Monat: August 2020

26 08 2020
By: TKG 0

Forderungen: Austrotürkische Vereine besuchten den Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer

WIEN. Die Türkische Kulturgemeinde (TKG) und einige unabhängige Vereine haben gemeinsam mit der Landesabgeordneten der Stadt Wien Safak Akcay den Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer besucht um die Probleme der Austrotürkischen Kinder in der Stadt zu besprechen.

Die folgenden Vereine und Ihre VertreterInnen haben Ihre Forderungen, Wünsche und Erfahrungen mit einem Positionspapier  und Ideen  den Wiener Bildungsdirektor Heinrich Himmer überreicht: Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG),  Österreich-Türkischer Studentenverein. Es haben sich um die 16 Vereine gemeldet, die gerne dabei gewesen wären, doch aufgrund der Corona Maßnahmen war die Besucherzahl in den Räumlichkeiten begrenzt. In Zukunft wird eine größere Veranstaltung bei einem Türkischen Verein organisiert werden.

Der Bildungsdirektor Heinrich Himmer bedankte sich für die zahlreiche, jedoch aufgrund der Corona Maßnahmen begrenzte Teilnehmerzahl und sagte Folgendes: „Ich möchte mich herzlich bei den unabhängigen türkischen NGOs in Wien und den TeilnehmerInnen für die offene, konstruktive und zielführende Kritik, die verschiedenen Meinungen und diesen Erfahrungsaustausch bedanken. Wir brauchen solche Begegnungen mehr denn je, denn die Stadt Wien ist unsere gemeinsame Stadt und wir möchten, dass alle Kinder und Jugendliche erfolgreich und glücklich werden. Für uns ist jeder der in Wien wohnt Wiener. Wien ist eine Stadt die fair ist, in der Respekt hochgehalten wird, eine Stadt die sozial, weltoffen und modern ist. Das Positionspapier, das ich bekommen habe, werde ich sehr ernst studieren, damit wir alle Probleme gemeinsam lösen können.“

Die Landesabgeordnete Safak Akcay, die das Treffen mit dem Bildungsdirektor Himmer organisiert hat, bedankte sich bei allen TeilnehmerInnen herzlich und fügte hinzu: „Ich möchte hier eine Brücke für Integration sein, damit die Wünsche, Probleme und Forderungen direkt mit den Verantwortlichen besprochen werden können. Ich stehe für alle Menschen in Wien zur Verfügung, egal woher sie kommen. Ich danke auch dem Bildungsdirektor Herrn Himmer für seine Gastfreundschaft.“

Der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde (TKG) Birol Kilic hat das Positionspapier überreicht und die Probleme der austrotürkischen Kinder in Wien mit einem kurzen Vortrag erörtert. Obmann Kilic hat sich bei dem Bildungsdirektor und der Landesabgeordneten für die Geduld bedankt, bei diesen  zum Wohle des Zusammenlebens in der Stadt Wien kritischen Worten. Später haben alle Vereine ihre Ansichten und Erfahrungen zum Ausdruck gebracht.

Die Notizen (Forderungen, Ideen etc.) zu dem Gespräch:

  1. „Chancengleichheit und Gleichbehandlung im Bildungsbereich ist leider nicht optimal und gewünscht gegeben, wenn es ganze Schulen und Klassen gibt, wo der MigrantInnen Anteil über 70% liegt.“

Forderung : Soziale Durchmischung der Klassen

  1. „Das Lernen erfolgt primär über die emotionale Beziehung. Es gibt leider viele PädagogInnen, welche diese Beziehung, insbesondere zu den Schülern mit Migrationshintergrund nicht aufbauen können, weil ihnen der Bezug zu den Herkunftsländern, der Kultur, der Religion und auch oft der Muttersprache fehlt.“

    Forderung:
    „Massiver Ausbau in der Ausbildung an den Pädagogischen Hochschulen bezüglicher Interkultureller Kompetenzen und vermehrter Einsatz von PädagogInnen mit Migrationshintergrund, welche unbedingt aufgeklärte, progressive und humanistische Haltungen vertreten sollten. Der Staat muss gegenüber jeder Religion neutral bleiben und blind sein . Wir respektieren alle Religionen. Religiöse Einstellung ist Privatsache.“
  2. „Lernen muss ganzheitlich erfolgen.“

Forderung : Öffnung der Schulen für Experten und themen-übergreifendes Lernen durch Exkursionen zu Firmen, Museen, Behörden, sowie die Implementierung von persönlichkeitsbildenden Maßnahmen (Ethik, Werte, Sexualität, Rollenbilder) in Kombination mit Elternarbeit. Die Eltern müssen unbedingt mehr in den Bildungsprozess mit einbezogen werden.

  1. „Natürlich ist die Familie ein wichtiger Ort, um Kinder auf die Gesellschaft vorzubereiten und Werte zu vermitteln. Doch was tun wir, wenn Eltern mit dieser Aufgabe überfordert sind oder bewusst andere Werte vermitteln. Die Schulen müssen lernen mehr Demokratie und Säkularität zu wagen. Wer unterrichtet muss Mut und Kompetenz haben über aktuelle politische Themen zu sprechen und auf demokratische, differenzierte Art Pädagogik zu betreiben – ohne Falsches zu tolerieren und ohne zu schnell zu verurteilen. Das heißt: Lehrer müssen in der Ausbildung eine viel größere interkulturelle Kompetenz entwickeln (z.B.: Umgang mit dem anderen Geschlecht, Radikalisierung oder Erziehungsmethoden in den Familien).“

Forderung : „Leider gibt es Lehrer, die diskriminieren und Kinder auf Grund ihrer Herkunft herabsetzen oder negativ bewerten und wenn sie dazu noch mit Ihrer Situation überfordert sind, dann Kinder auch in die Sonderschule abschieben. Solche Lehrer sollte es eigentlich nirgends geben.  Aber mit einer Fortbildung zu interkultureller Kompetenz könnte man auch hier Vorurteile abbauen und damit wäre allen Beteiligten geholfen.“

  1. „Zur Rechten, Pflichten und Demokratie gehört heute auch unbedingt eine starke Medienkompetenz.„Heranwachsende leben zwar alle mitten in der Mediengesellschaft, können aber oft zwischen einer Nachricht und einer abstrusen Verschwörungstheorie nicht unterscheiden. Im Ozean der Daten, in der Sinn und Unsinn nebeneinander schwimmen, muss man ihnen beibringen, richtig zu fischen.

Forderung : Was ist genießbar und was nicht? Was sind Fakten und was Gerüchte, was ist Hetze? Es muss eine konstruktive Diskussion über das Geschehen in den Nachrichten und über Weltpolitik stattfinden, damit junge Menschen lernen, kritisch zu denken und sich eine eigene differenzierte Meinung zu bilden.Dazu gehört auch immer  die Metakommunikation über Medien, etwa darüber, wie man seriöser von unseriöser Berichterstattung unterscheidet. Gerade in virtuellen Räumen haben die Feinde der Demokratie und des Rechtsstaats überproportional großen Einfluss. Das muss sich dringend ändern, um die Jugendlichen mit Gegennarrativen zu gewinnen oder zurückzugewinnen.“

  1. „Eine aktive Elternarbeit mit einem direkten, mutigen und klaren Dialog, der keine falsche Toleranz gegenüber undemokratischen Haltungen zeigt, ist auch sehr wichtig. Um allen Kindern und Jugendlichen demokratische Grundwerte und soziale Kompetenzen vermitteln zu können, braucht es den Ethikunterricht und am besten ab der 1. Klasse. So lernen Kinder die Vielfalt an Weltanschauungen und Glaubensrichtungen kennen. Im Ethikunterricht sollten auch Themen, wie das Verhältnis der Religionen untereinander, die Menschenrechte und ihre Entstehung und die Reche von Individuen gegenüber Gruppen, angesprochen werden.“

Forderung : Die Kinder sollten zu wehrhaften Demokraten und Verfassungspatrioten ausgebildet werden.

7. Weitere Empfehlungen, die von Expertinnen und Eltern an uns weitergereicht wurden, sind folgende Punkte gewesen :

  • „Ideologische Orientierung der FachinspektorInnen ist eine Gefahr für die Qualität des IRU“
  • „Intensive Beobachtung des IRU durch die Schulleitungen“
  • „An der KPH unterrichten weiterhin leider Dozenten, die die Säulen des politisierten Glaube in Wien sind“
  • „Isolierung der SchülerInnen in bestimmten Bezirken müssen aufgebrochen werden: Physisch mittelfristig nicht möglich, aber Aktivitäten in anderen Bezirken können in Anspruch genommen werden.“

„Das Sprachproblem ist kein technisches, sondern ein emotionales Problem, daran muss man arbeiten, damit Kinder mehr Freude an der Sprache empfinden.“

 

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23 08 2020
By: TKG 0

TKG verurteilt den Angriff auf den Präsidenten der Jüdische Gemeinde Graz auf das Schärfste!

Der Präsident der Jüdischen Gemeinde Graz, Elie Rosen, ist am Samstagabend vor dem jüdischen Gemeindehaus von einem Unbekannten mit einem Holzprügel attackiert worden, bestätigte der Sprecher des Landespolizeikommandos Steiermark, Fritz Grundnig. Nach zwei Angriffen auf die Grazer Synagoge binnen weniger Tage wurde am Samstag Elie Rosen mit einem Holzprügel attackiert.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG) verurteilt den Angriff auf den Präsidenten der Jüdische Gemeinde Graz , Elie Rosen auf das Schärfste. Unsere Mitgefühl und Gedanken sind bei Elie Rosen und der jüdischen Gemeinde in Graz.In Österreich darf heute, morgen und auch übermorgen Judenhass und Antisemitismus keinen Platz haben. Wir solidarisieren uns in Österreich lebenden JudenInnen und fordern dass die Täter rasch ausgeforscht und für ihre Tat zur Rechenschaft gezogen werden.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20200822_OTS0029/erneuter-anschlag-auf-grazer-synagoge

 

 

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21 08 2020
By: TKG 0

TKG: Die heutige Umwandlung der ehemaligen Chora-Kirche in Istanbul in eine Moschee ist sehr bedauerlich!

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) findet die heutige Umwandlung, einer der schönsten ehemaligen ca.1400 Jahre alten Chora-Kirche, in eine Mosche sehr bedauerlich. Die frühere Kirche war seit 1945 ein Museum und gilt als eines der wichtigsten byzantinischen Baudenkmäler in Istanbul. Bekannt ist der Bau vor allem wegen seiner Fresken und Mosaike. Die Geschichte des Baus reicht offiziellen Angaben zufolge bis ins 6. Jahrhundert zurück und ist besonders wegen seiner Fresken und Mosaike eine beliebte Touristenattraktion. Er gilt als eines der wichtigsten byzantinischen Baudenkmäler Istanbuls. 1511 wurde die damalige Kirche von den Osmanen in eine Moschee umgewandelt. Ab 1949 wurde die Chora-Kirche in eine Kirche-Mosche Museum umgewandelt.

Die Moscheen werden immer leerer

Es war nicht nötig, weil in Istanbul schon ca. 3271 Moscheen existieren und es keine Stadt auf der Welt gibt, die so viele Moscheen hat und laut seriösen Studien immer leerer wird.

Griechenland ist leider keine Vorbild

Das Griechenland keine einzige ältere Moschee in dem Land aus der 500-jährigen Geschichte erlaubt und in Kirchen umgewandelt hat und in der Hauptstadt Athen nicht eine einzige Moschee geblieben ist, sollte für die moderne Türkei kein Vorbild sein, weil man immer auch die schlechte Moschee-in-Kirchen-Umwandlung Griechenlands als Beispiel gibt. Die moderne Türkei hat immer, auch heute, die Kirchen und Synagogen erneuert, worauf alle TürkeInnen in der Türkei und in der Welt stolz sein können. Aber die Umwandlungen der Kirchen-Moschee-Museen in Moscheen, wie das Hagia Sophia-Museum und jetzt das Chora-Museum zeigt Eines: Ein Minderwertigkeitsgefühl im Jahre 2020 des politisierten Glaubens.

Die Mehrheit der TürkenInnen sind nicht einverstanden

Die Mehrheit der modernen Türkei ist mit diesen Entscheidungen nicht zufrieden, weil die Kirchen-Moschee -Museen  zu der Vergangenheit der Stadt Istanbul gehören und von UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt sind und damit der Menschheit gehören.

Laizistische Türkei

Die Türkei sollte eigentlich stolz sein, die einzige mehrheitlich muslimische Bevölkerung zu sein, die in der Verfassung durch den Gründer der türkischen Republik Atatürk den Laizismus in der Verfassung als unantastbaren Punkt eingebracht hat. Laizismus bedeutet nicht, wie viele annehmen, Religion und weltliche Angelegenheiten voneinander zu trennen. Laizismus heißt, die Legitimation der Herrschenden, beziehungsweise Regierenden, nicht auf Gott oder Recht zu gründen sprich politisierte Glaube, sondern auf den Willen des Volkes.

Dieser politisierte Glauben hat heute die Türkei in einen Moral und Ethik Problem-Sumpf hineinkatapultiert, weil die Religion für politische, wirtschaftliche, und soziale Ziele missbraucht wird. Eine unmoralische Gesellschaft ist eine verdorbene Gesellschaft. Religion darf nicht missbraucht werden, um Politik auszuüben bzw. Wahlen zu gewinnen oder Gewalt zu legitimieren. Wir wollen Friede daheim und Friede in der Welt. Und im Jahre 2020 kann das nur durch Respekt, friedliche Handlung, Wertschätzung, Brücken bauen statt zu zerschlagen, Aufklärung satt Vernebelung, Gestaltungswille statt Fatalismus und  insbesondere Empathie statt Egomanie, passieren.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

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07 08 2020
By: TKG 0

Der internationale Österreichisch-türkische Presseverein in Wien-Gegründet 2000

Wird bald aktiviert!

STATUTEN

von

„THE INTERNATIONAL AUSTRIAN-TURKISH PRESS ASSOCIATION IN VIENNA“

Der internationale Österreichisch-türkische Presseverein in Wien

„A.T.P“

GEGRÜNDET 2000

Inhaltsübersicht

 

 

 

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07 08 2020
By: TKG 0

TKG ist gegen die Anerkennung als Volksgruppe in Österreich

Die in den letzten Tagen durch diverse Medien kolportierte Forderung nach einer Anerkennung als Volksgruppe in Österreich bezüglich der Menschen aus der Türkei, kommt für die Mehrheit der AustrotürkenInnen in Österreich nicht in Frage.

Inoffiziell leben in Österreich ca. 450.000 Menschen aus der Türkei (Neugeborene von österreichischen Staatsbürgern mit einberechnet).

Es wird in Österreich von keinem unabhängigen türkischen Verein bzw. österreichischer Zeitung in türkischer Sprache über die Anerkennung der Menschen aus der Türkei als Volksgruppe in Österreich bis jetzt diskutiert oder von jemandem verlangt. Wir kennen aus unserer Umgebung bis jetzt niemanden, welcher so eine Anerkennung als Volksgruppe verlangt.

Die AustrotürkInnen wollen in Österreich keinen Hass und keine Vorurteile aufgrund ihres Glaubens, Sprache oder Abstammung haben, was eigentlich durch die demokratische Verfassung der Republik Österreich geschützt ist.

Leider missbrauchen manche Parteien, NGOs und Medien Ihre Machtposition und betreiben tagtäglich auf dem Rücken von hunderttausenden Menschen aus der Türkei und Muslimen, welche in Österreich leben, billige, durchschaubare Politik.

Mit diesem gefährlichen Populismus zermürbt man den gesellschaftlichen Frieden und das seelische Leben sowie erschwert den Menschen das ohnehin schwere Leben.

Aber leider sind Verhetzungen in Österreich auf Kosten von Migranten, seit Jahren auf der politischen Tagesordnung.

Wir kennen aber sehr viele Leute, die sich aufgrund von Diskriminierungen und Nicht-Gleichbehandlung beschweren, was in den letzten Jahren vermehrt auftritt. Das sind Probleme die man durch nicht-hetzen und offene, konstruktive und zielführende Gespräche für das Wohl des Landes und des Zusammenlebens, lösen kann. Diskriminierungen auf Beamten Ebene, in der Schule, Arbeitswelt und bei der Wohnungssuche sind die häufigsten Probleme.

Die Mehrheit der Menschen in Österreich sind in allen Lebensbereichen voll integriert. Sie sind Ärzte oder Ärztinnen, AnwältInnen und RechtsanwältInnen, RichterInnen, ProfessorInnen, Landesabgeordnete, Abgeordnete im Parlament, BezirkspolitikerInnen etc.

Es gibt auch über 20.000 aus der Türkei stammende UnternehmerInnen und tausende StudentInnen und sie sind alle dankbar, dass sie in einem noch halbwegs gut funktionierenden, freiheitlich demokratischen und rechtsstaatlichen Land, der Republik Österreich, leben dürfen.

Sie sind stolz Bürger bzw. Citiyons dieser Republik Österreich zu sein, dessen Verfassung im Oktober 2020 einhundert Jahre alt wird.

Sie verlangen von PolitikerInnen, von BeamtInnen, Behörden und von der Magistratsdirektorin Chancengleichheit und Gleichbehandlung.

Sie wollen als MigrantenInnen Citoyens der Republik Österreich, unter der Fahne rot-weiß-rot und in der Tradition und im Geist der Aufklärung aktiv und eigenverantwortlich am Gemeinwesen in Österreich teilnehmen und dieses auch mitgestalten. Die Citoyens  als wehrhafte Demokraten sind sehr wertvoll für dieses Land, wenn man sie anerkennt. Sie kommen aus einem Land namens Republik Türkei, wo zum ersten Mal in der Welt, unter den mehrheitlich muslimisch lebende Staaten, eine laizistische, demokratische Republik gegründet wurde.. Unterstützen wir sie bitte…

In der österreichischen Verfassung unter Artikel 8.1. heißt es: „Die deutsche Sprache ist, unbeschadet der den sprachlichen Minderheiten bundesgesetzlich eingeräumten Rechte, die Staatssprache der Republik.“

Und unter der Bundesverfassung Artikel 8.2 steht folgendes:
„Die Republik (Bund, Länder und Gemeinden) bekennt sich zu ihrer gewachsenen sprachlichen und kulturellen Vielfalt, die in den autochthonen Volksgruppen zum Ausdruck kommt. Sprache und Kultur, Bestand und Erhaltung dieser Volksgruppen, sind zu achten, zu sichern und zu fördern. “
Die burgenländischen Kroaten, die Kärntner Slowenen, die Roma und Sinti und die Slowaken haben eine ganz andere Vergangenheit in Österreich und sind als Volksgruppen anerkannt.

Die aus der Türkei stammende Volksgruppen sind keine autochthonen (einheimische, alteingesessene) Volksgruppen in Österreich und deshalb sollte man die, aus dem 1. und 2. Weltkrieg auf einer traurigen Geschichte aufbauenden, Gesetze der Republik Österreich nicht strapazieren.

Die Austrotürken in Österreich sollten nach Meinung der TKG eher erst ihre Rechte, besonders gegenüber Diskriminierungen, nicht Gleichbehandlung, nicht ernstgenommener Chancengleichheit in Österreich mit der mehrheitlichen Bevölkerung offen diskutieren (offene Gesellschaft).

Für die aus der Verfassung gewonnenen Rechte der Gleichbehandlung und eine würdevolle Behandlung wehrhafter Demokraten die für die freiheitlich demokratische Rechtsstaatliche Grundordnung in Österreich einstehen, sollte man noch lauter verlangen. Das ist Demokratie.

Wir verlangen als TKG in aller Freundschaft gegenüber den Menschen aus der Türkei nicht unter dem Vorwand Erdogan Kritik bzw. IS bzw. politischen Islam, pauschal anzugreifen oder zu hetzen. Bis jetzt hat das nichts gebracht, ganz im Gegenteil, es hat die fundamentalistischen Kräfte innerhalb der Community bestärkt. Die Mehrheit der Menschen aus der Türkei, die ihren Lebensmittelpunkt in Österreich haben, schätzen und lieben Österreich als Heimat und möchten ebenbürtige Bürger dieses Staates werden. Sie möchten unter keinen Umständen die Probleme aus der Türkei bzw. aus anderen Ländern nach Österreich importiert sehen.

 

Fakt ist:

„Man geht davon aus, dass eine Volksgruppe dann vorliegt, wenn sie seit mindestens drei Generationen im Land lebt und sich eine eigene Sprache und Kultur bewahrt hat. „Das würde dafür sprechen, dass man in Zukunft auch Türken und Serben als Volksgruppe anerkennen muss“, meint Verfassungsjurist Bernd-Christian Funk. Die Sache sei aber strittig, so Funk. Man könne auch meinen, dass nur jene Volksgruppen anzuerkennen sind, die (beim Inkrafttreten der Verfassung) im Jahr 1920 im Land waren. Funk glaubt aber, dass aus Gründen der Gleichbehandlung rechtlich mehr dafür spricht, auch neue Volksgruppen anzuerkennen.  Wer als Volksgruppe gilt und somit gefördert wird, legt die Bundesregierung in einer Verordnung fest. Aufgezählt sind dort die slowenische, die burgenland kroatische, die ungarische, die tschechische und die slowakische Volksgruppe sowie die Roma. Der Innsbrucker Völkerrechtler Peter Hilpold hält diese starre Einteilung in anerkannte Volksgruppen und sonstige Minderheiten für überholt. „Wir brauchen mehr Flexibilität“, betont er. Dies habe auch der zuständige Ausschuss im Europarat gefordert.“(Die Presse, 08.04.2011)

1.) Zu den zentralen Aufgaben einer modernen Verfassung gehört der besondere rechtliche Schutz von Minderheiten im Staat. Angehörige ethnischer, sprachlicher, religiöser und anderer Minderheiten sollen vor Benachteiligungen geschützt werden. Die Erfahrung zeigt, dass das allgemeine Gebot, alle Menschen „vor dem Gesetz gleich zu behandeln“ sehr oft nicht ausreicht. Dies ist etwa dann schwierig, wenn ein Gesetz es nicht möglich macht, auf die spezifische Situationen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe, einzugehen.

2.) Deshalb gebietet die Bundesverfassung nicht nur die Gleichbehandlung. Sie verbietet auch Diskriminierung, also die nachteilige Behandlung von jemandem, ohne, dass es dafür einen sachlichen Grund gibt.

3.) Vor allem die Frage der Aufstellung von zweisprachigen Ortstafeln hat immer wieder Anlass zu Konflikten gegeben, die schließlich vom Verfassungsgerichtshof entschieden werden mussten. Andererseits wurde im Bereich des Schulunterrichts und der Volksgruppenförderung sehr viel erreicht und umgesetzt.
Die Volksgruppenrechte schützen allerdings nur jene Minderheiten und deren Angehörige, die als Volksgruppen anerkannt sind und die österreichische Staatsbürgerschaft besitzen. Menschen, die aus anderen Ländern nach Österreich gekommen sind und hier leben, können diese Rechte nicht in Anspruch nehmen, auch wenn sie schon StaatsbürgerInnen sind.

4.) Zu den Rechten der Volksgruppen zählt heute, dass sie ihre Muttersprache als Amtssprache bei Ämtern und Behörden gebrauchen können. Es gibt spezielle Bestimmungen für den Schulunterricht, die Sprachen- und die Kulturförderung. Ebenso müssen in Gebieten, in denen ein bestimmter Anteil an Volksgruppenangehörigen lebt, zwei- oder mehrsprachige Ortstafeln und Hinweisschilder angebracht werden.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

Mehr:

https://www.parlament.gv.at/PERK/VERF/VOLK/

 

https://www.diepresse.com/648970/volksgruppen-in-zukunft-auch-turken-anerkennen

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