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Türkei! Vier Jahre Haft für Journalist:innen – TKG ist entsetzt über das Urteil gegen kritische Stimmen

Wien (OTS) — Am 26. November verurteilte das türkische Oberste Strafgericht den bekannten Journalisten, Kolumnisten und Youtuber Fatih Altayli, der in den letzten Jahren über 1,6 Millionen Abonnent:innen auf YouTube gewann, zu vier Jahren und zwei Monaten Haft. Anlass war ein politischer Kommentar in einer YouTube-Live-Sendung, den die Behörden als „Bedrohung“ gegenüber Präsident Erdoğan interpretierten. Juristische Expert:innen betonen jedoch, dass diese Aussage keine ausreichende Grundlage für eine Festnahme oder langjährige Haft darstellt.

Journalisten, Kolumnisten und Youtuber Fatih Altayli https://www.youtube.com/@fatihaltayli

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bewertet dieses Urteil sowie die Verhaftung des Tele1-Chefredakteurs Merdan Yanardağ und die faktische Schließung des Senders als alarmierende Angriffe auf die Pressefreiheit und als Versuche, kritische Stimmen gezielt zum Schweigen zu bringen.

 

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bewertet dieses Urteil sowie die Verhaftung des Tele1-Chefredakteurs Merdan Yanardağ und die faktische Schließung des Senders als alarmierende Angriffe auf die Pressefreiheit und als Versuche, kritische Stimmen gezielt zum Schweigen zu bringen.

Hintergrund

Altayli wurde am 21. Juni 2025 festgenommen, kurz nachdem ein Ausschnitt der Sendung viral ging. Sein YouTube-Kanal zählt über 1,6 Millionen Abonnent:innen und verzeichnet mehr als 300 Millionen Gesamtaufrufe. Einzelne Videos erreichen ein Millionenpublikum – zuletzt verzeichnete eines über 5,2 Millionen Aufrufe. Trotz seiner Festnahme wurde der Kanal weitergeführt und oppositionelle Journalist:innen eingeladen, was die zentrale Rolle unabhängiger Medien für die demokratische Debatte unterstreicht.

Internationale Reaktionen

· International Federation of Journalists (IFJ – Internationale Journalisten-Föderation):  „Die Verurteilung von Fatih Altayli ist ein weiterer alarmierender Schritt in Richtung Einschränkung der Pressefreiheit. Wir fordern seine sofortige Freilassung.“

· International Press Institute (IPI – Internationales Presse-Institut): „Die Inhaftierung zeigt, wie kritische politische Kommentare kriminalisiert werden.“

· South East Europe Media Organisation (SEEMO – Südosteuropäische Medienorganisation):  Ein klarer Versuch, unabhängige Stimmen zum Schweigen zu bringen.“

· Reporter ohne Grenzen (RSF – Reporters sans frontières): „Teil einer systematischen Kampagne gegen unabhängige Medien.“

· Committee to Protect Journalists (CPJ – Komitee zum Schutz von Journalisten):  „Ein Einschüchterungsinstrument gegen die gesamte unabhängige Presse.“

Stellungnahme der TKG

Aus Sicht der TKG zeigt dieser Fall, dass in der Türkei zunehmend ein „Feindstrafrecht“ gegen oppositionelle Journalist:innen angewendet wird. Dies untergräbt demokratische Prinzipien, schwächt die Rechtssicherheit und schreckt internationale Investoren ab.

Forderung der TKG

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich appelliert an die türkische Regierung in Ankara, die Pressefreiheit, die Rechtsstaatlichkeit und die Grundrechte – und damit die Kopenhagener Kriterien – wiederherzustellen. Eine starke Türkei braucht eine unabhängige Justiz, freie Medien, Meinungsfreiheit und die Einhaltung demokratischer Standards. Die TKG betont, dass sie eine starke, demokratische und rechtsstaatliche Türkei unterstützt – heute wie in Zukunft

Türkische Kulturgemeinde in Österreich ( TKG Think Tank)
Wien, 27.11.2025

Quelle: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20251127_OTS0150/tuerke-vier-jahre-haft-fuer-journalistinnen-tkg-ist-entsetzt-ueber-das-urteil-gegen-kritische-stimmen

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