundschaft?

 

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17 09 2018
By: TKG 0

Kaleagasi: „Wir glauben an den Rechtsstaat und an die Unantastbarkeit der Menschenwürde“

Der Generalsekretär und CEO des größten Industrieverbands der Türkei (TÜSIAD), Dr. Bahadir Kaleagasi, hat in Wien bei der Einladung der Think Tank Organisation, Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG), über die Beziehungen zwischen Österreich-Türkei und Türkei-EU mit mehreren PolitikerInnen, Industriellen, Journalisten und Experten gesprochen.

TÜSIAD ist die liberale Wirtschaftslobby in der Türkei und deckt mit seinen 4000 Unternehmen 80% des türkischen Außenhandels ab. TÜSIAD Mitglieder bringen mehr als 80% von Gewerbe- und Körperschaftsteuern auf.

Kaleagasi beantwortete die Fragen der Türkischen KULTURgemeinde (TKG) in Österreich wie folgt:

 

 

Herzlich willkommen in Wien, Herr Generalsekretär aus Istanbul. Wie beurteilen Sie die derzeitigen Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei?

Kaleagasi: Vielen herzlichen Dank. Ich glaube, die politischen Differenzen konnten in vielen kritischen Wendepunkten der Geschichte mit einem klaren Kopf, besonnener Rhetorik und kreativen Strategien überwunden werden. Wie Sie auch wissen, ist der globale Wandel beschleunigt. Zu den wichtigen globalen Veränderungsprozessen zählen u.a. Asiens Aufstieg, die ungewöhnliche Präsidentschaftserfahrung in den USA und der fortschreitende Klimawandel. Vielleicht am wichtigsten in historischer Perspektive ist auch die vierte industrielle Revolution, Digitalisierung, grüne Energie, Neurowissenschaften… In diesem Zusammenhang ist die Schnittmenge der realen Agenda in Österreich und der Türkei klar: Energie, Technologie, Handel, Migration und Sicherheit. Als europäische Geschäftswelt teilen wir eine gemeinsame Vision: ein demokratischeres, sichereres und wettbewerbsfähigeres Europa. Österreich und die Türkei haben beide das Know-how und die Erfahrung, einen konkreten Beitrag zu der Realisierung dieser Vision zu leisten.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Österreichern in der Türkei gemacht? Was verbindet Österreich und die Türkei in der Frühgeschichte?

Kaleagasi: Stets positiv. Ich liebe Österreich, weil Österreich aus der wechselvollen Geschichte der letzten Jahrhunderte sehr viel gelernt hat und der demokratische Rechtsstaat als oberstes Gebot angenommen wurde. Österreich kann sich im Bereich Rechtsstaat, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und mit einem unglaublichen Umweltbewusstsein vorbildlich in der Welt behaupten. Respekt. Man sollte dennoch jeden Tag auf die demokratischen Grundwerte achtsam sein. Ich habe in der Türkei, von den österreichischen Unternehmen, immer kreative und soziale Verantwortlichkeit erlebt. Touristen verstärken auch das Image Österreichs; sie sind bei Themen wie Geschichte und Natur immer neugierig, aber auch respektvoll. ÖsterreicherInnen und TürkenInnen verbindet eine intensive fünfhundertjährige Begegnung sowie Wahrnehmung mit Höhen und Tiefen. Wir haben mit dem TKG-Obmann, Herrn Birol Kilic, einen sehr konstruktiven, positiven Überblick über die Menschen in Österreich und allgemein über die wechselhafte Geschichte Österreichs, dessen Innovationen und dem Staat allgemein bekommen. Daher denken wir, dass wir mit mehr Empathie reagieren sollten. Genau das gleiche erwarten wir auch von österreichischer Seite. Man muss die einzigartigen, modernen, säkularen Menschen und ihren Glauben an den Rechtsstaat, die Pressefreiheit, die Menschenrechte und die allgemeinen Werte der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sowie den Glauben an die Unantastbarkeit der Menschenwürde immer im Auge behalten. Für uns bedeutet die EU und Österreich die gemeinsame Verteidigung dieser Werte. Wir bitten hier in aller Höflichkeit, die Türkei aus Ihrer Innenpolitik herauszuhalten und uns für die Werte zu unterstützen. Wir haben auch von Herrn Kilic Folgendes erfahren, was nicht vergessen werden sollte: 1923 gründete Mustafa Kemal Atatürk die Republik Türkei. An der Gestaltung des Regierungsviertels der neuen Hauptstadt Ankara wirkten zahlreiche österreichische Architekten, unter ihnen Clemens Holzmeister, mit. Zu Holzmeisters wichtigsten 15 Bauten gehören das Parlament, der Präsidentenpalast, einige Ministerien und Banken sowie das Gebäude der österreichischen Botschaft. Der Bildhauer Heinrich Krippel schuf das berühmte Reiterstandbild „Atatürks in Samsun“. Auch heute sind die aktuelle Architektur und Fragen des modernen, energieeffizienten Wohn- und Sozialwohnbaus wichtige Themen im Dialog zwischen Österreich und der Türkei. Es gibt noch sehr vieles hier als Beispiel.

Was erwarten Sie von der österreichischen Bundesregierung?

Kaleagasi: Nicht nur von der österreichischen Bundesregierung, sondern von allen EU-Mitgliedstaaten und natürlich und vor allem auch von unserem Land, der Türkei, erwarten wir, dass sie rationale und strategische Politik generieren, ohne kurzfristige taktische Fehler zu begehen.

Was meinen Sie damit genau?

Kaleagasi: Wenn wir uns die EU-Türkei-Integrations-Partnerschaft anschauen, gibt es greifbare Themen, bei welchen man konkrete Fortschritte erzielen kann: die Modernisierung der seit 01.01.1996 bestehenden Zollunion zwischen der EU und der Türkei, die digitale Wirtschaft, Energie, Sicherheit, Migration und die Bekämpfung des Klimawandels. Eine Harmonisierung und ein gemeinsames Vorankommen in all diesen Bereichen würden einen wesentlichen Beitrag zum Frieden, zur Sicherheit und zum Wohlstand aller europäischen Bürger leisten.

Die Türkei kann bereits durch die Zollunion seit 1. Jänner 1996 als privilegierter Partner betrachtet werden. Gibt es Ihrer Meinung nach noch Verbesserungswünsche, ohne dass die Türkei Vollmitglied der EU sein muss?

Kaleagasi: Wir müssen hier in aller Freundschaft etwas unterstreichen. Die privilegierte Partnerschaft funktioniert zunächst nur, wenn sie vorübergehend ist. Das Dilemma, welches das Vereinigte Königreich derzeit bei Brexit-Verhandlungen erlebt, ist ein Beweis dafür. Zweitens sollte die EU in einer sich ausweitenden, globalen Ordnung nicht schrumpfen. Im Gegenteil, sie sollte einen größeren Bereich von Demokratie, Wirtschaft und Sicherheit darstellen. Sie sollte auch ein besser funktionierendes Governancesystem, d.h. politische Steuerung und Koordination haben. Außerdem wird die Vollmitgliedschaft in der EU in naher Zukunft von einem Modell der sogenannten „differenzierten Integration“ abhängen.

Was bedeutet „differenzierte Integration“ in der EU und die Vollmitgliedschaft in der EU für die Türkei?

Kaleagasi: Ganz einfach. In der Mitte befindet sich dann eine eher föderale Kern-EU, die Eurozone. Rundherum ein breiterer EU-Kreis. Die Türkei wird ein EU-Mitglied in diesem flexiblen Modell sein; natürlich soweit sie alle notwendigen demokratischen und rechtlichen Bedingungen erfüllen kann. Priorität für heute ist, zum Thema Vollmitgliedschaft der Türkei, für die Reifezeit der Bedingungen abzuwarten und sich in der Zwischenzeit auf konkrete Bereiche zu konzentrieren, wie zum Beispiel die Modernisierung der bestehenden Zollunion, Energie, digitaler Binnenmarkt, innere und äußere Sicherheit… Das wäre zum Vorteil Österreichs und auch zugunsten der Werte und Interessen der EU-BürgerInnen und der BürgerInnen der Türkei. In diesem Sinne müssen Politiker in allen europäischen Hauptstädten ehrlich, weise und visionär handeln. 

Welche Branchen profitieren am meisten von den Handelsbeziehungen?

Kaleagasi: Eigentlich alle. Entscheidend ist, dass Unternehmen globale Trends, digitale Transformation und lokales Marketing gut verstehen können. Die Türkei ist ein europäisches Land, welches sich der EU-Binnenmarktvorschriften zum großen Teil angepasst hat. Zur gleichen Zeit hat die Türkei einen gewissen asiatischen, dynamischen Unternehmergeist. Die Türkei ist Europas europäisch-asiatisches Tor. Diejenigen Unternehmen, die das richtig verstehen und interpretieren können, machen immer lukrative Geschäfte.

Haben Ihre Mitglieder auch in Österreich Investitionen getätigt?

Kaleagasi: Ja, aber im Vergleich zu anderen EU-Ländern weniger. Zu deren Erhöhung würde die Aktualisierung bzw. Modernisierung der türkischen Zollunion mit der EU, hervorragende Möglichkeiten schaffen. Dadurch werden neue Investitionen und Beschäftigungen auf beiden Seiten zunehmen.

Glauben Sie, dass sich die Türkei von derzeitigen wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Schwierigkeiten in absehbarer Zeit erholen wird?

Kaleagasi: Ja. Auf kurze Sicht geht es vor allem um einen dringenden Aktionsplan, der den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspricht. Im Mittelpunkt dieser Vorschläge muss eine straffe Geldpolitik, eine Fiskalpolitik, mit zugehörigen Sparmaßnahmen, gezielt auf eine rückläufige Inflationsrate, bessere Beziehungen zur EU und die Lösung bestehender Probleme mit den USA, im Rahmen der strategischen Partnerschaft, stehen. Implementiert die Türkei die erforderlichen Maßnahmen in Bereichen wie Steuern, Arbeitsmärkte, Energie und Ausbildung durch eine ehrgeizige Strukturreformagenda und setzt wieder Demokratisierung als Priorität an die Tagesordnung, kehrt sie schnell zurück zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum und sozialer Entwicklung.

Die Türkei ist für die EU und Österreich wichtig sagen Sie. Warum?

Kaleagasi: Eine stabile Türkei ist sehr wichtig für ein stabiles Europa und vor allem für Österreich. Eine instabile Türkei exportiert auch Instabilität.  Alle europäischen Länder sind eigentlich wichtig füreinander. Eine EU, die sich in einer multipolaren Welt stärkt, ist nur durch eine erweiterte EU möglich, die ihren Einfluss ausbaut. Eine Innovationsgemeinschaft, die dem Geist des 21. Jahrhunderts entspricht, braucht eine diversifizierte EU mit Zuversicht. Nur eine EU, die ihre eigenen Transformationsmaßnahmen betreibt und ihren Einflussbereich erweitert, kann als ein Vorbild im Mittelpunkt für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Grundrechte und Grundfreiheiten in der Welt agieren. Nur eine solche EU kann zu den Regulatoren für Technologien der künstlichen Intelligenz gehören. Die jüngste Geschichte zeigt, dass es immer positive Ergebnisse für die Bürger beider Seiten gebracht hat, die Türkei im europäischen Integrationsprozess zu halten. Das ist eine faktische Realität. Etwas anderes zu tun, um die Türkei vom positiven Einfluss der EU fernzuhalten, war immer ein Teil des Problems. Das ist auch eine datenbasierte Realität. Für ein wohlhabenderes und sicheres Europa ist und bleibt die Türkei Europas südöstlicher Pfeiler.

Welche Tipps geben Sie Investoren, die dort investieren wollen?

Kaleagasi: Kombinieren Sie globale, europäische und österreichische Ansätze mit den mittelfristigen Potenzialen der Türkei. Wir sind hier, um Sie dabei zu unterstützen und objektiv durch Herausforderungen, Risiken und Chancen zu führen.

Vielen Dank. 

 

 

Info und Links:

TÜSİAD ist der größte Verband in der Türkei, als Interessensvertreter des Privatsektors des Landes. Die Mitglieder der TÜSIAD sind türkische und internationale Unternehmen. TÜSİAD ist Mitglied der European Business Confederation BusinessEurope und der Global Business Coalition parallel zur G20. Neben dem Hauptstadtbüro in Ankara besitzt TÜSİAD ein Netzwerk von sechs Auslandsrepräsentanzen in Brüssel, London, Paris, Berlin und Washington, D.C. sowie Business-Netzwerke in China, Golfregion und Silicon Valley.

TÜSİAD

https://tusiad.org/tr/

Dr. Bahadir Kaleagasi

https://en.wikipedia.org/wiki/Bahadir_Kaleagasi

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03 09 2018
By: TKG 0

Cem Mansur mit dem Turkish National Youth Philharmonic Orchestra in Wien-Do 13.09. um 19:30

100 aus sämtlichen Konservatorien der Türkei ausgewählte Talente von 16 bis 22 Jahren stehen gemeinsam auf der Bühne.

Einladung: Do 13.09. um 19:30 Uhr spielt das Turkish National Youth Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Cem Mansur, das Eintritt ist frei.

Aus sämtlichen Konservatorien der Türkei ausgewählte Talente von 16 bis 22 Jahren stehen gemeinsam auf der Bühne.  Eines der Steckenpferde ist das „Labor of Democracy“: Hier unternimmt Orchesterleiter Cem Mansur mit den Jugendlichen und dem Publikum eine Reise, die die Struktur eines Orchesters als perfekte Metapher für das Lernen von Koexistenz, Führung, Selbstachtung und Verantwortung zeigt.

Das Orchester, das 2007 mit Unterstützung der Sabanci-Stiftung gegründet wurde, tritt seit dem ersten Konzert mit dem großen Pianisten Murray Perahia international auf. Doch nicht nur die Auftritte in den renommiertesten Konzerthäusern Europas, auch Workshops und Seminare über Musik sind als soziales Werkzeug zum festen Bestandteil geworden. Eines der Steckenpferde ist das „Labor of Democracy“: Hier unternimmt Orchesterleiter Cem Mansur mit den Jugendlichen und dem Publikum eine Reise, die die Struktur eines Orchesters als perfekte Metapher für das Lernen von Koexistenz, Führung, Selbstachtung und Verantwortung zeigt.

Interpretinnen & Interpreten:
Turkish National Youth Philarmonic Orchestra
Dirigent: Cem Mansur
Soloistin: Alena Baeva, Violine

Programm:

Leonard Bernstein (1918-1990) Serenade for solo violin, strings, harp and percussion after Plato’s “Symposium”
Cemal Reşid Rey (1904-1985). “İnstantanés”
Leonard Bernstein: Divertimento for Orchestra
Eintritt: frei
Anmeldung über das ORF RadioKulturhaus Kartenbüro

 

Der Dirigent Cem Mansur

Foto:(c)TYO

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31 08 2018
By: TKG 0

TKG STELLUNGNAHME ZU SARRAZINS BUCH !

Stellungnahme der Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bezüglich Sarrazins neuem Buch:

Wir würden, als liberale, säkulare Muslime aus der Türkei in Österreich, die wir nicht alle vertreten, sehr gerne Herrn Thilo Sarrazin und sein zweites Buch „Feindliche Übernahme“ unterstützen.

Wir haben immer, bei unseren österreichischen und deutschen Ansprechpartnern, egal ob aus der Politik, Medien, Bürokraten bzw. aus Religionsgemeinschaften, um eines gebeten: “ Bitte die Spreu vom Weizen zu trennen. Nicht pauschalisieren. Wissen aneignen und sachlich bleiben, damit wir zusammen für die freiheitliche, demokratische Grundordnung als wehrhafte Demokraten zusammen auf Augenhöhe kooperieren können. Und hier haben wir Säkularität als Sauerstoff der Demokratie definiert.  Wir sind keine Hoftürken bzw. keine Hofmuslime und möchten keine werden sondern wir wollen bewusste Bürger bzw. Citiyons der Republik Österreich bzw. EU werden mit gleichen Rechten und  natürlich mit gleichen Pflichten.“

 

Das Buch von T. Sarrazin ist schlecht recherchiert (E.E.):

Antwort: Prof. Dr. Aziz Sancar und andere

Aziz Sancar Aziz Sancar (8. September 1946 in Savur, Provinz Mardin, Türkei) ist ein türkisch-amerikanischer Genetiker. Für 2015 wurde ihm „für die mechanistischen Studien zur DNA-Reparatur“ gemeinsam mit Tomas Lindahl und Paul Modrich der Nobelpreis für Chemie zugesprochen.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Aziz_Sancar?wprov=sfti1

 

Hetzebuch -Volksverhetzung

Thilo Sarrazins neues Buch „Feindliche Übernahme“ ist wie sein vorheriges Buch „Deutschland schafft sich ab” weder ein Fachbuch, ein Informationsbuch noch ein Provokationsbuch, sondern ein Hetzebuch (Volksverhetzung), in dem biologisch und kulturell gefärbter Rassismus mit den folgenden Worten vertreten wird: „Die religiös gefärbte kulturelle Andersartigkeit der Mehrheit der Muslime und deren steigende Geburtenzahlen gefährden offene Gesellschaft, Demokratie und Wohlstand.

Die liberalen Muslime aus der Türkei, aus Deutschland und aus Österreich, mit einer säkularen Einstellung gegenüber dem Staat und der Gesellschaft, fühlen sich sicher nicht von Sarrazin und seinen verallgemeinernden Ansichten vertreten. Er schreibt in dem Buch immer von liberalen Muslimen, oder angeblich liberalen Quellen muslimischer Wissenschaftler, als ob er hier auch uns vertritt oder eine Stimme für alle ist und tut so, als ob er uns dadurch stärken würde. Sarrazin beruft sich auf liberale muslimische Stimmen in Deutschland. Wer sind die Brandstifter die als Feuerlöscher auftreten überhaupt?

Das ist eine Farce, Manipulation, Verdrehung, Verdunkelung, Vernebelung der hinterhältigen, hinterlistigen und doppelmoralischen Ziele von Thilo Sarrazin und seinen Unterstützern. Sarrazin unterstützt mit diesem Buch den politisierten Glauben und die Fundamentalisten der islamischen Welt, insbesondere in Deutschland und in Österreich und spaltet nicht nur die Gesellschaft, sondern missbraucht Meinungsfreiheit und hetzt pauschal gegen Menschen, die aus dem Islamischen Kulturbereich stammen. Die Geschichte ist da, um aus der Geschichte zu lernen.

Wir sollten aus der Gesichte in  der EU vor allem lernen.

Wir erheben Einspruch!

TKG Thesen

Volksverhetzung unter dem Deckmantel Religionskritik? 

Unter dem Vorwand „Meinungsfreiheit“ darf man in Deutschland auch nicht Juden satanisieren, Talmud & Tora manipulieren und aus dem historischen Kontext und Zusammenhang reißen, um die Juden, das Judentum (und den Glauben über TALMUD ) pauschal zu schikanieren bzw. terrorisieren und zu verächtlichen.

In Wahrheit muss man unbedingt betonen: Mit Sarrazin der anscheinend unter „Confirmation Bias“ (Bestätigungsfehler) leidet, eine Islamdebatte zu führen, ist, als ob man mit Goebbels über Judentum diskutieren würde…  

Man kann hier nicht von einer Verantwortungslosigkeit, Provokation, Meinungsfreiheit oder Religionskritik reden, sondern von einer puren Volksverhetzung ersten Grades. In dem Buch werden „alle Muslime mit Erbdummheit“ verächtlich bezeichnet und schikaniert, was für uns lächerlich ist, aber in der Öffentlichkeit wird das Buch wie „Mein Kampf“ de facto von manchen Parteien, NGOs und Zeitungen propagiert und damit Deutschlands freiheitliche demokratische Grundordnung zerstört, da hier vorsätzlich und absichtlich Hass gestachelt und mit der Würde der Menschen gespielt wird. 

Wir sind als säkulare Österreicher mit türkischer Abstammung gegen jeglichen politisierten Glauben, insbesondere gegen die fundamentalistischen Bewegungen aus unseren Kreisen, die wir seit Jahren in Österreich durch Verstand, Vernunft, Kritik und Aufklärung und einem tiefen Glauben an die österreichische Demokratie und den Rechtsstaat, hart bekämpfen.  

Wir brauchen keine Freunde wie Sarrazin! Wenn man solche Volksverhetzer als Freunde hat, braucht man keine Feinde!

 

Deutschland-Art. 1 Absatz 1 Grundgesetzt

 

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
 

„Unter Menschenwürde versteht man die Vorstellung, dass alle Menschen unabhängig irgendwelchen Merkmalen wie etwa Herkunft, Geschlecht oder Alter denselben Wert haben, da sie sich alle durch ein dem Menschen einzig gegebenes schützenswertes Merkmal auszeichnen, nämlich die Würde. Seine Verankerung als erste Norm des Grundgesetzes ist eine bewusste Reaktion auf die massive Missachtung der Menschenwürde im Nationalsozialismus.

Im Verständnis des Bundesverfassungsgerichts  bezieht nach der Ordnung des Grundgesetzes der Staat seine Legitimation allein daraus, dass er den Menschen konkret dient. Die Menschenwürde ist damit der oberste Grundwert und die Wurzel aller Grundrechte. Als einzige Verfassungsnorm gilt die Menschenwürde absolut, sie kann durch keine andere Norm beschränkt werden, auch nicht durch ein anders, von der Menschenwürde abgeleitetes Grundrecht.“

 

Die Volksverhetzung ist in Deutschland ein Äußerungsdelikt nach §130 StGB: Volksverhetzung,
auch in Österreich, nach §283 StGB: Verhetzung.   

Unserer Meinung nach stört der Deutsche Herr Thilo Sarrazin mit dem Buch „Feindliche Übernahme“, unter dem Vorwand Religionskritik, den öffentlichen Frieden vorsätzlich.  

Er stachelt Hass an bzw. fordert Willkürmaßnahmen gegen eine nationalistische, rassistische, religiöse und durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, kurz, alle Muslime in Deutschland und Österreich wegen der Zugehörigkeit zu der Islamische Religion.  

Herr Sarrazin greift die Menschenwürde in dem Buch dadurch an, dass er vorbezeichnete Gruppen und Teile der Bevölkerung beschimpft, schikaniert, böswillig verächtlich macht und pauschal verleumdet. Unter dem Vorwand der freien Meinungsäußerung übt Sarrazin mit diesem Buch pure Verhetzung gegenüber einer Religionsgemeinschaft in Deutschland und in Österreich aus.  Vorsicht: Deutschland und Österreich verlieren damit ihre moralische Überlegenheit bzw.Deutungshoheit.

Zwischenfrage:
Rechtstaat oder  mit Sarrazins Willkür Un·rechts·staat gegen Moslem.

Der Begriff Unrechtsstaat gegen Katholiken in Deutschland? 

„Der Begriff wird auf den preußischen Katholiken  Peter Reichensperger (1810–1892) zurückgeführt. Mit dem Begriff des Unrechtsstaates wollte Reichensperger andeuten, dass Preußen ein solcher würde, wenn es die Rechte seiner katholischen Untertanen beschneidet. In der 24. Sitzung der  Zweiten Kammer des Preußischen Landtags am 12. Februar 1853 äußerte der Abgeordnete Reichensperger: „Ich denke, der Rechtsstaat besteht darin, dass der Obrigkeit das Schwert zum Schrecken der Bösen anvertraut ist, und zum Schutze derer, die in ihrem Recht sind, ihr Recht üben; einen Unrechtsstaat würde man dagegen meines Erachtens denjenigen zu nennen haben, welcher die Unruhestifter schützen und diejenigen bedrohen wollte, die in ihrem Rechte sind.“

 

Sarrazins Quellen: Leserbriefe und „Achse des Guten“

Die von Sarrazin verwendeten Quellen zeigen eines deutlich: Er verwendet keine seriösen, sachkundigen Quellen. Er zitiert hinterlistig Islamwissenschaftler sowie Vertreter des angeblichen liberalen Islams in Deutschland. Wenn man die Quellen genau unter die Lupe nimmt sieht man, dass sich die Mehrheit seiner Quellenangaben auf Zeitungs- und Fernsehbeiträge, bis hin zu Leserbriefen der BILD Zeitung, sowie auf Internetportale wie die als antiislamisch bekannte Hetze-Webseite „Achse des Guten“, beziehen. Das sind Sarrazins Quellen.

Er macht keine objektive bzw. profunde Analyse, sondern baut auf Verzerrung, Manipulation von Fakten und Geschichte. Unter dem Deckmantel der Sachlichkeit, die er versucht, durch das Anführen mehrerer Statistiken mit angeblichen Fußnoten, zu untermauern, steckt im Wesen ein feindliches, hetzerisches, kulturrassistisches, antiislamisches Hetzebuch.

Sarrazin und Kulturalismus (Kultureller Rassismus-Neorassismus)

In Sarrazins neuem Buch wird ein Kapital mit dem Titel „Erbdummheit der Muslime“ (S. 144 u. S. 499) unverschämt benannt.

Laut Experten:

„….-führt Sarrazin unter diesem Kapital anders als in „Deutschland schafft sich ab“ – nichts mehr auf biologisch-genetische Ursachen zurück, sondern auf den kulturellen Einfluss des Islams. Ihn macht er in Kapitel 3 für eine unumkehrbare Dummheit aus Mangel an intellektueller und kreativer Intelligenzentwicklung der Muslime verantwortlich. Mehr noch, Sarrazin behauptet ein religionsbezogenes „Intelligenzgefälle“, wobei er den höchsten Bildungsgrad bei Juden, gefolgt von Christen, Religionslosen, Buddhisten und Hindus sieht, wohingegen Muslime die niedrigste formale Bildung hätten (S. 157). Dieser Ansatz wird dem komplexen Phänomen der Intelligenz in kleinster Weise gerecht. Freilich, der Verfasser spricht hier nicht von Rassen oder Ethnien. Doch vom Denkansatz her ist dies nichts anderes als eine kulturell determinierte Spielart von Rassismus im Gewande einer angeblichen Religionskritik, durch die er den vermeintlich hochgebildeten jüdisch-christlichen Westen in Opposition bringt zu den vermeintlich ungebildeten Muslimen. Die Mechanismen seiner Argumentation, die eine Differenz postuliert zwischen den Muslimen und den Anderen, diese abwertend und verallgemeinernd etwa mit Intelligenz in Verbindung bringt und das Ganze benutzt, um die natürliche Überlegenheit der einen Gruppe zu postulieren, erfüllen alle Merkmale, die der französische Soziologe Albert Memmi kulturellen Rassismus benennt.“

-…“Der Faktencheck fällt nicht günstig aus. Mit Jahreszahlen nimmt es Sarrazin nicht genau (etwa bei der Eroberung von Bagdad durch die Mongolen), nicht mit der Geographie (Sudan ist nicht Teil des Maghreb) und auch nicht mit Übersetzungen. Sarrazin schreibt Namen und Vornamen falsch, verwechselt Aleviten und Alawiten, bringt Laizismus und Säkularismus durcheinander. Zu Afrika behauptet er, „viele Problemstaaten in Afrika und Asien“ würden dadurch geeint, „dass die dort lebenden Menschen überwiegend muslimischen Glaubens sind“. 63 Prozent der Einwohner von Subsahara-Afrika sind jedoch Christen; ihre Staaten gehören zu den ärmsten der Welt.“

-..“Je geringer das Wissen, desto sicherer das Urteil. Sarrazin kritisiert die vielen Wiederholungen im Koran und verrät schon damit seine Unkenntnis. Was wie eine Wiederholung erscheint, steht jedes Mal in anderem Kontext, da aus einer Geschichte mehrere Lehren gezogen werden können. So wird der Kontext wichtig. Völlig daneben ist Sarrazins Behauptung, der Koran kenne keine historisch-kritische Exegese. Gerade die „Umstände der Offenbarung“ stehen im Mittelpunkt der islamischen Theologie. Sarrazin aber zitiert Verse ohne diesen Kontext und verschweigt, dass es zu Versen, die etwa zu Gewalt aufrufen, solche gibt, die das Gegenteil fordern. “

-…“Immer wieder kehrt Sarrazin zur Obsession zurück, der Islam vermittle Hass auf die „Ungläubigen“, was ihm „expansive Eroberungskraft“ verleihe. Früher als andere hat der Islam aber das Kriegsrecht kodifiziert und vieles verboten – die Tötung von Frauen, Kindern und Greisen, das Verseuchen von Wasser. Als Leser fragt man sich immerzu, wie eine Religion, wenn sie denn so voller Hass und Rache wäre, wie Sarrazin suggeriert, sich 1400 Jahre halten konnte.

-..“Völlig absurd ist Sarrazins Behauptung, der Islam biete „keinen Anreiz zu einer Wissbegier“, die Muslime hätten nie einen Sinn für das Messen von Zeit und Distanzen entwickelt. Weiß Sarrazin denn nichts von der kreativen Periode der arabischen Wissenschaften, die 800 Jahre gedauert hat? Der Kartograph Biruni hatte bereits im 10. Jahrhundert große Distanzen exakt vermessen. Im 15. Jahrhundert entwickelte Taqi al-Din moderne Uhren mit Gewichtsantrieb oder mit einer konischen Feder, wie sie in Europa erst im 19. Jahrhundert bekanntwurden. Im 16. Jahrhundert erkannten die Muslime den Nutzen der Dampfkraft. Kolumbus segelte mit einem arabischen Kompass in die Neue Welt. Medizin, Chemie und Algebra waren viele Jahrhunderte arabische Wissenschaften. Sarrazin aber schreibt, der Koran habe den „Augenblickzustand in einer primitiven, auf Jagd, Kampf und Macht gestimmten Gesellschaft“ zu einer „religiösen Botschaft mit Ewigkeitscharakter überhöht“.

Rassismus ohne Rassen=Kulturellen-Rassismus =Neo-Rassismus

Kurz, Sarrazin verwendet in dem zweiten Buch keine Rasse, sondern Kultur und Religion die jeglichem Versuch einer Veränderung entzogen sind.
Das nennt man in der Rassismus-Forschung „Rassismus ohne Rassen“, so wie der „Antisemitismus ohne Juden“ bekannt ist. Hier geht man von der Existenz eines Rassismus aus, bei dem der Begriff der Rasse nicht verwendet wird, sondern den man Kulturalismus sowie kulturellen-Rassismus und Neo-Rassismus nennt. In diesem Buch verwendet Sarrazin statt biologischem Rassismus(Deutschland schafft sich ab),  pure kulturellen Rassismus Argumente. Ohne Zweifel.

Die Experten definieren kulturellen Rassismus als: „Naturalisierung des Kulturellen, des Sozialen oder der Geschichte, wodurch diese sozusagen stillgestellt und jeglichem Versuch einer Veränderung entzogen seien. Ideologisch gehört der gegenwärtige Rassismus in den Zusammenhang eines „Rassismus ohne Rassen“, eines Rassismus, der – jedenfalls auf den ersten Blick – nicht mehr die Überlegenheit bestimmter Gruppen oder Völker über andere postuliert, sondern sich darauf beschränkt, die Schädlichkeit jeder Grenzverwischung und die Unvereinbarkeit der Lebensweise und Traditionen zu behaupten.“

Ist diese analogische Schlussfolgerung nicht die abstoßendste und älteste Form von biologischem und kultureller Rassismus, der gewisse genetische Merkmale zum Zentralpunkt sozialer Probleme macht und diese rassistische Haltung unter dem Deckmantel einer Pseudo-Naturwissenschaftlichkeit als korrekt und triftig zu verkaufen versucht?

Solche Thesen haben Rassisten in den USA damals vertreten, als sie behaupteten, dass Schwarzafrikaner den Tieren ähnlicher als den Menschen seien, und dass dies sich dadurch erklären ließe, dass deren Begabungen und Fähigkeiten, die eines Affen ähnlicher wären. Manche (hochrangige Politiker) fühlen sich sogar heute noch in Anbetracht jüngster Vorfälle in der Weltgeschichte durch solche „Feststellungen“ und „Schlussfolgerungen“ überlegen und stufen sich selbst in Folge als „Sozialingenieure“ ein, so wie es Sarrazin tut. Sein Ziel ist es, seine antisoziale und biologische Rassismus-Ideologie in Zukunft auf juristische Grundlagen zu stützen und unter Zuhilfenahme verfälschender Statistiken zu untermauern, so, wie es in der jüngsten Geschichte vorkam. Das ist eine Belastung und Muslime werden als volkswirtschaftliche Schädlinge darstellt.

 

Wie tickt der Sarrazin?

2011 wurde Thilo Sarrazin  zum „Menschen des Jahres“ von der Zeitschrift Profil gewählt. In dem Interview der Ausgabe propagiert  für eine eugenische Demographie. Sarrazin hat in diesem Interview wortwörtlich eine nach Erbkriterien gesteuerte Bevölkerungspolitik mit folgenden Worten argumentiert: „Jeder Hunde- und Pferdezüchter lebt davon, dass es große Unterschiede im Temperament- und Begabungsprofil der Tiere gibt. Und dass diese Unterschiede erblich sind“.

Herr Sarrazin hat damit „die Türken“  in Deutschland und in Österreich mit Hunden und Pferden verglichen.   Wie man weiß, war die nationalsozialistische Rassenhygiene (oder NS-Rassenhygiene), zur Zeit des Nationalsozialismus, die betriebene Radikalvariante der Eugenik. Punkt.

 

Vorbildlich sind sie nicht?

Frau Sarazzin zu japanischer Schülerin: „Du, Suzuki komm her“.

Der Vater: “Frau Sarrazin hat ihm mit der Blockflöte auf den Kopf gehauen.”

Hochzeitsfoto vor 37 Jahren.

Über eine Sammelbeschwerde von gut 50 Eltern aus dem März 2009 berichtet der “Spiegel”. Dort hieß es, dass die Lehrerin “im Unterricht die Beherrschung verliert und die Kinder anschreit”. Eltern eines japanisch-deutschen Jungen hätten sich beklagt, dass Ursula Sarrazin ihren Sohn wiederholt wie eine Automarke in “Suzuki” umtaufe. Dies geschehe “zum Teil unter dem Gelächter der Klassenkameraden, die ihn dann prompt auch so nennen”. Nach einem Bericht des “Tagesspiegels” soll Frau Sarrazin schon 2001 einen Schüler mit einer Flöte geschlagen haben. Der Vater des heute 22-Jährigen sagt: “Frau Sarrazin hat ihm mit der Blockflöte auf den Kopf gehauen.” Ursula Sarrazin verteidigt sich in mehreren Interviews. “Als Lehrer brauche ich Autorität, aber autoritär bin ich nicht. Ich stelle Regeln auf, an die sich die Schüler halten müssen. Das ist doch ganz selbstverständlich”, sagte sie dem “Focus”. “Ich schreie nicht im Unterricht”, sagte sie “Bild am Sonntag”.

Ausschnitt aus der Reportage von BILd am Sonntag NNTAg vom 16.01.11

BILD am SONNTAG: Frau Sarrazin, seit über einer Woche werden in der Öffentlichkeit Vorwürfe von Eltern und Schülern gegen Sie diskutiert. Sie seien zu autoritär, heißt es, würden einschüchtern und beleidigen . . .

URSULA SARRAZIN: Ich weiß, dieses Angstgerücht. das macht mir das Leben übrigens sehr schwer. Ihr Leben wird nicht leichter werden: Morgen konkretisiert der „Spiegel“ diese Gerüchte und berichtet zum Beispiel von einer 13-Jährigen, die auf einem Schulfest über Sie gesagt hat: „Meine Lehrerin war sehr streng und vor allen Dingen schrak ich manchmal davor zurück, wenn sie so laut schrie, dass ihr Kopf leicht rot anlief . . . Das Mädchen war eine ganz normale Schülerin. Ich weiß nicht, warum sie das erzählt hat.“

BILD am SONNTAG: Einen deutschjapanischen Schüler, 8 Jahre alt, sollen Sie vor der gesamten Klasse wiederholt als „Suzuki“(du Suziki komm hier) verhöhnt haben . . .

URSULA SARRAZIN: Das war vor zwei Jahren in der ersten Schulstunde, als ich die Klasse neu unterrichtet habe. Ich konnte mir noch nicht alle Namen merken und habe den japanischen Namen des Schülers S. falsch ausgesprochen, das klang phonetisch wie Suzuki. Ich habe dann Sie als Suziki gerufen. Da haben die anderen Kinder gelacht. Ich habe aber nicht böse gemeint.


Sarrazin, die Quelle der Weisheit?

Was für Juden die “Protokolle der Weisen von Zion” sind, ein seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitetes antisemitisches Pamphlet, ist für Muslime das Buch von Theo Sarrazin mit dem Titel “Deutschland schafft sich ab” und das neue Buch „Feindliche Übernahme“.  Wir können nur alle anständigen Menschen dazu aufrufen, diese von Wissenschaftlern widerlegten Bücher nicht als “Quelle der Weisheit” zu verwenden.

Was denkt Sarrazin über Österreich? 

Auf die Frage, im gleichen Interview von Profil aus der Ausgabe von 2011, was die Österreicher für ein Volk wären, antwortete Sarrazin wortwörtlich: „Ich möchte den Österreichern nicht zu nahetreten. Sie sind eine Abspaltung des deutschen Volks.“ 

Auf die Antwort von Profil: „Das wird die meisten Österreicher nicht sehr freuen“, erwidert Sarrazin: „Aber sie haben ja selbst 1938 mit großer Mehrheit für den Anschluss an das deutsche Volk gestimmt.“ Auf die Profil Frage: „Die Morde an Abtreibungsärzten in Amerika würden Sie aber nicht als Beleg für eine dem Christentum inhärente Gewaltbereitschaft heranziehen, oder?“, gibt Sarrazin folgende Antwort: „Ich rede hier nicht über die USA, sondern über Europa.“

Wir müssen hier, die Spreu vom Weizen trennen und folgende Frage in dem Raum stellen: Was hat Deutschland und Österreich aus der Geschichte gelernt? Welche „Werte“ sind wichtig für Deutschland und Österreich? Man muss das Buch von Thilo Sarrazin nicht gelesen haben, um die abwertenden Thesen, speziell mit Bezugnahme auf „die Muslime“ – wahlweise auch auf „die Türken und Araber“ –, nachzuvollziehen oder rechtfertigen zu können. Auch nach intensiver Befassung bleiben sie tendenziös und pauschal abwertend. Die Grenze des Sagbaren hat sich im Zuge der Debatte verschoben und der Diskursraum hat sich bis an den Punkt öffentlicher Diffamierungen verlagert.

Was für die Juden die “Protokolle der Weisen von Zion” sind, ein seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitetes antisemitisches Pamphlet, ist für die Türken das Buch von Theo Sarrazin mit dem Titel “Deutschland schafft sich ab” und das neue Buch „Feindliche Übernahme“.

Sarrazin und die stolzen Westliche Werte?

Die Goldene Regel der praktischen Ethik der christlichen Wertegemeinschaft besagt: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andern zu.“ Auch der berühmte deutsche Philosoph Immanuel Kant hat hier eine, für die Moralphilosophie wichtige, Grundsatzerklärung abgeben: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde.“  Mann nennt es der kategorische Imperativ(KI)  und er ist im System Kants das grundlegende Prinzip der  Ethik und Moral. Also wenn wir Herrn Thilo Sarrazin und seine Unterstützer nach diesen christlichen und zutiefst europäischen Werten(KI) messen, ist er sicher, nach unserer Meinung und mit Verlaub, kein Musterschüler, sondern ein zutiefst primitiver Hetzer.

Wir werden weiter in Österreich und in der EU für freiheitliche, demokratische Werte als Cityons einstehen und wie immer gegen jeglichen fundamentalistischen, reaktionären und politisierten Glauben, egal aus welcher Religion, demokratischen Widerstand durch Aufklärung leisten. Genauso gegen Demokratie-feindliche  und rassistische Bewegungen die unter dem Vorwand des Feuerlöschers auftreten, aber eigentlich Brandstifter sind. Zum Beispiel wie der nette Thilo Sarrazin und seine als schrecklich nette Famile getarnten Freunde und Unterstützer aus verschiedenen Ecken und Löchern kriechen und uns sehr gerne mit Hunden (Siehe Profil Bericht) vergleichen…

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

Bild Quelle: Karikatur – Silvan Wegmann
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13 08 2018
By: TKG 0

Stellungnahme: „Moslem“ Erlass des Sozialministeriums bezüglich illegalen Hinterhofschlachtungen!

Wien (OTS) – TKG begrüßt den netten „Moslem“ Erlass bezüglich der Hinterhofschlachtungen, welche für die Mehrheit der AustrotürkInnen sowieso nicht in Frage kommen und  welche die Mehrheit sicherlich auch strikt gegen ist.

Entspricht nicht der Wahrheit

Die Zahl der Hinterhofschlachtungen (Schächten), laut Expertenschätzungen ungefähr 25.000 Schafe pro Jahr, unter tierquälerischen sowie hygienisch gefährlichen Umständen, an nicht dafür zugelassenen Orten zu Tode gequält werden, entsprechen nicht der Wahrheit. Viele Muslime (unter anderen 300.000 Menschen aus der Türkei), kaufen ihr Fleisch in österreichischen Supermärkten wie z. B. Hofer, Billa, Penny, Lidl und Spar oder bei türkischen Supermarktketten bzw. Metzgereien. Die türkische Gastronomie kauf ihr Fleisch ebenfalls bei professionellen Schlachthäusern, welche hygienisch, korrekt und fürsorglich mit einem Gewerbe gesichert geführt werden.

Tatsache ist, dass von den ca. 700.000 in Österreich lebenden Muslime, welche nicht alle aus der gleichen Kultur und demselben Regelkreis stammen, auch Fehler gemacht werden können. Diese sind jedoch die Ausnahme.

Hier ist es besser in Zukunft Unannehmlichkeiten, welche wir aus unseren Heimatländern kennen, mit diesem Erlass gesetzlich in den Griff zu bekommen. Auch deshalb, weil ansonsten das Bild der Muslime in Österreich, bei einem so wichtigen Opfer-Fest umsonst in ein schiefes Licht gerückt wird oder werden könnte. Natürlich ist es für die Türkische Kulturgemeinde (TKG) als Think Thank NGO noch wichtiger, die in Österreich bestehenden Tierrechte auch zu unserem Sittengesetzten zu machen, welche wir hochhalten, respektieren und an alle Mitglieder empfehlen.

Opferfest-Aufklärung und Empfehlung

99,9 % der AustrotürkenInnen schlachten ihre Tiere, wie im Islam beschrieben, mit strikten Regeln. Diese Regeln dienen dazu das Tier so schonend wie möglich zu behandeln, damit das Tier nicht wie eine „Sache“ behandelt wird, sondern mit einer entsprechenden Würde. Ein fließbandartiges, industrielles Töten bei welchem Tiere eher als „Fleischprodukte“ behandelt werden, wie in den hiesigen Schlachthöfen, widerspricht eindeutig der islamischen Ethik.

Noch dazu steht in Koran, dass zu Gott durch das Opfer des Tieres nicht das Fleisch und Blut kommen und angenommen wird sondern der Glaube an Gott mit seinen moralischen und ethischen Taten geschätzt und angenommen wird.

KORAN/SURE AL HAGG (Die Pilgerfahrt)/VERS 37: „Ihr Opfer Fleisch erreicht Gott nicht, noch tut es ihr Blut, sondern eure Ehrfurcht und Wertschätzung ist es, die Gott erreicht. Also hat er sie euch dienstbar gemacht, daß ihr Gott dafür preiset, daß Er euch geleitet hat. Und gib frohe Botschaft denen, die ethisch und moralisch Gutes tun.“

Wir empfehlen unseren Mitgliedern und an alle anderen MuslimInnen mit Verlaub und in aller Höflichkeit anstatt Tiere zu schlachten, Geldleistungen mindestens im Wert eines Tieres, an die armen Menschen (egal welche Herkunft, Religion, Farbe, Sprache) in Österreich sehr leise zu geben. Wir haben in Österreich eine immense Armut und der liebe Gott will von uns weder Blut noch Fleisch, sondern, dass wir mit den Armen unser Geld teilen und sie unterstützen. Das ist moralisch und ethisch sicherlich auch von Gott laut Al Hagg Vers 37 so gewünscht.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

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08 08 2018
By: TKG 0

Trauriger Kundin bei Hofer?: „Wo ein Wille, da ein Weg. Ende gut, alles gut“

Eine Österreicherin mit türkischer Abstammung, Frau Sükran F., welche seit 25 Jahren Stammkundin des Supermarktes Hofer ist, erschien sehr unglücklich, in der Ehre und Würde verletzt als Opfer einer Hofer Mitarbeiterin in den österreichischen und türkischen Zeitungen. Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG) hat diesen Fall  eigenständig unter die Lupe genommen und versucht hier eine friedliche Lösung zu finden.

WIEN. Nicht nur das, ihr Video, welches sie auf ihrem eigenen Balkon gemacht hat und in dem sie von dem Fall, welcher sich am 27. Juli 2018 um ca. 19:50 in der Breitenfurter-Straße ereignet hat, berichtet, hat in einer Woche ungefähr eine Million Menschen im In- und Ausland erreicht. Das Video wurde ca. 8000-mal geteilt, hat 1037 Kommentare und 2300 Likes.

Wir als Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)  haben es am Freitag, 2. August 2018, gesehen und sofort mit Frau Fidan Kontakt aufgenommen, um mit unserem Rechtsberater und Beirat Unterstützung anzubieten. Es war uns wichtig, das Problem von beiden Seiten erläutert zu bekommen um es richtig und korrekt zu verstehen, da wir den Supermarkt Hofer als ein sehr seriöses Unternehmen wahrnehmen.

Dieses Angebot für ein schnelles Treffen mit dem Obmann der TKG hat Sükran F. angenommen. Sie ist eine Stunde später eingetroffen und hat den Fall weinend erzählt. Wir (TKG) haben von dem Treffen am 02.08.2018 ab 14:00 Uhr ein Gesprächsprotokoll geführt, welches jedoch intern und vertraulich für weiteres Vorgehen behalten wird.

Der Obmann der TKG hat Frau Sükran F. gebeten, ihn zu der Hofer-Filiale zu begleiten, damit er sich ein eigenes Bild vor Ort machen kann, bevor öffentlich agiert wird.

Am Ort des Geschehens, in der Breitenfurter-Straße, hat der Obmann der Türkische KULTURgemeinde mit der stellvertretenden Filialleitung (ohne Frau Sükran F.) über den Fall gesprochen und darum gebeten, den Fall so freundlich und kooperativ als möglich zu lösen, um die Lage nicht eskalieren zu lassen, weil alles nicht normal ist.

Die Geschäftsführung des Supermarktes ist innerhalb der folgenden Stunde zur Hofer-Filiale gekommen, wo Frau Sükran F., der TKG Obmann und der inzwischen eingetroffene Sohn sowie die Schwiegertochter von Frau Sükran F. derweilen warteten.

Der Obmann der TKG hat mit der Hofer-Geschäftsführung zuerst unter vier Augen gesprochen, die Fotos sowie Protokolle hergezeigt und empfohlen das Problem mit gutem Willen zu lösen. Von der Geschäftsführung wurde das Problem eingesehen und den Fall sehr bedauert. Es wurde versichert das die Hofer-Philosophie verspricht, dass alle Menschen gleich behandelt, geschätzt und respektiert werden, egal welche Herkunft bzw. Abstammung die KundInnen haben. Nach diesem erfreulichen Gespräch schlug der TKG Obmann vor, die 25-jährige Stammkundin hinzuzuholen. Der Hofer Geschäftsführer hat dieses Angebot gerne angenommen, da nun eine konstruktive, zielführende und vor allen aus dem „guten Willen“ stammende gute Gesprächsatmosphäre beidseitigem Vertrauen geschafft wurde.

TKG Obmann hat Frau  Sükran F. draußen auf das Gespräch mit dem Geschäftsführer vorbereitet und empfohlen jetzt die Unannehmlichkeiten aus der Welt zu schaffen, da der Hofer-Geschäftsführer, welcher auch für das Personal zuständig ist, sein Bedauern für die stattgefundene Unannehmlichkeit ausgedrückt hat.

Bei dem Treffen mit der Geschäftsführung hat Frau Sükran F. erzählt, dass sie bereits so lange Kundin ist, dass sie sogar mit geschlossenen Augen die Waren im Supermarkt finden würde, dass sie wöchentlich um ca. 200 Euro einkauft und daher nicht versteht warum Sie von einer Hofer Mitarbeiten so behandelt wurde.

Die freundliche, spontane und ehrliche Art von Frau Sükran F. hat der Geschäftsführer sehr geschätzt. Auch der TKG Obmann war sehr überrascht, weil Sie nicht mit Kritik begonnen hat sondern den guten Willen der beiden Herren verstanden hat und beim Brückenbauen behilflich sein wollte.

Der Hofer Geschäftsführer hat sien tiefstes Bedauern nochmals betont und Frau Sükran F. als Wiedergutmachung Blumen, Schokolade und einen Einkaufsgutschein geschenkt sowie sich für die 25-jährige Treue herzlich bedankt.

Wir als TKG  bedanken uns bei dem Hofer-Geschäftsführer. Besonders seine starke Empathie, Menschlichkeit und sein freundlicher Auftritt haben uns motiviert hier als Brückenbauer zu agieren.

Wir danken Frau Sükran F.  aufrichtig und herzlich nach so einem traurigen, ehre verletzenden Erlebnis, dass sie uns Vertrauen geschenkt hat, unserer Einladung gefolgt ist und mit dem geschätzten Geschäftsführer ein Treffen, bei guter Atmosphäre, angenommen hat. Aus einer trauriger Kundin wurde  eine  durch TKG Brückenbau halbwegs glückliche…

Wir freuen uns in diesem Fall als Brückenbauer und Helfer agieren zu dürfen und wünschen Frau Sükran Fidan alles Gute sowie dem Supermarkt Hofer viel Erfolg bei seinen Geschäften, bei welchen der Mensch, laut ihrer Philosophie, tatsächlich noch im Mittelpunkt zu stehen scheint. Nicht bei allen Firmen ist das so. Viele verhalten sich in solchen Situationen verantwortungslos und vertrauen auf Ihre finanzielle Macht. Somit werden deren KundenInnen Opfer solcher ziemlich bedenklicher Diskrimierungen wo sie sogar als Täterin bzw. Täter dargestellt wird. In solchen Fällen würden wir sicherlich auch anders handeln!

TKG Fazit:  Österreichischer Weg: „Wo ein Wille, da ein Weg“ und „Ende gut, alles Gut“!

 

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05 08 2018
By: TKG 0

Sarrazins Hetze in Wien und offener Brief an den Herausgeber der Schweizer Wochenblick, Herrn Roger Köppel

Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG): „Sarrazins Volksverhetzung unter dem Deckmantel Religionskritik wird, durch die Schweizer Wochenzeitung, in Wien salonfähig gemacht“

Wien (APA-OTS) – Die Denkfabrik Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG) findet den heutigen Abend in der Wiener Stadthalle, bei welchem „Ausländer“ Sarrazins neues Buch unter der Organisation mit dem  „Ausländischen“ Herausgeber  Roger Köppel der Schweizer Zeitung „Wochenblick“ zu diskutieren, ziemlich bedenklich. Kurz, es wird aus dem Ausland durch „zwei Ausländer“ etwas nach Wien exportiert, was hunderttausenden „Österreichern“ mit muslimischem Glauben oder aus diesem Kreis stammenden Menschen gegenüber de facto hetzerisch ist und nur die reaktionären Kräfte noch mächtiger macht.

Das Treffen soll Interessierten die Möglichkeit bieten, sich selbst ein Bild von den Thesen des Ex-Politikers aus Berlin zu machen, erklärt der Ausländer Roger Köppel, aus der Schweiz, im Gespräch mit mit einer österreichischen Tageszeitung, welche weiter folgendes berichtet:

„Der Schweizer erhofft sich von der Veranstaltung eine Diskussion „ohne Übertreibungen“ aber auch ‚ohne Beschönigungen‘, denn letztlich würden Demokratien auch gerade von verschiedenen Meinungen leben.“

Thilo Sarrazins neues Buch „Feindliche Übernahme“ ist wie sein vorheriges Buch „Deutschland schafft sich ab” weder ein Fachbuch, ein Informationsbuch noch ein Provokationsbuch, sondern ein Hetzebuch (Volksverhetzung), in dem biologisch und kulturell gefärbter Rassismus mit den folgenden Worten vertreten wird: „Die religiös gefärbte kulturelle Andersartigkeit der Mehrheit der Muslime und deren steigende Geburtenzahlen gefährden offene Gesellschaft, Demokratie und Wohlstand.“

Die Volksverhetzung ist in Deutschland ein Äußerungsdelikt nach §130 StGB:Volksverhetzung,
auch in Österreich, nach §283 StGB: Verhetzung.

Sachverhaltsdarstellung

Unserer Meinung nach stört der Deutsche Herr Thilo Sarrazin mit dem Buch „Feindliche Übernahme“, durch die Hilfe des Wochenblick Herausgebers Herrn Köppel unter dem Vorwand Religionskritik, den öffentlichen Frieden vorsätzlich. Er stachelt Hass an bzw. fordert Willkürmaßnahmen gegen eine nationalistische, rassistische, religiöse und durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, kurz, alle Muslime in Deutschland und Österreich wegen der Zugehörigkeit zu der islamischen Religion. Herr Sarrazin greift die Menschenwürde in dem Buch dadurch an, dass er vorgezeichnete Gruppen und Teile der Bevölkerung beschimpft, schikaniert, böswillig verächtlich macht und pauschal verleumdet. Unter dem Vorwand der freien Meinungsäußerung übt Sarrazin mit diesem Buch pure Verhetzung gegenüber einer Religionsgemeinschaft in Deutschland und in Österreich aus. Vorsicht: Deutschland und Österreich verlieren damit ihre moralische Überlegenheit bzw. Deutungshoheit.

Sehr geehrter Herr Wochenzeitung Herausgeber Köppel!

TKG fragt sich, welche Thesen, welche verschiedenen Meinungen?

In Österreicher leben mehr als 700.000 Menschen mit muslimischem Glauben oder aus diesem Kulturkreis. Davon besitzen mehr als 400.000 bereits die österreichische Staatsbürgerschaft und haben mit den österreichischen Werten kein Problem. Es gibt Probleme, die kann man aber mit solchen Büchern nicht lösen, sondern nur Lösungswege schließen. Sie können nicht in Österreich als Ausländer Dompteur spielen unter dem Vorwand Feuerlöscher zu sein und wie und der Sarrazin aus dem Ausland „noch“ Brandstifter gegenüber Staatsbürger der Republik Österreich, mit muslimischen Glauben, hetzten.

Ja genau, zwei Ausländer, aus der Schweiz und aus Deutschland, gegen Österreicher mit muslimischem Glauben versuchen die Muslime in Österreich als der „ewige Muslime“ bzw. der „ewige Türke“  mit Vorurteilen und Klischees zu betonieren und um Hass zu schüren.

Warum?

Weil Sie, Herr Wochenblick Herausgeber, auch nicht unter dem Vorwand „Meinungsfreiheit“ in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich, mit 30 Tagen Lektüre der Tora oder Talmud, Juden satanisieren, Talmud & Tora manipulieren und aus dem historischen Kontext und Zusammenhang herausreißen, um die Juden, das Judentum (und den Glauben) pauschal zu schikanieren bzw. terrorisieren und zu verächtlichen, können.  In Sarrazin’s Buch existiert sogar ein Kapitel „alle Muslime mit Erbdummheit“ schikanieren. Was sollen wir mit Ihnen, Herr Köppel, noch diskutieren?

In Wahrheit, unserer Meinung nach, muss man unbedingt betonen: Mit Sarrazin, welcher anscheinend unter „Confirmation Bias“ (Bestätigungsfehler) leidet, eine Islam-Debatte zu führen ist, als ob man mit Goebbels über Judentum diskutieren würde…

Und Sie, Herr Köppel, missbrauchen gerade in Österreich, als Wochenblick Herausgeber, diese „Confirmation Bias“ (Bestätigungsfehler) als Brandstifter.

Ein Bestätigungsfehler ist in der Kognitionspsychologie  die Neigung, Informationen so auszuwählen, zu ermitteln und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen erfüllen (bestätigen). Heute Abend in der Wiener Stadthalle wird diese „Confirmation Bias“ durch Ihre Organisation aus dem Ausland einen Höhepunkt erleben, was für Wien bzw. Österreich und für das Zusammenleben mit verschiedenen Menschen mit verschiedenen Religionen einen großen Schaden zufügen wird. Wenn Sie glauben damit werden Muslime an Ihren Glauben verzweifeln, dann können wir Ihnen sagen: großer Irrtum. Ganz im Gegenteil. „Halleluja = Allahu Ekber“ Herr Köppel!

Man kann hier nicht von einer Verantwortungslosigkeit, Provokation, Meinungsfreiheit oder Religionskritik reden, Herr Röger, sondern von einer puren Volksverhetzung ersten Grades.

Hunde setzt Sarrazin mit Menschen gleich – Wo ist die Menschenwürde? 

Unserer Meinung nach, werden in dem neuem Buch in einem Kapitel „alle Muslime mit Erbdummheit“ rassistisch und verächtlich schikaniert. In einem Interview  des Profil der Ausgabe 2011, propagierte Sarrazin  auch für eine rassistische eugenische Demographie. Sarrazin hat in diesem Interview wortwörtlich eine nach Erbkriterien gesteuerte Bevölkerungspolitik mit folgenden Worten argumentiert: „Jeder Hunde- und Pferdezüchter lebt davon, dass es große Unterschiede im Temperament- und Begabungsprofil der Tiere gibt. Und dass diese Unterschiede erblich sind“. (Profil, Januar 2011)

Das ist für uns lächerlich, aber in der Öffentlichkeit wird das Buch leider, nach unserem Empfinden, wie „Mein Kampf“ de facto von manchen Parteien, NGOs und Zeitungen leider ohne kritische Distanz propagiert und damit insbesondere in Deutschland, in der  Schweiz und  in Österreich gegenüber der freiheitlich demokratischen Grundordnung das Vertrauen von Millionen Menschen gestört.

Wir sind als säkulare Österreicher mit türkischer Abstammung gegen jeglichen politisierten Glauben, insbesondere gegen die fundamentalistischen Bewegungen aus unseren Kreisen, die wir seit Jahren in Österreich durch Verstand, Vernunft, Kritik und Aufklärung und einem tiefen Glauben an die österreichische freiheitlich demokratische Grundordnung und den Rechtsstaat, durch Aufklärung und Warnungen hart kämpfen. Das Buch Sarrazin und Ihr Auftritt, Herr Köppel, unterstützt nur die Fundamentalisten aus der islamischen Seite und nur die kulturellen Rassisten (Neo-Rassismus, Rassismus ohne Rasse) in der EU.

Die liberalen Muslime aus der Türkei, aus Deutschland und aus Österreich, mit einer säkularen Einstellung gegenüber dem Staat und der Gesellschaft, fühlen sich sicher nicht von Sarrazin und seinen verallgemeinernden Ansichten vertreten. Er schreibt in dem Buch immer von liberalen Muslimen, oder angeblich liberalen Quellen muslimischer Wissenschaftler, als ob er hier auch uns vertritt oder eine Stimme für alle ist und tut so, als ob er uns dadurch stärken würde. Sarrazin beruft sich auf liberale muslimische Stimmen in Deutschland. Wer sind die Brandstifter die als Feuerlöscher auftreten überhaupt?

Das ist eine Farce, Manipulation, Verdrehung, Verdunkelung, Vernebelung der hinterhältigen, hinterlistigen und doppelmoralischen Ziele von Thilo Sarrazin und seinen Unterstützern. Sarrazin unterstützt mit diesem Buch den politisierten Glauben und die Fundamentalisten der islamischen Welt, insbesondere in Deutschland und in Österreich und spaltet nicht nur die Gesellschaft, sondern missbraucht Meinungsfreiheit und hetzt pauschal gegen Menschen, die aus dem Islamischen Kulturbereich stammen. Die Geschichte ist da, um aus der Geschichte zu lernen.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Bild Quelle: Karikatur – Silvan Wegmann

Mehr:

http://www.turkischegemeinde.at/tkg-stellungnahme-zu-sarrazins-buch

1. Stellungnahme September 2018

Stellungnahme der Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bezüglich Sarrazins neuem Buch:

Wir würden, als liberale, säkulare Muslime aus der Türkei in Österreich, die wir nicht alle vertreten, sehr gerne Herrn Thilo Sarrazin und sein zweites Buch „Feindliche Übernahme“ unterstützen.

Wir haben immer, bei unseren österreichischen und deutschen Ansprechpartnern, egal ob aus der Politik, Medien, Bürokraten bzw. aus Religionsgemeinschaften, um eines gebeten: “ Bitte die Spreu vom Weizen zu trennen. Nicht pauschalisieren. Wissen aneignen und sachlich bleiben, damit wir zusammen für die freiheitliche, demokratische Grundordnung als wehrhafte Demokraten zusammen auf Augenhöhe kooperieren können. Und hier haben wir Säkularität als Sauerstoff der Demokratie definiert.  Wir sind keine Hoftürken bzw. keine Hofmuslime und möchten keine werden sondern wir wollen bewusste Bürger bzw. Citiyons der Republik Österreich bzw. EU werden mit gleichen Rechten und  natürlich mit gleichen Pflichten.“

 

Das Buch von T. Sarrazin ist schlecht recherchiert (E.E.):

Antwort: Prof. Dr. Aziz Sancar und andere

Aziz Sancar Aziz Sancar (8. September 1946 in Savur, Provinz Mardin, Türkei) ist ein türkisch-amerikanischer Genetiker. Für 2015 wurde ihm „für die mechanistischen Studien zur DNA-Reparatur“ gemeinsam mit Tomas Lindahl und Paul Modrich der Nobelpreis für Chemie zugesprochen.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Aziz_Sancar?wprov=sfti1

 

Hetzebuch -Volksverhetzung

Thilo Sarrazins neues Buch „Feindliche Übernahme“ ist wie sein vorheriges Buch „Deutschland schafft sich ab” weder ein Fachbuch, ein Informationsbuch noch ein Provokationsbuch, sondern ein Hetzebuch (Volksverhetzung), in dem biologisch und kulturell gefärbter Rassismus mit den folgenden Worten vertreten wird: „Die religiös gefärbte kulturelle Andersartigkeit der Mehrheit der Muslime und deren steigende Geburtenzahlen gefährden offene Gesellschaft, Demokratie und Wohlstand.

Die liberalen Muslime aus der Türkei, aus Deutschland und aus Österreich, mit einer säkularen Einstellung gegenüber dem Staat und der Gesellschaft, fühlen sich sicher nicht von Sarrazin und seinen verallgemeinernden Ansichten vertreten. Er schreibt in dem Buch immer von liberalen Muslimen, oder angeblich liberalen Quellen muslimischer Wissenschaftler, als ob er hier auch uns vertritt oder eine Stimme für alle ist und tut so, als ob er uns dadurch stärken würde. Sarrazin beruft sich auf liberale muslimische Stimmen in Deutschland. Wer sind die Brandstifter die als Feuerlöscher auftreten überhaupt?

Das ist eine Farce, Manipulation, Verdrehung, Verdunkelung, Vernebelung der hinterhältigen, hinterlistigen und doppelmoralischen Ziele von Thilo Sarrazin und seinen Unterstützern. Sarrazin unterstützt mit diesem Buch den politisierten Glauben und die Fundamentalisten der islamischen Welt, insbesondere in Deutschland und in Österreich und spaltet nicht nur die Gesellschaft, sondern missbraucht Meinungsfreiheit und hetzt pauschal gegen Menschen, die aus dem Islamischen Kulturbereich stammen. Die Geschichte ist da, um aus der Geschichte zu lernen.

Wir sollten aus der Gesichte in  der EU vor allem lernen.

Wir erheben Einspruch!

TKG Thesen

Volksverhetzung unter dem Deckmantel Religionskritik? 

Unter dem Vorwand „Meinungsfreiheit“ darf man in Deutschland auch nicht Juden satanisieren, Talmud & Tora manipulieren und aus dem historischen Kontext und Zusammenhang reißen, um die Juden, das Judentum (und den Glauben über TALMUD ) pauschal zu schikanieren bzw. terrorisieren und zu verächtlichen.

In Wahrheit muss man unbedingt betonen: Mit Sarrazin der anscheinend unter „Confirmation Bias“ (Bestätigungsfehler) leidet, eine Islamdebatte zu führen, ist, als ob man mit Goebbels über Judentum diskutieren würde…  

Man kann hier nicht von einer Verantwortungslosigkeit, Provokation, Meinungsfreiheit oder Religionskritik reden, sondern von einer puren Volksverhetzung ersten Grades. In dem Buch werden „alle Muslime mit Erbdummheit“ verächtlich bezeichnet und schikaniert, was für uns lächerlich ist, aber in der Öffentlichkeit wird das Buch wie „Mein Kampf“ de facto von manchen Parteien, NGOs und Zeitungen propagiert und damit Deutschlands freiheitliche demokratische Grundordnung zerstört, da hier vorsätzlich und absichtlich Hass gestachelt und mit der Würde der Menschen gespielt wird. 

Wir sind als säkulare Österreicher mit türkischer Abstammung gegen jeglichen politisierten Glauben, insbesondere gegen die fundamentalistischen Bewegungen aus unseren Kreisen, die wir seit Jahren in Österreich durch Verstand, Vernunft, Kritik und Aufklärung und einem tiefen Glauben an die österreichische Demokratie und den Rechtsstaat, hart bekämpfen.  

Wir brauchen keine Freunde wie Sarrazin! Wenn man solche Volksverhetzer als Freunde hat, braucht man keine Feinde!

 

Deutschland-Art. 1 Absatz 1 Grundgesetzt

 

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
 

„Unter Menschenwürde versteht man die Vorstellung, dass alle Menschen unabhängig irgendwelchen Merkmalen wie etwa Herkunft, Geschlecht oder Alter denselben Wert haben, da sie sich alle durch ein dem Menschen einzig gegebenes schützenswertes Merkmal auszeichnen, nämlich die Würde. Seine Verankerung als erste Norm des Grundgesetzes ist eine bewusste Reaktion auf die massive Missachtung der Menschenwürde im Nationalsozialismus.

Im Verständnis des Bundesverfassungsgerichts  bezieht nach der Ordnung des Grundgesetzes der Staat seine Legitimation allein daraus, dass er den Menschen konkret dient. Die Menschenwürde ist damit der oberste Grundwert und die Wurzel aller Grundrechte. Als einzige Verfassungsnorm gilt die Menschenwürde absolut, sie kann durch keine andere Norm beschränkt werden, auch nicht durch ein anders, von der Menschenwürde abgeleitetes Grundrecht.“

 

Die Volksverhetzung ist in Deutschland ein Äußerungsdelikt nach §130 StGB: Volksverhetzung,
auch in Österreich, nach §283 StGB: Verhetzung.   

Unserer Meinung nach stört der Deutsche Herr Thilo Sarrazin mit dem Buch „Feindliche Übernahme“, unter dem Vorwand Religionskritik, den öffentlichen Frieden vorsätzlich.  

Er stachelt Hass an bzw. fordert Willkürmaßnahmen gegen eine nationalistische, rassistische, religiöse und durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, kurz, alle Muslime in Deutschland und Österreich wegen der Zugehörigkeit zu der Islamische Religion.  

Herr Sarrazin greift die Menschenwürde in dem Buch dadurch an, dass er vorbezeichnete Gruppen und Teile der Bevölkerung beschimpft, schikaniert, böswillig verächtlich macht und pauschal verleumdet. Unter dem Vorwand der freien Meinungsäußerung übt Sarrazin mit diesem Buch pure Verhetzung gegenüber einer Religionsgemeinschaft in Deutschland und in Österreich aus.  Vorsicht: Deutschland und Österreich verlieren damit ihre moralische Überlegenheit bzw.Deutungshoheit.

Zwischenfrage:
Rechtstaat oder  mit Sarrazins Willkür Un·rechts·staat gegen Moslem.

Der Begriff Unrechtsstaat gegen Katholiken in Deutschland? 

„Der Begriff wird auf den preußischen Katholiken  Peter Reichensperger (1810–1892) zurückgeführt. Mit dem Begriff des Unrechtsstaates wollte Reichensperger andeuten, dass Preußen ein solcher würde, wenn es die Rechte seiner katholischen Untertanen beschneidet. In der 24. Sitzung der  Zweiten Kammer des Preußischen Landtags am 12. Februar 1853 äußerte der Abgeordnete Reichensperger: „Ich denke, der Rechtsstaat besteht darin, dass der Obrigkeit das Schwert zum Schrecken der Bösen anvertraut ist, und zum Schutze derer, die in ihrem Recht sind, ihr Recht üben; einen Unrechtsstaat würde man dagegen meines Erachtens denjenigen zu nennen haben, welcher die Unruhestifter schützen und diejenigen bedrohen wollte, die in ihrem Rechte sind.“

 

Sarrazins Quellen: Leserbriefe und „Achse des Guten“

Die von Sarrazin verwendeten Quellen zeigen eines deutlich: Er verwendet keine seriösen, sachkundigen Quellen. Er zitiert hinterlistig Islamwissenschaftler sowie Vertreter des angeblichen liberalen Islams in Deutschland. Wenn man die Quellen genau unter die Lupe nimmt sieht man, dass sich die Mehrheit seiner Quellenangaben auf Zeitungs- und Fernsehbeiträge, bis hin zu Leserbriefen der BILD Zeitung, sowie auf Internetportale wie die als antiislamisch bekannte Hetze-Webseite „Achse des Guten“, beziehen. Das sind Sarrazins Quellen.

Er macht keine objektive bzw. profunde Analyse, sondern baut auf Verzerrung, Manipulation von Fakten und Geschichte. Unter dem Deckmantel der Sachlichkeit, die er versucht, durch das Anführen mehrerer Statistiken mit angeblichen Fußnoten, zu untermauern, steckt im Wesen ein feindliches, hetzerisches, kulturrassistisches, antiislamisches Hetzebuch.

Sarrazin und Kulturalismus (Kultureller Rassismus-Neorassismus)

In Sarrazins neuem Buch wird ein Kapital mit dem Titel „Erbdummheit der Muslime“ (S. 144 u. S. 499) unverschämt benannt.

Laut Experten:

„….-führt Sarrazin unter diesem Kapital anders als in „Deutschland schafft sich ab“ – nichts mehr auf biologisch-genetische Ursachen zurück, sondern auf den kulturellen Einfluss des Islams. Ihn macht er in Kapitel 3 für eine unumkehrbare Dummheit aus Mangel an intellektueller und kreativer Intelligenzentwicklung der Muslime verantwortlich. Mehr noch, Sarrazin behauptet ein religionsbezogenes „Intelligenzgefälle“, wobei er den höchsten Bildungsgrad bei Juden, gefolgt von Christen, Religionslosen, Buddhisten und Hindus sieht, wohingegen Muslime die niedrigste formale Bildung hätten (S. 157). Dieser Ansatz wird dem komplexen Phänomen der Intelligenz in kleinster Weise gerecht. Freilich, der Verfasser spricht hier nicht von Rassen oder Ethnien. Doch vom Denkansatz her ist dies nichts anderes als eine kulturell determinierte Spielart von Rassismus im Gewande einer angeblichen Religionskritik, durch die er den vermeintlich hochgebildeten jüdisch-christlichen Westen in Opposition bringt zu den vermeintlich ungebildeten Muslimen. Die Mechanismen seiner Argumentation, die eine Differenz postuliert zwischen den Muslimen und den Anderen, diese abwertend und verallgemeinernd etwa mit Intelligenz in Verbindung bringt und das Ganze benutzt, um die natürliche Überlegenheit der einen Gruppe zu postulieren, erfüllen alle Merkmale, die der französische Soziologe Albert Memmi kulturellen Rassismus benennt.“

-…“Der Faktencheck fällt nicht günstig aus. Mit Jahreszahlen nimmt es Sarrazin nicht genau (etwa bei der Eroberung von Bagdad durch die Mongolen), nicht mit der Geographie (Sudan ist nicht Teil des Maghreb) und auch nicht mit Übersetzungen. Sarrazin schreibt Namen und Vornamen falsch, verwechselt Aleviten und Alawiten, bringt Laizismus und Säkularismus durcheinander. Zu Afrika behauptet er, „viele Problemstaaten in Afrika und Asien“ würden dadurch geeint, „dass die dort lebenden Menschen überwiegend muslimischen Glaubens sind“. 63 Prozent der Einwohner von Subsahara-Afrika sind jedoch Christen; ihre Staaten gehören zu den ärmsten der Welt.“

-..“Je geringer das Wissen, desto sicherer das Urteil. Sarrazin kritisiert die vielen Wiederholungen im Koran und verrät schon damit seine Unkenntnis. Was wie eine Wiederholung erscheint, steht jedes Mal in anderem Kontext, da aus einer Geschichte mehrere Lehren gezogen werden können. So wird der Kontext wichtig. Völlig daneben ist Sarrazins Behauptung, der Koran kenne keine historisch-kritische Exegese. Gerade die „Umstände der Offenbarung“ stehen im Mittelpunkt der islamischen Theologie. Sarrazin aber zitiert Verse ohne diesen Kontext und verschweigt, dass es zu Versen, die etwa zu Gewalt aufrufen, solche gibt, die das Gegenteil fordern. “

-…“Immer wieder kehrt Sarrazin zur Obsession zurück, der Islam vermittle Hass auf die „Ungläubigen“, was ihm „expansive Eroberungskraft“ verleihe. Früher als andere hat der Islam aber das Kriegsrecht kodifiziert und vieles verboten – die Tötung von Frauen, Kindern und Greisen, das Verseuchen von Wasser. Als Leser fragt man sich immerzu, wie eine Religion, wenn sie denn so voller Hass und Rache wäre, wie Sarrazin suggeriert, sich 1400 Jahre halten konnte.

-..“Völlig absurd ist Sarrazins Behauptung, der Islam biete „keinen Anreiz zu einer Wissbegier“, die Muslime hätten nie einen Sinn für das Messen von Zeit und Distanzen entwickelt. Weiß Sarrazin denn nichts von der kreativen Periode der arabischen Wissenschaften, die 800 Jahre gedauert hat? Der Kartograph Biruni hatte bereits im 10. Jahrhundert große Distanzen exakt vermessen. Im 15. Jahrhundert entwickelte Taqi al-Din moderne Uhren mit Gewichtsantrieb oder mit einer konischen Feder, wie sie in Europa erst im 19. Jahrhundert bekanntwurden. Im 16. Jahrhundert erkannten die Muslime den Nutzen der Dampfkraft. Kolumbus segelte mit einem arabischen Kompass in die Neue Welt. Medizin, Chemie und Algebra waren viele Jahrhunderte arabische Wissenschaften. Sarrazin aber schreibt, der Koran habe den „Augenblickzustand in einer primitiven, auf Jagd, Kampf und Macht gestimmten Gesellschaft“ zu einer „religiösen Botschaft mit Ewigkeitscharakter überhöht“.

Rassismus ohne Rassen=Kulturellen-Rassismus =Neo-Rassismus

Kurz, Sarrazin verwendet in dem zweiten Buch keine Rasse, sondern Kultur und Religion die jeglichem Versuch einer Veränderung entzogen sind.
Das nennt man in der Rassismus-Forschung „Rassismus ohne Rassen“, so wie der „Antisemitismus ohne Juden“ bekannt ist. Hier geht man von der Existenz eines Rassismus aus, bei dem der Begriff der Rasse nicht verwendet wird, sondern den man Kulturalismus sowie kulturellen-Rassismus und Neo-Rassismus nennt. In diesem Buch verwendet Sarrazin statt biologischem Rassismus(Deutschland schafft sich ab),  pure kulturellen Rassismus Argumente. Ohne Zweifel.

Die Experten definieren kulturellen Rassismus als: „Naturalisierung des Kulturellen, des Sozialen oder der Geschichte, wodurch diese sozusagen stillgestellt und jeglichem Versuch einer Veränderung entzogen seien. Ideologisch gehört der gegenwärtige Rassismus in den Zusammenhang eines „Rassismus ohne Rassen“, eines Rassismus, der – jedenfalls auf den ersten Blick – nicht mehr die Überlegenheit bestimmter Gruppen oder Völker über andere postuliert, sondern sich darauf beschränkt, die Schädlichkeit jeder Grenzverwischung und die Unvereinbarkeit der Lebensweise und Traditionen zu behaupten.“

Ist diese analogische Schlussfolgerung nicht die abstoßendste und älteste Form von biologischem und kultureller Rassismus, der gewisse genetische Merkmale zum Zentralpunkt sozialer Probleme macht und diese rassistische Haltung unter dem Deckmantel einer Pseudo-Naturwissenschaftlichkeit als korrekt und triftig zu verkaufen versucht?

Solche Thesen haben Rassisten in den USA damals vertreten, als sie behaupteten, dass Schwarzafrikaner den Tieren ähnlicher als den Menschen seien, und dass dies sich dadurch erklären ließe, dass deren Begabungen und Fähigkeiten, die eines Affen ähnlicher wären. Manche (hochrangige Politiker) fühlen sich sogar heute noch in Anbetracht jüngster Vorfälle in der Weltgeschichte durch solche „Feststellungen“ und „Schlussfolgerungen“ überlegen und stufen sich selbst in Folge als „Sozialingenieure“ ein, so wie es Sarrazin tut. Sein Ziel ist es, seine antisoziale und biologische Rassismus-Ideologie in Zukunft auf juristische Grundlagen zu stützen und unter Zuhilfenahme verfälschender Statistiken zu untermauern, so, wie es in der jüngsten Geschichte vorkam. Das ist eine Belastung und Muslime werden als volkswirtschaftliche Schädlinge darstellt.

 

Wie tickt der Sarrazin?

2011 wurde Thilo Sarrazin  zum „Menschen des Jahres“ von der Zeitschrift Profil gewählt. In dem Interview der Ausgabe propagiert  für eine eugenische Demographie. Sarrazin hat in diesem Interview wortwörtlich eine nach Erbkriterien gesteuerte Bevölkerungspolitik mit folgenden Worten argumentiert: „Jeder Hunde- und Pferdezüchter lebt davon, dass es große Unterschiede im Temperament- und Begabungsprofil der Tiere gibt. Und dass diese Unterschiede erblich sind“.

Herr Sarrazin hat damit „die Türken“  in Deutschland und in Österreich mit Hunden und Pferden verglichen.   Wie man weiß, war die nationalsozialistische Rassenhygiene (oder NS-Rassenhygiene), zur Zeit des Nationalsozialismus, die betriebene Radikalvariante der Eugenik. Punkt.

 

 

Vorbildlich sind sie nicht?

Frau Sarazzin zu japanischer Schülerin: „Du, Suzuki komm her“.

Der Vater: “Frau Sarrazin hat ihm mit der Blockflöte auf den Kopf gehauen.”

Hochzeitsfoto vor 37 Jahren.

 

Über eine Sammelbeschwerde von gut 50 Eltern aus dem März 2009 berichtet der “Spiegel”. Dort hieß es, dass die Lehrerin “im Unterricht die Beherrschung verliert und die Kinder anschreit”. Eltern eines japanisch-deutschen Jungen hätten sich beklagt, dass Ursula Sarrazin ihren Sohn wiederholt wie eine Automarke in “Suzuki” umtaufe. Dies geschehe “zum Teil unter dem Gelächter der Klassenkameraden, die ihn dann prompt auch so nennen”. Nach einem Bericht des “Tagesspiegels” soll Frau Sarrazin schon 2001 einen Schüler mit einer Flöte geschlagen haben. Der Vater des heute 22-Jährigen sagt: “Frau Sarrazin hat ihm mit der Blockflöte auf den Kopf gehauen.” Ursula Sarrazin verteidigt sich in mehreren Interviews. “Als Lehrer brauche ich Autorität, aber autoritär bin ich nicht. Ich stelle Regeln auf, an die sich die Schüler halten müssen. Das ist doch ganz selbstverständlich”, sagte sie dem “Focus”. “Ich schreie nicht im Unterricht”, sagte sie “Bild am Sonntag”.

Ausschnitt aus der Reportage von BILd am Sonntag NNTAg vom 16.01.11

BILD am SONNTAG: Frau Sarrazin, seit über einer Woche werden in der Öffentlichkeit Vorwürfe von Eltern und Schülern gegen Sie diskutiert. Sie seien zu autoritär, heißt es, würden einschüchtern und beleidigen . . .

URSULA SARRAZIN: Ich weiß, dieses Angstgerücht. das macht mir das Leben übrigens sehr schwer. Ihr Leben wird nicht leichter werden: Morgen konkretisiert der „Spiegel“ diese Gerüchte und berichtet zum Beispiel von einer 13-Jährigen, die auf einem Schulfest über Sie gesagt hat: „Meine Lehrerin war sehr streng und vor allen Dingen schrak ich manchmal davor zurück, wenn sie so laut schrie, dass ihr Kopf leicht rot anlief . . . Das Mädchen war eine ganz normale Schülerin. Ich weiß nicht, warum sie das erzählt hat.“

BILD am SONNTAG: Einen deutschjapanischen Schüler, 8 Jahre alt, sollen Sie vor der gesamten Klasse wiederholt als „Suzuki“(du Suziki komm hier) verhöhnt haben . . .

URSULA SARRAZIN: Das war vor zwei Jahren in der ersten Schulstunde, als ich die Klasse neu unterrichtet habe. Ich konnte mir noch nicht alle Namen merken und habe den japanischen Namen des Schülers S. falsch ausgesprochen, das klang phonetisch wie Suzuki. Ich habe dann Sie als Suziki gerufen. Da haben die anderen Kinder gelacht. Ich habe aber nicht böse gemeint.


Sarrazin, die Quelle der Weisheit?

Was für Juden die “Protokolle der Weisen von Zion” sind, ein seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitetes antisemitisches Pamphlet, ist für Muslime das Buch von Theo Sarrazin mit dem Titel “Deutschland schafft sich ab” und das neue Buch „Feindliche Übernahme“.  Wir können nur alle anständigen Menschen dazu aufrufen, diese von Wissenschaftlern widerlegten Bücher nicht als “Quelle der Weisheit” zu verwenden.

Was denkt Sarrazin über Österreich? 

Auf die Frage, im gleichen Interview von Profil aus der Ausgabe von 2011, was die Österreicher für ein Volk wären, antwortete Sarrazin wortwörtlich: „Ich möchte den Österreichern nicht zu nahetreten. Sie sind eine Abspaltung des deutschen Volks.“ 

Auf die Antwort von Profil: „Das wird die meisten Österreicher nicht sehr freuen“, erwidert Sarrazin: „Aber sie haben ja selbst 1938 mit großer Mehrheit für den Anschluss an das deutsche Volk gestimmt.“ Auf die Profil Frage: „Die Morde an Abtreibungsärzten in Amerika würden Sie aber nicht als Beleg für eine dem Christentum inhärente Gewaltbereitschaft heranziehen, oder?“, gibt Sarrazin folgende Antwort: „Ich rede hier nicht über die USA, sondern über Europa.“

Wir müssen hier, die Spreu vom Weizen trennen und folgende Frage in dem Raum stellen: Was hat Deutschland und Österreich aus der Geschichte gelernt? Welche „Werte“ sind wichtig für Deutschland und Österreich? Man muss das Buch von Thilo Sarrazin nicht gelesen haben, um die abwertenden Thesen, speziell mit Bezugnahme auf „die Muslime“ – wahlweise auch auf „die Türken und Araber“ –, nachzuvollziehen oder rechtfertigen zu können. Auch nach intensiver Befassung bleiben sie tendenziös und pauschal abwertend. Die Grenze des Sagbaren hat sich im Zuge der Debatte verschoben und der Diskursraum hat sich bis an den Punkt öffentlicher Diffamierungen verlagert.

Was für die Juden die “Protokolle der Weisen von Zion” sind, ein seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitetes antisemitisches Pamphlet, ist für die Türken das Buch von Theo Sarrazin mit dem Titel “Deutschland schafft sich ab” und das neue Buch „Feindliche Übernahme“.

Sarrazin und die stolzen Westliche Werte?

Die Goldene Regel der praktischen Ethik der christlichen Wertegemeinschaft besagt: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andern zu.“ Auch der berühmte deutsche Philosoph Immanuel Kant hat hier eine, für die Moralphilosophie wichtige, Grundsatzerklärung abgeben: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde.“  Mann nennt es der kategorische Imperativ(KI)  und er ist im System Kants das grundlegende Prinzip der  Ethik und Moral. Also wenn wir Herrn Thilo Sarrazin und seine Unterstützer nach diesen christlichen und zutiefst europäischen Werten(KI) messen, ist er sicher, nach unserer Meinung und mit Verlaub, kein Musterschüler, sondern ein zutiefst primitiver Hetzer.

Wir werden weiter in Österreich und in der EU für freiheitliche, demokratische Werte als Cityons einstehen und wie immer gegen jeglichen fundamentalistischen, reaktionären und politisierten Glauben, egal aus welcher Religion, demokratischen Widerstand durch Aufklärung leisten. Genauso gegen Demokratie-feindliche  und rassistische Bewegungen die unter dem Vorwand des Feuerlöschers auftreten, aber eigentlich Brandstifter sind. Zum Beispiel wie der nette Thilo Sarrazin und seine als schrecklich nette Famile getarnten Freunde und Unterstützer aus verschiedenen Ecken und Löchern kriechen und uns sehr gerne mit Hunden (Siehe Profil Bericht) vergleichen…

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

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01 08 2018
By: TKG 0

Bildungsminister Faßmann empfängt TKG Obmann Kilic

WIEN. Der Obmann der türkischen Kulturgemeinde Dipl. Ing. Birol Kilic war, am 31. Juli, zu Gast bei Bildungsminister Prof. Dr. Heinz Faßmann. In diesem ersten Austausch zur türkischen Community in Österreich betonte der Obmann die Vielfalt der Aktivitäten des Vereins, sei es im Bildungs- oder Kulturbereich. Gegenstand des Gesprächs waren unter anderem auch die Deutschförderklassen, welche für all jene SchülerInnen gedacht sind, die aufgrund von mangelnden Deutschkenntnissen dem Unterricht nicht folgen können. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich bedankt sich herzlich bei dem Bildungsminister Prof. Dr. Faßmann für das offene, konstruktive, zum Teil kritische, aber zielführende Gespräch und für den freundschaftlichen Empfang.

 

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) hat am 17.Mai 2018 bezüglich des Deutschmangels der MigrantenInnen eine Analyse mit ExpertenInnen zusammengestellt.

In dieser Analyse hat die TKG folgendes gefordert: „Deutschförderklassen müssen das nationale Fortbestandsproblem der Republik Österreich lösen“.

Die Argumente in dieser Analyse am 17. Mai 2018 waren wie folgt:

TKG-SPRACHMANGEL: „NATIONALES FORTBESTANDSPROBLEM „

Ob wir wollen oder nicht, österreichweit hat mehr als ein Viertel aller SchülerInnen eine nicht-deutsche Umgangssprache, in der Stadt Wien sogar mehr als die Hälfte. Infolgedessen stehen österreichs Schulen durch soziale, ökonomische und kulturelle Durchmischungen ihrer SchülerInnen vermehrt vor besonderen Herausforderungen und Problemen, insbesondere in den Ballungsräumen.

Die türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) definiert das Problem der mangelnden Sprachkompetenz, besonders unter jungen SchülerInnen und zukünftigen Steuerzahlern, als ein nationales Fortbestandsproblem, welches auch auf überparteilicher Ebene diskutiert werden muss.

Dabei steht die Lösung dieses fundamentalen Problems auch in Zusammenhang mit den Interessen der Republik Österreich, deren Zusammenhalt, Wirtschaft, Werteebene, Demokratieverständnis und Integration.

Schätzen und Schützen

Diese SchülerInnen von heute sind unsere morgigen Wirtschaftskapitäne und Exportchampions, Spitzensportler, Leistungsträger in der Arbeitswelt und Garant für unsere sicheren Pensionen, PolizistenInnen, Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren, usw. Das wichtigste ist, dass dieses enorme Humankapital verwertet werden sollte. Es geht hier um die Zukunft der Republik Österreich, für deren Kinder nicht nur materiell, sondern auch immateriell viel investiert wird, damit diese jungen Kinder der Republik Österreich-Humankapital- zu wertvollen Bürgerinnen und Bürger heranwachsen können. Sie sollen somit die Werte der Republik Österreichs wie den Rechtsstaat, Gewaltenteilung, Säkularismus, Frauenrechte, Menschenrechte, Presse,- und Meinungsfreiheit zu schätzen lernen, verinnerlichen und wenn nötig als wehrhafte Demokraten die freiheitliche demokratische Grundordnung schützen.  In der Schule ist es wichtig, unbedingt das Neutralitätsgebot anzuwenden. Es geht um den Schutz der Kinderrechte. Wir wollen einfach bis zum Mündigkeitsalter 14 kein Kopftuch in den Schulen. ( Kindergarten, Volkschule) . Auch der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat sich in bereits entsprechend geäußert. In der Österreichischen Bundes-Verfassungsgesetz  existieren seit 2011 auch die Rechte von Kindern. Artikel 1 sagt: „Jedes Kind hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge, die für sein Wohlergehen notwendig ist sowie auf bestmögliche Entwicklung und Entfaltung. Bei allen Kinder betreffenden Maßnahmen öffentlicher und privater Einrichtungen muss das Wohl des Kindes eine vorrangige Erwägung sein.“

Wir wissen, dass viele SchülerInnen leider aufgrund verschiedener Faktoren und Rahmenbedingungen zum Beginn der Volksschule der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Dabei bringt dieser Umstand mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in deren Zukunft nicht definierbare und große Probleme mit sich. Die Kinder sind Kinder der Republik Österreich, wobei die Republik hier diese große Verantwortung sehr ernst nehmen muss.

Mit einfachen Worten: Wer sich in seinem Heimatland Österreich nicht artikulieren sowie weder lesen noch schreiben kann, ist gefährdet nicht nur erfolglos zu sein, sondern auch unglücklich zu werden. Aufgrund dessen bezeichnet die TKG den Vorschlag der Regierung zur Verbesserung der Deutschförderung als wichtiges Vorhaben, wobei viele Punkte als positiv zu bewerten sind, aber dennoch einige Punkte  kritisch diskutiert werden müssen.

Positiv

Unter anderem das Bemühen, die Kinder wiederum möglichst früh in die Regelklassen einzugliedern, nachdem sie genügend Sprachkompetenz erworben haben, um dem Regelunterricht folgen zu können. Die Verfestigung der grundlegenden Deutschkenntnisse ist hierbei sehr relevant, da dadurch die erfolgreiche Teilnahme am Regelunterricht erst gewährleistet werden kann. Die ältere Generation sollten hier unbedingt mit einbezogen werden.

Auch Aspekte wie die standardisierten Testmethoden, die Verbindlichkeit der Deutschförderklassen sowie die gezielte Förderung durch eigens entwickelte Lehrpläne mit Schwerpunkt Deutscherwerb bilden gute Grundlagen für eine konstruktive Entwicklung.

Hier muss man diskutieren

Trotz der grundsätzlich positiven Auffassung gibt es dennoch einige Mängel, die durchaus gemeinsam diskutiert und in weiterer Folge aufgehoben werden müssen. Es bleibt beispielsweise noch offen wie etwaige organisatorische Punkte bewältigt werden sollen.

Konkret gemeint sind hier die zusätzlich benötigten Räumlichkeiten sowie die Finanzierung der Lehrer und Lehrerinnen. Des Weiteren wurden noch keine Klassenhöchstanzahlen genannt. Eine ebenfalls wichtige Information, da in kleineren Klassen besser auf einzelne Schüler eingegangen werden kann. Diese fehlenden Informationen sollten nochmals vermittelt und diskutiert werden. Es erscheint zudem sinnlos, Kinder, welche sich auf signifikant unterschiedlichen Sprachniveaus befinden, gemeinsam zu unterrichten, da sich einige sowohl unterfordert als auch überfordert fühlen könnten. Den Lehrpersonen würde es zudem erschwert werden, sich auf einzelne förderbedürftige Kinder zu konzentrieren, ohne dabei andere Kinder zu vernachlässigen.

Sprache als Schlüssel zur Gesellschaft

Allgemein steht fest, dass SchülerInnen, egal aus welchen Ländern, die Sprache Deutsch – ähnlich wie Wasser und Sauerstoff zum Überleben – innerhalb der Gesellschaft brauchen. Das Beherrschen der deutschen Sprache ist also fundamentaler Bestandteil gelungener Integration. Dementsprechend stellt die Lösung dieses Problems für die TKG ein hohes Anliegen dar.

http://www.turkischegemeinde.at/tkg-sprachmangel-unter-jungen-migrantinnen-als-nationales-fortbestandsproblem/

 

 

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25 07 2018
By: TKG 0

TKG Einladung: Boxen statt Gewalt

Sparring: WBA Weltmeister Deutsch-Türke Arslan gegen Europameister und Aufsichtsratsmitglied der Porsche AG Uwe Hück, in Wien.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich und der „Boxclub der Wiener Linien“ laden herzlichst zu einem Sparring-Kampf unter dem Motto „ Boxen statt Gewalt“ zwischen dem Halbschwergewichts-Weltmeister Firat Arslan und dem Aufsichtsratsmitglied der Porsche AG und ehemaligen Europameister im Schwergewicht Uwe Hück, am Samstag, den 4.8.2018 im Boxclub der Wiener Linien ein.

Anschließend wird Herr Uwe Hück einen kurzen Vortrag, über seinen Werdegang vom Waisenkind zu einem erfolgreichen Sportler sowie Manager bei der Porsche AG in Stuttgart, vor Jugentlichen halten. Weiters wird Herr Uwe Hück über seine Stiftung und deren Bemühungen, Jugendliche durch Lern-, Ausbildungs- und Integrationsprojekte zu unterstützen, sprechen.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG), der „Boxclub der Wiener Linien“ und der Österreichisch-Türkische Handelsverband bedanken sich herzlich für das Sponsoring der Organisation bei der „Yeni Vatan Gazetesi“ (Neue Heimat Zeitung). www.yenivatan.at 

Veranstaltungsdaten:

Datum und Zeit: 4.8.2018 um 12.30 Uhr

Ort: Boxclub der Wiener Linien (Währingergürtel 40, 1180 Wien)

Anfahrt: U6 Michelbeuern-AKH, Ausgang: Gürtel – Linie 42 Michelbeuern-AKH

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten Sie höflichst, aufgrund begrenzter Zuschauerzahl, um eine Rückmeldung unter der folgenden E-Mail-Adresse: office@oethv.org

Tel.: +43 676 614 9323

 

Uwe Hück

https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_H%C3%BCck

Firat Arslan

https://de.wikipedia.org/wiki/F%C4%B1rat_Arslan

World Boxing Association
https://de.wikipedia.org/wiki/World_Boxing_Association

 

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19 07 2018
By: TKG 0

Türkische Kulturgemeinde (TKG) verurteilt die Gewalttaten gegen Juden in Wien

Wien (OTS) Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt die heutige Gewalttaten in der Taborstraße in Wien gegen jüdische Mitbürger aufs schärfste und bedankt sich bei den polizeilichen Behörden herzlich für den schnellen Hilfseinsatz. Unsere Anteilnahme gilt den Opfern und der jüdischen Gemeinde in Österreich.

Der 24-jährige Täter befindet sich momentan in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wird das Motiv (Auftrag oder nicht? etc.) des Täters genauestens untersuchen. Für die TKG bleiben zum jetzigen Stand noch mehrere Fragen offen, die für die Zukunft sehr wichtig sind.

Die Menschen aus der Türkei leben in Österreich seit über fünfzig Jahren mit den jüdischen Bürgern in gegenseitigem Respekt vorbildlich zusammen. In den letzten Jahren haben wir durch den bestehenden Nahostkonflikt eine zunehmende Distanzierung der Beziehungen bemerkt, die wir sehr bedauern. Die jüdische Gemeinde in Österreich ist den Menschen aus der Türkei  aufgrund der türkisch-jüdischen Geschichte stets mit Sympathie und Menschlichkeit begegnet, was wir auch bezeugen können. Viele Türken und Juden in Österreich arbeiten zusammen, sind Nachbarn und Freunde.

Wir sollten das Zusammenleben in Österreich unter Menschen jeglicher Abstammung fördern und nicht unter dem Vorwand Feuerlöscher zu sein, als Brandstifter gegen Mitmenschen hetzen, egal welche Abstammung und Position wir haben.  Wir sollten kein Land verteufeln, delegitimieren und mit Doppelstandards behandeln, um so Probleme zu importieren. Das gilt besonders in Österreich mit seiner wechselvollen Geschichte und die aus der Geschichte stammenden Verantwortung.

Friede im Innland ist nicht selbstverständlich. Wir rufen alle Menschen in Österreich dazu auf Ihren konstruktiven und zielführenden Beitrag für das Wohle der Gemeinschaft, ohne Hintergedanken, zu leisten. Um diesen Frieden aufrechtzuerhalten, müssen wir sehr aufmerksam sein und als Bürger (Citoyen) und wehrhafte Demokraten jeden Tag für unser Land Österreich einstehen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)

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03 07 2018
By: TKG 0

TKG wünscht einen erfolgreichen EU-Ratsvorsitz und ersucht die Modernisierung der EU-Türkei-Zollunion

Die türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wünscht der Republik Österreich und seiner geschätzten Regierung einen erfolgreichen EU-Ratsvorsitz.

Durch Österreichs Funktion als Brückenbauer in der Europäischen Union, wie Herr Bundeskanzler Kurz betont, soll eine Festigung der Basis ihrer wichtigsten Grundwerte, welche wir im Sinne des Friedens in Europa und der Welt stets aufrechterhalten sollten, stattfinden. Unserer Meinung nach sollte die EU diesen Frieden, der seit der Gründung der Europäischen Union, insbesondere in den eigenen Ländern sukzessiv durch Vereinbarungen auf gleicher Augenhöhe mit den Nachbarländern geschaffen wurde, bewahren. Wir fürchten, dass dieser ziemlich brüchig bzw. fragil geworden ist, weil wir die letzten beiden EU- Ratsvorsitze Österreichs erleben durften und diese vergleichen können. Kann die EU bzw. Österreich diesen Frieden, der für uns als wehrhafte Demokraten und Citoyens sehr wichtig ist, erhalten?

Wir sind stolze Bürger bzw. Citoyens der rechtsstaatlichen Republik Österreich und möchten, dass besonders Österreich seine wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Interessen aufgrund seiner wechselvollen Geschichte verteidigt.  Doch zuerst sollte man, zuhause in Österreich, das friedliche Zusammenleben, das durch die österreichische Verfassung und seine Gesetzte festgesetzt wurde, behüten und nicht aus dem Gleichgewicht fallen lassen. Es sollte keine Außenpolitik die Art von Innenpolitik durchführen, die wir aus verschiedenen Ländern kennen. Einen Fehler in der Innenpolitik kann man leichter und in kürzerer Zeit korrigieren als einen Fehler in der Außenpolitik, für den die Korrektur Generationen brauchen könnte. Österreich hat aus seiner Geschichte gelernt.

Im Vergleich zu anderen Mitgliedern der EU besitzt Österreich mehr Know-how und Erfahrung, vor allem wenn es um den Orient und Okzident geht. Als Österreicher können wir stolz sagen, dass das Zentrum der Orient-Okzident Geschichte in Wien liegt. Jetzt muss man von diesen 500-jährigen Begegnungen Österreichs mit dem Orient und natürlich der Türkei, Gebrauch machen.

Nicht umsonst hat sogar die große Kaiserin Maria-Theresia im Jahre 1754 die Orientakademie gegründet, in der die erste Fremdsprache Türkisch war und alle Diplomaten und Bürokraten Türkisch als Fremdsprache gelernt haben. Heute heißt diese Akademie diplomatische Akademie. Und nicht umsonst hat der Gründer der modernen laizistischen Republik Türkei vielen österreichischen Wissenschaftlern, Architekten und Archäologen Möglichkeiten gegeben zum Aufbau der Republik beizutragen. Das erste türkische Parlament, Präsidentenamtsgebäude und mehrere Ministerien wurden von österreichischen Architekten gebaut. Bis heute wird mit großer Freundschaft daran erinnert.

 

„Europa, das schützt“

Das Motto des EU-Ratsvorsitzes der österreichischen Regierung lautet: „Europa, das schützt“. Wir verstehen das unter anderem als friedliches Zusammenleben in Österreich mit der Stärkung der Rechtsstaatlichkeit sowie der liberalen Demokratie und der Gewaltenteilung. Dafür muss man, wozu jeder Staat verpflichtet ist, seine Bürger und Bürgerinnen beginnend von den Außengrenzen (Jetzt: FRONTEX) bis hin zur Haustüre schützen. Wir wünschen uns aber eines: dass man unter dem Vorwand Europa zu schützen die liberale Demokratie, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Rechtstaatlichkeit nicht verwässert. In der Türkei haben wir diese Erfahrungen, besonders die Bevölkerung, mit immensen Schmerzen gemacht. Österreichs neue Regierung wird hier natürlich mit gutem Willen versuchen, auch mit NGOs und Think Tanks, wie wir einer sind, auf gleicher Augenhöhe für die Republik Österreich transparent, kritisch aber doch konstruktiv, sachlich für das Gemeinwohl zu arbeiten.

In Österreich leben ca. 300.000 Menschen aus der Türkei, davon sind ca. 190.000 österreichische Staatsbürger und ca. 110.000 türkische Staatsbürger. Die Mehrheit der Menschen aus der Türkei in Österreich möchte friedlich mit allen Menschen gemeinsam unter dem Schutz der österreichischen Verfassung, des Rechtsstaates, der liberalen Demokratie, Meinungsfreiheit, Grundwerte und der Gewaltenteilung zusammenleben. Mit reaktionären, fundamentalistischen und faschistischen Gruppierungen, Organisationen und Parteien aus der Türkei und in der EU bzw. Österreich wollen diese nichts zu tun haben!

Wir möchten, dass die EU die Beziehung mit der Türkei aufrechterhält, besonders wenn es um Menschenrechte, Rechtsstaat, Gewaltenteilung, Grundrechte, Pressefreiheit und um die säkulare Verfassung in der Türkei geht, damit man hier einen demokratischen Druck ausüben kann. Die EU hat bezüglich der Türkei bis jetzt leider eine doppelmoralische Politik betrieben, weswegen sich die Regierung in Ankara auch von einer halbwegs demokratischen, freiheitlich, säkularen Verfassung mit Gewaltenteilung distanziert hat.

 

Eines der wichtigsten Themen, welches sich der österreichische Ratsvorsitz als Aufgabe vornehmen könnte, ist die Modernisierung der EU-Türkei Zollunion, die seit 01.01.1996 bis heute einen Nachteil für die Exporteure aus Österreich und allen anderen Ländern der EU verursacht. Auch die Türkei leidet unter der uneinheitlichen Zollunion mit der EU.

Vorletzte Woche in Luxemburg haben die EU-Mitgliedsstaaten der Türkei eine Absage bezüglich der Zollunionsmodernisierung erteilt.

„Die Zeit“ berichtet am 27.06.2017 wie folgt: Keine Ausgabe der Zollunion: Harter EU-Kurs gegen die Türkei.  Zwei Tage nach der Wiederwahl des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan haben die EU-Staaten offiziell beschlossen, mit dem Land vorerst keine Verhandlungen über den Ausbau der Zollunion aufzunehmen. Die Türkei habe sich zuletzt weiter von der Europäischen Union wegbewegt, heißt es in einer am Dienstagabend bei einem Ministertreffen in Luxemburg verabschiedeten Erklärung.“

Was „die Zeit“ ebenfalls berichtet: „Flüchtlingsdeal: EU zahlt drei Milliarden Euro an Türkei: Die Türkei bekommt von der EU weitere drei Milliarden Euro, um Flüchtlinge aus Syrien zu versorgen. Nach monatelangen Diskussionen einigten sich die Staats- und Regierungschefs.“

Am selben Tag hat die EU die versprochenen drei Milliarden Euro Hilfe für die syrischen Flüchtlinge in der Türkei freigegeben. Wir finden diese beiden Entscheidungen zur gleichen Zeit ziemlich bedenklich, sowohl für den Frieden in Europa als auch für die Zukunft, die scheinbar den Titel „Eine Frage des Preises“ trägt.

 

Fakten bezüglich der EU-Türkei Zollunion

Die Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU hat mit der Zollunion zwischen der Türkei und Ländern der EU, welche seit 01.01.1996 gilt, nichts zu tun. Das EU Parlament hat diese Zollunion vor dem 01.01.1996 ratifiziert, das türkische Parlament nicht. Kein anderes EU Vollmitglied hat mit der EU eine ähnliche Zollunionsvereinbarung abgeschlossen, da es mehr Nachteile als Vorteile bringt.

Besser wäre und ist ein ehrliches „Freihandelsabkommen“ der EU mit der Türkei, welches die EU schon mit 40 Ländern abgeschlossen hat. Wir müssen in aller Freundschaft und Höflichkeit warnen: die Zollunion der EU mit der Türkei gleicht einer Missbrauchs-Beziehung, die sich nicht auf gleicher Augenhöhe abspielt, sondern den Charakter der Versklavung, Kolonialherrschaft oder zumindest der Unterwerfung der Türkei unter das Joch der EU hat. Das kann nicht gut gehen. Die Türkei hat mit der Zollunion-EU bis heute einen Großteil ihrer nationalen Souveränität nach Brüssel abgetreten, ohne in der EU-Zentrale irgendeinen Einfluss, nicht einmal einen Beobachter, auf den multinationalen Entscheidungsprozess (eigene Zölle) zu haben.

Abgesehen von der Landwirtschaft (die noch ausgedehnt werden soll) und den Dienstleistungen (die zurzeit ausgedehnt werden), beide stark reglementiert, soll die Zollunion in den kommenden Jahren weiter expandieren. Die Türken schreiben: „Nichts kann die Türkei zurzeit so gut auf einen stabilen, zivilen Pfad bringen wie Verlässlichkeit, Fairness und ein Partner, der das Land ernst nimmt und es gut mit ihm meint. Dazu gehört dann natürlich auch Kritik. Sie kann und soll mit jeder positiven Erfahrung immer nachdrücklicher werden.“

Laut WKO spricht ein Blick auf die Entwicklung der österreichischen Exporte in die Türkei seit dem Beginn der Zollunion eine deutliche Sprache. Allein in den letzten 20 Jahren seit Inkrafttreten der Zollunion hat sich das österreichische Exportvolumen von rund EUR 246 Mio. auf derzeit EUR 1.310 Mio. mehr als verfünffacht, zwischenzeitlich (2015) fast versechsfacht. Allein nach dem Inkrafttreten der Zollunion 1996 hat sich das Exportvolumen innerhalb von fünf Jahren verdoppelt. Insgesamt eine klare Erfolgsgeschichte.
Hervorzuheben ist, dass sich die österreichischen Exporte auch 2017 mit nur -1,0% gegenüber 2016 – trotz der politischen Spannungen – weiterhin erfreulich stabil halten konnten.

 

Probleme in Bezug auf die Zollunion

Viele österreichische Unternehmen, welche in die Türkei exportieren bzw. eine Geschäftsbeziehung mit der Türkei haben, sind mit sehr vielen Problemen konfrontiert.

Vordergründig, da die EU mit 40 Ländern weltweit Freihandelsabkommen, nach langen Diskussionen und mit Einfluss der Mitgliedsstaatsinteressen, vereinbart hat. Allerdings hat man die Interessen der Türkei nicht mit einfließen lassen und beließ es bei einer Zollunion. Hier wurde und wird auf die türkische Wirtschaft keine Rücksicht genommen.

Die Türkei hat ein Zollabkommen mit der EU, als einziges Land, welches nicht Vollmitglied ist und muss sich infolgedessen diesen 40 Ländern anpassen. Warum hat man mit der Türkei kein gesundes Freihandelsabkommen, wie mit den anderen Ländern der EU, abgeschlossen?

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) veröffentlichte dazu einen ABC-Indikator zur Türkei, in dessen Rahmen eine Umfrage unter österreichischen Niederlassungen in der Türkei durchgeführt wurde. Laut dieser Umfrage der Advantage Austria der Wirtschaftskammer Österreich antworteten 76, 2 % der Personen als Reaktion auf die Frage ob eine Erweiterung der EU-Türkei Zollunion für die Unternehmen Vorteile bringen würde (z.B. Reduktion der nicht-tarifären Handelshemmnisse, Aufnahme von Dienstleistungen und Agrarerzeugnisse in das Abkommen) mit „Ja“. Auch bezüglich der Frage ob die politischen Spannungen zwischen Österreich und der Türkei sich auf deren Geschäftsbeziehungen negativ auswirken würden, antworteten 60,7% der Personen mit „Ja“. Diese Umfrage spiegelt im Allgemeinen den Einfluss der derzeitigen Missstände wider, aber auch den Wunsch österreichischer Unternehmer die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu verbessern.

Frage: Warum modernisiert man also im Interesse der österreichischen bzw. europäischen Exporteure und natürlich auch der türkischen, die EU-Türkei Zollunion nicht, sondern verwendet das als Druckmittel? Die EU Vollmitgliedschaft der Türkei liegt de facto im Kühlschrank. Sie ist zwar eingefroren, jedoch nicht abgebrochen. Es wird dennoch stets zumindest ein Mitglied unter den 28 jetzigen EU Mitgliedern für den Nicht-Abbruch stimmen und die Verhandlungen damit weiterhin auf Eis legen. Deswegen bitten wir, dass man das EU-Türkei Thema nicht weiterhin in der Innenpolitik derartig thematisiert, als ob in naher Zukunft eine Vollmitgliedschaft in Frage kommen würde.

 

Nicht einmal einen Beobachter für die eigenen Zölle?

Der Warenverkehr zwischen der EU und der Türkei ist beschränkt, da bei Änderungen der Vielzahl der Freihandelsabkommen der EU (zurzeit 40), nicht genug Rücksicht auf die Türkei genommen wurde. Es gibt zwischen der EU und der Türkei keine gemeinsame Handelspolitik aber eine gemeinsame Zollunion, die modernisiert gehört, da ansonsten asymmetrische antidemokratische Zölle in Rechnung gestellt werden. Darunter leiden beide Partner. Wegen der Nicht-Modernisierung der Zollunion mit der Türkei, werden Schutzmaßnahmen nicht gut genug kontrolliert. Infolgedessen werden Waren, möglicherweise illegal, importiert oder illegale Geschäftsbeziehungen getroffen. Es entsteht also eine Grauzone, welche nicht kontrollierbar ist. Dies ist gegen die Interessen der EU-Wirtschaft und natürlich Österreichs.

Österreich könnte mit seinem Ratsvorsitz in der EU das Problem unter die Lupe nehmen und sich unabhängig von der Vollmitgliedschaft, die die Regierung strikt ablehnt, die Modernisierung der EU-Türkei Zollunion vornehmen. Im Interesse der österreichischen Unternehmer und Unternehmerinnen sowie der Wirtschaft.

Es entstehen sehr viele Probleme im Zuge dessen, da die Türkei über keinen Beobachter in Brüssel, bezüglich der EU-Türkei Zollunion, verfügt. Die Türkei hat hingegen Freihandelsabkommen mit anderen Ländern, in denen sich Unternehmen, wegen den Ursprungserzeugnissen der Waren und daraus resultierende Anti-Dumping Maßnahmen (bis 62% des Warenwerts) der EU, gegenüber den türkischen Exporteuren, Zollsteuern anhängen müssen oder aber umgekehrt, die türkischen Zollverwaltungen gegenüber österreichischen und EU-Unternehmen. Diese sind jedoch nicht nötig.

Online-Umfrage im Oktober 2017 unter österreichischen Niederlassungen in der Türkei WKÖ -AußenwirtschaftsCenter:


Was verstehen wir unter Modernisierung der EU-Türkei Zollunion?

Unter der EU-Türkei Zollunionsmodernisierung verstehen wir den Handel mit Dienstleistungen, Streitbeilegungen (z. B. Gerichtsverhandlungen, wie einem Streit zwischen zwei Unternehmen) und die öffentliche Auftragsbeilage in der Türkei der EU-Unternehmer inkl. Österreich und umgekehrt. Nicht nur das: es sollte sowohl der Türkei als auch der EU im Zuge der Modernisierung die Möglichkeit gegeben werden, Freihandelsabkommen, die die EU mit anderen Ländern abgeschlossen hat und umgekehrt auf selber Augenhöhe und im gegenseitigen Interessensausgleich zu verhandeln. Die EU befindet sich ansonsten in einer imperialistischen Kolonialmachtsposition, sagen türkische Experten. Die EU sollte Stabilität in die Türkei exportieren, nicht Instabilität, da wir sonst befürchten, dass diese Instabilität in die EU und insbesondere in den Balkan exportiert wird. Unabhängig welcher Mann Präsident und welche Partei an der Macht ist.

Wir wissen, dass Deutschland insbesondere mit Frankreich die Stopptaste in der EU-Kommission drückt, was für Exporteure aus beiden Ländern einen Nachteil bildet. Für die Türkei ist die Nicht-Modernisierung der Zollunion keine diplomatische oder politische Distanz oder Diskrepanz, sondern eine feindselige Kriegserklärung im Bereich der Wirtschaft. Man kann gegen die türkische Regierung und den jetzigen Präsidenten sein, was auch viele gerechte Gründe hat, aber man muss hier die Spreu vom Weizen trennen und nicht die gesamte türkische Wirtschaft mit seinen 80 Millionen Menschen dafür bestrafen und seiner eigenen EU Wirtschaft mitsamt Exporteuren Schaden zufügen.

 

Wirtschaftliche Interessen der Österreicher verteidigen

Es ist daher viel vernünftiger, dass die EU auf gleicher Augenhöhe mit der Türkei (egal welche Partei in der Regierung in der Türkei ist) die Interessen der Unternehmen der EU und die Interessen der Unternehmen aus der Türkei in die Zollunion fließen lässt. Ansonsten exportiert die EU fahrlässig Instabilität über die EU-Türkei-Zollunion in die Türkei. Das ist nicht fair, hat auch mit den Werten der europäischen Union, wenn man von Frieden spricht, nichts zu tun. Eine instabile Türkei wird in die EU und insbesondere nach Österreich ebendiese Instabilität importieren.

Eine EU, welche Südosteuropa vom West-Balkan, Süd-Balkan und Ost-Balkan trennt, hat aus der Geschichte nichts gelernt. Das Wort Balkan besteht aus zwei Wörtern: „Bal“ bedeutet auf türkisch „Honig“ und „Kan“ bedeutet „Blut“. Nicht umsonst heißt Südosteuropa „Balkan“. Wir wollen als Österreicher mit türkischen Wurzeln, besonders da gerade sehr viele von der FRONTEX und dem Schutz der EU-Außengrenze reden, Frieden am Balkan. Da besonders hier, Österreich, genauso wie die Türkei, in Südosteuropa eine hohe historische Verantwortung zu tragen hat, wünschen wir uns unabhängig von den Regierungen, wirtschaftlich halbwegs korrekte Beziehungen und keinen Wirtschaftskrieg unter dem Vorwand: „Wir bringen Frieden und Stabilität“.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

Obmann

DI Birol Kilic

Quellen:

  1. abc-indikator-2017-tuerkei-deutsch

      2. AKTUELLE INFORMATIONEN ZUM TÜRKISCHEN ZOLLRECHT FÜR ÖSTERREICHISCHE EXPORTUNTERNEHMEN- ZOLLUNION EU-TÜRKEI TÜRKISCHES ZOLLSYSTEM DRITTLANDSZÖLLE WISSENSWERTES & TIPPS- AUSSENWIRTSCHAFTSCENTER ISTANBUL JUNI 2018

https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Leitfaden-Tuerkei_Zollrecht_2018.pdf

Bild (c): EU-Kommission Österreich

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25 06 2018
By: TKG 0

Türkei-Wahlen: „Die AustrotürkenInnen in Österreich möchten nicht pauschalisiert werden“

Werfen wir bitte nicht alle AustrotürkenInnen in den selben Topf.

In Österreich leben ca. 300.000 Menschen aus der Türkei, davon handelt es sich bei ca. 116.000 um türkische Staatsbürger (die Übrigen sind österreichische StaatsbürgerInnen und dürfen demnach nicht wählen). Davon sind wiederum nur 55.000 Personen tatsächlich auch wählen gegangen. Von diesen 55.000 in Österreich lebenden TürkInnen haben ca. 60 % (33.000) für die AK Partei und ca. 70 % (38.000) für Erdogan gestimmt. Hierbei ist zu beachten, dass bei der Wahl zwei Stimmzettel für jede Wählerin und jeden Wähler zur Verfügung gestellt wurden. Ein Wahlzettel war dabei für die türkische Parlamentswahl (Wahl der Parteien mit 600 Abgeordneten) gedacht, der zweite Stimmzettel diente für die Präsidentschaftswahl.

Die unumstößliche Meinung vieler, dass AustrotürkInnen mehrheitlich eine Partei oder einen Politiker aus der Türkei wählen, ist demnach sehr pauschalisierend und de facto diskriminierend. Denn wie sich hier zeigt, stimmt das nicht. Es stimmt nicht, dass die Mehrheit der AustrotürkInnen Erdogananhänger oder einer anderen Partei in der Türkei. Die sind verschieden, farbig, die Mehrheit möchte mit den Parteien in der Türkei nichts zu tun haben, weil ihre Zukunft in Österreich liegt. Sie wünschen sich eine demokratische rechtsstaatliche Türkei, wo Grundrechte, Meinungsfreiheit und Pressefreiheit als oberste Priorität behandelt wird. In der derzeitigen Türkei ist dies durch diese Parteien und die gegenwärtige Regierung nicht der Fall.

Man kann nicht alle 300.000 Menschen mit türkischer Abstammung, die in Österreich leben, mit jenen ca. 33.000 Menschen gleichsetzen, die die AKP bzw. Erdogan gewählt haben, da diese nur 10 % aller AustrotürkInnen ausmachen. Die Mehrheit der in Österreich lebenden Menschen mit türkischer Abstammung möchte mit den Wahlen in der Türkei nicht identifiziert werden, weil sie an dieser Wahl nicht teilgenommen hat bzw. kein Interesse daran haben oder auch aktiv als österreichische StaatsbürgerInnen mit türkischen Wurzeln bei den österreichischen Parteien mitarbeiten.

Aus diesem Grund bitten wir alle PolitikerInnen und geschätzte Medienleute, hier die Spreu vom Weizen zu trennen und nicht alle Personen mit türkischen Wurzeln aufgrund der Wahlen in der Türkei zu pauschalisieren und in weiterer Folge allesamt an den Pranger zu stellen. Denn genau das wollen nicht alle, aber einige Parteien/PolitikerInnen aus der Türkei bezwecken.

Man sollte sich hier den Frieden der Republik Österreich und des interkulturellen Zusammenlebens der Bevölkerung vor Augen halten und stets um dessen Schutz bemüht sein.

Denn unsere neue Heimat ist Österreich und wir schätzen dieses schöne, friedvolle Land für seine guten Werte und den respektvollen Umgang mit den meisten AustrotürkInnen. Wir sind stolz, BürgerInnen eines Rechtsstaates zu sein, wo die Gewaltenteilung, die Grundrechte der Presse-und Meinungsfreiheit sowie die Würde jedes einzelnen Menschen geschützt wird und im Prinzip von „Check and Balance“ (Überprüfung und Ausgleich) immer unter strenger Kontrolle steht. Die meisten der 300.000 Austrotürken sind ein Teil der Republik Österreich. Wie auch Experten bestätigen: „Ihre Einstellungen und Sichtweisen orientieren sich stark an den Grundwerten der Republik Österreich, insbesondere an der Demokratie und der Pluralität.“

Die TürkInnen stehen der österreichische Mentalität sehr nahe. Fleiß, Ehrlichkeit und Höflichkeit sind gemeinsame Tugenden, und besonders letzteres wird von vielen TürkInnen besonders an den ÖsterreicherInnen geschätzt . So werden diese als geduldig, flexibel und sensibel charakterisiert, außerdem als traditions- und kulturbewusst.

Ein wunderbares Beispiel dafür, wieviele Gemeinsamkeiten sich in der Kultur der ÖsterreicherInnen und TürkInnen finden lassen, zeigt das folgende türkische Sprichwort: „Eine Tasse Kaffee gewinnt das Herz für vierzig Jahre.“ Das Verstehen von Menschen beginnt mit gutem Zuhören und wo lässt es sich besser reden, als bei einer Tasse dampfendem Kaffee? Wer sich auf eine Tasse Kaffee trifft, nimmt sich Zeit für einander. Das ist die Besonderheit der österreichischen Kaffeehauskultur, geht jedoch in zwischenmenschlicher Hinsicht noch viel weiter darüber hinaus. Wir sollten also mehr Kaffee zusammen trinken.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Obmann
DI Birol Kilic

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12 06 2018
By: TKG 0

Zollunion(Gümrük Birliği): EU-Türkei-75 %  Sprachen sich für eine Ausweitung  

Laut der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) sprachen sich 75 %  für eine Ausweitung bzw. Modernisierung der EU-Zollunion mit der Türkei aus.

Die EU-Türkei Zollunion in ein Freihandelsabkommen umwandeln

Die Erweiterung der Zollunion mit der EU hätte für die Türkei große und dringend benötigte wirtschaftliche Vorteile. Doch insbesondere Deutschland und Frankreich  blockieren die VerhandlungenAnkara droht dadurch nicht nur der Verlust diverser Vorteile einer erweiterten Zollunion, sondern muss auch wachsende Nachteile durch Ungerechtigkeiten in der bestehenden Zollunion hinnehmen und wird dementsprechend immer instabiler. Damit provozieren Deutschland und auch Frankreich als EU-Mitglieder eine gewisse Instabilität in der Türkei. Der Türkei drohen damit nicht nur der Entging diverser Vorteile, die mit der Erweiterung der Zollunion einhergehen würden. Sie hätte auch handfeste Nachteile, die sich mit der Zeit zudem verschärfen.

Der Grund dafür ist eine Unwucht in der Zollunion. Dank ihr können nicht nur EU-Firmen ihre Waren zollfrei in die Türkei exportieren, sondern auch Unternehmen aus Drittstaaten, mit denen die EU Freihandelsabkommen hat. Diese Drittstaaten sind im Gegenzug aber nicht dazu verpflichtet, ihre Märkte für Exporte türkischer Firmen zu öffnen. Wäre etwa das TTIP-Abkommen zwischen der EU und den USA zustande gekommen, hätte das für Teile der türkischen Industrie verheerende Folgen gehabt.

Dass TTIP inzwischen als praktisch gescheitert gilt, ist für die Türken nur ein schwacher Trost. Als Nächstes soll Anfang 2019 der EU-Vertrag mit Japan in Kraft treten, und zugleich verhandelt die EU mit vielen weiteren Ländern weltweit. Sollte sie etwa mit Indien handelseinig werden, müssten die Türken indische Waren zollfrei ins Land lassen, auf Ausfuhren nach Indien aber weiterhin 14 Prozent zahlen. Bliebe die Zollunion wie sie ist, würden laut der Ifo-Studie die Exporte türkischer Firmen deshalb teils deutlich zurückgehen – insbesondere in Branchen, in denen die neuen EU-Partnerländer stark sind.

Allerdings ist auch Yalcin davon überzeugt, dass „eine neue Zollunion politisch nicht umsetzbar ist“. Er schlägt deshalb vor, die Zollunion in ein Freihandelsabkommen umzuwandeln, das die aktuellen Zollregelungen beibehält, der Türkei aber ihre volle Handelssouveränität zurückgibt. Denn die hat sie mit der Einbindung in die Zollunion zu großen Teilen an die EU-Kommission abgetreten. Zugleich würde ein solches Abkommen laut Yalcin die Planungs- und Rechtssicherheit erhöhen, wovon letztlich auch EU-Unternehmungen profitieren würden.

Österreich Türkei

Ein Blick auf die Entwicklung der österreichischen Exporte in die Türkei seit dem Beginn der Zollunion sprechen laut WKO dabei eine deutliche Sprache. Allein in den letzten 20 Jahren seit Inkrafttreten der Zollunion am 01.01.1996 hat sich das österreichische Exportvolumen von rund EUR 246 Mio. auf derzeit EUR 1.310 Mio. mehr als verfünffacht (!), zwischenzeitlich (2015) fast versechsfacht. Allein nach dem Inkrafttreten der Zollunion 1996 hat sich das Exportvolumen innerhalb von fünf Jahren verdoppelt – insgesamt eine klare Erfolgsgeschichte.

Hervorzuheben ist, dass sich die österreichischen Exporte auch 2017 mit nur -1,0 % gegenüber 2016 trotz der politischen Spannungen weiterhin erfreulich stabil halten konnten:

Mehr Info:

Das türkische Zollrechtsregime – Alle Neuigkeiten und Änderungen zum Export in die Türkei

https://www.youtube.com/watch?v=Ln13dBv5RzE&feature=youtu.be

LEITFADEN TÜRKEI: AKTUELLE INFORMATIONEN ZUM TÜRKISCHEN ZOLLRECHT FÜR ÖSTERREICHISCHE EXPORTUNTERNEHMEN

https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Leitfaden-Tuerkei_Zollrecht_2018.pdf

Webinar: Das türkische Zollrechtsregime

https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Das-tuerkische-Zollrechtsregime_Webinar-Tuerkei-2018_Herausg.pdf

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

 

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08 06 2018
By: TKG 0

TKG: „Die eigentlichen Brandstifter bleiben unberührt“

Wien – Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) begrüßt jegliches Verbot verfassungs- und demokratiefeindlicher Organisationen, die gegen unsere  freiheitliche demokratische Grundordnung kämpfen, egal aus welchen Religionsgemeinschaften, Parteien, Organisationen und Vereinen. Gegen verfassungsfeindliche Einzelpersonen und Personenzusammenschlüsse (Parteien, Vereine, Religionsgemeinschaften, Kultusgemeinden und Organisationen) kann und muss der demokratische Rechtsstaat präventiv vorgehen.

Die heutige Pressekonferenz der Regierung mit vier Ministern ist unserer Meinung nach ein unüberlegtes Vorhaben (mit einem unglücklich gewählten Zeitpunkt vor den Wahlen am 25.06.18 in der Türkei), welches das eigentliche Problem des stark politisierten, radikalisierten Glaubens und der verfassungsfeindlichen angeblichen Kultus- bzw. Religionsgemeinschaften nicht löst, sondern deren politischen Argumente jetzt und in Zukunft untermauert. Besonders, weil dieses „Verbot und Auflösung“ die eigentlichen Zentren des politischen Islams nicht einmal berührt bzw. tangiert.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) ist der erste NGO-Think-Thank in Österreich, welcher vor dem politisierten Glauben seit Jahren warnt, sachlich darüber aufklärt und eines wünscht: Differenzieren, die Spreu vom Weizen trennen und nicht die Täter als Problemlöser und Berater salonfähig machen.

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17 05 2018
By: TKG 0

TKG-Sprachmangel: „Nationales Fortbestandsproblem „

Deutschförderklassen müssen das nationales Fortbestandsproblem der Republik Österreich lösen.

WIEN.  Ob wir wollen oder nicht, österreichweit hat mehr als ein Viertel aller SchülerInnen eine nicht-deutsche Umgangssprache, in der Stadt Wien sogar mehr als die Hälfte. Infolgedessen stehen österreichs Schulen durch soziale, ökonomische und kulturelle Durchmischungen ihrer SchülerInnen vermehrt vor besonderen Herausforderungen und Problemen, insbesondere in den Ballungsräumen.

Die türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) definiert das Problem der mangelnden Sprachkompetenz, besonders unter jungen SchülerInnen und zukünftigen Steuerzahler, als ein nationales Fortbestandsproblem, welches auch auf überparteilicher Ebene diskutiert werden muss.

Dabei steht die Lösung dieses fundamentalen Problems auch in Zusammenhang mit den Interessen der Republik Österreich, deren Zusammenhalt, Wirtschaft, Werteebene, Demokratieverständnis und Integration.

Schätzen und Schützen

Diese SchülerInnen von heute sind unsere morgigen Wirtschaftskapitäne und Exportchampions, Spitzensportler, Leistungsträger in der Arbeitswelt und Garant für unsere sicheren Pensionen, Polizistinnen, Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren, usw. Das wichtigste ist, dass dieses enorme Humankapital verwertet werden sollte. Es geht hier um die Zukunft der Republik Österreich, für deren Kinder nicht nur materiell, sondern auch immateriell viel investiert wird, damit diese jungen Kinder der Republik Österreich-Humankapital- zu wertvollen Bürgerinnen und Bürger heranwachsen können. Sie sollen somit die Werte der Republik Österreichs wie den Rechtstaat, Gewaltenteilung, Säkularismus, Frauenrechte, Menschenrechte, Presse,- und Meinungsfreiheit zu schätzen lernen, verinnerlichen und wenn nötig als wehrhafte Demokraten  die freiheitliche demokratische Grundordnung schützen. 

Wir wissen, dass viele SchülerInnen leider aufgrund verschiedener Faktoren und Rahmenbedingungen beim Beginn der Volksschule der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Dabei bringt dieser Umstand mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in deren Zukunft nicht definierbare und große Probleme mit sich. Die Kinder sind Kinder der Republik Österreich, wobei die Republik hier diese große Verantwortung sehr ernst nehmen muss.

Mit einfachen Worten: Wer sich in seinem Heimatland Österreich nicht artikulieren und weder lesen noch schreiben kann, ist gefährdet nicht nur erfolglos zu sein, sondern auch unglücklich zu werden. Aufgrund dessen bezeichnet die TKG den Vorschlag der Regierung zur Verbesserung der Deutschförderung als wichtiges Vorhaben, wobei viele Punkte als positiv zu bewerten sind, aber dennoch einige Punkte  kritisch diskutiert werden müssen.

Positiv

Unter anderem das Bemühen, die Kinder wiederum möglichst früh in die Regelklassen einzugliedern, nachdem sie genügend Sprachkompetenz erworben haben, um dem Regelunterricht folgen zu können. Die Verfestigung der grundlegenden Deutschkenntnisse ist hierbei sehr relevant, da dadurch die erfolgreiche Teilnahme am Regelunterricht erst gewährleistet werden kann. Die ältere Generation sollten hier unbedingt mit einbezogen werden.

Auch Aspekte wie die standardisierten Testmethoden, die Verbindlichkeit der Deutschförderklassen sowie die gezielte Förderung durch eigens entwickelte Lehrpläne mit Schwerpunkt Deutscherwerb bilden gute Grundlagen für eine konstruktive Entwicklung.

Hier muss man diskutieren

Trotz der grundsätzlich positiven Auffassung gibt es dennoch einige Mängel, die durchaus gemeinsam diskutiert und in weiterer Folge aufgehoben werden müssen. Es bleibt beispielsweise noch offen wie etwaige organisatorische Punkte bewältigt werden sollen.

Konkret gemeint sind hier die zusätzlich benötigten Räumlichkeiten sowie die Finanzierung der Lehrer und Lehrerinnen. Des Weiteren wurden noch keine Klassenhöchstanzahlen genannt. Eine ebenfalls wichtige Information, da in kleineren Klassen besser auf einzelne Schüler eingegangen werden kann. Diese fehlenden Informationen sollten nochmals vermittelt und diskutiert werden. Es erscheint zudem sinnlos, Kinder, welche sich auf signifikant unterschiedlichen Sprachniveaus befinden, gemeinsam zu unterrichten, da sich einige sowohl unterfordert als auch überfordert fühlen könnten. Den Lehrpersonen würde es zudem erschwert werden, sich auf einzelne förderbedürftige Kinder zu konzentrieren, ohne dabei andere Kinder zu vernachlässigen.

Sprache als Schlüssel zur Gesellschaft

Allgemein steht fest, dass SchülerInnen, egal aus welchen Ländern, die Sprache Deutsch – ähnlich wie Wasser und Sauerstoff zum Überleben – innerhalb der Gesellschaft brauchen. Das Beherrschen der deutschen Sprache ist also fundamentaler Bestandteil gelungener Integration. Dementsprechend stellt die Lösung dieses Problems für die TKG ein hohes Anliegen dar.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG)
Wien, 17.05.2018

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15 05 2018
By: TKG 0

Herzlich Willkommen, lieber Ramadan!

Am 15. Mai 2018 beginnt wieder der Ramadan. Auch für 700.000 Muslime in Österreich beginnt das Fasten vom 15. Mai bis 14. Juni.  Nicht alle Muslime fasten, aber alle schätzen und respektieren den Ramadan Monat.

Der Obmann der Türkische KULTURgemeinde in Österreich, Birol Kilic, appelliert an alle Menschen aus der Türkei, den Ramadan nicht für die Gottesdienste zu nutzen, sondern sich auch für Frieden einzusetzen. „Wir haben nicht nur in Österreich, auch in ganz Europa turbulente Zeiten. Wir müssen gegen Abspaltung, Rassismus in der Gesellschaft und für das Zusammenleben in Österreich eintreten. Es folgt eine Zeit der inneren Ruhe, dem Versuch vom irdischen Leben Abstand zu gewinnen und sich nur dem einen und barmherzigen Schöpfer zu widmen.  Ramadan ist die Zeit wo man mehr an Armut, Hunger und Teilung denken muss. Ramadan ist eine Erziehung zur Selbstüberwindung und zugleich ein Weg zur Bewusstmachung, dass es Menschen gibt, die tagtäglich Hunger erleiden. Ramadan ist eine Zeit, wo man in Österreich auch über die Werte der österreichischen Gesellschaft diskutiert.  Richtig. In diesem Monat der Reinigung wird ein besonderes Programm zur Erziehung aufgelegt. Unter Erziehung verstehen wir auch Bildung und Erinnerung an unsere gemeinsamen Werten in Österreich.“

 

Ramadan ?

Ramadan heißt übersetzt so viel wie „der heiße Monat“. Gemeint ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. An einem Tag in diesem Monat soll der Koran auf die Erde gesandt worden sein. Dieser Zeitpunkt wird auch „Nacht der göttlichen Bestimmung“ genannt und wird hauptsächlich am 27. Ramadan gefeiert. Da der Termin durch den Koran jedoch nicht genau festgelegt ist, gibt es hier Unterschiede. In Deutschland wird dieser Zeitraum nach Angaben des Zentralrates der Muslime in Deutschland exakt astronomisch berechnet. Gefastet wird den gesamten Monat lang jeweils von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, in diesem Jahr vom 6. Juni bis zum 4. Juli.

Darauf verzichten die Muslime im Ramadan

Nach dem muslimischen Gesetz bedeutet Fasten die Enthaltung von bestimmten Dingen: Verboten sind der Verzehr von Speisen und Getränken, Rauchen, Geschlechtsverkehr und Trunkenheit, so die Informationsplattform „islam.de“. Außerdem sind üble Nachrede, Verleumdung, Lüge und Beleidigung streng untersagt. Schweigen gehört ebenfalls zur Enthaltsamkeit im Ramadan.

Jeder Muslim, der geistig zurechnungsfähig, volljährig und körperlich dazu im Stande ist, muss fasten. Auch Minderjährige können fasten, hier gibt es aber ein Unterscheidungsvermögen. Schwangere, Kranke und Kinder sind nicht zum Fasten verpflichtet, wie die Informationsseite „islam.de“ bekannt gibt.

Schwangere und Kranke müssen die versäumten Fastentage aber nachholen. Laut einer Statistik, auf die sich das „National Bureau of Economic Research“ der USA bezieht, fasten die meisten schwangeren Muslimas trotzdem. Dadurch reduziere sich häufig das Geburtsgewicht des Kindes und die Länge der Schwangerschaft, wodurch körperliche und geistige Behinderungen der Kinder viel wahrscheinlicher würden.

Zuckerfest beendet den Fastenmonat

Am Ende des Fastenmonats, nach 29 beziehungsweise 30 Tagen, feiert man das Fest des Fastenbrechens, auch als kleines Fest oder Zuckerfest bekannt. Die Vorbereitungen beginnen bereits in den letzten Tagen des Fastenmonats.

Vorher muss jeder Muslim eine pflichtmäßige Spende entrichten, die auch als Almosensteuer des Fastenbrechens bekannt ist. Sie kommt Bedürftigen zugute und gehört nach Angaben des Verbandes der islamischen Kulturzentren zu den wichtigsten Pflichten eines Moslems. Anschließend wird drei Tage lang gefeiert, dieses Jahr vom 7. bis 9 Juli.  Der erste Tag ist dabei laut „islam.de“ der Familie gewidmet. Obwohl das „große“ Opferfest im Pilgerfahrtsmonats eigentlich das höchste Fest der Muslime ist, wird das Fastenbrechen traditionell größer und umfangreicher gefeiert, ähnlich wie Weihnachten bei den Christen .(tkg, dpa)

 

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06 05 2018
By: TKG 0

Mauthausen 2018: TKG und über 10.000 gedenken der Befreiung

Über 10.000  Menschen, darunter die Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers, aus dem In- und Ausland haben heute in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen an der Befreiungsfeier am 5. Mai 2018 teilgenommen.  Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) war heute mit einer Delegation dabei.  Der gemeinsame Auszug aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ehemaligen Konzentrationslager gilt als symbolischer Akt der Befreiung am 5. Mai 1945, vor 73 Jahren.

Wien/Mauthausen, 6. Mai 2018 – In Erinnerung an die Befreiung der Häftlinge aus dem Konzentrationslager Mauthausen am 5. Mai 1945 wurde heute im Rahmen der alljährlichen Internationalen Befreiungs- und Gedenkfeier gedacht. Mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland nahmen auch dieses Jahr, am 73. Jahrestag, teil. Veranstaltet wird die Internationale Gedenk- und Befreiungsfeier seit Jahrzehnten vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) in enger Zusammenarbeit mit der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen (ÖLM) und dem Comité International de Mauthausen (CIM). Im Gedenkjahr 2018 widmen sich die Gedenk- und Befreiungsfeiern dem Thema „Flucht und Heimat“ und der Auslöschung Österreichs im Jahr 1938. Schon im August 1938 trafen die ersten Häftlinge in Mauthausen ein und es wurde mit der Errichtung des Konzentrationslagers begonnen. Im Dezember 1938 waren bereits knapp 1.000 Häftlinge interniert.

Diesjähriges Schwerpunktthema: „Flucht & Heimat“

Zwischen 1933 und 1945 flohen Millionen von Menschen vor den Gräueltaten des nationalsozialistischen Regimes und seiner Verbündeten. Die nationalsozialistische Terrorherrschaft schuf in den 1930er Jahren neben politischen, religiösen oder wirtschaftlichen Ursachen ein neues Motiv der Flucht: Rassismus. Bis heute ist die Geschichte Europas immer wieder von Fluchtbewegungen gekennzeichnet. Kriege im ehemaligen Jugoslawien, im Irak, in Afghanistan oder in Syrien sowie fundamentalistischer Terror sind Ursachen für Flucht und den Verlust der Heimat.

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitee Österreich schlägt eine Brücke zur Gegenwart: „Menschen, die vor 80 Jahren in ein anderes Land flüchten mussten haben alles verloren. Ihre Heimat wurde zu einem fremden Ort. Auch heute müssen Menschen flüchten. Es liegt an uns, ihnen zumindest ihre Würde zu erhalten.“

Seit 2006 sind die Gedenk- und Befreiungsfeiern jedes Jahr einem speziellen Thema gewidmet, das zur Geschichte des ehemaligen KZ-Mauthausen bzw. zur NS-Vergangenheit Österreichs in Beziehung steht. Der Gegenwartsbezug bildet bei jedem Jahresthema einen essentiellen Bestandteil und soll vor allem für junge Menschen die Auseinandersetzung mit der Zeit und Ideologie des Nationalsozialismus konkreter fassbar machen.

Internationale Beteiligung an der Gedenk- und Befreiungsfeier

 

Die Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen begann mit einem ökumenischen Wortgottesdienst mit Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer, Pfarrerin Dr. Hannelore Reiner und Erzpriester Ioannis Nikolitsis. Gefolgt von der Verlesung des Mauthausenschwurs in mehr als 20 verschiedenen Sprachen – ein wichtiger symbolischer Akt an diesem Ort, wo von 1938 bis 1945 Deutsch die einzig erlaubte Sprache war.

Im Anschluss begrüßte MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi die tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer, insbesondere die KZ-Überlebenden und die zahlreichen Jugendlichen. Im Zuge der gemeinsamen Befreiungsfeier erfolgten die Kranzniederlegungen unter anderem durch Bundespräsidenten Dr. Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Nationalratspräsidenten Mag. Wolfgang Sobotka, Staatssekretärin Mag. Karoline Edtstadler, Bundespräsidenten a.D. Dr. Heinz Fischer, IKG-Präsident Deutsch, Altbischof Dr. h.c. Maximilian Aichern sowie internationalen und nationalen Delegationen und Jugendorganisationen und weitere. Während der Kranzniederlegung hielten die Vertreterinnen und Vertreter der Opferorganisationen aus Deutschland, Polen, Russland und Ungarn ihre Gedenkreden in den jeweiligen Landessprachen.

 

Kurze Videobeiträge von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die aufgrund der Verfolgung des nationalsozialistischen Terrorregimes aus Österreich fliehen mussten, wurden während der gemeinsamen Feier eingespielt. Auch dieses Jahr wurde die Internationale Befreiungsfeier von den Schauspielerinnen und Moderatorinnen Mercedes Echerer und Konstanze Breitebner mehrsprachig begleitet.

Den Höhepunkt des Festakts bildete der gemeinsame Auszug – ähnlich der ersten Befreiungsfeiern der KZ-Überlebenden – aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende der Feierlichkeit. Auch dieses Jahr wurde der Auszug aus Mauthausen von den KZ-Überlebenden Dušan Stefancic, Yauhen Chrol, Nikolai Kireev, Shaul Spielmann, Andrew Sternberg und weitere mit Jehuda Gurvich an der Spitze angeführt, begleitet von den Zeitzeugen Anna Hackl und Tommy Frankl, GIs der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika und Schülerinnen und Schüler der NMS Mauthausen. Damit wird die Befreiung der KZ-Inhaftierten im Jahr 1945 symbolisiert.

Die Internationale Befreiungsfeier stellt die weitaus größte Gedenk- und Befreiungsfeier weltweit dar. Auch dieses Jahr wurde ein beeindruckendes Zeichen für ein „Niemals wieder“ gesetzt.
Fotos und Presseunterlagen zur Gedenk- und Befreiungsfeier 2018 unter http://www.mkoe.at/service/presseinfo

Statements:

 

Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen:
„An Mauthausen zu erinnern bedeutet Trauer und Fassungslosigkeit angesichts eines Symbols für Terror, Leid und Unmenschlichkeit. Es bedeutet aber auch, ganz entschieden die Verantwortung für die Fundamente unseres Staates heute zu übernehmen: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Menschenwürde!“
Bundespräsident a. D. Dr. Heinz Fischer:
„Die Befreiungsfeier in Mauthausen am 6. Mai hat eine jahrzehntelange und zum Symbol gewordene Tradition. Mauthausen ist, so wie viele andere ehemalige Konzentrationslager zu einem Erinnerungsort geworden, an dem den Opfern des Nationalsozialismus, der Menschenverachtung und Menschenvernichtung gedacht wird. Ich bin dankbar, dass diese Tradition des Gedenkens und Erinnerns jetzt schon seit über zwei Generationen aufrechterhalten wird. Verschiedene alarmierende Signale und Entwicklungen in Europa zeigen, wie wichtig das ist.“
Nationalratspräsident Mag. Wolfgang Sobotka:
„Die Gedenkstätte Mauthausen ist auf ewig ein Ort der Verantwortung. Ein Ort, der uns stets daran erinnern wird, zu welchen Verbrechen Menschen fähig sind und warum wir unter keinen Umständen zulassen dürfen, dass nationalsozialistische Denke auch nur im Ansatz geduldet oder unwidersprochen zur Kenntnis genommen wird.“
Über das Mauthausen Komitee Österreich: 
Die Überlebenden des KZ-Mauthausen übergaben im Jahr 2000 dem Mauthausen Komitee Österreich offiziell ihr Vermächtnis. Dieses Vermächtnis der KZ-Überlebenden bildet die Grundlage der Aktivitäten des MKÖ. Neben der Gedenkarbeit für die Opfer der Verbrechen des NS-Regimes, insbesondere jene, die im KZ-Mauthausen und in den Außenlagern gefangen gehalten wurden, sind Aktivitäten gegen Rechtsextremismus sowie die engagierte anti-faschistische und anti-rassistische Arbeit vor allem mit jungen Menschen weitere wichtige Schwerpunkte. In den vergangenen Jahren führte das MKÖ mit mehr als 100.000 Jugendlichen Zivilcourage-Trainings, Begleitungen durch die KZ-Gedenkstätte Mauthausen sowie an Orten ehemaliger Außenlager, die Vor- und Nachbereitung der KZ-Gedenkstättenbesuche, Anti-Rassismus-Workshops wie den Workshop „Wir sind alle“ sowie die neuen thematischen Rundgänge „denk mal wien“ sowie diverse anlass- und themenbezogene Jugendprojekte durch. (Ende)
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18 04 2018
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TKG: „Stopp mit dem Missbrauch der Gebetshäuser“

Türkische Kulturgemeinde fordert sofortigen Stopp des Missbrauchs der Moscheen für politische und nationale Ereignisse aller Art, egal von welcher Seite.

Wien (OTS) – Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich warnt seit 15 Jahren über die Politisierung und den Missbrauch der Religion Islam in Österreich.

Die Bilder aus dem Gebetsbereich der ATIB Moschee in der Dammstraße in Wien sind nicht akzeptabel. Kinder spielen auf diesen Fotos tote Soldaten, werden mit der türkischen Fahne zugedeckt und wieder andere Kinder gehen an den „Toten“ vorbei. Das ist nicht normal! Das ist eine Respektlosigkeit gegenüber dem Gebetshaus und gegenüber Österreich. Ein Gebetshaus ist ein Ort an dem man sich direkt und in Ruhe an Gott wenden kann. Besonders in dem Bereich Gebetshaus sollte Politik und Religion nicht vermischt werden.

Aus der Geschichte wissen wir, dass einst die Türken gemeinsam mit ihren Verbündeten Österreich und Deutschland einen Verteidigungskrieg gegen England und Frankreich führten. Aus dieser Missbrauchsschlacht bei Gallipol bzw. aus diesem Krieg entstand letztendlich vor 100 Jahren die moderne, revolutionäre und laizistische Türkei durch Atatürk. Sein Motto: „Friede im Inneren, Friede in der Welt“ unterzeichnete er überall.

Die Schlacht von Gallipol bedeutete für Atatürk und für seine Bürger der laizistischen türkischen Republik folgendes: Ein Krieg ist schlecht, ein Friede dagegen ist immer gut und erstrebenswert.Diese Werte, welche man durch eine Kontrarevolution vernichten wollte, haben alle säkularen, türkischen Bürger in der Türkei  gelernt und verinnerlicht.

ATIB mit seinen 65 Moscheen in Österreich sollte ab jetzt im Gebetsbereich und auch in anderen Bereichen weder politische noch traditionelle Veranstaltungen durch eine Verordnung erlauben, sich neutralisieren und sich aus allen politischen Missbrauchsmöglichkeiten heraushalten.

ATIB ist besonders gegen den Salafismus und gegen den politischen Islam eine wichtige Institution, welche man auf jeden Fall nicht aufgeben soll, sondern im positiven Sinne für Österreich und für seine Interessen und für die hier lebenden aus der Türkei stammenden Menschen für sich gewinnen muss.

Deswegen empfehlen wir hier die Spreu vom Weizen zu trennen und alle bösen Ereignisse und Personen von den Guten zu trennen. Das beginnt durch die Säkularisierung und Schätzung der säkularisierten Gesellschaftsordnung mit seinem demokratischen vielfältigen Kräften, welche man verinnerlichen muss.

Die derzeitige Verfassung in der laizistischen Türkei sieht eine strikte Trennung zwischen Religion und Staat sowie Religionsfreiheit vor. „Heilige religiöse Gefühle dürfen absolut keine Rolle in staatlichen Angelegenheiten und der Politik spielen, wie es das Prinzip des Säkularismus vorsieht“, heißt es in der Präambel. Wir wissen in der säkularen Türkischen Republik herrscht  eine Konterrevolution gegenüber säkularen Werten und Institutionen wo wir in Österreich einfach die Konsequenzen erleben müssen.

TKG fordert mehr Säkularismus und Null politisierten Glauben in Österreich durch Laizität! Egal welche Religion.  Laizität ist die Unabhängigkeit eines Staates von der Religion. Säkularität bedeutet für die TKG die individuelle Lebensführung ohne Religion. Stopp mit dem Missbrauch der Gebetshäuser egal welcher Religion.

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180418_OTS0153/tkg-stopp-mit-dem-missbrauch-der-gebetshaeuser

 

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05 04 2018
By: TKG 0

B2B Tourismus Workshop in Istanbul

In Kooperation mit der Österreich Werbung veranstaltet das AußenwirtschaftsCenter Istanbul den alljährlich wiederkehrende B2B Tourismus Workshop  am 03.05.2018 in Istanbul.

Wien. B2B Tourismus Workshop in Istanbul.  Nutzen Sie die Chance und präsentieren Sie sich vor den wichtigsten Playern der türkischen Tourismusszene!

 

2017 sind insgesamt 9,4 Mio. Türkinnen und Türken ins Ausland gereist.

Dies bedeutet ein Zuwachs von 17,1 % im Vergleich zum Vorjahr trotz des gestiegenen Lira-Wechselkurses.

Davon waren ca. 103.000 in Österreich.

Türkische Besucherinnen und Besucher wollen in Österreich besonders folgende Punkte erleben:

-Familienausflüge

-Kulturreisen, Sightseeing

-Wochenendreisen, Shopping

-Skifahren

-Geschäftstermine

Turkish Airlines fliegt neben Wien (5 Verbindungen täglich) seit Mai 2013 auch Salzburg (2 Verbindungen täglich) und Graz (seit Juni 2015) an. Neben Turkish Airlines bieten Pegasus Airlines, Sun Express und Onur Air günstige Flüge zwischen Istanbul, Ankara und Wien an.

Beliebte Destinationen in Österreich

Wien ist für die türkischen Gäste das Tor zu Mittel- bzw. Osteuropa (zum goldenen ‚Dreieck‘ Wien-Prag-Budapest, Schweiz-Deutschland-Liechtenstein).

Wien war im Gesamtjahr 2017 mit ca. 56 % der gesamten Nächtigungen die beliebteste österreichische Destination türkischer Gäste, und v.a. in der Sommersaison ein beliebtes Reiseziel.

Mit 13 % der Gesamtjahresnächtigungen liegt im Übernachtungsranking das Bundesland Tirol vor Salzburg (10 %).

Die beliebtesten Reisemonate im Winter sind Dezember und Jänner.

Nutzen Sie die exklusive Möglichkeit und präsentieren Sie sich vor den führenden Reiseveranstaltenden der Türkei.

Wann: 03.05.2018   Anmeldung bis: 08.04.2018

Anmeldung bei: Österreich Werbung Wien

Frau Denise Mielniczek

E denise.mielniczek@austria.info

T +43 1 588 66-0

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30 03 2018
By: TKG 0

Frohe Osterfeiertage-Hayırlı Paskalya! So feiert man Ostern in der Türkei

Wir wünschen unseren christlichen Freunden, Nachbarn und auch allen anderen, die dieses christliche Fest nicht begehen,
frohe Osterfeiertage und ein schönes Wochenende.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

 

Info:

Hayirli Paskalya! So feiert man Ostern in der Türkei

Auch in der Türkei wird an manchen Orten Ostern gefeiert, vor allem in Ostanatolien. Will man sich gegenseitig „Frohe Ostern!“ wünschen, so sagt man dort „Hayirli Paskalya!“. Aber wie wird Paskalya in der Türkei gefeiert? Hier ein paar Eindrücke.

Was wäre Ostern ohne einem leckeren Hefezopf? Das dachte man sich wohl auch in der Türkei. Deshalb wird dort an Ostern ein Osterkuchen aus Hefeteig gebacken. Das Besondere daran ist, dass in den Kuchen traditionell eine Münze eingebacken wird – wer diese dann beim Verspeisen findet, der kann sich über Gesundheit und Glück freuen. Aber natürlich gibt es in der Türkei noch viele weitere Gaumenfreunden zu Ostern. Deswegen kommt an den Feiertagen meist die ganze Familie zusammen, um gemeinsam leckeren Fisch und grüne Linsen zu essen. Das ist nämlich Brauch am Karfreitag.

Gibt es in der Türkei auch Ostereier?

Und auch auf die Ostereier muss man bei einem Osterfest in der Türkei nicht verzichten. Hierzu gibt es sogar einen speziellen Brauch. Zwei Personen müssen ihre Ostereier gegeneinander schlagen und derjenige, dessen Ei nicht zerbricht wird auch wieder mit Gesundheit und Glück beschenkt. Neugierig geworden? Wer nun vielleicht sogar über die Osterfeiertage einen Urlaub in der Türkei machen möchte, weiß nun zumindest, dass man auch dort sehr gut Ostern feiern kann. In manchen Orten in der Türkei gibt es außerdem auch christliche Kirchen, in denen man zur  Ostermesse gehen kann. Na dann, Hayirli Paskalya! (Myheimat.de)

 

Izmir – türkische Ostern für Anfänger

von Marie Christen

Die Türkei fällt einem vielleicht nicht als erstes ein, wenn man an das Osterfest denkt, doch auch hier wird das Fest mit seinen ganz eigenen Osterbräuchen zelebriert! Erlebt türkische Ostern mit uns!

FROHE OSTERN!

Hayirli Paskalya! (Frohe Ostern!) wird euch in der Türkei gewünscht! Nicht viele Türken feiern das Osterfest, auch ist es kein gesetzlicher Feiertag und doch überrascht die Türkei mit einigen Osterbräuchen.

Ostern ist auch hier ein Fest der Familie, alle kommen zusammen und veranstalten ein großes Festessen! Für die Feiertage wird ein Osterkuchen aus Hefeteig gebacken, also ganz ähnlich wie bei uns. Doch das Besondere und außergewöhnliche steckt hier im Detail: In den Hefezopf wird nämlich eine Münze mit eingebacken und wer diese dann findet oder verspeist, soll sich dem Glauben nach besonderer Gesundheit und Glück in diesem Jahr erfreuen dürfen. Aber natürlich gibt es noch andere Freuden für den Gaumen wenn man türkische Ostern feiert. An Karfreitag zum Beispiel wird sich in großer Runde getroffen und statt Osterbrot werden traditionell Fisch und grüne Linsen zum Mittag serviert.

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Auch die Ostereier werden in der Türkei nicht vergessen. Hier muss man sie allerdings nicht erst finden, denn in der Türkei gibt es diesbezüglich einen speziellen Brauch. Hierbei schlagen zwei Personen ihre Ostereier gegeneinander und derjenige, dessen Ei nicht zerbricht wird auch hier wieder mit Gesundheit und Glück gesegnet! Neugierig geworden? Dann besucht doch mal…

IZMIR

Die Perle an der türkischen Ägäis hat dir so einiges zu bieten! Die drittgrößte Stadt der Türkei, nach Istanbul und Ankara, wurde 3000 v. Chr. gegründet und ist somit eine der ältesten Städte der Welt. Viele verschiedene Kulturen haben während der wechselvollen Stadtgeschichte ihre Spuren hier hinterlassen.

Das Hafenviertel sowie der moderne Innenstadtbereich mit seinem Basarviertel, dem Museum und dem Kulturpark bieten eine Vielfalt an Besichtigungsmöglichkeiten. Besonders Kulturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Neben zahlreichen Museen findet man in Izmir auch ein Staatstheater und die Staatsoper mit einem berühmten Orchester. Musikfreunde reisen aus der ganzen Türkei an, um das Orchester spielen zu hören!

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Der Uhrturm auf dem Konak-Platz ist nicht nur Wahrzeichen der Stadt sondern auch ein Symbol für die Befreiung von der griechischen Besatzung. Unweit davon befindet sich das Archäologische Museum, das mit Funden aus der Antike aufwarten kann und absolut einen Besuch wert ist. Wer einen besonderen Ausblick über die Bucht von Izmir erleben möchte, sollte sich nicht scheuen, den Berg Kadifekale zu erklimmen. Auf diesem Berg lassen sich heute noch Ruinen einer eindrucksvollen Burg und ihrer Mauern, die während der Herrschaft von Alexander des Großen errichtet wurden, finden. Man kann also sagen, dass Izmir ein Ort mit großer Vergangenheit hat, die bis in die Moderne hineinreicht. Ein toller Ort um Kultur hautnah zu erleben oder für ein paar Tage zu entspannen. Also…packt die Ostereier ein, fahrt nach Izmir und Hayirli Paskalya! (blog.surprice-hotels.com)

 

CHRISTENTUM STAMMT AUS DER TÜRKEI VON BIROL KILIC

http://www.turkischegemeinde.at/christentum-stammt-aus-der-tuerkei/

 

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29 03 2018
By: TKG 0

„Frohe Ostern“: Türkischer Imam reinigt seit 13 Jahren armenische Kirche

„In meiner Freizeit gehe ich regelmäßig in die Kirche und schau, dass es dort gepflegt ausschaut. Meine Frau und meine Kinder helfen mir auch dabei”, so Metin Halıcı, Imam (Vorbeter) der Terzili Moschee in Sarıkaya in der mittelanatolischen Provinz Yozgat. Seit 13 Jahren reinigt der islamische Geistliche eine armenische Kirche – Ein Beispiel für gelebte Toleranz und Respekt!

Yozgat (Türkei, Yeni Vatan-Neue Heimat Zeitung)-Bestimmte Armenier aus aller Welt, die bis 1960 im Stadtteil Terzili gelebt haben, kommen an bestimmten Zeiten des Jahres in ihre alte Ortschaft. Sie wollen in der historischen Kirche ihre Gebete verrichten. Dank dem islamischen Seelsorger ist das für die Christen problemlos möglich. Egal zu welcher Zeit man die Kirche besucht, man findet eine saubere Ortschaft vor um seine Religion frei zu praktizieren.

Die “uralte” Kirche wird von Menschen aus aller Welt besucht

Die fast 2.000 Jahre alte Kirche, befindet sich im Hof des Imams und wird seit 13 Jahren von ihm gereinigt und gewartet. „Als ich vor 13 Jahren in diesem Stadtteil als Imam beauftragt wurde, hat mich die Kirche mitten in meinem Hof natürlich verwundert. Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt. Aus Respekt habe ich es für mich als eine Aufgabe gesehen, die benachbarte Glaubenseinrichtung zu säubern, “ sagte er. Die meisten Besucher sind aus Argentinien, der Türkei und den USA.

Zur Zeit der Osmanen soll es zu einer Tradition geworden sein

„Auf diesem Land hat die Toleranz und Barmherzigkeit des Osmanischen Reichs gelebt. Wir wollten, dass diese Werte hier weiterhin ihren Platz finden. Meistens wird sie von christlich-orthodoxen Personen besucht. Die früheren Imame haben diesen Auftrag auch übernommen und durchgeführt. Außerdem gehört die Gebetsstätte unserer “Nachbarreligion”. So habe ich es mit besonderer Vorsicht als eine Pflicht gesehen, diesen religiösen Ort sauber und jederzeit zum Beten bereit zu halten“, fügte er hinzu. Es ist auch zu vermerken, dass die türkischen Gastarbeiter in Wien größtenteils aus derselben Provinz stammten. So ist dieser Ort der Toleranz die zweite Heimat vieler hier lebender Türken in ganz Österreich. (yenivatan.com)

http://www.yenivatan.at/tuerkischer-imam-reinigt-seit-13-jahren-armenische-kirche/

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27 03 2018
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Paris-TKG: “Es gibt kein Wort unser Mitgefühl gegen diese Unmenschlichkeit und Antisemitismus auszudrücken”

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) ist zutiefst betroffen über den abscheulichen Mord an der 85-jährigen Holocaust-Überlebenden Mireille Knoll in Ihrem Haus in Paris am Sabbat.

Wien (OTS) -Laut unseren Informationen hat sich Mireille Knoll bereits vor der Attacke über gewalttätige Drohungen gegenüber ihrem Leben bei der Pariser Polizei beschwert und Anzeige erstattet.

Der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich dazu: „Wir, als aus der Türkei stammende ÖsterreicherInnen sind zutiefst traurig und teilen die Schmerzen der Familie Mireille Knoll, der Jüdischen Gemeinde in Frankreich und in der Welt. Es gibt kein Wort, keinen Satz um unser Mitgefühl gegen diese Unmenschlichkeit und Antisemitismus ausdrücken. Die muslimischen Menschen haben Jahrhunderte lang in der Türkei und in der Osmanischen Zeit ab dem Mittelalter, friedlich vom Balkan, über die jetzige Türkei, bis zum Nahen Osten zusammengelebt. 1492 haben die Türken aus Spanien und Portugal die Juden aus der Inquisition (Verfolgungen, Folter, Verbrennungen etc.) in den Balkan und in die Türkei aus eigenem Interesse und mit Selbstverständlichkeit gerettet. 1992 wurde in Istanbul mit allen türkischen Juden ein 500-jähriges Zusammenleben gefeiert. Da sehen wir, dass der Glaube eigentlich kein Hindernis ist, sondern der politisierte Glaube, Fanatismus, die Nahost-Konflikte und die dauernde Hetze. Wir müssen mit allen demokratischen Kräften gegen diesen Fanatismus arbeiten und unbedingt die Spreu vom Weizen trennen. Wir rufen alle Muslime und Musliminnen auf, dagegen etwas zu tun. Wir werden in Österreich in Zukunft mit mehreren Vereinen darüber reden um eine Aktion und Informationskampagne in unseren Gemeinden beginnen zu können.“

 

TKG-AUFKLÄRUNG: „DIE GESCHICHTE DER TÜRKISCHEN JUDEN“

Die Geschichte der türkischen Juden

TKG-AUFKLÄRUNG: „WAS SAGT DER QUR’AN (KORAN) ZUM JUDENTUM?“

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19 03 2018
By: TKG 0

Türkische Kulturgemeinde bedankt sich für die Ausstellung Byzanz & der Westen-1000 vergessene Jahre

  • „Byzanz & der Westen-die Geschichte schreibt sich fort“
    (Kurt Farasin, Küntlerischer-Leiter Schallaburg)
  • „Kommunikation ist alles“
    (Faiko Daim&Dominik Heher, Kuratoren)
  • „Gesellschaft und Geschichte differenzierter betrachten und mit unserer Identität in Beziehung setzen“
    (Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner)

Wien(APA-OTS)-Diese drei Zitate sagen mehr als tausend Sätze, warum die Ausstellung „Byzanz & der Westen-1000 Jahre vergessene Jahre“ in Schallaburg-NÖ besuchenswert ist. Die Schallaburg in NÖ ruft ab 17. März 2018 eine völkerverbindende und faszinierende Geschichte ins Gedächtnis! Zwei Welten, die einander vertraut und doch in vielem so fremd waren. Es ist die Geschichte von Byzanz und dem Westen.

Die Ausstellung ist nicht nur für ÖstereicherInnen sehr wichtig, sondern auch für alle Menschen mit Wurzeln im Balkan und der Türkei, die unbewusst ihre kulturellen byzantinischen Traditionen, durch Musik, Essen, Glauben oder Kunst, fortführen.

Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich(TKG) Birol Kilic bedankt sich herzlich für die Ausstellung „BYZANZ & DER WESTEN – 1000 VERGESSENE JAHRE“ in Schallburg-NÖ bei Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner , bei der künstlerischen- Leitung der Schallaburg Kurt Farasin und bei den beiden ausgezeichneten Kuratoren Faiko Daim und Dominik Heher.  Kilic weiter:  „Viele unserer Mitglieder und Bekannten stammen aus Istanbul, dem früheren Konstantinopel und kennen die  unglaublich wechselvolle Geschichte die auch in dieser Ausstellung in Schallaburg gerade für die jetzige Zeit eigentlich die größte Lektion sein sollte. Obwohl uns die byzantinische Kultur sehr nahe ist und seit Generationen weitergegeben wird, wird sie nicht bewusst wahrgenommen.  Schallaburg NÖ weckt in uns als Österreicher mit türkischen Wurzel die brüderlichen Gefühle die wir dankbar sehen und schätzen. Niederösterreich hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten im Kulturbereich sehr viele nationale und internationale Anerkennungen erarbeitet. Nicht ohne Grund. Hochachtung“

 

 

Mehr Info:

„Byzanz & der Westen- 1000 vergessene Jahre“ in NÖ-Schallaburg

 

„Byzanz&der Westen-die Geschichte schreibt sich fort“
Kurt Farasin, Küntlerischer-Leiter Schallaburg

„Kommunikation ist alles“
Faiko Daim&Dominik Heher, Kuratoren

„Gesellschaft und Geschichte diffenzierter betrachten und mit unserer Identität in Beziehung setzen“
Landeshauptfrau Johhanna Mikl-Leitner

Die drei Zitate sagen mehr als tausend Sätze um die Ausstellung Byzanz&der Westen-1000 Jahre vergessene Jahre in Schallaburg-NÖ zu besuchen.

Die Schallaburg in NÖ ruft 2018 eine faszinierende Geschichte ins Gedächtnis! Zwei Welten, die einander vertraut und doch in vielem so fremd waren. Es ist die Geschichte von Byzanz und dem Westen.

Wir reisen zurück ins Mittelalter: Schauplatz ist das Mittelmeer – ein Ort, der seit jeher Kulturen verknüpfte und bereicherte. Auf den Trümmern des weströmischen Reiches entsteht eine Vielzahl neuer Staatsgebilde, während das oströmische Reich mit seiner Hauptstadt Konstantinopel zum Weltreich aufsteigt. Lange Zeit gilt es im Westen als prestigeträchtig, an der Kultur der Byzantiner teilzuhaben. Mit Exponaten aus namhaften Sammlungen wie dem Pariser Musée du Louvre, der Schatzkammer von San Marco in Venedig oder dem Israel Museum in Jerusalem ist „Byzanz & der Westen“ die wertvollste Ausstellung in der Geschichte der Schallaburg.

 

Wir reisen zurück ins Mittelalter

Schauplatz ist das Mittelmeer. „Byzanz & der Westen“ ist die erste Ausstellung zum wechselvollen Verhältnis zwischen dem Byzantinischen Reich und dem lateinischen Westen.

Zugleich ist sie die wertvollste Schau in der Geschichte der Schallaburg mit Exponaten aus namhaften Sammlungen wie dem Pariser Musée du Louvre, der Schatzkammer von San Marco in Venedig oder dem Israel Museum in Jerusalem.

Mit dieser Ausstellung ruft die Schallaburg eine Geschichte in Erinnerung, die im gemeinsamen Gedächtnis Mittel- und Westeuropas eine weitgehend unbedeutende Rolle spielt. Sie handelt von Neugier und Vorurteilen, von Gier und Faszination, von zwei Welten, die einander vertraut und doch in vielem so fremd waren. Es geht uns um die Verbindungen und die Kommunikation zwischen Ost und West sowie um den Raum dazwischen, das Mittelmeer, in dem der Austausch stattgefunden hat. Byzanz hat als Brücke von der Antike zur Moderne fungiert. Wir verdanken Byzanz jede Menge Wissen, ohne das die Renaissancezeit kaum möglich gewesen wäre, so wie wir sie erlebt haben“, erörtert der Kurator Falko Daim.

Eine chronologische Reise

Der Ausstellungsrundgang beginnt im Innenhof am Schauplatz Mittelmeer, dem wesentlichen Kommunikationsraum, wo der aus Italien stammende Künstler Angelo Monne bedeutende Küstenorte des Mittelmeers mit historischen und gegenwärtigen Bezügen großformatig illustriert hat.

In der Ausstellung werden unterschiedliche Aspekte der wechselhaften Beziehung zwischen griechischem Osten und lateinischem Westen einzeln und in chronologischer Abfolge erzählt. „Herzstück der Ausstellung sind die verschiedenen Wege der Kommunikation. Wie kommunizierten diese beiden Welten miteinander: Sei es über Diplomaten, politische Ehen, aber auch über reisende Personen wie Pilger, Künstler, Leute die ausgewandert sind und ein Bild ihrer Kultur vermittelt haben.  Aber natürlich auch über Gegenstände und Texte“, so Kurator Dominik Heher.

Drei Übergangsräume, als Rauminstallation in der Ausstellung angelegt, widmen sich dem aktuellen Beziehungsstatus der beiden Protagonisten. „Hier kommen Byzanz und der Westen zu Wort, sie sprechen miteinander, übereinander und gegeneinander. Wie stehen diese beiden Welten zueinander? Vertragen sie sich? Uns ist es wichtig, dass der ganze Raum das Gefühl und diese Gedanken, diese Beziehungsgeschichte erzählt“, erklärt Renate Woditschka vom Team zunder zwo, welche die Vermittlungsebene in der Ausstellung gestaltet haben. Hörstationen, interaktive Spiele, Aktionskarten und das Mitmach-Heft laden zum selbst aktiv werden und ausprobieren ein.

Die Ausstellung mündet in ein offenes Ende. Im Magazin mit dem Titel „Mittelmeer wohin“ analysieren Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur vergangene und gegenwärtige Entwicklungen im Mittelmeerraum. „Die Schallaburg ist ein Ausstellungszentrum wo spannende Geschichten mit starkem Bezug zur Gegenwart erzählt werden. So auch wieder heuer mitByzanz & der Westen“. Erzählt wird eine Sehnsuchts – bzw. Beziehungsgeschichte, wo man zuerst begehrt, dann liebt und zum Schluss auch zerstört. Byzanz ist aktueller denn je, für das Verständnis von Europa und vor allem auch der Diskussionen, die wir heute führen“, betont Kurt Farasin, Künstlerische Leiter der Schallaburg.

Forschung trifft Ausstellung
Für die Ausstellung arbeitete die Schallaburg mit den führenden Institutionen für die Erforschung byzantinischer Kultur, wie dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, zusammen. Diese Institute präsentieren nicht nur ihre aktuellsten Forschungsergebnisse in der Ausstellung – dieses Wissenschaftsnetzwerk beantwortet ab Ausstellungsbeginn auch persönliche Fragen zum Thema Byzanz – entweder direkt in der Ausstellung oder auch bei Vorträgen und Diskussionsrunden.Durch die Eröffnungsfeier führte Moderatorin Barbara Stöckl. Auf der Bühne mimte eine Geräuschkulisse Möwengeschrei und Meeresbrandung nach. Ein akustisches Stimmungsbild vom Mittelmeer – jenem Ort – der seit jeher Kulturen verknüpfte und bereicherte. Für die  musikalische Reise in den Mittelmeerraum zeichnete das Ensemble Fiori Musicali Austria verantwortlich: musikalische Elemente aus verschiedenen Genres trafen auf Musikstile aus unterschiedlichen Epochen und aus aller Welt. Das Beziehungswechselspiel zwischen dem WESTEN und BYZANZ verkörperten die beiden Schauspielerinnen Vanessa Payer Kumar und Eva Maria Neubauer; sie zitierten Botschaften der beiden Protagonisten, unterstrichen die jeweilige Identität und verdeutlichten die Gegensätze.Die Eröffnung der Ausstellung beim feierlichen Festakt nahm Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner vor: „Ein wesentliches Markenzeichen im Kulturland Niederösterreich ist die Schallaburg, die zu den erfolgreichsten Ausstellungszentren Österreichs zählt. In bunter und lebendiger Form widmet man sich in den jährlich wechselnden Ausstellungen historischen, zeitgeschichtlichen und ethnologischen Themen. Mit der Kulturvermittlung geht die Schallaburg neue Wege und lädt das Publikum zu einem Austausch, zu einem Dialog ein. Das führt dazu, dass wir Gesellschaft und Geschichte differenzierter betrachten und mit unserer Identität in Beziehung setzen können. Die heurige Ausstellung zeigt wie Kulturen sich wechselseitig stark beeinflussen aber auch wie eine fehlende Kommunikation zu Missverständnissen und in weiterer Folge zu Entfremdung und Konkurrenz führen kann. Ein Blick in die Geschichte kann uns helfen, größere Zusammenhänge zu verstehen und zeigt, wie sehr unsere Gegenwart von der Historie auch geprägt ist. Die Schallaburg lädt ein, unsere Welt kennenzulernen, und das – in spannender und familiengerechter Aufbereitung.“

Kaiser Herakleios als Kreuzfahrer ©Museé du Louvre, Paris

Von 17. März bis 11. November 2018 ruft die Schallaburg eine faszinierende Geschichte ins Gedächtnis. Sie handelt von Neugier und Vorurteilen, von Gier und Faszination, von zwei Welten, die einander vertraut und doch in vielem so fremd waren. Es ist die Geschichte von Byzanz und dem Westen.

Wir reisen zurück ins Mittelalter

Schauplatz ist das Mittelmeer – ein Ort, der seit jeher Kulturen verknüpfte und bereicherte. Das Römische Reich wird im 4. Jahrhundert geteilt: Auf den Trümmern des weströmischen Reichesentsteht eine Vielzahl neuer Staatsgebilde, während das oströmische Reich mit seiner Hauptstadt Konstantinopel zum Weltreich aufsteigt – es wird zum politischen und kulturellem Zentrum.

Byzanz glänzt

Seide, Gold und Elfenbein sind im Westen heiß begehrt! Lange Zeit gilt es als prestigeträchtig, an der Kultur der Byzantiner teilzuhaben – man tauscht sich aus, wird inspiriert und imitiert. Atemberaubende Kunstwerke und bedeutende archäologische Funde aus namhaften Sammlungen wie dem Musée du Louvre, der Schatzkammer von San Marco in Venedig oder dem Israel Museum in Jerusalem machen „Byzanz & der Westen“ zu einer einzigartigen Schau.

Das Ende einer Erfolgsstory

Politische und religiöse Differenzen, Sprachbarrieren und entgegengesetzte Interessen belasten zunehmend die Beziehung zwischen Byzanz und dem Westen. Die Kluft wird immer tiefer. Beide Seiten schüren vorhandene Vorurteile und heben die trennenden Elemente ihrer Kulturen hervor. Ein fatales Spiel, das schließlich mit dem Untergang der einstigen Supermacht Byzanz endet.

Kaiser Herakleios als Kreuzfahrer ©Museé du Louvre, Paris

Für die ganze Familie

Interaktive Spiele, Hörstationen, das Mitmach-Heft und die Familienführung laden Klein und Groß zu einer Entdeckungsreise durch die Ausstellung ein und machen 1000 vergessene Jahre für die ganze Familie erlebbar.

Forschung trifft Ausstellung Vorhang auf für die Wissenschaft

Die Ausstellung „Byzanz & der Westen. 1000 vergessene Jahre“ wurde vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz (RGZM) in Zusammenarbeit mit der Abteilung Byzanzforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie dem Institut für Byzantinistik und Neogräzistik der Universität Wien für die Schallaburg konzipiert. Das RGZM Mainz tritt nicht nur als kuratierende Instanz auf, sondern ist auch maßgeblich an einem Forschungsnetzwerk beteiligt, das unter anderem die Universität Mainz, aber auch andere Einrichtungen unter dem Namen „Leibniz- WissenschaftsCampus Mainz“ zusammenfasst.

Die aktuellen Forschungsergebnisse aller genannten Institute sind direkt in „Byzanz & der Westen“ eingeflossen und machen die faszinierende Geschichte eines imposanten Weltreiches lebendig. Erstmals beantwortet das Wissenschaftsnetzwerk auch ganz persönliche Fragen – entweder direkt in der Ausstellung oder auch bei Vorträgen und Diskussionsrunden.

Eine chronologische Zeitreise

Die Erzählung in der Ausstellung setzt am Ende des 4. Jahrhunderts bei der Teilung des Römischen Reiches (395) in West und Ost ein und erstreckt sich über 1000 Jahre, in denen sich das Verhältnis zwischen dem Westen und Byzanz massiv verändert. Die Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer (1204) leitet den Untergang der einstigen Supermacht ein – 1453 wird Konstantinopel schließlich durch die Osmanen erobert; die Geschichte von Byzanz und dem Westen kommt zum Abschluss – in der Ausstellung mündet sie in ein offenes Ende: Beispielhaft wird gezeigt, wie Byzanz Europa bis heute prägt – besonders rund um das Mittelmeer.

Mit dieser einzigartigen Mischung von Geschichten, Objekten und historischen Persönlichkeiten macht die Schallaburg 1000 vergessene Jahre erlebbar und schlägt eine Brücke ins Heute.

Tragaltar ©Hohe Domkirche Trier

Überblick Rundgang

Der Ausstellungsrundgang beginnt im Innenhof am Schauplatz Mittelmeer, dem wesentlichen Kommunikationsraum, zwischen den beiden Protagonisten Byzanz und dem Westen. Der aus Italien stammende Künstler Angelo Monne hat hier bedeutende Küstenorte des Mittelmeers mit historischen und gegenwärtigen Bezügen großformatig illustriert.

 

Exponate aus der Ausstellung sind in die Darstellung eingebettet. Die Zeitebenen Antike, Mittelalter und Gegenwart verschwimmen – Epochen treffen aufeinander und prägen bis heute:

Venedig (Italien), Zadar (Kroatien), Monemvasia (Griechenland), Konstantinopel (Türkei), Iraklio (Griechenland), Akkon (Israel), Alexandria (Ägypten), Palermo (Italien), Marseille (Frankreich), Karthago (Tunesien), Portus (Italien)

In der Ausstellung werden unterschiedliche Aspekte der wechselhaften Beziehung zwischen dem griechischen Osten und lateinischem Westen einzeln und in chronologischer Abfolge erzählt.

Drei Übergangsräume sind als Rauminstallation angelegt. Sie widmen sich dem aktuellen Beziehungsstatus, in denen jeweils ein zentraler Aspekt der Geschichte thematisiert wird. Die Protagonisten, Byzanz und der Westen, kommen zu Wort. Sie sprechen miteinander, übereinander und gegeneinander.

Raum 1 – ANKOMMEN

In der Ausstellung

Schlüsselbegriffe sind in unterschiedlichen Mittelmeersprachen zu hören – dieser Raum dient der Einstimmung auf die Geschichte.

Raum 2 – ÜBERBLICK

Welcher Zeitraum wird abgedeckt? Wo befinden wir uns?

Raum 3 – VERSTÄNDNIS

Das Römische Reich umfasst viele Völker rund ums Mittelmeer – Latein ist die gemeinsame Amtssprache. Als das Weströmische Reich zerbricht, wird im Westen weiter Latein gesprochen. Im östlichen, von Byzanz beherrschten Mittelmeerraum setzt sich hingegen Griechisch durch. Die Kenntnis der jeweils anderen Sprache geht langsam verloren, die Verständigung wird schwieriger. Das Wissen der anderen Seite wird unzugänglich – es kommt zu immer mehr Missverständnissen.

Raum 4 – BEGIERDEN

Lange Zeit gilt es im Westen als prestigeträchtig, an der Kultur der Byzantiner teilzuhaben. Byzanz glänzt! Seide, Gold, Elfenbein und Reliquien sind im Westen heiß begehrt. Politische Vermählungen und eine diplomatische Geschenkdiplomatie von Byzanz in Richtung Westen stehen im Zentrum.

Raum 5 – BEWEGUNG

Reisende zwischen beiden Welten: Menschen reisen weiterhin von Ost nach West, vor allem aber von West nach Ost: Viele kommen, um Geld zu verdienen, indem sie für Byzanz kämpfen. Noch mehr machen sich auf den Weg, um die heiligen Stätten zu besuchen. Manche bleiben in der Ferne und beginnen dort ein neues Leben. Andere kehren zurück – in ihrem Gepäck haben sie kostbare Gegenstände, neue Ideen und fantastische Geschichten.

Raum 6 – Übergangsraum / Gemischte Gefühle

Zwei Welten, einander vertraut und doch in vielem so fremd. Gegenseitige Wahrnehmung, Faszination, Neugier und Vor-Urteile: welche Auswirkung haben diese Gefühlswelten auf die Kommunikation der beiden Welten?

Raum 7 – GLANZ

Nach dem Zerfall des Römischen Reiches werden die Karten im Westen neu gemischt: Germanische Königreiche breiten sich aus. Alle stehen in Kontakt mit Byzanz – ebenso die fränkischen Merowinger. Handelsbeziehungen machen sich auf – der byzantinische Lebensstil wird innerhalb der Eliten nachgeahmt.

Raum 8 – KONKURRENZ

Die Legitimation von Macht: Es gibt im Westen wieder einen Kaiser, welcher sich auf das römische Erbe beruft – Frankenkönig Karl der Große. Zu Weihnachten 800 krönt der Papst Karl zum Kaiser. Er ist nun der mächtigste Mann Europas – Byzanz ist schockiert, aber machtlos.

Raum 9 – FASZINATION

10. Jahrhundert: Die Deutschen erklären ihr Herrschaftsgebiet zum Heiligen Römischen Reich – aus byzantinischer Sicht eine Unverschämtheit. Trotz aller Konkurrenz gilt aber immer noch das reiche und gelehrte Byzanz als kulturelles Zentrum – der Westen übernimmt wird inspiriert und imitiert: Unter dem Einfluss östlicher Vorbilder gelangen Kunst und Architektur zu bemerkenswerter Blüte.

Raum 10 – Geschichte Backstage
Der Vermittlungsansatz
Eine Gelegenheit um miteinander ins Gespräch zu kommen oder auch Hintergrundinformationen zur Ausstellung zu bekommen: Auf Knopfdruck steht das Ausstellungsteam (Kuratoren, Teams der Vermittlung, Produktion oder auch der Künstl. Leiter) an drei Familientischen und drei Erwachsenentischen Antwort u.a. auf: „Was hat die Geschichte von Byzanz & dem Westen mit mir zu tun?“, „Woher wissen wir das alles?“ oder „Was war deine Aufgabe bei dieser Ausstellung?“

Frag nach

Auf einer eigens eingerichteten Online-Plattform kann das Ausstellungspublikum Fragen an das Wissenschaftsteam stellen und bekommt diese (binnen drei Tagen) persönlich beantwortet. Entweder direkt aus der Ausstellung oder via: www.schallaburg.at

Raum 11 – Übergangsraum / Es spitzt sich zu

Im Fokus steht das Auseinanderbrechen. Die beiden Welten – Ost und West treffen aufeinander und geraten aneinander. Immer öfter suchen die beiden Kontrahenten die Konfrontation.

Raum 12 – STANDPUNKTE

Der wahre Glaube: Nichts trennt Byzanz und den Westen mehr als die gemeinsame Religion – den christlichen Glauben. Religiöse Spannungen vermischen sich immer mehr mit den politischen Konflikten. Im Jahr 1054 dann der Skandal: Der Papst und der Patriarch von Konstantinopel schließen einander gegenseitig aus der Kirche aus. In den folgenden Jahrhunderten wird die Kluft immer tiefer.

Raum 13 – MISSTRAUEN

Der Krieg im Zeichen des Kreuzes verändert die Beziehung zwischen Ost und West (beide gehören dem Christentum an). Im Jahr 1095 ruft Papst Urban II. zum Kreuzzug ins Heilige Land auf. Zum einen um dort Pilgerwege zu sichern und zum anderen als Unterstützung der Byzantiner im Kampf – die Kreuzfahrer erobern Jerusalem von den Muslimen und gründen eigene Reiche. In den folgenden 100 Jahren schließen sich zehntausende Ritter aus dem Westen weiteren Kreuzzügen an. So wird auch der Kontakt mit Byzanz eng wie nie zuvor.

Raum 14 – ANEIGNUNG

Als erste westliche Macht scheuen die Normannen die kriegerische Auseinandersetzung mit Byzanz nicht – gleichzeitig werden kulturelle Elemente in Herrschaft und Verwaltung übernommen.

Raum 15 – BRÜCHE

Der vierte Kreuzzug: Die Eroberung und Plünderung Konstantinopels im Jahr 1204 durch eine französische und venezianische Flotte lässt das Machtverhältnis zugunsten des Westens kippen. Drei Tage lang plündern die Angreifer die reichste Stadt der christlichen Welt und lassen wenig übrig. Sie teilen die Schätze und das Reich untereinander auf und verbreiten den katholischen Glauben auf byzantinischem Boden. Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Das verstehen selbst viele Kreuzfahrer nicht. Denn eigentlich waren sie ja zur Befreiung des Heiligen Landes von den Muslimen aufgebrochen.

Raum 16 – Übergangsraum / Was jetzt?

Die Suche nach Orientierung. Was tun? Wohin? Wer waren und wer sind wir? Was ist von uns geblieben? Byzanz muss sich neu erfinden.

Raum 17 – DOMINANZ

Nach der Plünderung Konstantinopels werden weitere byzantinische Gebiete durch die Kreuzfahrer aufgeteilt. Die Venezianer bekommen wichtige Hafenstädte und die französischen Kreuzritter die restlichen Gebiete – ihrem neuen griechischen Umfeld verleihen sie ein westliches Antlitz. Eine neue

Gesellschaftsordnung und katholische Strukturen setzen sich auf die einst byzantinischen Gebiete durch; es geht um ein Stück innereuropäischer Kolonialgeschichte.

Raum 18 – UMBRUCH

Die Byzantiner erobern im Jahr 1261 Konstantinopel zurück jedoch Byzanz ist nur mehr eine regionale Macht. Einerseits existieren die lateinischen Kolonien weiter, andererseits erlebt Byzanz einen kulturellen und intellektuellen Aufschwung von Wissenschaft, Kunst und Architektur. Als die Osmanen eine immer größere Gefahr darstellen, bleibt den Byzantinern keine Wahl und sie wenden sich um Hilfe an den Westen. Die Bedingung an den Osten lautet: Der byzantinische Kaiser muss die Oberhoheit des Papstes über die orthodoxe Kirche anerkennen.

Raum 19 – ERBE

Im Zentrum steht die westliche Wahrnehmung. 1453 fällt Konstantinopel an die Osmanen. Das Byzantinische Reich ist damit Geschichte, sein Erbe wirkt aber weiter: In der orthodoxen Welt ist es allgegenwärtig.

Raum 20 – Nachspann

Die Ausstellung endet offen und führt ans Mittelmeer: an den Schauplatz der historischen Erzählung und an unser Mittelmeer von heute, wo die Geschichte weitergeht.

Magazin „Mittelmeer, wohin?“

Die inhaltliche Ausrichtung der Ausstellung wird aufgenommen und mit aktuellen Fragestellungen verknüpft: An welchen Fragen wird sich die Zukunft des Mittelmeerraums entscheiden – und damit vielleicht auch die Zukunft Europas? Was können wir von den Regionen rund ums Mittelmeer lernen, und was können wir umgekehrt für den Mittelmeerraum tun?

Vor dem Hintergrund der historischen Erzählung gibt das Magazin Impulse zur Auseinandersetzung mit der Gegenwart und der Zukunft des Mittelmeerraums. Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur analysieren vergangene und gegenwärtige Entwicklungen, sprechen über Einschätzungen, Hoffnungen und Initiativen. Verschränkt werden diese Beiträge mit Einblicken in den Entstehungsprozess der Ausstellung „Byzanz & der Westen“ und mit der Vorstellung von Forschungsprojekten aus dem Forschungscluster zur Ausstellung.

Mit Beiträge von:

David Abulafia: Angelpunkt Mittelmeer
Daniel Kötter: KATALOG. Eine Reise rund ums Mittelmeer
Sebastian Schoepp: Mehr Süden wagen
Claus Leggewie: Zukunft im Süden?
Gudrun Biffl: Migrationen und Mittelmeer
Im Gespräch mit Kardinal Christoph Schönborn und Metropolit
Arsenios von Austria: Ein Haus mit vielen Wohnungen
Erhard Busek: Das Mittelmeer – Seele Europas?
Heidemarie Dobner: Geschichten des Gelingens
Zentrum für Politische Schönheit: Die Jean-Monnet-Brücke – ein Jahrhundertwerk der Humanität

Gedanken von David Abulafia, britischer Historiker, 21. Jahrhundert:

„Es ist verlockend, eine mediterrane Identität zu definieren. Doch statt nach Einheit sollten wir nach Vielfalt suchen, nach ethnischer, sprachlicher, religiöser und politischer Vielfalt. Die Mittelmeerregion war immer äußeren Einflüssen ausgesetzt und befand sich ständig im Fluss, zu allen Zeiten. Die Ränder des Mittelmeers waren stets Treffpunkt von Menschen unterschiedlichster Herkunft“.

Vermittlung

Weitere Informationen

Die Grundbasis der Vermittlung stellt eine gesprächsbereite und offene Form des Dialogs dar. Speziell beim mündlichen Erzählen wird bewusst, wie sehr diese Geschichte von Emotionen geprägt ist: Die Beziehung von Byzanz und dem Westen zeugt von intensiven Kontakten, von Faszination, von einem Mit- und Nebeneinander auf Augenhöhe. Im steten Wettstreit empfindet sich jede Seite selbst als überlegen, misstraut und übervorteilt. Ziel der Dialogführung ist es, dieses ambivalente Verhältnis von Byzanz und dem Westen möglichst intensiv erlebbar zu machen. Kern dieser Vermittlung ist die Frage der Identität. Welche Ebenen und Umstände formen diese und wie forme ich meine eigene Identität?

Mitmachheft

Das Mitmachheft richtet sich an alle Altersgruppen, bei der Entwicklung wurde jedoch besonders auf junge Zielgruppen Rücksicht genommen. Es begleitet die Besucherinnen und Besucher Raum für Raum durch die Ausstellung und Bild für Bild durch die spannende, mitunter auch emotionale Geschichte von „Byzanz & dem Westen“. Fragen und Aufgaben „zum Mitmachen“ führen hin zu den Exponaten und binden die Mitmachstationen in die Erzählung ein.

Mitmachstationen

An mehreren Stellen im Rundgang können Kinder die Raumthemen wie durch spielerisches Experimentieren mit lateinischen und griechischen Buchstaben oder auch durch das Malen einer Ikone vertiefen.

Aktionskarten

Diese Aktionskarten richten sich an Kinder und Erwachsene und bringen Anliegen und Gedanken aus der Ausstellung in Form von Handlungsanweisungen zu den Besucherinnen und Besuchern. Sie fordern auf aktiv zu werden, regen zum Nachdenken an und verweisen in die Ausstellung, schicken in den Arkadenhof und in den Schlossgarten.

Illustrationen

Die Illustrationen in der Ausstellung und im Mitmachheft stammen vom italienischen Illustrator Angelo Monne. Er lebt und arbeitet in Dorgali, Sardinien, und hat unter anderem Projekte und Illustrationen für die Tageszeitung „L’Unità“, die Stadt Rom, den Palazzo delle Esposizioni in Rom, die Universität Roma III oder die „Oberaufsicht für das archäologische Erbe der Stadt Rom“ realisiert. Zuletzt arbeitete er intensiv mit der Wochenzeitung „Internazionale“ zusammen. Seine Illustrationen erzählen eine vielschichtige Beziehungsgeschichte auf den Ebenen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Allen Illustrationen dienen Exponate oder historische Darstellungen als Vorlagen.

Inhaltliches Team

Biografien

Falko Daim, geboren am 28. Februar 1953 in Wien. Abgeschlossene Studien der Ur- und Frühgeschichte sowie mittelalterlicher und neuerer Geschichte an der Universität Wien. Seit 2003 Generaldirektor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz (RGZM). Falko Daim ist Initiator des WissenschaftsCampus Mainz. Kuratierung der Niederösterreichischen Landesausstellung „Sein und Sinn – Burg und Mensch“ auf der Burg Ottenstein und dem Schloss Waldreichs (2001). Kuratierung der Ausstellung „Byzanz – Pracht und Alltag“ in der Bundeskunsthalle Bonn (2010). Kuratierung (mit Dominik Heher) der Ausstellung „Das goldene Byzanz und der Orient“ auf der Schallaburg (2012). Kuratierung (mit Dominik Heher) der Ausstellung „Byzanz & der Westen. 1000 vergessene Jahre (2018). Seit 2013 ist Falko Daim stellvertretender Sprecher des DFG Schwerpunktprogramms 1630 „Antike und mittelalterliche Häfen in Europa“. Ebenso ist er korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Ehrenmitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften.

Dominik Heher, geboren am 22. Oktober 1984 in Melk und unweit der Schallaburg aufgewachsen. Abgeschlossene Studien der Byzantinistik und Neogräzistik und den Unterrichtsfächern Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung sowie Italienisch an der Universität Wien. Promotion in Byzantinistik 2015. Seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz. Kuratierung (mit Falko Daim) der Ausstellung „Das Goldene Byzanz & der Orient“ auf der Schallaburg (2012). Kuratierung (mit Helene Miklas) der Sonderausstellung „Freyheit durch Bildung“ auf der Schallaburg (2017). Kuratierung (mit Falko Daim) der Ausstellung „Byzanz & der Westen. 1000 vergessene Jahre“ (2018). Daneben diverse Werkverträge und Lehraufträge an der Universität Wien. Seit 2013 Mitarbeit am DFG-finanzierten RGZM-Forschungsprojekt „Häfen an der Balkanküste des Byzantinischen Reiches“, Teilbereich Dalmatien, Montenegro und Albanien. Sonstige Forschungsschwerpunkte betreffen das byzantinische Zeremoniell und politische Rituale.

Künstlerischer Leiter

Kurt Farasin war von 1993 bis 2002 beim ORF (ORF-Zentrum Wien) u. a. zuletzt als Leiter der Familienredaktion tätig.
Von 2002 bis 2010 war er Projektleiter und Geschäftsführer von Schloss Hof und maßgeblich für das Konzept, die strategische Ausrichtung und Wiederherstellung der Schlossanlage verantwortlich. Von 2010 bis 2016 hatte Kurt Farasin die operative Geschäftsführung der Schallaburg Kulturbetriebsges.m.b.H. über und damit auch der Niederösterreichischen Landesausstellungen. Nach dem Abschluss der strategischen Neuausrichtung der Schallaburg übernimmt Kurt Farasin 2016 die Künstlerische Leitung, in der er sich voll und ganz auf die weitere inhaltliche Entwicklung und Positionierung der beiden eigenständigen Marken konzentriert: die Schallaburg als Ausstellungszentrum sowie die Niederösterreichischen Landesausstellungen als kulturelles Regionalentwicklungsprojekt.

 

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07 03 2018
By: TKG 0

Kanzlerminister „aus Budapest“ schürt „in Wien“ de facto Entwürdigung

Information ist Abwehr! TKG Informiert

Vorsicht: § 283 StGB Verhetzung: „Entmenschlichung“, „Entwürdigung“ und „Inhumanisierung“

Der Blick von außen schadet nicht Probleme zu benennen, jedoch sollte  gesellschaftspolitische Kritik  unabhängig davon aus welcher Ecke konstruktiv, zielführend und von Respekt getragen sein.

Orbans Kanzlerminister  Lazar aus Budapest dreht in Wien einen Film in der Qualität  „Der Ewige Jude“ für die „Moslem“ bzw. „Ausländer“.  Dieser in Wien gedrehte Film quasi „Der Ewige Moslem“ bzw. „Der Ewige Ausländer“ ist nach unserer Auffassung eine „Entmenschlichung“, „Entwürdigung“ und „Inhumanisierung“ der in diesem hetzerischen Film aufgezeigte Ausländer bzw. Menschen. Hier werden Menschen wegen Ihre Religionsangehörigkeit und Ihre Nationatinalität bzw. Rasse nicht nur Minderwertig „deklassifiziert“ sondern auch als „Parasiten“ wie in dem Film „Der Ewige Jude“ dargestellt. Nicht gut!

Wien Favoriten war immer ein Stadtteil wo Arbeiter und Arme gewohnt haben. Siehe die Geschichte der Tschechen in Favoriten.

Hetze und Hass erzeugt Hass. Im Hass liegt keine Zukunft.

Der Ex ungarische Präsident Pal Schmitt von ihrer Partei hat im Jahre 2011 in einem Interview  bei der spanischen Zeitung ABC folgendes gesagt sehr geehrter Herr Kanzlerminister Lazar: „Die 150 Jahre Türkenherrschaft erkenne ich als eine positiven Abschluss an. Die türkische Herrschaft von 1541-1686 erfinde ich als eine sehr gute Chance für das ungarische Volk. Wäre unser Land nicht von den Türken, sondern von einem anderen Volk beherrscht worden sein, dann hätten sie gewollt, dass wir unsere Sprache und Religion ändern und wir wären assimiliert.

Es gibt viele probleme aber die Lösung ist nicht Orbans Kanzlerminister Lazars bedenkliche, hetzende  und Stadt Wien beleidigende Video.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich protestiert.

 

 

Bitte vergleichen Sie die beiden Videos:

Der Bericht bezüglich Orbans Kanzlerminister

http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Wegen-Fluechtlingen-Orban-Minister-beleidigt-Wien/324975666

Nazi film: Der Ewige Juden

https://youtu.be/Q5nzoh9aHbQ

Info über dem Film “ Der Ewige Jude“

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_ewige_Jude

§ 283 StGB Verhetzung

https://www.jusline.at/gesetz/stgb/paragraf/283
https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Dokumentnummer=NOR12039063

(1) Wer öffentlich auf eine Weise, dass es vielen Menschen zugänglich wird,

1. zu Gewalt gegen eine Kirche oder Religionsgesellschaft oder eine andere nach den vorhandenen oder fehlenden Kriterien der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion oder Weltanschauung, der Staatsangehörigkeit, der Abstammung oder nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer körperlichen oder geistigen Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung definierte Gruppe von Personen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe ausdrücklich wegen der Zugehörigkeit zu dieser Gruppe auffordert oder zu Hass gegen sie aufstachelt,
2. in der Absicht, die Menschenwürde anderer zu verletzen, eine der in Z 1 bezeichneten Gruppen in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, diese Gruppe in der öffentlichen Meinung verächtlich zu machen oder herabzusetzen, oder
3. Verbrechen im Sinne der §§ 321 bis 321f sowie § 321k, die von einem inländischen oder einem internationalen Gericht rechtskräftig festgestellt wurden, billigt, leugnet, gröblich verharmlost oder rechtfertigt, wobei die Handlung gegen eine der in Z 1 bezeichneten Gruppen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe ausdrücklich wegen der Zugehörigkeit zu dieser Gruppe gerichtet ist und in einer Weise begangen wird, die geeignet ist, zu Gewalt oder Hass gegen solch eine Gruppe oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe aufzustacheln,

 

ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen.

(2) Wer die Tat nach Abs. 1 in einem Druckwerk, im Rundfunk oder sonst auf eine Weise begeht, wodurch die in Abs. 1 bezeichneten Handlungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.

(3) Wer durch eine Tat nach Abs. 1 oder 2 bewirkt, dass andere Personen gegen eine in Abs. 1 Z 1 bezeichnete Gruppe oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe wegen dessen Zugehörigkeit zu dieser Gruppe Gewalt ausüben, ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.

(4) Wer, wenn er nicht als an einer Handlung nach den Abs. 1 bis 3 Beteiligter (§ 12) mit strengerer Strafe bedroht ist, schriftliches Material, Bilder oder andere Darstellungen von Ideen oder Theorien, die Hass oder Gewalt gegen eine in Abs. 1 Z 1 bezeichnete Gruppe oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe wegen dessen Zugehörigkeit zu dieser Gruppe befürworten, fördern oder dazu aufstacheln, in einem Druckwerk, im Rundfunk oder sonst auf eine Weise, wodurch diese einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden, in gutheißender oder rechtfertigender Weise verbreitet oder anderweitig öffentlich verfügbar macht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen zu bestrafen.

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20 02 2018
By: TKG 0

TKG -Aufklärungsversuch: Im Koran sucht man das „Kopf-tuch“ als Gebot vergeblich!

In den zahlreichen Rückmeldungen wurden uns vor allem Fragen zur Bedeutung von Kopftuch, Burka, Burkini, Hijap, Chador im Koran und in der islamischen Religion gestellt. z. B: Warum die blinde Kadavergehorsamkeit gegenüber unantastbaren Werken viel Gewalt und Verachtung verursacht?

Wir kommen den Bitten um Beantwortung nun gerne nach,  möchten aber vorab Folgendes betonen:  Wir sind weder ein politischer, noch ein religiöser Vertreter. Es geht  hier um sachliche, fundiert argumentiere Kritik mit profunden nüchternen Wissensvermittlung und nicht um rüde Anwürfe und pauschale Verunglimpfungen.

 

von Birol Kilic

(Erste Veröffentlichung-2010)- Aktualisiert

Ein Aufklärungsversuch

Mündigkeit, Unmündigkeit, Entmündigung!

Man kann durchaus sagen Kopftuch, Kopfbedeckung, Schleier stammt aus der Tora und dem neuen Testament aber nicht aus dem Koran.

Der Begriff Mündigkeit beschreibt das innere und äußere Vermögen zur Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Mündigkeit ist ein Zustand der Unabhängigkeit. Sie besagt, dass man für sich selbst sprechen und sorgen kann.

Als Österreicher und mit Überzeugung säkularer Lebenseinstellung trete ich für uneingeschränkte Meinungsfreiheit ein und spricht sich grundsätzlich gegen Kleidervorschriften aus.  Aber ich bin gegen Vollschleir weil der Vollschleir (Burka, Nigab) ist für uns ein Zeichen von Entmündigung ist und für einabwertendes Frauenbild steht. Die Entmündigung wurde in Österreich 1984 und in Deutschland 1992 Gottseidung abgeschafft.

Seit Immanuel Kant hat der Begriff Mündigkeit eine geschichtsphilosophische Bedeutung. In seinem berühmten Text, der Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? von 1784 schreibt Kant:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. ‚Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!‘ ist also der Wahlspruch der Aufklärung. Dass die Menschen in Religionsdingen sich ihres eigenen Verstandes ohne Leitung eines Anderen sicher und gut zu bedienen, daran fehlt noch sehr viel.“

Hier sollten wir doppelt aufpassen. Weil die Aufklärung („Aydinlanma“  auf Türkisch)  den Prozess des Erwachsen werdens von der Unmündigkeit zur Mündigkeit auf die allgemeine Menschheitsgeschichte projeziert.  Der Begriff der Mündigkeit dient als ein zentrales Instrument der Legitimation dazu, Geschichte als Fortschritt zu begreifen. So die allgemeine Erklärungen..

Was sagen die Fotos aus Wien? Sie verwendet 21. Jahrhundert Technologie sehr penibel

  

Was sagt EGMR?

Laut vielen Berichten hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat in einem europaweit maßgeblichen Urteil das Verbot des Ganzkörperschleiers in Frankreich gebilligt. Die Richter wiesen in Straßburg die Beschwerde einer französischen Muslimin in allen Punkten zurück. Das Verbot sei keine Diskriminierung, es verstoße nicht gegen den Schutz des Privatlebens und auch nicht gegen die Meinungs- und Religionsfreiheit, hieß es zur Begründung.

Noch dazu: Nikab und Burka sind nicht durch Koran gedeckt (Siehe Unten), sondern ein regionaler Brauch, der nicht durch die Glaubensfreiheit geschützt wird. Für die TKG bedeutet Toleranz nicht, alles anzuerkennen, was von außen an eine Gesellschaft herangetragen wird. Der weltoffene, säkulare-freiheitlich-pluralistische Staat hat die Aufgabe und Ziel hier eigene Maßstäbe zu setzen und zu verteidigen.

Allerdings lassen wir Meinungen, die auf die (politische) Instrumentalisierung von bestimmten Kleidungsstücken in Österreich bzw. in der EU abzielen, nicht gelten. „Vollschleier wie Burka und Nikab gehören nicht nach Europa. Sie stellen eine Kampfansage an die Werte der Aufklärung dar und sie degradieren Frauen zu Objekten männlicher Verfügungsgewalt,“ oder ähnliches schreiben viele Kommentatoren seit Jahr und Tag.

Wir müssen Aufklären

„Jede Religion aber muss sich den Ansprüchen der prüfenden, kritisierenden, forschenden Vernunft unterwerfen“

Die Anwort warum wir Aufklären müssen gibt Konrad Paul Liessmann  Professor am Institut für Philosophie der Universität Wien (Die Praxis der Unbildung-Zsolnay Verlag, 2014 ) mit den folgenden Worten:

 Untrennbar ist dieser Begriff -Aufklärung- an die Metapher des Lichts und damit des Sehens gebunden, es geht um die Herstellung von Verhältnissen, in der alles Dunkle, Verborgene, Falsche, Verdüsterte, aber auch jeder falsche Schein, jedes Blendwerk, jede Täuschung, jede Illusion ihrer Unwahrheit überführt wird. Aufklärung tut nur dort not, wo die Gedanken und Sinne der Menschen vernebelt sind, wo an angeblich unumstößliche Wahrheiten geglaubt werden muss und vermeintliche Gewissheiten oktroyiert werden. Aufklärung setzt demgegenüber darauf, dass Wahrheitsansprüche, Weltdeutungen, moralische Einstellungen und politische Überzeugungen kritisch überprüft und aus Vernunftgründen einsichtig, zumindest plausibel gemacht werden müssen. Jede Religion aber muss sich den Ansprüchen der prüfenden, kritisierenden, forschenden Vernunft unterwerfen. Es ist ein grobes Missverständnis, dass die Vernunft gegenüber Glaubenswahrheiten tolerant sein muss; die Vernunft hat nichts zu dulden, was ihren Ansprüchen nicht genügt. Wären die Aufklärer und Religionskritiker, von Voltaire über Feuerbach bis zu Marx, Nietzsche und Freud ähnlich wie wir von der Besorgnis getragen gewesen, nur ja keine religiösen Gefühle zu verletzen, hätte es keine Aufklärung, keine Menschenrechte, keine moderne Lebenswelt gegeben.“

 

Nur zur Sache!

Der Textbefund in Bibel(alte und neue)  und Koran?

Während im Alten und Neuen Testament das Kopftuch verpflichtend vorgeschrieben wird, kommt im Koran das Wort „Kopftuch“ nicht einmal vor, allenfalls das „Tuch“.

Der Koran meint mit „Tuch“ aber kein Kopftuch, sondern ein Tuch, das den Frauen als Schmuck dienen und ihre sexuellen Körperstellen (Scham) verhüllen soll (siehe die Suren, die wir in deutscher Sprache unten angegeben haben).

Wenn im Islam die einzig verbindliche, als wahr vorausgesetzte Quelle der Koran (wo die verbindliche Gebote und Verbote abgeleitet wird)  ist und lediglich das Wort „Tuch“ im Koran in drei Versen tatsächlich vorkommt, nicht aber das Wort „Kopftuch“, werfen sich berechtigte Fragen auf. Warum ist Kopftuch-tragen dann ein Gebot im Islam?

Warum stellen wir die Frage?  Damit wir hier nicht unter dem Vorwand der Religionsfreiheit betrogen, manipuliert bzw. ausgebeutet werden.



„Koran lehnt Schirk (širk = Beigesellung) und ausbeutung und manupulation!“

Die unverzeihbare Sünde- Schirk (širk = Beigesellung) 

“ Am 16. Februar 2017 veröffentlichte der Mufti der Glaubensgemeinschaft ein Fatwa (religiöses Rechtsurteil) zur Stellung des Kopftuches bzw der Verhüllung im Islam.  Dieses autoritäre aber nicht bindende Fatwa erfordert eine tiefgreifende Stellungnahme in Österreich und eine dringend notwendige inner-islamische Debatte, wie die MuslimInnen ihre Religion hier und heute verstehen. Mir geht es dabei nicht darum, ob die muslimischen Frauen Kopftuch tragen müssen oder nicht. Mir geht es in dieser Frage darum, wie und mit welchen Quellen wir unsere Religiosität in der Gegenwart begründen und was den MuslimInnen als unantastbare Wahrheit geboten wird. In dem Fatwa der Glaubensgemeinschaft wird das Kopftuch mit den vier Rechtsschulen des sunnitischen Islams begründet. Dabei werden auf gegenwartsorientierte Selbstdeutungen des Korans verzichtet und auf die Deutungen aus dem  8. und 9. Jahrhundert zurückgegriffen und deren Deutungen als farḍ (absolute Pflicht) bezeichnet. Damit werden die Meinungen der Rechtswissenschaftler und die göttlichen Aussagen auf eine gleiche Ebene gestellt.

Oder anders formuliert, es werden den Meinungen unzweifelhaft göttliche Eingebungen zugeschrieben, obwohl der Koran sehr ausdrücklich solche Zuschreibungen Schirk (širk = Beigesellung)  als  die unverzeihbare Sünde ablehnt (Koran: 9:31).

Dieses Recht stand noch nicht einmal dem Propheten zu, etwas als erlaubt oder verboten zu erklären (Koran: 66:1).

Wenn man die Meinungen solcher Gelehrten aus einem Kontext herausnimmt und unüberlegt in die Gegenwart überträgt, legitimieren wir die Gewalt und Unterdrückung der Selbstbestimmung der Menschen. Wenn wir hier als Beispiel nur einem Wissenschaftler des 9. Jahrhunderts, der in diesem Fatwa erwähnt wird, nämlich Imam Schāfiʿī Folge leisten, dann sollten wir seiner Meinung nach alle MuslimInnen töten, die das Gebet nicht verrichten. Ähnlich denkt auch ein anderer Gelehrter namens Imam Aḥmad Ibn Muḥammad Ibn Ḥanbal, der nicht nur die Tötung, sondern auch das Foltern von nicht betenden MuslimInnen befürwortet. Nach diesem Geist sind die Frauen sogar verpflichtet Niqab (Gesichtsschleier) zu tragen. Dazu schreibt der IGGiÖ-Mufti: „Dazu zählt auch die Freiheit der Minderheitenmeinung (Hanbaliten und ein Teil der Schafiiten) zu folgen, die auch die Gesichtsbedeckung als religiös geboten (farḍ) erachtet.

Dabei nimmt die IGGiÖ überhaupt keinen Bezug darauf, welche Folgen diese Pflicht für die Gesellschaft und die Frau selbst haben könnte.  Bemerkenswert finde ich auch den Umgang mit den Hadithwerken von al-Buḫārī oder Muslim, welche mit gleicher hochergebener und gehorsamster Andacht vom IS oder anderen radikalen Gruppen salbungsvoll zitiert werden. Hier geht es nicht um die Ablehnung dieser Werke, sondern darum, mit welcher Autonomie die MuslimInnen damit umgehen! Die blinde Kadavergehorsamkeit diesen Werken gegenüber verursacht viel Gewalt und Verachtung. In Anbetracht dieser Fakten können solche Aussagen niemanden mehr überzeugen, vor allem, dass alles was der IS macht, mit dem Islam nichts zu tun hätte. Und trotzdem versuchen wir dann aber mit gleichen unkritischen und unaufmerksamen Argumenten den Alltag der MuslimInnen zu definieren“ ( Prof. Dr. Ednan Aslan -Institut für Islamisch-theologische Studien -Uni Wien)

Das wollen wir nicht. Deswegen sachliche Aufklärung!

 Im Koran gibt es nur 3 Verse bezüglich „Kopf“,  „Tuch“ und „Schleier“ aber im Koran sucht man das Wort Kopf-Tuch vergeblich.

Auf einer kurzen geschichtliche Spurensuche wollen wir sowohl das Alte als auch das  Neue

Testament im Vegleich zum Koran unter die Lupe nehmen.

1) Suren 24 Vers 31


2) Suren 24 Vers 60

3) Sure 33 Vers 59

Wir wollen klären, inwiefern und ob überhaupt das Kopftuch seine Legitimation/Gebot aus den besagten 3 Versen des Koran, nämlich den immer zitierten Suren 24 Vers 31, und 60 sowie aus der Sure 33 Vers 59 beziehen kann. Außerdem möchten wir etwas detaillierter auf das Kopftuch sowie ganz allgemein auf jene religiösen und sittlichen Konventionen semitischer Religionen eingehen, die den Islam zu Zwecken der Propaganda, Hetze und Unterdrückung in Österreich und auch in der EU bzw. in der Welt missbrauchen.

Woher stammt das Kopftuch? Seit wann wird es getragen? Inwiefern handelt es sich beim Tragen eines Kopftuches um eine religiöse, spirituelle oder gesellschaftliche Konvention? Wo ist eine Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuches im Koran festgeschrieben? Welchen Bedeutungswandel erfuhr das Kopftuch über die Jahrhunderte?

Wie bereits erwähnt, gibt der Koran, die verbindliche Hauptquelle des Islams, keine Auskunft über diese Fragen. Für eine ideologischen Anspruch ist er also untauglich – leider sehen das nicht alle ialsmischen Exegeten so.

Er besteht aus 114 Suren, die man auch Kapitel nennt. Jede Sure hat drei bis 300 Verse. Die Gesamtzahl der Verse im Koran beläuft sich auf 6263. In drei Versen findet sich zwar die Formulierung „den Körper bedecken“ (Sure 24 Vers 31 und 60, Sure 33 Vers 59), das Wort „Kopftuch“ selbst wird in diesen drei Versen aber gar nicht erwähnt.

Anders in der Bibel: Sowohl im Alten, als auch im Neuen Testament, wird das Kopftuch nicht nur erwähnt, sondern den Frauen sogar vorgeschrieben (vgl. Paulus, 1. Korintherbrief 11,6).

In den vergangenen Jahren wurde berichtet, dass die medizinische Universität Graz ihren Studierenden die Vollverschleierung verbietet.

Gemäß einer Erhebung der EU-Grundrechtsagentur vom vergangenen Jahr, tragen in Österreich 64% und in Deutschland 27% aller Frauen mit türkischer Abstammung ein Kopftuch.

Es stellt sich die Frage, ob es sich bei islamischen Kopftüchern um ein religiöses Gebot handelt (dann müsste dieses allerdings im Koran stehen) oder ob wir es viel mehr mit einem historisch gewachsenen, politisch-religiösen Phänomen zu tun haben, das sich auf den Einfluss politischer und kultureller Traditionen zurückführen lässt. Da das Kpftuch aber nicht im Koran erwähnt wird, kann es auch nicht ein Gebot dazu geben.

Das häufig angeführte Argument, das Kopftuch solle „vor den Blicken der Männer schützen“, erscheint in unserer aufgeklärten Zeit jedenfalls vielen Leuten absurd und selbst im traditionell-historischen Kontext nicht als ganz stimmig…

Die Befürworter des Kopftuches leiten ihre wahrgenommene Verpflichtung zur Verhüllung dennoch aus dem Koran ab. Es empfiehlt sich daher, Ihnen jene Suren und Versen des Korans entgegenzuhalten, auf die sie sich selbst berufen:

In 3 Suren kommt ein „Tuch“, aber kein „Kopftuch“ vor:

Koran (Sure 24, Vers 31)

Und sprich zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren, ihren Schmuck [d. h. die Körperteile, an denen sie Schmuck tragen; der Übers.] nicht offen zeigen, mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbar ist. Sie sollen ihren Schleier auf den Kleiderausschnitt schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, es sei denn ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen Trieb mehr haben, den Kindern, die die Blöße der Frauen nicht beachten. Sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit man gewahr wird, was für einen Schmuck sie verborgen tragen. Bekehrt euch allesamt zu Gott, ihr Gläubigen, auf dass es euch wohl ergehe.

[„Schmuck“ wird häufig auch übersetzt mit „Reize“; „Kleiderausschnitt“ wird häufig auch übersetzt mit „Busen“]

Koran, (Sure 24, Vers 60)

Und für die unter den Frauen, die sich zur Ruhe gesetzt haben und nicht mehr zu heiraten hoffen, ist es kein Vergehen wenn sie ihre Kleider ablegen, ohne dass sie jedoch den Schmuck zur Schau stellen. Und besser wäre es für sie, dass sie sich dessen enthalten. Und Gott hört und weiß alles.

Koran (Sure 33, Vers 59)

O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunter ziehen. Das bewirkt eher, dass sie erkannt und dass sie nicht belästigt werden. Und Gott ist voller Vergebung und barmherzig.

(Quelle: Der Koran. Übersetzung von Adel Theodor Khoury. Unter Mitwirkung von Muhammad Salim Abdullah. Mit einem Geleitwort von Inamullah Khan, Generalsekretär des Islamischen Weltkongresses. Gütersloh, 2. durchgesehene Auflage 1992)

Bei Betrachtung der oben angeführten Zitate sieht man, dass das Wort „Tuch“ (Überwurf, Schleier, Kleider) vorkommt, aber nicht das Wort „Kopftuch“ als solches.

In der Türkei wurden vor 36 Jahren das Kopftuch und der Schleier absichtlich politisiert.
Bis vor 40 Jahren diskutierte fast niemand in der Türkei so ernsthaft über das Kopftuch. Das Tragen des Kopftuches war staatlich seit den 20er-Jahren verboten. Erst durch den Militärputsch vom 12. September 1980 und die darauffolgende Politisierung des Kopftuchs durch manche Gruppen aus Saudi Arabien, Katar und Ägypten, die die Religion für ihre politischen Interessen ausnützten, wurde es zu einem heiklen Propagandainstrument. Das Thema „Kopftuch“ wurde mit den „Migranten“ (Politischen Islam-Vereine-Parteien eigentlich) nach Europa importiert und sorgt hier für heftige Diskussionen, auch innerhalb der Migrationsgruppen.

Die türkischen Erfahrungen sollten in Österreich, Deutschland und in der EU nicht wiederholt werden. Schließlich ist offensichtlich, dass im Islam nach den koranischen Versen und Suren keine Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuchs besteht – auch wenn das von einigen Gruppen behauptet wird.

Das „Zeitalter der Ignoranz“, welches vor dem Koran sicher vorherrschte, dürfte sich vielmehr im Bezug auf die geringschätzende Haltung gegenüber Frauen speziell in jenen Versen reflektieren, die die Verschleierung betreffen: Zahlreiche Verunglimpfungen und Aussagen der Diffamierungs-Bande, die auch der Ehefrau des Propheten Verleumdung vorwarfen, zeugen davon.

Dementsprechend wurden diese Verse zugunsten der Männer interpretiert. Wenn man allerdings das gesamte Sinngefüge des Korans analysiert, sieht man, dass Frauen durchaus ein gleichwertiger Status wie den Männern zuerkannt wird:

Den Frauen wird empfohlen (Sure 24, Vers 31), dass sie im gesellschaftlichen Leben mit den Männern zusammenleben, und in solch einer Arbeitsatmosphäre sowohl in deren Beziehungen untereinander als auch in deren Verhaltensmuster und angemessenen Auftreten, freundlich sein sollen und Übertriebenes vermeiden sollen.

Die Fortführung desselben Verses erklärt sowohl, dass im Kreis der Familie und Verwandten der Schleier kein Muss ist, als auch dass die Frauen sich frei bewegen können.

Von einem „Kopftuch“ ist, wie in allen anderen Versen des Korans, keine Rede.

Auch bei der türkischen Übersetzung des Korans werden Sie das Wort „Basörtü“ für Kopftuch nicht finden.

Es gibt viele Übersetzungen, die das tun. Wir halten diese Übersetzungen aber für unseriös und ideologisch gefärbt.

„Bas“ bedeutet auf Türkisch Kopf und „Örtü“ bedeutet auf Türkisch „Tuch“.
Das Basörtü wäre also das Kopftuch.

So findet man bei fast allen Auslegungen und Übersetzungen des Korans sowohl in türkischer, als auch in deutscher Sprache die Übersetzung „Kopftuch“.

Aber in Wahrheit bedeutet das arabische Wort „Himar“, das in diesem Vers ausdrücklich erwähnt wird nicht „den Kopf bedecken“, sondern nur „bedecken“. Der Teufel liegt hier im Detail! Der Leser liegt also rasch den demagogischen Übersetzungsspielereien auf. Es sind Taschenspielertricks, mit denen die Gläubigen hinters Licht geführt werden.

Falls im Koran überhaupt etwas explizit bedeckt werden soll, würde es auch erwähnt werden.

Das ist aber nicht der Fall. Die theologische Begründung der islamischen Gelehrten für das Gebot zum Tragen eines Kopftuches wird in erster Linie auf die religiöse Intoleranz von Mohammed und dem Koran zurückgeführt.

Die Sure 24,31 ruft die Frauen dazu auf, ihre Reize vor den Männern zu verbergen, aber nicht den Kopf zu bedecken.

Das steht schwarz auf weiß im Koran: Sure 24 Vers 30 und 31, Sure 33,59.

Bei Übersetzungen wird aber in der Regel mit Klammerausdrücken versucht, den Koran willkürlich zu interpretieren. Dieser fatalen Praxis der willkürlichen Interpretation ist dringend Einhalt zu gebieten: Wir müssen bei den Fakten bleiben. Persönliche und gesellschaftliche Ansichten dürfen in Interpretationen genauso wenig einfließen wie tradierte kulturelle Aspekte.

Wir möchten unsere Ausführungen noch mit einem konkreten Beispiel veranschaulichen: Wenn man das Wort „Bettdecke“ verwendet, benützt man neben dem Wort „decken“ auch das Wort „Bett“, um zu betonen, was genau bedeckt werden soll oder wofür der Gegenstand gebraucht wird. Gemäß dieser Logik müsste für den Begriff „Kopftuch“ neben dem Begriff „bedecken“ auch das Wort „Kopf“ vorkommen.

Das im Vers erwähnte Betonungswort neben dem Wort „Himar/Bedeckung“ ist „Cuyub“, welches aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt „Brust“ oder „Kragen“ bedeutet.

Dasselbe Wort „Cuyub“ wird auch in einem anderen Vers im Koran erwähnt, nämlich Sure 28, Vers 32, wo das Wort im Kontext „Er legte seine Hand auf die Brust/den Kragen von Moses“ gebraucht wird.

Also wenn das Wort „Cuyub“ mit dem Wort „himar/bedecken“ kombiniert wird, bedeutet „bihimürihinne ala cuyubihinne“ nicht „den Kopf bedecken“, sondern „die Brust bedecken“.

Fast alle traditionellen Auslegungen des Korans analysieren diese Verse nicht in einem wissenschaftlichen Zusammenhang, sondern deuten das Ganze mit einem Satz wie „Sie sollen ihre Kopftücher bis zu deren Kragen bedecken“, in dem sie auch das Wort „felyedribne“ als „sie sollen bedecken“ verwenden.

Diese traditionellen Islam-Auslegungen schaffen für den politisierten und traditionellen Islam einen festen, scheinbar unverrückbaren Boden.

Sie interpretieren dasselbe Wort, welches aus dem Wort „Darabe“ stammt, als „sie sollen ihre Kopftücher….. bedecken“, wobei sie dasselbe Wort in einem anderen Sure im Zusammenhang „Ihr sollt eure Frauen schlagen“ (siehe: Sure Nisa, Vers 34) verwenden.

Um es auf den Punkt zu bringen: Obwohl der arabische Originaltext des Korans keinen Bezug auf das Kopftuch nimmt, wird dieses zum identitätsstiftenden Symbol für traditionelle und politisierte Islam-Anhänger. Als solches steht es immer wieder im Zentrum von Islam-Diskussionen, nicht nur in der Türkei, sondern mittlerweile vermehrt auch in Österreich und anderen europäischen Ländern.

Dabei wird nicht über die wahre, im Koran festgeschriebene Religion Islam debattiert, sondern über eine Religion, die sich als Folge des politisierten Glaubens der traditionellen Nahostkultur begreifen lässt. Sie hat ihren Ursprung in der sumerischen, jüdischen und christlichen Kultur.

Spurensuche: Koptuch

Eigentlich hat das Wort „Kopftuch“ in der Bibel seine Wurzeln (vgl. 1 Kor 11,6): Im Alten und Neuen Testament wird das Kopftuch nicht nur erwähnt, sondern das Tragen des Kopftuchs wird sogar als Pflicht für die Frauen beschrieben.

So heißt es etwa im Brief von Paulus an die Korinther. „Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet, aber dabei ihr Haupt nicht verhüllt […] Sie unterscheidet sich dabei in keinster Weise von dem Geschorenen. Wenn eine Frau das Kopftuch trägt, soll sie sich gleich die Haare abschneiden lassen, aber es ist eine Schande, sich die Haare abschneiden oder gar sich kahl zu scheren zu lassen, dann soll sie sich eben verhüllen. Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, denn er ist ein Abbild und Abglanz Gottes, aber der Mann stammt nicht von der Frau ab, sondern die Frau vom Mann“.

Erklärung der Schleier der Ordensfrauen

Apropos: Die in der Burka-Debatte angestellten Vergleiche mit Ordensfrauen sind jedenfalls bemerkenswert:  „Der Schleier der Ordensfrau ist ein religiöses Symbol, der zum Ausdruck bringt, sich an Gott zu binden. Das Tragen des Schleiers ist eine freie Entscheidung„, hält die Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden, Sr. Mayrhofer in der APA-OTS Presseaussendung vom 19.08.2016 nicht umsonst fest.

 

Paulus und Kopftuch

Während im Koran das Wort Kopftuch nicht vorkommt, wird es im Alten und Neuen Testament verpflichtend vorgeschrieben!

Unser lieber Landsmann, der heilige Paulus (früher Saulus) aus Tarsus/Türkei, ist eine der wichtigsten Persönlichkeiten der frühchristlichen Zeit.

Die ersten Christen waren ja wie Paulus und auch Jesus Christus von jüdischer Herkunft.

Paulus übernahm kulturelle Aspekte aus seiner ehemaligen Religion, dem Judentum.

Wenn wir im sogenannten Alten Testament, Bibel Gen. 24,65 nachlesen, dann sehen wir, woher der kulturelle Aspekt „Verhüllung“ bei den Juden stammt und mit Paulusauch von denUrchristen übernommen wurde: „Und fragte den Knecht: Wer ist der Mann dort, der uns auf dem Feld entgegenkommt? Der Knecht erwiderte: Das ist mein Herr. Da nahm sie (Rebekka) den Schleier und verhüllte sich“. Auch in der Bibel Gen. 38,14 wird über Schleier und Verhüllung geschrieben.

1. Korinther 11,2-16:

 

„Ich erkenne es lobend an, dass ihr in allen Beziehungen meiner eingedenk seid und an den Weisungen festhaltet, wie ich sie euch gegeben habe.

Wir möchten hier zu bedenken geben, dass das Haupt jedes Mannes Christus ist, das Haupt der Frau aber ist der Mann, und das Haupt Christi ist Gott.

Jeder Mann, der beim Beten oder bei erbaulichen Reden eine Kopfbedeckung trägt, entehrt sein Haupt; jede Frau dagegen, die mit unverhülltem Haupt betet oder erbauliche Reden hält, entehrt ihr Haupt; sie steht dann ja auf völlig gleicher Stufe mit einer Geschorenen (Dirne). Denn wenn eine Frau sich nicht verschleiert, so mag sie sich auch scheren lassen; ist es aber für eine Frau schimpflich, sich das Haar abschneiden oder abscheren zu lassen, so soll sie sich verschleiern. Der Mann dagegen darf das Haupt nicht verhüllt haben, weil er Gottes Ebenbild und Abglanz ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. Der Mann stammt ja nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann; auch ist der Mann ja nicht um der Frau Willen geschaffen, sondern die Frau um des Mannes Willen. Deshalb muss die Frau ein Zeichen der Macht auf dem Haupte tragen, um der Engel Willen“ (Menge-Übersetzung).

Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament kann man zur „Kopftuchpflicht während des Gebetes“ lesen:
 1. Korinther 11,5-6: „Ein Weib aber, das da betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt, denn es ist ebenso viel, als wäre es geschoren. Will sie sich nicht bedecken, so schneide man ihr das Haar ab. Nun es aber übel steht, dass ein Weib verschnittenes Haar habe und geschoren sei, so lasset sie das Haupt bedecken.“

Paulus: Die Frau muss ihren ganzen Leib bedecken

Ein außerbiblischer Hinweis ist die Haushaltung Gottes von Jakob Lorber, wo es in dessen Privatoffenbarung heißt (36,37):

„Seht, ihr alle seid gleich, – gleich ihr Männlichen und gleich ihr Weiblichen! Jedoch sollet ihr Weiblichen wohl bedecken eure Schamteile wie auch euren ganzen Leib, und vorzüglich aber euer Haupt, damit durch euer geiles Wesen nicht der Mann zur Unzucht gereizt werde, gleichwie die Schlange lockt durch die große, geheime Lüsternheit ihrer verführerischen Augen das freie Geschlecht der Vögel in die tötende Gefangenschaft ihres giftvollen Rachens; denn ihr Weiber seid zu aller nächst Kinder der Schlange und voll deren Giftes. Daher seid vor allem züchtig wie das Bienenweibchen, das sich nicht getraut mit seinem Wesen ans Licht der Sonne, sondern Tag und Nacht sorglich kriecht über die Zellen seiner harmlosen Kinderchen; so auch solltet ihr sein und gehorsam in allem euren Männern, insoweit es der allerheiligste Wille Gottes erheischt. Jedoch, sollte ein Mann – was nicht zu gedenken sein sollte – euch wider des allerheiligsten Willen Gottes zu etwas zwingen wollen, so soll auch euch gestattet sein, euer Haupt vor dem Manne zu entblößen und selben lieblich zu mahnen an seine Pflichten, hervorgehend aus Gott. Und so ihr alles dieses so genau erfüllen werdet, dann wird der Herr euch mit großen Gnaden überhäufen, und ihr werdet werden zur süßen Augenweide in unendlicher Schönheit des ewigen, heiligen Vaters, ewig und unsterblich.“

Im orthodoxen Judentum bedecken heutzutage verheiratete Frauen ihre Haare aus religiösen Gründen mit einem Kopftuch oder einer Perücke. Bereits die hebräische Bibel, also das Alte Testament sprach von einer Verschleierung der Frauen. So verschleierte sich Rebekka, die Frau Isaaks nach Gen. 24-51, Gen. 24,65: „Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich…“. Natürlich wird nach der modernen Bibelwissenschaft der von Paulus an die Korinther geschriebene Brief 11,5 teilweise als späterer Zusatz angesehen. Wie gezeigt wurde, geht aber aus dem Alten und Neuen Testament klar hervor, dass Kopftuch, Schleier und Verhüllung nicht nur Empfehlungen waren, sondern verpflichtend vorgeschrieben wurden. Heutzutage wird das Kopftuch im Christentum fast nur noch in ländlichen Gegenden, insbesondere in orthodoxen Kirchen sowie von Frauen in mennonitischen bzw. „teuflischen“ Gemeinschaften getragen.

Während im Koran das Wort Kopftuch nicht vorkommt, wird es im Alten und Neuen Testament verpflichtend vorgeschrieben.

Der Koran meint mit „Tuch“ kein Kopftuch, sondern ein Tuch, das den Frauen als Schmuck dient und ihre sexuellen Körperstellen verhüllen soll . In der Geschichte kommt das Kopftuch bereits erstmals bei den Sumerern und somit lange vor dem Judentum vor. Dies fand die die 96 jährige türkische Sumerologin und Historikerin Muazzez Ilmiye Cig heraus. Sie erforschte ihr Leben lang die Kultur und Geschichte der uralten mesopotamischen Zivilisationen. Wie wir in unserer Ausgabe mit der Coverstory „Christentum stammt aus der Türkei?“ kurz schilderten, waren die Sumerer, ein mesopotamisch-südanatolisches Volk, das 3.000 Jahre v. Chr. lebte. Sie waren die ersten, die das Kopftuch als religiös-spirituelles Medium verwendeten.

Nun lassen Sie uns ein bisschen tiefer zum Thema des Vergleichs der heiligen Schrift eingehen, und Ihnen erzählen, inwiefern die heiligen Bücher und Schriften sich voneinander trennen, und wo sie Gemeinsamkeiten aufweisen.

Der Koran wird als die Heilige Schrift des Islam definiert, die gemäß dem Glauben der Muslime die wörtliche Offenbarung Gottes („Allah“) an den islamischen Propheten Mohammed, vermittelt durch den Engel Gabriel, enthält. Kurz und prägnant ausgedrückt, stellt der Koran für die Muslime das Wort Gottes dar.

Im Gegensatz zum Koran ist die Bibel eine Sammlung von 66 Büchern die von verschiedenen Autoren als Bericht bzw. Poesie verfasst und im Laufe der Jahrhunderte zu einer Einheit zusammengefasst wurde (Quelle: Deutsche Bibelgesellschaft).

Den Begriff „Testament“ verstehe ich als eine Art „Bund“, in dem die Beziehung zwischen Gott und den Menschen beschrieben wird.

Die Bibel umfasst 66 Bücher und besteht zu 75% aus Berichten, zu 15% aus Poesie und zu 10% aus Lehrtexten.

Das Alte Testament umfasst 39 Bücher, die in Kapitel und Verse eingeteilt sind. Es wird sowohl von den Juden, als auch von den Christen als Heilige Schrift betrachtet.

Das Alte Testament berichtet von der Erschaffung der Welt und von der Entstehung und Geschichte des Volks Israels.

Das Neue Testament besteht aus 27 Schriften und versteht sich mit der Ankunft des Messias Jesus Christus als Antwort auf das Alte Testament. Es erzählt dessen außergewöhnliches Leben und berichtet von seinen Jüngern sowie von seinen frohen Botschaften, die allen Menschen gelten.

Vier Bücher (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) bezeugen auf unterschiedliche Weise das Leben Jesu, seine Lehre, seine Wunder, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung: Man nennt sie die „Evangelien“.

Die Evangelisten, die Apostelgeschichte und die Briefe erzählen, wie die Jünger Jesu den Tod ihres Herrn, seine Auferstehung und Himmelfahrt miterlebt haben; sie berichten von den Anfängen der christlichen Gemeinde, von Verfolgungen und Problemen und wie sich die gute Botschaft sehr schnell im Römischen Reich über Kleinasien – der heutigen Türkei – bis nach Athen und Rom ausbreitete. Einige Stellen lassen die Konflikte deutlich werden, die sich ergeben mussten, wenn die stregen jüdischen Regeln, die auch die jüdischen Urchristen einhalten wollten, nun auf die nicht-jüdische heidnische Kultur trafen. Schon damals kam es dabei zu Diskussionen unter den Aposteln und Paulus.

Wir müssen hier sehen, dass der Koran – anders als die Bibel – direkt als Gotteswort konzipiert ist, das Alte und Neue Testament hingegen in Form von Berichten und Poesien verfasst ist, in die die Worte Gottes eingeflochten sind. Der Koran ist also eine Privatoffenbarung an eine einzelne Person. Die Worte wurden – ähnlich wie bei der Johannes-Apokalypse – von einem Engel überbracht oder eingeben.

Ein Vers in der Bibel ergibt nur dann einen Sinn, wenn er im Zusammenhang mit dem ganzen Text betrachtet wird. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn man die Bibel einfach an einer beliebigen Stelle aufschlägt. Natürlich sind manche Abschnitte der Bibel schwer zu verstehen, weil viele Jahrhunderte zwischen damals und heute vergangen sind und wir die beschriebenen Bräuche und das Umfeld als fremd empfinden.

Auf der anderen Seite wurde der Koran, der aus 114 Kapitel (Suren) und 6.243 Versen als Gotteswort besteht, auf ein Ereignis hin offenbart, um eine bestimmte Idee zu verdeutlichen. Man muss den historischen Kontext und die damaligen politischen Umstände kennen, um ihn richtig zu interpretieren.

Man muss den Koran aus den Gegebenheiten der Zeit heraus sehen.

 

Das evangelische Institut für Islamfragen ist ein Netzwerk von Islamwissenschaftlern und wird von den Evangelischen Allianzen in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz getragen.

Frau Dr. Christine Schirrmacher schreibt in ihrem Prolog folgende Sätze:

„Heute ist unter Muslimen die Auffassung, dass der Text der Bibel verfälscht worden ist, längst Allgemeingut. Man geht davon aus, dass sowohl das Alte als auch das Neue Testament ursprünglich wahre Offenbarungen Gottes waren, im Laufe der Zeit jedoch von Menschen verändert und verfälscht wurden. Andere Bezeichnungen von früher zu den Menschen gesandten Schriften sind präziser. So nennt der Koran sowohl die Tora (arab. taurâh) als auch das Evangelium (arab. injîl) beim Namen. Das Evangelium wird insgesamt zwölfmal im Koran erwähnt. Was meint allerdings der Koran mit dem Evangelium? Letztlich bleibt unklar, ob er damit vor allem die Erzählungen von Jesus meint oder eines der vier Evangelien, alle vier Evangelien zusammen oder etwa das ganze Neue Testament. Interessanterweise wird im Koran der Wert früher überlieferter Bücher wie auch des überlieferten Evangeliums zu Beginn von Muhammads Offenbarungen nirgends grundsätzlich in Frage gestellt, sondern vielmehr positiv hervorgehoben. Erst später taucht im Koran der pauschale Vorwurf der Schriftverfälschung auf.“ 

Die Sumerelogin Frau Prof. Dr. Cig beschrieb folgende Bedeutungen des Kopftuchs:

„In der polytheistischen Religion der Sumerer war es eine heilige Ehre für willige Frauen, zu den Göttern in ihren Tempeln zu beten und zu danken, indem sie als Braut der Götter zu einer `öffentlichen Frau` wurden. Damit man sie von anderen Beterinnen unterscheiden konnte, mussten sie ihren Kopf bedecken. Viel später – erst ca. 1600 v. Chr.- führte ein assyrischer König die Kopfbedeckung auch für verheiratete und verwitwete Frauen ein. So bekamen diese Frauen den gleichen Status wie die `öffentlichen Frauen`, die legal Geschlechtsverkehr haben durften. Später übernahmen diese Tradition die Juden, und danach die Muslime von den Juden. Laut Cig, die viele Werke zum Thema schrieb, tauchte auch der Turban zum ersten Mal bei den Sumerern auf. Er wurde später vom Judentum, Christentum und danach von der arabischer Kultur und somit von Islam übernommen. Frau Cig betonte, dass der Turban eigentlich nichts anderes sei, als eine sumerische Tradition, die später eine enorme göttliche Bedeutung übernommen hätte.

Jetzt gehen wir zurück zum Thema Kopftuch, und diesmal im Bezug auf dessen Funktionalität und historische Aspekte. Wir fragen uns, was das Kopftuch ist, wozu es dient, seit wann es getragen wird, und inwiefern das Tragen eines Kopftuches eine religiöse, spirituelle oder gesellschaftliche Konvention ist, und wie sich dieses Phänomen im Laufe der Zeit verändert hat, so dass es zu einer der zentralen Fragen bezüglich Religionsfreiheit und Frauenrechte entwickelt geworden ist.

Muazzez Ilmiye Cig, die 96 jährige türkische Sumerologin und Historikerin, hat ihr Leben lang die Kultur und Geschichte der uralten mesopotamischen Zivilisationen erforscht, und herausgefunden, dass das erste Kopftuch in der Geschichte von den Sumerern getragen wurde. Wie wir es in unserer Ausgabe mit der Coverstory „Christentum stammt aus der Türkei?“ auch kurz geschildert hatten, waren es die Sumerer, ein mesopotamisch südanatolisches Volk, das 3.000 Jahre v. Chr. gelebt hat, die ersten, die das Kopftuch als religiös-spirituelles Medium verwendet hatten.

„Der Turban/Kopftuch taucht zum ersten Mal bei den Sumerern auf“, meint die Sumerologin Muazzez Ilmiye Cig. „In der polytheistischen Religion der Sumerer war es eine heilige Ehre für willige Frauen, den Göttern in ihren Tempeln zu beten und zu danken, indem sie als Braut der Götter zu einer ‚öffentlichen Frau‘ (Prostitution) wurden.

Damit man sie von anderen Beterinnen unterscheiden konnte, mussten sie ihren Kopf bedecken.“ Weiters fügt sie hinzu: „Viel später – erst ca. 1600 v. Chr.- führte ein assyrischer König die Kopfbedeckung auch für verheiratete und verwitwete Frauen ein. So bekamen diese Frauen den gleichen Status wie die `öffentlichen Frauen`, die legal Geschlechtsverkehr haben durften. Später übernahmen diese Tradition die Juden, und danach die Muslime von den Juden.“ Laut Cig, die viele Werke über das Thema geschrieben hat, sei der Turban „geboren“ von Sumerern, später vom Judentum, Christentum danach von arabischer Kultur und damit von Islam übernommen. „Eigentlich ist der Turban nichts anderes als eine sumerische Tradition, die später eine enorme göttliche Bedeutung übernommen hat“, so Cig. Nachfolgend ein paar Ausschnitte aus einem Interview mit Frau Prof. Dr. Cig:

Die Sumerer, Tempelwirtschaft und Koptuch 

„Als Sumerer bezeichnet man ein Volk, das im Gebiet von Sumer im südlichen Mesopotamien im 3. Jahrtausend v. Chr. lebte.

Die Sumerer gelten derzeit als erstes Volk, das den Schritt zur Hochkultur geleistet hat.

Besonders die Erfindung der Keilschrift, die quasi als eine Urvorlage der heutigen europäischen Schriften gelten kann, gilt als hervorragende Leistung der Sumerer, die zusammen mit der Erfindung der Bürokratie und künstlicher Bewässerung hier ihren Anfang nahm.

Die Herkunft der Sumerer ist bis heute nicht endgültig geklärt. Es gibt in der Wissenschaft zwei Thesen zur Herkunft der Sumerer. Die eine geht davon aus, dass die Sumerer eingewandert sind; dies wird an einer entfernten Ähnlichkeit zu agglutinierenden Sprachen wie Ungarisch, Finnisch und Türkisch festgemacht, deren Ursprung in den Uralsteppen gesehen wird und damit auch die Heimat der Sumerer wäre.

Die Erforschung der sumerischen Kultur erfolgte immer zusammen mit den anderen mesopotamischen Kulturen. Das liegt an der Charakteristik der Ruinenhügel, auch Tells genannt. Die Kulturen des Vorderen Orients pflegten die Orte nach Zerstörung, nach Eroberung, aber auch nach gewissen Zeiten teilweise oder auch vollständig einzuebnen und darauf eine neue Ebene zu erbauen.

Deswegen kommt es vor, wie z. B. in Ninive, dass die obersten Schichten mittelalterliche Ruinen bergen und die unterste Schicht bis in die Zeit 5000 v. Chr. und weiter zurückreicht. Ein wichtiger Punkt in der Geschichte der Sumerer ist die Wirtschaft und speziell die Tempelwirtschaft. So arbeitete nicht jeder für sich alleine auf seinem Feld, sondern er tat es für die Allgemeinheit bzw. für den Tempel, der die Ernte sammelte und verwaltete.  Diese Art der Vorratshaltung brachte verwaltungstechnische Probleme mit sich, an dessen Ende für die Sumerer die Erfindung der Schrift stand. In der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie bezeichnet Tempelwirtschaft unter anderem eine geschichtswissenschaftliche These, dergemäß im sumerischen Mesopotamien jede ökonomische Tätigkeit auf die Tempel ausgerichtet gewesen  sei. (  Ursula Seidl: Ein Monument Darius‘ I. aus Babylon, In: Zeitschrift für Assyriologie und Vorderasiatische Archäologie 89 (1999),S. 101–114.)

Frage: „Also, Frau Cig, bitte klären Sie uns einmal über das viel umstrittene Thema auf: Wer bei den Sumerern hat sich wieso bedeckt?“
Cig: Bei den Sumerern hatte jeder Gott ein eigenes Haus, sozusagen einen Tempel. In diesen Tempeln beteten die Menschen ihre Götter an. Es war allerdings nicht vorgeschrieben, was sie für die Götter tun sollten. Alle definierten die Art zu beten für sich selbst und praktizierten ihr eigenes Gebet.

Frage: „Waren diese Tempel also eine Art Häuser eigenen Gewissens?“
Cig: Genau, diese Tempel waren Orte, wo Menschen mit ihrem Gewissen alleine bleiben konnten. Sie waren in ihren Gebeten freier als in den heutigen Moscheen, Kirchen oder Synagogen. Sie sangen oder tanzten, um die Götter zufriedenzustellen. Unter den Betenden waren auch Ordensfrauen. Manche von ihnen wurden eben zu diesen `öffentlichen Frauen`.

Frage: „Was bedeutet das Wort ‚öffentliche Frau‘ genau?“
Cig: Das waren die Frauen, die die Aufgabe hatten, Geschlechtsverkehr zu praktizieren, aber sie waren keine Prostituierten, denn sie verlangten kein Geld. In den Tempeln gab es sogenannte Liebesräume, wo die öffentlichen Frauen den Jugendlichen Sexpraktika beibrachten. Im Gilgamesch-Epos gibt es eindeutige Hinweise darauf. Um dem Mann, der im Wald unter Tieren aufgewachsen ist, Menschlichkeit beizubringen, wurde eine Ordensfrau aus einem Tempel bestellt und sie lernte ihm, wie man spricht, isst und Geschlechtsverkehr hat. Diese öffentlichen Frauen wurden bei den Sumerern als weise Lehrerinnen betrachtet. Während sie dieser heiligen Aufgabe nachgingen, opferten sie sich vollständig im Namen der Götter auf. Eigentlich war die Jungfräulichkeit bei den Sumerern schon ein Thema. Die Tatsache, dass die öffentlichen Frauen trotzdem Geschlechtsverkehr haben durften, zeigt, wie heilig diese Aufgabe wirklich war.

Frage: „Woher weiß man, dass die Jungfräulichkeit ein Thema war?“
Cig: Laut alter Tafeln bekam eine Frau, die vor der Heirat als Jungfrau galt, bei der Scheidung Schadenersatz.

Frage: „Warum trugen die `öffentlichen Frauen` ein Kopftuch?“
Cig: Damit man sie von anderen Ordensfrauen in den Tempeln unterscheiden konnte. Zum Beispiel trugen die Prostituierten auch kein Kopftuch. Das ist das spezielle Symbol der öffentlichen Frauen in den Tempeln und somit das erste Kopftuch in der Geschichte.

Frage:
 „Wie ging es dann weiter?“
Cig: Viel später führten die Assyrer im 16. Jahrhundert vor Christus plötzlich die Kopfbedeckung für verheiratete und verwitwete Frauen ein. Der Sinn dahinter war, dass man zeigen wollte, dass auch diese Frauen legalen Geschlechtsverkehr haben.

Frage: „Heißt das, dass eine Frau mit Kopftuch sich als Nichtjungfrau geoutet hat?“
Cig: Ja, ganz genau! Aber viele Gläubige missverstehen diese Tatsache. Sie denken, ich würde behaupten, dass die Prostituierten das erste Kopftuch in der Geschichte getragen hätten.  Aber weder die öffentlichen Frauen bei den Sumerern noch die verheirateten und verwitweten Frauen bei den Assyrern waren Prostituierte.

Frage:
 „Also diente das Kopftuch einer Frau eigentlich schon vor tausenden Jahren, d.h. vor dem Islam bzw. Judentum und Christentum, einfach dazu, ihren Status zu zeigen?“
Cig: Das ist auf den Punkt genau was ich sagen möchte. Sogar nicht ich, sondern die Geschichte sagt das. Weder ergänze ich die Tatsachen noch interpretiere ich sie. Ich erzähle nur die wissenschaftlichen Fakten.

Also, wie man sieht, ist das Tragen eines Kopftuches eine ganz alte Tradition des mittleren Osten und des mesopotamischen Raums.

Was die Verhüllung und das Tuch im Islam betrifft, ist es reine Interpretationssache, wie man die oben erwähnte Sure „Nur“ auslegt.

Viele Hermeneutiker, aber auch viele Theologen sind der Meinung, dass mit dem Bedecken von „Scham“ und „Schmuck“ Geschlechtsorgane, Busen etc. gemeint sind, und es gibt weder direkt, noch indirekt einen Hinweis darauf, dass der Kopf der Frau mit einem Tuch voll verschleiert werden soll.

Im geschichtlichen Verlauf wurden aber in fast allen Religionen einige sittliche und gesellschaftliche Konventionen in das heilige Wort Gottes hineininterpretiert. Dadurch blieben gewisse gesellschaftliche Rollen und Positionen und damit Machtverhältnisse erhalten. Es stimmt allerdings nachdenklich, dass sehr alte Auslegungen und Interpretationen, sowie die Interpretationswahrnehmung dritter Personen, die sich mit dem Thema nicht ernsthaft auseinandergesetzt haben, heute zu ungerechtfertigten Belästigungen und politischer Instrumentalisierung führen und in Gestalt der „Kopftuchdebatte“ ein gesellschaftspolitisches Problem konstruieren.

„Das größte Gut einer Religion liegt in ihrer Theologie, aber ihr größtes Übel kommt ebenfalls aus ihrer Theologie – wenn sie stagniert. Die Angst vor dem Islam ist vollkommen berechtigt. Im Namen dieser Religion werden die schrecklichsten Verbrechen begangen. Im Namen dieser Religion geschieht derzeit eine ungeheure Barbarei. Wenn die Menschen Angst vor dem Islam haben, so ist das völlig normal. Auch wenn ich kein Muslim wäre, würde ich mich fragen, was das für eine Religion ist, auf die sich Verbrecher berufen. Die Tiefe und die geistige Dimension des Koran wurden verschüttet. Stattdessen hat man millimetergenau nachgeäfft, was eine menschliche Person, nämlich der Prophet, getan haben soll.

Man läuft Gefahr, den Islam auf dem Niveau der damaligen Beduinengesellschaft festzuschreiben und ihn für immer im sechsten Jahrhundert nach Christus festzunageln. Die himmlischen Heerscharen sind nur damit beschäftigt, Bekleidungs- und Nahrungsregeln zu erlassen – wie eine himmlische Hausordnung! Wahrhaftig eine platte, ausgetrocknete Vorstellung von der Religion! In der Welt der Moscheen herrscht oft noch die Dummheit, die Unwissenheit. Niemals ein Wort der Selbstkritik. Niemals! Die ganze Welt hat unrecht, und wir ruhen uns auf unserer kleinen Wahrheit aus. Das zeigt eine Denkfaulheit, wie sie typisch ist für das Ende großer Dynastien. Die Intelligenz der Muslime ist in Ketten gelegt.

Es ist deswegen falsch zu behaupten, wer den Islam angreife, greife die Muslime an. Für den Islamforscher liegt die beste Möglichkeit zur Bekämpfung des Terrorismus darin, „die religiösen Texte und archaischen Interpretationen und Diskurse anzugreifen, die immer noch Terrorismus hervorbringen und ihn rechtfertigen“. (Soheib Bencheikh, EX- Großmufti von Marseille, Zur Zeit)

Wir hoffen, dass alle diese Argumente gerade noch ausreichend sind…


Fazit: Im Koran sucht man das Kopftuch vergeblich! Burka, Burkini, Bushija, Hijap, Chador(Abaya) und Nigab sowieso…

Quellen: Der Koran, Die Bücher der größte islamischer Denker des 20. Jahrhunderts, Muhammed Iqbal (gestorben 1938) und Die Bücher von Prof. Dr. Yasar Öztürk, Hasan Hanefi (Agathen), Ali Seitab (Iran), Mehmet Akif (Türkei)

 

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20 02 2018
By: TKG 0

Muslimischer Antisemitismus? EU-Katharina Schnurbein: „Es ist immer einfach, von einer Seite auf die andere zu zeigen“

Papst Franziskus: „Die Scheinheiligkeit ist die Sprache der Korrupten“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) bedankt sich bei Katharina von Schnurbein, Koordinatorin der Europäischen Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus.

Katharina von Schnurbein verwehrt sich dagegen, dass bestimmte Parteien beim Antisemitismus nur auf Muslime zeigen. „Jede Form von Antisemitismus ist inakzeptabel. Es ist immer einfach, von einer Seite auf die andere zu zeigen“, sagt Katharina von Schnurbein, die Koordinatorin der Europäischen Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus. Damit weist sie im Gespräch mit dem KURIER von 20.02.2018 die Annahme zurück, dass die Gefahr des muslimischen Antisemitismus wesentlich größer sei als rechter oder linker Antisemitismus.

Vor islamisch (moslemisch) motivierten Antisemitismus warnen derzeit besonders rechte und rechtsextreme Parteien die wir  ernst nehmen und infolgedessen   wie folgt Stellungnehmen:

 

Islamisch (Moslemisch) motivierten Antisemitismus ? 11 Punkte 

Historiker Wolfgang Benz und ehemaliger Direktor des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin zu Antisemitismus und politischen Kampfbegriffen

1-Pauschale Ressentiments gegen alle Angehörigen einer Religionsgemeinschaft, die mit einer abscheulichen, aber insgesamt winzigen Minderheit von militanten Fanatikern und Terroristen gleichgesetzt werden, erklären das Problem nicht. Sie vergrößern es vielmehr, weil sie darauf zielen, die Mehrheit der Muslime – die sich energisch von Islamisten und Dschihadisten distanziert – in die Solidarität mit den Fanatikern zu drängen. Dann hätte die Denunziation ihr Ziel erreicht.

2-Das neuerdings so gern beschworene „christlich-jüdische Abendland“ entbehrt jeder historischen Realität und taugt nur als politischer Kampfbegriff, mit dem „Islamkritiker“ das Menetekel(„unheilverkündendes Zeichen“) einer Invasion gefährlicher Muslime beschwören. Muslimischer Antisemitismus ist nicht genuin(angeboren), sondern politisch, er wurzelt im jungen arabischen Nationalismus. Auch dieser ist ein Import aus dem Westen.

3-Das Konstrukt einer dem Islam wesenseigenen Judenfeindschaft entstammt dem Bedürfnis, auf ein politisches Ressentiment mit gleichen Mitteln zu reagieren. Der gebotenen Verurteilung von Beleidigung, Hass und Mord oder sonstigen Manifestationen der Judenfeindschaft steht die notwendige Differenzierung nicht im Wege

4-Wenn junge Muslime auf den Straßen deutscher oder Österreich Großstädte antijüdische Parolen grölen, wenn Hassprediger gegen die Existenz Israels wüten, wenn Schüler „Jude“ als Schimpfwort gebrauchen: Gegenüber Antisemitismus, in welcher Form er sich auch äußert, kann es in einem Land keine Toleranz geben, dessen Gesellschaft Lehren aus der Geschichte des Holocaust zu ziehen versucht und die Erinnerung an den Judenmord als Element seiner politischen Kultur versteht

5-Der Rechtsstaat hat Möglichkeiten, Übergriffe zu verhindern und zu ahnden. Noch wichtiger ist Prävention durch Bildung und Aufklärung. Dazu gehört auch der rationale Umgang mit dem Antisemitismus von Muslimen. Selbstgerechtigkeit, die in Flüchtlingen nur Sendboten eines islamischen Ansturms auf Europa sieht, wie die Populisten der „Alternative für Deutschland“ (AfD), die damit den Zulauf Geängstigter bewirken, löst kein Problem, lenkt allenfalls vom Rassismus und der Judenfeindschaft in den eigenen Reihen ab.

6-Fanatiker und Fundamentalisten aller religiösen, politischen oder kulturellen Couleur sind gefährlich, weil sie für rationale Argumente und differenzierte Weltsicht unerreichbar und damit für vernünftige Konfliktlösungen unzugänglich bleiben. Das gilt nicht nur für Muslime, die Religion zur Rechtfertigung von Gewalt missbrauchen, sondern auch für Aktivisten, die sich mit der Denunziation durch Feindbilder begnügen, die mit dem Konstrukt eines genuin muslimischen Antisemitismus, das heißt einer aus dem Islam theologisch abgeleiteten Judenfeindschaft, Stimmung machen.

7-Tatsächlich ist aber der christliche Antijudaismus leider das Vorbild für muslimischen Antisemitismus. Kirchenväter in der Spätantike erfanden ihn, um den Missionsauftrag des Christentums zu rechtfertigen. Abt Hieronymus von Bethlehem nannte im 4. Jahrhundert die Juden Gottesmörder und setzte damit ein stereotypes Ressentiment in Kraft, das die katholischen Kreuzzüge und die evangelische Wut Martin Luthers überdauerte und in der Volksfrömmigkeit nicht nur der orthodoxen Kirche vital ist.

8-Die Feindschaft von Muslimen gegen Juden ist nicht im Koran begründet wie der Antijudaismus der Christen im Neuen Testament. Der Antisemitismus von Muslimen generiert sich aus politischer Solidarität, richtet sich gegen Israel und äußert sich mit den stereotypen Argumenten und Klischees eines Rassismus, der im 19. Jahrhundert den Antisemitismus hervorbrachte. Dessen Wurzeln findet man in Europa, in Deutschland, Österreich-Ungarn, in Frankreich und Russland.

9-Religiöse Vorbehalte, fixiert in Legenden, Verschwörungsfantasien und Phobien gegenüber dem vermeintlichen Streben der Juden nach Weltherrschaft sowie Neid gegen deren ebenso vermeintlichen Reichtum und Einfluss, waren der Nährboden für die Ideologie des pseudowissenschaftlich aufgemachten „modernen Antisemitismus“, die in der Katastrophe des Judenmords kulminierte.

10-Der aktuelle Antisemitismus von Muslimen beruht auf der Revitalisierung solchen Rassenwahns aus politischem Grund. Die Überzeugungen und die benutzten Argumente, wie die „Protokolle der Weisen von Zion“, kommen aus den Arsenalen der europäischen Judenfeindschaft. Das zu wissen ist die unerlässliche Voraussetzung, muslimischem Judenhass entgegenzutreten. Eine politische Lösung des Nahostkonflikts ist die andere ebenso unerlässliche Prämisse.

11-Die jahrhundertelange Ausgrenzung der Juden durch die christliche Mehrheit des Abendlandes war ausdrücklich mit deren Religion begründet und eifernde Prediger erklärten, dass der Talmud die Juden zu bösem Tun und zum Schaden der Mehrheit verpflichte. (Heute statt Talmud ist Koran gekommen) Neue, nicht weniger ahnungslose und zielstrebige Koranexegeten behaupten nun, die Religion gebiete den Muslimen Schandtaten gegen Ungläubige, wie auch den Hass gegen Juden. Stimmt aber nicht. Das glauben viele gern, weil es entlastet, Schuldige definiert und die eigenen Ressentiments vergessen lässt.

„Christlich-Jüdische Tradition“ als Kampfbegriff

Der Kulturkampfbegriff der „christlich-jüdischen Tradition“ des Abendlandes klingt nüchtern betrachtet und untersucht wie eine Farce die man gerne verwendet! Die römisch-katholische Kirche verwendet es korrekterweise de facto fast nicht aber der niederländischer rechtspopulist Geert Wilders Geerd Wilders immer .Der Kulturkampfbegriff der christlich-jüdischen Tradition des Abendlandes ist nämlich eine Farce die auch Niederwimmer verwendet!

Was sagt der Zentralrat der Juden in Deutschland ?

Bei den Juden in Deutschland herrscht keineswegs die Vorstellung einer christlich-jüdischen Tradition Deutschlands. So kann man auf der Website des Zentralrats der Juden in Deutschland Folgendes lesen: „Historisch gesehen wurde die deutsche Identität nicht nur von der deutschen Sprache und Kultur, sondern auch von der christlichen Religion geprägt. Wer außerhalb dieser Parameter stand, wurde als fremd empfunden, und kaum eine andere Bevölkerungsgruppe erlebte das schmerzvoller als Juden, deren Präsenz auf deutschem Boden seit der Zeitenwende datiert. Das tragische Ende der jüdischen Bestrebungen um Aufnahme ins deutsche Volk ist bekannt. Die Juden sehen Deutschlands kulturelle Wurzeln keineswegs im Judentum. Ihnen sind vielmehr die Verbrechen Deutschlands an den Juden präsent.“

Der Journalist und Publizist Heribert Prantl schreibt in dem Artikel „Missbrauch der Juden durch die Politik“ in der Süddeutschen Zeitung wie folgt: „Beim Reden von der christlich-jüdischen Tradition handelt es sich aber um eine gewaltige Heuchelei. Die deutsche Politik drückt die alte, früher stigmatisierte Minderheit der Juden an die Brust, um die neue Minderheit, die Muslime, zu stigmatisieren. Die Juden werden missbraucht, um die Muslime pauschal als unverträglich zu kennzeichnen. Eingeführt hat diese Unwortkombination wahrscheinlich der blonde Holländer Geert Wilders. In seinen pathetischen Reden betonte er geradezu beschwörend, dass wir Europäer unser christlich-jüdisches Erbe vor der Islamisierung verteidigen müssten.So innig wie heute war die Beziehung zwischen Christen und Juden in Deutschland noch nie. Die neue Innigkeit ist nicht von Theologen und Pastoralklerikern ausgerufen worden, sondern von Politikern. Im Jahr 72 nach der Reichspogromnacht haben sie etwas entdeckt, was es nicht gibt: eine christlich-jüdische Tradition, eine gemeinsame Kultur. Die christlich-jüdische Geschichte besteht vor allem in der Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Juden und in der Verketzerung des Talmud. Und wo es gemeinsame Wurzeln gab, hat die Mehrheitsgesellschaft sie ausgerissen. Wenn Juden anerkannt wurden, dann nach ihrem Übertritt zum Christentum. Und dieses Christentum hat bis in die jüngste Vergangenheit nicht die Gemeinsamkeit der Heiligen Schrift, sondern den Triumph des Neuen über das Alte Testament gepredigt. Zum 72. Jahrestag der Reichspogromnacht wird eine neue Kategorisierung der Minderheiten propagiert (nicht nur von scharfen Islamkritikern wie Geert Wilders und Thilo Sarrazin): in gute und schlechte, in kluge und dumme Minderheiten. Diese Sortierung wird nicht dadurch besser, dass muslimische Milieus oft sehr antisemitisch sind. Weil aber dieser Antisemitismus von der deutschen Mehrheitsgesellschaft lange kaum beachtet wurde, gibt es in jüdischen Gemeinden Sympathien für die gesellschaftliche Ausgrenzung deutscher Muslime.“

Eine Erfindung der europäischen Moderne ?

Es können viele historische Beispiele angeführt werden, die eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland ad absurdum führen. Die jüdische Philosophin Almut Shulamit Bruckstein Coruh kann wie viele andere Juden eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland nicht nachvollziehen. Hierzu meint sie: „Nein, es gab keine jüdisch-christliche Tradition, sie ist eine Erfindung der europäischen Moderne und ein Lieblingskind der traumatisierten Deutschen.“

 

Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht

Aus jüdischer Sicht muss es wie ein Hohn klingen, wenn deutsche Politiker von christlich-jüdischer Tradition sprechen. Der freie Journalist Gerald Beyrodt lehnt die Verbindung christlich-jüdisch ebenso ab: „Sicher teilen Juden und Christen die Zehn Gebote und die hebräische Bibel. Sicher wäre es auch ganz nett, wenn Politiker weniger bedenkenlos von den ‚christlichen Zehn Geboten’ reden würden als in der Vergangenheit. Doch 2000 Jahre jüdische Religionsphilosophie sind in Europa weitgehend unbekannt. Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht. Christen haben ihn jahrhundertelang ignoriert, verfemt und immer wieder verboten. Jüdische Kultur blieb der Mehrheitsgesellschaft verborgen, weil sie nichts davon wissen wollte. Stattdessen hat sie Juden jahrhundertelang mit absurden Vorwürfen belegt: Dass sie Hostien schänden, dass sie christliche Kinder töten und zu Mazze-Broten verarbeiten und an Pessach genüsslich verspeisen.“

 

„Die Scheinheiligkeit ist die Sprache der Korrupten“

Papst Franziskus appellierte  am 4.Juni.2013 an die Christen, keine „sozial korrekte“ Sprache zu gebrauchen.

Papst Franziskus fügt hinzu folgende bewegende Worte„ Dies ist die Sprache der Korruption, die Scheinheiligkeit. Wenn Jesus zu seinen Jüngern spricht, so sagt er zu ihnen: „Eure Sprache sei: Ja, ja! Nein, nein!“. Die Scheinheiligkeit ist keine Sprache der Wahrheit, weil die Wahrheit nie nur für sich steht. Nie! Sie geht immer mit der Liebe einher! Es gibt keine Wahrheit ohne Liebe. Die Liebe ist die erste Wahrheit. Wenn es keine Liebe gibt, gibt es keine Wahrheit. Diese Menschen wollen eine Wahrheit, die sie zum Zweck ihrer eigenen Interessen versklavt haben. Man kann sagen, auch hier gibt es eine Art Liebe: aber es ist eine Liebe zu sich selbst und für sich selbst. Diese narzisstische Vergötterung verführt sie dazu, andere zu betrügen, zu dem Missbrauch des Vertrauens. Denken wird heute gut darüber nach: Was ist unsere Sprache? Sprechen wird in Wahrheit, mit Liebe, oder sprechen wir ein bisschen mit dieser sozial korrekten Sprache, schöne Dinge sagend, die wir aber nicht fühlen? Möge unser Sprechen heilsbringend sein, Brüder und Schwestern! Diese Scheinheiligen, die mit Schmeichelei, Verlockung und all diesem sprechen, enden damit, sich Zeugen zu suchen, um diejenigen, denen sie zuvor noch geschmeichelt haben, zu beschuldigen. Bitten wir heute den Herrn darum, dass unser Sprechen ein einfaches Sprechen sei, das der Kinder, ein Sprechen als Kinder Gottes, ein Sprechen in Wahrheit in Liebe.“

Jesus sagt: „Wer Wichtiges zu sagen hat, der/die soll ein klares Ja oder Nein sagen, mehr nicht. Alles andere ist zu viel bzw. Übel“. 

Ja! Wir müssen noch ehrlicher miteinander umgehen weil die Scheinheiligkeit ist die Sprache der Korrupten.

DI Birol Kilic

Türkischen Kulturgemeinde Österreich
Obmann

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27 01 2018
By: TKG 0

Türkische Kulturgemeinde: 27.Januar-Erinnerung und Wachsamkeit!

Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen unter anderem auch MigratenInnen in Österreich zur Wachsamkeit mahnen.

Wien (OTS) – Heute am 27.Januar gedenken wir-Türkische Kulturgemeinde in Österreich- der Millionen Opfer des Nationalsozialismus. Wir müssen verhindern, dass „alte“ und „neue“ Formen des Antisemitismus und Rassismus alltäglicher Begleiter werden. So sei für uns das Verbrennen von israelischen Flaggen auf den Wiener Straßen nicht hinzunehmen. Egal woher wir stammen. Wir dürfen rassistischer und antisemitischer Hetze und Ausgrenzung keinen Raum geben.Ausgrenzung, Hetze und Vorurteilen müssen wir Aufklärung und Wachsamkeit der Zivilgesellschaft und des Rechtsstaates entgegenstellen. Religionen könnten besondere Akzente für den Frieden setzen – und zwar mit Besinnung auf den Kern aller Religionen zum Schutz der Menschenwürde.

Religiösen Antijudaismus, wie er von der Theologie des traditionellen und politisierten Islams, mit fundamentalistischen und aus dem historischen Zusammenhang gerissenen verfälschten Koran-Interpretationen vertreten wird, lehnen wir strikt ab. Insbesondere verurteilen wir alle unmenschlichen Hadithe späteren Datums, die Verleumdungen gegenüber der Lehre und gegenüber Propheten per se darstellen.

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19 01 2018
By: TKG 0

TKG verbeugt sich vor der großen Österreicherin

„Heimat der großen Töchter und Söhne“ hat eine große Tochter verloren.

Wien (OTS) – Mit tiefer Betroffenheit reagierte Birol Kilic, Obmann der Türkische KULTURgemeinde(TKG) in Österreich, auf das Ableben der Humanistin Ute Bock:

Ute Bocks Name steht für Menschlichkeit. In Ute Bocks Haus in der Zohmanngasse wurde niemand abgewiesen, egal woher er oder sie stammte. Anfang der neunziger Jahre waren es vor allem Kinder aus Gastarbeiterfamilien, unter anderem auch aus der Türkei, die von verschiedenen Institutionen zu Ute Bock geschickt wurden. Vielen Dank Ute Bock. Ihr Mut und Ihr Eintreten für Solidarität in der Gesellschaft macht Sie unvergessen in den Herzen der Menschen. Wir haben als Austrotürken die österreichische Bundeshymne mit folgenden Worten gelernt: Land der Berge, Land am Strome, Land der Äcker, Land der Dome, Land der Hämmer, zukunftsreich! Heimat großer Töchter und Söhne,…. Heute hat unsere neue Heimat Österreich ohne Zweifel eine große Tochter verloren. Türkische KULTURgemeinde Österreich(TKG) verbeugt sich vor der großen Österreicherin Ute Bock.

 

Quelle:

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140803_OTS0026/tuerkische-kulturgemeinde-tkg-beileidsbekundung-fuer-die-parlamentspraesidentnin-frau-mag-barbara-prammer

Bild: Veren Ute Bock

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22 12 2017
By: TKG 0

TKG: „Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wünscht allen ein frohes Weihnachtsfest und ein friedvolles Neues Jahr 2018!

Wien  – Wir alle sind Menschen mit Heimat und Gesinnung und nicht bloß Namen oder Nummern auf einem Ausweis! Weihnachten ist ein Fest, welches von Gläubigen, weniger religiösen und nicht religiösen Menschen gleichermaßen  gefeiert wird. Kaum jemand kann sich den Festlichkeiten im intimen Familienkreis oder bei Freunden entziehen. Auch nicht alle aber zehntausende Menschen aus der Türkei in Österreich. Wir freuen uns genauso. Weil die besinnliche Stimmung viele Menschen aus der Türkei die Ihre „Neue Heimat“ als Österreich sehen auch sehr berührt und Freude bereitet.

Auch im neuen Jahr wollen wir das Gemeinsame vor das Trennende stellen, nicht nur in religiösen, sondern auch in politischen und alltäglichen Angelegenheiten und Fragestellungen weil die Werte Europas glauben wir sind stärker als Hass und Gewalt.

Die „Urtürken“ und der Tannenbaum- Nardogan Fest immer am 22.12

Die renitente 93-Jährige ist Altertumsforscherin Prof. Dr. Muazzez Ilmiye Çig behauptet sogar die Ursprünge des Weihnachtsbaumes in der zentralasiatischen Steppe ausfindig gemacht haben. Vor langer Zeit, so schreibt sie, laut Spiegel Bericht „huldigten dort die Vorfahren der Türken einem Gott, den sie Ulgen nannten. Dieser Gott trug einen langen Bart und einen langen Mantel, und er wohnte in einem glitzernden Palast im Himmel. Erreichen konnte man den Palast nur über einen gewaltigen Baum, der vom Mittelpunkt der Erde bis hin zu den Sternen ragte. Um Ulgen für die Wintersonnenwende zu danken, richteten ihm die Urtürken jedes Jahr am 23. Dezember ein großes Fest aus. Nun musste Ulgen irgendwie ihre Gebete erhören. Also beschmückten die Menschen einen Baum mit kleinen Schleifen, wobei jede Schleife einen Wunsch symbolisierte. Und dann luden sie ihre Verwandten ein, sangen und tanzten um den Baum. Ein Brauch, den später die Hunnen auf ihren Kampfrössern nach Europa brachten, wo ihn alsbald die Christen übernahmen. Eine interessante Theorie. Deswegen Lametta und Lichterketten überall in Istanbul. In Istanbul lassen sich auch konservative Muslime sogar  von der globalen Weihnachtsstimmung anstecken. Zumal die Festtanne wie oben beschrieben eh eine Erfindung der „Urtürken“  ist, sagt die renitente Altertumsforscherin Muazzez Ilmiye Çig.“
    

 

Frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr!

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

PS: Titelfoto Bauerwilli

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20 12 2017
By: Redaktion 3 0

Das Regierungsprogramm 2017-2022 aus Sicht der Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG)

Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) gratuliert der neuen ÖVP-FPÖ Regierung und Herrn Sebastian Kurz zum Amt des Bundeskanzlers. TKG begrüßt die Differenzierung zwischen Islam und „politisiertem Islam“ und bedauert die undifferenzierte Haltung gegenüber der Republik Türkei.

Wien (OTS) – Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) begrüßt im neuen Regierungsprogramm die Hervorhebung der Loyalität gegenüber „der österreichischen Verfassung, der bürgerlichen Freiheiten sowie der Rechten von Minderheiten.“

Für die TKG bedeutet Rechtsstaatlichkeit, daß die Ausübung staatlicher Macht nur auf der Grundlage der Verfassung, Gewaltenteilung und von formell und materiell verfassungsmäßig erlassenen Gesetzen mit dem Ziel der Gewährleistung von Menschenwürde, Gemeinwohl, Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit zulässig ist. Für uns bedeutet „Zeit für Neues“ besonders diese Werte-Skala nach oben zu ziehen die wir sehr gerne beobachten werden.

Wir begrüßen ebenfalls die Differenzierung zwischen „Islam“ und „Politisiertem Islam“ auf der Seite 39 unter dem Titel „Kampf gegen politischen Islam“ mit dem folgenden Satz: „Dabei wird klar unterschieden zwischen dem politischen Islam mit dem Ziel, unsere Gesellschaft zu unterwandern, und der Religion des Islam“.  Diese wesentlich richtige Analyse sollte man in Zukunft nicht unter den Tisch fallen lassen, sondern immer die Spreu vom Weizen trennen. Die Religionsfreiheit darf auf der anderen Seite von niemanden  nicht dazu missbraucht werden unsere schwer erkämpften demokratische Grundordnung in Österreich auszuhöhlen.

Wir bedauern im Regierungsprogramm die unglückliche Haltung gegenüber der Türkei mit dem folgenden Satz: „Keine Zustimmung zu einem EU-Beitritt der Türkei.  Verbündete zur Erreichung des endgültigen Abbruchs der EU-Beitrittsverhandlungen zu Gunsten eines Europäisch-Türkischen Nachbarschaftskonzeptes werden gesucht“

Österreich-Brückenbauer-Rolle ?

Österreich hat in seiner 500-jähringen Geschichte mit der Türkei mit Höhen und Tiefen eigentlich eine freundschaftliche und immer gegenseitig unterstützende und vertrauliche Brückenbauer-Rolle gehabt. Trotz der vorhandenen Unterschiede bedarf es Stimmen, welche das Gemeinsame vor das Trennende stellen ohne alles gleich zu machen. Wir möchten weiterhin ein starkes neutrales Österreich mitten im Herzen von Europa und ebenso eine starke Türkei, welche wieder auf den Weg der Rechtsstaatlichkeit, Stärkung der Demokratie und in die europäische Wertegemeinschaft zurückfindet. Wir als TKG sehen uns in dieser Vermittlerrolle.   

Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) hat in der Vergangenheit die türkische Regierung bezüglich Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Meinung- und Pressefreiheit in allen Ebenen hart kritisiert. Wir wollen eine demokratische und wirtschaftlich starke Türkei, wo Kriterien der Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und insbesondere Presse-und Meinungsfreiheit gelebt werden. 

Die TKG betont, dass die Türkei mit den Auswüchsen von Terrorismus seit Jahren zu tun hat sowie über 3 Millionen Flüchtlingen Schutz bietet, wobei die EU am meisten bereits davon erfreulicherweise profitiert hat. Gegen der transnationale Terrorismus brauchen wir die Türkei. Wir sollten gegenüber der Türkei, wo die Mehrheit der Menschen säkular und demokratiebewusst leben, fair sein und dies nicht wechselseitig für innenpolitische Ablenkungsmanöver in Zukunft verwenden. Das gleiche wünschen und bitten wir uns von beiden Regierungen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

Foto: © Andy Wenzel / BKA

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11 12 2017
By: TKG 0

„Perfektioniere deine Muttersprache“

VHS: „Perfektioniere deine Muttersprache: Türkisch!“

Ana dilinizi ya da ailenizin ana dilini en iyi şekilde anlamak, yazmak, okumak ve konuşmak istemez misiniz? Sizler için yaptığımız bu kurslarımız ile “ana dilinizi“ daha iyi kavramanızı ve kendinizi daha iyi ifade etmenizi sağlayacaksınız.

Kursnummer 1110 (69 Euro für 10 Unterrichtseinheiten)

Donnerstags ab 11.1.2018 bis 15.2. von 19 bis 21h

VHS Landstraße, Hainburger Straße 29, 1030 Wien

 Folgekurs (Kursnummer 1561, 62,10 Euro für 9 Unterrichtseinheiten)

Türkçe – Perfektioniere deine Muttersprache!

Ana dilinizi ya da ailenizin ana dilini en iyi şekilde anlamak, yazmak, okumak ve konuşmak istemez misiniz? Sizler için yaptığımız bu kurslarımız ile “ana dilinizi“ daha iyi kavramanızı ve kendinizi daha iyi ifade etmenizi sağlayacaksınız.

Freitags ab 16.2.2018 bis 23.3. von 18 bis 19:30h

VHS Landstraße, Hainburger Straße 29, 1030 Wien

 Buchungen sind ab sofort möglich – online via www.vhs.at oder persönlich/telefonisch in der VHS Landstraße: 01/891 74 103 000.

(Foto: (c) VHS )

 

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06 12 2017
By: TKG 0

Buchpräsentation: Kants Wanderung über das Nebelmeer

Kants Wanderung über das Nebelmeer
„Die wahre Entstehungsgeschichte der Kritik der Vernunft im Spiegel der Bilderwelt C.D. Friedrichs“

Buchpräsentation des Neue Welt Verlag  am 5.Dezember 2017 in Palais Eschenbach
mit der Kooperation  des Österreichischen Gewerbevereins und der
Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG)

Eröffnung : Internationaler Preisträger Julij Malakh, Violine
Werke: Johann Sebastian Bach Allemanda und Sarabanda aus Nr.2 in d-Moll.BWV 1004

Neben dem Herausgeber und Verleger DI Birol Kilic und Autor Dr. Gregor Bernhard-Königstein haben folgende Personen am Podium gesprochen.

Frau Kommerzialrat  Margarete Kriz-Zwittkovits- Ehrenpräsidentin Österreichische Gewerbeverein

Herr Dr. Werner Fasslabend -Präsident des Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik / AIES

Herr Otmar Lahodynsky-Präsident der Vereinigung Europäischer Journalisten/ Profil Journalist

Herr Klaus Prömpers-ZDF Ex Südosteuropa Chef

Efgani Dönmez, PMM. Abgeordneter zum Nationalrat; Österreichische Volkspartei

 

 

 

 

 

 

 

 

Kants Wanderung über das Nebelmeer

Die wahre Entstehungsgeschichte der Kritik der Vernunft
im Spiegel der Bilderwelt C.D. Friedrichs

Eine poetisch-humorvolle Einführung in das kritische Werk Kants und in die daraus resultierende, verzweifelte Gottessuche des Königsberger Philosophen, die uns nicht den nüchternen, sondern einen neuen romantisch-mystischen Kant zeigt.

Zugleich schlägt der Autor eine naturphilosophische Neupositionierung Kants vor:  der Leser begleitet den Spaziergänger Kant auf seinen eigentlichen Wanderungen, den metaphysischen – optisch unterstützt durch den norddeutschen Künstler Caspar David Friedrich – zu Kants gleichlautenden erhabenen Naturmetaphern, dem „Nebelmeer“ und dem „bestirnten Himmel über ihn“, um letztlich dahinter die „Dinge an sich“ zu entdecken, die übersinnlich in einem Reich natürlicher und moralischer Zwecke zueinanderstimmen.

Dass Kant den physikotheologischen Gottesbeweis eigentlich nicht widerlegen will, sondern ihm ein neues moralisches, ewig gültiges Fundament gibt, kann der Autor hier erstmals biographisch schlüssig mit der psychologischen Entwicklung von Kants Denken und Fühlen belegen. Damit wird der oft „säkularisierte“, aber hier neu gelesene Kant zur möglichen Basis des „Intelligent Design“, sowie zur ermutigenden Orientierungshilfe für den Gottsuchenden heute, gerade wo die Religionsfreiheit durch das Sittenbild des Islam wieder in Diskussion steht, die für den Verleger auch einen großen Stellenwert hat. Den Abschluss bildet eine für den Ethikunterricht geeignete, erste deutschsprachige Kantballade.

Einer der frühesten Kantforscher, Karl Rosenkranz (1805 – 1875), der mehrmals Rektor der Königsberger Universität war, schrieb einmal: „Daß Kant hier das Licht der reinen Vernunft anzündete, erkläre ich mir so, wie die Holländer auch die besten Landschaftsmaler wurden. Im Dunkel sucht man nach Licht.“

Dieser „Gedanke des Behauptungswillens“ gegen die unwirtlichen Kräfte des nebeligen Wetters in nördlicher Breiten, der sich durch viele Metaphern Immanuel Kants zieht und sich durch seine physikotheologische Würdigung der Erhabenheit der Natur bestätigt, ist in diesem vorliegenden Essay über den metaphysischen Spaziergänger Kant konsequent durchgeführt. Nur wird hier nicht die realistische Landschaftsmalerei der Holländer, etwa eines Jakob van Ruisdael – immerhin als qualifizierte Natur – herangezogen, sondern die idealistische Bilderwelt von Kants näherem Zeit- und Ortsgenossen Caspar David Friedrich. Das Motiv des „Wanderers über dem Nebelmeer“ wurde schon von Lovis Corinth mit Kant als Spaziergänger über Königsberg nachgeahmt.

Es handelt sich also bei unserer Nebelwanderung um ein Opus, das darauf wartete, einmal geschrieben zu werden, und mich durch die seltene Studienfächerkombination aus Philosophie und Kunstgeschichte erst finden musste.

Selbst wenn Kant als junger Professor der Geographie, auch um viele Hörer zu bekommen, mit Vorliebe über populäre Themen referierte, wie: „Ob die Westwinde in unseren Gegenden darum feucht seien, weil sie über ein großes Meer streichen“, erweckte die Liebe zur Natur und ihrer Reflexion eigentlich schon Kants, leider früh in der Adoleszenz verstorbene, pietistisch gesinnte Mutter, die ihm nach seinem Selbstzeugnis, nicht nur den „ersten Keim des Guten“ in ihm legte, sondern auch das „Herz für die Eindrücke der Natur öffnete“ und – in dieser Reihenfolge – seine „Begriffe erweckte und erweiterte“.

Die meisten Kantbiographien und Erläuterungen seiner kritischen Lehre konzentrieren sich auf den ersten analytisch-logischen Teil der „Kritik der reinen Vernunft“, und viele (erste) Kantleser haben große Schwierigkeiten mit dem „a priori“. – Ja, wie sollen transzendentale Erkenntnisse ohne empirisches Bewusstsein – kein Mensch fällt vom Himmel – möglich sein. Dieser chronologische Mangel der Ausklammerung der Kindheit oder des Erwachsenwerdens wird, wie kaum gewusst, von Kant selbst in der kritischen Phase in seiner „Orientierungsschrift“ noch einmal umgedreht. Da geht er vom „a posteriori“ aus, und er reduziert die Empirie schrittweise, um zur transzendentalen Vernunft vorzustoßen, mit der er sich nochmals mit der „Kritik der praktischen Vernunft“ und der „Kritik der Urteilskraft“ auf dieselbe dialektische Reise des zweiten Teiles der „Kritik der Vernunft“ begibt. Und ab da gelingt es ihm als Teil der Vernunft oder des Ichs etwas mitzunehmen, worauf er zuvor noch verzichten musste, auf die Welt der Gefühle, die am Beginn all seiner Denkprozesse in der vorkritischen Phase stehen und sich erst in Begriffe „auswickeln“ mussten und müssen.

So wollen wir in dieser metaphysisch-ästhetischen Schrift insbesondere ermessen, welche Rolle das Gefühl der Erhabenheit der Natur, die Caspar David Friedrich – ganz gewiss als Kantianer – mit metrologischer Qualität dargestellt hat, für Kants Transzendental- und Moralphilosophie spielte, und wir stoßen tatsächlich auf eine bisher nicht genügend beachtete Stelle in einer Frühschrift Kants, die man religionspsychologisch nur als mystisches Erweckungserlebnis bezeichnen kann. Dass Kant, nachdem er die Endlichkeit des Denkens bewiesen hatte, und damit den Materialismus zugleich mit einer schon verfallenen Scholastik entsorgte, und damit im Stile des Humanismus Ciceros wieder für den Glauben Platz schuf, nicht im luftleeren Raum agiert, denn an der platonischen Ideenwelt konnte er nicht mehr hochklettern, ist nicht allein seinem mutigen umfassenden Dogma der Freiheit zu verdanken, sondern eben auch seiner späteren Zuneigung zur Physikotheologie, die mehr als eine regulative Idee (oder des regulativen Gebrauches einer transzendentalen) auch seine „Dinge an sich“ als verbleibenden realen Rest in einem „Reich der Zwecke“ miteinander verbindet. Sei dieses nur, wie im „Opus postumum“, eine erste „Vorahnung“ der Quantenwelt, ein „hinreichender Beweis für eine verständige Weltursache“ oder – der Antinomie der Gerechtigkeit folgend – postuliertes himmlisches Jerusalem, jedes Zeitalter hat seine eigene Sprache und sein Wissen Kant neu und anders zu lesen.

Kants Religion der „inneren Moral“ oder des Gewissensgesetzes bietet aber – ähnlich wie dem Theologiestudium seit den Anfängen der Wissenschaft eine Artistenfakultät vorgereiht ist – auch den Laien heute einen humanistischen Minimalkonsens, der allen Gläubigen, egal welcher Religion, zur dauernden Erhaltung des Weltfriedens, wie auch eines jeden inneren Friedens, dringlich zur Kenntnis gebracht werden sollte.

Neue Welt Verlag

Kants Wanderung über das Nebelmeer
978-3-9503981-9-9
Deutschland: 9,90EUR (DE), Reduzierter Satz, Gebundener Ladenpreis inklusive Steuer
Österreich: 9,90EUR (AT), Reduzierter Satz, Gebundener Ladenpreis inklusive Steuer
Schweiz: 9,90CHF, Reduzierter Satz, UVP

Der Autor ist Dr. Gregor Bernhart-Königstein und
Verleger DI Birol Kilic.

Forschungen zu Orient und Okzident
herausgegeben  von Birol Kilic

 

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28 11 2017
By: TKG 0

2017: Auslandspresse-Verband wählte neuen Vorstand

Präsident Siebenhaar: Zugehen auf nächste Regierung. TKG Obmann und Verleger Kilic wurde wieder in den neue Vorstand gewählt.


WIEN. 
Laut APAT hofft der Verband der Auslandspresse in Wien , die traditionell guten Beziehungen zu den österreichischen Behörden und Medien unter der künftigen Bundesregierung fortsetzen und ausbauen zu können. Das betonte Präsident Hans-Peter Siebenhaar am Montagabend vor der Generalversammlung der seit 1945 bestehenden Vereinigung, die gegenwärtig 103 Vertreter von 87 Medien aus 31 Ländern umfasst.

Siebenhaar, Korrespondent der deutschen Wirtschafts- und Finanzzeitung „Handelsblatt“ (Düsseldorf), wurde einstimmig für eine zweijährige Funktionsperiode wiedergewählt; ihm stehen als Vizepräsidentin Meret Baumann („Neue Zürcher Zeitung“) sowie als Generalsekretärin Tzvetana Delibaltova-Tomova von der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA zur Seite.

Weitere Mitglieder des einhellig bestätigten neuen Vorstands sind Mungunchimeg Bathmunkh (Mongolisches Fernsehen, Ulan Bator), Igor Belov (Radio „Voice of Russia“, Moskau), Ahmed Hamed (Palästinensische Nachrichtenagentur WAFA), Claudia Hauboldt (Mitteldeutscher Rundfunk MDR-Radio, Dresden), Philipp Jenne (Associated Press/AP, New York), Birol Kilic („Yeni Vatan Gazetesi“, Wien) und Klaus Prömpers (Deutsche Welle-Fernsehen, Berlin). Zu Rechnungsprüfern wurden Andrea Beer (ARD-Hörfunk, München) und Sendra Posa-Gjurin (Kroatische Nachrichtenagentur HINA) bestellt. Die Geschäftsführung liegt weiterhin in den Händen von Dimitris Dimitrakoudis (Griechische Nachrichtenagentur ANA).

Die Ehrenmitgliedschaft des Verbandes wurde dem ehemaligen langjährigen APA-Redakteur Emanuel Ringhoffer verliehen.

Unter dem Titel „Die neue Welt(un)ordnung – Auswege aus der Überforderung der Eliten“ steht der am Donnerstag beginnende diesjährige Europäische Mediengipfel in Lech am Arlberg, den die Auslandspresse mitbegründet hat und mitveranstaltet. Zum Teilnehmerkreis des dreitägigen Forums gehören u.a. der geschäftsführende Vorstand der APA, Clemens Pig, Medienmanager Gerhard Zeiler, Ex-EU-Kommissar Franz Fischler, Harvard-Professor David Kennedy, Verhaltensökonom Gerhard Fehr und „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt. ( Quelle: APA)

 

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16 11 2017
By: TKG 0

Gantnerundenzi ohne Worte

Neue Kampagne der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser startet in Print, Kino und auf Youtube. Als Partner der  Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser – AÖF unterstützt auch Türkische KULTURGEmeinde in Österreich(TKG) die  Kampagne.

Wien. Mit einer Kampagne „ohne Worte“ machen die Kontakterlosen aus der Gonzagagasse auf die Sprachlosigkeit der Opfer bei Gewalt gegen Frauen und Kinder aufmerksam. Stattdessen werden typische „Ausreden“ der Opfer in Form von Untertiteln eingeblendet, um deren Scham und falschen Schuldgefühle zu dramatisieren. Zugleich wird auf die anonyme 24-Stunden-Hilfe durch die Frauenhelpline gegen Gewalt unter der kostenlosen Nummer 0800/222 555 aufmerksam gemacht.

Für die Filmproduktion zeichnet sich skop unter der Regie von Maria Otter verantwortlich. Das Sounddesign übernahm der Diagonale-Preisträger Gerhard Daurer.

Den Auftakt machen ab 17. November 30 Kinos in ganz Österreich, gefolgt von TV, Youtube und Printanzeigen.

Für Youtube wurden die Einblendungen neben Deutsch in 9 weitere Sprachen übersetzt. „Wir wollen mit dieser Kampagne auch Menschen erreichen, die eine andere Muttersprache haben. Dass uns gantnerundenzi mit ihrer innovativen Idee der Untertitel diese Möglichkeit bieten, freut mich besonders.“ zeigt sich Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser, von der Kampagne überzeugt.

Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) ist neben den Herzkindern die zweite Non-Profit-Organisation, die von gantnerundenzi betreut wird.

Link zum Spot:

https://vimeo.com/236764155

Auftraggeber: Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser – AÖF

Agentur: gantnerundenzi Werbeagentur, Filmproduktion: skop, Regie: Maria Otter, DOP: Alex Püringer, Ton: Gerhard Daurer, Foto: Klaus Vyhnalek

 

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09 11 2017
By: TKG 0

TKG -Gedenktag : 9.November- „Light of Hope“

Heute gedenken wir  als Türkische KULTURgemeinde auch den Opfern der Novemberpogrome.

Allein in Österreich wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 insgesamt 30 Juden getötet, 7.800 wurden verhaftet und rund 4.000 ins KZ Dachau deportiert.  Alle Synagogen wurden verwüstet, die allermeisten komplett niedergebrannt. Auch die Türkische Tempel in der Zirkusgasse 22 in Wien.

In der Zirkusgasse 22 befand sich bis 1938 der Hauptsitz der sephardisch-türkischen Gemeinde in Wien. 1885 bis 1887 ließ diese an der Stelle eine Synagoge errichten. Sie wurde während der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört.

Heute Abend erinnert die jüdische Jugend Wiens, gemeinsam mit Studierenden der Uni Wien, beim Fackelzug „Light Of Hope“ an die Ereignisse vor 79 Jahren. Um 18 Uhr geht es  beim Stadttempel los, über das Juridicum führt der Weg zur Schlusskundgebung am Judenplatz.

Die Türkische KULTURgemeinde mit  dem Vorstand wird auch dabei sein.

Informationen:

DIE GESCHICHTE DER TÜRKISCHEN JUDEN

http://www.turkischegemeinde.at/die-geschichte-der-tuerkischen-juden/

 

DIE WIENER TÜRKISCH-ISRAEILITISCHE GEMEINDE UND SYNAGOGE
http://www.turkischegemeinde.at/die-wiener-tuerkisch-israeilitische-gemeinde-und-synagoge/

 

https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkischer_Tempel

 

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26 10 2017
By: TKG 0

TKG: „Es lebe die Republik Österreich!“

Nach dem 26. Oktober 1955 konnte Österreich auch darangehen ein Instrument aufzubauen, das die Aufgabe hatte, die neu erreichten
Werte Frieden, Freiheit, Rechtsstaat, Gewaltenteilung und Unabhängigkeit zu schützen und souveränes Österreich zu verteidigen.

Deswegen ist die Nationalfeiertag Tag des Friedens.

Alles Gute zum Nationalfeiertag.

Demokratie bedeutet vom Volk gewählte Regierung und Republik dem Gemeinwohl dienende Politik.

Es lebe die Republik Österreich!

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

 

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04 10 2017
By: TKG 0

TKG: Wahlen 2017 – Wir gehen wählen!

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) ruft alle Bürger und Bürgerinnen aus der Türkei auf am 15. Oktober 2017 unbedingt wählen zu gehen. TKG ruft auch in Österreich ausnahmslos dazu auf in allen Parteien jetzt und auch in Zukunft politisches Engagement aufzunehmen.

Es leben in Österreich ca. 300.000 Menschen aus der Türkei, die seit über 50 Jahren Österreich in allen Bereichen mit aufbauen durften, deswegen sehen viele liberale Menschen aus der Türkei besonders die freiheitliche demokratische Grundordnung als ihre  neue Heimat an und möchten für die Zukunft des Landes sehr wichtige Wahlen mitentscheiden.

TKG ist gegen jegliche Einmischung aus dem Ausland, sei es Pro oder Kontra, für die Wahlempfehlungen zu egal welcher Partei. Die Austro-Türken sind nicht mit einem Gängelband aus der Türkei zu führen. Türkische Kulturgemeinde hat sich seit seiner Gründung als eine Summe von wehrhaften Demokraten für eine säkulare, rechtsstaatliche und freiheitliche Grundordnung ausgesprochen.

Die gewählte Seite ist Vernunft, Verstand und Anstand bezogene Haltung um selbständig zu entscheiden welche Partei man in Österreich wählt, ohne Beeinflussung von Inland oder Ausland. Der 15. Oktober wird für Österreich ein Wendepunkt in der Geschichte, weil in Europa und der gesamten Welt turbulente Zeiten erwartet werden. Deswegen wird die Türkische Kulturgemeinde in den nächsten Tagen allen Menschen aus der Türkei in zweisprachigen Messages, auch über türkische Medien, berichten um später unbedingt wählen zu gehen.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) sieht die Republik Österreich als ein liberal demokratisches Staatswesen, das auf Werten und Prinzipien beruht, die nicht zur Disposition stehen. Noch wichtiger ist, dass sich die Republik Österreich als eine rechtsstaatliche und auf Gewaltenteilung sehr bedachte Kultur nach dem 2. Weltkrieg entwickelt hat und infolge dessen ist diese identitätsbildende Prägung Österreichs und seine Rechtsordnung zu respektieren, egal woher man stammt.

Sie bietet nicht nur für Menschen aus der Türkei, sondern auch für Menschen unterschiedlichster Herkunft, sowie generell allen in Österreich lebenden Menschen, die Möglichkeit für ein friedliches Zusammenleben in Österreich und einen guten Zusammenhalt der Gesellschaft.

Man redet sehr viel über Integration, deshalb sollte man aber nicht vergessen, dass die Integration ein gesamtgesellschaftlicher Prozess ist und dessen Wirkung von allen in Österreich lebenden Menschen und Parteien abhängt und auf persönliche Interaktionen beruht.

Integration erfordert insbesondere, dass die Zugewanderten besonders an diesen Prozess mitwirken und dafür ist die Nationalratswahl am 15. Oktober ein wichtiger Punkt.

Türkische Kulturgemeinde erwartet auch von allen staatlichen Organisationen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene ihren Beitrag zu einem erfolgreichen Integrationsprozess, durch das systematische anbieten von Integrationsmaßnahmen, zu leisten.

Die größte Aufgabe der neuen Regierung ist in Österreich lebende Menschen egal aus welchen Ländern, welche Nationen oder welche Religionen sie haben, bei ihrer Integration zu unterstützen.

Mit rechtsstaatlichen Mitteln sollten somit Grenzen gegen anti-demokratische, klerikal faschistische und bis jetzt das demokratische System Österreich ausnützende Personen, Institutionen, Vereine und Verbände aufgezeigt werden.

Deswegen bieten die Nationalratswahlen am 15. Oktober eine Gelegenheit durch Teilnahme an den Wahlen nicht nur ein Bürgerrecht als wehrhafte und verfassungspatriotische Demokraten zu nutzen sondern auch seine Pflicht zu tun.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

 

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02 10 2017
By: TKG 0

TKG: Alle von Auslandsparteien direkt oder indirekt abhängige Gebetshäuser schließen!

Herzliches Ja  zu Glauben und Religion in Österreich!
Nein zu exportierten „politisierten Glauben“ und „politisierte Religion“ egal aus welchen Land in der Welt. Die Republik Österreich kann nicht als Selbstbedienungsladen anderer Regierungen bzw. politischer Parteien aus anderen Ländern dienen.

Wien (OTS) – Laut einem aktuellen Forschungsbericht über Wiener Moscheen muss man die Spreu vom Weizen trennen. Laut Medienberichten erfahren wir, dass mehr als ein Drittel der untersuchten 16 Moscheevereine aktiv gegen die Integration der Muslime in die Gesellschaft wirken.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) sieht die Republik Österreich als ein liberal demokratisches Staatswesen, das auf Werten und Prinzipien beruht, die nicht zur Disposition stehen. Noch wichtiger ist, dass sich die Republik Österreich als eine rechtsstaatliche und auf Gewaltenteilung sehr bedachte Kultur nach dem 2. Weltkrieg entwickelt hat und infolge dessen ist diese identitätsbildende Prägung Österreichs und seine Rechtsordnung zu respektieren, egal woher man stammt.

Die Spreu vom Weizen trennen bedeutet für die TKG wie folgt:

Welche Politischen Parteien, Firmen, Staaten und politischen Persönlichkeiten stecken hinter den Moscheevereinen gestern (ab 1980) und heute?

Das ist der springende Punkt.

In Österreich werden seit Jahren unter dem Vorwand NGO-„Non Government Organisation“ (Verein/Verband) Politische Parteien aus dem Ausland als Moscheevereine gegründet, die das österreichischen Vereinsgesetz und das Religionsgesetz seit Jahren missbrauchen und de facto einen Staat im Staat bilden wollen.

Hier haben auch einige politische Parteien bis jetzt große Fehler gemacht, wo man endlich die Spreu vom Weizen trennen muss, aber trotzdem versucht man hier durch Vernebelung und Manipulation (Fake News) die Problematik in die Sackgasse zu schicken bzw. zu hetzen.

Nicht nur das: Die oben genannten politische Parteien aus dem Ausland, die eigentlich de facto Fleisch gewordene Vertreter des „Politischen Islam“ (Politisierter Religion/Glaube) sind, nehmen alle 700.000 Moslems in Geiselhaft, als wären ob Sie die gewählten Vertreter dieser Menschen. Der Glaube ist keine Hautfarbe! Die Moslems und insbesondere Menschen aus der Türkei (300.000 Menschen in Österreich) sind sehr verschieden in Auffassungen wie es auch alle Österreicher sind.

1) Der Weizen ist hier:  Alle Moscheevereine, die für die Integration der Gemeindemitglieder mit der oben beschrieben Auffassung transparent arbeiten, sollten unterstützt werden. Unterstützung bedeutet für uns, dass die Moscheevereine von allen politischen Parteien aus dem Ausland zu 100 befreit werden und als Bildungszentralen für die nächsten 50 Jahre etabliert werden.  Wir brauchen gebildete Menschen. Kein fremder Staat darf sich in die Religionsangelegenheiten in Österreich weder politisch noch gesellschaftlich, finanziell noch parteipolitisch einmischen.

2) Die Spreu ist hier: Diejenigen Moscheevereine aus dem Ausland die der  verlängerte Arm oder 5. Kolonne bzw. Rückzugsgebiete für politische Parteien sind, müssen dringend aufgrund der staatlichen Räson und für das Zusammenleben mit allen Bevölkerungsgruppen ausnahmslos geschlossen werden.

Es kann nicht sein, dass zum Beispiel Parteien in der Türkei, die seit ihrer Gründung (1970) gegen die säkulare Verfassung des Landes gekämpft haben und sogar mehrmals wegen verfassungsfeindlichen Agierens verboten wurden, in Österreich als NGO (Verein/Verband) seit Jahren gegen die demokratische Grundordnung unter dem Vorwand der Religionsfreiheit und der Solidarität in allen Ebenen agieren. Und dabei der Öffentlichkeit das als Integration bzw. Partizipation in der Gesellschaft verkaufen.

Die neue Regierung ab 15. Oktober 2017 sollte dringend über ein neues Gesetz über das Verbot solcher Religionsmissbrauchsvereine (oben beschrieben) in Österreich vorbereiten, öffentlich diskutieren und verabschieden.

Die Republik Österreich kann nicht als Selbstbedienungsladen anderer Regierungen bzw. politischer Parteien aus anderen Ländern dienen.

Gilt für alle Religionsgemeinschaften

Alles was wir hier fordern, sollte auch für alle Religionsgemeinschaften (egal welche Religion) in Österreich gelten, die aus dem Ausland mit genau solchen Methoden arbeiten bzw. arbeiten wollen.

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20171002_OTS0214/tkg-alle-von-auslandsparteien-direkt-oder-indirekt-abhaengige-gebetshaeuser-schliessen

Türkische KULTURgemeinde in Österreich,

Obmann

Dipl.-Ing.Birol Kilic

 

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14 09 2017
By: TKG 0

Gedenken an die Zerstörung der Synagoge der sephardisch-türkischen Gemeinde

Der sogenannte „Türkische Tempel“ in der Zirkusgasse wurde in der Pogromnacht zerstört.

Wien. In der Zirkusgasse 22 befand sich bis 1938 der Hauptsitz der sephardisch-türkischen Gemeinde in Wien. 1885 bis 1887 ließ diese an der Stelle eine Synagoge errichten. Sie wurde während der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, S.E. Botschafter Mehmet Ferden Çarιkçι als Vertreter der Republik Türkei, der Präsident der Israelitischen Kulturgemeinde in Wien, Oskar Deutsch, und der ehemalige Präsident der der türkisch-jüdischen Gemeinde in der Türkei, Silvyo Ovadya, gedachten heute, Mittwoch (13.09.2017) , den Opfern dieses schrecklichen Ereignisses und enthüllten eine neue Gedenktafel an der städtischen Wohnhausanlage.

Gedenken an die Zerstörung der Synagoge der sephardisch-türkischen Gemeinde und Erneuerung der Erinnerungstafel mit u.a. StR Michael Ludwig (2., Zirkusgasse 22)

„Mit den Verbrechen des November 1938 nimmt der systematische Massenmord an sechs Millionen Jüdinnen und Juden ihren Anfang. Mit dem Türkischen Tempel wurden insgesamt 42 Synagogen und Bethäuser zerstört. Jüdische Kinder, Frauen und Männer wurden zutiefst gedemütigt und geschlagen. 27 von ihnen verloren ihr Leben. Halten wir alle die Erinnerung an diese grausame Zeit wach!“, betonte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Er hob in diesem Zusammenhang die aktive Bildungsarbeit der Stadt Wien hervor. Gleichzeitig warnte Ludwig vor weiterhin aktiven rechtsradikalen Gruppen, die fremdenfeindlichen Hass verbreiten.

Stadtrat Ludwig dankte besonders Herrn Dr. Peter Schönthal, der die neue Erinnerungstafel initiierte.

Es ist traurig, zu sehen, dass während die von den österreichischen Juden erbaute Yüksekkaldırım Aschkenasim Synagoge in Istanbul seit über 100 Jahren weiterhin besteht, die türkisch jüdische Synagoge in Wien, genannt ,Türkischer Tempel‘, im Gegensatz dazu, niedergerissen und in den Tiefen der Geschichte begraben wurde. Deswegen ist es besonders wichtig, dass der Geist des türkischen Tempels weiterhin am Leben gehalten wird“, so S.E. Botschafter Mehmet Ferden Çarιkçι.

„In der Bevölkerung ist wohl kaum noch ein Wissen um diese an Kultur so reichen sephardischen Gemeinde vorhanden. Mit einer neuen Gedenktafel wird der Opfer des Novemberpogroms gedacht und gleichzeitig an die Blütezeit der Wiener türkisch-jüdischen Sefardim erinnert“, betonte Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde.  „Ich freue mich sehr, hier an der Gedenkveranstaltung bezüglich der sephardisch-jüdischen Synagoge und Gemeinde in Wien, deren Wurzeln bis in die Zeit des Osmanischen Reiches reichen, teilzunehmen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf Nahebeziehung zwischen der großen Synagoge in Edirne und der sephardischen Synagoge in Wien hinweisen. Wir, die jüdische Gemeinde in der Türkei erfreuen uns, dass wir unsere Gebete und sonstige Veranstaltungen in der Edirne Synagoge, die einer der drei großen Synagogen in Europa ist und der österreichischen Synagoge in Istanbul frei durchführen können“, hielt der ehemalige Präsident der der türkisch-jüdischen Gemeinde in der Türkei, Silvyo Ovadya, fest.

 

Gedenken an die Zerstörung der Synagoge der sephardisch-türkischen Gemeinde und Erneuerung der Erinnerungstafel mit u.a. StR Michael Ludwig (2., Zirkusgasse 22)

 

Der Türkische Tempel

In der Zirkusgasse 22 befand sich bis 1938 der Hauptsitz der sephardisch-türkischen Gemeinde in Wien. 1885 – 1887 ließ diese an der Stelle, an der heute der Gemeindebau steht, eine Synagoge er-richten, den sogenannten Türkischen Tempel. Mit der Planung wurde der Wiener Architekt Hugo Ritter von Wiedenfeld (1852 – 1925) beauftragt. Er hatte sich auf den neo-maurischen Baustil spezialisiert, mit orientalisch geprägten Elementen wie Bögen und Mosaiken.

Ein gefeiertes Kunstwerk

Der Entwurf der Synagoge orientierte sich an der maurischen Architektur, vor allem an der spanischen Alhambra – wohl eine Referenz an die ursprünglich aus Spanien stammenden sephardischen Juden. Der Tempel wurde am 18. September 1887 im Rahmen einer festlichen Zeremonie eingeweiht. An der Straßenfront befand sich ein imposantes Steinportal mit minarettartigen Türmchen, durch das man zunächst einen Vorhof betrat. Dahinter erhob sich die reich verzierte Fassade des Tempels, darüber eine zwölf Meter hohe Kuppel mit sternförmigen Fensteröffnungen. Der achteckige Betraum war in Marmor und Gold gehalten. Insgesamt bot das Gebäude über 600 Gläubigen Platz und war damit die größte türkische Synagoge in Europa. Als einer der prachtvollsten Tempel Mitteleuropas gefeiert, diente sie als Vorbild für viele andere sephardische Tempel.

In Flammen

Die über die Grenzen hinweg gelobte Pracht des Türkischen Tempels in der Zirkusgasse kann man heute nur mehr anhand einiger Schwarzweiß-Fotografien erahnen. Er wurde, wie 41 weitere Synagogen und Bethäuser in Wien, während der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört. Das Grundstück wurde 1952 an die Israelitische Kultusgemeinde restituiert und 1975 von der Stadt Wien erworben. 1985 – 1987, genau hundert Jahre nach dem Bau der Synagoge, errichtete sie hier ein Wohnhaus.  ( Quelle: Büro Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig Magistrat der Stadt Wien)

 

Informationen:

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=1913

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=2011&tx_ttnews%5Btt_news%5D=14126&cHash=de7d94c17d5f3671cb4dde87c49371f4

https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkischer_Tempel

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=2011&tx_ttnews%5Btt_news%5D=10393&cHash=0f0262d6391b1a76e2fab88bb1f73fa5

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14 09 2017
By: Redaktion 3 0

TKG-Aufklärungsversuch: Was ist der Islam und was ist er nicht?

Eine Journalistin äußerte in einer österreichischen Tageszeitung einen Kommentar mit dem Titel „Kritik am Islam: Immunisieren statt Stillhalten“: „Wenn es von Indonesien über den Irak bis hin zu Österreich die verschiedensten Auslegungen gibt, wie Islam zu praktizieren sei, muss doch auch jedem klar sein, dass es in dieser Religion anschlussfähige Elemente gibt, die die Entwicklung eines radikalen Fundamentalismus erst ermöglicht haben. Insofern haben der Islam und die Anschläge von Paris sehr wohl etwas miteinander zu tun“. Zweiter Journalist (veröffentlicht 20.01.2015) behauptet auf der anderen Seite folgendes: „Der Westen ist viel grausamer als die muslimische Welt“ Der Terror sei eine „Antwort auf die barbarischen Öl-Kreuzzüge“ des Westens – und der Islamische Staat „Bushs Baby“. Starke Worte!

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) 

Zusammengefasst von DI Birol Kilic

These: Ja zum Islam! Nein zur Theologie des Verachtens inkl. Scharia!

Diese Journalisten-Meinungen, denen wir durchaus Redlichkeit und gute Recherche zusprechen können, spiegeln ein essentielles Problem wieder. Ob man Sie mag oder nicht?  Der Islam besteht aus vielen Richtungen. Es ist daher aus unserer Sicht falsch, alle Muslime in einen Topf zu werfen. Was du nicht willst das man dir tut…das füg auch keinem anderen zu: z.B Pauschalisierung und Sataniesierung!

Der folgende Artikel soll mehr Licht in das, zum Teil auch inner-islamische, Problem der deutlichen Abgrenzung gegenüber den anderen Richtungen bringen.

Gerade aufgrund der Verunsicherung der Menschen sollten die Muslime offen an Diskussionen teilnehmen und sich nicht scheuen, Informationen über den „koranischen Islam und den mohammedanischen Ethos“  weiterzugeben.

Viele Muslime – und hier beginnt meine interne Kritik – können das nicht, denn sie sind in einem Sumpf aus manipuliertem, mutierten und einem politisch festgelegten  Glauben, den wir „Theologie der Verachtung“ und „Theologie der Gewalt“ nennen, gefangen, der mit dem „koranischen Islam“ und
„der mohammedanischen Ethik und Lehre“ nichts zu tun hat und alles sogar durch Manipulation und Vernebelung moralisch verdirbt.

Es geht  hier um sachliche, fundiert argumentiere Kritik mit profunden nüchternen Wissensvermittlung und nicht um rüde Anwürfe und pauschale Verunglimpfungen.

 

Was ist der koranische Islam? Ist er der wahre Islam?

Der koranische Islam und die mohammedanische Lehre verlangen zuallererst die Nutzung des Verstandes und fordert zum Lesen („ikra“) auf. Genauso fordert der koranische Islam, dass man sich an die jeweilige Zeit und den Ort der Zivilisation und den menschlichen Errungenschaften anpassen muss. Es ist also geboten, dass der Muslim und die Muslima sich an die Rahmenbedingungen eines Staates oder einer Gesellschaft anpassen sollen.  Gilt auch in Österreich. Das heißt nicht, dass man sich assimilieren soll oder seine religiöses Bekenntnis verbergen muss. Als verbindlich sind die regionalen Gesetze, die Verfassung, die Kultur und die jeweiligen Gegebenheiten zu sehen, die sich im Laufe der Jahrhunderte dort etabliert haben. Hier in Österreich:  Die Österreichische Bundesverfassung. Die Verfassung eines Staates ist als Grundlage des gesamten Rechts und Rahmen seiner Politik von höchster symbolischer wie praktischer Bedeutung.

Es ist uns daher ein Anliegen, die Frage „Was ist der Islam und was ist er nicht?“ aufzufächern und zu klären. Sie werden in diesem Artikel keine Beschönigungen und keinerlei Dialog-Versuche finden. Wir werden auf den Koran, die für uns einzige verbindliche Quelle unseres Glaubens, eingehen. Mit diesen Erläuterungen wollen wir für Aufklärung sorgen.

Wir wissen, dass es gewagt und gefährlich ist, die Frage „Was ist der Islam und was ist er nicht?“ öffentlich zu diskutieren. Denn vielen Moslems, die nicht unsere Ansicht vertreten, wird das nicht gefallen. Es wird auch vielen Politikern in Österreich und im Ausland nicht gefallen, da wir sie damit enttarnen.

Die Kommentatorin, die wir anfangs erwähnt und zitiert haben (siehe oben) hat hier Recht und Unrecht.

Unrecht hat Sie deswegen, weil sie zwischen dem „koranischen Islam“ und einer später erfundenen, brutalen und faschistischen Theologie keinen Unterschied macht. Man muss, um das Thema zu verstehen, weit in die Geschichte des Islams zurückgehen und dessen theologische und pseudo-theologische Strömungen untersuchen.

Der koranische Islam verabscheut Terror, Scheinheiligkeit und Unmenschlichkeit. Die faschistische Ideologie einer pseudo-islamischen Dogmatik ist dagegen gewaltbereit und gewaltverherrlichend.

Dabei ist zu unterscheiden, was der Prophet Mohammed als Prophet geoffenbart hat, nämlich göttliche Eingebungen, die ihm vom Engel Gabriel mitgeteilt wurden, und seinen Taten. Seine Taten wurden nach seinem Tode in den Hadithen zusammengetragen. Wir halten diese Hadithe nicht für zuverlässige Quellen über das Leben Mohammeds. Da es bereits in der Frühzeit über diese Hadithe zu offenen Kämpfen gekommen ist, die einen Aufzeichnungen verbrannt, die anderen mit Gewalt durchgesetzt wurden, endet hier unser Vertrauen in die Zuverlässigkeit solcher Schriften.

 

Ausgehend von den Hadithen baut sich der „falsche Islam“ auf, ein Islam der nicht mehr das Gotteswort an erste Stelle stellt, sondern eben diese Hadithen. Und hier wird es menschlich, hieran knüpfen sich eine (falsche) Scharia und eine (falsche) Fiqh. In einer weiteren Stufe der Pervertierung fußen auf dieser  – eigentlich teuflischen – Lehre die grausamsten pseudo-islamischen Regime und Terrorgruppen von Al Qaida, Boko-Haram und IS.

„Das größte Gut einer Religion liegt in ihrer Theologie, aber ihr größtes Übel kommt ebenfalls aus ihrer Theologie – wenn sie stagniert. Die Angst vor dem Islam ist vollkommen berechtigt. Im Namen dieser Religion werden die schrecklichsten Verbrechen begangen. Im Namen dieser Religion geschieht derzeit eine ungeheure Barbarei. Wenn die Menschen Angst vor dem Islam haben, so ist das völlig normal. Auch wenn ich kein Muslim wäre, würde ich mich fragen, was das für eine Religion ist, auf die sich Verbrecher berufen. Die Tiefe und die geistige Dimension des Koran wurden verschüttet. Stattdessen hat man millimetergenau nachgeäfft, was eine menschliche Person, nämlich der Prophet, getan haben soll.

Man läuft Gefahr, den Islam auf dem Niveau der damaligen Beduinengesellschaft festzuschreiben und ihn für immer im sechsten Jahrhundert nach Christus festzunageln. Die himmlischen Heerscharen sind nur damit beschäftigt, Bekleidungs- und Nahrungsregeln zu erlassen – wie eine himmlische Hausordnung! Wahrhaftig eine platte, ausgetrocknete Vorstellung von der Religion! In der Welt der Moscheen herrscht oft noch die Dummheit, die Unwissenheit. Niemals ein Wort der Selbstkritik. Niemals! Die ganze Welt hat unrecht, und wir ruhen uns auf unserer kleinen Wahrheit aus. Das zeigt eine Denkfaulheit, wie sie typisch ist für das Ende großer Dynastien. Die Intelligenz der Muslime ist in Ketten gelegt.

Es ist deswegen falsch zu behaupten, wer den Islam angreife, greife die Muslime an. Für den Islamforscher liegt die beste Möglichkeit zur Bekämpfung des Terrorismus darin, „die religiösen Texte und archaischen Interpretationen und Diskurse anzugreifen, die immer noch Terrorismus hervorbringen und ihn rechtfertigen“. (Soheib Bencheikh, EX- Großmufti von Marseille, Zur Zeit)

 

Was wir heute in Syrien, im Irak, in Saudi Arabien und vielen anderen Ländern sehen, hat mit dem „wahren Islam“ nichts zu tun. Weil der falsche Islam den wahren Islam nicht aushalten kann, werden die „Ungläubigen“ massenweise umgebracht. Die „Ungläubigen“ sind in diesem Falle dann die Schiiten und Aleviten, die sich nicht einer menschlich konstruierten Pseudo-Religion unterwerfen wollen.

Was heute von den Medien eigentlich kritisiert wird, sind nicht der koranische Islam und der Prophet Mohammed, sondern eine künstliche Ideologie, die Bekenntnis-Merkmale und koranische Worte des Islams, wie z.B. „Allah’ u Ekber“ (arab. allāhu akbar; übersetzt „Gott ist am Größten / ist der Größte“ – Bedeutung hat Ähnlichkeiten mit „Halleluhja“, „Gott preisen, verherrlichen, ausrufen“), missbraucht und gleichzeitig alles, was der koranische Islam ausdrücklich verbietet, praktiziert. Nämlich Intoleranz, Gewalt und die Nichtnutzung des Verstandes und der Vernunft.

Das größte Opfer dieser faschistischen Ideologie ist zuerst der koranische Islam und der Prophet Muhammed selbst, der doch die Vielgötterei und die Unmenschlichkeit bekämpft hat. Der Koran ruft zur unbedingten Nutzung des Verstandes und der Vernunft auf und er ermahnt die Menschen warmherzig zu sein. Der Koran erinnert den Menschen daran, sein Vermögen und seine Liebe mit den Nachbarn zu teilen, egal welcher Religion, Sprache oder Nationalität man angehört. Es ist für uns Muslime schmerzlich, wenn dieser Gedanke der Nächstenliebe in der heutigen Wahrnehmung ganz untergeht.

Mittlerweile haben wir jetzt eigentlich eine faschistische Theologie, die seit Jahrhunderten auf der Arabischen Halbinsel und in den muslimischen Ländern durch – leider westliche – wirtschaftliche und politische Interessen direkt oder indirekt unterstützt wurde. Es tut natürlich weh, wenn man hier von einer faschistischen Theologie redet, weil viele dieser missbrauchten mohammedanischen Worte gerne mit dem koranischen Islam und Muhammed gleichgesetzt werden. Das geschieht entweder aus Unwissenheit oder mit bösen Absichten. Natürlich ist es schwierig sich Wissen darüber anzueignen – das bedeutet viel Geduld, viel Verstand, Vernunft, lesen, diskutieren und insbesondere sehr viel Leid und Tränen.

Auf den falschen Islam beziehen sich der IS, die Taliban und Boko-Haram

Wo liegt das Hauptproblem? Das Hauptproblem liegt in der korrumpierten, manipulierten und mutierten Islam-Theologie, die sich auf verfälschte Quellen und traditionelle Islam-Interpretationen stützt. Ihre Wurzeln finden sich in der umayyadischen Kalifen-Dynastie (Höhepunkt im 7. Jahrhundert). Wesentlich hierfür ist der 6. Kalif Yazid I. (reg. 680-683), er war Sohn des ersten Umayyaden-Herrschers Muawiya. Auf diese Strömung beziehen sich die Anhänger des IS (Islamischer Staat) in Syrien und im Irak, die Taliban in Afghanistan (Al Qaida) und die Boko-Haram-Islamisten in Nigeria. Sie gehören der sunnitischen Richtung des Islam an.

Eben dieser umayyadische Kalif Yazid I. bin Muawiya hat also, die von dieser Dynastie mitbegründete Theologie der Verachtung, der Gewalt und des Faschismus errichtet, und im Zuge dessen den Prophetenenkel Hussein und seine 72 Familienangehörigen in der Schlacht von Kerbela, die am 10. Oktober 680 beim zentralirakischen Kerbela stattfand, enthauptet. Und dabei handelte es sich um dasselbe grausame Niedermetzeln, das jetzt gerade die IS-Terroristen im Irak und in Syrien wieder durchführen. Yezid war ebenfalls Kalif und hat ebenfalls behauptet den Islam zu vertreten und den Weg des Propheten Muhammed zu verfolgen. Er hat die gesamte Familie des Propheten (zu der er selbst gehörte) bis auf eine Person umgebracht. Sie mussten brutalste Folter erleiden, indem sie beispielsweise tagelang ohne Wasser in der Wüste ausharren mussten. Die Enthauptung erlöste sie von dieser Folter.

Nicht nur das – dieser angebliche Kalif, der sich diese faschistische, umayyadische Theologie ab 680 n. Chr. zusammengezimmert hat, hat diese faschistische, umayyadische Lehre der Verachtung in die nächste Generation gebracht. Dies geschah durch das Niederschreiben von Hadithen, die eigentlich Verleumdungen des Propheten sind. Hadithe sind Niederschriften der angeblichen Aussprüche des Propheten Muhammed. Sie legten dem Propheten aber Sätze in den Mund, die beweisen sollten, dass die Umayyaden für das Paradies vorherbestimmt seien. Die Umayyaden-Herrscher ließen nur jene Hadithe zu, die ihnen ins politische Kalkül passten. Die anderen ließen sie verbrennen. Die Hadithe gelten für die sunnitische oder schiitische Mehrheit der Muslime als die wichtigste Schriftquelle neben dem Koran. Es gibt es unüberschaubare Menge an alter und neuer Literatur, die sich mit den Hadithen befasst und diese auslegt. So eine „Theologie“ kann nur Unglück bringen und kann man nur verachten.

Ihr wesentliches Merkmal ist nicht das Glück des Menschen, sondern seine Unterdrückung. Diese Lehre des „falschen Islam“ ist tatsächlich mit der Idee einer heutigen Demokratie, einer bürgerlichen und wirtschaftlichen Freiheit inkompatibel. Sie führt zur Theokratie ohne jedes Selbstbestimmungsrecht des Menschen. Das heißt des Mannes, denn Frauen stehen in diesem Weltbild auf der untersten Stufe.

So eine Theologie, zum Islam uminterpretiert und feinsäuberlich verpackt, kann, neben Öl, ohne Probleme in alle Welt exportiert werden.

Die „Muslimische Welt“, das heißt die mächtigen Oligarchen, die Machthaber, die Despoten und Diktatoren, möchte diese Theologie nicht korrigieren und sich nicht davon distanzieren. Warum auch? Sie hat es sich in ihr gut eingerichtet. Sie möchte sich nicht auf die Seite der Armen schlagen und auf die Seite der Vernunft, des Verstandes und der Wissenschaft. Sie wollen keinen Koran-Islam.

Die Islamische Welt leidet in Wirklichkeit unter einem abgöttischen Götzendienst. Nach außen hin wird das Wort „Allah“ verwendet und mit ihren Bärten, Turbanen und ihren schönen Gebetshäusern geben sie sich den Anschein, als ob sie gottesfürchtig wären, obwohl Gott von ihnen nur eines verlangt: Lesen, die Benutzung des Verstandes und der Vernunft, die Anpassung an Zeit und Ort und zu teilen, was man hat. Wenn man nichts zum Teilen hat, dann sollte man zumindest das Wort „Salam“, als Friedenstifter, mit dem Nachbarn teilen.

Die Mehrheit der muslimischen Welt bekennt sich zu dieser Verstands-beleidigenden Theologie der Verachtung und Gewalt und sieht sie als ihre wichtigste Säule in der Interpretation des Islams. Durch die verbreitete, muslimische Theologie werden alle guten Werte der eigentlichen Friedensreligion Islam aus ihrer Kern-Botschaft, nämlich, dass die Religion für das Glück der Menschen und zur Verherrlichung Gottes da ist, absichtlich herausgerissen und manipuliert, nämlich insofern, als man behauptet, dass der Mensch für die Religion geschaffen wurde – so wurde und wird der Koran für dynastische, monarchistisch-faschistische Zwecke und in Form eines politisch instrumentalisierten Glaubens vorsätzlich missinterpretiert.

Der koranische Islam setzt ethisch und moralisch hohe Tugenden voraus, aus denen die Menschen zeit- und ortsgemäß ihr Leben, sei es innerhalb einer Demokratie, sei es in der Republik, in Frieden leben können. Und nicht umgekehrt, wo der Mensch zum Knecht eines Vielgötterglaubens wird, wo Menschenknochen und Steine als Vermittler zwischen Gott und dem Menschen stehen. Und das ist die Ursache dieses großen Dramas, das die islamische Welt gerade durchleben muss.

Das bringt uns zu der Frage, wie es im 21. Jahrhundert zu einer Radikalisierung des sunnitischen Islams kommen konnte. Was ist die Ursache und was war der Auslöser? Wir denken hier an Thesen, die der USA die Schuld geben. Alles Verschwörungstheorien? Tatsächlich geht es bei diesen Thesen immer um Erdöl, um Waffenlieferungen. Dahinter steht ein Vertrag der USA mit Saudi Arabien. Die Saudis liefern brav Öl. Die USA schützt dafür die Saudis, die Saudis kaufen dafür Waffen bei US-amerikanischen Waffenschmieden und lassen NATO-Stützpunkte auf ihrem Territorium zu. Die NATO spielt mit: Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Polen etc. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass Öl in Dollar gehandelt wird. Es handelt sich um eine Win-Win-Situation. Zu Lasten der Bevölkerung – sowohl in den USA und in Europa – als auch zu Lasten der Glaubwürdigkeit der islamischen Lehre von Gerechtigkeit und Nächstenliebe.

Es ist klar, dass dieser Deal, der zunächst nur auf einer wirtschaftspolitischen Ebene stattfand, irgendwann eine Gegenbewegung hervorrufen muss. So lange die USA nach Erdöl gieren, wird es nicht zu einer Änderung des Vertrages kommen. Solange wird auch die Spannung zwischen Wirtschaft, Menschen und Religion bestehen bleiben.

Tatsache ist, dass die Regierung Bush zur Legitimation des Krieges gegen Saddam Hussein gelogen hat. Bis heute wurde keine einzige Atomaufbereitungsanlage im Irak gefunden. Wieviele weitere Lügen nicht nur den kleinen Mann, sondern auch die mächtigsten Regierungschefs des Westens vorgegaukelt wurden, wird die Geschichte zeigen. Wir können es einmal dabei belassen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass eine politische Lüge nicht ewig bestand hat, jedes Volk steht irgendwann auf, um die Despoten und Tyrannen abzustreifen. Meistens fließt dann Blut in Strömen. Da die Erdölindustrie mehr Geld hat, kann sie mit Waffengewalt die Aufstände unterdrücken. Wahrscheinlich wird dieses System bis zu letzten Tropfen Rohöl so weitergehen. Wir müssen auch ehrlich sein: Wir sind alle vom Rohöl abhängig. Deshalb das große Schweigen weltweit. Und ein Schuldiger ist schnell gefunden: der Islam, die Islamisten, der islamistische Terror.

Dahinter stehen aber Menschen und wir können nun etwas besser verstehen – nicht gutheißen – warum sie vollkommen austicken.

Woher kommt diese „islamistische“ Ideologie?

Aus den Kerngebieten des Islams im Nahen Osten stammen die Exporteure dieser Theologie der Verachtung und des Grauens. Unterstützt durch westliche korrupte und wirtschaftliche Interessen. Das zeigen Auszüge der Berichte des Publizisten Jürgen Todenhöfer. Todenhöfer besuchte die IS im Irak und sprach mit den Massenmördern: „Der Westen ist viel grausamer als die muslimische Welt“. Der Terror sei eine „Antwort auf die barbarischen Öl-Kreuzzüge“ des Westens – und der Islamische Staat „Bushs Baby“. Todenhöfer, der im Dezember 2014 in die IS-Hochburg Mossul reiste, rechnet mit dem Westen ab – und gibt ihm die Hauptschuld am islamistischen Terror und der Brutalität des „Islamischen Staates“ (IS): „Bundeskanzlerin Merkel hat am Freitag die ‚muslimische Geistlichkeit‘ aufgefordert, endlich das Verhältnis des Islam zur Gewalt zu klären. Aber müsste nicht zuerst der christliche Westen sein Verhältnis zur Gewalt überprüfen?“, fragt Todenhöfer auf seiner Facebook-Seite. „Nicht der Islam ist das Problem, unsere Kriege sind das Problem. Sie sind Terrorzucht-Programme, nicht der Islam.“

Todenhöfer vergisst, dass es sich beim IS um eine sunnitische Organisation handelt, es sind sunnitische Freibeuter. Interessant ist hier die Verallgemeinerung auch auf der Seite der IS. Der Westen wird mit Europa und dem Christentum und dieses wiederum mit den Kreuzzügen des Mittelalters gleichgesetzt. In dieser Logik ist es nicht verwunderlich, wenn Christen als Sündenböcke herhalten müssen. Sie werden genauso wie alles, was irgendwie den Westen und eine andere Religion repräsentiert niedergemacht. Das ist die Sprache des Hasses, der Hass regiert.

Aber warum bekämpft die IS dann nicht die Saudis und die Sunniten, sondern die Schiiten etc.?

Weil die Saudis die Terrorgruppen finanzierten?

Die Geister, die sie riefen, werden sie nicht mehr los. Will man sie überhaupt los werden?

Kein arabisches Land habe in den vergangenen 200 Jahren den Westen überfallen, doch der Westen „fiel unzählige Male mordend in die muslimische Welt ein“: „Bin Ladens Al Qaida tötete im Westen fast 3.500 Menschen. Doch Bush Junior tötete allein im Irakkrieg über 500.000 Iraker,“ zitiert Todenhöfer einen deutschen IS-Kämpfer. Diese Zahlen zeigten, dass der Westen „seit Jahrhunderten viel grausamer als die muslimische Welt“ sei. Deshalb müsse der Westen und „nicht der Islam sein Verhältnis zur Gewalt klären“.

„Konvertieren, Schutzgeld zahlen oder durch das Schwert umkommen.“ (ein IS-Kämpfer)

An dieser Stelle müssen wir betonen, dass wir nicht allen Aussagen des Publizisten Todenhöfer komplett zustimmen, jedoch bietet er einige interessante Denkanstöße und Fakten, die wir, als Bürger einer offenen Gesellschaft, in Betracht ziehen müssen und kritisch betrachten wollen.

Wie sind solche Verirrungen des Glaubens möglich?

Wo doch Gott durch den Koran mehrmals den Menschen um die Benutzung des Verstandes anruft und die Nichtverwendung des Verstandes und der Vernunft mit seinem Zorn bestraft, indem er es mit Bösem vergilt. Ebenso soll sich der Mensch nicht „wie Vieh“ verhalten, sondern – ganz im Gegenteil – als direkt mit Gott verbundene Person, nämlich ohne jegliche Zwischeninstanz zu Gott, ein gottgefälliges Leben führen.

Auch darf der Mensch unter keinen Umständen andere Menschen im Namen Gottes betrügen. Er soll auch nicht in Gebetshäusern übertrieben fromm oder inszeniert beten, als ob er sehr gläubig oder gar von Gott erwählt sei, und im nächsten Augenblick draußen die Gemeinde und die Menschen ausbeuten oder ihre Menschenrechte verletzen. Eben diese Menschen benennt Gott im Koran als „Teufelsdiener“. Solche Teufelsdiener und staatliche Teufelsanbetungen sehen wir leider in vielen islamischen Ländern: Auspeitschungen, Köpfungen, Verstümmelungen – von Rechtswegen.

Aussagen werden vernebelt, verdunkelt oder aus dem Kontext gerissen, falsch übersetzt, falsch interpretiert oder für eigene Zwecke missbraucht und an die Öffentlichkeit gebracht.

Eben diese Theologie von Verachtung und Gewalt hat je nach Gutdünken den Namen Mohammeds dazu missbraucht, für die umayyadische Dynastie Lehrmeinungen zu formulieren, die ihre politischen bzw. wirtschaftlichen Interessen verteidigt. An die Stelle der Umayyaden sind heute moderne Herrscher getreten. Sie brauchen sich nicht mehr selbst die Hände schmutzig zu machen, sondern können mit ihren Petrodollars ganze Armeen von Gotteskriegern und Muftis finanzieren. Derartige Tätigkeiten sind eigentlich Verleumdungen und Beleidigungen gegenüber dem Propheten. Diese Hadith-Bücher, die heute neben dem Heiligen Buch Koran als verbindliche islamische Theologie angesehen werden, sind der Kern des Problems aller Muslime weltweit. Denn es handelt sich um eine Theologie der Verachtung und Gewalt und führt zu einer faschistischen Ideologie. Der Glauben wird für den eigenen Machtanspruch instrumentalisiert.

Der Westen spielt mit

Solange die Muslime sich von dieser umayyadischen Theologie und den menschenverachtenden Hadithen nicht klar distanzieren, wird dieses Gedankengut den westlichen Interessenspartnern in der nächsten Zeit sehr in die Hände spielen, je nach Gebrauch, je nach Kriegsgebiet.

In den Laboratorien, die man „Religionsschule“ nennt, wird diese Ideologie aus der Schublade genommen und schon produzieren Frankensteins Terroristen neue Anhänger mit dem Slogan „Allah’ u Ekber“ (Gott ist der Größte / einzigartig) und den Suren 17, Vers 111 und 74, Vers 3 (Bedeutung ähnlich wie „halleluja“: Gott preisen, verherrlichen, ausrufen). „Allahu Ekber, Allahu Ekber, Lâ İlâhe İllallah“  (Kalima Tewhid). Die Bedeutung dieses Lobpreises ist sehr einfach: „Gott ist der Größte, Gott ist der Größte! Es gibt keinen Gott, außer den einen einzigen Gott.“ Was hat dazu geführt, dass diese heiligen und friedlichen Worte als Slogan für Terrorzwecke missbraucht und damit alle Moslems unter Generalverdacht gestellt werden? Welches große Spiel steckt hier dahinter?

Diese Menschen (seien es Terroristen, Verbrecher oder Meuchelmörder) haben mit dem wahren Islam des Koran und des Propheten Mohammed nichts zu tun. Sie sind die größten Feinde der Menschheit und jedes wahren Moslems. Gott ist barmherzig! Die Muslime müssen nach dem Koranischen Islam an den Gott von Adam, Noah, Abraham, Moses, David, Salomon und Jesus (Friede sei mit ihnen) hundertprozentig glauben.

Die teuflische Strategie: Manipulieren, verdunkeln und vertuschen

Die Verwässerung, Nicht-Distanzierung und Nicht-Aufklärung, besonders der sunnitisch-islamischen Welt, gründet darin, dass sie aus dieser Schule über den Islam gelernt haben.

Man sollte daher nicht den Koran oder den Propheten per se angreifen, sondern zunächst die Spreu vom Weizen trennen.

Denn die Kinder der Theologie des Verachtens sind Ziel dieser Kritik. Sie meinen, im Namen aller Muslime sprechen zu können, wobei diejenigen, die sich damit tatsächlich auskennen, gegen diese Theologie der Verachtung und Gewalt, dieser „Kultur des Todes“ (Johannes Paul II.) stellen und den wahren Islam aus den koranischen Texten ziehen, ohne Verse aus dem Kontext zu reißen. Dabei ist es wichtig, die Verse zeit- und ortsgemäß zu interpretieren. Resultat ist, dass die Verfechter des wahren Islam ebenfalls von ihren vermeintlichen Glaubensbrüdern bedroht werden. Auch der Schreiber dieses Artikels.

Wer anderer Meinung ist, wird angegriffen und runtergemacht

Wir müssen hier aufstehen, wir müssen hier Einspruch erheben! Es kann nicht sein, dass die westlichen Länder einerseits die faschistisch-oligarchischen Regierungen im Nahen Osten auf inzestuöse Weise seit Jahrhunderten unterstützen und auf der anderen Seite uns wahre Muslime über Demokratie und Menschenrechte belehren wollen, sozusagen als Feuerlöscher, obwohl sie eigentlich bei dieser Brandstiftung die wichtigsten Akteure sind.

Glaube ist Verantwortung

Apologetik mit Herz und Hirn – Aufklärung gegenüber der Aufnahmegesellschaft – Verantwortung gegenüber den Menschen

Und nichtsdestoweniger, vielmehr infolgedessen, möchten wir als säkulare Moslems mit diesem apologetischen Aufsatz mit Verstand, Vernunft, Herz, mit Aufrichtigkeit und ohne Scheinheiligkeit nach unserer Meinung und Auffassung über unseren Glauben und den Koran Aufklärung leisten. Aufklärung gegenüber der Aufnahmegesellschaft, gegenüber der wir uns als säkulare Verfassungs-Patrioten verantwortlich fühlen.

Wir fühlen uns auch verantwortlich für unsere Jugendlichen, die in Österreich ihr Lebenszentrum haben und aus muslimischen Familien stammen.
Wir möchten mit unseren Fragen und Antworten (s.u.) diese Krankheitsursache, die wir „Theologie des Verachtens, Theologie des Faschismus und Theologie der Gewalt“ nennen, diagnostizieren und beim Namen nennen, damit wir auch als überzeugte säkulare Muslime unsere Verantwortung gegenüber der Menschheit erfüllen können.

Offene Kritik muss möglich sein

Wir haben ein großes Problem in Österreich, nämlich, dass die konservativen Muslime hier einen sehr verantwortungslosen Weg eingeschlagen haben, wenn sie durch Vernebelung, Verdunkelung und durch dauerndes Beleidigtsein die Wahrheit nicht sehen wollen und nicht bereit sind, eine offene Kritik über ihre dramatische Lage auszudiskutieren. Eine Lage, die nicht nur für die muslimische Welt ein Problem geworden ist, sondern für die Menschheit insgesamt. Offenbar fühlen sich die konservativen Muslimen so sicher, dass sie jede Kritik getrost übergehen können.

Wir möchten eines hervorheben: Das Problem ist nicht der Koran und der darin enthaltene Islam oder der wahre Mohammed, sondern diejenigen konservativen Muslime, die diesen Glauben manipuliert und verfälscht haben und somit zur Schande der Menschheit geworden sind.

Auch die konservativen Moslems, die gerade als Funktionäre dubioser Vereine quasi alle Moslems in Österreich zu vertreten vorgeben und auf der anderen Seite unter dem Vorwand „Dialog“ das Unwissen und die Vorurteile vieler Medien, Wähler und Politiker ausnützen, mögen sich hier angesprochen fühlen!

Aufklärung tut Not! Besonders bei den Regierungsparteien

Eine echte Aufklärung findet nicht statt und bei der geringsten Kritik spielt man die beleidigte Leberwurst und attackiert den Gesprächspartner, schreibt ihnen böse E-Mails oder überhäuft sie mit Klagen. Zudem wird mit dubiosen Gruppen kooperiert, um die kritischen säkularen Moslems als „nicht echte Moslems“ darzustellen.

Die Regierungsparteien der westlichen Länder haben leider genau jene Personen und Gruppen („politischer Islam“) salonfähig gemacht, die ihre Kultur und Ideologie eben aus diesem „verfälschten Islam“ beziehen. Es wird medial alles verdunkelt und vernebelt, damit niemand mehr die Unterschiede zwischen „Glauben“ und „politischem Glauben“ erkennen kann.

Es wird pauschal gegen einen „Glauben“ geschimpft und die Retter sind dann die Brandstifter, die sich bis jetzt schön verpackt als Feuerlöscher verkauft haben. Überall sieht man Sie als „Retter“ oder „Brückenbauer“. Das Fernsehen und die Zeitungen sind voll von „Islam- und Terrorexperten“ oder „Gewalt-Experten“ und niemand kritisiert diese Leute und fragt sie, wie sie es schaffen, Islam und Terror gleichsetzen zu können! Weil sich die Journalisten auch nicht mehr auskennen. Wie auch, bei der Flut von Falschinformationen, die den Medienmarkt überschwemmen! Um sich zu informieren, braucht man vor allem Zeit und einen breiten Horizont. Beides ist Mangelware in einer linksliberalen Medienbranche.

So wird es gemacht und diese konservativen Funktionäre klären nicht auf, sondern leben davon und das in einer unheiligen „Win-Win-Situation“. Um was für ein Dilemma handelt es sich bei eben diesen teuflischen Pseudo-Brückenbauern, die eigentlich seit Jahren alle Brücken in Österreich zerschlagen haben? Es ist eine teuflische, unheilige Allianz!

Zusammenhang zwischen Islam und Terroranschlägen?

Folglich hat die Kommentatorin unserer Meinung nach Recht, wenn Sie folgende Sätze doch auch an die Muslime in Österreich richtet: „Dennoch scheinen zumindest im medialen Diskurs jene Stimmen die Oberhand zu haben, die versuchen, jenen Zusammenhang zwischen Islam und Terroranschlägen in Abrede zu stellen“. 

Wir müssen hier eben einfach zwischen einer sehr friedlichen Religion, dem „koranischer Islam“, kurz „wahrer Islam“, und dem „verfälschten Islam“ unterscheiden.

Diagnose: Faschistische Theologie und nicht der wahre Islam aus dem Koran

Wahrer Islam kennt keine Terroranschläge

Eine sehr schwierige Aufgabe ist daher die Aufklärung, um die Spreu (namentlich den „verfälschten Islam“) vom Weizen (dem „wahren Islam“) trennen zu können. 

Also den „wahren Islam“, der auf Friede, Wohlbefinden und Nächstenliebe beruht, von dem „verfälschten, traditionalistischen Islam“.

Der verfälschte Islam, auf den sich auch alle terroristischen Gruppen berufen, hat seine Wurzeln in der umayyadischen Dynastie, die ihren Höhepunkt mit dem 6. Kalifen Yazid I. ibn Muawiya (reg. 680-683) feierte. Mit dieser Herrscherdynastie ist der ursprüngliche Islam bereits sehr früh korrumpiert und verfälscht worden.

Werfen wir einen Blick auf die heutige Situation

Wir haben es heute mit einer „faschistischen Theologie“ zu tun, die man bislang immer unter den Teppich gekehrt hat. Man kann sie als Pseudo-Religion einer einseitigen Islam-Theologie betrachten, die in geheimen Demagogie-Laboren im Nahen Osten – auch mit westlicher Hilfe – ausgedacht und einstudiert wurde und jetzt neben Erdöl in die Welt exportiert wird. Im Gegenzug kommen Waffen und Dollarnoten.

Mit der Diagnose einer „faschistischen Theologie“ kommen wir den Antworten näher.
 Zudem ist es wichtig, sich von Vorurteilen freizumachen und die vielen Informationen neu zusammenzubauen. Wichtig ist, die Geschichte nicht nur in einem chronologischen Ablauf zu sehen, sondern auch schematisch zu erfassen.

Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, warum in Arabien nichts produziert wird? Aus dem arabischen Raum scheinen tatsächlich nur Öl, Menschen und eine faschistische Theologie zu kommen. Wir versorgen die Länder mit Geld, Touristen und Waffen. Keine Teddybären, keine neuen Ideen, keine Literatur, keine Computer. Das Volk ist gefangen und versklavt, die Superreichen richten es sich.

Was meinen wir mit „Spreu vom Weizen trennen“ und warum müssen wir überhaupt „trennen“?



Die Antwort ist sehr einfach: Denn hier liegt der „Big Bang“ der faschistischen Theologie und des verfälschten traditionellen Islams, der in der Welt gerade in verschiedenen Laboren als „Islam“ entwickelt und die heiligen Worte des Islam wie „Allahu Ekber“ („Gott ist Eines“) verwendet, aber gleichzeitig alles tut, was der Islam eigentlich strikt verboten hat. Wir müssen in der Geschichte zurückgehen, in das 7. Jahrhundert. Denn ohne die umayyadische Dynastie und ihre „faschistischen“ Verfälschungen der koranischen Prinzipien und der Verse zu verstehen, besonders die Hadithe, können wir heute diesen Terror nicht diagnostizieren und damit auch keine Lösungsansätze finden.

Wer hat Recht?

Die Unterscheidung der Geister ist denkbar einfach und sei mit einem Jesus-Wort auf den Punkt gebracht: „An den Taten werdet ihr sie erkennen!“ (1 Joh 2,1-6). Und dabei sind wirklich Taten gefragt. Demonstrationen und gutgemeinte Artikel  können ein erster Schritt sein. Es sind aber die echten großen und kleinen Taten, Werke, Handgriffe und Entscheidungen, die uns erkennen lassen, wie es jemand mit uns meint oder ob sein Tun auf Gott hingerichtet ist.

Auch wenn wir in diesem Artikel uns natürlich zuerst auf das (bloß) geschriebene Wort des Korans und verschiedener anderer Schriften konzentrieren müssen. Man soll dabei aber – und das macht ja einen Gläubigen jeder Religion aus – nicht die Taten und Werke übersehen. Aber Ethik und Moral ist noch wichtiger als Religion?

Wir müssen diese Themen, also Ethik und Moral an die Tagesordnung bringen. Experten müssen über dies sprechen und diskutieren. Wir werden über unsere Grundsätze und Maxime diskutieren. Noch etwas: Zu aller erst müssen wir es einsehen, dass wir keine Moral haben. Einerseits schmerzt dies, andererseits ist es seltsam. Aber leider ist es die Wahrheit. Wir sollten den Unterschied zwischen Moral und Sittsamkeit bzw. Religion erkennen. Wir sollten erkennen, dass zwischen moralischem Handeln und Religiosität kein Zusammenhang besteht. Wir sollten es einsehen, dass unsere Vorstellung vom moralischen Handeln als sexuelle Enthaltsamkeit falsch ist.

Von unmenschlichen und rassistischen Hadithen distanzieren!

Insbesondere müssen wir als Moslems uns von allen unmenschlichen und rassistischen Hadithen späteren Datums, die im Grunde genommen Verleumdungen gegenüber der Lehre des Propheten Mohammed und seiner Person darstellen, distanzieren und aus der islamischen Theologie wegschaffen, die sich mit gedruckten Lügen  in der ganzen Welt selbst verherrlicht.

Die Hadithe werden von den Sunniten und den Wahabiten anerkannt.

Was sind die Hadithe?

Der Begriff Hadith (Erzählung, Bericht) bezeichnet die Überlieferungen über die  Aussprüche und Handlungen des Propheten Mohammed sowie über die Handlungen Dritter, die er stillschweigend gebilligt haben soll. Der Begriff wird sowohl für die Gesamtheit dieser Überlieferungen verwendet, als auch für die einzelne Überlieferung. In letzterem Fall wird dazu der Plural Hadithe gebildet. Die große Bedeutung der Hadithe im verfälschten Islam ergibt sich daraus, dass die Handlungsweise (Sunna) des Propheten normativen Charakter besitzt und nach dem Koran die zweite Quelle der islamischen Normenlehre (FIKIH) darstellt. Die Hadithe gelten als das Mittel, über das sich die nachkommenden Generationen über diese Handlungsweise (Propheten) informieren können. Darum wird das Studium der Hadithe noch heute als einer der wichtigsten Zweige der islamischen religiösen Wissenschaften angesehen.

Islam bedeutet Friede und Glück

Warum? Denn das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“ und „Vertrauen“. Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt, die ihr „wahres Islam“-Bekenntnis aus dem Koran beziehen, verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten – und gewaltbereitende und selbstverherrlichende Theologien des Islam, die wir als „verfälschten Islam“ bezeichnen, kritisch zu betrachten, ja, sich von diesen um ihres Theologie Willen zu distanzieren.

Es gibt keine Wahrheit ohne Liebe!

Leider leben wir in einer Zeit der korrupten Scheinheiligkeit. Im Westen wie im Osten. Im Okzident wie auch im Orient. Wo Korruption ist, kann keine Liebe sein und wo keine Liebe ist, kann keine Wahrheit sein. Und diese Wahrheit wurde und wird in der islamischen Welt fast total verdrängt, wo faschistische und gewaltbereite Herrscher und Religionsführer den traditionellen oder „verfälschten Islam“ unantastbar gemacht haben, indem sie Kritiker seit Jahrhunderten bis heute verteufeln, foltern und ermorden. Wir können es bestätigen, wo keine Wahrheit ist, ist auch kein „wahrer Islam“, sondern ein „theologischer Islam“, der eigentlich ein „manipulierter und mutierter falscher Islam“ ist, welcher von der umayyadischen Familie des Kalifen Muawiya (603–680; reg. 661–680) und seinem Sohn Yazid I. (644-683, reg. 680-683) herrührt, auf die sich heute auch die Terrormiliz IS (Islamischer Staat), Al Qaida und Boko-Haram beziehen. Dieser historische Zusammenhang geht leider in der Berichterstattung unter und muss hier noch einmal betont werden.

Was haben die Terrororganisationen Islamischer Staat, Al Qaida und Boko-Haram gemeinsam?

Sie sind Kinder eines demagogisch verfälschten Islams, der einer Theologie des Verachtens und der Gewalt folgt, und der mit dem wahren Koran und dem wahren Leben des Propheten nichts zu tun hat.

Spreu vom Weizen trennen: An den Taten kann man sie erkennen!

Dessen, was in diesen Jahren, zwischen 660 und 683 und nachher, unter dem Vorwand unmenschlicher und rassistischer Hadithe von islamischen Kalifen ausgeheckt wurde, bedient sich gerade die Terrormiliz Islamischer Staat als übelste Ausgeburt eines theologisch-demagogischen Islams. Sie versucht, die Untaten vor der Weltöffentlichkeit als Ausübung eines wahren Islams zu darzustellen bzw. sie damit zu rechtfertigen, lässt aber die Tatsachen in Wirklichkeit im Dunkeln.

In der Zeit der umayyadischen Familie wurde der islamische Glaube durch den Umayyaden-Kalifen Muawiya I. und dessen Sohn Yezid I. – der als Teufel gilt – durch verschiedene Teufelspraktiken manipuliert und ist daraufhin mutiert . Der Prophet wurde mit vielen Aussagen und Taten geschmückt, die er nie getätigt oder begangen hat und dies niedergeschrieben, als theologisches Buch verkauft, z.B. Hadithen. Diesen muss man neben dem Koran als zweites Gottesbuch folgen. Hier hat man Lügen verbreitet, nämlich, Verleumdungen gegenüber dem Propheten, Verachtungen gegenüber anderen Rassen, Religionen, Frauen, etc.. Man hat dann ein Denkverbot und ein Verbot der kritischen Hinterfragung im theologischen Islam ausgesprochen, damit man diese Lügen, die sie fabriziert haben, nicht hinterfragt. Und jetzt haben wir damit Bücher neben dem wahren Islam aus dem Koran, die eine entgegengesetzte, menschenverachtende Theologie, die – auch durch westliche Hilfe in den Nahen Osten – mit den despotischen Regierungen der arabischen Länder in die Welt exportiert wird. Auch nach Österreich.

Yezid I. ließ 72 seiner Verwandten umbringen, indem er sie köpfen ließ und soll mit den Trophäen Fußball gespielt haben. Seine traurigen Nachahmer sehen wir heute im Internet und im Fernsehen. Dieser Glaube wird uns nun, als theologischer Islam verpackt, politisch untergejubelt und solchermaßen salonfähig gemacht. Kann das sein?

In Österreich erleben wir dieses Problem tagtäglich. Dabei spielen besonders die Großparteien SPÖ und ÖVP als Regierungsparteien eine dominierende Rolle. Sie halten intensive Kontakte zu sunnitischen Vereinen und Moscheen. Zudem wird das KAICIID noch immer von der Regierung toleriert.

Aber auch Österreich steckt ja mit der OMV in Abhängigkeit zu Abu Dhabi. In Wien befindet sich der Hauptsitz der OPEC. Österreich hat selbst Öl- und Erdgasquellen. Wo werden nur die jüngst vom Bundesheer über Ebay verkauften Pinzgauer landen?

Wir distanzieren uns von diesem verfälschten Islam noch einmal ganz klar. 

Egal, welcher Religion die LeserInnen dieses Artikels angehören, seien sie auch Atheisten oder Agnostiker, es ist ungemein wichtig, diesen Unterschied zu erkennen. 

Ohne diese Unterscheidung und Diagnose können wir dieses Problem nicht verstehen und werden der Zukunft der Menschheit nur sehr besorgt entgegensehen können. 

Das Problem kennen schon sehr viele säkulare, gläubige Muslime, egal ob sie Sunniten sind, Schiiten oder Aleviten. Wir wollen mit diesem Artikel keine Hetze betreiben, sondern lediglich Aufklärung bieten, als überzeugte Muslime.

Jeder spricht und schreibt über den Islam, aber was ist der Islam und was ist er nicht?

In den nachfolgenden Zeilen möchten wir die politisch-religiösen Debatten, Missverständnisse und Unklarheiten in Österreich in Bezug auf den Islam aufgreifen. Wir behaupten natürlich nicht, das absolute Wissen zu besitzen. Wir sind offen für Kritik und Verbesserungsvorschläge, aber die vollständige und reine Wahrheit liegt sicherlich beim Besitzer dieser Religion, der einen konkreten Namen hat. Worüber wir sicherlich noch viel zu lernen haben.

FAQ: 25 Fragen zum Islam

Im Folgenden sollen einige Fragen erläutert und aus einer sachlichen Perspektive beantwortet werden.

Frage 1: Was bedeutet das Wort „Islam“? Wer ist „Allah“? Wer ist „Muslim“? Wo werden in den islamischen Ländern Fehler gemacht? Was ist der „politische Islam“? Müssen auch Muslime Selbstkritik üben?


 

Das Wort „islam“ ist im Koran von Gott als Religionsname festgeschrieben. Das Wort „islam“ besteht aus den Wörtern „selam“ und „silm“. Das Wort „selam“, das auch in der jüdischen Sprache als „schalom“ verwendet wird und welches Jesus Christus immer zur Begrüßung verwendet hat, bedeutet Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen. „Silm“ bedeutet Frieden, Vertrauen und Ergebung unter/in einen einzigen Gott (Einheitsprinzip/Tevhid). Das kann auch kurz in Sure 10, Vers 25 im Koran nachgelesen werden: „Gott ruft zur Wohnstätte des Friedens.“

Die Aufnahmegesellschaft sollte daraus sehen, dass hier wohnende Muslime mit solchen gedungenen Mördern, die den Islam missbrauchen, nichts zu tun haben. Was jene Verbrecher glauben, ist ein Schein-Islam. Im Irak, in Syrien und in vielen Ländern des Nahen und Fernen Ostens werden gerade alle gut-islamischen Werte zunichte gemacht und daher sollten alle, besonders wir Moslems, hier gegen diesen Terror aufstehen. Allah ist das arabische Wort für „der eine Gott“ und nicht der Name eines privaten Gottes der Muslime. Allah ist der einzige zu Recht angebetete und verehrte Schöpfer des Universums; auch arabische Christen nennen Gott Allah. Er schuf die Menschen und zeigte ihnen durch seine Offenbarung den besten Weg für sie im Diesseits, damit sie im Jenseits nicht eine Strafe erleiden.

Die Muslime sprechen den Friedensgruß, wenn der Name des Propheten Muhammad oder eines anderen Propheten erwähnt wird. Der Bedeutung des Wortes nach ist ein Muslim jemand, der sich freiwillig dem Willen Gottes hingibt und das Friedenmachen als seine Aufgabe ansieht. Man wird Muslim, indem man erklärt, dass es keinen Gott außer den Einen gibt.

 

Frage 1.1: Was ist der „politische Islam“? 



In den islamistischen Ländern wird der Mensch traditionellen und religiösen Bräuchen geopfert, die Tradition zu einem unantastbaren Tabu gemacht, denn in diesen Ländern hat man das koranische Prinzip „Die Religion ist für den Menschen geschaffen“ ins Gegenteil verkehrt. Es wurde daraus: „Der Mensch ist für die Religion geschaffen.“ Die politische Instrumentalisierung ist eine Erscheinung – richtiger, eines der Grundübel – nicht nur des Islams, sondern auch anderer Religionen. Politisierung heißt, die Religion zum Mittel politischer Erfolge und dynastischer oder despotischer Interessen zu machen: Politik- und Sultanatsfrömmelei könnte man es auch nennen. Dass die Religion zu politischen Zwecken missbraucht wurde, gehört zu den grausamsten Kapiteln der Geschichte. Nicht nur, dass unfassbare Grausamkeiten gegen die Vielzahl von Menschen begangen wurden, dies hat auch dazu beigetragen, dass zahlreiche achtbare Menschen sich von ihrer Religion abgewandt und gegen Gott und die Religion aufgelehnt haben. Denn sie mussten angesichts derartiger Widersprüchlichkeiten und Frevel zwangsläufig zu dem Schluss gelangen „wenn dies Religion sein soll, dann will ich damit nichts zu tun haben“.

 

Frage 1.2Müssen auch Muslime Selbstkritik ausüben? 



Natürlich, und wie. Betrachten wir heute die islamischen Gesellschaften unter dem Aspekt „Demokratie“ oder „Menschenrechte“, bietet sich kein positives Bild. Besonders dem Nahen Osten, der Kernregion des Islams, kann in Fragen der Menschenrechte kein gutes Zeugnis ausgestellt werden. In diesen Ländern wird der Wert des Menschen verschleudert. Seine Vortrefflichkeit, seine Ehre, Freiheit und seine Rechte kommen nur noch in Gedichten, nur noch in der schöngeistigen und mystischen Literatur vor. Ein Beispiel: Die Zeitungen vom 17. Juni 2002 berichteten unter der Schlagzeile „Grausamkeit“ von einem unmenschlichen und unbegreiflichen Vorfall. Er ereignete sich in einem berühmten islamischen Land, in Saudi-Arabien: Als sich einige Frauen vor einem Gebäudebrand retten wollten und auf die Straße liefen, wurden sie von den Gewalttätern, welche sich „Religionspolizisten“ nannten, mit Schlägen zurückgejagt. Der Grund: Sie waren nicht verschleiert. Sie mussten alle sterben. Grausame Taten wie diese, welche die Menschenwürde missachten und geradezu absurd sind, ereigneten sich auch im Land der Taliban und durch die Terrormiliz IS und prägen leider das heutige Bild des Islams weltweit. Diejenigen, die Wissenschaft und Bildung achten, wissen allerdings, dass es im Islam eine innere Wahrheit gibt. Bedauerlicherweise hat das Sichtbare in Form des traditionellen Islams das Wahre aus dem Leben verdrängt, also genau den Islam des Korans, den wir oben beschrieben haben.

 

Frage 1.3: Wer war Muhammed? 

Muhammad wurde um das Jahr 570 n.Chr. in der Stadt Mekka in Arabien als Mitglied eines angesehenen Stammes geboren. Seine Vorfahren gehen auf den Propheten Ismael, den Sohn Abrahams, zurück. Muhammads Vater starb vor dessen Geburt und seine Mutter, als er sechs Jahre alt war. Er besuchte keine Schule, sondern wurde – wie in jenen Tagen üblich – von einer Amme aufgezogen und später von seinem Großvater und seinem Onkel aufgenommen und erzogen. Von seiner Jugend an war er als rechtschaffener Mensch bekannt. Ungefähr im Alter von vierzig Jahren schien ihm der Engel Gabriel in jener Höhle, in der er zu meditieren pflegte, und offenbarte ihm, dass er ein Prophet Gottes sei. Die folgenden Offenbarungen Gottes wurden in einem Zeitraum von 23 Jahren herabgesandt und später in Buchform zusammengetragen. Dieses Buch, der Koran, ist für Muslime die letzte und abschließende Offenbarung Gottes. Der Koran ist unverändert und in seiner Originalform erhalten; er bestätigt die Thora, die Psalmen und das Evangelium, welche die Menschen im Laufe der Zeit verändert haben.

Frage 1.4: Beten die Muslime Muhammad an?

Nein. Die Muslime beten weder Muhammad noch irgendeinen anderen Propheten an. Die Muslime erkennen alle früheren Propheten an, so Adam, Noah, Abraham, David, Salomo, Moses, Jesus und alle anderen (Friede sei mit ihnen allen). Die Muslime glauben, dass Muhammad das Siegel der Propheten war, d.h. der letzte der Gesandten Allahs. Sie glauben, dass allein Gott und nicht irgendein menschliches Wesen angebetet werden darf.

 

Frage 1.5 Was sagt der Koran über Jesus?

Die Muslime achten Jesus (Friede sei auf ihm) und seine Mutter Maria sehr. Der Koran berichtet uns, dass Jesus durch ein Wunder ohne Vater geboren wurde. „Das Gleichnis von Isa ist ja bei Allah wie das Gleichnis von Adam, Er schuf ihn aus Erdreich, dann spach Er zu Ihm: Sei!, und er war.“ (Koran 3:59). Er vollbrachte mit Gottes Hilfe als Prophet viele Wunder, unter anderem konnte er gleich nach seiner Geburt sprechen, um seine Mutter zu verteidigen und ihre Frömmigkeit zu bestätigen. Gott gab ihm noch andere Fähigkeiten wie z.B. das Heilen von Blinden und Kranken, das Wiedererwecken von Toten, das Formen eines lebendigen Vogels aus Ton und das Wichtigste: Er gab ihm eine Botschaft an die Menschen. Diese Wunder, die ihm Gott gab, bestätigten ihn als Propheten. Er wurde nicht gekreuzigt, sondern in den Himmel erhoben (Koran 3:54-55). Die Sure Maryam (19) beschreibt die Wunder Jesu in den Versen 27-3.

 

Frage 1.6. Ist im Islam nur Schweinefleisch verboten?

Dem Muslim wird im Koran aufgetragen, kein Schweinefleisch, keine Produkte vom Schwein und kein Fleisch von verendeten Tieren zu essen (Koran 5:3). Zudem ist das Fleisch von Raubtieren nicht erlaubt, weil sie selbst verendete Tiere fressen. Ein Muslim darf außerdem keine alkoholischen Getränke wie z.B. Wein oder Bier, und auch keine Drogen zu sich nehmen.

Frage 1.7 Wie steht der Islam zu Gewalt und Terrorismus?

Der koranische Islam ist die Religion des Friedens und der Hingabe an Gott und legt Wert auf die Unverletzlichkeit des menschlichen Lebens. Ein Vers im Koran sagt: „… wer er eine Seele tötet, – nicht wegen einer Seele oder Verderbenstiften auf der Erde, – es dann so ist, als habe er die Menschheit insgesamt getötet…“ (Koran 5:32). Der Islam verurteilt jede Form von Gewalt, wie z.B. in den Kreuzzügen, in Spanien während der Inquisition, im 2. Weltkrieg, oder die Gräueltaten. Jemand, der Gewalt ausübt, kann nicht gleichzeitig seine Religion praktizieren. Manchmal ist Gewaltanwendung jedoch die menschliche Reaktion eines unterdrückten Volkes. Terrorismus und Gewalt gibt es auch dort, wo keine oder kaum Muslime leben, z.B. in Nordirland, Südafrika, Lateinamerika oder in Sri Lanka. Manchmal findet Gewalt im Kampf zwischen Besitzenden und Besitzlosen oder zwischen Unterdrückten und Unterdrückern statt. Man muss differenzieren und herausfinden, warum Menschen zu Terroristen werden. 
Terrorismus als Mittel zur Durchsetzung von bestimmten Zielen widerspricht den Grundsätzen des Islam und ist scharf zu verurteilen und sich davon zu distanzieren. Sogar im Krieg hat der Prophet Muhammad verboten, Menschen zu bekämpfen, die sich nicht an den Kampfhandlungen beteiligen. Er ging noch weiter, indem er sagte, dass es verboten ist, auch im Krieg die Ernte des Gegners zu zerstören.

 

Frage 1.8. Wie sollen sich Muslime gegenüber Juden und Christen verhalten?

Der Koran nennt die Juden und Christen das „Volk der Schrift“, d.h. sie sind diejenigen, die göttliche Offenbarungen vor der Zeit des Propheten Muhammad erhalten haben. Muslimen ist auferlegt, sie mit Respekt und Gerechtigkeit zu behandeln und nicht mit ihnen zu kämpfen. Dieser Respekt und die Toleranz ist aber nicht nur auf Christen und Juden beschränkt.

 

Frage 2: Gibt es geistliche Instanzen im Islam? 



 

Im Islam darf es laut den Prinzipien des Korans – sprich dem Einheitsprinzip („Tevhid“) – keine Zwischeninstanz, keinen Islamchef, „Papst“, Priester oder irgendein gemeinschaftliches oder geistliches Organ geben, welche zwischen Gott und dem einzelnen Menschen stehen. Die Propheten wurden sogar mehrmals in vielen Versen ausdrücklich gewarnt, außer der Vermittlung der „frohen Botschaft“ eine weitere Aufgabe anzunehmen. Im Islam gibt es keinen Oberhirten bzw. Vertreter oder Diener der Unterhirten und damit auch keine „Schäfchenkultur“, sprich Herde, wie wir es aus dem Christentum kennen. Nicht einmal der Prophet ist nach den koranischen Prinzipien der Wächter oder Verwalter im Namen Gottes.

 

Frage 3: Warum steht dann die Religion Islam unter Verdacht? 



 

Wir müssen hier eigentlich weiterfragen: Warum haben sich überhaupt in den letzten Jahren so viele Vorurteile gegenüber dem Wort „Islam“ und dem „Koran“ angesammelt? Wer hat hier Schuld? Wir beantworten das ganz einfach: Die Schuld liegt größtenteils bei den vorgeblichen Muslimen, welche behaupten, nach dem „wahren Islam“ zu leben, obwohl die Kultur der arabisch-umayyadischen Kalifen Muawiya I. und Yezid I. auf dem traditionalistischen Islam und auch auf einer Tradition, die auf den Sitten und Gebräuchen des Nahen Ostens gründet, beruht. Somit werden die Welt und die Menschheit betrogen, indem dieser Islam als „theologischer Islam“ verbreitet wird. Die Unterstützer und Komplizen dieser Betrügerei – vor allem Politiker und Politikerinnen der Regierungsparteien – kommen leider aus der westlichen Welt.

 

Frage 4: Wie wichtig sind Verstand und Vernunft im Koran? 



 

Sehr wichtig, sogar oberstes Prinzip. Der wahre Islam, der im Koran festgehalten ist und durch den Propheten Mohammed verkündet wurde, besagt, dass die Menschen ihren Verstand und ihre Vernunft unbedingt benützen müssen. Das steht in mehreren Versen des Korans, die eigentlich auch alle Muslime zum Nachdenken bringen müssten. Hier nur einer davon: Sure 10, Vers. 100: „Gott sendet (seinen) Zorn über jene, die ihre Vernunft und ihren Verstand nicht gebrauchen mögen“. Wir sehen, dass die gesamte muslimische Welt leidet, weil eine der bedeutendste Messages des Koran missachtet wird, nämlich seinen eigenen Verstand und Vernunft zu gebrauchen.

 

Frage 5: Verwendet man das Wort „Islamismus“ richtig? 



 

Nein. Wie kann man nur aus dem Wort „Islam“, welches seine Wurzeln im Frieden, Vertrauen, Glück und Wohlbefinden hat, das Kampfwort „Islamismus“, das Terror, Unterdrückung und Totalitarismus bedeutet, hervorbringen? Damit will man die gesamte Religion Islam, den Koran und alle Muslime pauschalisieren und unter Generalverdacht bringen, wie „Die Zeit“ am 18. September 2014, unter dem Titel „Eine Religion unter Verdacht: Haben Terror und Unterdrückung wirklich etwas mit dem Islam zu tun?“. Das Wort „Islamismus“ ist eine von manchen Kräften absichtlich und von manchen Menschen unabsichtlich und unglücklich gewählte Terminologie, mit welcher man eigentlich das Gegenteil vom im Islam und dem Koran Geforderte beschreiben will, nämlich fundamentalistische und terroristische Menschen, Gruppen und Sekten. Man sagt doch auch z.B. zu einem christlichen oder jüdischen Fundamentalisten oder Terroristen nicht „Christianist“ oder „Judaist“. Man will mit Genuss den Glauben des Islam, von welchem wir oben die wahre Bedeutung definiert haben, auf die Ebene des Faschismus ziehen und damit dient man vielmehr den Gelüsten der Fundamentalisten, aber auf keinen Fall dem Gemeinfrieden oder dem Weltfrieden. Der „politisierte Islam“ und die Terrormiliz IS machen es leichter, solche Begriffe zu benützen, denn kein Mensch auf dieser Erde würde seinen Glauben in diesem Zusammenhang sehen und hören wollen. Wir wissen, dass man mit der Terminologie „Islamismus“ diejenigen Betrüger definiert, welche den Glauben des Islam für ihre politischen und geschäftlichen Gelüste missbrauchen.

 

Frage 6: Welche Bedeutung hat das Wort „Koran“? 



 

„Koran“ leitet sich aus dem Begriff „karaa“ ab. „Karaa“ bedeutet „lesen“ (ikra) und sammeln. Nach verschiedenen Quellen wurde dem göttlichen Buch dieser Name gegeben, weil es einerseits Gegenstand des Lesens und der Rezitation ist, andererseits Gebote, Verbote und verheißungsvolle gute Nachrichten enthält und schließlich auch, weil es in Form von Suren und Versen gesammelt worden ist. Das Wort „Koran“ und das allererste Wort der ersten Offenbarung (Sure Alak) stimmen etymologisch überein. Das erste Wort „Ikra“ hat seine Wurzeln im schon erwähnten „karaa“ und bedeutet auch hier speziell „lies“. Damit haben wir jetzt erfahren, dass das erste Offenbarungswort „lies“ (lesen) war. In der Wüste verlangte Gott von seinen Propheten und allen Menschen also als erstes das Lesen.

 

Frage 7: Warum ist der Bildungsgrad in den muslimischen Ländern so gering?

 

Ist das nicht unglaublich? 

Wir haben bis jetzt immer das Vorurteil gehabt, dass der Koran ein Kriegs- und Fundamentalismusbuch ist, weil die Taliban, die Terrormiliz IS oder andere nahöstliche Staaten so unzivilisiert waren. Aber nun haben wir erfahren (siehe oben), dass das Wort „Islam“ Friede, Glück, Vertrauen und Wohlbefinden bedeutet, und dass das erste Offenbarungswort im Koran (Sure Alak, 1) „lies“ ist. Der Begriff „Koran“ wird an ungefähr 70 Stellen im Koran erwähnt. Aber darüber hinaus wird der Koran noch mit anderen Namen bezeichnet. Folgende Adjektiva und Substantiva kommen im Koran vor: hakim (mit Weisheit angefüllt), tenzil (von Gott herabgesandt), nur (das Licht), kitap (das Buch), furkan (jenes, was Licht und Dunkelheit, das Gute und Schlechte voneinander trennt) und zikir (jenes, was die Erwähnung Gottes sichert) und viele mehr. Der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) hat über den Koran sinngemäß Folgendes gesagt: „Wenn man die gesamte Aussage des Korans in Kürze ausdrücken will, so findet man sie gleich zu Beginn von Sure 2: „Das ist das Buch, in dem kein Hadern und kein Zweifeln enthalten ist.“ Die Bezeichnung des Korans als Buch findet man im Koran an über 250 Textstellen. Mit dem Ausdruck „Buch“ bezeichnet sich der Koran nicht nur selbst, vor allem wird ein Teil der Offenbarungen, die mit anderen Propheten herabgesandt wurden, als Buch bezeichnet. So beispielsweise die Psalter, die Thora oder auch die Bibel (die aus mehreren Büchern besteht). Darüber hinaus bezeichnet der Koran allgemein alle Offenbarungen, die vom ersten Propheten bis hin zum Letzten herabgesandt wurden, sehr respektvoll als „Buch“. Der Ausdruck „Buch“ (koran) rührt auch daher, dass der Koran als eine der elementaren Quellen der islamischen Geistesgeschichte dient. Diese Tatsache wird deutlich in den Vordergrund gestellt. Nach dem Koran existieren drei grundlegende Bücher, die den Menschen vorgelegt wurden und die man lesen soll: Das Buch der Schöpfung (d.i. die Natur und die Naturgesetze insgesamt) das Buch der Offenbarung (Koran) und der Mensch selbst.

 

Frage 8: Was kann man allgemein über den Inhalt des Korans ausführen? 



 

Das Grundthema des Korans ist die Einheit Gottes (Einheitsprinzip/Tevhid), seine Unvergleichbarkeit und die Tatsache, wie er dem Leben und dem Universum in ständiger und bewusster Weise die Richtung weist. Wir erfahren aus dem Koran in  erster Linie „Tevhid“, das Einheitsgebot. Ohne Tevhid, also das Einheitsprinzip, kommt es zu einem manipulierten und mutierten Islam, der einfach mit dem wahren Islam (Koran) nichts zu tun hat; es herrscht im wahren Islam ein absolutes Eingottprinzip bzw. eben dieses Einheitsgebot. Es bezeichnet vor allem die Einheit Gottes. Der Koran bezeichnet die Kraft und Macht als Gott (Allah). Gott ist der absolute Schöpfer, er ist absolut gut, absolut positiv und absolut schön. So sind demzufolge die Schöpfung, die Geschöpfe und das Leben in ihren Grundlagen gut und schön. Die Einheit Gottes nach dem Koran macht in zunehmendem Maße die Einheit des Lebens, des Menschens, der Zivilisation und schließlich auch der Schöpfung notwendig. Mit anderen Worten: So wie der Schöpfer Eins ist, genauso ist auch die Realität Eins. Demzufolge ist der Weg, welcher zur Realität führt, einzigartig. Der beste Weg, den Koran zu kommentieren, besteht darin, ihn als eine Einheit zu begreifen und wahrzunehmen. Der Koran hat gewisse Prinzipien, wie er zu kommentieren und zu interpretieren ist. Wir können nicht einen Abschnitt des Korans verstehen, wenn wir nicht den gesamten Koran verstehen, wir können nicht einen Vers begreifen, wenn wir die anderen Verse vernachlässigen. Der Koran ist, genauso wie das Buch der Schöpfung, eine Einheit, in der das Eine mit allem und alles mit dem Einen in Verbindung steht.

 

Frage 9: Wo liegt dann das Problem? Warum ist es so wichtig, zwischen wahrem und falschem Islam zu unterscheiden? 



 

Wer über den Islam sprechen möchte, muss zunächst deutlich machen, was genau er darunter versteht. Wir müssen zwischen dem traditionellen Islam, also dem umayyedischen Islam, der auf den Sitten und Gebräuchen des Nahen Ostens beruht und dem wahren Islam, der im Koran festgehalten ist und durch den Propheten Mohammed verkündet wurde, unterscheiden. Bis heute übersieht der Westen diese Differenzierung, die von den Muslimen weltweit selbst als Dilemma empfunden wird. Zumindest bis zum schrecklichen Terroranschlag vom 11. September 2001 oder vor der Terrormiliz IS hatte der Westen nur sein kurzfristiges politisches Kalkül im Blick und hat dieses Dilemma nicht gesehen und fast immer die falschen Islam-Anhänger unterstützt und das aufgrund wirtschaftlich und kulturell-politisch opportunistischen Interessen, die unmenschlich für uns sind.

 

Frage 10: Was bedeutet „Djihad“ im Koran? Was ist das Paradies? Wie kommt man dort hin? Wo ist es?

 

Das Wort Djihad (auch Dschihad, engl. jihad), das der politische Islam im Verlauf seiner Geschichte wie auch in unseren Tagen zur Rechtfertigung von Gewalt und Blutvergießen missbraucht, geht im Arabischen etymologisch auf die Wurzel „cehd“ zurück, ein Wort, das soviel bedeutet wie „äußerste Anstrengung aufwenden“, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. In der Gedankenwelt des Korans taucht dieser Begriff in drei Erscheinungsformen auf, die sich alle von der Wurzel „cehd“ ableiten lassen:

 

1. Mücahede: als Bezeichnung für „äußerste Anstrengungen“, die ein Mensch aufwendet, um innerliche Reinheit zu erlangen. In der Mystik werden diese Anstrengungen auch als „Innerer Dschihad“ oder „Großer Dschihad“ bezeichnet und in beiden Fällen geht es um die Reinigung des Inneren, des Herzens und der Gesinnung. Die islamischen Mystiker sehen im Kampf über die innere Reinheit das, was den Menschen zum Menschen macht, und jenen Kampf, der ihm Erfüllung bringt.

Der Koran enthält die klare Aussage, dass ein Individuum seinen in der Gesellschaft angestrebten Platz nicht wird einnehmen können, solange es sich nicht darum bemüht, seine Gesinnung zu ändern und reinen Herzens zu werden (vgl. Sure 8, Vers 53 und Sure 13, Vers 11). Das Individuum ist die Keimzelle der Gesellschaft, der Welt und des Universums. Solange die erforderlichen Veränderungen in diesem Kern nicht vollzogen worden sind, gehen die Hoffnungen auf Veränderungen in den anderen Gebieten ins Leere.

 

2. Ictihad: Dieser Begriff steht für die „äußersten Anstrengungen“ auf intellektuellem Gebiet und in der Wissenschaft (speziell auf dem Gebiet der Koranexegese) und heißt soviel wie „wissenschaftliches Denken und Forschen unter Einsatz aller Kräfte.“ Denker und Wissenschaftler, die dazu fähig sind, werden als Müctehid (Koran-Exeget) tituliert. Im Ictihad liegt der Lebensquell der koranischen Religion, in ihm liegt der Geist des Islams. Versiegt dieser Quell, so stirbt die koranische Religion.

 

Der politische Islam, der die Religion zum Instrument politischer Interessen gemacht hat, sowie bestimmte Geistliche, die sich willentlich oder unwissentlich von diesen Kreisen haben vereinnahmen lassen, haben eine geradezu teuflische Parole in die Welt gesetzt, um den „äußersten Anstrengungen“ auf dem Gebiet des Intellektuellen einen Riegel vorzuschieben – und bedauerlicherweise ist es ihnen gelungen, dass sich die muslimischen Massen über Jahrhunderte hinweg mit diesem Schlagwort identifiziert haben.

Sinngemäß übersetzt lautet das geflügelte Wort dieser Kreise: „In dieser Angelegenheit ist das letzte Wort gesprochen! Das Tor der selbstständigen Urteilsfindung ist geschlossen, den altvorderen Koran-Exegeten wird niemand mehr folgen.“ Die Muslime unserer Tage sind zum Kampf gegen diese despotische, sinnentstellende Weisung aufgerufen, zum Aufstand gegen alle, die dieser Tabuisierung und geistigen Erstarrung das Wort reden! Den Gläubigen sei gesagt, dass dieser heilige Aufstand ein heilbringender Gottesdienst sein wird! Denn solange dieser Aufstand sein Ziel nicht erreicht, können Muslime keine glückliche Welt aufbauen.

 

3. Dschihad: Dies ist die dritte Erscheinungsform des Begriffes „cehd“ und bezeichnet den Krieg, den zu führen man gezwungen ist, wenn die Werte, die den Menschen zum Menschen machen, verletzt werden. „Äußerste Anstrengungen“ in einer Ausnahmesituation also, in der man – falls notwendig – nicht davor zurückschrecken darf, das Unvermeidliche zu tun.

Der Koran hält den Krieg nicht für gut, aber unter Umständen für legitim. Erfordern die Umstände einen Krieg, so ist dieser eine unabdingbare Voraussetzung für die Überwindung von Hindernissen, die dem Menschen im Weg stehen. Die Kardinalsproblematik besteht darin, richtig zu bestimmen, ob die Umstände einen Krieg erzwingen oder nicht.

 

Was ist das Paradies? Wie kommt man dort hin? Wo ist es?



 

Im Islam bildet der Begriff des „Paradieses“ eine eher symbolische Bezeichnung für die ewige Glückseligkeit und kann in unserer dreidimensionalen Welt allenfalls allegorisch beschrieben werden. „Das Paradies ist für uns nicht etwas, von dem wir berichten oder das wir beschreiben, sondern kann nur etwas sein, das wir versinnbildlichen (vgl. Sure 2, Vers 25). Das Paradies ist also kein Ort, sondern ein Symbol. Es steht nicht in unserer Macht, es zu definieren oder gar abzubilden. Der Koran betrachtet das Paradies ganz und gar nicht als Angelegenheit eines irgendwie verbrieften Rechts, sondern in Verbindung mit dem menschlichen Tun. Die Taten und das Streben des Menschen sind Voraussetzungen für die Erlangung des Paradieses, verbriefen jedoch keinen Anspruch. Deshalb schilt der Koran jene, die das Paradies als das natürliche Recht der Angehörigen der eigenen Religionsgemeinschaft betrachten, und diese sich so in Lügengebilden, Illusionen und Trugschlüssen verfangen. Juden und Christen sind dem Koran nach die wichtigsten Vertreter solch einer monopolistischen Auffassung vom Paradies (vgl. Sure 2, Vers 111 und Sure 5, Vers 18). Dem Koran nach ist das Paradies einzig und allein der Lohn für Taten zum Wohle des Guten und des Friedens (vgl. Sure 4, Vers 123; Sure 40, Vers 40 und Sure 43, Vers 72).

 

Die Auffassung vom Paradies als Luxushotel: Dies ist eine der areligiösen Vorstellungen, die sich aus einem egoistischen Paradiesverständnis speist: eine Geisteshaltung, nach der das Paradies so etwas wie der Vergnügungsort sexbesessener Faulenzer ist. Es scheint, als liege darin der eigentliche Grund, warum Leute von diesem Schlag nicht wollen, dass außer ihnen noch andere ins Paradies gelangen.

Es lässt sich mit den Aussagen des Korans nicht vereinbaren, das Paradies als einen festen Ort zu definieren. Vers 133 der Sure 3 und Vers 21 der Sure 57 beschreiben, dass das Paradies ausgedehnt wie der Himmel und die Erde ist. In der Verwendung dieser Metapher für die Unendlichkeit des Paradieses liegt die zentrale Botschaft, das Paradies nicht als Ort, sondern als einen seelischen Zustand zu begreifen. Dieser koranischen Wahrheit hat der größte islamische Denker des 20. Jahrhunderts, Muhammed Iqbal (1877-1938), einmal mit der Aussage Nachdruck verliehen: „Das Paradies ist kein Raum, kein Ort, sondern ein Seelenzustand.“

 

Frage 11: Wo werden in den islamischen Ländern Fehler gemacht? 



 

In den islamischen Ländern wird der Mensch traditionellen und religiösen Bräuchen geopfert, die Tradition zu einem unantastbaren Tabu gemacht, denn in diesen Ländern hat man das koranische Prinzip „Die Religion ist für den Menschen geschaffen“ ins Gegenteil verkehrt. Es wurde daraus: „Der Mensch ist für die Religion geschaffen“.

 

Frage 12: Wo liegt das Problem in den islamischen Ländern?

 

Die islamischen Länder sind zwar von ihren früheren Kolonialherren unabhängig, aber nicht frei geworden. Die Unabhängigkeit nutzt lediglich den Despoten im Land. Das Joch der Unterdrückung blieb bestehen und belastet die Menschen heute mehr denn je. Man vergaß, dass die Unabhängigkeit eines Landes durch die Freiheit des Individuums vervollständigt werden muss.

 

Frage 13: Wie kann das Problem gelöst werden? 



 

Der einzige Weg dorthin ist die Installierung einer säkularen Regierungsform. Die Methode „Demokratisierung durch Krieg“, welche im Irak angewendet wird, ist dagegen weder menschenwürdig, noch erfolgsversprechend. Man sieht heute die Terrormiliz IS als Resultat dieser falschen Politik. Die Terrormiliz IS wütet „zufällig“ auf Territorien wo reichlich Bodenschätze vorhanden sind. Das Militär wurde in der Vergangenheit und wird auch in Zukunft des Öfteren dafür benutzt werden, um sich Zugang zu den Bodenressourcen zu verschaffen, zu schützen und den Zugang für Privatfirmen zu ebnen bzw. diesen Zugang für die Privatfirmen sicherzustellen. D.h. arbeiten private Firmen immer mehr mit sogenannten Sicherheitsfirmen und kleinen und größeren Berufsarmeen zusammen.

 

Frage 14: Woher kann die Veränderung kommen? 



 

Die Veränderung kann nur aus der islamischen Welt selbst kommen. Wenn wir die tabuisierenden Traditionen und die vorsätzlichen Irrwege beiseite lassen und den Islam aus der Sicht seiner Hauptquelle, des Korans, betrachten, gibt es durchaus einen Silberstreif am Horizont. Dabei ist bemerkenswert, dass bei der Einführung der Lebenswerte des Korans, die für die Entwicklung der Menschheit notwendig wären, die westlichen, nicht-muslimischen Gesellschaften weiter fortgeschritten sind als die islamischen. Und auch dies ist eine Tatsache: Mit jedem Tag wird dieser Abstand zum Nachteil der islamischen Welt größer. Die islamische Welt hat über Jahrhunderte ihr Schicksal nicht an Grundlagen und Prinzipien gebunden, sondern an Personen, die für unantastbar erklärt wurden. In der Terminologie des Korans bezeichnet man dies als „schirk“ (Vielgötterei, Polytheismus; von „beigesellen“, Götzendienst). Es handelt sich also schlicht um Paganismus. Diese Ausrichtung mit fetischistischem Charakter macht die Menschen immer mehr zu Sklaven von Knochen, Fossilien und Grabstätten. Umso absurder wirkt es, dass die grundlegenden Werte, die der Koran im Leben des Menschen verwirklicht sehen möchte, in nicht-islamischen Gesellschaften verwirklicht sind.

 

Frage 15: Was bedeutet der „falsche Islam“ und was bedeutet Säkularismus im Islam? 



 

Der Islam der Traditionen, also der falsche Islam, hat alle islamischen Grundlagen und Werte, die den Menschenrechten und damit auch der Demokratie den Weg bahnen und sie stärken könnten, außer Kraft gesetzt. Diese Entwicklung begann, als die despotische umayyidische Dynastie (660-683) den Islam zur Religion erklärte und eine Monarchie errichtete. Das System der monarchistischen Herrschaft aber wird im Koran als ein unzulängliches System der Ungerechtigkeit bezeichnet (siehe hierzu Sure 27, Vers 34). Dass es dennoch die Oberhand gewann, wurde möglich, weil man den Säkularismus in einen Gegensatz zur Religion stellte. Säkularismus bedeutet aber nicht, wie viele annehmen, Religion und weltliche Angelegenheiten voneinander zu trennen. Säkularismus heißt, die Legitimation der Herrschenden beziehungsweise Regierenden nicht auf Gott oder religiöses Recht zu gründen, sondern auf den Willen des Volkes.

Daher halten wir es nicht für möglich, dass die islamischen Gesellschaften sich demokratisieren können, ohne dass es eine wirklich säkulare Verfassung gibt. Der Koran verkündet, dass das Prophetentum abgeschlossen sei. Eine der grundlegenden Folgerungen daraus lautet: Das Zeitalter, in dem die Völker von Personen geführt werden, die sich auf Gott berufen, ist beendet. Der Koran ist das einzige heilige Buch, das verkündet, dass die Theokratie aus dem Leben der Menschen weichen soll.

 

Frage 16: Warum verschweigt man diese Wahrheit des Korans dann? 



 

Diese wahre Aussage des Korans ist die wichtigste Prinzip, die in den islamischen Gesellschaften verschwiegen und versteckt wird. In den islamistisch-fundamentalistischen Ländern wird das ganze religiöse Leben so ausgerichtet, dass dieses demokratische Prinzip verborgen bleibt. Alle erdenklichen Maßnahmen und Anstrengungen werden unternommen, damit sich dieser Zustand nicht ändert. Diese Maßnahmen werden auch von jenen westlichen Kräften unterstützt, die nicht wollen, dass sich in den islamischen Ländern die Zustände ändern.

 

Frage 17: Was bedeutet „der wahre Islam“?



 

Nach dem Verständnis des wahren Islams, der sich auf den Koran beruft, ist die Macht, ein Volk zu führen, ein rechtsstaatliches Gut. Dieses darf nicht für despotische Herrschaft missbraucht werden. Nur jene dürfen die Macht an sich nehmen, die seiner würdig sind. Dieses rechtsstaatliche Gut kann dem Einzelnen durch Wahlen anvertraut und falls notwendig auch wieder entzogen werden.

 

Frage 18: Fordert der Koran dann nicht eigentlich Demokratie? 



 

Ja, natürlich fordert der Koran Demokratie. Diejenigen, die den Despotismus zur Religion erklären, fragen oft: „Warum Demokratie? Demokratie bedeutet ‚Herrschaft des Volkes‘. Welches Volk hat den Propheten Mohammed gewählt? Und warum überhaupt Wahlen?“ Diesen Wortführern muss man entgegenhalten: „Den Propheten Mohammed hat Gott selbst berufen. Hat Gott auch die Könige, Sultane und Kaiser berufen? Hat Gott etwa Saddam Hussein, den Schah von Persien, Komeini, König Abdullah und andere Könige und Herrscher berufen?“ Die Herrschenden täuschen das Volk und fragen: „Wenn eine Theokratie besteht, dann werdet ihr von Gott geführt. Wollt ihr euch darüber beschweren?“ Und weil das Volk die wahren Grundlagen des Islam nicht kennt, kann es die folgenden Fragen nicht stellen: „Nur Propheten können eine Theokratie leiten. Aber wenn die Zeit der Propheten abgeschlossen ist, wie kann dann eine Theokratie fortgeführt werden? Seid ihr denn Propheten, dass ihr euch auf Gott beruft und uns regieren wollt?“ Nach dem Koran sollen sich die Regierenden und Herrschenden auf die Prinzipien der „schura“ (das System der Beratung und Kontrolle) und „bajat“ (den Gesellschaftsvertrag) stützen. Gott hat dem Propheten Mohammed, den er selbst gesandt hat, aufgetragen, sich auf diese beiden Prinzipien zu stützen. Was der Koran über das Regieren und Herrschen sagt, ist klar und deutlich: Die Zeit nach dem Propheten Mohammed ist die Zeit der „schura“ und des „bajat“. Das heißt, an die Adresse der Herrschenden gerichtet: „Ihr werdet das Volk führen und leiten, ihr werdet von den Menschen die Legitimation hierzu erhalten, ihr werdet gewählt werden. Und wenn das Volk euch abwählt, dann sollt ihr gehen.“

 

Frage 19: Gibt es im wahren Islam (nach dem Koran) einen Stellvertreter oder Repräsentanten Gottes bzw. ein Kalifat? 



 

Der wahre Islam im Koran spricht niemandem das Recht zu, ein Beauftragter, Stellvertreter oder Repräsentant Gottes zu sein. Der Rest außerhalb des Korans ist nicht bindend. Einzig dem Propheten steht es zu, im Namen Gottes zu sprechen und zu führen. Der Prophet ist tot und die Zeit ist damit beendet. Das Recht zur Führung eines Volkes kann laut Koran nicht von Gott oder durch Geburt erlangt werden, sondern nur vom Volk und durch Wahlen geschehen. Dies bezeichnet der Koran als „bajat“ (Gesellschaftsvertrag eines Systems von Beratung und Kontrolle). Das mittels „bajat“ erlangte Recht zur Führung eines Volkes wird mit dem „schura“ genannten System der Beratung und Kontrolle vollzogen. Dieses System stellt sicher, dass die Führenden die Geführten – und umgekehrt die Geführten die Führenden – einander kontrollieren. Auf der Grundlage  dieses Gesellschaftsvertrages kann das Volk, welches über die Regierenden wacht, ihnen auch das Recht zur Herrschaft entziehen, falls es dies für notwendig erachtet.

 

Frage 20: Was bedeutet „Schura“ (das System der Beratung und Kontrolle) im Koran? 



 

Die koranische Entsprechung für das demokratisch parlamentarische Verfahren ist also die „Schura“ (das System der Beratung und Kontrolle), weil sie im Koran erwähnt wird, konnte sie nicht völlig unterschlagen werden. Aber ihre Bedeutung wurde verzerrt wiedergegeben und so ausgeformt, dass sie dem traditionellen Islam ins Konzept passte. Von den Despoten im Nahen Osten wurde die „Schura“ darauf reduziert, dass der König oder der Sultan sich einige Ratgeber zulegen sollte. Der 1988 verstorbene islamische Gelehrte Fazlur Rahman sagt hierzu: „Schura, wie sie der Koran aufträgt, bedeutet nicht, dass jemand sich gelegentlich den Rat anderer einholt. Vielmehr bedeutet es wechselseitige Konsultation von Gleichberechtigten. Wer diese Konsultationen verweigert oder sie verzögert, weil sie angeblich nicht passen, ist ein Diktator, der im Widerspruch zum Islam steht.“ Nach dem Verständnis des Korans leitet sich die Berechtigung zur Leitung des Staates also nicht aus der Religion oder dem göttlichen Recht ab, sondern aus dem freien Willen des Volkes (Mehrheitsprinz