Monat: Oktober 2019

29 10 2019
By: TKG 0

Herzliche Gratulation!Die laizistische Türkische Republik wurde am 29.10.1923 ausgerufen

„Frieden daheim, Frieden in der Welt!“

Am 29.10.1923 wurde die laizistische Türkische Republik mit Atatürks Motto: „Frieden daheim, Frieden in der Welt!“ ausgerufen.

Herzliche Gratulation!

Heute vor 96 Jahren wurde die laizistische Türkische Republik durch Mustafa Kemal Atatürk am 29.10.1923 in der Türkei ausgerufen! Die meisten der 82 Millionen Menschen  in der Türkei und aus der Türkei in der Welt, in Deutschland und auch in Österreich feiern heute mit dem Herzen und sagen: „Vielen Dank für die beispielhafte Gründung der laizistischen Republik Türkei, als Europa in einer der schwierigsten und dunkelste reaktiönaren Zeiten war.“

Wir danken dem Gründer der laizistischen Republik Türkei, damit sind unsere Vorfahren Bürger (Citiyons) einer Republik geworden, worauf wir sehr stolz sind. Das war in der muslimischen Welt einmalig.

Seit 1923 existiert auch eine Contra- Revolution, gegen die laizistische Republik aus dem Inland in der Türkei und dem Ausland, bis heute. Wir müssen besonders wachsam sein weil wir hier in Europa, insbesondere im deutschsprachigen Raum wie Deutschland, Österreich und der Schweiz, leider die Wirkungen der reaktionäre Contra-Revolution täglich spüren.

Die Türkei war, ist und wird ein Nachbar der Europäischen Union bleiben und ist damit für die Stabilität und Integrität des Kontinents, beginnend am Balkan, sehr wichtig. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich wünscht sich aus Wien eine starke demokratische, rechtsstaatliche und laizistische Türkei. Ja zum Glauben, nein zum politisierten Glauben!

Es lebe die Republik in Österreich und in der Türkei!

 

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Das Gedenken an Mustafa Kemal Atatürk ist in der Türkei sehr stark ausgeprägt. Im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) in Istanbul starb Mustafa Kemal am 10. November 1938.  Die Uhren im ganzen Palast stehen entsprechend alter Sitte auf seiner Todesstunde. Zum Todestag Mustafa Kemals wird in der Türkei eine Trauerminute eingelegt, zu der landesweit Sirenen erklingen.

Atatürks Patriotismus genannt hat war nach innen gerichtet, bezog sich auf die Türkei und ihre Bevölkerung und beinhaltete nach außen keine aggressive Komponente. Er lehnte eine pantürkisch motivierte imperialistische Expansion im Gegensatz zu seinem früheren Rivalen Enver Pascha ab:

„Heute sind alle Nationen der Erde fast Verwandte geworden oder bemühen sich, es noch zu werden. Infolgedessen muss der Mensch nicht nur an die Existenz und das Glück derjenigen Nation denken, der er angehört, sondern auch an das Vorhandensein und Wohlbefinden aller Nationen der Welt … Wir wissen nicht, ob uns nicht ein Ereignis, das wir weit entfernt glauben, eines Tages erreicht. Aus diesem Grund muss man die gesamte Menschheit als einen Körper und eine Nation als sein Glied betrachten.(ATATÜRK)“[23]

 

 

Die Inschrift am ANZAC-Denkmal in Gallipoli, ein Zitat von Kemal Atatürk aus dem Jahr 1934, der bei dieser Schlacht selbst an der Front stand und die meisten seiner Männer verlor: „Diese Helden, die ihr Blut vergossen und ihr Leben gelassen haben… Ihr liegt nun in der Erde eines befreundeten Staates. Daher ruhet in Frieden. Denn es gibt für uns keinen Unterschied zwischen den Johnnies und den Mehmets, dort wo sie Seite an Seite in diesem unserem Lande liegen… Ihr Mütter, die eure Söhne aus weit entlegenen Länder geschickt habt, wischt weg eure Tränen! Eure Söhne liegen nun an unserer Brust und sind in Frieden. Ihr Leben in diesem Land verloren zu haben, machte sie genauso zu unseren Söhnen.“

 

Gesellschaftsreformer (1924–1938)

Atatürk und ein Bürger, 1930

Der Bruch mit den Strukturen und Institutionen des Osmanischen Reiches blieb ein Wagnis, das Widerstand hervorrief. Einige der wichtigen Mitstreiter aus den Anfängen des Befreiungskrieges, darunter Kâzım Karabekir und Ali Fuad, trennten sich von der Volkspartei des Präsidenten und gründeten mit der Erlaubnis Mustafa Kemals im November 1924 die oppositionelle Fortschrittspartei. Diese machte sich u. a. den Respekt vor Gewissensfreiheit und religiösen Gefühlen zum Programm und gewann Unterstützung unter den Anhängern der Scharia. Zur ernsten Herausforderung der jungen Republik und ihres Präsidenten wurde diese Entwicklung, als es im Februar 1925 in Südostanatolien zu einem Aufstand von Kurden kam, deren geistiger Führer Scheich Said die Rückkehr zu Sultanat und Kalifat propagierte. Mit aller Härte und Brutalität wurde der Scheich-Said-Aufstand militärisch niedergeschlagen und dabei das Ziel verfolgt, die kurdische Opposition weitestmöglich auszulöschen. Im Juni erging ein Verbot der Fortschrittspartei; Notstandsgesetze, Pressezensur und Justizapparat wurden gegen Opponenten in Stellung gebracht. Ein 1926 in Izmir aufgedecktes Mordkomplott dreier Verschwörer gegen den Präsidenten wurde von Mustafa Kemal als Gelegenheit genutzt, mit den Häuptern der Opposition als vermeintlichen Drahtziehern des geplanten Anschlags im Rahmen eines Schauprozesses vor dem „Freiheitsgericht“ abzurechnen. Die Republik nahm Züge einer Diktatur an.

Seine gebieterische und rastlos vorwärts drängende Natur war dem Leitbild eines modernen republikanischen Staatswesens nach westlichem Orientierungsmuster verpflichtet. Schon in einer Tagebuchaufzeichnung vom 6. Juni 1918 hatte er das Grundmotiv aller späteren Reformschritte formuliert:

„Sollte ich eines Tages großen Einfluß oder Macht besitzen, halte ich es für das Beste, unsere Gesellschaft schlagartig – sofort und in kürzester Zeit – zu verändern. Denn im Gegensatz zu anderen glaube ich nicht, daß sich diese Veränderung erreichen läßt, indem die Ungebildeten nur schrittweise auf ein höheres Niveau geführt werden. Mein Innerstes sträubt sich gegen eine solche Auffassung. Aus welchem Grund sollte ich mich auf den niedrigeren Stand der allgemeinen Bevölkerung zurückbegeben, nachdem ich viele Jahre lang ausgebildet worden bin, Zivilisations- und Sozialgeschichte studiert und in allen Phasen meines Lebens Befriedigung durch Freiheit erfahren habe? Ich werde dafür sorgen, daß sie auch dahin kommen. Nicht ich darf mich ihnen, sondern sie müssen sich mir annähern.“[10]

Dieses Programm verwirklichte er Zug um Zug, nachdem er gesiegt und in der Funktion des Staatspräsidenten die erstrebte Schlüsselposition innehatte. Es war eine Vielzahl tiefer Veränderungen in Tradition und Gewohnheiten, die er seinen Landsleuten binnen weniger Jahre umzusetzen vorgab.

Auf die Abschaffung des Kalifats ließ er ein äußeres Zeichen prowestlicher Säkularisierung folgen, indem er den Hut als männliche Kopfbedeckung als Teil der „nationalen Tracht“ propagierte (Hutrevolution) anstelle des für das ganze Osmanische Reich bis dahin typischen Mischung aus Fes, Turban und Kalpak. Wer fernerhin in der Öffentlichkeit mit diesen orientalischen Kopfbedeckungen angetroffen wurde, riskierte eine Geld- oder Gefängnisstrafe. In den gleichen Zeitraum fällt das Verbot der religiösen Bruderschaften und Orden. In Ostanatolien erhob sich gegen diese Entwicklungen teilweise erbitterter Widerstand, der mit Verhängung des Ausnahmezustands, scharfen Polizeimaßnahmen und Verhaftungen beantwortet wurde. 1934 erfolgte eine zweite Kleiderreform, welche den Geistlichen das Tragen ihres Gewands nur in ihren Arbeitsbereichen (Moschee, Beerdigung) gestattete.

Eine Umwälzung gesellschaftlicher Strukturen bedeuteten die von Mustafa Kemal eingeleiteten Schritte zur Frauenemanzipation, die in einer Neuordnung des ehelichen Scheidungsrechts, in der rechtlichen Gleichstellung von Mann und Frau, in der Förderung einer höheren Schulbildung und im Universitätszugang auch für Mädchen und Frauen zum Ausdruck kam.

Wie bei seinem Reformwerk nahezu durchgängig, ist Mustafa Kemal auch hier mit eigenem Beispiel vorangegangen. Als der langjährige Junggeselle schließlich heiratete, war es Latife Uşşaki, eine selbstbewusste, von westlichen Einflüssen geprägte Frau, deren emanzipiertes Auftreten ihm imponierte. Die Trauung am 29. Januar 1923 fand ohne religiöse Zeremonie statt und wurde vom Bürgermeister von Izmir vollzogen, wobei Mustafa Kemal die Gelegenheit nutzte, zu verkünden, dass alle Eheschließungen in der Türkei künftig ebenfalls von Vertretern des Staates durchzuführen seien. In der Ehe wie in der Öffentlichkeit konnte Lâtife eigene Standpunkte vertreten und so zu einer Modernisierung des Frauenbilds in der Türkei beitragen. Dabei zeigte sich allerdings auch, dass Mustafa Kemal mit seinen Staatsgeschäften und nächtlichen Diskussionsrunden zu sehr befasst war, um der jungen Frau ein ihren Wünschen entsprechendes Eheleben zu bieten. Als ihre Kritik nach zweieinhalbjähriger Ehe das für ihn tolerierbare Maß überstieg, betrieb er die am 22. Juli 1925 erfolgte Trennung und am 12. August 1925 bekanntgegebene Scheidung durch ein Talakname.[12] In der Folge gelang es ihm mittels gezielter Förderung von ihm adoptierter Mädchen und junger Frauen im eigenen Einflussbereich, das Ziel der Frauenemanzipation erfolgreich zur Geltung zu bringen. Von grundlegender gesamtgesellschaftlicher Bedeutung war die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts. Seit 1930 konnten Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen, seit 1934 auch an den Parlamentswahlen.

Mustafa Kemal als oberster Lehrer der Türkei

Es ist charakteristisch für seine Arbeits- und Vorgehensweise, dass Mustafa Kemal die Reformvorstellungen, die er in groben Zügen bereits früh entwickelt hatte, einem Kreis ausgewählter Berater und Sachkundiger bei spätabendlichen Tischgesellschaften vorstellte, für die er jeweils eine spezielle Liste der Einzuladenden ausgab. Offene Kritik ertrug er schlecht und duldete sie kaum; aber ohne den Rat und die Ideen von Sachkennern gehört zu haben, machte er sich auch nicht an die politische Umsetzung seiner Projekte.

Ende 1925 wurde die islamische Jahreszählung nach der Hedschra durch die christliche Zeitrechnung abgelöst (zu Einzelheiten der Reform des Kalenders und der Jahreszählung siehe: Rumi-Kalender).[13] Zehn Jahre später trat dann der Sonntag als arbeitsfreier Tag an die Stelle des den Muslimen heiligen Freitags. Außerdem wurde das metrische System eingeführt. Die am Koranorientierte Rechtsprechung wurde durch das Schweizer Zivilrecht[13], welches mit nur unbedeutenden Anpassungen übernommen wurde, abgelöst. Die Rechtsübernahme schloss auch das moderne Erbrecht und Familienrecht des Zivilgesetzbuches ein. Daneben wurden das deutsche Handelsrecht und das italienische Strafrecht[13] übernommen.

Als Amtssprache wurde die osmanische Hochsprache der bisherigen Eliten, die stark von der höfischen Sprache Persisch und von der heiligen Sprache Arabisch beeinflusst war, in einem von Sprachwissenschaftlern begleiteten Prozess durch die türkische Volkssprache abgelöst. Bis 1928 wurde die osmanische Sprache nach islamischer Tradition in der arabischen Schrift notiert. Mustafa Kemal ließ diese durch das lateinische Alphabet ersetzen, das der vokalreichen türkischen Sprache besser entsprach. Außerdem ließ es sich mit deutlich weniger Zeitaufwand erlernen[14] und verstärkte die durch Mustafa Kemal angestrebte Westorientierung. Auch auf diesem Feld legte er persönlich Hand an, indem er, mit Tafel und Kreide umherreisend, Unterricht erteilte.

„Vater der Türken“

Heinrich Krippel bei der Erstellung der Reiterstatue für das „Onur Anıtı“ in Samsun

Am Ende des durchgreifenden Reformprozesses stand eine Änderung des Namensrechts, die zu einer effektiveren Verwaltung des Personenstandwesens führen sollte und wiederum an westliche Muster anknüpfte: Jeder Bürger der Türkei wurde zur Annahme eines Familiennamens verpflichtet. Mustafa Kemal erhielt von der Nationalversammlung mit dem Gesetz Nr. 2587 vom 24. November 1934 den Namenszusatz bzw. Nachnamen Atatürk (Vater der Türken), welcher mit dem Gesetz Nr. 2622 unter gesetzlichen Schutz gestellt wurde. Für einige Vertraute und Weggefährten suchte er selbst die künftigen ehrenden Nachnamen aus. So auch für Ismet Pascha, der wegen seiner Verdienste im Befreiungskrieg gegen die Griechen nach dem Ort seiner beiden großen Schlachtenerfolge den Nachnamen İnönü erhielt. İsmet İnönü hat als Ministerpräsident über viele Jahre Mustafa Kemal Atatürk von der alltäglichen Regierungsroutine entlastet und wurde nach dessen Tod sein Nachfolger als Staatspräsident. Mustafa Kemals Namenswahl und die Ehrenbezeugungen, die er auf sich vereinte (1926 wurde in Istanbul ein erstes Denkmalerrichtet, dem ungezählte weitere im ganzen Lande folgten, s. u.), entsprachen den zeittypischen Formen des Personenkults in autoritären Regimen. Dieser hat in der Folge eine bis heute fortwirkende integrierende Wirkung für das türkische Staatswesen entfaltet. Atatürk gelang es, als Freiheitskämpfer, Staatspräsident und „oberster Lehrer der Nation“ mit seiner Person das Vakuum zu füllen, das mit der Abschaffung von Sultanat und Kalifat sowie mit der Abkehr von herkömmlichem Brauchtum zum Zwecke der Modernisierung einherging. So hat er es zweifellos auch als seine Aufgabe angesehen, seinem nach der Kriegsniederlage in gänzlich neuem staatlichen Rahmen zu organisierenden Volk ein Selbstbewusstsein und eine Identität zu vermitteln, ohne die es womöglich keinen stabilen neuen Staatsverband hätte bilden können. Er ist dabei sehr weit gegangen. Nicht nur, indem er, in glorifizierender Absicht, die Wurzeln des Türkentums in Mittelasien bis auf Attila und Dschingis Khan zurückführte, sondern vor allem, indem er über die Türkische Geschichtsthese und die Sonnensprachtheorie die Lehrmeinung verbreiten ließ, die Türken seien das älteste Volk der Welt, von dem alle anderen Völker direkt oder indirekt abstammten.[17]

 

Außenpolitisches Wirken

Der jugoslawische König Alexander I. und Mustafa Kemal mit Zylinderhut.

Atatürks Nationalismus war nach innen gerichtet, bezog sich auf die Türkei und ihre Bevölkerung und beinhaltete nach außen keine aggressive Komponente. Er lehnte eine pantürkisch motivierte imperialistische Expansion im Gegensatz zu seinem früheren Rivalen Enver Pascha ab:

„Heute sind alle Nationen der Erde fast Verwandte geworden oder bemühen sich, es noch zu werden. Infolgedessen muss der Mensch nicht nur an die Existenz und das Glück derjenigen Nation denken, der er angehört, sondern auch an das Vorhandensein und Wohlbefinden aller Nationen der Welt … Wir wissen nicht, ob uns nicht ein Ereignis, das wir weit entfernt glauben, eines Tages erreicht. Aus diesem Grund muss man die gesamte Menschheit als einen Körper und eine Nation als sein Glied betrachten.“[23]

1932 trat die Türkei dem Völkerbund bei. 1936 wurde ihr durch das Abkommen von Montreux die im Vertrag von Lausanne noch vorenthaltene Souveränität über die Meerengen Bosporus und Dardanellen sowie die diesbezügliche Kontrolle der Schifffahrt zugestanden. Zu Griechenland konnte schon von 1930 an ein gutnachbarliches Verhältnis hergestellt werden, und beim Balkanpakt1934 in Athen war es vor allem Atatürks multilateralen Ausgleichsbemühungen zuzuschreiben, dass ein die Türkei, Griechenland, Jugoslawien und Rumänien zusammenführendes Vertragswerk geschlossen werden konnte. Im selben Jahr schlug der griechische Premierminister Venizelos – wenn auch erfolglos – Mustafa Kemal Atatürk für den Friedensnobelpreis vor.

Zu den faschistischen Diktatoren Mussolini und Hitler hielt Atatürk unmissverständlich Abstand und hieß eine Vielzahl zu Beginn der NS-Herrschaft ins türkische Exil flüchtender Wissenschaftler, Künstler und Architekten in der Türkei willkommen, die eine Mitwirkung der Exilanten bei der Modernisierung des Landes und beim Aufbau des türkischen Hochschulwesens gut gebrauchen konnte. Für manche von ihnen wurden die Universitäten von Ankara und Istanbul[24] zu neuen Wirkungsstätten. Unter denen, die in der Türkei eine Zuflucht fanden, waren der spätere Regierende Bürgermeister von Berlin Ernst Reuter sowie die Architekten Clemens Holzmeister, der den Regierungsbezirk in Ankara entwarf, und Bruno Taut, der 1938 den Katafalk zur Trauerfeier für den verstorbenen Atatürk entwerfen sollte.

Ambivalent war das Verhältnis Atatürks zur benachbarten Großmacht Sowjetunion. Beide Staaten unterstützten sich gegenseitig in dem Bemühen, die internationale Isolierung durch die Siegermächte zu überwinden. Auch die von sowjetischer Seite dem jungen türkischen Staat in begrenztem Umfang gewährten Aufbauhilfen hat Mustafa Kemal gern entgegengenommen. Von der kommunistischen Ideologie und dem sowjetischen Gesellschaftsmodell jedoch distanzierte er sich deutlich.

Bereits beim Festakt zum zehnjährigen Jubiläum der Republik Türkei im Oktober 1933 sah Mustafa Kemal einen möglichen neuen Krieg in Europa voraus und legte sein Land für diesen Fall auf einen Kurs der Neutralität fest.[25] Dem amerikanischen General Douglas MacArthur, der zur Manöverbeobachtung Anfang der 1930er Jahre die Türkei aufsuchte, gab er folgende Prophezeiung, die allerdings erst 1951 veröffentlicht wurde, mit auf den Weg:

„Meiner Meinung nach wird das Schicksal Europas wie gestern auch morgen von der Haltung Deutschlands abhängig sein. Diese außergewöhnlich dynamische und disziplinierte Nation von 70 Millionen wird, sobald sie sich einer politischen Strömung hingibt, die ihre nationalen Begierden aufpeitscht, früher oder später den Vertrag von Versailles zu beseitigen suchen. Deutschland wird in kürzester Zeit eine Armee aufstellen können, die imstande sein wird, ganz Europa, mit Ausnahme von England und Russland, zu besetzen … der Krieg wird in den Jahren 1940/45 ausbrechen … Frankreich hat keine Möglichkeit mehr, eine starke Armee aufzustellen. England kann sich bei der Verteidigung seiner Insel nicht mehr auf Frankreich verlassen. Amerika wird in diesem Krieg genau wie im Ersten Weltkrieg nicht neutral bleiben können. Und Deutschland wird wegen des amerikanischen Kriegseintritts diesen Krieg verlieren…“[26]

Alexander Rüstow-Kessler, der von 1933-1946 in Istanbul tätig war, schrieb über seine Zeit in der Emigration: „Wir Deutsche und sicherlich Österreich haben Anlass uns dankbar daran zu erinnern, dass die Türkei in den dunkelsten Stunden unserer Geschichte nach 1933 vielen vom nationalsozialistischen Regime verfolgten Deutschen und Österreich durch Atatürk Zuflucht geboten hat, auch vielen Hochschullehrern. Sie folgten dem Ruf Kemal Atatürks, der die Bedeutung von Wissenschaft und freier akademischer Forschung für ein modernes Staatswesen erkannt hatte. Sie sind hier aufgenommen worden, forschten an den Universitäten von Ankara und Istanbul und leisteten so auch einen Beitrag zum Aufbau eines modernen Hochschulwesens in der Türkei. Ich werde dem edlen und ritterlichen türkischen Volk für diese Möglichkeit immer dankbar bleiben.“ An diesen Satz möchte ich heute im Namen aller Deutschen und Österreich erinnern.“

Mustafa Kemal Pascha, genannt Atatürk, ist allgegenwärtig in der Türkei. Sein Porträt hängt in Geschäften, Büros, Wohnzimmern, sein Gesicht ist auf T-Shirts gedruckt, auf Postkarten und Postern, seine Unterschrift findet man auf Souvenirs wie Taschenmessern und Schreibgeräten.

Atatürk ist der Republikgründer, der mit militärischem Geschick und politischem Ehrgeiz aus der Konkursmasse des Osmanischen Reichs 1923 die moderne Türkei formte. Er schaffte die arabische Schrift ab, trennte strikt zwischen Religion und Staat und suchte die Anbindung an den Westen.

Mustafa Kemal Atatürk ist Gründer der Republik Türkei und erster Staatspräsident. Sein Geburtsname ist Mustafa.

Die Beinamen erhielt er im Laufe seines Lebens. Mustafa Kemal Atatürk 1881 n.Chr. ist in Thessaloniki, das damals noch zum Osmanischen Reich gehörte, als Kind von Ali Riza Efendi, und Zübeyde Hanim geboren. Von den fünf Geschwistern Atatürks starben vier bereits in ihrer Kindheit, nur Makbule Atadan lebte bis zum Jahre 1956. Sein eigenes Geburtsdatum steht nicht genau fest, so dass er dafür später den 19. Mai wählte, an dem er 1919 mit 38 Jahren in der anatolischen Küstenstadt Samsun landete, um die Kräfte für die Befreiung des Landes von Siegermächten und Sultanat zu sammeln. Das Geburtshaus in Thessaloniki liegt neben dem türkischen Generalkonsulat.

Ein Teil des Gebäudes ist der Öffentlichkeit zugänglich und zeigt eine umfangreiche Ausstellung über Mustafa Kemal Atatürk. Während seiner Schulausbildung verlor er 1888 seinen Vater. Eine Weile blieb er bei seinem Onkel auf dem Rapla Bauernhof, kehrte dann nach Saloniki zurück und beendete seine Schule. In 1893 trat er als zwölfjähriger in die Askeri Rüştiye (Militärschule) ein. In dieser Schule wurde durch seinen Mathematiklehrer Mustafa Bey seinem Namen „Kemal“ (Vollkommener) angehängt, da er seine Schulleistungen würdigen wollte.

Die Abschlussprüfung 1895 absolvierte er als Viertbester. Im Anschluss an diese Ausbildung begann er in Istanbul sein Studium auf der Harp Okulu (Wehrdienstschule) zum Offizier. In 1902 wurde er Leutnant und setzte seine schulische Laufbahn auf der Wehrdienstakademie fort bis zum Hauptmann. In den Jahren 1905-1907 stand er in Damaskus im Dienst der fünften Armee der Osmanen, stieg weiter in seiner Offizierslaufbahn auf und wurde nach Monastir in die dritte Armee versetzt. In Damaskus kam Atatürk in Kontakt mit einem jungtürkisch-oppositionell ausgerichteten Beteiligten an einem gescheiterten Attentat auf Sultan Abdülhamid II. Nach Verbüßung einer Gefängnisstrafe war jener nach Syrien in die Verbannung geschickt worden und betrieb nun einen Buchladen, u.a. mit verbotenen französischen Schriften. Mit ihm gründete Mustafa Kemal die revolutionäre Organisation „Vaterland und Freiheit“, für die er in Jerusalem, Jaffa und Beirut weitere Mitglieder anwarb. Ende 1906 gab ihm sein militärischer Vorgesetzter Rückendeckung für eine verdeckte Reise zurück nach Saloniki, wo er Zugang zu den führenden Köpfen der jungtürkischen Opposition suchte und eine Zweigstelle seiner Organisation gründete. Der Gefahr, dort als Deserteur entdeckt zu werden, entkam er durch rechtzeitige Rückreise nach Syrien. Am 19. April 1909 nahm er in der in Istanbul einmarschierenden Armee der Befreiungsbewegung die Stellung als Generalstabchef ein. Im Jahre 1910 wurde er nach Frankreich geschickt, wo er an den Picardie-Manövern teilnahm und Französisch sowie westliche Lebensart lernte. In 1911 nahm Mustafa Kemal gemeinsam mit einer Gruppe von Freunden im Gebiet von Tobruk und Derne gegen Italien teil. Durch den Sieg am 22.12.1911 erhielt er im Anschluss den Titel des Kommandeurs von Derne. Als im Oktober 1912 der Balkankrieg ausbrach, beteiligte sich Mustafa Kemal mit den Truppen in Gallipoli und Bolayır am Krieg. Bei der Rückeroberung von Dimetoka und Edirne hat er große Dienste geleistet. Im Jahre 1913 wurde er zum Militärattache von Sofia ernannt und wurde er im Jahre 1914 zum Oberstleutnant ernannt. Seinen Dienst als Militärattache beendete er im Januar 1915. In der Zwischenzeit brach der I. Weltkrieg aus und das osmanische Reich brach zusammen.

Mustafa Kemal wurde mit der Gründung der 19. Division in Tekirdağ beauftragt. Zum größten Ruhm gelang Mustafa Kemal in Çanakkale, da es ihm in schweren und verlustreichen Kämpfen gelang die Meerenge „unpassierbar“ zu gestalten. Aber auch die englischen und französischen Flotten mussten am 18. März 1915 bei der Passierung der Dardanellen schwere Verluste hinnehmen, worauf entschlossen wurde, auf der Halbinsel Gallipoli Truppenlandungen vorzunehmen. Die am 25. April 1915 Arıburnu (Schlachtort auf Gallipoli) erreichenden Besatzungstruppen wurden durch die 19. Division unter dem Kommando Mustafa Kemals bei Conkbayırı aufgehalten. Aufgrund dieses Erfolges Mustafa Kemals wurde er zum Oberst ernannt. Die Engländer setzten am 6.-7. August 1915 abermals bei Arıburnu zum Angriff an. Der Kommandant der Anafartalar Gruppe (Anafartalar = Orte auf der Halbinsel Gallipoli) Mustafa Kemal erzielte am 9.-10. August den Sieg bei Anafartalar. Diesem Sieg folgte am 17. August der Sieg bei Kireçtepe und am 21. August der zweite Sieg bei Anafartalar. Der Widerstand musste mit 253.000 Soldaten bezahlt werden. Mustafa Kemal nahm nach Çanakkale 1916 bei den Kriegen in Edirne und Diyarbakır teil. Am 1.4.1916 stieg er zum Generalmajor auf. Nach Kämpfen mit russischen Truppen, konnte er die Rückeroberung von Muş und Bitlis erreichen.

Nach seinen kurzen Einsätzen in Damaskus und Aleppo kehrte er im Jahre 1917 wieder nach Istanbul zurück. Gemeinsam mit Kronprinz Vahidettin Efendi reiste er nach Deutschland, wo er eine genaue Analyse der Front vornahm. Nach dieser Reise erkrankte er und wurde in Wien als auch in Karlsbad behandelt. Am 15. August 1918 kehrte er als Kommandant der VII. Armee nach Aleppo zurück. An dieser Front führte er erfolgreiche Abwehrkämpfe gegen die englischen Streitkräfte. Am 31. Oktober 1918, einen Tag nach der Unterzeichnung des Waffenstillstandes von Mudros, wurde er zum Kommandanten der schnellen Eingreifstruppen ernannt. Als diese Armee aufgelöst wurde, kehrte er am 13. November 1918 nach Istanbul zurück und wurde im Harbiye Nezâreti (Kriegsministerium) beauftragt. Als die Entente Staaten nach dem Waffenstillstand von Mudros begannen, die osmanischen Armeen zu vereinnahmen, ging Mustafa Kemal am 19. Mai 1919 als Inspektor der 9. Armee nach Samsun. Mit dem in Amasya veröffentlichten Rundschreiben „Die Unabhängigkeit des Volkes wird durch die Entschlossenheit und Entscheidung des Volkes wieder gewonnen“ hat er am 22. Juni 1919 den Sivas-Kongress einberufen. In den am 23. Juli bis zum 7. August 1919 in Erzurum und am 4.-11. September 1919 in Sivas stattfindenden Kongressen wurden die Strategien zur Befreiung der Heimat festgelegt. Es gibt Kontroversen unter Historikern, in wie weit der dabei vorgestellte türkische Nationalismus eine Reaktion auf den von Briten geschürten anti-osmanischen arabischen Nationalismus war. Am 27. Dezember 1919 wurde Mustafa Kemal in Ankara mit großer Begeisterung empfangen. Am 23. April 1920 wurde durch die Eröffnung der Großen Türkischen Nationalversammlung ein wichtiger Schritt Richtung Gründung der Türkischen Republik unternommen. Mustafa Kemal wurde zum Vorsitzenden der Nationalversammlung und der Regierung gewählt.

Die Grosse Türkische Nationalversammlung akzeptierte die Gesetze, die zur erfolgreichen Durchführung des Befreiungskrieges notwendig waren, und begann umgehend mit deren Umsetzung. Der Türkische Befreiungskrieg begann am 15. Mai 1919 zur Befreiung von Izmir von der durch Briten unterstützten griechischen Besatzung, was mit der Befreiung Izmirs endete. Am 20. September 1920 folgten die Befreiung von Sarıkamış, Kars (30. Oktober 1920) und Gümrü (7. November 1920) und Sieg von Sakarya (13. September 1921). Im Anschluss ernannte die Grosse Türkische Nationalversammlung am 19. September 1921 Mustafa Kemal zum Generalfeldmarschalls mit dem Ehrentitel „Gazi“. Der Befreiungskrieg wurde am 24. Juli 1923 mit der Unterzeichnung des Vertrages von Lausanne abgeschlossen. Das im Vertrag von Sevres in viele kleine Enklaven zergliederte Land wurde wieder zusammengeführt. Am 23. April 1920 wurde in Ankara mit der Eröffnung der Grossen Türkischen Nationalversammlung die Gründung der Türkischen Republik bekannt gegeben. Am 1. November 1922 wurde das Amt des Kalifen und das Sultanat voneinander getrennt, das Sultanat abgeschafft. Somit wurden die Verbindungen mit dem Osmanischen Reich auf der Verwaltungsebene abgebrochen. Am 13. Oktober 1923 wurde die Republik akzeptiert, Atatürk wurde einstimmig zum Staatspräsidenten gewählt.

Am 3. März 1924 wurde auch das Kalifat durch Atatürk abgeschafft. Zu den Umgestaltungen des Rechts- Und Gesellschaftssystems gehörte die Abschaffung des islamischen Rechts [scharia], das aber ohnehin nur noch in einer pervertierten Form in den Resten des Osmanischen Reichs den Menschen keinen Schutz bieten konnte. Auch die daran gekoppelten Symbole wurden verboten, u.a. in den Hut- und Bekleidungsneuordnungen (25. November 1925). Das Tragen von Turbanen in der Öffentlichkeit wurde unter Strafandrohung verboten. Am 21. Juni 1934 folgte die Einführung des Familiennamens nach westlichem Vorbild. Am 30. November 1925 wurden die Derwischklöster und Heiligengrabmäler geschlossen. Am 26. November 1934 wurden Beinamen und frühere Titel abgeschafft. Ende 1925 wurde die islamische Zeitrechnung durch den Gregorianischen Kalender mit der Zählung ab Christi Geburt ersetzt. 1935 trat dann der Sonntag als arbeitsfreier Tag an die Stelle des den Muslimen heiligen Freitags. Bis 1931 wurden alle internationalen Maßeinheiten wie z.B. das Metermaß eingeführt. 1929/30 ereignete sich die Geschichte um die Bewegte Villa (Yürüyen Köşk). Als wichtigsten „Reformansatz“ Atatürks wird immer die Einführung der laizistischen Rechtsordnung durch die Herausgabe der Türkischen Zivilgesetze und anderer Gesetze angegeben (1924-1937).  Insbesondere die Trennung von Staat und Religion in Form des Laizismus wird ihm zugeschrieben. Allerdings liegt hierbei oft eine verklärte Betrachtungsweise des Osmanischen Reichs vor, da bereits zuvor der Scheichülislam eine Instanz war, welche die oberste religiöse Autorität stellte, während der Kalif und Sultan der Erbmonarchie die weltliche Macht beanspruchte. Nach der Einführung des Familiennamengesetzes wurde am 24. November 1934 an Mustafa Kemal von der Grossen Türkischen Nationalversammlung (der Familienname „ATATÜRK“ (Stammvater der Türken) verliehen.

Atatürk wurde am 24. April 1920 sowie am 13. August 1923 zum Vorsitzenden der TBMM gewählt. Das TBMM hat Atatürk in den Jahren 1927, 1931 und 1935 wiederum zum Staatspräsidenten gewählt. Am 29. Januar 1923 heiratete Atatürk Latife Hanım (Foto links). Die Trauung fand ohne religiöse Zeremonie statt und wurde vollzogen vom Bürgermeister von Izmir, wobei Atatürk die Gelegenheit nutzte zu verkünden, dass alle künftigen Eheschließungen in der Türkei ebenfalls von Vertretern des Staates durchzuführen seien. Die Ehe dauerte bis zum 5. August 1925 und wurde nach einer Auseinandersetzung, dessen Hintergründe nie veröffentlicht wurden, geschieden. Atatürk adoptierte die Mädchen Afet Inan, Sabiha Göktschen, Fikriye, Ülkü, Nebile, Rukiye, Zehra und den Hirtenjungen Mustafa. Die Jungen Abdurrahim und Ihsan wurden unter seine Obhut genommen.

Zur ernsten Herausforderung der jungen Republik und ihres Präsidenten wurde im gleichen Jahr eine Entwicklung, als im Februar 1925 in Südostanatolien ein Aufstand der Kurden ausbrach, dessen geistiger Führer, Scheich Said, die Rückkehr zu Sultanat und Kalifat propagierte. Der Aufstand wurde militärisch besiegt und Scheich Said hingerichtet. Im Gleichen Jahr gab es zudem Widerstand gegen die Hutrevolution. Zwischen dem 15. und 20. Oktober 1927 hielt er in dem Gebäude des ersten Parlaments, das heute Museum der Republikzeit ist, seine berühmte Marathonrede, die als Nutuk bekannt geworden ist. 1928 folgte die Buchstabenrevolution. Gekoppelt an die Reformen Atatürks wurde das Bildungs- und Kulturwesen umgestaltet. Am 1.11.1928 wurden die neuen türkischen Buchstaben auf Basis der Lateinischen eingeführt. Dieser Bruch mit der osmanischen Zeit führte dazu, dass die meisten Türken den Heiligen Qur’an nicht mehr in der Originalschrift lesen konnten. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass zum Ende des Osmanischen Reichs die Analphabetenrate ohnehin sehr hoch war. Die Inhalte des Heiligen Qur’an waren nur sehr wenigen Geistlichen [ulama] bekannt. Atatürk ließ den Heiligen Qur’an ins Türkische übertragen und las im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) als erster aus der Übersetzung vor. Zuvor gab es nur eine Übersetzung von den Nichtmuslimen Zeki Megamiz und Mihran Efendi. Atatürks Idee jedoch, dass in den Moscheen statt auf Arabisch nur noch auf Türkisch gebetet werden sollte, erwies sich als undurchführbar und wurde zurückgenommen. Von grundlegender gesellschaftlicher Bedeutung war die Einführung des aktiven und passiven Frauenwahlrechts. Seit 1930 konnten Frauen an Kommunalwahlen teilnehmen, seit 1934 auch an den Parlamentswahlen. Im Jahre 1937 vermachte Atatürk seine Bauernhöfe der Schatzkammer sowie einen Teil seiner Grundbesitze an die Stadtverwaltungen von Ankara und Bursa.

In seinem Erbe wurden seine Schwester, seine Adoptivkinder sowie das Institut für Türkische Sprache und Geschichte bedacht. Zu den Diktatoren Mussolini und Hitler hielt Atatürk unmissverständlich Abstand und hieß eine Vielzahl zu Beginn der NS-Herrschaft ins Exil flüchtender Wissenschaftler, Künstler und Architekten in der Türkei willkommen, die bei der Modernisierung des Landes und beim Aufbau des türkischen Hochschulwesens mithalfen. Für manche von ihnen wurden die Universitäten von Ankara und Istanbul zu neuen Wirkungsstätten. Unter denen, die in der Türkei eine Zuflucht fanden, waren z.B. der spätere Berliner Regierende Bürgermeister Ernst Reuter und der Architekt Bruno Taut, der 1938 den Katafalk zur Trauerfeier für den verstorbenen Atatürk entwerfen sollte. Biographen bescheinigen ihm zudem eine Zuneigung zu seinem Pferd Sakarya und seinem Hund Fox. In seinem Privatleben genoss er auch Alkohol, was zwar allgemein bekannt war aber aufgrund der islamischen Gebote dazu nie thematisiert wurde zu seinen Lebzeiten. Er starb am 10. November 1938, um 9.05 Uhr im Dolmabahtsche-Palast an einer Leberzirrhose, die nicht mehr geheilt werden konnte. Sein Leichnam wurde gegen alle Traditionen des Islam aufgebahrt. Erst neu Tage nach seinem Ableben soll im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) auf Drängen einer Verwandten ein Ritualgebet für Verstorbene durchgeführt, wobei umstritten ist, ob die religiösen Riten eingehalten wurden. Atatürk wurde nach Ankara überführt und am 21. November 1938 vorübergehend im Ethnographische Museum Adana in Alkohol zeremoniell bestattet. Nach dem Bau des Anıtkabir (Gedenkgrabstätte) wurde er am 10. November 1953 mit einer Zeremonie umgebettet.

Manche Aussagen, die Atatürk nach seinem Ableben zugeschrieben wurden, darunter Schmähaussagen, die Atatürk angeblich gegen Prophet Muhammad (s.) geäußert haben soll, wurden ihm von einigen westlichen Orientalisten zugeschrieben, finden sich aber nicht in originalen türkischen Quellen, so dass ihr Wahrheitsgehalt umstritten ist. Unbestritten hingegen ist seine besondere nationalistisch orientierte Denkweise, die so weit ging, dass er die Wurzeln des Türkentums in Mittelasien bis auf Attila und Dschingis Khan in glorifizierender Art zurückgeführte und die Lehrmeinung verbreiten ließ, die Türken seien eines der ältesten Völker der Welt, von dem viele der anderen Völker direkt oder indirekt abstammten; eine Lehrmeinung, die heute noch in der Türkei vorhanden ist. Außenpolitisch hatten insbesondere seine Befreiungskämpfe Wirkung. So verehrte ihn 1944 Indiens späterer Ministerpräsident Dschawaharlal Nehru als Vorkämpfer der Unabhängigkeit von den Kolonialmächten. Das Gedenken an Mustafa Kemal Atatürk ist in der Türkei sehr stark ausgeprägt. Im Dolmabahtsche-Palast (Dolmabahçe Sarayı) in Istanbul starb Mustafa Kemal am 10. November 1938.

Die Uhren im ganzen Palast stehen entsprechend alter Sitte auf seiner Todesstunde. Zum Todestag Mustafa Kemals wird in der Türkei eine Trauerminute eingelegt, zu der landesweit Sirenen erklingen. Sein Abbild findet sich auf sämtlichen Münzen und Geldscheinen der türkischen Währung. In vielen türkischen Städten stehen mehrere Atatürk-Statuen auf öffentlichen Plätzen und Parks. Daneben befinden sich in fast allen öffentlichen Gebäuden Büsten von Atatürk und einige Einrichtungen tragen seinen Namen: der Atatürk-Staudamm, der Internationale Flughafen Istanbuls (Atatürk Havalimanı) und das Istanbuler Atatürk Olimpiyat Stadı. Als erstes Denkmal Atatürks gilt eine Arbeit des österreichischen Bildhauer Heinrich Krippel auf der Saray-Spitze in Istanbul, welches 1925 entstand. Die Büste wurde zahllose Male reproduziert und findet sich überall im Land. Im Güvenpark in Ankara steht das „Denkmal des Vertrauens“. Es wurde 1935 nach den Entwürfen der österreichischen Bildhauer Clemens Holzmeister, Anton Hanak und Josef Thorak errichtet und trägt als Inschrift ein Zitat von Atatürk: „Türke, rühme dich, arbeite und vertraue. (Türk, öğün, calış, güven.).“ Das „Siegesdenkmal“ Atatürks des italienischen Bildhauers Pietro Canonica von 1927 auf dem Sieges-Platz in Ankara zeigt ihn in Uniform. Das „Republik-Denkmal“ (1927) des österreichischen Bildhauers Heinrich Krippel auf dem Ulus-Platz in Ankara zeigt Atatürk auf einem Pferd und soll den türkischen Freiheitskampf symbolisieren.

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28 10 2019
By: TKG 0

Provokation – Wider der Vernunft-Wer hat hier der Regie geführt?

Austrotürken distanzieren sich von diesen rüpelhaften Jugendlichen

These: „Inszenierte Kundgebung um die Türk*innen in Verlegenheit zu bringen“

Rätselhafte Demo am Stephansplatz – 18.10.2019, wovon in der türkischen „Community, Presse oder sozialen Medien“ weder jemand gesprochen noch geschrieben hat (auch keine österreichischen) und niemand über Wissen dazu verfügt.

Nur die Onlinezeitung „Presseservice-Wien“, welche kein Impressum  beinhaltet. Die Domain ist über eine niederländische Hosting-Firma registriert (AltusHost B.V.) und auf einem Server von Key Systems gelagert. Zu Recht beunruhigende bzw. neugierig gewordene Austro-Jüdische soziale Medien, Onlinezeitungen und Vereine haben darüber auch bzw. teilungen einen Bericht geteilt.

Der Bericht der Onlinezeitung „Presseservice-Wien“ lautet wie folgt:

„Am 18.10.2019 demonstrierten am Stephansplatz in der Wiener Innenstadt zwischen 50 und 100 türkische NationalistInnen und RechtsextremistInnen. Die auffällig jungen DemonstrantInnen versammelten sich neben dem Stephansdom und zeigten offen ihre Gesinnung: Neben türkischen Flaggen waren durchgehend der Wolfsgruß und mindestens einmal die 3 Halbmonde (Erkennungszeichen der rechtsextremen türkischen Partei MHP) zu sehen. Auch der Rabia-Gruß wurde oft gezeigt, was als Symbol der islamistischen Muslimbruderschaft gilt.Ein paar Demonstrant_innen marschierten unter „Takbir, Allahu Akbar“ Rufen Richtung Schwedenplatz, während zahlreiche türkische Nationalist_innen weiterhin am Stephansplatz blieben. Dort riefen sie antisemitische Parolen wie „Verdammt sei Israel“, sowie andere die direkt Bezug auf den laufenden Einmarsch der Türkischen Armee in Nordsyrien nahmen, wie „Sind in Rojava einmarschiert und haben eure Mütter gefickt“.“[1]  Video anschauen

Laut der Onlinezeitung , welche unter dem Namen „Presseservice-Wien“ geführt wird, sich als „Netzwerk freier Foto-Journalist*innen“ bezeichnet und welche sich laut Selbstdefinition als „Medienprojekt zur Dokumentation sozialer Bewegungen und rechter Mobilisierung in Zentral- und Osteuropa“ definiert, hat einige Bilder von der Demonstration ins Internet gestellt.

Die Polizei war von der Kundgebung genauso überrascht, wie viele türkische Vereine und die türkische Botschaft in Wien, weil absolut keine Informationen über die Personen oder einer dahinterstehenden Gruppierung vorhanden waren. Nach Recherchen der Türkischen Kulturgemeinde wurde diese Demonstration auch nicht ordnungsgemäß bei der zuständigen Behörde gemeldet und genehmigt.

Wir wollen Frieden daheim und Frieden in der Welt

Die Türkische Kulturgemeinde verurteilt jegliche Hetze gegen Israel auf diese Art in Österreich auf das Schärfste. Wir haben uns schon immer ausdrücklich gegen das Importieren der Konflikte von den Herkunftsländern nach Österreich gestellt und dies stark abgelehnt sowie verurteilt! Die Türkische Kulturgemeinde verurteilt Beschimpfungen über Afrin in Syrien und allgemein gegen Kurden aufs Schärfste. Wir wollen Frieden daheim und Frieden in der Welt.

Derartige Demonstrationen in Österreich bewirken, dass die ohnehin vorhandenen Vorbehalte und die Ablehnung gegenüber Türken in Österreich noch mehr angefochten werden. Diese entbehrlichen Verhaltensweisen von einigen wenigen Orientierungslosen wird so im Sinne der Sippenhaftung ausgedehnt und verursacht Schaden für alle aus der Türkei stammenden Mitbürger, mitunter aufgrund der undifferenzierten Berichterstattung. Solche Steilvorlagen werden von den politischen Rechten selbstverständlich gerne aufgegriffen und parteipolitisch instrumentalisiert. Die jüngste Forderung von FPÖ-Chef Norbert Hofer, die Verleihung der österreichischen Staatsbürgerschaft an Türken auszusetzen, ist nur eines von vielen Beispielen.[2]

Die TKG stellt sich die Frage, ob Identitätsfeststellungen bei der spontanen Kundgebung am Stephansplatz durchgeführt worden sind?

Wer waren diese Personen? Wer hat diese spontane Demonstration organisiert? Gibt es Vereine, welche hier im Hintergrund mitgewirkt haben? Wer bereitet einen derartigen Nährboden auf? Stecken Geheimdienste hinter den Organisatoren? Welche Strukturen gibt es da, wo Jugendliche auf Abruf organisiert in der Öffentlichkeit auftreten? Wurde der Verfassungsschutz eingeschaltet und wird ein Bericht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht?

These: „Inszenierte Kundgebung um die Türk*innen in Verlegenheit zu bringen“

Die Jugendlichen machen optisch keinen austrotürkischen Eindruck. Die T-Shirts, die Fahnen, die Inszenierung – das ist alles wie Schauspiel der Superlative jedoch sicherlich nicht das, was wir Türk*innen in Österreich wirklich sind. Wer übernimmt die Verantwortung dieser Pogrome?

Man gewinnt den Eindruck, dass diese Jugendlichen hier von Kräften dirigiert werden, welche bewusst die Provokation und die Aufmerksamkeit suchen. Dieses inszenierte Demo-Theater auf dem Stephansplatz mit den skandierten Slogans, die vielen türkischen Fahnen sowie das Auftreten der Jugendlichen, deuten darauf hin, dass hier eine koordinierte Vorgehensweise naheliegt. Als Gesellschaft müssen wir uns die sicherheitspolitisch relevante Frage stellen, wofür diese Jugendlichen noch alles bereit sind, instrumentalisiert zu werden? Heute eine spontane Demonstration, morgen ein in Auftrag gegebener Übergriff? Einschüchtern von Andersdenkenden oder gar ein Auftrag unliebsame Personen aus dem Weg zu räumen?

Wer trägt für solche Entwicklungen die Verantwortung und vor allem wer hat ein Interesse daran? Gerade bei diesen Punkten müssen die türkischen Vereine, die Medien und insbesondere unsere Sicherheitsbehörden sehr vorsichtig sein und dürfen die Entwicklungen nicht auf die leichte Schulter nehmen!

Wir als TKG stellen uns entschieden gegen die inflationäre Verwendung der türkischen Fahne. Diese Fahne erfüllt uns Türken mit Stolz, genauso, wie die österreichische Fahne oder die Fahnen anderer Nationen, weil wir großen Respekt gegenüber allen Ländern haben. Wir als TKG setzen uns für Frieden in der Welt ein. Jedoch kann man ohne Frieden im eigenen Haus nicht an dem Frieden in der Welt arbeiten.

Wir als TKG rufen alle türkischen und kurdischen Vereine & Verbände dazu auf, gerade in sensiblen und angespannten Zeiten wie diesen, besondere Aufmerksamkeit und Besonnenheit zu Tage zu legen. In der Vergangenheit, insbesondere in den letzten 5 Jahren, hat man – gerade in Wien – sehr viele Fehler gemacht. Die Vorurteile der Aufnahmegesellschaft gegenüber den aus der Türkei stammenden Mitbürgern sitzen tief. Solche Fehlentwicklungen, vor denen wir als TKG schon seit Jahren warnen, sind ein aufgelegter Elfmeter ohne Tormann für die geistigen „Zündler“ in unserer Gesellschaft. Deshalb braucht es auf beiden Seiten versöhnliche Töne und geistige Brückenbauer, welche die Gemeinsamkeiten, trotz der vorhandenen Unterschiede, in den Vordergrund stellen.

Juden und Türken können und dürfen nicht Feinde werden. Weil sie Brüder & Schwestern sind.

Der TKG ist bewusst, dass viele ÖsterreicherInnen mit jüdischem Glauben, in den letzten Jahren durch verstörende Entwicklungen verängstigt wurden. Diesem verloren gegangenem Vertrauen werden wir durch den entschiedenen Kampf gegenüber jegliche Form von Antisemitismus weiterhin entschieden entgegentreten, unabhängig aus welcher Ecke solche Angriffe kommen. Wir müssen einen Konsens mit gutem Willen finden, friedliche Kanäle öffnen und nicht abwarten bis durch Vorurteile und Verhetzungen das gesellschaftliche Klima kippt. Die Mehrheit der Türken in Österreich schätzen die Juden in Österreich, weil sie vorbildliche Menschen sind und nie die Feinde der Türken waren oder sind. Ganz im Gegenteil. Die Mehrheit der Juden in Österreich ist immer gegen Rassismus und Diskriminierungen gegenüber Türken aufgestanden und hat EINSPRUCH erhoben.[3] Juden und Türken können und dürfen nicht Feinde werden. Weil sie Brüder & Schwestern sind![4]

Wir als TKG werden unseren Beitrag weiterhin dazu leisten, dass in unserer Heimat Österreich das Miteinander in den Vordergrund gestellt wird und Fehlentwicklungen mit Empathie, aber mit aller Offenheit und Ehrlichkeit thematisiert werden. Als wehrhafte Demokraten ist uns die österreichische Verfassung „heilig“, weil sie hart erkämpft wurde, unsere Rechte schützt und uns Rechte gewährt, welche für viele Mitbürger mit Migrationshintergrund in ihren Herkunftsländern keine Selbstverständlichkeit darstellen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)
Obmann
DI Birol Kilic

[1] https://presse-service.at/2019/10/18/tuerkisch-nationalistische-kundgebung-in-wien-18-10-2019/?
fbclid=IwAR1RckAN0QbEXOEZWvPZHDUrDY6ABUSOdGdwDPBbxu2papPw4lwwoUJW3Ws

[2] https://kurier.at/politik/inland/hofer-fordert-vorerst-keine-staatsbuergerschaft-fuer-tuerken/400645607

[3] http://www.turkischegemeinde.at/…/muzicant-gestern…/

[4] http://www.turkischegemeinde.at/…/tkg-gedenken-an…/ und http://www.turkischegemeinde.at/…/die-geschichte-der…/

 

 

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26 10 2019
By: TKG 0

TKG: „Alles Gute zum Nationalfeiertag. Es lebe die Säkuläre  Republik Österreich!“

Österreich feiert mit seinem Nationalfeiertag die „immerwährende Neutralität“ ab 26.OKTOBER.2019 und Türkische Kulturgemeinde(TKG) feiert mit.

Für die Türkische Kulturgemeinde in Österreich bedeutet Demokratie  vom Volk gewählte Regierung und Republik dem Gemeinwohl dienende Politik. Es ist wichtig, dass Österreichs Engagement für Frieden, für Menschenrechte und Menschenwürde auch global vertreten wird.

Nach dem 26. Oktober 1955 konnte Österreich auch darangehen ein Instrument aufzubauen, das die Aufgabe hatte, die neu erreichten Werte Frieden, Freiheit, Rechtsstaat, SäkularitätGewaltenteilung und Unabhängigkeit zu schützen und souveränes Österreich zu verteidigen.

Wir müssen in Österreich die Gründung der Zweiten Republik und infolgedessen einhergehende Neuanfang, den es nach 1945 und der Schreckensherrschaft des Nationalsozialismus gegeben hat, ein großes Geschenk ist.

Deswegen brauchen wir mehr „Frieden in der Heimat, Frieden in der Welt“. Deswegen ist die Nationalfeiertag für die TKG Tag des Friedens.

Es lebe die Säkuläre Republik Österreich! Alles Gute zum Nationalfeiertag und die „immerwährende Neutralität“

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

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17 10 2019
By: TKG 0

TKG verlangt das Stoppen des „Importes von Problemen“ nach Österreich aufgrund von Kriegen im Nahen Osten!

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) bietet in aller Freundschaft alle Institutionen und Privatpersonen aufgrund der Emotionalisierung der Probleme aus dem Nahen Osten und der Türkei, welche in Österreich großen Schaden anrichten und insbesondere eine Störung des inneren Friedens verursachen können.

Die Austrotürken darf man nicht mehr als Selbstbedienungsladen für den Gewinn von Stimmen einzelner Parteien oder für die Erhöhung der LeserInnen Zahlen benutzen.

Der Gewinn von Stimmen auf Kosten der in Österreich lebenden Türken ist auf das Schärfste zurückzuweisen. Wir möchten nicht zum Spielball der innenpolitischen und außenpolitischen Entwicklungen in Österreich oder aus der Türkei missbraucht werden und werden auch jegliche Stimmungsmache mit größter Aufmerksamkeit verfolgen.

Wir hoffen, dass die verantwortlichen PolitikerInnen und Medien das kommende Problem sehen und dagegen agieren, anstatt unter dem Vorwand „Feuerlöscher“ in Österreich zu sein als „Brandstifter bzw. Brandbeschleuniger“ agieren…

Wir Austrotürken dürfen auf der anderen Seite nicht vergessen, dass wir in einem neutralen Land mit einer anderen Vergangenheit, anderen Sitten und anderen Sensibilitäten leben. Sprichwort: „Andere Länder, andere Sitten!“

Die TKG verlangt von den in Österreich lebenden aus der Türkei stammenden Menschen vor allem nicht zu vergessen, dass sie nun in Österreich leben und bei Diskussionen zu gewissen Themen nicht unbedingt emotionalisiert teilnehmen sollten. Dabei sind Themen gemeint, welche die Türkei, Türkinnen/Türken, Kurden oder Syrien betreffen, beziehungsweise bei welchen entweder gegen Türkinnen/Türken oder gegen Kurden unter dem Vorwand „Terror, Unterdrückung bzw. Frieden“ gehetzt wird und am Ende Tot, Verletzung, Brand oder Verhetzung eintreten könnte. Das wollen wir in Österreich nicht.

Genauso wie wir, als die Türkische Kulturgemeinde als wehrhafter Demokraten in Österreich uns immer schon gegen jegliche Ausübung von Gewalt ausgesprochen haben, stehen wir auch als in Österreich lebende türkische Staatsangehörige und ÖsterreicherInnen mit türkischen Wurzeln, unseren beiden Ländern nach Atatürks Motto „Friede in der Heimat. Friede im eigenen Land.“ weiterhin diesem Vorsatz verpflichtet. Unsere neue Heimat ist Österreich mit allen seinen Facetten.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich

 

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10 10 2019
By: TKG 0

Tödlichen Schüsse in Halle: Licht oder Dunkelheit, wir alle haben die Wahl !

Der Terror am jüdischen Versöhnungstag Yom Kippur in Halle ist bestialisch. Attentäter wollte in Synagoge eindringen, in der sich an Jom Kippur 51 Menschen aufhielten.

Mehr als 70 Jahre nach Auschwitz ist der Antisemitismus in Europa leider virulenter denn je.

„Antisemitismus nach Auschwitz“ verstehen wir in Europa auch als „Dunkelheit“. Licht oder Dunkelheit (Antisemitismus und  Rassismus), wir alle haben die Wahl …Es ist Ihres Zeit besser ein kleines Licht anzuzünden als über die Dunkelheit zu klagen.

In Halle ereignete sich eine ziemlich exakte Kopie des Attentats von Christchurch. Ein rechtsradikaler Mann filmt live, wie er sein Auto verlässt, um in einer religiösen Einrichtung (dort zwei Moscheen, hier eine Synagoge) Menschen mit einem Schnellfeuergewehr wahllos zu erschießen – wie in einem Computer-Ballerspiel“ so Matthias Döpfner. Ein Hallenser Nazi nimmt sich einen Australischen Nazi zum Vorbild. Für Nazis macht es keinen Unterschied, ob sie Juden oder Türken (Döner Laden)  zu töten.  Am Ende ermordet zwei Deutsche, eine 20-jährige Merseburgerin und eine 40-jährige Hallenserin.

Unser tiefes Mitgefühl und unsere Anteilnahme  gelten jetzt  den Opfern der tödlichen Schüsse in Halle, ihren Familien und Angehörigen in Deutschland.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

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