Kategorie: Ausgewählt

16 11 2018
By: TKG 0

Goldenes Ehrenzeichen der Republik Österreich-Herzliche Gratulation

Wir gratulieren hiermit herzlich im Namen der Türkische Kulturgemeinde in Österreicher (TKG) unseren Beirat Herrn Dr. Akkan Suver, in Istanbul, der als Chef der Marmara Foundation das goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich überreicht bekommen hat. Herr Dr. Suver hat in Ankara in der österreichischen Botschaft am 12. November 2018 das Goldene Ehrenzeichen von der Botschafterin Frau Dr. Ulrike Tilly empfangen. Wir haben die englische Version seiner Dankesrede in deutscher Sprache wie folgt übersetzt. Wir freuen uns, dass man auch einige Gedanken der TKG, insbesondere die Passarowitz Friedensvertrag vom 21.06.1718, miteingeflossen sind.


Die Rede von Dr. Akkan Suver in Ankara in der Österreichischen Botschaf
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Ankara, 12.11.2018

Eure Exzellenzen, verehrte Gäste, sehr geehrte Damen und Herren,

bevor ich mit meiner Rede beginne, geht meine aufrichtige Dankbarkeit an H.E. Mme. Dr. Ulrike Tilly, der Botschafterin von Österreich in Ankara, welche uns heute zusammengebracht hat, für Ihre sorgfältige und selbstlose Gastfreundschaft.

Bevor ich meine Rede beginne, geht meine Dankbarkeit auch an H.E. Erhard Busek, welcher zu meiner Zeremonie des Medal Awards gekommen ist. Eine große Wertschätzung hat die Republik Österreich meinen Bemühungen, die mit meinen Kollegen der Marmara Group Foundation, bezüglich Frieden und Dialog im Bereich der zivilen Gesellschaft, mit einer Medaille ausgedrückt. Das ist eine Demonstration und ein nobles Beispiel von Österreichs Beitrag zur zivilen Gesellschaft und humanitären Werten. Ich möchte euch wissen lassen, dass diese Ehrung mit der Medaille, nicht nur mein Herz berührt hat, sondern mich und meine Kollegen sehr stolz gemacht hat.

Um zu meinem Wort zu stehen, möchte ich hinzufügen, dass das Vienna Economic Forum, ein Teil der zivilen Gesellschaft und einer der wichtigsten Think-Tank Organisationen in Österreich, mich 2014 und 1017 mit dem „Success Award“, für meine Bemühungen an den Eurasion Economic Summits, im Bereich Frieden und Dialog geehrt hat. Ich nutze diese Gelegenheit um meinen herzlichen Dank dafür auszusprechen.

Der Eurasische Wirtschaftsgipfel, der unsere Bemühungen um die Weitergabe von Kulturen und Zivilisation von Menschen an Menschen in Harmonie darstellt, hat nichts anderes als die Absicht, dem Fundament für nachhaltigen Frieden und Wohlstand zu dienen. Mit diesem Glauben, wenn der Gedankenaustausch unter der Führung des Dialogs zwischen den Menschen etabliert ist, können wir Frieden erreichen und noch besser in menschlichem Anstand leben.

Ich betrachte diese Medaille nicht als bloßes Abzeichen. Diese Medaille bringt eine zusätzliche Verantwortung mit sich. Es ist die Verantwortung, noch härter dafür zu arbeiten, der Menschheit zu dienen und fruchtbarere Projekte zu ermöglichen.

Sehr geehrte Damen und Herren, vor dreihundert Jahren, am 21. Juli 1718, wurde nach einem zweijährigen Krieg der Vertrag von Passarowitz zwischen dem österreichischen König Karl VI. und dem osmanischen Sultan Ahmet III. unterzeichnet.

Die österreichischen Staatsmänner haben einen Auszug zu Beginn des Vertrags in lateinischer Sprache verfasst: „Nach dem blutigen und verheerenden Krieg, der vor zwei Jahren aufgrund des Unglücks zwischen dem österreichischen Kaiser und Sultan Ahmed dem Allmächtigen ausgebrochen war, kam es zu erheblichen Schäden, Not und Unglücks sowie kommerziellen Verlust. Die beiden Imperien, zusammen mit Gottes Willen, haben einen guten Grund für unnachgiebige Parteien erreicht, Versöhnung zu leisten, ein solches Blutvergießen zu vermeiden, das Wohlergehen der Kinder beider Imperien zu fördern und eine Überwachung für die Verbesserung ihrer Völker zu schaffen. “

Mit diesen weisen Worten können wir die Beziehung zwischen der Türkei und Österreich besser einschätzen. Schubert, Freud, Mozart, Beethoven, Strauss, Kafka, Romy Schneider, Arnold Schwarzenegger, Herbert von Karajan, Gustav Mahler, Nicky Lauda und Bruno Kreisky wurden alle in Österreich geboren. Baron Joseph von Hammer ist eine weitere bemerkenswerte Figur dieser Geographie. Er liefert die genaueste historische Darstellung des Osmanischen Reiches und bildet das Rückgrat unserer historischen Kultur. Daher ist die Seele, die uns heute hierhergebracht hat, das Erbe der Kultur und Zivilisation, die von der Vergangenheit an die Gegenwart weitergegeben werden. Heute hat sich dieses Erbe zwischen der Türkei und Österreich zu einer neuen Dimension entwickelt. Ich glaube, dass diese Medaille, die ich heute hier erhalte, zu neuen Möglichkeiten der Zusammenarbeit zwischen der Türkei und Österreich führen wird. Bitte deuten Sie meine Worte nicht als „blumige Sprache“.

In dieser Hinsicht bleibe ich hoffnungsvoll und möchte meine Worte mit dem Hinweis auf eine vollkommenere österreichisch-türkische Beziehung abschließen. Ich habe die Hoffnung in mir, dass Österreich auch das Thema Zollunion im Rahmen einer 500-jährigen Freundschaft betrachten kann.

In meinem Namen sowie im Namen der Marmara Group Foundation, welche ich vertrete, bedanke ich mich beim Staat Österreich nochmals herzlich für diese Medaille und möchte Sie wissen lassen, dass ich die Medaille mit viel Stolz und Verantwortung schätzen werde.

Ich danke auch meinen Kollegen der Marmara Group Foundation, deren Unterstützung mich dazu geführt hat, heute hier zu sein.

Zum Schluss möchte ich meine Dankbarkeit auch meiner Frau Müjgan Suver ausdrücken, die neben mir gestanden hat und mich nicht nur als Partner, sondern auch als Freund unterstützt hat. Sie ist mir bei all den zivilgesellschaftlichen Anstrengungen und Problemen beigestanden. Und im Namen meiner Frau sowie mir selbst, danke ich auch unseren Kindern.

Und nochmals herzlichen Dank an die Republik Österreich, welcher ich hiermit auch zum 100. Geburtstag herzlich gratuliere und an unsere Gastgeberin Botschafterin H.E. Dr. Ulrike Tilly.

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12 11 2018
By: TKG 0

TKG: 100 Jahre Republik Österreich! Herzliche Gratulation…

TKG nimmt die „100 Jahre Republik Österreich“ als Anlass zur Forderung, mit der Hetze gegenüber andere Nationen und Glauben in Österreich, aufzuhören.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich gratuliert herzlich für „100 Jahre Republik“ in Österreich und warnt vor der, in den letzten Monaten zugespitzten, Hetze und Verhetzung unter verschiedenen Vorwänden, gegen Menschen aus der Türkei und allgemein gegen ca. 700.000 Muslime in Österreich. Mit diesen Verhetzungen löst man keine Probleme sondern unterstützt direkt und indirekt die radikalen Kräfte.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich hat in den letzten 25 Jahren, zusammen mit all seinen vorherigen Vereinen, gegen Religionsmissbrauch und vor Einmischung aus dem Ausland gewarnt, gekämpft und um eines gebeten: „Die Spreu vom Weizen zu trennen, zu differenzieren und sachlich.-konstruktiv zu kritisieren, damit in Österreich nicht wieder Hass, Spott und Vorurteil, wie in Vorzeiten des ersten und zweiten Weltkrieges vorherrscht.“

Verhetzung unter dem Vorwand der Kritik

Leider missbrauchen manche Parteien, NGOs und Medien Ihre Machtposition und hetzen tagtäglich die hunderttausend Menschen aus der Türkei und alle Muslime in Österreich, womit diesen das Leben seelisch und physisch schwer gemacht wird.

Als wehrhafte Demokraten müssen wir warnen

Die TKG hat bis jetzt an die Vernunft, den Verstand und den guten Willen der Mehrheit der Österreicher geglaubt und so konstruktives und zielführendes Wissen und Erfahrungen, gegen jegliche fundamentalistischen Bewegungen, für die freiheitlich demokratische Grundordnung in Österreich, als wehrhafte Demokraten zur Verfügung gestellt.

Wenn Sie Präsident Erdogan und seine verlängerten Arme in Österreich kritisieren wollen, dann kritisieren Sie direk diese Vereine und Personen und trennen Sie die Spreu vom Weizen. Nehmen Sie die ca. 300.000 Menschen nicht als Geiseln und hetzen Sie nicht gegen alle Menschen aus der Türkei in Österreich. Genauso gilt es für die anderen 700.000 muslimischen Österreicher

Als wehrhafte Demokraten sind wir auch gegen jegliche Diskrimierungen, Willkürherrschaft, kulturellen Rassismus (Neorassismus) und Antisemitismus. Insbesondere wenn es unter dem Deckmantel, „Hände reichen, aber nur für eine Gruppe an Menschen, um hier die demokratischen Kräfte abzuschaffen, Religionskritik, etc.“ gemacht wird.

Vielen Menschen in Österreich leiden unter dieser Verhetzung. Wir kennen diese Verhetzung aus der „NSDPA Propaganda„(Genug belegbare Beweise) . Unsere Aufgabe als TKG ist auch jetzt, bei „100 Jahren Republik“ zu warnen, damit man in Zukunft zumindest bei „Ursache-Wirkung“ Forschungen, als Beweiswarnung in die Geschichte geht.

ES LEBE DIE REPUBLIK ÖSTERREICH!

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20181112_OTS0132/tkg-100-jahre-republik-oesterreich-herzliche-gratulation

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10 11 2018
By: TKG 0

ATATÜRK-TKG: „Wir erinnern uns mit Respekt und Sehnsucht. Er wird immer wichtiger…“

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG): „Mustafa Kemal Atatürk, der Begründer der säkularen modernen Türkei, starb am 10. November 1938 im Alter von knapp 57 Jahren.Wir erinnern uns mit Respekt und Sehnsucht. Er wird immer wichtiger…“

Das Gedenken an Mustafa Kemal Atatürk ist in der Türkei sehr stark ausgeprägt. Im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) in Istanbul starb Mustafa Kemal am 10. November 1938.  Die Uhren im ganzen Palast stehen entsprechend alter Sitte auf seiner Todesstunde. Zum Todestag Mustafa Kemals wird in der Türkei eine Trauerminute eingelegt, zu der landesweit Sirenen erklingen.

Atatürks Patriotismus genannt hat war nach innen gerichtet, bezog sich auf die Türkei und ihre Bevölkerung und beinhaltete nach außen keine aggressive Komponente. Er lehnte eine pantürkisch motivierte imperialistische Expansion im Gegensatz zu seinem früheren Rivalen Enver Pascha ab:

„Heute sind alle Nationen der Erde fast Verwandte geworden oder bemühen sich, es noch zu werden. Infolgedessen muss der Mensch nicht nur an die Existenz und das Glück derjenigen Nation denken, der er angehört, sondern auch an das Vorhandensein und Wohlbefinden aller Nationen der Welt … Wir wissen nicht, ob uns nicht ein Ereignis, das wir weit entfernt glauben, eines Tages erreicht. Aus diesem Grund muss man die gesamte Menschheit als einen Körper und eine Nation als sein Glied betrachten.(ATATÜRK)“[23]

 

 

Gesellschaftsreformer (1924–1938)

Atatürk und ein Bürger, 1930

Der Bruch mit den Strukturen und Institutionen des Osmanischen Reiches blieb ein Wagnis, das Widerstand hervorrief. Einige der wichtigen Mitstreiter aus den Anfängen des Befreiungskrieges, darunter Kâzım Karabekir und Ali Fuad, trennten sich von der Volkspartei des Präsidenten und gründeten mit der Erlaubnis Mustafa Kemals im November 1924 die oppositionelle Fortschrittspartei. Diese machte sich u. a. den Respekt vor Gewissensfreiheit und religiösen Gefühlen zum Programm und gewann Unterstützung unter den Anhängern der Scharia. Zur ernsten Herausforderung der jungen Republik und ihres Präsidenten wurde diese Entwicklung, als es im Februar 1925 in Südostanatolien zu einem Aufstand von Kurden kam, deren geistiger Führer Scheich Said die Rückkehr zu Sultanat und Kalifat propagierte. Mit aller Härte und Brutalität wurde der Scheich-Said-Aufstand militärisch niedergeschlagen und dabei das Ziel verfolgt, die kurdische Opposition weitestmöglich auszulöschen. Im Juni erging ein Verbot der Fortschrittspartei; Notstandsgesetze, Pressezensur und Justizapparat wurden gegen Opponenten in Stellung gebracht. Ein 1926 in Izmir aufgedecktes Mordkomplott dreier Verschwörer gegen den Präsidenten wurde von Mustafa Kemal als Gelegenheit genutzt, mit den Häuptern der Opposition als vermeintlichen Drahtziehern des geplanten Anschlags im Rahmen eines Schauprozesses vor dem „Freiheitsgericht“ abzurechnen. Die Republik nahm Züge einer Diktatur an.

Seine gebieterische und rastlos vorwärts drängende Natur war dem Leitbild eines modernen republikanischen Staatswesens nach westlichem Orientierungsmuster verpflichtet. Schon in einer Tagebuchaufzeichnung vom 6. Juni 1918 hatte er das Grundmotiv aller späteren Reformschritte formuliert:

„Sollte ich eines Tages großen Einfluß oder Macht besitzen, halte ich es für das Beste, unsere Gesellschaft schlagartig – sofort und in kürzester Zeit – zu verändern. Denn im Gegensatz zu anderen glaube ich nicht, daß sich diese Veränderung erreichen läßt, indem die Ungebildeten nur schrittweise auf ein höheres Niveau geführt werden. Mein Innerstes sträubt sich gegen eine solche Auffassung. Aus welchem Grund sollte ich mich auf den niedrigeren Stand der allgemeinen Bevölkerung zurückbegeben, nachdem ich viele Jahre lang ausgebildet worden bin, Zivilisations- und Sozialgeschichte studiert und in allen Phasen meines Lebens Befriedigung durch Freiheit erfahren habe? Ich werde dafür sorgen, daß sie auch dahin kommen. Nicht ich darf mich ihnen, sondern sie müssen sich mir annähern.“[10]

Dieses Programm verwirklichte er Zug um Zug, nachdem er gesiegt und in der Funktion des Staatspräsidenten die erstrebte Schlüsselposition innehatte. Es war eine Vielzahl tiefer Veränderungen in Tradition und Gewohnheiten, die er seinen Landsleuten binnen weniger Jahre umzusetzen vorgab.

Auf die Abschaffung des Kalifats ließ er ein äußeres Zeichen prowestlicher Säkularisierung folgen, indem er den Hut als männliche Kopfbedeckung als Teil der „nationalen Tracht“ propagierte (Hutrevolution) anstelle des für das ganze Osmanische Reich bis dahin typischen Mischung aus Fes, Turban und Kalpak. Wer fernerhin in der Öffentlichkeit mit diesen orientalischen Kopfbedeckungen angetroffen wurde, riskierte eine Geld- oder Gefängnisstrafe. In den gleichen Zeitraum fällt das Verbot der religiösen Bruderschaften und Orden. In Ostanatolien erhob sich gegen diese Entwicklungen teilweise erbitterter Widerstand, der mit Verhängung des Ausnahmezustands, scharfen Polizeimaßnahmen und Verhaftungen beantwortet wurde. 1934 erfolgte eine zweite Kleiderreform, welche den Geistlichen das Tragen ihres Gewands nur in ihren Arbeitsbereichen (Moschee, Beerdigung) gestattete.

Eine Umwälzung gesellschaftlicher Strukturen bedeuteten die von Mustafa Kemal eingeleiteten Schritte zur Frauenemanzipation, die in einer Neuordnung des ehelichen Scheidungsrechts, in der rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau, in der Förderung einer höheren Schulbildung und im Universitätszugang auch für Mädchen und Frauen zum Ausdruck kam.

Wie bei seinem Reformwerk nahezu durchgängig, ist Mustafa Kemal auch hier mit eigenem Beispiel vorangegangen. Als der langjährige Junggeselle schließlich heiratete, war es Latife Uşşaki, eine selbstbewusste, von westlichen Einflüssen geprägte Frau, deren emanzipiertes Auftreten ihm imponierte. Die Trauung am 29. Januar 1923 fand ohne religiöse Zeremonie statt und wurde vom Bürgermeister von Izmir vollzogen, wobei Mustafa Kemal die Gelegenheit nutzte, zu verkünden, dass alle Eheschließungen in der Türkei künftig ebenfalls von Vertretern des Staates durchzuführen seien. In der Ehe wie in der Öffentlichkeit konnte Lâtife eigene Standpunkte vertreten und so zu einer Modernisierung des Frauenbilds in der Türkei beitragen. Dabei zeigte sich allerdings auch, dass Mustafa Kemal mit seinen Staatsgeschäften und nächtlichen Diskussionsrunden zu sehr befasst war, um der jungen Frau ein ihren Wünschen entsprechendes Eheleben zu bieten. Als ihre Kritik nach zweieinhalbjähriger Ehe das für ihn tolerierbare Maß überstieg, betrieb er die am 22. Juli 1925 erfolgte Trennung und am 12. August 1925 bekanntgegebene Scheidung durch ein Talakname.[12] In der Folge gelang es ihm mittels gezielter Förderung von ihm adoptierter Mädchen und junger Frauen im eigenen Einflussbereich, das Ziel der Frauenemanzipation erfolgreich zur Geltung zu bringen. Von grundlegender gesamtgesellschaftlicher Bedeutung war die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts. Seit 1930 konnten Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen, seit 1934 auch an den Parlamentswahlen.

Mustafa Kemal als oberster Lehrer der Türkei

Es ist charakteristisch für seine Arbeits- und Vorgehensweise, dass Mustafa Kemal die Reformvorstellungen, die er in groben Zügen bereits früh entwickelt hatte, einem Kreis ausgewählter Berater und Sachkundiger bei spätabendlichen Tischgesellschaften vorstellte, für die er jeweils eine spezielle Liste der Einzuladenden ausgab. Offene Kritik ertrug er schlecht und duldete sie kaum; aber ohne den Rat und die Ideen von Sachkennern gehört zu haben, machte er sich auch nicht an die politische Umsetzung seiner Projekte.

Ende 1925 wurde die islamische Jahreszählung nach der Hedschra durch die christliche Zeitrechnung abgelöst (zu Einzelheiten der Reform des Kalenders und der Jahreszählung siehe: Rumi-Kalender).[13] Zehn Jahre später trat dann der Sonntag als arbeitsfreier Tag an die Stelle des den Muslimen heiligen Freitags. Außerdem wurde das metrische System eingeführt. Die am Koranorientierte Rechtsprechung wurde durch das Schweizer Zivilrecht[13], welches mit nur unbedeutenden Anpassungen übernommen wurde, abgelöst. Die Rechtsübernahme schloss auch das moderne Erbrecht und Familienrecht des Zivilgesetzbuches ein. Daneben wurden das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht[13] übernommen.

Als Amtssprache wurde die osmanische Hochsprache der bisherigen Eliten, die stark von der höfischen Sprache Persisch und von der heiligen Sprache Arabisch beeinflusst war, in einem von Sprachwissenschaftlern begleiteten Prozess durch die türkische Volkssprache abgelöst. Bis 1928 wurde die osmanische Sprache nach islamischer Tradition in der arabischen Schrift notiert. Mustafa Kemal ließ diese durch das lateinische Alphabet ersetzen, das der vokalreichen türkischen Sprache besser entsprach. Außerdem ließ es sich mit deutlich weniger Zeitaufwand erlernen[14] und verstärkte die durch Mustafa Kemal angestrebte Westorientierung. Auch auf diesem Feld legte er persönlich Hand an, indem er, mit Tafel und Kreide umherreisend, Unterricht erteilte.

„Vater der Türken“

Heinrich Krippel bei der Erstellung der Reiterstatue für das „Onur Anıtı“ in Samsun

Am Ende des durchgreifenden Reformprozesses stand eine Änderung des Namensrechts, die zu einer effektiveren Verwaltung des Personenstandwesens führen sollte und wiederum an westliche Muster anknüpfte: Jeder Bürger der Türkei wurde zur Annahme eines Familiennamens verpflichtet. Mustafa Kemal erhielt von der Nationalversammlung mit dem Gesetz Nr. 2587 vom 24. November 1934 den Namenszusatz bzw. Nachnamen Atatürk (Vater der Türken), welcher mit dem Gesetz Nr. 2622 unter gesetzlichen Schutz gestellt wurde. Für einige Vertraute und Weggefährten suchte er selbst die künftigen ehrenden Nachnamen aus. So auch für Ismet Pascha, der wegen seiner Verdienste im Befreiungskrieg gegen die Griechen nach dem Ort seiner beiden großen Schlachtenerfolge den Nachnamen İnönü erhielt. İsmet İnönü hat als Ministerpräsident über viele Jahre Mustafa Kemal Atatürk von der alltäglichen Regierungsroutine entlastet und wurde nach dessen Tod sein Nachfolger als Staatspräsident. Mustafa Kemals Namenswahl und die Ehrenbezeugungen, die er auf sich vereinte (1926 wurde in Istanbul ein erstes Denkmalerrichtet, dem ungezählte weitere im ganzen Lande folgten, s. u.), entsprachen den zeittypischen Formen des Personenkults in autoritären Regimen. Dieser hat in der Folge eine bis heute fortwirkende integrierende Wirkung für das türkische Staatswesen entfaltet. Atatürk gelang es, als Freiheitskämpfer, Staatspräsident und „oberster Lehrer der Nation“ mit seiner Person das Vakuum zu füllen, das mit der Abschaffung von Sultanat und Kalifat sowie mit der Abkehr von herkömmlichem Brauchtum zum Zwecke der Modernisierung einherging. So hat er es zweifellos auch als seine Aufgabe angesehen, seinem nach der Kriegsniederlage in gänzlich neuem staatlichen Rahmen zu organisierenden Volk ein Selbstbewusstsein und eine Identität zu vermitteln, ohne die es womöglich keinen stabilen neuen Staatsverband hätte bilden können. Er ist dabei sehr weit gegangen. Nicht nur, indem er, in glorifizierender Absicht, die Wurzeln des Türkentums in Mittelasien bis auf Attila und Dschingis Khan zurückführte, sondern vor allem, indem er über die Türkische Geschichtsthese und die Sonnensprachtheorie die Lehrmeinung verbreiten ließ, die Türken seien das älteste Volk der Welt, von dem alle anderen Völker direkt oder indirekt abstammten.[17]

 

Außenpolitisches Wirken

Der jugoslawische König Alexander I. und Mustafa Kemal mit Zylinderhut.

Atatürks Nationalismus war nach innen gerichtet, bezog sich auf die Türkei und ihre Bevölkerung und beinhaltete nach außen keine aggressive Komponente. Er lehnte eine pantürkisch motivierte imperialistische Expansion im Gegensatz zu seinem früheren Rivalen Enver Pascha ab:

„Heute sind alle Nationen der Erde fast Verwandte geworden oder bemühen sich, es noch zu werden. Infolgedessen muss der Mensch nicht nur an die Existenz und das Glück derjenigen Nation denken, der er angehört, sondern auch an das Vorhandensein und Wohlbefinden aller Nationen der Welt … Wir wissen nicht, ob uns nicht ein Ereignis, das wir weit entfernt glauben, eines Tages erreicht. Aus diesem Grund muss man die gesamte Menschheit als einen Körper und eine Nation als sein Glied betrachten.“[23]

1932 trat die Türkei dem Völkerbund bei. 1936 wurde ihr durch das Abkommen von Montreux die im Vertrag von Lausanne noch vorenthaltene Souveränität über die Meerengen Bosporus und Dardanellen sowie die diesbezügliche Kontrolle der Schifffahrt zugestanden. Zu Griechenland konnte schon von 1930 an ein gutnachbarliches Verhältnis hergestellt werden, und beim Balkanpakt1934 in Athen war es vor allem Atatürks multilateralen Ausgleichsbemühungen zuzuschreiben, dass ein die Türkei, Griechenland, Jugoslawien und Rumänien zusammenführendes Vertragswerk geschlossen werden konnte. Im selben Jahr schlug der griechische Premierminister Venizelos – wenn auch erfolglos – Mustafa Kemal Atatürk für den Friedensnobelpreis vor.

Zu den faschistischen Diktatoren Mussolini und Hitler hielt Atatürk unmissverständlich Abstand und hieß eine Vielzahl zu Beginn der NS-Herrschaft ins türkische Exil flüchtender Wissenschaftler, Künstler und Architekten in der Türkei willkommen, die eine Mitwirkung der Exilanten bei der Modernisierung des Landes und beim Aufbau des türkischen Hochschulwesens gut gebrauchen konnte. Für manche von ihnen wurden die Universitäten von Ankara und Istanbul[24] zu neuen Wirkungsstätten. Unter denen, die in der Türkei eine Zuflucht fanden, waren der spätere Regierende Bürgermeister von Berlin Ernst Reuter sowie die Architekten Clemens Holzmeister, der den Regierungsbezirk in Ankara entwarf, und Bruno Taut, der 1938 den Katafalk zur Trauerfeier für den verstorbenen Atatürk entwerfen sollte.

Ambivalent war das Verhältnis Atatürks zur benachbarten Großmacht Sowjetunion. Beide Staaten unterstützten sich gegenseitig in dem Bemühen, die internationale Isolierung durch die Siegermächte zu überwinden. Auch die von sowjetischer Seite dem jungen türkischen Staat in begrenztem Umfang gewährten Aufbauhilfen hat Mustafa Kemal gern entgegengenommen. Von der kommunistischen Ideologie und dem sowjetischen Gesellschaftsmodell jedoch distanzierte er sich deutlich.

Bereits beim Festakt zum zehnjährigen Jubiläum der Republik Türkei im Oktober 1933 sah Mustafa Kemal einen möglichen neuen Krieg in Europa voraus und legte sein Land für diesen Fall auf einen Kurs der Neutralität fest.[25] Dem amerikanischen General Douglas MacArthur, der zur Manöverbeobachtung Anfang der 1930er Jahre die Türkei aufsuchte, gab er folgende Prophezeiung, die allerdings erst 1951 veröffentlicht wurde, mit auf den Weg:

„Meiner Meinung nach wird das Schicksal Europas wie gestern auch morgen von der Haltung Deutschlands abhängig sein. Diese außergewöhnlich dynamische und disziplinierte Nation von 70 Millionen wird, sobald sie sich einer politischen Strömung hingibt, die ihre nationalen Begierden aufpeitscht, früher oder später den Vertrag von Versailles zu beseitigen suchen. Deutschland wird in kürzester Zeit eine Armee aufstellen können, die imstande sein wird, ganz Europa, mit Ausnahme von England und Russland, zu besetzen … der Krieg wird in den Jahren 1940/45 ausbrechen … Frankreich hat keine Möglichkeit mehr, eine starke Armee aufzustellen. England kann sich bei der Verteidigung seiner Insel nicht mehr auf Frankreich verlassen. Amerika wird in diesem Krieg genau wie im Ersten Weltkrieg nicht neutral bleiben können. Und Deutschland wird wegen des amerikanischen Kriegseintritts diesen Krieg verlieren…“[26]

Alexander Rüstow-Kessler, der von 1933-1946 in Istanbul tätig war, schrieb über seine Zeit in der Emigration: „Wir Deutsche und sicherlich Österreich haben Anlass uns dankbar daran zu erinnern, dass die Türkei in den dunkelsten Stunden unserer Geschichte nach 1933 vielen vom nationalsozialistischen Regime verfolgten Deutschen und Österreich durch Atatürk Zuflucht geboten hat, auch vielen Hochschullehrern. Sie folgten dem Ruf Kemal Atatürks, der die Bedeutung von Wissenschaft und freier akademischer Forschung für ein modernes Staatswesen erkannt hatte. Sie sind hier aufgenommen worden, forschten an den Universitäten von Ankara und Istanbul und leisteten so auch einen Beitrag zum Aufbau eines modernen Hochschulwesens in der Türkei. Ich werde dem edlen und ritterlichen türkischen Volk für diese Möglichkeit immer dankbar bleiben.“ An diesen Satz möchte ich heute im Namen aller Deutschen und Österreich erinnern.“

Mustafa Kemal Pascha, genannt Atatürk, ist allgegenwärtig in der Türkei. Sein Porträt hängt in Geschäften, Büros, Wohnzimmern, sein Gesicht ist auf T-Shirts gedruckt, auf Postkarten und Postern, seine Unterschrift findet man auf Souvenirs wie Taschenmessern und Schreibgeräten.

Atatürk ist der Republikgründer, der mit militärischem Geschick und politischem Ehrgeiz aus der Konkursmasse des Osmanischen Reichs 1923 die moderne Türkei formte. Er schaffte die arabische Schrift ab, trennte strikt zwischen Religion und Staat und suchte die Anbindung an den Westen.

Mustafa Kemal Atatürk ist Gründer der Republik Türkei und erster Staatspräsident. Sein Geburtsname ist Mustafa.

Die Beinamen erhielt er im Laufe seines Lebens. Mustafa Kemal Atatürk 1881 n.Chr. ist in Thessaloniki, das damals noch zum Osmanischen Reich gehörte, als Kind von Ali Riza Efendi, und Zübeyde Hanim geboren. Von den fünf Geschwistern Atatürks starben vier bereits in ihrer Kindheit, nur Makbule Atadan lebte bis zum Jahre 1956. Sein eigenes Geburtsdatum steht nicht genau fest, so dass er dafür später den 19. Mai wählte, an dem er 1919 mit 38 Jahren in der anatolischen Küstenstadt Samsun landete, um die Kräfte für die Befreiung des Landes von Siegermächten und Sultanat zu sammeln. Das Geburtshaus in Thessaloniki liegt neben dem türkischen Generalkonsulat.

Ein Teil des Gebäudes ist der Öffentlichkeit zugänglich und zeigt eine umfangreiche Ausstellung über Mustafa Kemal Atatürk. Während seiner Schulausbildung verlor er 1888 seinen Vater. Eine Weile blieb er bei seinem Onkel auf dem Rapla Bauernhof, kehrte dann nach Saloniki zurück und beendete seine Schule. In 1893 trat er als zwölfjähriger in die Askeri Rüştiye (Militärschule) ein. In dieser Schule wurde durch seinen Mathematiklehrer Mustafa Bey seinem Namen „Kemal“ (Vollkommener) angehängt, da er seine Schulleistungen würdigen wollte.

Die Abschlussprüfung 1895 absolvierte er als Viertbester. Im Anschluss an diese Ausbildung begann er in Istanbul sein Studium auf der Harp Okulu (Wehrdienstschule) zum Offizier. In 1902 wurde er Leutnant und setzte seine schulische Laufbahn auf der Wehrdienstakademie fort bis zum Hauptmann. In den Jahren 1905-1907 stand er in Damaskus im Dienst der fünften Armee der Osmanen, stieg weiter in seiner Offizierslaufbahn auf und wurde nach Monastir in die dritte Armee versetzt. In Damaskus kam Atatürk in Kontakt mit einem jungtürkisch-oppositionell ausgerichteten Beteiligten an einem gescheiterten Attentat auf Sultan Abdülhamid II. Nach Verbüßung einer Gefängnisstrafe war jener nach Syrien in die Verbannung geschickt worden und betrieb nun einen Buchladen, u.a. mit verbotenen französischen Schriften. Mit ihm gründete Mustafa Kemal die revolutionäre Organisation „Vaterland und Freiheit“, für die er in Jerusalem, Jaffa und Beirut weitere Mitglieder anwarb. Ende 1906 gab ihm sein militärischer Vorgesetzter Rückendeckung für eine verdeckte Reise zurück nach Saloniki, wo er Zugang zu den führenden Köpfen der jungtürkischen Opposition suchte und eine Zweigstelle seiner Organisation gründete. Der Gefahr, dort als Deserteur entdeckt zu werden, entkam er durch rechtzeitige Rückreise nach Syrien. Am 19. April 1909 nahm er in der in Istanbul einmarschierenden Armee der Befreiungsbewegung die Stellung als Generalstabchef ein. Im Jahre 1910 wurde er nach Frankreich geschickt, wo er an den Picardie-Manövern teilnahm und Französisch sowie westliche Lebensart lernte. In 1911 nahm Mustafa Kemal gemeinsam mit einer Gruppe von Freunden im Gebiet von Tobruk und Derne gegen Italien teil. Durch den Sieg am 22.12.1911 erhielt er im Anschluss den Titel des Kommandeurs von Derne. Als im Oktober 1912 der Balkankrieg ausbrach, beteiligte sich Mustafa Kemal mit den Truppen in Gallipoli und Bolayır am Krieg. Bei der Rückeroberung von Dimetoka und Edirne hat er große Dienste geleistet. Im Jahre 1913 wurde er zum Militärattache von Sofia ernannt und wurde er im Jahre 1914 zum Oberstleutnant ernannt. Seinen Dienst als Militärattache beendete er im Januar 1915. In der Zwischenzeit brach der I. Weltkrieg aus und das osmanische Reich brach zusammen.

Mustafa Kemal wurde mit der Gründung der 19. Division in Tekirdağ beauftragt. Zum größten Ruhm gelang Mustafa Kemal in Çanakkale, da es ihm in schweren und verlustreichen Kämpfen gelang die Meerenge „unpassierbar“ zu gestalten. Aber auch die englischen und französischen Flotten mussten am 18. März 1915 bei der Passierung der Dardanellen schwere Verluste hinnehmen, worauf entschlossen wurde, auf der Halbinsel Gallipoli Truppenlandungen vorzunehmen. Die am 25. April 1915 Arıburnu (Schlachtort auf Gallipoli) erreichenden Besatzungstruppen wurden durch die 19. Division unter dem Kommando Mustafa Kemals bei Conkbayırı aufgehalten. Aufgrund dieses Erfolges Mustafa Kemals wurde er zum Oberst ernannt. Die Engländer setzten am 6.-7. August 1915 abermals bei Arıburnu zum Angriff an. Der Kommandant der Anafartalar Gruppe (Anafartalar = Orte auf der Halbinsel Gallipoli) Mustafa Kemal erzielte am 9.-10. August den Sieg bei Anafartalar. Diesem Sieg folgte am 17. August der Sieg bei Kireçtepe und am 21. August der zweite Sieg bei Anafartalar. Der Widerstand musste mit 253.000 Soldaten bezahlt werden. Mustafa Kemal nahm nach Çanakkale 1916 bei den Kriegen in Edirne und Diyarbakır teil. Am 1.4.1916 stieg er zum Generalmajor auf. Nach Kämpfen mit russischen Truppen, konnte er die Rückeroberung von Muş und Bitlis erreichen.

Nach seinen kurzen Einsätzen in Damaskus und Aleppo kehrte er im Jahre 1917 wieder nach Istanbul zurück. Gemeinsam mit Kronprinz Vahidettin Efendi reiste er nach Deutschland, wo er eine genaue Analyse der Front vornahm. Nach dieser Reise erkrankte er und wurde in Wien als auch in Karlsbad behandelt. Am 15. August 1918 kehrte er als Kommandant der VII. Armee nach Aleppo zurück. An dieser Front führte er erfolgreiche Abwehrkämpfe gegen die englischen Streitkräfte. Am 31. Oktober 1918, einen Tag nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes von Mudros, wurde er zum Kommandanten der schnellen Eingreifstruppen ernannt. Als diese Armee aufgelöst wurde, kehrte er am 13. November 1918 nach Istanbul zurück und wurde im Harbiye Nezâreti (Kriegsministerium) beauftragt. Als die Entente Staaten nach dem Waffenstillstand von Mudros begannen, die osmanischen Armeen zu vereinnahmen, ging Mustafa Kemal am 19. Mai 1919 als Inspektor der 9. Armee nach Samsun. Mit dem in Amasya veröffentlichten Rundschreiben „Die Unabhängigkeit des Volkes wird durch die Entschlossenheit und Entscheidung des Volkes wieder gewonnen“ hat er am 22. Juni 1919 den Sivas-Kongress einberufen. In den am 23. Juli bis zum 7. August 1919 in Erzurum und am 4.-11. September 1919 in Sivas stattfindenden Kongressen wurden die Strategien zur Befreiung der Heimat festgelegt. Es gibt Kontroversen unter Historikern, in wie weit der dabei vorgestellte türkische Nationalismus eine Reaktion auf den von Briten geschürten anti-osmanischen arabischen Nationalismus war. Am 27. Dezember 1919 wurde Mustafa Kemal in Ankara mit großer Begeisterung empfangen. Am 23. April 1920 wurde durch die Eröffnung der Großen Türkischen Nationalversammlung ein wichtiger Schritt Richtung Gründung der Türkischen Republik unternommen. Mustafa Kemal wurde zum Vorsitzenden der Nationalversammlung und der Regierung gewählt.

Die Grosse Türkische Nationalversammlung akzeptierte die Gesetze, die zur erfolgreichen Durchführung des Befreiungskrieges notwendig waren, und begann umgehend mit deren Umsetzung. Der Türkische Befreiungskrieg begann am 15. Mai 1919 zur Befreiung von Izmir von der durch Briten unterstützten griechischen Besatzung, was mit der Befreiung Izmirs endete. Am 20. September 1920 folgten die Befreiung von Sarıkamış, Kars (30. Oktober 1920) und Gümrü (7. November 1920) und Sieg von Sakarya (13. September 1921). Im Anschluss ernannte die Grosse Türkische Nationalversammlung am 19. September 1921 Mustafa Kemal zum Generalfeldmarschalls mit dem Ehrentitel „Gazi“. Der Befreiungskrieg wurde am 24. Juli 1923 mit der Unterzeichnung des Vertrages von Lausanne abgeschlossen. Das im Vertrag von Sevres in viele kleine Enklaven zergliederte Land wurde wieder zusammengeführt. Am 23. April 1920 wurde in Ankara mit der Eröffnung der Grossen Türkischen Nationalversammlung die Gründung der Türkischen Republik bekannt gegeben. Am 1. November 1922 wurde das Amt des Kalifen und das Sultanat voneinander getrennt, das Sultanat abgeschafft. Somit wurden die Verbindungen mit dem Osmanischen Reich auf der Verwaltungsebene abgebrochen. Am 13. Oktober 1923 wurde die Republik akzeptiert, Atatürk wurde einstimmig zum Staatspräsidenten gewählt.

Am 3. März 1924 wurde auch das Kalifat durch Atatürk abgeschafft. Zu den Umgestaltungen des Rechts- Und Gesellschaftssystems gehörte die Abschaffung des islamischen Rechts [scharia], das aber ohnehin nur noch in einer pervertierten Form in den Resten des Osmanischen Reichs den Menschen keinen Schutz bieten konnte. Auch die daran gekoppelten Symbole wurden verboten, u.a. in den Hut- und Bekleidungsneuordnungen (25. November 1925). Das Tragen von Turbanen in der Öffentlichkeit wurde unter Strafandrohung verboten. Am 21. Juni 1934 folgte die Einführung des Familiennamens nach westlichem Vorbild. Am 30. November 1925 wurden die Derwischklöster und Heiligengrabmäler geschlossen. Am 26. November 1934 wurden Beinamen und frühere Titel abgeschafft. Ende 1925 wurde die islamische Zeitrechnung durch den Gregorianischen Kalender mit der Zählung ab Christi Geburt ersetzt. 1935 trat dann der Sonntag als arbeitsfreier Tag an die Stelle des den Muslimen heiligen Freitags. Bis 1931 wurden alle internationalen Maßeinheiten wie z.B. das Metermaß eingeführt. 1929/30 ereignete sich die Geschichte um die Bewegte Villa (Yürüyen Köşk). Als wichtigsten „Reformansatz“ Atatürks wird immer die Einführung der laizistischen Rechtsordnung durch die Herausgabe der Türkischen Zivilgesetze und anderer Gesetze angegeben (1924-1937).  Insbesondere die Trennung von Staat und Religion in Form des Laizismus wird ihm zugeschrieben. Allerdings liegt hierbei oft eine verklärte Betrachtungsweise des Osmanischen Reichs vor, da bereits zuvor der Scheichülislam eine Instanz war, welche die oberste religiöse Autorität stellte, während der Kalif und Sultan der Erbmonarchie die weltliche Macht beanspruchte. Nach der Einführung des Familiennamengesetzes wurde am 24. November 1934 an Mustafa Kemal von der Grossen Türkischen Nationalversammlung (der Familienname „ATATÜRK“ (Stammvater der Türken) verliehen.

Atatürk wurde am 24. April 1920 sowie am 13. August 1923 zum Vorsitzenden der TBMM gewählt. Das TBMM hat Atatürk in den Jahren 1927, 1931 und 1935 wiederum zum Staatspräsidenten gewählt. Am 29. Januar 1923 heiratete Atatürk Latife Hanım (Foto links). Die Trauung fand ohne religiöse Zeremonie statt und wurde vollzogen vom Bürgermeister von Izmir, wobei Atatürk die Gelegenheit nutzte zu verkünden, dass alle künftigen Eheschließungen in der Türkei ebenfalls von Vertretern des Staates durchzuführen seien. Die Ehe dauerte bis zum 5. August 1925 und wurde nach einer Auseinandersetzung, dessen Hintergründe nie veröffentlicht wurden, geschieden. Atatürk adoptierte die Mädchen Afet Inan, Sabiha Göktschen, Fikriye, Ülkü, Nebile, Rukiye, Zehra und den Hirtenjungen Mustafa. Die Jungen Abdurrahim und Ihsan wurden unter seine Obhut genommen.

Zur ernsten Herausforderung der jungen Republik und ihres Präsidenten wurde im gleichen Jahr eine Entwicklung, als im Februar 1925 in Südostanatolien ein Aufstand der Kurden ausbrach, dessen geistiger Führer, Scheich Said, die Rückkehr zu Sultanat und Kalifat propagierte. Der Aufstand wurde militärisch besiegt und Scheich Said hingerichtet. Im Gleichen Jahr gab es zudem Widerstand gegen die Hutrevolution. Zwischen dem 15. und 20. Oktober 1927 hielt er in dem Gebäude des ersten Parlaments, das heute Museum der Republikzeit ist, seine berühmte Marathonrede, die als Nutuk bekannt geworden ist. 1928 folgte die Buchstabenrevolution. Gekoppelt an die Reformen Atatürks wurde das Bildungs- und Kulturwesen umgestaltet. Am 1.11.1928 wurden die neuen türkischen Buchstaben auf Basis der Lateinischen eingeführt. Dieser Bruch mit der osmanischen Zeit führte dazu, dass die meisten Türken den Heiligen Qur’an nicht mehr in der Originalschrift lesen konnten. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass zum Ende des Osmanischen Reichs die Analphabetenrate ohnehin sehr hoch war. Die Inhalte des Heiligen Qur’an waren nur sehr wenigen Geistlichen [ulama] bekannt. Atatürk ließ den Heiligen Qur’an ins Türkische übertragen und las im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) als erster aus der Übersetzung vor. Zuvor gab es nur eine Übersetzung von den Nichtmuslimen Zeki Megamiz und Mihran Efendi. Atatürks Idee jedoch, dass in den Moscheen statt auf Arabisch nur noch auf Türkisch gebetet werden sollte, erwies sich als undurchführbar und wurde zurückgenommen. Von grundlegender gesellschaftlicher Bedeutung war die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts. Seit 1930 konnten Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen, seit 1934 auch an den Parlamentswahlen. Im Jahre 1937 vermachte Atatürk seine Bauernhöfe der Schatzkammer sowie einen Teil seiner Grundbesitze an die Stadtverwaltungen von Ankara und Bursa.

In seinem Erbe wurden seine Schwester, seine Adoptivkinder sowie das Institut für Türkische Sprache und Geschichte bedacht. Zu den Diktatoren Mussolini und Hitler hielt Atatürk unmissverständlich Abstand und hieß eine Vielzahl zu Beginn der NS-Herrschaft ins Exil flüchtender Wissenschaftler, Künstler und Architekten in der Türkei willkommen, die bei der Modernisierung des Landes und beim Aufbau des türkischen Hochschulwesens mithalfen. Für manche von ihnen wurden die Universitäten von Ankara und Istanbul zu neuen Wirkungsstätten. Unter denen, die in der Türkei eine Zuflucht fanden, waren z.B. der spätere Berliner Regierende Bürgermeister Ernst Reuter und der Architekt Bruno Taut, der 1938 den Katafalk zur Trauerfeier für den verstorbenen Atatürk entwerfen sollte. Biographen bescheinigen ihm zudem eine Zuneigung zu seinem Pferd Sakarya und seinem Hund Fox. In seinem Privatleben genoss er auch Alkohol, was zwar allgemein bekannt war aber aufgrund der islamischen Gebote dazu nie thematisiert wurde zu seinen Lebzeiten. Er starb am 10. November 1938, um 9.05 Uhr im Dolmabahtsche-Palast an einer Leberzirrhose, die nicht mehr geheilt werden konnte. Sein Leichnam wurde gegen alle Traditionen des Islam aufgebahrt. Erst neu Tage nach seinem Ableben soll im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) auf Drängen einer Verwandten ein Ritualgebet für Verstorbene durchgeführt, wobei umstritten ist, ob die religiösen Riten eingehalten wurden. Atatürk wurde nach Ankara überführt und am 21. November 1938 vorübergehend im Ethnographische Museum Adana in Alkohol zeremoniell bestattet. Nach dem Bau des Anıtkabir (Gedenkgrabstätte) wurde er am 10. November 1953 mit einer Zeremonie umgebettet.

Manche Aussagen, die Atatürk nach seinem Ableben zugeschrieben wurden, darunter Schmähaussagen, die Atatürk angeblich gegen Prophet Muhammad (s.) geäußert haben soll, wurden ihm von einigen westlichen Orientalisten zugeschrieben, finden sich aber nicht in originalen türkischen Quellen, so dass ihr Wahrheitsgehalt umstritten ist. Unbestritten hingegen ist seine besondere nationalistisch orientierte Denkweise, die so weit ging, dass er die Wurzeln des Türkentums in Mittelasien bis auf Attila und Dschingis Khan in glorifizierender Art zurückgeführte und die Lehrmeinung verbreiten ließ, die Türken seien eines der ältesten Völker der Welt, von dem viele der anderen Völker direkt oder indirekt abstammten; eine Lehrmeinung, die heute noch in der Türkei vorhanden ist. Außenpolitisch hatten insbesondere seine Befreiungskämpfe Wirkung. So verehrte ihn 1944 Indiens späterer Ministerpräsident Dschawaharlal Nehru als Vorkämpfer der Unabhängigkeit von den Kolonialmächten. Das Gedenken an Mustafa Kemal Atatürk ist in der Türkei sehr stark ausgeprägt. Im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) in Istanbul starb Mustafa Kemal am 10. November 1938.

Die Uhren im ganzen Palast stehen entsprechend alter Sitte auf seiner Todesstunde. Zum Todestag Mustafa Kemals wird in der Türkei eine Trauerminute eingelegt, zu der landesweit Sirenen erklingen. Sein Abbild findet sich auf sämtlichen Münzen und Geldscheinen der türkischen Währung. In vielen türkischen Städten stehen mehrere Atatürk-Statuen auf öffentlichen Plätzen und Parks. Daneben befinden sich in fast allen öffentlichen Gebäuden Büsten von Atatürk und einige Einrichtungen tragen seinen Namen: der Atatürk-Staudamm, der Internationale Flughafen Istanbuls (Atatürk Havalimanı) und das Istanbuler Atatürk Olimpiyat Stadı. Als erstes Denkmal Atatürks gilt eine Arbeit des österreichischen Bildhauer Heinrich Krippel auf der Saray-Spitze in Istanbul, welches 1925 entstand. Die Büste wurde zahllose Male reproduziert und findet sich überall im Land. Im Güvenpark in Ankara steht das „Denkmal des Vertrauens“. Es wurde 1935 nach den Entwürfen der österreichischen Bildhauer Clemens Holzmeister, Anton Hanak und Josef Thorak errichtet und trägt als Inschrift ein Zitat von Atatürk: „Türke, rühme dich, arbeite und vertraue. (Türk, öğün, calış, güven.).“ Das „Siegesdenkmal“ Atatürks des italienischen Bildhauers Pietro Canonica von 1927 auf dem Sieges-Platz in Ankara zeigt ihn in Uniform. Das „Republik-Denkmal“ (1927) des österreichischen Bildhauers Heinrich Krippel auf dem Ulus-Platz in Ankara zeigt Atatürk auf einem Pferd und soll den türkischen Freiheitskampf symbolisieren. Anhänger der laizistischen Ideologie Atatürks werden oft als „Kemalisten“ bezeichnet. Sie finden sich traditionell vor allem in der türkischen Armee, die sich als Hüter des „kemalistischen Erbes“ versteht.

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05 11 2018
By: TKG 0

„Menschlichkeit ist stärker als Hass“

IKG und US-Botschaft gedenken gemeinsam den Opfern von Pittsburgh

Rund 250 Menschen waren am Freitag dem Aufruf von IKG und U.S. Embassy Vienna in den Wiener Stadttempel gefolgt, um den Opfern von Pittsburgh zu gedenken. Diese 11 Menschen mussten sterben, nur weil sie in der Tree-of-Life-Synagoge gebetet haben.

Wien. Die berührende Zeremonie in der Seitenstettengasse haben neben Präsident Oskar Deutsch, Oberrabbiner Arie Folger, Oberkantor Shmuel Barzilai, Charge d’affaires der USA Steve Hubler und der Chor des Stadttempels mitgestaltet. Zahlreiche Botschafterinnen und Botschafter europäischer Staaten wohnten der Zeremonie bei, ebenso wie Staatssekretärin Karoline Edtstadler und die Türkische KULTURgemeinde in Österreich.

Hier ein Auszug aus der Rede von IKG-Präsident Oskar Deutsch:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Es waren Juden – wie wir.
Es war eine Synagoge – wie diese.
Elf Menschen wurden ermordet, weil sie Juden waren
– weil sie am Shabbat in ihrer Synagoge waren.

Der Talmud sagt: „Kol Israel Eravim Se Lase“
– „Alle Juden sind füreinander verantwortlich.“
Egal wo Jüdinnen und Juden angegriffen werden – wir fühlen nicht nur mit ihnen, es ist wie ein Angriff auf uns selbst, auf unsere Familie.
Aber das Leid der Hinterbliebenen in Pittsburgh können wir nicht nachempfinden. Die Lücke, die der Attentäter über die jüdische Gemeinde in Pittsburgh gebracht hat, ist in Worten nicht zu beschreiben.

80 Jahre nach den Novemberpogromen müssen wir feststellen, dass der Hass immer noch gedeiht.
Diesmal kam er aus dem rechtsextremen Eck, eine Ecke, die einzelne gerne verharmlosen – auch bei uns in Österreich.
Ob rechtsextrem, linksextrem oder islamistisch – der Antisemitismus in den Worten verwandelt sich wieder und wieder in einen Antisemitismus der Taten. Dieser Hass ist tödlich.

Weltweit gedeiht der Hass. Antisemitische Verschwörungstheorien haben Konjunktur. Der Jude wird als Bösewicht dargestellt. Nur wird er heute oft anders genannt, der Antisemitismus wird verschleiert.

Früher wurde „der Jude“ als Schädling bezeichnet, heute wird Jude durch „Israel“ ersetzt.

Früher wurden Juden einer Weltverschwörung bezichtigt, nach der Shoah gingen Antisemiten zu Codes über: Das Feindbild „Rothschild“ heißt heute „Soros“.

Früher wurde gegen Juden als Ritualmörder gehetzt, heute wird das Schächten als Ritualmord dämonisiert.

Dass wir heute gemeinsam mit Freunden der US-Botschaft und unserer Gemeinde gedenken – ist ein wichtiges Zeichen.
Wir tun das, weil wir als Menschen zusammenstehen, weil Menschlichkeit stärker als Hass ist.

Hass ist nicht nur ein schnell dahingeschriebenes Facebook-Posting oder ein Tweet. Hass kann töten. Daran erinnert der Anschlag von Pittsburgh.

Der Mörder von Pittsburgh war auf rechtsextremen Plattformen unterwegs. Dort wurde auch sein Hass genährt.

Nächste Woche jähren sich die Novemberpogrome zum 80. Mal. Im Jahr 1938 waren sie der Auftakt zur Schoah.

Wieder werden wir sagen: „Nie wieder“
Wieder werden wir fordern: „Niemals vergessen“
Aber was tun wir? Was tut die Politik, die Staatengemeinschaft, die Medien?

Die Jüdische Gemeinde mahnt. Wir sind laut. Wir treten gegen jede Form des Hasses auf, gegen Antisemitismus und gegen Rassismus.
– weil wir in den Jahrtausenden der jüdischen Geschichte ein feines Sensorium für gesellschaftliche Fehlentwicklungen bekommen haben.

Vor 37 Jahren, am 29. August 1981, haben zwei palästinensische Terroristen diesen Stadttempel angegriffen. Zwei Menschen starben.
Schon zwei Jahre zuvor gab es einen versuchten Anschlag in Wien. Und in ganz Europa gab es in den 1970er -Jahren mehrere Attentate gegen Israelis, gegen Juden.

Die jüdischen Gemeinden in Europa haben ihre Konsequenzen gezogen und massiv in Sicherheit investiert.
Heute, 80 Jahre nach den Novemberpogromen, sind jüdische Gemeinden professionell geschützt. Eigene Sicherheitsleute, die Polizei – ohne diesen Maßnahmen ist jüdisches Leben in Europa kaum vorstellbar.

In den USA war das bisher anders. Aber anstatt dass wir dem US-Beispiel folgen können, müssen amerikanische Gemeinden darüber nachdenken, wie sie ihre Mitglieder besser schützen können, sie müssen dem europäischen Beispiel folgen. Das ist doch absurd.

Diesmal war es ein rechtsextremer Antisemit. In Europa waren es in den vergangenen Jahren verstärkt muslimische Judenhasser
– Toulouse 2012, Burgas 2012, Brüssel 2014, Kopenhagen und Paris 2015.

Egal von welcher Seite Antisemitismus kommt, er ist nicht mehr oder weniger schlimm als der andere. Es gibt kein Ranking! Es ist dieselbe Feindseligkeit, die, wenn sie nicht bekämpft wird, tödlich endet.

Wir alle – Juden, Christen, Muslime, Agnostiker, Atheisten und Andersgläubige – wir alle müssen aufstehen, wir alle müssen Menschlichkeit in den Mittelpunkt rücken – und wir dürfen nicht wegschauen.
Um es mit Elie Wiesels Worten zu sagen: „Das Gegenteil von Liebe ist nicht Hass, sondern Gleichgültigkeit.“

Shabbat Shalom!

Quelle: IKG

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27 10 2018
By: TKG 0

TKG: Angriff auf Synagoge- Wir verurteilen auf das Schärfste

Angriff auf Synagoge mit elf Toten sorgt für Entsetzen nicht nur  in den USA sondern auch in Österreich.

Ein schwer bewaffneter Angreifer hat am Samstag in einer Synagoge in Pittsburgh um sich geschossen und mindestens elf Menschen getötet. Sechs weitere Menschen wurden verletzt, darunter vier Polizisten, wie die örtlichen Behörden mitteilten. Der mutmaßliche Täter wurde festgenommen.  Der Angreifer hatte während einer Zeremonie zur Namensgebung für ein Baby am Sabbat-Tag das Feuer eröffnet. Dabei soll er Medienberichten zufolge „Alle Juden müssen sterben!“ gebrüllt haben. Nach Behördenangaben war er mit einem Sturmgewehr und mindestens drei Handgranaten bewaffnet. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei wurde er festgenommen und in ein Krankenhaus eingeliefert.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)  verurteilt  dieser aus der rechtsextremen Szene stammende terroristischen Schandtat.  Egal welcher Religion wir angehören oder nicht was uns verbinden sollte ist Menschlichkeit, Moral, Zivilisation, Anstand und Verstand. Wer diese Werte nicht verteidigt und nicht verstanden hat kann egal aus welchen Kreis, Nation und welche Religion nicht unser Freund bzw. Partner sein.

Unser aufrichtiges Beileid, Solidarität und tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen der Opfer . Wir  wünsche den Verletzten rasche Genesung.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)
Obmann
DI Birol Kilic

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26 10 2018
By: TKG 0

TKG: „Alles Gute zum Nationalfeiertag“

Österreich feiert mit seinem Nationalfeiertag die „immerwährende Neutralität“ ab 26.OKTOBER.2018 und Türkische Kulturgemeinde(TKG) feiert mit.

Wien (OTS) – Für die Türkische Kulturgemeinde in Österreich bedeutet Demokratie  vom Volk gewählte Regierung und Republik dem Gemeinwohl dienende Politik. Es ist wichtig, dass Österreichs Engagement für Frieden, für Menschenrechte und Menschenwürde auch global vertreten wird.Nach dem 26. Oktober 1955 konnte Österreich auch darangehen ein Instrument aufzubauen, das die Aufgabe hatte, die neu erreichten Werte Frieden, Freiheit, Rechtsstaat, SäkularitätGewaltenteilung und Unabhängigkeit zu schützen und souveränes Österreich zu verteidigen. Deswegen brauchen wir mehr „Frieden in der Heimat, Frieden in der Welt“ Deswegen ist die Nationalfeiertag für die TKG Tag des Friedens.

Es lebe die Republik Österreich! Alles Gute zum Nationalfeiertag und die „immerwährende Neutralität“

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

Herzliche Gratulation! Republiksgründung 1918


Vor genau 100 Jahren! 
Am 21. Oktober 1918

Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) in Österreich gratuliert  herzlich. Republiksgründung 1918: Am 21. Oktober 1918, vor genau 100 Jahren, fand im Landtagssaal im Palais Niederösterreich in Wien die Provisorische Nationalversammlung statt. Die Repräsentanten haben damals proklamiert, dass sie eine Republik wollen. Am historischen Tag und Ort, zur historischen Stunde halten heute Nationalrat und Bundesrat zur Erinnerung eine gemeinsame Festsitzung ab. ORF III überträgt die Festsitzung ab 17.00 Uhr, der Livestream ist auch über die Parlamentswebsite www.parlament.gv.at abrufbar.

Foto: Konstituierende Sitzung der Provisorischen Nationalversammlung für Deutschösterreich am 21. Oktober 1918 im Niederösterreichischen Landhaus in der Wiener Herrengasse © ÖNB

Das Jahr 1918. Eine dramatische Zäsur in der österreichischen Geschichte. Das Ende der Habsburgermonarchie und der Aufbruch in die neue Staatsform der demokratischen Republik, bei der das Recht vom Volk ausgeht und Frauen erstmals in der Geschichte des Landes das Wahlrecht erlangen, bedeutete eine fundamentale Veränderung der Gesellschaft in Österreich – und in Europa.

 „Auch in der Eröffnungsausstellung des Hauses der Geschichte Österreich, die im November 2018 eröffnet wird, sind uns diese internationalen Bezüge besonders wichtig.“

Demokratie, so wird das Haus der Geschichte Österreich nicht zuletzt in seiner Eröffnungsausstellung im November 2018 zeigen, ist keine Selbstverständlichkeit, denken wir an die Jahre der Diktatur 1933 bis 1938 und insbesondere an die Zeit des nationalsozialistischen Terrorregimes. Gerade der Blick auf die Jahre ohne Demokratie lässt uns erkennen, dass die Demokratie jene Staatsform ist, die dem Individuum die größtmögliche Teilhabe und Freiheit ermöglicht. Demokratie ist somit ein tagtäglicher Aushandlungsprozess um ihren bestmöglichen Zustand. Die Anfänge der Ersten Republik werden in der informativen Broschüre, wie es auch im Haus der Geschichte Österreich gehandhabt werden wird, der historische Kontext herausgestrichen, ohne den die Entwicklungen um 1918 nicht nachvollziehbar sind.

„So rasch die Erste Republik auch scheitern sollte, so beeindruckend ist es zugleich, dass die österreichische Revolution 1918 nahezu unblutig gelang. Die Etablierung des allgemeinen, gleichen und freien Wahlrechtes für beide Geschlechter war ein demokratiegeschichtlicher Meilenstein.“

Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich, Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek
Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich am 12. November 1918 vor dem Parlament, Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

Dank der Texte renommierter Historikerinnen und Historiker am neuesten Stand der historischen Forschung gibt die Broschüre „1918-2018 Die Anfänge der Republik Österreich im internationalen Kontext“ einen spannenden und informativen Überblick über jüngste Erkenntnisse zu den Jahren des Aufbruchs ins Ungewisse.

„Auch in der Eröffnungsausstellung des Hauses der Geschichte Österreich, die im November 2018 eröffnet wird, sind uns diese internationalen Bezüge besonders wichtig“, betont Direktorin Monika Sommer, denn „so rasch die Erste Republik auch scheitern sollte, so beeindruckend ist es zugleich, dass die österreichische Revolution 1918 nahezu unblutig gelang. Die Etablierung des allgemeinen, gleichen und freien Wahlrechtes für beide Geschlechter war ein demokratiegeschichtlicher Meilenstein“.

Alles rund um das Jahr 1918 – Jetzt zum freien Download verfügbar

Das Haus der Geschichte Österreich hat in Kooperation mit der kulturpolitischen Sektion des Bundesministeriums für Europa, Integration und Äußeres (BMEIA) eine Broschüre mit 14 Texten zur Republikgründung 1918 initiiert, die sich diesen zentralen Jahren der Österreichischen Zeitgeschichte von verschiedenen Blickwinkeln aus annähern. Nicht nur Vertreterinnen und Vertreter Österreichs im Ausland sollen dadurch informiert werden, sondern sie soll auch allen Bildungseinrichtungen frei zur Verfügung stehen.

Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich am 12. November 1918 vor dem Parlament, Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek
Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich am 12. November 1918 vor dem Parlament, Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek

 

Die AutorInnen: Dieter A. Binder, Gabriella Hauch, Christa Hämmerle, Helmut Konrad, Wolfgang Maderthaner, Alfred Pfoser, Oliver Rathkolb, Manfried Rauchensteiner, Walter Reichel, Barbara Thosold, Heidemarie Uhl, Helmut Wohnout

Mit Geleitworten von Dr.in Karin Kneissl (Bundesministerin für Europa, Integration und Äußeres), Mag. Gernot Blümel, MBA (Bundesminister für EU, Kunst, Kultur und Medien), Dr.in Monika Sommer (Direktorin des Hauses der Geschichte Österreich) und Herausgeber Prof. Dr. Helmut Konrad (Universität Graz).

 

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28 09 2018
By: TKG 0

Eurochambres Präsident Leitl-Türkei: „Wirtschaft Integriert“

Der Präsident der europäischen Wirtschaftskammer, Herr Dr. Christoph Leitl, hat den  Obmann der türkischen KULTURgemeinde (TKG) in Österreich- einer Denkfabrik-, in einer sehr freundlichen Atmosphäre empfangen.

Der ehemalige Präsident der Wirtschaftskammer und jetzige Ehrenpräsident hat bezüglich der österreichischen und türkischen Wirtschaft, trotz des Tauwetters, sehr positive, konstruktive, zielführende und vor allem freundliche Neuigkeiten gegeben. Leitl berichtete, dass er zweimal in der Türkei war und bei verschiedenen Organisationen und wichtigen Terminen immer eines zum Ausdruck gebracht hat: „Wir wissen, dass die Wirtschaft integriert ist und wir sehen hier sehr große Möglichkeiten für österreichische und türkische Unternehmer, sich gegenseitig durch verschiedene Investitionen und Kooperationen, in diesen schwierigen Zeiten, bei einem positiven Brückenbau zu unterstützen. Wir ermutigen erfolgreiche Unternehmer, die im Ausland etwas erreichen wollen, auch in der Türkei zu sondieren und natürlich umgekehrt, laden wir alle türkischen Unternehmer ein in Österreich zu investieren.  Wir sind hier um behilflich zu sein, einen nährhaften Boden vorzubereiten.“

Obmann Birol Kilic bedankte sich für den freundlichen Empfang herzlich und sagte, dass die beiden Länder seit 500 Jahren eine wechselvolle Wahrnehmung und Begegnung haben und dass wir hier, besonders für erfolgreiche österreichische Unternehmen in der Türkei, große Chancen sehen.

Kilic: „Wir bedanken uns bei Herrn Dr. Leitl.  Ein große  Brückenbauer, der uns immer motiviert hat. Wir möchten, dass durch Wirtschaft und besonders durch kulturelle Organisationen beider Länder, in den Bereichen Kunst, Kultur und Wirtschaft die gegenseitige Sympathie und der Respekt erhöht werden. Ich lebe seit 30 Jahren in Österreich, wo ich auch studiert habe, und kann eines sagen: Österreicher sind Freunde aller Nationen und besonders im Ausland, wenn es um die Türkei geht, sehr erfolgreich . Sogar viele österreichische Unternehmer und Wissenschaftler haben das große Vertrauen, von den Gründern der modernen Türkei, Atatürk, gewonnen. Nicht nur der ehemalige berühmte Präsidentenpalast ist von Österreichern architektonisch entworfen und mit Türken gemeinsam aufgebaut worden, sondern die gesamte Landesverteidigung, das türkische Parlament und viele andere Regierungsgebäude. Sie waren in der Türkei auch im Bereich Wasserkraft die Ersten, die beim Aufbau dabei waren, bis hin zu kleinen Technologieunternehmen. Österreicher werden als freundliche, seriöse und gemütliche Menschen empfunden und ich kenne auch sehr viele Österreicher die mit vielen türkischen Unternehmen außerhalb der Türkei, in türkischen Republiken, gemeinsame Projekte führen. Da sehe ich, dass Österreicher etwas können, was Türken nicht können und umgekehrt. Im Ausland zeigt diese Kombination erfahrungsgemäß mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede. Deswegen wünschen wir uns eine Annäherung zwischen den wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen. Mit einer Population von 80 Millionen sollte ein Land wie die Türkei, mit seinen Nachbarn wie Österreich, mehr zusammenarbeiten.Ein Blick auf die Entwicklung der österreichischen Exporte in die Türkei seit dem Beginn der Zollunion sprechen laut WKO dabei eine deutliche Sprache. Allein in den letzten 20 Jahren seit Inkrafttreten der Zollunion am 01.01.1996 hat sich das österreichische Exportvolumen von rund EUR 246 Mio. auf derzeit EUR 1.310 Mio. mehr als verfünffacht , zwischenzeitlich (2015) fast versechsfacht und es könnte und sollte mehr als 4 Milliarden sein. Allein nach dem Inkrafttreten der Zollunion 1996 hat sich das Exportvolumen innerhalb von fünf Jahren verdoppelt – insgesamt eine klare Erfolgsgeschichte.“

Für die EU- Türkei Zollunion, die am 01.01.1996 in Kraft getreten ist, wünscht Obmann Kilic eine Modernisierung, die unbedingt während des EU- österreichischen Ratsvorsitz zur Sprache kommen sollte, zumindest als positives Signal aus Österreich, das nichts mit der Vollmitgliedschaft zu tun hat, sondern mehr Nutzen für die EU- und österreichische Wirtschaft bringen wird. Das wurde auch von der EU Kommission im Dezember 2016 empfohlen, welche mit der Schlagzeile „EU Kommission schlägt Modernisierung der Zollunion mit der Türkei vor“ tituliert wurde.

 

Allgemeine Informationen:

 

Europäische Kommission schlägt Modernisierung der Zollunion mit der Türkei vor

http://europa.eu/rapid/press-release_IP-16-4468_de.htm

TKG ersucht die Modernisierung der EU-Türkei Zollunion

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180706_OTS0078/tkg-ersucht-die-modernisierung-der-eu-tuerkei-zollunion

Handelsabkommen der EU mit der Türkei

https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Handelsabkommen-Zollunion-EU-Tuerkei.html

Enhancement of EU-Turkey bilateral trade relations and modernisation of the EU-Turkey Customs Union

http://ec.europa.eu/trade/policy/countries-and-regions/countries/turkey/

Österreich – Türkei: Eine historisch verankerte Freundschaft?

 

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17 09 2018
By: TKG 0

Kaleagasi: „Wir glauben an den Rechtsstaat und an die Unantastbarkeit der Menschenwürde“

Der Generalsekretär und CEO des größten Industrieverbands der Türkei (TÜSIAD), Dr. Bahadir Kaleagasi, hat in Wien bei der Einladung der Think Tank Organisation, Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG), über die Beziehungen zwischen Österreich-Türkei und Türkei-EU mit mehreren PolitikerInnen, Industriellen, Journalisten und Experten gesprochen.

TÜSIAD ist die liberale Wirtschaftslobby in der Türkei und deckt mit seinen 4000 Unternehmen 80% des türkischen Außenhandels ab. TÜSIAD Mitglieder bringen mehr als 80% von Gewerbe- und Körperschaftsteuern auf.

Kaleagasi beantwortete die Fragen der Türkischen KULTURgemeinde (TKG) in Österreich wie folgt:

 

 

Herzlich willkommen in Wien, Herr Generalsekretär aus Istanbul. Wie beurteilen Sie die derzeitigen Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei?

Kaleagasi: Vielen herzlichen Dank. Ich glaube, die politischen Differenzen konnten in vielen kritischen Wendepunkten der Geschichte mit einem klaren Kopf, besonnener Rhetorik und kreativen Strategien überwunden werden. Wie Sie auch wissen, ist der globale Wandel beschleunigt. Zu den wichtigen globalen Veränderungsprozessen zählen u.a. Asiens Aufstieg, die ungewöhnliche Präsidentschaftserfahrung in den USA und der fortschreitende Klimawandel. Vielleicht am wichtigsten in historischer Perspektive ist auch die vierte industrielle Revolution, Digitalisierung, grüne Energie, Neurowissenschaften… In diesem Zusammenhang ist die Schnittmenge der realen Agenda in Österreich und der Türkei klar: Energie, Technologie, Handel, Migration und Sicherheit. Als europäische Geschäftswelt teilen wir eine gemeinsame Vision: ein demokratischeres, sichereres und wettbewerbsfähigeres Europa. Österreich und die Türkei haben beide das Know-how und die Erfahrung, einen konkreten Beitrag zu der Realisierung dieser Vision zu leisten.

Welche Erfahrungen haben Sie mit Österreichern in der Türkei gemacht? Was verbindet Österreich und die Türkei in der Frühgeschichte?

Kaleagasi: Stets positiv. Ich liebe Österreich, weil Österreich aus der wechselvollen Geschichte der letzten Jahrhunderte sehr viel gelernt hat und der demokratische Rechtsstaat als oberstes Gebot angenommen wurde. Österreich kann sich im Bereich Rechtsstaat, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit und mit einem unglaublichen Umweltbewusstsein vorbildlich in der Welt behaupten. Respekt. Man sollte dennoch jeden Tag auf die demokratischen Grundwerte achtsam sein. Ich habe in der Türkei, von den österreichischen Unternehmen, immer kreative und soziale Verantwortlichkeit erlebt. Touristen verstärken auch das Image Österreichs; sie sind bei Themen wie Geschichte und Natur immer neugierig, aber auch respektvoll. ÖsterreicherInnen und TürkenInnen verbindet eine intensive fünfhundertjährige Begegnung sowie Wahrnehmung mit Höhen und Tiefen. Wir haben mit dem TKG-Obmann, Herrn Birol Kilic, einen sehr konstruktiven, positiven Überblick über die Menschen in Österreich und allgemein über die wechselhafte Geschichte Österreichs, dessen Innovationen und dem Staat allgemein bekommen. Daher denken wir, dass wir mit mehr Empathie reagieren sollten. Genau das gleiche erwarten wir auch von österreichischer Seite. Man muss die einzigartigen, modernen, säkularen Menschen und ihren Glauben an den Rechtsstaat, die Pressefreiheit, die Menschenrechte und die allgemeinen Werte der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sowie den Glauben an die Unantastbarkeit der Menschenwürde immer im Auge behalten. Für uns bedeutet die EU und Österreich die gemeinsame Verteidigung dieser Werte. Wir bitten hier in aller Höflichkeit, die Türkei aus Ihrer Innenpolitik herauszuhalten und uns für die Werte zu unterstützen. Wir haben auch von Herrn Kilic Folgendes erfahren, was nicht vergessen werden sollte: 1923 gründete Mustafa Kemal Atatürk die Republik Türkei. An der Gestaltung des Regierungsviertels der neuen Hauptstadt Ankara wirkten zahlreiche österreichische Architekten, unter ihnen Clemens Holzmeister, mit. Zu Holzmeisters wichtigsten 15 Bauten gehören das Parlament, der Präsidentenpalast, einige Ministerien und Banken sowie das Gebäude der österreichischen Botschaft. Der Bildhauer Heinrich Krippel schuf das berühmte Reiterstandbild „Atatürks in Samsun“. Auch heute sind die aktuelle Architektur und Fragen des modernen, energieeffizienten Wohn- und Sozialwohnbaus wichtige Themen im Dialog zwischen Österreich und der Türkei. Es gibt noch sehr vieles hier als Beispiel.

Was erwarten Sie von der österreichischen Bundesregierung?

Kaleagasi: Nicht nur von der österreichischen Bundesregierung, sondern von allen EU-Mitgliedstaaten und natürlich und vor allem auch von unserem Land, der Türkei, erwarten wir, dass sie rationale und strategische Politik generieren, ohne kurzfristige taktische Fehler zu begehen.

Was meinen Sie damit genau?

Kaleagasi: Wenn wir uns die EU-Türkei-Integrations-Partnerschaft anschauen, gibt es greifbare Themen, bei welchen man konkrete Fortschritte erzielen kann: die Modernisierung der seit 01.01.1996 bestehenden Zollunion zwischen der EU und der Türkei, die digitale Wirtschaft, Energie, Sicherheit, Migration und die Bekämpfung des Klimawandels. Eine Harmonisierung und ein gemeinsames Vorankommen in all diesen Bereichen würden einen wesentlichen Beitrag zum Frieden, zur Sicherheit und zum Wohlstand aller europäischen Bürger leisten.

Die Türkei kann bereits durch die Zollunion seit 1. Jänner 1996 als privilegierter Partner betrachtet werden. Gibt es Ihrer Meinung nach noch Verbesserungswünsche, ohne dass die Türkei Vollmitglied der EU sein muss?

Kaleagasi: Wir müssen hier in aller Freundschaft etwas unterstreichen. Die privilegierte Partnerschaft funktioniert zunächst nur, wenn sie vorübergehend ist. Das Dilemma, welches das Vereinigte Königreich derzeit bei Brexit-Verhandlungen erlebt, ist ein Beweis dafür. Zweitens sollte die EU in einer sich ausweitenden, globalen Ordnung nicht schrumpfen. Im Gegenteil, sie sollte einen größeren Bereich von Demokratie, Wirtschaft und Sicherheit darstellen. Sie sollte auch ein besser funktionierendes Governancesystem, d.h. politische Steuerung und Koordination haben. Außerdem wird die Vollmitgliedschaft in der EU in naher Zukunft von einem Modell der sogenannten „differenzierten Integration“ abhängen.

Was bedeutet „differenzierte Integration“ in der EU und die Vollmitgliedschaft in der EU für die Türkei?

Kaleagasi: Ganz einfach. In der Mitte befindet sich dann eine eher föderale Kern-EU, die Eurozone. Rundherum ein breiterer EU-Kreis. Die Türkei wird ein EU-Mitglied in diesem flexiblen Modell sein; natürlich soweit sie alle notwendigen demokratischen und rechtlichen Bedingungen erfüllen kann. Priorität für heute ist, zum Thema Vollmitgliedschaft der Türkei, für die Reifezeit der Bedingungen abzuwarten und sich in der Zwischenzeit auf konkrete Bereiche zu konzentrieren, wie zum Beispiel die Modernisierung der bestehenden Zollunion, Energie, digitaler Binnenmarkt, innere und äußere Sicherheit… Das wäre zum Vorteil Österreichs und auch zugunsten der Werte und Interessen der EU-BürgerInnen und der BürgerInnen der Türkei. In diesem Sinne müssen Politiker in allen europäischen Hauptstädten ehrlich, weise und visionär handeln. 

Welche Branchen profitieren am meisten von den Handelsbeziehungen?

Kaleagasi: Eigentlich alle. Entscheidend ist, dass Unternehmen globale Trends, digitale Transformation und lokales Marketing gut verstehen können. Die Türkei ist ein europäisches Land, welches sich der EU-Binnenmarktvorschriften zum großen Teil angepasst hat. Zur gleichen Zeit hat die Türkei einen gewissen asiatischen, dynamischen Unternehmergeist. Die Türkei ist Europas europäisch-asiatisches Tor. Diejenigen Unternehmen, die das richtig verstehen und interpretieren können, machen immer lukrative Geschäfte.

Haben Ihre Mitglieder auch in Österreich Investitionen getätigt?

Kaleagasi: Ja, aber im Vergleich zu anderen EU-Ländern weniger. Zu deren Erhöhung würde die Aktualisierung bzw. Modernisierung der türkischen Zollunion mit der EU, hervorragende Möglichkeiten schaffen. Dadurch werden neue Investitionen und Beschäftigungen auf beiden Seiten zunehmen.

Glauben Sie, dass sich die Türkei von derzeitigen wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Schwierigkeiten in absehbarer Zeit erholen wird?

Kaleagasi: Ja. Auf kurze Sicht geht es vor allem um einen dringenden Aktionsplan, der den Anforderungen des 21. Jahrhunderts entspricht. Im Mittelpunkt dieser Vorschläge muss eine straffe Geldpolitik, eine Fiskalpolitik, mit zugehörigen Sparmaßnahmen, gezielt auf eine rückläufige Inflationsrate, bessere Beziehungen zur EU und die Lösung bestehender Probleme mit den USA, im Rahmen der strategischen Partnerschaft, stehen. Implementiert die Türkei die erforderlichen Maßnahmen in Bereichen wie Steuern, Arbeitsmärkte, Energie und Ausbildung durch eine ehrgeizige Strukturreformagenda und setzt wieder Demokratisierung als Priorität an die Tagesordnung, kehrt sie schnell zurück zu einem nachhaltigen Wirtschaftswachstum und sozialer Entwicklung.

Die Türkei ist für die EU und Österreich wichtig sagen Sie. Warum?

Kaleagasi: Eine stabile Türkei ist sehr wichtig für ein stabiles Europa und vor allem für Österreich. Eine instabile Türkei exportiert auch Instabilität.  Alle europäischen Länder sind eigentlich wichtig füreinander. Eine EU, die sich in einer multipolaren Welt stärkt, ist nur durch eine erweiterte EU möglich, die ihren Einfluss ausbaut. Eine Innovationsgemeinschaft, die dem Geist des 21. Jahrhunderts entspricht, braucht eine diversifizierte EU mit Zuversicht. Nur eine EU, die ihre eigenen Transformationsmaßnahmen betreibt und ihren Einflussbereich erweitert, kann als ein Vorbild im Mittelpunkt für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Grundrechte und Grundfreiheiten in der Welt agieren. Nur eine solche EU kann zu den Regulatoren für Technologien der künstlichen Intelligenz gehören. Die jüngste Geschichte zeigt, dass es immer positive Ergebnisse für die Bürger beider Seiten gebracht hat, die Türkei im europäischen Integrationsprozess zu halten. Das ist eine faktische Realität. Etwas anderes zu tun, um die Türkei vom positiven Einfluss der EU fernzuhalten, war immer ein Teil des Problems. Das ist auch eine datenbasierte Realität. Für ein wohlhabenderes und sicheres Europa ist und bleibt die Türkei Europas südöstlicher Pfeiler.

Welche Tipps geben Sie Investoren, die dort investieren wollen?

Kaleagasi: Kombinieren Sie globale, europäische und österreichische Ansätze mit den mittelfristigen Potenzialen der Türkei. Wir sind hier, um Sie dabei zu unterstützen und objektiv durch Herausforderungen, Risiken und Chancen zu führen.

Vielen Dank. 

 

 

Info und Links:

TÜSİAD ist der größte Verband in der Türkei, als Interessensvertreter des Privatsektors des Landes. Die Mitglieder der TÜSIAD sind türkische und internationale Unternehmen. TÜSİAD ist Mitglied der European Business Confederation BusinessEurope und der Global Business Coalition parallel zur G20. Neben dem Hauptstadtbüro in Ankara besitzt TÜSİAD ein Netzwerk von sechs Auslandsrepräsentanzen in Brüssel, London, Paris, Berlin und Washington, D.C. sowie Business-Netzwerke in China, Golfregion und Silicon Valley.

TÜSİAD

https://tusiad.org/tr/

Dr. Bahadir Kaleagasi

https://en.wikipedia.org/wiki/Bahadir_Kaleagasi

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03 09 2018
By: TKG 0

Cem Mansur mit dem Turkish National Youth Philharmonic Orchestra in Wien-Do 13.09. um 19:30

100 aus sämtlichen Konservatorien der Türkei ausgewählte Talente von 16 bis 22 Jahren stehen gemeinsam auf der Bühne.

Einladung: Do 13.09. um 19:30 Uhr spielt das Turkish National Youth Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Cem Mansur, das Eintritt ist frei.

Aus sämtlichen Konservatorien der Türkei ausgewählte Talente von 16 bis 22 Jahren stehen gemeinsam auf der Bühne.  Eines der Steckenpferde ist das „Labor of Democracy“: Hier unternimmt Orchesterleiter Cem Mansur mit den Jugendlichen und dem Publikum eine Reise, die die Struktur eines Orchesters als perfekte Metapher für das Lernen von Koexistenz, Führung, Selbstachtung und Verantwortung zeigt.

Das Orchester, das 2007 mit Unterstützung der Sabanci-Stiftung gegründet wurde, tritt seit dem ersten Konzert mit dem großen Pianisten Murray Perahia international auf. Doch nicht nur die Auftritte in den renommiertesten Konzerthäusern Europas, auch Workshops und Seminare über Musik sind als soziales Werkzeug zum festen Bestandteil geworden. Eines der Steckenpferde ist das „Labor of Democracy“: Hier unternimmt Orchesterleiter Cem Mansur mit den Jugendlichen und dem Publikum eine Reise, die die Struktur eines Orchesters als perfekte Metapher für das Lernen von Koexistenz, Führung, Selbstachtung und Verantwortung zeigt.

Interpretinnen & Interpreten:
Turkish National Youth Philarmonic Orchestra
Dirigent: Cem Mansur
Soloistin: Alena Baeva, Violine

Programm:

Leonard Bernstein (1918-1990) Serenade for solo violin, strings, harp and percussion after Plato’s “Symposium”
Cemal Reşid Rey (1904-1985). “İnstantanés”
Leonard Bernstein: Divertimento for Orchestra
Eintritt: frei
Anmeldung über das ORF RadioKulturhaus Kartenbüro

 

Der Dirigent Cem Mansur

Foto:(c)TYO

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31 08 2018
By: TKG 0

TKG STELLUNGNAHME ZU SARRAZINS BUCH !

Stellungnahme der Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bezüglich Sarrazins neuem Buch:

Wir würden, als liberale, säkulare Muslime aus der Türkei in Österreich, die wir nicht alle vertreten, sehr gerne Herrn Thilo Sarrazin und sein zweites Buch „Feindliche Übernahme“ unterstützen.

Wir haben immer, bei unseren österreichischen und deutschen Ansprechpartnern, egal ob aus der Politik, Medien, Bürokraten bzw. aus Religionsgemeinschaften, um eines gebeten: “ Bitte die Spreu vom Weizen zu trennen. Nicht pauschalisieren. Wissen aneignen und sachlich bleiben, damit wir zusammen für die freiheitliche, demokratische Grundordnung als wehrhafte Demokraten zusammen auf Augenhöhe kooperieren können. Und hier haben wir Säkularität als Sauerstoff der Demokratie definiert.  Wir sind keine Hoftürken bzw. keine Hofmuslime und möchten keine werden sondern wir wollen bewusste Bürger bzw. Citiyons der Republik Österreich bzw. EU werden mit gleichen Rechten und  natürlich mit gleichen Pflichten.“

 

Das Buch von T. Sarrazin ist schlecht recherchiert (E.E.):

Antwort: Prof. Dr. Aziz Sancar und andere

Aziz Sancar Aziz Sancar (8. September 1946 in Savur, Provinz Mardin, Türkei) ist ein türkisch-amerikanischer Genetiker. Für 2015 wurde ihm „für die mechanistischen Studien zur DNA-Reparatur“ gemeinsam mit Tomas Lindahl und Paul Modrich der Nobelpreis für Chemie zugesprochen.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Aziz_Sancar?wprov=sfti1

 

Hetzebuch -Volksverhetzung

Thilo Sarrazins neues Buch „Feindliche Übernahme“ ist wie sein vorheriges Buch „Deutschland schafft sich ab” weder ein Fachbuch, ein Informationsbuch noch ein Provokationsbuch, sondern ein Hetzebuch (Volksverhetzung), in dem biologisch und kulturell gefärbter Rassismus mit den folgenden Worten vertreten wird: „Die religiös gefärbte kulturelle Andersartigkeit der Mehrheit der Muslime und deren steigende Geburtenzahlen gefährden offene Gesellschaft, Demokratie und Wohlstand.

Die liberalen Muslime aus der Türkei, aus Deutschland und aus Österreich, mit einer säkularen Einstellung gegenüber dem Staat und der Gesellschaft, fühlen sich sicher nicht von Sarrazin und seinen verallgemeinernden Ansichten vertreten. Er schreibt in dem Buch immer von liberalen Muslimen, oder angeblich liberalen Quellen muslimischer Wissenschaftler, als ob er hier auch uns vertritt oder eine Stimme für alle ist und tut so, als ob er uns dadurch stärken würde. Sarrazin beruft sich auf liberale muslimische Stimmen in Deutschland. Wer sind die Brandstifter die als Feuerlöscher auftreten überhaupt?

Das ist eine Farce, Manipulation, Verdrehung, Verdunkelung, Vernebelung der hinterhältigen, hinterlistigen und doppelmoralischen Ziele von Thilo Sarrazin und seinen Unterstützern. Sarrazin unterstützt mit diesem Buch den politisierten Glauben und die Fundamentalisten der islamischen Welt, insbesondere in Deutschland und in Österreich und spaltet nicht nur die Gesellschaft, sondern missbraucht Meinungsfreiheit und hetzt pauschal gegen Menschen, die aus dem Islamischen Kulturbereich stammen. Die Geschichte ist da, um aus der Geschichte zu lernen.

Wir sollten aus der Gesichte in  der EU vor allem lernen.

Wir erheben Einspruch!

TKG Thesen

Volksverhetzung unter dem Deckmantel Religionskritik? 

Unter dem Vorwand „Meinungsfreiheit“ darf man in Deutschland auch nicht Juden satanisieren, Talmud & Tora manipulieren und aus dem historischen Kontext und Zusammenhang reißen, um die Juden, das Judentum (und den Glauben über TALMUD ) pauschal zu schikanieren bzw. terrorisieren und zu verächtlichen.

In Wahrheit muss man unbedingt betonen: Mit Sarrazin der anscheinend unter „Confirmation Bias“ (Bestätigungsfehler) leidet, eine Islamdebatte zu führen, ist, als ob man mit Goebbels über Judentum diskutieren würde…  

Man kann hier nicht von einer Verantwortungslosigkeit, Provokation, Meinungsfreiheit oder Religionskritik reden, sondern von einer puren Volksverhetzung ersten Grades. In dem Buch werden „alle Muslime mit Erbdummheit“ verächtlich bezeichnet und schikaniert, was für uns lächerlich ist, aber in der Öffentlichkeit wird das Buch wie „Mein Kampf“ de facto von manchen Parteien, NGOs und Zeitungen propagiert und damit Deutschlands freiheitliche demokratische Grundordnung zerstört, da hier vorsätzlich und absichtlich Hass gestachelt und mit der Würde der Menschen gespielt wird. 

Wir sind als säkulare Österreicher mit türkischer Abstammung gegen jeglichen politisierten Glauben, insbesondere gegen die fundamentalistischen Bewegungen aus unseren Kreisen, die wir seit Jahren in Österreich durch Verstand, Vernunft, Kritik und Aufklärung und einem tiefen Glauben an die österreichische Demokratie und den Rechtsstaat, hart bekämpfen.  

Wir brauchen keine Freunde wie Sarrazin! Wenn man solche Volksverhetzer als Freunde hat, braucht man keine Feinde!

 

Deutschland-Art. 1 Absatz 1 Grundgesetzt

 

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
 

„Unter Menschenwürde versteht man die Vorstellung, dass alle Menschen unabhängig irgendwelchen Merkmalen wie etwa Herkunft, Geschlecht oder Alter denselben Wert haben, da sie sich alle durch ein dem Menschen einzig gegebenes schützenswertes Merkmal auszeichnen, nämlich die Würde. Seine Verankerung als erste Norm des Grundgesetzes ist eine bewusste Reaktion auf die massive Missachtung der Menschenwürde im Nationalsozialismus.

Im Verständnis des Bundesverfassungsgerichts  bezieht nach der Ordnung des Grundgesetzes der Staat seine Legitimation allein daraus, dass er den Menschen konkret dient. Die Menschenwürde ist damit der oberste Grundwert und die Wurzel aller Grundrechte. Als einzige Verfassungsnorm gilt die Menschenwürde absolut, sie kann durch keine andere Norm beschränkt werden, auch nicht durch ein anders, von der Menschenwürde abgeleitetes Grundrecht.“

 

Die Volksverhetzung ist in Deutschland ein Äußerungsdelikt nach §130 StGB: Volksverhetzung,
auch in Österreich, nach §283 StGB: Verhetzung.   

Unserer Meinung nach stört der Deutsche Herr Thilo Sarrazin mit dem Buch „Feindliche Übernahme“, unter dem Vorwand Religionskritik, den öffentlichen Frieden vorsätzlich.  

Er stachelt Hass an bzw. fordert Willkürmaßnahmen gegen eine nationalistische, rassistische, religiöse und durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, kurz, alle Muslime in Deutschland und Österreich wegen der Zugehörigkeit zu der Islamische Religion.  

Herr Sarrazin greift die Menschenwürde in dem Buch dadurch an, dass er vorbezeichnete Gruppen und Teile der Bevölkerung beschimpft, schikaniert, böswillig verächtlich macht und pauschal verleumdet. Unter dem Vorwand der freien Meinungsäußerung übt Sarrazin mit diesem Buch pure Verhetzung gegenüber einer Religionsgemeinschaft in Deutschland und in Österreich aus.  Vorsicht: Deutschland und Österreich verlieren damit ihre moralische Überlegenheit bzw.Deutungshoheit.

Zwischenfrage:
Rechtstaat oder  mit Sarrazins Willkür Un·rechts·staat gegen Moslem.

Der Begriff Unrechtsstaat gegen Katholiken in Deutschland? 

„Der Begriff wird auf den preußischen Katholiken  Peter Reichensperger (1810–1892) zurückgeführt. Mit dem Begriff des Unrechtsstaates wollte Reichensperger andeuten, dass Preußen ein solcher würde, wenn es die Rechte seiner katholischen Untertanen beschneidet. In der 24. Sitzung der  Zweiten Kammer des Preußischen Landtags am 12. Februar 1853 äußerte der Abgeordnete Reichensperger: „Ich denke, der Rechtsstaat besteht darin, dass der Obrigkeit das Schwert zum Schrecken der Bösen anvertraut ist, und zum Schutze derer, die in ihrem Recht sind, ihr Recht üben; einen Unrechtsstaat würde man dagegen meines Erachtens denjenigen zu nennen haben, welcher die Unruhestifter schützen und diejenigen bedrohen wollte, die in ihrem Rechte sind.“

 

Sarrazins Quellen: Leserbriefe und „Achse des Guten“

Die von Sarrazin verwendeten Quellen zeigen eines deutlich: Er verwendet keine seriösen, sachkundigen Quellen. Er zitiert hinterlistig Islamwissenschaftler sowie Vertreter des angeblichen liberalen Islams in Deutschland. Wenn man die Quellen genau unter die Lupe nimmt sieht man, dass sich die Mehrheit seiner Quellenangaben auf Zeitungs- und Fernsehbeiträge, bis hin zu Leserbriefen der BILD Zeitung, sowie auf Internetportale wie die als antiislamisch bekannte Hetze-Webseite „Achse des Guten“, beziehen. Das sind Sarrazins Quellen.

Er macht keine objektive bzw. profunde Analyse, sondern baut auf Verzerrung, Manipulation von Fakten und Geschichte. Unter dem Deckmantel der Sachlichkeit, die er versucht, durch das Anführen mehrerer Statistiken mit angeblichen Fußnoten, zu untermauern, steckt im Wesen ein feindliches, hetzerisches, kulturrassistisches, antiislamisches Hetzebuch.

Sarrazin und Kulturalismus (Kultureller Rassismus-Neorassismus)

In Sarrazins neuem Buch wird ein Kapital mit dem Titel „Erbdummheit der Muslime“ (S. 144 u. S. 499) unverschämt benannt.

Laut Experten:

„….-führt Sarrazin unter diesem Kapital anders als in „Deutschland schafft sich ab“ – nichts mehr auf biologisch-genetische Ursachen zurück, sondern auf den kulturellen Einfluss des Islams. Ihn macht er in Kapitel 3 für eine unumkehrbare Dummheit aus Mangel an intellektueller und kreativer Intelligenzentwicklung der Muslime verantwortlich. Mehr noch, Sarrazin behauptet ein religionsbezogenes „Intelligenzgefälle“, wobei er den höchsten Bildungsgrad bei Juden, gefolgt von Christen, Religionslosen, Buddhisten und Hindus sieht, wohingegen Muslime die niedrigste formale Bildung hätten (S. 157). Dieser Ansatz wird dem komplexen Phänomen der Intelligenz in kleinster Weise gerecht. Freilich, der Verfasser spricht hier nicht von Rassen oder Ethnien. Doch vom Denkansatz her ist dies nichts anderes als eine kulturell determinierte Spielart von Rassismus im Gewande einer angeblichen Religionskritik, durch die er den vermeintlich hochgebildeten jüdisch-christlichen Westen in Opposition bringt zu den vermeintlich ungebildeten Muslimen. Die Mechanismen seiner Argumentation, die eine Differenz postuliert zwischen den Muslimen und den Anderen, diese abwertend und verallgemeinernd etwa mit Intelligenz in Verbindung bringt und das Ganze benutzt, um die natürliche Überlegenheit der einen Gruppe zu postulieren, erfüllen alle Merkmale, die der französische Soziologe Albert Memmi kulturellen Rassismus benennt.“

-…“Der Faktencheck fällt nicht günstig aus. Mit Jahreszahlen nimmt es Sarrazin nicht genau (etwa bei der Eroberung von Bagdad durch die Mongolen), nicht mit der Geographie (Sudan ist nicht Teil des Maghreb) und auch nicht mit Übersetzungen. Sarrazin schreibt Namen und Vornamen falsch, verwechselt Aleviten und Alawiten, bringt Laizismus und Säkularismus durcheinander. Zu Afrika behauptet er, „viele Problemstaaten in Afrika und Asien“ würden dadurch geeint, „dass die dort lebenden Menschen überwiegend muslimischen Glaubens sind“. 63 Prozent der Einwohner von Subsahara-Afrika sind jedoch Christen; ihre Staaten gehören zu den ärmsten der Welt.“

-..“Je geringer das Wissen, desto sicherer das Urteil. Sarrazin kritisiert die vielen Wiederholungen im Koran und verrät schon damit seine Unkenntnis. Was wie eine Wiederholung erscheint, steht jedes Mal in anderem Kontext, da aus einer Geschichte mehrere Lehren gezogen werden können. So wird der Kontext wichtig. Völlig daneben ist Sarrazins Behauptung, der Koran kenne keine historisch-kritische Exegese. Gerade die „Umstände der Offenbarung“ stehen im Mittelpunkt der islamischen Theologie. Sarrazin aber zitiert Verse ohne diesen Kontext und verschweigt, dass es zu Versen, die etwa zu Gewalt aufrufen, solche gibt, die das Gegenteil fordern. “

-…“Immer wieder kehrt Sarrazin zur Obsession zurück, der Islam vermittle Hass auf die „Ungläubigen“, was ihm „expansive Eroberungskraft“ verleihe. Früher als andere hat der Islam aber das Kriegsrecht kodifiziert und vieles verboten – die Tötung von Frauen, Kindern und Greisen, das Verseuchen von Wasser. Als Leser fragt man sich immerzu, wie eine Religion, wenn sie denn so voller Hass und Rache wäre, wie Sarrazin suggeriert, sich 1400 Jahre halten konnte.

-..“Völlig absurd ist Sarrazins Behauptung, der Islam biete „keinen Anreiz zu einer Wissbegier“, die Muslime hätten nie einen Sinn für das Messen von Zeit und Distanzen entwickelt. Weiß Sarrazin denn nichts von der kreativen Periode der arabischen Wissenschaften, die 800 Jahre gedauert hat? Der Kartograph Biruni hatte bereits im 10. Jahrhundert große Distanzen exakt vermessen. Im 15. Jahrhundert entwickelte Taqi al-Din moderne Uhren mit Gewichtsantrieb oder mit einer konischen Feder, wie sie in Europa erst im 19. Jahrhundert bekanntwurden. Im 16. Jahrhundert erkannten die Muslime den Nutzen der Dampfkraft. Kolumbus segelte mit einem arabischen Kompass in die Neue Welt. Medizin, Chemie und Algebra waren viele Jahrhunderte arabische Wissenschaften. Sarrazin aber schreibt, der Koran habe den „Augenblickzustand in einer primitiven, auf Jagd, Kampf und Macht gestimmten Gesellschaft“ zu einer „religiösen Botschaft mit Ewigkeitscharakter überhöht“.

Rassismus ohne Rassen=Kulturellen-Rassismus =Neo-Rassismus

Kurz, Sarrazin verwendet in dem zweiten Buch keine Rasse, sondern Kultur und Religion die jeglichem Versuch einer Veränderung entzogen sind.
Das nennt man in der Rassismus-Forschung „Rassismus ohne Rassen“, so wie der „Antisemitismus ohne Juden“ bekannt ist. Hier geht man von der Existenz eines Rassismus aus, bei dem der Begriff der Rasse nicht verwendet wird, sondern den man Kulturalismus sowie kulturellen-Rassismus und Neo-Rassismus nennt. In diesem Buch verwendet Sarrazin statt biologischem Rassismus(Deutschland schafft sich ab),  pure kulturellen Rassismus Argumente. Ohne Zweifel.

Die Experten definieren kulturellen Rassismus als: „Naturalisierung des Kulturellen, des Sozialen oder der Geschichte, wodurch diese sozusagen stillgestellt und jeglichem Versuch einer Veränderung entzogen seien. Ideologisch gehört der gegenwärtige Rassismus in den Zusammenhang eines „Rassismus ohne Rassen“, eines Rassismus, der – jedenfalls auf den ersten Blick – nicht mehr die Überlegenheit bestimmter Gruppen oder Völker über andere postuliert, sondern sich darauf beschränkt, die Schädlichkeit jeder Grenzverwischung und die Unvereinbarkeit der Lebensweise und Traditionen zu behaupten.“

Ist diese analogische Schlussfolgerung nicht die abstoßendste und älteste Form von biologischem und kultureller Rassismus, der gewisse genetische Merkmale zum Zentralpunkt sozialer Probleme macht und diese rassistische Haltung unter dem Deckmantel einer Pseudo-Naturwissenschaftlichkeit als korrekt und triftig zu verkaufen versucht?

Solche Thesen haben Rassisten in den USA damals vertreten, als sie behaupteten, dass Schwarzafrikaner den Tieren ähnlicher als den Menschen seien, und dass dies sich dadurch erklären ließe, dass deren Begabungen und Fähigkeiten, die eines Affen ähnlicher wären. Manche (hochrangige Politiker) fühlen sich sogar heute noch in Anbetracht jüngster Vorfälle in der Weltgeschichte durch solche „Feststellungen“ und „Schlussfolgerungen“ überlegen und stufen sich selbst in Folge als „Sozialingenieure“ ein, so wie es Sarrazin tut. Sein Ziel ist es, seine antisoziale und biologische Rassismus-Ideologie in Zukunft auf juristische Grundlagen zu stützen und unter Zuhilfenahme verfälschender Statistiken zu untermauern, so, wie es in der jüngsten Geschichte vorkam. Das ist eine Belastung und Muslime werden als volkswirtschaftliche Schädlinge darstellt.

 

Wie tickt der Sarrazin?

2011 wurde Thilo Sarrazin  zum „Menschen des Jahres“ von der Zeitschrift Profil gewählt. In dem Interview der Ausgabe propagiert  für eine eugenische Demographie. Sarrazin hat in diesem Interview wortwörtlich eine nach Erbkriterien gesteuerte Bevölkerungspolitik mit folgenden Worten argumentiert: „Jeder Hunde- und Pferdezüchter lebt davon, dass es große Unterschiede im Temperament- und Begabungsprofil der Tiere gibt. Und dass diese Unterschiede erblich sind“.

Herr Sarrazin hat damit „die Türken“  in Deutschland und in Österreich mit Hunden und Pferden verglichen.   Wie man weiß, war die nationalsozialistische Rassenhygiene (oder NS-Rassenhygiene), zur Zeit des Nationalsozialismus, die betriebene Radikalvariante der Eugenik. Punkt.

 

Vorbildlich sind sie nicht?

Frau Sarazzin zu japanischer Schülerin: „Du, Suzuki komm her“.

Der Vater: “Frau Sarrazin hat ihm mit der Blockflöte auf den Kopf gehauen.”

Hochzeitsfoto vor 37 Jahren.

Über eine Sammelbeschwerde von gut 50 Eltern aus dem März 2009 berichtet der “Spiegel”. Dort hieß es, dass die Lehrerin “im Unterricht die Beherrschung verliert und die Kinder anschreit”. Eltern eines japanisch-deutschen Jungen hätten sich beklagt, dass Ursula Sarrazin ihren Sohn wiederholt wie eine Automarke in “Suzuki” umtaufe. Dies geschehe “zum Teil unter dem Gelächter der Klassenkameraden, die ihn dann prompt auch so nennen”. Nach einem Bericht des “Tagesspiegels” soll Frau Sarrazin schon 2001 einen Schüler mit einer Flöte geschlagen haben. Der Vater des heute 22-Jährigen sagt: “Frau Sarrazin hat ihm mit der Blockflöte auf den Kopf gehauen.” Ursula Sarrazin verteidigt sich in mehreren Interviews. “Als Lehrer brauche ich Autorität, aber autoritär bin ich nicht. Ich stelle Regeln auf, an die sich die Schüler halten müssen. Das ist doch ganz selbstverständlich”, sagte sie dem “Focus”. “Ich schreie nicht im Unterricht”, sagte sie “Bild am Sonntag”.

Ausschnitt aus der Reportage von BILd am Sonntag NNTAg vom 16.01.11

BILD am SONNTAG: Frau Sarrazin, seit über einer Woche werden in der Öffentlichkeit Vorwürfe von Eltern und Schülern gegen Sie diskutiert. Sie seien zu autoritär, heißt es, würden einschüchtern und beleidigen . . .

URSULA SARRAZIN: Ich weiß, dieses Angstgerücht. das macht mir das Leben übrigens sehr schwer. Ihr Leben wird nicht leichter werden: Morgen konkretisiert der „Spiegel“ diese Gerüchte und berichtet zum Beispiel von einer 13-Jährigen, die auf einem Schulfest über Sie gesagt hat: „Meine Lehrerin war sehr streng und vor allen Dingen schrak ich manchmal davor zurück, wenn sie so laut schrie, dass ihr Kopf leicht rot anlief . . . Das Mädchen war eine ganz normale Schülerin. Ich weiß nicht, warum sie das erzählt hat.“

BILD am SONNTAG: Einen deutschjapanischen Schüler, 8 Jahre alt, sollen Sie vor der gesamten Klasse wiederholt als „Suzuki“(du Suziki komm hier) verhöhnt haben . . .

URSULA SARRAZIN: Das war vor zwei Jahren in der ersten Schulstunde, als ich die Klasse neu unterrichtet habe. Ich konnte mir noch nicht alle Namen merken und habe den japanischen Namen des Schülers S. falsch ausgesprochen, das klang phonetisch wie Suzuki. Ich habe dann Sie als Suziki gerufen. Da haben die anderen Kinder gelacht. Ich habe aber nicht böse gemeint.


Sarrazin, die Quelle der Weisheit?

Was für Juden die “Protokolle der Weisen von Zion” sind, ein seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitetes antisemitisches Pamphlet, ist für Muslime das Buch von Theo Sarrazin mit dem Titel “Deutschland schafft sich ab” und das neue Buch „Feindliche Übernahme“.  Wir können nur alle anständigen Menschen dazu aufrufen, diese von Wissenschaftlern widerlegten Bücher nicht als “Quelle der Weisheit” zu verwenden.

Was denkt Sarrazin über Österreich? 

Auf die Frage, im gleichen Interview von Profil aus der Ausgabe von 2011, was die Österreicher für ein Volk wären, antwortete Sarrazin wortwörtlich: „Ich möchte den Österreichern nicht zu nahetreten. Sie sind eine Abspaltung des deutschen Volks.“ 

Auf die Antwort von Profil: „Das wird die meisten Österreicher nicht sehr freuen“, erwidert Sarrazin: „Aber sie haben ja selbst 1938 mit großer Mehrheit für den Anschluss an das deutsche Volk gestimmt.“ Auf die Profil Frage: „Die Morde an Abtreibungsärzten in Amerika würden Sie aber nicht als Beleg für eine dem Christentum inhärente Gewaltbereitschaft heranziehen, oder?“, gibt Sarrazin folgende Antwort: „Ich rede hier nicht über die USA, sondern über Europa.“

Wir müssen hier, die Spreu vom Weizen trennen und folgende Frage in dem Raum stellen: Was hat Deutschland und Österreich aus der Geschichte gelernt? Welche „Werte“ sind wichtig für Deutschland und Österreich? Man muss das Buch von Thilo Sarrazin nicht gelesen haben, um die abwertenden Thesen, speziell mit Bezugnahme auf „die Muslime“ – wahlweise auch auf „die Türken und Araber“ –, nachzuvollziehen oder rechtfertigen zu können. Auch nach intensiver Befassung bleiben sie tendenziös und pauschal abwertend. Die Grenze des Sagbaren hat sich im Zuge der Debatte verschoben und der Diskursraum hat sich bis an den Punkt öffentlicher Diffamierungen verlagert.

Was für die Juden die “Protokolle der Weisen von Zion” sind, ein seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitetes antisemitisches Pamphlet, ist für die Türken das Buch von Theo Sarrazin mit dem Titel “Deutschland schafft sich ab” und das neue Buch „Feindliche Übernahme“.

Sarrazin und die stolzen Westliche Werte?

Die Goldene Regel der praktischen Ethik der christlichen Wertegemeinschaft besagt: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andern zu.“ Auch der berühmte deutsche Philosoph Immanuel Kant hat hier eine, für die Moralphilosophie wichtige, Grundsatzerklärung abgeben: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde.“  Mann nennt es der kategorische Imperativ(KI)  und er ist im System Kants das grundlegende Prinzip der  Ethik und Moral. Also wenn wir Herrn Thilo Sarrazin und seine Unterstützer nach diesen christlichen und zutiefst europäischen Werten(KI) messen, ist er sicher, nach unserer Meinung und mit Verlaub, kein Musterschüler, sondern ein zutiefst primitiver Hetzer.

Wir werden weiter in Österreich und in der EU für freiheitliche, demokratische Werte als Cityons einstehen und wie immer gegen jeglichen fundamentalistischen, reaktionären und politisierten Glauben, egal aus welcher Religion, demokratischen Widerstand durch Aufklärung leisten. Genauso gegen Demokratie-feindliche  und rassistische Bewegungen die unter dem Vorwand des Feuerlöschers auftreten, aber eigentlich Brandstifter sind. Zum Beispiel wie der nette Thilo Sarrazin und seine als schrecklich nette Famile getarnten Freunde und Unterstützer aus verschiedenen Ecken und Löchern kriechen und uns sehr gerne mit Hunden (Siehe Profil Bericht) vergleichen…

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

Bild Quelle: Karikatur – Silvan Wegmann
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13 08 2018
By: TKG 0

Stellungnahme: „Moslem“ Erlass des Sozialministeriums bezüglich illegalen Hinterhofschlachtungen!

Wien (OTS) – TKG begrüßt den netten „Moslem“ Erlass bezüglich der Hinterhofschlachtungen, welche für die Mehrheit der AustrotürkInnen sowieso nicht in Frage kommen und  welche die Mehrheit sicherlich auch strikt gegen ist.

Entspricht nicht der Wahrheit

Die Zahl der Hinterhofschlachtungen (Schächten), laut Expertenschätzungen ungefähr 25.000 Schafe pro Jahr, unter tierquälerischen sowie hygienisch gefährlichen Umständen, an nicht dafür zugelassenen Orten zu Tode gequält werden, entsprechen nicht der Wahrheit. Viele Muslime (unter anderen 300.000 Menschen aus der Türkei), kaufen ihr Fleisch in österreichischen Supermärkten wie z. B. Hofer, Billa, Penny, Lidl und Spar oder bei türkischen Supermarktketten bzw. Metzgereien. Die türkische Gastronomie kauf ihr Fleisch ebenfalls bei professionellen Schlachthäusern, welche hygienisch, korrekt und fürsorglich mit einem Gewerbe gesichert geführt werden.

Tatsache ist, dass von den ca. 700.000 in Österreich lebenden Muslime, welche nicht alle aus der gleichen Kultur und demselben Regelkreis stammen, auch Fehler gemacht werden können. Diese sind jedoch die Ausnahme.

Hier ist es besser in Zukunft Unannehmlichkeiten, welche wir aus unseren Heimatländern kennen, mit diesem Erlass gesetzlich in den Griff zu bekommen. Auch deshalb, weil ansonsten das Bild der Muslime in Österreich, bei einem so wichtigen Opfer-Fest umsonst in ein schiefes Licht gerückt wird oder werden könnte. Natürlich ist es für die Türkische Kulturgemeinde (TKG) als Think Thank NGO noch wichtiger, die in Österreich bestehenden Tierrechte auch zu unserem Sittengesetzten zu machen, welche wir hochhalten, respektieren und an alle Mitglieder empfehlen.

Opferfest-Aufklärung und Empfehlung

99,9 % der AustrotürkenInnen schlachten ihre Tiere, wie im Islam beschrieben, mit strikten Regeln. Diese Regeln dienen dazu das Tier so schonend wie möglich zu behandeln, damit das Tier nicht wie eine „Sache“ behandelt wird, sondern mit einer entsprechenden Würde. Ein fließbandartiges, industrielles Töten bei welchem Tiere eher als „Fleischprodukte“ behandelt werden, wie in den hiesigen Schlachthöfen, widerspricht eindeutig der islamischen Ethik.

Noch dazu steht in Koran, dass zu Gott durch das Opfer des Tieres nicht das Fleisch und Blut kommen und angenommen wird sondern der Glaube an Gott mit seinen moralischen und ethischen Taten geschätzt und angenommen wird.

KORAN/SURE AL HAGG (Die Pilgerfahrt)/VERS 37: „Ihr Opfer Fleisch erreicht Gott nicht, noch tut es ihr Blut, sondern eure Ehrfurcht und Wertschätzung ist es, die Gott erreicht. Also hat er sie euch dienstbar gemacht, daß ihr Gott dafür preiset, daß Er euch geleitet hat. Und gib frohe Botschaft denen, die ethisch und moralisch Gutes tun.“

Wir empfehlen unseren Mitgliedern und an alle anderen MuslimInnen mit Verlaub und in aller Höflichkeit anstatt Tiere zu schlachten, Geldleistungen mindestens im Wert eines Tieres, an die armen Menschen (egal welche Herkunft, Religion, Farbe, Sprache) in Österreich sehr leise zu geben. Wir haben in Österreich eine immense Armut und der liebe Gott will von uns weder Blut noch Fleisch, sondern, dass wir mit den Armen unser Geld teilen und sie unterstützen. Das ist moralisch und ethisch sicherlich auch von Gott laut Al Hagg Vers 37 so gewünscht.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

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08 08 2018
By: TKG 0

Trauriger Kundin bei Hofer?: „Wo ein Wille, da ein Weg. Ende gut, alles gut“

Eine Österreicherin mit türkischer Abstammung, Frau Sükran F., welche seit 25 Jahren Stammkundin des Supermarktes Hofer ist, erschien sehr unglücklich, in der Ehre und Würde verletzt als Opfer einer Hofer Mitarbeiterin in den österreichischen und türkischen Zeitungen. Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG) hat diesen Fall  eigenständig unter die Lupe genommen und versucht hier eine friedliche Lösung zu finden.

WIEN. Nicht nur das, ihr Video, welches sie auf ihrem eigenen Balkon gemacht hat und in dem sie von dem Fall, welcher sich am 27. Juli 2018 um ca. 19:50 in der Breitenfurter-Straße ereignet hat, berichtet, hat in einer Woche ungefähr eine Million Menschen im In- und Ausland erreicht. Das Video wurde ca. 8000-mal geteilt, hat 1037 Kommentare und 2300 Likes.

Wir als Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)  haben es am Freitag, 2. August 2018, gesehen und sofort mit Frau Fidan Kontakt aufgenommen, um mit unserem Rechtsberater und Beirat Unterstützung anzubieten. Es war uns wichtig, das Problem von beiden Seiten erläutert zu bekommen um es richtig und korrekt zu verstehen, da wir den Supermarkt Hofer als ein sehr seriöses Unternehmen wahrnehmen.

Dieses Angebot für ein schnelles Treffen mit dem Obmann der TKG hat Sükran F. angenommen. Sie ist eine Stunde später eingetroffen und hat den Fall weinend erzählt. Wir (TKG) haben von dem Treffen am 02.08.2018 ab 14:00 Uhr ein Gesprächsprotokoll geführt, welches jedoch intern und vertraulich für weiteres Vorgehen behalten wird.

Der Obmann der TKG hat Frau Sükran F. gebeten, ihn zu der Hofer-Filiale zu begleiten, damit er sich ein eigenes Bild vor Ort machen kann, bevor öffentlich agiert wird.

Am Ort des Geschehens, in der Breitenfurter-Straße, hat der Obmann der Türkische KULTURgemeinde mit der stellvertretenden Filialleitung (ohne Frau Sükran F.) über den Fall gesprochen und darum gebeten, den Fall so freundlich und kooperativ als möglich zu lösen, um die Lage nicht eskalieren zu lassen, weil alles nicht normal ist.

Die Geschäftsführung des Supermarktes ist innerhalb der folgenden Stunde zur Hofer-Filiale gekommen, wo Frau Sükran F., der TKG Obmann und der inzwischen eingetroffene Sohn sowie die Schwiegertochter von Frau Sükran F. derweilen warteten.

Der Obmann der TKG hat mit der Hofer-Geschäftsführung zuerst unter vier Augen gesprochen, die Fotos sowie Protokolle hergezeigt und empfohlen das Problem mit gutem Willen zu lösen. Von der Geschäftsführung wurde das Problem eingesehen und den Fall sehr bedauert. Es wurde versichert das die Hofer-Philosophie verspricht, dass alle Menschen gleich behandelt, geschätzt und respektiert werden, egal welche Herkunft bzw. Abstammung die KundInnen haben. Nach diesem erfreulichen Gespräch schlug der TKG Obmann vor, die 25-jährige Stammkundin hinzuzuholen. Der Hofer Geschäftsführer hat dieses Angebot gerne angenommen, da nun eine konstruktive, zielführende und vor allen aus dem „guten Willen“ stammende gute Gesprächsatmosphäre beidseitigem Vertrauen geschafft wurde.

TKG Obmann hat Frau  Sükran F. draußen auf das Gespräch mit dem Geschäftsführer vorbereitet und empfohlen jetzt die Unannehmlichkeiten aus der Welt zu schaffen, da der Hofer-Geschäftsführer, welcher auch für das Personal zuständig ist, sein Bedauern für die stattgefundene Unannehmlichkeit ausgedrückt hat.

Bei dem Treffen mit der Geschäftsführung hat Frau Sükran F. erzählt, dass sie bereits so lange Kundin ist, dass sie sogar mit geschlossenen Augen die Waren im Supermarkt finden würde, dass sie wöchentlich um ca. 200 Euro einkauft und daher nicht versteht warum Sie von einer Hofer Mitarbeiten so behandelt wurde.

Die freundliche, spontane und ehrliche Art von Frau Sükran F. hat der Geschäftsführer sehr geschätzt. Auch der TKG Obmann war sehr überrascht, weil Sie nicht mit Kritik begonnen hat sondern den guten Willen der beiden Herren verstanden hat und beim Brückenbauen behilflich sein wollte.

Der Hofer Geschäftsführer hat sien tiefstes Bedauern nochmals betont und Frau Sükran F. als Wiedergutmachung Blumen, Schokolade und einen Einkaufsgutschein geschenkt sowie sich für die 25-jährige Treue herzlich bedankt.

Wir als TKG  bedanken uns bei dem Hofer-Geschäftsführer. Besonders seine starke Empathie, Menschlichkeit und sein freundlicher Auftritt haben uns motiviert hier als Brückenbauer zu agieren.

Wir danken Frau Sükran F.  aufrichtig und herzlich nach so einem traurigen, ehre verletzenden Erlebnis, dass sie uns Vertrauen geschenkt hat, unserer Einladung gefolgt ist und mit dem geschätzten Geschäftsführer ein Treffen, bei guter Atmosphäre, angenommen hat. Aus einer trauriger Kundin wurde  eine  durch TKG Brückenbau halbwegs glückliche…

Wir freuen uns in diesem Fall als Brückenbauer und Helfer agieren zu dürfen und wünschen Frau Sükran Fidan alles Gute sowie dem Supermarkt Hofer viel Erfolg bei seinen Geschäften, bei welchen der Mensch, laut ihrer Philosophie, tatsächlich noch im Mittelpunkt zu stehen scheint. Nicht bei allen Firmen ist das so. Viele verhalten sich in solchen Situationen verantwortungslos und vertrauen auf Ihre finanzielle Macht. Somit werden deren KundenInnen Opfer solcher ziemlich bedenklicher Diskrimierungen wo sie sogar als Täterin bzw. Täter dargestellt wird. In solchen Fällen würden wir sicherlich auch anders handeln!

TKG Fazit:  Österreichischer Weg: „Wo ein Wille, da ein Weg“ und „Ende gut, alles Gut“!

 

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05 08 2018
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Sarrazins Hetze in Wien und offener Brief an den Herausgeber der Schweizer Wochenblick, Herrn Roger Köppel

Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG): „Sarrazins Volksverhetzung unter dem Deckmantel Religionskritik wird, durch die Schweizer Wochenzeitung, in Wien salonfähig gemacht“

Wien (APA-OTS) – Die Denkfabrik Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG) findet den heutigen Abend in der Wiener Stadthalle, bei welchem „Ausländer“ Sarrazins neues Buch unter der Organisation mit dem  „Ausländischen“ Herausgeber  Roger Köppel der Schweizer Zeitung „Wochenblick“ zu diskutieren, ziemlich bedenklich. Kurz, es wird aus dem Ausland durch „zwei Ausländer“ etwas nach Wien exportiert, was hunderttausenden „Österreichern“ mit muslimischem Glauben oder aus diesem Kreis stammenden Menschen gegenüber de facto hetzerisch ist und nur die reaktionären Kräfte noch mächtiger macht.

Das Treffen soll Interessierten die Möglichkeit bieten, sich selbst ein Bild von den Thesen des Ex-Politikers aus Berlin zu machen, erklärt der Ausländer Roger Köppel, aus der Schweiz, im Gespräch mit mit einer österreichischen Tageszeitung, welche weiter folgendes berichtet:

„Der Schweizer erhofft sich von der Veranstaltung eine Diskussion „ohne Übertreibungen“ aber auch ‚ohne Beschönigungen‘, denn letztlich würden Demokratien auch gerade von verschiedenen Meinungen leben.“

Thilo Sarrazins neues Buch „Feindliche Übernahme“ ist wie sein vorheriges Buch „Deutschland schafft sich ab” weder ein Fachbuch, ein Informationsbuch noch ein Provokationsbuch, sondern ein Hetzebuch (Volksverhetzung), in dem biologisch und kulturell gefärbter Rassismus mit den folgenden Worten vertreten wird: „Die religiös gefärbte kulturelle Andersartigkeit der Mehrheit der Muslime und deren steigende Geburtenzahlen gefährden offene Gesellschaft, Demokratie und Wohlstand.“

Die Volksverhetzung ist in Deutschland ein Äußerungsdelikt nach §130 StGB:Volksverhetzung,
auch in Österreich, nach §283 StGB: Verhetzung.

Sachverhaltsdarstellung

Unserer Meinung nach stört der Deutsche Herr Thilo Sarrazin mit dem Buch „Feindliche Übernahme“, durch die Hilfe des Wochenblick Herausgebers Herrn Köppel unter dem Vorwand Religionskritik, den öffentlichen Frieden vorsätzlich. Er stachelt Hass an bzw. fordert Willkürmaßnahmen gegen eine nationalistische, rassistische, religiöse und durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, kurz, alle Muslime in Deutschland und Österreich wegen der Zugehörigkeit zu der islamischen Religion. Herr Sarrazin greift die Menschenwürde in dem Buch dadurch an, dass er vorgezeichnete Gruppen und Teile der Bevölkerung beschimpft, schikaniert, böswillig verächtlich macht und pauschal verleumdet. Unter dem Vorwand der freien Meinungsäußerung übt Sarrazin mit diesem Buch pure Verhetzung gegenüber einer Religionsgemeinschaft in Deutschland und in Österreich aus. Vorsicht: Deutschland und Österreich verlieren damit ihre moralische Überlegenheit bzw. Deutungshoheit.

Sehr geehrter Herr Wochenzeitung Herausgeber Köppel!

TKG fragt sich, welche Thesen, welche verschiedenen Meinungen?

In Österreicher leben mehr als 700.000 Menschen mit muslimischem Glauben oder aus diesem Kulturkreis. Davon besitzen mehr als 400.000 bereits die österreichische Staatsbürgerschaft und haben mit den österreichischen Werten kein Problem. Es gibt Probleme, die kann man aber mit solchen Büchern nicht lösen, sondern nur Lösungswege schließen. Sie können nicht in Österreich als Ausländer Dompteur spielen unter dem Vorwand Feuerlöscher zu sein und wie und der Sarrazin aus dem Ausland „noch“ Brandstifter gegenüber Staatsbürger der Republik Österreich, mit muslimischen Glauben, hetzten.

Ja genau, zwei Ausländer, aus der Schweiz und aus Deutschland, gegen Österreicher mit muslimischem Glauben versuchen die Muslime in Österreich als der „ewige Muslime“ bzw. der „ewige Türke“  mit Vorurteilen und Klischees zu betonieren und um Hass zu schüren.

Warum?

Weil Sie, Herr Wochenblick Herausgeber, auch nicht unter dem Vorwand „Meinungsfreiheit“ in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich, mit 30 Tagen Lektüre der Tora oder Talmud, Juden satanisieren, Talmud & Tora manipulieren und aus dem historischen Kontext und Zusammenhang herausreißen, um die Juden, das Judentum (und den Glauben) pauschal zu schikanieren bzw. terrorisieren und zu verächtlichen, können.  In Sarrazin’s Buch existiert sogar ein Kapitel „alle Muslime mit Erbdummheit“ schikanieren. Was sollen wir mit Ihnen, Herr Köppel, noch diskutieren?

In Wahrheit, unserer Meinung nach, muss man unbedingt betonen: Mit Sarrazin, welcher anscheinend unter „Confirmation Bias“ (Bestätigungsfehler) leidet, eine Islam-Debatte zu führen ist, als ob man mit Goebbels über Judentum diskutieren würde…

Und Sie, Herr Köppel, missbrauchen gerade in Österreich, als Wochenblick Herausgeber, diese „Confirmation Bias“ (Bestätigungsfehler) als Brandstifter.

Ein Bestätigungsfehler ist in der Kognitionspsychologie  die Neigung, Informationen so auszuwählen, zu ermitteln und zu interpretieren, dass diese die eigenen Erwartungen erfüllen (bestätigen). Heute Abend in der Wiener Stadthalle wird diese „Confirmation Bias“ durch Ihre Organisation aus dem Ausland einen Höhepunkt erleben, was für Wien bzw. Österreich und für das Zusammenleben mit verschiedenen Menschen mit verschiedenen Religionen einen großen Schaden zufügen wird. Wenn Sie glauben damit werden Muslime an Ihren Glauben verzweifeln, dann können wir Ihnen sagen: großer Irrtum. Ganz im Gegenteil. „Halleluja = Allahu Ekber“ Herr Köppel!

Man kann hier nicht von einer Verantwortungslosigkeit, Provokation, Meinungsfreiheit oder Religionskritik reden, Herr Röger, sondern von einer puren Volksverhetzung ersten Grades.

Hunde setzt Sarrazin mit Menschen gleich – Wo ist die Menschenwürde? 

Unserer Meinung nach, werden in dem neuem Buch in einem Kapitel „alle Muslime mit Erbdummheit“ rassistisch und verächtlich schikaniert. In einem Interview  des Profil der Ausgabe 2011, propagierte Sarrazin  auch für eine rassistische eugenische Demographie. Sarrazin hat in diesem Interview wortwörtlich eine nach Erbkriterien gesteuerte Bevölkerungspolitik mit folgenden Worten argumentiert: „Jeder Hunde- und Pferdezüchter lebt davon, dass es große Unterschiede im Temperament- und Begabungsprofil der Tiere gibt. Und dass diese Unterschiede erblich sind“. (Profil, Januar 2011)

Das ist für uns lächerlich, aber in der Öffentlichkeit wird das Buch leider, nach unserem Empfinden, wie „Mein Kampf“ de facto von manchen Parteien, NGOs und Zeitungen leider ohne kritische Distanz propagiert und damit insbesondere in Deutschland, in der  Schweiz und  in Österreich gegenüber der freiheitlich demokratischen Grundordnung das Vertrauen von Millionen Menschen gestört.

Wir sind als säkulare Österreicher mit türkischer Abstammung gegen jeglichen politisierten Glauben, insbesondere gegen die fundamentalistischen Bewegungen aus unseren Kreisen, die wir seit Jahren in Österreich durch Verstand, Vernunft, Kritik und Aufklärung und einem tiefen Glauben an die österreichische freiheitlich demokratische Grundordnung und den Rechtsstaat, durch Aufklärung und Warnungen hart kämpfen. Das Buch Sarrazin und Ihr Auftritt, Herr Köppel, unterstützt nur die Fundamentalisten aus der islamischen Seite und nur die kulturellen Rassisten (Neo-Rassismus, Rassismus ohne Rasse) in der EU.

Die liberalen Muslime aus der Türkei, aus Deutschland und aus Österreich, mit einer säkularen Einstellung gegenüber dem Staat und der Gesellschaft, fühlen sich sicher nicht von Sarrazin und seinen verallgemeinernden Ansichten vertreten. Er schreibt in dem Buch immer von liberalen Muslimen, oder angeblich liberalen Quellen muslimischer Wissenschaftler, als ob er hier auch uns vertritt oder eine Stimme für alle ist und tut so, als ob er uns dadurch stärken würde. Sarrazin beruft sich auf liberale muslimische Stimmen in Deutschland. Wer sind die Brandstifter die als Feuerlöscher auftreten überhaupt?

Das ist eine Farce, Manipulation, Verdrehung, Verdunkelung, Vernebelung der hinterhältigen, hinterlistigen und doppelmoralischen Ziele von Thilo Sarrazin und seinen Unterstützern. Sarrazin unterstützt mit diesem Buch den politisierten Glauben und die Fundamentalisten der islamischen Welt, insbesondere in Deutschland und in Österreich und spaltet nicht nur die Gesellschaft, sondern missbraucht Meinungsfreiheit und hetzt pauschal gegen Menschen, die aus dem Islamischen Kulturbereich stammen. Die Geschichte ist da, um aus der Geschichte zu lernen.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Bild Quelle: Karikatur – Silvan Wegmann

Mehr:

http://www.turkischegemeinde.at/tkg-stellungnahme-zu-sarrazins-buch

1. Stellungnahme September 2018

Stellungnahme der Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bezüglich Sarrazins neuem Buch:

Wir würden, als liberale, säkulare Muslime aus der Türkei in Österreich, die wir nicht alle vertreten, sehr gerne Herrn Thilo Sarrazin und sein zweites Buch „Feindliche Übernahme“ unterstützen.

Wir haben immer, bei unseren österreichischen und deutschen Ansprechpartnern, egal ob aus der Politik, Medien, Bürokraten bzw. aus Religionsgemeinschaften, um eines gebeten: “ Bitte die Spreu vom Weizen zu trennen. Nicht pauschalisieren. Wissen aneignen und sachlich bleiben, damit wir zusammen für die freiheitliche, demokratische Grundordnung als wehrhafte Demokraten zusammen auf Augenhöhe kooperieren können. Und hier haben wir Säkularität als Sauerstoff der Demokratie definiert.  Wir sind keine Hoftürken bzw. keine Hofmuslime und möchten keine werden sondern wir wollen bewusste Bürger bzw. Citiyons der Republik Österreich bzw. EU werden mit gleichen Rechten und  natürlich mit gleichen Pflichten.“

 

Das Buch von T. Sarrazin ist schlecht recherchiert (E.E.):

Antwort: Prof. Dr. Aziz Sancar und andere

Aziz Sancar Aziz Sancar (8. September 1946 in Savur, Provinz Mardin, Türkei) ist ein türkisch-amerikanischer Genetiker. Für 2015 wurde ihm „für die mechanistischen Studien zur DNA-Reparatur“ gemeinsam mit Tomas Lindahl und Paul Modrich der Nobelpreis für Chemie zugesprochen.

https://de.m.wikipedia.org/wiki/Aziz_Sancar?wprov=sfti1

 

Hetzebuch -Volksverhetzung

Thilo Sarrazins neues Buch „Feindliche Übernahme“ ist wie sein vorheriges Buch „Deutschland schafft sich ab” weder ein Fachbuch, ein Informationsbuch noch ein Provokationsbuch, sondern ein Hetzebuch (Volksverhetzung), in dem biologisch und kulturell gefärbter Rassismus mit den folgenden Worten vertreten wird: „Die religiös gefärbte kulturelle Andersartigkeit der Mehrheit der Muslime und deren steigende Geburtenzahlen gefährden offene Gesellschaft, Demokratie und Wohlstand.

Die liberalen Muslime aus der Türkei, aus Deutschland und aus Österreich, mit einer säkularen Einstellung gegenüber dem Staat und der Gesellschaft, fühlen sich sicher nicht von Sarrazin und seinen verallgemeinernden Ansichten vertreten. Er schreibt in dem Buch immer von liberalen Muslimen, oder angeblich liberalen Quellen muslimischer Wissenschaftler, als ob er hier auch uns vertritt oder eine Stimme für alle ist und tut so, als ob er uns dadurch stärken würde. Sarrazin beruft sich auf liberale muslimische Stimmen in Deutschland. Wer sind die Brandstifter die als Feuerlöscher auftreten überhaupt?

Das ist eine Farce, Manipulation, Verdrehung, Verdunkelung, Vernebelung der hinterhältigen, hinterlistigen und doppelmoralischen Ziele von Thilo Sarrazin und seinen Unterstützern. Sarrazin unterstützt mit diesem Buch den politisierten Glauben und die Fundamentalisten der islamischen Welt, insbesondere in Deutschland und in Österreich und spaltet nicht nur die Gesellschaft, sondern missbraucht Meinungsfreiheit und hetzt pauschal gegen Menschen, die aus dem Islamischen Kulturbereich stammen. Die Geschichte ist da, um aus der Geschichte zu lernen.

Wir sollten aus der Gesichte in  der EU vor allem lernen.

Wir erheben Einspruch!

TKG Thesen

Volksverhetzung unter dem Deckmantel Religionskritik? 

Unter dem Vorwand „Meinungsfreiheit“ darf man in Deutschland auch nicht Juden satanisieren, Talmud & Tora manipulieren und aus dem historischen Kontext und Zusammenhang reißen, um die Juden, das Judentum (und den Glauben über TALMUD ) pauschal zu schikanieren bzw. terrorisieren und zu verächtlichen.

In Wahrheit muss man unbedingt betonen: Mit Sarrazin der anscheinend unter „Confirmation Bias“ (Bestätigungsfehler) leidet, eine Islamdebatte zu führen, ist, als ob man mit Goebbels über Judentum diskutieren würde…  

Man kann hier nicht von einer Verantwortungslosigkeit, Provokation, Meinungsfreiheit oder Religionskritik reden, sondern von einer puren Volksverhetzung ersten Grades. In dem Buch werden „alle Muslime mit Erbdummheit“ verächtlich bezeichnet und schikaniert, was für uns lächerlich ist, aber in der Öffentlichkeit wird das Buch wie „Mein Kampf“ de facto von manchen Parteien, NGOs und Zeitungen propagiert und damit Deutschlands freiheitliche demokratische Grundordnung zerstört, da hier vorsätzlich und absichtlich Hass gestachelt und mit der Würde der Menschen gespielt wird. 

Wir sind als säkulare Österreicher mit türkischer Abstammung gegen jeglichen politisierten Glauben, insbesondere gegen die fundamentalistischen Bewegungen aus unseren Kreisen, die wir seit Jahren in Österreich durch Verstand, Vernunft, Kritik und Aufklärung und einem tiefen Glauben an die österreichische Demokratie und den Rechtsstaat, hart bekämpfen.  

Wir brauchen keine Freunde wie Sarrazin! Wenn man solche Volksverhetzer als Freunde hat, braucht man keine Feinde!

 

Deutschland-Art. 1 Absatz 1 Grundgesetzt

 

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
 

„Unter Menschenwürde versteht man die Vorstellung, dass alle Menschen unabhängig irgendwelchen Merkmalen wie etwa Herkunft, Geschlecht oder Alter denselben Wert haben, da sie sich alle durch ein dem Menschen einzig gegebenes schützenswertes Merkmal auszeichnen, nämlich die Würde. Seine Verankerung als erste Norm des Grundgesetzes ist eine bewusste Reaktion auf die massive Missachtung der Menschenwürde im Nationalsozialismus.

Im Verständnis des Bundesverfassungsgerichts  bezieht nach der Ordnung des Grundgesetzes der Staat seine Legitimation allein daraus, dass er den Menschen konkret dient. Die Menschenwürde ist damit der oberste Grundwert und die Wurzel aller Grundrechte. Als einzige Verfassungsnorm gilt die Menschenwürde absolut, sie kann durch keine andere Norm beschränkt werden, auch nicht durch ein anders, von der Menschenwürde abgeleitetes Grundrecht.“

 

Die Volksverhetzung ist in Deutschland ein Äußerungsdelikt nach §130 StGB: Volksverhetzung,
auch in Österreich, nach §283 StGB: Verhetzung.   

Unserer Meinung nach stört der Deutsche Herr Thilo Sarrazin mit dem Buch „Feindliche Übernahme“, unter dem Vorwand Religionskritik, den öffentlichen Frieden vorsätzlich.  

Er stachelt Hass an bzw. fordert Willkürmaßnahmen gegen eine nationalistische, rassistische, religiöse und durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, kurz, alle Muslime in Deutschland und Österreich wegen der Zugehörigkeit zu der Islamische Religion.  

Herr Sarrazin greift die Menschenwürde in dem Buch dadurch an, dass er vorbezeichnete Gruppen und Teile der Bevölkerung beschimpft, schikaniert, böswillig verächtlich macht und pauschal verleumdet. Unter dem Vorwand der freien Meinungsäußerung übt Sarrazin mit diesem Buch pure Verhetzung gegenüber einer Religionsgemeinschaft in Deutschland und in Österreich aus.  Vorsicht: Deutschland und Österreich verlieren damit ihre moralische Überlegenheit bzw.Deutungshoheit.

Zwischenfrage:
Rechtstaat oder  mit Sarrazins Willkür Un·rechts·staat gegen Moslem.

Der Begriff Unrechtsstaat gegen Katholiken in Deutschland? 

„Der Begriff wird auf den preußischen Katholiken  Peter Reichensperger (1810–1892) zurückgeführt. Mit dem Begriff des Unrechtsstaates wollte Reichensperger andeuten, dass Preußen ein solcher würde, wenn es die Rechte seiner katholischen Untertanen beschneidet. In der 24. Sitzung der  Zweiten Kammer des Preußischen Landtags am 12. Februar 1853 äußerte der Abgeordnete Reichensperger: „Ich denke, der Rechtsstaat besteht darin, dass der Obrigkeit das Schwert zum Schrecken der Bösen anvertraut ist, und zum Schutze derer, die in ihrem Recht sind, ihr Recht üben; einen Unrechtsstaat würde man dagegen meines Erachtens denjenigen zu nennen haben, welcher die Unruhestifter schützen und diejenigen bedrohen wollte, die in ihrem Rechte sind.“

 

Sarrazins Quellen: Leserbriefe und „Achse des Guten“

Die von Sarrazin verwendeten Quellen zeigen eines deutlich: Er verwendet keine seriösen, sachkundigen Quellen. Er zitiert hinterlistig Islamwissenschaftler sowie Vertreter des angeblichen liberalen Islams in Deutschland. Wenn man die Quellen genau unter die Lupe nimmt sieht man, dass sich die Mehrheit seiner Quellenangaben auf Zeitungs- und Fernsehbeiträge, bis hin zu Leserbriefen der BILD Zeitung, sowie auf Internetportale wie die als antiislamisch bekannte Hetze-Webseite „Achse des Guten“, beziehen. Das sind Sarrazins Quellen.

Er macht keine objektive bzw. profunde Analyse, sondern baut auf Verzerrung, Manipulation von Fakten und Geschichte. Unter dem Deckmantel der Sachlichkeit, die er versucht, durch das Anführen mehrerer Statistiken mit angeblichen Fußnoten, zu untermauern, steckt im Wesen ein feindliches, hetzerisches, kulturrassistisches, antiislamisches Hetzebuch.

Sarrazin und Kulturalismus (Kultureller Rassismus-Neorassismus)

In Sarrazins neuem Buch wird ein Kapital mit dem Titel „Erbdummheit der Muslime“ (S. 144 u. S. 499) unverschämt benannt.

Laut Experten:

„….-führt Sarrazin unter diesem Kapital anders als in „Deutschland schafft sich ab“ – nichts mehr auf biologisch-genetische Ursachen zurück, sondern auf den kulturellen Einfluss des Islams. Ihn macht er in Kapitel 3 für eine unumkehrbare Dummheit aus Mangel an intellektueller und kreativer Intelligenzentwicklung der Muslime verantwortlich. Mehr noch, Sarrazin behauptet ein religionsbezogenes „Intelligenzgefälle“, wobei er den höchsten Bildungsgrad bei Juden, gefolgt von Christen, Religionslosen, Buddhisten und Hindus sieht, wohingegen Muslime die niedrigste formale Bildung hätten (S. 157). Dieser Ansatz wird dem komplexen Phänomen der Intelligenz in kleinster Weise gerecht. Freilich, der Verfasser spricht hier nicht von Rassen oder Ethnien. Doch vom Denkansatz her ist dies nichts anderes als eine kulturell determinierte Spielart von Rassismus im Gewande einer angeblichen Religionskritik, durch die er den vermeintlich hochgebildeten jüdisch-christlichen Westen in Opposition bringt zu den vermeintlich ungebildeten Muslimen. Die Mechanismen seiner Argumentation, die eine Differenz postuliert zwischen den Muslimen und den Anderen, diese abwertend und verallgemeinernd etwa mit Intelligenz in Verbindung bringt und das Ganze benutzt, um die natürliche Überlegenheit der einen Gruppe zu postulieren, erfüllen alle Merkmale, die der französische Soziologe Albert Memmi kulturellen Rassismus benennt.“

-…“Der Faktencheck fällt nicht günstig aus. Mit Jahreszahlen nimmt es Sarrazin nicht genau (etwa bei der Eroberung von Bagdad durch die Mongolen), nicht mit der Geographie (Sudan ist nicht Teil des Maghreb) und auch nicht mit Übersetzungen. Sarrazin schreibt Namen und Vornamen falsch, verwechselt Aleviten und Alawiten, bringt Laizismus und Säkularismus durcheinander. Zu Afrika behauptet er, „viele Problemstaaten in Afrika und Asien“ würden dadurch geeint, „dass die dort lebenden Menschen überwiegend muslimischen Glaubens sind“. 63 Prozent der Einwohner von Subsahara-Afrika sind jedoch Christen; ihre Staaten gehören zu den ärmsten der Welt.“

-..“Je geringer das Wissen, desto sicherer das Urteil. Sarrazin kritisiert die vielen Wiederholungen im Koran und verrät schon damit seine Unkenntnis. Was wie eine Wiederholung erscheint, steht jedes Mal in anderem Kontext, da aus einer Geschichte mehrere Lehren gezogen werden können. So wird der Kontext wichtig. Völlig daneben ist Sarrazins Behauptung, der Koran kenne keine historisch-kritische Exegese. Gerade die „Umstände der Offenbarung“ stehen im Mittelpunkt der islamischen Theologie. Sarrazin aber zitiert Verse ohne diesen Kontext und verschweigt, dass es zu Versen, die etwa zu Gewalt aufrufen, solche gibt, die das Gegenteil fordern. “

-…“Immer wieder kehrt Sarrazin zur Obsession zurück, der Islam vermittle Hass auf die „Ungläubigen“, was ihm „expansive Eroberungskraft“ verleihe. Früher als andere hat der Islam aber das Kriegsrecht kodifiziert und vieles verboten – die Tötung von Frauen, Kindern und Greisen, das Verseuchen von Wasser. Als Leser fragt man sich immerzu, wie eine Religion, wenn sie denn so voller Hass und Rache wäre, wie Sarrazin suggeriert, sich 1400 Jahre halten konnte.

-..“Völlig absurd ist Sarrazins Behauptung, der Islam biete „keinen Anreiz zu einer Wissbegier“, die Muslime hätten nie einen Sinn für das Messen von Zeit und Distanzen entwickelt. Weiß Sarrazin denn nichts von der kreativen Periode der arabischen Wissenschaften, die 800 Jahre gedauert hat? Der Kartograph Biruni hatte bereits im 10. Jahrhundert große Distanzen exakt vermessen. Im 15. Jahrhundert entwickelte Taqi al-Din moderne Uhren mit Gewichtsantrieb oder mit einer konischen Feder, wie sie in Europa erst im 19. Jahrhundert bekanntwurden. Im 16. Jahrhundert erkannten die Muslime den Nutzen der Dampfkraft. Kolumbus segelte mit einem arabischen Kompass in die Neue Welt. Medizin, Chemie und Algebra waren viele Jahrhunderte arabische Wissenschaften. Sarrazin aber schreibt, der Koran habe den „Augenblickzustand in einer primitiven, auf Jagd, Kampf und Macht gestimmten Gesellschaft“ zu einer „religiösen Botschaft mit Ewigkeitscharakter überhöht“.

Rassismus ohne Rassen=Kulturellen-Rassismus =Neo-Rassismus

Kurz, Sarrazin verwendet in dem zweiten Buch keine Rasse, sondern Kultur und Religion die jeglichem Versuch einer Veränderung entzogen sind.
Das nennt man in der Rassismus-Forschung „Rassismus ohne Rassen“, so wie der „Antisemitismus ohne Juden“ bekannt ist. Hier geht man von der Existenz eines Rassismus aus, bei dem der Begriff der Rasse nicht verwendet wird, sondern den man Kulturalismus sowie kulturellen-Rassismus und Neo-Rassismus nennt. In diesem Buch verwendet Sarrazin statt biologischem Rassismus(Deutschland schafft sich ab),  pure kulturellen Rassismus Argumente. Ohne Zweifel.

Die Experten definieren kulturellen Rassismus als: „Naturalisierung des Kulturellen, des Sozialen oder der Geschichte, wodurch diese sozusagen stillgestellt und jeglichem Versuch einer Veränderung entzogen seien. Ideologisch gehört der gegenwärtige Rassismus in den Zusammenhang eines „Rassismus ohne Rassen“, eines Rassismus, der – jedenfalls auf den ersten Blick – nicht mehr die Überlegenheit bestimmter Gruppen oder Völker über andere postuliert, sondern sich darauf beschränkt, die Schädlichkeit jeder Grenzverwischung und die Unvereinbarkeit der Lebensweise und Traditionen zu behaupten.“

Ist diese analogische Schlussfolgerung nicht die abstoßendste und älteste Form von biologischem und kultureller Rassismus, der gewisse genetische Merkmale zum Zentralpunkt sozialer Probleme macht und diese rassistische Haltung unter dem Deckmantel einer Pseudo-Naturwissenschaftlichkeit als korrekt und triftig zu verkaufen versucht?

Solche Thesen haben Rassisten in den USA damals vertreten, als sie behaupteten, dass Schwarzafrikaner den Tieren ähnlicher als den Menschen seien, und dass dies sich dadurch erklären ließe, dass deren Begabungen und Fähigkeiten, die eines Affen ähnlicher wären. Manche (hochrangige Politiker) fühlen sich sogar heute noch in Anbetracht jüngster Vorfälle in der Weltgeschichte durch solche „Feststellungen“ und „Schlussfolgerungen“ überlegen und stufen sich selbst in Folge als „Sozialingenieure“ ein, so wie es Sarrazin tut. Sein Ziel ist es, seine antisoziale und biologische Rassismus-Ideologie in Zukunft auf juristische Grundlagen zu stützen und unter Zuhilfenahme verfälschender Statistiken zu untermauern, so, wie es in der jüngsten Geschichte vorkam. Das ist eine Belastung und Muslime werden als volkswirtschaftliche Schädlinge darstellt.

 

Wie tickt der Sarrazin?

2011 wurde Thilo Sarrazin  zum „Menschen des Jahres“ von der Zeitschrift Profil gewählt. In dem Interview der Ausgabe propagiert  für eine eugenische Demographie. Sarrazin hat in diesem Interview wortwörtlich eine nach Erbkriterien gesteuerte Bevölkerungspolitik mit folgenden Worten argumentiert: „Jeder Hunde- und Pferdezüchter lebt davon, dass es große Unterschiede im Temperament- und Begabungsprofil der Tiere gibt. Und dass diese Unterschiede erblich sind“.

Herr Sarrazin hat damit „die Türken“  in Deutschland und in Österreich mit Hunden und Pferden verglichen.   Wie man weiß, war die nationalsozialistische Rassenhygiene (oder NS-Rassenhygiene), zur Zeit des Nationalsozialismus, die betriebene Radikalvariante der Eugenik. Punkt.

 

 

Vorbildlich sind sie nicht?

Frau Sarazzin zu japanischer Schülerin: „Du, Suzuki komm her“.

Der Vater: “Frau Sarrazin hat ihm mit der Blockflöte auf den Kopf gehauen.”

Hochzeitsfoto vor 37 Jahren.

 

Über eine Sammelbeschwerde von gut 50 Eltern aus dem März 2009 berichtet der “Spiegel”. Dort hieß es, dass die Lehrerin “im Unterricht die Beherrschung verliert und die Kinder anschreit”. Eltern eines japanisch-deutschen Jungen hätten sich beklagt, dass Ursula Sarrazin ihren Sohn wiederholt wie eine Automarke in “Suzuki” umtaufe. Dies geschehe “zum Teil unter dem Gelächter der Klassenkameraden, die ihn dann prompt auch so nennen”. Nach einem Bericht des “Tagesspiegels” soll Frau Sarrazin schon 2001 einen Schüler mit einer Flöte geschlagen haben. Der Vater des heute 22-Jährigen sagt: “Frau Sarrazin hat ihm mit der Blockflöte auf den Kopf gehauen.” Ursula Sarrazin verteidigt sich in mehreren Interviews. “Als Lehrer brauche ich Autorität, aber autoritär bin ich nicht. Ich stelle Regeln auf, an die sich die Schüler halten müssen. Das ist doch ganz selbstverständlich”, sagte sie dem “Focus”. “Ich schreie nicht im Unterricht”, sagte sie “Bild am Sonntag”.

Ausschnitt aus der Reportage von BILd am Sonntag NNTAg vom 16.01.11

BILD am SONNTAG: Frau Sarrazin, seit über einer Woche werden in der Öffentlichkeit Vorwürfe von Eltern und Schülern gegen Sie diskutiert. Sie seien zu autoritär, heißt es, würden einschüchtern und beleidigen . . .

URSULA SARRAZIN: Ich weiß, dieses Angstgerücht. das macht mir das Leben übrigens sehr schwer. Ihr Leben wird nicht leichter werden: Morgen konkretisiert der „Spiegel“ diese Gerüchte und berichtet zum Beispiel von einer 13-Jährigen, die auf einem Schulfest über Sie gesagt hat: „Meine Lehrerin war sehr streng und vor allen Dingen schrak ich manchmal davor zurück, wenn sie so laut schrie, dass ihr Kopf leicht rot anlief . . . Das Mädchen war eine ganz normale Schülerin. Ich weiß nicht, warum sie das erzählt hat.“

BILD am SONNTAG: Einen deutschjapanischen Schüler, 8 Jahre alt, sollen Sie vor der gesamten Klasse wiederholt als „Suzuki“(du Suziki komm hier) verhöhnt haben . . .

URSULA SARRAZIN: Das war vor zwei Jahren in der ersten Schulstunde, als ich die Klasse neu unterrichtet habe. Ich konnte mir noch nicht alle Namen merken und habe den japanischen Namen des Schülers S. falsch ausgesprochen, das klang phonetisch wie Suzuki. Ich habe dann Sie als Suziki gerufen. Da haben die anderen Kinder gelacht. Ich habe aber nicht böse gemeint.


Sarrazin, die Quelle der Weisheit?

Was für Juden die “Protokolle der Weisen von Zion” sind, ein seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitetes antisemitisches Pamphlet, ist für Muslime das Buch von Theo Sarrazin mit dem Titel “Deutschland schafft sich ab” und das neue Buch „Feindliche Übernahme“.  Wir können nur alle anständigen Menschen dazu aufrufen, diese von Wissenschaftlern widerlegten Bücher nicht als “Quelle der Weisheit” zu verwenden.

Was denkt Sarrazin über Österreich? 

Auf die Frage, im gleichen Interview von Profil aus der Ausgabe von 2011, was die Österreicher für ein Volk wären, antwortete Sarrazin wortwörtlich: „Ich möchte den Österreichern nicht zu nahetreten. Sie sind eine Abspaltung des deutschen Volks.“ 

Auf die Antwort von Profil: „Das wird die meisten Österreicher nicht sehr freuen“, erwidert Sarrazin: „Aber sie haben ja selbst 1938 mit großer Mehrheit für den Anschluss an das deutsche Volk gestimmt.“ Auf die Profil Frage: „Die Morde an Abtreibungsärzten in Amerika würden Sie aber nicht als Beleg für eine dem Christentum inhärente Gewaltbereitschaft heranziehen, oder?“, gibt Sarrazin folgende Antwort: „Ich rede hier nicht über die USA, sondern über Europa.“

Wir müssen hier, die Spreu vom Weizen trennen und folgende Frage in dem Raum stellen: Was hat Deutschland und Österreich aus der Geschichte gelernt? Welche „Werte“ sind wichtig für Deutschland und Österreich? Man muss das Buch von Thilo Sarrazin nicht gelesen haben, um die abwertenden Thesen, speziell mit Bezugnahme auf „die Muslime“ – wahlweise auch auf „die Türken und Araber“ –, nachzuvollziehen oder rechtfertigen zu können. Auch nach intensiver Befassung bleiben sie tendenziös und pauschal abwertend. Die Grenze des Sagbaren hat sich im Zuge der Debatte verschoben und der Diskursraum hat sich bis an den Punkt öffentlicher Diffamierungen verlagert.

Was für die Juden die “Protokolle der Weisen von Zion” sind, ein seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbreitetes antisemitisches Pamphlet, ist für die Türken das Buch von Theo Sarrazin mit dem Titel “Deutschland schafft sich ab” und das neue Buch „Feindliche Übernahme“.

Sarrazin und die stolzen Westliche Werte?

Die Goldene Regel der praktischen Ethik der christlichen Wertegemeinschaft besagt: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem andern zu.“ Auch der berühmte deutsche Philosoph Immanuel Kant hat hier eine, für die Moralphilosophie wichtige, Grundsatzerklärung abgeben: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie allgemeines Gesetz werde.“  Mann nennt es der kategorische Imperativ(KI)  und er ist im System Kants das grundlegende Prinzip der  Ethik und Moral. Also wenn wir Herrn Thilo Sarrazin und seine Unterstützer nach diesen christlichen und zutiefst europäischen Werten(KI) messen, ist er sicher, nach unserer Meinung und mit Verlaub, kein Musterschüler, sondern ein zutiefst primitiver Hetzer.

Wir werden weiter in Österreich und in der EU für freiheitliche, demokratische Werte als Cityons einstehen und wie immer gegen jeglichen fundamentalistischen, reaktionären und politisierten Glauben, egal aus welcher Religion, demokratischen Widerstand durch Aufklärung leisten. Genauso gegen Demokratie-feindliche  und rassistische Bewegungen die unter dem Vorwand des Feuerlöschers auftreten, aber eigentlich Brandstifter sind. Zum Beispiel wie der nette Thilo Sarrazin und seine als schrecklich nette Famile getarnten Freunde und Unterstützer aus verschiedenen Ecken und Löchern kriechen und uns sehr gerne mit Hunden (Siehe Profil Bericht) vergleichen…

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

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01 08 2018
By: TKG 0

Bildungsminister Faßmann empfängt TKG Obmann Kilic

WIEN. Der Obmann der türkischen Kulturgemeinde Dipl. Ing. Birol Kilic war, am 31. Juli, zu Gast bei Bildungsminister Prof. Dr. Heinz Faßmann. In diesem ersten Austausch zur türkischen Community in Österreich betonte der Obmann die Vielfalt der Aktivitäten des Vereins, sei es im Bildungs- oder Kulturbereich. Gegenstand des Gesprächs waren unter anderem auch die Deutschförderklassen, welche für all jene SchülerInnen gedacht sind, die aufgrund von mangelnden Deutschkenntnissen dem Unterricht nicht folgen können. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich bedankt sich herzlich bei dem Bildungsminister Prof. Dr. Faßmann für das offene, konstruktive, zum Teil kritische, aber zielführende Gespräch und für den freundschaftlichen Empfang.

 

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) hat am 17.Mai 2018 bezüglich des Deutschmangels der MigrantenInnen eine Analyse mit ExpertenInnen zusammengestellt.

In dieser Analyse hat die TKG folgendes gefordert: „Deutschförderklassen müssen das nationale Fortbestandsproblem der Republik Österreich lösen“.

Die Argumente in dieser Analyse am 17. Mai 2018 waren wie folgt:

TKG-SPRACHMANGEL: „NATIONALES FORTBESTANDSPROBLEM „

Ob wir wollen oder nicht, österreichweit hat mehr als ein Viertel aller SchülerInnen eine nicht-deutsche Umgangssprache, in der Stadt Wien sogar mehr als die Hälfte. Infolgedessen stehen österreichs Schulen durch soziale, ökonomische und kulturelle Durchmischungen ihrer SchülerInnen vermehrt vor besonderen Herausforderungen und Problemen, insbesondere in den Ballungsräumen.

Die türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) definiert das Problem der mangelnden Sprachkompetenz, besonders unter jungen SchülerInnen und zukünftigen Steuerzahlern, als ein nationales Fortbestandsproblem, welches auch auf überparteilicher Ebene diskutiert werden muss.

Dabei steht die Lösung dieses fundamentalen Problems auch in Zusammenhang mit den Interessen der Republik Österreich, deren Zusammenhalt, Wirtschaft, Werteebene, Demokratieverständnis und Integration.

Schätzen und Schützen

Diese SchülerInnen von heute sind unsere morgigen Wirtschaftskapitäne und Exportchampions, Spitzensportler, Leistungsträger in der Arbeitswelt und Garant für unsere sicheren Pensionen, PolizistenInnen, Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren, usw. Das wichtigste ist, dass dieses enorme Humankapital verwertet werden sollte. Es geht hier um die Zukunft der Republik Österreich, für deren Kinder nicht nur materiell, sondern auch immateriell viel investiert wird, damit diese jungen Kinder der Republik Österreich-Humankapital- zu wertvollen Bürgerinnen und Bürger heranwachsen können. Sie sollen somit die Werte der Republik Österreichs wie den Rechtsstaat, Gewaltenteilung, Säkularismus, Frauenrechte, Menschenrechte, Presse,- und Meinungsfreiheit zu schätzen lernen, verinnerlichen und wenn nötig als wehrhafte Demokraten die freiheitliche demokratische Grundordnung schützen.  In der Schule ist es wichtig, unbedingt das Neutralitätsgebot anzuwenden. Es geht um den Schutz der Kinderrechte. Wir wollen einfach bis zum Mündigkeitsalter 14 kein Kopftuch in den Schulen. ( Kindergarten, Volkschule) . Auch der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat sich in bereits entsprechend geäußert. In der Österreichischen Bundes-Verfassungsgesetz  existieren seit 2011 auch die Rechte von Kindern. Artikel 1 sagt: „Jedes Kind hat Anspruch auf den Schutz und die Fürsorge, die für sein Wohlergehen notwendig ist sowie auf bestmögliche Entwicklung und Entfaltung. Bei allen Kinder betreffenden Maßnahmen öffentlicher und privater Einrichtungen muss das Wohl des Kindes eine vorrangige Erwägung sein.“

Wir wissen, dass viele SchülerInnen leider aufgrund verschiedener Faktoren und Rahmenbedingungen zum Beginn der Volksschule der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Dabei bringt dieser Umstand mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in deren Zukunft nicht definierbare und große Probleme mit sich. Die Kinder sind Kinder der Republik Österreich, wobei die Republik hier diese große Verantwortung sehr ernst nehmen muss.

Mit einfachen Worten: Wer sich in seinem Heimatland Österreich nicht artikulieren sowie weder lesen noch schreiben kann, ist gefährdet nicht nur erfolglos zu sein, sondern auch unglücklich zu werden. Aufgrund dessen bezeichnet die TKG den Vorschlag der Regierung zur Verbesserung der Deutschförderung als wichtiges Vorhaben, wobei viele Punkte als positiv zu bewerten sind, aber dennoch einige Punkte  kritisch diskutiert werden müssen.

Positiv

Unter anderem das Bemühen, die Kinder wiederum möglichst früh in die Regelklassen einzugliedern, nachdem sie genügend Sprachkompetenz erworben haben, um dem Regelunterricht folgen zu können. Die Verfestigung der grundlegenden Deutschkenntnisse ist hierbei sehr relevant, da dadurch die erfolgreiche Teilnahme am Regelunterricht erst gewährleistet werden kann. Die ältere Generation sollten hier unbedingt mit einbezogen werden.

Auch Aspekte wie die standardisierten Testmethoden, die Verbindlichkeit der Deutschförderklassen sowie die gezielte Förderung durch eigens entwickelte Lehrpläne mit Schwerpunkt Deutscherwerb bilden gute Grundlagen für eine konstruktive Entwicklung.

Hier muss man diskutieren

Trotz der grundsätzlich positiven Auffassung gibt es dennoch einige Mängel, die durchaus gemeinsam diskutiert und in weiterer Folge aufgehoben werden müssen. Es bleibt beispielsweise noch offen wie etwaige organisatorische Punkte bewältigt werden sollen.

Konkret gemeint sind hier die zusätzlich benötigten Räumlichkeiten sowie die Finanzierung der Lehrer und Lehrerinnen. Des Weiteren wurden noch keine Klassenhöchstanzahlen genannt. Eine ebenfalls wichtige Information, da in kleineren Klassen besser auf einzelne Schüler eingegangen werden kann. Diese fehlenden Informationen sollten nochmals vermittelt und diskutiert werden. Es erscheint zudem sinnlos, Kinder, welche sich auf signifikant unterschiedlichen Sprachniveaus befinden, gemeinsam zu unterrichten, da sich einige sowohl unterfordert als auch überfordert fühlen könnten. Den Lehrpersonen würde es zudem erschwert werden, sich auf einzelne förderbedürftige Kinder zu konzentrieren, ohne dabei andere Kinder zu vernachlässigen.

Sprache als Schlüssel zur Gesellschaft

Allgemein steht fest, dass SchülerInnen, egal aus welchen Ländern, die Sprache Deutsch – ähnlich wie Wasser und Sauerstoff zum Überleben – innerhalb der Gesellschaft brauchen. Das Beherrschen der deutschen Sprache ist also fundamentaler Bestandteil gelungener Integration. Dementsprechend stellt die Lösung dieses Problems für die TKG ein hohes Anliegen dar.

http://www.turkischegemeinde.at/tkg-sprachmangel-unter-jungen-migrantinnen-als-nationales-fortbestandsproblem/

 

 

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25 07 2018
By: TKG 0

TKG Einladung: Boxen statt Gewalt

Sparring: WBA Weltmeister Deutsch-Türke Arslan gegen Europameister und Aufsichtsratsmitglied der Porsche AG Uwe Hück, in Wien.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich und der „Boxclub der Wiener Linien“ laden herzlichst zu einem Sparring-Kampf unter dem Motto „ Boxen statt Gewalt“ zwischen dem Halbschwergewichts-Weltmeister Firat Arslan und dem Aufsichtsratsmitglied der Porsche AG und ehemaligen Europameister im Schwergewicht Uwe Hück, am Samstag, den 4.8.2018 im Boxclub der Wiener Linien ein.

Anschließend wird Herr Uwe Hück einen kurzen Vortrag, über seinen Werdegang vom Waisenkind zu einem erfolgreichen Sportler sowie Manager bei der Porsche AG in Stuttgart, vor Jugentlichen halten. Weiters wird Herr Uwe Hück über seine Stiftung und deren Bemühungen, Jugendliche durch Lern-, Ausbildungs- und Integrationsprojekte zu unterstützen, sprechen.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG), der „Boxclub der Wiener Linien“ und der Österreichisch-Türkische Handelsverband bedanken sich herzlich für das Sponsoring der Organisation bei der „Yeni Vatan Gazetesi“ (Neue Heimat Zeitung). www.yenivatan.at 

Veranstaltungsdaten:

Datum und Zeit: 4.8.2018 um 12.30 Uhr

Ort: Boxclub der Wiener Linien (Währingergürtel 40, 1180 Wien)

Anfahrt: U6 Michelbeuern-AKH, Ausgang: Gürtel – Linie 42 Michelbeuern-AKH

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und bitten Sie höflichst, aufgrund begrenzter Zuschauerzahl, um eine Rückmeldung unter der folgenden E-Mail-Adresse: office@oethv.org

Tel.: +43 676 614 9323

 

Uwe Hück

https://de.wikipedia.org/wiki/Uwe_H%C3%BCck

Firat Arslan

https://de.wikipedia.org/wiki/F%C4%B1rat_Arslan

World Boxing Association
https://de.wikipedia.org/wiki/World_Boxing_Association

 

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19 07 2018
By: TKG 0

Türkische Kulturgemeinde (TKG) verurteilt die Gewalttaten gegen Juden in Wien

Wien (OTS) Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt die heutige Gewalttaten in der Taborstraße in Wien gegen jüdische Mitbürger aufs schärfste und bedankt sich bei den polizeilichen Behörden herzlich für den schnellen Hilfseinsatz. Unsere Anteilnahme gilt den Opfern und der jüdischen Gemeinde in Österreich.

Der 24-jährige Täter befindet sich momentan in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wird das Motiv (Auftrag oder nicht? etc.) des Täters genauestens untersuchen. Für die TKG bleiben zum jetzigen Stand noch mehrere Fragen offen, die für die Zukunft sehr wichtig sind.

Die Menschen aus der Türkei leben in Österreich seit über fünfzig Jahren mit den jüdischen Bürgern in gegenseitigem Respekt vorbildlich zusammen. In den letzten Jahren haben wir durch den bestehenden Nahostkonflikt eine zunehmende Distanzierung der Beziehungen bemerkt, die wir sehr bedauern. Die jüdische Gemeinde in Österreich ist den Menschen aus der Türkei  aufgrund der türkisch-jüdischen Geschichte stets mit Sympathie und Menschlichkeit begegnet, was wir auch bezeugen können. Viele Türken und Juden in Österreich arbeiten zusammen, sind Nachbarn und Freunde.

Wir sollten das Zusammenleben in Österreich unter Menschen jeglicher Abstammung fördern und nicht unter dem Vorwand Feuerlöscher zu sein, als Brandstifter gegen Mitmenschen hetzen, egal welche Abstammung und Position wir haben.  Wir sollten kein Land verteufeln, delegitimieren und mit Doppelstandards behandeln, um so Probleme zu importieren. Das gilt besonders in Österreich mit seiner wechselvollen Geschichte und die aus der Geschichte stammenden Verantwortung.

Friede im Innland ist nicht selbstverständlich. Wir rufen alle Menschen in Österreich dazu auf Ihren konstruktiven und zielführenden Beitrag für das Wohle der Gemeinschaft, ohne Hintergedanken, zu leisten. Um diesen Frieden aufrechtzuerhalten, müssen wir sehr aufmerksam sein und als Bürger (Citoyen) und wehrhafte Demokraten jeden Tag für unser Land Österreich einstehen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)

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03 07 2018
By: TKG 0

TKG wünscht einen erfolgreichen EU-Ratsvorsitz und ersucht die Modernisierung der EU-Türkei-Zollunion

Die türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wünscht der Republik Österreich und seiner geschätzten Regierung einen erfolgreichen EU-Ratsvorsitz.

Durch Österreichs Funktion als Brückenbauer in der Europäischen Union, wie Herr Bundeskanzler Kurz betont, soll eine Festigung der Basis ihrer wichtigsten Grundwerte, welche wir im Sinne des Friedens in Europa und der Welt stets aufrechterhalten sollten, stattfinden. Unserer Meinung nach sollte die EU diesen Frieden, der seit der Gründung der Europäischen Union, insbesondere in den eigenen Ländern sukzessiv durch Vereinbarungen auf gleicher Augenhöhe mit den Nachbarländern geschaffen wurde, bewahren. Wir fürchten, dass dieser ziemlich brüchig bzw. fragil geworden ist, weil wir die letzten beiden EU- Ratsvorsitze Österreichs erleben durften und diese vergleichen können. Kann die EU bzw. Österreich diesen Frieden, der für uns als wehrhafte Demokraten und Citoyens sehr wichtig ist, erhalten?

Wir sind stolze Bürger bzw. Citoyens der rechtsstaatlichen Republik Österreich und möchten, dass besonders Österreich seine wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Interessen aufgrund seiner wechselvollen Geschichte verteidigt.  Doch zuerst sollte man, zuhause in Österreich, das friedliche Zusammenleben, das durch die österreichische Verfassung und seine Gesetzte festgesetzt wurde, behüten und nicht aus dem Gleichgewicht fallen lassen. Es sollte keine Außenpolitik die Art von Innenpolitik durchführen, die wir aus verschiedenen Ländern kennen. Einen Fehler in der Innenpolitik kann man leichter und in kürzerer Zeit korrigieren als einen Fehler in der Außenpolitik, für den die Korrektur Generationen brauchen könnte. Österreich hat aus seiner Geschichte gelernt.

Im Vergleich zu anderen Mitgliedern der EU besitzt Österreich mehr Know-how und Erfahrung, vor allem wenn es um den Orient und Okzident geht. Als Österreicher können wir stolz sagen, dass das Zentrum der Orient-Okzident Geschichte in Wien liegt. Jetzt muss man von diesen 500-jährigen Begegnungen Österreichs mit dem Orient und natürlich der Türkei, Gebrauch machen.

Nicht umsonst hat sogar die große Kaiserin Maria-Theresia im Jahre 1754 die Orientakademie gegründet, in der die erste Fremdsprache Türkisch war und alle Diplomaten und Bürokraten Türkisch als Fremdsprache gelernt haben. Heute heißt diese Akademie diplomatische Akademie. Und nicht umsonst hat der Gründer der modernen laizistischen Republik Türkei vielen österreichischen Wissenschaftlern, Architekten und Archäologen Möglichkeiten gegeben zum Aufbau der Republik beizutragen. Das erste türkische Parlament, Präsidentenamtsgebäude und mehrere Ministerien wurden von österreichischen Architekten gebaut. Bis heute wird mit großer Freundschaft daran erinnert.

 

„Europa, das schützt“

Das Motto des EU-Ratsvorsitzes der österreichischen Regierung lautet: „Europa, das schützt“. Wir verstehen das unter anderem als friedliches Zusammenleben in Österreich mit der Stärkung der Rechtsstaatlichkeit sowie der liberalen Demokratie und der Gewaltenteilung. Dafür muss man, wozu jeder Staat verpflichtet ist, seine Bürger und Bürgerinnen beginnend von den Außengrenzen (Jetzt: FRONTEX) bis hin zur Haustüre schützen. Wir wünschen uns aber eines: dass man unter dem Vorwand Europa zu schützen die liberale Demokratie, Meinungsfreiheit, Pressefreiheit und Rechtstaatlichkeit nicht verwässert. In der Türkei haben wir diese Erfahrungen, besonders die Bevölkerung, mit immensen Schmerzen gemacht. Österreichs neue Regierung wird hier natürlich mit gutem Willen versuchen, auch mit NGOs und Think Tanks, wie wir einer sind, auf gleicher Augenhöhe für die Republik Österreich transparent, kritisch aber doch konstruktiv, sachlich für das Gemeinwohl zu arbeiten.

In Österreich leben ca. 300.000 Menschen aus der Türkei, davon sind ca. 190.000 österreichische Staatsbürger und ca. 110.000 türkische Staatsbürger. Die Mehrheit der Menschen aus der Türkei in Österreich möchte friedlich mit allen Menschen gemeinsam unter dem Schutz der österreichischen Verfassung, des Rechtsstaates, der liberalen Demokratie, Meinungsfreiheit, Grundwerte und der Gewaltenteilung zusammenleben. Mit reaktionären, fundamentalistischen und faschistischen Gruppierungen, Organisationen und Parteien aus der Türkei und in der EU bzw. Österreich wollen diese nichts zu tun haben!

Wir möchten, dass die EU die Beziehung mit der Türkei aufrechterhält, besonders wenn es um Menschenrechte, Rechtsstaat, Gewaltenteilung, Grundrechte, Pressefreiheit und um die säkulare Verfassung in der Türkei geht, damit man hier einen demokratischen Druck ausüben kann. Die EU hat bezüglich der Türkei bis jetzt leider eine doppelmoralische Politik betrieben, weswegen sich die Regierung in Ankara auch von einer halbwegs demokratischen, freiheitlich, säkularen Verfassung mit Gewaltenteilung distanziert hat.

 

Eines der wichtigsten Themen, welches sich der österreichische Ratsvorsitz als Aufgabe vornehmen könnte, ist die Modernisierung der EU-Türkei Zollunion, die seit 01.01.1996 bis heute einen Nachteil für die Exporteure aus Österreich und allen anderen Ländern der EU verursacht. Auch die Türkei leidet unter der uneinheitlichen Zollunion mit der EU.

Vorletzte Woche in Luxemburg haben die EU-Mitgliedsstaaten der Türkei eine Absage bezüglich der Zollunionsmodernisierung erteilt.

„Die Zeit“ berichtet am 27.06.2017 wie folgt: Keine Ausgabe der Zollunion: Harter EU-Kurs gegen die Türkei.  Zwei Tage nach der Wiederwahl des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan haben die EU-Staaten offiziell beschlossen, mit dem Land vorerst keine Verhandlungen über den Ausbau der Zollunion aufzunehmen. Die Türkei habe sich zuletzt weiter von der Europäischen Union wegbewegt, heißt es in einer am Dienstagabend bei einem Ministertreffen in Luxemburg verabschiedeten Erklärung.“

Was „die Zeit“ ebenfalls berichtet: „Flüchtlingsdeal: EU zahlt drei Milliarden Euro an Türkei: Die Türkei bekommt von der EU weitere drei Milliarden Euro, um Flüchtlinge aus Syrien zu versorgen. Nach monatelangen Diskussionen einigten sich die Staats- und Regierungschefs.“

Am selben Tag hat die EU die versprochenen drei Milliarden Euro Hilfe für die syrischen Flüchtlinge in der Türkei freigegeben. Wir finden diese beiden Entscheidungen zur gleichen Zeit ziemlich bedenklich, sowohl für den Frieden in Europa als auch für die Zukunft, die scheinbar den Titel „Eine Frage des Preises“ trägt.

 

Fakten bezüglich der EU-Türkei Zollunion

Die Vollmitgliedschaft der Türkei in der EU hat mit der Zollunion zwischen der Türkei und Ländern der EU, welche seit 01.01.1996 gilt, nichts zu tun. Das EU Parlament hat diese Zollunion vor dem 01.01.1996 ratifiziert, das türkische Parlament nicht. Kein anderes EU Vollmitglied hat mit der EU eine ähnliche Zollunionsvereinbarung abgeschlossen, da es mehr Nachteile als Vorteile bringt.

Besser wäre und ist ein ehrliches „Freihandelsabkommen“ der EU mit der Türkei, welches die EU schon mit 40 Ländern abgeschlossen hat. Wir müssen in aller Freundschaft und Höflichkeit warnen: die Zollunion der EU mit der Türkei gleicht einer Missbrauchs-Beziehung, die sich nicht auf gleicher Augenhöhe abspielt, sondern den Charakter der Versklavung, Kolonialherrschaft oder zumindest der Unterwerfung der Türkei unter das Joch der EU hat. Das kann nicht gut gehen. Die Türkei hat mit der Zollunion-EU bis heute einen Großteil ihrer nationalen Souveränität nach Brüssel abgetreten, ohne in der EU-Zentrale irgendeinen Einfluss, nicht einmal einen Beobachter, auf den multinationalen Entscheidungsprozess (eigene Zölle) zu haben.

Abgesehen von der Landwirtschaft (die noch ausgedehnt werden soll) und den Dienstleistungen (die zurzeit ausgedehnt werden), beide stark reglementiert, soll die Zollunion in den kommenden Jahren weiter expandieren. Die Türken schreiben: „Nichts kann die Türkei zurzeit so gut auf einen stabilen, zivilen Pfad bringen wie Verlässlichkeit, Fairness und ein Partner, der das Land ernst nimmt und es gut mit ihm meint. Dazu gehört dann natürlich auch Kritik. Sie kann und soll mit jeder positiven Erfahrung immer nachdrücklicher werden.“

Laut WKO spricht ein Blick auf die Entwicklung der österreichischen Exporte in die Türkei seit dem Beginn der Zollunion eine deutliche Sprache. Allein in den letzten 20 Jahren seit Inkrafttreten der Zollunion hat sich das österreichische Exportvolumen von rund EUR 246 Mio. auf derzeit EUR 1.310 Mio. mehr als verfünffacht, zwischenzeitlich (2015) fast versechsfacht. Allein nach dem Inkrafttreten der Zollunion 1996 hat sich das Exportvolumen innerhalb von fünf Jahren verdoppelt. Insgesamt eine klare Erfolgsgeschichte.
Hervorzuheben ist, dass sich die österreichischen Exporte auch 2017 mit nur -1,0% gegenüber 2016 – trotz der politischen Spannungen – weiterhin erfreulich stabil halten konnten.

 

Probleme in Bezug auf die Zollunion

Viele österreichische Unternehmen, welche in die Türkei exportieren bzw. eine Geschäftsbeziehung mit der Türkei haben, sind mit sehr vielen Problemen konfrontiert.

Vordergründig, da die EU mit 40 Ländern weltweit Freihandelsabkommen, nach langen Diskussionen und mit Einfluss der Mitgliedsstaatsinteressen, vereinbart hat. Allerdings hat man die Interessen der Türkei nicht mit einfließen lassen und beließ es bei einer Zollunion. Hier wurde und wird auf die türkische Wirtschaft keine Rücksicht genommen.

Die Türkei hat ein Zollabkommen mit der EU, als einziges Land, welches nicht Vollmitglied ist und muss sich infolgedessen diesen 40 Ländern anpassen. Warum hat man mit der Türkei kein gesundes Freihandelsabkommen, wie mit den anderen Ländern der EU, abgeschlossen?

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) veröffentlichte dazu einen ABC-Indikator zur Türkei, in dessen Rahmen eine Umfrage unter österreichischen Niederlassungen in der Türkei durchgeführt wurde. Laut dieser Umfrage der Advantage Austria der Wirtschaftskammer Österreich antworteten 76, 2 % der Personen als Reaktion auf die Frage ob eine Erweiterung der EU-Türkei Zollunion für die Unternehmen Vorteile bringen würde (z.B. Reduktion der nicht-tarifären Handelshemmnisse, Aufnahme von Dienstleistungen und Agrarerzeugnisse in das Abkommen) mit „Ja“. Auch bezüglich der Frage ob die politischen Spannungen zwischen Österreich und der Türkei sich auf deren Geschäftsbeziehungen negativ auswirken würden, antworteten 60,7% der Personen mit „Ja“. Diese Umfrage spiegelt im Allgemeinen den Einfluss der derzeitigen Missstände wider, aber auch den Wunsch österreichischer Unternehmer die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu verbessern.

Frage: Warum modernisiert man also im Interesse der österreichischen bzw. europäischen Exporteure und natürlich auch der türkischen, die EU-Türkei Zollunion nicht, sondern verwendet das als Druckmittel? Die EU Vollmitgliedschaft der Türkei liegt de facto im Kühlschrank. Sie ist zwar eingefroren, jedoch nicht abgebrochen. Es wird dennoch stets zumindest ein Mitglied unter den 28 jetzigen EU Mitgliedern für den Nicht-Abbruch stimmen und die Verhandlungen damit weiterhin auf Eis legen. Deswegen bitten wir, dass man das EU-Türkei Thema nicht weiterhin in der Innenpolitik derartig thematisiert, als ob in naher Zukunft eine Vollmitgliedschaft in Frage kommen würde.

 

Nicht einmal einen Beobachter für die eigenen Zölle?

Der Warenverkehr zwischen der EU und der Türkei ist beschränkt, da bei Änderungen der Vielzahl der Freihandelsabkommen der EU (zurzeit 40), nicht genug Rücksicht auf die Türkei genommen wurde. Es gibt zwischen der EU und der Türkei keine gemeinsame Handelspolitik aber eine gemeinsame Zollunion, die modernisiert gehört, da ansonsten asymmetrische antidemokratische Zölle in Rechnung gestellt werden. Darunter leiden beide Partner. Wegen der Nicht-Modernisierung der Zollunion mit der Türkei, werden Schutzmaßnahmen nicht gut genug kontrolliert. Infolgedessen werden Waren, möglicherweise illegal, importiert oder illegale Geschäftsbeziehungen getroffen. Es entsteht also eine Grauzone, welche nicht kontrollierbar ist. Dies ist gegen die Interessen der EU-Wirtschaft und natürlich Österreichs.

Österreich könnte mit seinem Ratsvorsitz in der EU das Problem unter die Lupe nehmen und sich unabhängig von der Vollmitgliedschaft, die die Regierung strikt ablehnt, die Modernisierung der EU-Türkei Zollunion vornehmen. Im Interesse der österreichischen Unternehmer und Unternehmerinnen sowie der Wirtschaft.

Es entstehen sehr viele Probleme im Zuge dessen, da die Türkei über keinen Beobachter in Brüssel, bezüglich der EU-Türkei Zollunion, verfügt. Die Türkei hat hingegen Freihandelsabkommen mit anderen Ländern, in denen sich Unternehmen, wegen den Ursprungserzeugnissen der Waren und daraus resultierende Anti-Dumping Maßnahmen (bis 62% des Warenwerts) der EU, gegenüber den türkischen Exporteuren, Zollsteuern anhängen müssen oder aber umgekehrt, die türkischen Zollverwaltungen gegenüber österreichischen und EU-Unternehmen. Diese sind jedoch nicht nötig.

Online-Umfrage im Oktober 2017 unter österreichischen Niederlassungen in der Türkei WKÖ -AußenwirtschaftsCenter:


Was verstehen wir unter Modernisierung der EU-Türkei Zollunion?

Unter der EU-Türkei Zollunionsmodernisierung verstehen wir den Handel mit Dienstleistungen, Streitbeilegungen (z. B. Gerichtsverhandlungen, wie einem Streit zwischen zwei Unternehmen) und die öffentliche Auftragsbeilage in der Türkei der EU-Unternehmer inkl. Österreich und umgekehrt. Nicht nur das: es sollte sowohl der Türkei als auch der EU im Zuge der Modernisierung die Möglichkeit gegeben werden, Freihandelsabkommen, die die EU mit anderen Ländern abgeschlossen hat und umgekehrt auf selber Augenhöhe und im gegenseitigen Interessensausgleich zu verhandeln. Die EU befindet sich ansonsten in einer imperialistischen Kolonialmachtsposition, sagen türkische Experten. Die EU sollte Stabilität in die Türkei exportieren, nicht Instabilität, da wir sonst befürchten, dass diese Instabilität in die EU und insbesondere in den Balkan exportiert wird. Unabhängig welcher Mann Präsident und welche Partei an der Macht ist.

Wir wissen, dass Deutschland insbesondere mit Frankreich die Stopptaste in der EU-Kommission drückt, was für Exporteure aus beiden Ländern einen Nachteil bildet. Für die Türkei ist die Nicht-Modernisierung der Zollunion keine diplomatische oder politische Distanz oder Diskrepanz, sondern eine feindselige Kriegserklärung im Bereich der Wirtschaft. Man kann gegen die türkische Regierung und den jetzigen Präsidenten sein, was auch viele gerechte Gründe hat, aber man muss hier die Spreu vom Weizen trennen und nicht die gesamte türkische Wirtschaft mit seinen 80 Millionen Menschen dafür bestrafen und seiner eigenen EU Wirtschaft mitsamt Exporteuren Schaden zufügen.

 

Wirtschaftliche Interessen der Österreicher verteidigen

Es ist daher viel vernünftiger, dass die EU auf gleicher Augenhöhe mit der Türkei (egal welche Partei in der Regierung in der Türkei ist) die Interessen der Unternehmen der EU und die Interessen der Unternehmen aus der Türkei in die Zollunion fließen lässt. Ansonsten exportiert die EU fahrlässig Instabilität über die EU-Türkei-Zollunion in die Türkei. Das ist nicht fair, hat auch mit den Werten der europäischen Union, wenn man von Frieden spricht, nichts zu tun. Eine instabile Türkei wird in die EU und insbesondere nach Österreich ebendiese Instabilität importieren.

Eine EU, welche Südosteuropa vom West-Balkan, Süd-Balkan und Ost-Balkan trennt, hat aus der Geschichte nichts gelernt. Das Wort Balkan besteht aus zwei Wörtern: „Bal“ bedeutet auf türkisch „Honig“ und „Kan“ bedeutet „Blut“. Nicht umsonst heißt Südosteuropa „Balkan“. Wir wollen als Österreicher mit türkischen Wurzeln, besonders da gerade sehr viele von der FRONTEX und dem Schutz der EU-Außengrenze reden, Frieden am Balkan. Da besonders hier, Österreich, genauso wie die Türkei, in Südosteuropa eine hohe historische Verantwortung zu tragen hat, wünschen wir uns unabhängig von den Regierungen, wirtschaftlich halbwegs korrekte Beziehungen und keinen Wirtschaftskrieg unter dem Vorwand: „Wir bringen Frieden und Stabilität“.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

Obmann

DI Birol Kilic

Quellen:

  1. abc-indikator-2017-tuerkei-deutsch

      2. AKTUELLE INFORMATIONEN ZUM TÜRKISCHEN ZOLLRECHT FÜR ÖSTERREICHISCHE EXPORTUNTERNEHMEN- ZOLLUNION EU-TÜRKEI TÜRKISCHES ZOLLSYSTEM DRITTLANDSZÖLLE WISSENSWERTES & TIPPS- AUSSENWIRTSCHAFTSCENTER ISTANBUL JUNI 2018

https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Leitfaden-Tuerkei_Zollrecht_2018.pdf

Bild (c): EU-Kommission Österreich

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25 06 2018
By: TKG 0

Türkei-Wahlen: „Die AustrotürkenInnen in Österreich möchten nicht pauschalisiert werden“

Werfen wir bitte nicht alle AustrotürkenInnen in den selben Topf.

In Österreich leben ca. 300.000 Menschen aus der Türkei, davon handelt es sich bei ca. 116.000 um türkische Staatsbürger (die Übrigen sind österreichische StaatsbürgerInnen und dürfen demnach nicht wählen). Davon sind wiederum nur 55.000 Personen tatsächlich auch wählen gegangen. Von diesen 55.000 in Österreich lebenden TürkInnen haben ca. 60 % (33.000) für die AK Partei und ca. 70 % (38.000) für Erdogan gestimmt. Hierbei ist zu beachten, dass bei der Wahl zwei Stimmzettel für jede Wählerin und jeden Wähler zur Verfügung gestellt wurden. Ein Wahlzettel war dabei für die türkische Parlamentswahl (Wahl der Parteien mit 600 Abgeordneten) gedacht, der zweite Stimmzettel diente für die Präsidentschaftswahl.

Die unumstößliche Meinung vieler, dass AustrotürkInnen mehrheitlich eine Partei oder einen Politiker aus der Türkei wählen, ist demnach sehr pauschalisierend und de facto diskriminierend. Denn wie sich hier zeigt, stimmt das nicht. Es stimmt nicht, dass die Mehrheit der AustrotürkInnen Erdogananhänger oder einer anderen Partei in der Türkei. Die sind verschieden, farbig, die Mehrheit möchte mit den Parteien in der Türkei nichts zu tun haben, weil ihre Zukunft in Österreich liegt. Sie wünschen sich eine demokratische rechtsstaatliche Türkei, wo Grundrechte, Meinungsfreiheit und Pressefreiheit als oberste Priorität behandelt wird. In der derzeitigen Türkei ist dies durch diese Parteien und die gegenwärtige Regierung nicht der Fall.

Man kann nicht alle 300.000 Menschen mit türkischer Abstammung, die in Österreich leben, mit jenen ca. 33.000 Menschen gleichsetzen, die die AKP bzw. Erdogan gewählt haben, da diese nur 10 % aller AustrotürkInnen ausmachen. Die Mehrheit der in Österreich lebenden Menschen mit türkischer Abstammung möchte mit den Wahlen in der Türkei nicht identifiziert werden, weil sie an dieser Wahl nicht teilgenommen hat bzw. kein Interesse daran haben oder auch aktiv als österreichische StaatsbürgerInnen mit türkischen Wurzeln bei den österreichischen Parteien mitarbeiten.

Aus diesem Grund bitten wir alle PolitikerInnen und geschätzte Medienleute, hier die Spreu vom Weizen zu trennen und nicht alle Personen mit türkischen Wurzeln aufgrund der Wahlen in der Türkei zu pauschalisieren und in weiterer Folge allesamt an den Pranger zu stellen. Denn genau das wollen nicht alle, aber einige Parteien/PolitikerInnen aus der Türkei bezwecken.

Man sollte sich hier den Frieden der Republik Österreich und des interkulturellen Zusammenlebens der Bevölkerung vor Augen halten und stets um dessen Schutz bemüht sein.

Denn unsere neue Heimat ist Österreich und wir schätzen dieses schöne, friedvolle Land für seine guten Werte und den respektvollen Umgang mit den meisten AustrotürkInnen. Wir sind stolz, BürgerInnen eines Rechtsstaates zu sein, wo die Gewaltenteilung, die Grundrechte der Presse-und Meinungsfreiheit sowie die Würde jedes einzelnen Menschen geschützt wird und im Prinzip von „Check and Balance“ (Überprüfung und Ausgleich) immer unter strenger Kontrolle steht. Die meisten der 300.000 Austrotürken sind ein Teil der Republik Österreich. Wie auch Experten bestätigen: „Ihre Einstellungen und Sichtweisen orientieren sich stark an den Grundwerten der Republik Österreich, insbesondere an der Demokratie und der Pluralität.“

Die TürkInnen stehen der österreichische Mentalität sehr nahe. Fleiß, Ehrlichkeit und Höflichkeit sind gemeinsame Tugenden, und besonders letzteres wird von vielen TürkInnen besonders an den ÖsterreicherInnen geschätzt . So werden diese als geduldig, flexibel und sensibel charakterisiert, außerdem als traditions- und kulturbewusst.

Ein wunderbares Beispiel dafür, wieviele Gemeinsamkeiten sich in der Kultur der ÖsterreicherInnen und TürkInnen finden lassen, zeigt das folgende türkische Sprichwort: „Eine Tasse Kaffee gewinnt das Herz für vierzig Jahre.“ Das Verstehen von Menschen beginnt mit gutem Zuhören und wo lässt es sich besser reden, als bei einer Tasse dampfendem Kaffee? Wer sich auf eine Tasse Kaffee trifft, nimmt sich Zeit für einander. Das ist die Besonderheit der österreichischen Kaffeehauskultur, geht jedoch in zwischenmenschlicher Hinsicht noch viel weiter darüber hinaus. Wir sollten also mehr Kaffee zusammen trinken.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Obmann
DI Birol Kilic

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12 06 2018
By: TKG 0

Zollunion(Gümrük Birliği): EU-Türkei-75 %  Sprachen sich für eine Ausweitung  

Laut der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) sprachen sich 75 %  für eine Ausweitung bzw. Modernisierung der EU-Zollunion mit der Türkei aus.

Die EU-Türkei Zollunion in ein Freihandelsabkommen umwandeln

Die Erweiterung der Zollunion mit der EU hätte für die Türkei große und dringend benötigte wirtschaftliche Vorteile. Doch insbesondere Deutschland und Frankreich  blockieren die VerhandlungenAnkara droht dadurch nicht nur der Verlust diverser Vorteile einer erweiterten Zollunion, sondern muss auch wachsende Nachteile durch Ungerechtigkeiten in der bestehenden Zollunion hinnehmen und wird dementsprechend immer instabiler. Damit provozieren Deutschland und auch Frankreich als EU-Mitglieder eine gewisse Instabilität in der Türkei. Der Türkei drohen damit nicht nur der Entging diverser Vorteile, die mit der Erweiterung der Zollunion einhergehen würden. Sie hätte auch handfeste Nachteile, die sich mit der Zeit zudem verschärfen.

Der Grund dafür ist eine Unwucht in der Zollunion. Dank ihr können nicht nur EU-Firmen ihre Waren zollfrei in die Türkei exportieren, sondern auch Unternehmen aus Drittstaaten, mit denen die EU Freihandelsabkommen hat. Diese Drittstaaten sind im Gegenzug aber nicht dazu verpflichtet, ihre Märkte für Exporte türkischer Firmen zu öffnen. Wäre etwa das TTIP-Abkommen zwischen der EU und den USA zustande gekommen, hätte das für Teile der türkischen Industrie verheerende Folgen gehabt.

Dass TTIP inzwischen als praktisch gescheitert gilt, ist für die Türken nur ein schwacher Trost. Als Nächstes soll Anfang 2019 der EU-Vertrag mit Japan in Kraft treten, und zugleich verhandelt die EU mit vielen weiteren Ländern weltweit. Sollte sie etwa mit Indien handelseinig werden, müssten die Türken indische Waren zollfrei ins Land lassen, auf Ausfuhren nach Indien aber weiterhin 14 Prozent zahlen. Bliebe die Zollunion wie sie ist, würden laut der Ifo-Studie die Exporte türkischer Firmen deshalb teils deutlich zurückgehen – insbesondere in Branchen, in denen die neuen EU-Partnerländer stark sind.

Allerdings ist auch Yalcin davon überzeugt, dass „eine neue Zollunion politisch nicht umsetzbar ist“. Er schlägt deshalb vor, die Zollunion in ein Freihandelsabkommen umzuwandeln, das die aktuellen Zollregelungen beibehält, der Türkei aber ihre volle Handelssouveränität zurückgibt. Denn die hat sie mit der Einbindung in die Zollunion zu großen Teilen an die EU-Kommission abgetreten. Zugleich würde ein solches Abkommen laut Yalcin die Planungs- und Rechtssicherheit erhöhen, wovon letztlich auch EU-Unternehmungen profitieren würden.

Österreich Türkei

Ein Blick auf die Entwicklung der österreichischen Exporte in die Türkei seit dem Beginn der Zollunion sprechen laut WKO dabei eine deutliche Sprache. Allein in den letzten 20 Jahren seit Inkrafttreten der Zollunion am 01.01.1996 hat sich das österreichische Exportvolumen von rund EUR 246 Mio. auf derzeit EUR 1.310 Mio. mehr als verfünffacht (!), zwischenzeitlich (2015) fast versechsfacht. Allein nach dem Inkrafttreten der Zollunion 1996 hat sich das Exportvolumen innerhalb von fünf Jahren verdoppelt – insgesamt eine klare Erfolgsgeschichte.

Hervorzuheben ist, dass sich die österreichischen Exporte auch 2017 mit nur -1,0 % gegenüber 2016 trotz der politischen Spannungen weiterhin erfreulich stabil halten konnten:

Mehr Info:

Das türkische Zollrechtsregime – Alle Neuigkeiten und Änderungen zum Export in die Türkei

https://www.youtube.com/watch?v=Ln13dBv5RzE&feature=youtu.be

LEITFADEN TÜRKEI: AKTUELLE INFORMATIONEN ZUM TÜRKISCHEN ZOLLRECHT FÜR ÖSTERREICHISCHE EXPORTUNTERNEHMEN

https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Leitfaden-Tuerkei_Zollrecht_2018.pdf

Webinar: Das türkische Zollrechtsregime

https://www.wko.at/service/aussenwirtschaft/Das-tuerkische-Zollrechtsregime_Webinar-Tuerkei-2018_Herausg.pdf

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

 

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08 06 2018
By: TKG 0

TKG: „Die eigentlichen Brandstifter bleiben unberührt“

Wien – Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) begrüßt jegliches Verbot verfassungs- und demokratiefeindlicher Organisationen, die gegen unsere  freiheitliche demokratische Grundordnung kämpfen, egal aus welchen Religionsgemeinschaften, Parteien, Organisationen und Vereinen. Gegen verfassungsfeindliche Einzelpersonen und Personenzusammenschlüsse (Parteien, Vereine, Religionsgemeinschaften, Kultusgemeinden und Organisationen) kann und muss der demokratische Rechtsstaat präventiv vorgehen.

Die heutige Pressekonferenz der Regierung mit vier Ministern ist unserer Meinung nach ein unüberlegtes Vorhaben (mit einem unglücklich gewählten Zeitpunkt vor den Wahlen am 25.06.18 in der Türkei), welches das eigentliche Problem des stark politisierten, radikalisierten Glaubens und der verfassungsfeindlichen angeblichen Kultus- bzw. Religionsgemeinschaften nicht löst, sondern deren politischen Argumente jetzt und in Zukunft untermauert. Besonders, weil dieses „Verbot und Auflösung“ die eigentlichen Zentren des politischen Islams nicht einmal berührt bzw. tangiert.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) ist der erste NGO-Think-Thank in Österreich, welcher vor dem politisierten Glauben seit Jahren warnt, sachlich darüber aufklärt und eines wünscht: Differenzieren, die Spreu vom Weizen trennen und nicht die Täter als Problemlöser und Berater salonfähig machen.

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17 05 2018
By: TKG 0

TKG-Sprachmangel: „Nationales Fortbestandsproblem „

Deutschförderklassen müssen das nationales Fortbestandsproblem der Republik Österreich lösen.

WIEN.  Ob wir wollen oder nicht, österreichweit hat mehr als ein Viertel aller SchülerInnen eine nicht-deutsche Umgangssprache, in der Stadt Wien sogar mehr als die Hälfte. Infolgedessen stehen österreichs Schulen durch soziale, ökonomische und kulturelle Durchmischungen ihrer SchülerInnen vermehrt vor besonderen Herausforderungen und Problemen, insbesondere in den Ballungsräumen.

Die türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) definiert das Problem der mangelnden Sprachkompetenz, besonders unter jungen SchülerInnen und zukünftigen Steuerzahler, als ein nationales Fortbestandsproblem, welches auch auf überparteilicher Ebene diskutiert werden muss.

Dabei steht die Lösung dieses fundamentalen Problems auch in Zusammenhang mit den Interessen der Republik Österreich, deren Zusammenhalt, Wirtschaft, Werteebene, Demokratieverständnis und Integration.

Schätzen und Schützen

Diese SchülerInnen von heute sind unsere morgigen Wirtschaftskapitäne und Exportchampions, Spitzensportler, Leistungsträger in der Arbeitswelt und Garant für unsere sicheren Pensionen, Polizistinnen, Mitglieder der freiwilligen Feuerwehren, usw. Das wichtigste ist, dass dieses enorme Humankapital verwertet werden sollte. Es geht hier um die Zukunft der Republik Österreich, für deren Kinder nicht nur materiell, sondern auch immateriell viel investiert wird, damit diese jungen Kinder der Republik Österreich-Humankapital- zu wertvollen Bürgerinnen und Bürger heranwachsen können. Sie sollen somit die Werte der Republik Österreichs wie den Rechtstaat, Gewaltenteilung, Säkularismus, Frauenrechte, Menschenrechte, Presse,- und Meinungsfreiheit zu schätzen lernen, verinnerlichen und wenn nötig als wehrhafte Demokraten  die freiheitliche demokratische Grundordnung schützen. 

Wir wissen, dass viele SchülerInnen leider aufgrund verschiedener Faktoren und Rahmenbedingungen beim Beginn der Volksschule der deutschen Sprache nicht mächtig sind. Dabei bringt dieser Umstand mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit in deren Zukunft nicht definierbare und große Probleme mit sich. Die Kinder sind Kinder der Republik Österreich, wobei die Republik hier diese große Verantwortung sehr ernst nehmen muss.

Mit einfachen Worten: Wer sich in seinem Heimatland Österreich nicht artikulieren und weder lesen noch schreiben kann, ist gefährdet nicht nur erfolglos zu sein, sondern auch unglücklich zu werden. Aufgrund dessen bezeichnet die TKG den Vorschlag der Regierung zur Verbesserung der Deutschförderung als wichtiges Vorhaben, wobei viele Punkte als positiv zu bewerten sind, aber dennoch einige Punkte  kritisch diskutiert werden müssen.

Positiv

Unter anderem das Bemühen, die Kinder wiederum möglichst früh in die Regelklassen einzugliedern, nachdem sie genügend Sprachkompetenz erworben haben, um dem Regelunterricht folgen zu können. Die Verfestigung der grundlegenden Deutschkenntnisse ist hierbei sehr relevant, da dadurch die erfolgreiche Teilnahme am Regelunterricht erst gewährleistet werden kann. Die ältere Generation sollten hier unbedingt mit einbezogen werden.

Auch Aspekte wie die standardisierten Testmethoden, die Verbindlichkeit der Deutschförderklassen sowie die gezielte Förderung durch eigens entwickelte Lehrpläne mit Schwerpunkt Deutscherwerb bilden gute Grundlagen für eine konstruktive Entwicklung.

Hier muss man diskutieren

Trotz der grundsätzlich positiven Auffassung gibt es dennoch einige Mängel, die durchaus gemeinsam diskutiert und in weiterer Folge aufgehoben werden müssen. Es bleibt beispielsweise noch offen wie etwaige organisatorische Punkte bewältigt werden sollen.

Konkret gemeint sind hier die zusätzlich benötigten Räumlichkeiten sowie die Finanzierung der Lehrer und Lehrerinnen. Des Weiteren wurden noch keine Klassenhöchstanzahlen genannt. Eine ebenfalls wichtige Information, da in kleineren Klassen besser auf einzelne Schüler eingegangen werden kann. Diese fehlenden Informationen sollten nochmals vermittelt und diskutiert werden. Es erscheint zudem sinnlos, Kinder, welche sich auf signifikant unterschiedlichen Sprachniveaus befinden, gemeinsam zu unterrichten, da sich einige sowohl unterfordert als auch überfordert fühlen könnten. Den Lehrpersonen würde es zudem erschwert werden, sich auf einzelne förderbedürftige Kinder zu konzentrieren, ohne dabei andere Kinder zu vernachlässigen.

Sprache als Schlüssel zur Gesellschaft

Allgemein steht fest, dass SchülerInnen, egal aus welchen Ländern, die Sprache Deutsch – ähnlich wie Wasser und Sauerstoff zum Überleben – innerhalb der Gesellschaft brauchen. Das Beherrschen der deutschen Sprache ist also fundamentaler Bestandteil gelungener Integration. Dementsprechend stellt die Lösung dieses Problems für die TKG ein hohes Anliegen dar.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG)
Wien, 17.05.2018

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15 05 2018
By: TKG 0

Herzlich Willkommen, lieber Ramadan!

Am 15. Mai 2018 beginnt wieder der Ramadan. Auch für 700.000 Muslime in Österreich beginnt das Fasten vom 15. Mai bis 14. Juni.  Nicht alle Muslime fasten, aber alle schätzen und respektieren den Ramadan Monat.

Der Obmann der Türkische KULTURgemeinde in Österreich, Birol Kilic, appelliert an alle Menschen aus der Türkei, den Ramadan nicht für die Gottesdienste zu nutzen, sondern sich auch für Frieden einzusetzen. „Wir haben nicht nur in Österreich, auch in ganz Europa turbulente Zeiten. Wir müssen gegen Abspaltung, Rassismus in der Gesellschaft und für das Zusammenleben in Österreich eintreten. Es folgt eine Zeit der inneren Ruhe, dem Versuch vom irdischen Leben Abstand zu gewinnen und sich nur dem einen und barmherzigen Schöpfer zu widmen.  Ramadan ist die Zeit wo man mehr an Armut, Hunger und Teilung denken muss. Ramadan ist eine Erziehung zur Selbstüberwindung und zugleich ein Weg zur Bewusstmachung, dass es Menschen gibt, die tagtäglich Hunger erleiden. Ramadan ist eine Zeit, wo man in Österreich auch über die Werte der österreichischen Gesellschaft diskutiert.  Richtig. In diesem Monat der Reinigung wird ein besonderes Programm zur Erziehung aufgelegt. Unter Erziehung verstehen wir auch Bildung und Erinnerung an unsere gemeinsamen Werten in Österreich.“

 

Ramadan ?

Ramadan heißt übersetzt so viel wie „der heiße Monat“. Gemeint ist der neunte Monat im islamischen Mondkalender. An einem Tag in diesem Monat soll der Koran auf die Erde gesandt worden sein. Dieser Zeitpunkt wird auch „Nacht der göttlichen Bestimmung“ genannt und wird hauptsächlich am 27. Ramadan gefeiert. Da der Termin durch den Koran jedoch nicht genau festgelegt ist, gibt es hier Unterschiede. In Deutschland wird dieser Zeitraum nach Angaben des Zentralrates der Muslime in Deutschland exakt astronomisch berechnet. Gefastet wird den gesamten Monat lang jeweils von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, in diesem Jahr vom 6. Juni bis zum 4. Juli.

Darauf verzichten die Muslime im Ramadan

Nach dem muslimischen Gesetz bedeutet Fasten die Enthaltung von bestimmten Dingen: Verboten sind der Verzehr von Speisen und Getränken, Rauchen, Geschlechtsverkehr und Trunkenheit, so die Informationsplattform „islam.de“. Außerdem sind üble Nachrede, Verleumdung, Lüge und Beleidigung streng untersagt. Schweigen gehört ebenfalls zur Enthaltsamkeit im Ramadan.

Jeder Muslim, der geistig zurechnungsfähig, volljährig und körperlich dazu im Stande ist, muss fasten. Auch Minderjährige können fasten, hier gibt es aber ein Unterscheidungsvermögen. Schwangere, Kranke und Kinder sind nicht zum Fasten verpflichtet, wie die Informationsseite „islam.de“ bekannt gibt.

Schwangere und Kranke müssen die versäumten Fastentage aber nachholen. Laut einer Statistik, auf die sich das „National Bureau of Economic Research“ der USA bezieht, fasten die meisten schwangeren Muslimas trotzdem. Dadurch reduziere sich häufig das Geburtsgewicht des Kindes und die Länge der Schwangerschaft, wodurch körperliche und geistige Behinderungen der Kinder viel wahrscheinlicher würden.

Zuckerfest beendet den Fastenmonat

Am Ende des Fastenmonats, nach 29 beziehungsweise 30 Tagen, feiert man das Fest des Fastenbrechens, auch als kleines Fest oder Zuckerfest bekannt. Die Vorbereitungen beginnen bereits in den letzten Tagen des Fastenmonats.

Vorher muss jeder Muslim eine pflichtmäßige Spende entrichten, die auch als Almosensteuer des Fastenbrechens bekannt ist. Sie kommt Bedürftigen zugute und gehört nach Angaben des Verbandes der islamischen Kulturzentren zu den wichtigsten Pflichten eines Moslems. Anschließend wird drei Tage lang gefeiert, dieses Jahr vom 7. bis 9 Juli.  Der erste Tag ist dabei laut „islam.de“ der Familie gewidmet. Obwohl das „große“ Opferfest im Pilgerfahrtsmonats eigentlich das höchste Fest der Muslime ist, wird das Fastenbrechen traditionell größer und umfangreicher gefeiert, ähnlich wie Weihnachten bei den Christen .(tkg, dpa)

 

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06 05 2018
By: TKG 0

KZ-Gedenkstätte Mauthausen: TKG und über 10.000 gedenken der Befreiung

Über 10.000  Menschen, darunter die Überlebenden des ehemaligen Konzentrationslagers, aus dem In- und Ausland haben heute in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen an der Befreiungsfeier teilgenommen.  Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) war heute mit einer Delegation dabei.  Der gemeinsame Auszug aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus dem ehemaligen Konzentrationslager gilt als symbolischer Akt der Befreiung am 5. Mai 1945, vor 73 Jahren.

Wien/Mauthausen, 6. Mai 2018 – In Erinnerung an die Befreiung der Häftlinge aus dem Konzentrationslager Mauthausen am 5. Mai 1945 wurde heute im Rahmen der alljährlichen Internationalen Befreiungs- und Gedenkfeier gedacht. Mehr als 10.000 Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland nahmen auch dieses Jahr, am 73. Jahrestag, teil. Veranstaltet wird die Internationale Gedenk- und Befreiungsfeier seit Jahrzehnten vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) in enger Zusammenarbeit mit der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen (ÖLM) und dem Comité International de Mauthausen (CIM). Im Gedenkjahr 2018 widmen sich die Gedenk- und Befreiungsfeiern dem Thema „Flucht und Heimat“ und der Auslöschung Österreichs im Jahr 1938. Schon im August 1938 trafen die ersten Häftlinge in Mauthausen ein und es wurde mit der Errichtung des Konzentrationslagers begonnen. Im Dezember 1938 waren bereits knapp 1.000 Häftlinge interniert.

Diesjähriges Schwerpunktthema: „Flucht & Heimat“

Zwischen 1933 und 1945 flohen Millionen von Menschen vor den Gräueltaten des nationalsozialistischen Regimes und seiner Verbündeten. Die nationalsozialistische Terrorherrschaft schuf in den 1930er Jahren neben politischen, religiösen oder wirtschaftlichen Ursachen ein neues Motiv der Flucht: Rassismus. Bis heute ist die Geschichte Europas immer wieder von Fluchtbewegungen gekennzeichnet. Kriege im ehemaligen Jugoslawien, im Irak, in Afghanistan oder in Syrien sowie fundamentalistischer Terror sind Ursachen für Flucht und den Verlust der Heimat.

Willi Mernyi, Vorsitzender des Mauthausen Komitee Österreich schlägt eine Brücke zur Gegenwart: „Menschen, die vor 80 Jahren in ein anderes Land flüchten mussten haben alles verloren. Ihre Heimat wurde zu einem fremden Ort. Auch heute müssen Menschen flüchten. Es liegt an uns, ihnen zumindest ihre Würde zu erhalten.“

Seit 2006 sind die Gedenk- und Befreiungsfeiern jedes Jahr einem speziellen Thema gewidmet, das zur Geschichte des ehemaligen KZ-Mauthausen bzw. zur NS-Vergangenheit Österreichs in Beziehung steht. Der Gegenwartsbezug bildet bei jedem Jahresthema einen essentiellen Bestandteil und soll vor allem für junge Menschen die Auseinandersetzung mit der Zeit und Ideologie des Nationalsozialismus konkreter fassbar machen.

Internationale Beteiligung an der Gedenk- und Befreiungsfeier

 

Die Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen begann mit einem ökumenischen Wortgottesdienst mit Diözesanbischof Dr. Manfred Scheuer, Pfarrerin Dr. Hannelore Reiner und Erzpriester Ioannis Nikolitsis. Gefolgt von der Verlesung des Mauthausenschwurs in mehr als 20 verschiedenen Sprachen – ein wichtiger symbolischer Akt an diesem Ort, wo von 1938 bis 1945 Deutsch die einzig erlaubte Sprache war.

Im Anschluss begrüßte MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi die tausenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer, insbesondere die KZ-Überlebenden und die zahlreichen Jugendlichen. Im Zuge der gemeinsamen Befreiungsfeier erfolgten die Kranzniederlegungen unter anderem durch Bundespräsidenten Dr. Alexander Van der Bellen, Bundeskanzler Sebastian Kurz, Nationalratspräsidenten Mag. Wolfgang Sobotka, Staatssekretärin Mag. Karoline Edtstadler, Bundespräsidenten a.D. Dr. Heinz Fischer, IKG-Präsident Deutsch, Altbischof Dr. h.c. Maximilian Aichern sowie internationalen und nationalen Delegationen und Jugendorganisationen und weitere. Während der Kranzniederlegung hielten die Vertreterinnen und Vertreter der Opferorganisationen aus Deutschland, Polen, Russland und Ungarn ihre Gedenkreden in den jeweiligen Landessprachen.

 

Kurze Videobeiträge von Zeitzeuginnen und Zeitzeugen, die aufgrund der Verfolgung des nationalsozialistischen Terrorregimes aus Österreich fliehen mussten, wurden während der gemeinsamen Feier eingespielt. Auch dieses Jahr wurde die Internationale Befreiungsfeier von den Schauspielerinnen und Moderatorinnen Mercedes Echerer und Konstanze Breitebner mehrsprachig begleitet.

Den Höhepunkt des Festakts bildete der gemeinsame Auszug – ähnlich der ersten Befreiungsfeiern der KZ-Überlebenden – aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Ende der Feierlichkeit. Auch dieses Jahr wurde der Auszug aus Mauthausen von den KZ-Überlebenden Dušan Stefancic, Yauhen Chrol, Nikolai Kireev, Shaul Spielmann, Andrew Sternberg und weitere mit Jehuda Gurvich an der Spitze angeführt, begleitet von den Zeitzeugen Anna Hackl und Tommy Frankl, GIs der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika und Schülerinnen und Schüler der NMS Mauthausen. Damit wird die Befreiung der KZ-Inhaftierten im Jahr 1945 symbolisiert.

Die Internationale Befreiungsfeier stellt die weitaus größte Gedenk- und Befreiungsfeier weltweit dar. Auch dieses Jahr wurde ein beeindruckendes Zeichen für ein „Niemals wieder“ gesetzt.
Fotos und Presseunterlagen zur Gedenk- und Befreiungsfeier 2018 unter http://www.mkoe.at/service/presseinfo

Statements:

 

Bundespräsident Dr. Alexander Van der Bellen:
„An Mauthausen zu erinnern bedeutet Trauer und Fassungslosigkeit angesichts eines Symbols für Terror, Leid und Unmenschlichkeit. Es bedeutet aber auch, ganz entschieden die Verantwortung für die Fundamente unseres Staates heute zu übernehmen: Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Menschenwürde!“
Bundespräsident a. D. Dr. Heinz Fischer:
„Die Befreiungsfeier in Mauthausen am 6. Mai hat eine jahrzehntelange und zum Symbol gewordene Tradition. Mauthausen ist, so wie viele andere ehemalige Konzentrationslager zu einem Erinnerungsort geworden, an dem den Opfern des Nationalsozialismus, der Menschenverachtung und Menschenvernichtung gedacht wird. Ich bin dankbar, dass diese Tradition des Gedenkens und Erinnerns jetzt schon seit über zwei Generationen aufrechterhalten wird. Verschiedene alarmierende Signale und Entwicklungen in Europa zeigen, wie wichtig das ist.“
Nationalratspräsident Mag. Wolfgang Sobotka:
„Die Gedenkstätte Mauthausen ist auf ewig ein Ort der Verantwortung. Ein Ort, der uns stets daran erinnern wird, zu welchen Verbrechen Menschen fähig sind und warum wir unter keinen Umständen zulassen dürfen, dass nationalsozialistische Denke auch nur im Ansatz geduldet oder unwidersprochen zur Kenntnis genommen wird.“
Über das Mauthausen Komitee Österreich: 
Die Überlebenden des KZ-Mauthausen übergaben im Jahr 2000 dem Mauthausen Komitee Österreich offiziell ihr Vermächtnis. Dieses Vermächtnis der KZ-Überlebenden bildet die Grundlage der Aktivitäten des MKÖ. Neben der Gedenkarbeit für die Opfer der Verbrechen des NS-Regimes, insbesondere jene, die im KZ-Mauthausen und in den Außenlagern gefangen gehalten wurden, sind Aktivitäten gegen Rechtsextremismus sowie die engagierte anti-faschistische und anti-rassistische Arbeit vor allem mit jungen Menschen weitere wichtige Schwerpunkte. In den vergangenen Jahren führte das MKÖ mit mehr als 100.000 Jugendlichen Zivilcourage-Trainings, Begleitungen durch die KZ-Gedenkstätte Mauthausen sowie an Orten ehemaliger Außenlager, die Vor- und Nachbereitung der KZ-Gedenkstättenbesuche, Anti-Rassismus-Workshops wie den Workshop „Wir sind alle“ sowie die neuen thematischen Rundgänge „denk mal wien“ sowie diverse anlass- und themenbezogene Jugendprojekte durch. (Ende)
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18 04 2018
By: TKG 0

TKG: „Stopp mit dem Missbrauch der Gebetshäuser“

Türkische Kulturgemeinde fordert sofortigen Stopp des Missbrauchs der Moscheen für politische und nationale Ereignisse aller Art, egal von welcher Seite.

Wien (OTS) – Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich warnt seit 15 Jahren über die Politisierung und den Missbrauch der Religion Islam in Österreich.

Die Bilder aus dem Gebetsbereich der ATIB Moschee in der Dammstraße in Wien sind nicht akzeptabel. Kinder spielen auf diesen Fotos tote Soldaten, werden mit der türkischen Fahne zugedeckt und wieder andere Kinder gehen an den „Toten“ vorbei. Das ist nicht normal! Das ist eine Respektlosigkeit gegenüber dem Gebetshaus und gegenüber Österreich. Ein Gebetshaus ist ein Ort an dem man sich direkt und in Ruhe an Gott wenden kann. Besonders in dem Bereich Gebetshaus sollte Politik und Religion nicht vermischt werden.

Aus der Geschichte wissen wir, dass einst die Türken gemeinsam mit ihren Verbündeten Österreich und Deutschland einen Verteidigungskrieg gegen England und Frankreich führten. Aus dieser Missbrauchsschlacht bei Gallipol bzw. aus diesem Krieg entstand letztendlich vor 100 Jahren die moderne, revolutionäre und laizistische Türkei durch Atatürk. Sein Motto: „Friede im Inneren, Friede in der Welt“ unterzeichnete er überall.

Die Schlacht von Gallipol bedeutete für Atatürk und für seine Bürger der laizistischen türkischen Republik folgendes: Ein Krieg ist schlecht, ein Friede dagegen ist immer gut und erstrebenswert.Diese Werte, welche man durch eine Kontrarevolution vernichten wollte, haben alle säkularen, türkischen Bürger in der Türkei  gelernt und verinnerlicht.

ATIB mit seinen 65 Moscheen in Österreich sollte ab jetzt im Gebetsbereich und auch in anderen Bereichen weder politische noch traditionelle Veranstaltungen durch eine Verordnung erlauben, sich neutralisieren und sich aus allen politischen Missbrauchsmöglichkeiten heraushalten.

ATIB ist besonders gegen den Salafismus und gegen den politischen Islam eine wichtige Institution, welche man auf jeden Fall nicht aufgeben soll, sondern im positiven Sinne für Österreich und für seine Interessen und für die hier lebenden aus der Türkei stammenden Menschen für sich gewinnen muss.

Deswegen empfehlen wir hier die Spreu vom Weizen zu trennen und alle bösen Ereignisse und Personen von den Guten zu trennen. Das beginnt durch die Säkularisierung und Schätzung der säkularisierten Gesellschaftsordnung mit seinem demokratischen vielfältigen Kräften, welche man verinnerlichen muss.

Die derzeitige Verfassung in der laizistischen Türkei sieht eine strikte Trennung zwischen Religion und Staat sowie Religionsfreiheit vor. „Heilige religiöse Gefühle dürfen absolut keine Rolle in staatlichen Angelegenheiten und der Politik spielen, wie es das Prinzip des Säkularismus vorsieht“, heißt es in der Präambel. Wir wissen in der säkularen Türkischen Republik herrscht  eine Konterrevolution gegenüber säkularen Werten und Institutionen wo wir in Österreich einfach die Konsequenzen erleben müssen.

TKG fordert mehr Säkularismus und Null politisierten Glauben in Österreich durch Laizität! Egal welche Religion.  Laizität ist die Unabhängigkeit eines Staates von der Religion. Säkularität bedeutet für die TKG die individuelle Lebensführung ohne Religion. Stopp mit dem Missbrauch der Gebetshäuser egal welcher Religion.

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20180418_OTS0153/tkg-stopp-mit-dem-missbrauch-der-gebetshaeuser

 

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05 04 2018
By: TKG 0

B2B Tourismus Workshop in Istanbul

In Kooperation mit der Österreich Werbung veranstaltet das AußenwirtschaftsCenter Istanbul den alljährlich wiederkehrende B2B Tourismus Workshop  am 03.05.2018 in Istanbul.

Wien. B2B Tourismus Workshop in Istanbul.  Nutzen Sie die Chance und präsentieren Sie sich vor den wichtigsten Playern der türkischen Tourismusszene!

 

2017 sind insgesamt 9,4 Mio. Türkinnen und Türken ins Ausland gereist.

Dies bedeutet ein Zuwachs von 17,1 % im Vergleich zum Vorjahr trotz des gestiegenen Lira-Wechselkurses.

Davon waren ca. 103.000 in Österreich.

Türkische Besucherinnen und Besucher wollen in Österreich besonders folgende Punkte erleben:

-Familienausflüge

-Kulturreisen, Sightseeing

-Wochenendreisen, Shopping

-Skifahren

-Geschäftstermine

Turkish Airlines fliegt neben Wien (5 Verbindungen täglich) seit Mai 2013 auch Salzburg (2 Verbindungen täglich) und Graz (seit Juni 2015) an. Neben Turkish Airlines bieten Pegasus Airlines, Sun Express und Onur Air günstige Flüge zwischen Istanbul, Ankara und Wien an.

Beliebte Destinationen in Österreich

Wien ist für die türkischen Gäste das Tor zu Mittel- bzw. Osteuropa (zum goldenen ‚Dreieck‘ Wien-Prag-Budapest, Schweiz-Deutschland-Liechtenstein).

Wien war im Gesamtjahr 2017 mit ca. 56 % der gesamten Nächtigungen die beliebteste österreichische Destination türkischer Gäste, und v.a. in der Sommersaison ein beliebtes Reiseziel.

Mit 13 % der Gesamtjahresnächtigungen liegt im Übernachtungsranking das Bundesland Tirol vor Salzburg (10 %).

Die beliebtesten Reisemonate im Winter sind Dezember und Jänner.

Nutzen Sie die exklusive Möglichkeit und präsentieren Sie sich vor den führenden Reiseveranstaltenden der Türkei.

Wann: 03.05.2018   Anmeldung bis: 08.04.2018

Anmeldung bei: Österreich Werbung Wien

Frau Denise Mielniczek

E denise.mielniczek@austria.info

T +43 1 588 66-0

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30 03 2018
By: TKG 0

Frohe Osterfeiertage-Hayırlı Paskalya! So feiert man Ostern in der Türkei

Wir wünschen unseren christlichen Freunden, Nachbarn und auch allen anderen, die dieses christliche Fest nicht begehen,
frohe Osterfeiertage und ein schönes Wochenende.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

 

Info:

Hayirli Paskalya! So feiert man Ostern in der Türkei

Auch in der Türkei wird an manchen Orten Ostern gefeiert, vor allem in Ostanatolien. Will man sich gegenseitig „Frohe Ostern!“ wünschen, so sagt man dort „Hayirli Paskalya!“. Aber wie wird Paskalya in der Türkei gefeiert? Hier ein paar Eindrücke.

Was wäre Ostern ohne einem leckeren Hefezopf? Das dachte man sich wohl auch in der Türkei. Deshalb wird dort an Ostern ein Osterkuchen aus Hefeteig gebacken. Das Besondere daran ist, dass in den Kuchen traditionell eine Münze eingebacken wird – wer diese dann beim Verspeisen findet, der kann sich über Gesundheit und Glück freuen. Aber natürlich gibt es in der Türkei noch viele weitere Gaumenfreunden zu Ostern. Deswegen kommt an den Feiertagen meist die ganze Familie zusammen, um gemeinsam leckeren Fisch und grüne Linsen zu essen. Das ist nämlich Brauch am Karfreitag.

Gibt es in der Türkei auch Ostereier?

Und auch auf die Ostereier muss man bei einem Osterfest in der Türkei nicht verzichten. Hierzu gibt es sogar einen speziellen Brauch. Zwei Personen müssen ihre Ostereier gegeneinander schlagen und derjenige, dessen Ei nicht zerbricht wird auch wieder mit Gesundheit und Glück beschenkt. Neugierig geworden? Wer nun vielleicht sogar über die Osterfeiertage einen Urlaub in der Türkei machen möchte, weiß nun zumindest, dass man auch dort sehr gut Ostern feiern kann. In manchen Orten in der Türkei gibt es außerdem auch christliche Kirchen, in denen man zur  Ostermesse gehen kann. Na dann, Hayirli Paskalya! (Myheimat.de)

 

Izmir – türkische Ostern für Anfänger

von Marie Christen

Die Türkei fällt einem vielleicht nicht als erstes ein, wenn man an das Osterfest denkt, doch auch hier wird das Fest mit seinen ganz eigenen Osterbräuchen zelebriert! Erlebt türkische Ostern mit uns!

FROHE OSTERN!

Hayirli Paskalya! (Frohe Ostern!) wird euch in der Türkei gewünscht! Nicht viele Türken feiern das Osterfest, auch ist es kein gesetzlicher Feiertag und doch überrascht die Türkei mit einigen Osterbräuchen.

Ostern ist auch hier ein Fest der Familie, alle kommen zusammen und veranstalten ein großes Festessen! Für die Feiertage wird ein Osterkuchen aus Hefeteig gebacken, also ganz ähnlich wie bei uns. Doch das Besondere und außergewöhnliche steckt hier im Detail: In den Hefezopf wird nämlich eine Münze mit eingebacken und wer diese dann findet oder verspeist, soll sich dem Glauben nach besonderer Gesundheit und Glück in diesem Jahr erfreuen dürfen. Aber natürlich gibt es noch andere Freuden für den Gaumen wenn man türkische Ostern feiert. An Karfreitag zum Beispiel wird sich in großer Runde getroffen und statt Osterbrot werden traditionell Fisch und grüne Linsen zum Mittag serviert.

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Auch die Ostereier werden in der Türkei nicht vergessen. Hier muss man sie allerdings nicht erst finden, denn in der Türkei gibt es diesbezüglich einen speziellen Brauch. Hierbei schlagen zwei Personen ihre Ostereier gegeneinander und derjenige, dessen Ei nicht zerbricht wird auch hier wieder mit Gesundheit und Glück gesegnet! Neugierig geworden? Dann besucht doch mal…

IZMIR

Die Perle an der türkischen Ägäis hat dir so einiges zu bieten! Die drittgrößte Stadt der Türkei, nach Istanbul und Ankara, wurde 3000 v. Chr. gegründet und ist somit eine der ältesten Städte der Welt. Viele verschiedene Kulturen haben während der wechselvollen Stadtgeschichte ihre Spuren hier hinterlassen.

Das Hafenviertel sowie der moderne Innenstadtbereich mit seinem Basarviertel, dem Museum und dem Kulturpark bieten eine Vielfalt an Besichtigungsmöglichkeiten. Besonders Kulturliebhaber kommen hier voll auf ihre Kosten. Neben zahlreichen Museen findet man in Izmir auch ein Staatstheater und die Staatsoper mit einem berühmten Orchester. Musikfreunde reisen aus der ganzen Türkei an, um das Orchester spielen zu hören!

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Der Uhrturm auf dem Konak-Platz ist nicht nur Wahrzeichen der Stadt sondern auch ein Symbol für die Befreiung von der griechischen Besatzung. Unweit davon befindet sich das Archäologische Museum, das mit Funden aus der Antike aufwarten kann und absolut einen Besuch wert ist. Wer einen besonderen Ausblick über die Bucht von Izmir erleben möchte, sollte sich nicht scheuen, den Berg Kadifekale zu erklimmen. Auf diesem Berg lassen sich heute noch Ruinen einer eindrucksvollen Burg und ihrer Mauern, die während der Herrschaft von Alexander des Großen errichtet wurden, finden. Man kann also sagen, dass Izmir ein Ort mit großer Vergangenheit hat, die bis in die Moderne hineinreicht. Ein toller Ort um Kultur hautnah zu erleben oder für ein paar Tage zu entspannen. Also…packt die Ostereier ein, fahrt nach Izmir und Hayirli Paskalya! (blog.surprice-hotels.com)

 

CHRISTENTUM STAMMT AUS DER TÜRKEI VON BIROL KILIC

http://www.turkischegemeinde.at/christentum-stammt-aus-der-tuerkei/

 

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29 03 2018
By: TKG 0

„Frohe Ostern“: Türkischer Imam reinigt seit 13 Jahren armenische Kirche

„In meiner Freizeit gehe ich regelmäßig in die Kirche und schau, dass es dort gepflegt ausschaut. Meine Frau und meine Kinder helfen mir auch dabei”, so Metin Halıcı, Imam (Vorbeter) der Terzili Moschee in Sarıkaya in der mittelanatolischen Provinz Yozgat. Seit 13 Jahren reinigt der islamische Geistliche eine armenische Kirche – Ein Beispiel für gelebte Toleranz und Respekt!

Yozgat (Türkei, Yeni Vatan-Neue Heimat Zeitung)-Bestimmte Armenier aus aller Welt, die bis 1960 im Stadtteil Terzili gelebt haben, kommen an bestimmten Zeiten des Jahres in ihre alte Ortschaft. Sie wollen in der historischen Kirche ihre Gebete verrichten. Dank dem islamischen Seelsorger ist das für die Christen problemlos möglich. Egal zu welcher Zeit man die Kirche besucht, man findet eine saubere Ortschaft vor um seine Religion frei zu praktizieren.

Die “uralte” Kirche wird von Menschen aus aller Welt besucht

Die fast 2.000 Jahre alte Kirche, befindet sich im Hof des Imams und wird seit 13 Jahren von ihm gereinigt und gewartet. „Als ich vor 13 Jahren in diesem Stadtteil als Imam beauftragt wurde, hat mich die Kirche mitten in meinem Hof natürlich verwundert. Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt. Aus Respekt habe ich es für mich als eine Aufgabe gesehen, die benachbarte Glaubenseinrichtung zu säubern, “ sagte er. Die meisten Besucher sind aus Argentinien, der Türkei und den USA.

Zur Zeit der Osmanen soll es zu einer Tradition geworden sein

„Auf diesem Land hat die Toleranz und Barmherzigkeit des Osmanischen Reichs gelebt. Wir wollten, dass diese Werte hier weiterhin ihren Platz finden. Meistens wird sie von christlich-orthodoxen Personen besucht. Die früheren Imame haben diesen Auftrag auch übernommen und durchgeführt. Außerdem gehört die Gebetsstätte unserer “Nachbarreligion”. So habe ich es mit besonderer Vorsicht als eine Pflicht gesehen, diesen religiösen Ort sauber und jederzeit zum Beten bereit zu halten“, fügte er hinzu. Es ist auch zu vermerken, dass die türkischen Gastarbeiter in Wien größtenteils aus derselben Provinz stammten. So ist dieser Ort der Toleranz die zweite Heimat vieler hier lebender Türken in ganz Österreich. (yenivatan.com)

http://www.yenivatan.at/tuerkischer-imam-reinigt-seit-13-jahren-armenische-kirche/

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27 03 2018
By: TKG 0

Paris-TKG: “Es gibt kein Wort unser Mitgefühl gegen diese Unmenschlichkeit und Antisemitismus auszudrücken”

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) ist zutiefst betroffen über den abscheulichen Mord an der 85-jährigen Holocaust-Überlebenden Mireille Knoll in Ihrem Haus in Paris am Sabbat.

Wien (OTS) -Laut unseren Informationen hat sich Mireille Knoll bereits vor der Attacke über gewalttätige Drohungen gegenüber ihrem Leben bei der Pariser Polizei beschwert und Anzeige erstattet.

Der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich dazu: „Wir, als aus der Türkei stammende ÖsterreicherInnen sind zutiefst traurig und teilen die Schmerzen der Familie Mireille Knoll, der Jüdischen Gemeinde in Frankreich und in der Welt. Es gibt kein Wort, keinen Satz um unser Mitgefühl gegen diese Unmenschlichkeit und Antisemitismus ausdrücken. Die muslimischen Menschen haben Jahrhunderte lang in der Türkei und in der Osmanischen Zeit ab dem Mittelalter, friedlich vom Balkan, über die jetzige Türkei, bis zum Nahen Osten zusammengelebt. 1492 haben die Türken aus Spanien und Portugal die Juden aus der Inquisition (Verfolgungen, Folter, Verbrennungen etc.) in den Balkan und in die Türkei aus eigenem Interesse und mit Selbstverständlichkeit gerettet. 1992 wurde in Istanbul mit allen türkischen Juden ein 500-jähriges Zusammenleben gefeiert. Da sehen wir, dass der Glaube eigentlich kein Hindernis ist, sondern der politisierte Glaube, Fanatismus, die Nahost-Konflikte und die dauernde Hetze. Wir müssen mit allen demokratischen Kräften gegen diesen Fanatismus arbeiten und unbedingt die Spreu vom Weizen trennen. Wir rufen alle Muslime und Musliminnen auf, dagegen etwas zu tun. Wir werden in Österreich in Zukunft mit mehreren Vereinen darüber reden um eine Aktion und Informationskampagne in unseren Gemeinden beginnen zu können.“

 

TKG-AUFKLÄRUNG: „DIE GESCHICHTE DER TÜRKISCHEN JUDEN“

Die Geschichte der türkischen Juden

TKG-AUFKLÄRUNG: „WAS SAGT DER QUR’AN (KORAN) ZUM JUDENTUM?“

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19 03 2018
By: TKG 0

Türkische Kulturgemeinde bedankt sich für die Ausstellung Byzanz & der Westen-1000 vergessene Jahre

  • „Byzanz & der Westen-die Geschichte schreibt sich fort“
    (Kurt Farasin, Küntlerischer-Leiter Schallaburg)
  • „Kommunikation ist alles“
    (Faiko Daim&Dominik Heher, Kuratoren)
  • „Gesellschaft und Geschichte differenzierter betrachten und mit unserer Identität in Beziehung setzen“
    (Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner)

Wien(APA-OTS)-Diese drei Zitate sagen mehr als tausend Sätze, warum die Ausstellung „Byzanz & der Westen-1000 Jahre vergessene Jahre“ in Schallaburg-NÖ besuchenswert ist. Die Schallaburg in NÖ ruft ab 17. März 2018 eine völkerverbindende und faszinierende Geschichte ins Gedächtnis! Zwei Welten, die einander vertraut und doch in vielem so fremd waren. Es ist die Geschichte von Byzanz und dem Westen.

Die Ausstellung ist nicht nur für ÖstereicherInnen sehr wichtig, sondern auch für alle Menschen mit Wurzeln im Balkan und der Türkei, die unbewusst ihre kulturellen byzantinischen Traditionen, durch Musik, Essen, Glauben oder Kunst, fortführen.

Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich(TKG) Birol Kilic bedankt sich herzlich für die Ausstellung „BYZANZ & DER WESTEN – 1000 VERGESSENE JAHRE“ in Schallburg-NÖ bei Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner , bei der künstlerischen- Leitung der Schallaburg Kurt Farasin und bei den beiden ausgezeichneten Kuratoren Faiko Daim und Dominik Heher.  Kilic weiter:  „Viele unserer Mitglieder und Bekannten stammen aus Istanbul, dem früheren Konstantinopel und kennen die  unglaublich wechselvolle Geschichte die auch in dieser Ausstellung in Schallaburg gerade für die jetzige Zeit eigentlich die größte Lektion sein sollte. Obwohl uns die byzantinische Kultur sehr nahe ist und seit Generationen weitergegeben wird, wird sie nicht bewusst wahrgenommen.  Schallaburg NÖ weckt in uns als Österreicher mit türkischen Wurzel die brüderlichen Gefühle die wir dankbar sehen und schätzen. Niederösterreich hat in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten im Kulturbereich sehr viele nationale und internationale Anerkennungen erarbeitet. Nicht ohne Grund. Hochachtung“

 

 

Mehr Info:

„Byzanz & der Westen- 1000 vergessene Jahre“ in NÖ-Schallaburg

 

„Byzanz&der Westen-die Geschichte schreibt sich fort“
Kurt Farasin, Küntlerischer-Leiter Schallaburg

„Kommunikation ist alles“
Faiko Daim&Dominik Heher, Kuratoren

„Gesellschaft und Geschichte diffenzierter betrachten und mit unserer Identität in Beziehung setzen“
Landeshauptfrau Johhanna Mikl-Leitner

Die drei Zitate sagen mehr als tausend Sätze um die Ausstellung Byzanz&der Westen-1000 Jahre vergessene Jahre in Schallaburg-NÖ zu besuchen.

Die Schallaburg in NÖ ruft 2018 eine faszinierende Geschichte ins Gedächtnis! Zwei Welten, die einander vertraut und doch in vielem so fremd waren. Es ist die Geschichte von Byzanz und dem Westen.

Wir reisen zurück ins Mittelalter: Schauplatz ist das Mittelmeer – ein Ort, der seit jeher Kulturen verknüpfte und bereicherte. Auf den Trümmern des weströmischen Reiches entsteht eine Vielzahl neuer Staatsgebilde, während das oströmische Reich mit seiner Hauptstadt Konstantinopel zum Weltreich aufsteigt. Lange Zeit gilt es im Westen als prestigeträchtig, an der Kultur der Byzantiner teilzuhaben. Mit Exponaten aus namhaften Sammlungen wie dem Pariser Musée du Louvre, der Schatzkammer von San Marco in Venedig oder dem Israel Museum in Jerusalem ist „Byzanz & der Westen“ die wertvollste Ausstellung in der Geschichte der Schallaburg.

 

Wir reisen zurück ins Mittelalter

Schauplatz ist das Mittelmeer. „Byzanz & der Westen“ ist die erste Ausstellung zum wechselvollen Verhältnis zwischen dem Byzantinischen Reich und dem lateinischen Westen.

Zugleich ist sie die wertvollste Schau in der Geschichte der Schallaburg mit Exponaten aus namhaften Sammlungen wie dem Pariser Musée du Louvre, der Schatzkammer von San Marco in Venedig oder dem Israel Museum in Jerusalem.

Mit dieser Ausstellung ruft die Schallaburg eine Geschichte in Erinnerung, die im gemeinsamen Gedächtnis Mittel- und Westeuropas eine weitgehend unbedeutende Rolle spielt. Sie handelt von Neugier und Vorurteilen, von Gier und Faszination, von zwei Welten, die einander vertraut und doch in vielem so fremd waren. Es geht uns um die Verbindungen und die Kommunikation zwischen Ost und West sowie um den Raum dazwischen, das Mittelmeer, in dem der Austausch stattgefunden hat. Byzanz hat als Brücke von der Antike zur Moderne fungiert. Wir verdanken Byzanz jede Menge Wissen, ohne das die Renaissancezeit kaum möglich gewesen wäre, so wie wir sie erlebt haben“, erörtert der Kurator Falko Daim.

Eine chronologische Reise

Der Ausstellungsrundgang beginnt im Innenhof am Schauplatz Mittelmeer, dem wesentlichen Kommunikationsraum, wo der aus Italien stammende Künstler Angelo Monne bedeutende Küstenorte des Mittelmeers mit historischen und gegenwärtigen Bezügen großformatig illustriert hat.

In der Ausstellung werden unterschiedliche Aspekte der wechselhaften Beziehung zwischen griechischem Osten und lateinischem Westen einzeln und in chronologischer Abfolge erzählt. „Herzstück der Ausstellung sind die verschiedenen Wege der Kommunikation. Wie kommunizierten diese beiden Welten miteinander: Sei es über Diplomaten, politische Ehen, aber auch über reisende Personen wie Pilger, Künstler, Leute die ausgewandert sind und ein Bild ihrer Kultur vermittelt haben.  Aber natürlich auch über Gegenstände und Texte“, so Kurator Dominik Heher.

Drei Übergangsräume, als Rauminstallation in der Ausstellung angelegt, widmen sich dem aktuellen Beziehungsstatus der beiden Protagonisten. „Hier kommen Byzanz und der Westen zu Wort, sie sprechen miteinander, übereinander und gegeneinander. Wie stehen diese beiden Welten zueinander? Vertragen sie sich? Uns ist es wichtig, dass der ganze Raum das Gefühl und diese Gedanken, diese Beziehungsgeschichte erzählt“, erklärt Renate Woditschka vom Team zunder zwo, welche die Vermittlungsebene in der Ausstellung gestaltet haben. Hörstationen, interaktive Spiele, Aktionskarten und das Mitmach-Heft laden zum selbst aktiv werden und ausprobieren ein.

Die Ausstellung mündet in ein offenes Ende. Im Magazin mit dem Titel „Mittelmeer wohin“ analysieren Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur vergangene und gegenwärtige Entwicklungen im Mittelmeerraum. „Die Schallaburg ist ein Ausstellungszentrum wo spannende Geschichten mit starkem Bezug zur Gegenwart erzählt werden. So auch wieder heuer mitByzanz & der Westen“. Erzählt wird eine Sehnsuchts – bzw. Beziehungsgeschichte, wo man zuerst begehrt, dann liebt und zum Schluss auch zerstört. Byzanz ist aktueller denn je, für das Verständnis von Europa und vor allem auch der Diskussionen, die wir heute führen“, betont Kurt Farasin, Künstlerische Leiter der Schallaburg.

Forschung trifft Ausstellung
Für die Ausstellung arbeitete die Schallaburg mit den führenden Institutionen für die Erforschung byzantinischer Kultur, wie dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum und der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, zusammen. Diese Institute präsentieren nicht nur ihre aktuellsten Forschungsergebnisse in der Ausstellung – dieses Wissenschaftsnetzwerk beantwortet ab Ausstellungsbeginn auch persönliche Fragen zum Thema Byzanz – entweder direkt in der Ausstellung oder auch bei Vorträgen und Diskussionsrunden.Durch die Eröffnungsfeier führte Moderatorin Barbara Stöckl. Auf der Bühne mimte eine Geräuschkulisse Möwengeschrei und Meeresbrandung nach. Ein akustisches Stimmungsbild vom Mittelmeer – jenem Ort – der seit jeher Kulturen verknüpfte und bereicherte. Für die  musikalische Reise in den Mittelmeerraum zeichnete das Ensemble Fiori Musicali Austria verantwortlich: musikalische Elemente aus verschiedenen Genres trafen auf Musikstile aus unterschiedlichen Epochen und aus aller Welt. Das Beziehungswechselspiel zwischen dem WESTEN und BYZANZ verkörperten die beiden Schauspielerinnen Vanessa Payer Kumar und Eva Maria Neubauer; sie zitierten Botschaften der beiden Protagonisten, unterstrichen die jeweilige Identität und verdeutlichten die Gegensätze.Die Eröffnung der Ausstellung beim feierlichen Festakt nahm Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner vor: „Ein wesentliches Markenzeichen im Kulturland Niederösterreich ist die Schallaburg, die zu den erfolgreichsten Ausstellungszentren Österreichs zählt. In bunter und lebendiger Form widmet man sich in den jährlich wechselnden Ausstellungen historischen, zeitgeschichtlichen und ethnologischen Themen. Mit der Kulturvermittlung geht die Schallaburg neue Wege und lädt das Publikum zu einem Austausch, zu einem Dialog ein. Das führt dazu, dass wir Gesellschaft und Geschichte differenzierter betrachten und mit unserer Identität in Beziehung setzen können. Die heurige Ausstellung zeigt wie Kulturen sich wechselseitig stark beeinflussen aber auch wie eine fehlende Kommunikation zu Missverständnissen und in weiterer Folge zu Entfremdung und Konkurrenz führen kann. Ein Blick in die Geschichte kann uns helfen, größere Zusammenhänge zu verstehen und zeigt, wie sehr unsere Gegenwart von der Historie auch geprägt ist. Die Schallaburg lädt ein, unsere Welt kennenzulernen, und das – in spannender und familiengerechter Aufbereitung.“

Kaiser Herakleios als Kreuzfahrer ©Museé du Louvre, Paris

Von 17. März bis 11. November 2018 ruft die Schallaburg eine faszinierende Geschichte ins Gedächtnis. Sie handelt von Neugier und Vorurteilen, von Gier und Faszination, von zwei Welten, die einander vertraut und doch in vielem so fremd waren. Es ist die Geschichte von Byzanz und dem Westen.

Wir reisen zurück ins Mittelalter

Schauplatz ist das Mittelmeer – ein Ort, der seit jeher Kulturen verknüpfte und bereicherte. Das Römische Reich wird im 4. Jahrhundert geteilt: Auf den Trümmern des weströmischen Reichesentsteht eine Vielzahl neuer Staatsgebilde, während das oströmische Reich mit seiner Hauptstadt Konstantinopel zum Weltreich aufsteigt – es wird zum politischen und kulturellem Zentrum.

Byzanz glänzt

Seide, Gold und Elfenbein sind im Westen heiß begehrt! Lange Zeit gilt es als prestigeträchtig, an der Kultur der Byzantiner teilzuhaben – man tauscht sich aus, wird inspiriert und imitiert. Atemberaubende Kunstwerke und bedeutende archäologische Funde aus namhaften Sammlungen wie dem Musée du Louvre, der Schatzkammer von San Marco in Venedig oder dem Israel Museum in Jerusalem machen „Byzanz & der Westen“ zu einer einzigartigen Schau.

Das Ende einer Erfolgsstory

Politische und religiöse Differenzen, Sprachbarrieren und entgegengesetzte Interessen belasten zunehmend die Beziehung zwischen Byzanz und dem Westen. Die Kluft wird immer tiefer. Beide Seiten schüren vorhandene Vorurteile und heben die trennenden Elemente ihrer Kulturen hervor. Ein fatales Spiel, das schließlich mit dem Untergang der einstigen Supermacht Byzanz endet.

Kaiser Herakleios als Kreuzfahrer ©Museé du Louvre, Paris

Für die ganze Familie

Interaktive Spiele, Hörstationen, das Mitmach-Heft und die Familienführung laden Klein und Groß zu einer Entdeckungsreise durch die Ausstellung ein und machen 1000 vergessene Jahre für die ganze Familie erlebbar.

Forschung trifft Ausstellung Vorhang auf für die Wissenschaft

Die Ausstellung „Byzanz & der Westen. 1000 vergessene Jahre“ wurde vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz (RGZM) in Zusammenarbeit mit der Abteilung Byzanzforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften sowie dem Institut für Byzantinistik und Neogräzistik der Universität Wien für die Schallaburg konzipiert. Das RGZM Mainz tritt nicht nur als kuratierende Instanz auf, sondern ist auch maßgeblich an einem Forschungsnetzwerk beteiligt, das unter anderem die Universität Mainz, aber auch andere Einrichtungen unter dem Namen „Leibniz- WissenschaftsCampus Mainz“ zusammenfasst.

Die aktuellen Forschungsergebnisse aller genannten Institute sind direkt in „Byzanz & der Westen“ eingeflossen und machen die faszinierende Geschichte eines imposanten Weltreiches lebendig. Erstmals beantwortet das Wissenschaftsnetzwerk auch ganz persönliche Fragen – entweder direkt in der Ausstellung oder auch bei Vorträgen und Diskussionsrunden.

Eine chronologische Zeitreise

Die Erzählung in der Ausstellung setzt am Ende des 4. Jahrhunderts bei der Teilung des Römischen Reiches (395) in West und Ost ein und erstreckt sich über 1000 Jahre, in denen sich das Verhältnis zwischen dem Westen und Byzanz massiv verändert. Die Plünderung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer (1204) leitet den Untergang der einstigen Supermacht ein – 1453 wird Konstantinopel schließlich durch die Osmanen erobert; die Geschichte von Byzanz und dem Westen kommt zum Abschluss – in der Ausstellung mündet sie in ein offenes Ende: Beispielhaft wird gezeigt, wie Byzanz Europa bis heute prägt – besonders rund um das Mittelmeer.

Mit dieser einzigartigen Mischung von Geschichten, Objekten und historischen Persönlichkeiten macht die Schallaburg 1000 vergessene Jahre erlebbar und schlägt eine Brücke ins Heute.

Tragaltar ©Hohe Domkirche Trier

Überblick Rundgang

Der Ausstellungsrundgang beginnt im Innenhof am Schauplatz Mittelmeer, dem wesentlichen Kommunikationsraum, zwischen den beiden Protagonisten Byzanz und dem Westen. Der aus Italien stammende Künstler Angelo Monne hat hier bedeutende Küstenorte des Mittelmeers mit historischen und gegenwärtigen Bezügen großformatig illustriert.

 

Exponate aus der Ausstellung sind in die Darstellung eingebettet. Die Zeitebenen Antike, Mittelalter und Gegenwart verschwimmen – Epochen treffen aufeinander und prägen bis heute:

Venedig (Italien), Zadar (Kroatien), Monemvasia (Griechenland), Konstantinopel (Türkei), Iraklio (Griechenland), Akkon (Israel), Alexandria (Ägypten), Palermo (Italien), Marseille (Frankreich), Karthago (Tunesien), Portus (Italien)

In der Ausstellung werden unterschiedliche Aspekte der wechselhaften Beziehung zwischen dem griechischen Osten und lateinischem Westen einzeln und in chronologischer Abfolge erzählt.

Drei Übergangsräume sind als Rauminstallation angelegt. Sie widmen sich dem aktuellen Beziehungsstatus, in denen jeweils ein zentraler Aspekt der Geschichte thematisiert wird. Die Protagonisten, Byzanz und der Westen, kommen zu Wort. Sie sprechen miteinander, übereinander und gegeneinander.

Raum 1 – ANKOMMEN

In der Ausstellung

Schlüsselbegriffe sind in unterschiedlichen Mittelmeersprachen zu hören – dieser Raum dient der Einstimmung auf die Geschichte.

Raum 2 – ÜBERBLICK

Welcher Zeitraum wird abgedeckt? Wo befinden wir uns?

Raum 3 – VERSTÄNDNIS

Das Römische Reich umfasst viele Völker rund ums Mittelmeer – Latein ist die gemeinsame Amtssprache. Als das Weströmische Reich zerbricht, wird im Westen weiter Latein gesprochen. Im östlichen, von Byzanz beherrschten Mittelmeerraum setzt sich hingegen Griechisch durch. Die Kenntnis der jeweils anderen Sprache geht langsam verloren, die Verständigung wird schwieriger. Das Wissen der anderen Seite wird unzugänglich – es kommt zu immer mehr Missverständnissen.

Raum 4 – BEGIERDEN

Lange Zeit gilt es im Westen als prestigeträchtig, an der Kultur der Byzantiner teilzuhaben. Byzanz glänzt! Seide, Gold, Elfenbein und Reliquien sind im Westen heiß begehrt. Politische Vermählungen und eine diplomatische Geschenkdiplomatie von Byzanz in Richtung Westen stehen im Zentrum.

Raum 5 – BEWEGUNG

Reisende zwischen beiden Welten: Menschen reisen weiterhin von Ost nach West, vor allem aber von West nach Ost: Viele kommen, um Geld zu verdienen, indem sie für Byzanz kämpfen. Noch mehr machen sich auf den Weg, um die heiligen Stätten zu besuchen. Manche bleiben in der Ferne und beginnen dort ein neues Leben. Andere kehren zurück – in ihrem Gepäck haben sie kostbare Gegenstände, neue Ideen und fantastische Geschichten.

Raum 6 – Übergangsraum / Gemischte Gefühle

Zwei Welten, einander vertraut und doch in vielem so fremd. Gegenseitige Wahrnehmung, Faszination, Neugier und Vor-Urteile: welche Auswirkung haben diese Gefühlswelten auf die Kommunikation der beiden Welten?

Raum 7 – GLANZ

Nach dem Zerfall des Römischen Reiches werden die Karten im Westen neu gemischt: Germanische Königreiche breiten sich aus. Alle stehen in Kontakt mit Byzanz – ebenso die fränkischen Merowinger. Handelsbeziehungen machen sich auf – der byzantinische Lebensstil wird innerhalb der Eliten nachgeahmt.

Raum 8 – KONKURRENZ

Die Legitimation von Macht: Es gibt im Westen wieder einen Kaiser, welcher sich auf das römische Erbe beruft – Frankenkönig Karl der Große. Zu Weihnachten 800 krönt der Papst Karl zum Kaiser. Er ist nun der mächtigste Mann Europas – Byzanz ist schockiert, aber machtlos.

Raum 9 – FASZINATION

10. Jahrhundert: Die Deutschen erklären ihr Herrschaftsgebiet zum Heiligen Römischen Reich – aus byzantinischer Sicht eine Unverschämtheit. Trotz aller Konkurrenz gilt aber immer noch das reiche und gelehrte Byzanz als kulturelles Zentrum – der Westen übernimmt wird inspiriert und imitiert: Unter dem Einfluss östlicher Vorbilder gelangen Kunst und Architektur zu bemerkenswerter Blüte.

Raum 10 – Geschichte Backstage
Der Vermittlungsansatz
Eine Gelegenheit um miteinander ins Gespräch zu kommen oder auch Hintergrundinformationen zur Ausstellung zu bekommen: Auf Knopfdruck steht das Ausstellungsteam (Kuratoren, Teams der Vermittlung, Produktion oder auch der Künstl. Leiter) an drei Familientischen und drei Erwachsenentischen Antwort u.a. auf: „Was hat die Geschichte von Byzanz & dem Westen mit mir zu tun?“, „Woher wissen wir das alles?“ oder „Was war deine Aufgabe bei dieser Ausstellung?“

Frag nach

Auf einer eigens eingerichteten Online-Plattform kann das Ausstellungspublikum Fragen an das Wissenschaftsteam stellen und bekommt diese (binnen drei Tagen) persönlich beantwortet. Entweder direkt aus der Ausstellung oder via: www.schallaburg.at

Raum 11 – Übergangsraum / Es spitzt sich zu

Im Fokus steht das Auseinanderbrechen. Die beiden Welten – Ost und West treffen aufeinander und geraten aneinander. Immer öfter suchen die beiden Kontrahenten die Konfrontation.

Raum 12 – STANDPUNKTE

Der wahre Glaube: Nichts trennt Byzanz und den Westen mehr als die gemeinsame Religion – den christlichen Glauben. Religiöse Spannungen vermischen sich immer mehr mit den politischen Konflikten. Im Jahr 1054 dann der Skandal: Der Papst und der Patriarch von Konstantinopel schließen einander gegenseitig aus der Kirche aus. In den folgenden Jahrhunderten wird die Kluft immer tiefer.

Raum 13 – MISSTRAUEN

Der Krieg im Zeichen des Kreuzes verändert die Beziehung zwischen Ost und West (beide gehören dem Christentum an). Im Jahr 1095 ruft Papst Urban II. zum Kreuzzug ins Heilige Land auf. Zum einen um dort Pilgerwege zu sichern und zum anderen als Unterstützung der Byzantiner im Kampf – die Kreuzfahrer erobern Jerusalem von den Muslimen und gründen eigene Reiche. In den folgenden 100 Jahren schließen sich zehntausende Ritter aus dem Westen weiteren Kreuzzügen an. So wird auch der Kontakt mit Byzanz eng wie nie zuvor.

Raum 14 – ANEIGNUNG

Als erste westliche Macht scheuen die Normannen die kriegerische Auseinandersetzung mit Byzanz nicht – gleichzeitig werden kulturelle Elemente in Herrschaft und Verwaltung übernommen.

Raum 15 – BRÜCHE

Der vierte Kreuzzug: Die Eroberung und Plünderung Konstantinopels im Jahr 1204 durch eine französische und venezianische Flotte lässt das Machtverhältnis zugunsten des Westens kippen. Drei Tage lang plündern die Angreifer die reichste Stadt der christlichen Welt und lassen wenig übrig. Sie teilen die Schätze und das Reich untereinander auf und verbreiten den katholischen Glauben auf byzantinischem Boden. Wie konnte es überhaupt so weit kommen? Das verstehen selbst viele Kreuzfahrer nicht. Denn eigentlich waren sie ja zur Befreiung des Heiligen Landes von den Muslimen aufgebrochen.

Raum 16 – Übergangsraum / Was jetzt?

Die Suche nach Orientierung. Was tun? Wohin? Wer waren und wer sind wir? Was ist von uns geblieben? Byzanz muss sich neu erfinden.

Raum 17 – DOMINANZ

Nach der Plünderung Konstantinopels werden weitere byzantinische Gebiete durch die Kreuzfahrer aufgeteilt. Die Venezianer bekommen wichtige Hafenstädte und die französischen Kreuzritter die restlichen Gebiete – ihrem neuen griechischen Umfeld verleihen sie ein westliches Antlitz. Eine neue

Gesellschaftsordnung und katholische Strukturen setzen sich auf die einst byzantinischen Gebiete durch; es geht um ein Stück innereuropäischer Kolonialgeschichte.

Raum 18 – UMBRUCH

Die Byzantiner erobern im Jahr 1261 Konstantinopel zurück jedoch Byzanz ist nur mehr eine regionale Macht. Einerseits existieren die lateinischen Kolonien weiter, andererseits erlebt Byzanz einen kulturellen und intellektuellen Aufschwung von Wissenschaft, Kunst und Architektur. Als die Osmanen eine immer größere Gefahr darstellen, bleibt den Byzantinern keine Wahl und sie wenden sich um Hilfe an den Westen. Die Bedingung an den Osten lautet: Der byzantinische Kaiser muss die Oberhoheit des Papstes über die orthodoxe Kirche anerkennen.

Raum 19 – ERBE

Im Zentrum steht die westliche Wahrnehmung. 1453 fällt Konstantinopel an die Osmanen. Das Byzantinische Reich ist damit Geschichte, sein Erbe wirkt aber weiter: In der orthodoxen Welt ist es allgegenwärtig.

Raum 20 – Nachspann

Die Ausstellung endet offen und führt ans Mittelmeer: an den Schauplatz der historischen Erzählung und an unser Mittelmeer von heute, wo die Geschichte weitergeht.

Magazin „Mittelmeer, wohin?“

Die inhaltliche Ausrichtung der Ausstellung wird aufgenommen und mit aktuellen Fragestellungen verknüpft: An welchen Fragen wird sich die Zukunft des Mittelmeerraums entscheiden – und damit vielleicht auch die Zukunft Europas? Was können wir von den Regionen rund ums Mittelmeer lernen, und was können wir umgekehrt für den Mittelmeerraum tun?

Vor dem Hintergrund der historischen Erzählung gibt das Magazin Impulse zur Auseinandersetzung mit der Gegenwart und der Zukunft des Mittelmeerraums. Persönlichkeiten aus den Bereichen Politik, Wissenschaft, Kunst und Kultur analysieren vergangene und gegenwärtige Entwicklungen, sprechen über Einschätzungen, Hoffnungen und Initiativen. Verschränkt werden diese Beiträge mit Einblicken in den Entstehungsprozess der Ausstellung „Byzanz & der Westen“ und mit der Vorstellung von Forschungsprojekten aus dem Forschungscluster zur Ausstellung.

Mit Beiträge von:

David Abulafia: Angelpunkt Mittelmeer
Daniel Kötter: KATALOG. Eine Reise rund ums Mittelmeer
Sebastian Schoepp: Mehr Süden wagen
Claus Leggewie: Zukunft im Süden?
Gudrun Biffl: Migrationen und Mittelmeer
Im Gespräch mit Kardinal Christoph Schönborn und Metropolit
Arsenios von Austria: Ein Haus mit vielen Wohnungen
Erhard Busek: Das Mittelmeer – Seele Europas?
Heidemarie Dobner: Geschichten des Gelingens
Zentrum für Politische Schönheit: Die Jean-Monnet-Brücke – ein Jahrhundertwerk der Humanität

Gedanken von David Abulafia, britischer Historiker, 21. Jahrhundert:

„Es ist verlockend, eine mediterrane Identität zu definieren. Doch statt nach Einheit sollten wir nach Vielfalt suchen, nach ethnischer, sprachlicher, religiöser und politischer Vielfalt. Die Mittelmeerregion war immer äußeren Einflüssen ausgesetzt und befand sich ständig im Fluss, zu allen Zeiten. Die Ränder des Mittelmeers waren stets Treffpunkt von Menschen unterschiedlichster Herkunft“.

Vermittlung

Weitere Informationen

Die Grundbasis der Vermittlung stellt eine gesprächsbereite und offene Form des Dialogs dar. Speziell beim mündlichen Erzählen wird bewusst, wie sehr diese Geschichte von Emotionen geprägt ist: Die Beziehung von Byzanz und dem Westen zeugt von intensiven Kontakten, von Faszination, von einem Mit- und Nebeneinander auf Augenhöhe. Im steten Wettstreit empfindet sich jede Seite selbst als überlegen, misstraut und übervorteilt. Ziel der Dialogführung ist es, dieses ambivalente Verhältnis von Byzanz und dem Westen möglichst intensiv erlebbar zu machen. Kern dieser Vermittlung ist die Frage der Identität. Welche Ebenen und Umstände formen diese und wie forme ich meine eigene Identität?

Mitmachheft

Das Mitmachheft richtet sich an alle Altersgruppen, bei der Entwicklung wurde jedoch besonders auf junge Zielgruppen Rücksicht genommen. Es begleitet die Besucherinnen und Besucher Raum für Raum durch die Ausstellung und Bild für Bild durch die spannende, mitunter auch emotionale Geschichte von „Byzanz & dem Westen“. Fragen und Aufgaben „zum Mitmachen“ führen hin zu den Exponaten und binden die Mitmachstationen in die Erzählung ein.

Mitmachstationen

An mehreren Stellen im Rundgang können Kinder die Raumthemen wie durch spielerisches Experimentieren mit lateinischen und griechischen Buchstaben oder auch durch das Malen einer Ikone vertiefen.

Aktionskarten

Diese Aktionskarten richten sich an Kinder und Erwachsene und bringen Anliegen und Gedanken aus der Ausstellung in Form von Handlungsanweisungen zu den Besucherinnen und Besuchern. Sie fordern auf aktiv zu werden, regen zum Nachdenken an und verweisen in die Ausstellung, schicken in den Arkadenhof und in den Schlossgarten.

Illustrationen

Die Illustrationen in der Ausstellung und im Mitmachheft stammen vom italienischen Illustrator Angelo Monne. Er lebt und arbeitet in Dorgali, Sardinien, und hat unter anderem Projekte und Illustrationen für die Tageszeitung „L’Unità“, die Stadt Rom, den Palazzo delle Esposizioni in Rom, die Universität Roma III oder die „Oberaufsicht für das archäologische Erbe der Stadt Rom“ realisiert. Zuletzt arbeitete er intensiv mit der Wochenzeitung „Internazionale“ zusammen. Seine Illustrationen erzählen eine vielschichtige Beziehungsgeschichte auf den Ebenen der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft. Allen Illustrationen dienen Exponate oder historische Darstellungen als Vorlagen.

Inhaltliches Team

Biografien

Falko Daim, geboren am 28. Februar 1953 in Wien. Abgeschlossene Studien der Ur- und Frühgeschichte sowie mittelalterlicher und neuerer Geschichte an der Universität Wien. Seit 2003 Generaldirektor des Römisch-Germanischen Zentralmuseums Mainz (RGZM). Falko Daim ist Initiator des WissenschaftsCampus Mainz. Kuratierung der Niederösterreichischen Landesausstellung „Sein und Sinn – Burg und Mensch“ auf der Burg Ottenstein und dem Schloss Waldreichs (2001). Kuratierung der Ausstellung „Byzanz – Pracht und Alltag“ in der Bundeskunsthalle Bonn (2010). Kuratierung (mit Dominik Heher) der Ausstellung „Das goldene Byzanz und der Orient“ auf der Schallaburg (2012). Kuratierung (mit Dominik Heher) der Ausstellung „Byzanz & der Westen. 1000 vergessene Jahre (2018). Seit 2013 ist Falko Daim stellvertretender Sprecher des DFG Schwerpunktprogramms 1630 „Antike und mittelalterliche Häfen in Europa“. Ebenso ist er korrespondierendes Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und Ehrenmitglied der Ungarischen Akademie der Wissenschaften.

Dominik Heher, geboren am 22. Oktober 1984 in Melk und unweit der Schallaburg aufgewachsen. Abgeschlossene Studien der Byzantinistik und Neogräzistik und den Unterrichtsfächern Geschichte, Sozialkunde und Politische Bildung sowie Italienisch an der Universität Wien. Promotion in Byzantinistik 2015. Seit 2010 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Römisch-Germanischen Zentralmuseum Mainz. Kuratierung (mit Falko Daim) der Ausstellung „Das Goldene Byzanz & der Orient“ auf der Schallaburg (2012). Kuratierung (mit Helene Miklas) der Sonderausstellung „Freyheit durch Bildung“ auf der Schallaburg (2017). Kuratierung (mit Falko Daim) der Ausstellung „Byzanz & der Westen. 1000 vergessene Jahre“ (2018). Daneben diverse Werkverträge und Lehraufträge an der Universität Wien. Seit 2013 Mitarbeit am DFG-finanzierten RGZM-Forschungsprojekt „Häfen an der Balkanküste des Byzantinischen Reiches“, Teilbereich Dalmatien, Montenegro und Albanien. Sonstige Forschungsschwerpunkte betreffen das byzantinische Zeremoniell und politische Rituale.

Künstlerischer Leiter

Kurt Farasin war von 1993 bis 2002 beim ORF (ORF-Zentrum Wien) u. a. zuletzt als Leiter der Familienredaktion tätig.
Von 2002 bis 2010 war er Projektleiter und Geschäftsführer von Schloss Hof und maßgeblich für das Konzept, die strategische Ausrichtung und Wiederherstellung der Schlossanlage verantwortlich. Von 2010 bis 2016 hatte Kurt Farasin die operative Geschäftsführung der Schallaburg Kulturbetriebsges.m.b.H. über und damit auch der Niederösterreichischen Landesausstellungen. Nach dem Abschluss der strategischen Neuausrichtung der Schallaburg übernimmt Kurt Farasin 2016 die Künstlerische Leitung, in der er sich voll und ganz auf die weitere inhaltliche Entwicklung und Positionierung der beiden eigenständigen Marken konzentriert: die Schallaburg als Ausstellungszentrum sowie die Niederösterreichischen Landesausstellungen als kulturelles Regionalentwicklungsprojekt.

 

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07 03 2018
By: TKG 0

Kanzlerminister „aus Budapest“ schürt „in Wien“ de facto Entwürdigung

Information ist Abwehr! TKG Informiert

Vorsicht: § 283 StGB Verhetzung: „Entmenschlichung“, „Entwürdigung“ und „Inhumanisierung“

Der Blick von außen schadet nicht Probleme zu benennen, jedoch sollte  gesellschaftspolitische Kritik  unabhängig davon aus welcher Ecke konstruktiv, zielführend und von Respekt getragen sein.

Orbans Kanzlerminister  Lazar aus Budapest dreht in Wien einen Film in der Qualität  „Der Ewige Jude“ für die „Moslem“ bzw. „Ausländer“.  Dieser in Wien gedrehte Film quasi „Der Ewige Moslem“ bzw. „Der Ewige Ausländer“ ist nach unserer Auffassung eine „Entmenschlichung“, „Entwürdigung“ und „Inhumanisierung“ der in diesem hetzerischen Film aufgezeigte Ausländer bzw. Menschen. Hier werden Menschen wegen Ihre Religionsangehörigkeit und Ihre Nationatinalität bzw. Rasse nicht nur Minderwertig „deklassifiziert“ sondern auch als „Parasiten“ wie in dem Film „Der Ewige Jude“ dargestellt. Nicht gut!

Wien Favoriten war immer ein Stadtteil wo Arbeiter und Arme gewohnt haben. Siehe die Geschichte der Tschechen in Favoriten.

Hetze und Hass erzeugt Hass. Im Hass liegt keine Zukunft.

Der Ex ungarische Präsident Pal Schmitt von ihrer Partei hat im Jahre 2011 in einem Interview  bei der spanischen Zeitung ABC folgendes gesagt sehr geehrter Herr Kanzlerminister Lazar: „Die 150 Jahre Türkenherrschaft erkenne ich als eine positiven Abschluss an. Die türkische Herrschaft von 1541-1686 erfinde ich als eine sehr gute Chance für das ungarische Volk. Wäre unser Land nicht von den Türken, sondern von einem anderen Volk beherrscht worden sein, dann hätten sie gewollt, dass wir unsere Sprache und Religion ändern und wir wären assimiliert.

Es gibt viele probleme aber die Lösung ist nicht Orbans Kanzlerminister Lazars bedenkliche, hetzende  und Stadt Wien beleidigende Video.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich protestiert.

 

 

Bitte vergleichen Sie die beiden Videos:

Der Bericht bezüglich Orbans Kanzlerminister

http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Wegen-Fluechtlingen-Orban-Minister-beleidigt-Wien/324975666

Nazi film: Der Ewige Juden

https://youtu.be/Q5nzoh9aHbQ

Info über dem Film “ Der Ewige Jude“

https://de.wikipedia.org/wiki/Der_ewige_Jude

§ 283 StGB Verhetzung

https://www.jusline.at/gesetz/stgb/paragraf/283
https://www.ris.bka.gv.at/Dokument.wxe?Abfrage=Bundesnormen&Dokumentnummer=NOR12039063

(1) Wer öffentlich auf eine Weise, dass es vielen Menschen zugänglich wird,

1. zu Gewalt gegen eine Kirche oder Religionsgesellschaft oder eine andere nach den vorhandenen oder fehlenden Kriterien der Rasse, der Hautfarbe, der Sprache, der Religion oder Weltanschauung, der Staatsangehörigkeit, der Abstammung oder nationalen oder ethnischen Herkunft, des Geschlechts, einer körperlichen oder geistigen Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung definierte Gruppe von Personen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe ausdrücklich wegen der Zugehörigkeit zu dieser Gruppe auffordert oder zu Hass gegen sie aufstachelt,
2. in der Absicht, die Menschenwürde anderer zu verletzen, eine der in Z 1 bezeichneten Gruppen in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, diese Gruppe in der öffentlichen Meinung verächtlich zu machen oder herabzusetzen, oder
3. Verbrechen im Sinne der §§ 321 bis 321f sowie § 321k, die von einem inländischen oder einem internationalen Gericht rechtskräftig festgestellt wurden, billigt, leugnet, gröblich verharmlost oder rechtfertigt, wobei die Handlung gegen eine der in Z 1 bezeichneten Gruppen oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe ausdrücklich wegen der Zugehörigkeit zu dieser Gruppe gerichtet ist und in einer Weise begangen wird, die geeignet ist, zu Gewalt oder Hass gegen solch eine Gruppe oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe aufzustacheln,

 

ist mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren zu bestrafen.

(2) Wer die Tat nach Abs. 1 in einem Druckwerk, im Rundfunk oder sonst auf eine Weise begeht, wodurch die in Abs. 1 bezeichneten Handlungen einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden, ist mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren zu bestrafen.

(3) Wer durch eine Tat nach Abs. 1 oder 2 bewirkt, dass andere Personen gegen eine in Abs. 1 Z 1 bezeichnete Gruppe oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe wegen dessen Zugehörigkeit zu dieser Gruppe Gewalt ausüben, ist mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren zu bestrafen.

(4) Wer, wenn er nicht als an einer Handlung nach den Abs. 1 bis 3 Beteiligter (§ 12) mit strengerer Strafe bedroht ist, schriftliches Material, Bilder oder andere Darstellungen von Ideen oder Theorien, die Hass oder Gewalt gegen eine in Abs. 1 Z 1 bezeichnete Gruppe oder gegen ein Mitglied einer solchen Gruppe wegen dessen Zugehörigkeit zu dieser Gruppe befürworten, fördern oder dazu aufstacheln, in einem Druckwerk, im Rundfunk oder sonst auf eine Weise, wodurch diese einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden, in gutheißender oder rechtfertigender Weise verbreitet oder anderweitig öffentlich verfügbar macht, ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bis zu 720 Tagessätzen zu bestrafen.

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20 02 2018
By: TKG 0

TKG -AUFKLÄRUNGSVERSUCH:„Im Koran sucht man das „Kopf-tuch“, Burka, Burkini, Hijap, Chador und Nigab vergeblich!

In den zahlreichen Rückmeldungen wurden uns vor allem Fragen zur Bedeutung von Kopftuch, Burka, Burkini, Hijap, Chador im Koran und in der islamischen Religion gestellt. z. B: Warum die blinde Kadavergehorsamkeit gegenüber unantastbaren Werken viel Gewalt und Verachtung verursacht?

Wir kommen den Bitten um Beantwortung nun gerne nach,  möchten aber vorab Folgendes betonen:  Wir sind weder ein politischer, noch ein religiöser Vertreter. Es geht  hier um sachliche, fundiert argumentiere Kritik mit profunden nüchternen Wissensvermittlung und nicht um rüde Anwürfe und pauschale Verunglimpfungen.

 

von Birol Kilic

(Erste Veröffentlichung-2010)- Aktualisiert

Ein Aufklärungsversuch

Mündigkeit, Unmündigkeit, Entmündigung!

Man kann durchaus sagen Kopftuch, Kopfbedeckung, Schleier stammt aus der Tora und dem neuen Testament aber nicht aus dem Koran.

Der Begriff Mündigkeit beschreibt das innere und äußere Vermögen zur Selbstbestimmung und Eigenverantwortung. Mündigkeit ist ein Zustand der Unabhängigkeit. Sie besagt, dass man für sich selbst sprechen und sorgen kann.

Als Österreicher und mit Überzeugung säkularer Lebenseinstellung trete ich für uneingeschränkte Meinungsfreiheit ein und spricht sich grundsätzlich gegen Kleidervorschriften aus.  Aber ich bin gegen Vollschleir weil der Vollschleir (Burka, Nigab) ist für uns ein Zeichen von Entmündigung ist und für einabwertendes Frauenbild steht. Die Entmündigung wurde in Österreich 1984 und in Deutschland 1992 Gottseidung abgeschafft.

Seit Immanuel Kant hat der Begriff Mündigkeit eine geschichtsphilosophische Bedeutung. In seinem berühmten Text, der Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung? von 1784 schreibt Kant:

Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. ‚Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!‘ ist also der Wahlspruch der Aufklärung. Dass die Menschen in Religionsdingen sich ihres eigenen Verstandes ohne Leitung eines Anderen sicher und gut zu bedienen, daran fehlt noch sehr viel.“

Hier sollten wir doppelt aufpassen. Weil die Aufklärung („Aydinlanma“  auf Türkisch)  den Prozess des Erwachsen werdens von der Unmündigkeit zur Mündigkeit auf die allgemeine Menschheitsgeschichte projeziert.  Der Begriff der Mündigkeit dient als ein zentrales Instrument der Legitimation dazu, Geschichte als Fortschritt zu begreifen. So die allgemeine Erklärungen..

Was sagen die Fotos aus Wien? Sie verwendet 21. Jahrhundert Technologie sehr penibel

  

Was sagt EGMR?

Laut vielen Berichten hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat in einem europaweit maßgeblichen Urteil das Verbot des Ganzkörperschleiers in Frankreich gebilligt. Die Richter wiesen in Straßburg die Beschwerde einer französischen Muslimin in allen Punkten zurück. Das Verbot sei keine Diskriminierung, es verstoße nicht gegen den Schutz des Privatlebens und auch nicht gegen die Meinungs- und Religionsfreiheit, hieß es zur Begründung.

Noch dazu: Nikab und Burka sind nicht durch Koran gedeckt (Siehe Unten), sondern ein regionaler Brauch, der nicht durch die Glaubensfreiheit geschützt wird. Für die TKG bedeutet Toleranz nicht, alles anzuerkennen, was von außen an eine Gesellschaft herangetragen wird. Der weltoffene, säkulare-freiheitlich-pluralistische Staat hat die Aufgabe und Ziel hier eigene Maßstäbe zu setzen und zu verteidigen.

Allerdings lassen wir Meinungen, die auf die (politische) Instrumentalisierung von bestimmten Kleidungsstücken in Österreich bzw. in der EU abzielen, nicht gelten. „Vollschleier wie Burka und Nikab gehören nicht nach Europa. Sie stellen eine Kampfansage an die Werte der Aufklärung dar und sie degradieren Frauen zu Objekten männlicher Verfügungsgewalt,“ oder ähnliches schreiben viele Kommentatoren seit Jahr und Tag.

Wir müssen Aufklären

„Jede Religion aber muss sich den Ansprüchen der prüfenden, kritisierenden, forschenden Vernunft unterwerfen“

Die Anwort warum wir Aufklären müssen gibt Konrad Paul Liessmann  Professor am Institut für Philosophie der Universität Wien (Die Praxis der Unbildung-Zsolnay Verlag, 2014 ) mit den folgenden Worten:

 Untrennbar ist dieser Begriff -Aufklärung- an die Metapher des Lichts und damit des Sehens gebunden, es geht um die Herstellung von Verhältnissen, in der alles Dunkle, Verborgene, Falsche, Verdüsterte, aber auch jeder falsche Schein, jedes Blendwerk, jede Täuschung, jede Illusion ihrer Unwahrheit überführt wird. Aufklärung tut nur dort not, wo die Gedanken und Sinne der Menschen vernebelt sind, wo an angeblich unumstößliche Wahrheiten geglaubt werden muss und vermeintliche Gewissheiten oktroyiert werden. Aufklärung setzt demgegenüber darauf, dass Wahrheitsansprüche, Weltdeutungen, moralische Einstellungen und politische Überzeugungen kritisch überprüft und aus Vernunftgründen einsichtig, zumindest plausibel gemacht werden müssen. Jede Religion aber muss sich den Ansprüchen der prüfenden, kritisierenden, forschenden Vernunft unterwerfen. Es ist ein grobes Missverständnis, dass die Vernunft gegenüber Glaubenswahrheiten tolerant sein muss; die Vernunft hat nichts zu dulden, was ihren Ansprüchen nicht genügt. Wären die Aufklärer und Religionskritiker, von Voltaire über Feuerbach bis zu Marx, Nietzsche und Freud ähnlich wie wir von der Besorgnis getragen gewesen, nur ja keine religiösen Gefühle zu verletzen, hätte es keine Aufklärung, keine Menschenrechte, keine moderne Lebenswelt gegeben.“

 

Nur zur Sache!

Der Textbefund in Bibel(alte und neue)  und Koran?

Während im Alten und Neuen Testament das Kopftuch verpflichtend vorgeschrieben wird, kommt im Koran das Wort „Kopftuch“ nicht einmal vor, allenfalls das „Tuch“.

Der Koran meint mit „Tuch“ aber kein Kopftuch, sondern ein Tuch, das den Frauen als Schmuck dienen und ihre sexuellen Körperstellen (Scham) verhüllen soll (siehe die Suren, die wir in deutscher Sprache unten angegeben haben).

Wenn im Islam die einzig verbindliche, als wahr vorausgesetzte Quelle der Koran (wo die verbindliche Gebote und Verbote abgeleitet wird)  ist und lediglich das Wort „Tuch“ im Koran in drei Versen tatsächlich vorkommt, nicht aber das Wort „Kopftuch“, werfen sich berechtigte Fragen auf. Warum ist Kopftuch-tragen dann ein Gebot im Islam?

Warum stellen wir die Frage?  Damit wir hier nicht unter dem Vorwand der Religionsfreiheit betrogen, manipuliert bzw. ausgebeutet werden.



„Koran lehnt Schirk (širk = Beigesellung) und ausbeutung und manupulation!“

Prof. Dr. Ednan Aslan ( Institut für Islamisch-theologische Studien -Uni Wien)
schreibt folgende interessante Gedanken nieder:

“ Am 16. Februar 2017 veröffentlichte der Mufti der Glaubensgemeinschaft ein Fatwa (religiöses Rechtsurteil) zur Stellung des Kopftuches bzw der Verhüllung im Islam.  Dieses autoritäre aber nicht bindende Fatwa erfordert eine tiefgreifende Stellungnahme und eine dringend notwendige inner-islamische Debatte, wie die MuslimInnen ihre Religion hier und heute verstehen. Mir geht es dabei nicht darum, ob die muslimischen Frauen Kopftuch tragen müssen oder nicht. Mir geht es in dieser Frage darum, wie und mit welchen Quellen wir unsere Religiosität in der Gegenwart begründen und was den MuslimInnen als unantastbare Wahrheit geboten wird. In dem Fatwa der Glaubensgemeinschaft wird das Kopftuch mit den vier Rechtsschulen des sunnitischen Islams begründet. Dabei werden auf gegenwartsorientierte Selbstdeutungen des Korans verzichtet und auf die Deutungen aus dem  8. und 9. Jahrhundert zurückgegriffen und deren Deutungen als farḍ (absolute Pflicht) bezeichnet. Damit werden die Meinungen der Rechtswissenschaftler und die göttlichen Aussagen auf eine gleiche Ebene gestellt.

Oder anders formuliert, es werden den Meinungen unzweifelhaft göttliche Eingebungen zugeschrieben, obwohl der Koran sehr ausdrücklich solche Zuschreibungen als Schirk (širk = Beigesellung) ablehnt (Koran: 9:31).

Dieses Recht stand noch nicht einmal dem Propheten zu, etwas als erlaubt oder verboten zu erklären (Koran: 66:1).

Wenn man die Meinungen solcher Gelehrten aus einem Kontext herausnimmt und unüberlegt in die Gegenwart überträgt, legitimieren wir die Gewalt und Unterdrückung der Selbstbestimmung der Menschen. Wenn wir hier als Beispiel nur einem Wissenschaftler des 9. Jahrhunderts, der in diesem Fatwa erwähnt wird, nämlich Imam Schāfiʿī Folge leisten, dann sollten wir seiner Meinung nach alle MuslimInnen töten, die das Gebet nicht verrichten. Ähnlich denkt auch ein anderer Gelehrter namens Imam Aḥmad Ibn Muḥammad Ibn Ḥanbal, der nicht nur die Tötung, sondern auch das Foltern von nicht betenden MuslimInnen befürwortet. Nach diesem Geist sind die Frauen sogar verpflichtet Niqab (Gesichtsschleier) zu tragen. Dazu schreibt der IGGiÖ-Mufti: „Dazu zählt auch die Freiheit der Minderheitenmeinung (Hanbaliten und ein Teil der Schafiiten) zu folgen, die auch die Gesichtsbedeckung als religiös geboten (farḍ) erachtet.

Dabei nimmt die IGGiÖ überhaupt keinen Bezug darauf, welche Folgen diese Pflicht für die Gesellschaft und die Frau selbst haben könnte.  Bemerkenswert finde ich auch den Umgang mit den Hadithwerken von al-Buḫārī oder Muslim, welche mit gleicher hochergebener und gehorsamster Andacht vom IS oder anderen radikalen Gruppen salbungsvoll zitiert werden. Hier geht es nicht um die Ablehnung dieser Werke, sondern darum, mit welcher Autonomie die MuslimInnen damit umgehen! Die blinde Kadavergehorsamkeit diesen Werken gegenüber verursacht viel Gewalt und Verachtung. In Anbetracht dieser Fakten können solche Aussagen niemanden mehr überzeugen, vor allem, dass alles was der IS macht, mit dem Islam nichts zu tun hätte. Und trotzdem versuchen wir dann aber mit gleichen unkritischen und unaufmerksamen Argumenten den Alltag der MuslimInnen zu definieren“

Das wollen wir nicht. Deswegen sachliche Aufklärung!

 Im Koran gibt es nur 3 Verse bezüglich „Kopf“,  „Tuch“ und „Schleier“ aber im Koran sucht man das Wort Kopf-Tuch vergeblich.

Auf einer kurzen geschichtliche Spurensuche wollen wir sowohl das Alte als auch das  Neue

Testament im Vegleich zum Koran unter die Lupe nehmen.

1) Suren 24 Vers 31


2) Suren 24 Vers 60

3) Sure 33 Vers 59

Wir wollen klären, inwiefern und ob überhaupt das Kopftuch seine Legitimation/Gebot aus den besagten 3 Versen des Koran, nämlich den immer zitierten Suren 24 Vers 31, und 60 sowie aus der Sure 33 Vers 59 beziehen kann. Außerdem möchten wir etwas detaillierter auf das Kopftuch sowie ganz allgemein auf jene religiösen und sittlichen Konventionen semitischer Religionen eingehen, die den Islam zu Zwecken der Propaganda, Hetze und Unterdrückung in Österreich und auch in der EU bzw. in der Welt missbrauchen.

Woher stammt das Kopftuch? Seit wann wird es getragen? Inwiefern handelt es sich beim Tragen eines Kopftuches um eine religiöse, spirituelle oder gesellschaftliche Konvention? Wo ist eine Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuches im Koran festgeschrieben? Welchen Bedeutungswandel erfuhr das Kopftuch über die Jahrhunderte?

Wie bereits erwähnt, gibt der Koran, die verbindliche Hauptquelle des Islams, keine Auskunft über diese Fragen. Für eine ideologischen Anspruch ist er also untauglich – leider sehen das nicht alle ialsmischen Exegeten so.

Er besteht aus 114 Suren, die man auch Kapitel nennt. Jede Sure hat drei bis 300 Verse. Die Gesamtzahl der Verse im Koran beläuft sich auf 6263. In drei Versen findet sich zwar die Formulierung „den Körper bedecken“ (Sure 24 Vers 31 und 60, Sure 33 Vers 59), das Wort „Kopftuch“ selbst wird in diesen drei Versen aber gar nicht erwähnt.

Anders in der Bibel: Sowohl im Alten, als auch im Neuen Testament, wird das Kopftuch nicht nur erwähnt, sondern den Frauen sogar vorgeschrieben (vgl. Paulus, 1. Korintherbrief 11,6).

In den vergangenen Jahren wurde berichtet, dass die medizinische Universität Graz ihren Studierenden die Vollverschleierung verbietet.

Gemäß einer Erhebung der EU-Grundrechtsagentur vom vergangenen Jahr, tragen in Österreich 64% und in Deutschland 27% aller Frauen mit türkischer Abstammung ein Kopftuch.

Es stellt sich die Frage, ob es sich bei islamischen Kopftüchern um ein religiöses Gebot handelt (dann müsste dieses allerdings im Koran stehen) oder ob wir es viel mehr mit einem historisch gewachsenen, politisch-religiösen Phänomen zu tun haben, das sich auf den Einfluss politischer und kultureller Traditionen zurückführen lässt. Da das Kpftuch aber nicht im Koran erwähnt wird, kann es auch nicht ein Gebot dazu geben.

Das häufig angeführte Argument, das Kopftuch solle „vor den Blicken der Männer schützen“, erscheint in unserer aufgeklärten Zeit jedenfalls vielen Leuten absurd und selbst im traditionell-historischen Kontext nicht als ganz stimmig…

Die Befürworter des Kopftuches leiten ihre wahrgenommene Verpflichtung zur Verhüllung dennoch aus dem Koran ab. Es empfiehlt sich daher, Ihnen jene Suren und Versen des Korans entgegenzuhalten, auf die sie sich selbst berufen:

In 3 Suren kommt ein „Tuch“, aber kein „Kopftuch“ vor:

Koran (Sure 24, Vers 31)

Und sprich zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren, ihren Schmuck [d. h. die Körperteile, an denen sie Schmuck tragen; der Übers.] nicht offen zeigen, mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbar ist. Sie sollen ihren Schleier auf den Kleiderausschnitt schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, es sei denn ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzt, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen Trieb mehr haben, den Kindern, die die Blöße der Frauen nicht beachten. Sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit man gewahr wird, was für einen Schmuck sie verborgen tragen. Bekehrt euch allesamt zu Gott, ihr Gläubigen, auf dass es euch wohl ergehe.

[„Schmuck“ wird häufig auch übersetzt mit „Reize“; „Kleiderausschnitt“ wird häufig auch übersetzt mit „Busen“]

Koran, (Sure 24, Vers 60)

Und für die unter den Frauen, die sich zur Ruhe gesetzt haben und nicht mehr zu heiraten hoffen, ist es kein Vergehen wenn sie ihre Kleider ablegen, ohne dass sie jedoch den Schmuck zur Schau stellen. Und besser wäre es für sie, dass sie sich dessen enthalten. Und Gott hört und weiß alles.

Koran (Sure 33, Vers 59)

O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunter ziehen. Das bewirkt eher, dass sie erkannt und dass sie nicht belästigt werden. Und Gott ist voller Vergebung und barmherzig.

(Quelle: Der Koran. Übersetzung von Adel Theodor Khoury. Unter Mitwirkung von Muhammad Salim Abdullah. Mit einem Geleitwort von Inamullah Khan, Generalsekretär des Islamischen Weltkongresses. Gütersloh, 2. durchgesehene Auflage 1992)

Bei Betrachtung der oben angeführten Zitate sieht man, dass das Wort „Tuch“ (Überwurf, Schleier, Kleider) vorkommt, aber nicht das Wort „Kopftuch“ als solches.

In der Türkei wurden vor 36 Jahren das Kopftuch und der Schleier absichtlich politisiert.
Bis vor 40 Jahren diskutierte fast niemand in der Türkei so ernsthaft über das Kopftuch. Das Tragen des Kopftuches war staatlich seit den 20er-Jahren verboten. Erst durch den Militärputsch vom 12. September 1980 und die darauffolgende Politisierung des Kopftuchs durch manche Gruppen aus Saudi Arabien, Katar und Ägypten, die die Religion für ihre politischen Interessen ausnützten, wurde es zu einem heiklen Propagandainstrument. Das Thema „Kopftuch“ wurde mit den „Migranten“ (Politischen Islam-Vereine-Parteien eigentlich) nach Europa importiert und sorgt hier für heftige Diskussionen, auch innerhalb der Migrationsgruppen.

Die türkischen Erfahrungen sollten in Österreich, Deutschland und in der EU nicht wiederholt werden. Schließlich ist offensichtlich, dass im Islam nach den koranischen Versen und Suren keine Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuchs besteht – auch wenn das von einigen Gruppen behauptet wird.

Das „Zeitalter der Ignoranz“, welches vor dem Koran sicher vorherrschte, dürfte sich vielmehr im Bezug auf die geringschätzende Haltung gegenüber Frauen speziell in jenen Versen reflektieren, die die Verschleierung betreffen: Zahlreiche Verunglimpfungen und Aussagen der Diffamierungs-Bande, die auch der Ehefrau des Propheten Verleumdung vorwarfen, zeugen davon.

Dementsprechend wurden diese Verse zugunsten der Männer interpretiert. Wenn man allerdings das gesamte Sinngefüge des Korans analysiert, sieht man, dass Frauen durchaus ein gleichwertiger Status wie den Männern zuerkannt wird:

Den Frauen wird empfohlen (Sure 24, Vers 31), dass sie im gesellschaftlichen Leben mit den Männern zusammenleben, und in solch einer Arbeitsatmosphäre sowohl in deren Beziehungen untereinander als auch in deren Verhaltensmuster und angemessenen Auftreten, freundlich sein sollen und Übertriebenes vermeiden sollen.

Die Fortführung desselben Verses erklärt sowohl, dass im Kreis der Familie und Verwandten der Schleier kein Muss ist, als auch dass die Frauen sich frei bewegen können.

Von einem „Kopftuch“ ist, wie in allen anderen Versen des Korans, keine Rede.

Auch bei der türkischen Übersetzung des Korans werden Sie das Wort „Basörtü“ für Kopftuch nicht finden.

Es gibt viele Übersetzungen, die das tun. Wir halten diese Übersetzungen aber für unseriös und ideologisch gefärbt.

„Bas“ bedeutet auf Türkisch Kopf und „Örtü“ bedeutet auf Türkisch „Tuch“.
Das Basörtü wäre also das Kopftuch.

So findet man bei fast allen Auslegungen und Übersetzungen des Korans sowohl in türkischer, als auch in deutscher Sprache die Übersetzung „Kopftuch“.

Aber in Wahrheit bedeutet das arabische Wort „Himar“, das in diesem Vers ausdrücklich erwähnt wird nicht „den Kopf bedecken“, sondern nur „bedecken“. Der Teufel liegt hier im Detail! Der Leser liegt also rasch den demagogischen Übersetzungsspielereien auf. Es sind Taschenspielertricks, mit denen die Gläubigen hinters Licht geführt werden.

Falls im Koran überhaupt etwas explizit bedeckt werden soll, würde es auch erwähnt werden.

Das ist aber nicht der Fall. Die theologische Begründung der islamischen Gelehrten für das Gebot zum Tragen eines Kopftuches wird in erster Linie auf die religiöse Intoleranz von Mohammed und dem Koran zurückgeführt.

Die Sure 24,31 ruft die Frauen dazu auf, ihre Reize vor den Männern zu verbergen, aber nicht den Kopf zu bedecken.

Das steht schwarz auf weiß im Koran: Sure 24 Vers 30 und 31, Sure 33,59.

Bei Übersetzungen wird aber in der Regel mit Klammerausdrücken versucht, den Koran willkürlich zu interpretieren. Dieser fatalen Praxis der willkürlichen Interpretation ist dringend Einhalt zu gebieten: Wir müssen bei den Fakten bleiben. Persönliche und gesellschaftliche Ansichten dürfen in Interpretationen genauso wenig einfließen wie tradierte kulturelle Aspekte.

Wir möchten unsere Ausführungen noch mit einem konkreten Beispiel veranschaulichen: Wenn man das Wort „Bettdecke“ verwendet, benützt man neben dem Wort „decken“ auch das Wort „Bett“, um zu betonen, was genau bedeckt werden soll oder wofür der Gegenstand gebraucht wird. Gemäß dieser Logik müsste für den Begriff „Kopftuch“ neben dem Begriff „bedecken“ auch das Wort „Kopf“ vorkommen.

Das im Vers erwähnte Betonungswort neben dem Wort „Himar/Bedeckung“ ist „Cuyub“, welches aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt „Brust“ oder „Kragen“ bedeutet.

Dasselbe Wort „Cuyub“ wird auch in einem anderen Vers im Koran erwähnt, nämlich Sure 28, Vers 32, wo das Wort im Kontext „Er legte seine Hand auf die Brust/den Kragen von Moses“ gebraucht wird.

Also wenn das Wort „Cuyub“ mit dem Wort „himar/bedecken“ kombiniert wird, bedeutet „bihimürihinne ala cuyubihinne“ nicht „den Kopf bedecken“, sondern „die Brust bedecken“.

Fast alle traditionellen Auslegungen des Korans analysieren diese Verse nicht in einem wissenschaftlichen Zusammenhang, sondern deuten das Ganze mit einem Satz wie „Sie sollen ihre Kopftücher bis zu deren Kragen bedecken“, in dem sie auch das Wort „felyedribne“ als „sie sollen bedecken“ verwenden.

Diese traditionellen Islam-Auslegungen schaffen für den politisierten und traditionellen Islam einen festen, scheinbar unverrückbaren Boden.

Sie interpretieren dasselbe Wort, welches aus dem Wort „Darabe“ stammt, als „sie sollen ihre Kopftücher….. bedecken“, wobei sie dasselbe Wort in einem anderen Sure im Zusammenhang „Ihr sollt eure Frauen schlagen“ (siehe: Sure Nisa, Vers 34) verwenden.

Um es auf den Punkt zu bringen: Obwohl der arabische Originaltext des Korans keinen Bezug auf das Kopftuch nimmt, wird dieses zum identitätsstiftenden Symbol für traditionelle und politisierte Islam-Anhänger. Als solches steht es immer wieder im Zentrum von Islam-Diskussionen, nicht nur in der Türkei, sondern mittlerweile vermehrt auch in Österreich und anderen europäischen Ländern.

Dabei wird nicht über die wahre, im Koran festgeschriebene Religion Islam debattiert, sondern über eine Religion, die sich als Folge des politisierten Glaubens der traditionellen Nahostkultur begreifen lässt. Sie hat ihren Ursprung in der sumerischen, jüdischen und christlichen Kultur.

Spurensuche: Koptuch

Eigentlich hat das Wort „Kopftuch“ in der Bibel seine Wurzeln (vgl. 1 Kor 11,6): Im Alten und Neuen Testament wird das Kopftuch nicht nur erwähnt, sondern das Tragen des Kopftuchs wird sogar als Pflicht für die Frauen beschrieben.

So heißt es etwa im Brief von Paulus an die Korinther. „Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet, aber dabei ihr Haupt nicht verhüllt […] Sie unterscheidet sich dabei in keinster Weise von dem Geschorenen. Wenn eine Frau das Kopftuch trägt, soll sie sich gleich die Haare abschneiden lassen, aber es ist eine Schande, sich die Haare abschneiden oder gar sich kahl zu scheren zu lassen, dann soll sie sich eben verhüllen. Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, denn er ist ein Abbild und Abglanz Gottes, aber der Mann stammt nicht von der Frau ab, sondern die Frau vom Mann“.

Erklärung der Schleier der Ordensfrauen

Apropos: Die in der Burka-Debatte angestellten Vergleiche mit Ordensfrauen sind jedenfalls bemerkenswert:  „Der Schleier der Ordensfrau ist ein religiöses Symbol, der zum Ausdruck bringt, sich an Gott zu binden. Das Tragen des Schleiers ist eine freie Entscheidung„, hält die Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden, Sr. Mayrhofer in der APA-OTS Presseaussendung vom 19.08.2016 nicht umsonst fest.

 

Paulus und Kopftuch

Während im Koran das Wort Kopftuch nicht vorkommt, wird es im Alten und Neuen Testament verpflichtend vorgeschrieben!

Unser lieber Landsmann, der heilige Paulus (früher Saulus) aus Tarsus/Türkei, ist eine der wichtigsten Persönlichkeiten der frühchristlichen Zeit.

Die ersten Christen waren ja wie Paulus und auch Jesus Christus von jüdischer Herkunft.

Paulus übernahm kulturelle Aspekte aus seiner ehemaligen Religion, dem Judentum.

Wenn wir im sogenannten Alten Testament, Bibel Gen. 24,65 nachlesen, dann sehen wir, woher der kulturelle Aspekt „Verhüllung“ bei den Juden stammt und mit Paulusauch von denUrchristen übernommen wurde: „Und fragte den Knecht: Wer ist der Mann dort, der uns auf dem Feld entgegenkommt? Der Knecht erwiderte: Das ist mein Herr. Da nahm sie (Rebekka) den Schleier und verhüllte sich“. Auch in der Bibel Gen. 38,14 wird über Schleier und Verhüllung geschrieben.

1. Korinther 11,2-16:

 

„Ich erkenne es lobend an, dass ihr in allen Beziehungen meiner eingedenk seid und an den Weisungen festhaltet, wie ich sie euch gegeben habe.

Wir möchten hier zu bedenken geben, dass das Haupt jedes Mannes Christus ist, das Haupt der Frau aber ist der Mann, und das Haupt Christi ist Gott.

Jeder Mann, der beim Beten oder bei erbaulichen Reden eine Kopfbedeckung trägt, entehrt sein Haupt; jede Frau dagegen, die mit unverhülltem Haupt betet oder erbauliche Reden hält, entehrt ihr Haupt; sie steht dann ja auf völlig gleicher Stufe mit einer Geschorenen (Dirne). Denn wenn eine Frau sich nicht verschleiert, so mag sie sich auch scheren lassen; ist es aber für eine Frau schimpflich, sich das Haar abschneiden oder abscheren zu lassen, so soll sie sich verschleiern. Der Mann dagegen darf das Haupt nicht verhüllt haben, weil er Gottes Ebenbild und Abglanz ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. Der Mann stammt ja nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann; auch ist der Mann ja nicht um der Frau Willen geschaffen, sondern die Frau um des Mannes Willen. Deshalb muss die Frau ein Zeichen der Macht auf dem Haupte tragen, um der Engel Willen“ (Menge-Übersetzung).

Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament kann man zur „Kopftuchpflicht während des Gebetes“ lesen:
 1. Korinther 11,5-6: „Ein Weib aber, das da betet oder weissagt mit unbedecktem Haupt, die schändet ihr Haupt, denn es ist ebenso viel, als wäre es geschoren. Will sie sich nicht bedecken, so schneide man ihr das Haar ab. Nun es aber übel steht, dass ein Weib verschnittenes Haar habe und geschoren sei, so lasset sie das Haupt bedecken.“

Paulus: Die Frau muss ihren ganzen Leib bedecken

Ein außerbiblischer Hinweis ist die Haushaltung Gottes von Jakob Lorber, wo es in dessen Privatoffenbarung heißt (36,37):

„Seht, ihr alle seid gleich, – gleich ihr Männlichen und gleich ihr Weiblichen! Jedoch sollet ihr Weiblichen wohl bedecken eure Schamteile wie auch euren ganzen Leib, und vorzüglich aber euer Haupt, damit durch euer geiles Wesen nicht der Mann zur Unzucht gereizt werde, gleichwie die Schlange lockt durch die große, geheime Lüsternheit ihrer verführerischen Augen das freie Geschlecht der Vögel in die tötende Gefangenschaft ihres giftvollen Rachens; denn ihr Weiber seid zu aller nächst Kinder der Schlange und voll deren Giftes. Daher seid vor allem züchtig wie das Bienenweibchen, das sich nicht getraut mit seinem Wesen ans Licht der Sonne, sondern Tag und Nacht sorglich kriecht über die Zellen seiner harmlosen Kinderchen; so auch solltet ihr sein und gehorsam in allem euren Männern, insoweit es der allerheiligste Wille Gottes erheischt. Jedoch, sollte ein Mann – was nicht zu gedenken sein sollte – euch wider des allerheiligsten Willen Gottes zu etwas zwingen wollen, so soll auch euch gestattet sein, euer Haupt vor dem Manne zu entblößen und selben lieblich zu mahnen an seine Pflichten, hervorgehend aus Gott. Und so ihr alles dieses so genau erfüllen werdet, dann wird der Herr euch mit großen Gnaden überhäufen, und ihr werdet werden zur süßen Augenweide in unendlicher Schönheit des ewigen, heiligen Vaters, ewig und unsterblich.“

Im orthodoxen Judentum bedecken heutzutage verheiratete Frauen ihre Haare aus religiösen Gründen mit einem Kopftuch oder einer Perücke. Bereits die hebräische Bibel, also das Alte Testament sprach von einer Verschleierung der Frauen. So verschleierte sich Rebekka, die Frau Isaaks nach Gen. 24-51, Gen. 24,65: „Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich…“. Natürlich wird nach der modernen Bibelwissenschaft der von Paulus an die Korinther geschriebene Brief 11,5 teilweise als späterer Zusatz angesehen. Wie gezeigt wurde, geht aber aus dem Alten und Neuen Testament klar hervor, dass Kopftuch, Schleier und Verhüllung nicht nur Empfehlungen waren, sondern verpflichtend vorgeschrieben wurden. Heutzutage wird das Kopftuch im Christentum fast nur noch in ländlichen Gegenden, insbesondere in orthodoxen Kirchen sowie von Frauen in mennonitischen bzw. „teuflischen“ Gemeinschaften getragen.

Während im Koran das Wort Kopftuch nicht vorkommt, wird es im Alten und Neuen Testament verpflichtend vorgeschrieben.

Der Koran meint mit „Tuch“ kein Kopftuch, sondern ein Tuch, das den Frauen als Schmuck dient und ihre sexuellen Körperstellen verhüllen soll . In der Geschichte kommt das Kopftuch bereits erstmals bei den Sumerern und somit lange vor dem Judentum vor. Dies fand die die 96 jährige türkische Sumerologin und Historikerin Muazzez Ilmiye Cig heraus. Sie erforschte ihr Leben lang die Kultur und Geschichte der uralten mesopotamischen Zivilisationen. Wie wir in unserer Ausgabe mit der Coverstory „Christentum stammt aus der Türkei?“ kurz schilderten, waren die Sumerer, ein mesopotamisch-südanatolisches Volk, das 3.000 Jahre v. Chr. lebte. Sie waren die ersten, die das Kopftuch als religiös-spirituelles Medium verwendeten.

Nun lassen Sie uns ein bisschen tiefer zum Thema des Vergleichs der heiligen Schrift eingehen, und Ihnen erzählen, inwiefern die heiligen Bücher und Schriften sich voneinander trennen, und wo sie Gemeinsamkeiten aufweisen.

Der Koran wird als die Heilige Schrift des Islam definiert, die gemäß dem Glauben der Muslime die wörtliche Offenbarung Gottes („Allah“) an den islamischen Propheten Mohammed, vermittelt durch den Engel Gabriel, enthält. Kurz und prägnant ausgedrückt, stellt der Koran für die Muslime das Wort Gottes dar.

Im Gegensatz zum Koran ist die Bibel eine Sammlung von 66 Büchern die von verschiedenen Autoren als Bericht bzw. Poesie verfasst und im Laufe der Jahrhunderte zu einer Einheit zusammengefasst wurde (Quelle: Deutsche Bibelgesellschaft).

Den Begriff „Testament“ verstehe ich als eine Art „Bund“, in dem die Beziehung zwischen Gott und den Menschen beschrieben wird.

Die Bibel umfasst 66 Bücher und besteht zu 75% aus Berichten, zu 15% aus Poesie und zu 10% aus Lehrtexten.

Das Alte Testament umfasst 39 Bücher, die in Kapitel und Verse eingeteilt sind. Es wird sowohl von den Juden, als auch von den Christen als Heilige Schrift betrachtet.

Das Alte Testament berichtet von der Erschaffung der Welt und von der Entstehung und Geschichte des Volks Israels.

Das Neue Testament besteht aus 27 Schriften und versteht sich mit der Ankunft des Messias Jesus Christus als Antwort auf das Alte Testament. Es erzählt dessen außergewöhnliches Leben und berichtet von seinen Jüngern sowie von seinen frohen Botschaften, die allen Menschen gelten.

Vier Bücher (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) bezeugen auf unterschiedliche Weise das Leben Jesu, seine Lehre, seine Wunder, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung: Man nennt sie die „Evangelien“.

Die Evangelisten, die Apostelgeschichte und die Briefe erzählen, wie die Jünger Jesu den Tod ihres Herrn, seine Auferstehung und Himmelfahrt miterlebt haben; sie berichten von den Anfängen der christlichen Gemeinde, von Verfolgungen und Problemen und wie sich die gute Botschaft sehr schnell im Römischen Reich über Kleinasien – der heutigen Türkei – bis nach Athen und Rom ausbreitete. Einige Stellen lassen die Konflikte deutlich werden, die sich ergeben mussten, wenn die stregen jüdischen Regeln, die auch die jüdischen Urchristen einhalten wollten, nun auf die nicht-jüdische heidnische Kultur trafen. Schon damals kam es dabei zu Diskussionen unter den Aposteln und Paulus.

Wir müssen hier sehen, dass der Koran – anders als die Bibel – direkt als Gotteswort konzipiert ist, das Alte und Neue Testament hingegen in Form von Berichten und Poesien verfasst ist, in die die Worte Gottes eingeflochten sind. Der Koran ist also eine Privatoffenbarung an eine einzelne Person. Die Worte wurden – ähnlich wie bei der Johannes-Apokalypse – von einem Engel überbracht oder eingeben.

Ein Vers in der Bibel ergibt nur dann einen Sinn, wenn er im Zusammenhang mit dem ganzen Text betrachtet wird. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn man die Bibel einfach an einer beliebigen Stelle aufschlägt. Natürlich sind manche Abschnitte der Bibel schwer zu verstehen, weil viele Jahrhunderte zwischen damals und heute vergangen sind und wir die beschriebenen Bräuche und das Umfeld als fremd empfinden.

Auf der anderen Seite wurde der Koran, der aus 114 Kapitel (Suren) und 6.243 Versen als Gotteswort besteht, auf ein Ereignis hin offenbart, um eine bestimmte Idee zu verdeutlichen. Man muss den historischen Kontext und die damaligen politischen Umstände kennen, um ihn richtig zu interpretieren.

Man muss den Koran aus den Gegebenheiten der Zeit heraus sehen.

 

Das evangelische Institut für Islamfragen ist ein Netzwerk von Islamwissenschaftlern und wird von den Evangelischen Allianzen in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz getragen.

Frau Dr. Christine Schirrmacher schreibt in ihrem Prolog folgende Sätze:

„Heute ist unter Muslimen die Auffassung, dass der Text der Bibel verfälscht worden ist, längst Allgemeingut. Man geht davon aus, dass sowohl das Alte als auch das Neue Testament ursprünglich wahre Offenbarungen Gottes waren, im Laufe der Zeit jedoch von Menschen verändert und verfälscht wurden. Andere Bezeichnungen von früher zu den Menschen gesandten Schriften sind präziser. So nennt der Koran sowohl die Tora (arab. taurâh) als auch das Evangelium (arab. injîl) beim Namen. Das Evangelium wird insgesamt zwölfmal im Koran erwähnt. Was meint allerdings der Koran mit dem Evangelium? Letztlich bleibt unklar, ob er damit vor allem die Erzählungen von Jesus meint oder eines der vier Evangelien, alle vier Evangelien zusammen oder etwa das ganze Neue Testament. Interessanterweise wird im Koran der Wert früher überlieferter Bücher wie auch des überlieferten Evangeliums zu Beginn von Muhammads Offenbarungen nirgends grundsätzlich in Frage gestellt, sondern vielmehr positiv hervorgehoben. Erst später taucht im Koran der pauschale Vorwurf der Schriftverfälschung auf.“ 

Die Sumerelogin Frau Prof. Dr. Cig beschrieb folgende Bedeutungen des Kopftuchs:

„In der polytheistischen Religion der Sumerer war es eine heilige Ehre für willige Frauen, zu den Göttern in ihren Tempeln zu beten und zu danken, indem sie als Braut der Götter zu einer `öffentlichen Frau` wurden. Damit man sie von anderen Beterinnen unterscheiden konnte, mussten sie ihren Kopf bedecken. Viel später – erst ca. 1600 v. Chr.- führte ein assyrischer König die Kopfbedeckung auch für verheiratete und verwitwete Frauen ein. So bekamen diese Frauen den gleichen Status wie die `öffentlichen Frauen`, die legal Geschlechtsverkehr haben durften. Später übernahmen diese Tradition die Juden, und danach die Muslime von den Juden. Laut Cig, die viele Werke zum Thema schrieb, tauchte auch der Turban zum ersten Mal bei den Sumerern auf. Er wurde später vom Judentum, Christentum und danach von der arabischer Kultur und somit von Islam übernommen. Frau Cig betonte, dass der Turban eigentlich nichts anderes sei, als eine sumerische Tradition, die später eine enorme göttliche Bedeutung übernommen hätte.

Jetzt gehen wir zurück zum Thema Kopftuch, und diesmal im Bezug auf dessen Funktionalität und historische Aspekte. Wir fragen uns, was das Kopftuch ist, wozu es dient, seit wann es getragen wird, und inwiefern das Tragen eines Kopftuches eine religiöse, spirituelle oder gesellschaftliche Konvention ist, und wie sich dieses Phänomen im Laufe der Zeit verändert hat, so dass es zu einer der zentralen Fragen bezüglich Religionsfreiheit und Frauenrechte entwickelt geworden ist.

Muazzez Ilmiye Cig, die 96 jährige türkische Sumerologin und Historikerin, hat ihr Leben lang die Kultur und Geschichte der uralten mesopotamischen Zivilisationen erforscht, und herausgefunden, dass das erste Kopftuch in der Geschichte von den Sumerern getragen wurde. Wie wir es in unserer Ausgabe mit der Coverstory „Christentum stammt aus der Türkei?“ auch kurz geschildert hatten, waren es die Sumerer, ein mesopotamisch südanatolisches Volk, das 3.000 Jahre v. Chr. gelebt hat, die ersten, die das Kopftuch als religiös-spirituelles Medium verwendet hatten.

„Der Turban/Kopftuch taucht zum ersten Mal bei den Sumerern auf“, meint die Sumerologin Muazzez Ilmiye Cig. „In der polytheistischen Religion der Sumerer war es eine heilige Ehre für willige Frauen, den Göttern in ihren Tempeln zu beten und zu danken, indem sie als Braut der Götter zu einer ‚öffentlichen Frau‘ (Prostitution) wurden.

Damit man sie von anderen Beterinnen unterscheiden konnte, mussten sie ihren Kopf bedecken.“ Weiters fügt sie hinzu: „Viel später – erst ca. 1600 v. Chr.- führte ein assyrischer König die Kopfbedeckung auch für verheiratete und verwitwete Frauen ein. So bekamen diese Frauen den gleichen Status wie die `öffentlichen Frauen`, die legal Geschlechtsverkehr haben durften. Später übernahmen diese Tradition die Juden, und danach die Muslime von den Juden.“ Laut Cig, die viele Werke über das Thema geschrieben hat, sei der Turban „geboren“ von Sumerern, später vom Judentum, Christentum danach von arabischer Kultur und damit von Islam übernommen. „Eigentlich ist der Turban nichts anderes als eine sumerische Tradition, die später eine enorme göttliche Bedeutung übernommen hat“, so Cig. Nachfolgend ein paar Ausschnitte aus einem Interview mit Frau Prof. Dr. Cig:

Die Sumerer, Tempelwirtschaft und Koptuch 

„Als Sumerer bezeichnet man ein Volk, das im Gebiet von Sumer im südlichen Mesopotamien im 3. Jahrtausend v. Chr. lebte.

Die Sumerer gelten derzeit als erstes Volk, das den Schritt zur Hochkultur geleistet hat.

Besonders die Erfindung der Keilschrift, die quasi als eine Urvorlage der heutigen europäischen Schriften gelten kann, gilt als hervorragende Leistung der Sumerer, die zusammen mit der Erfindung der Bürokratie und künstlicher Bewässerung hier ihren Anfang nahm.

Die Herkunft der Sumerer ist bis heute nicht endgültig geklärt. Es gibt in der Wissenschaft zwei Thesen zur Herkunft der Sumerer. Die eine geht davon aus, dass die Sumerer eingewandert sind; dies wird an einer entfernten Ähnlichkeit zu agglutinierenden Sprachen wie Ungarisch, Finnisch und Türkisch festgemacht, deren Ursprung in den Uralsteppen gesehen wird und damit auch die Heimat der Sumerer wäre.

Die Erforschung der sumerischen Kultur erfolgte immer zusammen mit den anderen mesopotamischen Kulturen. Das liegt an der Charakteristik der Ruinenhügel, auch Tells genannt. Die Kulturen des Vorderen Orients pflegten die Orte nach Zerstörung, nach Eroberung, aber auch nach gewissen Zeiten teilweise oder auch vollständig einzuebnen und darauf eine neue Ebene zu erbauen.

Deswegen kommt es vor, wie z. B. in Ninive, dass die obersten Schichten mittelalterliche Ruinen bergen und die unterste Schicht bis in die Zeit 5000 v. Chr. und weiter zurückreicht. Ein wichtiger Punkt in der Geschichte der Sumerer ist die Wirtschaft und speziell die Tempelwirtschaft. So arbeitete nicht jeder für sich alleine auf seinem Feld, sondern er tat es für die Allgemeinheit bzw. für den Tempel, der die Ernte sammelte und verwaltete.  Diese Art der Vorratshaltung brachte verwaltungstechnische Probleme mit sich, an dessen Ende für die Sumerer die Erfindung der Schrift stand. In der Assyriologie und Vorderasiatischen Archäologie bezeichnet Tempelwirtschaft unter anderem eine geschichtswissenschaftliche These, dergemäß im sumerischen Mesopotamien jede ökonomische Tätigkeit auf die Tempel ausgerichtet gewesen  sei. (  Ursula Seidl: Ein Monument Darius‘ I. aus Babylon, In: Zeitschrift für Assyriologie und Vorderasiatische Archäologie 89 (1999),S. 101–114.)

Frage: „Also, Frau Cig, bitte klären Sie uns einmal über das viel umstrittene Thema auf: Wer bei den Sumerern hat sich wieso bedeckt?“
Cig: Bei den Sumerern hatte jeder Gott ein eigenes Haus, sozusagen einen Tempel. In diesen Tempeln beteten die Menschen ihre Götter an. Es war allerdings nicht vorgeschrieben, was sie für die Götter tun sollten. Alle definierten die Art zu beten für sich selbst und praktizierten ihr eigenes Gebet.

Frage: „Waren diese Tempel also eine Art Häuser eigenen Gewissens?“
Cig: Genau, diese Tempel waren Orte, wo Menschen mit ihrem Gewissen alleine bleiben konnten. Sie waren in ihren Gebeten freier als in den heutigen Moscheen, Kirchen oder Synagogen. Sie sangen oder tanzten, um die Götter zufriedenzustellen. Unter den Betenden waren auch Ordensfrauen. Manche von ihnen wurden eben zu diesen `öffentlichen Frauen`.

Frage: „Was bedeutet das Wort ‚öffentliche Frau‘ genau?“
Cig: Das waren die Frauen, die die Aufgabe hatten, Geschlechtsverkehr zu praktizieren, aber sie waren keine Prostituierten, denn sie verlangten kein Geld. In den Tempeln gab es sogenannte Liebesräume, wo die öffentlichen Frauen den Jugendlichen Sexpraktika beibrachten. Im Gilgamesch-Epos gibt es eindeutige Hinweise darauf. Um dem Mann, der im Wald unter Tieren aufgewachsen ist, Menschlichkeit beizubringen, wurde eine Ordensfrau aus einem Tempel bestellt und sie lernte ihm, wie man spricht, isst und Geschlechtsverkehr hat. Diese öffentlichen Frauen wurden bei den Sumerern als weise Lehrerinnen betrachtet. Während sie dieser heiligen Aufgabe nachgingen, opferten sie sich vollständig im Namen der Götter auf. Eigentlich war die Jungfräulichkeit bei den Sumerern schon ein Thema. Die Tatsache, dass die öffentlichen Frauen trotzdem Geschlechtsverkehr haben durften, zeigt, wie heilig diese Aufgabe wirklich war.

Frage: „Woher weiß man, dass die Jungfräulichkeit ein Thema war?“
Cig: Laut alter Tafeln bekam eine Frau, die vor der Heirat als Jungfrau galt, bei der Scheidung Schadenersatz.

Frage: „Warum trugen die `öffentlichen Frauen` ein Kopftuch?“
Cig: Damit man sie von anderen Ordensfrauen in den Tempeln unterscheiden konnte. Zum Beispiel trugen die Prostituierten auch kein Kopftuch. Das ist das spezielle Symbol der öffentlichen Frauen in den Tempeln und somit das erste Kopftuch in der Geschichte.

Frage:
 „Wie ging es dann weiter?“
Cig: Viel später führten die Assyrer im 16. Jahrhundert vor Christus plötzlich die Kopfbedeckung für verheiratete und verwitwete Frauen ein. Der Sinn dahinter war, dass man zeigen wollte, dass auch diese Frauen legalen Geschlechtsverkehr haben.

Frage: „Heißt das, dass eine Frau mit Kopftuch sich als Nichtjungfrau geoutet hat?“
Cig: Ja, ganz genau! Aber viele Gläubige missverstehen diese Tatsache. Sie denken, ich würde behaupten, dass die Prostituierten das erste Kopftuch in der Geschichte getragen hätten.  Aber weder die öffentlichen Frauen bei den Sumerern noch die verheirateten und verwitweten Frauen bei den Assyrern waren Prostituierte.

Frage:
 „Also diente das Kopftuch einer Frau eigentlich schon vor tausenden Jahren, d.h. vor dem Islam bzw. Judentum und Christentum, einfach dazu, ihren Status zu zeigen?“
Cig: Das ist auf den Punkt genau was ich sagen möchte. Sogar nicht ich, sondern die Geschichte sagt das. Weder ergänze ich die Tatsachen noch interpretiere ich sie. Ich erzähle nur die wissenschaftlichen Fakten.

Also, wie man sieht, ist das Tragen eines Kopftuches eine ganz alte Tradition des mittleren Osten und des mesopotamischen Raums.

Was die Verhüllung und das Tuch im Islam betrifft, ist es reine Interpretationssache, wie man die oben erwähnte Sure „Nur“ auslegt.

Viele Hermeneutiker, aber auch viele Theologen sind der Meinung, dass mit dem Bedecken von „Scham“ und „Schmuck“ Geschlechtsorgane, Busen etc. gemeint sind, und es gibt weder direkt, noch indirekt einen Hinweis darauf, dass der Kopf der Frau mit einem Tuch voll verschleiert werden soll.

Im geschichtlichen Verlauf wurden aber in fast allen Religionen einige sittliche und gesellschaftliche Konventionen in das heilige Wort Gottes hineininterpretiert. Dadurch blieben gewisse gesellschaftliche Rollen und Positionen und damit Machtverhältnisse erhalten. Es stimmt allerdings nachdenklich, dass sehr alte Auslegungen und Interpretationen, sowie die Interpretationswahrnehmung dritter Personen, die sich mit dem Thema nicht ernsthaft auseinandergesetzt haben, heute zu ungerechtfertigten Belästigungen und politischer Instrumentalisierung führen und in Gestalt der „Kopftuchdebatte“ ein gesellschaftspolitisches Problem konstruieren.

„Das größte Gut einer Religion liegt in ihrer Theologie, aber ihr größtes Übel kommt ebenfalls aus ihrer Theologie – wenn sie stagniert. Die Angst vor dem Islam ist vollkommen berechtigt. Im Namen dieser Religion werden die schrecklichsten Verbrechen begangen. Im Namen dieser Religion geschieht derzeit eine ungeheure Barbarei. Wenn die Menschen Angst vor dem Islam haben, so ist das völlig normal. Auch wenn ich kein Muslim wäre, würde ich mich fragen, was das für eine Religion ist, auf die sich Verbrecher berufen. Die Tiefe und die geistige Dimension des Koran wurden verschüttet. Stattdessen hat man millimetergenau nachgeäfft, was eine menschliche Person, nämlich der Prophet, getan haben soll.

Man läuft Gefahr, den Islam auf dem Niveau der damaligen Beduinengesellschaft festzuschreiben und ihn für immer im sechsten Jahrhundert nach Christus festzunageln. Die himmlischen Heerscharen sind nur damit beschäftigt, Bekleidungs- und Nahrungsregeln zu erlassen – wie eine himmlische Hausordnung! Wahrhaftig eine platte, ausgetrocknete Vorstellung von der Religion! In der Welt der Moscheen herrscht oft noch die Dummheit, die Unwissenheit. Niemals ein Wort der Selbstkritik. Niemals! Die ganze Welt hat unrecht, und wir ruhen uns auf unserer kleinen Wahrheit aus. Das zeigt eine Denkfaulheit, wie sie typisch ist für das Ende großer Dynastien. Die Intelligenz der Muslime ist in Ketten gelegt.

Es ist deswegen falsch zu behaupten, wer den Islam angreife, greife die Muslime an. Für den Islamforscher liegt die beste Möglichkeit zur Bekämpfung des Terrorismus darin, „die religiösen Texte und archaischen Interpretationen und Diskurse anzugreifen, die immer noch Terrorismus hervorbringen und ihn rechtfertigen“. (Soheib Bencheikh, EX- Großmufti von Marseille, Zur Zeit)

Wir hoffen, dass alle diese Argumente gerade noch ausreichend sind…


Fazit: Im Koran sucht man das Kopftuch vergeblich! Burka, Burkini, Bushija, Hijap, Chador(Abaya) und Nigab sowieso…

Quellen: Der Koran, Die Bücher der größte islamischer Denker des 20. Jahrhunderts, Muhammed Iqbal (gestorben 1938) und Die Bücher von Prof. Dr. Yasar Öztürk, Hasan Hanefi (Agathen), Ali Seitab (Iran), Mehmet Akif (Türkei)

 

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20 02 2018
By: TKG 0

Muslimischer Antisemitismus? EU-Katharina Schnurbein: „Es ist immer einfach, von einer Seite auf die andere zu zeigen“

Papst Franziskus: „Die Scheinheiligkeit ist die Sprache der Korrupten“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) bedankt sich bei Katharina von Schnurbein, Koordinatorin der Europäischen Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus.

Katharina von Schnurbein verwehrt sich dagegen, dass bestimmte Parteien beim Antisemitismus nur auf Muslime zeigen. „Jede Form von Antisemitismus ist inakzeptabel. Es ist immer einfach, von einer Seite auf die andere zu zeigen“, sagt Katharina von Schnurbein, die Koordinatorin der Europäischen Kommission zur Bekämpfung von Antisemitismus. Damit weist sie im Gespräch mit dem KURIER von 20.02.2018 die Annahme zurück, dass die Gefahr des muslimischen Antisemitismus wesentlich größer sei als rechter oder linker Antisemitismus.

Vor islamisch (moslemisch) motivierten Antisemitismus warnen derzeit besonders rechte und rechtsextreme Parteien die wir  ernst nehmen und infolgedessen   wie folgt Stellungnehmen:

 

Islamisch (Moslemisch) motivierten Antisemitismus ? 11 Punkte 

Historiker Wolfgang Benz und ehemaliger Direktor des Zentrums für Antisemitismusforschung der Technischen Universität Berlin zu Antisemitismus und politischen Kampfbegriffen

1-Pauschale Ressentiments gegen alle Angehörigen einer Religionsgemeinschaft, die mit einer abscheulichen, aber insgesamt winzigen Minderheit von militanten Fanatikern und Terroristen gleichgesetzt werden, erklären das Problem nicht. Sie vergrößern es vielmehr, weil sie darauf zielen, die Mehrheit der Muslime – die sich energisch von Islamisten und Dschihadisten distanziert – in die Solidarität mit den Fanatikern zu drängen. Dann hätte die Denunziation ihr Ziel erreicht.

2-Das neuerdings so gern beschworene „christlich-jüdische Abendland“ entbehrt jeder historischen Realität und taugt nur als politischer Kampfbegriff, mit dem „Islamkritiker“ das Menetekel(„unheilverkündendes Zeichen“) einer Invasion gefährlicher Muslime beschwören. Muslimischer Antisemitismus ist nicht genuin(angeboren), sondern politisch, er wurzelt im jungen arabischen Nationalismus. Auch dieser ist ein Import aus dem Westen.

3-Das Konstrukt einer dem Islam wesenseigenen Judenfeindschaft entstammt dem Bedürfnis, auf ein politisches Ressentiment mit gleichen Mitteln zu reagieren. Der gebotenen Verurteilung von Beleidigung, Hass und Mord oder sonstigen Manifestationen der Judenfeindschaft steht die notwendige Differenzierung nicht im Wege

4-Wenn junge Muslime auf den Straßen deutscher oder Österreich Großstädte antijüdische Parolen grölen, wenn Hassprediger gegen die Existenz Israels wüten, wenn Schüler „Jude“ als Schimpfwort gebrauchen: Gegenüber Antisemitismus, in welcher Form er sich auch äußert, kann es in einem Land keine Toleranz geben, dessen Gesellschaft Lehren aus der Geschichte des Holocaust zu ziehen versucht und die Erinnerung an den Judenmord als Element seiner politischen Kultur versteht

5-Der Rechtsstaat hat Möglichkeiten, Übergriffe zu verhindern und zu ahnden. Noch wichtiger ist Prävention durch Bildung und Aufklärung. Dazu gehört auch der rationale Umgang mit dem Antisemitismus von Muslimen. Selbstgerechtigkeit, die in Flüchtlingen nur Sendboten eines islamischen Ansturms auf Europa sieht, wie die Populisten der „Alternative für Deutschland“ (AfD), die damit den Zulauf Geängstigter bewirken, löst kein Problem, lenkt allenfalls vom Rassismus und der Judenfeindschaft in den eigenen Reihen ab.

6-Fanatiker und Fundamentalisten aller religiösen, politischen oder kulturellen Couleur sind gefährlich, weil sie für rationale Argumente und differenzierte Weltsicht unerreichbar und damit für vernünftige Konfliktlösungen unzugänglich bleiben. Das gilt nicht nur für Muslime, die Religion zur Rechtfertigung von Gewalt missbrauchen, sondern auch für Aktivisten, die sich mit der Denunziation durch Feindbilder begnügen, die mit dem Konstrukt eines genuin muslimischen Antisemitismus, das heißt einer aus dem Islam theologisch abgeleiteten Judenfeindschaft, Stimmung machen.

7-Tatsächlich ist aber der christliche Antijudaismus leider das Vorbild für muslimischen Antisemitismus. Kirchenväter in der Spätantike erfanden ihn, um den Missionsauftrag des Christentums zu rechtfertigen. Abt Hieronymus von Bethlehem nannte im 4. Jahrhundert die Juden Gottesmörder und setzte damit ein stereotypes Ressentiment in Kraft, das die katholischen Kreuzzüge und die evangelische Wut Martin Luthers überdauerte und in der Volksfrömmigkeit nicht nur der orthodoxen Kirche vital ist.

8-Die Feindschaft von Muslimen gegen Juden ist nicht im Koran begründet wie der Antijudaismus der Christen im Neuen Testament. Der Antisemitismus von Muslimen generiert sich aus politischer Solidarität, richtet sich gegen Israel und äußert sich mit den stereotypen Argumenten und Klischees eines Rassismus, der im 19. Jahrhundert den Antisemitismus hervorbrachte. Dessen Wurzeln findet man in Europa, in Deutschland, Österreich-Ungarn, in Frankreich und Russland.

9-Religiöse Vorbehalte, fixiert in Legenden, Verschwörungsfantasien und Phobien gegenüber dem vermeintlichen Streben der Juden nach Weltherrschaft sowie Neid gegen deren ebenso vermeintlichen Reichtum und Einfluss, waren der Nährboden für die Ideologie des pseudowissenschaftlich aufgemachten „modernen Antisemitismus“, die in der Katastrophe des Judenmords kulminierte.

10-Der aktuelle Antisemitismus von Muslimen beruht auf der Revitalisierung solchen Rassenwahns aus politischem Grund. Die Überzeugungen und die benutzten Argumente, wie die „Protokolle der Weisen von Zion“, kommen aus den Arsenalen der europäischen Judenfeindschaft. Das zu wissen ist die unerlässliche Voraussetzung, muslimischem Judenhass entgegenzutreten. Eine politische Lösung des Nahostkonflikts ist die andere ebenso unerlässliche Prämisse.

11-Die jahrhundertelange Ausgrenzung der Juden durch die christliche Mehrheit des Abendlandes war ausdrücklich mit deren Religion begründet und eifernde Prediger erklärten, dass der Talmud die Juden zu bösem Tun und zum Schaden der Mehrheit verpflichte. (Heute statt Talmud ist Koran gekommen) Neue, nicht weniger ahnungslose und zielstrebige Koranexegeten behaupten nun, die Religion gebiete den Muslimen Schandtaten gegen Ungläubige, wie auch den Hass gegen Juden. Stimmt aber nicht. Das glauben viele gern, weil es entlastet, Schuldige definiert und die eigenen Ressentiments vergessen lässt.

„Christlich-Jüdische Tradition“ als Kampfbegriff

Der Kulturkampfbegriff der „christlich-jüdischen Tradition“ des Abendlandes klingt nüchtern betrachtet und untersucht wie eine Farce die man gerne verwendet! Die römisch-katholische Kirche verwendet es korrekterweise de facto fast nicht aber der niederländischer rechtspopulist Geert Wilders Geerd Wilders immer .Der Kulturkampfbegriff der christlich-jüdischen Tradition des Abendlandes ist nämlich eine Farce die auch Niederwimmer verwendet!

Was sagt der Zentralrat der Juden in Deutschland ?

Bei den Juden in Deutschland herrscht keineswegs die Vorstellung einer christlich-jüdischen Tradition Deutschlands. So kann man auf der Website des Zentralrats der Juden in Deutschland Folgendes lesen: „Historisch gesehen wurde die deutsche Identität nicht nur von der deutschen Sprache und Kultur, sondern auch von der christlichen Religion geprägt. Wer außerhalb dieser Parameter stand, wurde als fremd empfunden, und kaum eine andere Bevölkerungsgruppe erlebte das schmerzvoller als Juden, deren Präsenz auf deutschem Boden seit der Zeitenwende datiert. Das tragische Ende der jüdischen Bestrebungen um Aufnahme ins deutsche Volk ist bekannt. Die Juden sehen Deutschlands kulturelle Wurzeln keineswegs im Judentum. Ihnen sind vielmehr die Verbrechen Deutschlands an den Juden präsent.“

Der Journalist und Publizist Heribert Prantl schreibt in dem Artikel „Missbrauch der Juden durch die Politik“ in der Süddeutschen Zeitung wie folgt: „Beim Reden von der christlich-jüdischen Tradition handelt es sich aber um eine gewaltige Heuchelei. Die deutsche Politik drückt die alte, früher stigmatisierte Minderheit der Juden an die Brust, um die neue Minderheit, die Muslime, zu stigmatisieren. Die Juden werden missbraucht, um die Muslime pauschal als unverträglich zu kennzeichnen. Eingeführt hat diese Unwortkombination wahrscheinlich der blonde Holländer Geert Wilders. In seinen pathetischen Reden betonte er geradezu beschwörend, dass wir Europäer unser christlich-jüdisches Erbe vor der Islamisierung verteidigen müssten.So innig wie heute war die Beziehung zwischen Christen und Juden in Deutschland noch nie. Die neue Innigkeit ist nicht von Theologen und Pastoralklerikern ausgerufen worden, sondern von Politikern. Im Jahr 72 nach der Reichspogromnacht haben sie etwas entdeckt, was es nicht gibt: eine christlich-jüdische Tradition, eine gemeinsame Kultur. Die christlich-jüdische Geschichte besteht vor allem in der Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Juden und in der Verketzerung des Talmud. Und wo es gemeinsame Wurzeln gab, hat die Mehrheitsgesellschaft sie ausgerissen. Wenn Juden anerkannt wurden, dann nach ihrem Übertritt zum Christentum. Und dieses Christentum hat bis in die jüngste Vergangenheit nicht die Gemeinsamkeit der Heiligen Schrift, sondern den Triumph des Neuen über das Alte Testament gepredigt. Zum 72. Jahrestag der Reichspogromnacht wird eine neue Kategorisierung der Minderheiten propagiert (nicht nur von scharfen Islamkritikern wie Geert Wilders und Thilo Sarrazin): in gute und schlechte, in kluge und dumme Minderheiten. Diese Sortierung wird nicht dadurch besser, dass muslimische Milieus oft sehr antisemitisch sind. Weil aber dieser Antisemitismus von der deutschen Mehrheitsgesellschaft lange kaum beachtet wurde, gibt es in jüdischen Gemeinden Sympathien für die gesellschaftliche Ausgrenzung deutscher Muslime.“

Eine Erfindung der europäischen Moderne ?

Es können viele historische Beispiele angeführt werden, die eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland ad absurdum führen. Die jüdische Philosophin Almut Shulamit Bruckstein Coruh kann wie viele andere Juden eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland nicht nachvollziehen. Hierzu meint sie: „Nein, es gab keine jüdisch-christliche Tradition, sie ist eine Erfindung der europäischen Moderne und ein Lieblingskind der traumatisierten Deutschen.“

 

Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht

Aus jüdischer Sicht muss es wie ein Hohn klingen, wenn deutsche Politiker von christlich-jüdischer Tradition sprechen. Der freie Journalist Gerald Beyrodt lehnt die Verbindung christlich-jüdisch ebenso ab: „Sicher teilen Juden und Christen die Zehn Gebote und die hebräische Bibel. Sicher wäre es auch ganz nett, wenn Politiker weniger bedenkenlos von den ‚christlichen Zehn Geboten’ reden würden als in der Vergangenheit. Doch 2000 Jahre jüdische Religionsphilosophie sind in Europa weitgehend unbekannt. Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht. Christen haben ihn jahrhundertelang ignoriert, verfemt und immer wieder verboten. Jüdische Kultur blieb der Mehrheitsgesellschaft verborgen, weil sie nichts davon wissen wollte. Stattdessen hat sie Juden jahrhundertelang mit absurden Vorwürfen belegt: Dass sie Hostien schänden, dass sie christliche Kinder töten und zu Mazze-Broten verarbeiten und an Pessach genüsslich verspeisen.“

 

„Die Scheinheiligkeit ist die Sprache der Korrupten“

Papst Franziskus appellierte  am 4.Juni.2013 an die Christen, keine „sozial korrekte“ Sprache zu gebrauchen.

Papst Franziskus fügt hinzu folgende bewegende Worte„ Dies ist die Sprache der Korruption, die Scheinheiligkeit. Wenn Jesus zu seinen Jüngern spricht, so sagt er zu ihnen: „Eure Sprache sei: Ja, ja! Nein, nein!“. Die Scheinheiligkeit ist keine Sprache der Wahrheit, weil die Wahrheit nie nur für sich steht. Nie! Sie geht immer mit der Liebe einher! Es gibt keine Wahrheit ohne Liebe. Die Liebe ist die erste Wahrheit. Wenn es keine Liebe gibt, gibt es keine Wahrheit. Diese Menschen wollen eine Wahrheit, die sie zum Zweck ihrer eigenen Interessen versklavt haben. Man kann sagen, auch hier gibt es eine Art Liebe: aber es ist eine Liebe zu sich selbst und für sich selbst. Diese narzisstische Vergötterung verführt sie dazu, andere zu betrügen, zu dem Missbrauch des Vertrauens. Denken wird heute gut darüber nach: Was ist unsere Sprache? Sprechen wird in Wahrheit, mit Liebe, oder sprechen wir ein bisschen mit dieser sozial korrekten Sprache, schöne Dinge sagend, die wir aber nicht fühlen? Möge unser Sprechen heilsbringend sein, Brüder und Schwestern! Diese Scheinheiligen, die mit Schmeichelei, Verlockung und all diesem sprechen, enden damit, sich Zeugen zu suchen, um diejenigen, denen sie zuvor noch geschmeichelt haben, zu beschuldigen. Bitten wir heute den Herrn darum, dass unser Sprechen ein einfaches Sprechen sei, das der Kinder, ein Sprechen als Kinder Gottes, ein Sprechen in Wahrheit in Liebe.“

Jesus sagt: „Wer Wichtiges zu sagen hat, der/die soll ein klares Ja oder Nein sagen, mehr nicht. Alles andere ist zu viel bzw. Übel“. 

Ja! Wir müssen noch ehrlicher miteinander umgehen weil die Scheinheiligkeit ist die Sprache der Korrupten.

DI Birol Kilic

Türkischen Kulturgemeinde Österreich
Obmann

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27 01 2018
By: TKG 0

Türkische Kulturgemeinde: 27.Januar-Erinnerung und Wachsamkeit!

Die Erinnerung darf nicht enden; sie muss auch künftige Generationen unter anderem auch MigratenInnen in Österreich zur Wachsamkeit mahnen.

Wien (OTS) – Heute am 27.Januar gedenken wir-Türkische Kulturgemeinde in Österreich- der Millionen Opfer des Nationalsozialismus. Wir müssen verhindern, dass „alte“ und „neue“ Formen des Antisemitismus und Rassismus alltäglicher Begleiter werden. So sei für uns das Verbrennen von israelischen Flaggen auf den Wiener Straßen nicht hinzunehmen. Egal woher wir stammen. Wir dürfen rassistischer und antisemitischer Hetze und Ausgrenzung keinen Raum geben.Ausgrenzung, Hetze und Vorurteilen müssen wir Aufklärung und Wachsamkeit der Zivilgesellschaft und des Rechtsstaates entgegenstellen. Religionen könnten besondere Akzente für den Frieden setzen – und zwar mit Besinnung auf den Kern aller Religionen zum Schutz der Menschenwürde.

Religiösen Antijudaismus, wie er von der Theologie des traditionellen und politisierten Islams, mit fundamentalistischen und aus dem historischen Zusammenhang gerissenen verfälschten Koran-Interpretationen vertreten wird, lehnen wir strikt ab. Insbesondere verurteilen wir alle unmenschlichen Hadithe späteren Datums, die Verleumdungen gegenüber der Lehre und gegenüber Propheten per se darstellen.

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19 01 2018
By: TKG 0

TKG verbeugt sich vor der großen Österreicherin

„Heimat der großen Töchter und Söhne“ hat eine große Tochter verloren.

Wien (OTS) – Mit tiefer Betroffenheit reagierte Birol Kilic, Obmann der Türkische KULTURgemeinde(TKG) in Österreich, auf das Ableben der Humanistin Ute Bock:

Ute Bocks Name steht für Menschlichkeit. In Ute Bocks Haus in der Zohmanngasse wurde niemand abgewiesen, egal woher er oder sie stammte. Anfang der neunziger Jahre waren es vor allem Kinder aus Gastarbeiterfamilien, unter anderem auch aus der Türkei, die von verschiedenen Institutionen zu Ute Bock geschickt wurden. Vielen Dank Ute Bock. Ihr Mut und Ihr Eintreten für Solidarität in der Gesellschaft macht Sie unvergessen in den Herzen der Menschen. Wir haben als Austrotürken die österreichische Bundeshymne mit folgenden Worten gelernt: Land der Berge, Land am Strome, Land der Äcker, Land der Dome, Land der Hämmer, zukunftsreich! Heimat großer Töchter und Söhne,…. Heute hat unsere neue Heimat Österreich ohne Zweifel eine große Tochter verloren. Türkische KULTURgemeinde Österreich(TKG) verbeugt sich vor der großen Österreicherin Ute Bock.

 

Quelle:

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20140803_OTS0026/tuerkische-kulturgemeinde-tkg-beileidsbekundung-fuer-die-parlamentspraesidentnin-frau-mag-barbara-prammer

Bild: Veren Ute Bock

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22 12 2017
By: TKG 0

TKG: „Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wünscht allen ein frohes Weihnachtsfest und ein friedvolles Neues Jahr 2018!

Wien  – Wir alle sind Menschen mit Heimat und Gesinnung und nicht bloß Namen oder Nummern auf einem Ausweis! Weihnachten ist ein Fest, welches von Gläubigen, weniger religiösen und nicht religiösen Menschen gleichermaßen  gefeiert wird. Kaum jemand kann sich den Festlichkeiten im intimen Familienkreis oder bei Freunden entziehen. Auch nicht alle aber zehntausende Menschen aus der Türkei in Österreich. Wir freuen uns genauso. Weil die besinnliche Stimmung viele Menschen aus der Türkei die Ihre „Neue Heimat“ als Österreich sehen auch sehr berührt und Freude bereitet.

Auch im neuen Jahr wollen wir das Gemeinsame vor das Trennende stellen, nicht nur in religiösen, sondern auch in politischen und alltäglichen Angelegenheiten und Fragestellungen weil die Werte Europas glauben wir sind stärker als Hass und Gewalt.

Die „Urtürken“ und der Tannenbaum- Nardogan Fest immer am 22.12

Die renitente 93-Jährige ist Altertumsforscherin Prof. Dr. Muazzez Ilmiye Çig behauptet sogar die Ursprünge des Weihnachtsbaumes in der zentralasiatischen Steppe ausfindig gemacht haben. Vor langer Zeit, so schreibt sie, laut Spiegel Bericht „huldigten dort die Vorfahren der Türken einem Gott, den sie Ulgen nannten. Dieser Gott trug einen langen Bart und einen langen Mantel, und er wohnte in einem glitzernden Palast im Himmel. Erreichen konnte man den Palast nur über einen gewaltigen Baum, der vom Mittelpunkt der Erde bis hin zu den Sternen ragte. Um Ulgen für die Wintersonnenwende zu danken, richteten ihm die Urtürken jedes Jahr am 23. Dezember ein großes Fest aus. Nun musste Ulgen irgendwie ihre Gebete erhören. Also beschmückten die Menschen einen Baum mit kleinen Schleifen, wobei jede Schleife einen Wunsch symbolisierte. Und dann luden sie ihre Verwandten ein, sangen und tanzten um den Baum. Ein Brauch, den später die Hunnen auf ihren Kampfrössern nach Europa brachten, wo ihn alsbald die Christen übernahmen. Eine interessante Theorie. Deswegen Lametta und Lichterketten überall in Istanbul. In Istanbul lassen sich auch konservative Muslime sogar  von der globalen Weihnachtsstimmung anstecken. Zumal die Festtanne wie oben beschrieben eh eine Erfindung der „Urtürken“  ist, sagt die renitente Altertumsforscherin Muazzez Ilmiye Çig.“
    

 

Frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr!

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

PS: Titelfoto Bauerwilli

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20 12 2017
By: Redaktion 3 0

Das Regierungsprogramm 2017-2022 aus Sicht der Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG)

Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) gratuliert der neuen ÖVP-FPÖ Regierung und Herrn Sebastian Kurz zum Amt des Bundeskanzlers. TKG begrüßt die Differenzierung zwischen Islam und „politisiertem Islam“ und bedauert die undifferenzierte Haltung gegenüber der Republik Türkei.

Wien (OTS) – Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) begrüßt im neuen Regierungsprogramm die Hervorhebung der Loyalität gegenüber „der österreichischen Verfassung, der bürgerlichen Freiheiten sowie der Rechten von Minderheiten.“

Für die TKG bedeutet Rechtsstaatlichkeit, daß die Ausübung staatlicher Macht nur auf der Grundlage der Verfassung, Gewaltenteilung und von formell und materiell verfassungsmäßig erlassenen Gesetzen mit dem Ziel der Gewährleistung von Menschenwürde, Gemeinwohl, Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit zulässig ist. Für uns bedeutet „Zeit für Neues“ besonders diese Werte-Skala nach oben zu ziehen die wir sehr gerne beobachten werden.

Wir begrüßen ebenfalls die Differenzierung zwischen „Islam“ und „Politisiertem Islam“ auf der Seite 39 unter dem Titel „Kampf gegen politischen Islam“ mit dem folgenden Satz: „Dabei wird klar unterschieden zwischen dem politischen Islam mit dem Ziel, unsere Gesellschaft zu unterwandern, und der Religion des Islam“.  Diese wesentlich richtige Analyse sollte man in Zukunft nicht unter den Tisch fallen lassen, sondern immer die Spreu vom Weizen trennen. Die Religionsfreiheit darf auf der anderen Seite von niemanden  nicht dazu missbraucht werden unsere schwer erkämpften demokratische Grundordnung in Österreich auszuhöhlen.

Wir bedauern im Regierungsprogramm die unglückliche Haltung gegenüber der Türkei mit dem folgenden Satz: „Keine Zustimmung zu einem EU-Beitritt der Türkei.  Verbündete zur Erreichung des endgültigen Abbruchs der EU-Beitrittsverhandlungen zu Gunsten eines Europäisch-Türkischen Nachbarschaftskonzeptes werden gesucht“

Österreich-Brückenbauer-Rolle ?

Österreich hat in seiner 500-jähringen Geschichte mit der Türkei mit Höhen und Tiefen eigentlich eine freundschaftliche und immer gegenseitig unterstützende und vertrauliche Brückenbauer-Rolle gehabt. Trotz der vorhandenen Unterschiede bedarf es Stimmen, welche das Gemeinsame vor das Trennende stellen ohne alles gleich zu machen. Wir möchten weiterhin ein starkes neutrales Österreich mitten im Herzen von Europa und ebenso eine starke Türkei, welche wieder auf den Weg der Rechtsstaatlichkeit, Stärkung der Demokratie und in die europäische Wertegemeinschaft zurückfindet. Wir als TKG sehen uns in dieser Vermittlerrolle.   

Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) hat in der Vergangenheit die türkische Regierung bezüglich Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Meinung- und Pressefreiheit in allen Ebenen hart kritisiert. Wir wollen eine demokratische und wirtschaftlich starke Türkei, wo Kriterien der Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und insbesondere Presse-und Meinungsfreiheit gelebt werden. 

Die TKG betont, dass die Türkei mit den Auswüchsen von Terrorismus seit Jahren zu tun hat sowie über 3 Millionen Flüchtlingen Schutz bietet, wobei die EU am meisten bereits davon erfreulicherweise profitiert hat. Gegen der transnationale Terrorismus brauchen wir die Türkei. Wir sollten gegenüber der Türkei, wo die Mehrheit der Menschen säkular und demokratiebewusst leben, fair sein und dies nicht wechselseitig für innenpolitische Ablenkungsmanöver in Zukunft verwenden. Das gleiche wünschen und bitten wir uns von beiden Regierungen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

Foto: © Andy Wenzel / BKA

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11 12 2017
By: TKG 0

„Perfektioniere deine Muttersprache“

VHS: „Perfektioniere deine Muttersprache: Türkisch!“

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Kursnummer 1110 (69 Euro für 10 Unterrichtseinheiten)

Donnerstags ab 11.1.2018 bis 15.2. von 19 bis 21h

VHS Landstraße, Hainburger Straße 29, 1030 Wien

 Folgekurs (Kursnummer 1561, 62,10 Euro für 9 Unterrichtseinheiten)

Türkçe – Perfektioniere deine Muttersprache!

Ana dilinizi ya da ailenizin ana dilini en iyi şekilde anlamak, yazmak, okumak ve konuşmak istemez misiniz? Sizler için yaptığımız bu kurslarımız ile “ana dilinizi“ daha iyi kavramanızı ve kendinizi daha iyi ifade etmenizi sağlayacaksınız.

Freitags ab 16.2.2018 bis 23.3. von 18 bis 19:30h

VHS Landstraße, Hainburger Straße 29, 1030 Wien

 Buchungen sind ab sofort möglich – online via www.vhs.at oder persönlich/telefonisch in der VHS Landstraße: 01/891 74 103 000.

(Foto: (c) VHS )

 

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06 12 2017
By: TKG 0

Buchpräsentation: Kants Wanderung über das Nebelmeer

Kants Wanderung über das Nebelmeer
„Die wahre Entstehungsgeschichte der Kritik der Vernunft im Spiegel der Bilderwelt C.D. Friedrichs“

Buchpräsentation des Neue Welt Verlag  am 5.Dezember 2017 in Palais Eschenbach
mit der Kooperation  des Österreichischen Gewerbevereins und der
Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG)

Eröffnung : Internationaler Preisträger Julij Malakh, Violine
Werke: Johann Sebastian Bach Allemanda und Sarabanda aus Nr.2 in d-Moll.BWV 1004

Neben dem Herausgeber und Verleger DI Birol Kilic und Autor Dr. Gregor Bernhard-Königstein haben folgende Personen am Podium gesprochen.

Frau Kommerzialrat  Margarete Kriz-Zwittkovits- Ehrenpräsidentin Österreichische Gewerbeverein

Herr Dr. Werner Fasslabend -Präsident des Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik / AIES

Herr Otmar Lahodynsky-Präsident der Vereinigung Europäischer Journalisten/ Profil Journalist

Herr Klaus Prömpers-ZDF Ex Südosteuropa Chef

Efgani Dönmez, PMM. Abgeordneter zum Nationalrat; Österreichische Volkspartei

 

 

 

 

 

 

 

 

Kants Wanderung über das Nebelmeer

Die wahre Entstehungsgeschichte der Kritik der Vernunft
im Spiegel der Bilderwelt C.D. Friedrichs

Eine poetisch-humorvolle Einführung in das kritische Werk Kants und in die daraus resultierende, verzweifelte Gottessuche des Königsberger Philosophen, die uns nicht den nüchternen, sondern einen neuen romantisch-mystischen Kant zeigt.

Zugleich schlägt der Autor eine naturphilosophische Neupositionierung Kants vor:  der Leser begleitet den Spaziergänger Kant auf seinen eigentlichen Wanderungen, den metaphysischen – optisch unterstützt durch den norddeutschen Künstler Caspar David Friedrich – zu Kants gleichlautenden erhabenen Naturmetaphern, dem „Nebelmeer“ und dem „bestirnten Himmel über ihn“, um letztlich dahinter die „Dinge an sich“ zu entdecken, die übersinnlich in einem Reich natürlicher und moralischer Zwecke zueinanderstimmen.

Dass Kant den physikotheologischen Gottesbeweis eigentlich nicht widerlegen will, sondern ihm ein neues moralisches, ewig gültiges Fundament gibt, kann der Autor hier erstmals biographisch schlüssig mit der psychologischen Entwicklung von Kants Denken und Fühlen belegen. Damit wird der oft „säkularisierte“, aber hier neu gelesene Kant zur möglichen Basis des „Intelligent Design“, sowie zur ermutigenden Orientierungshilfe für den Gottsuchenden heute, gerade wo die Religionsfreiheit durch das Sittenbild des Islam wieder in Diskussion steht, die für den Verleger auch einen großen Stellenwert hat. Den Abschluss bildet eine für den Ethikunterricht geeignete, erste deutschsprachige Kantballade.

Einer der frühesten Kantforscher, Karl Rosenkranz (1805 – 1875), der mehrmals Rektor der Königsberger Universität war, schrieb einmal: „Daß Kant hier das Licht der reinen Vernunft anzündete, erkläre ich mir so, wie die Holländer auch die besten Landschaftsmaler wurden. Im Dunkel sucht man nach Licht.“

Dieser „Gedanke des Behauptungswillens“ gegen die unwirtlichen Kräfte des nebeligen Wetters in nördlicher Breiten, der sich durch viele Metaphern Immanuel Kants zieht und sich durch seine physikotheologische Würdigung der Erhabenheit der Natur bestätigt, ist in diesem vorliegenden Essay über den metaphysischen Spaziergänger Kant konsequent durchgeführt. Nur wird hier nicht die realistische Landschaftsmalerei der Holländer, etwa eines Jakob van Ruisdael – immerhin als qualifizierte Natur – herangezogen, sondern die idealistische Bilderwelt von Kants näherem Zeit- und Ortsgenossen Caspar David Friedrich. Das Motiv des „Wanderers über dem Nebelmeer“ wurde schon von Lovis Corinth mit Kant als Spaziergänger über Königsberg nachgeahmt.

Es handelt sich also bei unserer Nebelwanderung um ein Opus, das darauf wartete, einmal geschrieben zu werden, und mich durch die seltene Studienfächerkombination aus Philosophie und Kunstgeschichte erst finden musste.

Selbst wenn Kant als junger Professor der Geographie, auch um viele Hörer zu bekommen, mit Vorliebe über populäre Themen referierte, wie: „Ob die Westwinde in unseren Gegenden darum feucht seien, weil sie über ein großes Meer streichen“, erweckte die Liebe zur Natur und ihrer Reflexion eigentlich schon Kants, leider früh in der Adoleszenz verstorbene, pietistisch gesinnte Mutter, die ihm nach seinem Selbstzeugnis, nicht nur den „ersten Keim des Guten“ in ihm legte, sondern auch das „Herz für die Eindrücke der Natur öffnete“ und – in dieser Reihenfolge – seine „Begriffe erweckte und erweiterte“.

Die meisten Kantbiographien und Erläuterungen seiner kritischen Lehre konzentrieren sich auf den ersten analytisch-logischen Teil der „Kritik der reinen Vernunft“, und viele (erste) Kantleser haben große Schwierigkeiten mit dem „a priori“. – Ja, wie sollen transzendentale Erkenntnisse ohne empirisches Bewusstsein – kein Mensch fällt vom Himmel – möglich sein. Dieser chronologische Mangel der Ausklammerung der Kindheit oder des Erwachsenwerdens wird, wie kaum gewusst, von Kant selbst in der kritischen Phase in seiner „Orientierungsschrift“ noch einmal umgedreht. Da geht er vom „a posteriori“ aus, und er reduziert die Empirie schrittweise, um zur transzendentalen Vernunft vorzustoßen, mit der er sich nochmals mit der „Kritik der praktischen Vernunft“ und der „Kritik der Urteilskraft“ auf dieselbe dialektische Reise des zweiten Teiles der „Kritik der Vernunft“ begibt. Und ab da gelingt es ihm als Teil der Vernunft oder des Ichs etwas mitzunehmen, worauf er zuvor noch verzichten musste, auf die Welt der Gefühle, die am Beginn all seiner Denkprozesse in der vorkritischen Phase stehen und sich erst in Begriffe „auswickeln“ mussten und müssen.

So wollen wir in dieser metaphysisch-ästhetischen Schrift insbesondere ermessen, welche Rolle das Gefühl der Erhabenheit der Natur, die Caspar David Friedrich – ganz gewiss als Kantianer – mit metrologischer Qualität dargestellt hat, für Kants Transzendental- und Moralphilosophie spielte, und wir stoßen tatsächlich auf eine bisher nicht genügend beachtete Stelle in einer Frühschrift Kants, die man religionspsychologisch nur als mystisches Erweckungserlebnis bezeichnen kann. Dass Kant, nachdem er die Endlichkeit des Denkens bewiesen hatte, und damit den Materialismus zugleich mit einer schon verfallenen Scholastik entsorgte, und damit im Stile des Humanismus Ciceros wieder für den Glauben Platz schuf, nicht im luftleeren Raum agiert, denn an der platonischen Ideenwelt konnte er nicht mehr hochklettern, ist nicht allein seinem mutigen umfassenden Dogma der Freiheit zu verdanken, sondern eben auch seiner späteren Zuneigung zur Physikotheologie, die mehr als eine regulative Idee (oder des regulativen Gebrauches einer transzendentalen) auch seine „Dinge an sich“ als verbleibenden realen Rest in einem „Reich der Zwecke“ miteinander verbindet. Sei dieses nur, wie im „Opus postumum“, eine erste „Vorahnung“ der Quantenwelt, ein „hinreichender Beweis für eine verständige Weltursache“ oder – der Antinomie der Gerechtigkeit folgend – postuliertes himmlisches Jerusalem, jedes Zeitalter hat seine eigene Sprache und sein Wissen Kant neu und anders zu lesen.

Kants Religion der „inneren Moral“ oder des Gewissensgesetzes bietet aber – ähnlich wie dem Theologiestudium seit den Anfängen der Wissenschaft eine Artistenfakultät vorgereiht ist – auch den Laien heute einen humanistischen Minimalkonsens, der allen Gläubigen, egal welcher Religion, zur dauernden Erhaltung des Weltfriedens, wie auch eines jeden inneren Friedens, dringlich zur Kenntnis gebracht werden sollte.

Neue Welt Verlag

Kants Wanderung über das Nebelmeer
978-3-9503981-9-9
Deutschland: 9,90EUR (DE), Reduzierter Satz, Gebundener Ladenpreis inklusive Steuer
Österreich: 9,90EUR (AT), Reduzierter Satz, Gebundener Ladenpreis inklusive Steuer
Schweiz: 9,90CHF, Reduzierter Satz, UVP

Der Autor ist Dr. Gregor Bernhart-Königstein und
Verleger DI Birol Kilic.

Forschungen zu Orient und Okzident
herausgegeben  von Birol Kilic

 

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28 11 2017
By: TKG 0

2017: Auslandspresse-Verband wählte neuen Vorstand

Präsident Siebenhaar: Zugehen auf nächste Regierung. TKG Obmann und Verleger Kilic wurde wieder in den neue Vorstand gewählt.


WIEN. 
Laut APAT hofft der Verband der Auslandspresse in Wien , die traditionell guten Beziehungen zu den österreichischen Behörden und Medien unter der künftigen Bundesregierung fortsetzen und ausbauen zu können. Das betonte Präsident Hans-Peter Siebenhaar am Montagabend vor der Generalversammlung der seit 1945 bestehenden Vereinigung, die gegenwärtig 103 Vertreter von 87 Medien aus 31 Ländern umfasst.

Siebenhaar, Korrespondent der deutschen Wirtschafts- und Finanzzeitung „Handelsblatt“ (Düsseldorf), wurde einstimmig für eine zweijährige Funktionsperiode wiedergewählt; ihm stehen als Vizepräsidentin Meret Baumann („Neue Zürcher Zeitung“) sowie als Generalsekretärin Tzvetana Delibaltova-Tomova von der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA zur Seite.

Weitere Mitglieder des einhellig bestätigten neuen Vorstands sind Mungunchimeg Bathmunkh (Mongolisches Fernsehen, Ulan Bator), Igor Belov (Radio „Voice of Russia“, Moskau), Ahmed Hamed (Palästinensische Nachrichtenagentur WAFA), Claudia Hauboldt (Mitteldeutscher Rundfunk MDR-Radio, Dresden), Philipp Jenne (Associated Press/AP, New York), Birol Kilic („Yeni Vatan Gazetesi“, Wien) und Klaus Prömpers (Deutsche Welle-Fernsehen, Berlin). Zu Rechnungsprüfern wurden Andrea Beer (ARD-Hörfunk, München) und Sendra Posa-Gjurin (Kroatische Nachrichtenagentur HINA) bestellt. Die Geschäftsführung liegt weiterhin in den Händen von Dimitris Dimitrakoudis (Griechische Nachrichtenagentur ANA).

Die Ehrenmitgliedschaft des Verbandes wurde dem ehemaligen langjährigen APA-Redakteur Emanuel Ringhoffer verliehen.

Unter dem Titel „Die neue Welt(un)ordnung – Auswege aus der Überforderung der Eliten“ steht der am Donnerstag beginnende diesjährige Europäische Mediengipfel in Lech am Arlberg, den die Auslandspresse mitbegründet hat und mitveranstaltet. Zum Teilnehmerkreis des dreitägigen Forums gehören u.a. der geschäftsführende Vorstand der APA, Clemens Pig, Medienmanager Gerhard Zeiler, Ex-EU-Kommissar Franz Fischler, Harvard-Professor David Kennedy, Verhaltensökonom Gerhard Fehr und „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt. ( Quelle: APA)

 

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16 11 2017
By: TKG 0

Gantnerundenzi ohne Worte

Neue Kampagne der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser startet in Print, Kino und auf Youtube. Als Partner der  Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser – AÖF unterstützt auch Türkische KULTURGEmeinde in Österreich(TKG) die  Kampagne.

Wien. Mit einer Kampagne „ohne Worte“ machen die Kontakterlosen aus der Gonzagagasse auf die Sprachlosigkeit der Opfer bei Gewalt gegen Frauen und Kinder aufmerksam. Stattdessen werden typische „Ausreden“ der Opfer in Form von Untertiteln eingeblendet, um deren Scham und falschen Schuldgefühle zu dramatisieren. Zugleich wird auf die anonyme 24-Stunden-Hilfe durch die Frauenhelpline gegen Gewalt unter der kostenlosen Nummer 0800/222 555 aufmerksam gemacht.

Für die Filmproduktion zeichnet sich skop unter der Regie von Maria Otter verantwortlich. Das Sounddesign übernahm der Diagonale-Preisträger Gerhard Daurer.

Den Auftakt machen ab 17. November 30 Kinos in ganz Österreich, gefolgt von TV, Youtube und Printanzeigen.

Für Youtube wurden die Einblendungen neben Deutsch in 9 weitere Sprachen übersetzt. „Wir wollen mit dieser Kampagne auch Menschen erreichen, die eine andere Muttersprache haben. Dass uns gantnerundenzi mit ihrer innovativen Idee der Untertitel diese Möglichkeit bieten, freut mich besonders.“ zeigt sich Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser, von der Kampagne überzeugt.

Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) ist neben den Herzkindern die zweite Non-Profit-Organisation, die von gantnerundenzi betreut wird.

Link zum Spot:

https://vimeo.com/236764155

Auftraggeber: Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser – AÖF

Agentur: gantnerundenzi Werbeagentur, Filmproduktion: skop, Regie: Maria Otter, DOP: Alex Püringer, Ton: Gerhard Daurer, Foto: Klaus Vyhnalek

 

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09 11 2017
By: TKG 0

TKG -Gedenktag : 9.November- „Light of Hope“

Heute gedenken wir  als Türkische KULTURgemeinde auch den Opfern der Novemberpogrome.

Allein in Österreich wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 insgesamt 30 Juden getötet, 7.800 wurden verhaftet und rund 4.000 ins KZ Dachau deportiert.  Alle Synagogen wurden verwüstet, die allermeisten komplett niedergebrannt. Auch die Türkische Tempel in der Zirkusgasse 22 in Wien.

In der Zirkusgasse 22 befand sich bis 1938 der Hauptsitz der sephardisch-türkischen Gemeinde in Wien. 1885 bis 1887 ließ diese an der Stelle eine Synagoge errichten. Sie wurde während der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört.

Heute Abend erinnert die jüdische Jugend Wiens, gemeinsam mit Studierenden der Uni Wien, beim Fackelzug „Light Of Hope“ an die Ereignisse vor 79 Jahren. Um 18 Uhr geht es  beim Stadttempel los, über das Juridicum führt der Weg zur Schlusskundgebung am Judenplatz.

Die Türkische KULTURgemeinde mit  dem Vorstand wird auch dabei sein.

Informationen:

DIE GESCHICHTE DER TÜRKISCHEN JUDEN

http://www.turkischegemeinde.at/die-geschichte-der-tuerkischen-juden/

 

DIE WIENER TÜRKISCH-ISRAEILITISCHE GEMEINDE UND SYNAGOGE
http://www.turkischegemeinde.at/die-wiener-tuerkisch-israeilitische-gemeinde-und-synagoge/

 

https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkischer_Tempel

 

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26 10 2017
By: TKG 0

TKG: „Es lebe die Republik Österreich!“

Nach dem 26. Oktober 1955 konnte Österreich auch darangehen ein Instrument aufzubauen, das die Aufgabe hatte, die neu erreichten
Werte Frieden, Freiheit, Rechtsstaat, Gewaltenteilung und Unabhängigkeit zu schützen und souveränes Österreich zu verteidigen.

Deswegen ist die Nationalfeiertag Tag des Friedens.

Alles Gute zum Nationalfeiertag.

Demokratie bedeutet vom Volk gewählte Regierung und Republik dem Gemeinwohl dienende Politik.

Es lebe die Republik Österreich!

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

 

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04 10 2017
By: TKG 0

TKG: Wahlen 2017 – Wir gehen wählen!

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) ruft alle Bürger und Bürgerinnen aus der Türkei auf am 15. Oktober 2017 unbedingt wählen zu gehen. TKG ruft auch in Österreich ausnahmslos dazu auf in allen Parteien jetzt und auch in Zukunft politisches Engagement aufzunehmen.

Es leben in Österreich ca. 300.000 Menschen aus der Türkei, die seit über 50 Jahren Österreich in allen Bereichen mit aufbauen durften, deswegen sehen viele liberale Menschen aus der Türkei besonders die freiheitliche demokratische Grundordnung als ihre  neue Heimat an und möchten für die Zukunft des Landes sehr wichtige Wahlen mitentscheiden.

TKG ist gegen jegliche Einmischung aus dem Ausland, sei es Pro oder Kontra, für die Wahlempfehlungen zu egal welcher Partei. Die Austro-Türken sind nicht mit einem Gängelband aus der Türkei zu führen. Türkische Kulturgemeinde hat sich seit seiner Gründung als eine Summe von wehrhaften Demokraten für eine säkulare, rechtsstaatliche und freiheitliche Grundordnung ausgesprochen.

Die gewählte Seite ist Vernunft, Verstand und Anstand bezogene Haltung um selbständig zu entscheiden welche Partei man in Österreich wählt, ohne Beeinflussung von Inland oder Ausland. Der 15. Oktober wird für Österreich ein Wendepunkt in der Geschichte, weil in Europa und der gesamten Welt turbulente Zeiten erwartet werden. Deswegen wird die Türkische Kulturgemeinde in den nächsten Tagen allen Menschen aus der Türkei in zweisprachigen Messages, auch über türkische Medien, berichten um später unbedingt wählen zu gehen.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) sieht die Republik Österreich als ein liberal demokratisches Staatswesen, das auf Werten und Prinzipien beruht, die nicht zur Disposition stehen. Noch wichtiger ist, dass sich die Republik Österreich als eine rechtsstaatliche und auf Gewaltenteilung sehr bedachte Kultur nach dem 2. Weltkrieg entwickelt hat und infolge dessen ist diese identitätsbildende Prägung Österreichs und seine Rechtsordnung zu respektieren, egal woher man stammt.

Sie bietet nicht nur für Menschen aus der Türkei, sondern auch für Menschen unterschiedlichster Herkunft, sowie generell allen in Österreich lebenden Menschen, die Möglichkeit für ein friedliches Zusammenleben in Österreich und einen guten Zusammenhalt der Gesellschaft.

Man redet sehr viel über Integration, deshalb sollte man aber nicht vergessen, dass die Integration ein gesamtgesellschaftlicher Prozess ist und dessen Wirkung von allen in Österreich lebenden Menschen und Parteien abhängt und auf persönliche Interaktionen beruht.

Integration erfordert insbesondere, dass die Zugewanderten besonders an diesen Prozess mitwirken und dafür ist die Nationalratswahl am 15. Oktober ein wichtiger Punkt.

Türkische Kulturgemeinde erwartet auch von allen staatlichen Organisationen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene ihren Beitrag zu einem erfolgreichen Integrationsprozess, durch das systematische anbieten von Integrationsmaßnahmen, zu leisten.

Die größte Aufgabe der neuen Regierung ist in Österreich lebende Menschen egal aus welchen Ländern, welche Nationen oder welche Religionen sie haben, bei ihrer Integration zu unterstützen.

Mit rechtsstaatlichen Mitteln sollten somit Grenzen gegen anti-demokratische, klerikal faschistische und bis jetzt das demokratische System Österreich ausnützende Personen, Institutionen, Vereine und Verbände aufgezeigt werden.

Deswegen bieten die Nationalratswahlen am 15. Oktober eine Gelegenheit durch Teilnahme an den Wahlen nicht nur ein Bürgerrecht als wehrhafte und verfassungspatriotische Demokraten zu nutzen sondern auch seine Pflicht zu tun.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

 

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02 10 2017
By: TKG 0

TKG: Alle von Auslandsparteien direkt oder indirekt abhängige Gebetshäuser schließen!

Herzliches Ja  zu Glauben und Religion in Österreich!
Nein zu exportierten „politisierten Glauben“ und „politisierte Religion“ egal aus welchen Land in der Welt. Die Republik Österreich kann nicht als Selbstbedienungsladen anderer Regierungen bzw. politischer Parteien aus anderen Ländern dienen.

Wien (OTS) – Laut einem aktuellen Forschungsbericht über Wiener Moscheen muss man die Spreu vom Weizen trennen. Laut Medienberichten erfahren wir, dass mehr als ein Drittel der untersuchten 16 Moscheevereine aktiv gegen die Integration der Muslime in die Gesellschaft wirken.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) sieht die Republik Österreich als ein liberal demokratisches Staatswesen, das auf Werten und Prinzipien beruht, die nicht zur Disposition stehen. Noch wichtiger ist, dass sich die Republik Österreich als eine rechtsstaatliche und auf Gewaltenteilung sehr bedachte Kultur nach dem 2. Weltkrieg entwickelt hat und infolge dessen ist diese identitätsbildende Prägung Österreichs und seine Rechtsordnung zu respektieren, egal woher man stammt.

Die Spreu vom Weizen trennen bedeutet für die TKG wie folgt:

Welche Politischen Parteien, Firmen, Staaten und politischen Persönlichkeiten stecken hinter den Moscheevereinen gestern (ab 1980) und heute?

Das ist der springende Punkt.

In Österreich werden seit Jahren unter dem Vorwand NGO-„Non Government Organisation“ (Verein/Verband) Politische Parteien aus dem Ausland als Moscheevereine gegründet, die das österreichischen Vereinsgesetz und das Religionsgesetz seit Jahren missbrauchen und de facto einen Staat im Staat bilden wollen.

Hier haben auch einige politische Parteien bis jetzt große Fehler gemacht, wo man endlich die Spreu vom Weizen trennen muss, aber trotzdem versucht man hier durch Vernebelung und Manipulation (Fake News) die Problematik in die Sackgasse zu schicken bzw. zu hetzen.

Nicht nur das: Die oben genannten politische Parteien aus dem Ausland, die eigentlich de facto Fleisch gewordene Vertreter des „Politischen Islam“ (Politisierter Religion/Glaube) sind, nehmen alle 700.000 Moslems in Geiselhaft, als wären ob Sie die gewählten Vertreter dieser Menschen. Der Glaube ist keine Hautfarbe! Die Moslems und insbesondere Menschen aus der Türkei (300.000 Menschen in Österreich) sind sehr verschieden in Auffassungen wie es auch alle Österreicher sind.

1) Der Weizen ist hier:  Alle Moscheevereine, die für die Integration der Gemeindemitglieder mit der oben beschrieben Auffassung transparent arbeiten, sollten unterstützt werden. Unterstützung bedeutet für uns, dass die Moscheevereine von allen politischen Parteien aus dem Ausland zu 100 befreit werden und als Bildungszentralen für die nächsten 50 Jahre etabliert werden.  Wir brauchen gebildete Menschen. Kein fremder Staat darf sich in die Religionsangelegenheiten in Österreich weder politisch noch gesellschaftlich, finanziell noch parteipolitisch einmischen.

2) Die Spreu ist hier: Diejenigen Moscheevereine aus dem Ausland die der  verlängerte Arm oder 5. Kolonne bzw. Rückzugsgebiete für politische Parteien sind, müssen dringend aufgrund der staatlichen Räson und für das Zusammenleben mit allen Bevölkerungsgruppen ausnahmslos geschlossen werden.

Es kann nicht sein, dass zum Beispiel Parteien in der Türkei, die seit ihrer Gründung (1970) gegen die säkulare Verfassung des Landes gekämpft haben und sogar mehrmals wegen verfassungsfeindlichen Agierens verboten wurden, in Österreich als NGO (Verein/Verband) seit Jahren gegen die demokratische Grundordnung unter dem Vorwand der Religionsfreiheit und der Solidarität in allen Ebenen agieren. Und dabei der Öffentlichkeit das als Integration bzw. Partizipation in der Gesellschaft verkaufen.

Die neue Regierung ab 15. Oktober 2017 sollte dringend über ein neues Gesetz über das Verbot solcher Religionsmissbrauchsvereine (oben beschrieben) in Österreich vorbereiten, öffentlich diskutieren und verabschieden.

Die Republik Österreich kann nicht als Selbstbedienungsladen anderer Regierungen bzw. politischer Parteien aus anderen Ländern dienen.

Gilt für alle Religionsgemeinschaften

Alles was wir hier fordern, sollte auch für alle Religionsgemeinschaften (egal welche Religion) in Österreich gelten, die aus dem Ausland mit genau solchen Methoden arbeiten bzw. arbeiten wollen.

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20171002_OTS0214/tkg-alle-von-auslandsparteien-direkt-oder-indirekt-abhaengige-gebetshaeuser-schliessen

Türkische KULTURgemeinde in Österreich,

Obmann

Dipl.-Ing.Birol Kilic

 

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14 09 2017
By: TKG 0

Gedenken an die Zerstörung der Synagoge der sephardisch-türkischen Gemeinde

Der sogenannte „Türkische Tempel“ in der Zirkusgasse wurde in der Pogromnacht zerstört.

Wien. In der Zirkusgasse 22 befand sich bis 1938 der Hauptsitz der sephardisch-türkischen Gemeinde in Wien. 1885 bis 1887 ließ diese an der Stelle eine Synagoge errichten. Sie wurde während der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, S.E. Botschafter Mehmet Ferden Çarιkçι als Vertreter der Republik Türkei, der Präsident der Israelitischen Kulturgemeinde in Wien, Oskar Deutsch, und der ehemalige Präsident der der türkisch-jüdischen Gemeinde in der Türkei, Silvyo Ovadya, gedachten heute, Mittwoch (13.09.2017) , den Opfern dieses schrecklichen Ereignisses und enthüllten eine neue Gedenktafel an der städtischen Wohnhausanlage.

Gedenken an die Zerstörung der Synagoge der sephardisch-türkischen Gemeinde und Erneuerung der Erinnerungstafel mit u.a. StR Michael Ludwig (2., Zirkusgasse 22)

„Mit den Verbrechen des November 1938 nimmt der systematische Massenmord an sechs Millionen Jüdinnen und Juden ihren Anfang. Mit dem Türkischen Tempel wurden insgesamt 42 Synagogen und Bethäuser zerstört. Jüdische Kinder, Frauen und Männer wurden zutiefst gedemütigt und geschlagen. 27 von ihnen verloren ihr Leben. Halten wir alle die Erinnerung an diese grausame Zeit wach!“, betonte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Er hob in diesem Zusammenhang die aktive Bildungsarbeit der Stadt Wien hervor. Gleichzeitig warnte Ludwig vor weiterhin aktiven rechtsradikalen Gruppen, die fremdenfeindlichen Hass verbreiten.

Stadtrat Ludwig dankte besonders Herrn Dr. Peter Schönthal, der die neue Erinnerungstafel initiierte.

Es ist traurig, zu sehen, dass während die von den österreichischen Juden erbaute Yüksekkaldırım Aschkenasim Synagoge in Istanbul seit über 100 Jahren weiterhin besteht, die türkisch jüdische Synagoge in Wien, genannt ,Türkischer Tempel‘, im Gegensatz dazu, niedergerissen und in den Tiefen der Geschichte begraben wurde. Deswegen ist es besonders wichtig, dass der Geist des türkischen Tempels weiterhin am Leben gehalten wird“, so S.E. Botschafter Mehmet Ferden Çarιkçι.

„In der Bevölkerung ist wohl kaum noch ein Wissen um diese an Kultur so reichen sephardischen Gemeinde vorhanden. Mit einer neuen Gedenktafel wird der Opfer des Novemberpogroms gedacht und gleichzeitig an die Blütezeit der Wiener türkisch-jüdischen Sefardim erinnert“, betonte Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde.  „Ich freue mich sehr, hier an der Gedenkveranstaltung bezüglich der sephardisch-jüdischen Synagoge und Gemeinde in Wien, deren Wurzeln bis in die Zeit des Osmanischen Reiches reichen, teilzunehmen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf Nahebeziehung zwischen der großen Synagoge in Edirne und der sephardischen Synagoge in Wien hinweisen. Wir, die jüdische Gemeinde in der Türkei erfreuen uns, dass wir unsere Gebete und sonstige Veranstaltungen in der Edirne Synagoge, die einer der drei großen Synagogen in Europa ist und der österreichischen Synagoge in Istanbul frei durchführen können“, hielt der ehemalige Präsident der der türkisch-jüdischen Gemeinde in der Türkei, Silvyo Ovadya, fest.

 

Gedenken an die Zerstörung der Synagoge der sephardisch-türkischen Gemeinde und Erneuerung der Erinnerungstafel mit u.a. StR Michael Ludwig (2., Zirkusgasse 22)

 

Der Türkische Tempel

In der Zirkusgasse 22 befand sich bis 1938 der Hauptsitz der sephardisch-türkischen Gemeinde in Wien. 1885 – 1887 ließ diese an der Stelle, an der heute der Gemeindebau steht, eine Synagoge er-richten, den sogenannten Türkischen Tempel. Mit der Planung wurde der Wiener Architekt Hugo Ritter von Wiedenfeld (1852 – 1925) beauftragt. Er hatte sich auf den neo-maurischen Baustil spezialisiert, mit orientalisch geprägten Elementen wie Bögen und Mosaiken.

Ein gefeiertes Kunstwerk

Der Entwurf der Synagoge orientierte sich an der maurischen Architektur, vor allem an der spanischen Alhambra – wohl eine Referenz an die ursprünglich aus Spanien stammenden sephardischen Juden. Der Tempel wurde am 18. September 1887 im Rahmen einer festlichen Zeremonie eingeweiht. An der Straßenfront befand sich ein imposantes Steinportal mit minarettartigen Türmchen, durch das man zunächst einen Vorhof betrat. Dahinter erhob sich die reich verzierte Fassade des Tempels, darüber eine zwölf Meter hohe Kuppel mit sternförmigen Fensteröffnungen. Der achteckige Betraum war in Marmor und Gold gehalten. Insgesamt bot das Gebäude über 600 Gläubigen Platz und war damit die größte türkische Synagoge in Europa. Als einer der prachtvollsten Tempel Mitteleuropas gefeiert, diente sie als Vorbild für viele andere sephardische Tempel.

In Flammen

Die über die Grenzen hinweg gelobte Pracht des Türkischen Tempels in der Zirkusgasse kann man heute nur mehr anhand einiger Schwarzweiß-Fotografien erahnen. Er wurde, wie 41 weitere Synagogen und Bethäuser in Wien, während der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört. Das Grundstück wurde 1952 an die Israelitische Kultusgemeinde restituiert und 1975 von der Stadt Wien erworben. 1985 – 1987, genau hundert Jahre nach dem Bau der Synagoge, errichtete sie hier ein Wohnhaus.  ( Quelle: Büro Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig Magistrat der Stadt Wien)

 

Informationen:

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=1913

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=2011&tx_ttnews%5Btt_news%5D=14126&cHash=de7d94c17d5f3671cb4dde87c49371f4

https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkischer_Tempel

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=2011&tx_ttnews%5Btt_news%5D=10393&cHash=0f0262d6391b1a76e2fab88bb1f73fa5

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14 09 2017
By: Redaktion 3 0

TKG-Aufklärungsversuch: Was ist der Islam und was ist er nicht?

Eine Journalistin äußerte in einer österreichischen Tageszeitung einen Kommentar mit dem Titel „Kritik am Islam: Immunisieren statt Stillhalten“: „Wenn es von Indonesien über den Irak bis hin zu Österreich die verschiedensten Auslegungen gibt, wie Islam zu praktizieren sei, muss doch auch jedem klar sein, dass es in dieser Religion anschlussfähige Elemente gibt, die die Entwicklung eines radikalen Fundamentalismus erst ermöglicht haben. Insofern haben der Islam und die Anschläge von Paris sehr wohl etwas miteinander zu tun“. Publizist Todenhöfer (veröffentlicht 20.01.2015) stellt auf der anderen Seite fest: „Der Westen ist viel grausamer als die muslimische Welt“ Der Terror sei eine „Antwort auf die barbarischen Öl-Kreuzzüge“ des Westens – und der Islamische Staat „Bushs Baby“. Starke Worte!

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) 

Zusammengefasst von DI Birol Kilic

These: Ja zum Islam! Nein zurTheologie des Verachtens inkl. Scharia!

Diese Journalisten-Meinungen, denen wir durchaus Redlichkeit und gute Recherche zusprechen können, spiegeln ein essentielles Problem wieder ob man Sie mag oder nicht?  Der Islam besteht aus vielen Richtungen. Es ist daher aus unserer Sicht falsch, alle Muslime in einen Topf zu werfen. Was du nicht willst das man dir tut…das füg auch keinem anderen zu: z.B Pauschalisierung und Sataniesierung!

Der folgende Artikel soll mehr Licht in das, zum Teil auch inner-islamische, Problem der deutlichen Abgrenzung gegenüber den anderen Richtungen bringen.

Gerade aufgrund der Verunsicherung der Menschen sollten die Muslime offen an Diskussionen teilnehmen und sich nicht scheuen, Informationen über den „koranischen Islam und den mohammedanischen Ethos weiterzugeben. Viele Muslime – und hier beginnt meine interne Kritik – können das nicht, denn sie sind in einem Sumpf aus manipuliertem, mutiertem Glauben, den wir „Theologie der Verachtung“ und „Theologie der Gewalt“ nennen, gefangen, der mit dem koranischen Islam und der mohammedanischen Lehre nichts zu tun hat. Es geht  hier um sachliche, fundiert argumentiere Kritik mit profunden nüchternen Wissensvermittlung und nicht um rüde Anwürfe und pauschale Verunglimpfungen.

 

Was ist der koranische Islam? Ist er der wahre Islam?

Der koranische Islam und die mohammedanische Lehre verlangen zuallererst die Nutzung des Verstandes und fordert zum Lesen („ikra“) auf. Genauso fordert der koranische Islam, dass man sich an die jeweilige Zeit und den Ort der Zivilisation und den menschlichen Errungenschaften anpassen muss. Es ist also geboten, dass der Muslim und die Muslima sich an die Rahmenbedingungen eines Staates oder einer Gesellschaft anpassen sollen.  Gilt auch in Österreich. Das heißt nicht, dass man sich assimilieren soll oder seine religiöses Bekenntnis verbergen muss. Als verbindlich sind die regionalen Gesetze, die Verfassung, die Kultur und die jeweiligen Gegebenheiten zu sehen, die sich im Laufe der Jahrhunderte dort etabliert haben. Hier in Österreich:  Die Österreichische Bundesverfassung. Die Verfassung eines Staates ist als Grundlage des gesamten Rechts und Rahmen seiner Politik von höchster symbolischer wie praktischer Bedeutung.

Es ist uns daher ein Anliegen, die Frage „Was ist der Islam und was ist er nicht?“ aufzufächern und zu klären. Sie werden in diesem Artikel keine Beschönigungen und keinerlei Dialog-Versuche finden. Wir werden auf den Koran, die für uns einzige verbindliche Quelle unseres Glaubens, eingehen. Mit diesen Erläuterungen wollen wir für Aufklärung sorgen.

 

Wir wissen, dass es gewagt und gefährlich ist, die Frage „Was ist der Islam und was ist er nicht?“ öffentlich zu diskutieren. Denn vielen Moslems, die nicht unsere Ansicht vertreten, wird das nicht gefallen. Es wird auch vielen Politikern in Österreich und im Ausland nicht gefallen, da wir sie damit enttarnen.

 

Die Kommentatorin, die wir anfangs erwähnt und zitiert haben (siehe oben) hat hier Recht und Unrecht.

Unrecht hat Sie deswegen, weil sie zwischen dem „koranischen Islam“ und einer später erfundenen, brutalen und faschistischen Theologie keinen Unterschied macht. Man muss, um das Thema zu verstehen, weit in die Geschichte des Islams zurückgehen und dessen theologische und pseudo-theologische Strömungen untersuchen.

Der koranische Islam verabscheut Terror, Scheinheiligkeit und Unmenschlichkeit. Die faschistische Ideologie einer pseudo-islamischen Dogmatik ist dagegen gewaltbereit und gewaltverherrlichend.

 

Dabei ist zu unterscheiden, was der Prophet Mohammed als Prophet geoffenbart hat, nämlich göttliche Eingebungen, die ihm vom Engel Gabriel mitgeteilt wurden, und seinen Taten. Seine Taten wurden nach seinem Tode in den Hadithen zusammengetragen. Wir halten diese Hadithe nicht für zuverlässige Quellen über das Leben Mohammeds. Da es bereits in der Frühzeit über diese Hadithe zu offenen Kämpfen gekommen ist, die einen Aufzeichnungen verbrannt, die anderen mit Gewalt durchgesetzt wurden, endet hier unser Vertrauen in die Zuverlässigkeit solcher Schriften.

 

Ausgehend von den Hadithen baut sich der „falsche Islam“ auf, ein Islam der nicht mehr das Gotteswort an erste Stelle stellt, sondern eben diese Hadithen. Und hier wird es menschlich, hieran knüpfen sich eine (falsche) Scharia und eine (falsche) Fiqh. In einer weiteren Stufe der Pervertierung fußen auf dieser  – eigentlich teuflischen – Lehre die grausamsten pseudo-islamischen Regime und Terrorgruppen von Al Qaida, Boko-Haram und IS.

„Das größte Gut einer Religion liegt in ihrer Theologie, aber ihr größtes Übel kommt ebenfalls aus ihrer Theologie – wenn sie stagniert. Die Angst vor dem Islam ist vollkommen berechtigt. Im Namen dieser Religion werden die schrecklichsten Verbrechen begangen. Im Namen dieser Religion geschieht derzeit eine ungeheure Barbarei. Wenn die Menschen Angst vor dem Islam haben, so ist das völlig normal. Auch wenn ich kein Muslim wäre, würde ich mich fragen, was das für eine Religion ist, auf die sich Verbrecher berufen. Die Tiefe und die geistige Dimension des Koran wurden verschüttet. Stattdessen hat man millimetergenau nachgeäfft, was eine menschliche Person, nämlich der Prophet, getan haben soll.

Man läuft Gefahr, den Islam auf dem Niveau der damaligen Beduinengesellschaft festzuschreiben und ihn für immer im sechsten Jahrhundert nach Christus festzunageln. Die himmlischen Heerscharen sind nur damit beschäftigt, Bekleidungs- und Nahrungsregeln zu erlassen – wie eine himmlische Hausordnung! Wahrhaftig eine platte, ausgetrocknete Vorstellung von der Religion! In der Welt der Moscheen herrscht oft noch die Dummheit, die Unwissenheit. Niemals ein Wort der Selbstkritik. Niemals! Die ganze Welt hat unrecht, und wir ruhen uns auf unserer kleinen Wahrheit aus. Das zeigt eine Denkfaulheit, wie sie typisch ist für das Ende großer Dynastien. Die Intelligenz der Muslime ist in Ketten gelegt.

Es ist deswegen falsch zu behaupten, wer den Islam angreife, greife die Muslime an. Für den Islamforscher liegt die beste Möglichkeit zur Bekämpfung des Terrorismus darin, „die religiösen Texte und archaischen Interpretationen und Diskurse anzugreifen, die immer noch Terrorismus hervorbringen und ihn rechtfertigen“. (Soheib Bencheikh, EX- Großmufti von Marseille, Zur Zeit)

 

Was wir heute in Syrien, im Irak, in Saudi Arabien und vielen anderen Ländern sehen, hat mit dem „wahren Islam“ nichts zu tun. Weil der falsche Islam den wahren Islam nicht aushalten kann, werden die „Ungläubigen“ massenweise umgebracht. Die „Ungläubigen“ sind in diesem Falle dann die Schiiten und Aleviten, die sich nicht einer menschlich konstruierten Pseudo-Religion unterwerfen wollen.

Was heute von den Medien eigentlich kritisiert wird, sind nicht der koranische Islam und der Prophet Mohammed, sondern eine künstliche Ideologie, die Bekenntnis-Merkmale und koranische Worte des Islams, wie z.B. „Allah’ u Ekber“ (arab. allāhu akbar; übersetzt „Gott ist am Größten / ist der Größte“ – Bedeutung hat Ähnlichkeiten mit „Halleluhja“, „Gott preisen, verherrlichen, ausrufen“), missbraucht und gleichzeitig alles, was der koranische Islam ausdrücklich verbietet, praktiziert. Nämlich Intoleranz, Gewalt und die Nichtnutzung des Verstandes und der Vernunft.

 

Das größte Opfer dieser faschistischen Ideologie ist zuerst der koranische Islam und der Prophet Muhammed selbst, der doch die Vielgötterei und die Unmenschlichkeit bekämpft hat. Der Koran ruft zur unbedingten Nutzung des Verstandes und der Vernunft auf und er ermahnt die Menschen warmherzig zu sein. Der Koran erinnert den Menschen daran, sein Vermögen und seine Liebe mit den Nachbarn zu teilen, egal welcher Religion, Sprache oder Nationalität man angehört. Es ist für uns Muslime schmerzlich, wenn dieser Gedanke der Nächstenliebe in der heutigen Wahrnehmung ganz untergeht.

 

Mittlerweile haben wir jetzt eigentlich eine faschistische Theologie, die seit Jahrhunderten auf der Arabischen Halbinsel und in den muslimischen Ländern durch – leider westliche – wirtschaftliche und politische Interessen direkt oder indirekt unterstützt wurde. Es tut natürlich weh, wenn man hier von einer faschistischen Theologie redet, weil viele dieser missbrauchten mohammedanischen Worte gerne mit dem koranischen Islam und Muhammed gleichgesetzt werden. Das geschieht entweder aus Unwissenheit oder mit bösen Absichten. Natürlich ist es schwierig sich Wissen darüber anzueignen – das bedeutet viel Geduld, viel Verstand, Vernunft, lesen, diskutieren und insbesondere sehr viel Leid und Tränen.

 

Auf den falschen Islam beziehen sich der IS, die Taliban und Boko-Haram

 

Wo liegt das Hauptproblem? Das Hauptproblem liegt in der korrumpierten, manipulierten und mutierten Islam-Theologie, die sich auf verfälschte Quellen und traditionelle Islam-Interpretationen stützt. Ihre Wurzeln finden sich in der umayyadischen Kalifen-Dynastie (Höhepunkt im 7. Jahrhundert). Wesentlich hierfür ist der 6. Kalif Yazid I. (reg. 680-683), er war Sohn des ersten Umayyaden-Herrschers Muawiya. Auf diese Strömung beziehen sich die Anhänger des IS (Islamischer Staat) in Syrien und im Irak, die Taliban in Afghanistan (Al Qaida) und die Boko-Haram-Islamisten in Nigeria. Sie gehören der sunnitischen Richtung des Islam an.

 

Eben dieser umayyadische Kalif Yazid I. bin Muawiya hat also, die von dieser Dynastie mitbegründete Theologie der Verachtung, der Gewalt und des Faschismus errichtet, und im Zuge dessen den Prophetenenkel Hussein und seine 72 Familienangehörigen in der Schlacht von Kerbela, die am 10. Oktober 680 beim zentralirakischen Kerbela stattfand, enthauptet. Und dabei handelte es sich um dasselbe grausame Niedermetzeln, das jetzt gerade die IS-Terroristen im Irak und in Syrien wieder durchführen. Yezid war ebenfalls Kalif und hat ebenfalls behauptet den Islam zu vertreten und den Weg des Propheten Muhammed zu verfolgen. Er hat die gesamte Familie des Propheten (zu der er selbst gehörte) bis auf eine Person umgebracht. Sie mussten brutalste Folter erleiden, indem sie beispielsweise tagelang ohne Wasser in der Wüste ausharren mussten. Die Enthauptung erlöste sie von dieser Folter.

 

Nicht nur das – dieser angebliche Kalif, der sich diese faschistische, umayyadische Theologie ab 680 n. Chr. zusammengezimmert hat, hat diese faschistische, umayyadische Lehre der Verachtung in die nächste Generation gebracht. Dies geschah durch das Niederschreiben von Hadithen, die eigentlich Verleumdungen des Propheten sind. Hadithe sind Niederschriften der angeblichen Aussprüche des Propheten Muhammed. Sie legten dem Propheten aber Sätze in den Mund, die beweisen sollten, dass die Umayyaden für das Paradies vorherbestimmt seien. Die Umayyaden-Herrscher ließen nur jene Hadithe zu, die ihnen ins politische Kalkül passten. Die anderen ließen sie verbrennen. Die Hadithe gelten für die sunnitische oder schiitische Mehrheit der Muslime als die wichtigste Schriftquelle neben dem Koran. Es gibt es unüberschaubare Menge an alter und neuer Literatur, die sich mit den Hadithen befasst und diese auslegt. So eine „Theologie“ kann nur Unglück bringen und kann man nur verachten.

 

Ihr wesentliches Merkmal ist nicht das Glück des Menschen, sondern seine Unterdrückung. Diese Lehre des „falschen Islam“ ist tatsächlich mit der Idee einer heutigen Demokratie, einer bürgerlichen und wirtschaftlichen Freiheit inkompatibel. Sie führt zur Theokratie ohne jedes Selbstbestimmungsrecht des Menschen. Das heißt des Mannes, denn Frauen stehen in diesem Weltbild auf der untersten Stufe.

 

So eine Theologie, zum Islam uminterpretiert und feinsäuberlich verpackt, kann, neben Öl, ohne Probleme in alle Welt exportiert werden.

 

Die „Muslimische Welt“, das heißt die mächtigen Oligarchen, die Machthaber, die Despoten und Diktatoren, möchte diese Theologie nicht korrigieren und sich nicht davon distanzieren. Warum auch? Sie hat es sich in ihr gut eingerichtet. Sie möchte sich nicht auf die Seite der Armen schlagen und auf die Seite der Vernunft, des Verstandes und der Wissenschaft. Sie wollen keinen Koran-Islam.

 

Die Islamische Welt leidet in Wirklichkeit unter einem abgöttischen Götzendienst. Nach außen hin wird das Wort „Allah“ verwendet und mit ihren Bärten, Turbanen und ihren schönen Gebetshäusern geben sie sich den Anschein, als ob sie gottesfürchtig wären, obwohl Gott von ihnen nur eines verlangt: Lesen, die Benutzung des Verstandes und der Vernunft, die Anpassung an Zeit und Ort und zu teilen, was man hat. Wenn man nichts zum Teilen hat, dann sollte man zumindest das Wort „Salam“, als Friedenstifter, mit dem Nachbarn teilen.

 

Die Mehrheit der muslimischen Welt bekennt sich zu dieser Verstands-beleidigenden Theologie der Verachtung und Gewalt und sieht sie als ihre wichtigste Säule in der Interpretation des Islams. Durch die verbreitete, muslimische Theologie werden alle guten Werte der eigentlichen Friedensreligion Islam aus ihrer Kern-Botschaft, nämlich, dass die Religion für das Glück der Menschen und zur Verherrlichung Gottes da ist, absichtlich herausgerissen und manipuliert, nämlich insofern, als man behauptet, dass der Mensch für die Religion geschaffen wurde – so wurde und wird der Koran für dynastische, monarchistisch-faschistische Zwecke und in Form eines politisch instrumentalisierten Glaubens vorsätzlich missinterpretiert.

 

Der koranische Islam setzt ethisch und moralisch hohe Tugenden voraus, aus denen die Menschen zeit- und ortsgemäß ihr Leben, sei es innerhalb einer Demokratie, sei es in der Republik, in Frieden leben können. Und nicht umgekehrt, wo der Mensch zum Knecht eines Vielgötterglaubens wird, wo Menschenknochen und Steine als Vermittler zwischen Gott und dem Menschen stehen. Und das ist die Ursache dieses großen Dramas, das die islamische Welt gerade durchleben muss.

 

Das bringt uns zu der Frage, wie es im 21. Jahrhundert zu einer Radikalisierung des sunnitischen Islams kommen konnte. Was ist die Ursache und was war der Auslöser? Wir denken hier an Thesen, die der USA die Schuld geben. Alles Verschwörungstheorien? Tatsächlich geht es bei diesen Thesen immer um Erdöl, um Waffenlieferungen. Dahinter steht ein Vertrag der USA mit Saudi Arabien. Die Saudis liefern brav Öl. Die USA schützt dafür die Saudis, die Saudis kaufen dafür Waffen bei US-amerikanischen Waffenschmieden und lassen NATO-Stützpunkte auf ihrem Territorium zu. Die NATO spielt mit: Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Polen etc. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass Öl in Dollar gehandelt wird. Es handelt sich um eine Win-Win-Situation. Zu Lasten der Bevölkerung – sowohl in den USA und in Europa – als auch zu Lasten der Glaubwürdigkeit der islamischen Lehre von Gerechtigkeit und Nächstenliebe.

 

Es ist klar, dass dieser Deal, der zunächst nur auf einer wirtschaftspolitischen Ebene stattfand, irgendwann eine Gegenbewegung hervorrufen muss. So lange die USA nach Erdöl gieren, wird es nicht zu einer Änderung des Vertrages kommen. Solange wird auch die Spannung zwischen Wirtschaft, Menschen und Religion bestehen bleiben.

 

Tatsache ist, dass die Regierung Bush zur Legitimation des Krieges gegen Saddam Hussein gelogen hat. Bis heute wurde keine einzige Atomaufbereitungsanlage im Irak gefunden. Wieviele weitere Lügen nicht nur den kleinen Mann, sondern auch die mächtigsten Regierungschefs des Westens vorgegaukelt wurden, wird die Geschichte zeigen. Wir können es einmal dabei belassen.

 

Zusammenfassend kann man sagen, dass eine politische Lüge nicht ewig bestand hat, jedes Volk steht irgendwann auf, um die Despoten und Tyrannen abzustreifen. Meistens fließt dann Blut in Strömen. Da die Erdölindustrie mehr Geld hat, kann sie mit Waffengewalt die Aufstände unterdrücken. Wahrscheinlich wird dieses System bis zu letzten Tropfen Rohöl so weitergehen. Wir müssen auch ehrlich sein: Wir sind alle vom Rohöl abhängig. Deshalb das große Schweigen weltweit. Und ein Schuldiger ist schnell gefunden: der Islam, die Islamisten, der islamistische Terror.

 

Dahinter stehen aber Menschen und wir können nun etwas besser verstehen – nicht gutheißen – warum sie vollkommen austicken.

 

Woher kommt diese „islamistische“ Ideologie?

 

Aus den Kerngebieten des Islams im Nahen Osten stammen die Exporteure dieser Theologie der Verachtung und des Grauens. Unterstützt durch westliche korrupte und wirtschaftliche Interessen. Das zeigen Auszüge der Berichte des Publizisten Jürgen Todenhöfer. Todenhöfer besuchte die IS im Irak und sprach mit den Massenmördern: „Der Westen ist viel grausamer als die muslimische Welt“. Der Terror sei eine „Antwort auf die barbarischen Öl-Kreuzzüge“ des Westens – und der Islamische Staat „Bushs Baby“. Todenhöfer, der im Dezember 2014 in die IS-Hochburg Mossul reiste, rechnet mit dem Westen ab – und gibt ihm die Hauptschuld am islamistischen Terror und der Brutalität des „Islamischen Staates“ (IS): „Bundeskanzlerin Merkel hat am Freitag die ‚muslimische Geistlichkeit‘ aufgefordert, endlich das Verhältnis des Islam zur Gewalt zu klären. Aber müsste nicht zuerst der christliche Westen sein Verhältnis zur Gewalt überprüfen?“, fragt Todenhöfer auf seiner Facebook-Seite. „Nicht der Islam ist das Problem, unsere Kriege sind das Problem. Sie sind Terrorzucht-Programme, nicht der Islam.“

 

Todenhöfer vergisst, dass es sich beim IS um eine sunnitische Organisation handelt, es sind sunnitische Freibeuter. Interessant ist hier die Verallgemeinerung auch auf der Seite der IS. Der Westen wird mit Europa und dem Christentum und dieses wiederum mit den Kreuzzügen des Mittelalters gleichgesetzt. In dieser Logik ist es nicht verwunderlich, wenn Christen als Sündenböcke herhalten müssen. Sie werden genauso wie alles, was irgendwie den Westen und eine andere Religion repräsentiert niedergemacht. Das ist die Sprache des Hasses, der Hass regiert.

 

Aber warum bekämpft die IS dann nicht die Saudis und die Sunniten, sondern die Schiiten etc.?

 

Weil die Saudis die Terrorgruppen finanzierten?

 

Die Geister, die sie riefen, werden sie nicht mehr los. Will man sie überhaupt los werden?

 

Kein arabisches Land habe in den vergangenen 200 Jahren den Westen überfallen, doch der Westen „fiel unzählige Male mordend in die muslimische Welt ein“: „Bin Ladens Al Qaida tötete im Westen fast 3.500 Menschen. Doch Bush Junior tötete allein im Irakkrieg über 500.000 Iraker,“ zitiert Todenhöfer einen deutschen IS-Kämpfer. Diese Zahlen zeigten, dass der Westen „seit Jahrhunderten viel grausamer als die muslimische Welt“ sei. Deshalb müsse der Westen und „nicht der Islam sein Verhältnis zur Gewalt klären“.

 

„Konvertieren, Schutzgeld zahlen oder durch das Schwert umkommen.“ (ein IS-Kämpfer)

 

An dieser Stelle müssen wir betonen, dass wir nicht allen Aussagen des Publizisten Todenhöfer komplett zustimmen, jedoch bietet er einige interessante Denkanstöße und Fakten, die wir, als Bürger einer offenen Gesellschaft, in Betracht ziehen müssen und kritisch betrachten wollen.

 

Wie sind solche Verirrungen des Glaubens möglich?

 

Wo doch Gott durch den Koran mehrmals den Menschen um die Benutzung des Verstandes anruft und die Nichtverwendung des Verstandes und der Vernunft mit seinem Zorn bestraft, indem er es mit Bösem vergilt. Ebenso soll sich der Mensch nicht „wie Vieh“ verhalten, sondern – ganz im Gegenteil – als direkt mit Gott verbundene Person, nämlich ohne jegliche Zwischeninstanz zu Gott, ein gottgefälliges Leben führen.

 

Auch darf der Mensch unter keinen Umständen andere Menschen im Namen Gottes betrügen. Er soll auch nicht in Gebetshäusern übertrieben fromm oder inszeniert beten, als ob er sehr gläubig oder gar von Gott erwählt sei, und im nächsten Augenblick draußen die Gemeinde und die Menschen ausbeuten oder ihre Menschenrechte verletzen. Eben diese Menschen benennt Gott im Koran als „Teufelsdiener“. Solche Teufelsdiener und staatliche Teufelsanbetungen sehen wir leider in vielen islamischen Ländern: Auspeitschungen, Köpfungen, Verstümmelungen – von Rechtswegen.

Aussagen werden vernebelt, verdunkelt oder aus dem Kontext gerissen, falsch übersetzt, falsch interpretiert oder für eigene Zwecke missbraucht und an die Öffentlichkeit gebracht.

Eben diese Theologie von Verachtung und Gewalt hat je nach Gutdünken den Namen Mohammeds dazu missbraucht, für die umayyadische Dynastie Lehrmeinungen zu formulieren, die ihre politischen bzw. wirtschaftlichen Interessen verteidigt. An die Stelle der Umayyaden sind heute moderne Herrscher getreten. Sie brauchen sich nicht mehr selbst die Hände schmutzig zu machen, sondern können mit ihren Petrodollars ganze Armeen von Gotteskriegern und Muftis finanzieren.
Derartige Tätigkeiten sind eigentlich Verleumdungen und Beleidigungen gegenüber dem Propheten. Diese Hadith-Bücher, die heute neben dem Heiligen Buch Koran als verbindliche islamische Theologie angesehen werden, sind der Kern des Problems aller Muslime weltweit. Denn es handelt sich um eine Theologie der Verachtung und Gewalt und führt zu einer faschistischen Ideologie. Der Glauben wird für den eigenen Machtanspruch instrumentalisiert.

 

Der Westen spielt mit

 

Solange die Muslime sich von dieser umayyadischen Theologie und den menschenverachtenden Hadithen nicht klar distanzieren, wird dieses Gedankengut den westlichen Interessenspartnern in der nächsten Zeit sehr in die Hände spielen, je nach Gebrauch, je nach Kriegsgebiet.

In den Laboratorien, die man „Religionsschule“ nennt, wird diese Ideologie aus der Schublade genommen und schon produzieren Frankensteins Terroristen neue Anhänger mit dem Slogan „Allah’ u Ekber“ (Gott ist der Größte / einzigartig) und den Suren 17, Vers 111 und 74, Vers 3 (Bedeutung ähnlich wie „halleluja“: Gott preisen, verherrlichen, ausrufen). „Allahu Ekber, Allahu Ekber, Lâ İlâhe İllallah“  (Kalima Tewhid). Die Bedeutung dieses Lobpreises ist sehr einfach: „Gott ist der Größte, Gott ist der Größte! Es gibt keinen Gott, außer den einen einzigen Gott.“ Was hat dazu geführt, dass diese heiligen und friedlichen Worte als Slogan für Terrorzwecke missbraucht und damit alle Moslems unter Generalverdacht gestellt werden? Welches große Spiel steckt hier dahinter?

Diese Menschen (seien es Terroristen, Verbrecher oder Meuchelmörder) haben mit dem wahren Islam des Koran und des Propheten Mohammed nichts zu tun. Sie sind die größten Feinde der Menschheit und jedes wahren Moslems. Gott ist barmherzig! Die Muslime müssen nach dem Koranischen Islam an den Gott von Adam, Noah, Abraham, Moses, David, Salomon und Jesus (Friede sei mit ihnen) hundertprozentig glauben.

 

Die teuflische Strategie: Manipulieren, verdunkeln und vertuschen

 

Die Verwässerung, Nicht-Distanzierung und Nicht-Aufklärung, besonders der sunnitisch-islamischen Welt, gründet darin, dass sie aus dieser Schule über den Islam gelernt haben.

Man sollte daher nicht den Koran oder den Propheten per se angreifen, sondern zunächst die Spreu vom Weizen trennen.

Denn die Kinder der Theologie des Verachtens sind Ziel dieser Kritik. Sie meinen, im Namen aller Muslime sprechen zu können, wobei diejenigen, die sich damit tatsächlich auskennen, gegen diese Theologie der Verachtung und Gewalt, dieser „Kultur des Todes“ (Johannes Paul II.) stellen und den wahren Islam aus den koranischen Texten ziehen, ohne Verse aus dem Kontext zu reißen. Dabei ist es wichtig, die Verse zeit- und ortsgemäß zu interpretieren. Resultat ist, dass die Verfechter des wahren Islam ebenfalls von ihren vermeintlichen Glaubensbrüdern bedroht werden. Auch der Schreiber dieses Artikels.

 

Wer anderer Meinung ist, wird angegriffen und runtergemacht

 

Wir müssen hier aufstehen, wir müssen hier Einspruch erheben! Es kann nicht sein, dass die westlichen Länder einerseits die faschistisch-oligarchischen Regierungen im Nahen Osten auf inzestuöse Weise seit Jahrhunderten unterstützen und auf der anderen Seite uns wahre Muslime über Demokratie und Menschenrechte belehren wollen, sozusagen als Feuerlöscher, obwohl sie eigentlich bei dieser Brandstiftung die wichtigsten Akteure sind.

 

Glaube ist Verantwortung

 

Apologetik mit Herz und Hirn – Aufklärung gegenüber der Aufnahmegesellschaft – Verantwortung gegenüber den Menschen

Und nichtsdestoweniger, vielmehr infolgedessen, möchten wir als säkulare Moslems mit diesem apologetischen Aufsatz mit Verstand, Vernunft, Herz, mit Aufrichtigkeit und ohne Scheinheiligkeit nach unserer Meinung und Auffassung über unseren Glauben und den Koran Aufklärung leisten. Aufklärung gegenüber der Aufnahmegesellschaft, gegenüber der wir uns als säkulare Verfassungs-Patrioten verantwortlich fühlen.

 

Wir fühlen uns auch verantwortlich für unsere Jugendlichen, die in Österreich ihr Lebenszentrum haben und aus muslimischen Familien stammen.
Wir möchten mit unseren Fragen und Antworten (s.u.) diese Krankheitsursache, die wir „Theologie des Verachtens, Theologie des Faschismus und Theologie der Gewalt“ nennen, diagnostizieren und beim Namen nennen, damit wir auch als überzeugte säkulare Muslime unsere Verantwortung gegenüber der Menschheit erfüllen können.

 

Offene Kritik muss möglich sein

 

Wir haben ein großes Problem in Österreich, nämlich, dass die konservativen Muslime hier einen sehr verantwortungslosen Weg eingeschlagen haben, wenn sie durch Vernebelung, Verdunkelung und durch dauerndes Beleidigtsein die Wahrheit nicht sehen wollen und nicht bereit sind, eine offene Kritik über ihre dramatische Lage auszudiskutieren. Eine Lage, die nicht nur für die muslimische Welt ein Problem geworden ist, sondern für die Menschheit insgesamt. Offenbar fühlen sich die konservativen Muslimen so sicher, dass sie jede Kritik getrost übergehen können.

 

Wir möchten eines hervorheben: Das Problem ist nicht der Koran und der darin enthaltene Islam oder der wahre Mohammed, sondern diejenigen konservativen Muslime, die diesen Glauben manipuliert und verfälscht haben und somit zur Schande der Menschheit geworden sind.

 

Auch die konservativen Moslems, die gerade als Funktionäre dubioser Vereine quasi alle Moslems in Österreich zu vertreten vorgeben und auf der anderen Seite unter dem Vorwand „Dialog“ das Unwissen und die Vorurteile vieler Medien, Wähler und Politiker ausnützen, mögen sich hier angesprochen fühlen!

 

Aufklärung tut Not! Besonders bei den Regierungsparteien

 

Eine echte Aufklärung findet nicht statt und bei der geringsten Kritik spielt man die beleidigte Leberwurst und attackiert den Gesprächspartner, schreibt ihnen böse E-Mails oder überhäuft sie mit Klagen. Zudem wird mit dubiosen Gruppen kooperiert, um die kritischen säkularen Moslems als „nicht echte Moslems“ darzustellen.

 

Die Regierungsparteien der westlichen Länder haben leider genau jene Personen und Gruppen („politischer Islam“) salonfähig gemacht, die ihre Kultur und Ideologie eben aus diesem „verfälschten Islam“ beziehen. Es wird medial alles verdunkelt und vernebelt, damit niemand mehr die Unterschiede zwischen „Glauben“ und „politischem Glauben“ erkennen kann.

 

Es wird pauschal gegen einen „Glauben“ geschimpft und die Retter sind dann die Brandstifter, die sich bis jetzt schön verpackt als Feuerlöscher verkauft haben. Überall sieht man Sie als „Retter“ oder „Brückenbauer“. Das Fernsehen und die Zeitungen sind voll von „Islam- und Terrorexperten“ oder „Gewalt-Experten“ und niemand kritisiert diese Leute und fragt sie, wie sie es schaffen, Islam und Terror gleichsetzen zu können! Weil sich die Journalisten auch nicht mehr auskennen. Wie auch, bei der Flut von Falschinformationen, die den Medienmarkt überschwemmen! Um sich zu informieren, braucht man vor allem Zeit und einen breiten Horizont. Beides ist Mangelware in einer linksliberalen Medienbranche.

 

So wird es gemacht und diese konservativen Funktionäre klären nicht auf, sondern leben davon und das in einer unheiligen „Win-Win-Situation“. Um was für ein Dilemma handelt es sich bei eben diesen teuflischen Pseudo-Brückenbauern, die eigentlich seit Jahren alle Brücken in Österreich zerschlagen haben? Es ist eine teuflische, unheilige Allianz!

 

Zusammenhang zwischen Islam und Terroranschlägen?

 

Folglich hat die Kommentatorin unserer Meinung nach Recht, wenn Sie folgende Sätze doch auch an die Muslime in Österreich richtet: „Dennoch scheinen zumindest im medialen Diskurs jene Stimmen die Oberhand zu haben, die versuchen, jenen Zusammenhang zwischen Islam und Terroranschlägen in Abrede zu stellen“. 

Wir müssen hier eben einfach zwischen einer sehr friedlichen Religion, dem „koranischer Islam“, kurz „wahrer Islam“, und dem „verfälschten Islam“ unterscheiden.

 

Diagnose: Faschistische Theologie und nicht der wahre Islam aus dem Koran

 

Wahrer Islam kennt keine Terroranschläge

 

Eine sehr schwierige Aufgabe ist daher die Aufklärung, um die Spreu (namentlich den „verfälschten Islam“) vom Weizen (dem „wahren Islam“) trennen zu können. 

Also den „wahren Islam“, der auf Friede, Wohlbefinden und Nächstenliebe beruht, von dem „verfälschten, traditionalistischen Islam“.

 

Der verfälschte Islam, auf den sich auch alle terroristischen Gruppen berufen, hat seine Wurzeln in der umayyadischen Dynastie, die ihren Höhepunkt mit dem 6. Kalifen Yazid I. ibn Muawiya (reg. 680-683) feierte. Mit dieser Herrscherdynastie ist der ursprüngliche Islam bereits sehr früh korrumpiert und verfälscht worden.

 

Werfen wir einen Blick auf die heutige Situation

 

Wir haben es heute mit einer „faschistischen Theologie“ zu tun, die man bislang immer unter den Teppich gekehrt hat. Man kann sie als Pseudo-Religion einer einseitigen Islam-Theologie betrachten, die in geheimen Demagogie-Laboren im Nahen Osten – auch mit westlicher Hilfe – ausgedacht und einstudiert wurde und jetzt neben Erdöl in die Welt exportiert wird. Im Gegenzug kommen Waffen und Dollarnoten.

 

Mit der Diagnose einer „faschistischen Theologie“ kommen wir den Antworten näher.
 Zudem ist es wichtig, sich von Vorurteilen freizumachen und die vielen Informationen neu zusammenzubauen. Wichtig ist, die Geschichte nicht nur in einem chronologischen Ablauf zu sehen, sondern auch schematisch zu erfassen.

 

Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, warum in Arabien nichts produziert wird? Aus dem arabischen Raum scheinen tatsächlich nur Öl, Menschen und eine faschistische Theologie zu kommen. Wir versorgen die Länder mit Geld, Touristen und Waffen. Keine Teddybären, keine neuen Ideen, keine Literatur, keine Computer. Das Volk ist gefangen und versklavt, die Superreichen richten es sich.

 

Was meinen wir mit „Spreu vom Weizen trennen“ und warum müssen wir überhaupt „trennen“?



 

Die Antwort ist sehr einfach: Denn hier liegt der „Big Bang“ der faschistischen Theologie und des verfälschten traditionellen Islams, der in der Welt gerade in verschiedenen Laboren als „Islam“ entwickelt und die heiligen Worte des Islam wie „Allahu Ekber“ („Gott ist Eines“) verwendet, aber gleichzeitig alles tut, was der Islam eigentlich strikt verboten hat. Wir müssen in der Geschichte zurückgehen, in das 7. Jahrhundert. Denn ohne die umayyadische Dynastie und ihre „faschistischen“ Verfälschungen der koranischen Prinzipien und der Verse zu verstehen, besonders die Hadithe, können wir heute diesen Terror nicht diagnostizieren und damit auch keine Lösungsansätze finden.

 

Wer hat Recht?

 

Die Unterscheidung der Geister ist denkbar einfach und sei mit einem Jesus-Wort auf den Punkt gebracht: „An den Taten werdet ihr sie erkennen!“ (1 Joh 2,1-6).

Und dabei sind wirklich Taten gefragt. Demonstrationen und gutgemeinte Artikel  können ein erster Schritt sein. Es sind aber die echten großen und kleinen Taten, Werke, Handgriffe und Entscheidungen, die uns erkennen lassen, wie es jemand mit uns meint oder ob sein Tun auf Gott hingerichtet ist.

 

Auch wenn wir in diesem Artikel uns natürlich zuerst auf das (bloß) geschriebene Wort des Korans und verschiedener anderer Schriften konzentrieren müssen. Man soll dabei aber – und das macht ja einen Gläubigen jeder Religion aus – nicht die Taten und Werke übersehen. Aber Ethik und Moral ist noch wichtiger als Religion?

 

Wir müssen diese Themen, also Ethik und Moral an die Tagesordnung bringen. Experten müssen über dies sprechen und diskutieren. Wir werden über unsere Grundsätze und Maxime diskutieren. Noch etwas: Zu aller erst müssen wir es einsehen, dass wir keine Moral haben. Einerseits schmerzt dies, andererseits ist es seltsam. Aber leider ist es die Wahrheit. Wir sollten den Unterschied zwischen Moral und Sittsamkeit bzw. Religion erkennen. Wir sollten erkennen, dass zwischen moralischem Handeln und Religiosität kein Zusammenhang besteht. Wir sollten es einsehen, dass unsere Vorstellung vom moralischen Handeln als sexuelle Enthaltsamkeit falsch ist.

 

Von unmenschlichen und rassistischen Hadithen distanzieren!

 

Insbesondere müssen wir als Moslems uns von allen unmenschlichen und rassistischen Hadithen späteren Datums, die im Grunde genommen Verleumdungen gegenüber der Lehre des Propheten Mohammed und seiner Person darstellen, distanzieren und aus der islamischen Theologie wegschaffen, die sich mit gedruckten Lügen  in der ganzen Welt selbst verherrlicht.

 

Die Hadithe werden von den Sunniten und den Wahabiten anerkannt.

 

Was sind die Hadithe?

 

Der Begriff Hadith (Erzählung, Bericht) bezeichnet die Überlieferungen über die  Aussprüche und Handlungen des Propheten Mohammed sowie über die Handlungen Dritter, die er stillschweigend gebilligt haben soll. Der Begriff wird sowohl für die Gesamtheit dieser Überlieferungen verwendet, als auch für die einzelne Überlieferung. In letzterem Fall wird dazu der Plural Hadithe gebildet.

 

Die große Bedeutung der Hadithe im verfälschten Islam ergibt sich daraus, dass die Handlungsweise (Sunna) des Propheten normativen Charakter besitzt und nach dem Koran die zweite Quelle der islamischen Normenlehre (FIKIH) darstellt. Die Hadithe gelten als das Mittel, über das sich die nachkommenden Generationen über diese Handlungsweise (Propheten) informieren können. Darum wird das Studium der Hadithe noch heute als einer der wichtigsten Zweige der islamischen religiösen Wissenschaften angesehen.

 

Islam bedeutet Friede und Glück

 

Warum? Denn das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“ und „Vertrauen“. Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt, die ihr „wahres Islam“-Bekenntnis aus dem Koran beziehen, verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten – und gewaltbereitende und selbstverherrlichende Theologien des Islam, die wir als „verfälschten Islam“ bezeichnen, kritisch zu betrachten, ja, sich von diesen um ihres Theologie Willen zu distanzieren.

 

Es gibt keine Wahrheit ohne Liebe!

 

Leider leben wir in einer Zeit der korrupten Scheinheiligkeit. Im Westen wie im Osten. Im Okzident wie auch im Orient. Wo Korruption ist, kann keine Liebe sein und wo keine Liebe ist, kann keine Wahrheit sein.

Und diese Wahrheit wurde und wird in der islamischen Welt fast total verdrängt, wo faschistische und gewaltbereite Herrscher und Religionsführer den traditionellen oder „verfälschten Islam“ unantastbar gemacht haben, indem sie Kritiker seit Jahrhunderten bis heute verteufeln, foltern und ermorden.

Wir können es bestätigen, wo keine Wahrheit ist, ist auch kein „wahrer Islam“, sondern ein „theologischer Islam“, der eigentlich ein „manipulierter und mutierter falscher Islam“ ist, welcher von der umayyadischen Familie des Kalifen Muawiya (603–680; reg. 661–680) und seinem Sohn Yazid I. (644-683, reg. 680-683) herrührt, auf die sich heute auch die Terrormiliz IS (Islamischer Staat), Al Qaida und Boko-Haram beziehen. Dieser historische Zusammenhang geht leider in der Berichterstattung unter und muss hier noch einmal betont werden.

 

Was haben die Terrororganisationen Islamischer Staat, Al Qaida und Boko-Haram gemeinsam?

 

Sie sind Kinder eines demagogisch verfälschten Islams, der einer Theologie des Verachtens und der Gewalt folgt, und der mit dem wahren Koran und dem wahren Leben des Propheten nichts zu tun hat.

 

Spreu vom Weizen trennen: An den Taten kann man sie erkennen!

 

Dessen, was in diesen Jahren, zwischen 660 und 683 und nachher, unter dem Vorwand unmenschlicher und rassistischer Hadithe von islamischen Kalifen ausgeheckt wurde, bedient sich gerade die Terrormiliz Islamischer Staat als übelste Ausgeburt eines theologisch-demagogischen Islams. Sie versucht, die Untaten vor der Weltöffentlichkeit als Ausübung eines wahren Islams zu darzustellen bzw. sie damit zu rechtfertigen, lässt aber die Tatsachen in Wirklichkeit im Dunkeln.

In der Zeit der umayyadischen Familie wurde der islamische Glaube durch den Umayyaden-Kalifen Muawiya I. und dessen Sohn Yezid I. – der als Teufel gilt – durch verschiedene Teufelspraktiken manipuliert und ist daraufhin mutiert . Der Prophet wurde mit vielen Aussagen und Taten geschmückt, die er nie getätigt oder begangen hat und dies niedergeschrieben, als theologisches Buch verkauft, z.B. Hadithen. Diesen muss man neben dem Koran als zweites Gottesbuch folgen. Hier hat man Lügen verbreitet, nämlich, Verleumdungen gegenüber dem Propheten, Verachtungen gegenüber anderen Rassen, Religionen, Frauen, etc.. Man hat dann ein Denkverbot und ein Verbot der kritischen Hinterfragung im theologischen Islam ausgesprochen, damit man diese Lügen, die sie fabriziert haben, nicht hinterfragt. Und jetzt haben wir damit Bücher neben dem wahren Islam aus dem Koran, die eine entgegengesetzte, menschenverachtende Theologie, die – auch durch westliche Hilfe in den Nahen Osten – mit den despotischen Regierungen der arabischen Länder in die Welt exportiert wird. Auch nach Österreich.

 

Yezid I. ließ 72 seiner Verwandten umbringen, indem er sie köpfen ließ und soll mit den Trophäen Fußball gespielt haben. Seine traurigen Nachahmer sehen wir heute im Internet und im Fernsehen.

 

Dieser Glaube wird uns nun, als theologischer Islam verpackt, politisch untergejubelt und solchermaßen salonfähig gemacht. Kann das sein?

 

In Österreich erleben wir dieses Problem tagtäglich. Dabei spielen besonders die Großparteien SPÖ und ÖVP als Regierungsparteien eine dominierende Rolle. Sie halten intensive Kontakte zu sunnitischen Vereinen und Moscheen. Zudem wird das KAICIID noch immer von der Regierung toleriert.

 

Aber auch Österreich steckt ja mit der OMV in Abhängigkeit zu Abu Dhabi. In Wien befindet sich der Hauptsitz der OPEC. Österreich hat selbst Öl- und Erdgasquellen. Wo werden nur die jüngst vom Bundesheer über Ebay verkauften Pinzgauer landen?

 

Wir distanzieren uns von diesem verfälschten Islam noch einmal ganz klar. 

Egal, welcher Religion die LeserInnen dieses Artikels angehören, seien sie auch Atheisten oder Agnostiker, es ist ungemein wichtig, diesen Unterschied zu erkennen. 

Ohne diese Unterscheidung und Diagnose können wir dieses Problem nicht verstehen und werden der Zukunft der Menschheit nur sehr besorgt entgegensehen können. 

Das Problem kennen schon sehr viele säkulare, gläubige Muslime, egal ob sie Sunniten sind, Schiiten oder Aleviten. Wir wollen mit diesem Artikel keine Hetze betreiben, sondern lediglich Aufklärung bieten, als überzeugte Muslime.

 

Jeder spricht und schreibt über den Islam, aber was ist der Islam und was ist er nicht?

 

In den nachfolgenden Zeilen möchten wir die politisch-religiösen Debatten, Missverständnisse und Unklarheiten in Österreich in Bezug auf den Islam aufgreifen. Wir behaupten natürlich nicht, das absolute Wissen zu besitzen. Wir sind offen für Kritik und Verbesserungsvorschläge, aber die vollständige und reine Wahrheit liegt sicherlich beim Besitzer dieser Religion, der einen konkreten Namen hat. Worüber wir sicherlich noch viel zu lernen haben.

 

FAQ: 25 Fragen zum Islam

 

Im Folgenden sollen einige Fragen erläutert und aus einer sachlichen Perspektive beantwortet werden.

 

Frage 1: Was bedeutet das Wort „Islam“? Wer ist „Allah“? Wer ist „Muslim“? Wo werden in den islamischen Ländern Fehler gemacht? Was ist der „politische Islam“? Müssen auch Muslime Selbstkritik üben?


 

Das Wort „islam“ ist im Koran von Gott als Religionsname festgeschrieben. Das Wort „islam“ besteht aus den Wörtern „selam“ und „silm“. Das Wort „selam“, das auch in der jüdischen Sprache als „schalom“ verwendet wird und welches Jesus Christus immer zur Begrüßung verwendet hat, bedeutet Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen. „Silm“ bedeutet Frieden, Vertrauen und Ergebung unter/in einen einzigen Gott (Einheitsprinzip/Tevhid). Das kann auch kurz in Sure 10, Vers 25 im Koran nachgelesen werden: „Gott ruft zur Wohnstätte des Friedens.“

Die Aufnahmegesellschaft sollte daraus sehen, dass hier wohnende Muslime mit solchen gedungenen Mördern, die den Islam missbrauchen, nichts zu tun haben. Was jene Verbrecher glauben, ist ein Schein-Islam. Im Irak, in Syrien und in vielen Ländern des Nahen und Fernen Ostens werden gerade alle gut-islamischen Werte zunichte gemacht und daher sollten alle, besonders wir Moslems, hier gegen diesen Terror aufstehen. Allah ist das arabische Wort für „der eine Gott“ und nicht der Name eines privaten Gottes der Muslime. Allah ist der einzige zu Recht angebetete und verehrte Schöpfer des Universums; auch arabische Christen nennen Gott Allah. Er schuf die Menschen und zeigte ihnen durch seine Offenbarung den besten Weg für sie im Diesseits, damit sie im Jenseits nicht eine Strafe erleiden.

Die Muslime sprechen den Friedensgruß, wenn der Name des Propheten Muhammad oder eines anderen Propheten erwähnt wird. Der Bedeutung des Wortes nach ist ein Muslim jemand, der sich freiwillig dem Willen Gottes hingibt und das Friedenmachen als seine Aufgabe ansieht. Man wird Muslim, indem man erklärt, dass es keinen Gott außer den Einen gibt.

 

Frage 1.1: Was ist der „politische Islam“? 



In den islamistischen Ländern wird der Mensch traditionellen und religiösen Bräuchen geopfert, die Tradition zu einem unantastbaren Tabu gemacht, denn in diesen Ländern hat man das koranische Prinzip „Die Religion ist für den Menschen geschaffen“ ins Gegenteil verkehrt. Es wurde daraus: „Der Mensch ist für die Religion geschaffen.“ Die politische Instrumentalisierung ist eine Erscheinung – richtiger, eines der Grundübel – nicht nur des Islams, sondern auch anderer Religionen. Politisierung heißt, die Religion zum Mittel politischer Erfolge und dynastischer oder despotischer Interessen zu machen: Politik- und Sultanatsfrömmelei könnte man es auch nennen. Dass die Religion zu politischen Zwecken missbraucht wurde, gehört zu den grausamsten Kapiteln der Geschichte. Nicht nur, dass unfassbare Grausamkeiten gegen die Vielzahl von Menschen begangen wurden, dies hat auch dazu beigetragen, dass zahlreiche achtbare Menschen sich von ihrer Religion abgewandt und gegen Gott und die Religion aufgelehnt haben. Denn sie mussten angesichts derartiger Widersprüchlichkeiten und Frevel zwangsläufig zu dem Schluss gelangen „wenn dies Religion sein soll, dann will ich damit nichts zu tun haben“.

 

Frage 1.2Müssen auch Muslime Selbstkritik ausüben? 



Natürlich, und wie. Betrachten wir heute die islamischen Gesellschaften unter dem Aspekt „Demokratie“ oder „Menschenrechte“, bietet sich kein positives Bild. Besonders dem Nahen Osten, der Kernregion des Islams, kann in Fragen der Menschenrechte kein gutes Zeugnis ausgestellt werden. In diesen Ländern wird der Wert des Menschen verschleudert. Seine Vortrefflichkeit, seine Ehre, Freiheit und seine Rechte kommen nur noch in Gedichten, nur noch in der schöngeistigen und mystischen Literatur vor. Ein Beispiel: Die Zeitungen vom 17. Juni 2002 berichteten unter der Schlagzeile „Grausamkeit“ von einem unmenschlichen und unbegreiflichen Vorfall. Er ereignete sich in einem berühmten islamischen Land, in Saudi-Arabien: Als sich einige Frauen vor einem Gebäudebrand retten wollten und auf die Straße liefen, wurden sie von den Gewalttätern, welche sich „Religionspolizisten“ nannten, mit Schlägen zurückgejagt. Der Grund: Sie waren nicht verschleiert. Sie mussten alle sterben. Grausame Taten wie diese, welche die Menschenwürde missachten und geradezu absurd sind, ereigneten sich auch im Land der Taliban und durch die Terrormiliz IS und prägen leider das heutige Bild des Islams weltweit. Diejenigen, die Wissenschaft und Bildung achten, wissen allerdings, dass es im Islam eine innere Wahrheit gibt. Bedauerlicherweise hat das Sichtbare in Form des traditionellen Islams das Wahre aus dem Leben verdrängt, also genau den Islam des Korans, den wir oben beschrieben haben.

 

Frage 1.3: Wer war Muhammed? 

Muhammad wurde um das Jahr 570 n.Chr. in der Stadt Mekka in Arabien als Mitglied eines angesehenen Stammes geboren. Seine Vorfahren gehen auf den Propheten Ismael, den Sohn Abrahams, zurück. Muhammads Vater starb vor dessen Geburt und seine Mutter, als er sechs Jahre alt war. Er besuchte keine Schule, sondern wurde – wie in jenen Tagen üblich – von einer Amme aufgezogen und später von seinem Großvater und seinem Onkel aufgenommen und erzogen. Von seiner Jugend an war er als rechtschaffener Mensch bekannt. Ungefähr im Alter von vierzig Jahren schien ihm der Engel Gabriel in jener Höhle, in der er zu meditieren pflegte, und offenbarte ihm, dass er ein Prophet Gottes sei. Die folgenden Offenbarungen Gottes wurden in einem Zeitraum von 23 Jahren herabgesandt und später in Buchform zusammengetragen. Dieses Buch, der Koran, ist für Muslime die letzte und abschließende Offenbarung Gottes. Der Koran ist unverändert und in seiner Originalform erhalten; er bestätigt die Thora, die Psalmen und das Evangelium, welche die Menschen im Laufe der Zeit verändert haben.

Frage 1.4: Beten die Muslime Muhammad an?

Nein. Die Muslime beten weder Muhammad noch irgendeinen anderen Propheten an. Die Muslime erkennen alle früheren Propheten an, so Adam, Noah, Abraham, David, Salomo, Moses, Jesus und alle anderen (Friede sei mit ihnen allen). Die Muslime glauben, dass Muhammad das Siegel der Propheten war, d.h. der letzte der Gesandten Allahs. Sie glauben, dass allein Gott und nicht irgendein menschliches Wesen angebetet werden darf.

 

Frage 1.5 Was sagt der Koran über Jesus?

Die Muslime achten Jesus (Friede sei auf ihm) und seine Mutter Maria sehr. Der Koran berichtet uns, dass Jesus durch ein Wunder ohne Vater geboren wurde. „Das Gleichnis von Isa ist ja bei Allah wie das Gleichnis von Adam, Er schuf ihn aus Erdreich, dann spach Er zu Ihm: Sei!, und er war.“ (Koran 3:59). Er vollbrachte mit Gottes Hilfe als Prophet viele Wunder, unter anderem konnte er gleich nach seiner Geburt sprechen, um seine Mutter zu verteidigen und ihre Frömmigkeit zu bestätigen. Gott gab ihm noch andere Fähigkeiten wie z.B. das Heilen von Blinden und Kranken, das Wiedererwecken von Toten, das Formen eines lebendigen Vogels aus Ton und das Wichtigste: Er gab ihm eine Botschaft an die Menschen. Diese Wunder, die ihm Gott gab, bestätigten ihn als Propheten. Er wurde nicht gekreuzigt, sondern in den Himmel erhoben (Koran 3:54-55). Die Sure Maryam (19) beschreibt die Wunder Jesu in den Versen 27-3.

 

Frage 1.6. Ist im Islam nur Schweinefleisch verboten?

Dem Muslim wird im Koran aufgetragen, kein Schweinefleisch, keine Produkte vom Schwein und kein Fleisch von verendeten Tieren zu essen (Koran 5:3). Zudem ist das Fleisch von Raubtieren nicht erlaubt, weil sie selbst verendete Tiere fressen. Ein Muslim darf außerdem keine alkoholischen Getränke wie z.B. Wein oder Bier, und auch keine Drogen zu sich nehmen.

Frage 1.7 Wie steht der Islam zu Gewalt und Terrorismus?

Der koranische Islam ist die Religion des Friedens und der Hingabe an Gott und legt Wert auf die Unverletzlichkeit des menschlichen Lebens. Ein Vers im Koran sagt: „… wer er eine Seele tötet, – nicht wegen einer Seele oder Verderbenstiften auf der Erde, – es dann so ist, als habe er die Menschheit insgesamt getötet…“ (Koran 5:32). Der Islam verurteilt jede Form von Gewalt, wie z.B. in den Kreuzzügen, in Spanien während der Inquisition, im 2. Weltkrieg, oder die Gräueltaten. Jemand, der Gewalt ausübt, kann nicht gleichzeitig seine Religion praktizieren. Manchmal ist Gewaltanwendung jedoch die menschliche Reaktion eines unterdrückten Volkes. Terrorismus und Gewalt gibt es auch dort, wo keine oder kaum Muslime leben, z.B. in Nordirland, Südafrika, Lateinamerika oder in Sri Lanka. Manchmal findet Gewalt im Kampf zwischen Besitzenden und Besitzlosen oder zwischen Unterdrückten und Unterdrückern statt. Man muss differenzieren und herausfinden, warum Menschen zu Terroristen werden. 
Terrorismus als Mittel zur Durchsetzung von bestimmten Zielen widerspricht den Grundsätzen des Islam und ist scharf zu verurteilen und sich davon zu distanzieren. Sogar im Krieg hat der Prophet Muhammad verboten, Menschen zu bekämpfen, die sich nicht an den Kampfhandlungen beteiligen. Er ging noch weiter, indem er sagte, dass es verboten ist, auch im Krieg die Ernte des Gegners zu zerstören.

 

Frage 1.8. Wie sollen sich Muslime gegenüber Juden und Christen verhalten?

Der Koran nennt die Juden und Christen das „Volk der Schrift“, d.h. sie sind diejenigen, die göttliche Offenbarungen vor der Zeit des Propheten Muhammad erhalten haben. Muslimen ist auferlegt, sie mit Respekt und Gerechtigkeit zu behandeln und nicht mit ihnen zu kämpfen. Dieser Respekt und die Toleranz ist aber nicht nur auf Christen und Juden beschränkt.

 

Frage 2: Gibt es geistliche Instanzen im Islam? 



 

Im Islam darf es laut den Prinzipien des Korans – sprich dem Einheitsprinzip („Tevhid“) – keine Zwischeninstanz, keinen Islamchef, „Papst“, Priester oder irgendein gemeinschaftliches oder geistliches Organ geben, welche zwischen Gott und dem einzelnen Menschen stehen. Die Propheten wurden sogar mehrmals in vielen Versen ausdrücklich gewarnt, außer der Vermittlung der „frohen Botschaft“ eine weitere Aufgabe anzunehmen. Im Islam gibt es keinen Oberhirten bzw. Vertreter oder Diener der Unterhirten und damit auch keine „Schäfchenkultur“, sprich Herde, wie wir es aus dem Christentum kennen. Nicht einmal der Prophet ist nach den koranischen Prinzipien der Wächter oder Verwalter im Namen Gottes.

 

Frage 3: Warum steht dann die Religion Islam unter Verdacht? 



 

Wir müssen hier eigentlich weiterfragen: Warum haben sich überhaupt in den letzten Jahren so viele Vorurteile gegenüber dem Wort „Islam“ und dem „Koran“ angesammelt? Wer hat hier Schuld? Wir beantworten das ganz einfach: Die Schuld liegt größtenteils bei den vorgeblichen Muslimen, welche behaupten, nach dem „wahren Islam“ zu leben, obwohl die Kultur der arabisch-umayyadischen Kalifen Muawiya I. und Yezid I. auf dem traditionalistischen Islam und auch auf einer Tradition, die auf den Sitten und Gebräuchen des Nahen Ostens gründet, beruht. Somit werden die Welt und die Menschheit betrogen, indem dieser Islam als „theologischer Islam“ verbreitet wird. Die Unterstützer und Komplizen dieser Betrügerei – vor allem Politiker und Politikerinnen der Regierungsparteien – kommen leider aus der westlichen Welt.

 

Frage 4: Wie wichtig sind Verstand und Vernunft im Koran? 



 

Sehr wichtig, sogar oberstes Prinzip. Der wahre Islam, der im Koran festgehalten ist und durch den Propheten Mohammed verkündet wurde, besagt, dass die Menschen ihren Verstand und ihre Vernunft unbedingt benützen müssen. Das steht in mehreren Versen des Korans, die eigentlich auch alle Muslime zum Nachdenken bringen müssten. Hier nur einer davon: Sure 10, Vers. 100: „Gott sendet (seinen) Zorn über jene, die ihre Vernunft und ihren Verstand nicht gebrauchen mögen“. Wir sehen, dass die gesamte muslimische Welt leidet, weil eine der bedeutendste Messages des Koran missachtet wird, nämlich seinen eigenen Verstand und Vernunft zu gebrauchen.

 

Frage 5: Verwendet man das Wort „Islamismus“ richtig? 



 

Nein. Wie kann man nur aus dem Wort „Islam“, welches seine Wurzeln im Frieden, Vertrauen, Glück und Wohlbefinden hat, das Kampfwort „Islamismus“, das Terror, Unterdrückung und Totalitarismus bedeutet, hervorbringen? Damit will man die gesamte Religion Islam, den Koran und alle Muslime pauschalisieren und unter Generalverdacht bringen, wie „Die Zeit“ am 18. September 2014, unter dem Titel „Eine Religion unter Verdacht: Haben Terror und Unterdrückung wirklich etwas mit dem Islam zu tun?“. Das Wort „Islamismus“ ist eine von manchen Kräften absichtlich und von manchen Menschen unabsichtlich und unglücklich gewählte Terminologie, mit welcher man eigentlich das Gegenteil vom im Islam und dem Koran Geforderte beschreiben will, nämlich fundamentalistische und terroristische Menschen, Gruppen und Sekten. Man sagt doch auch z.B. zu einem christlichen oder jüdischen Fundamentalisten oder Terroristen nicht „Christianist“ oder „Judaist“. Man will mit Genuss den Glauben des Islam, von welchem wir oben die wahre Bedeutung definiert haben, auf die Ebene des Faschismus ziehen und damit dient man vielmehr den Gelüsten der Fundamentalisten, aber auf keinen Fall dem Gemeinfrieden oder dem Weltfrieden. Der „politisierte Islam“ und die Terrormiliz IS machen es leichter, solche Begriffe zu benützen, denn kein Mensch auf dieser Erde würde seinen Glauben in diesem Zusammenhang sehen und hören wollen. Wir wissen, dass man mit der Terminologie „Islamismus“ diejenigen Betrüger definiert, welche den Glauben des Islam für ihre politischen und geschäftlichen Gelüste missbrauchen.

 

Frage 6: Welche Bedeutung hat das Wort „Koran“? 



 

„Koran“ leitet sich aus dem Begriff „karaa“ ab. „Karaa“ bedeutet „lesen“ (ikra) und sammeln. Nach verschiedenen Quellen wurde dem göttlichen Buch dieser Name gegeben, weil es einerseits Gegenstand des Lesens und der Rezitation ist, andererseits Gebote, Verbote und verheißungsvolle gute Nachrichten enthält und schließlich auch, weil es in Form von Suren und Versen gesammelt worden ist. Das Wort „Koran“ und das allererste Wort der ersten Offenbarung (Sure Alak) stimmen etymologisch überein. Das erste Wort „Ikra“ hat seine Wurzeln im schon erwähnten „karaa“ und bedeutet auch hier speziell „lies“. Damit haben wir jetzt erfahren, dass das erste Offenbarungswort „lies“ (lesen) war. In der Wüste verlangte Gott von seinen Propheten und allen Menschen also als erstes das Lesen.

 

Frage 7: Warum ist der Bildungsgrad in den muslimischen Ländern so gering?

 

Ist das nicht unglaublich? 

Wir haben bis jetzt immer das Vorurteil gehabt, dass der Koran ein Kriegs- und Fundamentalismusbuch ist, weil die Taliban, die Terrormiliz IS oder andere nahöstliche Staaten so unzivilisiert waren. Aber nun haben wir erfahren (siehe oben), dass das Wort „Islam“ Friede, Glück, Vertrauen und Wohlbefinden bedeutet, und dass das erste Offenbarungswort im Koran (Sure Alak, 1) „lies“ ist. Der Begriff „Koran“ wird an ungefähr 70 Stellen im Koran erwähnt. Aber darüber hinaus wird der Koran noch mit anderen Namen bezeichnet. Folgende Adjektiva und Substantiva kommen im Koran vor: hakim (mit Weisheit angefüllt), tenzil (von Gott herabgesandt), nur (das Licht), kitap (das Buch), furkan (jenes, was Licht und Dunkelheit, das Gute und Schlechte voneinander trennt) und zikir (jenes, was die Erwähnung Gottes sichert) und viele mehr. Der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) hat über den Koran sinngemäß Folgendes gesagt: „Wenn man die gesamte Aussage des Korans in Kürze ausdrücken will, so findet man sie gleich zu Beginn von Sure 2: „Das ist das Buch, in dem kein Hadern und kein Zweifeln enthalten ist.“ Die Bezeichnung des Korans als Buch findet man im Koran an über 250 Textstellen. Mit dem Ausdruck „Buch“ bezeichnet sich der Koran nicht nur selbst, vor allem wird ein Teil der Offenbarungen, die mit anderen Propheten herabgesandt wurden, als Buch bezeichnet. So beispielsweise die Psalter, die Thora oder auch die Bibel (die aus mehreren Büchern besteht). Darüber hinaus bezeichnet der Koran allgemein alle Offenbarungen, die vom ersten Propheten bis hin zum Letzten herabgesandt wurden, sehr respektvoll als „Buch“. Der Ausdruck „Buch“ (koran) rührt auch daher, dass der Koran als eine der elementaren Quellen der islamischen Geistesgeschichte dient. Diese Tatsache wird deutlich in den Vordergrund gestellt. Nach dem Koran existieren drei grundlegende Bücher, die den Menschen vorgelegt wurden und die man lesen soll: Das Buch der Schöpfung (d.i. die Natur und die Naturgesetze insgesamt) das Buch der Offenbarung (Koran) und der Mensch selbst.

 

Frage 8: Was kann man allgemein über den Inhalt des Korans ausführen? 



 

Das Grundthema des Korans ist die Einheit Gottes (Einheitsprinzip/Tevhid), seine Unvergleichbarkeit und die Tatsache, wie er dem Leben und dem Universum in ständiger und bewusster Weise die Richtung weist. Wir erfahren aus dem Koran in  erster Linie „Tevhid“, das Einheitsgebot. Ohne Tevhid, also das Einheitsprinzip, kommt es zu einem manipulierten und mutierten Islam, der einfach mit dem wahren Islam (Koran) nichts zu tun hat; es herrscht im wahren Islam ein absolutes Eingottprinzip bzw. eben dieses Einheitsgebot. Es bezeichnet vor allem die Einheit Gottes. Der Koran bezeichnet die Kraft und Macht als Gott (Allah). Gott ist der absolute Schöpfer, er ist absolut gut, absolut positiv und absolut schön. So sind demzufolge die Schöpfung, die Geschöpfe und das Leben in ihren Grundlagen gut und schön. Die Einheit Gottes nach dem Koran macht in zunehmendem Maße die Einheit des Lebens, des Menschens, der Zivilisation und schließlich auch der Schöpfung notwendig. Mit anderen Worten: So wie der Schöpfer Eins ist, genauso ist auch die Realität Eins. Demzufolge ist der Weg, welcher zur Realität führt, einzigartig. Der beste Weg, den Koran zu kommentieren, besteht darin, ihn als eine Einheit zu begreifen und wahrzunehmen. Der Koran hat gewisse Prinzipien, wie er zu kommentieren und zu interpretieren ist. Wir können nicht einen Abschnitt des Korans verstehen, wenn wir nicht den gesamten Koran verstehen, wir können nicht einen Vers begreifen, wenn wir die anderen Verse vernachlässigen. Der Koran ist, genauso wie das Buch der Schöpfung, eine Einheit, in der das Eine mit allem und alles mit dem Einen in Verbindung steht.

 

Frage 9: Wo liegt dann das Problem? Warum ist es so wichtig, zwischen wahrem und falschem Islam zu unterscheiden? 



 

Wer über den Islam sprechen möchte, muss zunächst deutlich machen, was genau er darunter versteht. Wir müssen zwischen dem traditionellen Islam, also dem umayyedischen Islam, der auf den Sitten und Gebräuchen des Nahen Ostens beruht und dem wahren Islam, der im Koran festgehalten ist und durch den Propheten Mohammed verkündet wurde, unterscheiden. Bis heute übersieht der Westen diese Differenzierung, die von den Muslimen weltweit selbst als Dilemma empfunden wird. Zumindest bis zum schrecklichen Terroranschlag vom 11. September 2001 oder vor der Terrormiliz IS hatte der Westen nur sein kurzfristiges politisches Kalkül im Blick und hat dieses Dilemma nicht gesehen und fast immer die falschen Islam-Anhänger unterstützt und das aufgrund wirtschaftlich und kulturell-politisch opportunistischen Interessen, die unmenschlich für uns sind.

 

Frage 10: Was bedeutet „Djihad“ im Koran? Was ist das Paradies? Wie kommt man dort hin? Wo ist es?

 

Das Wort Djihad (auch Dschihad, engl. jihad), das der politische Islam im Verlauf seiner Geschichte wie auch in unseren Tagen zur Rechtfertigung von Gewalt und Blutvergießen missbraucht, geht im Arabischen etymologisch auf die Wurzel „cehd“ zurück, ein Wort, das soviel bedeutet wie „äußerste Anstrengung aufwenden“, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. In der Gedankenwelt des Korans taucht dieser Begriff in drei Erscheinungsformen auf, die sich alle von der Wurzel „cehd“ ableiten lassen:

 

1. Mücahede: als Bezeichnung für „äußerste Anstrengungen“, die ein Mensch aufwendet, um innerliche Reinheit zu erlangen. In der Mystik werden diese Anstrengungen auch als „Innerer Dschihad“ oder „Großer Dschihad“ bezeichnet und in beiden Fällen geht es um die Reinigung des Inneren, des Herzens und der Gesinnung. Die islamischen Mystiker sehen im Kampf über die innere Reinheit das, was den Menschen zum Menschen macht, und jenen Kampf, der ihm Erfüllung bringt.

Der Koran enthält die klare Aussage, dass ein Individuum seinen in der Gesellschaft angestrebten Platz nicht wird einnehmen können, solange es sich nicht darum bemüht, seine Gesinnung zu ändern und reinen Herzens zu werden (vgl. Sure 8, Vers 53 und Sure 13, Vers 11). Das Individuum ist die Keimzelle der Gesellschaft, der Welt und des Universums. Solange die erforderlichen Veränderungen in diesem Kern nicht vollzogen worden sind, gehen die Hoffnungen auf Veränderungen in den anderen Gebieten ins Leere.

 

2. Ictihad: Dieser Begriff steht für die „äußersten Anstrengungen“ auf intellektuellem Gebiet und in der Wissenschaft (speziell auf dem Gebiet der Koranexegese) und heißt soviel wie „wissenschaftliches Denken und Forschen unter Einsatz aller Kräfte.“ Denker und Wissenschaftler, die dazu fähig sind, werden als Müctehid (Koran-Exeget) tituliert. Im Ictihad liegt der Lebensquell der koranischen Religion, in ihm liegt der Geist des Islams. Versiegt dieser Quell, so stirbt die koranische Religion.

 

Der politische Islam, der die Religion zum Instrument politischer Interessen gemacht hat, sowie bestimmte Geistliche, die sich willentlich oder unwissentlich von diesen Kreisen haben vereinnahmen lassen, haben eine geradezu teuflische Parole in die Welt gesetzt, um den „äußersten Anstrengungen“ auf dem Gebiet des Intellektuellen einen Riegel vorzuschieben – und bedauerlicherweise ist es ihnen gelungen, dass sich die muslimischen Massen über Jahrhunderte hinweg mit diesem Schlagwort identifiziert haben.

Sinngemäß übersetzt lautet das geflügelte Wort dieser Kreise: „In dieser Angelegenheit ist das letzte Wort gesprochen! Das Tor der selbstständigen Urteilsfindung ist geschlossen, den altvorderen Koran-Exegeten wird niemand mehr folgen.“ Die Muslime unserer Tage sind zum Kampf gegen diese despotische, sinnentstellende Weisung aufgerufen, zum Aufstand gegen alle, die dieser Tabuisierung und geistigen Erstarrung das Wort reden! Den Gläubigen sei gesagt, dass dieser heilige Aufstand ein heilbringender Gottesdienst sein wird! Denn solange dieser Aufstand sein Ziel nicht erreicht, können Muslime keine glückliche Welt aufbauen.

 

3. Dschihad: Dies ist die dritte Erscheinungsform des Begriffes „cehd“ und bezeichnet den Krieg, den zu führen man gezwungen ist, wenn die Werte, die den Menschen zum Menschen machen, verletzt werden. „Äußerste Anstrengungen“ in einer Ausnahmesituation also, in der man – falls notwendig – nicht davor zurückschrecken darf, das Unvermeidliche zu tun.

Der Koran hält den Krieg nicht für gut, aber unter Umständen für legitim. Erfordern die Umstände einen Krieg, so ist dieser eine unabdingbare Voraussetzung für die Überwindung von Hindernissen, die dem Menschen im Weg stehen. Die Kardinalsproblematik besteht darin, richtig zu bestimmen, ob die Umstände einen Krieg erzwingen oder nicht.

 

Was ist das Paradies? Wie kommt man dort hin? Wo ist es?



 

Im Islam bildet der Begriff des „Paradieses“ eine eher symbolische Bezeichnung für die ewige Glückseligkeit und kann in unserer dreidimensionalen Welt allenfalls allegorisch beschrieben werden. „Das Paradies ist für uns nicht etwas, von dem wir berichten oder das wir beschreiben, sondern kann nur etwas sein, das wir versinnbildlichen (vgl. Sure 2, Vers 25). Das Paradies ist also kein Ort, sondern ein Symbol. Es steht nicht in unserer Macht, es zu definieren oder gar abzubilden. Der Koran betrachtet das Paradies ganz und gar nicht als Angelegenheit eines irgendwie verbrieften Rechts, sondern in Verbindung mit dem menschlichen Tun. Die Taten und das Streben des Menschen sind Voraussetzungen für die Erlangung des Paradieses, verbriefen jedoch keinen Anspruch. Deshalb schilt der Koran jene, die das Paradies als das natürliche Recht der Angehörigen der eigenen Religionsgemeinschaft betrachten, und diese sich so in Lügengebilden, Illusionen und Trugschlüssen verfangen. Juden und Christen sind dem Koran nach die wichtigsten Vertreter solch einer monopolistischen Auffassung vom Paradies (vgl. Sure 2, Vers 111 und Sure 5, Vers 18). Dem Koran nach ist das Paradies einzig und allein der Lohn für Taten zum Wohle des Guten und des Friedens (vgl. Sure 4, Vers 123; Sure 40, Vers 40 und Sure 43, Vers 72).

 

Die Auffassung vom Paradies als Luxushotel: Dies ist eine der areligiösen Vorstellungen, die sich aus einem egoistischen Paradiesverständnis speist: eine Geisteshaltung, nach der das Paradies so etwas wie der Vergnügungsort sexbesessener Faulenzer ist. Es scheint, als liege darin der eigentliche Grund, warum Leute von diesem Schlag nicht wollen, dass außer ihnen noch andere ins Paradies gelangen.

Es lässt sich mit den Aussagen des Korans nicht vereinbaren, das Paradies als einen festen Ort zu definieren. Vers 133 der Sure 3 und Vers 21 der Sure 57 beschreiben, dass das Paradies ausgedehnt wie der Himmel und die Erde ist. In der Verwendung dieser Metapher für die Unendlichkeit des Paradieses liegt die zentrale Botschaft, das Paradies nicht als Ort, sondern als einen seelischen Zustand zu begreifen. Dieser koranischen Wahrheit hat der größte islamische Denker des 20. Jahrhunderts, Muhammed Iqbal (1877-1938), einmal mit der Aussage Nachdruck verliehen: „Das Paradies ist kein Raum, kein Ort, sondern ein Seelenzustand.“

 

Frage 11: Wo werden in den islamischen Ländern Fehler gemacht? 



 

In den islamischen Ländern wird der Mensch traditionellen und religiösen Bräuchen geopfert, die Tradition zu einem unantastbaren Tabu gemacht, denn in diesen Ländern hat man das koranische Prinzip „Die Religion ist für den Menschen geschaffen“ ins Gegenteil verkehrt. Es wurde daraus: „Der Mensch ist für die Religion geschaffen“.

 

Frage 12: Wo liegt das Problem in den islamischen Ländern?

 

Die islamischen Länder sind zwar von ihren früheren Kolonialherren unabhängig, aber nicht frei geworden. Die Unabhängigkeit nutzt lediglich den Despoten im Land. Das Joch der Unterdrückung blieb bestehen und belastet die Menschen heute mehr denn je. Man vergaß, dass die Unabhängigkeit eines Landes durch die Freiheit des Individuums vervollständigt werden muss.

 

Frage 13: Wie kann das Problem gelöst werden? 



 

Der einzige Weg dorthin ist die Installierung einer säkularen Regierungsform. Die Methode „Demokratisierung durch Krieg“, welche im Irak angewendet wird, ist dagegen weder menschenwürdig, noch erfolgsversprechend. Man sieht heute die Terrormiliz IS als Resultat dieser falschen Politik. Die Terrormiliz IS wütet „zufällig“ auf Territorien wo reichlich Bodenschätze vorhanden sind. Das Militär wurde in der Vergangenheit und wird auch in Zukunft des Öfteren dafür benutzt werden, um sich Zugang zu den Bodenressourcen zu verschaffen, zu schützen und den Zugang für Privatfirmen zu ebnen bzw. diesen Zugang für die Privatfirmen sicherzustellen. D.h. arbeiten private Firmen immer mehr mit sogenannten Sicherheitsfirmen und kleinen und größeren Berufsarmeen zusammen.

 

Frage 14: Woher kann die Veränderung kommen? 



 

Die Veränderung kann nur aus der islamischen Welt selbst kommen. Wenn wir die tabuisierenden Traditionen und die vorsätzlichen Irrwege beiseite lassen und den Islam aus der Sicht seiner Hauptquelle, des Korans, betrachten, gibt es durchaus einen Silberstreif am Horizont. Dabei ist bemerkenswert, dass bei der Einführung der Lebenswerte des Korans, die für die Entwicklung der Menschheit notwendig wären, die westlichen, nicht-muslimischen Gesellschaften weiter fortgeschritten sind als die islamischen. Und auch dies ist eine Tatsache: Mit jedem Tag wird dieser Abstand zum Nachteil der islamischen Welt größer. Die islamische Welt hat über Jahrhunderte ihr Schicksal nicht an Grundlagen und Prinzipien gebunden, sondern an Personen, die für unantastbar erklärt wurden. In der Terminologie des Korans bezeichnet man dies als „schirk“ (Vielgötterei, Polytheismus; von „beigesellen“, Götzendienst). Es handelt sich also schlicht um Paganismus. Diese Ausrichtung mit fetischistischem Charakter macht die Menschen immer mehr zu Sklaven von Knochen, Fossilien und Grabstätten. Umso absurder wirkt es, dass die grundlegenden Werte, die der Koran im Leben des Menschen verwirklicht sehen möchte, in nicht-islamischen Gesellschaften verwirklicht sind.

 

Frage 15: Was bedeutet der „falsche Islam“ und was bedeutet Säkularismus im Islam? 



 

Der Islam der Traditionen, also der falsche Islam, hat alle islamischen Grundlagen und Werte, die den Menschenrechten und damit auch der Demokratie den Weg bahnen und sie stärken könnten, außer Kraft gesetzt. Diese Entwicklung begann, als die despotische umayyidische Dynastie (660-683) den Islam zur Religion erklärte und eine Monarchie errichtete. Das System der monarchistischen Herrschaft aber wird im Koran als ein unzulängliches System der Ungerechtigkeit bezeichnet (siehe hierzu Sure 27, Vers 34). Dass es dennoch die Oberhand gewann, wurde möglich, weil man den Säkularismus in einen Gegensatz zur Religion stellte. Säkularismus bedeutet aber nicht, wie viele annehmen, Religion und weltliche Angelegenheiten voneinander zu trennen. Säkularismus heißt, die Legitimation der Herrschenden beziehungsweise Regierenden nicht auf Gott oder religiöses Recht zu gründen, sondern auf den Willen des Volkes.

Daher halten wir es nicht für möglich, dass die islamischen Gesellschaften sich demokratisieren können, ohne dass es eine wirklich säkulare Verfassung gibt. Der Koran verkündet, dass das Prophetentum abgeschlossen sei. Eine der grundlegenden Folgerungen daraus lautet: Das Zeitalter, in dem die Völker von Personen geführt werden, die sich auf Gott berufen, ist beendet. Der Koran ist das einzige heilige Buch, das verkündet, dass die Theokratie aus dem Leben der Menschen weichen soll.

 

Frage 16: Warum verschweigt man diese Wahrheit des Korans dann? 



 

Diese wahre Aussage des Korans ist die wichtigste Prinzip, die in den islamischen Gesellschaften verschwiegen und versteckt wird. In den islamistisch-fundamentalistischen Ländern wird das ganze religiöse Leben so ausgerichtet, dass dieses demokratische Prinzip verborgen bleibt. Alle erdenklichen Maßnahmen und Anstrengungen werden unternommen, damit sich dieser Zustand nicht ändert. Diese Maßnahmen werden auch von jenen westlichen Kräften unterstützt, die nicht wollen, dass sich in den islamischen Ländern die Zustände ändern.

 

Frage 17: Was bedeutet „der wahre Islam“?



 

Nach dem Verständnis des wahren Islams, der sich auf den Koran beruft, ist die Macht, ein Volk zu führen, ein rechtsstaatliches Gut. Dieses darf nicht für despotische Herrschaft missbraucht werden. Nur jene dürfen die Macht an sich nehmen, die seiner würdig sind. Dieses rechtsstaatliche Gut kann dem Einzelnen durch Wahlen anvertraut und falls notwendig auch wieder entzogen werden.

 

Frage 18: Fordert der Koran dann nicht eigentlich Demokratie? 



 

Ja, natürlich fordert der Koran Demokratie. Diejenigen, die den Despotismus zur Religion erklären, fragen oft: „Warum Demokratie? Demokratie bedeutet ‚Herrschaft des Volkes‘. Welches Volk hat den Propheten Mohammed gewählt? Und warum überhaupt Wahlen?“ Diesen Wortführern muss man entgegenhalten: „Den Propheten Mohammed hat Gott selbst berufen. Hat Gott auch die Könige, Sultane und Kaiser berufen? Hat Gott etwa Saddam Hussein, den Schah von Persien, Komeini, König Abdullah und andere Könige und Herrscher berufen?“ Die Herrschenden täuschen das Volk und fragen: „Wenn eine Theokratie besteht, dann werdet ihr von Gott geführt. Wollt ihr euch darüber beschweren?“ Und weil das Volk die wahren Grundlagen des Islam nicht kennt, kann es die folgenden Fragen nicht stellen: „Nur Propheten können eine Theokratie leiten. Aber wenn die Zeit der Propheten abgeschlossen ist, wie kann dann eine Theokratie fortgeführt werden? Seid ihr denn Propheten, dass ihr euch auf Gott beruft und uns regieren wollt?“ Nach dem Koran sollen sich die Regierenden und Herrschenden auf die Prinzipien der „schura“ (das System der Beratung und Kontrolle) und „bajat“ (den Gesellschaftsvertrag) stützen. Gott hat dem Propheten Mohammed, den er selbst gesandt hat, aufgetragen, sich auf diese beiden Prinzipien zu stützen. Was der Koran über das Regieren und Herrschen sagt, ist klar und deutlich: Die Zeit nach dem Propheten Mohammed ist die Zeit der „schura“ und des „bajat“. Das heißt, an die Adresse der Herrschenden gerichtet: „Ihr werdet das Volk führen und leiten, ihr werdet von den Menschen die Legitimation hierzu erhalten, ihr werdet gewählt werden. Und wenn das Volk euch abwählt, dann sollt ihr gehen.“

 

Frage 19: Gibt es im wahren Islam (nach dem Koran) einen Stellvertreter oder Repräsentanten Gottes bzw. ein Kalifat? 



 

Der wahre Islam im Koran spricht niemandem das Recht zu, ein Beauftragter, Stellvertreter oder Repräsentant Gottes zu sein. Der Rest außerhalb des Korans ist nicht bindend. Einzig dem Propheten steht es zu, im Namen Gottes zu sprechen und zu führen. Der Prophet ist tot und die Zeit ist damit beendet. Das Recht zur Führung eines Volkes kann laut Koran nicht von Gott oder durch Geburt erlangt werden, sondern nur vom Volk und durch Wahlen geschehen. Dies bezeichnet der Koran als „bajat“ (Gesellschaftsvertrag eines Systems von Beratung und Kontrolle). Das mittels „bajat“ erlangte Recht zur Führung eines Volkes wird mit dem „schura“ genannten System der Beratung und Kontrolle vollzogen. Dieses System stellt sicher, dass die Führenden die Geführten – und umgekehrt die Geführten die Führenden – einander kontrollieren. Auf der Grundlage  dieses Gesellschaftsvertrages kann das Volk, welches über die Regierenden wacht, ihnen auch das Recht zur Herrschaft entziehen, falls es dies für notwendig erachtet.

 

Frage 20: Was bedeutet „Schura“ (das System der Beratung und Kontrolle) im Koran? 



 

Die koranische Entsprechung für das demokratisch parlamentarische Verfahren ist also die „Schura“ (das System der Beratung und Kontrolle), weil sie im Koran erwähnt wird, konnte sie nicht völlig unterschlagen werden. Aber ihre Bedeutung wurde verzerrt wiedergegeben und so ausgeformt, dass sie dem traditionellen Islam ins Konzept passte. Von den Despoten im Nahen Osten wurde die „Schura“ darauf reduziert, dass der König oder der Sultan sich einige Ratgeber zulegen sollte. Der 1988 verstorbene islamische Gelehrte Fazlur Rahman sagt hierzu: „Schura, wie sie der Koran aufträgt, bedeutet nicht, dass jemand sich gelegentlich den Rat anderer einholt. Vielmehr bedeutet es wechselseitige Konsultation von Gleichberechtigten. Wer diese Konsultationen verweigert oder sie verzögert, weil sie angeblich nicht passen, ist ein Diktator, der im Widerspruch zum Islam steht.“ Nach dem Verständnis des Korans leitet sich die Berechtigung zur Leitung des Staates also nicht aus der Religion oder dem göttlichen Recht ab, sondern aus dem freien Willen des Volkes (Mehrheitsprinzip). Der größte islamische Denker des 20. Jahrhunderts, Mohammed Iqbal (1877- 1938), stützte sich auf diese Aussagen des Korans, als er verlangte, die Berechtigung, Normen und Gesetze aufzustellen, sei den Rechtsgelehrten zu entziehen und einem Parlament zu übertragen. Zu diesem Zweck solle das Prinzip der „Icma“ (des Konsenses innerhalb der islamischen Gemeinschaft) im Geiste des Islams modernisiert werden. Iqbal war überzeugt davon, dass Republik und parlamentarische Demokratie das Regierungssystem darstellen, das dem Geist des Islams am besten entspricht.

 

Frage 21: Was bedeutet Bajat (Gesellschaftsvertrag)?

 

Der Koran entwickelte das Prinzip der „bajat“, also die Idee eines Gesellschaftsvertrags, viele Jahrhunderte vor der Französischen Revolution. Um zu regieren und zu herrschen, sollte mit jedem, egal ob Mann oder Frau, ein Abkommen geschlossen und Einverständnis erzielt werden. Selbst dem Propheten Mohammed wurde aufgetragen, sich bei der Führung der Gemeinde vom gesamten Volk, auch von den Frauen, eine „bajat“ (den Gesellschaftsvertrag, hier im Sinne einer Zustimmung) einzuholen (Sure 60, Vers 12). Die Prinzipien des Korans, die sich in Übereinstimmung mit der demokratischen Logik befinden, hat der amerikanische Nahost-Experte Leonard Binder in seinem Buch „Islamic Liberalism“ folgendermaßen zusammengefasst: „Erteilt Gott oder das Volk die Berechtigung zum Regieren? Diese Diskussion ist so gelöst worden: Die ursprüngliche Berechtigung kommt von Gott, aber sie wird über das Volk an bestimmte Personen übertragen. Dass die Berechtigung zur Machtausübung, deren Quelle Gott ist, über das Volk auf, von ihm ausgewählte, Führer übertragen wird, ist Demokratie.“ Im Kern bedeutet dies: Gott, der allmächtige Herrscher, gab dem Menschen eine Legitimation zum Herrschen. Der Mensch benutzt diese Legitimation, indem er bestimmten Personen ein Mandat überträgt und dabei die Prinzipien der „Schura“ und der „Bajat“ anwendet.

 

Frage 22: Warum missachtet man diese Wahrheit aus dem Koran? 



 

Der traditionelle religiöse Diskurs in den islamischen Ländern missachtet die Wahrheit dieser grundlegenden Prinzipien. Der ägyptische Gelehrte Abu Said ist der Ansicht, dass die traditionellen Gelehrten dies nicht aus Unkenntnis tun, sondern um die Wahrheit bewusst zu verheimlichen.

 

Frage 23: Wie wichtig sind der Verstand und die Prinzipien universellen Rechtes im Koran? 



 

Der Koran hat dem Menschen die Allmacht entzogen und sie an bestimmte Prinzipien und Leitlinien gebunden. Werte werden von Gott im Koran gegeben und von ihm verfügbar gemacht. Dem Koran zufolge ist der erste dieser Werte der Verstand. In Sure 10, Vers 100 heißt es: „Und Gott zürnt denen, die ihren Verstand nicht gebrauchen.“ In die Rechtssprache der modernen Zeit übersetzt heißt das: Die Herrschaft beruht auf den Prinzipien des universellen Rechtes. Der Koran verweist immer wieder auf diese universellen Prinzipien. Der Koran ruft dazu auf, den Verstand zu benutzen und kritisiert es, wenn Menschen sich wie eine Herde Vieh verhalten. Das Volk darf niemanden zu seinem Hirten machen und sollte sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Ein wichtiger Teil der zeitgenössischen islamischen Intellektuellen begreift dies. Bisher üben diese Intellektuellen noch keinen großen Einfluss aus. Leider wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis sich daran etwas ändert.

 

Frage 24: Unterstützt die Österreichische Bundesregierung den „wahren Islam“? 



 

Nein. Faktum in Österreich ist, dass viele der islamischen Organisationen, die behaupten, Muslime zu vertreten, Verbände des „politischen Islam“ sind, der eigentlich nicht auf dem wahren Islam, sondern einem traditionellen Islam und den Sitten und Gebräuchen des Nahen Ostens beruht. Nach einem bedingungslosen Dialog mit Gruppierungen des „politischen Islams“ muss etwas Wichtiges aufgezeigt werden. Denn es zeichnet sich seit Jahren eine gefährliche, teils absichtlich herbeigeführte Entwicklung in Österreich ab. Unter dem Vorwand des Dialogs werden die Unwissenheit oder die Vorurteile mancher österreichischer Politiker, Verbände oder Kirchen über den politischen Islam ausgenutzt.

 

Frage 25: Wo ist eine Verpflichtung im Koran zum Kopftuchtragen festgeschrieben und in welchem Vers? Steht das Wort „Kopftuch“ ausdrücklich in diesen Versen oder nicht?

 

Nein, das Wort „Kopftuch“ steht im Koran, der aus einhundert 114 Kapiteln (Suren) besteht, in keinem der 6.263 Verse. Jede Sure hat drei bis 300 Verse. Zunächst einmal zum umstrittenen Thema Kopftuch: Woher stammt das Kopftuch? Seit wann wird es getragen? Inwiefern handelt es sich beim Tragen eines Kopftuches um eine religiöse Pflicht, ein spirituelles Gebot oder eine gesellschaftliche Konvention? Wo ist eine Verpflichtung zum Kopftuchtragen festgeschrieben? Welchen Bedeutungswandel erfuhr das Kopftuch im Zeitverlauf? Wie bereits erwähnt, gibt der Koran, die verbindliche Hauptquelle des Islams, keine Auskunft über diese Fragen. Lediglich in drei Versen findet sich die Formulierung „den Körper bedecken“ (Sure 24 Vers 31 und 60, Sure 33 Vers 59), das Wort „Kopftuch“ (oder eine andere Kopfbedeckung) wird aber selbst in diesen drei Versen nicht erwähnt. Anders in der Bibel: Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament wird das Kopftuch nicht nur erwähnt, sondern den Frauen sogar vorgeschrieben (vgl. Paulus, Korintherbrief). Nun möchten aber viele Menschen wissen, ob es sich bei islamischen Kopftüchern um ein religiöses Gebot handelt (dann müsste dies auch im Koran festgeschrieben sein) oder ob wir es nicht vielmehr mit einem historisch gewachsenem politisch-religiösen Phänomen zu tun haben, dass sich auf den Einfluss politischer und kultureller Traditionen zurückführen lässt. Das häufig angeführte Argument, das Kopftuch sollte „vor den Blicken der Männer schützen“ erscheint in unserer aufgeklärten Zeit jedenfalls vielen absurd und selbst im traditionell-historischen Kontext nicht als ganz stimmig… Und es gibt viele solcher falschen Argumente, die gegenüber dem Koran nicht standhalten.

Die Befürworter, besonders hier die weiblichen Befürworterinnen, des Kopftuches leiten ihre wahrgenommene Verpflichtung zur Verhüllung aus dem Koran ab. Es empfiehlt sich daher, in jenen Suren und Versen des Korans nachzulesen, auf die sie sich berufen:

 

Sure 24, Vers 31 



 

„Und sprich zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren, ihren Schmuck [d. h. die Körperteile, an denen sie Schmuck tragen; der Übers.] nicht offen zeigen, mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbar ist. Sie sollen ihren Schleier auf den Kleiderausschnitt schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, es sei denn ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzen, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen Trieb mehr haben, den Kindern, die die Blöße der Frauen nicht beachten. Sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit man gewahr wird, was für einen Schmuck sie verborgen tragen. Bekehrt euch allesamt zu Gott, ihr Gläubigen, auf dass es euch wohl ergehe.“ [„Schmuck“ wird häufig auch übersetzt als „Reize“] [„Kleiderausschnitt“ wird häufig auch übersetzt als „Busen“]

 

Sure 24, Vers 60 



 

„Und für die unter den Frauen, die sich zur Ruhe gesetzt haben und nicht mehr zu heiraten hoffen, ist es kein Vergehen, wenn sie ihre Kleider ablegen, ohne dass sie jedoch den Schmuck zur Schau stellen. Und besser wäre es für sie, dass sie sich dessen enthalten. Und Gott hört und weiß alles.“

 

Sure 33, Vers 59

 

O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunter ziehen. Das bewirkt eher, dass sie erkannt und dass sie nicht belästigt werden. Und Gott ist voller Vergebung und barmherzig.“

 

(Quelle: Der Koran. Übersetzung von Adel Theodor Khoury. Unter Mitwirkung von Muhammad Salim Abdullah. Mit einem Geleitwort von Inamullah Khan, Generalsekretär des Islamischen Weltkongresses. (Gütersloh, 2. durchgesehene Auflage 1992)).

 

Bei Betrachtung der oben geschilderten Verse sieht man, dass das Wort „Tuch“ vorkommt, aber nicht das Wort „Kopftuch“ als solches. Auch bei der RICHTIGEN türkischen Übersetzung des Korans werden Sie das Wort „basörtü“ nicht finden. „Bas“ bedeutet auf Türkisch „Kopf“ und „örtü“ bedeutet auf Türkisch „Tuch“. Trotzdem findet man bei fast allen Auslegungen und Übersetzungen des Korans sowohl in türkischer als auch in deutscher Sprache die Übersetzung „Kopftuch“. Aber in Wahrheit bedeutet das Verb „himar“, das in diesem Vers 59 ausdrücklich erwähnt wird, in arabischer Sprache nicht „den Kopf bedecken“, sondern nur „bedecken“. 

Falls im Koran überhaupt etwas explizit bedeckt werden soll, würde es auch erwähnt werden. Das ist aber nicht der Fall. Die theologische Begründung für das Gebot zum Kopftuchtragen wird aber dennoch in erster Linie auf den Koran zurückgeführt.

Die Sure 24,31 ruft die Frauen dazu auf, ihre Reize vor den Männern zu verbergen, aber nicht den Kopf zu bedecken. Das steht wie oben aufgezeigt schwarz auf weiß im Koran Sure 24,30 und 31, Sure 33,59. Bei Übersetzungen wird aber in der Regel mit Klammerausdrücken versucht, den Koran willkürlich zu interpretieren. Dieser fatalen Praxis ist dringend Einhalt zu gebieten: Wir müssen bei den Fakten bleiben. Persönliche und gesellschaftliche Ansichten dürfen in Interpretationen genauso wenig einfließen wie tradierte kulturelle Aspekte.

 

Ich möchte meine Ausführungen noch mit einem konkreten Beispiel veranschaulichen: Wenn man das Wort „Bettdecke“ verwendet, benützt man neben dem Wort „Decke“ auch das Objekt „Bett“, um zu betonen, was genau bedeckt werden soll, wo etwas bedeckt werden soll oder wozu es dient (Bettdecke, Überdecke, Schlafdecke, Krankenhausdecke – Achtung ungenau, es handelt sich um ein (ungenaues) zusammengesetztes Hauptwort. Eine Schlafdecke ist eine Decke zum Schlafen, eine Krankenhausdecke ist aber die Decke eines Krankenhauses (gehört dem Spital), sie ist keine Decke zum Krankenhausen. Eine Bettdecke heißt nicht so, weil sie das Bett bedeckt, sondern weil sie für das Bett gedacht ist im Gegensatz zur z.B. Tischdecke). Gemäß dieser Logik müsste für den Begriff „Kopftuch“ neben dem Begriff „bedecken“ auch das Wort „Kopf“ oder ein anderer Begriff vorkommen. Das im Vers erwähnte Betonungswort neben dem Wort „himar“ (Bedeckung) ist „cuyub“, welches aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt „Brust“ oder „Kragen“ bedeutet. (also wäre die Übersetzung eher Halstuch, Überwurf) Dasselbe Wort „cuyub“ wird auch in einem anderen Vers im Koran erwähnt, nämlich Sure 28 („Kasas“), Vers 32, wo das Wort im Kontext „Er legte seine Hand auf die Brust/den Kragen von Moses“ gebraucht wird. Also wenn das Wort „cuyub“ mit dem Wort „himar“ (bedecken) kombiniert wird, bedeutet „bi-himür-ihinne ala cuyub-ihinne“ nicht „den Kopf bedecken“, sondern „die Brust/Kragen bedecken“. Fast alle traditionellen Auslegungen des Korans analysieren diese Verse nicht wissenschaftlich, sondern deuten das Ganze eigensinnig mit einem Gebot wie „Sie sollen ihre Kopftücher bis zu deren Kragen bedecken“, in dem sie auch das Wort „felyedribne“ als „sie sollen bedecken“ frei übersetzen, also mehr interpretieren und schon gar nicht direkt übersetzen. Das sind ganz freie Übersetzungen und Interpretationen, die solche Irrtümer nach sich ziehen.

 

Diese traditionellen Islam-Auslegungen schaffen für den politisierten Glauben einen festen Boden. Sie interpretieren dasselbe Wort, welches aus dem Wort „darabe“ stammt, als „sie sollen ihren Kopf bedecken“, wobei sie dasselbe Wort, in einer anderen Sure im Zusammenhang „Ihr sollt eure Frauen schlagen“ (siehe: Sure Nisa, Vers 34) verwenden. Um es auf den Punkt zu bringen: Obwohl die Originalausgabe des Korans keinen Bezug auf das Kopftuch nimmt, wird dieses zum identitätsstiftenden Symbol für traditionelle und politisierte Islam-Anhängerinnen und Anhänger. Als solches steht es immer wieder im Zentrum von Islam-Diskussionen, nicht nur in der Türkei, sondern mittlerweile vermehrt auch in Österreich und anderen europäischen Ländern. Dabei wird nicht über die wahre, im Koran festgeschriebene Religion Islam debattiert, sondern über eine Religion, die sich als Folge des politisierten Glaubens der traditionellen Nahostkultur begreifen lässt. Sie hat ihren Ursprung in der sumerischen, jüdischen und christlichen Kultur.

 

Eigentlich hat das Wort „Kopftuch“ in der Bibel seine Wurzeln (vgl. Pentateuch und Paulus, 1. Brief an die Korinther): Im Alten und Neuen Testament wird das Kopftuch nicht nur erwähnt, sondern das Tragen des Kopftuchs wird sogar als Pflicht für die Frauen beschrieben. So heißt es etwa im Brief von Paulus an die Korinther: „Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet, aber dabei ihr Haupt nicht verhüllt. Sie unterscheidet sich dabei in keinster Weise von der Geschorenen. Wenn eine Frau das Kopftuch trägt, soll sie sich gleich die Haare abschneiden lassen, aber es ist eine Schande, sich die Haare abzuschneiden oder gar sich kahl scheren zu lassen, dann soll sie sich eben verhüllen. Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, denn er ist ein Abbild und Abglanz Gottes, aber der Mann stammt nicht von der Frau ab, sondern die Frau vom Mann“. Übrigens gelten diese Soll-Anweisungen des Apostels Paulus nur für den Gottesdienst. In der Korintherbrief-Stelle ist keine Rede vom Alltag.

 

Über den Hl. Paulus haben wir viel geschrieben. Über unseren lieben Landsmann aus Tarsus in der Türkei. Ohne Paulus zu verstehen, kann man auch den manipulierten Koranischen Islam nicht verstehen. Er ist einer der wichtigsten Persönlichkeiten und Missionare der frühchristlichen Zeit. Die ersten Christen und Christinnen waren ja wie Paulus und auch Jesus Christus jüdischer Abstammung. Paulus übernahm kulturelle Aspekte aus seiner ehemaligen Religion, dem Judentum. Wenn wir im Alten Testament Gen 24,65 nachlesen, dann sehen wir, woher der kulturelle Aspekt „Verhüllung“ stammt und wie er in die christliche Religion Eingang fand: „Und fragte den Knecht: Wer ist der Mann dort, der uns auf dem Feld entgegenkommt? Der Knecht erwiderte: Das ist mein Herr. Da nahm sie (Rebekka) den Schleier und verhüllte sich“. Auch in Gen 38,14 wird über Schleier und Verhüllung geschrieben. Kurz: Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament kann man zur „Kopftuchpflicht während des Gebetes“ etwas lesen.

 

Das Kopftuch bei Paulus

 

Die Bibelstelle im 1. Kor 11,2-16 lautet: „Ich erkenne es lobend an, dass ihr in allen Beziehungen meiner eingedenk seid und an den Weisungen festhaltet, wie ich sie euch gegeben habe. Ich möchte euch aber zu bedenken geben, dass das Haupt jedes Mannes Christus ist, das Haupt der Frau aber der Mann, und das Haupt Christi ist Gott. Jeder Mann, der beim Beten oder bei erbaulichen Reden eine Kopfbedeckung trägt, entehrt sein Haupt; jede Frau dagegen, die mit unverhülltem Haupt betet oder erbauliche Reden hält, entehrt ihr Haupt; sie steht dann ja auf völlig gleicher Stufe mit einer Geschorenen. Denn wenn eine Frau sich nicht verschleiert, so mag sie sich auch scheren lassen; ist es aber für eine Frau schimpflich, sich das Haar abschneiden oder abscheren zu lassen, so soll sie sich verschleiern. Der Mann dagegen darf das Haupt nicht verhüllt haben, weil er Gottes Ebenbild und Abglanz ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. Der Mann stammt ja nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann; auch ist der Mann ja nicht um der Frau Willen geschaffen, sondern die Frau um des Mannes Willen. Deshalb muss die Frau ein Zeichen der Macht auf dem Haupte tragen, um der Engel Willen.“

 

Das Kopftuch im orthodoxen Judentum

 

Im orthodoxen Judentum bedecken heutzutage verheiratete Frauen ihre Haare aus religiösen Gründen mit einem Kopftuch oder einer Perücke. Bereits die hebräische Bibel, also das Alte Testament sprach von einer Verschleierung der Frauen. So verschleierte sich Rebekka, die Frau Isaaks nach Gen. 24,51, Gen. 24,65: „Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich….“. [Natürlich wird nach der modernen Bibelwissenschaft 1 Kor 11,5 teilweise als späterer Zusatz angesehen. Womit wiederum die Bibelexegeten das Heft in der Hand behalten würden. Wie gezeigt wurde, geht aber aus dem Alten und Neuen Testament klar hervor, dass Kopftuch, Schleier und Verhüllung nicht nur Empfehlungen waren, sondern (sittlich) verpflichtend vorgeschrieben wurden. Heutzutage wird das Kopftuch im Christentum fast nur noch in ländlichen Gegenden, insbesondere in orthodoxen Kirchen sowie von Frauen in mennonitischen bzw. täuferischen Gemeinschaften getragen.

 

Das Kopftuch als Mode und Tracht

 

Bis weit ins 20. Jahrhundert war es aber Sitte, dass in Österreich Frauen in der Kirche Kopftücher oder Hüte trugen. Je feierlicher, desto mehr Hüte, Kopftücher, Schleier und Goldhauben sieht man noch heute – egal bei welchem Anlass. Frauen lassen auch heute die Kopfbedeckung in einer katholischen Kirche auf, aber es ist eine Sitte, kein kirchliches Gebot (wenn es jemals eines war). Bei Papstmessen tragen Damen die sogenannte „Siziliana“, einen schwarzen Schleier über dem Haupthaar, seltener auch vor dem Gesicht.

 

Im Koran sucht man das Kopftuch vergeblich!

 

Während im Alten und Neuen Testament das Kopftuch verpflichtend vorgeschrieben wird, kommt im Koran nicht einmal das Wort Kopftuch vor, allenfalls das Tuch. Der Koran meint mit „Tuch“ aber kein Kopftuch, sondern ein Tuch, das den Frauen als Schmuck dienen und ihre sexuellen Körperstellen verhüllen soll (siehe die Suren, die wir in deutscher Sprache angegeben haben).

 

Das Kopftuch bei den Sumerern

 

In der Geschichte kommt das Kopftuch bereits erstmals bei den Sumerern und somit lange vor dem Judentum vor. Dies fand die die 96-jährige türkische Sumerologin und Historikerin Muazzez Ilmiye Cig heraus. Sie erforschte ihr Leben lang die Kultur und Geschichte der uralten mesopotamischen Zivilisationen. Die Sumerer waren ein mesopotamisch-südanatolisches Volk, das im 3. Jahrtausend v. Chr. lebte. Laut Prof. Cig waren die Sumerer die Ersten, die das Kopftuch als religiös-spirituelles Medium verwendeten.

 

Die heiligen Schriften: Thora, Bibel, Koran

 

Der Koran

Nun wollen wir ein bisschen tiefer auf die verschiedenen „heiligen Schriften“ eingehen und ausbreiten, inwiefern die heiligen Bücher und Schriften sich voneinander trennen und wo sie Gemeinsamkeiten aufweisen. Der Koran wird als die Heilige Schrift des Islams definiert, die gemäß dem Glauben der Muslime die wörtliche Offenbarung Gottes („Allah“) an den Propheten Mohammed (570/573-632), vermittelt durch den (Erz-)Engel Gabriel, enthält. Kurz und prägnant ausgedrückt, stellt der Koran für die Muslime das Wort Gottes dar. Die Offenbarungen, die Mohammed mündlich wiedergegeben hat, wurden von Schreibern aufgezeichnet und gesammelt. Allmählich wurden die Aufzeichnungen zu einem Buch zusammengefasst.

 

Die Bibel

Im Gegensatz zum Koran ist die Bibel eine Sammlung von 66 Büchern, die von verschiedenen Autoren beziehungsweise Redakteuren als Bericht bzw. Poesie verfasst und im Laufe der Jahrhunderte zu einer Einheit zusammengefasst wurden. Sie wird in das Neue und das Alte Testament eingeteilt. Unter dem Begriff „Testament“ versteht man einen „Bund“, in dem die Beziehung zwischen Gott und den Menschen beschrieben wird. Die Bibel besteht zu cirka 75% aus Berichten, zu 15% aus Poesie und zu 10% aus Lehrtexten.

 

Das Alte Testament mit der Thora (Pentateuch oder fünf Bücher Mose)

Das Alte Testament umfasst 39 Bücher, die in Kapitel und später in Verse eingeteilt wurden. Es wird sowohl von den Juden, als auch von den Christen als heilige Schrift betrachtet, d.h. dass sie direkt von Gott oder einem seiner Erzengel diktiert und/oder zumindest vom Heiligen Geist inspiriert, aber von verschiedenen Autoren geschrieben wurden. Das Alte Testament berichtet von der Erschaffung der Welt und von der Entstehung und Geschichte des Volkes Israel.

 

Das Neue Testament

Das Neue Testament besteht aus 27 Büchern und versteht sich mit der Ankunft des Messias Jesus Christus als Antwort auf das Alte Testament. Es erzählt dessen außergewöhnliches Leben und berichtet von seinen Jüngern sowie von seinen frohen Botschaften, die allen Menschen gelten. Vier Bücher (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) bezeugen auf unterschiedliche Weise das Leben Jesu, seine Lehre, seine Wunder, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung bis zur Himmelfahrt: Man nennt sie die „Evangelien“ (übersetzt „Gute Nachricht“ oder „Frohe Botschaft/Frohbotschaft“). Die darauffolgende Apostelgeschichte erzählt, wie die Jünger Jesu  die Auferstehung und die Himmelfahrt weitererzählen und diese Botschaft über das Römischen Reich bis zur heutigen Türkei (Kleinasien) verbreiten; sie berichtet von den Anfängen der christlichen Gemeinde, von Verfolgungen und ersten theologischen Problemen. Ein weiterer wesentlicher Teil sind die Briefe, besonders des Apostels Paulus. Das Neue Testament schließt mit der Johannes-Offenbarung, der sogenannten Apokalypse. Während die Juden auf Papyrusrollen schrieben, begannen die Christen, die Texte in Buchform zusammenzufassen, zu sogenannten Codizes.

 

Wichtig zu unterscheiden!

 

Wir müssen uns immer als Exegeten fragen, wer ist der Autor eines Textes? Wer diktierte den Text und wer schrieb ihn auf?

Dabei handelt es sich in den wenigsten Fällen um dieselbe Person.
Wir müssen hier sehen, dass der Koran direkt als Gotteswort konzipiert ist, das Alte und Neue Testament hingegen in Form von Berichten und Poesien verfasst ist. Wenn auch an vielen Stellen wiedergegeben wird, was Gott gesagt hat. Andere Stellen gelten als vom Heiligen Geist inspiriert. Die Offenbarung des Johannes wurde vom Erzengel Gabriel diktiert. Ein Vers in der Bibel ergibt nur dann einen Sinn, wenn er im Zusammenhang mit dem ganzen Text betrachtet wird. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn man die Bibel einfach an einer beliebigen Stelle aufschlägt. Natürlich sind manche Abschnitte der Bibel schwer zu verstehen, weil viele Jahrhunderte zwischen damals und heute vergangen sind und wir die beschriebenen Bräuche und das Umfeld als fremd empfinden. Auf der anderen Seite wurde der Koran, der aus 114 Kapitel („Suren“) und 6.243 Versen besteht und das Gotteswort wiedergibt, auf ein Ereignis hin offenbart, um eine bestimmte Idee zu verdeutlichen. Man muss den historischen Kontext kennen, um ihn richtig zu interpretieren. Man muss ihn mit den Gegebenheiten der Zeit sehen.

 

Wurde der Bibeltext verfälscht? Behauptet das der Koran?

Das evangelische „Institut für Islamfragen“ ist ein Netzwerk von Islamwissenschaftlern und wird von den Evangelischen Allianzen in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz getragen. Frau Dr. Christine Schirrmacher schreibt in ihrem Prolog für uns sehr Interessante Aussagen: „Heute ist unter Muslimen die Auffassung, dass der Text der Bibel verfälscht worden ist, längst Allgemeingut. Man geht davon aus, dass sowohl das Alte als auch das Neue Testament ursprünglich wahre Offenbarungen Gottes waren, im Laufe der Zeit jedoch von Menschen verändert und verfälscht wurden. Andere Bezeichnungen von früher zu den Menschen gesandten Schriften sind präziser. So nennt der Koran sowohl die Tora (arab. taurâh) als auch das Evangelium (arab. Injîl, türk. Incil) beim Namen. Das Evangelium wird insgesamt zwölfmal im Koran erwähnt. Was meint allerdings der Koran mit dem Evangelium? Letztlich bleibt unklar, ob er damit vor allem die Erzählungen von Jesus meint oder eines der vier Evangelien, alle vier Evangelien zusammen oder etwa das ganze Neue Testament. Interessanterweise wird im Koran der Wert früher überlieferter Bücher wie auch des überlieferten Evangeliums zu Beginn von Muhammads Offenbarungen nirgends grundsätzlich in Frage gestellt, sondern vielmehr positiv hervorgehoben. Erst später taucht im Koran der pauschale Vorwurf der Schriftverfälschung auf.“

 

Schirrmacher erzählt weiter: „Die vor Muhammad und mit Muhammad gesandten Schriften widersprechen sich nach Auffassung des Korans eigentlich nicht, sondern bestätigen sich vielmehr gegenseitig. Jeder Prophet, der in der Geschichte mit einer Offenbarung Gottes zu seinem Volk gesandt wurde, bestätigt die Botschaft seiner Vorgänger, da die Botschaft Gottes sich niemals ändern kann. So bestätigte Jesus die Sendung von Noah, Abraham und Moses, und Muhammad bestätigt die Botschaft Jesu. Deutlich hebt der Koran hervor, dass das Evangelium wie zuvor die Tora von Gott zur Rechtsleitung der Menschen gesandt worden ist: „Er hat auch die Tora und das Evangelium gesandt, früher, als Rechtsleitung für die Menschen“ (3,3-4). Besonders positiv über den Wert des Evangeliums, das „Rechtsleitung“ und „Licht“ enthält, äußert sich Sure 5,46: „Und wir ließen nach ihnen her Jesus, den Sohn der Maria, folgen, dass er bestätige, was vor ihm da war, nämlich die Tora. Und wir gaben ihm das Evangelium, das Rechtsleitung und Licht enthält und das bestätigt, was vor ihm da war, nämlich die Tora, und als Rechtsleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen“ (5,46). Zunächst spricht der Koran nirgends davon, dass die Offenbarungen des Alten und Neuen Testamentes (oder: wie der Koran sagt, der Tora und des Evangeliums) grundsätzlich überholt oder vom Koran abgelöst worden seien“. Soweit Schirrmacher.

 

Das Kopftuch: Wozu diente es in der Geschichte? Wozu dient es heute?

Jetzt kehren wir zurück zum Thema Kopftuch, und diesmal im Bezug auf dessen Funktionalität und historischen Aspekte. Wir fragen uns, was das Kopftuch ist, wozu es dient, seit wann das Kopftuch getragen wird, und inwiefern das Tragen eines Kopftuches eine religiöse, spirituelle oder gesellschaftliche Konvention ist, und wie sich dieses Phänomen im Laufe der Zeit verändert hat, sodass es zu einer der zentralen Fragen bezüglich Religionsfreiheit und Frauenrechte entwickelt geworden ist.

Frau Prof. Cig beschrieb folgende Bedeutungen des Kopftuchs: „In der polytheistischen Religion der Sumerer war es eine heilige Ehre für willige Frauen (gemeint sind Tempelhuren, Anm.), zu den Göttern in ihren Tempeln zu beten und zu danken, indem sie als Braut der Götter zu einer ‚öffentlichen Frau‘ wurden. Damit man sie von anderen Beterinnen unterscheiden konnte, mussten sie ihren Kopf bedecken. Viel später – erst ca. 1600 v. Chr. – führte ein assyrischer König die Kopfbedeckung auch für verheiratete und verwitwete Frauen ein. So bekamen diese Frauen den gleichen Status wie die ‚öffentlichen Frauen‘, die legal Geschlechtsverkehr haben durften. Später übernahmen diese Tradition die Juden, und danach die Muslime von den Juden.“ Laut Cig, die viele Werke zum Thema schrieb, tauchte auch der Turban zum ersten Mal bei den Sumerern auf. Er sei später vom Judentum, Christentum und danach von der arabischer Kultur und somit von Islam übernommen worden. Frau Cig betonte, dass der Turban eigentlich nichts anderes sei, als eine sumerische Tradition, die später eine enorme göttliche Bedeutung erlangt habe.

 

Im Folgenden ein paar Ausschnitte aus einem Interview mit Frau Muazzez Ilmiye Cig: 

Frage: „Sehr geehrte Frau Cig, bitte klären Sie uns einmal über das viel umstrittene Thema auf: Wer bei den Sumerern hat sich wieso bedeckt?“ 



 

Cig: Bei den Sumerern hatte jeder Gott ein eigenes Haus, sozusagen einen Tempel. In diesen Tempeln beteten die Menschen ihre Götter an. Es war allerdings nicht vorgeschrieben, was sie für die Götter tun sollten. Alle definierten die Art zu beten für sich selbst und praktizierten ihr eigenes Gebet.

 

Frage: „Waren diese Tempel also eine Art ‚Häuser eigenen Gewissens‘?“

 

Cig: Genau, diese Tempel waren Orte, wo Menschen mit ihrem Gewissen alleine bleiben konnten. Sie waren in ihren Gebeten freier als in den heutigen Moscheen, Kirchen oder Synagogen. Sie sangen oder tanzten, um die Götter zufriedenzustellen. Unter den Betern waren auch Ordensfrauen. Manche von ihnen wurden eben zu diesen ‚öffentlichen Frauen‘.

 

Frage: „Was bedeutet das Wort ‚öffentliche Frau‘ genau?“ 



 

Cig: Das waren die Frauen, die die Aufgabe hatten, Geschlechtsverkehr zu praktizieren [alternativer Begriff: Tempelhuren, Anm.], aber sie waren keine Prostituierten, denn sie verlangten kein Geld. In den Tempeln gab es sogenannte Liebesräume, wo die öffentlichen Frauen den Jugendlichen Sexpraktika beibrachten. Im Gilgamesch-Epos gibt es eindeutige Hinweise darauf. Um dem Mann, der im Wald unter Tieren aufgewachsen ist, Menschlichkeit beizubringen, wurde eine Ordensfrau aus einem Tempel bestellt und sie lehrte ihm, wie man spricht, isst und Geschlechtsverkehr hat. Diese öffentlichen Frauen wurden bei den Sumerern als weise Lehrerinnen betrachtet. Während sie dieser heiligen Aufgabe nachgingen, opferten sie sich vollständig im Namen der Götter auf. Eigentlich war die Jungfräulichkeit bei den Sumerern schon ein Thema. Die Tatsache, dass die öffentlichen Frauen trotzdem Geschlechtsverkehr haben durften, zeigt, wie heilig diese Aufgabe wirklich war.

 

Frage: „Woher weiß man, dass die Jungfräulichkeit ein Thema war?“

 

Cig: Laut alter Tafeln [Tontäfelchen mit Schriftzeichen oder Gesetzestafeln, Anm.] bekam eine Frau, die vor der Heirat als Jungfrau galt, bei der Scheidung Schadenersatz.

 

Frage: „Warum trugen die ‚öffentlichen Frauen‘ ein Kopftuch?“



 

Cig: Damit man sie von anderen Ordensfrauen in den Tempeln unterscheiden konnte. Zum Beispiel trugen die Prostituierten auch kein Kopftuch. Das ist das spezielle Symbol der öffentlichen Frauen in den Tempeln und somit das erste Kopftuch in der Geschichte.

 

Frage: „Wie ging es dann weiter?“

 

Cig: Viel später führten die Assyrer im 16. Jahrhundert vor Christus plötzlich die Kopfbedeckung für verheiratete und verwitwete Frauen ein. Der Sinn dahinter war, dass man zeigen wollte, dass auch diese Frauen legalen Geschlechtsverkehr haben.

 

Frage: „Heißt das, dass eine Frau mit Kopftuch sich als Nichtjungfrau geoutet hat?“



 

Cig: Ja, ganz genau! Aber viele Gläubige missverstehen diese Tatsache. Sie denken, ich würde behaupten, dass die Prostituierten das erste Kopftuch in der Geschichte getragen hätten. Aber weder die öffentlichen Frauen bei den Sumerern noch die verheirateten und verwitweten Frauen bei den Assyrern waren Prostituierte.

 

Frage: „Also diente das Kopftuch einer Frau eigentlich schon vor tausenden Jahren, das heißt vor dem Islam bzw. Judentum und Christentum, einfach dazu, ihren Status zu zeigen?“

 

Cig: Das ist auf den Punkt genau, was ich sagen möchte. Sogar nicht ich, sondern die Geschichte sagt das. Weder ergänze ich die Tatsachen, noch interpretiere ich sie. Ich erzähle nur die wissenschaftlichen Fakten.

 

Das Kopftuch: eine alte Tradition



 

Also, wie man sieht, ist das Tragen eines Kopftuches eine ganz alte Tradition des Mittleren Ostens und des mesopotamischen Raums. Was die Verhüllung und das Tuch im Islam betrifft, ist es reine Interpretationssache, wie man die oben erwähnte Sure „Nur“ auslegt. Viele Hermeneutiker, aber auch viele Theologen, sind der Meinung, dass mit dem Bedecken von „Scham“ und „Schmuck“ Geschlechtsorgane, Busen etc. gemeint sind, und es gibt weder direkt, noch indirekt einen Hinweis darauf, dass der Kopf der Frau mit einem Tuch voll verschleiert werden soll. 

Im geschichtlichen Verlauf wurden aber in fast allen Religionen einige sittliche und gesellschaftliche Konventionen in das heilige Wort Gottes hineininterpretiert. Dadurch blieben gewisse gesellschaftliche Rollen und Positionen und damit Machtverhältnisse erhalten. Es stimmt allerdings nachdenklich, dass sehr alte Auslegungen und Interpretationen, sowie die Interpretationswahrnehmung dritter Personen, die sich mit dem Thema nicht ernsthaft auseinandergesetzt haben, heute zu ungerechtfertigten Belästigungen und politischer Instrumentalisierung führen und in Gestalt der „Kopftuchdebatte“ ein gesellschaftspolitisches Problem konstruieren.

 

Quellen: Der Koran, Die Bücher der größte islamischer Denker des 20. Jahrhunderts, Muhammed Iqbal (gestorben 1938) ) und Die Bücher von Prof. Dr. Yasar Öztürk, Hasan Hanefi ( Agathen), Ali Seitab ( Iran), Mehmet Akif ( Türkei) , Muhammed Abid El  Cabiri( Marakko), Dozent Dr. Mustafa Sag., Enfa, Deutsche Bibelgesellgeschaft

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14 09 2017
By: Redaktion 3 0

TKG: Islamic Banking verstößt gegen das EU Recht? 31 Thesen!

TKG erwartet EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen mehrere Finanzinstitute und EU-Staaten. Islamic Finance bzw. Islamic Banking verstößt gegen das EU-Recht und das EU-Diskriminierungsverbot.


„Das Scharia-Recht“ und die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme sind in Europa verboten. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) ist nicht gegen den „Islam“, sondern gegen Islamic „Banking“, das gerade von einer Privatbank als erste Bank in Österreich ab Februar starten soll. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in seiner Entscheidung vom 13.2.2003 etabliert und anerkannt, dass das „Scharia Recht“ und die Diskriminierung, die sich aus dem Scharia Recht ableitet, sowie die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme, in Europa verboten sind.

Am 14.01.2016 wurde in mehreren Zeitungen in Österreich folgendes berichtet: „Als erste österreichische Bank (Name bekannt), wagt sie sich in das wachsende Geschäft mit „Islamic Banking“ – eine Finanz- und Anlageform, welche die Scharia, das religiöse Gesetz des Islam, als Grundlage hat. Zinsen sind beim „Islamic Banking“ verboten, wie auch Geschäfte mit Unternehmen, die in Glücksspiel, Waffen, Alkohol oder Pornografie investieren. Überwacht werden diese Regeln von einem Korangelehrten (Scharia-Board). Als Zielgruppe werden die fast 600.000 in Österreich lebenden Menschen genannt, die sich zum muslimischen Glauben bekennen. Abgesehen hat es die Bank vor allem auf die türkische und bosnische Community, die zum Teil in der Muttersprache betreut wird. Der Flüchtlingsstrom aus dem arabischen Raum dürfte zusätzliche Nachfrage nach den Produkten bringen. Vor Jahren verlief ein ähnliches Projekt der Oberbank noch im Sand.“

Hier die 31 Thesen,  und Meinung der TKG (Türkische KULTURgemeinde in Österreich), warum diese das Islamic Banking in aller Freundschaft nicht unterstützt und ihren Mitgliedern nicht empfiehlt:
Die Sach­ver­halts­dar­stel­lung:

1. Islamic Finance (Banking, Versicherung) verstößt gegen das EU-Recht in allen 28 EU-Staaten, die freie Marktwirtschaft, die WTO-Regeln, das UWG, und die nationalen Gesetze von 170 Staaten in der ganzen Welt. Was hat die Religion mit dem Bankwesen zu tun? Halal-Zertifizierungen (Konformitätsbewertungen) sind kommerzielle (wirtschaftliche) Tätigkeiten mit einem Gewerbeschein, und keine religiösen Tätigkeiten. Konformitätsbewertungen sind kein Monopol der Glaubensgemeinschaften. Durch „konservative politische islamische Gruppen“ wird aus unserer Sicht, die „Islamische Religion“ als Vehikel benutzt um allen Bereichen der EU einen steuerbaren Marktmechanismus aufzuerlegen. In Koran und Sunna gibt es kein Scharia-Board. Dieses ist vor einigen Jahrzehnten erst von den poltisierten Islam Parteien und Verbänden für die Steuerung des europäischen und weltweiten Exportes Ihrer Politik (poltisierter Glaube) von Wirtschaft und Gesellschaft „erfunden“ worden. Hier wird unter dem Vorwand der Religionsfreiheit ein steuerbarer Marktmechanismus bei Halal-Zertifizierungen (inkludiert Islamic Banking, Islamic Finance, Islamic Versicherung) aufgebaut, der gegen das EU Recht, die freie Marktwirtschaft, das Gleichbehandlungsgesetz und das Diskriminierungsverbot der EU verstößt. Die Freiheit der Religionsausübung ist in erster Linie eine Angelegenheit des Gewissens jedes Einzelnen. Aber die Sphäre des individuellen Gewissens ist grundverschieden von der des „Privatrechts“, welches die Organisation und das Funktionieren der Gesellschaft als Ganzes betrifft und wo sich der Rechtsstaat aufbaut. Hier beginnen die Probleme für uns als säkulare muslimische AustrotürkInnen. Hier wird nach unserer Meinung auch unsere Religion Islam missbraucht.

2. 96 Artikel der konsolidierten Fassung des „Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union“, gültig ab 30.3.2010 (Amtsblatt der Europäischen Union C 83/47), 15 Artikel des „Vertrages über die Europäische Union“ (C 83/13) und 16 Artikel der „Charta der Grundrechte der Europäischen Union“ (C 83/02), werden durch die Zulassung von „Halal“ und „Islamic Finance“ verletzt. Um dem EU Staatsgrundsatz der Trennung von Kirche und Staat keine Umgehungsmöglichkeit zu schaffen, forden wir im Namen der TKG (Türkische KULTURgemeinde in Östereich) in diversen Normen Entstehungsprozessen, international und national, besonders dem Thema widmend, eine Normierung dieses Themas in allen Bereichen zu unterbinden!

3. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in seiner Entscheidung vom 13.2.2003 etabliert und anerkannt, dass das Scharia Recht und die Diskriminierung, die sich aus der Scharia ableitet, sowie die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme, in Europa verboten sind: „Die Einführung verschiedener Rechtssysteme kann nicht als vereinbar mit der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) betrachtet werden. Überdies würde es dem Diskriminierungsverbot des Art. 14 EMRK widersprechen. Die Scharia ist unvereinbar mit den grundlegenden Prinzipien der Demokratie, die in der Konvention festgeschrieben sind. Die Freiheit der Religionsausübung ist in erster Linie eine Angelegenheit des Gewissens jedes Einzelnen. Die Sphäre des individuellen Gewissens ist grundverschieden von der des Privatrechts, welche die Organisation und das Funktionieren der Gesellschaft als Ganzes betrifft.“
(Quellen: EGMR Entscheidung 13.2.2003, Bsw41340/98, Bsw41342/98, Bsw41343/98, Bsw41344/98)

4. Das gesamte bisherige Rechts- und Gesellschaftssystem wird ausgehebelt und das Scharia-Recht in Österreich und Europa eingeführt. Wenn es in allen europäischen Ländern „Ausnahmen und Befreiungen“ für eine Unterscheidung und Differenzierungen zwischen „Halal“ (reinen, erlaubten) und „Haram“ (unreinen, nicht erlaubten, verbotenen) EU-Produkten, EU-Unternehmungen, EU-Lebensmittel-Sektoren, die EU-Finanzdienstleistungs-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Arbeiter, Angestellte und Verbraucher in der EU gibt, würde sich eine neue rechtliche Situation in ganz Europa entwickeln, die in Widerspruch zu den bestehenden Grundsätzen der EU stehen. Die Einführung eines Islamischen Rechtssystem – (siehe letzte Entscheidungen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) unter Saudi Arabien etc.) führt zu einer Spaltung der europäischen Gesellschaft: Zweiklassengesellschaft. Wir müssen hier in aller Freundschaft Einspruch erheben.

5. Bei Rechtsstreitigkeiten müssen die Gerichte, Verwaltungsbehörden, der Oberste Gerichtshof, der Verwaltungsgerichtshof und der Verfassungsgerichtshof auf Grundlage des Scharia-Rechtes entscheiden und zwischen „reinen“ (erlaubten) und „unreinen“ (verbotenen) Produkten, Unternehmen, Konsumenten und Arbeitnehmern unterscheiden. Die zahlreichen Anstöße aus dem arabischen Raum übersehen für die europäischen Rechtskreise nämlich ein zentrales Faktum: Fragen der technischen Normung sind vom jeweiligen Gesetzgeber ganz genau für den Standardisierungs-Vorgang zugewiesenen Regelungseinheiten definiert, die ansonsten den parlamentarischen/demokratischen Prozess zur allgemeinen Gesetzeswerdung nicht stören dürfen. Somit darf es auch nicht sein, dass mit technischer Normung Grundprinzipien des Rechtstaates umgangen werden, wie z.B. jenes Faktum, dass das Staatskirchenrecht jedenfalls eine parlamentarische Aufgabe ist und keine Angelegenheit eines technischen Standards.

Es ist daher unvertretbar, parlamentarische Kompetenzen durch Herabstufung auf technische Normen zu nivellieren und zu umgehen. Ganz generell darf das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat auch und gerade im technischen Bereich nicht durch Hereinnahme islamischer Vorschriften verwässert werden.

Auch aus Sicht der technischen Normengestaltung ist es einfach widersinnig für ein und dieselbe Sachfrage einmal eine sogenannte säkulare Norm zu schaffen und parallel dazu eine sogenannte Islam-konforme Norm, denn es besteht die Gefahr, dass auch die Frage eines allfälligen Vorrangs einer Norm nach dem Kulturkreis und politischer Einflussnahme entschieden werden könnte. Zum letzten Punkt ist besonders anzumerken: Über die Nomenklatur, was HALAL/rein und was HARAM/unrein ist, herrscht zwischen den Glaubensrichtungen der Schiiten, der Sunniten und der Alewiten kein einheitliches Verständnis. Entscheiden sich Firmen wegen der Hoffnung auf neue Geschäftsfelder, Kundenwünschen nach religiös gestalteten Produkten entgegen zu kommen, ist das jeweils eine eigene Unternehmensentscheidung auf freiwilliger Basis –mit allen Konsequenzen, die ein solcher Entschluss mit sich bringt. Die Umstrukturierung der EU-Wirtschaft wird die Folge sein. Das Geschäftsvolumen für alle Bereiche des Lebens der EU-BürgerInnen soll bis zum Jahr 2050 für „Halal food“ (Lebensmittel, Getränke etc.) und „Islamic Finance“ (Bankwesen, Versicherungen, Finanzdienstleitungen, KFZ, Häuser, Wohnungen, etc.) beabsichtigen in jedem Jahr rund 2 Billionen Euro in ganz Europa zu erreichen. Eine solche Überlegung der Marktteilnahme rechtfertigt jedoch nicht die Schaffung allgemeiner Normen „erga omnes“(gegenüber Allen – kennzeichnet absolute Rechte, die nicht nur wie etwa vertragliche Rechte inter partes wirken, sondern gegenüber jedermann Geltung beanspruchen).

6.
  Der Hintergrund des Scharia-Rechts „Halal“ (und auch „Islamic Finance“) diskriminiert die Wirtschaft, Lebensmittel-Sektoren (Hersteller und Konsumenten), die Finanzdienstleistungen-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Produkte, Arbeiter, Angestellte und Verbraucher nicht nur in Österreich sondern in der ganzen Welt. Dies ist eine Verletzung des Gleichheitsprinzips. Die Konzeption (durch politisierten Glauben des Islam) von „Halal“ und „Haram“ wird unserer Ansicht nach der Europäischen Integrationspolitik entgegenwirken und steht in Widerspruch zu den Prinzipien der säkularen Europäischen Union.

7. Es gibt keine Trennung zwischen Staat und Religion.

8. Das Scharia-Recht ist die Grundlage des Islamic Finance Vertrages zwischen Bank und Kunde und umfasst alle Lebensbereiche und Handlungen eines Menschen.

9. Die Scharia hat keine fixierte Gesetzessammlung wie etwa österreichische Gesetzestexte im Bürgerlichen Gesetzbuch oder im Strafgesetzbuch, sondern eine Methode und Methodologie der Rechtsschöpfung. Die Scharia („Rechtsgutachten“) ist nicht der koranische Islam, sondern eine Deutung und ist daher subjektiv. Der Koran wurde bislang falsch interpretiert, sagen moderne Theologen. Der Theologe fordert eine Befreiung des Glaubens.

10. Religiöse Vorschriften und das Rechtsystem der Scharia stehen über den nationalen staatlichen Gesetzen und dem EU-Recht, was europäisches Recht verletzt.

11. Es wird zwischen „halal“ (reinen, erlaubten) und „haram“ (unreinen, verbotenen) Produkten, Unternehmen, Konsumenten und Arbeitnehmern unterschieden.

12. Unternehmen, Produkte, Konsumenten und Arbeitnehmer, die nicht „halal“ sind, werden in Österreich und in der EU diskriminiert.

13. Es werden der Gleichheitsgrundsatz, das Gleichbehandlungsgesetz, das Gleichbehandlungsgebot und das Diskriminierungsverbot der EU verletzt.

14. Aus den Entscheidungen der europäischen Gerichtshöfe geht hervor, dass die Einführung des Scharia-Rechtes und die damit verbundene Diskriminierung mit den grundlegenden Prinzipien der Demokratie, der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK), der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (GRC) und dem EU-Recht nicht vereinbar sind.

15. Die wiederholten Versuche verschiedener Banken und Versicherungen in Europa übersehen, dass Islamic Finance (Islamic Banking, Versicherung, etc.) den parlamentarischen und demokratischen Prozess zur allgemeinen Gesetzeswerdung nicht stören dürfen.

16. Somit darf es auch nicht sein, dass mit Islamic Finance die Grundprinzipien des Rechtstaates umgangen werden, wie z.B. jenes Faktum, dass das Staatskirchenrecht jedenfalls eine parlamentarische Aufgabe ist und keine Angelegenheit eines Standards einer Bank oder Versicherung. Die islamischen Staaten wollen sich aus vielen Presseberichten auf einheitliche Standards für sogenannte Halal-Produkte ink. Islamic Finance/Banking verständigen, die den Maßgaben des islamischen Religionsrechts (Scharia) entsprechen. Auch pharmazeutische Produkte und Kosmetika sollen geprüft werden. Anfang Dezember 2015 kam dazu am Sitz der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) im saudi-arabischen Dschidda ein zweitägiges Forum zusammen. Nach Angaben des staatlichen emiratischen Pressedienstes WAM sollte es dabei unter anderem um Fragen der Zertifizierung von Unternehmen sowie um Produktrichtlinien und Verfahrensweisen im internationalen Handel gehen. OIC-Generalsekretär Iyad bin Amin Madani betonte, Halal-Erzeugnisse umfassten nicht nur Nahrungsmittel, sondern etwa auch pharmazeutische Produkte, Kosmetika und Banken. Die Ergebnisse des Forums sollten als Empfehlungen kommendes Jahr dem Außenministerrat der OIC-Staaten vorgelegt werden. Das Marktvolumen von Produkten, die ausdrücklich in Einklang mit islamischen Vorschriften stehen, wird laut WAM auf 2,3 Billionen US-Dollar geschätzt (2,1 Billionen Euro). Davon entfallen 1,4 Billionen auf Nahrungsmittel und 506 Milliarden auf Kosmetik. Im Falle des internationalen Gründungsantrags der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) mit Sitz in Saudi Arabien oder „Vereinigte Arabische Emirate“ (V. A. E.) geht es nun nicht mehr alleine um Lebensmittel oder Finanzen, sondern es geht um fast alle Technologiefragen, um die Umwelt, um Textilien, chemische Produkte (Kosmetika), islamkonforme Krankenhausausstattungen, Logistik, usw.

Aus österreichischer Sicht können diese Vorhaben keinesfalls gutgeheißen werden, da ganz stark in säkulare Erzeugungs-, Bedienungs-, Verkaufs- und Servicevorschriften eingegriffen werden würde.

Halal (erlaubt, zulässig) -Zertifizierungen (siehe Spar Produkte) sind keine religiösen Praktiken, sondern wirtschaftliche Aktivitäten.

Durch „islamistische und konservative islamische Gruppen“ wird aus unserer Sicht „islamische Religion“ als Vehikel benutzt um allen Bereichen der EU einen steuerbaren Marktmechanimus aufzuerlegen.

Die Halal-Zertifizierungen (Konformatitäts-Bewertung) sind eine kommerzielle (wirtschaftliche) Art mit einem Gewerbeschein, und keine religiösen Tätigkeiten.  Schlussfolgerung: Konformitätsbewertung (Zertifizierung) ist kein Monopol der religiösen Gemeinschaften.

17. Es ist hier unvertretbar, parlamentarische Kompetenzen durch Herabstufung auf finanztechnische Standards zu nivellieren und zu umgehen. Ganz generell darf das Prinzip der Trennung von Religion und Staat auch und gerade im finanztechnischen Bereich nicht durch die Hereinnahme von Scharia Vorschriften verwässert werden.

18. Islamic Banking verstößt gegen das EU-Recht und das EU-Diskriminierungsverbot. „Das Scharia-Recht“ und die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme sind in Europa verboten. Die Scharia wird von Menschen beeinflusst von ihren Instikten, Komplexen, Neigungen, ihren Interessen und ihrer Voreingenommenheit. Koranische Verse und Aussagen von Propheten werden hier selbst produziert, verfälscht, manupuliert – die wenigen Richtigen vernebelt, verdunkelt oder aus dem Kontext gerissen, falsch übersetzt, falsch interpretiert oder für eigene Zwecke missbraucht und an die Öffentlichkeit unter dem Vorwand „Scharia“ bzw. „Scharia Board“ (subjektives Rechtsgutachten von Menschen) gebracht. Wir haben hier den Verdacht, dass am europäischen Finanz- und Lebensmittelmarkt durch Lobbyisten systematisch aus den Unkenntnissen, Unwissenheiten bzw. Vorurteilen der Menschen bezüglich des verstandbezogenen „koranischen Islams“  im Unterschied zu subjektiven „von Menschen gemachten Scharia bzw. Scharia Vorstand(Board)“ Parallelwelten gebildet werden. Ein Beispiel sind Halal-Lebensmittel sowie Banken und Finanzprodukte, die religiöse Muslime ansprechen sollen. Wir müssen hier zur sachlichen und kritischen Aufklärung zurückkommen und das fordert ein an Wahrheit gebundenes sachliches Wissen. Also Inhalte ohne Vernebelung der Fakten und Quellen. Wir brauchen hier aber dringend wahre Freunde ohne Hetze und auch ohne Vernebelung damit wir die Spreu vom Weizen trennen können.

19. Wenn es in allen europäischen Ländern „Ausnahmen und Befreiungen“ für Unterscheidungen und Differenzierungen zwischen „Halal (reinen, erlaubten) und „Haram“ (unreinen, verbotenen) Produkten, Unternehmungen, Lebensmittel-Sektoren, Finanzdienstleistungs-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Arbeitern, Angestellten und Verbrauchern gibt, würde sich eine neue rechtliche Situation in ganz Europa entwickeln, die in Widerspruch zu den bestehenden Grundsätzen der EU steht.

20. Die Einführung eines islamischen, finanztechnischen Rechtssystems neben dem bereits bestehenden europäischen Rechtssystem und die Unterscheidung in „halal“ und „haram“ führen zu einer Spaltung der europäischen Gesellschaft (2-Klassen Gesellschaft), was nach EU-Recht verboten ist.

21. Jedes Finanzinstitut, das diese Grundsätze nicht einhält, macht sich strafbar und schadenersatzpflichtig.

22. Beim bisherigen europäischen und weltweiten Finanzsystem nehmen die Bürger, Firmen und Behörden einen Kredit auf und sind der Besitzer ihres Eigentums. Bei Islamic Finance sind die Finanzinstitute der Besitzer des Eigentums für die Dauer der Rückzahlungsraten im Zeitraum von zwanzig oder dreißig Jahren bis zur letzten Rate. Es kommt zu einer Umverteilung des Vermögens.

23. Im Jahr 2050 werden etwa 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben, wovon etwa 2,5 Milliarden Muslime sein werden.

24. In der Vergangenheit sind bereits zahlreiche Finanzinstitute insolvent geworden. Die Konkursmasse beinhaltet auch das Eigentum von Islamic Finance. Durch die Finanzkrise der Finanzinstitute geht bei einer Insolvenz das Vermögen in die Konkursmasse über.

25. Fast alle weltweiten Finanzinstitute haben ausländische Beteiligungen. Diese nehmen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Einfluss auf die Länder. Durch die Umverteilung des Vermögens kommt es zu einer verstärkten Einflussnahme, was gegen das EU-Recht und den Gleichheitsgrundsatz sowie gegen die Interessen der EU verstößt.

26. Wenn EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Staaten erkennen, dass die finanztechnische Islamisierung der europäischen Wirtschaft und des Finanzwesens eine Bedrohung der EU-Grundsätze ist, muss damit gerechnet werden, dass es EU-Vertragsverletzungsverfahren mit sehr hohen Schadenersatzbeträgen und sehr schwerwiegenden Sanktionen gegen die jeweiligen Finanzinstitute und EU-Staaten gibt.

27. Warum gibt es nicht Begriffe oder Bestimmungen mit dem Namen „Jewish Banking“ oder „Christian Banking“, aber den Begriff „Islamic Banking“? Und warum unterstützen das so gerne viele Europäer gierig mit verschiedenen sehr bedenklichen Argumenten? Welche Länder, welche politischen Parteien, Institutionen, Verbände, Medien, Finansinstitute (in Österreich und in der Welt) und welche Personen mit welchen Zwecken unterstützen Islamic Finance (Banken, Versicherungen)?

28. Warum versucht man im Islam so etwas wie Islamic Banking aufzubauen, das sogar in der Türkei von der Mehrheit der Bevölkerung (75 Mio. Einwohner) nicht angenommen wird. (ab 1980 steigend)

29. Das Wort „Riba“ im Koran darf nicht als „Zins“ verengt interpretiert werden, sondern deutet auf jede heuchlerische, underdrückerische und ausbeuterische Vermehrung des Vermögens hin.

30. Wie können also zwei türkische Banken (Vakifbank, Denizbank) auf dem freien Markt sogar mit höheren (Spar- und Kredit-) Zinsen als ihre Konkurrenz in Österreich Kunden gewinnen und Inserate auf den (teuren) ersten Seiten der Zeitschriften und Magazine in Europa täglich für solche Spareinlagen schalten?

31.  Wir möchten eines hervorheben:  Die Scharia und „Scharia Board“ etc. sind keine fixierte Gesetzessammlung (wie etwa  öster. Gesetzestexte im Bürgerlichen Gesetzbuch oder im Strafgesetzbuch), sondern eine subjektive von Menschen gemachte Methode und Methodologie der Rechtsschöpfung“. Der Begriff Scharia (Bedeutung: Weg zur Wasserquelle, deutlicher, gebahnter Weg) hat seinen Ursprung im Koran.

Erwähnt wird er dort jedoch nur an einer einzigen Stelle: Sure 45, Vers 18, wo er ursprünglich den Pfad in der Wüste bezeichnet, der zur Wasserquelle führt, woraus sich für Muslime der göttliche Ursprung der Scharia herleitet, die seine Bezüge nach dem Zeitalter der Kinder Israels nehmen. Sure 45 Vers 18: „Hierauf (das heißt nach dem Zeitalter der Kinder Israels) haben wir dich in der Angelegenheit auf einen (eigenen) Ritus festgelegt“. Das Wort „Ritus“ steht in vielen Übersetzungen für Scharia als religiöses Gesetz und hier liegt das Problem. Sollte nicht gegen diese verkehrte Logik, die hier Kunden, Institutionen, politische Parteien und Medien für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, demokratischer Einspruch erhoben werden?

Fazit: Nach unserer Meinung sind diese „Halal“-Produktlinien (halal bedeutet übersetzt „erlaubt“) und das „Islamic Banking“ durch die Unterstützung mancher Standesvertretungen bzw. Personen nicht Formen der erwünschten kulturellen Vielfalt, sondern Anzeichen für die Schaffung einer „parallelen Welt“ oder sogar eines „parallelen Planeten“ in ganz Europa.Diese Entwicklung verfolgen wir Europäer mit türkischer Abstammung kurz „Euro-Türken“ deswegen mit Trauer, weil hier der wahre Glaube (der Islam), der im Koran schwarz auf weiß aufgezeichnet ist, gegenüber den Menschen verfälscht („Verfälschter Islam“) wiedergegeben wird. Das schafft leider Vorurteile und erschwert das Zusammenleben. Alle politisch Handelnden stehen nun in der Pflicht und in der Verantwortung, alles daran zu setzen, dass die Menschen friedlich zusammenleben können und die Religion nicht missbraucht wird.

Wir, als TKG, wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass wir als Menschheit friedlich zusammenleben müssen. Denn das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“, „Aufklärung“ und „Vertrauen“. Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten: Friede, Glück, Wohlbefinden, Vertrauen und Aufklärung!

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/SNME/SNME_02180/fnameorig_372300.html

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)
Obmann

Dipl.-Ing. Birol Kilic

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05 09 2017
By: Redaktion 0

Türkei als Deutschlands Spucknapf Keine gute Methode?

Deutschland wählt am 24. September 2017. Viel Erfolg, Glück, Selamlar und Frieden aus Wien.

Eine Analyse von Birol Kilic

Im TV-Duell mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag (03.09.2017) erhob Martin Schulz (SPD) die Forderung, die EU-Beitrittsverhandlungen und die Zollunion mit der Türkei abzubrechen. Er weiß, dass er damit Erdoğans autokratische Agenda bedient. Die Pläne von Schulz, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei abzubrechen, stärken die Erdoğan-AKP.

Die Türkei besteht nicht nur aus Erdoğan und seinen Anhängern. Der Versuch die Türkei so wegen des undemokratischen Erdoğan AKP- Regimes aus Deutschland zu degradieren, ist nicht nur der falsche Weg und keine gute Methode, sondern ein Bumerang mit schweren Folgen für Deutschland. Deutschland und die EU versprechen nicht das, was sich viele demokratiebewusste säkulare Türken erträumt haben. Noch weniger darf die Türkei pauschal zum Spucknapf der deutschen Europa-Politik werden, wo doch für die deutsche Wirtschaft Kleinasien ein riesengroßer Markt ist (81,6 Mio. Einwohner).

Die AKP-Bewegung Milli Görüs („Nationale Sicht“, Nähe zur Moslembruderschaft) hat seit ihrer Gründung im Jahre 1970 ein großes Problem mit der säkularen Türkischen Republik. Sie wollen die laizistische, freiheitliche, demokratische Grundordnung der Republik in der Türkei beseitigen und zu einer neoliberalen, islamischen Republik umbauen. Die AKP-Milli Görüs Bewegung ist damit eine konterrevolutionäre („Politischer Islam“) Bewegung gegen die säkulare, laizistische und freiheitliche, demokratische Grundordnung der Türkischen Republik und sicher auch der Deutschen Republik.

Wir müssen als streitbare und wehrhafte Demokraten gegen verfassungsfeindliche Einzelpersonen und Personenzusammenschlüsse (Parteien, Vereine und Organisationen) in der Türkei, in Deutschland und in Österreich präventiv vorgehen, bevor sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtete Taten vermehren. Dazu brauchen wir aber die demokratiebewussten Türken in der Türkei, in Deutschland, in Österreich und allgemein in der EU, die sich von allen Seiten vor den Kopf gestoßen fühlen. Wir wünschen eine wirtschaftlich starke, unabhängige und demokratische Türkei. Wir fordern in der Türkei dringend eine Rückkehr zum Rechtsstaat, einen umfassenden Friedensprozess und ein Wiedererleben der Demokratie.

Wir fordern alle demokratischen Kräfte in Österreich, in Deutschland und in der EU auf, die Augen vor diesen Ereignissen nicht zu verschließen und die Türkei wieder auf den richtigen, demokratischen Pfad ohne die demokratiebewusste Gesellschaft zu vergessen zu bringen.

Die Türkei als Nachbar liegt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sicherheitstechnisch und geostrategisch im existenziellen Interesse der Europäer und nicht umgekehrt. Es muss hervorgehoben werden, dass die Türkei nicht nur aus Erdoğan, der AKP und der politischen islamischen Bewegung Milli Görüs besteht. Die deutsche Regierung muss auch bedenken, dass es eine Zeit nach Erdoğan geben wird. Die letzten sechs Monate haben gezeigt, dass es in der Türkei nach wie vor eine starke und aktive Zivilgesellschaft gibt.

Deutschland ist wirtschaftlich bedeutend, wird aber politisch wegen des „gewöhnliche US-Kolonie“  Images als ein Zwerg angesehen. Brexit wird gravierende politische und wirtschaftliche Folgen für Deutschland und die EU haben. Langfristig brauchen Deutschland und die EU die Türkei mehr, als die Türkei die EU. Deutschlands Verhältnis zur Türkei war und wird nie nur ein außenpolitisches Thema. Mehr als drei Millionen Menschen mit Herkunft aus der Türkei leben in Deutschland, es ist eine vielfältige Community. Sie sind sehr unzufrieden und fühlen sich als Geisel genommen. Das weiß das Erdoğan-AKP- Regime und sie haben nichts mehr zu verlieren! Deutschland hingegen schon. Vorsicht Deutschland! Die Arroganz der Macht? Diese Zeiten sind leider vorbei.

Die deutsche Politik muss besonnen agieren, um Erdoğan nicht zur künstlichen und letztendlich von Deutschland ungewollten Stabilisierung seiner Machtbasis zu verhelfen.

EU-Türkei und die Missgeburt am 1.1.1996 namens Zollunion

Die Pläne von Schulz und Merkel, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei abzubrechen, stärken die Erdoğan-AKP. Der EU wird damit ein Bärendienst erwiesen und Öl ins Feuer gegossen. Langfristig entspricht der Abbruch der Verhandlungen nicht den Interessen der EU und schon gar nicht jenen der Bundesrepublik Deutschland. Die Provokationsspirale zwischen der EU und der Türkei schadet Deutschland und der EU mehr als der Türkei. Die Troika Erdoğan, AKP und Milli Görüs hat nichts mehr zu verlieren, als ihre stark angeschlagene politische Bonität. Das Signal, dass die Türkei nicht zu Europa gehöre, ist falsch und schwächt die demokratischen Kräfte in der Türkei, die versuchen, die Demokratie und die Säkularität wieder zurückzugewinnen.

Wenn die CDU/CSU und die SPD im Bundestagswahlkampf so tun, als ob die Türkei nur aus Erdoğan und seinen Anhängern bestünde, vergessen sie die Mehrheit der demokratisch und säkular denkenden Türken.

Während an die türkischen Erdoğan-Anhänger saure Wahlzuckerl verteilt werden, die in islamistisch-antieuropäisches Zellophan eingewickelt sind, werden die demokratischen, säkularen und westlich orientierten Türken, die für die Freiheit ihrer Freunde kämpfen, verraten und vor den Kopf gestoßen.

Schulz hält der westlichen Libertas den Pfefferspray der politischen Arroganz entgegen und bemerkt nicht, dass er selbst bereits auf einem Auge blind ist. Denn ein Bruch der Beziehungen zur EU stärkt das autokratische System der Erdoğan-AKP. 

Ein solcher Schritt wäre unumkehrbar und ein großer Schaden, vor allem für die europäische Stabilität und die Wertegemeinschaft. Von Solidarität spricht sowieso kaum noch jemand. Die von der Erdoğan-Troika regierte Türkei hat massive demokratiepolitische und rechtsstaatliche Defizite, die für die EU keinesfalls zu akzeptieren sind. Ein Abbruch der Verhandlungen ist aber der falsche Weg. Noch dazu befindet sich die deutsche Wirtschaft in der Türkei im Kaufrausch.

Schulz will mit seinem Statement politisches Kleingeld schlagen und die Bundestagswahl gewinnen. Das ist Wahlkampf. Eine deutsche Bundesregierung muss aber bedenken, dass es auch eine Zeit nach dem 24. September und nach Erdoğan gibt.

Konterrevolutionäre Bewegung gegen die säkulare laizistische Türkische Republik

Milli Görüs ist damit eine konterrevolutionäre Bewegung gegen die säkulare, laizistische Republik („Politischer Islam“). Seit der Gründung der Bewegung sind fast 50 Jahre vergangen und sie hat viel Unterstützung, auch aus Deutschland, bekommen.  Sie haben den Laizismus durch die AKP-Regierung de facto seit 2002 ausgeschaltet. 2017 hat Erdoğan die Türkei mit dem Referendum für die Präsidentschaft in eine Moslem Brüder-Milli Görüs- AKP-Republik umgewandelt, in der die Gewaltenteilung aufgehoben wurde und von einem Rechtsstaat wenig übrig geblieben ist. Die Mehrheit der Türken ist gegen die AKP-Regierung.

 

Eine Schande für die moderne Türkei im Jahr 2017.

Die streng säkulare Staatsdoktrin von Kemal Atatürk ist schon länger unter Beschuss und soll jetzt ganz beendet werden. Wer das nicht will, wird eingesperrt, mundtot gemacht oder verliert seinen Arbeitsplatz. Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg dieses Vorhabens, nämlich die Beendigung der Verhandlungen mit der EU und der säkularen Staatsdoktrin, ist die Entfremdung des türkischen Volkes von der westlichen Staaten- und Wertegemeinschaft. Denn nach wie vor ist das Gros der Türken im westlich-pluralistischen Wertegefüge verankert und will auch daran festhalten. Für die Pro-EU-Bewegung in der Türkei sind daher Statements von Schulz & Co ein herber Rückschlag. Eine Schande für die moderne Türkei im Jahr 2017.

Viele Türken protestieren gegen die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel und andere Journalisten und fordern seine sofortige Freilassung. Wir müssen die Meinungen von Journalisten nicht teilen. Über heikle Themen wie Terrorismus und Attentate gegen die  AKP Regierung zu schreiben, bedeutet in der Türkei sogleich, dass diese Aktivitäten von diesen Journalisten auch unterstützt werden.

Die AKP Regierung sollte hier die kritischen Journalisten nicht mit unfairen Ermittlungsmethoden zum Schweigen, in Verruf oder hinter Gitter bringen. Das schadet der Türkei und ihrer Bevölkerung. Das Ganze riecht nach McCarthyismus. Die McCarthy-Ära in den USA bedeutete Gesinnungskontrolle. Personen wurden mit unzureichenden Anschuldigungen und unfairen Ermittlungsmethoden zum Schweigen oder in Verruf gebracht. Yücel hat mit Terror nichts zu tun. Was wir fordern ist eine rechtsstaatliche Türkei mit strenger demokratischer Gewaltenteilung, damit alle BürgerInnen sich sicher fühlen können.

Deutscher Präsident des Verfassungsschutzes Maaßen: „Wir betrachten die Türkei auch als Gegner“

Die Bundesregierung äußerte deutliche Kritik an Ankara, nun legt der deutsche Verfassungsschutz nach: Präsident Maaßen warnt davor, dass sich die türkischen Geheimdienste in Deutschland „statuswidrig“ verhalten. „Wir betrachten die Türkei spätestens seit dem Putschversuch im vergangenen Sommer und den Veränderungen der türkischen Innenpolitik als Nachrichtendienst nicht nur als Partner, sondern mit Blick auf Einfluss-Operationen in Deutschland auch als Gegner“, sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz.  Das Erdoğan –AKP Regime macht Amerika und Deutschland für den Putschversuch verantwortlich. Unglaublich, aber wahr! Inzwischen verkauft und schenkt Deutschland eine weitere Lieferung mit Waffen und Ausrüstung  in den Nahen Osten.

Das Wort „Gegner“ bedeutet übersetzt „Hasım“ und hat eine sehr negative Konnotation. Deutschland agiert hier langfristig egoistisch, arrogant und falsch. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Diese Situation nicht akzeptabel.

Kaufrausch!

Gegner hin oder her. In der Türkei sind die deutschen Firmen in ihrem Kaufrausch aktiver als je zuvor. Warum? Weil Sie die Türkei kennen und so günstig wie möglich in Firmen und Immobilien investieren möchten. Das ist ein starkes Missverhältnis zur realen deutschen Außenpolitik. Deutschland wird in der Türkei wirtschaftlich eigentlich immer mächtiger und gleichzeitig sieht der Präsident des Verfassungsschutzes die Türkei auch als Gegner. Wie kommt das?

Wegen seiner zunehmend schwachen Performance und der sich verstärkenden Fliehkräfte im rechten türkischen politischen Spektrum braucht das AKP-Regime virtuelle Feinde im Ausland, um die Reihen in seiner Wählerbasis zu schließen.

Missgeburt Zollunion: Seit 1.1.1996 ist die Türkei ein „Mitglied zweiter Klasse“

Eine missglückte Zollunion ab 1.1.1996 ohne die Beitritts- Perspektive der Türkei zur EU auf eine uneingeschränkte Vollmitgliedschaft führte dazu, dass manche EU-Mitglieder, wenn auch nicht alle, die Türkei, mit oder ohne Erdoğan-AKP, seit Jahren innen- und außenpolitisch präpotent herablassend behandeln.

Um diese Situation zu entschärfen müsste auf der anderen Seite die Türkei durch Nachjustierung der „nicht“ im türkischen Parlament ratifizierten Zollunion-Verträge die Beziehung mit der EU auf eine ehrliche Ebene ziehen, statt zu drohen.

Bei so einer verdorbenen Beziehung, wie der zwischen der EU und der Türkei, kann sich kein Partner mehr etwas leisten, weil im Endeffekt soziale, wirtschaftliche und vor allem menschliche Dramen und Probleme entstanden sind und in Zukunft weiter entstehen werden.

Fakt ist: die Zollunion der EU mit der Türkei gleicht einer Missbrauchs-Beziehung, die sich nicht auf gleicher Augenhöhe abspielt, sondern den Charakter der Versklavung oder zumindest der Unterwerfung der Türkei unter das Joch der EU hat. Das Handelsbilanzdefizit der Türkei gegenüber der EU stieg vom 1.1.1996 bis zum 1.1.2017, also in 20 Jahren, auf mehr als 100 Milliarden Euro.

Es wurde über Jahre deswegen hervorgerufen, weil die Türkei seit 1.1.1996 eine unwürdige, nicht gleichberechtigte Beziehung mit der EU eingegangen ist, womit die türkische Vollmitgliedschaft für die EU eigentlich aufgrund des bestehenden Zollunionsvertrags gar nicht mehr weiter interessant ist. Mit dem unfairen und ausbeuterischen Zollvertrag fahren die EU-Staaten viel besser.

Kurz gesagt hat man das Beste aus der Türkei schon bekommen. Nämlich eine sehr günstige Zollunion mit der Türkei am Gängelband. Warum sollte man in Brüssel der Türkei dann noch weitere Macht in Form von Mitspracherecht verschaffen? Die EU hat viel bessere Karten als die Türkei und deswegen kann man die Türkei noch immer an der Nase herumführen.

Eine türkische Lebenslüge

Blättern wir zurück in der Geschichte: „Selam, hallo Europa!“, „Grüß Gott, Europa!“, „Guten Morgen, Europa!“, jubelten die Schlagzeilen der türkischen Presse am Morgen des 1. Jänner 1996.

Eine wahre Euphorie am Tage nach dem Inkrafttreten des Vertrags der Zollunion mit der EU erfasste die ganze Türkei.

Dem Jubel folgte aber bald der Katzenjammer. Die Türkei musste bald erkennen, dass die Zollunion der EU mit der Türkei kein ausgewogener Wirtschaftsvertrag ist, sondern ein einseitiger, undemokratischer und rechtswidriger Unionsvertrag. Er ist eine Lebenslüge, mit der man täuschen wollte.

Die Türkei hat mit der Zollunion seit 1996 bis heute einen Großteil ihrer nationalen Souveränität nach Brüssel abgetreten, ohne in der EU-Zentrale in Brüssel irgendeinen Einfluss auf den multinationalen Entscheidungsprozess zu haben.

Abgesehen von der Landwirtschaft (die noch ausgedehnt werden soll) und den Dienstleistungen (die zurzeit ausgedehnt werden), beide stark reglementiert, soll die Zollunion in den kommenden Jahren weiter expandieren, der Gewinner ist damit wieder die EU!

Zwischen den EU-Staaten und der Türkei werden seit über 20 Jahren Waren, Dienstleistungen (begrenzt) und Kapital (unbegrenzt) gehandelt und transferiert. Die EU exportiert seit 1996 mehr Waren und Dienstleistungen in die Türkei als diese in die EU. Bis Ende 2016 betrug das Handelsbilanzdefizit für die Türkei über 100 Milliarden Euro, im Durchschnitt ca. 5 Milliarden Euro pro Jahr. Das Leistungsbilanzdefizit der Türkei wurde durch die Zollunion keineswegs positiv beeinflusst, wie von allen Seiten bisher stets behauptet wurde. Im Gegenteil profitiert vielmehr die EU davon. Die Türkei hat viele vertragliche Verpflichtungen auf sich genommen, aber in den politischen Entscheidungsgremien ist sie weder vertreten, noch irgendwie eingebunden, ist sie ja nicht Mitglied der EU. Die EU und insbesondere Deutschland waren nicht ehrlich zur Türkei, das zeigen die Probleme mit der Zollunion seit 1996.

Von der Maschekseite!

1996 ist die Türkei inoffiziell „Handelspartner zweiter Klasse“ Europas geworden, der – man mag es bedauern oder nicht – nie Vollmitglied werden wird, allen Diskussionen zum Trotz!

Warum sollten sich auch die 28 EU-Vollmitglieder ein handelstechnisch bereits vollkommen abhängiges Land als Vollmitglied wünschen?

Mit der Zollunion hat die EU die Türkei ohnedies bereits an der Kandare. Genau deswegen sagte der österreichische Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) im Interview am 4. August 2016 in der Presse: „Ökonomisch sitzen wir am längeren Hebel. Die Türkei ist von uns weitgehend abhängig.“

Eine unwürdige Situation! Aber was sagt dazu die Mehrheit der Türken und Türkinnen? Für die Mehrheit der Türken und Türkinnen geht es darum, dass die Türkei so viele EU-Wertestandards wie möglich umsetzt. Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit müssen in vollem Umfang Einzug halten! In der Türkei ist jedem klar, dass es der Europäischen Union gar nicht um einen vollen EU-Beitritt der Türkei geht.

Die Türken fordern natürlich hohe Standards im Bereich der Menschenrechte, der Rechtssicherheit und der Pressefreiheit, denn alles andere stärkt nur die radikalen Kräfte in der Türkei! Beispielsweise durften Spanien, Portugal und Griechenland aufgrund ihrer nationalen Interessen erst nach Jahren ihrer Vollmitgliedschaft die Zollunion sukzessive verwirklichen. Aber bei der Türkei sollte es nicht nur umgekehrt sein, sie agierte politisch zudem geradezu dramatisch falsch. Ja, in gewisser Weise wurde die Türkei sogar Opfer ihres eigenen verhandlungsstrategisch durchaus klugen Stufenplans.

Man wollte auf gut wienerisch „von der Maschekseite“, also durch die Hintertür, in die EU kommen.

Dass auf halber Strecke der Pilot aussteigt und beide Fallschirme mitnimmt, war nicht geplant. Auch die jüngeren 14 Mitglieder aus Osteuropa, wie etwa Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Slowenien, Tschechien und die Slowakei, haben nie über „erst Zollunion, dann Vollmitgliedschaft“ verhandelt, keiner hat es auch nur angesprochen, keiner hätte es akzeptiert.

Man wurde Vollmitglied und ist parallel dazu gleichzeitig in die Zollunion als gleichberechtigter Partner auf Kommissionsebene und Parlamentsebene eingestiegen. So war das immer, außer bei der Türkei! Auch der jüngste Kandidat, Kroatien, wurde nicht sofort in die Zollunion aufgenommen.

Auch dem Beitrittskandidaten Serbien geht zuerst um einen Beitritt zur EU und nicht um einen Zollvertrag.

Nun hat die Türkei zwar mit 1.1.1996 als Mitglied der EU-Zollunion sozusagen die höheren Weihen erreicht, aber nicht bedacht, dass es kein politisches Mitspracherecht in Brüssel bezüglich seiner eigenen Zölle mit Drittländern hat.

Das bedeutet, dass in Brüssel gerade 28 Vollmitglieder der EU mit den jeweiligen politischen und wirtschaftlichen Repräsentanten und Interessenvertretern auf allen Ebenen über die Zukunft der Europäischen Union entscheiden, wobei jedes Mitgliedsinteresse berücksichtigt wird. Nicht aber jenes der Türkei. Denn die hat auf dieser Ebene kein Mitspracherecht.

War Deutschlands Türkei-Politik immer so feindlich? Leider ja!

Die Türken schreiben: “Nichts kann die Türkei zurzeit so gut auf einen stabilen, zivilen Pfad bringen wie Verlässlichkeit, Fairness und ein Partner, der das Land ernst nimmt und es gut mit ihm meint. Dazu gehört dann natürlich auch Kritik. Sie kann und soll mit jeder positiven Erfahrung immer nachdrücklicher werden.“

Erdoğans Machtbasis ist fragil und je fragiler diese Machtbasis wird, desto gefährlicher kann er werden.

Fazit: Die deutsche Politik muss besonnen agieren, um ihm nicht zur künstlichen und letztendlich von Deutschland ungewollten Stabilisierung seiner Machtbasis zu verhelfen. Es ist nicht fair, wenn die Türkei von SPD-Kandidat Martin Schulz zum Spucknapf Europas gemacht wird.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

 

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01 09 2017
By: Redaktion 0

Gedanken zum Opferfest – Eid Mubarak!

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01 09 2017
By: Redaktion 0

Im Schatten von Sisi und Sachertorte

Zwei Japanerinnen versuchen sich angestrengt an einem Selfie mit der Hofburg im Hintergrund. Eine Gruppe junger Slowenen läuft laut schnatternd einer Stadtführerin  hinterher. Und ein älteres Ehepaar knipst vom Fiaker aus noch schnell ein Foto von der Reiterstatue Erzherzog Karls, ehe die Fahrt Richtung Hofreitschule und Stephansdom weitergeht. Robert Tatar führt seine Tour-Teilnehmer, die sich an diesem stürmischen Dienstagvormittag auf dem Heldenplatz versammelt haben, ebenfalls an Wiens bekanntesten Sehenswürdigkeiten vorbei. Sprechen wird der 32-Jährige allerdings nicht über Prachtbauten, sondern Sozialeinrichtungen für Obdachlose. Statt um Sisi und Sachertorte geht es bei den sogenannten „Shades Tours“, die den Blick auf die Schattenseiten hinter der monumentalen Kulisse von Österreichs Hauptstadt lenken wollen, um das Schicksal der knapp 10.000 wohnungslosen Menschen in Wien – geschätzt 1.200 davon nennen tatsächlich den öffentlichen Raum ihr Zuhause. „Die Dunkelziffer dürfte aber weit höher sein“, sagt der Guide, der wie auch seine derzeit drei Kollegen lange Zeit selbst auf der Straße gelebt hat.

Von Stephanie Schuster

Wien-Robert Tatar, ein Deutscher aus der Nähe von Kassel, kommt im Herbst 2013 der Liebe wegen nach Wien – doch die gläubigen muslimischen Eltern seiner aus Mazedonien stammenden  Freundin wollen keinen Atheisten aus Deutschland unter ihrem Dach dulden. Ein billiges Hotelzimmer kann sich Tatar, der mit 18 von zuhause abgehauen war und den Kontakt zu seiner Familie abgebrochen hatte, nur einige Wochen lang leisten, und einen Job findet der gelernte Kaufmann mit dem abgebrochenen Lehramtsstudium auf die Schnelle nicht. Also geht er zum Westbahnhof, wo er einen Monat zuvor angekommen ist – da gibt es immerhin kostenloses W-LAN.

„Und dann ging alles sehr schnell“, erinnert sich Tatar, der vor den etwa 15 Tour-Teilnehmern ganz offen über seine eigene Geschichte spricht. Da er bisher in Österreich keinen Wohnsitz hatte und keiner sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgegangen war, habe er weder Anspruch auf Sozialhilfe, noch auf eine Schlafstelle in einem Quartier der Stadt Wien gehabt. „Infolge der großen Flüchtlingswelle von 2015 wurden die Auflagen für Ausländer hier deutlich verschärft. Um als anspruchsberechtigt zu gelten, muss man jetzt mindestens fünf Jahre eine feste Wohnadresse in Österreich haben“, erklärt Tatar. Dass sich dadurch inzwischen 70 Prozent der Wohnungslosen – darunter viele Armutsflüchtlinge aus Südosteuropa – ganz ohne staatliche Hilfe durschlagen müssen, mache sich längst auch im Stadtbild bemerkbar.

In den ersten Tagen streift Robert Tatar auf der Suche nach Essensresten durch den Westbahnhof. Zum Betteln kann er sich in den gesamten drei Jahren seiner Obdachlosigkeit nicht überwinden, aus Scham. Zum Glück  macht er schon bald Bekanntschaft mit den mobilen Sozialarbeitern der Stadt. Sie geben ihm eine Liste mit all den nicht vom Wiener Sozialfonds finanzierten Hilfseinrichtungen, etwa Orden oder private Vereine, in denen auch nicht-anspruchsberechtigte Obdachlose Zuflucht suchen und warme Mahlzeiten oder Kleiderspenden bekommen können.

Die „Shades Tour“ ist inzwischen an einer Goethe-Statue am Opernring angekommen. „Aber glaubt nicht, dass das hier doch noch eine kunsthistorische Führung wird“, ruft Robert Tatar, linker Hand das Opernhaus in Sichtweite, im Rücken das Palmenhaus mit seinem noblen Restaurant, geradeaus die Akademie der Bildenden Künste. Statt um den ollen Goethe geht es Tartar um das hinter der Statue liegende Gartenbeet, das seit einigen Jahren einen der letzten öffentlichen Zugänge zur Wiener Kanalisation unter sich begräbt. „So hat man das Problem einfach ausgemerzt.“ Denn die unterirdischen Gänge waren bereits im frühen 20. Jahrhundert ein beliebter Zufluchtsort für Obdachlose. „Bis in die 1950er Jahre gab es sogar noch die Fettkappler, die das Fett aus den Abwasserkanälen abschöpften, daraus Seife machten und verkauften“, erklärt Tatar.

Schnell wird Robert Tatar bewusst: Obdachlosigkeit ist ein Teufelskreis.  Wer einen Job hat, kann theoretisch über eine Hilfseinrichtung eine Postadresse bekommen – doch welche Chancen hat schon eine Bewerbung, auf der die Anschrift fehlt? Der ehemalige Mathestudent verteilt deshalb Zettel mit seiner Telefonnummer zum Abreißen in der Stadt, auf denen er seine Dienste als Nachhilfelehrer anbietet. Die Rechnung geht auf – Tatar verdient sich nicht nur ein ordentliches Taschengeld, sondern bringt Dutzende Schüler durchs Matheabitur. „Damit hast du mehr für Wien getan als die Stadt für dich“, sagt später einmal eine Sozialarbeiterin zu ihm.

Dass Armut in Wien mancherorts immer noch ein Tabuthema ist,  wird am Hintereingang der Oper klar. Bereits vor vielen Jahren habe man in kalten Winternächten in Kellern und Lagerräumen verschiedener Theater und Kulturstätten Notlager für Obdachlose geschaffen, berichtet Tatar. „Das hängte man aber nicht an die große Glocke, weil es angeblich bei Teilen des Publikums für negative Stimmung sorgte.“ Ebenso missfallen haben dem Establishment die Studentenproteste von 2009, die sich mit den Wohnungslosen solidarisierten und die Einrichtung zusätzlicher Schlafstellen forderten. Die Stadtregierung dagegen erkannte die Notwendigkeit und rief 2012 das Winterpaket mit knapp 1.200 zusätzlichen Betten ins Leben, in diesem Jahr wurde das Kontingent noch einmal aufgestockt. „Der Druck wird größer“, sagt Tatar. „Ungarn zum Beispiel bestraft Obdachlosigkeit seit einigen Jahren mit Gefängnis, da verlassen eben viele das Land.“ Wobei auch in Wien eine Kampierverordnung lauert. „Mit Jacke zudecken ist erlaubt, Schlafsack und Isomatte sind aber eigentlich verboten“, erklärt er.

Mit der Zeit kommt Routine in Robert Tatars Alltag. In den nicht-städtischen Tageszentren schlägt er morgens als erster auf, um gleich eine freie Dusche zu ergattern. Tagsüber hält er sich gern in Bibliotheken auf – mit dem für Obdachlose kostenlosen Kulturpass erhält er für 3,50 Euro eine Jahreskarte. Dort  ist es warm, gibt Stühle zum Sitzen – ein Luxus. Und in bitterkalten Nächten, wenn kein Bahnhofsklo mehr als Schlafplatz infrage kommt, steigt er in einen der Nachtbussen und fährt bis zum Morgengrauen durch die Stadt.

Über die Kärntner Straße, Wiens beliebte Shoppingmeile, auf der sich gegen die Mittagszeit Touristen wie Einheimische mit voll bepackten Tüten drängen, führt Tatar die Gruppe weiter. Es geht vorbei am Wiener Katzencafé, in dem einsame Singles oder gestresste Manager beim Mietze-Kraulen die Seele baumeln lassen. „Im Überlebenskampf entwickelt man neue Bedürfnisse“, sagt Tatar und hält eine Maslowsche Bedürfnispyramide in die Luft. Im Grunde drehe sich alles um die Frage: wie überlebe ich den Tag. „Es gibt also manchmal Gründe dafür, warum jemand in der U-Bahn nicht gut riecht.“

Seit Januar 2016 ist Robert Tatar als „Shades Tours“-Guide im Einsatz, vom Verdienst kann er sich bald ein WG-Zimmer leisten. Weil er damit erstmals eine Postadresse besitzt, erreicht ihn schon bald ein Brief von der Stadt: Vom Schwarzfahren im Nachtbus haben sich einige Geldstrafen angesammelt, die sich samt Säumniszuschlag inzwischen auf 1.400 Euro belaufen. Freundlicherweise darf er seine Schulden in Monatsraten von 30 Euro abstottern.

Am Franziskanerplatz, wo sich hinter dem Seiteneingang der gleichnamigen Kirche Wiens älteste Armenspeisung befindet, verabschiedet Tatar die Tourteilnehmer schließlich. Er werde sich bei „Shades Tours“ künftig um die Buchungen und das Marketing kümmern, verrät er noch. „Die Leute sollen bei uns nur übergangsweise als Guides arbeiten“, erklärt Projekt-Gründerin Perrine Schober. Denn neben der Sensibilisierung für das Thema Obdachlosigkeit sei ihr Hauptziel, Betroffenen den Weg zurück in den normalen Arbeitsmarkt – und damit ein normales Leben – zu ermöglichen. Robert Tatar und zwei weitere ehemalige Guides haben ihn bereits gemeistert.

Info-Kasten

Die Shades Tours wurden im Herbst  2015 von der 33-jährigen Österreicherin Perrine Schober initiiert. Sie hat in Kempten Tourismusmanagement studiert und sich bereits während ihres Erasmus-Aufenthalts in England mit der Thematik „Tourismus als volkswirtschaftliches Instrument der Armutsbekämpfung“ beschäftigt. 2016 haben rund 1800 Menschen an Touren und Veranstaltungen (etwa Kochabenden in Obdachloseneinrichtungen) des  Social Business teilgenommen. Buchen können die rund 2,5-stündigen Stadtführungen Einzelpersonen, aber auch Unternehmen, Schulen oder Vereine. Alle weiteren Infos unter:  www.shades-tours.com

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01 09 2017
By: Redaktion 0

Leben am Zaun –der spanischen Exklave Melilla

Als es im Anschluss an den Vertrag von 1860 zwischen den Königreichen Spanien und Marokko das heutige Stadtgebiet Melillas zu bestimmen galt, feuerte man von der über der Mittelmeerküste thronenden Altstadt aus ein gutes Dutzend Kanonenkugeln damaligen Standards nach Nord, West und Süd ab. Wo sie einschlugen, zog man die Grenze. Nur an der Stelle, wo sich seit Jahrhunderten ein muslimischer Friedhof befand, macht die halbmondförmig verlaufende Linie einen Knick. Sichtbar wurde er erst, als Spanien, Marokko und die EU ab 1998 den ersten Grenzzaun errichteten. Nach und nach hat man ihn verdreifacht,  auf bis zu sechs Meter erhöht, mit rassiermesserscharfen Klingen versehen und zu einer Hightech-Befestigungsanlage mit Nachtsichtkameras und Bewegungsmeldern im Boden aufgerüstet.

 

Von Stephanie Schuster

Melilla/Wien. Der Knick ist nun nicht mehr zu übersehen – und so wie der Grenzwall längst zum Sinnbild für die Flüchtlingskrise, für die Angst vor dem Fremden einerseits und die Hoffnung auf ein besseres Leben andererseits geworden ist, so könnte der Knick symbolisch für den Pragmatismus und die Flexibilität stehen, mit denen diese Stadt voller Gegensätze und Widersprüche ihren Alltag meistert. Für die zweierlei Maße, mit denen sie misst, für die Doppelmoral, die einem überall begegnet, oder für die Leichtigkeit, mit der unangenehme Fragen einfach ignoriert werden.

Geht man von der Plaza España in der Innenstadt die Avenida Juan Carlos I. hinauf, vorbei an endlosen, teils etwas heruntergekommenen, aber wunderschönen Jugendstilfassaden, könnte man sich einen Moment in Barcelona wähnen – und tatsächlich hat spanienweit nur die katalanische Hauptstadt mehr modernistische Bausubstanz aufzuweisen als Melilla. Es war Enrique Nieto, ein Schüler Gaudis, der sich einst aufmachte in den Norden Afrikas und die spanische Exklave architektonisch revolutionierte. Die katholische Kirche Sagrado Corazón und die Synagoge Or Zoruha tragen ebenso seine Handschrift wie die Zentralmoschee.

Alle drei Gotteshäuser können bei einem vom örtlichen Tourismusbüro organisierten Rundgang besucht werden, dazu ein hinduistischer Tempel – ein großes Wort für eine mit Sitzkissen und einigen bunten Buddhabildern dekorierte Hochparterrewohnung. Da der nächste Hindu-Priester in Málaga sitze, greife man beim Gebetsritual auf Fernseher und DVD zurück, erklärt Lachmi Ghanshandas, die Vorsteherin von Melillas hinduistischer Gemeinde, die bereits in fünfter Generation existiert, aber mit akuten Nachwuchssorgen kämpft. „Wir sind keine 100 Mitglieder mehr, die Jungen gehen eben weg.“ Auch Rabbiner Salomon Aserraf Cohen berichtet ein wenig wehmütig, dass es in der 85.000 Einwohner-Stadt heute nur noch knapp 1.000 Juden und sechs Synagogen gebe, während die hebräische Gemeinde vor rund 70 Jahren noch ein Drittel der Bevölkerung stellte.

Über die Befindlichkeiten der katholischen und muslimischen Gemeinde spricht niemand. Dabei ist offensichtlich, dass der Islam längst die vorherrschende Religion in Melilla ist, Spanier mit marokkanischen Wurzeln plus etwa 12.000 Marokkaner stellen mittlerweile gut 50 Prozent der Bevölkerung. Neun katholischen Kirchen, die selbst zur Sonntagsmesse nur mäßig gefüllt sind, stehen 16 Moscheen gegenüber, in denen es beim Gebet nach dem Fastenbrechen teils so eng wird, dass die Polizei das Gelände davor absperrt, damit die Gläubigen alle Platz finden. Die Festbeleuchtung in den Hauptstraßen der Innenstadt  verheißt während des Fastenmonats einen „Feliz Ramadan“ und das islamische Opferfest ist seit einigen Jahren sogar gesetzlicher Feiertag. Innerhalb der EU ist das nur noch in Ceuta, der anderen spanischen Exklave, der Fall.

Wenngleich Kritiker es für reines Ablenkungsmanöver von der drohenden muslimischen Übermacht halten – die Stadtoberen erwähnen bei jeder Gelegenheit die vier Kulturen der Stadt, deren friedvolles Zusammenleben Melilla so einzigartig und zu einem Beispiel für die Zukunft ganz Europas mache. “Es gibt hier nicht mehr Konflikte als an anderen, weniger heterogenen Orten, und das ist allein der Verdienst der melillenses”, sagt Abdelmalik El Barkani stolz. Er hat es 2012 als erster Muslim ins Amt des Delegierten der Madrider Zentralregierung geschafft – als Kandidat der spanischen Volkspartei PP und nicht etwa im Namen der “Koalition für Melilla”, dem politischen Sprachrohr der marokkanischstämmigen Bevölkerung, die unter anderem fordert, den Berberdialekt Tamazight zur zweiten Amtssprache zu erheben. Wer Karriere machen will, muss sich dem Establishments beugen – und dessen Sprache sprechen. “Was uns eint, ist der Mantel der spanischen Flagge“, sagt El Barkani.

Die Dramen, die sich immer wieder abspielen, wenn schwarzafrikanische Migranten zu Dutzenden den Grenzzaun zu stürmen versuchen, oder die Polizeigewalt, die dabei laut Menschenrechtsorganisationen regelmäßig zum Einsatz kommt, haben im offiziellen Diskurs nichts verloren. Auch nicht der Rassismus, der sich in den abfälligen Bemerkungen der christlichen (und aus deren Sicht echten) Spanier über die moros, die muslimischen Mitbürger, und andersrum, widerspiegelt. Und erst recht nicht die „Cañada de Hidum“, besser bekannt als “Cañada de la Muerte” (Schlucht des Todes). Das Viertel aus würfelartigen, schmucklosen Häusern, die aus der Ferne wie bunte Legosteine wirken, ist fest in muslimischer Hand und absolute No go-Area für aromis, wie die christlichen Spanier im Berberidiom heißen. In den verwinkelten Gassen trifft man auf kleine Teestuben, spielende Kinder und mit Fan-Botschaften des IS beschmierte Wände. Selbst die Polizei schaut hier nur noch gelegentlich für Drogenrazzien vorbei oder um mutmaßliche Dschihadisten zu verhaften. Die Weiße Moschee des Viertels gilt als Keimzelle islamistischen Terrors.

 

Tania Costa, Chefredakteurin der Lokalzeitung „El Faro“, spricht indes Tacheles. „Diese Stadt ist echt hart“, sagt die gebürtige Kubanerin, die seit fünf Jahren in Melilla lebt. Da sei die Enge, die manchen Bewohner dazu veranlasst, ohne Not ins Auto zu steigen und eine Runde um die Stadt zu drehen, selbst auf die Gefahr hin, in einen Stau zu geraten. „Ich dachte, die sind verrückt hier“, erzählt Costa. „Aber dann hab ich dazu einen Psychologen interviewt, der mir sagte, dass die Leute das tun, weil es entspannt und befreiend wirkt.“ Da seien die extremen sozialen Gegensätze: auf der einen Seite die Besserverdiener, die größtenteils dem aufgeblasenen Beamtenapparat angehören, der nach wie vor von den Christen dominiert wird und üppige Ortszulagen kassiert – auf der anderen Seite das Gros der Muslime. „Die haben viele Kinder, aber keine Ausbildung und keine Jobs“, sagt Costa, die mit ihrem dunklen Teint oft  selbst für eine Muslimin gehalten wird. „Dass es hier Diskriminierung gibt, kann ich bestätigen: Ich werde im Krankenhaus schlecht behandelt, bis sie meinen Namen lesen oder ich den Mund aufmache.“ Als günstige Kindermädchen hingegen seien die Marokkanerinnen sehr gefragt, ebenso als Haushälterinnen, die neben Paella und Tortilla gern auch mal Tajine mit Dattelfleisch oder Couscous auftischen dürfen. Und den morgendlichen café con leche trinkt man natürlich – es gibt ja kaum mehr Alternativen – in der Bar eines marokkanischstämmigen Mitbürgers,  wo freilich auch der feine Minztee auf der Karte steht.

Filmemacher Driss Deiback, der in Paris studiert und viele Jahre in den USA und in Berlin gelebt hat, widmete seiner Heimatstadt 2002 eine überaus kritische Doku, die die Stadtspitze anfangs sogar zensieren wollte. Heute stimmt er versöhnlichere Töne an. “Wir sind irgendwo zwischen Nebeneinanderher- und Zusammenleben.” Es gebe inzwischen über 3.000 gemischte Ehen, die hier stationierten Soldaten seien zu einem Drittel muslimisch, selbst muslimische Ärzte und Anwälte seien keine Seltenheit mehr, sagt Deiback. Richtig in Rage bringt ihn jedoch ein anderes Thema, bei dem in Melilla immer noch eigene Maßstäbe gelten: In der Stadt stehen mehrere Franco-Denkmäler herum – eines davon gerade frisch restauriert –, obwohl Spanien deren Verbannung bereits 2007 per Gesetz angeordnet hat. „Und wer denkt, die Franco-Statue im Hafen wurde versetzt, damit sie nicht mehr gar so exponiert wirkt, der irrt“, verkündet Deiback mit einem triumphierenden Lacher. Der alte Diktator sollte vielmehr vor Vandalen geschützt werden. „Er steht jetzt direkt vor der Überwachungskamera an der Hafeneinfahrt.“

Unweit der Innenstadt, im Rastro-Viertel, stapeln sich Obst- und Gemüsekisten auf dem Asphalt, auch Klamotten und Haushaltswaren breiten die Händler einfach auf dem Boden aus, während sich verschleierte Frauen mit Einkaufstrolleys und voll bepackten Tüten durchs Getümmel schieben. Kulturministerin Fadela Mohatar, ebenfalls von der PP, ebenfalls Muslimin, ist in dem Viertel aufgewachsen, heute fühlt sie sich fremd. „Die Berberfrauen haben höchstens mal ein Kopftuch getragen.“ Doch nun seien hier die strenggläubigen Strömungen des Islam auf dem Vormarsch, sagt Mohatar. Sogar junge Frauen gingen nur noch verhüllt auf die Straße. Als sie am Morgen ganz in der Nähe in kurzem Kleid im Wartezimmer eines Arztes saß, wurde sie mit missbilligenden Blicken gestraft. „Das wäre vor 20 Jahren nicht passiert, und das macht mir Sorge.“

Die Marktleute treibt anderer Kummer um. „An der Grenze ist es grade kompliziert“, sagt Hamid, der jeden Tag mit Säcken voller Gebäck aus der Nachbarprovinz Nador nach Melilla kommt. Etwa 30.000  Marokkaner haben eine Arbeitserlaubnis für die spanische Stadt: Sie liefern Fisch, verkaufen Schmuck, fahren Taxi oder putzen bei den aromi. Am wichtigsten aber sind die Transporteure, die jeden Tag tonnenweise Waren – auf dem Rücken, im klapprigen Mercedes oder Lastwagen – von Melilla nach Marokko bringen. Dass die spanischen Behörden dem irren Treiben, das sich tagtäglich am Grenzposten abspielt und freilich auch Schmugglern Tür und Tor öffnet, mit limitierten Passierzeiten Einhalt gebieten wollen, führt seit Wochen zu Protesten. Großhändler und Geschäftsleute klagen über Umsatzeinbußen. „Diese Stadt lebt von der Grenze“, sagt Metzger Mohamad. Von seinem Tresen sind es keine 20 Meter bis zum Grenzübergang – wo Europa endet und Afrika beginnt. Weil dort vor 157 eine Kanonenkugel einschlug.

 

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31 08 2017
By: Redaktion 0

Kulturkampfbegriff: Jüdisch-christliche Erbe

Der Journalist und Publizist Heribert Prantl in dem Artikel „Missbrauch der Juden durch die Politik“ in der Süddeutschen Zeitung wie folgt: „Christlich-jüdischen Tradition handelt es sich aber um eine gewaltige Heuchelei“ .(1) Der Kulturkampfbegriff der „christlich-jüdischen Tradition“ des Abendlandes klingt nüchtern betrachtet und untersucht wie  eine Farce die man gerne verwendet! Die römisch-katholische Kirche verwendet es fast nicht aber der niederländischer rechtspopulist Geert Wilders Geerd Wilders immer . Warum?

Eine Analyse von Birol Kilic

Es ist sehr bedenklich, wenn sich auch Geerd Wilders in der Hofburg am 27.03.2015 auf das „jüdisch-christliche Erbe“ beruft und dagegen den Islam und seine Angehörigen (1, 3 Milliarden Menschen) pauschal stigmatisiert und diffamiert. Nach Hetze gegen Arbeitsmigranten aus Bulgarien, Rumänien und Polen nannten ihn Politiker und Intellektuelle in den Niederlanden einen Brandstifter. Der Kulturkampfbegriff der christlich-jüdischen Tradition des Abendlandes ist nämlich eine Farce die auch Niederwimmer verwendet!

Passende Worte dazu fand dereinst der Journalist und Publizist Heribert Prantl in dem Artikel „Missbrauch der Juden durch die Politik“ in der Süddeutschen Zeitung wie folgt:

„Beim Reden von der christlich-jüdischen Tradition handelt es sich aber um eine gewaltige Heuchelei. Die deutsche Politik drückt die alte, früher stigmatisierte Minderheit der Juden an die Brust, um die neue Minderheit, die Muslime, zu stigmatisieren. Die Juden werden missbraucht, um die Muslime pauschal als unverträglich zu kennzeichnen. Eingeführt hat diese Unwortkombination wahrscheinlich der blonde Holländer Geert Wilders. In seinen pathetischen Reden betonte er geradezu beschwörend, dass wir Europäer unser christlich-jüdisches Erbe vor der Islamisierung verteidigen müssten.So innig wie heute war die Beziehung zwischen Christen und Juden in Deutschland noch nie. Die neue Innigkeit ist nicht von Theologen und Pastoralklerikern ausgerufen worden, sondern von Politikern. Im Jahr 72 nach der Reichspogromnacht haben sie etwas entdeckt, was es nicht gibt: eine christlich-jüdische Tradition, eine gemeinsame Kultur. Die christlich-jüdische Geschichte besteht vor allem in der Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Juden und in der Verketzerung des Talmud. Und wo es gemeinsame Wurzeln gab, hat die Mehrheitsgesellschaft sie ausgerissen. Wenn Juden anerkannt wurden, dann nach ihrem Übertritt zum Christentum. Und dieses Christentum hat bis in die jüngste Vergangenheit nicht die Gemeinsamkeit der Heiligen Schrift, sondern den Triumph des Neuen über das Alte Testament gepredigt. Zum 72. Jahrestag der Reichspogromnacht wird eine neue Kategorisierung der Minderheiten propagiert (nicht nur von scharfen Islamkritikern wie Geert Wilders und Thilo Sarrazin): in gute und schlechte, in kluge und dumme Minderheiten. Diese Sortierung wird nicht dadurch besser, dass muslimische Milieus oft sehr antisemitisch sind. Weil aber dieser Antisemitismus von der deutschen Mehrheitsgesellschaft lange kaum beachtet wurde, gibt es in jüdischen Gemeinden Sympathien für die gesellschaftliche Ausgrenzung deutscher Muslime.“

Eine Erfindung der europäischen Moderne ?

Es können viele historische Beispiele angeführt werden, die eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland ad absurdum führen. Die jüdische Philosophin Almut Shulamit Bruckstein Coruh kann wie viele andere Juden eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland nicht nachvollziehen. Hierzu meint sie: „Nein, es gab keine jüdisch-christliche Tradition, sie ist eine Erfindung der europäischen Moderne und ein Lieblingskind der traumatisierten Deutschen.“

Im Jahre  2010 schrrieb Henryk M. Broder im Bindestrich zwischen christlich und jüdisch folgendes:  „Vor allem eine Geschichte der Glaubenskriege, der Unterdrückung, des Antisemitismus und der Gewalt, vom Holocaust zu schweigen“. 

„Christentum und Judentum stellen einen Antagonismus dar. Darum kann ich mit dem Begriff des christlich-jüdischen Abendlands nichts anfangen,“ sagte Björn Höcke bei einer Tagung der AfD-Jugend.

 

Hört auf mit dieser Lebenslüge!

Alan Posener schreibt in der Welt mit dem Titel, „Hört auf mit dieser Lebenslüge!“ folgendes:

“ Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte einmal, der Musiker Roberto Blanco sei „ein ganz wunderbarer Neger“, im Gegensatz zu den Flüchtlingen aus Afrika. Und die meisten Deutschen haben ein paar ganz wunderbare Juden im Kopf, vom sanften Jesus aus Nazareth über den weisen Moses Mendelssohn bis hin zum genialen Albert Einstein. Das Ganze umsäuselt von den Klezmerklängen eines Giora Feidman, die das ewige Leid der Juden klagen.

Mit Juden, die nicht sanft, weise oder genial sind und eher mit der Uzi als mit der Klarinette umgehen, hat man es weniger, gerade in kirchlichen Kreisen, wo man sich dann doch lieber auf die ewig leidenden Palästinenser stürzt und zum Israel-Boykott aufruft.
Auch Thilo Sarrazin erträumte sich ein paar wunderbare Juden. Die Türken, sagte er, würden Deutschland erobern „wie die Kosovaren das Kosovo“. Er fügte hinzu: „Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung.“ Eine Zahl, die Sarrazin – zusammen mit dem dafür zuständigen „jüdischen Gen“ – frei erfand.
Als es in Berlin und Wien noch eine erkleckliche Anzahl osteuropäischer Juden gab, also bevor die Deutschen und Österreicher sich ihrer entledigten, betrachtete man diese „Kaftanjuden“ so wie Sarrazin heute die Türken und Araber: als „Bevölkerungsgruppen, die ihre Bringschuld zur Integration nicht akzeptieren“ und nicht dazugehören. Oder wie der assimilierte – und trotzdem später ermordete – Jude Walther Rathenau 1897 schrieb: „Inmitten deutschen Lebens ein abgesondert fremdartiger Menschenstamm. Auf märkischem Sand eine asiatische Horde.“
Betrachten wir die wirkliche Geschichte der wirklichen Juden in Europa. 1900 lebten auf dem Kontinent fast neun Millionen Juden, weit mehr als die Hälfte von ihnen in Polen und dem Russischen Reich, weitere zwei Millionen in angrenzenden ost- und südosteuropäischen Ländern. Das war Rathenaus „asiatische Horde“. Die Vorfahren dieser Menschen waren im zwölften Jahrhundert aus ihrer deutschen Heimat an Rhein und Donau hierher geflohen, um den mordenden Kreuzfahrern zu entkommen.
Sie brachten ihre eigene Sprache, das Jiddische, ihre eigene Religion, ihre eigene Kleidung, ihre eigenen Sitten und Gebräuche mit und verweigerten sich sieben Jahrhunderte lang der Assimilation. Sie hatten ihre eigene Verwaltung, ihre eigene Gerichtsbarkeit, ihre eigenen Schulen, in denen die Jungen die Thora studierten. Sie lebten zwar körperlich im Schtetl, seelisch aber in Jerusalem.
Zwischen dem großen Pogrom von 1871 in Odessa und 1914 flüchtete ein Drittel dieser Juden nach Westen. Ohne diese Ostjuden wären die jüdischen Gemeinden Amerikas niemals so stark geworden. Andere wandten sich revolutionärer Politik zu und wurden Sozialdemokraten, Kommunisten, Anarchisten oder Zionisten.
Der Österreicher Theodor Herzl wird zwar als Begründer des modernen Zionismus gefeiert, doch stellten Ostjuden die Masse der Auswanderer und ihrer Funktionäre. Ohne das Schtetl gäbe es Israel nicht. Und hätte es je die „christlich-jüdische“ Gemeinsamkeit gegeben, die für Wulff, Seehofer oder Merkel „zweifelsfrei“ und „unbestreitbar“ ist, wäre der Zionismus auch nicht nötig gewesen.

Ist diese zur Floskel geronnene Lebenslüge ärgerlich genug, so ist ihre Verwendung im Kontext der Zuwanderungsdebatte geradezu perfide. 2010 erklärten FDP-Politiker wie Christian Lindner und Marco Buschmann in ihren „Sechs Thesen für ein republikanisches Integrationsleitbild“: „Die Formel vom christlich-jüdischen Abendland“ könne „als Ausgrenzungsformel missverstanden werden“ und könne daher „kein integratives Leitbild sein“

Man mag die Bindestrich-Floskel als eine Art Rückversicherung gegen den Rückfall in den Antisemitismus. Wird sie aber verwendet, um zu begründen, warum „der Islam nicht zu Europa gehört“, so werden die Juden – ohne dass man sie fragt – für einen Zweck vereinnahmt, der ihnen allzu bekannt vorkommt: die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft und Religion.
Die wenigsten Juden dürften diese Instrumentalisierung billigen. Wie sagte Erich Kästner: „Was immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, / Von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.“

.“

 

Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht

Aus jüdischer Sicht muss es wie ein Hohn klingen, wenn deutsche Politiker von christlich-jüdischer Tradition sprechen. Der freie Journalist Gerald Beyrodt lehnt die Verbindung christlich-jüdisch ebenso ab: „Sicher teilen Juden und Christen die Zehn Gebote und die hebräische Bibel. Sicher wäre es auch ganz nett, wenn Politiker weniger bedenkenlos von den ‚christlichen Zehn Geboten’ reden würden als in der Vergangenheit. Doch 2000 Jahre jüdische Religionsphilosophie sind in Europa weitgehend unbekannt. Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht. Christen haben ihn jahrhundertelang ignoriert, verfemt und immer wieder verboten. Jüdische Kultur blieb der Mehrheitsgesellschaft verborgen, weil sie nichts davon wissen wollte. Stattdessen hat sie Juden jahrhundertelang mit absurden Vorwürfen belegt: Dass sie Hostien schänden, dass sie christliche Kinder töten und zu Mazze-Broten verarbeiten und an Pessach genüsslich verspeisen.“

An der südlichen Außenfassade der Stadtkirche zu zu Wittenbberg, die als Mutterkirche der Reformation gilt, ist eine sogenannte „Judensau“ zu sehen. Das Spottrelief zeigt einen Rabbiner, der einem Schwein unter den Schwanz schaut. Mehrere Juden saugen zudem an den Zitzen des Tieres. Das Bild ist ein bösartiger Angriff auf die Juden und ihren Glauben. 1988 wurde im Auftrag der Stadtkirchengemeinde unterhalb der Darstellung eine Gedenkplatte in den Boden eingelassen. Sie soll auf die historischen Folgen des Judenhasses aufmerksam zu machen.Wissenschaftler unterscheiden zwischen dem religiös motivierten Judenhass des Mittelalters und dem modernen, von einer biologischen Rassentheorie geprägten Antisemitismus aus dem 19. Jahrhundert.Auf den konnten sich Nationalsozialisten und Deutsche Christen berufen. Kein Zufall, dass ein Thüringer Landesbischof 1938 darauf hinwies, dass die Synagogen in der Nacht auf den 10. November, also Luthers Geburtstag, brannten. Und Julius Streicher, Herausgeber der Hetzschrift „Der Stürmer“, versuchte sich bei denNürnberger Prozessen damit zu rechtfertigten, dass an seiner Stelle auch Martin Luther vor dem Tribunal hätte stehen können.(2)

Martin Luther war ohne jeden Zweifel ein theologisches und sprachschöpferisches Genie sowie ein bedeutender politischer Denker, eine Figur von welthistorischer Wucht wie nur wenige seinesgleichen. Dass der von ihm immer wieder stark gemachte Gegensatz von »Evangelium und Gesetz« – hier die in Christus widerfahrene Gnade, dort die Härte der in der Tora angedrohten Weisungen – den christlichen Antijudaismus weiter verstärkte und zuspitzte, wird dadurch, dass er in einer frühen Schrift feststellte, dass Jesus ein geborener Jude war, keineswegs gemildert. (3)

Zentralrat der Juden in Deutschland

Bei den Juden in Deutschland herrscht keineswegs die Vorstellung einer christlich-jüdischen Tradition Deutschlands. So kann man auf der Website des Zentralrats der Juden in Deutschland Folgendes lesen: „Historisch gesehen wurde die deutsche Identität nicht nur von der deutschen Sprache und Kultur, sondern auch von der christlichen Religion geprägt. Wer außerhalb dieser Parameter stand, wurde als fremd empfunden, und kaum eine andere Bevölkerungsgruppe erlebte das schmerzvoller als Juden, deren Präsenz auf deutschem Boden seit der Zeitenwende datiert. Das tragische Ende der jüdischen Bestrebungen um Aufnahme ins deutsche Volk ist bekannt.“ Die Juden sehen Deutschlands kulturelle Wurzeln keineswegs im Judentum. Ihnen sind vielmehr die Verbrechen Deutschlands an den Juden präsent.“

Quellen:

(1) „Die Grünen und das Ende der freien Gesellschaft“
http://diepresse.com/home/5260288/

(2)  https://www.welt.de/sonderthemen/luther-2017/article159060014/Traegt-Martin-Luther-eine-Mitschuld-am-Voelkermord.html

https://www.welt.de/sonderthemen/luther-2017/article159060014/Traegt-Martin-Luther-eine-Mitschuld-am-Voelkermord.html

(3)
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29 08 2017
By: Redaktion 0

„Ein Traum wird Wirklichkeit“-Pax Austrīaca?

„Orient und Okzident: Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“. Jetzt als Buch… 24 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, ca. 800 Seiten, 40 Abbildungen. Die Präsentation in den Räumlichkeiten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften stattgefunden.

„Dieser Sammelband leistet einen wichtigen Beitrag zur Versachlichung der inzwischen höchst emotionalisierten Debatte über das Verhältnis zwischen dem historischen „Orient“ und der Habsburgermonarchie, aber auch dem Verhältnis Österreichs vor und nach 1918 mit dem Osmanischen Reich bzw. der Türkei bis herauf in die 1960er-Jahre. Ein wissenschaftlich geprägter nüchterner Blick auf die historischen Wechselbeziehungen ist gerade aufgrund der aktuellen Funktionalisierung der Geschichte zwischen „Orient“ und „Okzident“ eine wichtiger Beitrag zu einer demokratischen und aufgeklärten Bildungsarbeit in der Gegenwart.“

Univ.-Prof. Dr. Dr. Oliver Rathkolb
Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien

„Der Neue Welt Verlag legt mit diesem facettenreichen Band einen gewichtigen Beitrag zur langen Geschichte von Interaktionen zwischen Orient und Okzident vor. Damit beweist er erneut sein gesellschaftspolitisches Engagement, wissenschaftliche Erkenntnisse zu aktuellen Themen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dem bedeutungsvollen Buch sind viele Leserinnen und Leser zu wünschen!“

Prof. Dr. Arnold Suppan
Österreichische Akademie der Wissenschaften

„Der vorliegende Band positioniert sich innerhalb der neueren historiographischen Sichtweisen auf die Beziehungen zwischen Orient und Okzident: Thematisiert werden nicht nur kriegerische Konflikte, sondern beispielhafte Tiefenbohrungen beleuchten zahlreiche Aspekte eines vielfältigen Austausches. Anregend, breit angelegt und damit ein Buch für all jene, die sich fundiert über dieses besondere Verhältnis informieren wollen.“

Prof. Dr. Arno Strohmeyer
Universität Salzburg

 

„Ein Traum wird Wirklichkeit“-Pax Austrīaca?

„Orient und Okzident: Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“

von Birol Kilic / Verleger

Es ist für unseren Neue Welt Verlag mit Sitz in Wien eine große Freude, dieses Buch mit 24 Top-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (23 Aufsätze) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Freien Universität Berlin, des Österreichischen Historischen Instituts in Rom, der Universität Wien, dem Museum für angewandte Kunst in Wien, der Karl-Franzens-Universität Graz, der Kunstuniversität Belgrad, der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, der Westböhmischen Universität Pilsen als auch Freischaffenden verschiedenster Fachbereiche zu verlegen.

Eine historische Betrachtung des Verhältnisses zwischen „Orient“ und „Okzident“, beides weit mehr als Raumkategorien, verweist auf ein enges Beziehungsgeflecht, das sich über die Jahrhunderte aufbaute. Wie die hier versammelten Beiträge mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Nachbarn Habsburgermonarchie und Osmanisches Reich zeigen, standen neben den bekannten kriegerischen Auseinandersetzungen eine Vielzahl friedlicher Interaktionen und ein reger Austausch. In der historischen Reflexion wird ein wirkmächtiges Naheverhältnis sichtbar, das sich aus Gemeinsamkeiten und Gegensätzen, aus Begegnungen und Bilderwelten speiste.

Mit großer Anerkennung schaue ich auf den Fleiß der Autorenschaft, die ein umfangreiches archivalisches Datenmaterial und zahlreiche literarische Quellen in 23 Aufsätzen wissenschaftlich auswertete. Man kann schon jetzt sagen, dass dieser Sammelband auf allen Ebenen großes Interesse finden wird! Das Buch wird eine sehr wichtige und zukunftsweisende Quelle für Akademikerinnen und Akademiker, Kulturinteressierte, Journalistinnen und Journalisten sowie für Medien und Politik sowohl heute und als auch in Zukunft sein.

Die Autorinnen und Autoren wurden bewusst interdisziplinär ausgesucht, die Forschungsbereiche sind bunt gemischt. Iranistik, Musikwissenschaft, Afrikawissenschaft, Palästinaforschung und Orientalistik kommen in diesem breit angelegten Sammelband ebenso zur Geltung wie Geschichte, Byzantinistik, Sozialanthropologie, Vexillologie (Fahnen- und Flaggenkunde), Wirtschaftsgeschichte, Osmanisches Reich oder Südosteuropa, die Habsburgermonarchie…
Der vierte Band unserer jungen Reihe „Forschungen zu Orient und Okzident““ zeigt Begegnungen und Wahrnehmungen von Menschen aus fünf Jahrhunderten in diesen weit gefassten und sich überlappenden Räumen ‒ hier mit dem Fokus auf das Osmanische Reich bzw. die Republik Türkei und die Österreichisch-
Ungarische Monarchie bzw. die Republik Österreich ‒, ohne die Krisen, Kämpfe und Schwierigkeiten dieses immer höchst brisanten und spannenden Beziehungsgeflechts auszuklammern.

Allerdings basieren die diplomatischen Beziehungen der Republik Österreich mit der modernen Türkei auf einer langen Tradition des Austausches zwischen dem Römischen Reich und der Hohen Pforte.

Im Jahr 1998, also vor rund 18 Jahren, schrieb ich für das Österreichische Bundeskanzleramt im Auftrag des Österreichischen Bundespressedienstes den Aufsatz „Das Österreichbild in der Türkei“. Er wurde in den Sprachen Deutsch, Türkisch und Englisch über österreichische Botschafterinnen und Botschafter in der ganzen Welt verteilt. Heute leben in Österreich ca. 300.000 Menschen mit türkischen Wurzeln, davon sind ca. 180.000 österreichische Staatsbürger. Im Zuge des Wirtschaftswunders kamen sie nach Österreich.

Sie und ihre Nachkommen sind mit Stand 2016 sowohl als Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter, Unternehmerinnen und Unternehmer (ca. 14.000), als Anwälte ebenso wie auch in der Kunst und der Wissenschaft, davon ca. 3.500 als Studentinnen und Studenten, tätig. Die große Mehrheit sehen Österreich als ihre liebe „Neue Heimat“ (trk. Yeni Vatan) und verstehen sich vor allem als säkulare Verfassungspatrioten. Die Mehrheit der Österreicher hat auch gelernt, in seinen ausländischen Mitmenschen nicht das Trennende, sondern das Verbindende zu sehen und sie zu schätzen.

Wir wissen aber auch, dass die Intoleranten ‒ ich meine hier alle ‒ für ihr de facto außer oder an der Grenze des Verfassungsbogens liegendes Verhalten und ihre Bewegungen Toleranz einfordern. Hier sollte durch Wissen, Erfahrung und Weitblick die Spreu vom Weizen getrennt werden, wofür wiederum eine sachliche, belegbare und objektive wissenschaftliche Forschung notwendig ist. Das wollen wir mit dem Buch „Orient und Okzident: Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“ mit viel Liebe, Mühe und Geduld auf ca. 800 Seiten zeigen.

Mein Artikel begann damals mit einem türkischen Sprichwort über Kaffee, denn auch wenn es banal scheinen mag, die Parallelen zwischen diesen doch so unterschiedlich wirkenden Ländern lassen sich, vielleicht sogar insbesondere, in der Kaffeekultur finden. „Eine Tasse Kaffee gewinnt das Herz für vierzig Jahre“, sagt ein türkisches Sprichwort, das im Original so klingt: „Bir fincan kahvenin kırk yıl hatırı vardır“. Das Verstehen der Menschen untereinander beginnt mit gutem Zuhören ‒ und wo lässt es sich besser reden, als bei einer Tasse dampfenden Kaffees?

Wer in Wien auf eine Tasse Kaffee einlädt, nimmt sich Zeit für mich. Das ist auch die Besonderheit der Institution des auch in der Türkei geschätzten österreichischen Kaffeehauses, wie man es detailgetreu nachgebaut in der Innenstadt von Istanbul findet. Man serviert dort echten Wiener Kaffee und frische Wiener Mehlspeisen. Zum Milchkaffee sagen die trendigen jungen Türken bereits allgemein „Melange“. Der Wiener Kaffee ist in sein Ursprungsland zurückgekehrt…

 

Die Beziehung zwischen Österreich und der Türkei hat sich seit 1998 mit vielen Höhen und Tiefen unglaublich verändert. Wir könnten heute sehr viele negative Ereignisse vermerken. Das war auch in der Vergangenheit so. Dabei darf man diese beiden Länder nie unterschätzen. Es heißt gespannt zu bleiben, die Ereignisse mit Verstand und Vernunft mitzuverfolgen und sich zuverlässig ohne Opportinusmus auszutauschen.

Als Österreicher mit türkischen Wurzeln versuche ich ‒ bereits seit über einem Vierteljahrhundert ‒, eine verbindende und tragfähige Brücke zwischen Österreich und der Türkei zu bauen. Das ist eine große Herausforderung. Ich glaube aber, dass es mit vernünftiger und verständlicher Aufklärung möglich ist. Obwohl immer wieder Höhen und Tiefen zu überwinden sind, werden wir auch in Zukunft diesen, vom interkulturellen Dialog und der Mitmenschlichkeit vorgezeichneten Weg gehen!

Sind in den letzten Jahren nicht genügend Aufsätze und Bücher über den Nahen Osten und seine Geschichte geschrieben worden? Diese Frage versuchte ich im Jahre 2012 bei der Präsentation des Buches „Das Burgenland als internationale Grenzregion im 20. und 21. Jahrhundert“ im Palais Eschenbach zu beantworten und skizzierte bei dieser Gelegenheit kurz meinen Traum, Brücken zwischen dem Orient und dem Okzident zu schlagen.

2012 war eine Zeit, wo wir als aus der Türkei stammende Österreicherinnen und Österreicher bereits ahnen konnten, was uns in den nächsten Jahren erwarten wird. Dafür muss man kein Hellseher sein, sondern man benötigt ein tiefes Wissen und Erfahrungen über den Orient und den Okzident. Wir haben die Entwicklungen im Nahen Osten mit den westlichen und östlichen Interventionen, Stellvertreterkriegen und den hybriden Kriegstaktiken, die sich weit vom Völkerrecht entfernt haben, mitverfolgt.

 

Deswegen wollten wir ein umfangreiches Buch mit seriösen Personen aus der Wissenschaft herausgeben, das die Beziehungen und Begegnungen im kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen und menschlichen Bereich beleuchten soll. Man wird daraus lernen, dass die Beziehungen zwischen dem christlichen Okzident und dem islamischen Orient nie in dieser oft kolportierten Distanz bestanden. Schaffen wir Fundamente für ein friedliches Zusammenleben! Wir sollten nicht das Trennende, sondern das Verbindende sehen und uns dies immer wieder in Erinnerung rufen!

Die jüngsten – leider sehr negativen und bestürzenden – internationalen und nationalen Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass das Beziehungspaar „Orient und Okzident“ – mit seinen beiden als Gegensatz hingestellten, aber weit über Raumkategorien hinausgehenden Begriffen ‒ zum wichtigsten weltpolitischen Thema unserer Zeit geworden ist.

Die gegenwärtige Lage in der Türkei, dem Nahen Osten und dem arabischen Raum sowie die darauffolgenden Reaktionen in Europa und Österreich im Besonderen haben diese umfassende Thematik in all ihren Facetten wieder verstärkt in den Mittelpunkt der öffentlichen und medialen Aufmerksamkeit gerückt. Tagesaktuell werden die Themen „Terrorismus“, „Flucht“, „Migration“ und „Integration“ im Zusammenhang mit „dem Islam“ kontrovers und heftig diskutiert. Niemand kann sich dem entziehen und viele sind alleine schon mit den Tagesnachrichten zu Recht überfordert. Oft wird pauschalisiert und die Spreu vom Weizen absichtlich oder einfach aus Dummheit nicht getrennt. Oft zeugen die Diskussionen nicht nur von der Unfähigkeit, Antworten auf die brennendsten Fragen unserer Zeit zu finden, sie lassen auch historisches Hintergrundwissen außer Acht. Diesem Mangel an Wissen möchte der vorliegende Sammelband entgegenwirken.

Eigentlich währt ja die Begegnung länger als diese fünf Jahrhunderte. Denn wer heute eine Semmel isst, dazu in eine deftige Wurst beißt und das Ganze mit einem Krug Bier hinunterspült, mag sich fühlen wie ein typischer Österreicher oder Bayer. In Wahrheit stammen diese Lebensmittel alle aus dem alten Orient. Schon im 3. Jahrtausend v. Chr. schenkten die Menschen, die zwischen Euphrat und Tigris oder in Ostanatolien wohnten, in ihren Kneipen sage und schreibe über 20 Sorten Gerstensaft aus!

 

Die Wurst ersannen Köche in Babylonien. Und wussten Sie, dass das Wort Semmel vom orientalischen Ausdruck „samidu“ (weißes Mehl) abgeleitet ist? Haben Sie gewusst, dass das Wort Joghurt eigentlich ein türkisches Wort ist? Die Grundbedeutung des Wortes ist „kneten“. Es ist bis heute eines der Hauptnahrungsmittel in der ausgezeichneten türkischen Küche und wird oft von den Hausfrauen selbst hergestellt.

Wie können wir als Neue Welt Verlag dazu beitragen, diese oft vermeintlich kulturellen Schranken zu überwinden, damit Hass, Vorurteile und Intoleranz endlich der Vergangenheit angehören? Dieser Herausforderung möchten wir uns stellen, auch wenn wir wissen, dass das nicht einfach ist.
Nach der Ideenentwicklung ist es in unermüdlicher wissenschaftlicher, redaktioneller, lektorieller und grafischer Detailarbeiten nun gelungen, gemeinsam mit unserem Herausgeberteam und allen Autorinnen und Autoren das Kind aus der Taufe zu heben!

Für einen Verlag bedeutet ein solches Projekt eine große Anstrengung ‒ in organisatorischer und finanzieller, in materieller und immaterieller Hinsicht. Umso mehr freut es uns, wenn das Werk geglückt ist, was nicht zuletzt auch Sie als Leserinnen und Leser entscheiden!

 

 

Kindheit und ein alter Traum (Istanbul, Hamburg, Zürich etc., Wien)

Sie werden sich fragen, was motiviert mich so sehr, diesen Verlag mit seiner spezifischen Verlagsphilosophie voranzutreiben?
Ich will darauf einfach antworten: Wer denn sonst kann so ein Projekt vorantreiben als ein Austro-Türke und austro-türkischer Verleger und Unternehmer, der in Istanbul, dem alten Konstantinopel, geboren ist?

Ich beziehe mich auf den Untertitel unseres neuen Buches: „Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“ und möchte Ihnen aus persönlichen Erfahrungen diese Begriffe näher bringen.

Lassen Sie mich etwas weiter ausholen: Bereits als Kind wurde ich im alten Bezirk Sisli in Istanbul mit den Welten des Orients und des Okzidents vertraut, die für mich ganz normal und allgegenwärtig waren und sich zuerst als eine einzige Welt darstellten. Zuerst erstaunte es mich, dann verwirrte es mich, bis ich mich später immer tiefer mit der Geschichte und den komplizierten Zusammenhängen vertraut machte.

Bereits als Kind blickte ich zum Beispiel auf die uralte, über 30 Meter hohe Konstantins-Säule aus dem vierten Jahrhundert, die wie eh und je im Zentrum von Istanbul auf dem tief darunter liegenden Kaiserforum steht. Die Geschichte des ersten christlichen römischen Kaisers ist mir von Klein an vertraut, wenn ich die Zusammenhänge natürlich erst später verstanden habe.

Ich lief als kleines Kind besonders mit meiner Großmutter zu den historischen Stätten und zu den mit Leben und Mystik erfüllten Gotteshäusern: den alevitischen Cem-Häusern, den orthodoxen Kirchen, den muslimischen Moscheen, der jüdischen Synagoge. Wir sind dort überall hineingegangen. Es war ganz normal, sich das alles anzusehen und teilweise auch an den Gottesdiensten teilzunehmen.

Später ging meine Familie nach Hamburg und Kiel, also ganz in den Norden Deutschlands.

Ich muss sagen, dort hat es mir auch ganz gut gefallen. Umso mehr lernte ich die großen Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten kennen. In Istanbul war ich in einer sehr orthodox griechischen, kirchlichen Umgebung, mit vielen Ikonen geschmückt, wo ich mich auch als muslimisches Kind zuhause gefühlt habe. Dadurch war Hamburg, mit seinen leeren, protestantischen Kirchen sehr fremd für mich. Meine Wahrnehmung hat sich dadurch total verändert.

Auch Zürich in der Schweiz lernte ich kennen. Aber Wien hat mich dann doch am meisten angezogen und so bin ich nun begeisterter Wiener. In Wien fühle ich sowohl Okzident als auch Orient, Westen und Osten, Christentum und Islam.

Mittlerweile zum Österreicher geworden, verspüre ich auch hier in Wien viele byzantinische und konstantinische Elemente unter den vielen Kulturen, die das Stadtbild prägen und geprägt haben. Man denke nur an den Wiener Jugendstil, der Anleihen an der byzantinischen Kunst und der Kunst der Osmanen genommen hat. Gustav Klimt ließ sich vom byzantinischen Stil der Goldenen Stadt genauso inspirieren wie Otto Wagner, dessen Kirche am Steinhof zu den prächtigsten Architekturjuwelen Wiens zählt.

Ich habe mich schon sehr früh für das Christentum, dessen Wurzeln ja auch in der heutigen Türkei liegen, interessiert. Für den Propheten Jesus, für den Völkerapostel Paulus aus Tarsus (Antiochia/Antakya) und den Apostel Petrus und nicht zuletzt auch die Mutter von Jesus, Maria, die in Ephesus ein Heiligtum hat. Auch die vielen Konzile interessieren mich. Zu diesen interessanten Personen und Ereignissen veröffentlichte ich mehrere Artikel in verschiedenen Medien, was man von einem Muslim und gelernten Elektrotechniker sicherlich weniger erwarten würde.

Ich persönlich fühle mich einfach als ein Muslim – Austrotürkische Alevitische Moslem -, der sowohl sein „Muslim-Sein“ bewahren, als auch sich in der Gesellschaft positiv einbringen will. Ein spirituelles Leben zu führen, muss nicht ein Widerspruch zum modernen Leben sein. Wie Jesus sagt: „Man erkennt den Baum an seinen Früchten.“ Und genau das gilt hier auch: Egal welche Religion man hat, man kann und soll trotzdem „in der Welt“ leben, also sich den Problemen stellen und sich in die Gesellschaft einbringen.

Pax Austrīaca

Um hier friedlich jetzt und in Zukunft leben zu können, müssen wir die Vergangenheit verstehen, damit wir nicht immer wieder die gleichen Fehler machen. Und hier ist die Wissenschaft gefragt, die sich zur Wahrheit verpflichtet hat.

Suchen wir den Frieden: zuerst mit uns selber, und dann mit unserer Umgebung.

Dann können wir den Frieden für die Stadt, in der wir leben und für die Welt schrittweise erreichen. Wir nennen das die PAX AUSTRĪACA.

Österreich ist heute ein sehr kleines Land, aber es hat eine große Vergangenheit, die noch heute in vielen Dingen sichtbar ist, aber auch in der „österreichischen Idee“, die man über die Jahrhunderte bis zur europäischen Vereinigung bis auf den heutigen Tag nachverfolgen kann. Es gibt aber leider auch sehr schmerzliche Beipiele und es ist unsere Aufgabe, an diesen ebenso zu arbeiten.

„PAX“ bedeutet in der lateinischen Sprache, wie Sie alle wissen, „Frieden“. Und der Neue Welt Verlag versucht, mit seinen kleinen Möglichkeiten für die PAX AUSTRĪACA zuerst im Inland und dann weltweit – in dem kleinen Rahmen, den ein Verlag wie der unsere leisten kann – an der „PAX MUNDI“, oder besser gesagt „PAX ORBI“, zu arbeiten. Eine alte Weisheit sagt: Friede im Inland bedeutet auch Friede im Ausland! Auf diese Weise möchte ich eine Saat ausstreuen und wir alle hoffen, dass sie aufgeht und reiche Frucht trägt.

Wir wollen „geistige Brücken“ bauen!

Das Leitmotiv des Verlags ist es, kulturelle Schranken zu überwinden, damit wir Hass und Intoleranz hinter uns lassen können. Und gerade für diese Ziele sind wir stetig auf der Suche nach Fachbüchern zu den Themen Geschichte, Gesellschaft, Kultur, Religion, Wirtschaft und Migration. Als Verleger von Literatur und einem Monatsmagazin ist es mir ein Anliegen, kraft der Vernunft und des Glaubens, mit Verstand und vor allem gutem Willen – als auch fairem Kampfgeist – gegen Scheinheiligkeit und Falschheit aufzutreten. Mit unserem Team wollen wir die Begegnung und Kommunikation zwischen den Völkern und den Kulturen fördern und Vorurteile zwischen den Menschen abbauen helfen. Kurz gesagt: Wir wollen „geistige Brücken“ bauen!

Wir glauben, dass wir in Zusammenarbeit mit den beiden Herausgebern und den weiteren 22 Autoren durch dieses neue Buch mit dem Titel „Orient und Okzident“ diesem Ziel, nämlich „geistige Brücken“ zu bauen, gerecht werden.

Das neue Buch ist bereits der vierte Band der Reihe „Forschungen zu Orient und Okzident“ nachdem wir 2012 die Monographie „In Hoc Signo Vinces“ über den „Heiligen Konstantinischen Orden vom Heiligen Georg“ und 2014 den bildreichen Band „Die Roten Ritter“ herausgebracht haben. Ein weiterer Band beschäftigt sich mit dem Paltonismus, ebenso ein großes Thema, das den Orient mit dem Okzident verbindet.

Ein weiteres Buch des Neue Welt Verlags hat sehr große Resonanz gefunden: Das Buchprojekt „Das Burgenland als internationale Grenzregion im 20. und 21. Jahrhundert“ hat unser Team ebenso wie das heutige Buch gemeinsam mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auf den Markt gebracht. Einige der damaligen Autoren haben auch an dem neuen Buch mitgeschrieben.

Um ein derartiges Projekt zu realisieren, braucht es außerdem vor allem eines: Eine große Liebe zur Wahrheit, da ohne Wahrheit die Liebe keine Existenzgrundlage haben kann. Die Grundlage der Wahrheit aber sind die Fakten und die Sorge, diese nicht zu manipulieren oder zu korrumpieren. Eine objektive Darstellung zu finden, sollte das Ethos und die Ehre jeder Wissenschaftlerin und jedes Wissenschaftlers sein. Ich bin darum umso stolzer, dass ich mit dem Buch „Orient & Okzident“ gegen die kursierende Doppel- bis Dreifach-Moral und allgegenwärtige Geschichtsverfälschungen ein wenig Licht ins Dunkel bringen kann. Möge der Geist der Wahrheit die Wissenschaft erleuchten!

Meinen besonderen Dank spreche ich dem Herausgeberteam, Frau Barbara Haider-Wilson und Herrn Maximilian Graf, aus, die auch die redaktionelle Koordination übernommen haben. Auf die erfreuliche Zusammenarbeit blicke ich ebenso mit dem Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung des Neue Welt Verlags, Herrn Arno Tippow, zurück. Großzügig unterstützt haben das Projekt die Türkische Kulturgemeinde in Österreich und die „Yeni Vatan Gazetesi“ (Neue Heimat Zeitung ) in Wien. Allen 24 Autorinnen und Autoren, die wir namentlich mit ihren Kurzbiographien unten angeführt haben, spreche ich meine höchste Wertschätzung und Hochachtung aus und bedanke mich für die Geduld und Mühe, die sie bis zur Publikation in den letzten vier Jahren aufbringen mussten!
Ich wünsche Ihnen, geschätzte Leserinnen und Leser, eine genüssliche Lektüre und lade auch Sie zum vorurteilslosen Brückenbau zwischen den Kulturen und den Menschen ein!

Ein Traum wird Wirklichkeit… hoffentlich ‒ inşallah!

Birol Kilic,
Verleger, Neue Welt Verlag
Wien und Istanbul, 2017.

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Warum Halal Zertifizierungen und Islamic Banking?

Wir haben den Verdacht, dass am europäischen Finanz- und Lebensmittelmarkt durch Lobbyisten systematisch aus den Unkenntnissen der Menschen bezüglich des Korans Parallelwelten gebildet werden. Ein Beispiel sind  Halal-Lebensmittel sowie Banken und Finanzprodukte, die religiöse Muslime ansprechen sollen.

von Birol Kilic

Wir haben den Verdacht, dass am europäischen Finanz- und Lebensmittelmarkt durch Lobbyisten systematisch aus den Unkenntnissen der Menschen bezüglich des Korans Parallelwelten gebildet werden. Ein Beispiel sind Halal-Lebensmittel sowie Banken und Finanzprodukte, die religiöse Muslime ansprechen sollen.

Ich habe als überzeugter säkularer Muslim einmal eine Einladung für einen Workshop von der Wirtschaftskammer Oberösterreich bekommen, der mir unter dem Titel „Vielfalt schätzen. Vielfalt nutzen.“ erklären sollte, wie wichtig „Wirtschaft und Islam:
Halal Bestimmungen und Zertifizierung sowie Islamic Banking“ sind. So lautete die Einladung.

Warum sollen wir uns die Halal-Bestimmungen und Zertifizierungen sowie Islamic Banking merken? Hier möchte man uns folgendes näher bringen: Was ist „Halal“? Was bringt die Halal Zertifizierung? Welches sind die gängigsten islamischen Halal-, Bank- und Versicherungsprodukte? Was hat es mit dem Zinsverbot auf sich? Meiner Meinung nach sind diese „Halal“- Produktlinien (halal bedeutet übersetzt „erlaubt“) und das „Islamic Banking“ durch die Unterstützung mancher Standesvertretungen bzw. von Personen aus dem Nahen Osten oder der Türkei nicht Formen der erwünschten kulturellen Vielfalt, sondern Anzeichen für die Schaffung einer „parallelen Welt“oder sogar eines „parallelen Planeten“ in ganz Europa. Warum? Obwohl die Speisegesetze im Judentum nach dem „Alten Testament“ Thora 100-mal „strenger“ sind als im Islam, versucht man seit etwa fünf Jahren in ganz Europa Halal und Islamic Banking gesetzlich zu etablieren und verstärkt salonfähig zu machen. Diese Entwicklung verfolgen wir Europäer mit türkischer Abstammung, kurz „Euro-Türken“, deswegen mit Trauer, weil hier der wahre Glaube (der Islam), der im Koran schwarz auf weiß aufgezeichnet ist, gegenüber den Menschen verfälscht wiedergegeben wird.

Hier soll offensichtlich das Leben der europäischen Muslime weiter erschwert werden durch dubiose Interpretationen des Korans durch politisch tätige radikale fundamentalistische Muslime und ihre Helfer innerhalb Europas. Im Koran ist lediglich festgesetzt, dass es ein eindeutiges Verbot für „Schweinefleischverzehr, Alkohol, Blut und tote Tiere“ gibt. Dagegen hat ja wohl kaum jemand etwas einzuwenden. Hat jemand etwas gegen das Verbot des Schweinefleischverzehrs im Judentum oder andere religiöse Speigesetze? Nein! Warum versucht man dann aber auf der anderen Seite, die Verse des Korans für dubiose Geschäftszwecke möglichst großzügig (oder einengend), jedenfalls ganz streng ihren geschäftlichen und poltischen Interessen entsprechend zu interpretieren und die „Nichtwisser“, die von dem islamischen Glauben (auf den Koran bezogen) keine Ahnung haben, im Namen Allahs hinters Licht zu führen. Es wird hier Betrug im Namen Gottes gemacht. Und dagegen erhebe ich EINSPRUCH.

Die Fundamentalisten können mit dieser Täuschung nicht beruhigt sein. Im „Luqmán-Kapitel“ des Koran, Vers 33, sagt Allah folgendes: „Das Leben dieser Welt soll euch nicht täuschen, noch soll der Verführer euch täuschen über und im Namen Allahs“. Folglich haben wir das Recht zu fragen: Wer ist bei diesem „Halal“ und „Islamic Banking“ der Lügner, der Verführer und der Täuscher, der im Namen Allahs uns hier auf dieser Erde betrügen will?! Natürlich ist mit Verführer hier der Satan gemeint! Der Verführer und Täuscher verfolgt hier eigentlich satanische Zwecke für seine eigenen Interessen. Wer ist nach dieser Textstelle der eigentliche Lügner, der Betrüger oder Verführer, der mittels Halal und Islamic Banking eine bewusste Täuschung „über und im Namen Allahs“ begeht? Die Antwort können Sie sich selber bilden.

Diese Aussage des Korans (Lugman, 33) ist die wichtigste Wahrheit, die in den islamischen Gesellschaften gerne verschwiegen und vertuscht wird. In den islamischen Ländern wird das ganze religiöse Leben so ausgerichtet, dass diese Wahrheit im Koran möglichst verborgen bleibt. In Europa wird das gleiche Spiel gespielt. Alle erdenklichen Maßnahmen und Anstrengungen werden unternommen, damit sich dieser Zustand nicht ändert. Diese Maßnahmen werden auch von jenen Europäern unterstützt, die nicht wollen, dass sich in den islamischen Ländern etwas an den Zuständen zum Positiven ändert. Damit zeichnet sich eine gefährliche Entwicklung in Europa ab. Unter dem Vorwand eines missverstandenen „Dialogs“ werden die Unwissenheit und die Vorurteile über den politisierten fundamentalistischen islamischen Glauben, wie sie bei manchen europäischen Volksvertretern und Amtsträgern, bei Verbänden, den Kammern oder auch den christlichen Glaubensgemeinschaften verbreitet sind, ausgenutzt. Unter den Begriffen „Halal“ und „Islamic Banking“ wird versucht, den Boden mittels der Ausbildung von monopolartigen marktnischen und pseudo-religiösen Finanzprodukten aufzubereiten.

Alle aufrichtigen europäischen Bürgerinnen und Bürger müssen gegen solche Machenschaften Einspruch erheben und dürfen sich vor niemandem beugen, der ihnen Angst einflößen oder sie verunsichern will. JA zum Glauben! NEIN zur Ausnützung, Politisierung, Verfälschung des Glaubens! NEIN zu jeglichen „Parallel-Welten“! Wir wissen, dass sogar Kraftfahrzeug-, Häuser-, Wohnungen-, Champagner- oder Energy-Drink-Hersteller sich Halal-Zertifikate aus EU Ländern holen. (z.B. Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Holland). Unterstützung bekommen sie sogar von Wirtschaftskammern.

Ein Landsmann, der Apostel Paulus, vorher Saulus genannt, aus Tarsus in der Türkei, der von Geburt an ein frommer Jude war und sich den strengen jüdischen Speisegesetzen unterwarf, war ja gerade derjenige, der die Beschneidung und die strengen Gesetzesauflagen für jüdische Männer „für nicht gültig“ erklärt hat, um besser missionieren zu können. Er war gemeinsam mit dem Apostel Petrus einer jener Männer, die die strengen Speisegesetze des Alten Testaments (nach einer göttlichen Eingebung) für die nichtjüdischen Christen abgeschafft haben. Er hat sich damit sicherlich anfänglich in seiner kleinen Gemeinde, wo die Christen noch nach den strengen jüdischen Gesetzen lebten, Feinde geschaffen, aber auch neue Freunde gewonnen.

Fazit: Die Christen haben die für sie schwierigen Speisegesetze und sogar das Zinsverbot aufgehoben. Sogar erst in der Neuzeit. Warum versuchen bestimmte Lobbyisten aus dem Nahen Osten und aus Europa jetzt mit Halal und Islamic Banking in Europa, solche strengen Sitten mittels des politisierten Glaubens und des Fundamentalismus durch die Hintertür wieder zu etablieren? Viele Menschen haben in vielen Punkten ihre moralischen europäischen Wertevorstellungen verloren. Halal-Zertifizierungen und Islamic Banking, unter dem Deckmantel der Religion sind eine Beleidigung gegenüber der Religion des Koranischen Islam. Gäbe es ein „Jewish Banking“ oder ein „Christian Banking“, wäre es interessant zu sehen, wie auch hier das gleiche System installiert wird, ist doch nach dem Alten Testament der Zins dezidiert mindestens gegenüber Brüdern verboten.

Zwei offene Fragen dazu.: Warum gibt es nicht Begriffe oder Bestimmungen mit dem Namen „Jewish Banking“ oder „Christian Banking“ aber die Begriffe „Islamic Banking“? Und warum unterstützen das so gerne viele Europäer gierig mit verschiedenen sehr bedenklichen Argumenten?

Warum versucht man im Islam so etwas aufzubauen, das sogar in der Türkei von der Mehrheit der Bevölkerung (75 Mio. Einwohner) nicht angenommen wird. Das Wort „Riba“ im Koran darf nicht als „Zins“ verengt interpretiert werden, sondern deutet auf jede heuchlerische und ausbeuterische Vermehrung des Vermögens hin. Wie können also zwei türkische Banken (Vakifbank, Denizbank) sogar mit höheren (Spar- und Kredit-) Zinsen als ihre Konkurrenz in Europa Kunden gewinnen und Inserate auf den (teuren) ersten Seiten der Zeitschriften und Magazine in Europa täglich für solche Spareinlagen schalten? Gegen diese verkehrte Logik, diese heuchlerische Kundenanwerbung und das Einschleichen der Lobbyisten in Europa, aus dem Nahen Osten und der Türkei, die hier Kunden, Institutionen, politische Parteien und Medien für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, müssen wir Einspruch erheben und Stopp schreien!

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Wer sich den Gesetzen nicht fügen will ?

Nach Recherchen eines Historikers ist ein türkischer Edelmann „Urvater aller deutsch-türkischen Mitbürger in Deutschland“. Johann Wolfgang von Goethe: „Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, in denen sie gelten.“

Der Kunsthistoriker und Theologe Dr. Werner Ulrich Deetjen ist überzeugt davon, dass zu den Vorfahren des deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe auch ein türkischer Hauptmann namens Sadok Selim Soldan gehörte. Dessen Historie gilt dem Experten als „die Urgeschichte deutsch-türkischer Integration“.

Immer wieder tauchen in den Medien Berichte über diesen legendären deutsch-türkischen Urvater Sadok Selim Soldan auf (um 1270 bis 1328), der sich, nachdem er sich 1305 taufen ließ, Johannes Soldan nannte. Einige Quellen berichten davon, Sadok Selim sei muslimisch erzogen worden. Ob er praktizierender Muslim war, ist umstritten. Der ehemalige evangelische Dekan im baden-württembergischen Brackenheim hat sich intensiv mit der Chronik der Familie Soldan befasst. Darin werde von einem Orientalen berichtet, der in die Gefangenschaft deutscher Ordensritter geraten war. Rasch sei er auf Grund seines einnehmenden Wesens jedoch zum ebenbürtigen Freund aufgestiegen und in die Truppe, die wohl aus der Nähe Württembergs stammte, aufgenommen worden. 1304 soll sich Sadok Selim mit einer Bürgerin des Ortes, Rebekka Döbler, vermählt haben. Drei Söhne sind aus der Ehe hervorgegangen.
Der Halbmond samt Stern im Wappen als auch in der Familienchronik gelten Deetjen, neben dem Namen, als weiteres Indiz für die türkischen Bezüge. Doch das sei noch nicht alles. Türkische Besucher hätten ihm davon erzählt, dass Soldan, der mit seinen Söhnen in der hiesigen Johanniskirche begraben wurde, aus der Türkei habe fliehen müssen, um nicht ums Leben zu kommen. Deetjen: „Es gibt deutliche Hinweise, dass diese Familienchronik aus dem 16. Jahrhundert einen hohen Wahrheitsgehalt hat.“ Erst vor kurzem habe sich das Innenministerium Baden-Württemberg auf seine Recherchen berufen, berichtet der Forscher. Der Experte räumt allerdings ein, dass es einen direkten Beweis für die Verwandtschaft zu Goethe nicht gebe. Jedoch hätten die „Quelle aus dem 16. Jahrhundert mit den Hinweisen auf die Festung Al Mokhtara, Kreuzritter aus der Gegend um Backenheim und Hinweise auf die blühende Familie Soldan sehr starken historischen Zwang.“
Bis ins Hessische und Fränkische hätten sich die Familienbande gezogen, aus der sehr oft Juristen und andere leitende Persönlichkeiten, häufig auch Künstler und bedeutende Wissenschaftler, hervorgegangen seien. Deetjen ergänzt:„In der Soldan-Familie selbst gibt es die Überlieferung, dass dieser Sadok Selim zu den Vorfahren von Goethe gehört.“ In der Goethe-Forschung sei seit dem 19. Jahrhundert bekannt, dass es von der mütterlichen Seite Goethes einen orientalischen Vorfahren gegeben haben muss. Goethe selbst sei getaufter, protestantischer Christ gewesen, dem es wohl bewusst war, dass er orientalische Wurzeln hatte. In seinem Werk „West-östlicher Diwan“ (1819) habe das schließlich noch einmal nachgewirkt.
Für den Islam zeigte Goethe als universeller und lieberaler Geist zumindest auffallendes Interesse. Seine überlieferten Worte beweisen es:
„Närrisch, daß jeder in seinem Falle

Seine besondere Meinung preist!

Wenn Islam Gott ergeben heißt,

Im Islam leben und sterben wir alle.“

(Hamburger Ausgabe, Bd.2, S. 56)

Im Juni 2005 wurde Soldan zum 700-jährigen Jubiläum von dessen Ansiedelung im Raum Brackenheim gemeinsam mit türkischen und deutschen Gästen noch einmal gedacht. „Wenn wir also diesen Überlieferungen vertrauen, und einiges spricht dafür, dann wäre er quasi der Urvater aller deutsch-türkischen Mitbürger in Deutschland“, erklärt Deetjen. Das Fest vor einigen Jahren habe die Beziehungen Brackenheims in die Türkei intensiviert. Resümierend mahnt Deetjen jedoch an: „Ich denke, dass die deutsch-türkische Geschichte in ihren Beziehungen noch lange nicht richtig gut aufgearbeitet ist.“ ( Quelle: Deutsch-Tuerkische-Nacrichten.de, Felix Kubach, Nicole Oppel)

Der „Deutschtürke“ Johann Wolfgang von Goethe hat recht:

Was sagte schon Goethe: „Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, in denen sie gelten.“

 

Vorfahren aus dem 13. Jahrhundert
„Der Kunsthistoriker und Theologe Dr. Werner Ulrich Deetjen ist überzeugt davon, dass zu den Vorfahren des deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe auch ein türkischer Hauptmann namens Sadok Selim Soldan gehörte. Dessen Historie gilt dem Experten als „die Urgeschichte deutsch-türkischer Integration“Auch bei einem gewissen Christ namens Johann Soldan wird davon ausgegangen, dass er zu Vorfahren und Ahnen von Goethe gehört. Der ursprünglich türkische Offizier mit dem Namen Sadok Seli Soltan wurde damals als Beutetürke während der Kreuzzüge verschleppt und christlich getauft. Das besondere an ihm ist, dass er vermutlich der erste türkische Deutsche in Deutschland war, der urkundlich nachgewiesen werden kann. Bereits Engelmann (1984) zählte Johann Soldan zur Ahnenreihe Johann Wolfgang von Goethes,“ von dem man seit dem 19. Jahrhundert weiß, dass er mütterlicherseits einen orientalischen Vorfahren hat.
Die These wurde zuletzt von Werner Ulrich Deetjen anlässlich des 700-jährigen Jubiläums der Soldan-Taufe 2005 vertreten.
Die mögliche Verwandtschaft mit Soldan bestätigt jedoch nicht das anderweitig vor allem in arabischen Ländern kursierende Gerücht, dass Goethe Muslim gewesen sei“

de.wikipedia.org/wiki/Goethe_(Familie)
de.wikipedia.org/wiki/Sadok_Seli_Soltan

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Die Deutsche Sprache kommt aus Anatolien

Die Wiege der indoeuropäischen Sprachen stand in der heutigen Türkei, besagt eine neue Studie. Sie steht im Widerspruch zur Theorie vieler historischer Linguisten.

Es war einmal, in grauer Vorzeit, ein kleines Volk. Wir wissen fast nichts über seine Angehörigen. Und trotzdem beeinflussen sie das Leben von etwa drei Milliarden Menschen, die heute zwischen Island und Sri Lanka siedeln. Denn sie verständigten sich in einer Sprache, aus der sich mehr als 400 indoeuropäische Sprachen entwickelten. Die Krux jedoch ist: Obwohl historische Linguisten seit etwa 200 Jahren ihre Fährte verfolgen und sorgfältig Sprachstammbäume zeichnen, ist noch unklar, wer diese Menschen waren und wo sie wohnten. Nun treten Naturwissenschaftler auf den Plan und verkünden siegesgewiss, dass ihre Methoden das vertrackte Rätsel besser lösen können. Im Fachblatt „Science“ erscheint heute eine solche Studie und wird vermutlich den Streit zwischen Sprach- und Naturwissenschaftlern erneut entzünden.

Zwei Thesen dominieren die Debatte und geben auf Wo, Wann und Warum eine unterschiedliche Antwort. Die Wiege der indoeuropäischen Sprache habe vor zirka 6000 Jahren irgendwo nördlich des Kaspischen und des Schwarzen Meeres in der russischen Steppe gestanden, behauptet die Mehrzahl der historischen Linguisten gemeinsam mit etlichen Archäologen. Ein kriegerisches Nomadenvolk der Kurgan-Kultur habe die proto-indoeuropäische Sprache auf dem Pferderücken verbreitet, im Gepäck zwei wichtige Erfindungen: das Rad und die Zähmung des Pferdes.

Die naturwissenschaftliche Konkurrenz favorisiert die friedliche Gegenthese und verortet die Urheimat der indoeuropäischen Sprachen in Anatolien. Die Bauern der Jungsteinzeit hätten allmählich ihre Felder ausgedehnt und so vor 8000 bis 9500 Jahren nicht nur den Lebensstil der Jäger und Sammler verdrängt, sondern auch deren Sprachen. Das untermauert auch die Studie, die Russel Gray und Quentin Atkinson von der Universität von Auckland in Neuseeland und ihre Kollegen nun in „Science“ veröffentlichen. (Tagesspiegel.de)

Weiter:

http://www.tagesspiegel.de/wissen/urspruenge-in-der-tuerkei-die-deutsche-sprache-kommt-aus-anatolien/7048426.html

 

KURGUN KULTUR ?(russisch курга́н = kurgán = Hügel, Hügelgrab, urspr. Türkisch)
“ Zwei Thesen dominieren die Debatte und geben auf Wo, Wann und Warum eine unterschiedliche Antwort. Die Wiege der indoeuropäischen Sprache habe vor zirka 6000 Jahren irgendwo nördlich des Kaspischen und des Schwarzen Meeres in der russischen Steppe gestanden, behauptet die Mehrzahl der historischen Linguisten gemeinsam mit etlichen Archäologen. Ein kriegerisches Nomadenvolk der KURGAN-Kultur habe die proto-indoeuropäische Sprache auf dem Pferderücken verbreitet, im Gepäck zwei wichtige Erfindungen: das Rad und die Zähmung des Pferdes.Die naturwissenschaftliche Konkurrenz favorisiert die friedliche Gegenthese und verortet die Urheimat der indoeuropäischen Sprachen in Anatolien. Die Bauern der Jungsteinzeit hätten allmählich ihre Felder ausgedehnt und so vor 8000 bis 9500 Jahren nicht nur den Lebensstil der Jäger und Sammler verdrängt, sondern auch deren Sprachen. Das untermauert auch die Studie, die Russel Gray und Quentin Atkinson von der Universität von Auckland in Neuseeland und ihre Kollegen nun in „Science“ veröffentlichen.“

KURGAN: Es gibt zwei Hauptquellen des Wortes Kurgan. Eine Erklärung wäre die Herleitung vom alttürkischen korgan ‘Zuflucht, Festung’ und mitteltürkischen kurgan ‘Festung, Festungswall, Haupt-Schrein’. Beide werden als Lautverschiebung des alttürkischen korigan betrachtet, mit der Wortwurzel korı- ‘schützen, verteidigen’ und dem alttürkischen Suffix -gan.[1] Eine andere Erklärung wäre die Herleitung vom alttürkischen Wortstamm qur-, aus dem das Wort Kurgan eine Ableitung darstellt, ursprünglich aus Urtürkisch *Kur- ‘errichten (Gebäude), gründen’. Eine klare Trennung zwischen „Kurgan“ und dem urtürkischen *Kōrɨ-kan ‘Zaun, Schutz’ ist oft schwer festzusetzen.[2

www.tagesspiegel.de/…/urspruenge-in…/7048426.html

de.wikipedia.org/wiki/Kurgan_(Grabhügel)

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Denkmal für Architekt Clemens Holzmeister in Ankara

Der berühmte österreichische Architekt Clemens Holzmeister, der in Ankara viele Bauwerke errichtet hat, wurde in der Hauptstadt mit einem Denkmal im Garten des türkischen Parlaments geehrt. 

Clemens Holzmeister – der Stararchitekt des modernen Ankara

Ankara/Wien. Das Parlamentsgebäude, die Stadtvilla Atatürk, das Verteidigungsministerium, das Innenministerium, der Oberste Gerichtshof, die österreichische Botschaft – all diese Gebäude in Ankara wurden von Clemens Holzmeister erbaut. Nun wurde der österreichische Architekt mit einem Denkmal im Garten des Parlaments geehrt. Bei der Eröffnung waren der stellvertretende Parlamentspräsident Mehmet Sağlam und der Präsident der österreichisch-türkischen Freundschaftsgruppe Georg Keuschnigg anwesend. Sağlam betonte in seiner Rede, dass die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Staaten Höhen und Tiefen haben, aber die Hauptsache sei, die Beziehungen basieren auf Zuneigung und Freundschaft. „Während des Ersten Weltkriegs waren die osmanischen und österreichischen Soldaten Waffenbrüder. Nach der Gründung der Republik haben die österreichischen Architekten und Künstler einen großen Beitrag geleistet. Aber der berühmte Architekt Holzmeister hat eine besondere Stellung. In den Jahren 1938 bis 1954 hat Holzmeister in der Türkei gelebt. Nachdem er den ersten Preis bei einem Wettbewerb gewonnen hatte, wurde er ausgewählt, um das Parlamentsgebäude zu erbauen. Im Jahr 1940 lehrte er an der Technischen Universität Istanbul. Neben seinen Bauwerken war auch seine Person selbst hoch angesehen, vor allem für die Jugendlichen in Ankara galt er als Vorbild, da durch seine Werke an die Republik erinnert wurde.“, so Sağlam. Außerdem stammen von Georg Keuschnigg, Mitglied des Bundesrates, folgende Worte: „Als die österreichisch-türkische parlamentarische Freundschaftsgruppe haben wir eine große Freude, an der Eröffnung des Denkmals zur Ehrung des berühmten Architekten teilnehmen zu dürfen. Die Errichtung dieses Denkmals ist der Höhepunkt des Gedenkens an Holzmeister.“

Am 24. November wurde als Schlusspunkt zahlreicher, dem österreichischen Architekten Clemens Holzmeister gewidmeter Veranstaltungen der letzten Jahre, im Park der „Großen Türkischen Nationalversammlung“, eine Holzmeister-Gedenk-Ecke enthüllt. Holzmeister hatte den Park zwischen 1939 und 1961 als sein Hauptwerk in der Türkei errichtet. Die Zeremonie fand während des Aufenthalts der „Österreichisch-Türkischen Parlamentarischen Freundschaftsgruppe“ in der Türkei statt. Die Eröffnungsreden hielten der Vorsitzende der Freundschaftsgruppe, Bundesrat Georg Keuschnig, und der stellvertretende Parlamentspräsident, Mehmet Saglam. Bereits einige Tage zuvor war im Ankaraner Stadtteil Oran ein Holzmeisterpark mit einer Büste Holzmeisters durch den Bürgermeister der Gemeinde Cankaya, Bülent Tanik, und der Österreichischen Botschafterin Heidemaria Gürer im Beisein der Tochter Holzmeisters, Barbara Mohapp, eröffnet worden. Diese Eröffnung hatte im Rahmen eines von der türkischen Holzmeisterspezialistin Aydan Balamir veranstalteten Holzmeistersymposiums und Ausstellung seiner Aquarelle im „Cer Modern“-Museum in Ankara stattgefunden. Balamir hatte schon 2010 eine umfassende Publikation über die Werke Holzmeisters in der Türkei herausgegeben und dafür eine österreichische Auszeichnung sowie einen internationalen Architektenpreis erhalten.

Außer dem Holzmeisterpark und der Gedenkstätte im türkischen Parlament war bereits 2008 durch den damaligen Wiener Stadtrat Rudolf Schicker im Ankaraner Stadtteil Yildiz eine Holzmeisterstraße eröffnet und an seinem ehemaligen Wohnhaus eine Erinnerungsplakette angebracht worden. Außerdem wurde auch ein von der Österreichischen Botschaft in Ankara entworfener „Holzmeisterführer durch Ankara“ dem Publikum vorgestellt. Clemens Holzmeister kann als „Staatsarchitekt der Türkei“ bezeichnet werden. Er lebte von 1938 bis 1953 ständig in der Türkei gelebt, neben seiner Lehrtätigkeit in Istanbul hauptsächlich in Ankara. Bereits davor war er von Atatürk zum Aufbau der neuen Hauptstadt Ankara in die Türkei eingeladen worden. Zu seinen 15 Bauten in Ankara gehören neben dem Parlament ebenso wichtige Gebäude wie der Präsidentenpalast, einige Banken und die wesentlichsten Gebäude des Ministeriumsviertels, sowie die österreichische Botschaft. Gemeinsam mit dem österreichischen Bildhauer Anton Hanak errichtete er auch das „Sicherheitsdenkmal“ im Regierungsviertel. Neben den imposanten Werken Holzmeisters prägte auch der österreichische Bildhauer Heinrich Krippel die türkische Geschichte. Krippel zeichnete sich unter anderem für das wichtigste Reiterstandbild Atatürks in Samsun verantwortlich. Seit kurzem befindet sich neben dem Atatürk-Reiterstandbild in Samsun auch eine Krippel-Straße. Die erwähnten Holzmeister- und Krippel-Aktivitäten der letzten Jahre gehen auf die Initiative der Österreichischen Botschaft in Ankara zurück.

Straße in Ankara nach Architekt Clemens Holzmeister benannt (24.02.2009)

In der türkischen Hauptstadt Ankara ist eine Straße nach dem österreichischen Architekten und Stadtplaner Clemens Holzmeister (1886-1983) benannt worden.
Clemens Holzmeister wurde 1927 nach Ankara berufen, wo er mit seinen Bauten das Stadtbild prägte. 1938 emigrierte der Architekt in die Türkei, wo er als Dozent an der Technischen Hochschule in Istanbul tätig war.
Neben seinem ersten Bau, dem türkischen Verteidigungsministerium, schuf Holzmeister in Ankara unter anderem die Stadtvilla Atatürk, die Österreichische Botschaft, den Obersten Gerichtshof, das Innenministerium und das Parlamentsgebäude.

Mehr Info über Clemens Holzmeister:

http://www.architektenlexikon.at/de/241.htm

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29 08 2017
By: Redaktion 0

DECLARATION OF JOINT INTERNATIONAL EMERGENCY

Following an international press freedom mission to Turkey on 7 February to 2 March 2017, the undersigned participants, representing six international free expression watchdog organisations, express severe concern about media freedom and respect for human rights and warn that the country’s democracy is under threat.

The mission came in response to an ongoing purge by Turkey’s government in the wake of a failed 15 July 2016 coup attempt that traumatized the country. Hundreds of thousands have been dismissed from jobs or detained under wide-ranging emergency powers granted after the coup attempt.

This includes some 155 journalists and media workers behind bars, 125 of whom have been arrested since the coup attempt. Most were detained for alleged support of terrorists on shifting, contradictory and illogical accusations that relate to their criticism of government officials or policy.

Journalists held for months in pre-trial detention are punished without conviction, having been presented with no indictments illuminating the charges or evidence against them. Instead, they face arbitrary limits on outside contact and interference with the right to mount a legal defence.

These developments cast doubt on judicial independence and rule of law, and are compounded by the Constitutional Court’s failure to review detentions and remedy rights violations.

The mission also preceded an April 16 referendum on constitutional changes that would convert Turkey from a parliamentary to a presidential system, vastly expanding the president’s powers over all branches of government.

Mass closures of media outlets by executive decree under the state of emergency have left few remaining spaces for the expression of opinions not in line with the government’s views; voters will be forced to make crucial decisions about the political system of the country under state of emergency conditions and within a severely restricted space for public debate.

Mission delegates met with journalists and media facing unwarranted pressure; with detained journalists’ families and attorneys; and with civil society, opposition politicians and foreign diplomats. However, representatives of Turkey’s Justice Ministry and advisers to Erdoğan refused to meet with them, and the Ministry ignored delegates’ request to visit imprisoned journalists.

 

Recognizing that the free exchange of information is necessary for informed decision-making and democracy, and the referendum’s profound potential impact, the delegates stand in solidarity with journalists in Turkey and recommend that Turkey’s government:

– Release all journalists and others detained for engaging in free expression or sharing news or other public interest information and recommit to upholding international human rights norms.

– End the ongoing state of emergency, restore legal and administrative safeguards for freedom of expression and access to justice suspended since the imposition of emergency powers, and allow Turkey’s judicial system to function independently, according to law and absent political pressure.

– Cease all activity hindering or preventing journalists or others from freely discussing the merits of the proposed constitutional changes in advance of the referendum and ensure that the public enjoys full access to a broad range of information, including through fair, equitable and non-discriminatory television and radio coverage of diverse political views.

– Allow journalists to question government policy and freely investigate public interest issues without reprisal, including corruption, the “Kurdish issue”, human rights violations, armed conflict in southeast Turkey and Syria, and activity by militants such as the Islamic State group.

– Ensure that government-authorised press cards are awarded freely to all journalists, domestic and foreign, and that the decision to do so is not subject to political pressure.

– Stop using hostile rhetoric targeting journalists as “traitors” or “terrorists”, and send a clear signal to police, the judiciary and the public that attackers of journalists must be brought to justice. Similarly, ensure that foreign journalists are not singled out for intimidation or harassment.

– Reform overly-broad anti-terrorism law, in text and implementation, and clearly distinguish between individuals who actively plot, incite or engage in violence, and journalists who merely report on terrorist groups.

– Ensure that everyone in Turkey facing a criminal charge is afforded due process and all human rights guaranteed under the European Convention of Human Rights and other international agreements to which Turkey has acceded.

– Moreover, end arbitrary restrictions targeting journalists behind bars more harshly than other prisoners.

– Increase transparency, not only in terms of access to information but also officials’ willingness to speak with independent media outlets and to engage in dialogue with international observers who share the mutual goal of ensuring a stable, prosperous and democratic Turkey.

– Implement recommendations in Council of Europe Human Rights Commissioner Nils Muižnieks’ 15 February 2017 “Memorandum on freedom of expression and media freedom in Turkey”1 and in the OSCE/ODIHR Limited Election Observation Mission’s reports on parliamentary elections on 7 June 2015 and 1 November 2015.

– Heed conclusions and implement recommendations detailed in forthcoming reports by the Council of Europe’s Venice Commission on judicial independence in Turkey, on the proposed constitutional changes and on the impact emergency decree laws have had on media freedom.

 

The delegates also call on foreign governments to:

 

– Press Turkey to uphold its human rights commitments and recognize that derogations ostensibly intended to serve short-term security or economic interests risk severely weakening Turkey’s democracy and exacerbating those same challenges over the long term.

– Make use of international fora – e.g. meetings before bodies of the U.N., the Council of Europe and the OSCE – to emphasise the need for Turkey to release imprisoned journalists and to relax pressure on the media, both generally and ahead of the referendum.

– Use all available channels to continue to engage the Turkish government to that end.

 

6 March 2017

Steven M. Ellis, Director of Advocacy and Communications, International Press Institute (IPI)

Sandy Bremner, Representative, IPI UK National Committee; Managing Editor for the Northeast and Northern Isles, BBC Scotland

Georgia Nash, Programme Officer, ARTICLE 19

Anna Livion Ingvarsson, Secretary General, Swedish PEN

Sophie Busson, Advocacy Advisor, Reporters Without Borders (RSF)

Erol OnderogluTurkey Representative, Reporters Without Borders (RSF)

Otmar Lahodynsky, President, Association of European Journalists (AEJ); European Editor, Profil Michelle

Trimborn, PR and Communications Officer, European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF)

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Erster Völkermord des 20. Jahrhunderts-Prozess in New York-Deutschland soll zahlen

Die ehemalige deutsche Kolonie Namibia schließt sich der Klage gegen die Bundesrepublik an. Für den Völkermord zu Beginn des 20. Jahrhunderts fordert sie eine immense Entschädigung.Während der deutschen Kolonialherrschaft im heutigen Namibia Zehntausende Herero und Nama getötet (1904 bis 1908) worden. Die deutschen Truppen haben rund 65.000 der 80.000 Herero und mindestens 10.000 von 20.000 Nama laut Experten ermordet. Die Massaker gelten als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts.

 

Mehr als 100 Jahre nach dem Völkermord im damaligen Deutsch-Südwestafrika ist nun der Weg frei für einen Prozess um Entschädigungszahlungen an die namibischen Volksgruppen Herero und Nama. Deren Angehörige hatten in New York eine Sammelklage gegen Deutschland eingereicht. Vertreter der Kläger fanden sich nun in der US-Metropole ein und erzielten einen Erfolg: Richterin Laura Taylor Swain setzte den 21. Juli als ersten Verhandlungstag fest. Damit kann das Verfahren um eines der dunkelsten Kapitel der afrikanischen Kolonialgeschichte in Gang kommen.

Namibia will die Bundesrepublik wegen des Völkermords an den Herero und Nama verklagen. Das geht aus amtlichen Dokumenten hervor, die von der Zeitung „The Namibian“ und der Nachrichtenagentur AFP eingesehen wurden. Die namibische Regierung fordere mehr als 30 Milliarden US-Dollar an Entschädigung. Bei Massakern zwischen 1904 und 1908 wurden mehr als 100.000 Menschen getötet. Deutsch-Südwestafrika, das heutige Namibia, war damals eine deutsche Kolonie.

Bisher hatte Namibia auf die Forderung von Reparationszahlungen verzichtet. Die Regierung wolle sich nun jedoch einer Klage anschließen, die Vertreter der Herero- und Nama-Stämme Anfang des Jahres in den Vereinigten Staaten eingereicht haben. Ein Team internationaler Anwälte arbeite zudem daran, den Fall der Entschädigungen vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu bringen, bestätigte der namibische Justizminister Sacky Shangala gegenüber AFP.

Deutschland verhandelt seit einigen Monaten mit der Regierung Namibias über eine Aufarbeitung der Verbrechen. Die Bundesregierung spricht selbst von „Völkermord“. Individuelle Entschädigungen lehnt sie ab. Eine UN-Expertengruppe hatte die Bundesregierung im Februar aufgefordert, Herero- und Nama-Vertreter stärker an den Verhandlungen zu beteiligen, und kritisiert, dass es noch keine Entschädigungszahlungen gegeben habe.

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29 08 2017
By: Redaktion 0

TKG: Nach dem Referendum – Einstellung zur Republik Österreich

TKG: JA zur parlamentarische Demokratie- Österreich

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich hat als unabhängige Think Tank NGO (Non Gouvernment Organization) vor dem Referendum ihre klare Ablehnung gegen das Referendum mit verschiedenen Mitteln ausgedrückt.

Türkei- Referendum: Nein! zur Abschaffung der Demokratie!

Gegenüber dieser APA OTS Aussendung hat die
Türkische KULTURgemeinde von AKP nahen Vereinen und Personen Beschimpfungen, Geringschätzung und persönliche Untergriffe dulden müssen.

Türkei-Referendum-TKG: Nein! zur Abschaffung der Demokratie!

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170414_OTS0024/tuerkei-referendum-nein-zur-abschaffung-der-demokratie

 

Wir haben in Österreich tatsächlich ein großes Problem, das nicht nur die Aufnahmegesellschaft beschäftigt, sondern auch die Mehrheit der aufgeklärten und demokratiebewussten Community aus der Türkei. Diese türkische Community ist gerade in Geiselhaft.

Die unbewussten Partisanen haben die in Österreich lebenden und freiheitsliebenden Menschen aus der Türkei durch Drohungen und Mobbing in sozialen und türkischen Medien verleumdet. Diese Tatsache ist auch langsam den ÖsterreicherInnen bewusst geworden.

Aus diesem Grund bitten wir in aller Freundschaft und Höflichkeit, das Wort „Türken“ nicht zu pauschalisieren bzw. zu „satanisieren“. Dies nützt nur den Anhängern des politischen Islams und AKP Partisanen, die sich immer als ewige Opfer zementieren.

Hier erwarten wir besonders, die moderne demokratiebewusste säkulare austrotürkische Gemeinde von diesen primitiven Schakalen und religiösen Faschisten zu unterscheiden.

Bis jetzt haben österreichische PolitikerInnen und insbesondere PolitikerInnen aus der Türkei die Aufnahmegesellschaft seit 15 Jahren mit diesen Problemen vorsätzlich unter dem Vorwand „Integration“, „Solidarität“ und „Religionsfreiheit“ geschützt und sogar mit ihnen kooperiert, obwohl sie wussten, dass diese Personen verlängerte Arme der faschistischen Parteien oder religiös fundamentalistischen und säkular verfassungsfeindlichen Parteien aus der Türkei sind.

Diese Personen, die in den österreichischen Parteien oder in der Wirtschaftskammer seit Langem mit angeblichen überangepassten Menschen aus der Türkei zusammengearbeitet haben, sind die wahren Brandstifter, die jetzt als Feuerlöscher auftreten.

Wie kann es sein, dass Parteien und Bewegungen aus der Türkei nach Jahren in Österreich Vereine gründen und Vereins- und Religionsgesetze missbrauchen, obwohl sie keine echten NGOs sind? Diese angeblichen NGOs sind gemeingefährliche, religiös-faschistische Bewegungen und Parteien, die in der Türkei verboten wurden und mit anderem Namen heuchlerisch neu gegründet worden sind.

Die Türkische KULTURgemeinde hat seit Jahren vor genau diesen Missständen konsequent in türkischer und deutscher Sprache gewarnt.

Diese Personen, die eigentlich eine demokratiefeindliche Gesinnung haben und insbesondere alle Errungenschaften in einer modernen Demokratie erleben, sind jedoch im Inland und im Ursprungsland für ihre Landsleute de facto demokratiefeindlich.

Diese Scheinheiligkeit hat mit der korrupten Sprache zu tun, die ab jetzt nicht mehr gelten sollte. Ab jetzt sollte man nicht alle TürkInnen in den gleichen Topf werfen und pauschalisieren, damit daraus nicht der „ewige Türke“ wird. Das ist das Ziel der Feinde der Demokratie und das wollen die religiösen Faschisten.

Wir, als säkulare Verfassungspatrioten mit einem wehrhaften, streitbaren Demokratieverständnis, bekennen uns zu Österreich mit allen seinen Werten, die wir in den letzten 50 Jahren miterleben und aufbauen durften.

Es ist für uns sehr wertvoll, ein Mitglied eines Staates und Bürger einer Gesellschaft zu sein, wo unsere Würde in der österreichischen Verfassung, egal welche Abstammung wir haben, unantastbar ist.

Es ist für uns eine große Freude und Ehre, in einem Land zu leben, wo Gewaltenteilung geschützt, geschätzt und hochgehoben wird, obwohl auch in Österreich dieses Gebiet noch ausbaufähig ist.

Wir als MigrantInnen, als AustrotürkInnen, möchten die Rechtsstaatlichkeit, Presse- und Meinungsfreiheit hochhalten, weil wir wissen, dass das Gegenteil uns ins Verderben stürzt.

Deswegen ist es an der Zeit, unsere Präambel, die bei der Gründung der „Türkische KULTURgemeinde in Österreich“ in den Statuten niedergeschrieben wurde, hier zu wiederholen:

 

„Wir, Bürgerinnen und Bürger aus der Türkei, haben uns dauerhaft in Österreich niedergelassen. Österreich ist unsere „neue Heimat“ und die Heimat unserer Kinder und nachkommender Generationen, die hier geboren sind und hier aufwachsen. Wir wollen in Österreich mit allen Bevölkerungsteilen dieses Landes gleichberechtigt, in Würde, Sicherheit, Frieden, Freundschaft und Solidarität leben. Wir wollen nach dem Grundsatz der Gleichstellung und Gleichbehandlung zur Verwirklichung unserer Rechte als kulturelle Minderheit in allen rechtlichen, sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Bereichen unseren Beitrag leisten. Wir haben als Bürger der österreichischen Republik Rechte und natürlich auch Pflichten, die wir mit Österreichs Verfassung und Gesetzen vollkommen befürworten und unsere Mitglieder immer darauf aufmerksam machen wollen. Wir werden den Rechtstaat Österreich in seinen Gesetzen und Verfassungen anwenden und loyal bleiben und mit allen Mitteln unterstützen, damit wir auch von allen Seiten objektiv und korrekt behandelt werden. Die „Türkische Kulturgemeinde in Österreich – Brückenbauen“ ist ein den pluralistischen, freiheitlichen, demokratischen und rechtstaatlichen Prinzipien verpflichteter Verein. Pluralität der Meinungen, Gleichberechtigung aller Mitglieder und demokratische Regeln bei der Arbeit sind oberstes Prinzip. In Grundsatzfragen wird das Konsensprinzip angestrebt. Rassistisch oder Fundamentalistisch orientierte Personen oder Organisationen und solche Personen oder Organisationen, die Gewalt als politisches Mittel bejahen, dürfen nicht Mitglied werden. Die UNO -Menschenrechtscharta ist Bestandteil der Satzung. Der Verein bekennt sich zu den einschlägigen internationalen Vereinbarungen zum Schutze der Menschenrechte.“

www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170419_OTS0127/tkg-ja-zur-oesterreich

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich,
Obmann
Dipl.-Ing. Birol Kilic

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Solidarität ist gut, aber mit wem Herr Bundespräsident Van der Bellen?

Wir begrüßen die Haltung von Bundespräsident Van der Bellen gegen jeglichen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus. Vielen Dank.

 

Aber auf die Solidarität vom Bundespräsidenten bezüglich Kopftuch können wir als Opfer der modernen, säkularen und gläubigen Austrotürken in aller Höflichkeit verzichten. Warum? Weil diese Solidarität ist für uns ein Freibrief und eine Unterstützung der Unterdrücker, der Diskriminierer und der religiösen Klerikalfaschisten der „politischen Islamanhänger“  die wir aus der Türkei kennen.

Zwischen „Islam“ und „politischem Islam“(Verfälschten Islam)  gibt es einen diamateriellen Unterschied. Islam bedeutet als Wort Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen und „Poltische Islam“ bedeutet Ausnützung, Tränen, Missbrauch, Hetze und Unterdrückung.

Der „politische Islam“ ist der Feind des „Islams im Koran“ der gerade auch in Österreich alle MoslemInnen (ca.700.000) in Geiselhaft genommen hat.

Der „poltische Islam“ ist ein „verfälschter Islam“, der demokratische Errungenschaften, die man vor Jahrhunderten als Land gewonnen hat, missbraucht, manipuliert und vernebelt.

 

„Wir“ und „Ihr“

Es ist eine „Wir“(Aufgeklärten, Moralisch überlegenen) und „Ihr“ (Nicht-Aufgeklärten-Moralisch verdorbenen, ewige Verlierer-Cahilliye also die EuropäerInnen und säkulare MolemInnen)  Gesellschaft, die man in eine feindliche Position durch Hetze und Polarisierung bringt in der man lebt. Damit sie diese Ziele erreichen können, verwenden sie insbesondere das „Kopftuch“, obwohl das Kopftuch im Islam keine religiöse Pflicht bzw.Zeichen ist.  Wir betonen hiermit ausdrücklich  das Recht von Frauen ihre Bekleidung selbst zu wähle. Das  Kopftuchdebatte  wird  aber vorsätzlich für Ihre (Politische Islam) ideologische Ziele Instrumentalisiert und zweckentfremdet. Mann sollte aber über das Thema Kopftuch nicht alle alle MoslemInnen stigmatisieren. Das wollen die Anhänger der „Poltischen Islam“  damit hier die Spreu vom Weizen nicht mehr trennbar ist und Sie de facto Brandstifter unter dem Vorwand Feuerlöscher auftreten können.

 

Islam bedeutet Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen und nicht umgekehrt

Das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“ und „Vertrauen“.  Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt, die ihr „wahres Islam“-Bekenntnis aus dem Koran beziehen, verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten – und gewaltbereitende und selbstverherrlichende Theologien des Islam, die wir als „verfälschten Islam“ (Politische Islam) bezeichnen, kritisch zu betrachten, ja, sich von diesen um ihres Theologie Willen zu distanzieren.

Es stellt sich die Frage, ob es sich bei islamischen Kopftüchern um ein religiöses Gebot bzw. Pflicht handelt (dann müsste dieses allerdings im Koran stehen) oder ob wir es viel mehr mit einem historisch gewachsenen, politisch-religiösen-tradition Phänomen zu tun haben, das sich auf den Einfluss politischer und kultureller Traditionen zurückführen lässt und durch „Poltischen Islam“ Anhänger für die Gesellschaftsmodel „Wir“ und „Ihr“  als religiöses Gebot ausgenützt und politisiert wird.

Da das Kopftuch aber nicht  als Kopf-tuch im Koran erwähnt wird, kann es auch kein Gebot bzw. Pflicht dazu geben.Das häufig angeführte Argument, das Kopftuch solle „vor den Blicken der Männer schützen“, erscheint in unserer aufgeklärten Zeit jedenfalls vielen Leuten absurd und selbst im traditionell-historischen Kontext nicht als ganz stimmig. Im Koran gibt es nur 3 Verse bezüglich „Kopf”, “Tuch“ und „Schleier“, aber man sucht das Wort „Kopf-Tuch“ und infolgedessen „Pflicht bzw.Gebot zu Kopftuch vergeblich.
(Sure/Kapitel 24 Vers 31,  Sure/Kapitel 24 Vers 60, Sure/Kapitel 33 Vers 59). Bei Betrachtung der oben angeführten Zitate sieht man, dass das Wort „Tuch“ (Überwurf, Schleier, Kleider) vorkommt, aber nicht das Wort „Kopf-tuch“ als solches.

 

1980-Wendepunkt in der Türkei-Türkischen Erfahrungen

In der Türkei wurden vor 40 Jahren das Kopftuch, Turban und der Schleier absichtlich durch „Politische Islam“ anhänger politisiert. Bis vor 40 bis 50 Jahren diskutierte fast niemand in der Türkei  über das Kopftuch. Erst durch den Militärputsch vom 12. September 1980 und die darauf folgende Politisierung des Kopftuchs durch manche Gruppen aus Saudi Arabien, Katar und Ägypten, die die Religion für ihre politischen Interessen ausnützten, wurde es zu einem heiklen Propagandainstrument. Das Thema „Kopftuch“ wurde mit den „Migranten“ (Politischen Islam-Vereine, die eigentlich reaktionäre politische Parteien in der Türkei waren) nach Europa importiert und sorgt hier für heftige Diskussionen, auch innerhalb der Migrationsgruppen.  Die türkischen Erfahrungen sollten in Österreich, Deutschland und in der EU nicht wiederholt werden. Schließlich ist offensichtlich, dass im Islam nach den koranischen Versen und Suren keine Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuchs besteht – auch wenn das von einigen Gruppen behauptet, ausgenützt und Propagiert wird. Man sollte in Österreich Kopftuch nich politisieren. Als Österreicher und mit Überzeugung säkularer Lebenseinstellung treten wir für uneingeschränkte Meinungsfreiheit ein und spricht sich grundsätzlich gegen Kleidervorschriften aus.

 

Was heute von den Medien eigentlich kritisiert wird, sind nicht der koranische Islam und der Prophet Mohammed, sondern eine künstliche Ideologie, die Bekenntnis-Merkmale und koranische Worte des Islams, wie z.B. „Allah’ u Ekber“ (arab. allāhu akbar; übersetzt „Gott ist am Größten / ist der Größte“ – Bedeutung hat Ähnlichkeiten mit „Halleluhja“, „Gott preisen, verherrlichen, ausrufen“), missbraucht und gleichzeitig alles, was der koranische Islam ausdrücklich verbietet, praktiziert. Nämlich Intoleranz, Gewalt, Hetze, Politisierung der Glaube und die Nichtnutzung des Verstandes und der Vernunft.

 

These

Das größte Opfer dieser  Ideologie (Politische Islam) ist zuerst der koranische Islam und der Prophet Muhammed selbst, der doch die Vielgötterei und die Unmenschlichkeit bekämpft hat.

Der Koran ruft zur unbedingten Nutzung des Verstandes und der Vernunft auf und er ermahnt die Menschen warmherzig zu sein. Der Koran erinnert den Menschen daran, sein Vermögen und seine Liebe mit den Nachbarn zu teilen, egal welcher Religion, Sprache oder Nationalität man angehört. Es ist für uns Muslime schmerzlich, wenn dieser Gedanke der Nächstenliebe in der heutigen Wahrnehmung ganz untergeht und Morallosigkeit salonfähig ist. Die Türkei hat  deswegen ein Moral und Ethik Problem. Eine unmoralische Gesellschaft ist eine verdorbene Gesellschaft. Es wird alles missbraucht. Insbesondere Glaube! Es gibt sehr viele Themen, die wir besprechen, diskutieren und für die wir, mit dem Einverständnis aller, Lösungen finden müssen, weil Österreich ein Hinterland der „Morallosen Politisierten Islam“  geworden ist die wir ‘Verfälschten Islam“(Politische Islam) nennen die keine Moral und Ethik kennt und am meisten die Mehrheit der Menschen aus der Türkei schadet. Das verhindert natürlich seit  langem Integration und stört das Zusammenleben.

 

Vor zehn Jahren legte die Tochter des Gründers der Milli-Görus-Bewegung  Frau Emil Zeynelabidin ihr Kopftuch ab und schreibt folgende Worte am 23.04.2015 in der WELT:

„Die Welt ist in Verhüllte und Unverhüllte gespalten. Erst heute ist mir bewusst, unter welch einschränkenden Umständen ich durch das Kopftuchtragen gelebt hatte. Auch hätte ich mir damals nicht vorstellen können, dass es überhaupt nicht schlimm ist, kein Kopftuch zu tragen und meine Haare in der Öffentlichkeit zu zeigen.  Heute sind Frauen weltweit in Verhüllte und Nichtverhüllte gespalten. Und das im Namen der islamischen Religion. Eine (veraltete) Maßnahme aus der Zeit des Propheten ist heute zum Merkmal einer Apartheidpolitik geworden und niemanden stört es, dass dem ein Irrtum im Verständnis von Islam zugrunde liegen muss.

In der Debatte um das Kopftuch, das falsch gesetzte Prioritäten bei Muslimen und Befremden bei Nichtmuslimen zum Vorschein gebracht hat, liegt dennoch eine große Chance, mithilfe kluger Fragen die Streiterei in eine lebenspraktische Debatte umzuwandeln, um möglichen Irrtümern in Glaubensvorstellungen über Gott und den Islam nachzugehen. Was hat lieber Allah gegen Damenfrisuren? Warum soll Gott strafen, wenn eine Frau Verantwortung für ihre Reize übernimmt und Männer entsprechend Verantwortung für adäquates, faires Verhalten? Haben Männer nicht auch ihre Reize? Ist das Kopftuchtragen gesund für die Haare? Warum fällt es so schwer, auf das Kopftuch zu verzichten, wenn es doch angeblich freiwillig getragen wird?

Mein Leben ist seit zehn Jahren für mich freier und leichter geworden, ohne dass ich dabei auf meinen Glauben verzichtet habe. Im Gegenteil, durch das Fehlen meines Kopftuches genieße ich einerseits die Unauffälligkeit in der Öffentlichkeit, in der ich 30 Jahre lang ein Kopftuch trug und mich mit der religiös begründeten Bekleidungsform zum Maßstab der Zeiten vor 1400 Jahren bekannte, als man (“freie“) gläubige Frauen und Sklavinnen unterscheiden wollte. Und andererseits gefällt mir der nahe Kontakt zu Menschen, die mich als Mensch erkennen, und nicht als „die Muslimin“. Dabei schien ich als Verhüllte nicht zu wissen, was ich da wirklich genau tat. Mir hatte niemand davon erzählt, dass es sich bei der Verhüllung um ein Unterscheidungsmerkmal handelte und dass es um die „gefährlichen“ weiblichen Reize ging.

Eigentlich bestand bei mir überhaupt kein Bedarf, mich mit den Beweggründen meiner Glaubensansichten genauer zu befassen. Es gab keine Herausforderungen und Anlässe für ein kritisches Hinterfragen. Bis zur Kopftuchdebatte, die 2003 mit Fereshta Ludins Gang zum Bundesverfassungsgericht begann, war das Tragen von Kopftüchern bei muslimischen Frauen in Deutschland überhaupt kein Thema.Dass aber das Kopftuch zum Gradmesser von Gläubigkeit und Gehorsam auch gegen eine Frau gerichtet werden kann, musste ich am eigenen Leibe erfahren, als ich mich freien Willens von der Überflüssigkeit der Verhüllung löste, und damit auch von meiner Stigmatisierung und Uniformierung.

Es geht auch um die Würde von Männern

Längst hat das Kopftuch den Zweck, die Zugehörigkeit zu einer Minderheit zu markieren, statt mir als Individuum auch das Recht auf ein Aufgehen in der Allgemeinheit und Gesamtheit der Gesellschaft zu geben. Zudem ist es ein Betrug an der Weiblichkeit und eine eklatante Infragestellung der Würde von Männern. Es legt eine moralische Schamhaftigkeit bei Frauen fest, die in ihre natürliche Persönlichkeitsentwicklung eingreift. Der Glaube an Gott braucht keine demonstrativen Äußerlichkeiten. Was also hat das Kopftuch heute noch mit Islam zu tun? Nichts.“

 

Wo liegt das Hauptproblem? 

Das Hauptproblem liegt in der korrumpierten, manipulierten und mutierten Poltischen Islam-Theologie, die sich auf verfälschte Quellen und traditionelle Islam-Interpretationen stützt die wir Theologie des Verdachtes, Theologie der Gewalt nennen.

Die Islamische Welt leidet in Wirklichkeit unter einem abgöttischen Götzendienst. (Schirk) Nach außen hin wird das Wort „Allah“ verwendet und mit ihren Bärten, Turbanen und ihren schönen Gebetshäusern geben sie sich den Anschein, als ob sie gottesfürchtig wären, obwohl Gott von ihnen nur eines verlangt: Lesen, die Benutzung des Verstandes und der Vernunft, die Anpassung an Zeit und Ort und zu teilen, was man hat. Wenn man nichts zum Teilen hat, dann sollte man zumindest das Wort „Salam“, als Friedenstifter, mit dem Nachbarn teilen.

Die  nicht weniger Teil der muslimischen Welt bekennt sich zu dieser Verstands-beleidigenden Theologie der Verachtung und Gewalt und sieht sie als ihre wichtigste Säule in der Interpretation des Islams. Durch die verbreitete, muslimische Theologie werden alle guten Werte der eigentlichen Friedensreligion Islam aus ihrer Kern-Botschaft, nämlich, dass die Religion für das Glück der Menschen und zur Verherrlichung Gottes da ist, absichtlich herausgerissen und manipuliert, nämlich insofern, als man behauptet, dass der Mensch für die Religion geschaffen wurde – so wurde und wird der Koran für dynastische, monarchistisch-faschistische Zwecke und in Form eines politisch instrumentalisierten Glaubens vorsätzlich missinterpretiert.

Der koranische Islam setzt ethisch und moralisch hohe Tugenden voraus, aus denen die Menschen zeit- und ortsgemäß ihr Leben, sei es innerhalb einer Demokratie, sei es in der Republik, in Frieden leben können. Und nicht umgekehrt, wo der Mensch zum Knecht eines Vielgötterglaubens wird, wo Menschenknochen und Steine als Vermittler zwischen Gott und dem Menschen stehen. Und das ist die Ursache dieses großen Dramas, das die islamische Welt gerade durchleben muss.

Eine sehr schwierige Aufgabe ist daher die Aufklärung, um die Spreu (namentlich den „verfälschten Islam“) vom Weizen (dem „wahren Islam“) trennen zu können. 

Also den „wahren Islam“, der auf Friede, Wohlbefinden und Nächstenliebe beruht, von dem „verfälschten, traditionalistischen Islam“.

Ganz umgekehrt die die Propagandisten der Poltischen Islam Anhänger unterdrücken, diskriminieren und divergieren die Gesellschaft.  Man muss auf der Seite der unterdrückten sein und sich solidarisieren.

Lieber Herr Bundespräsident „WIR“ brauchen Ihre Solidarität.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

DI Birol Kilic

Quellen:

Welt-Artikel-Emel Zeynelabidin

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article139984819/Im-Iran-oder-Saudi-Arabien-waere-ich-laengst-tot.html

 

„Im Koran sucht man das „Kopf-tuch“ vergeblich! Burka, Burkini, Bushiya, Hijap, Chador(Abaya) und Nigab sowieso…“

http://www.turkischegemeinde.at/

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Trauer um den bedeutenden Brückenbauer Dr. Ahmet Cemal

Wien. Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) trauert um den bedeutenden Schriftsteller und deutsch-türkischen Übersetzer und Brückenbauer zwischen Österreich und der Türkei Ahmet Cemal (1942–2017). TKG möchte seinen Namen in Wien verewigen. Die Republik Österreich sollte großes Interesse daran haben einen der bedeutendsten Exporteure der österreichischen Kultur in der Türkei in Wien zu verewigen um zu zeigen, dass es hier um Werte geht und nicht um die Abstammung.

Am 1. August 2017 starb in Istanbul im 76.  Lebensjahr der Schriftsteller und Übersetzer Dr. Ahmet Cemal Durch seine Übersetzungen hat Cemal einen großen Beitrag dazu geleistet, dass österreichische Literatur in der Türkei bekannt werden konnte.

Cemal kann somit als „Honorarösterreicher“ bezeichnet werden, der sich in äußerst umfangreichem Ausmaß in den Verdienst der bilateralen Kulturvermittlung gestellt hat.

 

Er war eine der bedeutendsten literarischen Persönlichkeiten, die die deutschsprachige Kultur an die türkischen Leser weitergereicht hat. Er brachte Licht und Sonne in das intellektuelle türkische Leben.

Ahmet Cemal hat sich mit Übersetzungen von Autoren wie Bachmann, Broch, Celan, Musil, Rilke und Zweig ins Türkische als Vermittler der österreichischen Literatur einen Namen gemacht. Er war nicht nur ein leidenschaftlicher und unermüdlicher Übersetzer, sondern auch Journalist und Schriftsteller und vor allem ein Liebhaber der österreichischen Literatur.

 

Ahmet Cemal war Absolvent des österreichischen St. Georg-Kollegs in Istanbul. Nach seinem Jus-Studium an der Universität Istanbul nahm Cemal seine Lehrtätigkeit an der germanistischen Abteilung dieser Universität über die Kunst und Technik des Übersetzens auf. Des Weiteren war er Lehrbeauftragter an der Anadolu Universität in der Stadt Eskisehir in der Türkei für Ästhetik, Kunst-, Kultur,- und Theatergeschichte, wofür er auch das Ehrendoktorat erhielt.

 

Cemal hielt auch zahlreiche Vorträge in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur in Wien sowie an den Universitäten Wien und Innsbruck.

 

Außer seiner Lehrtätigkeit und seinem übersetzerischen Wirken war er auch als Kolumnist der Tageszeitung Cumhuriyet tätig.

 

Er war darüber hinaus auch viele Jahre am Österreichischen Kulturinstitut in Istanbul beschäftigt. Cemal hat wesentlich sowohl zur Verbreitung des österreichischen Kulturguts und der österreichischen Literatur in der Türkei beigetragen, als auch als Brückenbauer zwischen den beiden Staaten und Kulturen fungiert. Obwohl sein schöpferischer Schwerpunkt in der Übersetzung deutschsprachiger und insbesondere österreichischer Literatur ins Türkische liegt, hat er darüber hinaus auch zahlreiche Veröffentlichungen über Literatur und Kunst in zahlreichen Zeitschriften publiziert.

Im Jahre 2004 erhielt Ahmet Cemal den Staatspreis für literarische Übersetzung.

 

Im Jahre 2009 erhielt er für seine Übertragung von Elias Canettis „Die Blendung“ eine Übersetzerprämie des BMUKK.

 

Im Jahre 2010 wurde er mit dem „Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich“ geehrt und 2013 der Große Österreichische Staatspreis für literarische Übersetzung zuerkannt.

 

Besonders hervorgehoben wurde in Fachkreisen seine Arbeitsweise im Umgang mit Realia am Beispiel seiner Übersetzung des Romans „Malina“ von Ingeborg Bachmann.

 

Durch seine Übersetzungen der österreichischen Literatur haben türkischsprachige Leser und Leserinnen die Möglichkeit bekommen, folgende Werke (und noch einige mehr) in ihrer Muttersprache lesen zu können:

 

 Elias Canetti – Die Blendung, Das Gewissen der Worte, Die Provinz des Menschen

 

 Ingeborg Bachmann – Malina, Hörspiele, sämtliche Gedichte, Nach dieser Sintflut/Essays und Gespräche

 

 Paul Celan – ausgewählte Gedichte

 

 Georg Trakl – ausgewählte Gedichte

 

 Jura Soyfer – ausgewählte Gedichte

 

 Hermann Broch – Schicksalselegien/Rückkehr des Vergil

 

 Ernst Fischer – Franz Kafka

 

 Franz Kafka – Die Verwandlung, Der Prozess

 

 Robert Musil – Nachlass zu Lebzeiten, Der Mann ohne Eigenschaften

 

 Manès Sperber – ausgewählte Essays

 

 Stefan Zweig – Die Geschichte von Morgen/Essays, Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam

 

 Rainer Maria Rilke – ausgewählte Gedichte

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wird die Erinnerung an die Werke des Brückenbauers zwischen Österreich und der Türkei niemals vergessen, die Dr. Ahmet Cemal an die Nachwelt weitergeben hat.

 

Wir möchten alle Interessierten, die einen Beitrag für dieses Bemühen einen Beitrag leisten möchten, dazu einladen in unserer Kommission „Brückenbauer Dr. Ahmet Cemal“ teilzunehmen. Wir möchten in Wien einen Ort finden, an dem sein Name verewigt wird, damit auch in Österreich lebende Menschen aus der Türkei sehen können, dass kulturelle und durch Bildung erreichte Leistungen und Arbeiten in Österreich geschätzt und geehrt werden.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

Dipl.- Ing Birol Kilic

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28 08 2017
By: Redaktion 0

Islamic Banking und „orthodoxer“ Halal-Regeln verstößen gegen das EU Recht? 31 Thesen!

Islamic Finance bzw. Islamic Banking und  „orthodoxer“ Halal-Regeln verstößt gegen das EU-Recht und das EU-Diskriminierungsverbot.

Eine Analyse von Birol Kilic  


„Das Scharia-Recht“bzw. Scharia-Gesetzgebung  und die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme sind in Europa verboten. Ich bin nicht gegen den „Islam“, sondern gegen Islamic „Banking“, das gerade von einer Privatbank als erste Bank in Österreich ab Februar starten soll. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in seiner Entscheidung vom 13.2.2003 etabliert und anerkannt, dass das „Scharia Recht“ und die Diskriminierung, die sich aus dem Scharia Recht ableitet, sowie die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme, in Europa verboten sind.

Am 14.01.2016 wurde in mehreren Zeitungen in Österreich folgendes berichtet:

„Als erste österreichische Bank (Name bekannt), wagt sie sich in das wachsende Geschäft mit „Islamic Banking“ – eine Finanz- und Anlageform, welche die Scharia, das religiöse Gesetz des Islam, als Grundlage hat. Zinsen sind beim „Islamic Banking“ verboten, wie auch Geschäfte mit Unternehmen, die in Glücksspiel, Waffen, Alkohol oder Pornografie investieren. Überwacht werden diese Regeln von einem Korangelehrten (Scharia-Board). Als Zielgruppe werden die fast 600.000 in Österreich lebenden Menschen genannt, die sich zum muslimischen Glauben bekennen. Abgesehen hat es die Bank vor allem auf die türkische und bosnische Community, die zum Teil in der Muttersprache betreut wird. Der Flüchtlingsstrom aus dem arabischen Raum dürfte zusätzliche Nachfrage nach den Produkten bringen. Vor Jahren verlief ein ähnliches Projekt der Oberbank noch im Sand.“


Hier die 31 Thesen, warum diese das Islamic Banking in aller Freundschaft nicht unterstützt gehört:

 

Die Sach­ver­halts­dar­stel­lung:

1. Islamic Finance (Banking, Versicherung) verstößt gegen das EU-Recht in allen 28 EU-Staaten, die freie Marktwirtschaft, die WTO-Regeln, das UWG, und die nationalen Gesetze von 170 Staaten in der ganzen Welt. Was hat die Religion mit dem Bankwesen zu tun? Halal-Zertifizierungen (Konformitätsbewertungen) sind kommerzielle (wirtschaftliche) Tätigkeiten mit einem Gewerbeschein, und keine religiösen Tätigkeiten. Konformitätsbewertungen sind kein Monopol der Glaubensgemeinschaften. Durch „konservative politische islamische Gruppen“ wird aus unserer Sicht, die „Islamische Religion“ als Vehikel benutzt um allen Bereichen der EU einen steuerbaren Marktmechanismus aufzuerlegen. In Koran und Sunna gibt es kein Scharia-Board. Dieses ist vor einigen Jahrzehnten erst von den poltisierten Islam Parteien und Verbänden für die Steuerung des europäischen und weltweiten Exportes Ihrer Politik (poltisierter Glaube) von Wirtschaft und Gesellschaft „erfunden“ worden. Hier wird unter dem Vorwand der Religionsfreiheit ein steuerbarer Marktmechanismus bei Halal-Zertifizierungen (inkludiert Islamic Banking, Islamic Finance, Islamic Versicherung) aufgebaut, der gegen das EU Recht, die freie Marktwirtschaft, das Gleichbehandlungsgesetz und das Diskriminierungsverbot der EU verstößt. Die Freiheit der Religionsausübung ist in erster Linie eine Angelegenheit des Gewissens jedes Einzelnen. Aber die Sphäre des individuellen Gewissens ist grundverschieden von der des „Privatrechts“, welches die Organisation und das Funktionieren der Gesellschaft als Ganzes betrifft und wo sich der Rechtsstaat aufbaut. Hier beginnen die Probleme für uns als säkulare muslimische AustrotürkInnen. Hier wird nach unserer Meinung auch unsere Religion Islam missbraucht.

2. 96 Artikel der konsolidierten Fassung des „Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union“, gültig ab 30.3.2010 (Amtsblatt der Europäischen Union C 83/47), 15 Artikel des „Vertrages über die Europäische Union“ (C 83/13) und 16 Artikel der „Charta der Grundrechte der Europäischen Union“ (C 83/02), werden durch die Zulassung von „Halal“ und „Islamic Finance“ verletzt. Um dem EU Staatsgrundsatz der Trennung von Kirche und Staat keine Umgehungsmöglichkeit zu schaffen, forden wir in diversen Normen Entstehungsprozessen, international und national, besonders dem Thema widmend, eine Normierung dieses Themas in allen Bereichen zu unterbinden!

3. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in seiner Entscheidung vom 13.2.2003 etabliert und anerkannt, dass das Scharia Recht und die Diskriminierung, die sich aus der Scharia ableitet, sowie die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme, in Europa verboten sind: „Die Einführung verschiedener Rechtssysteme kann nicht als vereinbar mit der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) betrachtet werden. Überdies würde es dem Diskriminierungsverbot des Art. 14 EMRK widersprechen. Die Scharia ist unvereinbar mit den grundlegenden Prinzipien der Demokratie, die in der Konvention festgeschrieben sind. Die Freiheit der Religionsausübung ist in erster Linie eine Angelegenheit des Gewissens jedes Einzelnen. Die Sphäre des individuellen Gewissens ist grundverschieden von der des Privatrechts, welche die Organisation und das Funktionieren der Gesellschaft als Ganzes betrifft.“
(Quellen: EGMR Entscheidung 13.2.2003, Bsw41340/98,  Bsw41342/98, Bsw41343/98,  Bsw41344/98)

4. Das gesamte bisherige Rechts- und Gesellschaftssystem wird ausgehebelt und das Scharia-Recht in Österreich und Europa eingeführt. Wenn es in allen europäischen Ländern „Ausnahmen und Befreiungen“ für eine Unterscheidung und Differenzierungen zwischen „Halal“ (reinen, erlaubten) und „Haram“ (unreinen, nicht erlaubten, verbotenen) EU-Produkten, EU-Unternehmungen, EU-Lebensmittel-Sektoren, die EU-Finanzdienstleistungs-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Arbeiter, Angestellte und Verbraucher in der EU gibt, würde sich eine neue rechtliche Situation in ganz Europa entwickeln, die in Widerspruch zu den bestehenden Grundsätzen der EU stehen. Die Einführung eines Islamischen Rechtssystem – (siehe letzte Entscheidungen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) unter Saudi Arabien etc.) führt zu einer Spaltung der europäischen Gesellschaft: Zweiklassengesellschaft. Wir müssen hier in aller Freundschaft Einspruch erheben. So nicht!

5. Bei Rechtsstreitigkeiten müssen die Gerichte, Verwaltungsbehörden, der Oberste Gerichtshof, der Verwaltungsgerichtshof und der Verfassungsgerichtshof auf Grundlage des Scharia-Rechtes entscheiden und zwischen „reinen“ (erlaubten) und „unreinen“ (verbotenen) Produkten, Unternehmen, Konsumenten und Arbeitnehmern unterscheiden. Die zahlreichen Anstöße aus dem arabischen Raum übersehen für die europäischen Rechtskreise nämlich ein zentrales Faktum: Fragen der technischen Normung sind vom jeweiligen Gesetzgeber ganz genau für den Standardisierungs-Vorgang zugewiesenen Regelungseinheiten definiert, die ansonsten den parlamentarischen/demokratischen Prozess zur allgemeinen Gesetzeswerdung nicht stören dürfen. Somit darf es auch nicht sein, dass mit technischer Normung Grundprinzipien des Rechtstaates umgangen werden, wie z.B. jenes Faktum, dass das Staatskirchenrecht jedenfalls eine parlamentarische Aufgabe ist und keine Angelegenheit eines technischen Standards.

Es ist daher unvertretbar, parlamentarische Kompetenzen durch Herabstufung auf technische Normen zu nivellieren und zu umgehen. Ganz generell darf das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat auch und gerade im technischen Bereich nicht durch Hereinnahme islamischer Vorschriften verwässert werden.
Auch aus Sicht der technischen Normengestaltung ist es einfach widersinnig für ein und dieselbe Sachfrage einmal eine sogenannte säkulare Norm zu schaffen und parallel dazu eine sogenannte Islam-konforme Norm, denn es besteht die Gefahr, dass auch die Frage eines allfälligen Vorrangs einer Norm nach dem Kulturkreis und politischer Einflussnahme entschieden werden könnte. Zum letzten Punkt ist besonders anzumerken: Über die Nomenklatur, was HALAL/rein und was HARAM/unrein ist, herrscht zwischen den Glaubensrichtungen der Schiiten, der Sunniten und der Alewiten kein einheitliches Verständnis. Entscheiden sich Firmen wegen der Hoffnung auf neue Geschäftsfelder, Kundenwünschen nach religiös gestalteten Produkten entgegen zu kommen, ist das jeweils eine eigene Unternehmensentscheidung auf freiwilliger Basis –mit allen Konsequenzen, die ein solcher Entschluss mit sich bringt. Die Umstrukturierung der EU-Wirtschaft wird die Folge sein. Das Geschäftsvolumen für alle Bereiche des Lebens der EU-BürgerInnen soll bis zum Jahr 2050 für „Halal food“ (Lebensmittel, Getränke etc.) und „Islamic Finance“ (Bankwesen, Versicherungen, Finanzdienstleitungen, KFZ, Häuser, Wohnungen, etc.) beabsichtigen in jedem Jahr rund 2 Billionen Euro in ganz Europa zu erreichen.

Eine solche Überlegung der Marktteilnahme rechtfertigt jedoch nicht die Schaffung allgemeiner Normen „erga omnes“(gegenüber Allen – kennzeichnet absolute Rechte, die nicht nur wie etwa vertragliche Rechte inter partes wirken, sondern gegenüber jedermann Geltung beanspruchen).

6.  Der Hintergrund des Scharia-Rechts „Halal“ (und auch „Islamic Finance“) diskriminiert die Wirtschaft, Lebensmittel-Sektoren (Hersteller und Konsumenten), die Finanzdienstleistungen-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Produkte, Arbeiter, Angestellte und Verbraucher nicht nur in Österreich sondern in der ganzen Welt. Dies ist eine Verletzung des Gleichheitsprinzips. Die Konzeption (durch politisierten Glauben des Islam) von „Halal“ und „Haram“ wird unserer Ansicht nach der Europäischen Integrationspolitik entgegenwirken und steht in Widerspruch zu den Prinzipien der säkularen Europäischen Union.

7. Es gibt keine Trennung zwischen Staat und Religion.

8. Das Scharia-Recht ist die Grundlage des Islamic Finance Vertrages zwischen Bank und Kunde und umfasst alle Lebensbereiche und Handlungen eines Menschen.

9. Die Scharia hat keine fixierte Gesetzessammlung wie etwa österreichische Gesetzestexte im Bürgerlichen Gesetzbuch oder im Strafgesetzbuch, sondern eine Methode und Methodologie der Rechtsschöpfung. Die Scharia („Rechtsgutachten“) ist nicht der koranische Islam, sondern eine Deutung und ist daher subjektiv. Der Koran wurde bislang falsch interpretiert, sagen moderne Theologen. Der Theologe fordert eine Befreiung des Glaubens.

10. Religiöse Vorschriften und das Rechtsystem der Scharia stehen über den nationalen staatlichen Gesetzen und dem EU-Recht, was europäisches Recht verletzt.

11. Es wird zwischen „halal“ (reinen, erlaubten) und „haram“ (unreinen, verbotenen) Produkten, Unternehmen, Konsumenten und Arbeitnehmern unterschieden.

12. Unternehmen, Produkte, Konsumenten und Arbeitnehmer, die nicht „halal“ sind, werden in Österreich und in der EU diskriminiert.

13. Es werden der Gleichheitsgrundsatz, das Gleichbehandlungsgesetz, das Gleichbehandlungsgebot und das Diskriminierungsverbot der EU verletzt.

14. Aus den Entscheidungen der europäischen Gerichtshöfe geht hervor, dass die Einführung des Scharia-Rechtes und die damit verbundene Diskriminierung mit den grundlegenden Prinzipien der Demokratie, der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK), der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (GRC) und dem EU-Recht nicht vereinbar sind.

15. Die wiederholten Versuche verschiedener Banken und Versicherungen in Europa übersehen, dass Islamic Finance (Islamic Banking, Versicherung, etc.) den parlamentarischen und demokratischen Prozess zur allgemeinen Gesetzeswerdung nicht stören dürfen.

16. Somit darf es auch nicht sein, dass mit Islamic Finance die Grundprinzipien des Rechtstaates umgangen werden, wie z.B. jenes Faktum, dass das Staatskirchenrecht jedenfalls eine parlamentarische Aufgabe ist und keine Angelegenheit eines Standards einer Bank oder Versicherung. Die islamischen Staaten wollen sich aus vielen Presseberichten auf einheitliche Standards für sogenannte Halal-Produkte ink. Islamic Finance/Banking verständigen, die den Maßgaben des islamischen Religionsrechts (Scharia) entsprechen. Auch pharmazeutische Produkte und Kosmetika sollen geprüft werden. Anfang Dezember 2015 kam dazu am Sitz der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) im saudi-arabischen Dschidda ein zweitägiges Forum zusammen. Nach Angaben des staatlichen emiratischen Pressedienstes WAM sollte es dabei unter anderem um Fragen der Zertifizierung von Unternehmen sowie um Produktrichtlinien und Verfahrensweisen im internationalen Handel gehen. OIC-Generalsekretär Iyad bin Amin Madani betonte, Halal-Erzeugnisse umfassten nicht nur Nahrungsmittel, sondern etwa auch pharmazeutische Produkte, Kosmetika und Banken. Die Ergebnisse des Forums sollten als Empfehlungen kommendes Jahr dem Außenministerrat der OIC-Staaten vorgelegt werden. Das Marktvolumen von Produkten, die ausdrücklich in Einklang mit islamischen Vorschriften stehen, wird laut WAM auf 2,3 Billionen US-Dollar geschätzt (2,1 Billionen Euro). Davon entfallen 1,4 Billionen auf Nahrungsmittel und 506 Milliarden auf Kosmetik. Im Falle des internationalen Gründungsantrags der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) mit Sitz in Saudi Arabien oder „Vereinigte Arabische Emirate“ (V. A. E.) geht es nun nicht mehr alleine um Lebensmittel oder Finanzen, sondern es geht um fast alle Technologiefragen, um die Umwelt, um Textilien, chemische Produkte (Kosmetika), islamkonforme Krankenhausausstattungen, Logistik, usw.

-Aus österreichischer Sicht können diese Vorhaben keinesfalls gutgeheißen werden, da ganz stark in säkulare Erzeugungs-, Bedienungs-, Verkaufs- und Servicevorschriften eingegriffen werden würde.

-Halal (erlaubt, zulässig) -Zertifizierungen (siehe Spar Produkte) sind keine religiösen Praktiken, sondern wirtschaftliche Aktivitäten.
Durch „islamistische und konservative islamische Gruppen“ wird aus unserer Sicht „islamische Religion“ als Vehikel benutzt um allen Bereichen der EU einen steuerbaren Marktmechanimus aufzuerlegen.

-Die Halal-Zertifizierungen (Konformatitäts-Bewertung) sind eine kommerzielle (wirtschaftliche) Art mit einem Gewerbeschein, und keine religiösen Tätigkeiten.  Schlussfolgerung: Konformitätsbewertung (Zertifizierung) ist kein Monopol der religiösen Gemeinschaften.

17. Es ist hier unvertretbar, parlamentarische Kompetenzen durch Herabstufung auf finanztechnische Standards zu nivellieren und zu umgehen. Ganz generell darf das Prinzip der Trennung von Religion und Staat auch und gerade im finanztechnischen Bereich nicht durch die Hereinnahme von Scharia Vorschriften verwässert werden.

18. Islamic Banking verstößt gegen das EU-Recht und das EU-Diskriminierungsverbot. „Das Scharia-Recht“ und die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme sind in Europa verboten. Die Scharia wird von Menschen beeinflusst von ihren Instikten, Komplexen, Neigungen, ihren Interessen und ihrer Voreingenommenheit. Koranische Verse und Aussagen von Propheten werden hier selbst produziert, verfälscht, manupuliert – die wenigen Richtigen vernebelt, verdunkelt oder aus dem Kontext gerissen, falsch übersetzt, falsch interpretiert oder für eigene Zwecke missbraucht und an die Öffentlichkeit unter dem Vorwand „Scharia“ bzw. „Scharia Board“ (subjektives Rechtsgutachten von Menschen) gebracht. Wir haben hier den Verdacht, dass am europäischen Finanz- und Lebensmittelmarkt durch Lobbyisten systematisch aus den Unkenntnissen, Unwissenheiten bzw. Vorurteilen der Menschen bezüglich des verstandbezogenen „koranischen Islams“  im Unterschied zu subjektiven „von Menschen gemachten Scharia bzw. Scharia Vorstand(Board)“ Parallelwelten gebildet werden. Ein Beispiel sind Halal-Lebensmittel sowie Banken und Finanzprodukte, die religiöse Muslime ansprechen sollen. Wir müssen hier zur sachlichen und kritischen Aufklärung zurückkommen und das fordert ein an Wahrheit gebundenes sachliches Wissen. Also Inhalte ohne Vernebelung der Fakten und Quellen. Wir brauchen hier aber dringend wahre Freunde ohne Hetze und auch ohne Vernebelung damit wir die Spreu vom Weizen trennen können.

19. Wenn es in allen europäischen Ländern „Ausnahmen und Befreiungen“ für Unterscheidungen und Differenzierungen zwischen „Halal (reinen, erlaubten) und „Haram“ (unreinen, verbotenen) Produkten, Unternehmungen, Lebensmittel-Sektoren, Finanzdienstleistungs-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Arbeitern, Angestellten und Verbrauchern gibt, würde sich eine neue rechtliche Situation in ganz Europa entwickeln, die in Widerspruch zu den bestehenden Grundsätzen der EU steht.

20. Die Einführung eines islamischen, finanztechnischen Rechtssystems neben dem bereits bestehenden europäischen Rechtssystem und die Unterscheidung in „halal“ und „haram“ führen zu einer Spaltung der europäischen Gesellschaft (2-Klassen Gesellschaft), was nach EU-Recht verboten ist.

21. Jedes Finanzinstitut, das diese Grundsätze nicht einhält, macht sich strafbar und schadenersatzpflichtig.

22. Beim bisherigen europäischen und weltweiten Finanzsystem nehmen die Bürger, Firmen und Behörden einen Kredit auf und sind der Besitzer ihres Eigentums. Bei Islamic Finance sind die Finanzinstitute der Besitzer des Eigentums für die Dauer der Rückzahlungsraten im Zeitraum von zwanzig oder dreißig Jahren bis zur letzten Rate. Es kommt zu einer Umverteilung des Vermögens.

23. Im Jahr 2050 werden etwa 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben, wovon etwa 2,5 Milliarden Muslime sein werden.

24. In der Vergangenheit sind bereits zahlreiche Finanzinstitute insolvent geworden. Die Konkursmasse beinhaltet auch das Eigentum von Islamic Finance. Durch die Finanzkrise der Finanzinstitute geht bei einer Insolvenz das Vermögen in die Konkursmasse über.

25. Fast alle weltweiten Finanzinstitute haben ausländische Beteiligungen. Diese nehmen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Einfluss auf die Länder. Durch die Umverteilung des Vermögens kommt es zu einer verstärkten Einflussnahme, was gegen das EU-Recht und den Gleichheitsgrundsatz sowie gegen die Interessen der EU verstößt.

26. Wenn EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Staaten erkennen, dass die finanztechnische Islamisierung der europäischen Wirtschaft und des Finanzwesens eine Bedrohung der EU-Grundsätze ist, muss damit gerechnet werden, dass es EU-Vertragsverletzungsverfahren mit sehr hohen Schadenersatzbeträgen und sehr schwerwiegenden Sanktionen gegen die jeweiligen Finanzinstitute und EU-Staaten gibt.

27. Warum gibt es nicht Begriffe oder Bestimmungen mit dem Namen „Jewish Banking“ oder „Christian Banking“, aber den Begriff „Islamic Banking“? Und warum unterstützen das so gerne viele Europäer gierig mit verschiedenen sehr bedenklichen Argumenten? Welche Länder, welche politischen Parteien, Institutionen, Verbände, Medien, Finansinstitute (in Österreich und in der Welt) und welche Personen mit welchen Zwecken unterstützen Islamic Finance (Banken, Versicherungen)?

28. Warum versucht man im Islam so etwas wie Islamic Banking aufzubauen, das sogar in der Türkei von der Mehrheit der Bevölkerung (75 Mio. Einwohner) nicht angenommen wird. (ab 1980 steigend)

29. Das Wort „Riba“ im Koran darf nicht als „Zins“ verengt interpretiert werden, sondern deutet auf jede heuchlerische, underdrückerische und ausbeuterische Vermehrung des Vermögens hin.

30. Wie können also zwei türkische Banken (Vakifbank, Denizbank) auf dem freien Markt sogar mit höheren (Spar- und Kredit-) Zinsen als ihre Konkurrenz in Österreich Kunden gewinnen und Inserate auf den (teuren) ersten Seiten der Zeitschriften und Magazine in Europa täglich für solche Spareinlagen schalten?

31.  Wir möchten eines hervorheben:  Die Scharia und „Scharia Board“ etc. sind keine fixierte Gesetzessammlung (wie etwa  öster. Gesetzestexte im Bürgerlichen Gesetzbuch oder im Strafgesetzbuch), sondern eine subjektive von Menschen gemachte Methode und Methodologie der Rechtsschöpfung“. Der Begriff Scharia (Bedeutung: Weg zur Wasserquelle, deutlicher, gebahnter Weg) hat seinen Ursprung im Koran.

Erwähnt wird er dort jedoch nur an einer einzigen Stelle: Sure 45, Vers 18, wo er ursprünglich den Pfad in der Wüste bezeichnet, der zur Wasserquelle führt, woraus sich für Muslime der göttliche Ursprung der Scharia herleitet, die seine Bezüge nach dem Zeitalter der Kinder Israels nehmen. Sure 45 Vers 18: „Hierauf (das heißt nach dem Zeitalter der Kinder Israels) haben wir dich in der Angelegenheit auf einen (eigenen) Ritus festgelegt“. Das Wort „Ritus“ steht in vielen Übersetzungen für Scharia als religiöses Gesetz und hier liegt das Problem. Sollte nicht gegen diese verkehrte Logik, die hier Kunden, Institutionen, politische Parteien und Medien für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, demokratischer Einspruch erhoben werden?

Fazit: Nach unserer Meinung sind diese „Halal“-Produktlinien (halal bedeutet übersetzt „erlaubt“) und das „Islamic Banking“ durch die Unterstützung mancher Standesvertretungen bzw. Personen nicht Formen der erwünschten kulturellen Vielfalt, sondern Anzeichen für die Schaffung einer „parallelen Welt“ oder sogar eines „parallelen Planeten“ in ganz Europa.Diese Entwicklung verfolgen wir Europäer mit türkischer Abstammung kurz „Euro-Türken“ deswegen mit Trauer, weil hier der wahre Glaube (der Islam), der im Koran schwarz auf weiß aufgezeichnet ist, gegenüber den Menschen verfälscht („Verfälschter Islam“) wiedergegeben wird. Das schafft leider Vorurteile und erschwert das Zusammenleben. Alle politisch Handelnden stehen nun in der Pflicht und in der Verantwortung, alles daran zu setzen, dass die Menschen friedlich zusammenleben können und die Religion nicht missbraucht wird.

Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass wir als Menschheit friedlich zusammenleben müssen. Denn das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“, „Aufklärung“ und „Vertrauen“. Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten: Friede, Glück, Wohlbefinden, Vertrauen und Aufklärung!  (Birol Kilic)

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23 06 2017
By: TKG 0

16th Traditional Garden Party of Vienna Economic Forum 

On 16 June 2017, Vienna Economic Forum, together with the Ambassadors of the Member Countries of Vienna Economic Forum, and the mayor of the market town Gutenstein, Mr Michael Kreuzer, invited to the 16th Traditional Garden Party “Culinary and Musical Journey through the Member Countries of Vienna Economic Forum” at the theatre-tent of the Raimundspiele Gutenstein. President of the Turkish Culture Association (TKG) in Austria Birol Kilic was also there.

In the opening speech and ceremony, Secretary General Amb Dr Elena Kirtcheva, the mayor of the market town Gutenstein, Mr Michael Kreuzer, and Family Hoyos represented by Ernst Hoyos addressed and welcomed the numerous guests from over 20 different countries, not only Vienna Economic Forum Member Countries but also from beyond.

The embassies the Member Countries of Vienna Economic Forum and the hosting market town Gutenstein did not spare any efforts to treat the guests with country-specific and traditional culinaric delicacies.

The diverse, artistic programme was moderated by Prof Stefan Kamilarov and accompanied by the welcome address by the chief of protocol of the Austrian Office of the President and Gutenstein Citizen by choice, Ms Gudrun Hardiman-Pollross. The guests enjoyed performances by Bulgaria, Bosnia and Herzegovina, Mazedonia, Moldova, Ukraine as well as the Culture Committee of Vienna Economic Forum – the folk dances of the region animated the guests to join the dancing on stage.

The unique, scenic atmosphere in the charmingly located market town Gutenstein was a proof of the many ties and bonds in common, which connect the people of the region from the Adriatic to the Black Sea. Once again, the 16thTraditional Garden Party was much influenced by a understanding among nations.

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27 05 2017
By: Redaktion 2 0

TKG: Tiefe Betroffenheit über den Anschlag gegen koptische Christen

Wer dirigiert und finanziert die IS-Terroristen in der Welt politisch theologisch mit einem Masterplan?

 

Wien- Mit großer Trauer und tiefer Betroffenheit hat der Obmann der Türkische KULTURgemeinde in Österreich Birol Kilic auf die terroristischen Vorfälle auf koptische Christen in Ägypten, wie folgt, reagiert:

 

„Im Namen der Türkischen KULTURgemeinde in Österreich verurteilen wir die abscheulichen terroristischen Vorfälle koptischer Christen auf das Schärfste und sprechen den Angehörigen der Opfer unser tief empfundenes Beileid aus. Unser tiefstes Mitgefühl ist bei den Opfern und deren Angehörigen in diesen harten und schmerzlichen Stunden in Ägypten.

 

Wir widerholen nochmals: Dieser Terroranschlag ist ein abscheulicher Terror gegen die Menschheit. Jeder, der menschlich empfindet, kann nur zutiefst verabscheuen, wenn unschuldige Menschen während des Gebets und innerhalb heiliger Handlungen zum Ziel eines Anschlags werden Wir solidarisieren uns mit den koptischen Christen Der Anschlag zielt auf die ganze Nation mit ihren Christen und Muslimen und will das friedliche Zusammenleben mit der widerlichen terroristischen Gewalt total zerstören. Wir solidarisieren uns mit den koptischen Christen aus Wien und teilen ihre Schmerzen. Eine Drohung für alle Länder Gegen Terror sollte man, egal in welche Art, zusammenarbeiten, aber nicht mit dem angeblichen Feuerlöscher, die eigentlich Brandstifter sind.

 

Terrorismus ist eine internationale, kannibalistisch sich vermehrende Pest, wovon jedes Land betroffen sein kann. Niemand kann sagen: Es geht uns nichts an. Welche „Kräfte“ stecken hinter diesem Terror?

 

Wir fordern sofort die Terroristen und diejenigen Kräfte, die hinter diesem Terror stehen, zu finden. Man kann diesen Terror nicht auf einen Namen oder eine Richtung reduzieren, weil dieser Terror mehrere Mütter und Väter hat. Hinter diesem Terror in Ägypten stecken mehrere Kräfte im In- und Ausland, die aus einem Stellvertreterkrieg stammen. Die Sümpfe, die seit Jahren für den IS-Terror vorbereitet wurden, verfolgen das Ziel mit diesen pseudo-islamischen Terrormilizen die Infrastruktur und das Zusammenleben der Menschen zu zerstören.

 

Hier darf man keine falsche, eindimensionale Pauschalisierung machen und wir müssen uns folgende Frage stellen und eine Antwort finden, bevor es zu spät ist: Ja zu dem Dialog mit der folgenden Frage: Wer dirigiert und finanziert die IS-Terroristen in der Welt politisch theologisch mit einem Masterplan?

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23 05 2017
By: Redaktion 2 0

TKG-Manchester Arena: Herzlichstes Beileid den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten…

Bei einer Explosion auf einem Popkonzert in der Manchester Arena in England sind mindestens 22 Menschen getötet worden.Türkischen KULTURgemeinde in Österreich (TKG) sind in tiefster Trauer und bekunden hiermit ihr herzlichstes Beileid den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten. Frage: Wer dirigiert und finanziert die IS-Terroristen in der Welt?

 

Wir müssen uns an diesen IS-Terror nicht gewöhnen, der Zwietracht, Hass und Vorurteil zementieren will.

Der IS-Terror hat mehrere Väter und Mütter und man sollte hier diesen abscheulichen IS-Terror richtig diagnostizieren und die Bevölkerung unter dem Vorwand „Aufklärung“ nicht manipulieren bzw. die Wahrheit im Schatten lassen und sich unseren besseren Traditionen entledigen: nämlich der Vernunft, der Aufrechterhaltung des ethischen Prinzips, und der Suche nach unabhängigen Beweisen in Zeiten von Konflikten.

Wir sollten nicht auf diese schlimmen Traditionen zurückgreifen: nämlich auf das imperiale Vorrecht, auf Intervention, unterstützt durch ein tief sitzendes rassistisches Vorurteil so wie durch eine armselige Berücksichtigung der Geschichte ihrer eigenen Kulturen.

Die Sümpfe, die seit Jahren für den IS-Terror vorbereitet wurden, verfolgen das Ziel mit diesen pseudo-islamischen Terrormilizen die Infrastruktur und das Zusammenleben der Menschen zu zerstören. Hier darf man keine falsche, eindimensionale Pauschalisierung machen und wir müssen uns folgende Frage stellen und eine Antwort finden, bevor es zu spät ist:  Wer dirigiert und finanziert die IS-Terroristen in der Welt?

 

Türkischen KULTURgemeinde in Österreich (TKG) sind in tiefster Trauer und bekunden hiermit ihr herzlichstes Beileid den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten…

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Dr. Melissa Günes

Genralsekräterin

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19 02 2017
By: Redaktion 2 0

DNA-Beweis: Etrusker stammten aus Anatolien

Vor den Griechen und Römern florierte in Italien die Kultur der Etrusker. So sehr ihr Zivilisationsgrad bekannt ist und geschätzt wird, so stark war bisher ihre Herkunft umstritten. Neueste genetische Untersuchungen geben dem altgriechischen Geschichtsschreiber Herodot Recht. Der hatte schon vor 2.500 Jahren gemeint, dass die Wurzeln der Etrusker in Anatolien liegen, in der heutigen Südtürkei.

 

Alberto Piazza von der Universität Turin und Kollegen haben hohe Übereinstimmungen im Erbgut von heutigen Toskanern und Türken gefunden, wie sie bei der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Humangenetik (ESHG) berichteten.

http://sciencev1.orf.at/news/148385.html

 

https://www.welt.de/wissenschaft/article953355/Die-Etrusker-stammen-aus-der-heutigen-Tuerkei.html

 

https://www.youtube.com/watch?v=oM-l318gnB8

 

diepresse.com/home/science/311414/Geschichte_Etrusker-doch-aus-Anatolien

 

derstandard.at/2925152/Etrusker-stammten-aus-dem-Gebiet-der-heutigen-Tuerkei

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19 02 2017
By: Redaktion 2 0

DER ZAUBER DES ALTEN ORIENTS 27. April – 05. November 2017

Der Reiz des Fremden und Exotischen hat viele Jahrhunderte hindurch das Denken und die Phantasie des Abendlandes beflügelt. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) wird die Ausstellung mit Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.

 

Seit den ersten Kontakten Europas mit dem Osten, dem Orient der griechisch-römischen Antike, fand die Neugierde und Bewunderung für orientalische Kultur und Lebensweise ihren Ausdruck in dem vielzitierten Ausspruch „Ex Oriente lux“ — das Licht aus dem Orient, im Sinne von Wissen, Weisheit, und kultivierter Lebensform.

Beginnend mit den Kreuzzügen im 11. u. 12. Jhdt. gelangten kämpfende Ritter, Mönche u. Chronisten, Händler, Abenteurer und Geschichtenerzähler in den Nahen Osten — und kaum einer konnte sich der Faszination dieser fremden Welt entziehen. Die oft phantastisch ausgeschmückten Berichte über märchenhafte Reiche, prächtige Paläste, die geheimnisvolle Institution des Harems voll mit schönen Frauen, dies alles ließ den Orient zu einer europäischen Sehnsuchtswelt werden, deren Faszination bis heute ungebrochen ist. Mit dem Rückzug des Osmanischen Reiches aus Europa während des 18. Jhdts. gelangten immer mehr europäische Diplomaten, Gesandte, Geschäftsleute und Reisende in den Orient.

Ihre farbigen Berichte von prachtvollen Moscheen und Palästen, atemberaubend üppigen Basaren, kostbaren Stoffen u. Geschmeiden, wertvollen Gewürzen und Parfums verschmolzen zu einer Sinfonie des Luxus und des Wohllebens. Dies führte besonders im 18. u. 19. Jhdt. zu einer Europa weiten Begeisterung für alles Orientalische und inspirierte in vielen Bereichen die europäische Kunst, Architektur u. Literatur zu einem eigenen Genre: dem sogenannten „Orientalismus“.

Der Orient in seiner Gesamtheit wurde zum Inbegriff für Exotik und Abenteuer und ist es für viele Europäer auch heute noch. Dieser Jahrhunderte langen Faszination trägt die heurige Ausstellung auf Schloss Halbturn Rechnung. Ein aufwendig gestalteter orientalischer Basar, ein geheimnisvoller Harem und hunderte kostbare Exponate aus allen Bereichen orientalischer Kultur sollen den „Zauber des Alten Orients“ für den Besucher wieder lebendig machen.

Die Ausstellung ist von 27. April bis 06. November 2017, Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.


EIN TAG AUF SCHLOSS HALBTURN
Planen Sie einen Tagesausflug und verbinden Sie die Ausstellung mit einem Besuch in der Vinothek „Antikes und Wein“, spazieren Sie durch den ganzjährig geöffneten Skulpturenpark und genießen Sie die exzellente Küche des Restaurants Knappenstöckl. Schloss Halbturn mit der barocken Parkanlage ist nur 45 Minuten von Wien, Eisenstadt und Bratislava entfernt.

 

Eintrittspreise Ausstellung 2017:
Eintritt regulär € 9,00
Ermäßigt (Senioren, Studenten) € 7,00
Schüler (bis 15 Jahre) € 6,00
Gruppen (ab 15 Personen) € 7,00
Schulklassen inkl. Führung € 6,00
Familienkarte € 19,00
Führungen (nur nach Voranmeldung) € 2,00
iGuide € 2,00

http://www.schlosshalbturn.com/wp-

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31 01 2017
By: Redaktion 2 0

Ja zu „Neutralitätsgebot im öffentlichen Dienst“ -Österreichs Achillesferse: Säkularität

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich unterstützt diese Haltung.Ja zu „Neutralitätsgebot im öffentlichen Dienst“ – Nein zu „politisiertem Glauben“, egal welche Religion

Wien (OTS) – Laut dem neuen Regierungsprogramm soll im öffentlichen Raum, sowie in Ämtern ein Vollverschleierungsverbot eingeführt werden. Polizistinnen, Richterinnen und Staatsanwältinnen dürfen zudem kein Kopftuch tragen („Neutralitätsgebot im öffentlichen Dienst“). Für Lehrer soll das Kopftuchverbot allerdings nicht gelten, hieß es in Regierungskreisen.

 

Österreichs Achillesferse: Säkularität

Die Türkische Kulturgemeinde verlangt ein weltanschauliches Neutralitätsgebot und bittet religiöse Symbole in den privaten Bereich zu verlegen, egal welche Religion und Weltanschauung man vertritt. Dies ist notwendig, um ein echtes säkulares Leben in Österreich zu erhalten, da Österreich immer vielfältiger wird und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sich ändern und infolgedessen die Säkularität Österreichs „Achillesferse“ wird.

 

EGMR Urteil: Das Verbot sei nicht gegen Religionsfreiheit

Laut vielen Berichten hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in einem europaweit maßgeblichen Urteil das Verbot des Ganzkörperschleiers in Frankreich genehmigt. Die Richter wiesen in Straßburg die Beschwerde einer französischen Muslimin in allen Punkten zurück. Das Verbot sei keine Diskriminierung, es verstoße nicht gegen den Schutz des Privatlebens und auch nicht gegen die Meinungs- und Religionsfreiheit, hieß es als Begründung.

Noch dazu: Vollverschleierung, Nikab und Burka sind nicht durch den Koran gedeckt, sondern regionale, traditionelle Bräuche, die wir respektieren, die jedoch nicht durch die Glaubensfreiheit geschützt sind. Dies gilt insbesondere für öffentliche Ämter und Orte.

 

Der Freiheitlich-pluralistische Staat hat eine Aufgabe

Für die TKG bedeutet Toleranz nicht, alles anzuerkennen, was von außen an eine Gesellschaft herangetragen wird. Der weltoffene, säkulare, freiheitlich-pluralistische Staat hat die Aufgabe und das Ziel, hier eigene Maßstäbe zu setzen und diese zu verteidigen, um ein gemeinsames Leben mit allen Menschen, egal welche Religion, Rasse, Sprache, Farbe und Weltanschauung sie haben.

Allerdings lassen wir Meinungen, die auf die (politische) Instrumentalisierung von bestimmten Kleidungsstücken in Österreich bzw. in der EU abzielen, nicht gelten. „Vollschleier wie Burka und Nikab gehören nicht nach Europa. Sie stellen eine Kampfansage an die Werte der Aufklärung dar und sie degradieren Frauen zu Objekten männlicher Verfügungsgewalt“, oder Ähnliches schreiben viele Kommentatoren seit vielen Jahren.

 

Kopftuch und 3 Verse in Koran : Sure 24 Vers 31 und 60, Sure 33 Vers 59

Der Koran besteht aus 114 Kapiteln, die man Suren nennt. Jede Sure besteht aus 3-300 Versen. Die Gesamtzahl der Verse im Koran beläuft sich auf 6263. In drei Versen findet sich zwar die Formulierung „den Körper bedecken, besonders sexuelle Stellen“ (Sure 24 Vers 31 und 60, Sure 33 Vers 59), das Wort „Kopftuch“ selbst wird in diesen drei Versen aber in keiner Form erwähnt.  Darüber hat die Türkische Kulturgemeinde im deutschsprachigen Raum als einzige NGO eine Aufklärung über das Thema mit dem Titel:

TKG-Aufklärungsversuch: „Im Koran sucht man das „Kopf-tuch“ vergeblich! Burka, Burkini, Bushiya, Hijap, Chador(Abaya) und Nigab sowieso…“ veröffentlicht.

http://www.ots.at/redirect/turkischegemeinde6

 

„Das Kopftuch sei kein religiöses Symbol“

„Das Kopftuch sei kein religiöses und erst recht kein politisches Symbol“ , sagt der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Wir bitten den Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, diese theologische Tatsache auch in allen Moscheen zu verbreiten und besonders die konservativen Moslems darüber zu informieren, dass das Kopftuch kein religiöses Symbol oder gar Pflicht ist.

 

Wendepunkt 1980-Koptuch wird poltisiert

Wir müssen aber leider seit 1980 besonders in islamischen Ländern feststellen, dass unter dem Vorwand, das Kopftuch sei ein religiöses Symbol, durch einige westliche Länder bei politischen Islamanhängern die Vollverschleierung als politisches Symbol salonfähig gemacht wurde. Dies löste in der Gesellschaft z. B in der Türkei eine Diskussion pro und contra Kopftuch aus, wo das Thema dann ein politischer Kampfbegriff für die pro Kopftuch Anhänger wurde. Diejenigen, die eine säkulare Einstellung hatten, wurden besonders bedroht, verletzt oder sogar ermordet. Wir wollen Österreich davor warnen, dass hier ein großes „Politisches Islam“ Spiel im Gang ist. Dies geschieht mit der Unterstützung von vielen österreichischen Intuitionen, Parteien und Medien, die das Problem unter dem Vorwand „Solidarität, Religionsfreiheit, Integration, Freundschaft und Freunderlwirstchaft“ versuchen zu verwässern bzw. zu vertuschen.

 

Der Staat ist verpflichtet

Es geht bei dieser Diskussion um öffentliche Ämter und nicht darum, was im Kopf stecke und womit dieser bedeckt sei. Es geht um das Neutralitätsgebot im öffentlichen Dienst. „Der Staat ist verpflichtet, weltanschaulich und religiös neutral aufzutreten. In den jeweiligen Ressorts wird bei uniformierten Exekutivbeamtinnen, sowie Richterinnen und Staatsanwältinnen darauf geachtet, dass bei Ausübung des Dienstes dieses Neutralitätsgebot gewahrt wird.“

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich unterstützt diese Haltung.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170131_OTS0149/tkg-vollverschleierung-in-oeffentlichen-aemtern-nein-danke

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05 12 2016
By: Redaktion 2 0

TKG gratuliert Van der Bellen zu Wahlerfolg!

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) gratuliert Alexander Van der Bellen zu seinem Sieg bei der Bundespräsidentenwahl.

„Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) gratuliert und wünscht dem neuen Bundespräsidenten Alexander Van der Bellen viel Erfolg und viel Kraft für die Ausübung seines Amtes. Wir wünschen auch dem 3. NR-Präsidenten und Gegenkandidaten Norbert Hofer alles Gute. Wir haben in Österreich gerade sehr viele Probleme wo die Spreu vom Weizen immer wieder nicht getrennt wird. Aber die Probleme sind da, um diese gemeinsam zielführend zum Wohl des Landes Österreich und für alle Menschen ausnahmslos zu lösen. Wir sollten mehr als vorher das Gemeinsame, nicht das Trennende in den Vordergrund stellen.“, so TKG Obmann Birol Kilic.

Quelle-Link:

APA-OTS am Montag – 5.12.2016 um 9:17 Uhr

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161205_OTS0020/tkg-gratuliert-van-der-bellen-zu-wahlerfolg

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03 12 2016
By: Redaktion 2 0

Unbedingt am 4. Dezember wählen gehen! 14 Antworten für Unentschlossene

Die Wiederholung der Bundespräsidenten-Stichwahl wurde auf Sonntag, den 4. Dezember 2016 VERSCHOBEN. Es dürfen alle österreichischen Staatsbürgerinnen/österreichischen Staatsbürger, die am Wahltag mindestens 16 Jahre alt sind, an der Wahl teilnehmen.

14 Antworten für Unentschlossene

Welche Frage würden Sie den beiden Stichwahlkandidaten im Hofburg-Rennen stellen: Das wollten wir von unserem Publikum wenige Tage nach der US-Wahl wissen. Zu den sieben repräsentativsten bzw. prägnantesten Fragen der ORF.at-Leserinnen und -Leser haben sich Norbert Hofer und Alexander Van der Bellen in kurzen Video-Statements positioniert.

 

orf.at/wahl/beingpresident/stories/2368909/

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08 11 2016
By: Redaktion 2 0

Ratten und Moskitos: Zur Gleichsetzung von Menschen mit Tieren in Texten, Bildern und Geschichte

Bemerkungen und Zitate zum Vergleich von Menschen mit Tieren, zur Frage, ob „Ratte“ als Bezeichnung von Menschen eine Beschimpfung sei, zur Technik der Dehumanisierung von als feindlich oder schädlich bezeichneten Menschengruppen durch deren Gleichsetzung mit Tiere.

 

„Ratten und Moskitos“

 

http://www.krone.at/oesterreich/geheimdienst-legende-sperrt-eure-grenzen-zu-entfuehrte-eichmann-story-538016

 

diepresse.com/home/politik/innenpolitik/5114249/Der-EichmannJaeger-bei-Strache


http://www.wienerzeitung.at/meinungen/blogs/juedisch_leben/854789_Vereinnahmung.html


https://www.youtube.com/watch?v=DgDM5ox_SUk

 

 

Zur Gleichsetzung von Menschen mit Tieren in Texten, Bildern und Geschichte

 

Zur Verwendung von solchen Diffamierungstechniken, insbesondere auch der Gleichsetzung von bis hin zum millionenfachen Massenmord verfolgten Menschengruppen mit Tieren, insbesondere auch mit Ratten, durch nationalsozialistische Propaganda, sowie Erwägungen zum Ratten-Plakat der SVP in der Schweiz zur Abstimmung am 16. Mai 2004 und am 7.November  hat das FPÖ-Bildungsinstitut lud Montag Abend zu einem Podium zum Thema „Haben wir aus der Geschichte gelernt? Neuer Antisemitismus in Europa“ ins Grand Hotel in Wien wo man folgende Sätze über Moslem leider unter anderem auch verwendet hat: „Moskitos! „Moskitos mit Moslem“ „Versucht nicht, Tausende Moskitos zu erschlagen, legt den Sumpf trocken.“  als Experte in Wien zu vergleichen ist Menschenunwürdig und Entmenschlichung .

Der Vergleich von Menschen mit Tieren ist in vielen Kunstformen und Textgattungen gang und gäbe. So empfiehlt die Bibel beispielsweise, klug wie die Schlange und sanft wie die Taube zu sein, oder sie vergleicht reiche Menschen mit Kamelen (und die Himmelspforte mit einem Nadelöhr), um die Situation vermögender Menschen beim Übertritt ins ewige Leben gemäss christlicher Vorstellung bildlich auszudrücken. Fabeln im Stil von Äsop, Phädrus oder Lafontaine führen Tiere vor, welche wie Menschen sprechen und handeln. Diese Fabeln dienen der Veranschaulichung von moralischen und psychologischen Problemstellungen unter Menschen und sind nicht beleidigend, sondern lehrreich, allerdings nicht auf dem Gebiet der Zoologie, deren Erkenntnisse sie spielerisch ignorieren.

Herrscher oder Völker werden in Texten, Bildern und in der Heraldik mit Löwen, Adlern, Stieren, Bären oder Steinböcken verglichen und teilweise auch gleichgesetzt, oder auch mit Phantasietieren wie Drachen oder Doppelkopf-Adlern. Solche Vergleiche sind nicht beleidigend, sondern sie sollen Macht, Stärke, Tugend oder Tradition der Verglichenen anschaulich machen. Derartige bildliche Darstellungen oder Text-Metaphern werden von den mit ihnen Assoziierten mit Stolz betrachtet und oft selber in Auftrag gegeben.

 

In den verschiedenen Kulturen auf dem vielfältigen Planeten Erde gibt es demgegenüber auch zahlreiche Tiervergleiche und Gleichsetzungen von Menschen mit gewissen Tieren, welche als Beleidigungen wirken und meist auch bewusst als solche ausgesprochen werden. Diese beleidigende und beschimpfende Wirkung des Vergleichs und noch mehr der Gleichsetzung der angesprochenen Menschen mit solchen Tieren hat, wie bei der Fabel, ebenfalls wenig oder nichts mit zoologisch beobachtbaren Eigenschaften dieser Tiere zu tun, sondern mit kulturspezifischen Traditionen. Für Europa und die Schweiz von Belang sind in diesem Zusammenhang Traditionen, welche den Vergleich oder die Gleichsetzung von mit solchen Vergleichen oder Gleichsetzungen Angesprochenen mit gewissen Tieren als besonders beleidigend erweisen. Es handelt sich dabei um Tiere, welche in einer anthropozentrischen Aufteilung in sogenannte „Nützlinge“ oder „Schädlinge“ auf beiden Seiten dieser Skala figurieren können. Tiernamen, welche in unserer Kultur in diesem Sinn zur Beleidigung oder Beschimpfung von Menschen eingesetzt wurden und werden, sind beispielsweise Kuh, Kalb, Esel, Kamel, Ziege, Schaf, Schwein, Filzlaus, Zecke, Hund, Affe oder Ratte.

Im Zusammenhang mit dem Ratten-Plakat der SVP vom 9. Februar 2004 und des beschimpfenden Gebrauchs des Wortes Ratte als Bezeichnung für Menschen ist folgende Ausführung der Gesellschaft für deutsche Sprache in Wiesbaden klärend:

„Das Simplex Ratte bezogen auf den Menschen ist ausschließlich negativ besetzt und gilt als grobes Schimpfwort.“

(Zitat nach der Homepage der Gesellschaft für deutsche Sprache, Stand 20. Februar 2004).

 

Diese Formulierung weist darauf hin, dass einige Verbindungen oder Composita, also Wörter, von denen der Begriff Ratte nur einen Teil bildet, auch neutral oder gar positiv und nicht beleidigend verwendet werden können, z.B. „Ballettratte“, „Leseratte“ oder „Wasserratte“.

Die Verwendung von Tierbezeichnungen zur Bezeichnung von einzelnen Menschen oder auch von Menschengruppen kann neben dem Zweck von deren Beschimpfung auch weiter gehende Attacken gegen die Beschimpften begleiten oder auslösen. Insbesondere wenn einzelne Menschen oder Menschengruppen als Feinde mit einem Feindbild belegt werden, welches die Attackierten als schimpfliche Tiere und somit nicht mehr als Menschen, sondern als mit negativen Assoziationen verbundene Lebewesen ohne menschliche Würde und menschliche Rechte darstellt, können solche Beschimpfungen den Anfang einer Behandlung der Attackierten machen, welche diesen gegenüber die Gebote des Respekts vor der Menschenwürde, den Menschenrechten, dem Existenzrecht und schliesslich oft auch vor dem Leben und physischen Dasein der solcherart angefeindeten Menschen oder Menschengruppen ausser Kraft setzt. Dies wiederum kann zu entwürdigender und sadistischer Behandlung bis hin zu Folter oder Massenmord an den attackierten Menschen und Menschengruppen gehen, wie die Geschichte mehrfach zeigte.

 

Der amerikanische Literaturwissenschaftler und Philosoph Richard Rorty von der Universität Stanford, USA, schreibt zum Selbst- und Fremdenbild von Menschen, welche andere Menschen mittels Tiervergleich und der Gleichsetzung mit Tieren dehumanisieren und in der Folge oft auch unmenschlich behandeln, folgendes:

„Sie alle meinen, die Grenze zwischen Menschen und Tieren sei nicht einfach identisch mit der Grenze zwischen ungefiederten Zweifüssern und sonstigen Lebewesen. Vielmehr verlaufe diese Grenze zwischen einer Gruppe ungefiederter Zweifüsser und einer anderen Gruppe; denn es gebe Tiere, die in menschenähnlicher Gestalt herumlaufen.“

(Zitat aus Richard Rorty: Menschenrechte, Vernunft und Empfindsamkeit, in: Richard Rorty: Wahrheit und Fortschritt, Frankfurt a. M. 2003, S. 241-268, S.2 42)

 

Die Nationalsozialisten gehörten seit der Ausarbeitung der theoretischen Grundlagen und praktischen Ziele dieser politischen Bewegung durch ihren Führer Adolf Hitler in dessen Buch „Mein Kampf“ zu jenen, welche ihre Feinde mit dehumanisierenden Feindbildern belegten und zu deren Vernichtung aufriefen, bis sie nach ihrer demokratischen Wahl in hohe Staatsstellen sowie anschliessender terrroristischer und diktatorischer Machtergreifung sowie organisatorischem Aufbau entsprechender Machtmittel schliesslich in der Lage waren, die mit solchen Feindbildern belegten Menschengruppen nicht mehr nur verbal, sondern auch physisch zu attackieren und millionenfach zu ermorden. Unter solche Feindbilder und demgemäss in die Vernichtungsmaschinerie der nationalsozialistischen Diktatur gerieten Juden, Roma, Sinti und Jenische, Afrikaner, Menschen slawischer Muttersprache, politisch Linksstehende, Geisteskranke, Zeugen Jehovas, Homosexuelle, körperlich und geistig Behinderte, bekennende Christen und viele andere. Zu den Feindbildern, welche Hitler schon in seiner programmatischen Schrift „Mein Kampf“ verwendete, gehört die Gleichsetzung von Juden mit Ratten. Adolf Hitler schilderte Interessen- und Verteilungskämpfe, wie sie in allen Völkern vorkommen, mit ausschliesslichem Bezug auf die Juden in folgenden Worten:

„Aus dem einigen Volk wird im Handumdrehen eine sich blutig bekämpfende Rotte von Ratten.“

(Adolf Hitler, Mein Kampf, München 1924 ff., S. 331).

Hitler setzte somit das jüdische Volk mit Ratten gleich.

 

Die Wege, welche Hitler zunächst als Putschist, dann als in einem demokratischen System agierender Populist, anschliessend als brutaler Diktator suchte und fand, um seinem Ziel näher zu kommen, nämlich der Vernichtung der von ihm gehassten Menschengruppen, sind in vielen geschichtswissenschaftlichen Abhandlungen nachzulesen.

Während allen Phasen der nationalsozialistischen Attacken auf diese Menschengruppen kam es immer wieder zu Vergleichen und Gleichsetzungen der Attackierten mit Tieren, so mit Ratten, mit Insekten, oft auch mit dem Sammelbegriff „Ungeziefer“ für als „Schädlinge“ eingestufte Lebewesen; ein grosser Teil der Attackierten wurden schliesslich auch mit chemischen Mitteln, welche ursprünglich gegen Insekten in Haushalten oder Gastronomiebetrieben entwickelt und eingesetzt wurden, umgebracht, so insbesondere mit dem Gift der Marke „Zyklon B“. Auch dazu existiert umfangreiche und genaue Literatur.

Nicht nur Adolf Hitler, sondern auch seine Mittäter bezeichneten die von ihnen angefeindeten Menschengruppen immer wieder entweder direkt als Tiere, wie Hitler das jüdische Volk als „Rotte von Ratten“, oder aber als „Untermenschen“ ohne Anspruch auf Menschenwürde und Menschenrechte, dafür mit tierähnlichen Eigenschaften.

 

So heisst es in der ersten Phase der nazistischen Judenverfolgung in einem Memorandum der Abteilung IV/2 des SS-Sicherheitsamts zuhanden seines Leiters Reinhard Heydrich vom 24. Mai 1934:

„Den Juden sind die Lebensmöglichkeiten – nicht nur wirtschaftlich genommen – einzuschränken. Deutschland muss ihnen ein Land ohne Zukunft sein, in der wohl die alte Generation in ihren Restpositionen sterben, nicht aber die junge leben kann, so dass der Anreiz zur Auswanderung dauernd wach bleibt. Abzulehnen sind die Mittel des Radau-Antisemitismus. Gegen Ratten kämpft man nicht mit dem Revolver, sondern mit Gift und Gas. Der aussenpolitische Schaden der Strassenmethoden steht in gar keinem Verhältnis zu dem örtlichen Erfolg.“

(Auszug aus dem Memorandum SD IV/2 an Heydrich, 24.5.1934; der ganze Text ist abgedruckt in: Die Judenpolitik des SD 1935-1938, Eine Dokumentation, herausgegeben von Michael Wildt, München 1995, S. 66-69.)

Hitlers Propagandaminister Joseph Goebbels schrieb am 14. März 1945, im Rückblick auf den inzwischen brutal durchgeführten Massenmord an Juden und anderen von den Nationalsozialisten verfolgten Menschengruppen mit Gift, Gas und sonstigen mörderischen Mitteln, in sein Tagebuch:

„Es ist nötig, diese Juden wie Ratten auszurotten, ein für alle Mal.“

 

Da es jedoch immer wieder, selbst unter den Bedingungen der Nazi-Diktatur, Menschen gab, welche Menschen aller Gruppen weiterhin als Menschen und nicht als Ratten, Ungeziefer oder Giftpflanzen betrachteten, unternahm die Nazi-Propagandamaschinerie teure Anstrengungen, um diese rassistische Betrachtungsweise mit Hilfe von Texten, bildlichen Darstellungen und Filmen zu propagieren.

So erschien 1938 im Stürmer-Verlag von Julius Streicher ein gereimtes Kinderbuch mit Texten von Ernst Hiemer unter dem Titel „Der Giftpilz“, welches jüdische Menschen mit giftigen Pilzen gleichsetzte und worin unter anderem folgende Zeilen standen:

„Er schächtet Tiere, schächtet Menschen, Es kennt sein Blutdurst keine Grenzen! Es wird die Welt erst dann genesen, Wenn wir vom Juden sie erlösen.“

Es handelt sich dabei um ein Bild-Text-Konstrukt, welches die jüdischen Menschen diesmal nicht mit als „Schädlinge“ eingestuften Tieren, sondern mit giftigen Pilzen gleichsetzte. Die Botschaft, ihnen ihre Menschenwürde abzusprechen und sie als angebliche Gefahr wie andere als schädlich eingestufte Lebewesen zu vernichten, blieb die gleiche.

Die berüchtigtste bildliche Gleichsetzung von Menschen, wiederum von Juden, mit Ratten in der Nazi-Propaganda ist der Film „Der ewige Jude“, von Fritz Hippler 1940 im Auftrag von Goebbels Propagandaministerium in die Kinos gebracht. „Der ewige Jude“ ist ein Paradebeispiel audiovisueller Manipulation. Joseph Goebbels sah ihn selbst als sein „propagandistisches Meisterstück“ an. Vergleich und Gleichsetzung von Juden und Ratten in unmittelbar aufeinander folgenden Filmsequenzen sind ein zentraler Teil des Films. Vergleichspunkt der Gleichsetzung ist die Schädlichkeit von Ratten, welche gespeicherte Vorräte fressen, mit der angeblichen Schädlichkeit jüdischer Menschen. Zweck der propagandistischen Darstellung ist hier wie in den ähnlichen Konstrukten die Darstellung der Juden als schädliche Tiere, um ihre unmenschliche Verfolgung zu propagieren.

 

Das Ratten-Plakat der SVP hat vordergründig nicht den Zweck, die in diesem Bild-Text-Konstrukt mit schädlichen Ratten gleichgesetzten Linken der Vernichtung anheim zu stellen. Sondern es gibt vor, ein sinnvoller Beitrag zur einer am 16. Mai 2004 stattfindenden demokratischen Abstimmung über eine politische Sachfrage im rechtsstaatlichen Rahmen zu sein.

Eben dies ist es jedoch nicht. Es nimmt nicht informierend Stellung zur Frage, ob und wie in der Schweiz eine Alters- und Hinterbliebenenversicherung (AHV)zu finanzieren sei.

Hingegen stellt es offenkundig tatsachenwidrige Behauptungen auf, so etwa, die linken Kräfte in der Schweiz wollten die AHV zerstören. Es ist aber durch zahlreiche Quellen und historische Darstellungen belegt, dass es die linken Kräfte waren, welche diese Einrichtung in der Schweiz immer wieder forderten, so z.B. im Generalstreik von 1918, während die rechten Kräfte in der schweizerischen Politik, auch die Bauern-Gewerbe- und Bürgerpartei, eine Vorläuferorganisation der heutigen SVP, solche Forderungen ablehnten und bekämpften, bis sich 1947 in einer Abstimmung die linken und sozialstaatlich orientierten Kräfte durchsetzten. Es blieb seitdem eine stete Position der Schweizer Linken, die AHV zu erhalten, auszubauen und zu finanzieren. Hingegen gab und gibt es in letzter Zeit in der Schweiz Stimmen von rechts, welche den Schweizer Sozialstaat und auch die ihrer Auffassung nach gemäss einem unangemessenen sogenannten „Giesskannenprinzip“ ausbezahlte AHV in Frage stellen wollen, weil sie ihre eigenen, in der Regel eher hohen bis sehr hohen, Einkommen durch die diesbezügliche sozialstaatliche Steuer- und Abgabenlast geschmälert sehen. Es waren, dies zu einer weiteren tatsachenwidrigen Behauptung auf dem Ratten-Plakat der SVP, auch zumeist Akteure aus diesen Kreisen, welche durch sogenannte „Gesundschrumpfungen“ und Massenentlassungen Zehntausenden von Arbeitsplätzen vernichteten.

 

Vor allem aber bildet das Rattenplakat der SVP, anknüpfend an eine rassistische und eliminatorische Bildsprache und an ebenfalls rassistische und eliminatorische sprachliche Vergleiche, Gleichsetzungen und Wertungen, wie sie auch aus ähnlichen Machwerken der Nazi-Propaganda sprechen, eine Beschimpfung einer grossen Menschengruppe unter Negierung und Absprechung von deren Würde und Rechten als menschliche Wesen, indem es dieser Gruppe vorwirft, „unser Land“, welches die SVP in der Darstellung dieses Plakats offenbar als „ihren Geldbeutel“ betrachtet, „ruinieren“ zu wollen, sie als angebliche Landes-Schädlinge anspricht und mit Ratten, welche Schaden anrichten, gleichsetzt.

Die hier beanstandete Art der bildlichen und textlichen Diffamierung von Mitmenschen und Andersdenkenden als tierische Schädlinge, wie sie das Rattenplakat der SVP und seine Urheber und Verbreiter vornehmen, ist in einem demokratischen, menschenrechtlich und antirassistisch fundierten Staat respektive in einer Zivilgesellschaft mit diesen Werten nicht tolerierbar und steht in Konflikt mit verschiedenen gesetzlichen Vorschriften und Normen, welche in der Schweiz auch unter Justiz-Vorsteher Bundesrat Dr. Christoph Blocher, SVP, zu gelten haben.

 

Zürich, 8. März 2004

 

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26 10 2016
By: Redaktion 2 0

„Alles Gute zum Nationalfeiertag“

Nach dem 26. Oktober 1955 konnte Österreich auch darangehen ein Instrument aufzubauen, das die Aufgabe hatte, die neu erreichten Werte Frieden, Freiheit und Unabhängigkeit zu schützen und zu verteidigen. Es lebe die Republik Österreich!

TKG: „Alles Gute zum Nationalfeiertag“

 

Nationalfeiertag ist ”Tag des Friedens”

2015 Ex-Bundespräsident Heinz Fischer

 

Wien (APA/OTS). In seinem Tagesbefehl zum Nationalfeiertag würdigt (2015) der Bundespräsident die friedenssichernde Tätigkeit des Bundesheeres

 

Soldatinnen und Soldaten,
Angehörige des Bundesheeres,
der Zentralstelle und der Heeresverwaltung!

Der österreichische Nationalfeiertag erinnert uns – wie Sie alle wissen – daran, dass am 26. Oktober 1955 nach dem Abzug aller ausländischen Besatzungssoldaten aus Österreich das Verfassungsgesetz über die österreichische Neutralität beschlossen wurde.

Unser Nationalfeiertag ist daher auch ein Tag des Friedens.

Nach dem 26. Oktober 1955 konnte Österreich auch darangehen ein Instrument aufzubauen, das die Aufgabe hatte, die neu erreichten Werte Frieden, Freiheit und Unabhängigkeit zu schützen und zu verteidigen – unser Bundesheer.

Seit damals hat sich das Bild Europas stark verändert. Vor 20 Jahren fiel der „Eiserne Vorhang“ und der Prozess der Demokratisierung im Osten unseres Kontinents wurde eingeleitet. Viele dieser Länder sind inzwischen – so wie Österreich – Mitglied der Europäischen Union und versuchen, gemeinsam und solidarisch an einer friedlichen und sicheren europäischen Zukunft zu bauen.

Durch unsere neue Rolle in einem starken, vereinten Europa haben sich auch die Aufgaben des Österreichischen Bundesheeres gewandelt. Es geht längst nicht mehr nur um die Sicherung der eigenen Staatsgrenzen. Unsere Soldatinnen und Soldaten helfen im Rahmen von internationalen Friedensmissionen und humanitären Hilfsaktionen tatkräftig mit, dass Menschen in Krisengebieten mehr Sicherheit zuteil wird und den Menschenrechten mehr Achtung geschenkt wird.

Aber auch im Inland ist das Bundesheer nach wie vor zur Stelle, wenn es gebraucht wird. So haben im vergangenen Sommer die Soldatinnen und Soldaten bei den Hochwassereinsätzen in bewährter Weise ihre Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeit unter Beweis gestellt, um betroffenen Menschen zu helfen und so rasch wie möglich die Schäden zu beseitigen.

Zur Bewältigung der globalen Herausforderungen ist neben der Stärkung der Europäischen Union auch eine Stärkung der Vereinten Nationen erstrebenswert. Es ist wichtig, dass unser Engagement für Frieden, für Menschenrechte und Menschenwürde auch global vertreten wird.

Als Bundespräsident und Oberbefehlshaber des Österreichischen Bundesheeres möchte ich allen Soldatinnen und Soldaten, Angehörigen des Bundesheeres, der Zentralstellen und der Heeresverwaltung meinen Dank und meine Hochachtung zum Ausdruck bringen.

Für die Zukunft wünsche ich alles Gute.

Es lebe das Österreichische Bundesheer!

Es lebe die Republik Österreich!

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17 09 2016
By: Redaktion 2 0

Leitartikel aus Deutsche Levante Zeitung, 1.7.1912

Wir sitzen im Allerheiligsten des großen Hamburger Importhauses, von dem hinüber zur Levante und herüber tausend Fäden spinnen. Der Chef, ein typischer Inselgrieche, klug, agil, mit allen Wassern des Orients und Okzidents gewaschen, gestikuliert überlebhaft und brennt sich alle Augenblicke einen frischen Papyros an. Natürlich dreht sich unser Gespräch ums „Geschäft“.

 

„Glauben Sie, daß der deutsche Kaufmann eine Zukunft hat in Ihrer Heimat?“ frage ich den vielgewandten Mann, der alle Kniffe und Pfiffe im orientalischen Handel kennt wie seinen Kassenschrank.

„Zweifellos, wenn er endlich lernen wird, die Leute da unten zu nehmen, wie sie genommen sein wollen. Wissen Sie aber, wie der Levantiner Ihre Landsleute nennt? Geizhälse! Sie lächeln ungläubig. Aber beobachten Sie mal in den Speise- und Kaffeehäusern Smyrnas oder Beiruts die verächtlichen Mienen der Türken, Griechen, Armenier, wenn der deutsche „Geschäftsfreund“ seelenruhig bloß die eigene Zeche bezahlt, anstatt den andern freizuhalten. Da liegt der Hase im Pfeffer!

Der deutsche Reisende glaubt, es genüge die Güte und Billigkeit seiner Waren darzutun, und spielt dann, im persönlichen Verkehr, den Zurückhaltenden. Meine Landsleute wollen aber, naiv wie sie in solchen Dingen sind, in Liebenswürdigkeiten eingewickelt, verwöhnt, regelrecht poussiert werden, wenn man sie als Kunden gewinnen will. Dann wird man aber auch Sachen an sie los, die lange nicht so gut und wohlfeil sind wie Ihre deutschen. Nehmen Sie dagegen z.B. den englischen oder französischen Importeur. Der geht in die Familie seines Kunden, tut da, als wäre er bei lieben Freunden, überschüttet die Leute mit Aufmerksamkeiten, und eins, zwei, drei hat er seinen Auftrag in der Tasche. Er disponiert eben mit dem Geld geschickter als der Deutsche. Allerdings muß man auch berücksichtigen, daß diese Nationen schon viel länger in der Levante arbeiten als Ihr.

Der Türke ist streng konservativ und bestellt mit zähem Eigensinn immer wieder bei solchen Firmen, die er von klein auf kennt; er sagt sich: warum soll ich mit andern Fabrikaten Experimente machen? Ich bleibe am besten bei der Firma, mit deren Ware ich zufrieden bin. Es ist riesig schwierig, solchen Hinterwäldlern einzubleuen, daß die Zeit vorwärts schreitet, und daß es töricht ist, die Konkurrenz nicht zu beachten.“

 

Aus dem Archiv der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. resolver.sub.uni-hamburg.de/goobi/PPN833045369_1912

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13 09 2016
By: Redaktion 2 0

100 Jahre Dadaismus, Istanbul grüßt Wien

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich freut sich, in Räumen der Mekan68 mit „MIRROR OR RIM“ erstmals in Wien eine Einzelausstellung der namhaften türkischen Künstlerin Lale Tara auch mit einladen zur dürfen.

Eröffnung: Mittwoch, 14 September um 19:00 Uhr

Öffnungszeiten:  Fr, Sa jeweils von 15:00 bis 18:30

Kurator: Engin Özendes (ESFIAP)

 

Mekan68 freut sich, in seinen Räumen mit „MIRROR OR RIM“ erstmals in Wien eine Einzelausstellung der namhaften türkischen Künstlerin Lale Tara zeigen zu können. Die Ausstellung wird am 14. September 2016 um 19 Uhr eröffnet.

Lale Tara ist bekannt für ihre surrealen, atmosphärisch dichten und häufig provokanten fotografischen Arbeiten. Indem ihre erzählerische Fotografie alternative Realitäten konstruiert und die Thematik verschwommener Dualitäten erkundet, bringt sie Tendenzen hervor, die den herrschenden Kulturkanons zuwiderlaufen. Damit überschreitet sie bewusst die Grenzen zwischen verschiedenen künstlerischen Medien, zwischen Historischem und Zeitgenössischem, zwischen den Kulturen wie auch zwischen dem Selbst und dem Anderen.

Während in letzter Zeit auf den Bildern von Lale Tara immer eine lebensgroße Puppe als ihre Doppelgängerin zu sehen war, erscheint sie in ihrer neuen Bildreihe „MIRROR OR RIM“ selbst in den Szenen, gleichzeitig aber auch (hinter der Kamera) an deren Peripherie: im Spiegel und im Rahmen. Diese Arbeiten befassen sich mit der Absurdität von Zeit und Raum und spiegeln die rätselhafte Irrationalität der Welt mit feinem visuellem Witz wieder. In ihnen lebt wahrlich der Geist von DADA wieder auf. So hat Lale Tara denn auch drei Arbeiten dieser Serie drei DADA-Künstlerinnen gewidmet.

Besonders faszinierend ist das Bild von ihr selbst als Lampe, in dem sie beleuchtet und beleuchtet wird, sowohl Lichtquelle als auch Lichtempfängerin ist, das A und O der Kunst des Schattenfangens. Gewidmet ist das Werk Emmy Hennings.

Das Bild des Hochzeitspaares mit seinem Spiegel und dem Schoßhund in ein pfiffiger Verweis auf Jan van Eyck. Damit weist es sowohl in die Vergangenheit als auch in die Zukunft, erregt humorvoll Aufmerksamkeit und macht neugierig darauf, seine Details näher zu erkunden.

Tara hat den zeitgenössischen türkischen Künstler Ali Elmacı eingeladen, bei einem der Bilder mit ihr zusammenzuarbeiten. Dabei steht sie Elmacı für eine Zeichnung Modell, während sie selbst die Szene mit ihrer Kamera einfängt. Diese Arbeit ist Elsa von Freytag-Loringhoven gewidmet.

Der eingerahmte 50-SFr.-Geldschein ist dem Gedenken an Sophie Taeuber-Arp gewidmet.

Mit seinem Anliegen des humorvoll Absurden und der trotzigen Weigerung, verstanden zu werden, ist  „MIRROR OR RIM“ eine hundertjährige Hommage an DADA.

 

***

 

Über die Künstlerin

Lale Tara (geb. 1957) lebt und arbeitet in Istanbul, Türkei. Sie ist bekannt für ihre surrealen, atmosphärisch dichten und häufig provokanten Fotos mit einer lebensgroßen Puppe als ihrer Doppelgängerin, die an entfremdeten und verlassenen Orten in Szene gesetzt werden.

Hinter jedem Projekt steht eine einem Film vergleichbare Produktion, bei der Tara als Autorin, Produzentin und Fotografin mit einem erfahrenen Team von Mitarbeitern eine Aufnahme an einem Schauplatz oder im Studio inszeniert, um aus einer Fotografie ein Ereignis zu machen.

Tara hat an zahlreichen Ausstellungen im Nahen Osten, in Asien und Europa teilgenommen, darunter Gruppen- und Einzelausstellungen im Istanbuler Museum für Moderne Kunst (Türkei). Ihre Werke finden sich im Privatmuseum Salsali (Dubai, VAE), der Samawi-Sammlung (Dubai, VAE), dem Istanbuler Museum für Moderne Kunst (Türkei) und der Sevil-Sabancı-Sammlung (Türkei).

 

 

Vernissage: Mittwoch, 14 September 19:00

 

mekan68
Neustiftgasse 68/1

1070, Wien

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12 09 2016
By: Redaktion 2 0

Die Schallaburg sucht Interessentinnen/Interessenten für die Vermittlerausbildung zur Ausstellung „Islam“

Für die Ausstellung „Islam“ (18. März bis 5. November 2017) erweitert das Ausstellungszentrum Schallaburg das Team der Kulturvermittlung.

 

Dieses nimmt auf der Schallaburg eine wesentliche Rolle ein. Als Brücke zwischen Ausstellung und Besucherinnen und Besuchern schafft die Vermittlung persönliche Zugänge und greift Fragen auf, die sich im eigenen Umfeld ergeben. Die Schallaburg versteht sich als Ausstellungshaus und als Begegnungsraum aktueller Themenstellungen, die Menschen bewegen.

Die mehrteilige Ausbildung startet im Oktober 2016 und wird mit der Fortbildung bestehender Vermittlerinnen und Vermittler verschränkt. Sie bereitet die Teilnehmenden didaktisch und inhaltlich auf ihre Aufgabe vor und soll sie dazu befähigen, die Vielfalt des Islam und seiner Bezüge zur österreichischen Vergangenheit und Gegenwart zu beleuchten, diese gemeinsam mit den Besucherinnen und Besucher zu deuten und zu befragen.

Gesucht sind Personen mit Sprachkenntnissen in Türkisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Arabisch oder Farsi, erforderlich ist ein der Tätigkeit entsprechendes, diskurssicheres Deutsch. Ausdrücklich möchten wir Menschen mit familiärer oder eigener Migrationserfahrung einladen, sich zu bewerben. Die rechtlichen Voraussetzungen für eine Beschäftigung in Österreich müssen gegeben sein.

An der Ausbildung Interessierte werden gebeten, sich an Wolfgang Schmutz, unter der E-Mail-Adresse vermittlung@schallaburg.at für Rückfragen bzw. mit Lebenslauf und Motivationsschreiben zu wenden. Bewerbungsschluss ist der 22. September 2016.

Die Hearings finden voraussichtlich Ende September/Anfang Oktober auf der Schallaburg statt. Am Montag, den 19. September 2016 wird um 20:00 Uhr ein Informationsabend in der Brunnenpassage (1160 Wien) veranstaltet, um über geplante Inhalte und die Rahmenbedingungen der Ausbildung sowie späteren Tätigkeit in der Kulturvermittlung zu informieren.

 

Kontakt:
vermittlung(at)schallaburg.at
www.schallaburg.at

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24 08 2016
By: Redaktion 2 0

TKG: „Vielen Dank. Wir sind in Österreich schon zu Hause.“ Die Auflistung der Gründe!

Türkische KULTURgemeinde ist gegen „Auszahlen und Gehen“- Debatten die einfach zwischen den Menschen Vorurteil schafft, den extremen Seiten Stimmen bringt, aber Österreich schadet. Der erste Artikel der Verfassung legt die Menschenwürde als oberster Verfassungswert fest: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

 

Die Mehrheit der Austrotürken möchten an diesen Diskussionen „Auszahlen und Tschüss – baba in die Türkei“ nicht teilnehmen, weil sie in solchen künstlichen Debatten über ihre neue Heimat Österreich mit allen ihren Facetten nicht missbraucht werden wollen. Die Mehrheit sagt kurz und bündig: „Vielen Dank und tut uns trotzdem leid. Wir sind in unserer Heimat Österreich schon zu Hause“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG), die im Jahre 2004 gegründet wurde, vertritt als wichtige Thinktank-NGO nicht alle Menschen aus der Türkei in Österreich, sondern nur seine Mitglieder und hat mit vielen Menschen aus der Türkei in Österreich gesprochen mit folgenden Meinungen, die wir hier auflisten werden:

 

1. Weder jemand von unseren Mitgliedern, noch die Mehrheit aus der Türkei, möchte in eine Diskussion bezüglich einbezahlter Sozial- und Pensionsbeiträgen gezogen werden. Unter den 300.000 Menschen aus der Türkei in Österreich, sind über 200.000 schon österreichische Staatsbürger, mit allen Pflichten und Rechten. In Österreich sind mehr als 13.000 austrotürkische Unternehmer/-innen mit über 25.000 Mitarbeiter. Heuer sind in Österreich über 65.000 austrotürkische Kinder in den Schulen unterwegs. Österreich ist kein einfaches, aber auch kein schwieriges Land. Es gibt in Österreich, genauso wie in der Türkei auch, Spielregeln und die Mehrheit der Türken in Österreich sehen ihre Zukunft auch in Österreich. Die Austrotürken haben tatsächlich sehr viel direkt und indirekt in die Sozialtöpfe in Österreich eingezahlt, aber dafür auch in einem erstklassigen sozialen Staat im Gesundheitsbereich, Bildung, Pensionen, soziale Leistungen etc. bekommen und noch bekommen werden. Sie lieben Österreich genauso wie die Türkei und wünschen sich das Beste für beide Länder.

 

2. Wir finden solche Diskussionen unwürdig und fehl am Platz, besonders wenn man die Gründe und die Voraussetzungen der Befürworter liest. Wie kann man seine Heimat wegen Geld verlassen? In welcher unsere Kinder sogar Enkelkinder bekommen haben. In der unsere Friedhöfe langsam aber doch in Österreich sind. In welcher wir unsere glücklichsten und traurigsten Tage erlebt haben. Unsere Gefühle sind in Österreich und das kann man nicht mit Geld messen. Die Mehrheit der Austrotürken wissen wohin Sie gehen wollen und wo sie bleiben wollen und möchten nicht in extremen Positionen bei verschiedenen Stammtischen (auch Sozialmedien) etc.) in unwürdiger Weise Diskussionsthema sein.

 

3. Solche Diskussionen bezüglich einbezahlter Sozial- und Pensionsbeiträge gab es vor Jahren in Deutschland, Holland und Dänemark. In Dänemark gibt es solche Möglichkeiten für nicht-dänische Staatsbürger, dass diese vorzeitig das Land verlassen können mit ziemlich bedenklichen Zahlungsmodalitäten, die bis jetzt meistens von 20-29-Jährigen in Dänemark wenig genutzt wurden und eigentlich ein Fall für Masterthesen in Soziologie-Fakultäten sein sollten.

 

4. Die Kritik aus Österreich, besonders von österreichischen Politikern, bezüglich der Menschenrechte in der Türkei, sollte kein Vorwand für das „Unerwünschtsein“ der hier lebenden Menschen, als Keule verwendet werden. Die Menschenrechte in der Türkei sind für die EU und für Österreich ein wichtiges Thema, da die Türkei seit 2005 ein Kandidat für die Vollmitgliedschaft in der EU ist. Die Kritik aus Österreich in Richtung der Türkei ist nicht gegen die 300.000 Menschen aus der Türkei in Österreich gerichtet. Menschenrechte sind unteilbar. Menschen und Grundrechte sichern die wichtigsten Regeln des Zusammenlebens. Wir wünschen für die Türkei eine Demokratie erster Klasse und nicht eine Demokratie zweiter oder dritter Klasse.

 

5. Man muss hier die Spreu vom Weizen trennen. Die Spreu sind diejenigen Politiker in Österreich, die aus dieser Situation der türkischen politischen Lage, mit den IS-Terroristen, PKK und dem Syrien-Konflikt, einem innenpolitischen Profit in Österreich durch Pauschalisierung der Probleme, unter dem Deckmantel „die Türken“ beziehungsweise „die Regierung und der Präsident ist die Türkei und die Austrotürken“ versuchen zu ergattern. Wir wiederholen: In Österreich sollten wir unter dem Vorwand kritisieren, dass wegen der Menschenrechte pauschal alle Austrotürken in Österreich, die damit nichts zu tun haben, mit der Schlagzeile „Die Türken…“ „satanisiert“ werden. Beispiele gibt es genug. Das schadet mehr Österreich als den hier lebenden Menschen aus der Türkei. Nicht gut!

 

6. Auf der anderen Seite müssen diejenigen Vereine oder Personen, die sich als verlängerter Arm der türkischen Regierung in Österreich sehen bzw. sehen wollen oder dieser nahe stehen oder Sympathisanten sind, auch nicht diese Kritik der österreichischen Politiker pauschal als einen Angriff gegenüber allen Türken in Österreich interpretieren und im Namen aller Menschen aus der Türkei in Österreich eine Pauschalisierung mit dem Titel „alle Österreicher sind gegen uns“ propagieren. Das ist falsch und nicht richtig, da sonst Fragen wie „Wer ist hier der Brandstifter?“ und „Wer ist hier der Feuerlöscher?“ beziehungsweise „Wer tritt hier unter dem Vorwand Feuerlöscher auf, die doch eigentlich die Brandstifter sind?“ kommen wird. Hier darf man auch Kritiker nicht mundtot machen und durch verschiedene Methoden, sei es in sozialen Medien, privat oder persönlich, drohen oder diskriminieren, beziehungsweise in Angst und Schrecken versetzen, damit Menschen ihre Meinung nicht sagen können.

 

7. Diese Diskussionen über Pension und soziale Abgaben kann man gerne lange und mit vielen Beispielen argumentieren, die nichts außer Spott, Hass und Vorurteile bringen. Wir möchten friedlich zusammenleben – ohne Hetze und Vorurteile. Dafür müssen wir etwas tun. Im Herzen und im Hirn, mit Verstand und Vernunft: Frieden wollen und wünschen und so handeln. Die erfundenen künstlichen Zahlen, Stimmen und Gegenstimmen schaffen ein nicht menschenwürdige Klima.

 

Der erste Artikel der Verfassung legt die Menschenwürde als oberster Verfassungswert fest: Die Würde des Menschen ist unantastbar!  So nicht… Wir bitten höflichst um mehr Distanz!

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Dipl.-Ing. Birol Kilic

Obmann

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21 07 2016
By: Redaktion 2 0

Sei Wachsam!

 

Merk’ dir die Gesichter gut! Die schlimmsten Böcke als Gärtner, na wunderbar!Bewahr dir deinen Mut.Sei wachsam. Sie biegen die Wahrheit und verdrehen das Recht:So viel gute alte Werte, echt, da wird mir echt schlecht! Erpressen, bestechen, versuchen, dich zu kaufen. Wie sie das Volk zu Besonnenheit und Opfern ermahnen, Sie nennen es das Volk, aber sie meinen Untertanen.

 

 Reinhard Mey: Sei wachsam (live) . Album : „Leuchtfeuer“ (1996)

https://www.youtube.com/watch?v=CdBo34ycvkw



Ein Wahlplakat zerrissen auf dem nassen Rasen,

Sie grinsen mich an, die alten aufgeweichten Phrasen,

Die Gesichter von auf jugendlich gemachten Greisen,

Die Dir das Mittelalter als den Fortschritt anpreisen.

Und ich denk’ mir, jeder Schritt zu dem verheiß’nen Glück

Ist ein Schritt nach ewig gestern, ein Schritt zurück.

Wie sie das Volk zu Besonnenheit und Opfern ermahnen,

Sie nennen es das Volk, aber sie meinen Untertanen.

All das Leimen, das Schleimen ist nicht länger zu ertragen,

Wenn du erst lernst zu übersetzen, was sie wirklich sagen:

Der Minister nimmt flüsternd den Bischof beim Arm:

Halt du sie dumm, – ich halt’ sie arm!

 

Sei wachsam,

Präg’ dir die Worte ein!

Sei wachsam,

Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!

Sei wachsam,

Merk’ dir die Gesichter gut!

Sei wachsam,

Bewahr dir deinen Mut.

Sei wachsam

Und sei auf der Hut!

 

Du machst das Fernsehen an, sie jammern nach guten, alten Werten.

Ihre guten, alten Werte sind fast immer die Verkehrten.

Und die, die da so vorlaut in der Talk-Runde strampeln,

Sind es, die auf allen Werten mit Füßen rumtrampeln:

Der Medienmogul und der Zeitungszar,

Die schlimmsten Böcke als Gärtner, na wunderbar!

Sie rufen nach dem Kruzifix, nach Brauchtum und guten Sitten,

Doch ihre Botschaft ist nichts als Arsch und Titten.

Verrohung, Verdummung, Gewalt sind die Gebote,

Ihre Götter sind Auflage und Einschaltquote.

Sie biegen die Wahrheit und verdrehen das Recht:

So viel gute alte Werte, echt, da wird mir echt schlecht!

 

Sei wachsam,

Präg’ dir die Worte ein!

Sei wachsam,

Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!

Sei wachsam,

Merk’ dir die Gesichter gut!

Sei wachsam,
Bewahr dir deinen Mut.

Sei wachsam

Und sei auf der Hut!

 

Es ist ‘ne Riesenkonjunktur für Rattenfänger,

Für Trittbrettfahrer und Schmiergeldempfänger,

‘ne Zeit für Selbstbediener und Geschäftemacher,

Scheinheiligkeit, Geheuchel und Postengeschacher.

Und die sind alle hochgeachtet und sehr anerkannt,

Und nach den schlimmsten werden Straßen und Flugplätze benannt.

Man packt den Hühnerdieb, den Waffenschieber läßt man laufen,

Kein Pfeifchen Gras, aber ‘ne ganze Giftgasfabrik kannst du kaufen.

Verseuch’ die Luft, verstrahl’ das Land, mach ungestraft den größten Schaden,

Nur laß dich nicht erwischen bei Sitzblockaden!

Man packt den Grünfried, doch das Umweltschwein genießt Vertrau’n,

Und die Polizei muß immer auf die Falschen drauf hau’n.

 

Sei wachsam,

Präg’ dir die Worte ein!

Sei wachsam,

Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!

Sei wachsam,

Merk’ dir die Gesichter gut!

Sei wachsam,

Bewahr dir deinen Mut.

Sei wachsam

Und sei auf der Hut!

 

Wir ha’m ein Grundgesetz, das soll den Rechtsstaat garantieren.

Was hilft’s, wenn sie nach Lust und Laune dran manipulieren,

Die Scharfmacher, die immer von der Friedensmission quasseln

Und unterm Tisch schon emsig mit dem Säbel rasseln?

Der alte Glanz in ihren Augen beim großen Zapfenstreich,

Abteilung kehrt, im Gleichschritt marsch, ein Lied und heim ins Reich!

„Nie wieder soll von diesem Land Gewalt ausgehen!“

„Wir müssen Flagge zeigen, dürfen nicht beiseite stehen!

„Rein humanitär natürlich und ganz ohne Blutvergießen!“

„Kampfeinsätze sind jetzt nicht mehr so ganz auszuschließen.“

Sie zieh’n uns immer tiefer rein, Stück für Stück,

Und seit heute früh um fünf Uhr schießen wir wieder zurück!

 

Sei wachsam,

Präg’ dir die Worte ein!

Sei wachsam,

Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!

Sei wachsam,

Merk’ dir die Gesichter gut!

Sei wachsam,

Bewahr dir deinen Mut.

Sei wachsam

Und sei auf der Hut!

 

Ich hab’ Sehnsucht nach Leuten, die mich nicht betrügen,

Die mir nicht mit jeder Festrede die Hucke voll lügen,

Und verschon’ mich mit den falschen Ehrlichen,

Die falschen Ehrlichen, die wahren Gefährlichen!

Ich hab’ Sehnsucht nach einem Stück Wahrhaftigkeit,

Nach ‘nem bißchen Rückgrat in dieser verkrümmten Zeit.

Doch sag die Wahrheit und du hast bald nichts mehr zu lachen,

Sie wer’n dich ruinier’n, exekutier’n und mundtot machen,

Erpressen, bestechen, versuchen, dich zu kaufen.

Wenn du die Wahrheit sagst, laß draußen den Motor laufen,

Dann sag sie laut und schnell, denn das Sprichwort lehrt:

Wer die Wahrheit sagt, braucht ein verdammt schnelles Pferd.

 

Sei wachsam,

Präg’ dir die Worte ein!

Sei wachsam,

Fall nicht auf sie rein!Paß auf, daß du deine Freiheit nutzt,

Die Freiheit nutzt sich ab, wenn du sie nicht nutzt!

Sei wachsam,

Merk’ dir die Gesichter gut!

Sei wachsam,

Bewahr dir deinen Mut.

Sei wachsam

Und sei auf der Hut!

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09 07 2016
By: Redaktion 2 0

Dünya birincisi Ayşe Begüm Onbaşı’nın müthiş hikayesi

Aerobik Cimnastik Dünya Şampiyonası’nda altın madalya kazanan 15 yaşındaki Ayşe Begüm Onbaşı’nın Manisa’da yaşayan ailesi, şampiyon sporcu yetiştirmenin sevinci ve gururunu yaşıyor.

 

Güney Kore’de 13 Haziran’da başlayan 14. Aerobik Jimnastik Dünya Şampiyonası’nda, 6 kategoride finale yükselen milli takımda, 15-17 yaş kategorisinde Ayşe Begüm Onbaşı altın madalya kazanarak şampiyon oldu. Cumhurbaşkanı Recep Tayyip Erdoğan da Aerobik Cimnastik Dünya Şampiyonası’nda altın madalya kazanan 15 yaşındaki Ayşe Begüm Onbaşı ve hocası Gürkan Er’i telefonla arayarak tebrik etti.

https://www.youtube.com/watch?v=H-hTCL2gnYM

 

Aynı kategoride, Ayşe Begüm Onbaşı, Mehmet Ercoş ve Deniz Şahin’den oluşan Trio Milli Takımı ise gümüş madalya kazandı.

Sporcular madalyalarına 16 Haziran’da kavuştu ve ertesi gün Türkiye’ye geldi.

 

AYŞE BEGÜM ONBAŞI’NIN HİKAYESİ

 

Zete sitesinin istekadinlar.com’dan aktardığına göre, Akhisar’da yaşayan jimnastikçi Ayşe Begüm Onbaşı’nın hikayesi şu şekilde:

 

“Milli jimnastikçi Ayşe Begüm Onbaşı, Manisa’nın Akhisar ilçesinde yaşıyor. Anne babası pazarcılık yapıyor. Tekstil ürünleri satan Onbaşı Ailesi’nin ilk ve tek göz ağrısı. Bütün aile, altın madalya kazandığı için biricik kızlarıyla gurur duyuyor. Ayşe’nin başarısında ailesinin desteği çok büyük. Onu küçük yaşlarda önce bale kursuna, 8 yaşında ise belediyenin jimnastik kursuna yazdıran anne babası, onun en büyük sevgi ve motivasyon kaynağı.

15 yaşındaki Ayşe Begüm Onbaşı, 7 yılda sayısız başarıya imza attı. Yani Dünya Şampiyonluğundan kazandığı altın madalya onun ilk madalyası değil. Ayşe’nin dolabının üzerinde hiç boş yer yok.

 

“BEN BİR MADALYA CANAVARIYIM”

Her yerde madalyaları olan Ayşe, şimdiye kadar kaç madalya kazandığını bilmediğini söylüyor ama gazetelerin arşivlerine göre 60’dan fazla madalya kazandı, bunların 35’i ise altın madalya ve çoğunu uluslararası yarışmalardan kazanmış. O’na “Madalya Canavarı” diyorlar. O da çevresine “Ben bir madalya canavarıyım” diyormuş ama bu güzel, minik kız bir canavardan ziyade olsa olsa “Altın Kız” denilmeyi hak ediyor.

Altın Kız diyoruz çünkü gerçekten Ayşe Begüm Onbaşı çok özel bir sporcu. Katıldığı her yarışmada 3 farklı seride yarışıyor. Tek başına, bir başka arkadaşıyla ikili, ya da üçlü grupların içinde yarışıyor ve en az 1 madalya kazanıyor.

Geçen yıl Meksika’da yapılan Aerobik Jimnastik Dünya Şampiyonasında gösterisini yaparken düştüğü için altın madalyayı kıl payı kaçırıp Bronz madalya kazandı. Bu durum Ayşe Begüm’ü daha da kamçılamış. Hem okuluna gitmiş hem de her gün Akhisar’dan Manisa’ya 45 dakikalık yolculuk yapıp, hafta için 3,5 saat, hafta sonları ise 5 saat antreman yapmış. Azmi ve disiplini onun başarıdan başarıya koşmasını sağlıyor.

 

Hiç kuşkusuz başarıya giden yolda Ayşe Begüm Onbaşı yalnız değil. Milli Jimnastik Takımı Antrenörü Gürkan Er, Ayşe’nin yetişmesinde en

 

büyük rolü oynayan kişi. Manisa Spil Jimnastik Kulubü’nde Emire Özkan ve Yasin Talay ile birlikte antrenörlük yapıp pek çok çocuğun başarılı bir sporcu olması için çalışan Gürkan Er, aynı zamanda Celal Bayar Üniversitesi Beden Eğitim ve Spor Yüksek Okulu’nda öğretim üyesi.

Yıldız sporcu için hem antrenörü Er, hem Manisa Büyükşehir Belediyesi Spor Kulubü, hem de Celal Bayar Üniversitesi Spor Kulübü el ele vermiş. Üç kulübün de sporcusu olan Ayşe Begüm Onbaşı’nın ulaşım, kıyafet vb ihtiyaçlarını belediye, antreman yapmak için gerekli olan salonu ise üniversite sunuyor.

2008 yılından beri sporcularını hazırladığı özel programla çalıştıran Antrenör Gürkan Er, emeğinin karşılığını 2013’ten itibaren almaya başlamış. Fransa’daki yarışmalara katılan Ayşe Begüm Onbaşı ve diğer sporcuların neredeyse tüm madalyaları kazanmaları milad olmuş, gerisi çorap söküğü gibi gelmiş. Öğrendiğimiz kadarıyla Ayşe gibi onlarca sporcu altın madalya yolunda hızla ilerliyor.

Sporcuların yediğine içtiğine bile müdahale eden Antrenör Gürkan Er, Ayşe Begüm’ün ekmek, dondurma, çikolata yemesini yasaklıyor. 49 kilodaki Ayşe Begüm’ün kilo almaması için diyetini sürekli kontrol ediyor. Antrenörü, “Sen bir showgirl’sün, çık ve kendin ol, showunu göster onlara” diyerek motive ediyor. Ayşe Begüm de show’unu içinden geldiği gibi yapıyor. Kimseye benzemiyor, kendisine kimseyi örnek almıyor. Kimselere benzemek istemiyor. O kendisi, Ayşe Begüm Onbaşı olmak istiyor.

Tek rakibi var o da kendisi. Kostümünü giyiniyor, saçını makyajını tamamlıyor ve aynanın karşısına geçiyor. Aynada kendisine bakıp “Bugün bomba gibiyim. Elimden gelen her şeyi yapacağım” diyor ve yarışmaya çıkıyor.

Kore’deki Aerobik Jimnastik Şampiyonası’na da aynı şekilde çıkan Ayşe Begüm, 1,5 dakikalık şovunda yüksek tempodan oluşan müzik eşliğinde jimnastik ve dans gösterisi sundu. Gösterinin hemen ardından 15-17 yaş grubunda dünya şampiyonu olduğu açıklandığındaysa antrenörü Emire Özkan’a sarılıp, ağladı.

Ayşe Begüm Onbaşı, Mehmet Ercoş ve Deniz Şahin ile birlikte yarıştıkları trio kategorisinde ise gümüş madalya kazandı. Mehmet ve Deniz de tıpkı Ayşe gibi başarılı, madalyalara doymayan sporcularımızdan.

Ayşe’nin başarısı ülke çapında ses getirdi. Herkes onunla gurur duyarken Altın Kız çevresine “Tek rakibim kendimdim. Özveri, disiplin ve azimle çalıştım. Sadece kendimi aşmak için yarıştım ve başardım” diyordu. Herkes onun başarısını konuşurken Ayşe Begüm kazandığı altın madalyayı çoktan dolabının üzerine koyup soluğu antremanlarda aldı bile. Şu sıralar 11-18 Temmuz’da Trabzon’da düzenlenecek olan dünyanın 3. büyük organizasyonu ISF GYMNASİADE 2016 Okul sporları Olimpiyatları’na hazırlanıyor. İki yıl daha kendi yaş kategorisinde yine dünya şampiyonu olmak için mücadele edecek. Seneye Avrupa Şampiyonasına katılacak. Yani kazanacağı daha çook altın madalya var.”

 

ERDOĞAN’DAN AYŞE BEGÜM ONBAŞI’YA TEBRİK TELEFONU

Cumhurbaşkanlığı kaynaklarından edinilen bilgiye göre, Ayşe Begüm Onbaşı ve Aerobik Jimnastik Milli Takım Antrenörü Gürkan Er’in Ramazan bayramlarını tebrik eden Cumhurbaşkanı Erdoğan, Haziran ayında Güney Kore’de yapılan Aerobik Jimnastik Dünya Şampiyonası’nda kazanılan altın madalyanın tüm Türkiye için gurur verici olduğunu söyledi. Cumhurbaşkanı Erdoğan, milli sporcuya ve hocasına başarılarının devamı dileğinde de bulundu. Cumhurbaşkanı Erdoğan, Akhisar Anadolu Lisesi öğrencisi olan ve spor çalışmalarını Manisa Büyükşehir Belediyespor Spor Kulübü bünyesinde sürdüren Ayşe Begüm’ün çalışmaları ve okul d

urumu hakkında Er’den bilgi aldı. Cumhurbaşkanı Erdoğan’ın spor faaliyetlerinin yanı sıra derslerinde de başarılı olmasından büyük memnuniyet duyduğunu belirttiği Ayşe Begüm’den aile durumu hakkında da bilgi aldığı aktarıldı. Ayşe Begüm’ün ve hocası Er’in ise bayram vesilesiyle Cumhurbaşkanı Erdoğan tarafından aranmaktan büyük memnuniyet duyduklarını, bu ilginin kendileri için büyük onur olduğunu ifade ettikleri öğrenildi. (AA, ODATV, Fanatik)

 

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03 05 2016
By: Redaktion 2 0

Wollen Sie Arzt werden? – Ein vorbildliches austrotürkisches Integrationsmuster

15.129 Personen haben sich für den, am 8. Juli stattfindenden, Aufnahmetest für das Medizinstudium, in Österreich, beworben. In Wien sind es für 740 Plätze 7.519 BewerberInnen, somit fallen auf einen Studienplatz rechnerisch 10 BewerberInnen. Einer, der diese Hürde hinter sich hat und in Wien Medizin studiert, heißt Bedirhan Boztepe, der aus der zweiten Generation einer austrotürkischen Familie kommt. Mit dem Buch „MedAT Training“ möchte er und sein Freund Pascal Casetti BewerberInnen eine Hilfestellung anbieten. Eine echt vorbildliche Integrationsgeschichte, die auch von der türkischen Kulturgemeinde in Österreich herzlich gratuliert und in Zukunft auch unterstützt wird.

 

Wien. Bedirhan ist in Wien geboren, seine Eltern stammen aus der Türkei. Er möchte viele ermutigen, angesichts der hohen Bewerberzahlen, nicht gleich aufzugeben.

Damit die BewerberInnen sich auch gut auf die Prüfung vorbereiten können, hat er mit seinem Freund Pascal Casetti ein Buch vorbereitet. „Übung, Übung, und nochmals Übung… man sagt ja nicht umsonst, Übung macht den Meister“, sagt Bedirhan Boztepe. Über ihr StartUp-Unternehmen mit dem Namen „MEDithappen“, bieten die jungen Studierenden seit kurzem ihr erstes Übungsbuch an. „Wir haben den Schwerpunkt des Buches auf möglichst viele Beispiele gesetzt. Je mehr Beispiele, desto besser, war unser Motto; und davon bietet das ‚MedAT Training Band 1’ genügend.“

Kaum ist das Buch „MedAT Training Band 1“ in den Bücherregalen angekommen, besser gesagt, über Amazon bestellbar (http://medithappen.at), arbeitet das dynamische Team schon am zweiten Buchprojekt (MedAT Training Band 2), welches demnächst zu bestellen sein wird. Während der erste Band auf die Untertests „Figuren zusammensetzen & Wortflüssigkeit“ setzt, wird Band 2 auf „Gedächtnis und Merkfähigkeit, Zahlenfolgen & Implikationen erkennen“ setzen. Insgesamt werden Bedirhan und Pascal in den Vorbereitungsbüchern 18 komplette Testsets mit 1.350 „100% neuen“ Beispielen anbieten. Wer also auf der Suche nach einem Übungsbuch für den Aufnahmetest der Med-Uni ist, und sich optimal auf den Test vorbereiten möchte, ist mit Bedirhans und Pascals Büchern bestens gewappnet.

 

Für weitere Informationen siehe:

 

http://medithappen.at/

 

und www.facebook.com/MEDithappen/

 

MEDithappen – MedAT Training, Band 1:

von B. Boztepe (Autor, Herausgeber),

P. Casetti (Autor, Herausgeber, Illustrator)

ISBN-13: 978-3950423501, Preis: € 24,90.

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05 10 2015
By: Redaktion 2 0

Ehrenzeichen von Bundespräsident für Verdienste um die Republik Österreich an TKG Obmann Birol Kilic

Der Obmann der Türkischen Kulturgemeine in Österreich (TKG), Dipl.-Ing. Birol Kilic, bekam Ende September von der Präsidentschaftskanzlei im Rahmen einer Feierlichkeit das „Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“ von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer verliehen. Die Ehrung lautete wie folgt: „Die Präsidentschaftskanzlei beurkundet hiermit, dass der Bundespräsident der Republik Österreich Herrn Dipl.-Ing. Birol Kilic, Verleger, Herausgeber und Kulturvermittler, das ‚Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich‘ verliehen hat.“Das Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich wird an Personen verliehen, die hervorragende gemeinnützige Leistungen für die Republik Österreich erbracht und ausgezeichnete Dienste geleistet haben.

 

Laut Bundespräsidentenamt lege Bundespräsident Dr. Heinz Fischer besonderen Wert darauf, dass bei der Beantragung dieser Auszeichnung ein strenger Maßstab angelegt wird, um dem Willen des Gesetzgebers zu entsprechen, wonach das Ehrenzeichen nur an jene Personen zur Verleihung gelangen soll,

die für die Republik Österreich hervorragende gemeinnützige Leistungen erbracht und/oder ausgezeichnete Dienste geleistet haben.

Birol Kilic bedankte sich im Herrensaal des Palais Niederösterreich unter anwesenden Ministerialrätin Frau Mag.Hildegard Sieß (Bundeskanzleramt), Abgeordneten, WissenschaftlerInnen, Verleger und KünstlerInnen.

 

Hier einige Zitate aus seiner Rede:

 

„Für mich ist dieser Tag ein ganz besonderer und ich möchte mich nicht nur beim Herrn Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer für diese Ehre bedanken; sondern vor allem auch bei meinem neuen Heimatland, der Republik Österreich.

 

Ganz besonders denke ich in dieser Stunde auch an meine liebe Mutter Hüsniye Kilic und meinen lieben Vater Hüseyin Kilic, Danke auch an meine Schwester, Perihan Kilic. Ich möchte hier meinen Vater zitieren, der sein Leben nach folgendem Motto führte und mich lehrte: „Das Leben ruht im Wissen und die Ruhe liegt in der Erkenntnis.“

 

Das türkisch-österreichische Miteinander blickt bereits auf eine lange Geschichte zurück. Als junger Student in Wien war ich sehr überrascht, tausende Kilometer entfernt von meiner Geburtsstadt Istanbul –Konstantinopel, beeindruckende Spuren des historischen Konstantinopel vorzufinden. Nicht nur byzantinisch-österreichische Ehen beeinflussten das Stadtbild, auch berühmte österreichische Künstler ließen sich vom byzantinischen Stil beeinflussen.  So sind beispielsweise der Schottenstift, die Residenz Am Hof oder die Kirche am Steinhof Ergebnisse dieses interkulturellen Austauschs.

 

Ich bin mir dessen sehr bewusst, dass diese Auszeichnung auch ein Auftrag ist, mich künftig weiterhin mit allen Kräften für das Blühen und Gedeihen der österreichischen Wirtschaft einzusetzen und die Förderung von Kunst und Kultur mitzugestalten, die Integration unter den Migranten voranzutreiben sowie das Zusammenleben zu fördern. Als Verleger von Literaturwerken und Magazinen und als Unternehmer und Investor ist es mir ein Anliegen, für den Bau dieser Brücken aus Österreich in das Ausland und auch im Inland einzutreten.

 

Insbesondere ist es mir als ein aus der Türkei abstammender, säkularer Verfassungspatriot, ein Anliegen, die Integration und Wertevermittlung der österreichischen Lebenskultur und Geschichte, und das demokratische Verständnis meinen  Landsleuten aus der Türkei in Österreich zu vermitteln bzw. nahe zu bringen.

 

Die Außenpolitik ist direkt mit der Innenpolitik verbunden, und die Innenpolitik beeinflusst und gestaltet direkt das Wohl unseres Landes Österreich, sowohl in den Bereichen Kunst, Kultur und Wirtschaft, als auch im Rahmen der Integration von Migranten. Hier möchte ich Mustafa Kemal Atatürk, den Gründer der modernen säkularen Türkischen Republik, erwähnen, der einmal sagte: „Yurtta sulh, cihanda sulh!“ Zu Deutsch „Friede in der Heimat, Friede in der ganzen Welt!“ Und deswegen ist es wichtig, als säkularer Moslem stark an die Jesus-bezogenen Worte des Papst Franziskus zu denken: „Scheinheiligkeit ist diSprac-

he der Korrupten, wir müssen endlich damit aufhören! „Eure Sprache sei: Ja, ja! Nein, nein!. Die Scheinheiligkeit ist keine Sprache der Wahrheit, weil die Wahrheit nie nur für sich steht. Nie! Sie geht immer mit der Liebe einher! Es gibt keine Wahrheit ohne Liebe. Die Liebe ist die erste Wahrheit. Wenn es keine Liebe gibt, gibt es keine Wahrheit. Diese Menschen wollen eine Wahrheit, die sie zum Zweck ihrer eigenen Interessen versklavt haben. Man kann sagen, auch hier gibt es eine Art Liebe: aber es ist eine Liebe zu sich selbst und für sich selbst. Diese narzisstische Vergötterung verführt sie dazu, andere zu betrügen, zu dem Missbrauch des Vertrauens.“

 

Ich kann diesen Worten eigentlich nichts mehr hinzufügen, doch möchte ich eines noch anmerken, nämlich, dass es der größte Betrug ist, den Namen des Gottes zu missbrauchen. Damit wird eine Theologie produziert und in weiterer Form auch provoziert, die wir „Theologie des Verachtens“, bzw. den „politisierten Glauben“ nennen, der im Namen Gottes grauenhafte Verbrechen, Ausbeutung und Religionsmissbrauch begeht und gegen jegliches säkulares Leben auftritt. Glaubensmissbrauch war gestern ein Thema, heute ist es eines und morgen wird es das auch sein!

 

Deshalb sollten wir an erster Stelle in Österreich eine säkulare, ethisch und moralisch vertretbare Religion verlangen, die auch den Mut hat, sich selbst zu kritisieren und zu korrigieren, und allen Angehörigen von Religionen, die im Namen Gottes Ausbeutung religiöser Gefühle betreiben, den Kampf ansagen. Das gebietet einem der säkulare Verfassungspatriotismus! Verfassungspatriotismus im aufgeklärten Sinne orientiert sich an übergeordneten moralischen Prinzipien des Zusammenlebens selbstbestimmter, freier BürgerInnen.

 

Und dasselbe verlangt sogar Moses selbst von den abrahamitischen Propheten, als er ihnen den Missbrauch von Gottes Namen verbietet: „Du sollst den Namen des Herrn, Deines Gottes, nicht missbrauchen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.“ (Exodus 20,7)

 

Im Bewusstsein der zukünftigen Herausforderungen, nehme ich diese hohe Auszeichnung gerne entgegen und bedanke mich herzlich, dass Sie mit mir heute diese Verleihung feiern!

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und nochmals vielen herzlichen Dank an die Republik Österreich!“

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14 07 2011
By: TKG 0

Auch „Muslime“ beteten für Otto von Habsburg

Ein denkwürdiger und zugleich trauriger Tag in Wien. Tausende Menschen strömten zum Stephansdom um Otto von Habsburg die letzte Ehre zu am 14.11.2011 erweisen. Mit dem Begräbnis des letzten Kaisersohns versank damit die einst einflussreiche Herrscherdynastie in der Kapuzinergruft.  Otto von Habsburgs größter Wunsch war die Einigung dreier Religionen. Der letzte Wunsch des Kaisersohns: Christliche, jüdische und muslimische Gebete gesprochen.

von Mercedes Fränzel ( Yeni Vatan Gazetesi/Neue Heimat Zeitung)

Dies konnte im Fernsehen live mit verfolgt werden. Was man jedoch weder in der Zeitung nachlesen, noch im Fernsehen live mit verfolgen konnte, war die am 14. Juli 2011 in der Kapuzinerkirche stattfindende Trauerfeier. Diese fand im engen, familiären Kreis mit fünf Töchtern, zwei Söhnen, zweiundzwanzig Enkelkindern und engen Freunden statt.  Als einziger Moslem ausser  der Großmufti von Sarajevo war der Vertreter der türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG) Birol Kilic eingeladen.

 

 

Drei Religionen erwiesen dem Kaisersohn die letzte Ehre

Die Vertreter dreier Religionsgemeinschaften versammelten sich, um ihre Zusammengehörigkeit zu demonstrieren, für die Otto von Habsburg sein Leben lang eingetreten war. Sein großer Wunsch, verriet uns Dechant Pfarrer Rupprecht, war die Versöhnung des Judentums, Christentums und des Islams. Sowohl für ihn, als auch für seine Gattin Regina, standen niemals die Unterschiede verschiedener Religionen, sondern vielmehr die gemeinsame Basis und die gegenseitige Unterstützung im Vordergrund, betonte Karl Habsburg-Lothringen . Denn irgendwann, so Dechant Pfarrer Rupprecht, werden auch die scheinbaren Unterschiede zwischen den Religionen, die wir Menschen noch nicht begreifen können, aufgehoben werden.

Der letzte Wunsch des Kaisersohns:  Christliche, jüdische und muslimische Gebete gesprochen.

Dem letzten Wunsch des Kaisersohns nachkommend wurden christliche, jüdische und muslimische Gebete gesprochen. Durch Gebete, so Dechant Pfarrer Rupprecht, könne man sich oft besser verständigen und zueinander finden als durch gewöhnliche Gespräche.

„Für ihn ist die Pilgerreise zu Ende“

Die christlichen Gebete wurden von Wiener Weihbischof Stephan Turnovszky gesprochen, der aus den Paulus-Briefen las. Die Fürbitten wurden von Verwandten der Verstorbenen vorgetragen, gefolgt von einem gemeinsam gebeteten Vaterunser. Weihbischof Stephan Turnovszky schloss mit den Worten: „Für ihn ist die Pilgerreise zu Ende“

Ein Gedenkgebet nach jüdischer Tradition trug der frühere Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern, Steven Langnas, vor.
Die muslimischen Gebete, welche bereits vor hundert Jahren für Kaiser Franz Joseph und seine Familie zu jedem seiner Geburtstage in allen Moscheen gesprochen wurden, trug der Großmufti von Sarajevo, Mustafa Ceric, zum letzten Mal für Otto von Habsburg vor, der sich trotz einer wichtigen Gedenkfeier nur drei Tage zuvor, die Zeit nahm, das Begräbnis seines langjährigen Freundes zu besuchen.


„Ein Mann der Rechtschaffenheit und Courage“ 

Das ökumene, arabische Gebet für die Seelen Otto von Habsburgs und seiner Frau Regina hinterließ einen ganz besonderen Eindruck bei der trauernden Gemeinde. Raisu-l-ulama Mustafa Cerić, Großmufti von Bosnien sagte, es sei ihm, als legitimer Erbe Raisu-l-ulama Muhammad Demaludin Čauevićs, eine Ehre dessen Beispiel zu folgen und ein aufrichtiges Gebet für den Nachkommen seiner Majestät Otto von Habsburg, dem Sohn Österreich-Ungarns letztem Kaiser zu sprechen, welcher ihn ehrte, indem er ihn als „Mann der Rechtschaffenheit und Courage kennenlernen durfte.

Zwei Bosnier, durch die der Kaisersohn ein langes Leben führen durfte Großmufti Cerić erinnerte an eine Aussage, welche seine Kaiserliche Hoheit Otto von Habsburg vor einigen Jahren in einem Interview für das Sarajevo Journal „Start“ machte: „Kurz vor Beginn des zweiten Weltkrieges war ich in Deutschland. Zu dieser Zeit arbeitete ich an meinem Ph.D. und ging um einige meiner Dokumente zu holen. Natürlich war zu dieser Zeit Hitler der Regent. Als ich in München nach Hause kam, zu dem Haus meiner Großmutter, trat ein unbekannter Mann zu mir. Er war ein bosnischer Moslem von der deutschen Geheimpolizei, der folgende Worte zu mir sagte: „Seien Sie auf der Hut, wenn Sie hier bleiben sind morgen Sie an der Reihe.“ In der Tat schrieb ich zuweilen für eine der besten Anti-Nazi Zeitungen. Als ich zu dieser Zeit am Nachmittag nach München kam, schüchterte die Gestapo die Redaktionsleitung ein. Sie erwischten den Chefredakteur, der nur wenige Tage später starb. Als sie von der Verbindung zwischen mir und den Zeitungen erfuhren, begann die Suche. Natürlich verließ ich München als ich erfuhr, dass sie hinter mir her waren. Und zum zweiten Mal, zwei Jahre später, rettete ein bosnischer Moslem mein Leben . Sein Name war Ismet Aganovic. Er sagte mir, dass jemand der mir nahestand, mit der Gestapo zusammenarbeitete und von meinen Verbindungen mit Anti-Nazi Zeitungen erzählte. Wenn also keine Bosnier gewesen wären, wäre ich nicht mehr hier“ 

Ich bin stolz auf meine zwei Bosnier, die seiner Kaiserlichen Hoheit Otto von Habsburg halfen, ein langes und produktives Leben zu führen, das dafür sorgte, dass wir uns alle besser und sicherer in dieser verdrießlichen Welt fühlen“, sagte Bosniens Großmufti und betonte wie stolz die Familie seines „teuren Freundes“ sein könne, da sie die Ehre hatten, das Leben eines außergewöhnlichen Mannes zu teilen, dessen Licht der Menschlichkeit nicht nachlassen wird zu scheinen.

„Oh Gott, lass meinen Freund, den Freund Bosniens, den Hüter eines neuen Europas, den Patron einer neuen Welt des Friedens, den Mann aller Zeiten, in Frieden und in Gottes ewig währender Gnade zusammen mit seiner Frau Regina ruhen, Amen!“ Mit diesen letzten, bewegenden Worte schloss Bosniens Großmufti seine Rede.

Karl Habsburg folgt dem Beispiel seines Vaters

Durch die Totengebete sowohl nach jüdischer, christlicher, als auch muslimischer Tradition, wurde außerdem an Otto Habsburgs Eintreten für ein freies und unabhängiges Bosnien- Herzegowina erinnert.  Sie betonten die enge Beziehung, welche Otto von Habsburg zu Lebzeiten zum Judentum und zum Islam hatte.
Auch die Worte des Familienoberhaupts Karl Habsburg über den Islam und das Judentum waren sehr positiv und bar jeglicher Hasstriaden und Vorurteile. Vielmehr waren seine Worte auf das monoloteistische Prinzip bezogen und er betonte ebenfalls, wie wichtig es für seine Eltern war, für das gemeinsame Interesse der Religionen einzutreten. Für sie wäre immer klar gewesen, so Karl Habsburg, dass das Einigende vor dem Trennenden stehe und die verschiedenen Religionen zusammenarbeiten müssen, um sich den Problemen des Atheismus und der Wertelosigkeit zu stellen.

Folgendes ist das Gebet, welches bereits Raisu-l-ulama Muhammad Demaludin Čauević für seine Majestät Kaiser Franz Joseph I, anlässlich seines Geburtstags vor 100 Jahren in Bosnien vorlas:

„Wir danken dir Allmächtiger Gott, denn du bist alles hörend, denn du bist unseren Bedürfnissen nahe und du nimmst unsere Gebete an. Mögen wir Segenswünsche und Grüße über deinen liebsten und geliebten Boten, seine Familie und seine Gefährten bringen.

Wir alle gehören zu Gott und zu Gotten kehren wir wieder zurück.Unser geliebter Gott, du bist eins und einzigartig in deiner Kraft und deiner Pracht.

Du bist der Einzige, der uns gibt was wir benötigen und niemand kann dies verhindern. Du erhöhst wen du erhöhen möchtest und du gewährst Macht, wem du Macht gewähren möchtest. In deiner Macht liegt alles Gute. Wahrlich, du hast die Macht alles zu vollbringen.

Unser Herr, wir sind deine Büßer und bieten dir unsere aufrichtigen Gebete im Tempel deiner Anwesenheit dar und bitten dich, bei deinen wahren Versprechen, bei deiner Herrlichkeit und Macht, bei deiner grenzenlosen Gnade und wir bitten dich bei deinen gesegneten und heiligen Boten und Propheten die königliche Familie, bekannt für ihre Gerechtigkeit und Objektivität überall und allerorts, die Familie unseres geliebten und großartigen Königs, unsers geliebten Kaisers Franz Joseph I, zu stärken.

Unser geliebter Herr, mit deinem Auge gib Acht auf seine edle Familie und halte ihn und seine Familie fern von allem Übel und Leid.

Unser geliebter Herr, mögen er und seine Familie in deinem Vertrauen, deinem Glück und in deiner Zufriedenheit ruhen, und lasse nicht zu, dass seine Feinde oder Feinde seiner Familie ihnen Schaden zufügen.

Unser geliebter Herr, halte jeden, der einen Gedanken hegt ihm oder seiner edlen Familie zu schaden, von der Tür deiner Gnade fern.Geliebter Herr, hilf und unterstütze unseren erhabenen Kaiser Franz Joseph I und stärke sein Heer. Geliebter Herr, sorge für seine Zufriedenheit und den Schutz und Wohlstand seines Königreichs. Unser Herr, mache ihn erfreut über Dinge, die dich erfreuen, dich zufriedenstellen und öffne ihm den Pfad der Liebe und lass die Liebe für den Schutz seines beständigen Schicksals, durch die Pracht deiner Boten und Propheten in sein Herz eintreten.Allmächtiger Gott, führe uns zusammen, vereinige unsere Herzen und leite unseren Weg zum Pfad des Friedens.Amen! Amen! Amen!Oh du, der du die hörst, die beten. Gepriesen sei Gott, der Herr der Welten. El-fatiha!“

 

 

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15 09 2010
By: Redaktion 2 0

Der Nikolaus kommt aus der Türkei

Der Nikolaus war ein Bischof! Seine Geschichte führt zurück in die Türkei des vierten Jahrhunderts. Dort lebte der Bischof von Myra und dort starb er – am 6. Dezember!

 

von Adil Oyan

 

Am 6. Dezember wird in Deutschland und den meisten europäischen Ländern – von Russland bis Griechenland – der Nikolaustag gefeiert. Es gibt sehr viele Arten, diesen Tag zu begehen: Zum Beispiel stellen in einigen Ländern die Kinder schon am Vorabend ihre Schuhe schön geputzt vor die Tür. Wenn sie artig waren, füllt der Nikolaus die Schuhe über Nacht mit Süßigkeiten.

 

Heute wird der Nikolaus meist mit einer kurzen Zipfelmütze dargestellt oder als moderner Santa Claus. Im Süden Deutschlands trägt er eine Bischofsmütze. Diese deutet auf den geschichtlichen Ursprung der Nikolausfigur hin – denn wer es noch immer nicht glauben will, dem sei gesagt, dass der Nikolaus wirklich gelebt hat und zwar im 4. Jahrhundert in der Türkei. Denn bei dem am meisten verehrten Heiligen der Christenheit handelt es sich um den in etwa 342 gestorbenen Bischof von Myra.

 

Nikolaus von Myra, Heiliger

 

Nikolaus von Myra wuchs in einer sehr vermögenden, aber auch sehr frommen und wohltätigen Familie auf. Nachdem beide Eltern während einer Pestepidemie gestorben waren, verteilte Nikolaus sein Erbe unter die Bedürftigen und wurde Priester. Zu seiner eigenen Überraschung wurde der freigiebige Mann vom Volk zum Bischof ausgerufen – in der christlichen Frühzeit wurden die Bischöfe noch von der Gemeinde gewählt. Ein Bischof war ursprünglich auch nur das Oberhaupt der Christen in einer Stadt oder in einem überschaubaren Gebiet.

 

Während der letzten großen Christenverfolgung unter Kaiser Galerius (um 310) wurde Nikolaus eingekerkert und schwer misshandelt, aber nicht getötet. Gezeichnet von den erlittenen Folterungen trat der Bischof beim berühmten Konzil von Nicäa (325) auf. Dann schweigen die Quellen über ihn. Sein Todestag soll der 6. Dezember gewesen sein.

 

Die Stadt Myra, heute Kale, liegt an der Mittelmeerküste im Süden der Türkei zwischen den heutigen Touristenhochburgen Antalya und Fethiye.

 

So dürftig die Daten seines Lebens auch sind, so üppig ist die Anzahl der Legenden, die sich um St. Nikolaus drehen: Die meisten seiner Taten waren gut durchdachte Nacht-und-Nebel-Aktionen, wie die Bewahrung dreier Nachbarstöchter vor der Prostitution. Durch ein Geschenk von drei goldenen Äpfeln, die Nikolaus heimlich in der Dunkelheit ins Haus der Jungfrauen legte, verzichtete der Vater auf den Plan, seine Töchter zu verkaufen, um den Lebensunterhalt der Familie zu sichern. Auf diese Legende ist das heimliche Schenken in der Nacht vor dem Nikolaustag zurückzuführen.

 

Während einer Hungersnot soll Nikolaus von Myra seinen darbenden Mitbürgern auf wunderbare Weise Korn verschafft haben, indem er einige Kauffahrer veranlasste, ihre Getreideschiffe nicht an ihren ursprünglichen Bestimmungsort zu bringen, sondern in die hungernden Städte und Dörfer Kleinasiens zu liefern. Als die Händler mit beklommenem Herzen weitersegelten, weil sie mit leeren Händen nach Hause gekommen wären, waren plötzlich die Schiffe wieder vollständig beladen, obwohl auch die Hungernden an der Küste keine Not mehr litten.

 

Diese Legende gab den Anlass, dass auch die Getreidehändler, Müller und Bäcker den heiligen Nikolaus zu ihrem Berufsheiligen erkoren.

 

Kaufleute aus Bari entwendeten im Jahr 1087 die Gebeine des Bischofs aus der Kirche zu Myra, um sie nach Italien zu bringen. Wer also heute die Grabstelle in Kale besucht, die als touristisches Muss bei fast jeder Rundfahrt im Programm ist, kann sicher sein: das Grab ist leer.

 

…und sein Knecht Ruprecht

 

Im Laufe der Jahrhunderte bekam der Nikolaus Gehilfen. Der bekannteste dürfte Knecht Ruprecht sein, der artige Kinder belohnt und ungezogene Kinder mit der Rute bestraft. In den Alpenländern hat der Nikolaus eine viel größere Gefolgschaft. Sie besteht aus teilweise sehr gruseligen Figuren mit zotteligem Fell und hässlichen Gesichtern. Sie sollen den Kindern Angst einflößen und sie zum Artigsein ermahnen.

 

Übrigens: Erst vor 70 Jahren entwickelte sich die moderne Vorstellung vom Nikolaus als einen menschlichen und gütigen, vergnügten, alten Mann mit rosa Wangen und stattlichem weißen Bart. 1931 nämlich beauftragte die Coca Cola Company den schwedisch-amerikanischen Zeichner Haddon Sundblom, den „Santa Claus“ für eine Werbekampagne zu zeichnen. Sundblom, bereits zuvor ein erfolgreicher Werbezeichner, schuf einen sympathischen „Nikolaus zum Anfassen“. Seine Vorlage: das großväterliche Gesicht eines pensionierten Coca Cola Fahrverkäufers.

 

Quelle: http://freenet.meome.de/app/fn/home.jsp

 

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08 09 2010
By: Redaktion 2 0

Naim Güleryüz war in Wien: Zur Geschichte der Juden in der Türkei

Diese Abendveranstaltung der IKG im Jüdischen Museum in Wien, fand am Sonntag, den 8. November statt und fang großen Anklang bei den Besuchern.

Wien. Der türkische Botschafter eröffnete den Abend und hieß alle herzlich willkommen. Er trug kurz einen Ausschnitt aus einem Brief von Albert Einstein an den türkischen Premierminister vor, erzählte, dass er in seinem Leben zwei wichtige Dinge gelernt hatte und zwar stets bescheiden zu sein und das die Wahrheit immer ans Licht kommt und übergab das Wort an den Vorsitzenden des Absolventinnenvereins des Sankt Georg Kollegs. Dies ist eine österreichische Schule in Istanbul, die versucht, die Nationen einander anzunähern und zu zeigen, dass die Beziehungen untereinander auch kultureller Natur sind. Der Beginn dieses Abends, so hieß es weiter, sei der Beginn eines großen Projekts und schließlich wurde das Wort an den Vortragenden Naim Güleryüz übergeben, der anlässlich diesen schönen Abends extra aus Istanbul eingeflogen wurde.

Er berichtete, dass Istanbul, als Brücke zwischen zwei Kulturen und Kontinenten, Asien und Europa, fungiert und diese traumhafte Stadt die einzige sei, in der Moscheen, Kirchen und Synagogen nebeneinander existieren. 1492 als Columbus Amerika entdeckte, befanden sich auf seinem Schiff hauptsächlich Besatzungsmitglieder aus Spanien, die jüdischen Glaubens waren. Sie mussten Spanien um Mitternacht verlassen und machten sich auf eine große und abenteuerliche Reise. Das Osmanische Reich gewährte ihnen letzten Endes Asyl. Sie trugen zum Wirtschaftsaufschwung des Landes bei und brachten neben ihrer Sprache Ladino eine reiche Kultur in ihre neue Heimat, der heutigen Türkei, mit.1992 als dieses historische Ereignis sein 500. Jubiläum feierte, wurde erkannt, dass die meisten Menschen, noch immer nicht genug über die Herkunft und Abstammung der Juden wissen und es deswegen nicht genug ist auf nationaler Ebene darüber zu berichten. Vor allem den in Amerika, wo die Hälfte der gesamten jüdischen Bevölkerung lebt, sei es wichtig die Menschen darüber aufzuklären und die Geschichte der Juden, vor allem die Sefarden zu erzählen. Jedoch wollte Naim Güleryüz an diesem Abend keine Geschichtsstunde halten, aber er gab einen kurzen und prägnanten Überblick über die Jahrhunderte lange Geschichte der türkischen Juden und nahm dabei die wichtigsten Punkte heraus. Noch heute werden die Nachkommen der damaligen Flüchtlinge aus Spanien Sefarden genannt, zur Zeit umfasst die türkische Gemeinde in der Türkei etwa 20 000 Mitglieder. Die Mehrheit von ihnen lebt in den großen Städten wie Istanbul, Ankara und Izmir. 96 % von ihnen sind Sefarden, der Rest Ashkenasi. Ursprünglich gab es vier verschiedene Arten von Juden: Die einen die von Babylon in den Süd-östlichen Teil der Türkei kamen, diejenigen mit romanischer Abstammung, die als Sklaven und Soldaten nach Anatolien gebracht wurden und sich dort einlebten und schließlich eben die Ashkenasi und die Sefarden. Letztere kamen eben erst sehr spät, im Jahre 1492, in das osmanische Reich, konnten sich aber sehr schnell du sehr gut integrieren, aufgrund ihres enormen Wissens aus der goldenen Zeit.

 

Naim Güleryüz erklärte, dass in der goldenen Zeit  Juden mit Moslems und Christen in ganz Europa zusammenwirkten und erstaunliche Forschungen und Entwicklungen im Bereich der Medizin, Kunst und Technologie hervorbrachten. Heutzutage sprechen alle Juden in der Türkei Türkisch, aber das war nicht immer so. Güleryüz? Eltern zum Beispiel sprachen nur Französisch. Auch Hebräische und Spanisch gerieten in Vergessenheit und Türkisch wurde erst ab 1923 in den Schulen unterrichtet. Spanisch ist eine wunderschöne Sprache, so Güleryüz, sie bildet eine Brücke zwischen der Geschichte von gestern und heute und es ist wichtig, so erzählt er weiter, diese Sprache nicht gänzlich zu verlieren. Schließlich wird sie rund um den ganzen Globus gesprochen, sei es nun Spanien selbst, oder auch Portugal, Südamerika und in Teilen von Florida(USA).

 

Von den zahlreichen jüdischen Zeitungen in der Türkei ist heute nur mehr die wöchentliche Zeitschrift „Şalom“, die sich mit Politik und Kultur befasst. Die sogenannten „Social Clubs“ der Juden in der Türkei, die es seit 1895 gibt, sind besonders wichtig, das es als Minderheit in einem Land unter anderem sehr schwer sein kann, die Kultur zu bewahren. Weiters ist es ebenso schwer, dass ein jüdischer Mann einer jüdische Frau zum heiraten findet. Aus all diesen Gründen haben sich die ?Social Clubs? in den letzten 114 Jahren sehr gut bewährt.

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13 05 2010
By: Redaktion 0

Austellung: „Die Türken in Wien“ im Judischen Museum

Eine Ausstellung zur Bedeutung der Sefarden in Zentraleuropa und in Wien Vorletzte Woche wurde im jüdischen Museum in Wien die neue Ausstellung. Türken in Wien- Geschichte einer jüdischen Gemeinde eröffnet. Unter Sponsoren und Unterstützer war der Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) mit Obmann Birol Kilic auch dabei. Ausstellung: 12. Mai bis 31. Oktober 2010.

 

 

Wien. Gestern  wurde im jüdischen Museum in Wien die neue Ausstellung „Türken in Wien- Geschichte einer jüdischen Gemeinde“ eröffnet. Zahlreiche Gäste erschienen zu der fröhlichen und historisch eindrucksvollen Veranstaltung, bei der auch eine Musikgruppe mit passender musikalischer Untermalung für gute Stimmung sorgte. Bereits vor 20 Jahren gab es im Rahmen der Museumseröffnung bereits eine vergleichbare Ausstellung zu diesem Thema, wenn auch zunächst nur provisorisch. Im Laufe der Zeit wuchs die antike Sammlung zu einer beachtlichen Größe mit Leihgaben aus der ganzen Welt.

Dank der neuen Ausstellung öffnen sich die Türen des Museums erneut um die Geschichte einer teils unbekannten Gemeinde in Wien, nämlich jene der sefardischen Türken, zu erzählen.“Die wichtigsten Zeugnisse der sefardischer Lebenswelten in Wien wurden durch das NS-Regime im Zuge der Ermordung und Vertreibung der Mitglieder der sefardischen Gemeinde Wiens vernichtet. In der Nacht des Novemberpogroms 1938 stand der große Türkische Tempel in Flammen und wurde samt dem Gemeindearchiv vollständig zerstört.

Damit ging ein wesentlicher Teil jüdischen Lebens in Wien mit einem Schlag zu Ende”, sagte Direktor Karl Albrecht-Weinberger in seiner Eröffnungsrede zur Ausstellung “Die Türken in Wien. Geschichte einer Jüdischen Gemeinde”, bei der zahlreiche Vertreter des diplomatischen Korps – allen voran der Botschafter des Staates Israel, Aviv Shir-On – anwesend waren. Er dankte auch der Vertreterin der Botschaft der Republik Türkei, Çinar Sözer, dem Obmann des St. Georgs-Absolventenvereins Wien.

 

 

Weiterer Dank ging an Birol Kilic, Obmann der Türkischen Kulturgemeindein Österreich für die Unterstützung des Ausstellungsprojekts.  Ein gr0ßer Dank ist an  auch an Herrn Ariel Muzicant der Ehrenpräsident der Israilitische Kultusgemeinde in Österreich gegangen. Herr  Muzicant hat aus der persönliche Sammlung sehr wertvolle und geschichtliche wichtige Stücke während der Ausstellung kostenlos zur Verfügung gestellt.

Weinberger verwies auf eine der ersten Ausstellungen des Museums, die sich kurz nach der Gründung des Museums ebenfalls mit dem Thema auseinandersetzte und erinnerte an den Aufbau des Museums in den letzten zwei Jahrzehnten. Die damalige Kuratorin Felicitas Heimann-Jelinek, heute Chefkuratorin des Museums und Leiterin des Arbeitsteams der Ausstellung, erläuterte die vielfältigen Zusammenhänge der sefardischen Diaspora in Europa und unterstrich die historische Bedeutung der Entwicklung der sefardischen Gemeinden im europäischen Gesamtzusammenhang.

Das Jahr 1492 war ein Schicksalsjahr in Spanien, als 800 Jahre arabisch-moslemischer Herrschaft durch die endgültige Reconquista beendet wurde, die Juden des Landes verwiesen wurden und Christoph Columbus sich auf eine Reise machte, die zur Entdeckung der neuen Welt führte. Die Ausstellung „Die Türken in Wien“ beschäftigt sich mit den Auswirkungen eines dieser drei wesentlichen historischen Ereignisse, die das Ende des europäischen Mittelalters markieren, nämlich mit der Vertreibung der Juden aus Spanien, die in Nordafrika, in einigen italienischen Städten, vor allem aber im Osmanischen Reich Asyl fanden. Zunächst nach Portugal Geflüchtete verließen die Iberische Halbinsel später in Richtung Holland und Norddeutschland. Mit den osmanischen Eroberungen konnten die Juden spanischer Deszendenz, die sogenannten Sefarden, kulturell und wirtschaftlich wichtige Gemeinden auf dem Balkan gründen.

Bereits zur Zeit des Ghettos im Unteren Werd gab es Beziehungen zwischen den wiener und den sefardischen, also den türkischen Juden. Doch erst mit den Friedensverträgen zwischen dem Habsburger und dem Osmanischen Reich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts genossen die türkischen Juden Freizügigkeit im Habsburger Reich. Nach der Gründung der türkisch-jüdischen Gemeinde in Wien wurde ihr per Patent die Freiheit gottesdienstlicher Religionsausübung zugesichert. Sie hatte ihr Bethaus von Anfang an im zweiten Wiener Gemeindebezirk.1887 wurde schließlich der eindrucksvolle sefardisch-türkische Tempel im maurischen Stil in der Zirkusgasse eingeweiht, in dessen Vorraum man mit den Porträts des Habsburger und des Osmanischen Regenten beiden Majestäten und Ländern die loyale Referenz erwies.

Im November 1938 wurde dieses Juwel Wiener Sakralarchitektur so wie fast alle anderen Synagogen und jüdischen Bethäuser der Stadt zerstört, die Träger dieser Gemeinde in der Folge zu einem großen Teil in den Tod deportiert.Der Grund, warum gerade jetzt wieder eine Ausstellung zu diesem Thema eröffnet erklärt die Chefkuratorin des jüdischen Museums sei der, dass Istanbul zu dieser Zeit mitunter zu einer der europäischen Kulturhauptstädte zählt.