Jahr: 2017

22 12 2017
By: TKG 0

TKG: „Frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wünscht allen ein frohes Weihnachtsfest und ein friedvolles Neues Jahr 2018!

Wien  – Wir alle sind Menschen mit Heimat und Gesinnung und nicht bloß Namen oder Nummern auf einem Ausweis! Weihnachten ist ein Fest, welches von Gläubigen, weniger religiösen und nicht religiösen Menschen gleichermaßen  gefeiert wird. Kaum jemand kann sich den Festlichkeiten im intimen Familienkreis oder bei Freunden entziehen. Auch nicht alle aber zehntausende Menschen aus der Türkei in Österreich. Wir freuen uns genauso. Weil die besinnliche Stimmung viele Menschen aus der Türkei die Ihre „Neue Heimat“ als Österreich sehen auch sehr berührt und Freude bereitet.

Auch im neuen Jahr wollen wir das Gemeinsame vor das Trennende stellen, nicht nur in religiösen, sondern auch in politischen und alltäglichen Angelegenheiten und Fragestellungen weil die Werte Europas glauben wir sind stärker als Hass und Gewalt.

Die „Urtürken“ und der Tannenbaum- Nardogan Fest immer am 22.12

Die renitente 93-Jährige ist Altertumsforscherin Prof. Dr. Muazzez Ilmiye Çig behauptet sogar die Ursprünge des Weihnachtsbaumes in der zentralasiatischen Steppe ausfindig gemacht haben. Vor langer Zeit, so schreibt sie, laut Spiegel Bericht „huldigten dort die Vorfahren der Türken einem Gott, den sie Ulgen nannten. Dieser Gott trug einen langen Bart und einen langen Mantel, und er wohnte in einem glitzernden Palast im Himmel. Erreichen konnte man den Palast nur über einen gewaltigen Baum, der vom Mittelpunkt der Erde bis hin zu den Sternen ragte. Um Ulgen für die Wintersonnenwende zu danken, richteten ihm die Urtürken jedes Jahr am 23. Dezember ein großes Fest aus. Nun musste Ulgen irgendwie ihre Gebete erhören. Also beschmückten die Menschen einen Baum mit kleinen Schleifen, wobei jede Schleife einen Wunsch symbolisierte. Und dann luden sie ihre Verwandten ein, sangen und tanzten um den Baum. Ein Brauch, den später die Hunnen auf ihren Kampfrössern nach Europa brachten, wo ihn alsbald die Christen übernahmen. Eine interessante Theorie. Deswegen Lametta und Lichterketten überall in Istanbul. In Istanbul lassen sich auch konservative Muslime sogar  von der globalen Weihnachtsstimmung anstecken. Zumal die Festtanne wie oben beschrieben eh eine Erfindung der „Urtürken“  ist, sagt die renitente Altertumsforscherin Muazzez Ilmiye Çig.“
    

 

Frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr!

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

PS: Titelfoto Bauerwilli

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20 12 2017
By: Redaktion 3 0

Das Regierungsprogramm 2017-2022 aus Sicht der Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG)

Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) gratuliert der neuen ÖVP-FPÖ Regierung und Herrn Sebastian Kurz zum Amt des Bundeskanzlers. TKG begrüßt die Differenzierung zwischen Islam und „politisiertem Islam“ und bedauert die undifferenzierte Haltung gegenüber der Republik Türkei.

Wien (OTS) – Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) begrüßt im neuen Regierungsprogramm die Hervorhebung der Loyalität gegenüber „der österreichischen Verfassung, der bürgerlichen Freiheiten sowie der Rechten von Minderheiten.“

Für die TKG bedeutet Rechtsstaatlichkeit, daß die Ausübung staatlicher Macht nur auf der Grundlage der Verfassung, Gewaltenteilung und von formell und materiell verfassungsmäßig erlassenen Gesetzen mit dem Ziel der Gewährleistung von Menschenwürde, Gemeinwohl, Freiheit, Gerechtigkeit und Rechtssicherheit zulässig ist. Für uns bedeutet „Zeit für Neues“ besonders diese Werte-Skala nach oben zu ziehen die wir sehr gerne beobachten werden.

Wir begrüßen ebenfalls die Differenzierung zwischen „Islam“ und „Politisiertem Islam“ auf der Seite 39 unter dem Titel „Kampf gegen politischen Islam“ mit dem folgenden Satz: „Dabei wird klar unterschieden zwischen dem politischen Islam mit dem Ziel, unsere Gesellschaft zu unterwandern, und der Religion des Islam“.  Diese wesentlich richtige Analyse sollte man in Zukunft nicht unter den Tisch fallen lassen, sondern immer die Spreu vom Weizen trennen. Die Religionsfreiheit darf auf der anderen Seite von niemanden  nicht dazu missbraucht werden unsere schwer erkämpften demokratische Grundordnung in Österreich auszuhöhlen.

Wir bedauern im Regierungsprogramm die unglückliche Haltung gegenüber der Türkei mit dem folgenden Satz: „Keine Zustimmung zu einem EU-Beitritt der Türkei.  Verbündete zur Erreichung des endgültigen Abbruchs der EU-Beitrittsverhandlungen zu Gunsten eines Europäisch-Türkischen Nachbarschaftskonzeptes werden gesucht“

Österreich-Brückenbauer-Rolle ?

Österreich hat in seiner 500-jähringen Geschichte mit der Türkei mit Höhen und Tiefen eigentlich eine freundschaftliche und immer gegenseitig unterstützende und vertrauliche Brückenbauer-Rolle gehabt. Trotz der vorhandenen Unterschiede bedarf es Stimmen, welche das Gemeinsame vor das Trennende stellen ohne alles gleich zu machen. Wir möchten weiterhin ein starkes neutrales Österreich mitten im Herzen von Europa und ebenso eine starke Türkei, welche wieder auf den Weg der Rechtsstaatlichkeit, Stärkung der Demokratie und in die europäische Wertegemeinschaft zurückfindet. Wir als TKG sehen uns in dieser Vermittlerrolle.   

Die Türkische KULTURgemeinde (TKG) hat in der Vergangenheit die türkische Regierung bezüglich Menschenrechte, Rechtsstaatlichkeit, Gewaltenteilung, Meinung- und Pressefreiheit in allen Ebenen hart kritisiert. Wir wollen eine demokratische und wirtschaftlich starke Türkei, wo Kriterien der Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und insbesondere Presse-und Meinungsfreiheit gelebt werden. 

Die TKG betont, dass die Türkei mit den Auswüchsen von Terrorismus seit Jahren zu tun hat sowie über 3 Millionen Flüchtlingen Schutz bietet, wobei die EU am meisten bereits davon erfreulicherweise profitiert hat. Gegen der transnationale Terrorismus brauchen wir die Türkei. Wir sollten gegenüber der Türkei, wo die Mehrheit der Menschen säkular und demokratiebewusst leben, fair sein und dies nicht wechselseitig für innenpolitische Ablenkungsmanöver in Zukunft verwenden. Das gleiche wünschen und bitten wir uns von beiden Regierungen.

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

Foto: © Andy Wenzel / BKA

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11 12 2017
By: TKG 0

„Perfektioniere deine Muttersprache“

VHS: „Perfektioniere deine Muttersprache: Türkisch!“

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Kursnummer 1110 (69 Euro für 10 Unterrichtseinheiten)

Donnerstags ab 11.1.2018 bis 15.2. von 19 bis 21h

VHS Landstraße, Hainburger Straße 29, 1030 Wien

 Folgekurs (Kursnummer 1561, 62,10 Euro für 9 Unterrichtseinheiten)

Türkçe – Perfektioniere deine Muttersprache!

Ana dilinizi ya da ailenizin ana dilini en iyi şekilde anlamak, yazmak, okumak ve konuşmak istemez misiniz? Sizler için yaptığımız bu kurslarımız ile “ana dilinizi“ daha iyi kavramanızı ve kendinizi daha iyi ifade etmenizi sağlayacaksınız.

Freitags ab 16.2.2018 bis 23.3. von 18 bis 19:30h

VHS Landstraße, Hainburger Straße 29, 1030 Wien

 Buchungen sind ab sofort möglich – online via www.vhs.at oder persönlich/telefonisch in der VHS Landstraße: 01/891 74 103 000.

(Foto: (c) VHS )

 

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06 12 2017
By: TKG 0

Buchpräsentation: Kants Wanderung über das Nebelmeer

Kants Wanderung über das Nebelmeer
„Die wahre Entstehungsgeschichte der Kritik der Vernunft im Spiegel der Bilderwelt C.D. Friedrichs“

Buchpräsentation des Neue Welt Verlag  am 5.Dezember 2017 in Palais Eschenbach
mit der Kooperation  des Österreichischen Gewerbevereins und der
Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG)

Eröffnung : Internationaler Preisträger Julij Malakh, Violine
Werke: Johann Sebastian Bach Allemanda und Sarabanda aus Nr.2 in d-Moll.BWV 1004

Neben dem Herausgeber und Verleger DI Birol Kilic und Autor Dr. Gregor Bernhard-Königstein haben folgende Personen am Podium gesprochen.

Frau Kommerzialrat  Margarete Kriz-Zwittkovits- Ehrenpräsidentin Österreichische Gewerbeverein

Herr Dr. Werner Fasslabend -Präsident des Austria Institut für Europa- und Sicherheitspolitik / AIES

Herr Otmar Lahodynsky-Präsident der Vereinigung Europäischer Journalisten/ Profil Journalist

Herr Klaus Prömpers-ZDF Ex Südosteuropa Chef

Efgani Dönmez, PMM. Abgeordneter zum Nationalrat; Österreichische Volkspartei

 

 

 

 

 

 

 

 

Kants Wanderung über das Nebelmeer

Die wahre Entstehungsgeschichte der Kritik der Vernunft
im Spiegel der Bilderwelt C.D. Friedrichs

Eine poetisch-humorvolle Einführung in das kritische Werk Kants und in die daraus resultierende, verzweifelte Gottessuche des Königsberger Philosophen, die uns nicht den nüchternen, sondern einen neuen romantisch-mystischen Kant zeigt.

Zugleich schlägt der Autor eine naturphilosophische Neupositionierung Kants vor:  der Leser begleitet den Spaziergänger Kant auf seinen eigentlichen Wanderungen, den metaphysischen – optisch unterstützt durch den norddeutschen Künstler Caspar David Friedrich – zu Kants gleichlautenden erhabenen Naturmetaphern, dem „Nebelmeer“ und dem „bestirnten Himmel über ihn“, um letztlich dahinter die „Dinge an sich“ zu entdecken, die übersinnlich in einem Reich natürlicher und moralischer Zwecke zueinanderstimmen.

Dass Kant den physikotheologischen Gottesbeweis eigentlich nicht widerlegen will, sondern ihm ein neues moralisches, ewig gültiges Fundament gibt, kann der Autor hier erstmals biographisch schlüssig mit der psychologischen Entwicklung von Kants Denken und Fühlen belegen. Damit wird der oft „säkularisierte“, aber hier neu gelesene Kant zur möglichen Basis des „Intelligent Design“, sowie zur ermutigenden Orientierungshilfe für den Gottsuchenden heute, gerade wo die Religionsfreiheit durch das Sittenbild des Islam wieder in Diskussion steht, die für den Verleger auch einen großen Stellenwert hat. Den Abschluss bildet eine für den Ethikunterricht geeignete, erste deutschsprachige Kantballade.

Einer der frühesten Kantforscher, Karl Rosenkranz (1805 – 1875), der mehrmals Rektor der Königsberger Universität war, schrieb einmal: „Daß Kant hier das Licht der reinen Vernunft anzündete, erkläre ich mir so, wie die Holländer auch die besten Landschaftsmaler wurden. Im Dunkel sucht man nach Licht.“

Dieser „Gedanke des Behauptungswillens“ gegen die unwirtlichen Kräfte des nebeligen Wetters in nördlicher Breiten, der sich durch viele Metaphern Immanuel Kants zieht und sich durch seine physikotheologische Würdigung der Erhabenheit der Natur bestätigt, ist in diesem vorliegenden Essay über den metaphysischen Spaziergänger Kant konsequent durchgeführt. Nur wird hier nicht die realistische Landschaftsmalerei der Holländer, etwa eines Jakob van Ruisdael – immerhin als qualifizierte Natur – herangezogen, sondern die idealistische Bilderwelt von Kants näherem Zeit- und Ortsgenossen Caspar David Friedrich. Das Motiv des „Wanderers über dem Nebelmeer“ wurde schon von Lovis Corinth mit Kant als Spaziergänger über Königsberg nachgeahmt.

Es handelt sich also bei unserer Nebelwanderung um ein Opus, das darauf wartete, einmal geschrieben zu werden, und mich durch die seltene Studienfächerkombination aus Philosophie und Kunstgeschichte erst finden musste.

Selbst wenn Kant als junger Professor der Geographie, auch um viele Hörer zu bekommen, mit Vorliebe über populäre Themen referierte, wie: „Ob die Westwinde in unseren Gegenden darum feucht seien, weil sie über ein großes Meer streichen“, erweckte die Liebe zur Natur und ihrer Reflexion eigentlich schon Kants, leider früh in der Adoleszenz verstorbene, pietistisch gesinnte Mutter, die ihm nach seinem Selbstzeugnis, nicht nur den „ersten Keim des Guten“ in ihm legte, sondern auch das „Herz für die Eindrücke der Natur öffnete“ und – in dieser Reihenfolge – seine „Begriffe erweckte und erweiterte“.

Die meisten Kantbiographien und Erläuterungen seiner kritischen Lehre konzentrieren sich auf den ersten analytisch-logischen Teil der „Kritik der reinen Vernunft“, und viele (erste) Kantleser haben große Schwierigkeiten mit dem „a priori“. – Ja, wie sollen transzendentale Erkenntnisse ohne empirisches Bewusstsein – kein Mensch fällt vom Himmel – möglich sein. Dieser chronologische Mangel der Ausklammerung der Kindheit oder des Erwachsenwerdens wird, wie kaum gewusst, von Kant selbst in der kritischen Phase in seiner „Orientierungsschrift“ noch einmal umgedreht. Da geht er vom „a posteriori“ aus, und er reduziert die Empirie schrittweise, um zur transzendentalen Vernunft vorzustoßen, mit der er sich nochmals mit der „Kritik der praktischen Vernunft“ und der „Kritik der Urteilskraft“ auf dieselbe dialektische Reise des zweiten Teiles der „Kritik der Vernunft“ begibt. Und ab da gelingt es ihm als Teil der Vernunft oder des Ichs etwas mitzunehmen, worauf er zuvor noch verzichten musste, auf die Welt der Gefühle, die am Beginn all seiner Denkprozesse in der vorkritischen Phase stehen und sich erst in Begriffe „auswickeln“ mussten und müssen.

So wollen wir in dieser metaphysisch-ästhetischen Schrift insbesondere ermessen, welche Rolle das Gefühl der Erhabenheit der Natur, die Caspar David Friedrich – ganz gewiss als Kantianer – mit metrologischer Qualität dargestellt hat, für Kants Transzendental- und Moralphilosophie spielte, und wir stoßen tatsächlich auf eine bisher nicht genügend beachtete Stelle in einer Frühschrift Kants, die man religionspsychologisch nur als mystisches Erweckungserlebnis bezeichnen kann. Dass Kant, nachdem er die Endlichkeit des Denkens bewiesen hatte, und damit den Materialismus zugleich mit einer schon verfallenen Scholastik entsorgte, und damit im Stile des Humanismus Ciceros wieder für den Glauben Platz schuf, nicht im luftleeren Raum agiert, denn an der platonischen Ideenwelt konnte er nicht mehr hochklettern, ist nicht allein seinem mutigen umfassenden Dogma der Freiheit zu verdanken, sondern eben auch seiner späteren Zuneigung zur Physikotheologie, die mehr als eine regulative Idee (oder des regulativen Gebrauches einer transzendentalen) auch seine „Dinge an sich“ als verbleibenden realen Rest in einem „Reich der Zwecke“ miteinander verbindet. Sei dieses nur, wie im „Opus postumum“, eine erste „Vorahnung“ der Quantenwelt, ein „hinreichender Beweis für eine verständige Weltursache“ oder – der Antinomie der Gerechtigkeit folgend – postuliertes himmlisches Jerusalem, jedes Zeitalter hat seine eigene Sprache und sein Wissen Kant neu und anders zu lesen.

Kants Religion der „inneren Moral“ oder des Gewissensgesetzes bietet aber – ähnlich wie dem Theologiestudium seit den Anfängen der Wissenschaft eine Artistenfakultät vorgereiht ist – auch den Laien heute einen humanistischen Minimalkonsens, der allen Gläubigen, egal welcher Religion, zur dauernden Erhaltung des Weltfriedens, wie auch eines jeden inneren Friedens, dringlich zur Kenntnis gebracht werden sollte.

Neue Welt Verlag

Kants Wanderung über das Nebelmeer
978-3-9503981-9-9
Deutschland: 9,90EUR (DE), Reduzierter Satz, Gebundener Ladenpreis inklusive Steuer
Österreich: 9,90EUR (AT), Reduzierter Satz, Gebundener Ladenpreis inklusive Steuer
Schweiz: 9,90CHF, Reduzierter Satz, UVP

Der Autor ist Dr. Gregor Bernhart-Königstein und
Verleger DI Birol Kilic.

Forschungen zu Orient und Okzident
herausgegeben  von Birol Kilic

 

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28 11 2017
By: TKG 0

2017: Auslandspresse-Verband wählte neuen Vorstand

Präsident Siebenhaar: Zugehen auf nächste Regierung. TKG Obmann und Verleger Kilic wurde wieder in den neue Vorstand gewählt.


WIEN. 
Laut APAT hofft der Verband der Auslandspresse in Wien , die traditionell guten Beziehungen zu den österreichischen Behörden und Medien unter der künftigen Bundesregierung fortsetzen und ausbauen zu können. Das betonte Präsident Hans-Peter Siebenhaar am Montagabend vor der Generalversammlung der seit 1945 bestehenden Vereinigung, die gegenwärtig 103 Vertreter von 87 Medien aus 31 Ländern umfasst.

Siebenhaar, Korrespondent der deutschen Wirtschafts- und Finanzzeitung „Handelsblatt“ (Düsseldorf), wurde einstimmig für eine zweijährige Funktionsperiode wiedergewählt; ihm stehen als Vizepräsidentin Meret Baumann („Neue Zürcher Zeitung“) sowie als Generalsekretärin Tzvetana Delibaltova-Tomova von der bulgarischen Nachrichtenagentur BTA zur Seite.

Weitere Mitglieder des einhellig bestätigten neuen Vorstands sind Mungunchimeg Bathmunkh (Mongolisches Fernsehen, Ulan Bator), Igor Belov (Radio „Voice of Russia“, Moskau), Ahmed Hamed (Palästinensische Nachrichtenagentur WAFA), Claudia Hauboldt (Mitteldeutscher Rundfunk MDR-Radio, Dresden), Philipp Jenne (Associated Press/AP, New York), Birol Kilic („Yeni Vatan Gazetesi“, Wien) und Klaus Prömpers (Deutsche Welle-Fernsehen, Berlin). Zu Rechnungsprüfern wurden Andrea Beer (ARD-Hörfunk, München) und Sendra Posa-Gjurin (Kroatische Nachrichtenagentur HINA) bestellt. Die Geschäftsführung liegt weiterhin in den Händen von Dimitris Dimitrakoudis (Griechische Nachrichtenagentur ANA).

Die Ehrenmitgliedschaft des Verbandes wurde dem ehemaligen langjährigen APA-Redakteur Emanuel Ringhoffer verliehen.

Unter dem Titel „Die neue Welt(un)ordnung – Auswege aus der Überforderung der Eliten“ steht der am Donnerstag beginnende diesjährige Europäische Mediengipfel in Lech am Arlberg, den die Auslandspresse mitbegründet hat und mitveranstaltet. Zum Teilnehmerkreis des dreitägigen Forums gehören u.a. der geschäftsführende Vorstand der APA, Clemens Pig, Medienmanager Gerhard Zeiler, Ex-EU-Kommissar Franz Fischler, Harvard-Professor David Kennedy, Verhaltensökonom Gerhard Fehr und „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt. ( Quelle: APA)

 

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16 11 2017
By: TKG 0

Gantnerundenzi ohne Worte

Neue Kampagne der Autonomen Österreichischen Frauenhäuser startet in Print, Kino und auf Youtube. Als Partner der  Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser – AÖF unterstützt auch Türkische KULTURGEmeinde in Österreich(TKG) die  Kampagne.

Wien. Mit einer Kampagne „ohne Worte“ machen die Kontakterlosen aus der Gonzagagasse auf die Sprachlosigkeit der Opfer bei Gewalt gegen Frauen und Kinder aufmerksam. Stattdessen werden typische „Ausreden“ der Opfer in Form von Untertiteln eingeblendet, um deren Scham und falschen Schuldgefühle zu dramatisieren. Zugleich wird auf die anonyme 24-Stunden-Hilfe durch die Frauenhelpline gegen Gewalt unter der kostenlosen Nummer 0800/222 555 aufmerksam gemacht.

Für die Filmproduktion zeichnet sich skop unter der Regie von Maria Otter verantwortlich. Das Sounddesign übernahm der Diagonale-Preisträger Gerhard Daurer.

Den Auftakt machen ab 17. November 30 Kinos in ganz Österreich, gefolgt von TV, Youtube und Printanzeigen.

Für Youtube wurden die Einblendungen neben Deutsch in 9 weitere Sprachen übersetzt. „Wir wollen mit dieser Kampagne auch Menschen erreichen, die eine andere Muttersprache haben. Dass uns gantnerundenzi mit ihrer innovativen Idee der Untertitel diese Möglichkeit bieten, freut mich besonders.“ zeigt sich Maria Rösslhumer, Geschäftsführerin des Vereins Autonome Österreichische Frauenhäuser, von der Kampagne überzeugt.

Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) ist neben den Herzkindern die zweite Non-Profit-Organisation, die von gantnerundenzi betreut wird.

Link zum Spot:

https://vimeo.com/236764155

Auftraggeber: Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser – AÖF

Agentur: gantnerundenzi Werbeagentur, Filmproduktion: skop, Regie: Maria Otter, DOP: Alex Püringer, Ton: Gerhard Daurer, Foto: Klaus Vyhnalek

 

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09 11 2017
By: TKG 0

TKG -Gedenktag : 9.November- „Light of Hope“

Heute gedenken wir  als Türkische KULTURgemeinde auch den Opfern der Novemberpogrome.

Allein in Österreich wurden in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 insgesamt 30 Juden getötet, 7.800 wurden verhaftet und rund 4.000 ins KZ Dachau deportiert.  Alle Synagogen wurden verwüstet, die allermeisten komplett niedergebrannt. Auch die Türkische Tempel in der Zirkusgasse 22 in Wien.

In der Zirkusgasse 22 befand sich bis 1938 der Hauptsitz der sephardisch-türkischen Gemeinde in Wien. 1885 bis 1887 ließ diese an der Stelle eine Synagoge errichten. Sie wurde während der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört.

Heute Abend erinnert die jüdische Jugend Wiens, gemeinsam mit Studierenden der Uni Wien, beim Fackelzug „Light Of Hope“ an die Ereignisse vor 79 Jahren. Um 18 Uhr geht es  beim Stadttempel los, über das Juridicum führt der Weg zur Schlusskundgebung am Judenplatz.

Die Türkische KULTURgemeinde mit  dem Vorstand wird auch dabei sein.

Informationen:

DIE GESCHICHTE DER TÜRKISCHEN JUDEN

http://www.turkischegemeinde.at/die-geschichte-der-tuerkischen-juden/

 

DIE WIENER TÜRKISCH-ISRAEILITISCHE GEMEINDE UND SYNAGOGE
http://www.turkischegemeinde.at/die-wiener-tuerkisch-israeilitische-gemeinde-und-synagoge/

 

https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkischer_Tempel

 

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26 10 2017
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TKG: „Es lebe die Republik Österreich!“

Nach dem 26. Oktober 1955 konnte Österreich auch darangehen ein Instrument aufzubauen, das die Aufgabe hatte, die neu erreichten
Werte Frieden, Freiheit, Rechtsstaat, Gewaltenteilung und Unabhängigkeit zu schützen und souveränes Österreich zu verteidigen.

Deswegen ist die Nationalfeiertag Tag des Friedens.

Alles Gute zum Nationalfeiertag.

Demokratie bedeutet vom Volk gewählte Regierung und Republik dem Gemeinwohl dienende Politik.

Es lebe die Republik Österreich!

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

 

 

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04 10 2017
By: TKG 0

TKG: Wahlen 2017 – Wir gehen wählen!

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) ruft alle Bürger und Bürgerinnen aus der Türkei auf am 15. Oktober 2017 unbedingt wählen zu gehen. TKG ruft auch in Österreich ausnahmslos dazu auf in allen Parteien jetzt und auch in Zukunft politisches Engagement aufzunehmen.

Es leben in Österreich ca. 300.000 Menschen aus der Türkei, die seit über 50 Jahren Österreich in allen Bereichen mit aufbauen durften, deswegen sehen viele liberale Menschen aus der Türkei besonders die freiheitliche demokratische Grundordnung als ihre  neue Heimat an und möchten für die Zukunft des Landes sehr wichtige Wahlen mitentscheiden.

TKG ist gegen jegliche Einmischung aus dem Ausland, sei es Pro oder Kontra, für die Wahlempfehlungen zu egal welcher Partei. Die Austro-Türken sind nicht mit einem Gängelband aus der Türkei zu führen. Türkische Kulturgemeinde hat sich seit seiner Gründung als eine Summe von wehrhaften Demokraten für eine säkulare, rechtsstaatliche und freiheitliche Grundordnung ausgesprochen.

Die gewählte Seite ist Vernunft, Verstand und Anstand bezogene Haltung um selbständig zu entscheiden welche Partei man in Österreich wählt, ohne Beeinflussung von Inland oder Ausland. Der 15. Oktober wird für Österreich ein Wendepunkt in der Geschichte, weil in Europa und der gesamten Welt turbulente Zeiten erwartet werden. Deswegen wird die Türkische Kulturgemeinde in den nächsten Tagen allen Menschen aus der Türkei in zweisprachigen Messages, auch über türkische Medien, berichten um später unbedingt wählen zu gehen.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) sieht die Republik Österreich als ein liberal demokratisches Staatswesen, das auf Werten und Prinzipien beruht, die nicht zur Disposition stehen. Noch wichtiger ist, dass sich die Republik Österreich als eine rechtsstaatliche und auf Gewaltenteilung sehr bedachte Kultur nach dem 2. Weltkrieg entwickelt hat und infolge dessen ist diese identitätsbildende Prägung Österreichs und seine Rechtsordnung zu respektieren, egal woher man stammt.

Sie bietet nicht nur für Menschen aus der Türkei, sondern auch für Menschen unterschiedlichster Herkunft, sowie generell allen in Österreich lebenden Menschen, die Möglichkeit für ein friedliches Zusammenleben in Österreich und einen guten Zusammenhalt der Gesellschaft.

Man redet sehr viel über Integration, deshalb sollte man aber nicht vergessen, dass die Integration ein gesamtgesellschaftlicher Prozess ist und dessen Wirkung von allen in Österreich lebenden Menschen und Parteien abhängt und auf persönliche Interaktionen beruht.

Integration erfordert insbesondere, dass die Zugewanderten besonders an diesen Prozess mitwirken und dafür ist die Nationalratswahl am 15. Oktober ein wichtiger Punkt.

Türkische Kulturgemeinde erwartet auch von allen staatlichen Organisationen auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene ihren Beitrag zu einem erfolgreichen Integrationsprozess, durch das systematische anbieten von Integrationsmaßnahmen, zu leisten.

Die größte Aufgabe der neuen Regierung ist in Österreich lebende Menschen egal aus welchen Ländern, welche Nationen oder welche Religionen sie haben, bei ihrer Integration zu unterstützen.

Mit rechtsstaatlichen Mitteln sollten somit Grenzen gegen anti-demokratische, klerikal faschistische und bis jetzt das demokratische System Österreich ausnützende Personen, Institutionen, Vereine und Verbände aufgezeigt werden.

Deswegen bieten die Nationalratswahlen am 15. Oktober eine Gelegenheit durch Teilnahme an den Wahlen nicht nur ein Bürgerrecht als wehrhafte und verfassungspatriotische Demokraten zu nutzen sondern auch seine Pflicht zu tun.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

 

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02 10 2017
By: TKG 0

TKG: Alle von Auslandsparteien direkt oder indirekt abhängige Gebetshäuser schließen!

Herzliches Ja  zu Glauben und Religion in Österreich!
Nein zu exportierten „politisierten Glauben“ und „politisierte Religion“ egal aus welchen Land in der Welt. Die Republik Österreich kann nicht als Selbstbedienungsladen anderer Regierungen bzw. politischer Parteien aus anderen Ländern dienen.

Wien (OTS) – Laut einem aktuellen Forschungsbericht über Wiener Moscheen muss man die Spreu vom Weizen trennen. Laut Medienberichten erfahren wir, dass mehr als ein Drittel der untersuchten 16 Moscheevereine aktiv gegen die Integration der Muslime in die Gesellschaft wirken.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) sieht die Republik Österreich als ein liberal demokratisches Staatswesen, das auf Werten und Prinzipien beruht, die nicht zur Disposition stehen. Noch wichtiger ist, dass sich die Republik Österreich als eine rechtsstaatliche und auf Gewaltenteilung sehr bedachte Kultur nach dem 2. Weltkrieg entwickelt hat und infolge dessen ist diese identitätsbildende Prägung Österreichs und seine Rechtsordnung zu respektieren, egal woher man stammt.

Die Spreu vom Weizen trennen bedeutet für die TKG wie folgt:

Welche Politischen Parteien, Firmen, Staaten und politischen Persönlichkeiten stecken hinter den Moscheevereinen gestern (ab 1980) und heute?

Das ist der springende Punkt.

In Österreich werden seit Jahren unter dem Vorwand NGO-„Non Government Organisation“ (Verein/Verband) Politische Parteien aus dem Ausland als Moscheevereine gegründet, die das österreichischen Vereinsgesetz und das Religionsgesetz seit Jahren missbrauchen und de facto einen Staat im Staat bilden wollen.

Hier haben auch einige politische Parteien bis jetzt große Fehler gemacht, wo man endlich die Spreu vom Weizen trennen muss, aber trotzdem versucht man hier durch Vernebelung und Manipulation (Fake News) die Problematik in die Sackgasse zu schicken bzw. zu hetzen.

Nicht nur das: Die oben genannten politische Parteien aus dem Ausland, die eigentlich de facto Fleisch gewordene Vertreter des „Politischen Islam“ (Politisierter Religion/Glaube) sind, nehmen alle 700.000 Moslems in Geiselhaft, als wären ob Sie die gewählten Vertreter dieser Menschen. Der Glaube ist keine Hautfarbe! Die Moslems und insbesondere Menschen aus der Türkei (300.000 Menschen in Österreich) sind sehr verschieden in Auffassungen wie es auch alle Österreicher sind.

1) Der Weizen ist hier:  Alle Moscheevereine, die für die Integration der Gemeindemitglieder mit der oben beschrieben Auffassung transparent arbeiten, sollten unterstützt werden. Unterstützung bedeutet für uns, dass die Moscheevereine von allen politischen Parteien aus dem Ausland zu 100 befreit werden und als Bildungszentralen für die nächsten 50 Jahre etabliert werden.  Wir brauchen gebildete Menschen. Kein fremder Staat darf sich in die Religionsangelegenheiten in Österreich weder politisch noch gesellschaftlich, finanziell noch parteipolitisch einmischen.

2) Die Spreu ist hier: Diejenigen Moscheevereine aus dem Ausland die der  verlängerte Arm oder 5. Kolonne bzw. Rückzugsgebiete für politische Parteien sind, müssen dringend aufgrund der staatlichen Räson und für das Zusammenleben mit allen Bevölkerungsgruppen ausnahmslos geschlossen werden.

Es kann nicht sein, dass zum Beispiel Parteien in der Türkei, die seit ihrer Gründung (1970) gegen die säkulare Verfassung des Landes gekämpft haben und sogar mehrmals wegen verfassungsfeindlichen Agierens verboten wurden, in Österreich als NGO (Verein/Verband) seit Jahren gegen die demokratische Grundordnung unter dem Vorwand der Religionsfreiheit und der Solidarität in allen Ebenen agieren. Und dabei der Öffentlichkeit das als Integration bzw. Partizipation in der Gesellschaft verkaufen.

Die neue Regierung ab 15. Oktober 2017 sollte dringend über ein neues Gesetz über das Verbot solcher Religionsmissbrauchsvereine (oben beschrieben) in Österreich vorbereiten, öffentlich diskutieren und verabschieden.

Die Republik Österreich kann nicht als Selbstbedienungsladen anderer Regierungen bzw. politischer Parteien aus anderen Ländern dienen.

Gilt für alle Religionsgemeinschaften

Alles was wir hier fordern, sollte auch für alle Religionsgemeinschaften (egal welche Religion) in Österreich gelten, die aus dem Ausland mit genau solchen Methoden arbeiten bzw. arbeiten wollen.

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20171002_OTS0214/tkg-alle-von-auslandsparteien-direkt-oder-indirekt-abhaengige-gebetshaeuser-schliessen

Türkische KULTURgemeinde in Österreich,

Obmann

Dipl.-Ing.Birol Kilic

 

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21 09 2017
By: Redaktion 2 0

Türkische KULTUrgemeinde gratuliert zum jüdische Neujahrsfest

Scha­na To­va

 

Wien (OTS) – An diesem Donnerstag nach dem jüdischen Kalender das Jahr 5778 begonnen . Die Juden feiern das neue Jahr mit den zweitägigen Fest  Rosch Haschana.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG) wünscht allen Juden in der Welt und insbesondere allen jüdischen FreundeInnen in Österreich, in Deutschland und in der Türkei ein glückliches, friedvolles, gesegnetes und ein „süßes“ neues Jahr- Schana tova.

Wir wünschen für die Welt, den nahen Osten und für Europa ein hassfreies und freundschaftliches korrektes Zusammenleben. Das wünschen wir von Herzen!

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170921_OTS0182/tuerkische-kulturgemeinde-gratuliert-zum-juedischen-neujahrsfest

Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG)
Avusturya Türk KÜLTÜR Cemiyeti
Obmann
DI Birol Kilic

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14 09 2017
By: TKG 0

Gedenken an die Zerstörung der Synagoge der sephardisch-türkischen Gemeinde

Der sogenannte „Türkische Tempel“ in der Zirkusgasse wurde in der Pogromnacht zerstört.

Wien. In der Zirkusgasse 22 befand sich bis 1938 der Hauptsitz der sephardisch-türkischen Gemeinde in Wien. 1885 bis 1887 ließ diese an der Stelle eine Synagoge errichten. Sie wurde während der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört. Wohnbaustadtrat Michael Ludwig, S.E. Botschafter Mehmet Ferden Çarιkçι als Vertreter der Republik Türkei, der Präsident der Israelitischen Kulturgemeinde in Wien, Oskar Deutsch, und der ehemalige Präsident der der türkisch-jüdischen Gemeinde in der Türkei, Silvyo Ovadya, gedachten heute, Mittwoch (13.09.2017) , den Opfern dieses schrecklichen Ereignisses und enthüllten eine neue Gedenktafel an der städtischen Wohnhausanlage.

Gedenken an die Zerstörung der Synagoge der sephardisch-türkischen Gemeinde und Erneuerung der Erinnerungstafel mit u.a. StR Michael Ludwig (2., Zirkusgasse 22)

„Mit den Verbrechen des November 1938 nimmt der systematische Massenmord an sechs Millionen Jüdinnen und Juden ihren Anfang. Mit dem Türkischen Tempel wurden insgesamt 42 Synagogen und Bethäuser zerstört. Jüdische Kinder, Frauen und Männer wurden zutiefst gedemütigt und geschlagen. 27 von ihnen verloren ihr Leben. Halten wir alle die Erinnerung an diese grausame Zeit wach!“, betonte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig. Er hob in diesem Zusammenhang die aktive Bildungsarbeit der Stadt Wien hervor. Gleichzeitig warnte Ludwig vor weiterhin aktiven rechtsradikalen Gruppen, die fremdenfeindlichen Hass verbreiten.

Stadtrat Ludwig dankte besonders Herrn Dr. Peter Schönthal, der die neue Erinnerungstafel initiierte.

Es ist traurig, zu sehen, dass während die von den österreichischen Juden erbaute Yüksekkaldırım Aschkenasim Synagoge in Istanbul seit über 100 Jahren weiterhin besteht, die türkisch jüdische Synagoge in Wien, genannt ,Türkischer Tempel‘, im Gegensatz dazu, niedergerissen und in den Tiefen der Geschichte begraben wurde. Deswegen ist es besonders wichtig, dass der Geist des türkischen Tempels weiterhin am Leben gehalten wird“, so S.E. Botschafter Mehmet Ferden Çarιkçι.

„In der Bevölkerung ist wohl kaum noch ein Wissen um diese an Kultur so reichen sephardischen Gemeinde vorhanden. Mit einer neuen Gedenktafel wird der Opfer des Novemberpogroms gedacht und gleichzeitig an die Blütezeit der Wiener türkisch-jüdischen Sefardim erinnert“, betonte Oskar Deutsch, Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde.  „Ich freue mich sehr, hier an der Gedenkveranstaltung bezüglich der sephardisch-jüdischen Synagoge und Gemeinde in Wien, deren Wurzeln bis in die Zeit des Osmanischen Reiches reichen, teilzunehmen. In diesem Zusammenhang möchte ich auf Nahebeziehung zwischen der großen Synagoge in Edirne und der sephardischen Synagoge in Wien hinweisen. Wir, die jüdische Gemeinde in der Türkei erfreuen uns, dass wir unsere Gebete und sonstige Veranstaltungen in der Edirne Synagoge, die einer der drei großen Synagogen in Europa ist und der österreichischen Synagoge in Istanbul frei durchführen können“, hielt der ehemalige Präsident der der türkisch-jüdischen Gemeinde in der Türkei, Silvyo Ovadya, fest.

 

Gedenken an die Zerstörung der Synagoge der sephardisch-türkischen Gemeinde und Erneuerung der Erinnerungstafel mit u.a. StR Michael Ludwig (2., Zirkusgasse 22)

 

Der Türkische Tempel

In der Zirkusgasse 22 befand sich bis 1938 der Hauptsitz der sephardisch-türkischen Gemeinde in Wien. 1885 – 1887 ließ diese an der Stelle, an der heute der Gemeindebau steht, eine Synagoge er-richten, den sogenannten Türkischen Tempel. Mit der Planung wurde der Wiener Architekt Hugo Ritter von Wiedenfeld (1852 – 1925) beauftragt. Er hatte sich auf den neo-maurischen Baustil spezialisiert, mit orientalisch geprägten Elementen wie Bögen und Mosaiken.

Ein gefeiertes Kunstwerk

Der Entwurf der Synagoge orientierte sich an der maurischen Architektur, vor allem an der spanischen Alhambra – wohl eine Referenz an die ursprünglich aus Spanien stammenden sephardischen Juden. Der Tempel wurde am 18. September 1887 im Rahmen einer festlichen Zeremonie eingeweiht. An der Straßenfront befand sich ein imposantes Steinportal mit minarettartigen Türmchen, durch das man zunächst einen Vorhof betrat. Dahinter erhob sich die reich verzierte Fassade des Tempels, darüber eine zwölf Meter hohe Kuppel mit sternförmigen Fensteröffnungen. Der achteckige Betraum war in Marmor und Gold gehalten. Insgesamt bot das Gebäude über 600 Gläubigen Platz und war damit die größte türkische Synagoge in Europa. Als einer der prachtvollsten Tempel Mitteleuropas gefeiert, diente sie als Vorbild für viele andere sephardische Tempel.

In Flammen

Die über die Grenzen hinweg gelobte Pracht des Türkischen Tempels in der Zirkusgasse kann man heute nur mehr anhand einiger Schwarzweiß-Fotografien erahnen. Er wurde, wie 41 weitere Synagogen und Bethäuser in Wien, während der Pogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 in Brand gesteckt und zerstört. Das Grundstück wurde 1952 an die Israelitische Kultusgemeinde restituiert und 1975 von der Stadt Wien erworben. 1985 – 1987, genau hundert Jahre nach dem Bau der Synagoge, errichtete sie hier ein Wohnhaus.  ( Quelle: Büro Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig Magistrat der Stadt Wien)

 

Informationen:

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=1913

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=2011&tx_ttnews%5Btt_news%5D=14126&cHash=de7d94c17d5f3671cb4dde87c49371f4

https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkischer_Tempel

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=2011&tx_ttnews%5Btt_news%5D=10393&cHash=0f0262d6391b1a76e2fab88bb1f73fa5

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14 09 2017
By: Redaktion 3 0

TKG-Aufklärungsversuch: Was ist der Islam und was ist er nicht?

Eine Journalistin äußerte in einer österreichischen Tageszeitung einen Kommentar mit dem Titel „Kritik am Islam: Immunisieren statt Stillhalten“: „Wenn es von Indonesien über den Irak bis hin zu Österreich die verschiedensten Auslegungen gibt, wie Islam zu praktizieren sei, muss doch auch jedem klar sein, dass es in dieser Religion anschlussfähige Elemente gibt, die die Entwicklung eines radikalen Fundamentalismus erst ermöglicht haben. Insofern haben der Islam und die Anschläge von Paris sehr wohl etwas miteinander zu tun“. Zweiter Journalist (veröffentlicht 20.01.2015) behauptet auf der anderen Seite folgendes: „Der Westen ist viel grausamer als die muslimische Welt“ Der Terror sei eine „Antwort auf die barbarischen Öl-Kreuzzüge“ des Westens – und der Islamische Staat „Bushs Baby“. Starke Worte!

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) 

Zusammengefasst von DI Birol Kilic

These: Ja zum Islam! Nein zur Theologie des Verachtens inkl. Scharia!

Diese Journalisten-Meinungen, denen wir durchaus Redlichkeit und gute Recherche zusprechen können, spiegeln ein essentielles Problem wieder. Ob man Sie mag oder nicht?  Der Islam besteht aus vielen Richtungen. Es ist daher aus unserer Sicht falsch, alle Muslime in einen Topf zu werfen. Was du nicht willst das man dir tut…das füg auch keinem anderen zu: z.B Pauschalisierung und Sataniesierung!

Der folgende Artikel soll mehr Licht in das, zum Teil auch inner-islamische, Problem der deutlichen Abgrenzung gegenüber den anderen Richtungen bringen.

Gerade aufgrund der Verunsicherung der Menschen sollten die Muslime offen an Diskussionen teilnehmen und sich nicht scheuen, Informationen über den „koranischen Islam und den mohammedanischen Ethos“  weiterzugeben.

Viele Muslime – und hier beginnt meine interne Kritik – können das nicht, denn sie sind in einem Sumpf aus manipuliertem, mutierten und einem politisch festgelegten  Glauben, den wir „Theologie der Verachtung“ und „Theologie der Gewalt“ nennen, gefangen, der mit dem „koranischen Islam“ und
„der mohammedanischen Ethik und Lehre“ nichts zu tun hat und alles sogar durch Manipulation und Vernebelung moralisch verdirbt.

Es geht  hier um sachliche, fundiert argumentiere Kritik mit profunden nüchternen Wissensvermittlung und nicht um rüde Anwürfe und pauschale Verunglimpfungen.

 

Was ist der koranische Islam? Ist er der wahre Islam?

Der koranische Islam und die mohammedanische Lehre verlangen zuallererst die Nutzung des Verstandes und fordert zum Lesen („ikra“) auf. Genauso fordert der koranische Islam, dass man sich an die jeweilige Zeit und den Ort der Zivilisation und den menschlichen Errungenschaften anpassen muss. Es ist also geboten, dass der Muslim und die Muslima sich an die Rahmenbedingungen eines Staates oder einer Gesellschaft anpassen sollen.  Gilt auch in Österreich. Das heißt nicht, dass man sich assimilieren soll oder seine religiöses Bekenntnis verbergen muss. Als verbindlich sind die regionalen Gesetze, die Verfassung, die Kultur und die jeweiligen Gegebenheiten zu sehen, die sich im Laufe der Jahrhunderte dort etabliert haben. Hier in Österreich:  Die Österreichische Bundesverfassung. Die Verfassung eines Staates ist als Grundlage des gesamten Rechts und Rahmen seiner Politik von höchster symbolischer wie praktischer Bedeutung.

Es ist uns daher ein Anliegen, die Frage „Was ist der Islam und was ist er nicht?“ aufzufächern und zu klären. Sie werden in diesem Artikel keine Beschönigungen und keinerlei Dialog-Versuche finden. Wir werden auf den Koran, die für uns einzige verbindliche Quelle unseres Glaubens, eingehen. Mit diesen Erläuterungen wollen wir für Aufklärung sorgen.

Wir wissen, dass es gewagt und gefährlich ist, die Frage „Was ist der Islam und was ist er nicht?“ öffentlich zu diskutieren. Denn vielen Moslems, die nicht unsere Ansicht vertreten, wird das nicht gefallen. Es wird auch vielen Politikern in Österreich und im Ausland nicht gefallen, da wir sie damit enttarnen.

Die Kommentatorin, die wir anfangs erwähnt und zitiert haben (siehe oben) hat hier Recht und Unrecht.

Unrecht hat Sie deswegen, weil sie zwischen dem „koranischen Islam“ und einer später erfundenen, brutalen und faschistischen Theologie keinen Unterschied macht. Man muss, um das Thema zu verstehen, weit in die Geschichte des Islams zurückgehen und dessen theologische und pseudo-theologische Strömungen untersuchen.

Der koranische Islam verabscheut Terror, Scheinheiligkeit und Unmenschlichkeit. Die faschistische Ideologie einer pseudo-islamischen Dogmatik ist dagegen gewaltbereit und gewaltverherrlichend.

Dabei ist zu unterscheiden, was der Prophet Mohammed als Prophet geoffenbart hat, nämlich göttliche Eingebungen, die ihm vom Engel Gabriel mitgeteilt wurden, und seinen Taten. Seine Taten wurden nach seinem Tode in den Hadithen zusammengetragen. Wir halten diese Hadithe nicht für zuverlässige Quellen über das Leben Mohammeds. Da es bereits in der Frühzeit über diese Hadithe zu offenen Kämpfen gekommen ist, die einen Aufzeichnungen verbrannt, die anderen mit Gewalt durchgesetzt wurden, endet hier unser Vertrauen in die Zuverlässigkeit solcher Schriften.

 

Ausgehend von den Hadithen baut sich der „falsche Islam“ auf, ein Islam der nicht mehr das Gotteswort an erste Stelle stellt, sondern eben diese Hadithen. Und hier wird es menschlich, hieran knüpfen sich eine (falsche) Scharia und eine (falsche) Fiqh. In einer weiteren Stufe der Pervertierung fußen auf dieser  – eigentlich teuflischen – Lehre die grausamsten pseudo-islamischen Regime und Terrorgruppen von Al Qaida, Boko-Haram und IS.

„Das größte Gut einer Religion liegt in ihrer Theologie, aber ihr größtes Übel kommt ebenfalls aus ihrer Theologie – wenn sie stagniert. Die Angst vor dem Islam ist vollkommen berechtigt. Im Namen dieser Religion werden die schrecklichsten Verbrechen begangen. Im Namen dieser Religion geschieht derzeit eine ungeheure Barbarei. Wenn die Menschen Angst vor dem Islam haben, so ist das völlig normal. Auch wenn ich kein Muslim wäre, würde ich mich fragen, was das für eine Religion ist, auf die sich Verbrecher berufen. Die Tiefe und die geistige Dimension des Koran wurden verschüttet. Stattdessen hat man millimetergenau nachgeäfft, was eine menschliche Person, nämlich der Prophet, getan haben soll.

Man läuft Gefahr, den Islam auf dem Niveau der damaligen Beduinengesellschaft festzuschreiben und ihn für immer im sechsten Jahrhundert nach Christus festzunageln. Die himmlischen Heerscharen sind nur damit beschäftigt, Bekleidungs- und Nahrungsregeln zu erlassen – wie eine himmlische Hausordnung! Wahrhaftig eine platte, ausgetrocknete Vorstellung von der Religion! In der Welt der Moscheen herrscht oft noch die Dummheit, die Unwissenheit. Niemals ein Wort der Selbstkritik. Niemals! Die ganze Welt hat unrecht, und wir ruhen uns auf unserer kleinen Wahrheit aus. Das zeigt eine Denkfaulheit, wie sie typisch ist für das Ende großer Dynastien. Die Intelligenz der Muslime ist in Ketten gelegt.

Es ist deswegen falsch zu behaupten, wer den Islam angreife, greife die Muslime an. Für den Islamforscher liegt die beste Möglichkeit zur Bekämpfung des Terrorismus darin, „die religiösen Texte und archaischen Interpretationen und Diskurse anzugreifen, die immer noch Terrorismus hervorbringen und ihn rechtfertigen“. (Soheib Bencheikh, EX- Großmufti von Marseille, Zur Zeit)

 

Was wir heute in Syrien, im Irak, in Saudi Arabien und vielen anderen Ländern sehen, hat mit dem „wahren Islam“ nichts zu tun. Weil der falsche Islam den wahren Islam nicht aushalten kann, werden die „Ungläubigen“ massenweise umgebracht. Die „Ungläubigen“ sind in diesem Falle dann die Schiiten und Aleviten, die sich nicht einer menschlich konstruierten Pseudo-Religion unterwerfen wollen.

Was heute von den Medien eigentlich kritisiert wird, sind nicht der koranische Islam und der Prophet Mohammed, sondern eine künstliche Ideologie, die Bekenntnis-Merkmale und koranische Worte des Islams, wie z.B. „Allah’ u Ekber“ (arab. allāhu akbar; übersetzt „Gott ist am Größten / ist der Größte“ – Bedeutung hat Ähnlichkeiten mit „Halleluhja“, „Gott preisen, verherrlichen, ausrufen“), missbraucht und gleichzeitig alles, was der koranische Islam ausdrücklich verbietet, praktiziert. Nämlich Intoleranz, Gewalt und die Nichtnutzung des Verstandes und der Vernunft.

Das größte Opfer dieser faschistischen Ideologie ist zuerst der koranische Islam und der Prophet Muhammed selbst, der doch die Vielgötterei und die Unmenschlichkeit bekämpft hat. Der Koran ruft zur unbedingten Nutzung des Verstandes und der Vernunft auf und er ermahnt die Menschen warmherzig zu sein. Der Koran erinnert den Menschen daran, sein Vermögen und seine Liebe mit den Nachbarn zu teilen, egal welcher Religion, Sprache oder Nationalität man angehört. Es ist für uns Muslime schmerzlich, wenn dieser Gedanke der Nächstenliebe in der heutigen Wahrnehmung ganz untergeht.

Mittlerweile haben wir jetzt eigentlich eine faschistische Theologie, die seit Jahrhunderten auf der Arabischen Halbinsel und in den muslimischen Ländern durch – leider westliche – wirtschaftliche und politische Interessen direkt oder indirekt unterstützt wurde. Es tut natürlich weh, wenn man hier von einer faschistischen Theologie redet, weil viele dieser missbrauchten mohammedanischen Worte gerne mit dem koranischen Islam und Muhammed gleichgesetzt werden. Das geschieht entweder aus Unwissenheit oder mit bösen Absichten. Natürlich ist es schwierig sich Wissen darüber anzueignen – das bedeutet viel Geduld, viel Verstand, Vernunft, lesen, diskutieren und insbesondere sehr viel Leid und Tränen.

Auf den falschen Islam beziehen sich der IS, die Taliban und Boko-Haram

Wo liegt das Hauptproblem? Das Hauptproblem liegt in der korrumpierten, manipulierten und mutierten Islam-Theologie, die sich auf verfälschte Quellen und traditionelle Islam-Interpretationen stützt. Ihre Wurzeln finden sich in der umayyadischen Kalifen-Dynastie (Höhepunkt im 7. Jahrhundert). Wesentlich hierfür ist der 6. Kalif Yazid I. (reg. 680-683), er war Sohn des ersten Umayyaden-Herrschers Muawiya. Auf diese Strömung beziehen sich die Anhänger des IS (Islamischer Staat) in Syrien und im Irak, die Taliban in Afghanistan (Al Qaida) und die Boko-Haram-Islamisten in Nigeria. Sie gehören der sunnitischen Richtung des Islam an.

Eben dieser umayyadische Kalif Yazid I. bin Muawiya hat also, die von dieser Dynastie mitbegründete Theologie der Verachtung, der Gewalt und des Faschismus errichtet, und im Zuge dessen den Prophetenenkel Hussein und seine 72 Familienangehörigen in der Schlacht von Kerbela, die am 10. Oktober 680 beim zentralirakischen Kerbela stattfand, enthauptet. Und dabei handelte es sich um dasselbe grausame Niedermetzeln, das jetzt gerade die IS-Terroristen im Irak und in Syrien wieder durchführen. Yezid war ebenfalls Kalif und hat ebenfalls behauptet den Islam zu vertreten und den Weg des Propheten Muhammed zu verfolgen. Er hat die gesamte Familie des Propheten (zu der er selbst gehörte) bis auf eine Person umgebracht. Sie mussten brutalste Folter erleiden, indem sie beispielsweise tagelang ohne Wasser in der Wüste ausharren mussten. Die Enthauptung erlöste sie von dieser Folter.

Nicht nur das – dieser angebliche Kalif, der sich diese faschistische, umayyadische Theologie ab 680 n. Chr. zusammengezimmert hat, hat diese faschistische, umayyadische Lehre der Verachtung in die nächste Generation gebracht. Dies geschah durch das Niederschreiben von Hadithen, die eigentlich Verleumdungen des Propheten sind. Hadithe sind Niederschriften der angeblichen Aussprüche des Propheten Muhammed. Sie legten dem Propheten aber Sätze in den Mund, die beweisen sollten, dass die Umayyaden für das Paradies vorherbestimmt seien. Die Umayyaden-Herrscher ließen nur jene Hadithe zu, die ihnen ins politische Kalkül passten. Die anderen ließen sie verbrennen. Die Hadithe gelten für die sunnitische oder schiitische Mehrheit der Muslime als die wichtigste Schriftquelle neben dem Koran. Es gibt es unüberschaubare Menge an alter und neuer Literatur, die sich mit den Hadithen befasst und diese auslegt. So eine „Theologie“ kann nur Unglück bringen und kann man nur verachten.

Ihr wesentliches Merkmal ist nicht das Glück des Menschen, sondern seine Unterdrückung. Diese Lehre des „falschen Islam“ ist tatsächlich mit der Idee einer heutigen Demokratie, einer bürgerlichen und wirtschaftlichen Freiheit inkompatibel. Sie führt zur Theokratie ohne jedes Selbstbestimmungsrecht des Menschen. Das heißt des Mannes, denn Frauen stehen in diesem Weltbild auf der untersten Stufe.

So eine Theologie, zum Islam uminterpretiert und feinsäuberlich verpackt, kann, neben Öl, ohne Probleme in alle Welt exportiert werden.

Die „Muslimische Welt“, das heißt die mächtigen Oligarchen, die Machthaber, die Despoten und Diktatoren, möchte diese Theologie nicht korrigieren und sich nicht davon distanzieren. Warum auch? Sie hat es sich in ihr gut eingerichtet. Sie möchte sich nicht auf die Seite der Armen schlagen und auf die Seite der Vernunft, des Verstandes und der Wissenschaft. Sie wollen keinen Koran-Islam.

Die Islamische Welt leidet in Wirklichkeit unter einem abgöttischen Götzendienst. Nach außen hin wird das Wort „Allah“ verwendet und mit ihren Bärten, Turbanen und ihren schönen Gebetshäusern geben sie sich den Anschein, als ob sie gottesfürchtig wären, obwohl Gott von ihnen nur eines verlangt: Lesen, die Benutzung des Verstandes und der Vernunft, die Anpassung an Zeit und Ort und zu teilen, was man hat. Wenn man nichts zum Teilen hat, dann sollte man zumindest das Wort „Salam“, als Friedenstifter, mit dem Nachbarn teilen.

Die Mehrheit der muslimischen Welt bekennt sich zu dieser Verstands-beleidigenden Theologie der Verachtung und Gewalt und sieht sie als ihre wichtigste Säule in der Interpretation des Islams. Durch die verbreitete, muslimische Theologie werden alle guten Werte der eigentlichen Friedensreligion Islam aus ihrer Kern-Botschaft, nämlich, dass die Religion für das Glück der Menschen und zur Verherrlichung Gottes da ist, absichtlich herausgerissen und manipuliert, nämlich insofern, als man behauptet, dass der Mensch für die Religion geschaffen wurde – so wurde und wird der Koran für dynastische, monarchistisch-faschistische Zwecke und in Form eines politisch instrumentalisierten Glaubens vorsätzlich missinterpretiert.

Der koranische Islam setzt ethisch und moralisch hohe Tugenden voraus, aus denen die Menschen zeit- und ortsgemäß ihr Leben, sei es innerhalb einer Demokratie, sei es in der Republik, in Frieden leben können. Und nicht umgekehrt, wo der Mensch zum Knecht eines Vielgötterglaubens wird, wo Menschenknochen und Steine als Vermittler zwischen Gott und dem Menschen stehen. Und das ist die Ursache dieses großen Dramas, das die islamische Welt gerade durchleben muss.

Das bringt uns zu der Frage, wie es im 21. Jahrhundert zu einer Radikalisierung des sunnitischen Islams kommen konnte. Was ist die Ursache und was war der Auslöser? Wir denken hier an Thesen, die der USA die Schuld geben. Alles Verschwörungstheorien? Tatsächlich geht es bei diesen Thesen immer um Erdöl, um Waffenlieferungen. Dahinter steht ein Vertrag der USA mit Saudi Arabien. Die Saudis liefern brav Öl. Die USA schützt dafür die Saudis, die Saudis kaufen dafür Waffen bei US-amerikanischen Waffenschmieden und lassen NATO-Stützpunkte auf ihrem Territorium zu. Die NATO spielt mit: Frankreich, Großbritannien, Deutschland, Polen etc. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass Öl in Dollar gehandelt wird. Es handelt sich um eine Win-Win-Situation. Zu Lasten der Bevölkerung – sowohl in den USA und in Europa – als auch zu Lasten der Glaubwürdigkeit der islamischen Lehre von Gerechtigkeit und Nächstenliebe.

Es ist klar, dass dieser Deal, der zunächst nur auf einer wirtschaftspolitischen Ebene stattfand, irgendwann eine Gegenbewegung hervorrufen muss. So lange die USA nach Erdöl gieren, wird es nicht zu einer Änderung des Vertrages kommen. Solange wird auch die Spannung zwischen Wirtschaft, Menschen und Religion bestehen bleiben.

Tatsache ist, dass die Regierung Bush zur Legitimation des Krieges gegen Saddam Hussein gelogen hat. Bis heute wurde keine einzige Atomaufbereitungsanlage im Irak gefunden. Wieviele weitere Lügen nicht nur den kleinen Mann, sondern auch die mächtigsten Regierungschefs des Westens vorgegaukelt wurden, wird die Geschichte zeigen. Wir können es einmal dabei belassen.

Zusammenfassend kann man sagen, dass eine politische Lüge nicht ewig bestand hat, jedes Volk steht irgendwann auf, um die Despoten und Tyrannen abzustreifen. Meistens fließt dann Blut in Strömen. Da die Erdölindustrie mehr Geld hat, kann sie mit Waffengewalt die Aufstände unterdrücken. Wahrscheinlich wird dieses System bis zu letzten Tropfen Rohöl so weitergehen. Wir müssen auch ehrlich sein: Wir sind alle vom Rohöl abhängig. Deshalb das große Schweigen weltweit. Und ein Schuldiger ist schnell gefunden: der Islam, die Islamisten, der islamistische Terror.

Dahinter stehen aber Menschen und wir können nun etwas besser verstehen – nicht gutheißen – warum sie vollkommen austicken.

Woher kommt diese „islamistische“ Ideologie?

Aus den Kerngebieten des Islams im Nahen Osten stammen die Exporteure dieser Theologie der Verachtung und des Grauens. Unterstützt durch westliche korrupte und wirtschaftliche Interessen. Das zeigen Auszüge der Berichte des Publizisten Jürgen Todenhöfer. Todenhöfer besuchte die IS im Irak und sprach mit den Massenmördern: „Der Westen ist viel grausamer als die muslimische Welt“. Der Terror sei eine „Antwort auf die barbarischen Öl-Kreuzzüge“ des Westens – und der Islamische Staat „Bushs Baby“. Todenhöfer, der im Dezember 2014 in die IS-Hochburg Mossul reiste, rechnet mit dem Westen ab – und gibt ihm die Hauptschuld am islamistischen Terror und der Brutalität des „Islamischen Staates“ (IS): „Bundeskanzlerin Merkel hat am Freitag die ‚muslimische Geistlichkeit‘ aufgefordert, endlich das Verhältnis des Islam zur Gewalt zu klären. Aber müsste nicht zuerst der christliche Westen sein Verhältnis zur Gewalt überprüfen?“, fragt Todenhöfer auf seiner Facebook-Seite. „Nicht der Islam ist das Problem, unsere Kriege sind das Problem. Sie sind Terrorzucht-Programme, nicht der Islam.“

Todenhöfer vergisst, dass es sich beim IS um eine sunnitische Organisation handelt, es sind sunnitische Freibeuter. Interessant ist hier die Verallgemeinerung auch auf der Seite der IS. Der Westen wird mit Europa und dem Christentum und dieses wiederum mit den Kreuzzügen des Mittelalters gleichgesetzt. In dieser Logik ist es nicht verwunderlich, wenn Christen als Sündenböcke herhalten müssen. Sie werden genauso wie alles, was irgendwie den Westen und eine andere Religion repräsentiert niedergemacht. Das ist die Sprache des Hasses, der Hass regiert.

Aber warum bekämpft die IS dann nicht die Saudis und die Sunniten, sondern die Schiiten etc.?

Weil die Saudis die Terrorgruppen finanzierten?

Die Geister, die sie riefen, werden sie nicht mehr los. Will man sie überhaupt los werden?

Kein arabisches Land habe in den vergangenen 200 Jahren den Westen überfallen, doch der Westen „fiel unzählige Male mordend in die muslimische Welt ein“: „Bin Ladens Al Qaida tötete im Westen fast 3.500 Menschen. Doch Bush Junior tötete allein im Irakkrieg über 500.000 Iraker,“ zitiert Todenhöfer einen deutschen IS-Kämpfer. Diese Zahlen zeigten, dass der Westen „seit Jahrhunderten viel grausamer als die muslimische Welt“ sei. Deshalb müsse der Westen und „nicht der Islam sein Verhältnis zur Gewalt klären“.

„Konvertieren, Schutzgeld zahlen oder durch das Schwert umkommen.“ (ein IS-Kämpfer)

An dieser Stelle müssen wir betonen, dass wir nicht allen Aussagen des Publizisten Todenhöfer komplett zustimmen, jedoch bietet er einige interessante Denkanstöße und Fakten, die wir, als Bürger einer offenen Gesellschaft, in Betracht ziehen müssen und kritisch betrachten wollen.

Wie sind solche Verirrungen des Glaubens möglich?

Wo doch Gott durch den Koran mehrmals den Menschen um die Benutzung des Verstandes anruft und die Nichtverwendung des Verstandes und der Vernunft mit seinem Zorn bestraft, indem er es mit Bösem vergilt. Ebenso soll sich der Mensch nicht „wie Vieh“ verhalten, sondern – ganz im Gegenteil – als direkt mit Gott verbundene Person, nämlich ohne jegliche Zwischeninstanz zu Gott, ein gottgefälliges Leben führen.

Auch darf der Mensch unter keinen Umständen andere Menschen im Namen Gottes betrügen. Er soll auch nicht in Gebetshäusern übertrieben fromm oder inszeniert beten, als ob er sehr gläubig oder gar von Gott erwählt sei, und im nächsten Augenblick draußen die Gemeinde und die Menschen ausbeuten oder ihre Menschenrechte verletzen. Eben diese Menschen benennt Gott im Koran als „Teufelsdiener“. Solche Teufelsdiener und staatliche Teufelsanbetungen sehen wir leider in vielen islamischen Ländern: Auspeitschungen, Köpfungen, Verstümmelungen – von Rechtswegen.

Aussagen werden vernebelt, verdunkelt oder aus dem Kontext gerissen, falsch übersetzt, falsch interpretiert oder für eigene Zwecke missbraucht und an die Öffentlichkeit gebracht.

Eben diese Theologie von Verachtung und Gewalt hat je nach Gutdünken den Namen Mohammeds dazu missbraucht, für die umayyadische Dynastie Lehrmeinungen zu formulieren, die ihre politischen bzw. wirtschaftlichen Interessen verteidigt. An die Stelle der Umayyaden sind heute moderne Herrscher getreten. Sie brauchen sich nicht mehr selbst die Hände schmutzig zu machen, sondern können mit ihren Petrodollars ganze Armeen von Gotteskriegern und Muftis finanzieren. Derartige Tätigkeiten sind eigentlich Verleumdungen und Beleidigungen gegenüber dem Propheten. Diese Hadith-Bücher, die heute neben dem Heiligen Buch Koran als verbindliche islamische Theologie angesehen werden, sind der Kern des Problems aller Muslime weltweit. Denn es handelt sich um eine Theologie der Verachtung und Gewalt und führt zu einer faschistischen Ideologie. Der Glauben wird für den eigenen Machtanspruch instrumentalisiert.

Der Westen spielt mit

Solange die Muslime sich von dieser umayyadischen Theologie und den menschenverachtenden Hadithen nicht klar distanzieren, wird dieses Gedankengut den westlichen Interessenspartnern in der nächsten Zeit sehr in die Hände spielen, je nach Gebrauch, je nach Kriegsgebiet.

In den Laboratorien, die man „Religionsschule“ nennt, wird diese Ideologie aus der Schublade genommen und schon produzieren Frankensteins Terroristen neue Anhänger mit dem Slogan „Allah’ u Ekber“ (Gott ist der Größte / einzigartig) und den Suren 17, Vers 111 und 74, Vers 3 (Bedeutung ähnlich wie „halleluja“: Gott preisen, verherrlichen, ausrufen). „Allahu Ekber, Allahu Ekber, Lâ İlâhe İllallah“  (Kalima Tewhid). Die Bedeutung dieses Lobpreises ist sehr einfach: „Gott ist der Größte, Gott ist der Größte! Es gibt keinen Gott, außer den einen einzigen Gott.“ Was hat dazu geführt, dass diese heiligen und friedlichen Worte als Slogan für Terrorzwecke missbraucht und damit alle Moslems unter Generalverdacht gestellt werden? Welches große Spiel steckt hier dahinter?

Diese Menschen (seien es Terroristen, Verbrecher oder Meuchelmörder) haben mit dem wahren Islam des Koran und des Propheten Mohammed nichts zu tun. Sie sind die größten Feinde der Menschheit und jedes wahren Moslems. Gott ist barmherzig! Die Muslime müssen nach dem Koranischen Islam an den Gott von Adam, Noah, Abraham, Moses, David, Salomon und Jesus (Friede sei mit ihnen) hundertprozentig glauben.

Die teuflische Strategie: Manipulieren, verdunkeln und vertuschen

Die Verwässerung, Nicht-Distanzierung und Nicht-Aufklärung, besonders der sunnitisch-islamischen Welt, gründet darin, dass sie aus dieser Schule über den Islam gelernt haben.

Man sollte daher nicht den Koran oder den Propheten per se angreifen, sondern zunächst die Spreu vom Weizen trennen.

Denn die Kinder der Theologie des Verachtens sind Ziel dieser Kritik. Sie meinen, im Namen aller Muslime sprechen zu können, wobei diejenigen, die sich damit tatsächlich auskennen, gegen diese Theologie der Verachtung und Gewalt, dieser „Kultur des Todes“ (Johannes Paul II.) stellen und den wahren Islam aus den koranischen Texten ziehen, ohne Verse aus dem Kontext zu reißen. Dabei ist es wichtig, die Verse zeit- und ortsgemäß zu interpretieren. Resultat ist, dass die Verfechter des wahren Islam ebenfalls von ihren vermeintlichen Glaubensbrüdern bedroht werden. Auch der Schreiber dieses Artikels.

Wer anderer Meinung ist, wird angegriffen und runtergemacht

Wir müssen hier aufstehen, wir müssen hier Einspruch erheben! Es kann nicht sein, dass die westlichen Länder einerseits die faschistisch-oligarchischen Regierungen im Nahen Osten auf inzestuöse Weise seit Jahrhunderten unterstützen und auf der anderen Seite uns wahre Muslime über Demokratie und Menschenrechte belehren wollen, sozusagen als Feuerlöscher, obwohl sie eigentlich bei dieser Brandstiftung die wichtigsten Akteure sind.

Glaube ist Verantwortung

Apologetik mit Herz und Hirn – Aufklärung gegenüber der Aufnahmegesellschaft – Verantwortung gegenüber den Menschen

Und nichtsdestoweniger, vielmehr infolgedessen, möchten wir als säkulare Moslems mit diesem apologetischen Aufsatz mit Verstand, Vernunft, Herz, mit Aufrichtigkeit und ohne Scheinheiligkeit nach unserer Meinung und Auffassung über unseren Glauben und den Koran Aufklärung leisten. Aufklärung gegenüber der Aufnahmegesellschaft, gegenüber der wir uns als säkulare Verfassungs-Patrioten verantwortlich fühlen.

Wir fühlen uns auch verantwortlich für unsere Jugendlichen, die in Österreich ihr Lebenszentrum haben und aus muslimischen Familien stammen.
Wir möchten mit unseren Fragen und Antworten (s.u.) diese Krankheitsursache, die wir „Theologie des Verachtens, Theologie des Faschismus und Theologie der Gewalt“ nennen, diagnostizieren und beim Namen nennen, damit wir auch als überzeugte säkulare Muslime unsere Verantwortung gegenüber der Menschheit erfüllen können.

Offene Kritik muss möglich sein

Wir haben ein großes Problem in Österreich, nämlich, dass die konservativen Muslime hier einen sehr verantwortungslosen Weg eingeschlagen haben, wenn sie durch Vernebelung, Verdunkelung und durch dauerndes Beleidigtsein die Wahrheit nicht sehen wollen und nicht bereit sind, eine offene Kritik über ihre dramatische Lage auszudiskutieren. Eine Lage, die nicht nur für die muslimische Welt ein Problem geworden ist, sondern für die Menschheit insgesamt. Offenbar fühlen sich die konservativen Muslimen so sicher, dass sie jede Kritik getrost übergehen können.

Wir möchten eines hervorheben: Das Problem ist nicht der Koran und der darin enthaltene Islam oder der wahre Mohammed, sondern diejenigen konservativen Muslime, die diesen Glauben manipuliert und verfälscht haben und somit zur Schande der Menschheit geworden sind.

Auch die konservativen Moslems, die gerade als Funktionäre dubioser Vereine quasi alle Moslems in Österreich zu vertreten vorgeben und auf der anderen Seite unter dem Vorwand „Dialog“ das Unwissen und die Vorurteile vieler Medien, Wähler und Politiker ausnützen, mögen sich hier angesprochen fühlen!

Aufklärung tut Not! Besonders bei den Regierungsparteien

Eine echte Aufklärung findet nicht statt und bei der geringsten Kritik spielt man die beleidigte Leberwurst und attackiert den Gesprächspartner, schreibt ihnen böse E-Mails oder überhäuft sie mit Klagen. Zudem wird mit dubiosen Gruppen kooperiert, um die kritischen säkularen Moslems als „nicht echte Moslems“ darzustellen.

Die Regierungsparteien der westlichen Länder haben leider genau jene Personen und Gruppen („politischer Islam“) salonfähig gemacht, die ihre Kultur und Ideologie eben aus diesem „verfälschten Islam“ beziehen. Es wird medial alles verdunkelt und vernebelt, damit niemand mehr die Unterschiede zwischen „Glauben“ und „politischem Glauben“ erkennen kann.

Es wird pauschal gegen einen „Glauben“ geschimpft und die Retter sind dann die Brandstifter, die sich bis jetzt schön verpackt als Feuerlöscher verkauft haben. Überall sieht man Sie als „Retter“ oder „Brückenbauer“. Das Fernsehen und die Zeitungen sind voll von „Islam- und Terrorexperten“ oder „Gewalt-Experten“ und niemand kritisiert diese Leute und fragt sie, wie sie es schaffen, Islam und Terror gleichsetzen zu können! Weil sich die Journalisten auch nicht mehr auskennen. Wie auch, bei der Flut von Falschinformationen, die den Medienmarkt überschwemmen! Um sich zu informieren, braucht man vor allem Zeit und einen breiten Horizont. Beides ist Mangelware in einer linksliberalen Medienbranche.

So wird es gemacht und diese konservativen Funktionäre klären nicht auf, sondern leben davon und das in einer unheiligen „Win-Win-Situation“. Um was für ein Dilemma handelt es sich bei eben diesen teuflischen Pseudo-Brückenbauern, die eigentlich seit Jahren alle Brücken in Österreich zerschlagen haben? Es ist eine teuflische, unheilige Allianz!

Zusammenhang zwischen Islam und Terroranschlägen?

Folglich hat die Kommentatorin unserer Meinung nach Recht, wenn Sie folgende Sätze doch auch an die Muslime in Österreich richtet: „Dennoch scheinen zumindest im medialen Diskurs jene Stimmen die Oberhand zu haben, die versuchen, jenen Zusammenhang zwischen Islam und Terroranschlägen in Abrede zu stellen“. 

Wir müssen hier eben einfach zwischen einer sehr friedlichen Religion, dem „koranischer Islam“, kurz „wahrer Islam“, und dem „verfälschten Islam“ unterscheiden.

Diagnose: Faschistische Theologie und nicht der wahre Islam aus dem Koran

Wahrer Islam kennt keine Terroranschläge

Eine sehr schwierige Aufgabe ist daher die Aufklärung, um die Spreu (namentlich den „verfälschten Islam“) vom Weizen (dem „wahren Islam“) trennen zu können. 

Also den „wahren Islam“, der auf Friede, Wohlbefinden und Nächstenliebe beruht, von dem „verfälschten, traditionalistischen Islam“.

Der verfälschte Islam, auf den sich auch alle terroristischen Gruppen berufen, hat seine Wurzeln in der umayyadischen Dynastie, die ihren Höhepunkt mit dem 6. Kalifen Yazid I. ibn Muawiya (reg. 680-683) feierte. Mit dieser Herrscherdynastie ist der ursprüngliche Islam bereits sehr früh korrumpiert und verfälscht worden.

Werfen wir einen Blick auf die heutige Situation

Wir haben es heute mit einer „faschistischen Theologie“ zu tun, die man bislang immer unter den Teppich gekehrt hat. Man kann sie als Pseudo-Religion einer einseitigen Islam-Theologie betrachten, die in geheimen Demagogie-Laboren im Nahen Osten – auch mit westlicher Hilfe – ausgedacht und einstudiert wurde und jetzt neben Erdöl in die Welt exportiert wird. Im Gegenzug kommen Waffen und Dollarnoten.

Mit der Diagnose einer „faschistischen Theologie“ kommen wir den Antworten näher.
 Zudem ist es wichtig, sich von Vorurteilen freizumachen und die vielen Informationen neu zusammenzubauen. Wichtig ist, die Geschichte nicht nur in einem chronologischen Ablauf zu sehen, sondern auch schematisch zu erfassen.

Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, warum in Arabien nichts produziert wird? Aus dem arabischen Raum scheinen tatsächlich nur Öl, Menschen und eine faschistische Theologie zu kommen. Wir versorgen die Länder mit Geld, Touristen und Waffen. Keine Teddybären, keine neuen Ideen, keine Literatur, keine Computer. Das Volk ist gefangen und versklavt, die Superreichen richten es sich.

Was meinen wir mit „Spreu vom Weizen trennen“ und warum müssen wir überhaupt „trennen“?



Die Antwort ist sehr einfach: Denn hier liegt der „Big Bang“ der faschistischen Theologie und des verfälschten traditionellen Islams, der in der Welt gerade in verschiedenen Laboren als „Islam“ entwickelt und die heiligen Worte des Islam wie „Allahu Ekber“ („Gott ist Eines“) verwendet, aber gleichzeitig alles tut, was der Islam eigentlich strikt verboten hat. Wir müssen in der Geschichte zurückgehen, in das 7. Jahrhundert. Denn ohne die umayyadische Dynastie und ihre „faschistischen“ Verfälschungen der koranischen Prinzipien und der Verse zu verstehen, besonders die Hadithe, können wir heute diesen Terror nicht diagnostizieren und damit auch keine Lösungsansätze finden.

Wer hat Recht?

Die Unterscheidung der Geister ist denkbar einfach und sei mit einem Jesus-Wort auf den Punkt gebracht: „An den Taten werdet ihr sie erkennen!“ (1 Joh 2,1-6). Und dabei sind wirklich Taten gefragt. Demonstrationen und gutgemeinte Artikel  können ein erster Schritt sein. Es sind aber die echten großen und kleinen Taten, Werke, Handgriffe und Entscheidungen, die uns erkennen lassen, wie es jemand mit uns meint oder ob sein Tun auf Gott hingerichtet ist.

Auch wenn wir in diesem Artikel uns natürlich zuerst auf das (bloß) geschriebene Wort des Korans und verschiedener anderer Schriften konzentrieren müssen. Man soll dabei aber – und das macht ja einen Gläubigen jeder Religion aus – nicht die Taten und Werke übersehen. Aber Ethik und Moral ist noch wichtiger als Religion?

Wir müssen diese Themen, also Ethik und Moral an die Tagesordnung bringen. Experten müssen über dies sprechen und diskutieren. Wir werden über unsere Grundsätze und Maxime diskutieren. Noch etwas: Zu aller erst müssen wir es einsehen, dass wir keine Moral haben. Einerseits schmerzt dies, andererseits ist es seltsam. Aber leider ist es die Wahrheit. Wir sollten den Unterschied zwischen Moral und Sittsamkeit bzw. Religion erkennen. Wir sollten erkennen, dass zwischen moralischem Handeln und Religiosität kein Zusammenhang besteht. Wir sollten es einsehen, dass unsere Vorstellung vom moralischen Handeln als sexuelle Enthaltsamkeit falsch ist.

Von unmenschlichen und rassistischen Hadithen distanzieren!

Insbesondere müssen wir als Moslems uns von allen unmenschlichen und rassistischen Hadithen späteren Datums, die im Grunde genommen Verleumdungen gegenüber der Lehre des Propheten Mohammed und seiner Person darstellen, distanzieren und aus der islamischen Theologie wegschaffen, die sich mit gedruckten Lügen  in der ganzen Welt selbst verherrlicht.

Die Hadithe werden von den Sunniten und den Wahabiten anerkannt.

Was sind die Hadithe?

Der Begriff Hadith (Erzählung, Bericht) bezeichnet die Überlieferungen über die  Aussprüche und Handlungen des Propheten Mohammed sowie über die Handlungen Dritter, die er stillschweigend gebilligt haben soll. Der Begriff wird sowohl für die Gesamtheit dieser Überlieferungen verwendet, als auch für die einzelne Überlieferung. In letzterem Fall wird dazu der Plural Hadithe gebildet. Die große Bedeutung der Hadithe im verfälschten Islam ergibt sich daraus, dass die Handlungsweise (Sunna) des Propheten normativen Charakter besitzt und nach dem Koran die zweite Quelle der islamischen Normenlehre (FIKIH) darstellt. Die Hadithe gelten als das Mittel, über das sich die nachkommenden Generationen über diese Handlungsweise (Propheten) informieren können. Darum wird das Studium der Hadithe noch heute als einer der wichtigsten Zweige der islamischen religiösen Wissenschaften angesehen.

Islam bedeutet Friede und Glück

Warum? Denn das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“ und „Vertrauen“. Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt, die ihr „wahres Islam“-Bekenntnis aus dem Koran beziehen, verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten – und gewaltbereitende und selbstverherrlichende Theologien des Islam, die wir als „verfälschten Islam“ bezeichnen, kritisch zu betrachten, ja, sich von diesen um ihres Theologie Willen zu distanzieren.

Es gibt keine Wahrheit ohne Liebe!

Leider leben wir in einer Zeit der korrupten Scheinheiligkeit. Im Westen wie im Osten. Im Okzident wie auch im Orient. Wo Korruption ist, kann keine Liebe sein und wo keine Liebe ist, kann keine Wahrheit sein. Und diese Wahrheit wurde und wird in der islamischen Welt fast total verdrängt, wo faschistische und gewaltbereite Herrscher und Religionsführer den traditionellen oder „verfälschten Islam“ unantastbar gemacht haben, indem sie Kritiker seit Jahrhunderten bis heute verteufeln, foltern und ermorden. Wir können es bestätigen, wo keine Wahrheit ist, ist auch kein „wahrer Islam“, sondern ein „theologischer Islam“, der eigentlich ein „manipulierter und mutierter falscher Islam“ ist, welcher von der umayyadischen Familie des Kalifen Muawiya (603–680; reg. 661–680) und seinem Sohn Yazid I. (644-683, reg. 680-683) herrührt, auf die sich heute auch die Terrormiliz IS (Islamischer Staat), Al Qaida und Boko-Haram beziehen. Dieser historische Zusammenhang geht leider in der Berichterstattung unter und muss hier noch einmal betont werden.

Was haben die Terrororganisationen Islamischer Staat, Al Qaida und Boko-Haram gemeinsam?

Sie sind Kinder eines demagogisch verfälschten Islams, der einer Theologie des Verachtens und der Gewalt folgt, und der mit dem wahren Koran und dem wahren Leben des Propheten nichts zu tun hat.

Spreu vom Weizen trennen: An den Taten kann man sie erkennen!

Dessen, was in diesen Jahren, zwischen 660 und 683 und nachher, unter dem Vorwand unmenschlicher und rassistischer Hadithe von islamischen Kalifen ausgeheckt wurde, bedient sich gerade die Terrormiliz Islamischer Staat als übelste Ausgeburt eines theologisch-demagogischen Islams. Sie versucht, die Untaten vor der Weltöffentlichkeit als Ausübung eines wahren Islams zu darzustellen bzw. sie damit zu rechtfertigen, lässt aber die Tatsachen in Wirklichkeit im Dunkeln.

In der Zeit der umayyadischen Familie wurde der islamische Glaube durch den Umayyaden-Kalifen Muawiya I. und dessen Sohn Yezid I. – der als Teufel gilt – durch verschiedene Teufelspraktiken manipuliert und ist daraufhin mutiert . Der Prophet wurde mit vielen Aussagen und Taten geschmückt, die er nie getätigt oder begangen hat und dies niedergeschrieben, als theologisches Buch verkauft, z.B. Hadithen. Diesen muss man neben dem Koran als zweites Gottesbuch folgen. Hier hat man Lügen verbreitet, nämlich, Verleumdungen gegenüber dem Propheten, Verachtungen gegenüber anderen Rassen, Religionen, Frauen, etc.. Man hat dann ein Denkverbot und ein Verbot der kritischen Hinterfragung im theologischen Islam ausgesprochen, damit man diese Lügen, die sie fabriziert haben, nicht hinterfragt. Und jetzt haben wir damit Bücher neben dem wahren Islam aus dem Koran, die eine entgegengesetzte, menschenverachtende Theologie, die – auch durch westliche Hilfe in den Nahen Osten – mit den despotischen Regierungen der arabischen Länder in die Welt exportiert wird. Auch nach Österreich.

Yezid I. ließ 72 seiner Verwandten umbringen, indem er sie köpfen ließ und soll mit den Trophäen Fußball gespielt haben. Seine traurigen Nachahmer sehen wir heute im Internet und im Fernsehen. Dieser Glaube wird uns nun, als theologischer Islam verpackt, politisch untergejubelt und solchermaßen salonfähig gemacht. Kann das sein?

In Österreich erleben wir dieses Problem tagtäglich. Dabei spielen besonders die Großparteien SPÖ und ÖVP als Regierungsparteien eine dominierende Rolle. Sie halten intensive Kontakte zu sunnitischen Vereinen und Moscheen. Zudem wird das KAICIID noch immer von der Regierung toleriert.

Aber auch Österreich steckt ja mit der OMV in Abhängigkeit zu Abu Dhabi. In Wien befindet sich der Hauptsitz der OPEC. Österreich hat selbst Öl- und Erdgasquellen. Wo werden nur die jüngst vom Bundesheer über Ebay verkauften Pinzgauer landen?

Wir distanzieren uns von diesem verfälschten Islam noch einmal ganz klar. 

Egal, welcher Religion die LeserInnen dieses Artikels angehören, seien sie auch Atheisten oder Agnostiker, es ist ungemein wichtig, diesen Unterschied zu erkennen. 

Ohne diese Unterscheidung und Diagnose können wir dieses Problem nicht verstehen und werden der Zukunft der Menschheit nur sehr besorgt entgegensehen können. 

Das Problem kennen schon sehr viele säkulare, gläubige Muslime, egal ob sie Sunniten sind, Schiiten oder Aleviten. Wir wollen mit diesem Artikel keine Hetze betreiben, sondern lediglich Aufklärung bieten, als überzeugte Muslime.

Jeder spricht und schreibt über den Islam, aber was ist der Islam und was ist er nicht?

In den nachfolgenden Zeilen möchten wir die politisch-religiösen Debatten, Missverständnisse und Unklarheiten in Österreich in Bezug auf den Islam aufgreifen. Wir behaupten natürlich nicht, das absolute Wissen zu besitzen. Wir sind offen für Kritik und Verbesserungsvorschläge, aber die vollständige und reine Wahrheit liegt sicherlich beim Besitzer dieser Religion, der einen konkreten Namen hat. Worüber wir sicherlich noch viel zu lernen haben.

FAQ: 25 Fragen zum Islam

Im Folgenden sollen einige Fragen erläutert und aus einer sachlichen Perspektive beantwortet werden.

Frage 1: Was bedeutet das Wort „Islam“? Wer ist „Allah“? Wer ist „Muslim“? Wo werden in den islamischen Ländern Fehler gemacht? Was ist der „politische Islam“? Müssen auch Muslime Selbstkritik üben?


 

Das Wort „islam“ ist im Koran von Gott als Religionsname festgeschrieben. Das Wort „islam“ besteht aus den Wörtern „selam“ und „silm“. Das Wort „selam“, das auch in der jüdischen Sprache als „schalom“ verwendet wird und welches Jesus Christus immer zur Begrüßung verwendet hat, bedeutet Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen. „Silm“ bedeutet Frieden, Vertrauen und Ergebung unter/in einen einzigen Gott (Einheitsprinzip/Tevhid). Das kann auch kurz in Sure 10, Vers 25 im Koran nachgelesen werden: „Gott ruft zur Wohnstätte des Friedens.“

Die Aufnahmegesellschaft sollte daraus sehen, dass hier wohnende Muslime mit solchen gedungenen Mördern, die den Islam missbrauchen, nichts zu tun haben. Was jene Verbrecher glauben, ist ein Schein-Islam. Im Irak, in Syrien und in vielen Ländern des Nahen und Fernen Ostens werden gerade alle gut-islamischen Werte zunichte gemacht und daher sollten alle, besonders wir Moslems, hier gegen diesen Terror aufstehen. Allah ist das arabische Wort für „der eine Gott“ und nicht der Name eines privaten Gottes der Muslime. Allah ist der einzige zu Recht angebetete und verehrte Schöpfer des Universums; auch arabische Christen nennen Gott Allah. Er schuf die Menschen und zeigte ihnen durch seine Offenbarung den besten Weg für sie im Diesseits, damit sie im Jenseits nicht eine Strafe erleiden.

Die Muslime sprechen den Friedensgruß, wenn der Name des Propheten Muhammad oder eines anderen Propheten erwähnt wird. Der Bedeutung des Wortes nach ist ein Muslim jemand, der sich freiwillig dem Willen Gottes hingibt und das Friedenmachen als seine Aufgabe ansieht. Man wird Muslim, indem man erklärt, dass es keinen Gott außer den Einen gibt.

 

Frage 1.1: Was ist der „politische Islam“? 



In den islamistischen Ländern wird der Mensch traditionellen und religiösen Bräuchen geopfert, die Tradition zu einem unantastbaren Tabu gemacht, denn in diesen Ländern hat man das koranische Prinzip „Die Religion ist für den Menschen geschaffen“ ins Gegenteil verkehrt. Es wurde daraus: „Der Mensch ist für die Religion geschaffen.“ Die politische Instrumentalisierung ist eine Erscheinung – richtiger, eines der Grundübel – nicht nur des Islams, sondern auch anderer Religionen. Politisierung heißt, die Religion zum Mittel politischer Erfolge und dynastischer oder despotischer Interessen zu machen: Politik- und Sultanatsfrömmelei könnte man es auch nennen. Dass die Religion zu politischen Zwecken missbraucht wurde, gehört zu den grausamsten Kapiteln der Geschichte. Nicht nur, dass unfassbare Grausamkeiten gegen die Vielzahl von Menschen begangen wurden, dies hat auch dazu beigetragen, dass zahlreiche achtbare Menschen sich von ihrer Religion abgewandt und gegen Gott und die Religion aufgelehnt haben. Denn sie mussten angesichts derartiger Widersprüchlichkeiten und Frevel zwangsläufig zu dem Schluss gelangen „wenn dies Religion sein soll, dann will ich damit nichts zu tun haben“.

 

Frage 1.2Müssen auch Muslime Selbstkritik ausüben? 



Natürlich, und wie. Betrachten wir heute die islamischen Gesellschaften unter dem Aspekt „Demokratie“ oder „Menschenrechte“, bietet sich kein positives Bild. Besonders dem Nahen Osten, der Kernregion des Islams, kann in Fragen der Menschenrechte kein gutes Zeugnis ausgestellt werden. In diesen Ländern wird der Wert des Menschen verschleudert. Seine Vortrefflichkeit, seine Ehre, Freiheit und seine Rechte kommen nur noch in Gedichten, nur noch in der schöngeistigen und mystischen Literatur vor. Ein Beispiel: Die Zeitungen vom 17. Juni 2002 berichteten unter der Schlagzeile „Grausamkeit“ von einem unmenschlichen und unbegreiflichen Vorfall. Er ereignete sich in einem berühmten islamischen Land, in Saudi-Arabien: Als sich einige Frauen vor einem Gebäudebrand retten wollten und auf die Straße liefen, wurden sie von den Gewalttätern, welche sich „Religionspolizisten“ nannten, mit Schlägen zurückgejagt. Der Grund: Sie waren nicht verschleiert. Sie mussten alle sterben. Grausame Taten wie diese, welche die Menschenwürde missachten und geradezu absurd sind, ereigneten sich auch im Land der Taliban und durch die Terrormiliz IS und prägen leider das heutige Bild des Islams weltweit. Diejenigen, die Wissenschaft und Bildung achten, wissen allerdings, dass es im Islam eine innere Wahrheit gibt. Bedauerlicherweise hat das Sichtbare in Form des traditionellen Islams das Wahre aus dem Leben verdrängt, also genau den Islam des Korans, den wir oben beschrieben haben.

 

Frage 1.3: Wer war Muhammed? 

Muhammad wurde um das Jahr 570 n.Chr. in der Stadt Mekka in Arabien als Mitglied eines angesehenen Stammes geboren. Seine Vorfahren gehen auf den Propheten Ismael, den Sohn Abrahams, zurück. Muhammads Vater starb vor dessen Geburt und seine Mutter, als er sechs Jahre alt war. Er besuchte keine Schule, sondern wurde – wie in jenen Tagen üblich – von einer Amme aufgezogen und später von seinem Großvater und seinem Onkel aufgenommen und erzogen. Von seiner Jugend an war er als rechtschaffener Mensch bekannt. Ungefähr im Alter von vierzig Jahren schien ihm der Engel Gabriel in jener Höhle, in der er zu meditieren pflegte, und offenbarte ihm, dass er ein Prophet Gottes sei. Die folgenden Offenbarungen Gottes wurden in einem Zeitraum von 23 Jahren herabgesandt und später in Buchform zusammengetragen. Dieses Buch, der Koran, ist für Muslime die letzte und abschließende Offenbarung Gottes. Der Koran ist unverändert und in seiner Originalform erhalten; er bestätigt die Thora, die Psalmen und das Evangelium, welche die Menschen im Laufe der Zeit verändert haben.

Frage 1.4: Beten die Muslime Muhammad an?

Nein. Die Muslime beten weder Muhammad noch irgendeinen anderen Propheten an. Die Muslime erkennen alle früheren Propheten an, so Adam, Noah, Abraham, David, Salomo, Moses, Jesus und alle anderen (Friede sei mit ihnen allen). Die Muslime glauben, dass Muhammad das Siegel der Propheten war, d.h. der letzte der Gesandten Allahs. Sie glauben, dass allein Gott und nicht irgendein menschliches Wesen angebetet werden darf.

 

Frage 1.5 Was sagt der Koran über Jesus?

Die Muslime achten Jesus (Friede sei auf ihm) und seine Mutter Maria sehr. Der Koran berichtet uns, dass Jesus durch ein Wunder ohne Vater geboren wurde. „Das Gleichnis von Isa ist ja bei Allah wie das Gleichnis von Adam, Er schuf ihn aus Erdreich, dann spach Er zu Ihm: Sei!, und er war.“ (Koran 3:59). Er vollbrachte mit Gottes Hilfe als Prophet viele Wunder, unter anderem konnte er gleich nach seiner Geburt sprechen, um seine Mutter zu verteidigen und ihre Frömmigkeit zu bestätigen. Gott gab ihm noch andere Fähigkeiten wie z.B. das Heilen von Blinden und Kranken, das Wiedererwecken von Toten, das Formen eines lebendigen Vogels aus Ton und das Wichtigste: Er gab ihm eine Botschaft an die Menschen. Diese Wunder, die ihm Gott gab, bestätigten ihn als Propheten. Er wurde nicht gekreuzigt, sondern in den Himmel erhoben (Koran 3:54-55). Die Sure Maryam (19) beschreibt die Wunder Jesu in den Versen 27-3.

 

Frage 1.6. Ist im Islam nur Schweinefleisch verboten?

Dem Muslim wird im Koran aufgetragen, kein Schweinefleisch, keine Produkte vom Schwein und kein Fleisch von verendeten Tieren zu essen (Koran 5:3). Zudem ist das Fleisch von Raubtieren nicht erlaubt, weil sie selbst verendete Tiere fressen. Ein Muslim darf außerdem keine alkoholischen Getränke wie z.B. Wein oder Bier, und auch keine Drogen zu sich nehmen.

Frage 1.7 Wie steht der Islam zu Gewalt und Terrorismus?

Der koranische Islam ist die Religion des Friedens und der Hingabe an Gott und legt Wert auf die Unverletzlichkeit des menschlichen Lebens. Ein Vers im Koran sagt: „… wer er eine Seele tötet, – nicht wegen einer Seele oder Verderbenstiften auf der Erde, – es dann so ist, als habe er die Menschheit insgesamt getötet…“ (Koran 5:32). Der Islam verurteilt jede Form von Gewalt, wie z.B. in den Kreuzzügen, in Spanien während der Inquisition, im 2. Weltkrieg, oder die Gräueltaten. Jemand, der Gewalt ausübt, kann nicht gleichzeitig seine Religion praktizieren. Manchmal ist Gewaltanwendung jedoch die menschliche Reaktion eines unterdrückten Volkes. Terrorismus und Gewalt gibt es auch dort, wo keine oder kaum Muslime leben, z.B. in Nordirland, Südafrika, Lateinamerika oder in Sri Lanka. Manchmal findet Gewalt im Kampf zwischen Besitzenden und Besitzlosen oder zwischen Unterdrückten und Unterdrückern statt. Man muss differenzieren und herausfinden, warum Menschen zu Terroristen werden. 
Terrorismus als Mittel zur Durchsetzung von bestimmten Zielen widerspricht den Grundsätzen des Islam und ist scharf zu verurteilen und sich davon zu distanzieren. Sogar im Krieg hat der Prophet Muhammad verboten, Menschen zu bekämpfen, die sich nicht an den Kampfhandlungen beteiligen. Er ging noch weiter, indem er sagte, dass es verboten ist, auch im Krieg die Ernte des Gegners zu zerstören.

 

Frage 1.8. Wie sollen sich Muslime gegenüber Juden und Christen verhalten?

Der Koran nennt die Juden und Christen das „Volk der Schrift“, d.h. sie sind diejenigen, die göttliche Offenbarungen vor der Zeit des Propheten Muhammad erhalten haben. Muslimen ist auferlegt, sie mit Respekt und Gerechtigkeit zu behandeln und nicht mit ihnen zu kämpfen. Dieser Respekt und die Toleranz ist aber nicht nur auf Christen und Juden beschränkt.

 

Frage 2: Gibt es geistliche Instanzen im Islam? 



 

Im Islam darf es laut den Prinzipien des Korans – sprich dem Einheitsprinzip („Tevhid“) – keine Zwischeninstanz, keinen Islamchef, „Papst“, Priester oder irgendein gemeinschaftliches oder geistliches Organ geben, welche zwischen Gott und dem einzelnen Menschen stehen. Die Propheten wurden sogar mehrmals in vielen Versen ausdrücklich gewarnt, außer der Vermittlung der „frohen Botschaft“ eine weitere Aufgabe anzunehmen. Im Islam gibt es keinen Oberhirten bzw. Vertreter oder Diener der Unterhirten und damit auch keine „Schäfchenkultur“, sprich Herde, wie wir es aus dem Christentum kennen. Nicht einmal der Prophet ist nach den koranischen Prinzipien der Wächter oder Verwalter im Namen Gottes.

 

Frage 3: Warum steht dann die Religion Islam unter Verdacht? 



 

Wir müssen hier eigentlich weiterfragen: Warum haben sich überhaupt in den letzten Jahren so viele Vorurteile gegenüber dem Wort „Islam“ und dem „Koran“ angesammelt? Wer hat hier Schuld? Wir beantworten das ganz einfach: Die Schuld liegt größtenteils bei den vorgeblichen Muslimen, welche behaupten, nach dem „wahren Islam“ zu leben, obwohl die Kultur der arabisch-umayyadischen Kalifen Muawiya I. und Yezid I. auf dem traditionalistischen Islam und auch auf einer Tradition, die auf den Sitten und Gebräuchen des Nahen Ostens gründet, beruht. Somit werden die Welt und die Menschheit betrogen, indem dieser Islam als „theologischer Islam“ verbreitet wird. Die Unterstützer und Komplizen dieser Betrügerei – vor allem Politiker und Politikerinnen der Regierungsparteien – kommen leider aus der westlichen Welt.

 

Frage 4: Wie wichtig sind Verstand und Vernunft im Koran? 



 

Sehr wichtig, sogar oberstes Prinzip. Der wahre Islam, der im Koran festgehalten ist und durch den Propheten Mohammed verkündet wurde, besagt, dass die Menschen ihren Verstand und ihre Vernunft unbedingt benützen müssen. Das steht in mehreren Versen des Korans, die eigentlich auch alle Muslime zum Nachdenken bringen müssten. Hier nur einer davon: Sure 10, Vers. 100: „Gott sendet (seinen) Zorn über jene, die ihre Vernunft und ihren Verstand nicht gebrauchen mögen“. Wir sehen, dass die gesamte muslimische Welt leidet, weil eine der bedeutendste Messages des Koran missachtet wird, nämlich seinen eigenen Verstand und Vernunft zu gebrauchen.

 

Frage 5: Verwendet man das Wort „Islamismus“ richtig? 



 

Nein. Wie kann man nur aus dem Wort „Islam“, welches seine Wurzeln im Frieden, Vertrauen, Glück und Wohlbefinden hat, das Kampfwort „Islamismus“, das Terror, Unterdrückung und Totalitarismus bedeutet, hervorbringen? Damit will man die gesamte Religion Islam, den Koran und alle Muslime pauschalisieren und unter Generalverdacht bringen, wie „Die Zeit“ am 18. September 2014, unter dem Titel „Eine Religion unter Verdacht: Haben Terror und Unterdrückung wirklich etwas mit dem Islam zu tun?“. Das Wort „Islamismus“ ist eine von manchen Kräften absichtlich und von manchen Menschen unabsichtlich und unglücklich gewählte Terminologie, mit welcher man eigentlich das Gegenteil vom im Islam und dem Koran Geforderte beschreiben will, nämlich fundamentalistische und terroristische Menschen, Gruppen und Sekten. Man sagt doch auch z.B. zu einem christlichen oder jüdischen Fundamentalisten oder Terroristen nicht „Christianist“ oder „Judaist“. Man will mit Genuss den Glauben des Islam, von welchem wir oben die wahre Bedeutung definiert haben, auf die Ebene des Faschismus ziehen und damit dient man vielmehr den Gelüsten der Fundamentalisten, aber auf keinen Fall dem Gemeinfrieden oder dem Weltfrieden. Der „politisierte Islam“ und die Terrormiliz IS machen es leichter, solche Begriffe zu benützen, denn kein Mensch auf dieser Erde würde seinen Glauben in diesem Zusammenhang sehen und hören wollen. Wir wissen, dass man mit der Terminologie „Islamismus“ diejenigen Betrüger definiert, welche den Glauben des Islam für ihre politischen und geschäftlichen Gelüste missbrauchen.

 

Frage 6: Welche Bedeutung hat das Wort „Koran“? 



 

„Koran“ leitet sich aus dem Begriff „karaa“ ab. „Karaa“ bedeutet „lesen“ (ikra) und sammeln. Nach verschiedenen Quellen wurde dem göttlichen Buch dieser Name gegeben, weil es einerseits Gegenstand des Lesens und der Rezitation ist, andererseits Gebote, Verbote und verheißungsvolle gute Nachrichten enthält und schließlich auch, weil es in Form von Suren und Versen gesammelt worden ist. Das Wort „Koran“ und das allererste Wort der ersten Offenbarung (Sure Alak) stimmen etymologisch überein. Das erste Wort „Ikra“ hat seine Wurzeln im schon erwähnten „karaa“ und bedeutet auch hier speziell „lies“. Damit haben wir jetzt erfahren, dass das erste Offenbarungswort „lies“ (lesen) war. In der Wüste verlangte Gott von seinen Propheten und allen Menschen also als erstes das Lesen.

 

Frage 7: Warum ist der Bildungsgrad in den muslimischen Ländern so gering?

 

Ist das nicht unglaublich? 

Wir haben bis jetzt immer das Vorurteil gehabt, dass der Koran ein Kriegs- und Fundamentalismusbuch ist, weil die Taliban, die Terrormiliz IS oder andere nahöstliche Staaten so unzivilisiert waren. Aber nun haben wir erfahren (siehe oben), dass das Wort „Islam“ Friede, Glück, Vertrauen und Wohlbefinden bedeutet, und dass das erste Offenbarungswort im Koran (Sure Alak, 1) „lies“ ist. Der Begriff „Koran“ wird an ungefähr 70 Stellen im Koran erwähnt. Aber darüber hinaus wird der Koran noch mit anderen Namen bezeichnet. Folgende Adjektiva und Substantiva kommen im Koran vor: hakim (mit Weisheit angefüllt), tenzil (von Gott herabgesandt), nur (das Licht), kitap (das Buch), furkan (jenes, was Licht und Dunkelheit, das Gute und Schlechte voneinander trennt) und zikir (jenes, was die Erwähnung Gottes sichert) und viele mehr. Der deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) hat über den Koran sinngemäß Folgendes gesagt: „Wenn man die gesamte Aussage des Korans in Kürze ausdrücken will, so findet man sie gleich zu Beginn von Sure 2: „Das ist das Buch, in dem kein Hadern und kein Zweifeln enthalten ist.“ Die Bezeichnung des Korans als Buch findet man im Koran an über 250 Textstellen. Mit dem Ausdruck „Buch“ bezeichnet sich der Koran nicht nur selbst, vor allem wird ein Teil der Offenbarungen, die mit anderen Propheten herabgesandt wurden, als Buch bezeichnet. So beispielsweise die Psalter, die Thora oder auch die Bibel (die aus mehreren Büchern besteht). Darüber hinaus bezeichnet der Koran allgemein alle Offenbarungen, die vom ersten Propheten bis hin zum Letzten herabgesandt wurden, sehr respektvoll als „Buch“. Der Ausdruck „Buch“ (koran) rührt auch daher, dass der Koran als eine der elementaren Quellen der islamischen Geistesgeschichte dient. Diese Tatsache wird deutlich in den Vordergrund gestellt. Nach dem Koran existieren drei grundlegende Bücher, die den Menschen vorgelegt wurden und die man lesen soll: Das Buch der Schöpfung (d.i. die Natur und die Naturgesetze insgesamt) das Buch der Offenbarung (Koran) und der Mensch selbst.

 

Frage 8: Was kann man allgemein über den Inhalt des Korans ausführen? 



 

Das Grundthema des Korans ist die Einheit Gottes (Einheitsprinzip/Tevhid), seine Unvergleichbarkeit und die Tatsache, wie er dem Leben und dem Universum in ständiger und bewusster Weise die Richtung weist. Wir erfahren aus dem Koran in  erster Linie „Tevhid“, das Einheitsgebot. Ohne Tevhid, also das Einheitsprinzip, kommt es zu einem manipulierten und mutierten Islam, der einfach mit dem wahren Islam (Koran) nichts zu tun hat; es herrscht im wahren Islam ein absolutes Eingottprinzip bzw. eben dieses Einheitsgebot. Es bezeichnet vor allem die Einheit Gottes. Der Koran bezeichnet die Kraft und Macht als Gott (Allah). Gott ist der absolute Schöpfer, er ist absolut gut, absolut positiv und absolut schön. So sind demzufolge die Schöpfung, die Geschöpfe und das Leben in ihren Grundlagen gut und schön. Die Einheit Gottes nach dem Koran macht in zunehmendem Maße die Einheit des Lebens, des Menschens, der Zivilisation und schließlich auch der Schöpfung notwendig. Mit anderen Worten: So wie der Schöpfer Eins ist, genauso ist auch die Realität Eins. Demzufolge ist der Weg, welcher zur Realität führt, einzigartig. Der beste Weg, den Koran zu kommentieren, besteht darin, ihn als eine Einheit zu begreifen und wahrzunehmen. Der Koran hat gewisse Prinzipien, wie er zu kommentieren und zu interpretieren ist. Wir können nicht einen Abschnitt des Korans verstehen, wenn wir nicht den gesamten Koran verstehen, wir können nicht einen Vers begreifen, wenn wir die anderen Verse vernachlässigen. Der Koran ist, genauso wie das Buch der Schöpfung, eine Einheit, in der das Eine mit allem und alles mit dem Einen in Verbindung steht.

 

Frage 9: Wo liegt dann das Problem? Warum ist es so wichtig, zwischen wahrem und falschem Islam zu unterscheiden? 



 

Wer über den Islam sprechen möchte, muss zunächst deutlich machen, was genau er darunter versteht. Wir müssen zwischen dem traditionellen Islam, also dem umayyedischen Islam, der auf den Sitten und Gebräuchen des Nahen Ostens beruht und dem wahren Islam, der im Koran festgehalten ist und durch den Propheten Mohammed verkündet wurde, unterscheiden. Bis heute übersieht der Westen diese Differenzierung, die von den Muslimen weltweit selbst als Dilemma empfunden wird. Zumindest bis zum schrecklichen Terroranschlag vom 11. September 2001 oder vor der Terrormiliz IS hatte der Westen nur sein kurzfristiges politisches Kalkül im Blick und hat dieses Dilemma nicht gesehen und fast immer die falschen Islam-Anhänger unterstützt und das aufgrund wirtschaftlich und kulturell-politisch opportunistischen Interessen, die unmenschlich für uns sind.

 

Frage 10: Was bedeutet „Djihad“ im Koran? Was ist das Paradies? Wie kommt man dort hin? Wo ist es?

 

Das Wort Djihad (auch Dschihad, engl. jihad), das der politische Islam im Verlauf seiner Geschichte wie auch in unseren Tagen zur Rechtfertigung von Gewalt und Blutvergießen missbraucht, geht im Arabischen etymologisch auf die Wurzel „cehd“ zurück, ein Wort, das soviel bedeutet wie „äußerste Anstrengung aufwenden“, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. In der Gedankenwelt des Korans taucht dieser Begriff in drei Erscheinungsformen auf, die sich alle von der Wurzel „cehd“ ableiten lassen:

 

1. Mücahede: als Bezeichnung für „äußerste Anstrengungen“, die ein Mensch aufwendet, um innerliche Reinheit zu erlangen. In der Mystik werden diese Anstrengungen auch als „Innerer Dschihad“ oder „Großer Dschihad“ bezeichnet und in beiden Fällen geht es um die Reinigung des Inneren, des Herzens und der Gesinnung. Die islamischen Mystiker sehen im Kampf über die innere Reinheit das, was den Menschen zum Menschen macht, und jenen Kampf, der ihm Erfüllung bringt.

Der Koran enthält die klare Aussage, dass ein Individuum seinen in der Gesellschaft angestrebten Platz nicht wird einnehmen können, solange es sich nicht darum bemüht, seine Gesinnung zu ändern und reinen Herzens zu werden (vgl. Sure 8, Vers 53 und Sure 13, Vers 11). Das Individuum ist die Keimzelle der Gesellschaft, der Welt und des Universums. Solange die erforderlichen Veränderungen in diesem Kern nicht vollzogen worden sind, gehen die Hoffnungen auf Veränderungen in den anderen Gebieten ins Leere.

 

2. Ictihad: Dieser Begriff steht für die „äußersten Anstrengungen“ auf intellektuellem Gebiet und in der Wissenschaft (speziell auf dem Gebiet der Koranexegese) und heißt soviel wie „wissenschaftliches Denken und Forschen unter Einsatz aller Kräfte.“ Denker und Wissenschaftler, die dazu fähig sind, werden als Müctehid (Koran-Exeget) tituliert. Im Ictihad liegt der Lebensquell der koranischen Religion, in ihm liegt der Geist des Islams. Versiegt dieser Quell, so stirbt die koranische Religion.

 

Der politische Islam, der die Religion zum Instrument politischer Interessen gemacht hat, sowie bestimmte Geistliche, die sich willentlich oder unwissentlich von diesen Kreisen haben vereinnahmen lassen, haben eine geradezu teuflische Parole in die Welt gesetzt, um den „äußersten Anstrengungen“ auf dem Gebiet des Intellektuellen einen Riegel vorzuschieben – und bedauerlicherweise ist es ihnen gelungen, dass sich die muslimischen Massen über Jahrhunderte hinweg mit diesem Schlagwort identifiziert haben.

Sinngemäß übersetzt lautet das geflügelte Wort dieser Kreise: „In dieser Angelegenheit ist das letzte Wort gesprochen! Das Tor der selbstständigen Urteilsfindung ist geschlossen, den altvorderen Koran-Exegeten wird niemand mehr folgen.“ Die Muslime unserer Tage sind zum Kampf gegen diese despotische, sinnentstellende Weisung aufgerufen, zum Aufstand gegen alle, die dieser Tabuisierung und geistigen Erstarrung das Wort reden! Den Gläubigen sei gesagt, dass dieser heilige Aufstand ein heilbringender Gottesdienst sein wird! Denn solange dieser Aufstand sein Ziel nicht erreicht, können Muslime keine glückliche Welt aufbauen.

 

3. Dschihad: Dies ist die dritte Erscheinungsform des Begriffes „cehd“ und bezeichnet den Krieg, den zu führen man gezwungen ist, wenn die Werte, die den Menschen zum Menschen machen, verletzt werden. „Äußerste Anstrengungen“ in einer Ausnahmesituation also, in der man – falls notwendig – nicht davor zurückschrecken darf, das Unvermeidliche zu tun.

Der Koran hält den Krieg nicht für gut, aber unter Umständen für legitim. Erfordern die Umstände einen Krieg, so ist dieser eine unabdingbare Voraussetzung für die Überwindung von Hindernissen, die dem Menschen im Weg stehen. Die Kardinalsproblematik besteht darin, richtig zu bestimmen, ob die Umstände einen Krieg erzwingen oder nicht.

 

Was ist das Paradies? Wie kommt man dort hin? Wo ist es?



 

Im Islam bildet der Begriff des „Paradieses“ eine eher symbolische Bezeichnung für die ewige Glückseligkeit und kann in unserer dreidimensionalen Welt allenfalls allegorisch beschrieben werden. „Das Paradies ist für uns nicht etwas, von dem wir berichten oder das wir beschreiben, sondern kann nur etwas sein, das wir versinnbildlichen (vgl. Sure 2, Vers 25). Das Paradies ist also kein Ort, sondern ein Symbol. Es steht nicht in unserer Macht, es zu definieren oder gar abzubilden. Der Koran betrachtet das Paradies ganz und gar nicht als Angelegenheit eines irgendwie verbrieften Rechts, sondern in Verbindung mit dem menschlichen Tun. Die Taten und das Streben des Menschen sind Voraussetzungen für die Erlangung des Paradieses, verbriefen jedoch keinen Anspruch. Deshalb schilt der Koran jene, die das Paradies als das natürliche Recht der Angehörigen der eigenen Religionsgemeinschaft betrachten, und diese sich so in Lügengebilden, Illusionen und Trugschlüssen verfangen. Juden und Christen sind dem Koran nach die wichtigsten Vertreter solch einer monopolistischen Auffassung vom Paradies (vgl. Sure 2, Vers 111 und Sure 5, Vers 18). Dem Koran nach ist das Paradies einzig und allein der Lohn für Taten zum Wohle des Guten und des Friedens (vgl. Sure 4, Vers 123; Sure 40, Vers 40 und Sure 43, Vers 72).

 

Die Auffassung vom Paradies als Luxushotel: Dies ist eine der areligiösen Vorstellungen, die sich aus einem egoistischen Paradiesverständnis speist: eine Geisteshaltung, nach der das Paradies so etwas wie der Vergnügungsort sexbesessener Faulenzer ist. Es scheint, als liege darin der eigentliche Grund, warum Leute von diesem Schlag nicht wollen, dass außer ihnen noch andere ins Paradies gelangen.

Es lässt sich mit den Aussagen des Korans nicht vereinbaren, das Paradies als einen festen Ort zu definieren. Vers 133 der Sure 3 und Vers 21 der Sure 57 beschreiben, dass das Paradies ausgedehnt wie der Himmel und die Erde ist. In der Verwendung dieser Metapher für die Unendlichkeit des Paradieses liegt die zentrale Botschaft, das Paradies nicht als Ort, sondern als einen seelischen Zustand zu begreifen. Dieser koranischen Wahrheit hat der größte islamische Denker des 20. Jahrhunderts, Muhammed Iqbal (1877-1938), einmal mit der Aussage Nachdruck verliehen: „Das Paradies ist kein Raum, kein Ort, sondern ein Seelenzustand.“

 

Frage 11: Wo werden in den islamischen Ländern Fehler gemacht? 



 

In den islamischen Ländern wird der Mensch traditionellen und religiösen Bräuchen geopfert, die Tradition zu einem unantastbaren Tabu gemacht, denn in diesen Ländern hat man das koranische Prinzip „Die Religion ist für den Menschen geschaffen“ ins Gegenteil verkehrt. Es wurde daraus: „Der Mensch ist für die Religion geschaffen“.

 

Frage 12: Wo liegt das Problem in den islamischen Ländern?

 

Die islamischen Länder sind zwar von ihren früheren Kolonialherren unabhängig, aber nicht frei geworden. Die Unabhängigkeit nutzt lediglich den Despoten im Land. Das Joch der Unterdrückung blieb bestehen und belastet die Menschen heute mehr denn je. Man vergaß, dass die Unabhängigkeit eines Landes durch die Freiheit des Individuums vervollständigt werden muss.

 

Frage 13: Wie kann das Problem gelöst werden? 



 

Der einzige Weg dorthin ist die Installierung einer säkularen Regierungsform. Die Methode „Demokratisierung durch Krieg“, welche im Irak angewendet wird, ist dagegen weder menschenwürdig, noch erfolgsversprechend. Man sieht heute die Terrormiliz IS als Resultat dieser falschen Politik. Die Terrormiliz IS wütet „zufällig“ auf Territorien wo reichlich Bodenschätze vorhanden sind. Das Militär wurde in der Vergangenheit und wird auch in Zukunft des Öfteren dafür benutzt werden, um sich Zugang zu den Bodenressourcen zu verschaffen, zu schützen und den Zugang für Privatfirmen zu ebnen bzw. diesen Zugang für die Privatfirmen sicherzustellen. D.h. arbeiten private Firmen immer mehr mit sogenannten Sicherheitsfirmen und kleinen und größeren Berufsarmeen zusammen.

 

Frage 14: Woher kann die Veränderung kommen? 



 

Die Veränderung kann nur aus der islamischen Welt selbst kommen. Wenn wir die tabuisierenden Traditionen und die vorsätzlichen Irrwege beiseite lassen und den Islam aus der Sicht seiner Hauptquelle, des Korans, betrachten, gibt es durchaus einen Silberstreif am Horizont. Dabei ist bemerkenswert, dass bei der Einführung der Lebenswerte des Korans, die für die Entwicklung der Menschheit notwendig wären, die westlichen, nicht-muslimischen Gesellschaften weiter fortgeschritten sind als die islamischen. Und auch dies ist eine Tatsache: Mit jedem Tag wird dieser Abstand zum Nachteil der islamischen Welt größer. Die islamische Welt hat über Jahrhunderte ihr Schicksal nicht an Grundlagen und Prinzipien gebunden, sondern an Personen, die für unantastbar erklärt wurden. In der Terminologie des Korans bezeichnet man dies als „schirk“ (Vielgötterei, Polytheismus; von „beigesellen“, Götzendienst). Es handelt sich also schlicht um Paganismus. Diese Ausrichtung mit fetischistischem Charakter macht die Menschen immer mehr zu Sklaven von Knochen, Fossilien und Grabstätten. Umso absurder wirkt es, dass die grundlegenden Werte, die der Koran im Leben des Menschen verwirklicht sehen möchte, in nicht-islamischen Gesellschaften verwirklicht sind.

 

Frage 15: Was bedeutet der „falsche Islam“ und was bedeutet Säkularismus im Islam? 



 

Der Islam der Traditionen, also der falsche Islam, hat alle islamischen Grundlagen und Werte, die den Menschenrechten und damit auch der Demokratie den Weg bahnen und sie stärken könnten, außer Kraft gesetzt. Diese Entwicklung begann, als die despotische umayyidische Dynastie (660-683) den Islam zur Religion erklärte und eine Monarchie errichtete. Das System der monarchistischen Herrschaft aber wird im Koran als ein unzulängliches System der Ungerechtigkeit bezeichnet (siehe hierzu Sure 27, Vers 34). Dass es dennoch die Oberhand gewann, wurde möglich, weil man den Säkularismus in einen Gegensatz zur Religion stellte. Säkularismus bedeutet aber nicht, wie viele annehmen, Religion und weltliche Angelegenheiten voneinander zu trennen. Säkularismus heißt, die Legitimation der Herrschenden beziehungsweise Regierenden nicht auf Gott oder religiöses Recht zu gründen, sondern auf den Willen des Volkes.

Daher halten wir es nicht für möglich, dass die islamischen Gesellschaften sich demokratisieren können, ohne dass es eine wirklich säkulare Verfassung gibt. Der Koran verkündet, dass das Prophetentum abgeschlossen sei. Eine der grundlegenden Folgerungen daraus lautet: Das Zeitalter, in dem die Völker von Personen geführt werden, die sich auf Gott berufen, ist beendet. Der Koran ist das einzige heilige Buch, das verkündet, dass die Theokratie aus dem Leben der Menschen weichen soll.

 

Frage 16: Warum verschweigt man diese Wahrheit des Korans dann? 



 

Diese wahre Aussage des Korans ist die wichtigste Prinzip, die in den islamischen Gesellschaften verschwiegen und versteckt wird. In den islamistisch-fundamentalistischen Ländern wird das ganze religiöse Leben so ausgerichtet, dass dieses demokratische Prinzip verborgen bleibt. Alle erdenklichen Maßnahmen und Anstrengungen werden unternommen, damit sich dieser Zustand nicht ändert. Diese Maßnahmen werden auch von jenen westlichen Kräften unterstützt, die nicht wollen, dass sich in den islamischen Ländern die Zustände ändern.

 

Frage 17: Was bedeutet „der wahre Islam“?



 

Nach dem Verständnis des wahren Islams, der sich auf den Koran beruft, ist die Macht, ein Volk zu führen, ein rechtsstaatliches Gut. Dieses darf nicht für despotische Herrschaft missbraucht werden. Nur jene dürfen die Macht an sich nehmen, die seiner würdig sind. Dieses rechtsstaatliche Gut kann dem Einzelnen durch Wahlen anvertraut und falls notwendig auch wieder entzogen werden.

 

Frage 18: Fordert der Koran dann nicht eigentlich Demokratie? 



 

Ja, natürlich fordert der Koran Demokratie. Diejenigen, die den Despotismus zur Religion erklären, fragen oft: „Warum Demokratie? Demokratie bedeutet ‚Herrschaft des Volkes‘. Welches Volk hat den Propheten Mohammed gewählt? Und warum überhaupt Wahlen?“ Diesen Wortführern muss man entgegenhalten: „Den Propheten Mohammed hat Gott selbst berufen. Hat Gott auch die Könige, Sultane und Kaiser berufen? Hat Gott etwa Saddam Hussein, den Schah von Persien, Komeini, König Abdullah und andere Könige und Herrscher berufen?“ Die Herrschenden täuschen das Volk und fragen: „Wenn eine Theokratie besteht, dann werdet ihr von Gott geführt. Wollt ihr euch darüber beschweren?“ Und weil das Volk die wahren Grundlagen des Islam nicht kennt, kann es die folgenden Fragen nicht stellen: „Nur Propheten können eine Theokratie leiten. Aber wenn die Zeit der Propheten abgeschlossen ist, wie kann dann eine Theokratie fortgeführt werden? Seid ihr denn Propheten, dass ihr euch auf Gott beruft und uns regieren wollt?“ Nach dem Koran sollen sich die Regierenden und Herrschenden auf die Prinzipien der „schura“ (das System der Beratung und Kontrolle) und „bajat“ (den Gesellschaftsvertrag) stützen. Gott hat dem Propheten Mohammed, den er selbst gesandt hat, aufgetragen, sich auf diese beiden Prinzipien zu stützen. Was der Koran über das Regieren und Herrschen sagt, ist klar und deutlich: Die Zeit nach dem Propheten Mohammed ist die Zeit der „schura“ und des „bajat“. Das heißt, an die Adresse der Herrschenden gerichtet: „Ihr werdet das Volk führen und leiten, ihr werdet von den Menschen die Legitimation hierzu erhalten, ihr werdet gewählt werden. Und wenn das Volk euch abwählt, dann sollt ihr gehen.“

 

Frage 19: Gibt es im wahren Islam (nach dem Koran) einen Stellvertreter oder Repräsentanten Gottes bzw. ein Kalifat? 



 

Der wahre Islam im Koran spricht niemandem das Recht zu, ein Beauftragter, Stellvertreter oder Repräsentant Gottes zu sein. Der Rest außerhalb des Korans ist nicht bindend. Einzig dem Propheten steht es zu, im Namen Gottes zu sprechen und zu führen. Der Prophet ist tot und die Zeit ist damit beendet. Das Recht zur Führung eines Volkes kann laut Koran nicht von Gott oder durch Geburt erlangt werden, sondern nur vom Volk und durch Wahlen geschehen. Dies bezeichnet der Koran als „bajat“ (Gesellschaftsvertrag eines Systems von Beratung und Kontrolle). Das mittels „bajat“ erlangte Recht zur Führung eines Volkes wird mit dem „schura“ genannten System der Beratung und Kontrolle vollzogen. Dieses System stellt sicher, dass die Führenden die Geführten – und umgekehrt die Geführten die Führenden – einander kontrollieren. Auf der Grundlage  dieses Gesellschaftsvertrages kann das Volk, welches über die Regierenden wacht, ihnen auch das Recht zur Herrschaft entziehen, falls es dies für notwendig erachtet.

 

Frage 20: Was bedeutet „Schura“ (das System der Beratung und Kontrolle) im Koran? 



 

Die koranische Entsprechung für das demokratisch parlamentarische Verfahren ist also die „Schura“ (das System der Beratung und Kontrolle), weil sie im Koran erwähnt wird, konnte sie nicht völlig unterschlagen werden. Aber ihre Bedeutung wurde verzerrt wiedergegeben und so ausgeformt, dass sie dem traditionellen Islam ins Konzept passte. Von den Despoten im Nahen Osten wurde die „Schura“ darauf reduziert, dass der König oder der Sultan sich einige Ratgeber zulegen sollte. Der 1988 verstorbene islamische Gelehrte Fazlur Rahman sagt hierzu: „Schura, wie sie der Koran aufträgt, bedeutet nicht, dass jemand sich gelegentlich den Rat anderer einholt. Vielmehr bedeutet es wechselseitige Konsultation von Gleichberechtigten. Wer diese Konsultationen verweigert oder sie verzögert, weil sie angeblich nicht passen, ist ein Diktator, der im Widerspruch zum Islam steht.“ Nach dem Verständnis des Korans leitet sich die Berechtigung zur Leitung des Staates also nicht aus der Religion oder dem göttlichen Recht ab, sondern aus dem freien Willen des Volkes (Mehrheitsprinzip). Der größte islamische Denker des 20. Jahrhunderts, Mohammed Iqbal (1877- 1938), stützte sich auf diese Aussagen des Korans, als er verlangte, die Berechtigung, Normen und Gesetze aufzustellen, sei den Rechtsgelehrten zu entziehen und einem Parlament zu übertragen. Zu diesem Zweck solle das Prinzip der „Icma“ (des Konsenses innerhalb der islamischen Gemeinschaft) im Geiste des Islams modernisiert werden. Iqbal war überzeugt davon, dass Republik und parlamentarische Demokratie das Regierungssystem darstellen, das dem Geist des Islams am besten entspricht.

 

Frage 21: Was bedeutet Bajat (Gesellschaftsvertrag)?

 

Der Koran entwickelte das Prinzip der „bajat“, also die Idee eines Gesellschaftsvertrags, viele Jahrhunderte vor der Französischen Revolution. Um zu regieren und zu herrschen, sollte mit jedem, egal ob Mann oder Frau, ein Abkommen geschlossen und Einverständnis erzielt werden. Selbst dem Propheten Mohammed wurde aufgetragen, sich bei der Führung der Gemeinde vom gesamten Volk, auch von den Frauen, eine „bajat“ (den Gesellschaftsvertrag, hier im Sinne einer Zustimmung) einzuholen (Sure 60, Vers 12). Die Prinzipien des Korans, die sich in Übereinstimmung mit der demokratischen Logik befinden, hat der amerikanische Nahost-Experte Leonard Binder in seinem Buch „Islamic Liberalism“ folgendermaßen zusammengefasst: „Erteilt Gott oder das Volk die Berechtigung zum Regieren? Diese Diskussion ist so gelöst worden: Die ursprüngliche Berechtigung kommt von Gott, aber sie wird über das Volk an bestimmte Personen übertragen. Dass die Berechtigung zur Machtausübung, deren Quelle Gott ist, über das Volk auf, von ihm ausgewählte, Führer übertragen wird, ist Demokratie.“ Im Kern bedeutet dies: Gott, der allmächtige Herrscher, gab dem Menschen eine Legitimation zum Herrschen. Der Mensch benutzt diese Legitimation, indem er bestimmten Personen ein Mandat überträgt und dabei die Prinzipien der „Schura“ und der „Bajat“ anwendet.

 

Frage 22: Warum missachtet man diese Wahrheit aus dem Koran? 



 

Der traditionelle religiöse Diskurs in den islamischen Ländern missachtet die Wahrheit dieser grundlegenden Prinzipien. Der ägyptische Gelehrte Abu Said ist der Ansicht, dass die traditionellen Gelehrten dies nicht aus Unkenntnis tun, sondern um die Wahrheit bewusst zu verheimlichen.

 

Frage 23: Wie wichtig sind der Verstand und die Prinzipien universellen Rechtes im Koran? 



 

Der Koran hat dem Menschen die Allmacht entzogen und sie an bestimmte Prinzipien und Leitlinien gebunden. Werte werden von Gott im Koran gegeben und von ihm verfügbar gemacht. Dem Koran zufolge ist der erste dieser Werte der Verstand. In Sure 10, Vers 100 heißt es: „Und Gott zürnt denen, die ihren Verstand nicht gebrauchen.“ In die Rechtssprache der modernen Zeit übersetzt heißt das: Die Herrschaft beruht auf den Prinzipien des universellen Rechtes. Der Koran verweist immer wieder auf diese universellen Prinzipien. Der Koran ruft dazu auf, den Verstand zu benutzen und kritisiert es, wenn Menschen sich wie eine Herde Vieh verhalten. Das Volk darf niemanden zu seinem Hirten machen und sollte sein Schicksal selbst in die Hand nehmen. Ein wichtiger Teil der zeitgenössischen islamischen Intellektuellen begreift dies. Bisher üben diese Intellektuellen noch keinen großen Einfluss aus. Leider wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis sich daran etwas ändert.

 

Frage 24: Unterstützt die Österreichische Bundesregierung den „wahren Islam“? 



 

Nein. Faktum in Österreich ist, dass viele der islamischen Organisationen, die behaupten, Muslime zu vertreten, Verbände des „politischen Islam“ sind, der eigentlich nicht auf dem wahren Islam, sondern einem traditionellen Islam und den Sitten und Gebräuchen des Nahen Ostens beruht. Nach einem bedingungslosen Dialog mit Gruppierungen des „politischen Islams“ muss etwas Wichtiges aufgezeigt werden. Denn es zeichnet sich seit Jahren eine gefährliche, teils absichtlich herbeigeführte Entwicklung in Österreich ab. Unter dem Vorwand des Dialogs werden die Unwissenheit oder die Vorurteile mancher österreichischer Politiker, Verbände oder Kirchen über den politischen Islam ausgenutzt.

 

Frage 25: Wo ist eine Verpflichtung im Koran zum Kopftuchtragen festgeschrieben und in welchem Vers? Steht das Wort „Kopftuch“ ausdrücklich in diesen Versen oder nicht?

 

Nein, das Wort „Kopftuch“ steht im Koran, der aus einhundert 114 Kapiteln (Suren) besteht, in keinem der 6.263 Verse. Jede Sure hat drei bis 300 Verse. Zunächst einmal zum umstrittenen Thema Kopftuch: Woher stammt das Kopftuch? Seit wann wird es getragen? Inwiefern handelt es sich beim Tragen eines Kopftuches um eine religiöse Pflicht, ein spirituelles Gebot oder eine gesellschaftliche Konvention? Wo ist eine Verpflichtung zum Kopftuchtragen festgeschrieben? Welchen Bedeutungswandel erfuhr das Kopftuch im Zeitverlauf? Wie bereits erwähnt, gibt der Koran, die verbindliche Hauptquelle des Islams, keine Auskunft über diese Fragen. Lediglich in drei Versen findet sich die Formulierung „den Körper bedecken“ (Sure 24 Vers 31 und 60, Sure 33 Vers 59), das Wort „Kopftuch“ (oder eine andere Kopfbedeckung) wird aber selbst in diesen drei Versen nicht erwähnt. Anders in der Bibel: Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament wird das Kopftuch nicht nur erwähnt, sondern den Frauen sogar vorgeschrieben (vgl. Paulus, Korintherbrief). Nun möchten aber viele Menschen wissen, ob es sich bei islamischen Kopftüchern um ein religiöses Gebot handelt (dann müsste dies auch im Koran festgeschrieben sein) oder ob wir es nicht vielmehr mit einem historisch gewachsenem politisch-religiösen Phänomen zu tun haben, dass sich auf den Einfluss politischer und kultureller Traditionen zurückführen lässt. Das häufig angeführte Argument, das Kopftuch sollte „vor den Blicken der Männer schützen“ erscheint in unserer aufgeklärten Zeit jedenfalls vielen absurd und selbst im traditionell-historischen Kontext nicht als ganz stimmig… Und es gibt viele solcher falschen Argumente, die gegenüber dem Koran nicht standhalten.

Die Befürworter, besonders hier die weiblichen Befürworterinnen, des Kopftuches leiten ihre wahrgenommene Verpflichtung zur Verhüllung aus dem Koran ab. Es empfiehlt sich daher, in jenen Suren und Versen des Korans nachzulesen, auf die sie sich berufen:

 

Sure 24, Vers 31 



 

„Und sprich zu den gläubigen Frauen, sie sollen ihre Blicke senken und ihre Scham bewahren, ihren Schmuck [d. h. die Körperteile, an denen sie Schmuck tragen; der Übers.] nicht offen zeigen, mit Ausnahme dessen, was sonst sichtbar ist. Sie sollen ihren Schleier auf den Kleiderausschnitt schlagen und ihren Schmuck nicht offen zeigen, es sei denn ihren Ehegatten, ihren Vätern, den Vätern ihrer Ehegatten, ihren Söhnen, den Söhnen ihrer Ehegatten, ihren Brüdern, den Söhnen ihrer Brüder und den Söhnen ihrer Schwestern, ihren Frauen, denen, die ihre rechte Hand besitzen, den männlichen Gefolgsleuten, die keinen Trieb mehr haben, den Kindern, die die Blöße der Frauen nicht beachten. Sie sollen ihre Füße nicht aneinanderschlagen, damit man gewahr wird, was für einen Schmuck sie verborgen tragen. Bekehrt euch allesamt zu Gott, ihr Gläubigen, auf dass es euch wohl ergehe.“ [„Schmuck“ wird häufig auch übersetzt als „Reize“] [„Kleiderausschnitt“ wird häufig auch übersetzt als „Busen“]

 

Sure 24, Vers 60 



 

„Und für die unter den Frauen, die sich zur Ruhe gesetzt haben und nicht mehr zu heiraten hoffen, ist es kein Vergehen, wenn sie ihre Kleider ablegen, ohne dass sie jedoch den Schmuck zur Schau stellen. Und besser wäre es für sie, dass sie sich dessen enthalten. Und Gott hört und weiß alles.“

 

Sure 33, Vers 59

 

O Prophet, sag deinen Gattinnen und deinen Töchtern und den Frauen der Gläubigen, sie sollen etwas von ihrem Überwurf über sich herunter ziehen. Das bewirkt eher, dass sie erkannt und dass sie nicht belästigt werden. Und Gott ist voller Vergebung und barmherzig.“

 

(Quelle: Der Koran. Übersetzung von Adel Theodor Khoury. Unter Mitwirkung von Muhammad Salim Abdullah. Mit einem Geleitwort von Inamullah Khan, Generalsekretär des Islamischen Weltkongresses. (Gütersloh, 2. durchgesehene Auflage 1992)).

 

Bei Betrachtung der oben geschilderten Verse sieht man, dass das Wort „Tuch“ vorkommt, aber nicht das Wort „Kopftuch“ als solches. Auch bei der RICHTIGEN türkischen Übersetzung des Korans werden Sie das Wort „basörtü“ nicht finden. „Bas“ bedeutet auf Türkisch „Kopf“ und „örtü“ bedeutet auf Türkisch „Tuch“. Trotzdem findet man bei fast allen Auslegungen und Übersetzungen des Korans sowohl in türkischer als auch in deutscher Sprache die Übersetzung „Kopftuch“. Aber in Wahrheit bedeutet das Verb „himar“, das in diesem Vers 59 ausdrücklich erwähnt wird, in arabischer Sprache nicht „den Kopf bedecken“, sondern nur „bedecken“. 

Falls im Koran überhaupt etwas explizit bedeckt werden soll, würde es auch erwähnt werden. Das ist aber nicht der Fall. Die theologische Begründung für das Gebot zum Kopftuchtragen wird aber dennoch in erster Linie auf den Koran zurückgeführt.

Die Sure 24,31 ruft die Frauen dazu auf, ihre Reize vor den Männern zu verbergen, aber nicht den Kopf zu bedecken. Das steht wie oben aufgezeigt schwarz auf weiß im Koran Sure 24,30 und 31, Sure 33,59. Bei Übersetzungen wird aber in der Regel mit Klammerausdrücken versucht, den Koran willkürlich zu interpretieren. Dieser fatalen Praxis ist dringend Einhalt zu gebieten: Wir müssen bei den Fakten bleiben. Persönliche und gesellschaftliche Ansichten dürfen in Interpretationen genauso wenig einfließen wie tradierte kulturelle Aspekte.

 

Ich möchte meine Ausführungen noch mit einem konkreten Beispiel veranschaulichen: Wenn man das Wort „Bettdecke“ verwendet, benützt man neben dem Wort „Decke“ auch das Objekt „Bett“, um zu betonen, was genau bedeckt werden soll, wo etwas bedeckt werden soll oder wozu es dient (Bettdecke, Überdecke, Schlafdecke, Krankenhausdecke – Achtung ungenau, es handelt sich um ein (ungenaues) zusammengesetztes Hauptwort. Eine Schlafdecke ist eine Decke zum Schlafen, eine Krankenhausdecke ist aber die Decke eines Krankenhauses (gehört dem Spital), sie ist keine Decke zum Krankenhausen. Eine Bettdecke heißt nicht so, weil sie das Bett bedeckt, sondern weil sie für das Bett gedacht ist im Gegensatz zur z.B. Tischdecke). Gemäß dieser Logik müsste für den Begriff „Kopftuch“ neben dem Begriff „bedecken“ auch das Wort „Kopf“ oder ein anderer Begriff vorkommen. Das im Vers erwähnte Betonungswort neben dem Wort „himar“ (Bedeckung) ist „cuyub“, welches aus dem Arabischen ins Deutsche übersetzt „Brust“ oder „Kragen“ bedeutet. (also wäre die Übersetzung eher Halstuch, Überwurf) Dasselbe Wort „cuyub“ wird auch in einem anderen Vers im Koran erwähnt, nämlich Sure 28 („Kasas“), Vers 32, wo das Wort im Kontext „Er legte seine Hand auf die Brust/den Kragen von Moses“ gebraucht wird. Also wenn das Wort „cuyub“ mit dem Wort „himar“ (bedecken) kombiniert wird, bedeutet „bi-himür-ihinne ala cuyub-ihinne“ nicht „den Kopf bedecken“, sondern „die Brust/Kragen bedecken“. Fast alle traditionellen Auslegungen des Korans analysieren diese Verse nicht wissenschaftlich, sondern deuten das Ganze eigensinnig mit einem Gebot wie „Sie sollen ihre Kopftücher bis zu deren Kragen bedecken“, in dem sie auch das Wort „felyedribne“ als „sie sollen bedecken“ frei übersetzen, also mehr interpretieren und schon gar nicht direkt übersetzen. Das sind ganz freie Übersetzungen und Interpretationen, die solche Irrtümer nach sich ziehen.

 

Diese traditionellen Islam-Auslegungen schaffen für den politisierten Glauben einen festen Boden. Sie interpretieren dasselbe Wort, welches aus dem Wort „darabe“ stammt, als „sie sollen ihren Kopf bedecken“, wobei sie dasselbe Wort, in einer anderen Sure im Zusammenhang „Ihr sollt eure Frauen schlagen“ (siehe: Sure Nisa, Vers 34) verwenden. Um es auf den Punkt zu bringen: Obwohl die Originalausgabe des Korans keinen Bezug auf das Kopftuch nimmt, wird dieses zum identitätsstiftenden Symbol für traditionelle und politisierte Islam-Anhängerinnen und Anhänger. Als solches steht es immer wieder im Zentrum von Islam-Diskussionen, nicht nur in der Türkei, sondern mittlerweile vermehrt auch in Österreich und anderen europäischen Ländern. Dabei wird nicht über die wahre, im Koran festgeschriebene Religion Islam debattiert, sondern über eine Religion, die sich als Folge des politisierten Glaubens der traditionellen Nahostkultur begreifen lässt. Sie hat ihren Ursprung in der sumerischen, jüdischen und christlichen Kultur.

 

Eigentlich hat das Wort „Kopftuch“ in der Bibel seine Wurzeln (vgl. Pentateuch und Paulus, 1. Brief an die Korinther): Im Alten und Neuen Testament wird das Kopftuch nicht nur erwähnt, sondern das Tragen des Kopftuchs wird sogar als Pflicht für die Frauen beschrieben. So heißt es etwa im Brief von Paulus an die Korinther: „Eine Frau aber entehrt ihr Haupt, wenn sie betet oder prophetisch redet, aber dabei ihr Haupt nicht verhüllt. Sie unterscheidet sich dabei in keinster Weise von der Geschorenen. Wenn eine Frau das Kopftuch trägt, soll sie sich gleich die Haare abschneiden lassen, aber es ist eine Schande, sich die Haare abzuschneiden oder gar sich kahl scheren zu lassen, dann soll sie sich eben verhüllen. Der Mann darf sein Haupt nicht verhüllen, denn er ist ein Abbild und Abglanz Gottes, aber der Mann stammt nicht von der Frau ab, sondern die Frau vom Mann“. Übrigens gelten diese Soll-Anweisungen des Apostels Paulus nur für den Gottesdienst. In der Korintherbrief-Stelle ist keine Rede vom Alltag.

 

Über den Hl. Paulus haben wir viel geschrieben. Über unseren lieben Landsmann aus Tarsus in der Türkei. Ohne Paulus zu verstehen, kann man auch den manipulierten Koranischen Islam nicht verstehen. Er ist einer der wichtigsten Persönlichkeiten und Missionare der frühchristlichen Zeit. Die ersten Christen und Christinnen waren ja wie Paulus und auch Jesus Christus jüdischer Abstammung. Paulus übernahm kulturelle Aspekte aus seiner ehemaligen Religion, dem Judentum. Wenn wir im Alten Testament Gen 24,65 nachlesen, dann sehen wir, woher der kulturelle Aspekt „Verhüllung“ stammt und wie er in die christliche Religion Eingang fand: „Und fragte den Knecht: Wer ist der Mann dort, der uns auf dem Feld entgegenkommt? Der Knecht erwiderte: Das ist mein Herr. Da nahm sie (Rebekka) den Schleier und verhüllte sich“. Auch in Gen 38,14 wird über Schleier und Verhüllung geschrieben. Kurz: Sowohl im Alten als auch im Neuen Testament kann man zur „Kopftuchpflicht während des Gebetes“ etwas lesen.

 

Das Kopftuch bei Paulus

 

Die Bibelstelle im 1. Kor 11,2-16 lautet: „Ich erkenne es lobend an, dass ihr in allen Beziehungen meiner eingedenk seid und an den Weisungen festhaltet, wie ich sie euch gegeben habe. Ich möchte euch aber zu bedenken geben, dass das Haupt jedes Mannes Christus ist, das Haupt der Frau aber der Mann, und das Haupt Christi ist Gott. Jeder Mann, der beim Beten oder bei erbaulichen Reden eine Kopfbedeckung trägt, entehrt sein Haupt; jede Frau dagegen, die mit unverhülltem Haupt betet oder erbauliche Reden hält, entehrt ihr Haupt; sie steht dann ja auf völlig gleicher Stufe mit einer Geschorenen. Denn wenn eine Frau sich nicht verschleiert, so mag sie sich auch scheren lassen; ist es aber für eine Frau schimpflich, sich das Haar abschneiden oder abscheren zu lassen, so soll sie sich verschleiern. Der Mann dagegen darf das Haupt nicht verhüllt haben, weil er Gottes Ebenbild und Abglanz ist; die Frau aber ist der Abglanz des Mannes. Der Mann stammt ja nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann; auch ist der Mann ja nicht um der Frau Willen geschaffen, sondern die Frau um des Mannes Willen. Deshalb muss die Frau ein Zeichen der Macht auf dem Haupte tragen, um der Engel Willen.“

 

Das Kopftuch im orthodoxen Judentum

 

Im orthodoxen Judentum bedecken heutzutage verheiratete Frauen ihre Haare aus religiösen Gründen mit einem Kopftuch oder einer Perücke. Bereits die hebräische Bibel, also das Alte Testament sprach von einer Verschleierung der Frauen. So verschleierte sich Rebekka, die Frau Isaaks nach Gen. 24,51, Gen. 24,65: „Da nahm sie den Schleier und verhüllte sich….“. [Natürlich wird nach der modernen Bibelwissenschaft 1 Kor 11,5 teilweise als späterer Zusatz angesehen. Womit wiederum die Bibelexegeten das Heft in der Hand behalten würden. Wie gezeigt wurde, geht aber aus dem Alten und Neuen Testament klar hervor, dass Kopftuch, Schleier und Verhüllung nicht nur Empfehlungen waren, sondern (sittlich) verpflichtend vorgeschrieben wurden. Heutzutage wird das Kopftuch im Christentum fast nur noch in ländlichen Gegenden, insbesondere in orthodoxen Kirchen sowie von Frauen in mennonitischen bzw. täuferischen Gemeinschaften getragen.

 

Das Kopftuch als Mode und Tracht

 

Bis weit ins 20. Jahrhundert war es aber Sitte, dass in Österreich Frauen in der Kirche Kopftücher oder Hüte trugen. Je feierlicher, desto mehr Hüte, Kopftücher, Schleier und Goldhauben sieht man noch heute – egal bei welchem Anlass. Frauen lassen auch heute die Kopfbedeckung in einer katholischen Kirche auf, aber es ist eine Sitte, kein kirchliches Gebot (wenn es jemals eines war). Bei Papstmessen tragen Damen die sogenannte „Siziliana“, einen schwarzen Schleier über dem Haupthaar, seltener auch vor dem Gesicht.

 

Im Koran sucht man das Kopftuch vergeblich!

 

Während im Alten und Neuen Testament das Kopftuch verpflichtend vorgeschrieben wird, kommt im Koran nicht einmal das Wort Kopftuch vor, allenfalls das Tuch. Der Koran meint mit „Tuch“ aber kein Kopftuch, sondern ein Tuch, das den Frauen als Schmuck dienen und ihre sexuellen Körperstellen verhüllen soll (siehe die Suren, die wir in deutscher Sprache angegeben haben).

 

Das Kopftuch bei den Sumerern

 

In der Geschichte kommt das Kopftuch bereits erstmals bei den Sumerern und somit lange vor dem Judentum vor. Dies fand die die 96-jährige türkische Sumerologin und Historikerin Muazzez Ilmiye Cig heraus. Sie erforschte ihr Leben lang die Kultur und Geschichte der uralten mesopotamischen Zivilisationen. Die Sumerer waren ein mesopotamisch-südanatolisches Volk, das im 3. Jahrtausend v. Chr. lebte. Laut Prof. Cig waren die Sumerer die Ersten, die das Kopftuch als religiös-spirituelles Medium verwendeten.

 

Die heiligen Schriften: Thora, Bibel, Koran

 

Der Koran

Nun wollen wir ein bisschen tiefer auf die verschiedenen „heiligen Schriften“ eingehen und ausbreiten, inwiefern die heiligen Bücher und Schriften sich voneinander trennen und wo sie Gemeinsamkeiten aufweisen. Der Koran wird als die Heilige Schrift des Islams definiert, die gemäß dem Glauben der Muslime die wörtliche Offenbarung Gottes („Allah“) an den Propheten Mohammed (570/573-632), vermittelt durch den (Erz-)Engel Gabriel, enthält. Kurz und prägnant ausgedrückt, stellt der Koran für die Muslime das Wort Gottes dar. Die Offenbarungen, die Mohammed mündlich wiedergegeben hat, wurden von Schreibern aufgezeichnet und gesammelt. Allmählich wurden die Aufzeichnungen zu einem Buch zusammengefasst.

 

Die Bibel

Im Gegensatz zum Koran ist die Bibel eine Sammlung von 66 Büchern, die von verschiedenen Autoren beziehungsweise Redakteuren als Bericht bzw. Poesie verfasst und im Laufe der Jahrhunderte zu einer Einheit zusammengefasst wurden. Sie wird in das Neue und das Alte Testament eingeteilt. Unter dem Begriff „Testament“ versteht man einen „Bund“, in dem die Beziehung zwischen Gott und den Menschen beschrieben wird. Die Bibel besteht zu cirka 75% aus Berichten, zu 15% aus Poesie und zu 10% aus Lehrtexten.

 

Das Alte Testament mit der Thora (Pentateuch oder fünf Bücher Mose)

Das Alte Testament umfasst 39 Bücher, die in Kapitel und später in Verse eingeteilt wurden. Es wird sowohl von den Juden, als auch von den Christen als heilige Schrift betrachtet, d.h. dass sie direkt von Gott oder einem seiner Erzengel diktiert und/oder zumindest vom Heiligen Geist inspiriert, aber von verschiedenen Autoren geschrieben wurden. Das Alte Testament berichtet von der Erschaffung der Welt und von der Entstehung und Geschichte des Volkes Israel.

 

Das Neue Testament

Das Neue Testament besteht aus 27 Büchern und versteht sich mit der Ankunft des Messias Jesus Christus als Antwort auf das Alte Testament. Es erzählt dessen außergewöhnliches Leben und berichtet von seinen Jüngern sowie von seinen frohen Botschaften, die allen Menschen gelten. Vier Bücher (Matthäus, Markus, Lukas, Johannes) bezeugen auf unterschiedliche Weise das Leben Jesu, seine Lehre, seine Wunder, seinen Tod am Kreuz und seine Auferstehung bis zur Himmelfahrt: Man nennt sie die „Evangelien“ (übersetzt „Gute Nachricht“ oder „Frohe Botschaft/Frohbotschaft“). Die darauffolgende Apostelgeschichte erzählt, wie die Jünger Jesu  die Auferstehung und die Himmelfahrt weitererzählen und diese Botschaft über das Römischen Reich bis zur heutigen Türkei (Kleinasien) verbreiten; sie berichtet von den Anfängen der christlichen Gemeinde, von Verfolgungen und ersten theologischen Problemen. Ein weiterer wesentlicher Teil sind die Briefe, besonders des Apostels Paulus. Das Neue Testament schließt mit der Johannes-Offenbarung, der sogenannten Apokalypse. Während die Juden auf Papyrusrollen schrieben, begannen die Christen, die Texte in Buchform zusammenzufassen, zu sogenannten Codizes.

 

Wichtig zu unterscheiden!

 

Wir müssen uns immer als Exegeten fragen, wer ist der Autor eines Textes? Wer diktierte den Text und wer schrieb ihn auf?

Dabei handelt es sich in den wenigsten Fällen um dieselbe Person.
Wir müssen hier sehen, dass der Koran direkt als Gotteswort konzipiert ist, das Alte und Neue Testament hingegen in Form von Berichten und Poesien verfasst ist. Wenn auch an vielen Stellen wiedergegeben wird, was Gott gesagt hat. Andere Stellen gelten als vom Heiligen Geist inspiriert. Die Offenbarung des Johannes wurde vom Erzengel Gabriel diktiert. Ein Vers in der Bibel ergibt nur dann einen Sinn, wenn er im Zusammenhang mit dem ganzen Text betrachtet wird. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn man die Bibel einfach an einer beliebigen Stelle aufschlägt. Natürlich sind manche Abschnitte der Bibel schwer zu verstehen, weil viele Jahrhunderte zwischen damals und heute vergangen sind und wir die beschriebenen Bräuche und das Umfeld als fremd empfinden. Auf der anderen Seite wurde der Koran, der aus 114 Kapitel („Suren“) und 6.243 Versen besteht und das Gotteswort wiedergibt, auf ein Ereignis hin offenbart, um eine bestimmte Idee zu verdeutlichen. Man muss den historischen Kontext kennen, um ihn richtig zu interpretieren. Man muss ihn mit den Gegebenheiten der Zeit sehen.

 

Wurde der Bibeltext verfälscht? Behauptet das der Koran?

Das evangelische „Institut für Islamfragen“ ist ein Netzwerk von Islamwissenschaftlern und wird von den Evangelischen Allianzen in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz getragen. Frau Dr. Christine Schirrmacher schreibt in ihrem Prolog für uns sehr Interessante Aussagen: „Heute ist unter Muslimen die Auffassung, dass der Text der Bibel verfälscht worden ist, längst Allgemeingut. Man geht davon aus, dass sowohl das Alte als auch das Neue Testament ursprünglich wahre Offenbarungen Gottes waren, im Laufe der Zeit jedoch von Menschen verändert und verfälscht wurden. Andere Bezeichnungen von früher zu den Menschen gesandten Schriften sind präziser. So nennt der Koran sowohl die Tora (arab. taurâh) als auch das Evangelium (arab. Injîl, türk. Incil) beim Namen. Das Evangelium wird insgesamt zwölfmal im Koran erwähnt. Was meint allerdings der Koran mit dem Evangelium? Letztlich bleibt unklar, ob er damit vor allem die Erzählungen von Jesus meint oder eines der vier Evangelien, alle vier Evangelien zusammen oder etwa das ganze Neue Testament. Interessanterweise wird im Koran der Wert früher überlieferter Bücher wie auch des überlieferten Evangeliums zu Beginn von Muhammads Offenbarungen nirgends grundsätzlich in Frage gestellt, sondern vielmehr positiv hervorgehoben. Erst später taucht im Koran der pauschale Vorwurf der Schriftverfälschung auf.“

 

Schirrmacher erzählt weiter: „Die vor Muhammad und mit Muhammad gesandten Schriften widersprechen sich nach Auffassung des Korans eigentlich nicht, sondern bestätigen sich vielmehr gegenseitig. Jeder Prophet, der in der Geschichte mit einer Offenbarung Gottes zu seinem Volk gesandt wurde, bestätigt die Botschaft seiner Vorgänger, da die Botschaft Gottes sich niemals ändern kann. So bestätigte Jesus die Sendung von Noah, Abraham und Moses, und Muhammad bestätigt die Botschaft Jesu. Deutlich hebt der Koran hervor, dass das Evangelium wie zuvor die Tora von Gott zur Rechtsleitung der Menschen gesandt worden ist: „Er hat auch die Tora und das Evangelium gesandt, früher, als Rechtsleitung für die Menschen“ (3,3-4). Besonders positiv über den Wert des Evangeliums, das „Rechtsleitung“ und „Licht“ enthält, äußert sich Sure 5,46: „Und wir ließen nach ihnen her Jesus, den Sohn der Maria, folgen, dass er bestätige, was vor ihm da war, nämlich die Tora. Und wir gaben ihm das Evangelium, das Rechtsleitung und Licht enthält und das bestätigt, was vor ihm da war, nämlich die Tora, und als Rechtsleitung und Ermahnung für die Gottesfürchtigen“ (5,46). Zunächst spricht der Koran nirgends davon, dass die Offenbarungen des Alten und Neuen Testamentes (oder: wie der Koran sagt, der Tora und des Evangeliums) grundsätzlich überholt oder vom Koran abgelöst worden seien“. Soweit Schirrmacher.

 

Das Kopftuch: Wozu diente es in der Geschichte? Wozu dient es heute?

Jetzt kehren wir zurück zum Thema Kopftuch, und diesmal im Bezug auf dessen Funktionalität und historischen Aspekte. Wir fragen uns, was das Kopftuch ist, wozu es dient, seit wann das Kopftuch getragen wird, und inwiefern das Tragen eines Kopftuches eine religiöse, spirituelle oder gesellschaftliche Konvention ist, und wie sich dieses Phänomen im Laufe der Zeit verändert hat, sodass es zu einer der zentralen Fragen bezüglich Religionsfreiheit und Frauenrechte entwickelt geworden ist.

Frau Prof. Cig beschrieb folgende Bedeutungen des Kopftuchs: „In der polytheistischen Religion der Sumerer war es eine heilige Ehre für willige Frauen (gemeint sind Tempelhuren, Anm.), zu den Göttern in ihren Tempeln zu beten und zu danken, indem sie als Braut der Götter zu einer ‚öffentlichen Frau‘ wurden. Damit man sie von anderen Beterinnen unterscheiden konnte, mussten sie ihren Kopf bedecken. Viel später – erst ca. 1600 v. Chr. – führte ein assyrischer König die Kopfbedeckung auch für verheiratete und verwitwete Frauen ein. So bekamen diese Frauen den gleichen Status wie die ‚öffentlichen Frauen‘, die legal Geschlechtsverkehr haben durften. Später übernahmen diese Tradition die Juden, und danach die Muslime von den Juden.“ Laut Cig, die viele Werke zum Thema schrieb, tauchte auch der Turban zum ersten Mal bei den Sumerern auf. Er sei später vom Judentum, Christentum und danach von der arabischer Kultur und somit von Islam übernommen worden. Frau Cig betonte, dass der Turban eigentlich nichts anderes sei, als eine sumerische Tradition, die später eine enorme göttliche Bedeutung erlangt habe.

 

Im Folgenden ein paar Ausschnitte aus einem Interview mit Frau Muazzez Ilmiye Cig: 

Frage: „Sehr geehrte Frau Cig, bitte klären Sie uns einmal über das viel umstrittene Thema auf: Wer bei den Sumerern hat sich wieso bedeckt?“ 



 

Cig: Bei den Sumerern hatte jeder Gott ein eigenes Haus, sozusagen einen Tempel. In diesen Tempeln beteten die Menschen ihre Götter an. Es war allerdings nicht vorgeschrieben, was sie für die Götter tun sollten. Alle definierten die Art zu beten für sich selbst und praktizierten ihr eigenes Gebet.

 

Frage: „Waren diese Tempel also eine Art ‚Häuser eigenen Gewissens‘?“

 

Cig: Genau, diese Tempel waren Orte, wo Menschen mit ihrem Gewissen alleine bleiben konnten. Sie waren in ihren Gebeten freier als in den heutigen Moscheen, Kirchen oder Synagogen. Sie sangen oder tanzten, um die Götter zufriedenzustellen. Unter den Betern waren auch Ordensfrauen. Manche von ihnen wurden eben zu diesen ‚öffentlichen Frauen‘.

 

Frage: „Was bedeutet das Wort ‚öffentliche Frau‘ genau?“ 



 

Cig: Das waren die Frauen, die die Aufgabe hatten, Geschlechtsverkehr zu praktizieren [alternativer Begriff: Tempelhuren, Anm.], aber sie waren keine Prostituierten, denn sie verlangten kein Geld. In den Tempeln gab es sogenannte Liebesräume, wo die öffentlichen Frauen den Jugendlichen Sexpraktika beibrachten. Im Gilgamesch-Epos gibt es eindeutige Hinweise darauf. Um dem Mann, der im Wald unter Tieren aufgewachsen ist, Menschlichkeit beizubringen, wurde eine Ordensfrau aus einem Tempel bestellt und sie lehrte ihm, wie man spricht, isst und Geschlechtsverkehr hat. Diese öffentlichen Frauen wurden bei den Sumerern als weise Lehrerinnen betrachtet. Während sie dieser heiligen Aufgabe nachgingen, opferten sie sich vollständig im Namen der Götter auf. Eigentlich war die Jungfräulichkeit bei den Sumerern schon ein Thema. Die Tatsache, dass die öffentlichen Frauen trotzdem Geschlechtsverkehr haben durften, zeigt, wie heilig diese Aufgabe wirklich war.

 

Frage: „Woher weiß man, dass die Jungfräulichkeit ein Thema war?“

 

Cig: Laut alter Tafeln [Tontäfelchen mit Schriftzeichen oder Gesetzestafeln, Anm.] bekam eine Frau, die vor der Heirat als Jungfrau galt, bei der Scheidung Schadenersatz.

 

Frage: „Warum trugen die ‚öffentlichen Frauen‘ ein Kopftuch?“



 

Cig: Damit man sie von anderen Ordensfrauen in den Tempeln unterscheiden konnte. Zum Beispiel trugen die Prostituierten auch kein Kopftuch. Das ist das spezielle Symbol der öffentlichen Frauen in den Tempeln und somit das erste Kopftuch in der Geschichte.

 

Frage: „Wie ging es dann weiter?“

 

Cig: Viel später führten die Assyrer im 16. Jahrhundert vor Christus plötzlich die Kopfbedeckung für verheiratete und verwitwete Frauen ein. Der Sinn dahinter war, dass man zeigen wollte, dass auch diese Frauen legalen Geschlechtsverkehr haben.

 

Frage: „Heißt das, dass eine Frau mit Kopftuch sich als Nichtjungfrau geoutet hat?“



 

Cig: Ja, ganz genau! Aber viele Gläubige missverstehen diese Tatsache. Sie denken, ich würde behaupten, dass die Prostituierten das erste Kopftuch in der Geschichte getragen hätten. Aber weder die öffentlichen Frauen bei den Sumerern noch die verheirateten und verwitweten Frauen bei den Assyrern waren Prostituierte.

 

Frage: „Also diente das Kopftuch einer Frau eigentlich schon vor tausenden Jahren, das heißt vor dem Islam bzw. Judentum und Christentum, einfach dazu, ihren Status zu zeigen?“

 

Cig: Das ist auf den Punkt genau, was ich sagen möchte. Sogar nicht ich, sondern die Geschichte sagt das. Weder ergänze ich die Tatsachen, noch interpretiere ich sie. Ich erzähle nur die wissenschaftlichen Fakten.

 

Das Kopftuch: eine alte Tradition



 

Also, wie man sieht, ist das Tragen eines Kopftuches eine ganz alte Tradition des Mittleren Ostens und des mesopotamischen Raums. Was die Verhüllung und das Tuch im Islam betrifft, ist es reine Interpretationssache, wie man die oben erwähnte Sure „Nur“ auslegt. Viele Hermeneutiker, aber auch viele Theologen, sind der Meinung, dass mit dem Bedecken von „Scham“ und „Schmuck“ Geschlechtsorgane, Busen etc. gemeint sind, und es gibt weder direkt, noch indirekt einen Hinweis darauf, dass der Kopf der Frau mit einem Tuch voll verschleiert werden soll. 

Im geschichtlichen Verlauf wurden aber in fast allen Religionen einige sittliche und gesellschaftliche Konventionen in das heilige Wort Gottes hineininterpretiert. Dadurch blieben gewisse gesellschaftliche Rollen und Positionen und damit Machtverhältnisse erhalten. Es stimmt allerdings nachdenklich, dass sehr alte Auslegungen und Interpretationen, sowie die Interpretationswahrnehmung dritter Personen, die sich mit dem Thema nicht ernsthaft auseinandergesetzt haben, heute zu ungerechtfertigten Belästigungen und politischer Instrumentalisierung führen und in Gestalt der „Kopftuchdebatte“ ein gesellschaftspolitisches Problem konstruieren.

 

Quellen: Der Koran, Die Bücher der größte islamischer Denker des 20. Jahrhunderts, Muhammed Iqbal (gestorben 1938) ) und Die Bücher von Prof. Dr. Yasar Öztürk, Hasan Hanefi ( Agathen), Ali Seitab ( Iran), Mehmet Akif ( Türkei) , Muhammed Abid El  Cabiri( Marakko), Dozent Dr. Mustafa Sag., Enfa, Deutsche Bibelgesellgeschaft

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14 09 2017
By: Redaktion 3 0

TKG: Islamic Banking verstößt gegen das EU Recht? 31 Thesen!

TKG erwartet EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen mehrere Finanzinstitute und EU-Staaten. Islamic Finance bzw. Islamic Banking verstößt gegen das EU-Recht und das EU-Diskriminierungsverbot.


„Das Scharia-Recht“ und die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme sind in Europa verboten. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) ist nicht gegen den „Islam“, sondern gegen Islamic „Banking“, das gerade von einer Privatbank als erste Bank in Österreich ab Februar starten soll. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in seiner Entscheidung vom 13.2.2003 etabliert und anerkannt, dass das „Scharia Recht“ und die Diskriminierung, die sich aus dem Scharia Recht ableitet, sowie die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme, in Europa verboten sind.

Am 14.01.2016 wurde in mehreren Zeitungen in Österreich folgendes berichtet: „Als erste österreichische Bank (Name bekannt), wagt sie sich in das wachsende Geschäft mit „Islamic Banking“ – eine Finanz- und Anlageform, welche die Scharia, das religiöse Gesetz des Islam, als Grundlage hat. Zinsen sind beim „Islamic Banking“ verboten, wie auch Geschäfte mit Unternehmen, die in Glücksspiel, Waffen, Alkohol oder Pornografie investieren. Überwacht werden diese Regeln von einem Korangelehrten (Scharia-Board). Als Zielgruppe werden die fast 600.000 in Österreich lebenden Menschen genannt, die sich zum muslimischen Glauben bekennen. Abgesehen hat es die Bank vor allem auf die türkische und bosnische Community, die zum Teil in der Muttersprache betreut wird. Der Flüchtlingsstrom aus dem arabischen Raum dürfte zusätzliche Nachfrage nach den Produkten bringen. Vor Jahren verlief ein ähnliches Projekt der Oberbank noch im Sand.“

Hier die 31 Thesen,  und Meinung der TKG (Türkische KULTURgemeinde in Österreich), warum diese das Islamic Banking in aller Freundschaft nicht unterstützt und ihren Mitgliedern nicht empfiehlt:
Die Sach­ver­halts­dar­stel­lung:

1. Islamic Finance (Banking, Versicherung) verstößt gegen das EU-Recht in allen 28 EU-Staaten, die freie Marktwirtschaft, die WTO-Regeln, das UWG, und die nationalen Gesetze von 170 Staaten in der ganzen Welt. Was hat die Religion mit dem Bankwesen zu tun? Halal-Zertifizierungen (Konformitätsbewertungen) sind kommerzielle (wirtschaftliche) Tätigkeiten mit einem Gewerbeschein, und keine religiösen Tätigkeiten. Konformitätsbewertungen sind kein Monopol der Glaubensgemeinschaften. Durch „konservative politische islamische Gruppen“ wird aus unserer Sicht, die „Islamische Religion“ als Vehikel benutzt um allen Bereichen der EU einen steuerbaren Marktmechanismus aufzuerlegen. In Koran und Sunna gibt es kein Scharia-Board. Dieses ist vor einigen Jahrzehnten erst von den poltisierten Islam Parteien und Verbänden für die Steuerung des europäischen und weltweiten Exportes Ihrer Politik (poltisierter Glaube) von Wirtschaft und Gesellschaft „erfunden“ worden. Hier wird unter dem Vorwand der Religionsfreiheit ein steuerbarer Marktmechanismus bei Halal-Zertifizierungen (inkludiert Islamic Banking, Islamic Finance, Islamic Versicherung) aufgebaut, der gegen das EU Recht, die freie Marktwirtschaft, das Gleichbehandlungsgesetz und das Diskriminierungsverbot der EU verstößt. Die Freiheit der Religionsausübung ist in erster Linie eine Angelegenheit des Gewissens jedes Einzelnen. Aber die Sphäre des individuellen Gewissens ist grundverschieden von der des „Privatrechts“, welches die Organisation und das Funktionieren der Gesellschaft als Ganzes betrifft und wo sich der Rechtsstaat aufbaut. Hier beginnen die Probleme für uns als säkulare muslimische AustrotürkInnen. Hier wird nach unserer Meinung auch unsere Religion Islam missbraucht.

2. 96 Artikel der konsolidierten Fassung des „Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union“, gültig ab 30.3.2010 (Amtsblatt der Europäischen Union C 83/47), 15 Artikel des „Vertrages über die Europäische Union“ (C 83/13) und 16 Artikel der „Charta der Grundrechte der Europäischen Union“ (C 83/02), werden durch die Zulassung von „Halal“ und „Islamic Finance“ verletzt. Um dem EU Staatsgrundsatz der Trennung von Kirche und Staat keine Umgehungsmöglichkeit zu schaffen, forden wir im Namen der TKG (Türkische KULTURgemeinde in Östereich) in diversen Normen Entstehungsprozessen, international und national, besonders dem Thema widmend, eine Normierung dieses Themas in allen Bereichen zu unterbinden!

3. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in seiner Entscheidung vom 13.2.2003 etabliert und anerkannt, dass das Scharia Recht und die Diskriminierung, die sich aus der Scharia ableitet, sowie die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme, in Europa verboten sind: „Die Einführung verschiedener Rechtssysteme kann nicht als vereinbar mit der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) betrachtet werden. Überdies würde es dem Diskriminierungsverbot des Art. 14 EMRK widersprechen. Die Scharia ist unvereinbar mit den grundlegenden Prinzipien der Demokratie, die in der Konvention festgeschrieben sind. Die Freiheit der Religionsausübung ist in erster Linie eine Angelegenheit des Gewissens jedes Einzelnen. Die Sphäre des individuellen Gewissens ist grundverschieden von der des Privatrechts, welche die Organisation und das Funktionieren der Gesellschaft als Ganzes betrifft.“
(Quellen: EGMR Entscheidung 13.2.2003, Bsw41340/98, Bsw41342/98, Bsw41343/98, Bsw41344/98)

4. Das gesamte bisherige Rechts- und Gesellschaftssystem wird ausgehebelt und das Scharia-Recht in Österreich und Europa eingeführt. Wenn es in allen europäischen Ländern „Ausnahmen und Befreiungen“ für eine Unterscheidung und Differenzierungen zwischen „Halal“ (reinen, erlaubten) und „Haram“ (unreinen, nicht erlaubten, verbotenen) EU-Produkten, EU-Unternehmungen, EU-Lebensmittel-Sektoren, die EU-Finanzdienstleistungs-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Arbeiter, Angestellte und Verbraucher in der EU gibt, würde sich eine neue rechtliche Situation in ganz Europa entwickeln, die in Widerspruch zu den bestehenden Grundsätzen der EU stehen. Die Einführung eines Islamischen Rechtssystem – (siehe letzte Entscheidungen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) unter Saudi Arabien etc.) führt zu einer Spaltung der europäischen Gesellschaft: Zweiklassengesellschaft. Wir müssen hier in aller Freundschaft Einspruch erheben.

5. Bei Rechtsstreitigkeiten müssen die Gerichte, Verwaltungsbehörden, der Oberste Gerichtshof, der Verwaltungsgerichtshof und der Verfassungsgerichtshof auf Grundlage des Scharia-Rechtes entscheiden und zwischen „reinen“ (erlaubten) und „unreinen“ (verbotenen) Produkten, Unternehmen, Konsumenten und Arbeitnehmern unterscheiden. Die zahlreichen Anstöße aus dem arabischen Raum übersehen für die europäischen Rechtskreise nämlich ein zentrales Faktum: Fragen der technischen Normung sind vom jeweiligen Gesetzgeber ganz genau für den Standardisierungs-Vorgang zugewiesenen Regelungseinheiten definiert, die ansonsten den parlamentarischen/demokratischen Prozess zur allgemeinen Gesetzeswerdung nicht stören dürfen. Somit darf es auch nicht sein, dass mit technischer Normung Grundprinzipien des Rechtstaates umgangen werden, wie z.B. jenes Faktum, dass das Staatskirchenrecht jedenfalls eine parlamentarische Aufgabe ist und keine Angelegenheit eines technischen Standards.

Es ist daher unvertretbar, parlamentarische Kompetenzen durch Herabstufung auf technische Normen zu nivellieren und zu umgehen. Ganz generell darf das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat auch und gerade im technischen Bereich nicht durch Hereinnahme islamischer Vorschriften verwässert werden.

Auch aus Sicht der technischen Normengestaltung ist es einfach widersinnig für ein und dieselbe Sachfrage einmal eine sogenannte säkulare Norm zu schaffen und parallel dazu eine sogenannte Islam-konforme Norm, denn es besteht die Gefahr, dass auch die Frage eines allfälligen Vorrangs einer Norm nach dem Kulturkreis und politischer Einflussnahme entschieden werden könnte. Zum letzten Punkt ist besonders anzumerken: Über die Nomenklatur, was HALAL/rein und was HARAM/unrein ist, herrscht zwischen den Glaubensrichtungen der Schiiten, der Sunniten und der Alewiten kein einheitliches Verständnis. Entscheiden sich Firmen wegen der Hoffnung auf neue Geschäftsfelder, Kundenwünschen nach religiös gestalteten Produkten entgegen zu kommen, ist das jeweils eine eigene Unternehmensentscheidung auf freiwilliger Basis –mit allen Konsequenzen, die ein solcher Entschluss mit sich bringt. Die Umstrukturierung der EU-Wirtschaft wird die Folge sein. Das Geschäftsvolumen für alle Bereiche des Lebens der EU-BürgerInnen soll bis zum Jahr 2050 für „Halal food“ (Lebensmittel, Getränke etc.) und „Islamic Finance“ (Bankwesen, Versicherungen, Finanzdienstleitungen, KFZ, Häuser, Wohnungen, etc.) beabsichtigen in jedem Jahr rund 2 Billionen Euro in ganz Europa zu erreichen. Eine solche Überlegung der Marktteilnahme rechtfertigt jedoch nicht die Schaffung allgemeiner Normen „erga omnes“(gegenüber Allen – kennzeichnet absolute Rechte, die nicht nur wie etwa vertragliche Rechte inter partes wirken, sondern gegenüber jedermann Geltung beanspruchen).

6.
  Der Hintergrund des Scharia-Rechts „Halal“ (und auch „Islamic Finance“) diskriminiert die Wirtschaft, Lebensmittel-Sektoren (Hersteller und Konsumenten), die Finanzdienstleistungen-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Produkte, Arbeiter, Angestellte und Verbraucher nicht nur in Österreich sondern in der ganzen Welt. Dies ist eine Verletzung des Gleichheitsprinzips. Die Konzeption (durch politisierten Glauben des Islam) von „Halal“ und „Haram“ wird unserer Ansicht nach der Europäischen Integrationspolitik entgegenwirken und steht in Widerspruch zu den Prinzipien der säkularen Europäischen Union.

7. Es gibt keine Trennung zwischen Staat und Religion.

8. Das Scharia-Recht ist die Grundlage des Islamic Finance Vertrages zwischen Bank und Kunde und umfasst alle Lebensbereiche und Handlungen eines Menschen.

9. Die Scharia hat keine fixierte Gesetzessammlung wie etwa österreichische Gesetzestexte im Bürgerlichen Gesetzbuch oder im Strafgesetzbuch, sondern eine Methode und Methodologie der Rechtsschöpfung. Die Scharia („Rechtsgutachten“) ist nicht der koranische Islam, sondern eine Deutung und ist daher subjektiv. Der Koran wurde bislang falsch interpretiert, sagen moderne Theologen. Der Theologe fordert eine Befreiung des Glaubens.

10. Religiöse Vorschriften und das Rechtsystem der Scharia stehen über den nationalen staatlichen Gesetzen und dem EU-Recht, was europäisches Recht verletzt.

11. Es wird zwischen „halal“ (reinen, erlaubten) und „haram“ (unreinen, verbotenen) Produkten, Unternehmen, Konsumenten und Arbeitnehmern unterschieden.

12. Unternehmen, Produkte, Konsumenten und Arbeitnehmer, die nicht „halal“ sind, werden in Österreich und in der EU diskriminiert.

13. Es werden der Gleichheitsgrundsatz, das Gleichbehandlungsgesetz, das Gleichbehandlungsgebot und das Diskriminierungsverbot der EU verletzt.

14. Aus den Entscheidungen der europäischen Gerichtshöfe geht hervor, dass die Einführung des Scharia-Rechtes und die damit verbundene Diskriminierung mit den grundlegenden Prinzipien der Demokratie, der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK), der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (GRC) und dem EU-Recht nicht vereinbar sind.

15. Die wiederholten Versuche verschiedener Banken und Versicherungen in Europa übersehen, dass Islamic Finance (Islamic Banking, Versicherung, etc.) den parlamentarischen und demokratischen Prozess zur allgemeinen Gesetzeswerdung nicht stören dürfen.

16. Somit darf es auch nicht sein, dass mit Islamic Finance die Grundprinzipien des Rechtstaates umgangen werden, wie z.B. jenes Faktum, dass das Staatskirchenrecht jedenfalls eine parlamentarische Aufgabe ist und keine Angelegenheit eines Standards einer Bank oder Versicherung. Die islamischen Staaten wollen sich aus vielen Presseberichten auf einheitliche Standards für sogenannte Halal-Produkte ink. Islamic Finance/Banking verständigen, die den Maßgaben des islamischen Religionsrechts (Scharia) entsprechen. Auch pharmazeutische Produkte und Kosmetika sollen geprüft werden. Anfang Dezember 2015 kam dazu am Sitz der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) im saudi-arabischen Dschidda ein zweitägiges Forum zusammen. Nach Angaben des staatlichen emiratischen Pressedienstes WAM sollte es dabei unter anderem um Fragen der Zertifizierung von Unternehmen sowie um Produktrichtlinien und Verfahrensweisen im internationalen Handel gehen. OIC-Generalsekretär Iyad bin Amin Madani betonte, Halal-Erzeugnisse umfassten nicht nur Nahrungsmittel, sondern etwa auch pharmazeutische Produkte, Kosmetika und Banken. Die Ergebnisse des Forums sollten als Empfehlungen kommendes Jahr dem Außenministerrat der OIC-Staaten vorgelegt werden. Das Marktvolumen von Produkten, die ausdrücklich in Einklang mit islamischen Vorschriften stehen, wird laut WAM auf 2,3 Billionen US-Dollar geschätzt (2,1 Billionen Euro). Davon entfallen 1,4 Billionen auf Nahrungsmittel und 506 Milliarden auf Kosmetik. Im Falle des internationalen Gründungsantrags der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) mit Sitz in Saudi Arabien oder „Vereinigte Arabische Emirate“ (V. A. E.) geht es nun nicht mehr alleine um Lebensmittel oder Finanzen, sondern es geht um fast alle Technologiefragen, um die Umwelt, um Textilien, chemische Produkte (Kosmetika), islamkonforme Krankenhausausstattungen, Logistik, usw.

Aus österreichischer Sicht können diese Vorhaben keinesfalls gutgeheißen werden, da ganz stark in säkulare Erzeugungs-, Bedienungs-, Verkaufs- und Servicevorschriften eingegriffen werden würde.

Halal (erlaubt, zulässig) -Zertifizierungen (siehe Spar Produkte) sind keine religiösen Praktiken, sondern wirtschaftliche Aktivitäten.

Durch „islamistische und konservative islamische Gruppen“ wird aus unserer Sicht „islamische Religion“ als Vehikel benutzt um allen Bereichen der EU einen steuerbaren Marktmechanimus aufzuerlegen.

Die Halal-Zertifizierungen (Konformatitäts-Bewertung) sind eine kommerzielle (wirtschaftliche) Art mit einem Gewerbeschein, und keine religiösen Tätigkeiten.  Schlussfolgerung: Konformitätsbewertung (Zertifizierung) ist kein Monopol der religiösen Gemeinschaften.

17. Es ist hier unvertretbar, parlamentarische Kompetenzen durch Herabstufung auf finanztechnische Standards zu nivellieren und zu umgehen. Ganz generell darf das Prinzip der Trennung von Religion und Staat auch und gerade im finanztechnischen Bereich nicht durch die Hereinnahme von Scharia Vorschriften verwässert werden.

18. Islamic Banking verstößt gegen das EU-Recht und das EU-Diskriminierungsverbot. „Das Scharia-Recht“ und die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme sind in Europa verboten. Die Scharia wird von Menschen beeinflusst von ihren Instikten, Komplexen, Neigungen, ihren Interessen und ihrer Voreingenommenheit. Koranische Verse und Aussagen von Propheten werden hier selbst produziert, verfälscht, manupuliert – die wenigen Richtigen vernebelt, verdunkelt oder aus dem Kontext gerissen, falsch übersetzt, falsch interpretiert oder für eigene Zwecke missbraucht und an die Öffentlichkeit unter dem Vorwand „Scharia“ bzw. „Scharia Board“ (subjektives Rechtsgutachten von Menschen) gebracht. Wir haben hier den Verdacht, dass am europäischen Finanz- und Lebensmittelmarkt durch Lobbyisten systematisch aus den Unkenntnissen, Unwissenheiten bzw. Vorurteilen der Menschen bezüglich des verstandbezogenen „koranischen Islams“  im Unterschied zu subjektiven „von Menschen gemachten Scharia bzw. Scharia Vorstand(Board)“ Parallelwelten gebildet werden. Ein Beispiel sind Halal-Lebensmittel sowie Banken und Finanzprodukte, die religiöse Muslime ansprechen sollen. Wir müssen hier zur sachlichen und kritischen Aufklärung zurückkommen und das fordert ein an Wahrheit gebundenes sachliches Wissen. Also Inhalte ohne Vernebelung der Fakten und Quellen. Wir brauchen hier aber dringend wahre Freunde ohne Hetze und auch ohne Vernebelung damit wir die Spreu vom Weizen trennen können.

19. Wenn es in allen europäischen Ländern „Ausnahmen und Befreiungen“ für Unterscheidungen und Differenzierungen zwischen „Halal (reinen, erlaubten) und „Haram“ (unreinen, verbotenen) Produkten, Unternehmungen, Lebensmittel-Sektoren, Finanzdienstleistungs-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Arbeitern, Angestellten und Verbrauchern gibt, würde sich eine neue rechtliche Situation in ganz Europa entwickeln, die in Widerspruch zu den bestehenden Grundsätzen der EU steht.

20. Die Einführung eines islamischen, finanztechnischen Rechtssystems neben dem bereits bestehenden europäischen Rechtssystem und die Unterscheidung in „halal“ und „haram“ führen zu einer Spaltung der europäischen Gesellschaft (2-Klassen Gesellschaft), was nach EU-Recht verboten ist.

21. Jedes Finanzinstitut, das diese Grundsätze nicht einhält, macht sich strafbar und schadenersatzpflichtig.

22. Beim bisherigen europäischen und weltweiten Finanzsystem nehmen die Bürger, Firmen und Behörden einen Kredit auf und sind der Besitzer ihres Eigentums. Bei Islamic Finance sind die Finanzinstitute der Besitzer des Eigentums für die Dauer der Rückzahlungsraten im Zeitraum von zwanzig oder dreißig Jahren bis zur letzten Rate. Es kommt zu einer Umverteilung des Vermögens.

23. Im Jahr 2050 werden etwa 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben, wovon etwa 2,5 Milliarden Muslime sein werden.

24. In der Vergangenheit sind bereits zahlreiche Finanzinstitute insolvent geworden. Die Konkursmasse beinhaltet auch das Eigentum von Islamic Finance. Durch die Finanzkrise der Finanzinstitute geht bei einer Insolvenz das Vermögen in die Konkursmasse über.

25. Fast alle weltweiten Finanzinstitute haben ausländische Beteiligungen. Diese nehmen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Einfluss auf die Länder. Durch die Umverteilung des Vermögens kommt es zu einer verstärkten Einflussnahme, was gegen das EU-Recht und den Gleichheitsgrundsatz sowie gegen die Interessen der EU verstößt.

26. Wenn EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Staaten erkennen, dass die finanztechnische Islamisierung der europäischen Wirtschaft und des Finanzwesens eine Bedrohung der EU-Grundsätze ist, muss damit gerechnet werden, dass es EU-Vertragsverletzungsverfahren mit sehr hohen Schadenersatzbeträgen und sehr schwerwiegenden Sanktionen gegen die jeweiligen Finanzinstitute und EU-Staaten gibt.

27. Warum gibt es nicht Begriffe oder Bestimmungen mit dem Namen „Jewish Banking“ oder „Christian Banking“, aber den Begriff „Islamic Banking“? Und warum unterstützen das so gerne viele Europäer gierig mit verschiedenen sehr bedenklichen Argumenten? Welche Länder, welche politischen Parteien, Institutionen, Verbände, Medien, Finansinstitute (in Österreich und in der Welt) und welche Personen mit welchen Zwecken unterstützen Islamic Finance (Banken, Versicherungen)?

28. Warum versucht man im Islam so etwas wie Islamic Banking aufzubauen, das sogar in der Türkei von der Mehrheit der Bevölkerung (75 Mio. Einwohner) nicht angenommen wird. (ab 1980 steigend)

29. Das Wort „Riba“ im Koran darf nicht als „Zins“ verengt interpretiert werden, sondern deutet auf jede heuchlerische, underdrückerische und ausbeuterische Vermehrung des Vermögens hin.

30. Wie können also zwei türkische Banken (Vakifbank, Denizbank) auf dem freien Markt sogar mit höheren (Spar- und Kredit-) Zinsen als ihre Konkurrenz in Österreich Kunden gewinnen und Inserate auf den (teuren) ersten Seiten der Zeitschriften und Magazine in Europa täglich für solche Spareinlagen schalten?

31.  Wir möchten eines hervorheben:  Die Scharia und „Scharia Board“ etc. sind keine fixierte Gesetzessammlung (wie etwa  öster. Gesetzestexte im Bürgerlichen Gesetzbuch oder im Strafgesetzbuch), sondern eine subjektive von Menschen gemachte Methode und Methodologie der Rechtsschöpfung“. Der Begriff Scharia (Bedeutung: Weg zur Wasserquelle, deutlicher, gebahnter Weg) hat seinen Ursprung im Koran.

Erwähnt wird er dort jedoch nur an einer einzigen Stelle: Sure 45, Vers 18, wo er ursprünglich den Pfad in der Wüste bezeichnet, der zur Wasserquelle führt, woraus sich für Muslime der göttliche Ursprung der Scharia herleitet, die seine Bezüge nach dem Zeitalter der Kinder Israels nehmen. Sure 45 Vers 18: „Hierauf (das heißt nach dem Zeitalter der Kinder Israels) haben wir dich in der Angelegenheit auf einen (eigenen) Ritus festgelegt“. Das Wort „Ritus“ steht in vielen Übersetzungen für Scharia als religiöses Gesetz und hier liegt das Problem. Sollte nicht gegen diese verkehrte Logik, die hier Kunden, Institutionen, politische Parteien und Medien für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, demokratischer Einspruch erhoben werden?

Fazit: Nach unserer Meinung sind diese „Halal“-Produktlinien (halal bedeutet übersetzt „erlaubt“) und das „Islamic Banking“ durch die Unterstützung mancher Standesvertretungen bzw. Personen nicht Formen der erwünschten kulturellen Vielfalt, sondern Anzeichen für die Schaffung einer „parallelen Welt“ oder sogar eines „parallelen Planeten“ in ganz Europa.Diese Entwicklung verfolgen wir Europäer mit türkischer Abstammung kurz „Euro-Türken“ deswegen mit Trauer, weil hier der wahre Glaube (der Islam), der im Koran schwarz auf weiß aufgezeichnet ist, gegenüber den Menschen verfälscht („Verfälschter Islam“) wiedergegeben wird. Das schafft leider Vorurteile und erschwert das Zusammenleben. Alle politisch Handelnden stehen nun in der Pflicht und in der Verantwortung, alles daran zu setzen, dass die Menschen friedlich zusammenleben können und die Religion nicht missbraucht wird.

Wir, als TKG, wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass wir als Menschheit friedlich zusammenleben müssen. Denn das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“, „Aufklärung“ und „Vertrauen“. Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten: Friede, Glück, Wohlbefinden, Vertrauen und Aufklärung!

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/SNME/SNME_02180/fnameorig_372300.html

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)
Obmann

Dipl.-Ing. Birol Kilic

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05 09 2017
By: Redaktion 0

Türkei als Deutschlands Spucknapf Keine gute Methode?

Deutschland wählt am 24. September 2017. Viel Erfolg, Glück, Selamlar und Frieden aus Wien.

Eine Analyse von Birol Kilic

Im TV-Duell mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag (03.09.2017) erhob Martin Schulz (SPD) die Forderung, die EU-Beitrittsverhandlungen und die Zollunion mit der Türkei abzubrechen. Er weiß, dass er damit Erdoğans autokratische Agenda bedient. Die Pläne von Schulz, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei abzubrechen, stärken die Erdoğan-AKP.

Die Türkei besteht nicht nur aus Erdoğan und seinen Anhängern. Der Versuch die Türkei so wegen des undemokratischen Erdoğan AKP- Regimes aus Deutschland zu degradieren, ist nicht nur der falsche Weg und keine gute Methode, sondern ein Bumerang mit schweren Folgen für Deutschland. Deutschland und die EU versprechen nicht das, was sich viele demokratiebewusste säkulare Türken erträumt haben. Noch weniger darf die Türkei pauschal zum Spucknapf der deutschen Europa-Politik werden, wo doch für die deutsche Wirtschaft Kleinasien ein riesengroßer Markt ist (81,6 Mio. Einwohner).

Die AKP-Bewegung Milli Görüs („Nationale Sicht“, Nähe zur Moslembruderschaft) hat seit ihrer Gründung im Jahre 1970 ein großes Problem mit der säkularen Türkischen Republik. Sie wollen die laizistische, freiheitliche, demokratische Grundordnung der Republik in der Türkei beseitigen und zu einer neoliberalen, islamischen Republik umbauen. Die AKP-Milli Görüs Bewegung ist damit eine konterrevolutionäre („Politischer Islam“) Bewegung gegen die säkulare, laizistische und freiheitliche, demokratische Grundordnung der Türkischen Republik und sicher auch der Deutschen Republik.

Wir müssen als streitbare und wehrhafte Demokraten gegen verfassungsfeindliche Einzelpersonen und Personenzusammenschlüsse (Parteien, Vereine und Organisationen) in der Türkei, in Deutschland und in Österreich präventiv vorgehen, bevor sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtete Taten vermehren. Dazu brauchen wir aber die demokratiebewussten Türken in der Türkei, in Deutschland, in Österreich und allgemein in der EU, die sich von allen Seiten vor den Kopf gestoßen fühlen. Wir wünschen eine wirtschaftlich starke, unabhängige und demokratische Türkei. Wir fordern in der Türkei dringend eine Rückkehr zum Rechtsstaat, einen umfassenden Friedensprozess und ein Wiedererleben der Demokratie.

Wir fordern alle demokratischen Kräfte in Österreich, in Deutschland und in der EU auf, die Augen vor diesen Ereignissen nicht zu verschließen und die Türkei wieder auf den richtigen, demokratischen Pfad ohne die demokratiebewusste Gesellschaft zu vergessen zu bringen.

Die Türkei als Nachbar liegt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sicherheitstechnisch und geostrategisch im existenziellen Interesse der Europäer und nicht umgekehrt. Es muss hervorgehoben werden, dass die Türkei nicht nur aus Erdoğan, der AKP und der politischen islamischen Bewegung Milli Görüs besteht. Die deutsche Regierung muss auch bedenken, dass es eine Zeit nach Erdoğan geben wird. Die letzten sechs Monate haben gezeigt, dass es in der Türkei nach wie vor eine starke und aktive Zivilgesellschaft gibt.

Deutschland ist wirtschaftlich bedeutend, wird aber politisch wegen des „gewöhnliche US-Kolonie“  Images als ein Zwerg angesehen. Brexit wird gravierende politische und wirtschaftliche Folgen für Deutschland und die EU haben. Langfristig brauchen Deutschland und die EU die Türkei mehr, als die Türkei die EU. Deutschlands Verhältnis zur Türkei war und wird nie nur ein außenpolitisches Thema. Mehr als drei Millionen Menschen mit Herkunft aus der Türkei leben in Deutschland, es ist eine vielfältige Community. Sie sind sehr unzufrieden und fühlen sich als Geisel genommen. Das weiß das Erdoğan-AKP- Regime und sie haben nichts mehr zu verlieren! Deutschland hingegen schon. Vorsicht Deutschland! Die Arroganz der Macht? Diese Zeiten sind leider vorbei.

Die deutsche Politik muss besonnen agieren, um Erdoğan nicht zur künstlichen und letztendlich von Deutschland ungewollten Stabilisierung seiner Machtbasis zu verhelfen.

EU-Türkei und die Missgeburt am 1.1.1996 namens Zollunion

Die Pläne von Schulz und Merkel, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei abzubrechen, stärken die Erdoğan-AKP. Der EU wird damit ein Bärendienst erwiesen und Öl ins Feuer gegossen. Langfristig entspricht der Abbruch der Verhandlungen nicht den Interessen der EU und schon gar nicht jenen der Bundesrepublik Deutschland. Die Provokationsspirale zwischen der EU und der Türkei schadet Deutschland und der EU mehr als der Türkei. Die Troika Erdoğan, AKP und Milli Görüs hat nichts mehr zu verlieren, als ihre stark angeschlagene politische Bonität. Das Signal, dass die Türkei nicht zu Europa gehöre, ist falsch und schwächt die demokratischen Kräfte in der Türkei, die versuchen, die Demokratie und die Säkularität wieder zurückzugewinnen.

Wenn die CDU/CSU und die SPD im Bundestagswahlkampf so tun, als ob die Türkei nur aus Erdoğan und seinen Anhängern bestünde, vergessen sie die Mehrheit der demokratisch und säkular denkenden Türken.

Während an die türkischen Erdoğan-Anhänger saure Wahlzuckerl verteilt werden, die in islamistisch-antieuropäisches Zellophan eingewickelt sind, werden die demokratischen, säkularen und westlich orientierten Türken, die für die Freiheit ihrer Freunde kämpfen, verraten und vor den Kopf gestoßen.

Schulz hält der westlichen Libertas den Pfefferspray der politischen Arroganz entgegen und bemerkt nicht, dass er selbst bereits auf einem Auge blind ist. Denn ein Bruch der Beziehungen zur EU stärkt das autokratische System der Erdoğan-AKP. 

Ein solcher Schritt wäre unumkehrbar und ein großer Schaden, vor allem für die europäische Stabilität und die Wertegemeinschaft. Von Solidarität spricht sowieso kaum noch jemand. Die von der Erdoğan-Troika regierte Türkei hat massive demokratiepolitische und rechtsstaatliche Defizite, die für die EU keinesfalls zu akzeptieren sind. Ein Abbruch der Verhandlungen ist aber der falsche Weg. Noch dazu befindet sich die deutsche Wirtschaft in der Türkei im Kaufrausch.

Schulz will mit seinem Statement politisches Kleingeld schlagen und die Bundestagswahl gewinnen. Das ist Wahlkampf. Eine deutsche Bundesregierung muss aber bedenken, dass es auch eine Zeit nach dem 24. September und nach Erdoğan gibt.

Konterrevolutionäre Bewegung gegen die säkulare laizistische Türkische Republik

Milli Görüs ist damit eine konterrevolutionäre Bewegung gegen die säkulare, laizistische Republik („Politischer Islam“). Seit der Gründung der Bewegung sind fast 50 Jahre vergangen und sie hat viel Unterstützung, auch aus Deutschland, bekommen.  Sie haben den Laizismus durch die AKP-Regierung de facto seit 2002 ausgeschaltet. 2017 hat Erdoğan die Türkei mit dem Referendum für die Präsidentschaft in eine Moslem Brüder-Milli Görüs- AKP-Republik umgewandelt, in der die Gewaltenteilung aufgehoben wurde und von einem Rechtsstaat wenig übrig geblieben ist. Die Mehrheit der Türken ist gegen die AKP-Regierung.

 

Eine Schande für die moderne Türkei im Jahr 2017.

Die streng säkulare Staatsdoktrin von Kemal Atatürk ist schon länger unter Beschuss und soll jetzt ganz beendet werden. Wer das nicht will, wird eingesperrt, mundtot gemacht oder verliert seinen Arbeitsplatz. Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg dieses Vorhabens, nämlich die Beendigung der Verhandlungen mit der EU und der säkularen Staatsdoktrin, ist die Entfremdung des türkischen Volkes von der westlichen Staaten- und Wertegemeinschaft. Denn nach wie vor ist das Gros der Türken im westlich-pluralistischen Wertegefüge verankert und will auch daran festhalten. Für die Pro-EU-Bewegung in der Türkei sind daher Statements von Schulz & Co ein herber Rückschlag. Eine Schande für die moderne Türkei im Jahr 2017.

Viele Türken protestieren gegen die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel und andere Journalisten und fordern seine sofortige Freilassung. Wir müssen die Meinungen von Journalisten nicht teilen. Über heikle Themen wie Terrorismus und Attentate gegen die  AKP Regierung zu schreiben, bedeutet in der Türkei sogleich, dass diese Aktivitäten von diesen Journalisten auch unterstützt werden.

Die AKP Regierung sollte hier die kritischen Journalisten nicht mit unfairen Ermittlungsmethoden zum Schweigen, in Verruf oder hinter Gitter bringen. Das schadet der Türkei und ihrer Bevölkerung. Das Ganze riecht nach McCarthyismus. Die McCarthy-Ära in den USA bedeutete Gesinnungskontrolle. Personen wurden mit unzureichenden Anschuldigungen und unfairen Ermittlungsmethoden zum Schweigen oder in Verruf gebracht. Yücel hat mit Terror nichts zu tun. Was wir fordern ist eine rechtsstaatliche Türkei mit strenger demokratischer Gewaltenteilung, damit alle BürgerInnen sich sicher fühlen können.

Deutscher Präsident des Verfassungsschutzes Maaßen: „Wir betrachten die Türkei auch als Gegner“

Die Bundesregierung äußerte deutliche Kritik an Ankara, nun legt der deutsche Verfassungsschutz nach: Präsident Maaßen warnt davor, dass sich die türkischen Geheimdienste in Deutschland „statuswidrig“ verhalten. „Wir betrachten die Türkei spätestens seit dem Putschversuch im vergangenen Sommer und den Veränderungen der türkischen Innenpolitik als Nachrichtendienst nicht nur als Partner, sondern mit Blick auf Einfluss-Operationen in Deutschland auch als Gegner“, sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz.  Das Erdoğan –AKP Regime macht Amerika und Deutschland für den Putschversuch verantwortlich. Unglaublich, aber wahr! Inzwischen verkauft und schenkt Deutschland eine weitere Lieferung mit Waffen und Ausrüstung  in den Nahen Osten.

Das Wort „Gegner“ bedeutet übersetzt „Hasım“ und hat eine sehr negative Konnotation. Deutschland agiert hier langfristig egoistisch, arrogant und falsch. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Diese Situation nicht akzeptabel.

Kaufrausch!

Gegner hin oder her. In der Türkei sind die deutschen Firmen in ihrem Kaufrausch aktiver als je zuvor. Warum? Weil Sie die Türkei kennen und so günstig wie möglich in Firmen und Immobilien investieren möchten. Das ist ein starkes Missverhältnis zur realen deutschen Außenpolitik. Deutschland wird in der Türkei wirtschaftlich eigentlich immer mächtiger und gleichzeitig sieht der Präsident des Verfassungsschutzes die Türkei auch als Gegner. Wie kommt das?

Wegen seiner zunehmend schwachen Performance und der sich verstärkenden Fliehkräfte im rechten türkischen politischen Spektrum braucht das AKP-Regime virtuelle Feinde im Ausland, um die Reihen in seiner Wählerbasis zu schließen.

Missgeburt Zollunion: Seit 1.1.1996 ist die Türkei ein „Mitglied zweiter Klasse“

Eine missglückte Zollunion ab 1.1.1996 ohne die Beitritts- Perspektive der Türkei zur EU auf eine uneingeschränkte Vollmitgliedschaft führte dazu, dass manche EU-Mitglieder, wenn auch nicht alle, die Türkei, mit oder ohne Erdoğan-AKP, seit Jahren innen- und außenpolitisch präpotent herablassend behandeln.

Um diese Situation zu entschärfen müsste auf der anderen Seite die Türkei durch Nachjustierung der „nicht“ im türkischen Parlament ratifizierten Zollunion-Verträge die Beziehung mit der EU auf eine ehrliche Ebene ziehen, statt zu drohen.

Bei so einer verdorbenen Beziehung, wie der zwischen der EU und der Türkei, kann sich kein Partner mehr etwas leisten, weil im Endeffekt soziale, wirtschaftliche und vor allem menschliche Dramen und Probleme entstanden sind und in Zukunft weiter entstehen werden.

Fakt ist: die Zollunion der EU mit der Türkei gleicht einer Missbrauchs-Beziehung, die sich nicht auf gleicher Augenhöhe abspielt, sondern den Charakter der Versklavung oder zumindest der Unterwerfung der Türkei unter das Joch der EU hat. Das Handelsbilanzdefizit der Türkei gegenüber der EU stieg vom 1.1.1996 bis zum 1.1.2017, also in 20 Jahren, auf mehr als 100 Milliarden Euro.

Es wurde über Jahre deswegen hervorgerufen, weil die Türkei seit 1.1.1996 eine unwürdige, nicht gleichberechtigte Beziehung mit der EU eingegangen ist, womit die türkische Vollmitgliedschaft für die EU eigentlich aufgrund des bestehenden Zollunionsvertrags gar nicht mehr weiter interessant ist. Mit dem unfairen und ausbeuterischen Zollvertrag fahren die EU-Staaten viel besser.

Kurz gesagt hat man das Beste aus der Türkei schon bekommen. Nämlich eine sehr günstige Zollunion mit der Türkei am Gängelband. Warum sollte man in Brüssel der Türkei dann noch weitere Macht in Form von Mitspracherecht verschaffen? Die EU hat viel bessere Karten als die Türkei und deswegen kann man die Türkei noch immer an der Nase herumführen.

Eine türkische Lebenslüge

Blättern wir zurück in der Geschichte: „Selam, hallo Europa!“, „Grüß Gott, Europa!“, „Guten Morgen, Europa!“, jubelten die Schlagzeilen der türkischen Presse am Morgen des 1. Jänner 1996.

Eine wahre Euphorie am Tage nach dem Inkrafttreten des Vertrags der Zollunion mit der EU erfasste die ganze Türkei.

Dem Jubel folgte aber bald der Katzenjammer. Die Türkei musste bald erkennen, dass die Zollunion der EU mit der Türkei kein ausgewogener Wirtschaftsvertrag ist, sondern ein einseitiger, undemokratischer und rechtswidriger Unionsvertrag. Er ist eine Lebenslüge, mit der man täuschen wollte.

Die Türkei hat mit der Zollunion seit 1996 bis heute einen Großteil ihrer nationalen Souveränität nach Brüssel abgetreten, ohne in der EU-Zentrale in Brüssel irgendeinen Einfluss auf den multinationalen Entscheidungsprozess zu haben.

Abgesehen von der Landwirtschaft (die noch ausgedehnt werden soll) und den Dienstleistungen (die zurzeit ausgedehnt werden), beide stark reglementiert, soll die Zollunion in den kommenden Jahren weiter expandieren, der Gewinner ist damit wieder die EU!

Zwischen den EU-Staaten und der Türkei werden seit über 20 Jahren Waren, Dienstleistungen (begrenzt) und Kapital (unbegrenzt) gehandelt und transferiert. Die EU exportiert seit 1996 mehr Waren und Dienstleistungen in die Türkei als diese in die EU. Bis Ende 2016 betrug das Handelsbilanzdefizit für die Türkei über 100 Milliarden Euro, im Durchschnitt ca. 5 Milliarden Euro pro Jahr. Das Leistungsbilanzdefizit der Türkei wurde durch die Zollunion keineswegs positiv beeinflusst, wie von allen Seiten bisher stets behauptet wurde. Im Gegenteil profitiert vielmehr die EU davon. Die Türkei hat viele vertragliche Verpflichtungen auf sich genommen, aber in den politischen Entscheidungsgremien ist sie weder vertreten, noch irgendwie eingebunden, ist sie ja nicht Mitglied der EU. Die EU und insbesondere Deutschland waren nicht ehrlich zur Türkei, das zeigen die Probleme mit der Zollunion seit 1996.

Von der Maschekseite!

1996 ist die Türkei inoffiziell „Handelspartner zweiter Klasse“ Europas geworden, der – man mag es bedauern oder nicht – nie Vollmitglied werden wird, allen Diskussionen zum Trotz!

Warum sollten sich auch die 28 EU-Vollmitglieder ein handelstechnisch bereits vollkommen abhängiges Land als Vollmitglied wünschen?

Mit der Zollunion hat die EU die Türkei ohnedies bereits an der Kandare. Genau deswegen sagte der österreichische Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) im Interview am 4. August 2016 in der Presse: „Ökonomisch sitzen wir am längeren Hebel. Die Türkei ist von uns weitgehend abhängig.“

Eine unwürdige Situation! Aber was sagt dazu die Mehrheit der Türken und Türkinnen? Für die Mehrheit der Türken und Türkinnen geht es darum, dass die Türkei so viele EU-Wertestandards wie möglich umsetzt. Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit müssen in vollem Umfang Einzug halten! In der Türkei ist jedem klar, dass es der Europäischen Union gar nicht um einen vollen EU-Beitritt der Türkei geht.

Die Türken fordern natürlich hohe Standards im Bereich der Menschenrechte, der Rechtssicherheit und der Pressefreiheit, denn alles andere stärkt nur die radikalen Kräfte in der Türkei! Beispielsweise durften Spanien, Portugal und Griechenland aufgrund ihrer nationalen Interessen erst nach Jahren ihrer Vollmitgliedschaft die Zollunion sukzessive verwirklichen. Aber bei der Türkei sollte es nicht nur umgekehrt sein, sie agierte politisch zudem geradezu dramatisch falsch. Ja, in gewisser Weise wurde die Türkei sogar Opfer ihres eigenen verhandlungsstrategisch durchaus klugen Stufenplans.

Man wollte auf gut wienerisch „von der Maschekseite“, also durch die Hintertür, in die EU kommen.

Dass auf halber Strecke der Pilot aussteigt und beide Fallschirme mitnimmt, war nicht geplant. Auch die jüngeren 14 Mitglieder aus Osteuropa, wie etwa Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Slowenien, Tschechien und die Slowakei, haben nie über „erst Zollunion, dann Vollmitgliedschaft“ verhandelt, keiner hat es auch nur angesprochen, keiner hätte es akzeptiert.

Man wurde Vollmitglied und ist parallel dazu gleichzeitig in die Zollunion als gleichberechtigter Partner auf Kommissionsebene und Parlamentsebene eingestiegen. So war das immer, außer bei der Türkei! Auch der jüngste Kandidat, Kroatien, wurde nicht sofort in die Zollunion aufgenommen.

Auch dem Beitrittskandidaten Serbien geht zuerst um einen Beitritt zur EU und nicht um einen Zollvertrag.

Nun hat die Türkei zwar mit 1.1.1996 als Mitglied der EU-Zollunion sozusagen die höheren Weihen erreicht, aber nicht bedacht, dass es kein politisches Mitspracherecht in Brüssel bezüglich seiner eigenen Zölle mit Drittländern hat.

Das bedeutet, dass in Brüssel gerade 28 Vollmitglieder der EU mit den jeweiligen politischen und wirtschaftlichen Repräsentanten und Interessenvertretern auf allen Ebenen über die Zukunft der Europäischen Union entscheiden, wobei jedes Mitgliedsinteresse berücksichtigt wird. Nicht aber jenes der Türkei. Denn die hat auf dieser Ebene kein Mitspracherecht.

War Deutschlands Türkei-Politik immer so feindlich? Leider ja!

Die Türken schreiben: “Nichts kann die Türkei zurzeit so gut auf einen stabilen, zivilen Pfad bringen wie Verlässlichkeit, Fairness und ein Partner, der das Land ernst nimmt und es gut mit ihm meint. Dazu gehört dann natürlich auch Kritik. Sie kann und soll mit jeder positiven Erfahrung immer nachdrücklicher werden.“

Erdoğans Machtbasis ist fragil und je fragiler diese Machtbasis wird, desto gefährlicher kann er werden.

Fazit: Die deutsche Politik muss besonnen agieren, um ihm nicht zur künstlichen und letztendlich von Deutschland ungewollten Stabilisierung seiner Machtbasis zu verhelfen. Es ist nicht fair, wenn die Türkei von SPD-Kandidat Martin Schulz zum Spucknapf Europas gemacht wird.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

 

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01 09 2017
By: Redaktion 0

Gedanken zum Opferfest – Eid Mubarak!

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01 09 2017
By: Redaktion 0

Im Schatten von Sisi und Sachertorte

Zwei Japanerinnen versuchen sich angestrengt an einem Selfie mit der Hofburg im Hintergrund. Eine Gruppe junger Slowenen läuft laut schnatternd einer Stadtführerin  hinterher. Und ein älteres Ehepaar knipst vom Fiaker aus noch schnell ein Foto von der Reiterstatue Erzherzog Karls, ehe die Fahrt Richtung Hofreitschule und Stephansdom weitergeht. Robert Tatar führt seine Tour-Teilnehmer, die sich an diesem stürmischen Dienstagvormittag auf dem Heldenplatz versammelt haben, ebenfalls an Wiens bekanntesten Sehenswürdigkeiten vorbei. Sprechen wird der 32-Jährige allerdings nicht über Prachtbauten, sondern Sozialeinrichtungen für Obdachlose. Statt um Sisi und Sachertorte geht es bei den sogenannten „Shades Tours“, die den Blick auf die Schattenseiten hinter der monumentalen Kulisse von Österreichs Hauptstadt lenken wollen, um das Schicksal der knapp 10.000 wohnungslosen Menschen in Wien – geschätzt 1.200 davon nennen tatsächlich den öffentlichen Raum ihr Zuhause. „Die Dunkelziffer dürfte aber weit höher sein“, sagt der Guide, der wie auch seine derzeit drei Kollegen lange Zeit selbst auf der Straße gelebt hat.

Von Stephanie Schuster

Wien-Robert Tatar, ein Deutscher aus der Nähe von Kassel, kommt im Herbst 2013 der Liebe wegen nach Wien – doch die gläubigen muslimischen Eltern seiner aus Mazedonien stammenden  Freundin wollen keinen Atheisten aus Deutschland unter ihrem Dach dulden. Ein billiges Hotelzimmer kann sich Tatar, der mit 18 von zuhause abgehauen war und den Kontakt zu seiner Familie abgebrochen hatte, nur einige Wochen lang leisten, und einen Job findet der gelernte Kaufmann mit dem abgebrochenen Lehramtsstudium auf die Schnelle nicht. Also geht er zum Westbahnhof, wo er einen Monat zuvor angekommen ist – da gibt es immerhin kostenloses W-LAN.

„Und dann ging alles sehr schnell“, erinnert sich Tatar, der vor den etwa 15 Tour-Teilnehmern ganz offen über seine eigene Geschichte spricht. Da er bisher in Österreich keinen Wohnsitz hatte und keiner sozialversicherungspflichtigen Arbeit nachgegangen war, habe er weder Anspruch auf Sozialhilfe, noch auf eine Schlafstelle in einem Quartier der Stadt Wien gehabt. „Infolge der großen Flüchtlingswelle von 2015 wurden die Auflagen für Ausländer hier deutlich verschärft. Um als anspruchsberechtigt zu gelten, muss man jetzt mindestens fünf Jahre eine feste Wohnadresse in Österreich haben“, erklärt Tatar. Dass sich dadurch inzwischen 70 Prozent der Wohnungslosen – darunter viele Armutsflüchtlinge aus Südosteuropa – ganz ohne staatliche Hilfe durschlagen müssen, mache sich längst auch im Stadtbild bemerkbar.

In den ersten Tagen streift Robert Tatar auf der Suche nach Essensresten durch den Westbahnhof. Zum Betteln kann er sich in den gesamten drei Jahren seiner Obdachlosigkeit nicht überwinden, aus Scham. Zum Glück  macht er schon bald Bekanntschaft mit den mobilen Sozialarbeitern der Stadt. Sie geben ihm eine Liste mit all den nicht vom Wiener Sozialfonds finanzierten Hilfseinrichtungen, etwa Orden oder private Vereine, in denen auch nicht-anspruchsberechtigte Obdachlose Zuflucht suchen und warme Mahlzeiten oder Kleiderspenden bekommen können.

Die „Shades Tour“ ist inzwischen an einer Goethe-Statue am Opernring angekommen. „Aber glaubt nicht, dass das hier doch noch eine kunsthistorische Führung wird“, ruft Robert Tatar, linker Hand das Opernhaus in Sichtweite, im Rücken das Palmenhaus mit seinem noblen Restaurant, geradeaus die Akademie der Bildenden Künste. Statt um den ollen Goethe geht es Tartar um das hinter der Statue liegende Gartenbeet, das seit einigen Jahren einen der letzten öffentlichen Zugänge zur Wiener Kanalisation unter sich begräbt. „So hat man das Problem einfach ausgemerzt.“ Denn die unterirdischen Gänge waren bereits im frühen 20. Jahrhundert ein beliebter Zufluchtsort für Obdachlose. „Bis in die 1950er Jahre gab es sogar noch die Fettkappler, die das Fett aus den Abwasserkanälen abschöpften, daraus Seife machten und verkauften“, erklärt Tatar.

Schnell wird Robert Tatar bewusst: Obdachlosigkeit ist ein Teufelskreis.  Wer einen Job hat, kann theoretisch über eine Hilfseinrichtung eine Postadresse bekommen – doch welche Chancen hat schon eine Bewerbung, auf der die Anschrift fehlt? Der ehemalige Mathestudent verteilt deshalb Zettel mit seiner Telefonnummer zum Abreißen in der Stadt, auf denen er seine Dienste als Nachhilfelehrer anbietet. Die Rechnung geht auf – Tatar verdient sich nicht nur ein ordentliches Taschengeld, sondern bringt Dutzende Schüler durchs Matheabitur. „Damit hast du mehr für Wien getan als die Stadt für dich“, sagt später einmal eine Sozialarbeiterin zu ihm.

Dass Armut in Wien mancherorts immer noch ein Tabuthema ist,  wird am Hintereingang der Oper klar. Bereits vor vielen Jahren habe man in kalten Winternächten in Kellern und Lagerräumen verschiedener Theater und Kulturstätten Notlager für Obdachlose geschaffen, berichtet Tatar. „Das hängte man aber nicht an die große Glocke, weil es angeblich bei Teilen des Publikums für negative Stimmung sorgte.“ Ebenso missfallen haben dem Establishment die Studentenproteste von 2009, die sich mit den Wohnungslosen solidarisierten und die Einrichtung zusätzlicher Schlafstellen forderten. Die Stadtregierung dagegen erkannte die Notwendigkeit und rief 2012 das Winterpaket mit knapp 1.200 zusätzlichen Betten ins Leben, in diesem Jahr wurde das Kontingent noch einmal aufgestockt. „Der Druck wird größer“, sagt Tatar. „Ungarn zum Beispiel bestraft Obdachlosigkeit seit einigen Jahren mit Gefängnis, da verlassen eben viele das Land.“ Wobei auch in Wien eine Kampierverordnung lauert. „Mit Jacke zudecken ist erlaubt, Schlafsack und Isomatte sind aber eigentlich verboten“, erklärt er.

Mit der Zeit kommt Routine in Robert Tatars Alltag. In den nicht-städtischen Tageszentren schlägt er morgens als erster auf, um gleich eine freie Dusche zu ergattern. Tagsüber hält er sich gern in Bibliotheken auf – mit dem für Obdachlose kostenlosen Kulturpass erhält er für 3,50 Euro eine Jahreskarte. Dort  ist es warm, gibt Stühle zum Sitzen – ein Luxus. Und in bitterkalten Nächten, wenn kein Bahnhofsklo mehr als Schlafplatz infrage kommt, steigt er in einen der Nachtbussen und fährt bis zum Morgengrauen durch die Stadt.

Über die Kärntner Straße, Wiens beliebte Shoppingmeile, auf der sich gegen die Mittagszeit Touristen wie Einheimische mit voll bepackten Tüten drängen, führt Tatar die Gruppe weiter. Es geht vorbei am Wiener Katzencafé, in dem einsame Singles oder gestresste Manager beim Mietze-Kraulen die Seele baumeln lassen. „Im Überlebenskampf entwickelt man neue Bedürfnisse“, sagt Tatar und hält eine Maslowsche Bedürfnispyramide in die Luft. Im Grunde drehe sich alles um die Frage: wie überlebe ich den Tag. „Es gibt also manchmal Gründe dafür, warum jemand in der U-Bahn nicht gut riecht.“

Seit Januar 2016 ist Robert Tatar als „Shades Tours“-Guide im Einsatz, vom Verdienst kann er sich bald ein WG-Zimmer leisten. Weil er damit erstmals eine Postadresse besitzt, erreicht ihn schon bald ein Brief von der Stadt: Vom Schwarzfahren im Nachtbus haben sich einige Geldstrafen angesammelt, die sich samt Säumniszuschlag inzwischen auf 1.400 Euro belaufen. Freundlicherweise darf er seine Schulden in Monatsraten von 30 Euro abstottern.

Am Franziskanerplatz, wo sich hinter dem Seiteneingang der gleichnamigen Kirche Wiens älteste Armenspeisung befindet, verabschiedet Tatar die Tourteilnehmer schließlich. Er werde sich bei „Shades Tours“ künftig um die Buchungen und das Marketing kümmern, verrät er noch. „Die Leute sollen bei uns nur übergangsweise als Guides arbeiten“, erklärt Projekt-Gründerin Perrine Schober. Denn neben der Sensibilisierung für das Thema Obdachlosigkeit sei ihr Hauptziel, Betroffenen den Weg zurück in den normalen Arbeitsmarkt – und damit ein normales Leben – zu ermöglichen. Robert Tatar und zwei weitere ehemalige Guides haben ihn bereits gemeistert.

Info-Kasten

Die Shades Tours wurden im Herbst  2015 von der 33-jährigen Österreicherin Perrine Schober initiiert. Sie hat in Kempten Tourismusmanagement studiert und sich bereits während ihres Erasmus-Aufenthalts in England mit der Thematik „Tourismus als volkswirtschaftliches Instrument der Armutsbekämpfung“ beschäftigt. 2016 haben rund 1800 Menschen an Touren und Veranstaltungen (etwa Kochabenden in Obdachloseneinrichtungen) des  Social Business teilgenommen. Buchen können die rund 2,5-stündigen Stadtführungen Einzelpersonen, aber auch Unternehmen, Schulen oder Vereine. Alle weiteren Infos unter:  www.shades-tours.com

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01 09 2017
By: Redaktion 0

Leben am Zaun –der spanischen Exklave Melilla

Als es im Anschluss an den Vertrag von 1860 zwischen den Königreichen Spanien und Marokko das heutige Stadtgebiet Melillas zu bestimmen galt, feuerte man von der über der Mittelmeerküste thronenden Altstadt aus ein gutes Dutzend Kanonenkugeln damaligen Standards nach Nord, West und Süd ab. Wo sie einschlugen, zog man die Grenze. Nur an der Stelle, wo sich seit Jahrhunderten ein muslimischer Friedhof befand, macht die halbmondförmig verlaufende Linie einen Knick. Sichtbar wurde er erst, als Spanien, Marokko und die EU ab 1998 den ersten Grenzzaun errichteten. Nach und nach hat man ihn verdreifacht,  auf bis zu sechs Meter erhöht, mit rassiermesserscharfen Klingen versehen und zu einer Hightech-Befestigungsanlage mit Nachtsichtkameras und Bewegungsmeldern im Boden aufgerüstet.

 

Von Stephanie Schuster

Melilla/Wien. Der Knick ist nun nicht mehr zu übersehen – und so wie der Grenzwall längst zum Sinnbild für die Flüchtlingskrise, für die Angst vor dem Fremden einerseits und die Hoffnung auf ein besseres Leben andererseits geworden ist, so könnte der Knick symbolisch für den Pragmatismus und die Flexibilität stehen, mit denen diese Stadt voller Gegensätze und Widersprüche ihren Alltag meistert. Für die zweierlei Maße, mit denen sie misst, für die Doppelmoral, die einem überall begegnet, oder für die Leichtigkeit, mit der unangenehme Fragen einfach ignoriert werden.

Geht man von der Plaza España in der Innenstadt die Avenida Juan Carlos I. hinauf, vorbei an endlosen, teils etwas heruntergekommenen, aber wunderschönen Jugendstilfassaden, könnte man sich einen Moment in Barcelona wähnen – und tatsächlich hat spanienweit nur die katalanische Hauptstadt mehr modernistische Bausubstanz aufzuweisen als Melilla. Es war Enrique Nieto, ein Schüler Gaudis, der sich einst aufmachte in den Norden Afrikas und die spanische Exklave architektonisch revolutionierte. Die katholische Kirche Sagrado Corazón und die Synagoge Or Zoruha tragen ebenso seine Handschrift wie die Zentralmoschee.

Alle drei Gotteshäuser können bei einem vom örtlichen Tourismusbüro organisierten Rundgang besucht werden, dazu ein hinduistischer Tempel – ein großes Wort für eine mit Sitzkissen und einigen bunten Buddhabildern dekorierte Hochparterrewohnung. Da der nächste Hindu-Priester in Málaga sitze, greife man beim Gebetsritual auf Fernseher und DVD zurück, erklärt Lachmi Ghanshandas, die Vorsteherin von Melillas hinduistischer Gemeinde, die bereits in fünfter Generation existiert, aber mit akuten Nachwuchssorgen kämpft. „Wir sind keine 100 Mitglieder mehr, die Jungen gehen eben weg.“ Auch Rabbiner Salomon Aserraf Cohen berichtet ein wenig wehmütig, dass es in der 85.000 Einwohner-Stadt heute nur noch knapp 1.000 Juden und sechs Synagogen gebe, während die hebräische Gemeinde vor rund 70 Jahren noch ein Drittel der Bevölkerung stellte.

Über die Befindlichkeiten der katholischen und muslimischen Gemeinde spricht niemand. Dabei ist offensichtlich, dass der Islam längst die vorherrschende Religion in Melilla ist, Spanier mit marokkanischen Wurzeln plus etwa 12.000 Marokkaner stellen mittlerweile gut 50 Prozent der Bevölkerung. Neun katholischen Kirchen, die selbst zur Sonntagsmesse nur mäßig gefüllt sind, stehen 16 Moscheen gegenüber, in denen es beim Gebet nach dem Fastenbrechen teils so eng wird, dass die Polizei das Gelände davor absperrt, damit die Gläubigen alle Platz finden. Die Festbeleuchtung in den Hauptstraßen der Innenstadt  verheißt während des Fastenmonats einen „Feliz Ramadan“ und das islamische Opferfest ist seit einigen Jahren sogar gesetzlicher Feiertag. Innerhalb der EU ist das nur noch in Ceuta, der anderen spanischen Exklave, der Fall.

Wenngleich Kritiker es für reines Ablenkungsmanöver von der drohenden muslimischen Übermacht halten – die Stadtoberen erwähnen bei jeder Gelegenheit die vier Kulturen der Stadt, deren friedvolles Zusammenleben Melilla so einzigartig und zu einem Beispiel für die Zukunft ganz Europas mache. “Es gibt hier nicht mehr Konflikte als an anderen, weniger heterogenen Orten, und das ist allein der Verdienst der melillenses”, sagt Abdelmalik El Barkani stolz. Er hat es 2012 als erster Muslim ins Amt des Delegierten der Madrider Zentralregierung geschafft – als Kandidat der spanischen Volkspartei PP und nicht etwa im Namen der “Koalition für Melilla”, dem politischen Sprachrohr der marokkanischstämmigen Bevölkerung, die unter anderem fordert, den Berberdialekt Tamazight zur zweiten Amtssprache zu erheben. Wer Karriere machen will, muss sich dem Establishments beugen – und dessen Sprache sprechen. “Was uns eint, ist der Mantel der spanischen Flagge“, sagt El Barkani.

Die Dramen, die sich immer wieder abspielen, wenn schwarzafrikanische Migranten zu Dutzenden den Grenzzaun zu stürmen versuchen, oder die Polizeigewalt, die dabei laut Menschenrechtsorganisationen regelmäßig zum Einsatz kommt, haben im offiziellen Diskurs nichts verloren. Auch nicht der Rassismus, der sich in den abfälligen Bemerkungen der christlichen (und aus deren Sicht echten) Spanier über die moros, die muslimischen Mitbürger, und andersrum, widerspiegelt. Und erst recht nicht die „Cañada de Hidum“, besser bekannt als “Cañada de la Muerte” (Schlucht des Todes). Das Viertel aus würfelartigen, schmucklosen Häusern, die aus der Ferne wie bunte Legosteine wirken, ist fest in muslimischer Hand und absolute No go-Area für aromis, wie die christlichen Spanier im Berberidiom heißen. In den verwinkelten Gassen trifft man auf kleine Teestuben, spielende Kinder und mit Fan-Botschaften des IS beschmierte Wände. Selbst die Polizei schaut hier nur noch gelegentlich für Drogenrazzien vorbei oder um mutmaßliche Dschihadisten zu verhaften. Die Weiße Moschee des Viertels gilt als Keimzelle islamistischen Terrors.

 

Tania Costa, Chefredakteurin der Lokalzeitung „El Faro“, spricht indes Tacheles. „Diese Stadt ist echt hart“, sagt die gebürtige Kubanerin, die seit fünf Jahren in Melilla lebt. Da sei die Enge, die manchen Bewohner dazu veranlasst, ohne Not ins Auto zu steigen und eine Runde um die Stadt zu drehen, selbst auf die Gefahr hin, in einen Stau zu geraten. „Ich dachte, die sind verrückt hier“, erzählt Costa. „Aber dann hab ich dazu einen Psychologen interviewt, der mir sagte, dass die Leute das tun, weil es entspannt und befreiend wirkt.“ Da seien die extremen sozialen Gegensätze: auf der einen Seite die Besserverdiener, die größtenteils dem aufgeblasenen Beamtenapparat angehören, der nach wie vor von den Christen dominiert wird und üppige Ortszulagen kassiert – auf der anderen Seite das Gros der Muslime. „Die haben viele Kinder, aber keine Ausbildung und keine Jobs“, sagt Costa, die mit ihrem dunklen Teint oft  selbst für eine Muslimin gehalten wird. „Dass es hier Diskriminierung gibt, kann ich bestätigen: Ich werde im Krankenhaus schlecht behandelt, bis sie meinen Namen lesen oder ich den Mund aufmache.“ Als günstige Kindermädchen hingegen seien die Marokkanerinnen sehr gefragt, ebenso als Haushälterinnen, die neben Paella und Tortilla gern auch mal Tajine mit Dattelfleisch oder Couscous auftischen dürfen. Und den morgendlichen café con leche trinkt man natürlich – es gibt ja kaum mehr Alternativen – in der Bar eines marokkanischstämmigen Mitbürgers,  wo freilich auch der feine Minztee auf der Karte steht.

Filmemacher Driss Deiback, der in Paris studiert und viele Jahre in den USA und in Berlin gelebt hat, widmete seiner Heimatstadt 2002 eine überaus kritische Doku, die die Stadtspitze anfangs sogar zensieren wollte. Heute stimmt er versöhnlichere Töne an. “Wir sind irgendwo zwischen Nebeneinanderher- und Zusammenleben.” Es gebe inzwischen über 3.000 gemischte Ehen, die hier stationierten Soldaten seien zu einem Drittel muslimisch, selbst muslimische Ärzte und Anwälte seien keine Seltenheit mehr, sagt Deiback. Richtig in Rage bringt ihn jedoch ein anderes Thema, bei dem in Melilla immer noch eigene Maßstäbe gelten: In der Stadt stehen mehrere Franco-Denkmäler herum – eines davon gerade frisch restauriert –, obwohl Spanien deren Verbannung bereits 2007 per Gesetz angeordnet hat. „Und wer denkt, die Franco-Statue im Hafen wurde versetzt, damit sie nicht mehr gar so exponiert wirkt, der irrt“, verkündet Deiback mit einem triumphierenden Lacher. Der alte Diktator sollte vielmehr vor Vandalen geschützt werden. „Er steht jetzt direkt vor der Überwachungskamera an der Hafeneinfahrt.“

Unweit der Innenstadt, im Rastro-Viertel, stapeln sich Obst- und Gemüsekisten auf dem Asphalt, auch Klamotten und Haushaltswaren breiten die Händler einfach auf dem Boden aus, während sich verschleierte Frauen mit Einkaufstrolleys und voll bepackten Tüten durchs Getümmel schieben. Kulturministerin Fadela Mohatar, ebenfalls von der PP, ebenfalls Muslimin, ist in dem Viertel aufgewachsen, heute fühlt sie sich fremd. „Die Berberfrauen haben höchstens mal ein Kopftuch getragen.“ Doch nun seien hier die strenggläubigen Strömungen des Islam auf dem Vormarsch, sagt Mohatar. Sogar junge Frauen gingen nur noch verhüllt auf die Straße. Als sie am Morgen ganz in der Nähe in kurzem Kleid im Wartezimmer eines Arztes saß, wurde sie mit missbilligenden Blicken gestraft. „Das wäre vor 20 Jahren nicht passiert, und das macht mir Sorge.“

Die Marktleute treibt anderer Kummer um. „An der Grenze ist es grade kompliziert“, sagt Hamid, der jeden Tag mit Säcken voller Gebäck aus der Nachbarprovinz Nador nach Melilla kommt. Etwa 30.000  Marokkaner haben eine Arbeitserlaubnis für die spanische Stadt: Sie liefern Fisch, verkaufen Schmuck, fahren Taxi oder putzen bei den aromi. Am wichtigsten aber sind die Transporteure, die jeden Tag tonnenweise Waren – auf dem Rücken, im klapprigen Mercedes oder Lastwagen – von Melilla nach Marokko bringen. Dass die spanischen Behörden dem irren Treiben, das sich tagtäglich am Grenzposten abspielt und freilich auch Schmugglern Tür und Tor öffnet, mit limitierten Passierzeiten Einhalt gebieten wollen, führt seit Wochen zu Protesten. Großhändler und Geschäftsleute klagen über Umsatzeinbußen. „Diese Stadt lebt von der Grenze“, sagt Metzger Mohamad. Von seinem Tresen sind es keine 20 Meter bis zum Grenzübergang – wo Europa endet und Afrika beginnt. Weil dort vor 157 eine Kanonenkugel einschlug.

 

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31 08 2017
By: Redaktion 0

Kulturkampfbegriff: Jüdisch-christliche Erbe

Der Journalist und Publizist Heribert Prantl in dem Artikel „Missbrauch der Juden durch die Politik“ in der Süddeutschen Zeitung wie folgt: „Christlich-jüdischen Tradition handelt es sich aber um eine gewaltige Heuchelei“ .(1) Der Kulturkampfbegriff der „christlich-jüdischen Tradition“ des Abendlandes klingt nüchtern betrachtet und untersucht wie  eine Farce die man gerne verwendet! Die römisch-katholische Kirche verwendet es fast nicht aber der niederländischer rechtspopulist Geert Wilders Geerd Wilders immer . Warum?

Eine Analyse von Birol Kilic

Es ist sehr bedenklich, wenn sich auch Geerd Wilders in der Hofburg am 27.03.2015 auf das „jüdisch-christliche Erbe“ beruft und dagegen den Islam und seine Angehörigen (1, 3 Milliarden Menschen) pauschal stigmatisiert und diffamiert. Nach Hetze gegen Arbeitsmigranten aus Bulgarien, Rumänien und Polen nannten ihn Politiker und Intellektuelle in den Niederlanden einen Brandstifter.
Der Kulturkampfbegriff der christlich-jüdischen Tradition des Abendlandes ist nämlich eine Farce die auch Niederwimmer verwendet!

„Missbrauch der Juden durch die Politik

Passende Worte dazu fand dereinst der Journalist und Publizist Heribert Prantl in dem Artikel „Missbrauch der Juden durch die Politik“ in der Süddeutschen Zeitung wie folgt:

„Beim Reden von der christlich-jüdischen Tradition handelt es sich aber um eine gewaltige Heuchelei. Die deutsche Politik drückt die alte, früher stigmatisierte Minderheit der Juden an die Brust, um die neue Minderheit, die Muslime, zu stigmatisieren. Die Juden werden missbraucht, um die Muslime pauschal als unverträglich zu kennzeichnen. Eingeführt hat diese Unwortkombination wahrscheinlich der blonde Holländer Geert Wilders. In seinen pathetischen Reden betonte er geradezu beschwörend, dass wir Europäer unser christlich-jüdisches Erbe vor der Islamisierung verteidigen müssten.So innig wie heute war die Beziehung zwischen Christen und Juden in Deutschland noch nie. Die neue Innigkeit ist nicht von Theologen und Pastoralklerikern ausgerufen worden, sondern von Politikern. Im Jahr 2010 nach der Reichspogromnacht haben sie etwas entdeckt, was es nicht gibt: eine christlich-jüdische Tradition, eine gemeinsame Kultur. Die christlich-jüdische Geschichte besteht vor allem in der Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Juden und in der Verketzerung des Talmud. Und wo es gemeinsame Wurzeln gab, hat die Mehrheitsgesellschaft sie ausgerissen. Wenn Juden anerkannt wurden, dann nach ihrem Übertritt zum Christentum. Und dieses Christentum hat bis in die jüngste Vergangenheit nicht die Gemeinsamkeit der Heiligen Schrift, sondern den Triumph des Neuen über das Alte Testament gepredigt. Zum 72. Jahrestag der Reichspogromnacht wird eine neue Kategorisierung der Minderheiten propagiert (nicht nur von scharfen Islamkritikern wie Geert Wilders und Thilo Sarrazin): in gute und schlechte, in kluge und dumme Minderheiten. Diese Sortierung wird nicht dadurch besser, dass muslimische Milieus oft sehr antisemitisch sind. Weil aber dieser Antisemitismus von der deutschen Mehrheitsgesellschaft lange kaum beachtet wurde, gibt es in jüdischen Gemeinden Sympathien für die gesellschaftliche Ausgrenzung deutscher Muslime.“

Eine Erfindung der europäischen Moderne ?

Es können viele historische Beispiele angeführt werden, die eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland ad absurdum führen.

Die jüdische Philosophin Almut Shulamit Bruckstein Coruh kann wie viele andere Juden eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland nicht nachvollziehen. Hierzu meint sie: „Nein, es gab keine jüdisch-christliche Tradition, sie ist eine Erfindung der europäischen Moderne und ein Lieblingskind der traumatisierten Deutschen.“

Im Jahre  2010 schrieb Henryk M. Broder im Bindestrich zwischen christlich und jüdisch folgendes:  „Vor allem eine Geschichte der Glaubenskriege, der Unterdrückung, des Antisemitismus und der Gewalt, vom Holocaust zu schweigen“.

 

„Christentum und Judentum stellen einen Antagonismus dar. Darum kann ich mit dem Begriff des christlich-jüdischen Abendlands nichts anfangen,“ sagte Björn Höcke bei einer Tagung der AfD-Jugend.

Hört auf mit dieser Lebenslüge!

Alan Posener schreibt in der Welt mit dem Titel, „Hört auf mit dieser Lebenslüge!“ folgendes: „Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte einmal, der Musiker Roberto Blanco sei „ein ganz wunderbarer Neger“, im Gegensatz zu den Flüchtlingen aus Afrika. Und die meisten Deutschen haben ein paar ganz wunderbare Juden im Kopf, vom sanften Jesus aus Nazareth über den weisen Moses Mendelssohn bis hin zum genialen Albert Einstein. Das Ganze umsäuselt von den Klezmerklängen eines Giora Feidman, die das ewige Leid der Juden klagen. Mit Juden, die nicht sanft, weise oder genial sind und eher mit der Uzi als mit der Klarinette umgehen, hat man es weniger, gerade in kirchlichen Kreisen, wo man sich dann doch lieber auf die ewig leidenden Palästinenser stürzt und zum Israel-Boykott aufruft.“

Auch Thilo Sarrazin erträumte sich ein paar wunderbare Juden. Die Türken, sagte er, würden Deutschland erobern „wie die Kosovaren das Kosovo“.
Er fügte hinzu: „Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung.“ Eine Zahl, die Sarrazin – zusammen mit dem dafür zuständigen „jüdischen Gen“ – frei erfand.
Als es in Berlin und Wien noch eine erkleckliche Anzahl osteuropäischer Juden gab, also bevor die Deutschen und Österreicher sich ihrer entledigten, betrachtete man diese „Kaftanjuden“ so wie Sarrazin heute die Türken und Araber: als „Bevölkerungsgruppen, die ihre Bringschuld zur Integration nicht akzeptieren“ und nicht dazugehören. Oder wie der assimilierte – und trotzdem später ermordete – Deutsch-Jude Walther Rathenau 1897 schrieb: „Inmitten deutschen Lebens ein abgesondert fremdartiger Menschenstamm. Auf märkischem Sand eine asiatische Horde.“ (1.1)
Betrachten wir die wirkliche Geschichte der wirklichen Juden in Europa. 1900 lebten auf dem Kontinent fast neun Millionen Juden, weit mehr als die Hälfte von ihnen in Polen und dem Russischen Reich, weitere zwei Millionen in angrenzenden ost- und südosteuropäischen Ländern. Das war Rathenaus „asiatische Horde“ als  assimilierter Deutschjude. Die Vorfahren dieser Menschen waren im zwölften Jahrhundert aus ihrer deutschen Heimat an Rhein und Donau hierher geflohen, um den mordenden Kreuzfahrern zu entkommen laut Rheinländischer Theorie. Oder hat der Deutsch-Jude  die Kharische Theorie gemeint die man als Verschwörungstheorie immer wieder abqualifiziert.
Sie brachten ihre eigene Sprache, das Jiddische, ihre eigene Religion, ihre eigene Kleidung, ihre eigenen Sitten und Gebräuche mit und verweigerten sich sieben Jahrhunderte lang der Assimilation. Sie hatten ihre eigene Verwaltung, ihre eigene Gerichtsbarkeit, ihre eigenen Schulen, in denen die Jungen die Thora studierten. Sie lebten zwar körperlich im Schtetl, seelisch aber in Jerusalem.
Zwischen dem großen Pogrom von 1871 in Odessa und 1914 flüchtete ein Drittel dieser Juden nach Westen. Ohne diese Ostjuden wären die jüdischen Gemeinden Amerikas niemals so stark geworden. Andere wandten sich revolutionärer Politik zu und wurden Sozialdemokraten, Kommunisten, Anarchisten oder Zionisten.
Der Österreicher Theodor Herzl wird zwar als Begründer des modernen Zionismus gefeiert, doch stellten Ostjuden die Masse der Auswanderer und ihrer Funktionäre. Ohne das Schtetl gäbe es Israel nicht. Und hätte es je die „christlich-jüdische“ Gemeinsamkeit gegeben, die für Wulff, Seehofer oder Merkel „zweifelsfrei“ und „unbestreitbar“ ist, wäre der Zionismus auch nicht nötig gewesen.

Ist diese zur Floskel geronnene Lebenslüge ärgerlich genug, so ist ihre Verwendung im Kontext der Zuwanderungsdebatte geradezu perfide. 2010 erklärten FDP-Politiker wie Christian Lindner und Marco Buschmann in ihren „Sechs Thesen für ein republikanisches Integrationsleitbild“: „Die Formel vom christlich-jüdischen Abendland“ könne „als Ausgrenzungsformel missverstanden werden“ und könne daher „kein integratives Leitbild sein“

Man mag die Bindestrich-Floskel als eine Art Rückversicherung gegen den Rückfall in den Antisemitismus. Wird sie aber verwendet, um zu begründen, warum „der Islam nicht zu Europa gehört“, so werden die Juden – ohne dass man sie fragt – für einen Zweck vereinnahmt, der ihnen allzu bekannt vorkommt: die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft und Religion.
Die wenigsten Juden dürften diese Instrumentalisierung billigen.
Wie sagte Erich Kästner: „
Was immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, /
Von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken
.“

Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht

Aus jüdischer Sicht muss es wie ein Hohn klingen, wenn deutsche Politiker von christlich-jüdischer Tradition sprechen. Der freie Journalist Gerald Beyrodt lehnt die Verbindung christlich-jüdisch ebenso ab:Sicher teilen Juden und Christen die Zehn Gebote und die hebräische Bibel. Sicher wäre es auch ganz nett, wenn Politiker weniger bedenkenlos von den ‚christlichen Zehn Geboten’ reden würden als in der Vergangenheit. Doch 2000 Jahre jüdische Religionsphilosophie sind in Europa weitgehend unbekannt. Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht. Christen haben ihn jahrhundertelang ignoriert, verfemt und immer wieder verboten. Jüdische Kultur blieb der Mehrheitsgesellschaft verborgen, weil sie nichts davon wissen wollte. Stattdessen hat sie Juden jahrhundertelang mit absurden Vorwürfen belegt: Dass sie Hostien schänden, dass sie christliche Kinder töten und zu Mazze-Broten verarbeiten und an Pessach genüsslich verspeisen.“

Judensau: Außenfassade der Stadtkirche zu  Wittenbberg!

An der südlichen Außenfassade der Stadtkirche zu  Wittenbberg, die als Mutterkirche der Reformation gilt, ist eine sogenannte „Judensau“ zu sehen. Das Spottrelief zeigt einen Rabbiner, der einem Schwein unter den Schwanz schaut. Mehrere Juden saugen zudem an den Zitzen des Tieres. Das Bild ist ein bösartiger Angriff auf die Juden und ihren Glauben.

Stürmer-Chef Julius Streicher : „An meiner Stelle  könnte  auch Martin Luther vor dem Tribunal sitzen!“

1988 wurde im Auftrag der Stadtkirchengemeinde unterhalb der Darstellung eine Gedenkplatte in den Boden eingelassen. Sie soll auf die historischen Folgen des Judenhasses aufmerksam zu machen.Wissenschaftler unterscheiden zwischen dem religiös motivierten Judenhass des Mittelalters und dem modernen, von einer biologischen Rassentheorie geprägten Antisemitismus aus dem 19. Jahrhundert.Auf den konnten sich Nationalsozialisten und Deutsche Christen berufen. Kein Zufall, dass ein Thüringer Landesbischof 1938 darauf hinwies, dass die Synagogen in der Nacht auf den 10. November, also Luthers Geburtstag, brannten. Und Julius Streicher, Herausgeber der Hetzschrift „Der Stürmer“, versuchte sich bei denNürnberger Prozessen damit zu rechtfertigten, dass an seiner Stelle auch Martin Luther vor dem Tribunal hätte stehen können.(2)

Martin Luther war ohne jeden Zweifel ein theologisches und sprachschöpferisches Genie sowie ein bedeutender politischer Denker, eine Figur von welthistorischer Wucht wie nur wenige seinesgleichen. Dass der von ihm immer wieder stark gemachte Gegensatz von »Evangelium und Gesetz« – hier die in Christus widerfahrene Gnade, dort die Härte der in der Tora angedrohten Weisungen – den christlichen Antijudaismus weiter verstärkte und zuspitzte, wird dadurch, dass er in einer frühen Schrift feststellte, dass Jesus ein geborener Jude war, keineswegs gemildert. (3)

Zentralrat der Juden in Deutschland: Jüdisch-christliche Erbe?

Bei den Juden in Deutschland herrscht keineswegs die Vorstellung einer christlich-jüdischen Tradition Deutschlands. So kann man auf der Website des Zentralrats der Juden in Deutschland Folgendes lesen: Historisch gesehen wurde die deutsche Identität nicht nur von der deutschen Sprache und Kultur, sondern auch von der christlichen Religion geprägt. Wer außerhalb dieser Parameter stand, wurde als fremd empfunden, und kaum eine andere Bevölkerungsgruppe erlebte das schmerzvoller als Juden, deren Präsenz auf deutschem Boden seit der Zeitenwende datiert. Das tragische Ende der jüdischen Bestrebungen um Aufnahme ins deutsche Volk ist bekannt. Jüdisch-christliche Erbe in Deutschland. Nein! Die Juden sehen Deutschlands kulturelle Wurzeln keineswegs im Judentum. Ihnen sind vielmehr die Verbrechen Deutschlands an den Juden präsent.“

Quellen:

(1) „Die Grünen und das Ende der freien Gesellschaft“
http://diepresse.com/home/5260288/

(1.1)  Walter Rathenau
http://www.judentum-projekt.de/persoenlichkeiten/geschichte/rathenau/index.html

https://www.welt.de/sonderthemen/luther-2017/article159060014/Traegt-Martin-Luther-eine-Mitschuld-am-Voelkermord.html

(3)
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29 08 2017
By: Redaktion 0

„Ein Traum wird Wirklichkeit“-Pax Austrīaca?

„Orient und Okzident: Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“. Jetzt als Buch… 24 Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, ca. 800 Seiten, 40 Abbildungen. Die Präsentation in den Räumlichkeiten der Österreichischen Akademie der Wissenschaften stattgefunden.

„Dieser Sammelband leistet einen wichtigen Beitrag zur Versachlichung der inzwischen höchst emotionalisierten Debatte über das Verhältnis zwischen dem historischen „Orient“ und der Habsburgermonarchie, aber auch dem Verhältnis Österreichs vor und nach 1918 mit dem Osmanischen Reich bzw. der Türkei bis herauf in die 1960er-Jahre. Ein wissenschaftlich geprägter nüchterner Blick auf die historischen Wechselbeziehungen ist gerade aufgrund der aktuellen Funktionalisierung der Geschichte zwischen „Orient“ und „Okzident“ eine wichtiger Beitrag zu einer demokratischen und aufgeklärten Bildungsarbeit in der Gegenwart.“

Univ.-Prof. Dr. Dr. Oliver Rathkolb
Vorstand des Instituts für Zeitgeschichte der Universität Wien

„Der Neue Welt Verlag legt mit diesem facettenreichen Band einen gewichtigen Beitrag zur langen Geschichte von Interaktionen zwischen Orient und Okzident vor. Damit beweist er erneut sein gesellschaftspolitisches Engagement, wissenschaftliche Erkenntnisse zu aktuellen Themen einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dem bedeutungsvollen Buch sind viele Leserinnen und Leser zu wünschen!“

Prof. Dr. Arnold Suppan
Österreichische Akademie der Wissenschaften

„Der vorliegende Band positioniert sich innerhalb der neueren historiographischen Sichtweisen auf die Beziehungen zwischen Orient und Okzident: Thematisiert werden nicht nur kriegerische Konflikte, sondern beispielhafte Tiefenbohrungen beleuchten zahlreiche Aspekte eines vielfältigen Austausches. Anregend, breit angelegt und damit ein Buch für all jene, die sich fundiert über dieses besondere Verhältnis informieren wollen.“

Prof. Dr. Arno Strohmeyer
Universität Salzburg

 

„Ein Traum wird Wirklichkeit“-Pax Austrīaca?

„Orient und Okzident: Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“

von Birol Kilic / Verleger

Es ist für unseren Neue Welt Verlag mit Sitz in Wien eine große Freude, dieses Buch mit 24 Top-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern (23 Aufsätze) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, der Freien Universität Berlin, des Österreichischen Historischen Instituts in Rom, der Universität Wien, dem Museum für angewandte Kunst in Wien, der Karl-Franzens-Universität Graz, der Kunstuniversität Belgrad, der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, der Westböhmischen Universität Pilsen als auch Freischaffenden verschiedenster Fachbereiche zu verlegen.

Eine historische Betrachtung des Verhältnisses zwischen „Orient“ und „Okzident“, beides weit mehr als Raumkategorien, verweist auf ein enges Beziehungsgeflecht, das sich über die Jahrhunderte aufbaute. Wie die hier versammelten Beiträge mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Nachbarn Habsburgermonarchie und Osmanisches Reich zeigen, standen neben den bekannten kriegerischen Auseinandersetzungen eine Vielzahl friedlicher Interaktionen und ein reger Austausch. In der historischen Reflexion wird ein wirkmächtiges Naheverhältnis sichtbar, das sich aus Gemeinsamkeiten und Gegensätzen, aus Begegnungen und Bilderwelten speiste.

Mit großer Anerkennung schaue ich auf den Fleiß der Autorenschaft, die ein umfangreiches archivalisches Datenmaterial und zahlreiche literarische Quellen in 23 Aufsätzen wissenschaftlich auswertete. Man kann schon jetzt sagen, dass dieser Sammelband auf allen Ebenen großes Interesse finden wird! Das Buch wird eine sehr wichtige und zukunftsweisende Quelle für Akademikerinnen und Akademiker, Kulturinteressierte, Journalistinnen und Journalisten sowie für Medien und Politik sowohl heute und als auch in Zukunft sein.

Die Autorinnen und Autoren wurden bewusst interdisziplinär ausgesucht, die Forschungsbereiche sind bunt gemischt. Iranistik, Musikwissenschaft, Afrikawissenschaft, Palästinaforschung und Orientalistik kommen in diesem breit angelegten Sammelband ebenso zur Geltung wie Geschichte, Byzantinistik, Sozialanthropologie, Vexillologie (Fahnen- und Flaggenkunde), Wirtschaftsgeschichte, Osmanisches Reich oder Südosteuropa, die Habsburgermonarchie…
Der vierte Band unserer jungen Reihe „Forschungen zu Orient und Okzident““ zeigt Begegnungen und Wahrnehmungen von Menschen aus fünf Jahrhunderten in diesen weit gefassten und sich überlappenden Räumen ‒ hier mit dem Fokus auf das Osmanische Reich bzw. die Republik Türkei und die Österreichisch-
Ungarische Monarchie bzw. die Republik Österreich ‒, ohne die Krisen, Kämpfe und Schwierigkeiten dieses immer höchst brisanten und spannenden Beziehungsgeflechts auszuklammern.

Allerdings basieren die diplomatischen Beziehungen der Republik Österreich mit der modernen Türkei auf einer langen Tradition des Austausches zwischen dem Römischen Reich und der Hohen Pforte.

Im Jahr 1998, also vor rund 18 Jahren, schrieb ich für das Österreichische Bundeskanzleramt im Auftrag des Österreichischen Bundespressedienstes den Aufsatz „Das Österreichbild in der Türkei“. Er wurde in den Sprachen Deutsch, Türkisch und Englisch über österreichische Botschafterinnen und Botschafter in der ganzen Welt verteilt. Heute leben in Österreich ca. 300.000 Menschen mit türkischen Wurzeln, davon sind ca. 180.000 österreichische Staatsbürger. Im Zuge des Wirtschaftswunders kamen sie nach Österreich.

Sie und ihre Nachkommen sind mit Stand 2016 sowohl als Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter, Unternehmerinnen und Unternehmer (ca. 14.000), als Anwälte ebenso wie auch in der Kunst und der Wissenschaft, davon ca. 3.500 als Studentinnen und Studenten, tätig. Die große Mehrheit sehen Österreich als ihre liebe „Neue Heimat“ (trk. Yeni Vatan) und verstehen sich vor allem als säkulare Verfassungspatrioten. Die Mehrheit der Österreicher hat auch gelernt, in seinen ausländischen Mitmenschen nicht das Trennende, sondern das Verbindende zu sehen und sie zu schätzen.

Wir wissen aber auch, dass die Intoleranten ‒ ich meine hier alle ‒ für ihr de facto außer oder an der Grenze des Verfassungsbogens liegendes Verhalten und ihre Bewegungen Toleranz einfordern. Hier sollte durch Wissen, Erfahrung und Weitblick die Spreu vom Weizen getrennt werden, wofür wiederum eine sachliche, belegbare und objektive wissenschaftliche Forschung notwendig ist. Das wollen wir mit dem Buch „Orient und Okzident: Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“ mit viel Liebe, Mühe und Geduld auf ca. 800 Seiten zeigen.

Mein Artikel begann damals mit einem türkischen Sprichwort über Kaffee, denn auch wenn es banal scheinen mag, die Parallelen zwischen diesen doch so unterschiedlich wirkenden Ländern lassen sich, vielleicht sogar insbesondere, in der Kaffeekultur finden. „Eine Tasse Kaffee gewinnt das Herz für vierzig Jahre“, sagt ein türkisches Sprichwort, das im Original so klingt: „Bir fincan kahvenin kırk yıl hatırı vardır“. Das Verstehen der Menschen untereinander beginnt mit gutem Zuhören ‒ und wo lässt es sich besser reden, als bei einer Tasse dampfenden Kaffees?

Wer in Wien auf eine Tasse Kaffee einlädt, nimmt sich Zeit für mich. Das ist auch die Besonderheit der Institution des auch in der Türkei geschätzten österreichischen Kaffeehauses, wie man es detailgetreu nachgebaut in der Innenstadt von Istanbul findet. Man serviert dort echten Wiener Kaffee und frische Wiener Mehlspeisen. Zum Milchkaffee sagen die trendigen jungen Türken bereits allgemein „Melange“. Der Wiener Kaffee ist in sein Ursprungsland zurückgekehrt…

 

Die Beziehung zwischen Österreich und der Türkei hat sich seit 1998 mit vielen Höhen und Tiefen unglaublich verändert. Wir könnten heute sehr viele negative Ereignisse vermerken. Das war auch in der Vergangenheit so. Dabei darf man diese beiden Länder nie unterschätzen. Es heißt gespannt zu bleiben, die Ereignisse mit Verstand und Vernunft mitzuverfolgen und sich zuverlässig ohne Opportinusmus auszutauschen.

Als Österreicher mit türkischen Wurzeln versuche ich ‒ bereits seit über einem Vierteljahrhundert ‒, eine verbindende und tragfähige Brücke zwischen Österreich und der Türkei zu bauen. Das ist eine große Herausforderung. Ich glaube aber, dass es mit vernünftiger und verständlicher Aufklärung möglich ist. Obwohl immer wieder Höhen und Tiefen zu überwinden sind, werden wir auch in Zukunft diesen, vom interkulturellen Dialog und der Mitmenschlichkeit vorgezeichneten Weg gehen!

Sind in den letzten Jahren nicht genügend Aufsätze und Bücher über den Nahen Osten und seine Geschichte geschrieben worden? Diese Frage versuchte ich im Jahre 2012 bei der Präsentation des Buches „Das Burgenland als internationale Grenzregion im 20. und 21. Jahrhundert“ im Palais Eschenbach zu beantworten und skizzierte bei dieser Gelegenheit kurz meinen Traum, Brücken zwischen dem Orient und dem Okzident zu schlagen.

2012 war eine Zeit, wo wir als aus der Türkei stammende Österreicherinnen und Österreicher bereits ahnen konnten, was uns in den nächsten Jahren erwarten wird. Dafür muss man kein Hellseher sein, sondern man benötigt ein tiefes Wissen und Erfahrungen über den Orient und den Okzident. Wir haben die Entwicklungen im Nahen Osten mit den westlichen und östlichen Interventionen, Stellvertreterkriegen und den hybriden Kriegstaktiken, die sich weit vom Völkerrecht entfernt haben, mitverfolgt.

 

Deswegen wollten wir ein umfangreiches Buch mit seriösen Personen aus der Wissenschaft herausgeben, das die Beziehungen und Begegnungen im kulturellen, wirtschaftlichen, sozialen und menschlichen Bereich beleuchten soll. Man wird daraus lernen, dass die Beziehungen zwischen dem christlichen Okzident und dem islamischen Orient nie in dieser oft kolportierten Distanz bestanden. Schaffen wir Fundamente für ein friedliches Zusammenleben! Wir sollten nicht das Trennende, sondern das Verbindende sehen und uns dies immer wieder in Erinnerung rufen!

Die jüngsten – leider sehr negativen und bestürzenden – internationalen und nationalen Entwicklungen haben dazu beigetragen, dass das Beziehungspaar „Orient und Okzident“ – mit seinen beiden als Gegensatz hingestellten, aber weit über Raumkategorien hinausgehenden Begriffen ‒ zum wichtigsten weltpolitischen Thema unserer Zeit geworden ist.

Die gegenwärtige Lage in der Türkei, dem Nahen Osten und dem arabischen Raum sowie die darauffolgenden Reaktionen in Europa und Österreich im Besonderen haben diese umfassende Thematik in all ihren Facetten wieder verstärkt in den Mittelpunkt der öffentlichen und medialen Aufmerksamkeit gerückt. Tagesaktuell werden die Themen „Terrorismus“, „Flucht“, „Migration“ und „Integration“ im Zusammenhang mit „dem Islam“ kontrovers und heftig diskutiert. Niemand kann sich dem entziehen und viele sind alleine schon mit den Tagesnachrichten zu Recht überfordert. Oft wird pauschalisiert und die Spreu vom Weizen absichtlich oder einfach aus Dummheit nicht getrennt. Oft zeugen die Diskussionen nicht nur von der Unfähigkeit, Antworten auf die brennendsten Fragen unserer Zeit zu finden, sie lassen auch historisches Hintergrundwissen außer Acht. Diesem Mangel an Wissen möchte der vorliegende Sammelband entgegenwirken.

Eigentlich währt ja die Begegnung länger als diese fünf Jahrhunderte. Denn wer heute eine Semmel isst, dazu in eine deftige Wurst beißt und das Ganze mit einem Krug Bier hinunterspült, mag sich fühlen wie ein typischer Österreicher oder Bayer. In Wahrheit stammen diese Lebensmittel alle aus dem alten Orient. Schon im 3. Jahrtausend v. Chr. schenkten die Menschen, die zwischen Euphrat und Tigris oder in Ostanatolien wohnten, in ihren Kneipen sage und schreibe über 20 Sorten Gerstensaft aus!

 

Die Wurst ersannen Köche in Babylonien. Und wussten Sie, dass das Wort Semmel vom orientalischen Ausdruck „samidu“ (weißes Mehl) abgeleitet ist? Haben Sie gewusst, dass das Wort Joghurt eigentlich ein türkisches Wort ist? Die Grundbedeutung des Wortes ist „kneten“. Es ist bis heute eines der Hauptnahrungsmittel in der ausgezeichneten türkischen Küche und wird oft von den Hausfrauen selbst hergestellt.

Wie können wir als Neue Welt Verlag dazu beitragen, diese oft vermeintlich kulturellen Schranken zu überwinden, damit Hass, Vorurteile und Intoleranz endlich der Vergangenheit angehören? Dieser Herausforderung möchten wir uns stellen, auch wenn wir wissen, dass das nicht einfach ist.
Nach der Ideenentwicklung ist es in unermüdlicher wissenschaftlicher, redaktioneller, lektorieller und grafischer Detailarbeiten nun gelungen, gemeinsam mit unserem Herausgeberteam und allen Autorinnen und Autoren das Kind aus der Taufe zu heben!

Für einen Verlag bedeutet ein solches Projekt eine große Anstrengung ‒ in organisatorischer und finanzieller, in materieller und immaterieller Hinsicht. Umso mehr freut es uns, wenn das Werk geglückt ist, was nicht zuletzt auch Sie als Leserinnen und Leser entscheiden!

 

 

Kindheit und ein alter Traum (Istanbul, Hamburg, Zürich etc., Wien)

Sie werden sich fragen, was motiviert mich so sehr, diesen Verlag mit seiner spezifischen Verlagsphilosophie voranzutreiben?
Ich will darauf einfach antworten: Wer denn sonst kann so ein Projekt vorantreiben als ein Austro-Türke und austro-türkischer Verleger und Unternehmer, der in Istanbul, dem alten Konstantinopel, geboren ist?

Ich beziehe mich auf den Untertitel unseres neuen Buches: „Begegnungen und Wahrnehmungen aus fünf Jahrhunderten“ und möchte Ihnen aus persönlichen Erfahrungen diese Begriffe näher bringen.

Lassen Sie mich etwas weiter ausholen: Bereits als Kind wurde ich im alten Bezirk Sisli in Istanbul mit den Welten des Orients und des Okzidents vertraut, die für mich ganz normal und allgegenwärtig waren und sich zuerst als eine einzige Welt darstellten. Zuerst erstaunte es mich, dann verwirrte es mich, bis ich mich später immer tiefer mit der Geschichte und den komplizierten Zusammenhängen vertraut machte.

Bereits als Kind blickte ich zum Beispiel auf die uralte, über 30 Meter hohe Konstantins-Säule aus dem vierten Jahrhundert, die wie eh und je im Zentrum von Istanbul auf dem tief darunter liegenden Kaiserforum steht. Die Geschichte des ersten christlichen römischen Kaisers ist mir von Klein an vertraut, wenn ich die Zusammenhänge natürlich erst später verstanden habe.

Ich lief als kleines Kind besonders mit meiner Großmutter zu den historischen Stätten und zu den mit Leben und Mystik erfüllten Gotteshäusern: den alevitischen Cem-Häusern, den orthodoxen Kirchen, den muslimischen Moscheen, der jüdischen Synagoge. Wir sind dort überall hineingegangen. Es war ganz normal, sich das alles anzusehen und teilweise auch an den Gottesdiensten teilzunehmen.

Später ging meine Familie nach Hamburg und Kiel, also ganz in den Norden Deutschlands.

Ich muss sagen, dort hat es mir auch ganz gut gefallen. Umso mehr lernte ich die großen Unterschiede, aber auch die Gemeinsamkeiten kennen. In Istanbul war ich in einer sehr orthodox griechischen, kirchlichen Umgebung, mit vielen Ikonen geschmückt, wo ich mich auch als muslimisches Kind zuhause gefühlt habe. Dadurch war Hamburg, mit seinen leeren, protestantischen Kirchen sehr fremd für mich. Meine Wahrnehmung hat sich dadurch total verändert.

Auch Zürich in der Schweiz lernte ich kennen. Aber Wien hat mich dann doch am meisten angezogen und so bin ich nun begeisterter Wiener. In Wien fühle ich sowohl Okzident als auch Orient, Westen und Osten, Christentum und Islam.

Mittlerweile zum Österreicher geworden, verspüre ich auch hier in Wien viele byzantinische und konstantinische Elemente unter den vielen Kulturen, die das Stadtbild prägen und geprägt haben. Man denke nur an den Wiener Jugendstil, der Anleihen an der byzantinischen Kunst und der Kunst der Osmanen genommen hat. Gustav Klimt ließ sich vom byzantinischen Stil der Goldenen Stadt genauso inspirieren wie Otto Wagner, dessen Kirche am Steinhof zu den prächtigsten Architekturjuwelen Wiens zählt.

Ich habe mich schon sehr früh für das Christentum, dessen Wurzeln ja auch in der heutigen Türkei liegen, interessiert. Für den Propheten Jesus, für den Völkerapostel Paulus aus Tarsus (Antiochia/Antakya) und den Apostel Petrus und nicht zuletzt auch die Mutter von Jesus, Maria, die in Ephesus ein Heiligtum hat. Auch die vielen Konzile interessieren mich. Zu diesen interessanten Personen und Ereignissen veröffentlichte ich mehrere Artikel in verschiedenen Medien, was man von einem Muslim und gelernten Elektrotechniker sicherlich weniger erwarten würde.

Ich persönlich fühle mich einfach als ein Muslim – Austrotürkische Alevitische Moslem -, der sowohl sein „Muslim-Sein“ bewahren, als auch sich in der Gesellschaft positiv einbringen will. Ein spirituelles Leben zu führen, muss nicht ein Widerspruch zum modernen Leben sein. Wie Jesus sagt: „Man erkennt den Baum an seinen Früchten.“ Und genau das gilt hier auch: Egal welche Religion man hat, man kann und soll trotzdem „in der Welt“ leben, also sich den Problemen stellen und sich in die Gesellschaft einbringen.

Pax Austrīaca

Um hier friedlich jetzt und in Zukunft leben zu können, müssen wir die Vergangenheit verstehen, damit wir nicht immer wieder die gleichen Fehler machen. Und hier ist die Wissenschaft gefragt, die sich zur Wahrheit verpflichtet hat.

Suchen wir den Frieden: zuerst mit uns selber, und dann mit unserer Umgebung.

Dann können wir den Frieden für die Stadt, in der wir leben und für die Welt schrittweise erreichen. Wir nennen das die PAX AUSTRĪACA.

Österreich ist heute ein sehr kleines Land, aber es hat eine große Vergangenheit, die noch heute in vielen Dingen sichtbar ist, aber auch in der „österreichischen Idee“, die man über die Jahrhunderte bis zur europäischen Vereinigung bis auf den heutigen Tag nachverfolgen kann. Es gibt aber leider auch sehr schmerzliche Beipiele und es ist unsere Aufgabe, an diesen ebenso zu arbeiten.

„PAX“ bedeutet in der lateinischen Sprache, wie Sie alle wissen, „Frieden“. Und der Neue Welt Verlag versucht, mit seinen kleinen Möglichkeiten für die PAX AUSTRĪACA zuerst im Inland und dann weltweit – in dem kleinen Rahmen, den ein Verlag wie der unsere leisten kann – an der „PAX MUNDI“, oder besser gesagt „PAX ORBI“, zu arbeiten. Eine alte Weisheit sagt: Friede im Inland bedeutet auch Friede im Ausland! Auf diese Weise möchte ich eine Saat ausstreuen und wir alle hoffen, dass sie aufgeht und reiche Frucht trägt.

Wir wollen „geistige Brücken“ bauen!

Das Leitmotiv des Verlags ist es, kulturelle Schranken zu überwinden, damit wir Hass und Intoleranz hinter uns lassen können. Und gerade für diese Ziele sind wir stetig auf der Suche nach Fachbüchern zu den Themen Geschichte, Gesellschaft, Kultur, Religion, Wirtschaft und Migration. Als Verleger von Literatur und einem Monatsmagazin ist es mir ein Anliegen, kraft der Vernunft und des Glaubens, mit Verstand und vor allem gutem Willen – als auch fairem Kampfgeist – gegen Scheinheiligkeit und Falschheit aufzutreten. Mit unserem Team wollen wir die Begegnung und Kommunikation zwischen den Völkern und den Kulturen fördern und Vorurteile zwischen den Menschen abbauen helfen. Kurz gesagt: Wir wollen „geistige Brücken“ bauen!

Wir glauben, dass wir in Zusammenarbeit mit den beiden Herausgebern und den weiteren 22 Autoren durch dieses neue Buch mit dem Titel „Orient und Okzident“ diesem Ziel, nämlich „geistige Brücken“ zu bauen, gerecht werden.

Das neue Buch ist bereits der vierte Band der Reihe „Forschungen zu Orient und Okzident“ nachdem wir 2012 die Monographie „In Hoc Signo Vinces“ über den „Heiligen Konstantinischen Orden vom Heiligen Georg“ und 2014 den bildreichen Band „Die Roten Ritter“ herausgebracht haben. Ein weiterer Band beschäftigt sich mit dem Paltonismus, ebenso ein großes Thema, das den Orient mit dem Okzident verbindet.

Ein weiteres Buch des Neue Welt Verlags hat sehr große Resonanz gefunden: Das Buchprojekt „Das Burgenland als internationale Grenzregion im 20. und 21. Jahrhundert“ hat unser Team ebenso wie das heutige Buch gemeinsam mit der Österreichischen Akademie der Wissenschaften auf den Markt gebracht. Einige der damaligen Autoren haben auch an dem neuen Buch mitgeschrieben.

Um ein derartiges Projekt zu realisieren, braucht es außerdem vor allem eines: Eine große Liebe zur Wahrheit, da ohne Wahrheit die Liebe keine Existenzgrundlage haben kann. Die Grundlage der Wahrheit aber sind die Fakten und die Sorge, diese nicht zu manipulieren oder zu korrumpieren. Eine objektive Darstellung zu finden, sollte das Ethos und die Ehre jeder Wissenschaftlerin und jedes Wissenschaftlers sein. Ich bin darum umso stolzer, dass ich mit dem Buch „Orient & Okzident“ gegen die kursierende Doppel- bis Dreifach-Moral und allgegenwärtige Geschichtsverfälschungen ein wenig Licht ins Dunkel bringen kann. Möge der Geist der Wahrheit die Wissenschaft erleuchten!

Meinen besonderen Dank spreche ich dem Herausgeberteam, Frau Barbara Haider-Wilson und Herrn Maximilian Graf, aus, die auch die redaktionelle Koordination übernommen haben. Auf die erfreuliche Zusammenarbeit blicke ich ebenso mit dem Leiter der Wissenschaftlichen Abteilung des Neue Welt Verlags, Herrn Arno Tippow, zurück. Großzügig unterstützt haben das Projekt die Türkische Kulturgemeinde in Österreich und die „Yeni Vatan Gazetesi“ (Neue Heimat Zeitung ) in Wien. Allen 24 Autorinnen und Autoren, die wir namentlich mit ihren Kurzbiographien unten angeführt haben, spreche ich meine höchste Wertschätzung und Hochachtung aus und bedanke mich für die Geduld und Mühe, die sie bis zur Publikation in den letzten vier Jahren aufbringen mussten!
Ich wünsche Ihnen, geschätzte Leserinnen und Leser, eine genüssliche Lektüre und lade auch Sie zum vorurteilslosen Brückenbau zwischen den Kulturen und den Menschen ein!

Ein Traum wird Wirklichkeit… hoffentlich ‒ inşallah!

Birol Kilic,
Verleger, Neue Welt Verlag
Wien und Istanbul, 2017.

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29 08 2017
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Warum Halal Zertifizierungen und Islamic Banking?

Wir haben den Verdacht, dass am europäischen Finanz- und Lebensmittelmarkt durch Lobbyisten systematisch aus den Unkenntnissen der Menschen bezüglich des Korans Parallelwelten gebildet werden. Ein Beispiel sind  Halal-Lebensmittel sowie Banken und Finanzprodukte, die religiöse Muslime ansprechen sollen.

von Birol Kilic

Wir haben den Verdacht, dass am europäischen Finanz- und Lebensmittelmarkt durch Lobbyisten systematisch aus den Unkenntnissen der Menschen bezüglich des Korans Parallelwelten gebildet werden. Ein Beispiel sind Halal-Lebensmittel sowie Banken und Finanzprodukte, die religiöse Muslime ansprechen sollen.

Ich habe als überzeugter säkularer Muslim einmal eine Einladung für einen Workshop von der Wirtschaftskammer Oberösterreich bekommen, der mir unter dem Titel „Vielfalt schätzen. Vielfalt nutzen.“ erklären sollte, wie wichtig „Wirtschaft und Islam:
Halal Bestimmungen und Zertifizierung sowie Islamic Banking“ sind. So lautete die Einladung.

Warum sollen wir uns die Halal-Bestimmungen und Zertifizierungen sowie Islamic Banking merken? Hier möchte man uns folgendes näher bringen: Was ist „Halal“? Was bringt die Halal Zertifizierung? Welches sind die gängigsten islamischen Halal-, Bank- und Versicherungsprodukte? Was hat es mit dem Zinsverbot auf sich? Meiner Meinung nach sind diese „Halal“- Produktlinien (halal bedeutet übersetzt „erlaubt“) und das „Islamic Banking“ durch die Unterstützung mancher Standesvertretungen bzw. von Personen aus dem Nahen Osten oder der Türkei nicht Formen der erwünschten kulturellen Vielfalt, sondern Anzeichen für die Schaffung einer „parallelen Welt“oder sogar eines „parallelen Planeten“ in ganz Europa. Warum? Obwohl die Speisegesetze im Judentum nach dem „Alten Testament“ Thora 100-mal „strenger“ sind als im Islam, versucht man seit etwa fünf Jahren in ganz Europa Halal und Islamic Banking gesetzlich zu etablieren und verstärkt salonfähig zu machen. Diese Entwicklung verfolgen wir Europäer mit türkischer Abstammung, kurz „Euro-Türken“, deswegen mit Trauer, weil hier der wahre Glaube (der Islam), der im Koran schwarz auf weiß aufgezeichnet ist, gegenüber den Menschen verfälscht wiedergegeben wird.

Hier soll offensichtlich das Leben der europäischen Muslime weiter erschwert werden durch dubiose Interpretationen des Korans durch politisch tätige radikale fundamentalistische Muslime und ihre Helfer innerhalb Europas. Im Koran ist lediglich festgesetzt, dass es ein eindeutiges Verbot für „Schweinefleischverzehr, Alkohol, Blut und tote Tiere“ gibt. Dagegen hat ja wohl kaum jemand etwas einzuwenden. Hat jemand etwas gegen das Verbot des Schweinefleischverzehrs im Judentum oder andere religiöse Speigesetze? Nein! Warum versucht man dann aber auf der anderen Seite, die Verse des Korans für dubiose Geschäftszwecke möglichst großzügig (oder einengend), jedenfalls ganz streng ihren geschäftlichen und poltischen Interessen entsprechend zu interpretieren und die „Nichtwisser“, die von dem islamischen Glauben (auf den Koran bezogen) keine Ahnung haben, im Namen Allahs hinters Licht zu führen. Es wird hier Betrug im Namen Gottes gemacht. Und dagegen erhebe ich EINSPRUCH.

Die Fundamentalisten können mit dieser Täuschung nicht beruhigt sein. Im „Luqmán-Kapitel“ des Koran, Vers 33, sagt Allah folgendes: „Das Leben dieser Welt soll euch nicht täuschen, noch soll der Verführer euch täuschen über und im Namen Allahs“. Folglich haben wir das Recht zu fragen: Wer ist bei diesem „Halal“ und „Islamic Banking“ der Lügner, der Verführer und der Täuscher, der im Namen Allahs uns hier auf dieser Erde betrügen will?! Natürlich ist mit Verführer hier der Satan gemeint! Der Verführer und Täuscher verfolgt hier eigentlich satanische Zwecke für seine eigenen Interessen. Wer ist nach dieser Textstelle der eigentliche Lügner, der Betrüger oder Verführer, der mittels Halal und Islamic Banking eine bewusste Täuschung „über und im Namen Allahs“ begeht? Die Antwort können Sie sich selber bilden.

Diese Aussage des Korans (Lugman, 33) ist die wichtigste Wahrheit, die in den islamischen Gesellschaften gerne verschwiegen und vertuscht wird. In den islamischen Ländern wird das ganze religiöse Leben so ausgerichtet, dass diese Wahrheit im Koran möglichst verborgen bleibt. In Europa wird das gleiche Spiel gespielt. Alle erdenklichen Maßnahmen und Anstrengungen werden unternommen, damit sich dieser Zustand nicht ändert. Diese Maßnahmen werden auch von jenen Europäern unterstützt, die nicht wollen, dass sich in den islamischen Ländern etwas an den Zuständen zum Positiven ändert. Damit zeichnet sich eine gefährliche Entwicklung in Europa ab. Unter dem Vorwand eines missverstandenen „Dialogs“ werden die Unwissenheit und die Vorurteile über den politisierten fundamentalistischen islamischen Glauben, wie sie bei manchen europäischen Volksvertretern und Amtsträgern, bei Verbänden, den Kammern oder auch den christlichen Glaubensgemeinschaften verbreitet sind, ausgenutzt. Unter den Begriffen „Halal“ und „Islamic Banking“ wird versucht, den Boden mittels der Ausbildung von monopolartigen marktnischen und pseudo-religiösen Finanzprodukten aufzubereiten.

Alle aufrichtigen europäischen Bürgerinnen und Bürger müssen gegen solche Machenschaften Einspruch erheben und dürfen sich vor niemandem beugen, der ihnen Angst einflößen oder sie verunsichern will. JA zum Glauben! NEIN zur Ausnützung, Politisierung, Verfälschung des Glaubens! NEIN zu jeglichen „Parallel-Welten“! Wir wissen, dass sogar Kraftfahrzeug-, Häuser-, Wohnungen-, Champagner- oder Energy-Drink-Hersteller sich Halal-Zertifikate aus EU Ländern holen. (z.B. Österreich, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Holland). Unterstützung bekommen sie sogar von Wirtschaftskammern.

Ein Landsmann, der Apostel Paulus, vorher Saulus genannt, aus Tarsus in der Türkei, der von Geburt an ein frommer Jude war und sich den strengen jüdischen Speisegesetzen unterwarf, war ja gerade derjenige, der die Beschneidung und die strengen Gesetzesauflagen für jüdische Männer „für nicht gültig“ erklärt hat, um besser missionieren zu können. Er war gemeinsam mit dem Apostel Petrus einer jener Männer, die die strengen Speisegesetze des Alten Testaments (nach einer göttlichen Eingebung) für die nichtjüdischen Christen abgeschafft haben. Er hat sich damit sicherlich anfänglich in seiner kleinen Gemeinde, wo die Christen noch nach den strengen jüdischen Gesetzen lebten, Feinde geschaffen, aber auch neue Freunde gewonnen.

Fazit: Die Christen haben die für sie schwierigen Speisegesetze und sogar das Zinsverbot aufgehoben. Sogar erst in der Neuzeit. Warum versuchen bestimmte Lobbyisten aus dem Nahen Osten und aus Europa jetzt mit Halal und Islamic Banking in Europa, solche strengen Sitten mittels des politisierten Glaubens und des Fundamentalismus durch die Hintertür wieder zu etablieren? Viele Menschen haben in vielen Punkten ihre moralischen europäischen Wertevorstellungen verloren. Halal-Zertifizierungen und Islamic Banking, unter dem Deckmantel der Religion sind eine Beleidigung gegenüber der Religion des Koranischen Islam. Gäbe es ein „Jewish Banking“ oder ein „Christian Banking“, wäre es interessant zu sehen, wie auch hier das gleiche System installiert wird, ist doch nach dem Alten Testament der Zins dezidiert mindestens gegenüber Brüdern verboten.

Zwei offene Fragen dazu.: Warum gibt es nicht Begriffe oder Bestimmungen mit dem Namen „Jewish Banking“ oder „Christian Banking“ aber die Begriffe „Islamic Banking“? Und warum unterstützen das so gerne viele Europäer gierig mit verschiedenen sehr bedenklichen Argumenten?

Warum versucht man im Islam so etwas aufzubauen, das sogar in der Türkei von der Mehrheit der Bevölkerung (75 Mio. Einwohner) nicht angenommen wird. Das Wort „Riba“ im Koran darf nicht als „Zins“ verengt interpretiert werden, sondern deutet auf jede heuchlerische und ausbeuterische Vermehrung des Vermögens hin. Wie können also zwei türkische Banken (Vakifbank, Denizbank) sogar mit höheren (Spar- und Kredit-) Zinsen als ihre Konkurrenz in Europa Kunden gewinnen und Inserate auf den (teuren) ersten Seiten der Zeitschriften und Magazine in Europa täglich für solche Spareinlagen schalten? Gegen diese verkehrte Logik, diese heuchlerische Kundenanwerbung und das Einschleichen der Lobbyisten in Europa, aus dem Nahen Osten und der Türkei, die hier Kunden, Institutionen, politische Parteien und Medien für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, müssen wir Einspruch erheben und Stopp schreien!

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29 08 2017
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Wer sich den Gesetzen nicht fügen will ?

Nach Recherchen eines Historikers ist ein türkischer Edelmann „Urvater aller deutsch-türkischen Mitbürger in Deutschland“. Johann Wolfgang von Goethe: „Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, in denen sie gelten.“

Der Kunsthistoriker und Theologe Dr. Werner Ulrich Deetjen ist überzeugt davon, dass zu den Vorfahren des deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe auch ein türkischer Hauptmann namens Sadok Selim Soldan gehörte. Dessen Historie gilt dem Experten als „die Urgeschichte deutsch-türkischer Integration“.

Immer wieder tauchen in den Medien Berichte über diesen legendären deutsch-türkischen Urvater Sadok Selim Soldan auf (um 1270 bis 1328), der sich, nachdem er sich 1305 taufen ließ, Johannes Soldan nannte. Einige Quellen berichten davon, Sadok Selim sei muslimisch erzogen worden. Ob er praktizierender Muslim war, ist umstritten. Der ehemalige evangelische Dekan im baden-württembergischen Brackenheim hat sich intensiv mit der Chronik der Familie Soldan befasst. Darin werde von einem Orientalen berichtet, der in die Gefangenschaft deutscher Ordensritter geraten war. Rasch sei er auf Grund seines einnehmenden Wesens jedoch zum ebenbürtigen Freund aufgestiegen und in die Truppe, die wohl aus der Nähe Württembergs stammte, aufgenommen worden. 1304 soll sich Sadok Selim mit einer Bürgerin des Ortes, Rebekka Döbler, vermählt haben. Drei Söhne sind aus der Ehe hervorgegangen.
Der Halbmond samt Stern im Wappen als auch in der Familienchronik gelten Deetjen, neben dem Namen, als weiteres Indiz für die türkischen Bezüge. Doch das sei noch nicht alles. Türkische Besucher hätten ihm davon erzählt, dass Soldan, der mit seinen Söhnen in der hiesigen Johanniskirche begraben wurde, aus der Türkei habe fliehen müssen, um nicht ums Leben zu kommen. Deetjen: „Es gibt deutliche Hinweise, dass diese Familienchronik aus dem 16. Jahrhundert einen hohen Wahrheitsgehalt hat.“ Erst vor kurzem habe sich das Innenministerium Baden-Württemberg auf seine Recherchen berufen, berichtet der Forscher. Der Experte räumt allerdings ein, dass es einen direkten Beweis für die Verwandtschaft zu Goethe nicht gebe. Jedoch hätten die „Quelle aus dem 16. Jahrhundert mit den Hinweisen auf die Festung Al Mokhtara, Kreuzritter aus der Gegend um Backenheim und Hinweise auf die blühende Familie Soldan sehr starken historischen Zwang.“
Bis ins Hessische und Fränkische hätten sich die Familienbande gezogen, aus der sehr oft Juristen und andere leitende Persönlichkeiten, häufig auch Künstler und bedeutende Wissenschaftler, hervorgegangen seien. Deetjen ergänzt:„In der Soldan-Familie selbst gibt es die Überlieferung, dass dieser Sadok Selim zu den Vorfahren von Goethe gehört.“ In der Goethe-Forschung sei seit dem 19. Jahrhundert bekannt, dass es von der mütterlichen Seite Goethes einen orientalischen Vorfahren gegeben haben muss. Goethe selbst sei getaufter, protestantischer Christ gewesen, dem es wohl bewusst war, dass er orientalische Wurzeln hatte. In seinem Werk „West-östlicher Diwan“ (1819) habe das schließlich noch einmal nachgewirkt.
Für den Islam zeigte Goethe als universeller und lieberaler Geist zumindest auffallendes Interesse. Seine überlieferten Worte beweisen es:
„Närrisch, daß jeder in seinem Falle

Seine besondere Meinung preist!

Wenn Islam Gott ergeben heißt,

Im Islam leben und sterben wir alle.“

(Hamburger Ausgabe, Bd.2, S. 56)

Im Juni 2005 wurde Soldan zum 700-jährigen Jubiläum von dessen Ansiedelung im Raum Brackenheim gemeinsam mit türkischen und deutschen Gästen noch einmal gedacht. „Wenn wir also diesen Überlieferungen vertrauen, und einiges spricht dafür, dann wäre er quasi der Urvater aller deutsch-türkischen Mitbürger in Deutschland“, erklärt Deetjen. Das Fest vor einigen Jahren habe die Beziehungen Brackenheims in die Türkei intensiviert. Resümierend mahnt Deetjen jedoch an: „Ich denke, dass die deutsch-türkische Geschichte in ihren Beziehungen noch lange nicht richtig gut aufgearbeitet ist.“ ( Quelle: Deutsch-Tuerkische-Nacrichten.de, Felix Kubach, Nicole Oppel)

Der „Deutschtürke“ Johann Wolfgang von Goethe hat recht:

Was sagte schon Goethe: „Wer sich den Gesetzen nicht fügen will, muss die Gegend verlassen, in denen sie gelten.“

 

Vorfahren aus dem 13. Jahrhundert
„Der Kunsthistoriker und Theologe Dr. Werner Ulrich Deetjen ist überzeugt davon, dass zu den Vorfahren des deutschen Dichterfürsten Johann Wolfgang von Goethe auch ein türkischer Hauptmann namens Sadok Selim Soldan gehörte. Dessen Historie gilt dem Experten als „die Urgeschichte deutsch-türkischer Integration“Auch bei einem gewissen Christ namens Johann Soldan wird davon ausgegangen, dass er zu Vorfahren und Ahnen von Goethe gehört. Der ursprünglich türkische Offizier mit dem Namen Sadok Seli Soltan wurde damals als Beutetürke während der Kreuzzüge verschleppt und christlich getauft. Das besondere an ihm ist, dass er vermutlich der erste türkische Deutsche in Deutschland war, der urkundlich nachgewiesen werden kann. Bereits Engelmann (1984) zählte Johann Soldan zur Ahnenreihe Johann Wolfgang von Goethes,“ von dem man seit dem 19. Jahrhundert weiß, dass er mütterlicherseits einen orientalischen Vorfahren hat.
Die These wurde zuletzt von Werner Ulrich Deetjen anlässlich des 700-jährigen Jubiläums der Soldan-Taufe 2005 vertreten.
Die mögliche Verwandtschaft mit Soldan bestätigt jedoch nicht das anderweitig vor allem in arabischen Ländern kursierende Gerücht, dass Goethe Muslim gewesen sei“

de.wikipedia.org/wiki/Goethe_(Familie)
de.wikipedia.org/wiki/Sadok_Seli_Soltan

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Die Deutsche Sprache kommt aus Anatolien

Die Wiege der indoeuropäischen Sprachen stand in der heutigen Türkei, besagt eine neue Studie. Sie steht im Widerspruch zur Theorie vieler historischer Linguisten.

Es war einmal, in grauer Vorzeit, ein kleines Volk. Wir wissen fast nichts über seine Angehörigen. Und trotzdem beeinflussen sie das Leben von etwa drei Milliarden Menschen, die heute zwischen Island und Sri Lanka siedeln. Denn sie verständigten sich in einer Sprache, aus der sich mehr als 400 indoeuropäische Sprachen entwickelten. Die Krux jedoch ist: Obwohl historische Linguisten seit etwa 200 Jahren ihre Fährte verfolgen und sorgfältig Sprachstammbäume zeichnen, ist noch unklar, wer diese Menschen waren und wo sie wohnten. Nun treten Naturwissenschaftler auf den Plan und verkünden siegesgewiss, dass ihre Methoden das vertrackte Rätsel besser lösen können. Im Fachblatt „Science“ erscheint heute eine solche Studie und wird vermutlich den Streit zwischen Sprach- und Naturwissenschaftlern erneut entzünden.

Zwei Thesen dominieren die Debatte und geben auf Wo, Wann und Warum eine unterschiedliche Antwort. Die Wiege der indoeuropäischen Sprache habe vor zirka 6000 Jahren irgendwo nördlich des Kaspischen und des Schwarzen Meeres in der russischen Steppe gestanden, behauptet die Mehrzahl der historischen Linguisten gemeinsam mit etlichen Archäologen. Ein kriegerisches Nomadenvolk der Kurgan-Kultur habe die proto-indoeuropäische Sprache auf dem Pferderücken verbreitet, im Gepäck zwei wichtige Erfindungen: das Rad und die Zähmung des Pferdes.

Die naturwissenschaftliche Konkurrenz favorisiert die friedliche Gegenthese und verortet die Urheimat der indoeuropäischen Sprachen in Anatolien. Die Bauern der Jungsteinzeit hätten allmählich ihre Felder ausgedehnt und so vor 8000 bis 9500 Jahren nicht nur den Lebensstil der Jäger und Sammler verdrängt, sondern auch deren Sprachen. Das untermauert auch die Studie, die Russel Gray und Quentin Atkinson von der Universität von Auckland in Neuseeland und ihre Kollegen nun in „Science“ veröffentlichen. (Tagesspiegel.de)

Weiter:

http://www.tagesspiegel.de/wissen/urspruenge-in-der-tuerkei-die-deutsche-sprache-kommt-aus-anatolien/7048426.html

 

KURGUN KULTUR ?

(russisch курга́н = kurgán = Hügel, Hügelgrab, urspr. Türkisch)

Das Wort Kurgan hat einen türkischen Ursprung mit einem sozial-kulturellen Hintergrund.

Vorstoß der Kurganvölker nach Ostmitteleuropa in der Zeit zwischen 4300 und 3500 v. Chr.

“ Zwei Thesen dominieren die Debatte und geben auf Wo, Wann und Warum eine unterschiedliche Antwort. Die Wiege der indoeuropäischen Sprache habe vor zirka 6000 Jahren irgendwo nördlich des Kaspischen und des Schwarzen Meeres in der russischen Steppe gestanden, behauptet die Mehrzahl der historischen Linguisten gemeinsam mit etlichen Archäologen. Ein kriegerisches Nomadenvolk der KURGAN-Kultur habe die proto-indoeuropäische Sprache auf dem Pferderücken verbreitet, im Gepäck zwei wichtige Erfindungen: das Rad und die Zähmung des Pferdes.Die naturwissenschaftliche Konkurrenz favorisiert die friedliche Gegenthese und verortet die Urheimat der indoeuropäischen Sprachen in Anatolien. Die Bauern der Jungsteinzeit hätten allmählich ihre Felder ausgedehnt und so vor 8000 bis 9500 Jahren nicht nur den Lebensstil der Jäger und Sammler verdrängt, sondern auch deren Sprachen. Das untermauert auch die Studie, die Russel Gray und Quentin Atkinson von der Universität von Auckland in Neuseeland und ihre Kollegen nun in „Science“ veröffentlichen.“

KURGAN: Es gibt zwei Hauptquellen des Wortes Kurgan. Eine Erklärung wäre die Herleitung vom alttürkischen korgan ‘Zuflucht, Festung’ und mitteltürkischen kurgan ‘Festung, Festungswall, Haupt-Schrein’. Beide werden als Lautverschiebung des alttürkischen korigan betrachtet, mit der Wortwurzel korı- ‘schützen, verteidigen’ und dem alttürkischen Suffix -gan.[1] Eine andere Erklärung wäre die Herleitung vom alttürkischen Wortstamm qur-, aus dem das Wort Kurgan eine Ableitung darstellt, ursprünglich aus Urtürkisch *Kur- ‘errichten (Gebäude), gründen’. Eine klare Trennung zwischen „Kurgan“ und dem urtürkischen *Kōrɨ-kan ‘Zaun, Schutz’ ist oft schwer festzusetzen.[2

www.tagesspiegel.de/…/urspruenge-in…/7048426.html

de.wikipedia.org/wiki/Kurgan_(Grabhügel)

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29 08 2017
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Denkmal für Architekt Clemens Holzmeister in Ankara

Der berühmte österreichische Architekt Clemens Holzmeister, der in Ankara viele Bauwerke errichtet hat, wurde in der Hauptstadt mit einem Denkmal im Garten des türkischen Parlaments geehrt. 

Clemens Holzmeister – der Stararchitekt des modernen Ankara

Ankara/Wien. Das Parlamentsgebäude, die Stadtvilla Atatürk, das Verteidigungsministerium, das Innenministerium, der Oberste Gerichtshof, die österreichische Botschaft – all diese Gebäude in Ankara wurden von Clemens Holzmeister erbaut. Nun wurde der österreichische Architekt mit einem Denkmal im Garten des Parlaments geehrt. Bei der Eröffnung waren der stellvertretende Parlamentspräsident Mehmet Sağlam und der Präsident der österreichisch-türkischen Freundschaftsgruppe Georg Keuschnigg anwesend. Sağlam betonte in seiner Rede, dass die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Staaten Höhen und Tiefen haben, aber die Hauptsache sei, die Beziehungen basieren auf Zuneigung und Freundschaft. „Während des Ersten Weltkriegs waren die osmanischen und österreichischen Soldaten Waffenbrüder. Nach der Gründung der Republik haben die österreichischen Architekten und Künstler einen großen Beitrag geleistet. Aber der berühmte Architekt Holzmeister hat eine besondere Stellung. In den Jahren 1938 bis 1954 hat Holzmeister in der Türkei gelebt. Nachdem er den ersten Preis bei einem Wettbewerb gewonnen hatte, wurde er ausgewählt, um das Parlamentsgebäude zu erbauen. Im Jahr 1940 lehrte er an der Technischen Universität Istanbul. Neben seinen Bauwerken war auch seine Person selbst hoch angesehen, vor allem für die Jugendlichen in Ankara galt er als Vorbild, da durch seine Werke an die Republik erinnert wurde.“, so Sağlam. Außerdem stammen von Georg Keuschnigg, Mitglied des Bundesrates, folgende Worte: „Als die österreichisch-türkische parlamentarische Freundschaftsgruppe haben wir eine große Freude, an der Eröffnung des Denkmals zur Ehrung des berühmten Architekten teilnehmen zu dürfen. Die Errichtung dieses Denkmals ist der Höhepunkt des Gedenkens an Holzmeister.“

Am 24. November wurde als Schlusspunkt zahlreicher, dem österreichischen Architekten Clemens Holzmeister gewidmeter Veranstaltungen der letzten Jahre, im Park der „Großen Türkischen Nationalversammlung“, eine Holzmeister-Gedenk-Ecke enthüllt. Holzmeister hatte den Park zwischen 1939 und 1961 als sein Hauptwerk in der Türkei errichtet. Die Zeremonie fand während des Aufenthalts der „Österreichisch-Türkischen Parlamentarischen Freundschaftsgruppe“ in der Türkei statt. Die Eröffnungsreden hielten der Vorsitzende der Freundschaftsgruppe, Bundesrat Georg Keuschnig, und der stellvertretende Parlamentspräsident, Mehmet Saglam. Bereits einige Tage zuvor war im Ankaraner Stadtteil Oran ein Holzmeisterpark mit einer Büste Holzmeisters durch den Bürgermeister der Gemeinde Cankaya, Bülent Tanik, und der Österreichischen Botschafterin Heidemaria Gürer im Beisein der Tochter Holzmeisters, Barbara Mohapp, eröffnet worden. Diese Eröffnung hatte im Rahmen eines von der türkischen Holzmeisterspezialistin Aydan Balamir veranstalteten Holzmeistersymposiums und Ausstellung seiner Aquarelle im „Cer Modern“-Museum in Ankara stattgefunden. Balamir hatte schon 2010 eine umfassende Publikation über die Werke Holzmeisters in der Türkei herausgegeben und dafür eine österreichische Auszeichnung sowie einen internationalen Architektenpreis erhalten.

Außer dem Holzmeisterpark und der Gedenkstätte im türkischen Parlament war bereits 2008 durch den damaligen Wiener Stadtrat Rudolf Schicker im Ankaraner Stadtteil Yildiz eine Holzmeisterstraße eröffnet und an seinem ehemaligen Wohnhaus eine Erinnerungsplakette angebracht worden. Außerdem wurde auch ein von der Österreichischen Botschaft in Ankara entworfener „Holzmeisterführer durch Ankara“ dem Publikum vorgestellt. Clemens Holzmeister kann als „Staatsarchitekt der Türkei“ bezeichnet werden. Er lebte von 1938 bis 1953 ständig in der Türkei gelebt, neben seiner Lehrtätigkeit in Istanbul hauptsächlich in Ankara. Bereits davor war er von Atatürk zum Aufbau der neuen Hauptstadt Ankara in die Türkei eingeladen worden. Zu seinen 15 Bauten in Ankara gehören neben dem Parlament ebenso wichtige Gebäude wie der Präsidentenpalast, einige Banken und die wesentlichsten Gebäude des Ministeriumsviertels, sowie die österreichische Botschaft. Gemeinsam mit dem österreichischen Bildhauer Anton Hanak errichtete er auch das „Sicherheitsdenkmal“ im Regierungsviertel. Neben den imposanten Werken Holzmeisters prägte auch der österreichische Bildhauer Heinrich Krippel die türkische Geschichte. Krippel zeichnete sich unter anderem für das wichtigste Reiterstandbild Atatürks in Samsun verantwortlich. Seit kurzem befindet sich neben dem Atatürk-Reiterstandbild in Samsun auch eine Krippel-Straße. Die erwähnten Holzmeister- und Krippel-Aktivitäten der letzten Jahre gehen auf die Initiative der Österreichischen Botschaft in Ankara zurück.

Straße in Ankara nach Architekt Clemens Holzmeister benannt (24.02.2009)

In der türkischen Hauptstadt Ankara ist eine Straße nach dem österreichischen Architekten und Stadtplaner Clemens Holzmeister (1886-1983) benannt worden.
Clemens Holzmeister wurde 1927 nach Ankara berufen, wo er mit seinen Bauten das Stadtbild prägte. 1938 emigrierte der Architekt in die Türkei, wo er als Dozent an der Technischen Hochschule in Istanbul tätig war.
Neben seinem ersten Bau, dem türkischen Verteidigungsministerium, schuf Holzmeister in Ankara unter anderem die Stadtvilla Atatürk, die Österreichische Botschaft, den Obersten Gerichtshof, das Innenministerium und das Parlamentsgebäude.

Mehr Info über Clemens Holzmeister:

http://www.architektenlexikon.at/de/241.htm

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29 08 2017
By: Redaktion 0

DECLARATION OF JOINT INTERNATIONAL EMERGENCY

Following an international press freedom mission to Turkey on 7 February to 2 March 2017, the undersigned participants, representing six international free expression watchdog organisations, express severe concern about media freedom and respect for human rights and warn that the country’s democracy is under threat.

The mission came in response to an ongoing purge by Turkey’s government in the wake of a failed 15 July 2016 coup attempt that traumatized the country. Hundreds of thousands have been dismissed from jobs or detained under wide-ranging emergency powers granted after the coup attempt.

This includes some 155 journalists and media workers behind bars, 125 of whom have been arrested since the coup attempt. Most were detained for alleged support of terrorists on shifting, contradictory and illogical accusations that relate to their criticism of government officials or policy.

Journalists held for months in pre-trial detention are punished without conviction, having been presented with no indictments illuminating the charges or evidence against them. Instead, they face arbitrary limits on outside contact and interference with the right to mount a legal defence.

These developments cast doubt on judicial independence and rule of law, and are compounded by the Constitutional Court’s failure to review detentions and remedy rights violations.

The mission also preceded an April 16 referendum on constitutional changes that would convert Turkey from a parliamentary to a presidential system, vastly expanding the president’s powers over all branches of government.

Mass closures of media outlets by executive decree under the state of emergency have left few remaining spaces for the expression of opinions not in line with the government’s views; voters will be forced to make crucial decisions about the political system of the country under state of emergency conditions and within a severely restricted space for public debate.

Mission delegates met with journalists and media facing unwarranted pressure; with detained journalists’ families and attorneys; and with civil society, opposition politicians and foreign diplomats. However, representatives of Turkey’s Justice Ministry and advisers to Erdoğan refused to meet with them, and the Ministry ignored delegates’ request to visit imprisoned journalists.

 

Recognizing that the free exchange of information is necessary for informed decision-making and democracy, and the referendum’s profound potential impact, the delegates stand in solidarity with journalists in Turkey and recommend that Turkey’s government:

– Release all journalists and others detained for engaging in free expression or sharing news or other public interest information and recommit to upholding international human rights norms.

– End the ongoing state of emergency, restore legal and administrative safeguards for freedom of expression and access to justice suspended since the imposition of emergency powers, and allow Turkey’s judicial system to function independently, according to law and absent political pressure.

– Cease all activity hindering or preventing journalists or others from freely discussing the merits of the proposed constitutional changes in advance of the referendum and ensure that the public enjoys full access to a broad range of information, including through fair, equitable and non-discriminatory television and radio coverage of diverse political views.

– Allow journalists to question government policy and freely investigate public interest issues without reprisal, including corruption, the “Kurdish issue”, human rights violations, armed conflict in southeast Turkey and Syria, and activity by militants such as the Islamic State group.

– Ensure that government-authorised press cards are awarded freely to all journalists, domestic and foreign, and that the decision to do so is not subject to political pressure.

– Stop using hostile rhetoric targeting journalists as “traitors” or “terrorists”, and send a clear signal to police, the judiciary and the public that attackers of journalists must be brought to justice. Similarly, ensure that foreign journalists are not singled out for intimidation or harassment.

– Reform overly-broad anti-terrorism law, in text and implementation, and clearly distinguish between individuals who actively plot, incite or engage in violence, and journalists who merely report on terrorist groups.

– Ensure that everyone in Turkey facing a criminal charge is afforded due process and all human rights guaranteed under the European Convention of Human Rights and other international agreements to which Turkey has acceded.

– Moreover, end arbitrary restrictions targeting journalists behind bars more harshly than other prisoners.

– Increase transparency, not only in terms of access to information but also officials’ willingness to speak with independent media outlets and to engage in dialogue with international observers who share the mutual goal of ensuring a stable, prosperous and democratic Turkey.

– Implement recommendations in Council of Europe Human Rights Commissioner Nils Muižnieks’ 15 February 2017 “Memorandum on freedom of expression and media freedom in Turkey”1 and in the OSCE/ODIHR Limited Election Observation Mission’s reports on parliamentary elections on 7 June 2015 and 1 November 2015.

– Heed conclusions and implement recommendations detailed in forthcoming reports by the Council of Europe’s Venice Commission on judicial independence in Turkey, on the proposed constitutional changes and on the impact emergency decree laws have had on media freedom.

 

The delegates also call on foreign governments to:

 

– Press Turkey to uphold its human rights commitments and recognize that derogations ostensibly intended to serve short-term security or economic interests risk severely weakening Turkey’s democracy and exacerbating those same challenges over the long term.

– Make use of international fora – e.g. meetings before bodies of the U.N., the Council of Europe and the OSCE – to emphasise the need for Turkey to release imprisoned journalists and to relax pressure on the media, both generally and ahead of the referendum.

– Use all available channels to continue to engage the Turkish government to that end.

 

6 March 2017

Steven M. Ellis, Director of Advocacy and Communications, International Press Institute (IPI)

Sandy Bremner, Representative, IPI UK National Committee; Managing Editor for the Northeast and Northern Isles, BBC Scotland

Georgia Nash, Programme Officer, ARTICLE 19

Anna Livion Ingvarsson, Secretary General, Swedish PEN

Sophie Busson, Advocacy Advisor, Reporters Without Borders (RSF)

Erol OnderogluTurkey Representative, Reporters Without Borders (RSF)

Otmar Lahodynsky, President, Association of European Journalists (AEJ); European Editor, Profil Michelle

Trimborn, PR and Communications Officer, European Centre for Press and Media Freedom (ECPMF)

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29 08 2017
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Erster Völkermord des 20. Jahrhunderts-Prozess in New York-Deutschland soll zahlen

Die ehemalige deutsche Kolonie Namibia schließt sich der Klage gegen die Bundesrepublik an. Für den Völkermord zu Beginn des 20. Jahrhunderts fordert sie eine immense Entschädigung.Während der deutschen Kolonialherrschaft im heutigen Namibia Zehntausende Herero und Nama getötet (1904 bis 1908) worden. Die deutschen Truppen haben rund 65.000 der 80.000 Herero und mindestens 10.000 von 20.000 Nama laut Experten ermordet. Die Massaker gelten als erster Völkermord des 20. Jahrhunderts.

 

Mehr als 100 Jahre nach dem Völkermord im damaligen Deutsch-Südwestafrika ist nun der Weg frei für einen Prozess um Entschädigungszahlungen an die namibischen Volksgruppen Herero und Nama. Deren Angehörige hatten in New York eine Sammelklage gegen Deutschland eingereicht. Vertreter der Kläger fanden sich nun in der US-Metropole ein und erzielten einen Erfolg: Richterin Laura Taylor Swain setzte den 21. Juli als ersten Verhandlungstag fest. Damit kann das Verfahren um eines der dunkelsten Kapitel der afrikanischen Kolonialgeschichte in Gang kommen.

Namibia will die Bundesrepublik wegen des Völkermords an den Herero und Nama verklagen. Das geht aus amtlichen Dokumenten hervor, die von der Zeitung „The Namibian“ und der Nachrichtenagentur AFP eingesehen wurden. Die namibische Regierung fordere mehr als 30 Milliarden US-Dollar an Entschädigung. Bei Massakern zwischen 1904 und 1908 wurden mehr als 100.000 Menschen getötet. Deutsch-Südwestafrika, das heutige Namibia, war damals eine deutsche Kolonie.

Bisher hatte Namibia auf die Forderung von Reparationszahlungen verzichtet. Die Regierung wolle sich nun jedoch einer Klage anschließen, die Vertreter der Herero- und Nama-Stämme Anfang des Jahres in den Vereinigten Staaten eingereicht haben. Ein Team internationaler Anwälte arbeite zudem daran, den Fall der Entschädigungen vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag zu bringen, bestätigte der namibische Justizminister Sacky Shangala gegenüber AFP.

Deutschland verhandelt seit einigen Monaten mit der Regierung Namibias über eine Aufarbeitung der Verbrechen. Die Bundesregierung spricht selbst von „Völkermord“. Individuelle Entschädigungen lehnt sie ab. Eine UN-Expertengruppe hatte die Bundesregierung im Februar aufgefordert, Herero- und Nama-Vertreter stärker an den Verhandlungen zu beteiligen, und kritisiert, dass es noch keine Entschädigungszahlungen gegeben habe.

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29 08 2017
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TKG: Nach dem Referendum – Einstellung zur Republik Österreich

TKG: JA zur parlamentarische Demokratie- Österreich

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich hat als unabhängige Think Tank NGO (Non Gouvernment Organization) vor dem Referendum ihre klare Ablehnung gegen das Referendum mit verschiedenen Mitteln ausgedrückt.

Türkei- Referendum: Nein! zur Abschaffung der Demokratie!

Gegenüber dieser APA OTS Aussendung hat die
Türkische KULTURgemeinde von AKP nahen Vereinen und Personen Beschimpfungen, Geringschätzung und persönliche Untergriffe dulden müssen.

Türkei-Referendum-TKG: Nein! zur Abschaffung der Demokratie!

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170414_OTS0024/tuerkei-referendum-nein-zur-abschaffung-der-demokratie

 

Wir haben in Österreich tatsächlich ein großes Problem, das nicht nur die Aufnahmegesellschaft beschäftigt, sondern auch die Mehrheit der aufgeklärten und demokratiebewussten Community aus der Türkei. Diese türkische Community ist gerade in Geiselhaft.

Die unbewussten Partisanen haben die in Österreich lebenden und freiheitsliebenden Menschen aus der Türkei durch Drohungen und Mobbing in sozialen und türkischen Medien verleumdet. Diese Tatsache ist auch langsam den ÖsterreicherInnen bewusst geworden.

Aus diesem Grund bitten wir in aller Freundschaft und Höflichkeit, das Wort „Türken“ nicht zu pauschalisieren bzw. zu „satanisieren“. Dies nützt nur den Anhängern des politischen Islams und AKP Partisanen, die sich immer als ewige Opfer zementieren.

Hier erwarten wir besonders, die moderne demokratiebewusste säkulare austrotürkische Gemeinde von diesen primitiven Schakalen und religiösen Faschisten zu unterscheiden.

Bis jetzt haben österreichische PolitikerInnen und insbesondere PolitikerInnen aus der Türkei die Aufnahmegesellschaft seit 15 Jahren mit diesen Problemen vorsätzlich unter dem Vorwand „Integration“, „Solidarität“ und „Religionsfreiheit“ geschützt und sogar mit ihnen kooperiert, obwohl sie wussten, dass diese Personen verlängerte Arme der faschistischen Parteien oder religiös fundamentalistischen und säkular verfassungsfeindlichen Parteien aus der Türkei sind.

Diese Personen, die in den österreichischen Parteien oder in der Wirtschaftskammer seit Langem mit angeblichen überangepassten Menschen aus der Türkei zusammengearbeitet haben, sind die wahren Brandstifter, die jetzt als Feuerlöscher auftreten.

Wie kann es sein, dass Parteien und Bewegungen aus der Türkei nach Jahren in Österreich Vereine gründen und Vereins- und Religionsgesetze missbrauchen, obwohl sie keine echten NGOs sind? Diese angeblichen NGOs sind gemeingefährliche, religiös-faschistische Bewegungen und Parteien, die in der Türkei verboten wurden und mit anderem Namen heuchlerisch neu gegründet worden sind.

Die Türkische KULTURgemeinde hat seit Jahren vor genau diesen Missständen konsequent in türkischer und deutscher Sprache gewarnt.

Diese Personen, die eigentlich eine demokratiefeindliche Gesinnung haben und insbesondere alle Errungenschaften in einer modernen Demokratie erleben, sind jedoch im Inland und im Ursprungsland für ihre Landsleute de facto demokratiefeindlich.

Diese Scheinheiligkeit hat mit der korrupten Sprache zu tun, die ab jetzt nicht mehr gelten sollte. Ab jetzt sollte man nicht alle TürkInnen in den gleichen Topf werfen und pauschalisieren, damit daraus nicht der „ewige Türke“ wird. Das ist das Ziel der Feinde der Demokratie und das wollen die religiösen Faschisten.

Wir, als säkulare Verfassungspatrioten mit einem wehrhaften, streitbaren Demokratieverständnis, bekennen uns zu Österreich mit allen seinen Werten, die wir in den letzten 50 Jahren miterleben und aufbauen durften.

Es ist für uns sehr wertvoll, ein Mitglied eines Staates und Bürger einer Gesellschaft zu sein, wo unsere Würde in der österreichischen Verfassung, egal welche Abstammung wir haben, unantastbar ist.

Es ist für uns eine große Freude und Ehre, in einem Land zu leben, wo Gewaltenteilung geschützt, geschätzt und hochgehoben wird, obwohl auch in Österreich dieses Gebiet noch ausbaufähig ist.

Wir als MigrantInnen, als AustrotürkInnen, möchten die Rechtsstaatlichkeit, Presse- und Meinungsfreiheit hochhalten, weil wir wissen, dass das Gegenteil uns ins Verderben stürzt.

Deswegen ist es an der Zeit, unsere Präambel, die bei der Gründung der „Türkische KULTURgemeinde in Österreich“ in den Statuten niedergeschrieben wurde, hier zu wiederholen:

 

„Wir, Bürgerinnen und Bürger aus der Türkei, haben uns dauerhaft in Österreich niedergelassen. Österreich ist unsere „neue Heimat“ und die Heimat unserer Kinder und nachkommender Generationen, die hier geboren sind und hier aufwachsen. Wir wollen in Österreich mit allen Bevölkerungsteilen dieses Landes gleichberechtigt, in Würde, Sicherheit, Frieden, Freundschaft und Solidarität leben. Wir wollen nach dem Grundsatz der Gleichstellung und Gleichbehandlung zur Verwirklichung unserer Rechte als kulturelle Minderheit in allen rechtlichen, sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Bereichen unseren Beitrag leisten. Wir haben als Bürger der österreichischen Republik Rechte und natürlich auch Pflichten, die wir mit Österreichs Verfassung und Gesetzen vollkommen befürworten und unsere Mitglieder immer darauf aufmerksam machen wollen. Wir werden den Rechtstaat Österreich in seinen Gesetzen und Verfassungen anwenden und loyal bleiben und mit allen Mitteln unterstützen, damit wir auch von allen Seiten objektiv und korrekt behandelt werden. Die „Türkische Kulturgemeinde in Österreich – Brückenbauen“ ist ein den pluralistischen, freiheitlichen, demokratischen und rechtstaatlichen Prinzipien verpflichteter Verein. Pluralität der Meinungen, Gleichberechtigung aller Mitglieder und demokratische Regeln bei der Arbeit sind oberstes Prinzip. In Grundsatzfragen wird das Konsensprinzip angestrebt. Rassistisch oder Fundamentalistisch orientierte Personen oder Organisationen und solche Personen oder Organisationen, die Gewalt als politisches Mittel bejahen, dürfen nicht Mitglied werden. Die UNO -Menschenrechtscharta ist Bestandteil der Satzung. Der Verein bekennt sich zu den einschlägigen internationalen Vereinbarungen zum Schutze der Menschenrechte.“

www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170419_OTS0127/tkg-ja-zur-oesterreich

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich,
Obmann
Dipl.-Ing. Birol Kilic

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Solidarität ist gut, aber mit wem Herr Bundespräsident Van der Bellen?

Wir begrüßen die Haltung von Bundespräsident Van der Bellen gegen jeglichen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus. Vielen Dank.

 

Aber auf die Solidarität vom Bundespräsidenten bezüglich Kopftuch können wir als Opfer der modernen, säkularen und gläubigen Austrotürken in aller Höflichkeit verzichten. Warum? Weil diese Solidarität ist für uns ein Freibrief und eine Unterstützung der Unterdrücker, der Diskriminierer und der religiösen Klerikalfaschisten der „politischen Islamanhänger“  die wir aus der Türkei kennen.

Zwischen „Islam“ und „politischem Islam“(Verfälschten Islam)  gibt es einen diamateriellen Unterschied. Islam bedeutet als Wort Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen und „Poltische Islam“ bedeutet Ausnützung, Tränen, Missbrauch, Hetze und Unterdrückung.

Der „politische Islam“ ist der Feind des „Islams im Koran“ der gerade auch in Österreich alle MoslemInnen (ca.700.000) in Geiselhaft genommen hat.

Der „poltische Islam“ ist ein „verfälschter Islam“, der demokratische Errungenschaften, die man vor Jahrhunderten als Land gewonnen hat, missbraucht, manipuliert und vernebelt.

 

„Wir“ und „Ihr“

Es ist eine „Wir“(Aufgeklärten, Moralisch überlegenen) und „Ihr“ (Nicht-Aufgeklärten-Moralisch verdorbenen, ewige Verlierer-Cahilliye also die EuropäerInnen und säkulare MolemInnen)  Gesellschaft, die man in eine feindliche Position durch Hetze und Polarisierung bringt in der man lebt. Damit sie diese Ziele erreichen können, verwenden sie insbesondere das „Kopftuch“, obwohl das Kopftuch im Islam keine religiöse Pflicht bzw.Zeichen ist.  Wir betonen hiermit ausdrücklich  das Recht von Frauen ihre Bekleidung selbst zu wähle. Das  Kopftuchdebatte  wird  aber vorsätzlich für Ihre (Politische Islam) ideologische Ziele Instrumentalisiert und zweckentfremdet. Mann sollte aber über das Thema Kopftuch nicht alle alle MoslemInnen stigmatisieren. Das wollen die Anhänger der „Poltischen Islam“  damit hier die Spreu vom Weizen nicht mehr trennbar ist und Sie de facto Brandstifter unter dem Vorwand Feuerlöscher auftreten können.

 

Islam bedeutet Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen und nicht umgekehrt

Das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“ und „Vertrauen“.  Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt, die ihr „wahres Islam“-Bekenntnis aus dem Koran beziehen, verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten – und gewaltbereitende und selbstverherrlichende Theologien des Islam, die wir als „verfälschten Islam“ (Politische Islam) bezeichnen, kritisch zu betrachten, ja, sich von diesen um ihres Theologie Willen zu distanzieren.

Es stellt sich die Frage, ob es sich bei islamischen Kopftüchern um ein religiöses Gebot bzw. Pflicht handelt (dann müsste dieses allerdings im Koran stehen) oder ob wir es viel mehr mit einem historisch gewachsenen, politisch-religiösen-tradition Phänomen zu tun haben, das sich auf den Einfluss politischer und kultureller Traditionen zurückführen lässt und durch „Poltischen Islam“ Anhänger für die Gesellschaftsmodel „Wir“ und „Ihr“  als religiöses Gebot ausgenützt und politisiert wird.

Da das Kopftuch aber nicht  als Kopf-tuch im Koran erwähnt wird, kann es auch kein Gebot bzw. Pflicht dazu geben.Das häufig angeführte Argument, das Kopftuch solle „vor den Blicken der Männer schützen“, erscheint in unserer aufgeklärten Zeit jedenfalls vielen Leuten absurd und selbst im traditionell-historischen Kontext nicht als ganz stimmig. Im Koran gibt es nur 3 Verse bezüglich „Kopf”, “Tuch“ und „Schleier“, aber man sucht das Wort „Kopf-Tuch“ und infolgedessen „Pflicht bzw.Gebot zu Kopftuch vergeblich.
(Sure/Kapitel 24 Vers 31,  Sure/Kapitel 24 Vers 60, Sure/Kapitel 33 Vers 59). Bei Betrachtung der oben angeführten Zitate sieht man, dass das Wort „Tuch“ (Überwurf, Schleier, Kleider) vorkommt, aber nicht das Wort „Kopf-tuch“ als solches.

 

1980-Wendepunkt in der Türkei-Türkischen Erfahrungen

In der Türkei wurden vor 40 Jahren das Kopftuch, Turban und der Schleier absichtlich durch „Politische Islam“ anhänger politisiert. Bis vor 40 bis 50 Jahren diskutierte fast niemand in der Türkei  über das Kopftuch. Erst durch den Militärputsch vom 12. September 1980 und die darauf folgende Politisierung des Kopftuchs durch manche Gruppen aus Saudi Arabien, Katar und Ägypten, die die Religion für ihre politischen Interessen ausnützten, wurde es zu einem heiklen Propagandainstrument. Das Thema „Kopftuch“ wurde mit den „Migranten“ (Politischen Islam-Vereine, die eigentlich reaktionäre politische Parteien in der Türkei waren) nach Europa importiert und sorgt hier für heftige Diskussionen, auch innerhalb der Migrationsgruppen.  Die türkischen Erfahrungen sollten in Österreich, Deutschland und in der EU nicht wiederholt werden. Schließlich ist offensichtlich, dass im Islam nach den koranischen Versen und Suren keine Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuchs besteht – auch wenn das von einigen Gruppen behauptet, ausgenützt und Propagiert wird. Man sollte in Österreich Kopftuch nich politisieren. Als Österreicher und mit Überzeugung säkularer Lebenseinstellung treten wir für uneingeschränkte Meinungsfreiheit ein und spricht sich grundsätzlich gegen Kleidervorschriften aus.

 

Was heute von den Medien eigentlich kritisiert wird, sind nicht der koranische Islam und der Prophet Mohammed, sondern eine künstliche Ideologie, die Bekenntnis-Merkmale und koranische Worte des Islams, wie z.B. „Allah’ u Ekber“ (arab. allāhu akbar; übersetzt „Gott ist am Größten / ist der Größte“ – Bedeutung hat Ähnlichkeiten mit „Halleluhja“, „Gott preisen, verherrlichen, ausrufen“), missbraucht und gleichzeitig alles, was der koranische Islam ausdrücklich verbietet, praktiziert. Nämlich Intoleranz, Gewalt, Hetze, Politisierung der Glaube und die Nichtnutzung des Verstandes und der Vernunft.

 

These

Das größte Opfer dieser  Ideologie (Politische Islam) ist zuerst der koranische Islam und der Prophet Muhammed selbst, der doch die Vielgötterei und die Unmenschlichkeit bekämpft hat.

Der Koran ruft zur unbedingten Nutzung des Verstandes und der Vernunft auf und er ermahnt die Menschen warmherzig zu sein. Der Koran erinnert den Menschen daran, sein Vermögen und seine Liebe mit den Nachbarn zu teilen, egal welcher Religion, Sprache oder Nationalität man angehört. Es ist für uns Muslime schmerzlich, wenn dieser Gedanke der Nächstenliebe in der heutigen Wahrnehmung ganz untergeht und Morallosigkeit salonfähig ist. Die Türkei hat  deswegen ein Moral und Ethik Problem. Eine unmoralische Gesellschaft ist eine verdorbene Gesellschaft. Es wird alles missbraucht. Insbesondere Glaube! Es gibt sehr viele Themen, die wir besprechen, diskutieren und für die wir, mit dem Einverständnis aller, Lösungen finden müssen, weil Österreich ein Hinterland der „Morallosen Politisierten Islam“  geworden ist die wir ‘Verfälschten Islam“(Politische Islam) nennen die keine Moral und Ethik kennt und am meisten die Mehrheit der Menschen aus der Türkei schadet. Das verhindert natürlich seit  langem Integration und stört das Zusammenleben.

 

Vor zehn Jahren legte die Tochter des Gründers der Milli-Görus-Bewegung  Frau Emil Zeynelabidin ihr Kopftuch ab und schreibt folgende Worte am 23.04.2015 in der WELT:

„Die Welt ist in Verhüllte und Unverhüllte gespalten. Erst heute ist mir bewusst, unter welch einschränkenden Umständen ich durch das Kopftuchtragen gelebt hatte. Auch hätte ich mir damals nicht vorstellen können, dass es überhaupt nicht schlimm ist, kein Kopftuch zu tragen und meine Haare in der Öffentlichkeit zu zeigen.  Heute sind Frauen weltweit in Verhüllte und Nichtverhüllte gespalten. Und das im Namen der islamischen Religion. Eine (veraltete) Maßnahme aus der Zeit des Propheten ist heute zum Merkmal einer Apartheidpolitik geworden und niemanden stört es, dass dem ein Irrtum im Verständnis von Islam zugrunde liegen muss.

In der Debatte um das Kopftuch, das falsch gesetzte Prioritäten bei Muslimen und Befremden bei Nichtmuslimen zum Vorschein gebracht hat, liegt dennoch eine große Chance, mithilfe kluger Fragen die Streiterei in eine lebenspraktische Debatte umzuwandeln, um möglichen Irrtümern in Glaubensvorstellungen über Gott und den Islam nachzugehen. Was hat lieber Allah gegen Damenfrisuren? Warum soll Gott strafen, wenn eine Frau Verantwortung für ihre Reize übernimmt und Männer entsprechend Verantwortung für adäquates, faires Verhalten? Haben Männer nicht auch ihre Reize? Ist das Kopftuchtragen gesund für die Haare? Warum fällt es so schwer, auf das Kopftuch zu verzichten, wenn es doch angeblich freiwillig getragen wird?

Mein Leben ist seit zehn Jahren für mich freier und leichter geworden, ohne dass ich dabei auf meinen Glauben verzichtet habe. Im Gegenteil, durch das Fehlen meines Kopftuches genieße ich einerseits die Unauffälligkeit in der Öffentlichkeit, in der ich 30 Jahre lang ein Kopftuch trug und mich mit der religiös begründeten Bekleidungsform zum Maßstab der Zeiten vor 1400 Jahren bekannte, als man (“freie“) gläubige Frauen und Sklavinnen unterscheiden wollte. Und andererseits gefällt mir der nahe Kontakt zu Menschen, die mich als Mensch erkennen, und nicht als „die Muslimin“. Dabei schien ich als Verhüllte nicht zu wissen, was ich da wirklich genau tat. Mir hatte niemand davon erzählt, dass es sich bei der Verhüllung um ein Unterscheidungsmerkmal handelte und dass es um die „gefährlichen“ weiblichen Reize ging.

Eigentlich bestand bei mir überhaupt kein Bedarf, mich mit den Beweggründen meiner Glaubensansichten genauer zu befassen. Es gab keine Herausforderungen und Anlässe für ein kritisches Hinterfragen. Bis zur Kopftuchdebatte, die 2003 mit Fereshta Ludins Gang zum Bundesverfassungsgericht begann, war das Tragen von Kopftüchern bei muslimischen Frauen in Deutschland überhaupt kein Thema.Dass aber das Kopftuch zum Gradmesser von Gläubigkeit und Gehorsam auch gegen eine Frau gerichtet werden kann, musste ich am eigenen Leibe erfahren, als ich mich freien Willens von der Überflüssigkeit der Verhüllung löste, und damit auch von meiner Stigmatisierung und Uniformierung.

Es geht auch um die Würde von Männern

Längst hat das Kopftuch den Zweck, die Zugehörigkeit zu einer Minderheit zu markieren, statt mir als Individuum auch das Recht auf ein Aufgehen in der Allgemeinheit und Gesamtheit der Gesellschaft zu geben. Zudem ist es ein Betrug an der Weiblichkeit und eine eklatante Infragestellung der Würde von Männern. Es legt eine moralische Schamhaftigkeit bei Frauen fest, die in ihre natürliche Persönlichkeitsentwicklung eingreift. Der Glaube an Gott braucht keine demonstrativen Äußerlichkeiten. Was also hat das Kopftuch heute noch mit Islam zu tun? Nichts.“

 

Wo liegt das Hauptproblem? 

Das Hauptproblem liegt in der korrumpierten, manipulierten und mutierten Poltischen Islam-Theologie, die sich auf verfälschte Quellen und traditionelle Islam-Interpretationen stützt die wir Theologie des Verdachtes, Theologie der Gewalt nennen.

Die Islamische Welt leidet in Wirklichkeit unter einem abgöttischen Götzendienst. (Schirk) Nach außen hin wird das Wort „Allah“ verwendet und mit ihren Bärten, Turbanen und ihren schönen Gebetshäusern geben sie sich den Anschein, als ob sie gottesfürchtig wären, obwohl Gott von ihnen nur eines verlangt: Lesen, die Benutzung des Verstandes und der Vernunft, die Anpassung an Zeit und Ort und zu teilen, was man hat. Wenn man nichts zum Teilen hat, dann sollte man zumindest das Wort „Salam“, als Friedenstifter, mit dem Nachbarn teilen.

Die  nicht weniger Teil der muslimischen Welt bekennt sich zu dieser Verstands-beleidigenden Theologie der Verachtung und Gewalt und sieht sie als ihre wichtigste Säule in der Interpretation des Islams. Durch die verbreitete, muslimische Theologie werden alle guten Werte der eigentlichen Friedensreligion Islam aus ihrer Kern-Botschaft, nämlich, dass die Religion für das Glück der Menschen und zur Verherrlichung Gottes da ist, absichtlich herausgerissen und manipuliert, nämlich insofern, als man behauptet, dass der Mensch für die Religion geschaffen wurde – so wurde und wird der Koran für dynastische, monarchistisch-faschistische Zwecke und in Form eines politisch instrumentalisierten Glaubens vorsätzlich missinterpretiert.

Der koranische Islam setzt ethisch und moralisch hohe Tugenden voraus, aus denen die Menschen zeit- und ortsgemäß ihr Leben, sei es innerhalb einer Demokratie, sei es in der Republik, in Frieden leben können. Und nicht umgekehrt, wo der Mensch zum Knecht eines Vielgötterglaubens wird, wo Menschenknochen und Steine als Vermittler zwischen Gott und dem Menschen stehen. Und das ist die Ursache dieses großen Dramas, das die islamische Welt gerade durchleben muss.

Eine sehr schwierige Aufgabe ist daher die Aufklärung, um die Spreu (namentlich den „verfälschten Islam“) vom Weizen (dem „wahren Islam“) trennen zu können. 

Also den „wahren Islam“, der auf Friede, Wohlbefinden und Nächstenliebe beruht, von dem „verfälschten, traditionalistischen Islam“.

Ganz umgekehrt die die Propagandisten der Poltischen Islam Anhänger unterdrücken, diskriminieren und divergieren die Gesellschaft.  Man muss auf der Seite der unterdrückten sein und sich solidarisieren.

Lieber Herr Bundespräsident „WIR“ brauchen Ihre Solidarität.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

DI Birol Kilic

Quellen:

Welt-Artikel-Emel Zeynelabidin

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article139984819/Im-Iran-oder-Saudi-Arabien-waere-ich-laengst-tot.html

 

„Im Koran sucht man das „Kopf-tuch“ vergeblich! Burka, Burkini, Bushiya, Hijap, Chador(Abaya) und Nigab sowieso…“

http://www.turkischegemeinde.at/

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Trauer um den bedeutenden Brückenbauer Dr. Ahmet Cemal

Wien. Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) trauert um den bedeutenden Schriftsteller und deutsch-türkischen Übersetzer und Brückenbauer zwischen Österreich und der Türkei Ahmet Cemal (1942–2017). TKG möchte seinen Namen in Wien verewigen. Die Republik Österreich sollte großes Interesse daran haben einen der bedeutendsten Exporteure der österreichischen Kultur in der Türkei in Wien zu verewigen um zu zeigen, dass es hier um Werte geht und nicht um die Abstammung.

Am 1. August 2017 starb in Istanbul im 76.  Lebensjahr der Schriftsteller und Übersetzer Dr. Ahmet Cemal Durch seine Übersetzungen hat Cemal einen großen Beitrag dazu geleistet, dass österreichische Literatur in der Türkei bekannt werden konnte.

Cemal kann somit als „Honorarösterreicher“ bezeichnet werden, der sich in äußerst umfangreichem Ausmaß in den Verdienst der bilateralen Kulturvermittlung gestellt hat.

 

Er war eine der bedeutendsten literarischen Persönlichkeiten, die die deutschsprachige Kultur an die türkischen Leser weitergereicht hat. Er brachte Licht und Sonne in das intellektuelle türkische Leben.

Ahmet Cemal hat sich mit Übersetzungen von Autoren wie Bachmann, Broch, Celan, Musil, Rilke und Zweig ins Türkische als Vermittler der österreichischen Literatur einen Namen gemacht. Er war nicht nur ein leidenschaftlicher und unermüdlicher Übersetzer, sondern auch Journalist und Schriftsteller und vor allem ein Liebhaber der österreichischen Literatur.

 

Ahmet Cemal war Absolvent des österreichischen St. Georg-Kollegs in Istanbul. Nach seinem Jus-Studium an der Universität Istanbul nahm Cemal seine Lehrtätigkeit an der germanistischen Abteilung dieser Universität über die Kunst und Technik des Übersetzens auf. Des Weiteren war er Lehrbeauftragter an der Anadolu Universität in der Stadt Eskisehir in der Türkei für Ästhetik, Kunst-, Kultur,- und Theatergeschichte, wofür er auch das Ehrendoktorat erhielt.

 

Cemal hielt auch zahlreiche Vorträge in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur in Wien sowie an den Universitäten Wien und Innsbruck.

 

Außer seiner Lehrtätigkeit und seinem übersetzerischen Wirken war er auch als Kolumnist der Tageszeitung Cumhuriyet tätig.

 

Er war darüber hinaus auch viele Jahre am Österreichischen Kulturinstitut in Istanbul beschäftigt. Cemal hat wesentlich sowohl zur Verbreitung des österreichischen Kulturguts und der österreichischen Literatur in der Türkei beigetragen, als auch als Brückenbauer zwischen den beiden Staaten und Kulturen fungiert. Obwohl sein schöpferischer Schwerpunkt in der Übersetzung deutschsprachiger und insbesondere österreichischer Literatur ins Türkische liegt, hat er darüber hinaus auch zahlreiche Veröffentlichungen über Literatur und Kunst in zahlreichen Zeitschriften publiziert.

Im Jahre 2004 erhielt Ahmet Cemal den Staatspreis für literarische Übersetzung.

 

Im Jahre 2009 erhielt er für seine Übertragung von Elias Canettis „Die Blendung“ eine Übersetzerprämie des BMUKK.

 

Im Jahre 2010 wurde er mit dem „Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich“ geehrt und 2013 der Große Österreichische Staatspreis für literarische Übersetzung zuerkannt.

 

Besonders hervorgehoben wurde in Fachkreisen seine Arbeitsweise im Umgang mit Realia am Beispiel seiner Übersetzung des Romans „Malina“ von Ingeborg Bachmann.

 

Durch seine Übersetzungen der österreichischen Literatur haben türkischsprachige Leser und Leserinnen die Möglichkeit bekommen, folgende Werke (und noch einige mehr) in ihrer Muttersprache lesen zu können:

 

 Elias Canetti – Die Blendung, Das Gewissen der Worte, Die Provinz des Menschen

 

 Ingeborg Bachmann – Malina, Hörspiele, sämtliche Gedichte, Nach dieser Sintflut/Essays und Gespräche

 

 Paul Celan – ausgewählte Gedichte

 

 Georg Trakl – ausgewählte Gedichte

 

 Jura Soyfer – ausgewählte Gedichte

 

 Hermann Broch – Schicksalselegien/Rückkehr des Vergil

 

 Ernst Fischer – Franz Kafka

 

 Franz Kafka – Die Verwandlung, Der Prozess

 

 Robert Musil – Nachlass zu Lebzeiten, Der Mann ohne Eigenschaften

 

 Manès Sperber – ausgewählte Essays

 

 Stefan Zweig – Die Geschichte von Morgen/Essays, Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam

 

 Rainer Maria Rilke – ausgewählte Gedichte

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wird die Erinnerung an die Werke des Brückenbauers zwischen Österreich und der Türkei niemals vergessen, die Dr. Ahmet Cemal an die Nachwelt weitergeben hat.

 

Wir möchten alle Interessierten, die einen Beitrag für dieses Bemühen einen Beitrag leisten möchten, dazu einladen in unserer Kommission „Brückenbauer Dr. Ahmet Cemal“ teilzunehmen. Wir möchten in Wien einen Ort finden, an dem sein Name verewigt wird, damit auch in Österreich lebende Menschen aus der Türkei sehen können, dass kulturelle und durch Bildung erreichte Leistungen und Arbeiten in Österreich geschätzt und geehrt werden.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

Dipl.- Ing Birol Kilic

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28 08 2017
By: Redaktion 0

Warum Verstößen „Orthodoxer“ Halal-Regeln gegen das EU Recht? 31 Thesen!

Islamic Finance bzw. Islamic Banking und  „orthodoxer“ Halal-Regeln verstößt gegen das EU-Recht und das EU-Diskriminierungsverbot.

Eine Analyse von Birol Kilic

„Das Scharia-Recht“bzw. Scharia-Gesetzgebung  und die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme sind in Europa verboten. Ich bin nicht gegen den „Islam“, sondern gegen Islamic „Banking“, das gerade von einer Privatbank als erste Bank in Österreich ab Februar starten soll. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in seiner Entscheidung vom 13.2.2003 etabliert und anerkannt, dass das „Scharia Recht“ und die Diskriminierung, die sich aus dem Scharia Recht ableitet, sowie die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme, in Europa verboten sind.

Am 14.01.2016 wurde in mehreren Zeitungen in Österreich folgendes berichtet:

„Als erste österreichische Bank (Name bekannt), wagt sie sich in das wachsende Geschäft mit „Islamic Banking“ – eine Finanz- und Anlageform, welche die Scharia, das religiöse Gesetz des Islam, als Grundlage hat. Zinsen sind beim „Islamic Banking“ verboten, wie auch Geschäfte mit Unternehmen, die in Glücksspiel, Waffen, Alkohol oder Pornografie investieren. Überwacht werden diese Regeln von einem Korangelehrten (Scharia-Board). Als Zielgruppe werden die fast 600.000 in Österreich lebenden Menschen genannt, die sich zum muslimischen Glauben bekennen. Abgesehen hat es die Bank vor allem auf die türkische und bosnische Community, die zum Teil in der Muttersprache betreut wird. Der Flüchtlingsstrom aus dem arabischen Raum dürfte zusätzliche Nachfrage nach den Produkten bringen. Vor Jahren verlief ein ähnliches Projekt der Oberbank noch im Sand.“


Hier die 31 Thesen, warum diese das Islamic Banking in aller Freundschaft nicht unterstützt gehört:

 

Die Sach­ver­halts­dar­stel­lung:

1. Islamic Finance (Banking, Versicherung) verstößt gegen das EU-Recht in allen 28 EU-Staaten, die freie Marktwirtschaft, die WTO-Regeln, das UWG, und die nationalen Gesetze von 170 Staaten in der ganzen Welt. Was hat die Religion mit dem Bankwesen zu tun? Halal-Zertifizierungen (Konformitätsbewertungen) sind kommerzielle (wirtschaftliche) Tätigkeiten mit einem Gewerbeschein, und keine religiösen Tätigkeiten. Konformitätsbewertungen sind kein Monopol der Glaubensgemeinschaften. Durch „konservative politische islamische Gruppen“ wird aus unserer Sicht, die „Islamische Religion“ als Vehikel benutzt um allen Bereichen der EU einen steuerbaren Marktmechanismus aufzuerlegen. In Koran und Sunna gibt es kein Scharia-Board. Dieses ist vor einigen Jahrzehnten erst von den poltisierten Islam Parteien und Verbänden für die Steuerung des europäischen und weltweiten Exportes Ihrer Politik (poltisierter Glaube) von Wirtschaft und Gesellschaft „erfunden“ worden. Hier wird unter dem Vorwand der Religionsfreiheit ein steuerbarer Marktmechanismus bei Halal-Zertifizierungen (inkludiert Islamic Banking, Islamic Finance, Islamic Versicherung) aufgebaut, der gegen das EU Recht, die freie Marktwirtschaft, das Gleichbehandlungsgesetz und das Diskriminierungsverbot der EU verstößt. Die Freiheit der Religionsausübung ist in erster Linie eine Angelegenheit des Gewissens jedes Einzelnen. Aber die Sphäre des individuellen Gewissens ist grundverschieden von der des „Privatrechts“, welches die Organisation und das Funktionieren der Gesellschaft als Ganzes betrifft und wo sich der Rechtsstaat aufbaut. Hier beginnen die Probleme für uns als säkulare muslimische AustrotürkInnen. Hier wird nach unserer Meinung auch unsere Religion Islam missbraucht.

2. 96 Artikel der konsolidierten Fassung des „Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union“, gültig ab 30.3.2010 (Amtsblatt der Europäischen Union C 83/47), 15 Artikel des „Vertrages über die Europäische Union“ (C 83/13) und 16 Artikel der „Charta der Grundrechte der Europäischen Union“ (C 83/02), werden durch die Zulassung von „Halal“ und „Islamic Finance“ verletzt. Um dem EU Staatsgrundsatz der Trennung von Kirche und Staat keine Umgehungsmöglichkeit zu schaffen, forden wir in diversen Normen Entstehungsprozessen, international und national, besonders dem Thema widmend, eine Normierung dieses Themas in allen Bereichen zu unterbinden!

3. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in seiner Entscheidung vom 13.2.2003 etabliert und anerkannt, dass das Scharia Recht und die Diskriminierung, die sich aus der Scharia ableitet, sowie die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme, in Europa verboten sind: „Die Einführung verschiedener Rechtssysteme kann nicht als vereinbar mit der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) betrachtet werden. Überdies würde es dem Diskriminierungsverbot des Art. 14 EMRK widersprechen. Die Scharia ist unvereinbar mit den grundlegenden Prinzipien der Demokratie, die in der Konvention festgeschrieben sind. Die Freiheit der Religionsausübung ist in erster Linie eine Angelegenheit des Gewissens jedes Einzelnen. Die Sphäre des individuellen Gewissens ist grundverschieden von der des Privatrechts, welche die Organisation und das Funktionieren der Gesellschaft als Ganzes betrifft.“
(Quellen: EGMR Entscheidung 13.2.2003, Bsw41340/98,  Bsw41342/98, Bsw41343/98,  Bsw41344/98)

4. Das gesamte bisherige Rechts- und Gesellschaftssystem wird ausgehebelt und das Scharia-Recht in Österreich und Europa eingeführt. Wenn es in allen europäischen Ländern „Ausnahmen und Befreiungen“ für eine Unterscheidung und Differenzierungen zwischen „Halal“ (reinen, erlaubten) und „Haram“ (unreinen, nicht erlaubten, verbotenen) EU-Produkten, EU-Unternehmungen, EU-Lebensmittel-Sektoren, die EU-Finanzdienstleistungs-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Arbeiter, Angestellte und Verbraucher in der EU gibt, würde sich eine neue rechtliche Situation in ganz Europa entwickeln, die in Widerspruch zu den bestehenden Grundsätzen der EU stehen. Die Einführung eines Islamischen Rechtssystem – (siehe letzte Entscheidungen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) unter Saudi Arabien etc.) führt zu einer Spaltung der europäischen Gesellschaft: Zweiklassengesellschaft. Wir müssen hier in aller Freundschaft Einspruch erheben. So nicht!

5. Bei Rechtsstreitigkeiten müssen die Gerichte, Verwaltungsbehörden, der Oberste Gerichtshof, der Verwaltungsgerichtshof und der Verfassungsgerichtshof auf Grundlage des Scharia-Rechtes entscheiden und zwischen „reinen“ (erlaubten) und „unreinen“ (verbotenen) Produkten, Unternehmen, Konsumenten und Arbeitnehmern unterscheiden. Die zahlreichen Anstöße aus dem arabischen Raum übersehen für die europäischen Rechtskreise nämlich ein zentrales Faktum: Fragen der technischen Normung sind vom jeweiligen Gesetzgeber ganz genau für den Standardisierungs-Vorgang zugewiesenen Regelungseinheiten definiert, die ansonsten den parlamentarischen/demokratischen Prozess zur allgemeinen Gesetzeswerdung nicht stören dürfen. Somit darf es auch nicht sein, dass mit technischer Normung Grundprinzipien des Rechtstaates umgangen werden, wie z.B. jenes Faktum, dass das Staatskirchenrecht jedenfalls eine parlamentarische Aufgabe ist und keine Angelegenheit eines technischen Standards.

Es ist daher unvertretbar, parlamentarische Kompetenzen durch Herabstufung auf technische Normen zu nivellieren und zu umgehen. Ganz generell darf das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat auch und gerade im technischen Bereich nicht durch Hereinnahme islamischer Vorschriften verwässert werden.
Auch aus Sicht der technischen Normengestaltung ist es einfach widersinnig für ein und dieselbe Sachfrage einmal eine sogenannte säkulare Norm zu schaffen und parallel dazu eine sogenannte Islam-konforme Norm, denn es besteht die Gefahr, dass auch die Frage eines allfälligen Vorrangs einer Norm nach dem Kulturkreis und politischer Einflussnahme entschieden werden könnte. Zum letzten Punkt ist besonders anzumerken: Über die Nomenklatur, was HALAL/rein und was HARAM/unrein ist, herrscht zwischen den Glaubensrichtungen der Schiiten, der Sunniten und der Alewiten kein einheitliches Verständnis. Entscheiden sich Firmen wegen der Hoffnung auf neue Geschäftsfelder, Kundenwünschen nach religiös gestalteten Produkten entgegen zu kommen, ist das jeweils eine eigene Unternehmensentscheidung auf freiwilliger Basis –mit allen Konsequenzen, die ein solcher Entschluss mit sich bringt. Die Umstrukturierung der EU-Wirtschaft wird die Folge sein. Das Geschäftsvolumen für alle Bereiche des Lebens der EU-BürgerInnen soll bis zum Jahr 2050 für „Halal food“ (Lebensmittel, Getränke etc.) und „Islamic Finance“ (Bankwesen, Versicherungen, Finanzdienstleitungen, KFZ, Häuser, Wohnungen, etc.) beabsichtigen in jedem Jahr rund 2 Billionen Euro in ganz Europa zu erreichen.

Eine solche Überlegung der Marktteilnahme rechtfertigt jedoch nicht die Schaffung allgemeiner Normen „erga omnes“(gegenüber Allen – kennzeichnet absolute Rechte, die nicht nur wie etwa vertragliche Rechte inter partes wirken, sondern gegenüber jedermann Geltung beanspruchen).

6.  Der Hintergrund des Scharia-Rechts „Halal“ (und auch „Islamic Finance“) diskriminiert die Wirtschaft, Lebensmittel-Sektoren (Hersteller und Konsumenten), die Finanzdienstleistungen-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Produkte, Arbeiter, Angestellte und Verbraucher nicht nur in Österreich sondern in der ganzen Welt. Dies ist eine Verletzung des Gleichheitsprinzips. Die Konzeption (durch politisierten Glauben des Islam) von „Halal“ und „Haram“ wird unserer Ansicht nach der Europäischen Integrationspolitik entgegenwirken und steht in Widerspruch zu den Prinzipien der säkularen Europäischen Union.

7. Es gibt keine Trennung zwischen Staat und Religion.

8. Das Scharia-Recht ist die Grundlage des Islamic Finance Vertrages zwischen Bank und Kunde und umfasst alle Lebensbereiche und Handlungen eines Menschen.

9. Die Scharia hat keine fixierte Gesetzessammlung wie etwa österreichische Gesetzestexte im Bürgerlichen Gesetzbuch oder im Strafgesetzbuch, sondern eine Methode und Methodologie der Rechtsschöpfung. Die Scharia („Rechtsgutachten“) ist nicht der koranische Islam, sondern eine Deutung und ist daher subjektiv. Der Koran wurde bislang falsch interpretiert, sagen moderne Theologen. Der Theologe fordert eine Befreiung des Glaubens.

10. Religiöse Vorschriften und das Rechtsystem der Scharia stehen über den nationalen staatlichen Gesetzen und dem EU-Recht, was europäisches Recht verletzt.

11. Es wird zwischen „halal“ (reinen, erlaubten) und „haram“ (unreinen, verbotenen) Produkten, Unternehmen, Konsumenten und Arbeitnehmern unterschieden.

12. Unternehmen, Produkte, Konsumenten und Arbeitnehmer, die nicht „halal“ sind, werden in Österreich und in der EU diskriminiert.

13. Es werden der Gleichheitsgrundsatz, das Gleichbehandlungsgesetz, das Gleichbehandlungsgebot und das Diskriminierungsverbot der EU verletzt.

14. Aus den Entscheidungen der europäischen Gerichtshöfe geht hervor, dass die Einführung des Scharia-Rechtes und die damit verbundene Diskriminierung mit den grundlegenden Prinzipien der Demokratie, der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK), der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (GRC) und dem EU-Recht nicht vereinbar sind.

15. Die wiederholten Versuche verschiedener Banken und Versicherungen in Europa übersehen, dass Islamic Finance (Islamic Banking, Versicherung, etc.) den parlamentarischen und demokratischen Prozess zur allgemeinen Gesetzeswerdung nicht stören dürfen.

16. Somit darf es auch nicht sein, dass mit Islamic Finance die Grundprinzipien des Rechtstaates umgangen werden, wie z.B. jenes Faktum, dass das Staatskirchenrecht jedenfalls eine parlamentarische Aufgabe ist und keine Angelegenheit eines Standards einer Bank oder Versicherung. Die islamischen Staaten wollen sich aus vielen Presseberichten auf einheitliche Standards für sogenannte Halal-Produkte ink. Islamic Finance/Banking verständigen, die den Maßgaben des islamischen Religionsrechts (Scharia) entsprechen. Auch pharmazeutische Produkte und Kosmetika sollen geprüft werden. Anfang Dezember 2015 kam dazu am Sitz der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) im saudi-arabischen Dschidda ein zweitägiges Forum zusammen. Nach Angaben des staatlichen emiratischen Pressedienstes WAM sollte es dabei unter anderem um Fragen der Zertifizierung von Unternehmen sowie um Produktrichtlinien und Verfahrensweisen im internationalen Handel gehen. OIC-Generalsekretär Iyad bin Amin Madani betonte, Halal-Erzeugnisse umfassten nicht nur Nahrungsmittel, sondern etwa auch pharmazeutische Produkte, Kosmetika und Banken. Die Ergebnisse des Forums sollten als Empfehlungen kommendes Jahr dem Außenministerrat der OIC-Staaten vorgelegt werden. Das Marktvolumen von Produkten, die ausdrücklich in Einklang mit islamischen Vorschriften stehen, wird laut WAM auf 2,3 Billionen US-Dollar geschätzt (2,1 Billionen Euro). Davon entfallen 1,4 Billionen auf Nahrungsmittel und 506 Milliarden auf Kosmetik. Im Falle des internationalen Gründungsantrags der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) mit Sitz in Saudi Arabien oder „Vereinigte Arabische Emirate“ (V. A. E.) geht es nun nicht mehr alleine um Lebensmittel oder Finanzen, sondern es geht um fast alle Technologiefragen, um die Umwelt, um Textilien, chemische Produkte (Kosmetika), islamkonforme Krankenhausausstattungen, Logistik, usw.

-Aus österreichischer Sicht können diese Vorhaben keinesfalls gutgeheißen werden, da ganz stark in säkulare Erzeugungs-, Bedienungs-, Verkaufs- und Servicevorschriften eingegriffen werden würde.

-Halal (erlaubt, zulässig) -Zertifizierungen (siehe Spar Produkte) sind keine religiösen Praktiken, sondern wirtschaftliche Aktivitäten.
Durch „islamistische und konservative islamische Gruppen“ wird aus unserer Sicht „islamische Religion“ als Vehikel benutzt um allen Bereichen der EU einen steuerbaren Marktmechanimus aufzuerlegen.

-Die Halal-Zertifizierungen (Konformatitäts-Bewertung) sind eine kommerzielle (wirtschaftliche) Art mit einem Gewerbeschein, und keine religiösen Tätigkeiten.  Schlussfolgerung: Konformitätsbewertung (Zertifizierung) ist kein Monopol der religiösen Gemeinschaften.

17. Es ist hier unvertretbar, parlamentarische Kompetenzen durch Herabstufung auf finanztechnische Standards zu nivellieren und zu umgehen. Ganz generell darf das Prinzip der Trennung von Religion und Staat auch und gerade im finanztechnischen Bereich nicht durch die Hereinnahme von Scharia Vorschriften verwässert werden.

18. Islamic Banking verstößt gegen das EU-Recht und das EU-Diskriminierungsverbot. „Das Scharia-Recht“ und die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme sind in Europa verboten. Die Scharia wird von Menschen beeinflusst von ihren Instikten, Komplexen, Neigungen, ihren Interessen und ihrer Voreingenommenheit. Koranische Verse und Aussagen von Propheten werden hier selbst produziert, verfälscht, manupuliert – die wenigen Richtigen vernebelt, verdunkelt oder aus dem Kontext gerissen, falsch übersetzt, falsch interpretiert oder für eigene Zwecke missbraucht und an die Öffentlichkeit unter dem Vorwand „Scharia“ bzw. „Scharia Board“ (subjektives Rechtsgutachten von Menschen) gebracht. Wir haben hier den Verdacht, dass am europäischen Finanz- und Lebensmittelmarkt durch Lobbyisten systematisch aus den Unkenntnissen, Unwissenheiten bzw. Vorurteilen der Menschen bezüglich des verstandbezogenen „koranischen Islams“  im Unterschied zu subjektiven „von Menschen gemachten Scharia bzw. Scharia Vorstand(Board)“ Parallelwelten gebildet werden. Ein Beispiel sind Halal-Lebensmittel sowie Banken und Finanzprodukte, die religiöse Muslime ansprechen sollen. Wir müssen hier zur sachlichen und kritischen Aufklärung zurückkommen und das fordert ein an Wahrheit gebundenes sachliches Wissen. Also Inhalte ohne Vernebelung der Fakten und Quellen. Wir brauchen hier aber dringend wahre Freunde ohne Hetze und auch ohne Vernebelung damit wir die Spreu vom Weizen trennen können.

19. Wenn es in allen europäischen Ländern „Ausnahmen und Befreiungen“ für Unterscheidungen und Differenzierungen zwischen „Halal (reinen, erlaubten) und „Haram“ (unreinen, verbotenen) Produkten, Unternehmungen, Lebensmittel-Sektoren, Finanzdienstleistungs-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Arbeitern, Angestellten und Verbrauchern gibt, würde sich eine neue rechtliche Situation in ganz Europa entwickeln, die in Widerspruch zu den bestehenden Grundsätzen der EU steht.

20. Die Einführung eines islamischen, finanztechnischen Rechtssystems neben dem bereits bestehenden europäischen Rechtssystem und die Unterscheidung in „halal“ und „haram“ führen zu einer Spaltung der europäischen Gesellschaft (2-Klassen Gesellschaft), was nach EU-Recht verboten ist.

21. Jedes Finanzinstitut, das diese Grundsätze nicht einhält, macht sich strafbar und schadenersatzpflichtig.

22. Beim bisherigen europäischen und weltweiten Finanzsystem nehmen die Bürger, Firmen und Behörden einen Kredit auf und sind der Besitzer ihres Eigentums. Bei Islamic Finance sind die Finanzinstitute der Besitzer des Eigentums für die Dauer der Rückzahlungsraten im Zeitraum von zwanzig oder dreißig Jahren bis zur letzten Rate. Es kommt zu einer Umverteilung des Vermögens.

23. Im Jahr 2050 werden etwa 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben, wovon etwa 2,5 Milliarden Muslime sein werden.

24. In der Vergangenheit sind bereits zahlreiche Finanzinstitute insolvent geworden. Die Konkursmasse beinhaltet auch das Eigentum von Islamic Finance. Durch die Finanzkrise der Finanzinstitute geht bei einer Insolvenz das Vermögen in die Konkursmasse über.

25. Fast alle weltweiten Finanzinstitute haben ausländische Beteiligungen. Diese nehmen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Einfluss auf die Länder. Durch die Umverteilung des Vermögens kommt es zu einer verstärkten Einflussnahme, was gegen das EU-Recht und den Gleichheitsgrundsatz sowie gegen die Interessen der EU verstößt.

26. Wenn EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Staaten erkennen, dass die finanztechnische Islamisierung der europäischen Wirtschaft und des Finanzwesens eine Bedrohung der EU-Grundsätze ist, muss damit gerechnet werden, dass es EU-Vertragsverletzungsverfahren mit sehr hohen Schadenersatzbeträgen und sehr schwerwiegenden Sanktionen gegen die jeweiligen Finanzinstitute und EU-Staaten gibt.

27. Warum gibt es nicht Begriffe oder Bestimmungen mit dem Namen „Jewish Banking“ oder „Christian Banking“, aber den Begriff „Islamic Banking“? Und warum unterstützen das so gerne viele Europäer gierig mit verschiedenen sehr bedenklichen Argumenten? Welche Länder, welche politischen Parteien, Institutionen, Verbände, Medien, Finansinstitute (in Österreich und in der Welt) und welche Personen mit welchen Zwecken unterstützen Islamic Finance (Banken, Versicherungen)?

28. Warum versucht man im Islam so etwas wie Islamic Banking aufzubauen, das sogar in der Türkei von der Mehrheit der Bevölkerung (75 Mio. Einwohner) nicht angenommen wird. (ab 1980 steigend)

29. Das Wort „Riba“ im Koran darf nicht als „Zins“ verengt interpretiert werden, sondern deutet auf jede heuchlerische, underdrückerische und ausbeuterische Vermehrung des Vermögens hin.

30. Wie können also zwei türkische Banken (Vakifbank, Denizbank) auf dem freien Markt sogar mit höheren (Spar- und Kredit-) Zinsen als ihre Konkurrenz in Österreich Kunden gewinnen und Inserate auf den (teuren) ersten Seiten der Zeitschriften und Magazine in Europa täglich für solche Spareinlagen schalten?

31.  Wir möchten eines hervorheben:  Die Scharia und „Scharia Board“ etc. sind keine fixierte Gesetzessammlung (wie etwa  öster. Gesetzestexte im Bürgerlichen Gesetzbuch oder im Strafgesetzbuch), sondern eine subjektive von Menschen gemachte Methode und Methodologie der Rechtsschöpfung“. Der Begriff Scharia (Bedeutung: Weg zur Wasserquelle, deutlicher, gebahnter Weg) hat seinen Ursprung im Koran.

Erwähnt wird er dort jedoch nur an einer einzigen Stelle: Sure 45, Vers 18, wo er ursprünglich den Pfad in der Wüste bezeichnet, der zur Wasserquelle führt, woraus sich für Muslime der göttliche Ursprung der Scharia herleitet, die seine Bezüge nach dem Zeitalter der Kinder Israels nehmen. Sure 45 Vers 18: „Hierauf (das heißt nach dem Zeitalter der Kinder Israels) haben wir dich in der Angelegenheit auf einen (eigenen) Ritus festgelegt“. Das Wort „Ritus“ steht in vielen Übersetzungen für Scharia als religiöses Gesetz und hier liegt das Problem. Sollte nicht gegen diese verkehrte Logik, die hier Kunden, Institutionen, politische Parteien und Medien für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, demokratischer Einspruch erhoben werden?

Fazit: Nach unserer Meinung sind diese „Halal“-Produktlinien (halal bedeutet übersetzt „erlaubt“) und das „Islamic Banking“ durch die Unterstützung mancher Standesvertretungen bzw. Personen nicht Formen der erwünschten kulturellen Vielfalt, sondern Anzeichen für die Schaffung einer „parallelen Welt“ oder sogar eines „parallelen Planeten“ in ganz Europa.Diese Entwicklung verfolgen wir Europäer mit türkischer Abstammung kurz „Euro-Türken“ deswegen mit Trauer, weil hier der wahre Glaube (der Islam), der im Koran schwarz auf weiß aufgezeichnet ist, gegenüber den Menschen verfälscht („Verfälschter Islam“) wiedergegeben wird. Das schafft leider Vorurteile und erschwert das Zusammenleben. Alle politisch Handelnden stehen nun in der Pflicht und in der Verantwortung, alles daran zu setzen, dass die Menschen friedlich zusammenleben können und die Religion nicht missbraucht wird.

Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass wir als Menschheit friedlich zusammenleben müssen. Denn das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“, „Aufklärung“ und „Vertrauen“. Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten: Friede, Glück, Wohlbefinden, Vertrauen und Aufklärung!  (Birol Kilic)

Link :

„Warum Halal Zertifizierungen und Islamic Banking?“

https://www.atheisten-info.at/downloads/Kilic.pdf?fbclid=IwAR02hJBi3lKmI_0eVD0RLgseJrOzf5ka9UwRhPZpDxInSeAcw6jN7oHn35o

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19 07 2017
By: Redaktion 2 0

Österreich – Türkei: Eine historisch verankerte Freundschaft?

Im Jahr 1998, also vor rund 15 Jahren, wurde für das österreichische Bundeskanzleramt, im Auftrag des österreichischen Bundespressedienstes, über „Das Österreichbild in der Türkei“ geschrieben. Das gehört mittlerweile korrigiert, da unter diesen beiden Brücken inzwischen gewaltige Wässer geflossen sind. Der Artikel wurde damals in den Sprachen Deutsch, Türkisch und Englisch über österreichische Botschafter in der Welt verteilt. Heute leben in Österreich ca. 300.000 Menschen mit türkischen Wurzeln, davon sind ca. 180.000 österreichische StaatsbürgerInnen. Jedes Jahr besuchen um die 500.000 ÖsterreicherInnen die Türkei und umgekehrt, mit einer steigenden Tendenz.

von Birol Kilic

Damals, 1998, wurde nicht so viel über den Islam in Verbindung mit dem Terror oder die angeblich integrationsresistenten Menschen aus der Türkei geschimpft. Es waren auch nicht so viele HofperserInnen, -türkInnen und -kurdInnen auf dem österreichischen Integrationsmarkt, welche von den PolitikerInnen, die die Rolle als Domteure eingenommen haben, dirigiert werden. Dadurch wird genau das Gegenteil geschaffen, von dem was eigentlich erreicht werden sollte, bis auf die persönlichge Bereicherung der Beteiligten. Für viele MigrantInnen ist das problematisch, da sie nicht den direkten Zugang zu Leuten, die als ihre Vorbilder fungieren sollten, haben.

 

 

Wenn wir zurück zum Artikel aus dem Jahr 1998 kommen:

Der Artikel begann damals mit einem türkischen Sprichwort über Kaffee, denn ob man es glaubt oder nicht, die Parallelen zwischen diesen doch so unterschiedlich wirkenden Ländern lassen sich, vielleicht sogar insbesondere, im Kaffee finden.

„Eine Tasse Kaffee gewinnt das Herz für vierzig Jahre“ , sagt ein türkisches Sprichwort, welches im Original so klingt: „Bir fincan kahvenin kırk yıl hatırı vardır vardır“. Das Verstehen von Menschen beginnt mit gutem Zuhören und wo lässt sich besser reden, als bei einer Tasse dampfenden Kaffees? Wer auf eine Tasse Kaffee einlädt, nimmt sich Zeit für mich. Das ist die Besonderheit des österreichischen Kaffeehauses.

In der Innenstadt von Istanbul findet sich ein detailgetreu nachgebautes Wiener Kaffeehaus mit echtem Wiener Kaffee und frischen Wiener Mehlspeisen. Zum Milchkaffee sagen die trendigen jungen Türken bereits „Melange“. Der Wiener Kaffee ist in sein Ursprungsland zurückgekehrt. Die Türken empfinden die österreichische Mentalität als nahestehend. Fleiß, Ehrlichkeit und Höflichkeit sind gemeinsame Tugenden und besonders Letzteres hebt die Österreicher in den Augen der Türken wohltuend von den „trockeneren“ lieben Deutschen ab. Österreicher werden als geduldig, flexibel und sensibel charakterisiert, als traditions- und kulturbewusst. Deutsch ist nach Englisch die zweite Fremdsprache und ermöglicht den Gebildeteren daher eine problemlose Kommunikation mit Österreichern in der Türkei. Trotz der gemeinsamen Sprache wird Österreich nie mit Deutschland verwechselt, sondern besitzt im Bewusstsein der Türken eine ganz eigenständige Identität. Es ist chic, in Österreich den Urlaub zu verbringen, einen Wientrip zu unternehmen oder Ski zu fahren und – wer es sich leisten kann – sein Kind in Österreich studieren zu lassen.“…

So hat der Artikel begonnen – so haben wir vom Herzen auch gedacht.

 

Den ursprünglichen Artikel können Sie natürlich noch immer auf der Seite der Türkischen KULTURgemeinde nachlesen – es gibt aber auch etwas Neues:

Die Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei haben sich in den 15 Jahren mit Tiefen und Höhen unglaublich verändert. Wir können hier sehr viele negative Ereignisse vermerken. Da ich das Glas als halb voll und nicht als halb leer sehen will, möchte ich in diesem Schreiben eher die positiven Seiten aus der Geschichte zum Ausdruck bringen. Im Jahr 2013 entstand eine schöne Buchbroschüre über die Verbindungen zwischen der Türkei und Österreich, herausgegeben von der österreichischen Botschaft in Ankara! Das Buch heißt „Avusturya & Türkei. Tarihi dostluk – Eine historisch verankerte Freundschaft“ und konnte mit Hilfe des österreichischen Botschafters in Ankara und des Hof- und Staatarchivs der österreichischen Republik realisiert werden – und geht weit über guten Kaffee hinaus.

 

Eine historisch verankerte Freundschaft

 

Österreich – Türkei

….“Es gibt wenige Länder, mit denen Österreich so lange diplomatische Beziehungen erhält, wie mit der Türkei. Vor fast 500 Jahren, d.h. im Jahr 1528, entsandte Ferdinand I. erstmals Gesandte an den Sultanshof: Gioan Maria Malvezzi, gefolgt von Ogier Ghislain de Busbecq. Seit dem Waffenstillstand des Jahres 1547 waren die Habsburger – mit Unterbrechungen – durch ständige Gesandte (Residenten) vertreten. Eine ständige diplomatische Vertretung Österreichs, bestand in Konstantinopel ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Die erste osmanische Botschaft in Europa

Seit 1798  ( über 220 Jahren-2018) war das Osmanische Reich durch ständige Diplomaten in Wien vertreten. Die erste osmanische Botschaft wurde 1791 in Wien als erste Vertretung in einem europäischen Land eingerichtet.

Diplomatische Akademie in Wien als „Orientalische Akademie (Osmanisches Reich)“ gegründet – Türkisch/Osmanisch als erste Fremdsprache!

Die Diplomatische Akademie in Wien wurde schon 1754 von Kaiserin Maria Theresia als „Orientalische Akademie“ , als staatliche Ausbildungsstätte für Diplomaten gegründet, die insbesondere dazu beitragen sollte, die Beziehungen zum osmanischen Reich zu vertiefen; an ihr war Türkisch/Osmanisch als erste Fremdsprache ein Pflichtfach. Die Akademie ist damit weltweit die älteste noch bestehende Institution ihrer Art.

Der türkische Republik – 28.01.1924: Auhnahme der diplomatischen Beziehungen

Zwischen der türkischen Republik und der Republik Österreich kann der 28. Jänner 1924 als Tag der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen gesehen werden, an dem ein Freundschaftsvertrag mit der am 29. Oktober 1923 gegründeten jungen türkischen Republik geschlossen wurde. Die Österreichische Botschaft Ankara wurde 1935 vom berühmten österreichischen Architekten Clemens Holzmeister fertig gestellt.

Der Name „Ostarrichi“ (Österreich): Seit 996

Die Wurzeln des heutigen Österreichs reichen in prähistorische Zeiten zurück. Das erste staatliche Gebilde war das keltische Königreich Noricum, das um Christi Geburt Großteiles in das Römische Reich integriert wurde. Damals entstanden viele römische Siedlungen wie beispielsweise Vindobona (Wien) oder Iuvavum (Salzburg). Mit den Wirren der Völkerwanderung zerbrach das Römische Reich. Germanenstämme und asiatische Reitervölker wie zum Beispiel die Hunnen, bevölkerten Europa. Ab dem 6. Jahrhundert siedelten sich die Bajuwaren (Bayern), ein Germanenstamm, im Donau- und Alpenraum und kolonialisierten nach und nach die österreichischen Kernländer. Der Name „Ostarrichi“ (Österreich) tauchte erstmals im Jahr 996 auf.

Das osmanische Reich und das Habsburgerreich : Lange wechselhafte Geschichte

Das osmanische Reich und das Habsburgerreich verbindet eine Jahrhunderte lange wechselhafte Geschichte geprägt von Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen, von gegenseitiger Faszination, ja einem wahren „Orientboom“ , im 19. Jahrhundert und – in den letzten 90 Jahren – friedvolle und sehr freundschaftliche Beziehungen. Diese spiegeln sich in der Intensität politischer Besuche, ausgezeichneten Wirtschaftsbeziehungen und massiven wirtschaftlichen Investitionen, sowie in vielfältigen kulturellen Verbindungen und Kooperationen wider.

Aus den beiden Türkenbelagerungen Wiens 1529 und 1683 lässt sich unter anderem folgendes aus der Geschichte lernen: Je nach Bedrohungslage wurden die Türken als Angstgegner empfunden oder aber überwog die Faszination für das Exotische, das Neue. Nach der siegreichen Schlacht am Kahlenberg im September 1683 und dem Frieden in Karlowitz 1699, dem Ende des Großen Türkenkrieges, erhielt die Türkenmode, die Architektur und Kunst, die Hofzeremonien und Dramen und Opern den Einzug. In Mozarts „Entführung aus dem Serail“(1792) wird aus dem grausamen orientalischen Tyrannen „Selim Bassa“ ein aufklärerisches Ideal eines tugendhaften Herrschers – und ein musikalischer Ohrwurm. Die Wiener Weltausstellung 1873 präsentierte eine orientalische Stadt mit einer großen Moschee und einem türkischen Kaffeehaus. Mit der Gründung des Orientalischen Instituts an der Universität Wien 1886 setzte eine Hochblüte der Orientforschung österreichisch-ungarischer Wissenschaftler ein. Zu den wichtigsten zählten später unter anderem Joseph Freiherr, Hammer Purgstall oder Alois Musil.

Ephesos: Seit 1893

Seit 1893 werden, unter der Leitung des österreichischen Archäologischen Instituts, Grabungen und Forschungen in Ephesos durchgeführt. Deren kunsthistorische Bedeutung ist angesichts der etwa zwei Millionen Besucher pro Jahr auch ein Wirtschaftsfaktor – dementsprechend wird die archäologische Forschung in Ephesos finanziell von Wirtschaftsunternehmen unterstützt.

Unter österreichischen Archäologieprojekten wäre noch der Heroon von Trysa zu erwähnen, eine einzigartige Grabanlage in Lykien, im Südwesten der Türkei, die 1841 vom Gymnasiallehrer Julius August Schönborn entdeckt wurde. Erst 40 Jahre später veranlasste Otto Bendorf mit der Genehmigung der türkischen Behörden, den Transport der ca. 152, ursprünglich bemalten Reliefplatten, nach Wien. Seit 2007 finanziert das Kunsthistorische Museum in Wien ein Projekt zur Untersuchung des Heroons von Trysa.

St. Georgs-Kolleg

Zu den ältesten Einrichtungen Österreichs in der Türkei gehört das St. Georgs-Kolleg: erstmals 1303 urkundlich erwähnt, wurde die Kirche 1882 als Mittelpunkt eines deutschsprachigen Werkes erworben. Es entstand eine Schule für katholische, deutschsprachige Kinder, in die auch Kinder ärmerer Familien aufgenommen und in welche auch ein Waisenhaus integriert wurde. Ein deutscher Lazarist, Herr Conrad Stroever, unterzeichnete im November 1882 den Kaufvertrag für St. Georg. Im Jahre 1889 wurde dann St. Georg von den österreichischen Lazaristen und Barmherzigen Schwestern übernommen, welche es bis heute weiterführen. Die St. Georgs-Schule versteht sich als Schule der Begegnung auf dem Gebiet des Bildungswesens, der Kultur und Religion, der Sprachen und des sozialen Bereiches. Sie gehört zu den besten Bildungsinstitutionen der Türkei und ist für seine AbsolventInnen ein wertvolles Sprungbrett zu den österreichischen und europäischen Hochschulen. Seine Alumni haben eine zentrale Brückenfunktion zwischen der Türkei und Österreich. Das St. Georgs-Krankenhaus ( Sen Jorji Hastanesi) der Barmherzigen Schwestern feiert 2012 sein 140-jähriges Bestehen und bietet seinen über 32.000 PatientInnen im Jahr mit hoher Effizienz professionelle medizinische Leistung gepaart mit der Pflege und Fürsorge christlicher Tradition.

Das Österreichische Kulturforum Istanbul

Eine weitere sehr wichtige Vertretung Österreichs in der Türkei ist das österreichische Kulturforum Istanbul, welches es sich zum Schwerpunkt gesetzt hat, die kulturelle und wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zu fördern und ein modernes und weltoffenes Österreichbild zu vermitteln. Dies geschieht derzeit mit über hundert Aktivitäten im Jahr. Alleine im Jahr 2012 fanden bereits in neun verschiedenen Städten der Türkei Veranstaltungen statt. Um eine nachhaltige Verankerung in der Türkei sicherzustellen, arbeitet das österreichische Kulturforum mit einer Reihe von türkischen Institutionen und Universitäten zusammen. Die Aktivitäten reichen von Ausstellungen, klassischen Musikkonzerten über Tanz, elektronische Musik, Performance, Installationen bis zu Film, Literatur, wissenschaftlichen Konferenzen und Symposien. An der Universität in Samsun und an der österreichischen Schule St. Georg in Istanbul wurden zwei Österreich-Bibliotheken eingerichtet. Seit 2011 gibt es in Istanbul auch ein Artist-in Residence-Programm des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur. 2013 wird das Kulturforum Istanbul sein 50-jähriges Bestehen feiern.

Bosnien-Herzegowina

1879 räumte der Berliner Kongress Österreich-Ungarn das Mandat zur Besetzung und Verwaltung des osmanischen Wilayets Bosnien-Herzegowina ein, welches 1908 annektiert wurde. 1912 wurde daraufhin der Islam nach hanafitischen Ritus in Österreich anerkannt – die Grundlage für die 1978 erfolgte Anerkennung des Islams (und grds. Aller seiner Rechtsschulen) als öffentlich-rechtliche Religionsgesellschaft und der Islamischen Glaubensgemeinschaft als Vertretung der heute rund 450.000 MuslimInnen in Österreich.

Die 100-Jahrfeier des Islamgesetzes: 29. Juni 2012

Die 100-Jahrfeier des Islamgesetzes fand am 29. Juni 2012 unter Mitwirkung des österreichischen Bundespräsidenten und Außenministers, sowie des Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich und des Präsidenten des Präsidiums für religiöse Angelegenheiten der Türkei (Diyanet) und weiterer Ehrengäste statt. Das in Europa bis dato einzigartige Islamgesetz, welches Status und Rechte der MuslimInnen und das Angebot des Staates zur Kooperation betrifft, ist eine der Grundlagen für das traditionelle und bis heute intensive Engagement Österreichs, im Dialog der Kulturen und Religionen.

Türken und Österreicher: 1. Weltkrieg in Gallipoli als Waffenbrüder

Das Osmanische Reich und das Habsburgerreich waren bis zum 1. Weltkrieg durch eine hohe Zahl an Konsulaten, etwa 40 k.k. Levantepostämter und durch die Österreichische Lloyd, eine der bedeutendsten Reedereien im östlichen Mittelmeer und zahlreiche wirtschaftliche Aktivitäten, aufs engste verbunden. Beide Vielvölkerstaaten kämpften bis zu ihrem Zerfall im 1. Weltkrieg, in Gallipoli als Waffenbrüder. Der österreichische Kriegsmaler Wilhelm Krausz schuf 1916 das älteste Ölbild „Mustafa Kemal“, dem Sieger von Anafartalar, für ein Album.

Mustafa Kemal Atatürk und ÖsterreicherInnen

1923 gründete Mustafa Kemal Atatürk die Republik Türkei. An der Gestaltung des Regierungsviertels der neuen Hauptstadt Ankara wirkten zahlreiche österreichische Architekten, unter ihnen Clemens Holzmeister, mit. Zu Holzmeisters wichtigsten 15 Bauten gehören das Parlament, der Präsidentenpalast, einige Ministerien und Banken sowie das Gebäude der österreichischen Botschaft. Der Bildhauer Heinrich Krippel schuf ein berühmtes Reiterstandbild Atatürks in Samsun. Auch heute sind aktuelle Architektur und Fragen des modernen, energieeffizienten Wohn- und Sozialwohnbaus wichtige Themen im Dialog zwischen Österreich und der Türkei.

Während des 2. Weltkrieges und der Zeit des Nationalsozialismus fanden in der neutralen Türkei zahlreiche deutschsprachige Flüchtlinge, also auch Österreicherinnen und Österreicher vor politischer und antisemitischer Verfolgung Zuflucht. Diese Gruppe der <<haymatloz>> stellte eine bedeutende Zahl an Wissenschaftlern, Professoren und Technikern an den neu gegründeten Universitäten der Türkei, ein; stellvertretend für viele seien hier Margarete Schütte-Lihotzky, Architektin, oder Andreas Tietze, Turkologe, genannt.

Der wirtschaftliche Aufschwung Mitte der 1950er Jahre in Westeuropa führte auch in Österreich zur verstärkten Nachfrage an Arbeitskräften. 1964 wurde das Anwerbeabkommen mit der Türkei unterzeichnet. 2012 leben in Österreich rund 250.000 Personen mit türk. Migrationshintergrund (Geburtsort bzw. Staatsbürgerschaft), die meisten in Wien (mehr als 75.000 Personen) und rangieren damit nach Deutschen und Serben an dritter Stelle. Seit April 2011 gibt es ein Staatssekretariat für Integration, welches zahlreiche Maßnahmen zur Integration und Partizipation von ZuwanderInnen setzt.

 

Rund 4000 türkische Studierende in Österreich fördern den intellektuellen Austausch und profitieren von der Ausbildung zu jungen Fach- und Führungskräften; die von türkischen Zuwanderern gegründeten Klein- und Mittelbetriebe sind längst ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor in Österreich. Die ZuwanderInnen aus der Türkei tragen auch zur kulturellen Vielfalt und zum wirtschaftlichen Erfolg Österreichs bei.

Etwa 500.000 Österreicherinnen und Österreicher verbringen ihren Urlaub jährlich in der Türkei, immer mehr ÖsterreicherInnen wählen Küstenorte im Süden und Westen der Türkei als Zweit- oder Altwohnsitz.

Mit einer der höchsten Wachstumsraten Europas präsentiert sich die Türkei als eine wirtschaftlich erfolgreiche und geopolitisch bedeutsame Schnittstelle zwischen Europa, dem Nahen Osten und Asien. Das macht die Türkei auch für zahlreiche österreichische Unternehmen attraktiv, welche in die Zusammenarbeit mit türkischen Partnern stark intensiviert haben; die Exporte Österreichs in die Türkei überschritten 2011 erstmals die Zwei-Milliarden-USD-Grenze; in den vergangenen Jahren war Österreich aufgrund des Engagements österreichischer Energiekonzerne der größte Auslandsinvestor in der Türkei.

Die traditionell engen politischen Beziehungen spiegeln sich an den bilateralen Staatsbesuchen 2008, 2010 und zuletzt von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer im Juni 2012 in der Türkei sowie in den laufenden Arbeitsbesuchen auf Regierungsebene und interministeriellen Kooperationen wider.

 

Die Zusammenarbeit von Universitäten, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Kultureinrichtungen beider Länder, zahlreiche Projekte im Bereich des Dialogs der Kulturen und Religionen, Menschenrechte oder Frauenförderung, zeigen die Notwendigkeit und das Interesse an der Intensivierung der Zusammenarbeit.

Österreich trägt zu den intensiven und erfolgreichen Beziehungen durch seine Botschaft in Ankara, sein Generalkonsulat in Istanbul, zwei Außenwirtschaftszentren, das Kulturforum in Istanbul, durch 10 Honorarkonsulate und ein Büro des österreichischen Rundfunks (ORF) in Istanbul maßgeblich bei – und selbstverständlich durch das Engagement und das Interesse der Bevölkerung beider Länder, sowie der AuslandsösterreicherInnen in der Türkei und türkischen ZuwanderInnen in Österreich.

Österreich und die Türkei, das soll hier deutlich werden, haben aus historischen Gründen und aufgrund gemeinsamer politischer und wirtschaftlicher Interessen ein hohes Potenzial an künftigen Kooperationen. “

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23 06 2017
By: TKG 0

16th Traditional Garden Party of Vienna Economic Forum 

On 16 June 2017, Vienna Economic Forum, together with the Ambassadors of the Member Countries of Vienna Economic Forum, and the mayor of the market town Gutenstein, Mr Michael Kreuzer, invited to the 16th Traditional Garden Party “Culinary and Musical Journey through the Member Countries of Vienna Economic Forum” at the theatre-tent of the Raimundspiele Gutenstein. President of the Turkish Culture Association (TKG) in Austria Birol Kilic was also there.

In the opening speech and ceremony, Secretary General Amb Dr Elena Kirtcheva, the mayor of the market town Gutenstein, Mr Michael Kreuzer, and Family Hoyos represented by Ernst Hoyos addressed and welcomed the numerous guests from over 20 different countries, not only Vienna Economic Forum Member Countries but also from beyond.

The embassies the Member Countries of Vienna Economic Forum and the hosting market town Gutenstein did not spare any efforts to treat the guests with country-specific and traditional culinaric delicacies.

The diverse, artistic programme was moderated by Prof Stefan Kamilarov and accompanied by the welcome address by the chief of protocol of the Austrian Office of the President and Gutenstein Citizen by choice, Ms Gudrun Hardiman-Pollross. The guests enjoyed performances by Bulgaria, Bosnia and Herzegovina, Mazedonia, Moldova, Ukraine as well as the Culture Committee of Vienna Economic Forum – the folk dances of the region animated the guests to join the dancing on stage.

The unique, scenic atmosphere in the charmingly located market town Gutenstein was a proof of the many ties and bonds in common, which connect the people of the region from the Adriatic to the Black Sea. Once again, the 16thTraditional Garden Party was much influenced by a understanding among nations.

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06 06 2017
By: Redaktion 2 0

TGK-London-Beileidsbekundung: Wir müssen uns an diesen IS-Terror nicht gewöhnen

Herzlichstes Beileid den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten.

 

Wien (OTS) – Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) drückt nach dem Anschlag in London auf der London Bridge und Borough Market ihre tiefste Trauer aus und bekundet hiermit ihr herzlichstes Beileid den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten.

 

Ohne hier die Ursachen des Problems zu diagnostizieren können wir weder in London noch bei den anderen Ländern und Städten den Terror und die Attentäter bei der Wurzel behandeln.

 

Der IS-Terror hat mehrere Väter und Mütter und man sollte hier diesen abscheulichen IS-Terror richtig diagnostizieren und die Bevölkerung unter dem Vorwand „Aufklärung“ nicht manipulieren bzw. die Wahrheit im Schatten lassen und sich unseren besseren Traditionen entledigen: nämlich der Vernunft, der Aufrechterhaltung des ethischen Prinzips und der Suche nach unabhängigen Beweisen in Zeiten von Konflikten.

 

Wir müssen uns an diesen IS-Terror nicht gewöhnen, der Zwietracht, Hass und Vorurteil zementieren will. Wer dirigiert und finanziert die IS-Terroristen in der Welt? Auf diese Frage gibt es mehrere Antworten.

 

Wir rufen vor allem alle Moslems in Österreich, die Verantwortung tragen, dazu auf, das Problem offen und ehrlich zu diskutieren und sich von allen fundamentalistischen Kräften in ihrer Umgebung, die die Feinde unserer offenen Gesellschaft sind, zu distanzieren bzw. mit den verantwortlichen Behörden eine Lösung zu finden, bevor es zu spät ist.

 

Wir fordern alle Verantwortlichen aus Presse und Politik dazu auf, nicht alle Moslems für den Terror verantwortlich zu machen. Wir müssen hier die Spreu vom Weizen trennen, bevor es zu spät ist.

 

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) ist eine unabhängige NGO Think Tank Organisation.

 

Die „Türkische Kulturgemeinde in Österreich – Brückenbauen“ ist ein den pluralistischen, freiheitlichen, demokratischen und rechtstaatlichen Prinzipien verpflichteter Verein.

 

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)

 

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170606_OTS0104/tgk-london-beileidsbekundung-wir-muessen-uns-an-diesen-is-terror-nicht-gewoehnen

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27 05 2017
By: Redaktion 2 0

TKG: Tiefe Betroffenheit über den Anschlag gegen koptische Christen

Wer dirigiert und finanziert die IS-Terroristen in der Welt politisch theologisch mit einem Masterplan?

 

Wien- Mit großer Trauer und tiefer Betroffenheit hat der Obmann der Türkische KULTURgemeinde in Österreich Birol Kilic auf die terroristischen Vorfälle auf koptische Christen in Ägypten, wie folgt, reagiert:

 

„Im Namen der Türkischen KULTURgemeinde in Österreich verurteilen wir die abscheulichen terroristischen Vorfälle koptischer Christen auf das Schärfste und sprechen den Angehörigen der Opfer unser tief empfundenes Beileid aus. Unser tiefstes Mitgefühl ist bei den Opfern und deren Angehörigen in diesen harten und schmerzlichen Stunden in Ägypten.

 

Wir widerholen nochmals: Dieser Terroranschlag ist ein abscheulicher Terror gegen die Menschheit. Jeder, der menschlich empfindet, kann nur zutiefst verabscheuen, wenn unschuldige Menschen während des Gebets und innerhalb heiliger Handlungen zum Ziel eines Anschlags werden Wir solidarisieren uns mit den koptischen Christen Der Anschlag zielt auf die ganze Nation mit ihren Christen und Muslimen und will das friedliche Zusammenleben mit der widerlichen terroristischen Gewalt total zerstören. Wir solidarisieren uns mit den koptischen Christen aus Wien und teilen ihre Schmerzen. Eine Drohung für alle Länder Gegen Terror sollte man, egal in welche Art, zusammenarbeiten, aber nicht mit dem angeblichen Feuerlöscher, die eigentlich Brandstifter sind.

 

Terrorismus ist eine internationale, kannibalistisch sich vermehrende Pest, wovon jedes Land betroffen sein kann. Niemand kann sagen: Es geht uns nichts an. Welche „Kräfte“ stecken hinter diesem Terror?

 

Wir fordern sofort die Terroristen und diejenigen Kräfte, die hinter diesem Terror stehen, zu finden. Man kann diesen Terror nicht auf einen Namen oder eine Richtung reduzieren, weil dieser Terror mehrere Mütter und Väter hat. Hinter diesem Terror in Ägypten stecken mehrere Kräfte im In- und Ausland, die aus einem Stellvertreterkrieg stammen. Die Sümpfe, die seit Jahren für den IS-Terror vorbereitet wurden, verfolgen das Ziel mit diesen pseudo-islamischen Terrormilizen die Infrastruktur und das Zusammenleben der Menschen zu zerstören.

 

Hier darf man keine falsche, eindimensionale Pauschalisierung machen und wir müssen uns folgende Frage stellen und eine Antwort finden, bevor es zu spät ist: Ja zu dem Dialog mit der folgenden Frage: Wer dirigiert und finanziert die IS-Terroristen in der Welt politisch theologisch mit einem Masterplan?

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23 05 2017
By: Redaktion 2 0

TKG-Manchester Arena: Herzlichstes Beileid den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten…

Bei einer Explosion auf einem Popkonzert in der Manchester Arena in England sind mindestens 22 Menschen getötet worden.Türkischen KULTURgemeinde in Österreich (TKG) sind in tiefster Trauer und bekunden hiermit ihr herzlichstes Beileid den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten. Frage: Wer dirigiert und finanziert die IS-Terroristen in der Welt?

 

Wir müssen uns an diesen IS-Terror nicht gewöhnen, der Zwietracht, Hass und Vorurteil zementieren will.

Der IS-Terror hat mehrere Väter und Mütter und man sollte hier diesen abscheulichen IS-Terror richtig diagnostizieren und die Bevölkerung unter dem Vorwand „Aufklärung“ nicht manipulieren bzw. die Wahrheit im Schatten lassen und sich unseren besseren Traditionen entledigen: nämlich der Vernunft, der Aufrechterhaltung des ethischen Prinzips, und der Suche nach unabhängigen Beweisen in Zeiten von Konflikten.

Wir sollten nicht auf diese schlimmen Traditionen zurückgreifen: nämlich auf das imperiale Vorrecht, auf Intervention, unterstützt durch ein tief sitzendes rassistisches Vorurteil so wie durch eine armselige Berücksichtigung der Geschichte ihrer eigenen Kulturen.

Die Sümpfe, die seit Jahren für den IS-Terror vorbereitet wurden, verfolgen das Ziel mit diesen pseudo-islamischen Terrormilizen die Infrastruktur und das Zusammenleben der Menschen zu zerstören. Hier darf man keine falsche, eindimensionale Pauschalisierung machen und wir müssen uns folgende Frage stellen und eine Antwort finden, bevor es zu spät ist:  Wer dirigiert und finanziert die IS-Terroristen in der Welt?

 

Türkischen KULTURgemeinde in Österreich (TKG) sind in tiefster Trauer und bekunden hiermit ihr herzlichstes Beileid den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten…

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Dr. Melissa Günes

Genralsekräterin

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02 05 2017
By: TKG 0

Austrotürke Oktay Erciyaz ist neuer CEO der Trenkwalder Group

Wien, 02.05.2017 – Der Aufsichtsrat der Trenkwalder Group hat beschlossen, den Vorstand ab dem 1. Mai 2017 mit Oktay Erciyaz als CEO zu verstärken. Der 47-jährige, erfahrene Manager verfügt über langjährige industrielle Expertise im Outsourcing von Produktions- und Dienstleistungsprozessen. Oktay Erciyaz wird sich neben der Führung der Gruppe insbesondere um Sales, Wachstum und die Geschäftsentwicklung der Trenkwalder Group kümmern.

Oktay Erciyaz verfügt über mehr als 20 Jahre Führungskompetenz und Erfahrung in der Unternehmensentwicklung. Der Diplom-Betriebswirt/MBA startete seine Karriere bei der Preussag AG, bevor er für unterschiedliche Einheiten und Divisionen der BertelsmannGruppe, insbesondere bei der Dienstleistungsgruppe Arvato, tätig war. Als CEO war Oktay Erciyaz innerhalb der Gruppe für verschiedene Ländergesellschaften, u.a. BeNeLux, Portugal und Türkei, verantwortlich. Herr Erciyaz ist verheiratet und hat zwei Söhne. Diplom-Volkswirt Martin Jäger wird in Zukunft als COO für das operative Geschäft, Performance und die weitere Prozessoptimierung zuständig sein. Den Finanzbereich der Trenkwalder Group führt Magister Michael Krottmayer in seiner Position als CFO. Über die Trenkwalder Group Trenkwalder zählt zu den führenden Outsourcing-Dienstleistungsunternehmen in Zentral- und Osteuropa und ist in 17 europäischen Ländern vertreten.

Mit über 30 Jahren Erfahrung ist die Trenkwalder Group Marktführer in Österreich und Ungarn und verfügt über eine flächendeckende Präsenz in der DACHLI-Region sowie den osteuropäischen Ländern. Trenkwalder hat sich in den vergangenen Jahren sukzessive von einem reinen Zeitarbeits- und Personalberatungsunternehmen zu einem digitalen Full-Service-Anbieter entwickelt: Heute bietet die Gruppe als strategischer Partner für Kunden aus allen Wirtschaftszweigen Lösungen in den Bereichen Personalbereitstellung, HR-Services und Business Process Outsourcing. Seit 2011 gehört das Unternehmen zur Droege Group mit Sitz in Düsseldorf. Über die Droege Group Die Droege Group (1988 gegründet) ist ein unabhängiges Beratungs- und Investmenthaus, vollständig im Familienbesitz. Das Unternehmen agiert als Spezialist für maßgeschneiderte Transformations-Programme mit dem Ziel der Steigerung des Unternehmenswertes. Die Droege Group verbindet ihre FamilienunternehmenStruktur und die Kapitalstärke zu einem Family-Equity-Geschäftsmodell. Die Gruppe tätigt Direct Investments mit Eigenkapital in Konzerntöchter und mittelständische Unternehmen in „Special Situations“.

Mit der Leitidee „Umsetzung – nach allen Regeln der Kunst“ gehört die Gruppe zu den Pionieren der umsetzungsorientierten Unternehmensentwicklung. Ihre Umsetzungs-Kompetenz beweist die Droege Group täglich im eigenen Portfolio. Die unternehmerischen Plattformen der Droege Group sind an den aktuellen Megatrends (Wissen, Konnektivität, Prävention, Demografie, Shopping 4.0, Future Work) ausgerichtet. Begeisterung für Qualität, Innovation und Tempo bestimmt die Unternehmensentwicklung. Die Droege Group hat sich damit national und international erfolgreich im Markt positioniert und ist mit ihren unternehmerischen Plattformen in 30 Ländern operativ aktiv.

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26 04 2017
By: Redaktion 2 0

TKG: Türkei braucht keine religiöse Verfassung!



Wir sind tief besorgt über die Aussagen des Präsidenten, des türkischen Parlaments Herr Kahraman (AK Partei), bezüglich einer Forderung einer islamischen Verfassung, für die Türkei. Die Türkei braucht dringend eine Trennung von Religion und Politik. Die Türkei hat ein Problem mit Moral und Ethik weil die Religion für politische, wirtchaftliche und soziale Ziele missbraucht wird. Religion darf nicht dafür missbraucht werden um Gewalt zu legitimieren.

 

von Birol Kilic
Obmann der Türkischen KULTURgemeinde in Österreich

 

Wir sind sehr besorgt über die Aussagen des Präsidenten, des türkischen Parlaments Herr Kahraman (AK Partei), bezüglich einer Forderung einer islamischen Verfassung, für die Türkei, mit der Aussage :
Wir sind ein muslimisches Land. Als Konsequenz müssen wir eine religiöse Verfassung haben. Das Wort „Allah“ taucht in der Verfassung kein einziges Mal auf. Säkularismus, Laizismus dürfe in der neuen Verfassung keine Rolle mehr spielen.

Wir können diese Aussage nicht akzeptieren.  Religion ist Privatsache, und der Staat hat in jeder Hinsicht neutral zu sein. Die Trennung von der Kirche, die Distanz zu Religionen und die Hinwendung zum Vernunftdenken sind die wichtigsten Errungenschaften des modernen Verfassungsstaates.  Die Türkei braucht dringend eine Nicht-Mischung von Religion und Politik. Die Türkei hat Moral und Ethik Problem weil die Religion für politische, wirtchaftliche, und soziale Ziele missbraucht wird.  Eine unmoralische Gesellschaft ist eine verdorbene Gesellschaft. Religion darf nicht dafür missbraucht werden, um Gewalt zu legitimieren.

Die EU ist kein christlicher Klub und die Türkei ist auch kein muslimisches Land, sondern eine Republik mit mehrheitlich muslimischen Staatsbürgern. Von den türkischen Staatsbürgern sind 70% sunnitische Muslime, 30% alevitische Muslime, 17.000 jüdische Staatsbürger und etwa 100.000 christliche türkische Staatsbürger, die seit Jahrtausenden in der Türkei leben.

In der Verfassung der, im Grunde tief katholischen, Republik Österreich steht auch nichts bezüglich Religion, Gott oder Jesus. Das Christentum ist nicht die Staatsreligion, sondern ein persönliches Bekenntnis der Bürger. So ist es auch in der Türkei und so soll es auch bleiben.

 

Die Türkei sollte eigentlich stolz sein die einzige mehrheitlich muslimische Bevölkerung zu sein, die in der Verfassung durch den Gründer der türkischen Republik Atatürk den Laizismus in der Verfassung als unantastbaren Punkt eingebracht hat. Laizismus bedeutet nicht, wie viele annehmen, Religion und weltliche Angelegenheiten voneinander zu trennen. Laizismus heißt, die Legitimation der Herrschenden, beziehungsweise Regierenden, nicht auf Gott oder Recht zu gründen, sondern auf den Willen des Volkes. Daher halten wir es, als türkische Kulturgemeinde in Österreich, nicht für möglich, dass sich die islamischen Gesellschaften demokratisieren können, ohne eine wirklich laizistische Verfassung in einer Republik verankert zu haben. Das Problem sei nicht der Laizismus, sondern die korrekte Anwendung des Laizismus.

Die Türkei ist in der Anwendung zur Zeit hundertprozentig keine laizistische Republik. Der in der Türkei in allen Bereichen stattfindende Religionsmissbrauch und Betrug im Namen Gottes, hat zu einem ethisch moralischen Verfall geführt durch den Millionen von Menschen unglücklich sind, obwohl das in Quellen des Korans verboten ist. Das passiert, weil die Türkei gerade ein Problem mit Moral und Ethik hat. Im Kapitel Lokman 33 (Enam 112, Araf 16, 17 genauso) zum Beispiel sagt Gott den Menschen, dass Er oder Sie dich im Namen Gottes („Allah“) verführen und betrügen können. Der umgekehrte Fall ist in der Türkei gerade durch den Vertreter des politisierten Glaubens salonfähig geworden. Hier besteht gerade ein brisanter Zustand, bei dem unter dem Vorwand Religion, den Namen Gottes in die Verfassung nehmen will. Diese verführen bzw. betrügen in seinem Namen und wollen das gegen den Willen Gottes in die Verfassung betonieren. Jeder mündige Bürger sollte die Sümpfe im Nahen Osten wie mehrheitlich muslimische Länder sehen, von denen immer behauptet wird religiös zu sein und in den Mündern die Worte Gottes zu tragen, aber in den Herzen heuchlerisch, scheinheilig, despotisch und unmoralisch sind. Das kann man nur durch eine starke demokratische, säkulare Verfassung schaffen und indem man alle religiösen Aussagen aus der Verfassung nimmt und alle Religiösen und nicht Religiösen mit einem Auge sieht und diese gleichwertig, mit Würde und Respekt, behandelt. So steht es auch, wenn richtig interpretiert wird, im Koran, wo man den wahren Islam gegenüber dem verfälschten Islam unterscheiden muss.

 

Die Türkei hat ein Moral und Ethik Problem. 

Wir alle haben uns bisher immer auf die Vorgehensweise der AKP Erdogan Regierung in der Türkei aus Österreich konzentriert.

Da sind wir nicht im Unrecht. Weil alles wurde immer schlimmer und alles wird weiterhin schlimmer.

Aber es gibt sehr viele Themen, die wir besprechen, diskutieren und für die wir, mit dem Einverständnis aller, Lösungen finden müssen, weil Österreich ein Hinterland der Türkei geworden ist.

Die Probleme bezüglich Moral und Ethik  in der Türkei sind so groß, dass auch ein Regierungswechsel allein diese nicht beheben kann.

Levent Gültekin ein früherer AKP Erdogan Unterstützer kritisiert seit Monaten AKP mit folgenden Gedanken, die ich hier aus dem Türkischen sinngemäß mit euch  teilen will:

Ein AKP Erdogan Staat, dessen Institutionen, Werte, Zusammenhalt der Bevölkerung und innerer Frieden derart gespalten und verwundet sind, kann auch mit einer neuen Regierung nicht all diese Probleme lösen und diesen bisher gegangenen Weg weiterverfolgen.

Vieles wurde  in der Türkei zerstört und infolgedessen Orte, an denen überall Menschen aus der Türkei  leben (siehe Deutschland und Österreich z.B.). Daher muss man die Probleme in der Türkei an deren Wurzeln behandeln, ein System einführen, in dem die Gleichstellung aller BürgerInnen gesichert ist und das Rücksicht auf die verschiedenen Schichten und Gruppen der Gesellschaft nimmt. Wir brauchen zudem eine ehrliche Politik in der Türkei und gegenüber der Türkei.

Zu aller erst müssen wir es einsehen, dass wir nach jahrelanger AKP Regierung in der Türkei keine Moral mehr haben. Einerseits schmerzt dies, andererseits ist es seltsam. Aber leider ist es die Wahrheit. Und wir sollten wissen, dass eine unmoralische Gesellschaft, eine verdorbene Gesellschaft ist. Wenn wir nicht verdorben sein wollen, müssen wir dieses Thema an die Tagesordnung bringen.  Und wir sollten nicht vergessen, dass wir, bevor wir die unmoralischen Handlungen der anderen verurteilen, unsere eigenen Handlungen überdenken sollten.

 

Der Grund der Verwüstung

Einer der wichtigsten Punkte ist, dass die gesellschaftlichen Moralvorstellungen in der Türkei zu Grunde gingen. Aber was ist denn die Moral?

Moral wird allgemein als die Verschiedenheit der Intentionen, Entscheidungen und Handlungen in Bezug auf Gut und Böse definiert. 

Es sind sogenannte Regeln, über die sich die Mitglieder der Gesellschaft einig sind oder sein sollten.

Und dann gibt es die Ethik: Die Regeln, die zur Unterscheidung von Richtig und Falsch dienen. Im Zentrum der Ethik steht das spezifisch moralische Handeln, insbesondere hinsichtlich seiner Begründbarkeit und Reflexion.

Der wichtigste Grund für die Verwüstung der Türkei ist der, dass wir keine konsensualen Moralvorstellungen und ethische Vorschriften mehr haben. Es ist seit 1980 sukzessiv verwüstet. Weil wir diese Vorstellungen und Regeln nicht deutlich festlegen konnten, weil wir den Staat nicht nach diesen Regeln ausrichten konnten, erleben wir derzeit eine schwerwiegende Verwüstung.

Nun können wir das klarer sehen, denn der Konkurs der AKP Erdogan Regierung, die mit der Behauptung von „überlegener Moral“ an die Macht kam, ist in dem Konkurs der gesamten Türkei gemündet. Wir können uns nicht der Verantwortung entziehen indem wir sagen „Die Religiösen sind in der Regierung. Sie sind verantwortlich für alles.“

Offensichtlich haben wir nicht das geistige Niveau erreicht, dass uns gewähren würde, die Unterschiede zwischen Gut und Böse, Richtig und Falsch, Schön und Hässlich zu erkennen. Seit 2003 konnte die türkische AKP Erdogan Regierung seiner Funktionen in Hinblick auf Bildung, Anstand und Kultur nicht gerecht werden. Wir konnten keine „Menschen“ erziehen. Daher können wir auch keine Gesellschaft sein. 

Wir wurden in der Türkei zu einem verantwortungslosen, gewissenslosen, unachtsamen, besinnungslosen, vernachlässigenden und rauem Haufen, der sagt: „Die Schlange, die mich nicht angreift, soll 1000 Jahre leben.“ Dies ist ein türkisches Sprichwort. Original auf Türkisch lautet es: “Beni isirmayan yilan bin yil yaschasin”….

 

Unsere Vorstellung von Moral war ein Kontrollmechanismus, der vom Geschlecht und von der sexuellen Enthaltsamkeit ausgeht. Wir haben Züchtigkeit beziehungsweise Enthaltsamkeit mit Moral verwechselt. Wir sind so rückständig geworden, dass wir auch die Ehre als einen geschlechtsbedingten, sexuellen Begriff aufgefasst haben.

Aber das, was den Menschen vom Tier unterscheidet, ist nicht das Geschlecht, sondern die Kultur. Wir haben die Moral nicht als etwas gesehen, was uns zu disziplinierten, professionellen, ehrbaren, stolzen, gerechten, aufgeklärten Menschen macht.

Eine Gesellschaft, in der die „Wir-Ihr“ Dichotomie  wie in der Türkei so zentral ist, in der Korruption und Lügen alltäglich geworden sind, kann keine fortschrittliche sein. Denn hier ist die Bereicherung des einen nur durch die Ausbeutung oder das Niedertreten anderer möglich.

Weshalb? Weil wir keine Moral haben. Keine Prinzipien. Keine Sitten. Keinen Verstand. Kein Bewusstsein, kein Gewissen, keinen Anstand, keine Höflichkeit und keine Würde.

Nichts ist übrig, was man als moralisch bezeichnen könnte.

Aber warum führt der Konkurs der Religiösen zum Konkurs der gesamten Türkei?

Die Geschichte der türkischen Republik ist die der Konflikte zweier Gesellschaftsschichten.

Die einen behaupten, dass der Ursprung der Moral die Religion sei, oder, dass Religion und Moral dasselbe seien. Die anderen behaupten, dass Religion und Moral zwei verschiedene Sachverhalte sind und dass der Ursprung der Moral nicht in der Religion liege.

Dieser Gegensatz hat unsere Bildung, Wirtschaft, Filmindustrie, Medien, Architektur etc. geprägt. Dieser Streitpunkt hat ebenfalls verhindert, dass ethische Vorschriften geltend wurden, an die sich alle halten würden.

Die Religiösen waren sich sicher, dass Religion den Menschen zu einem moralischen Wesen macht.

Die Anderen begnügten sich damit, diese These der Religiösen zu negieren. Sie haben also keine Vorschläge gemacht, was Moral sein soll, wenn sie nicht dasselbe wie Religion ist und wenn sie nicht in dieser gründet. Sie haben nicht erklärt, was Moral denn sei, wie man sie definiert, wie man Moralvorstellungen oder ethische Regeln etablieren kann, an die sich alle halten. Sie haben keine Moralvorstellungen vorgeschlagen, die alle Mitglieder der Gesellschaft akzeptieren würden.

Die letzte Periode zeigte uns, dass Religiosität und Moral verschiedene Sachverhalte sind. Aber von der Moral ist hier leider nichts mehr übrig geblieben.

 

Ein folgenschwerer Fehler

Zuallererst müssen wir es einsehen, dass wir keine Moral haben. Einerseits schmerzt dies, andererseits ist es seltsam. Aber leider ist es die Wahrheit.

Wir werden unsere Moralvorstellungen im positiven Sinne nicht ändern können, solange wir uns selbst als Volk als „hochragend, unerreichbar, heldenhaft, einzigartig, sauber und im Recht“ betrachten.

Nun haben wir ein großes Problem: Wie wollen wir unsere gesellschaftlichen Moralvorstellungen gestalten? Welchen Weg müssen wir einschlagen, sodass Sunniten, Aleviten, Kemalisten, Islamisten, Armenier und alle weiteren Gruppierungen unter „Ethik“ dasselbe verstehen? Muss zuerst der Staat sein Ethikverständnis ändern, oder die Gesellschaft?

Meine persönliche Einschätzung ist, dass beide durch gegenseitige Unterstützung Fortschritte erzielen sollten. Aber was schlage ich vor?

Wir müssen diese Themen, also Ethik und Moral an die Tagesordnung bringen. Experten müssen über dies sprechen und diskutieren. Wir werden über unsere Grundsätze und Maxime diskutieren.

Soll ich Ihnen etwas Interessantes verraten? Im Westen werden viele Werke über Ethik publiziert.

 

Über Ethik im Journalismus, in der Staatsverwaltung, in den Wissenschaften, in den künstlerischen Tätigkeiten, im Sport und weitere unterschiedliche ethische Problemstellungen und deren Lösungen… Wir müssen einsehen, dass der Westen Tag und Nacht diese Themen diskutiert und seine Ethikvorschriften aktualisiert. Für neue Situationen, die Lösungen bedürfen, werden Lösungsvorschläge gemacht.

Und bei uns? Wir verwenden den Begriff von „Moral“ schwammig und unbestimmt.

Wir müssen diesen schwerwiegenden Fehler wieder loswerden.  

Ethische Vorschriften und Regelungen müssen verfasst, systematisch und schematisch geregelt werden.

Jeder der ethische Vorschriften vernachlässigt, fällt der Gesellschaft zur Last. Diese Menschen sind also parasitär, im Unrecht, schuldig oder krank.

Alle unsere Probleme, sogar bezüglich des Verkehrs, hängen mit unseren gesellschaftlichen Moralvorstellungen zusammen. Die ungerechte Verteilung des Wohlstandes, der Verfall des Bildungssystems, der Religionszwang, die nicht funktionierende Justiz, die parteiische Berichterstattung der Medien… All dies hängt mit unseren Moralvorstellungen zusammen.

 

Wenn es keine Moral gibt…

Kurz vor den Wahlen erwarteten wir verstärkt gefestigte Moralvorstellungen. Bei den Parteien, bei deren Spitzenkandidaten und deren Kadern erwarten wir uns Sensibilität im Hinblick auf die Moral und Ethik.

Wenn es keine Moral gibt, wird ein Regierungswechsel auch nicht ausreichen.

Wir brauchen einen Staat und Regierungen, der seine Bürger nicht dazu drängt rechtswidrig zu handeln und Straftaten zu begehen, falsch oder gekünstelt zu sein, sondern einen Staat, der von seinen Bürgern erwartet, im Sinne der gesetzlichen und verfassungsrechtlichen Vorschriften zu handeln.

 

Eine unmoralische Gesellschaft ist eine verdorbene Gesellschaft

Das Versagen jener, die behaupteten, dass Religion alle Probleme lösen würde, hat eine positive Konsequenz. Nun können wir neue moralische und ethische Werte etablieren, die alle Menschen und Gruppen in unserer Gesellschaft umfassen. Denn, wenn wir keine ethischen Vorschriften in Bezug auf die Staatsverwaltung haben, führt dies auch zu Gesetzlosigkeit, Falschheit und Schlechtheit der Gesellschaft. Der Staat verdirbt die Gesellschaft und im Umkehrschluss verdirbt die Gesellschaft den Staat. Das, was wir heute erleben, ist genau dies.

Wir müssen zwei Themen in der Türkei, also Ethik und Moral an die Tagesordnung bringen. Experten müssen über dies sprechen und diskutieren. Wir müssen über unsere Grundsätze und Maxime diskutieren.

 

Offene Kritik muss in Österreich möglich sein

Morallosigkeit hat Österreich erreicht und es ist dadurch salonfähig geworden.

Wir haben ein großes Problem in Österreich, nämlich, dass die konservativen Muslime hier einen sehr verantwortungslosen Weg eingeschlagen haben, wenn sie durch Vernebelung, Verdunkelung und durch dauerndes Beleidigtsein die Wahrheit nicht sehen wollen und nicht bereit sind, eine offene Kritik über ihre dramatische Lage auszudiskutieren.

Eine Lage, die nicht nur für die muslimische Welt ein Problem geworden ist, sondern für die Menschheit insgesamt. Offenbar fühlen sich die konservativen Muslime so sicher, dass sie jede Kritik getrost übergehen können.

Wir möchten eines hervorheben: Das Problem ist nicht der Koran und der darin enthaltene Islam oder der wahre Mohammed, sondern diejenigen konservativen Muslime, die diesen Glauben manipuliert und verfälscht haben und somit zur Schande der Menschheit geworden sind.

Auch die konservativen Moslems, die gerade als Funktionäre dubioser Vereine quasi alle Moslems in Österreich zu vertreten vorgeben und auf der anderen Seite, unter dem Vorwand „Dialog“, das Unwissen und die Vorurteile vieler Medien, Wähler und Politiker ausnützen, mögen sich hier angesprochen fühlen!

Eine echte Aufklärung findet nicht statt und bei der geringsten Kritik spielt man die beleidigte Leberwurst und attackiert den Gesprächspartner, schreibt ihnen böse E-Mails oder überhäuft sie mit Klagen. Zudem wird mit dubiosen Gruppen kooperiert, um die kritischen säkularen Moslems als „nicht echte Moslems“ darzustellen.

 

Die Regierungsparteien der westlichen Länder haben leider genau jene Personen und Gruppen („politischer Islam“) salonfähig gemacht, die ihre Kultur und Ideologie eben aus diesem „verfälschten Islam“ beziehen. Es wird medial alles verdunkelt und vernebelt, damit niemand mehr die Unterschiede zwischen „Glauben“ und „politischem Glauben“ erkennen kann.

 Es wird pauschal gegen einen „Glauben“ geschimpft und die Retter sind dann die Brandstifter, die sich bis jetzt schön verpackt als Feuerlöscher verkauft haben. Überall sieht man sie als „Retter“ oder „Brückenbauer“. Das Fernsehen und die Zeitungen sind voll von „Islam- und Terrorexperten“ oder „Gewalt-Experten“ und niemand kritisiert diese Leute und fragt sie, wie sie es schaffen, Islam und Terror gleichsetzen zu können! Weil sich die Journalisten auch nicht mehr auskennen. Wie auch, bei der Flut von Falschinformationen, die den Medienmarkt überschwemmen! Um sich zu informieren, braucht man vor allem Zeit und einen breiten Horizont. Beides ist Mangelware in einer linksliberalen Medienbranche.

 So wird es gemacht und diese konservativen Funktionäre klären nicht auf, sondern leben davon und das in einer unheiligen „Win-Win-Situation“. Um was für ein Dilemma handelt es sich bei eben diesen teuflischen Pseudo-Brückenbauern, die eigentlich seit Jahren alle Brücken in Österreich zerschlagen haben? Es ist eine teuflische, unheilige Allianz!

Die Türkei braucht dringend eine Nicht-Mischung von Religion und Politik.   Die Türkei hat ein Moral und Ethik Problem. Eine unmoralische Gesellschaft ist eine verdorbene Gesellschaft…

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26 04 2017
By: Redaktion 2 0

Solidarität ist gut, aber mit wem Herr Bundespräsident Van der Bellen?

Wir begrüßen die Haltung von Bundespräsident Van der Bellen gegen jeglichen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus. Vielen Dank.

 

Aber auf die Solidarität vom Bundespräsidenten bezüglich Kopftuch können wir als Opfer der modernen, säkularen und gläubigen Austrotürken in aller Höflichkeit verzichten. Warum? Weil diese Solidarität ist für uns ein Freibrief und eine Unterstützung der Unterdrücker, der Diskriminierer und der religiösen Klerikalfaschisten der „politischen Islamanhänger“  die wir aus der Türkei kennen.

 

Zwischen „Islam“ und „politischem Islam“(Verfälschten Islam)  gibt es einen diamateriellen Unterschied. Islam bedeutet als Wort Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen und „Poltische Islam“ bedeutet Ausnützung, Tränen, Missbrauch, Hetze und Unterdrückung.

Der „politische Islam“ ist der Feind des „Islams im Koran“ der gerade auch in Österreich alle MoslemInnen (ca.700.000) in Geiselhaft genommen hat.

Der „poltische Islam“ ist ein „verfälschter Islam“, der demokratische Errungenschaften, die man vor Jahrhunderten als Land gewonnen hat, missbraucht, manipuliert und vernebelt.

 

„Wir“ und „Ihr“

 

Es ist eine „Wir“(Aufgeklärten, Moralisch überlegenen) und „Ihr“ (Nicht-Aufgeklärten-Moralisch verdorbenen, ewige Verlierer-Cahilliye also die EuropäerInnen und säkulare MolemInnen)  Gesellschaft, die man in eine feindliche Position durch Hetze und Polarisierung bringt in der man lebt. Damit sie diese Ziele erreichen können, verwenden sie insbesondere das „Kopftuch“, obwohl das Kopftuch im Islam keine religiöse Pflicht bzw.Zeichen ist.  Wir betonen hiermit ausdrücklich  das Recht von Frauen ihre Bekleidung selbst zu wähle. Das  Kopftuchdebatte  wird  aber vorsätzlich für Ihre (Politische Islam) ideologische Ziele Instrumentalisiert und zweckentfremdet. Mann sollte aber über das Thema Kopftuch nicht alle alle MoslemInnen stigmatisieren. Das wollen die Anhänger der „Poltischen Islam“  damit hier die Spreu vom Weizen nicht mehr trennbar ist und Sie de facto Brandstifter unter dem Vorwand Feuerlöscher auftreten können.

 

Islam bedeutet Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen und nicht umgekehrt

 

Das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“ und „Vertrauen“.  Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt, die ihr „wahres Islam“-Bekenntnis aus dem Koran beziehen, verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten – und gewaltbereitende und selbstverherrlichende Theologien des Islam, die wir als „verfälschten Islam“ (Politische Islam) bezeichnen, kritisch zu betrachten, ja, sich von diesen um ihres Theologie Willen zu distanzieren.

Es stellt sich die Frage, ob es sich bei islamischen Kopftüchern um ein religiöses Gebot bzw. Pflicht handelt (dann müsste dieses allerdings im Koran stehen) oder ob wir es viel mehr mit einem historisch gewachsenen, politisch-religiösen-tradition Phänomen zu tun haben, das sich auf den Einfluss politischer und kultureller Traditionen zurückführen lässt und durch „Poltischen Islam“ Anhänger für die Gesellschaftsmodel „Wir“ und „Ihr“  als religiöses Gebot ausgenützt und politisiert wird.

Da das Kopftuch aber nicht  als Kopf-tuch im Koran erwähnt wird, kann es auch kein Gebot bzw. Pflicht dazu geben.Das häufig angeführte Argument, das Kopftuch solle „vor den Blicken der Männer schützen“, erscheint in unserer aufgeklärten Zeit jedenfalls vielen Leuten absurd und selbst im traditionell-historischen Kontext nicht als ganz stimmig. Im Koran gibt es nur 3 Verse bezüglich „Kopf”, “Tuch“ und „Schleier“, aber man sucht das Wort „Kopf-Tuch“ und infolgedessen „Pflicht bzw.Gebot zu Kopftuch vergeblich.
(Sure/Kapitel 24 Vers 31,  Sure/Kapitel 24 Vers 60, Sure/Kapitel 33 Vers 59). Bei Betrachtung der oben angeführten Zitate sieht man, dass das Wort „Tuch“ (Überwurf, Schleier, Kleider) vorkommt, aber nicht das Wort „Kopf-tuch“ als solches.

 

1980-Wendepunkt in der Türkei-Türkischen Erfahrungen

 

In der Türkei wurden vor 40 Jahren das Kopftuch, Turban und der Schleier absichtlich durch „Politische Islam“ anhänger politisiert. Bis vor 40 bis 50 Jahren diskutierte fast niemand in der Türkei  über das Kopftuch. Erst durch den Militärputsch vom 12. September 1980 und die darauf folgende Politisierung des Kopftuchs durch manche Gruppen aus Saudi Arabien, Katar und Ägypten, die die Religion für ihre politischen Interessen ausnützten, wurde es zu einem heiklen Propagandainstrument. Das Thema „Kopftuch“ wurde mit den „Migranten“ (Politischen Islam-Vereine, die eigentlich reaktionäre politische Parteien in der Türkei waren) nach Europa importiert und sorgt hier für heftige Diskussionen, auch innerhalb der Migrationsgruppen.  Die türkischen Erfahrungen sollten in Österreich, Deutschland und in der EU nicht wiederholt werden. Schließlich ist offensichtlich, dass im Islam nach den koranischen Versen und Suren keine Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuchs besteht – auch wenn das von einigen Gruppen behauptet, ausgenützt und Propagiert wird. Man sollte in Österreich Kopftuch nich politisieren. Als Österreicher und mit Überzeugung säkularer Lebenseinstellung treten wir für uneingeschränkte Meinungsfreiheit ein und spricht sich grundsätzlich gegen Kleidervorschriften aus.

 

Was heute von den Medien eigentlich kritisiert wird, sind nicht der koranische Islam und der Prophet Mohammed, sondern eine künstliche Ideologie, die Bekenntnis-Merkmale und koranische Worte des Islams, wie z.B. „Allah’ u Ekber“ (arab. allāhu akbar; übersetzt „Gott ist am Größten / ist der Größte“ – Bedeutung hat Ähnlichkeiten mit „Halleluhja“, „Gott preisen, verherrlichen, ausrufen“), missbraucht und gleichzeitig alles, was der koranische Islam ausdrücklich verbietet, praktiziert. Nämlich Intoleranz, Gewalt, Hetze, Politisierung der Glaube und die Nichtnutzung des Verstandes und der Vernunft.

 

These



Das größte Opfer dieser  Ideologie (Politische Islam) ist zuerst der koranische Islam und der Prophet Muhammed selbst, der doch die Vielgötterei und die Unmenschlichkeit bekämpft hat.

Der Koran ruft zur unbedingten Nutzung des Verstandes und der Vernunft auf und er ermahnt die Menschen warmherzig zu sein. Der Koran erinnert den Menschen daran, sein Vermögen und seine Liebe mit den Nachbarn zu teilen, egal welcher Religion, Sprache oder Nationalität man angehört. Es ist für uns Muslime schmerzlich, wenn dieser Gedanke der Nächstenliebe in der heutigen Wahrnehmung ganz untergeht und Morallosigkeit salonfähig ist. Die Türkei hat  deswegen ein Moral und Ethik Problem. Eine unmoralische Gesellschaft ist eine verdorbene Gesellschaft. Es wird alles missbraucht. Insbesondere Glaube! Es gibt sehr viele Themen, die wir besprechen, diskutieren und für die wir, mit dem Einverständnis aller, Lösungen finden müssen, weil Österreich ein Hinterland der „Morallosen Politisierten Islam“  geworden ist die wir ‘Verfälschten Islam“(Politische Islam) nennen die keine Moral und Ethik kennt und am meisten die Mehrheit der Menschen aus der Türkei schadet. Das verhindert natürlich seit  langem Integration und stört das Zusammenleben.

 

Vor zehn Jahren legte die Tochter des Gründers der Milli-Görus-Bewegung  Frau Emil Zeynelabidin ihr Kopftuch ab und schreibt folgende Worte am 23.04.2015 in der WELT:

 

 „Die Welt ist in Verhüllte und Unverhüllte gespalten. Erst heute ist mir bewusst, unter welch einschränkenden Umständen ich durch das Kopftuchtragen gelebt hatte. Auch hätte ich mir damals nicht vorstellen können, dass es überhaupt nicht schlimm ist, kein Kopftuch zu tragen und meine Haare in der Öffentlichkeit zu zeigen.  Heute sind Frauen weltweit in Verhüllte und Nichtverhüllte gespalten. Und das im Namen der islamischen Religion. Eine (veraltete) Maßnahme aus der Zeit des Propheten ist heute zum Merkmal einer Apartheidpolitik geworden und niemanden stört es, dass dem ein Irrtum im Verständnis von Islam zugrunde liegen muss.

 

In der Debatte um das Kopftuch, das falsch gesetzte Prioritäten bei Muslimen und Befremden bei Nichtmuslimen zum Vorschein gebracht hat, liegt dennoch eine große Chance, mithilfe kluger Fragen die Streiterei in eine lebenspraktische Debatte umzuwandeln, um möglichen Irrtümern in Glaubensvorstellungen über Gott und den Islam nachzugehen. Was hat lieber Allah gegen Damenfrisuren? Warum soll Gott strafen, wenn eine Frau Verantwortung für ihre Reize übernimmt und Männer entsprechend Verantwortung für adäquates, faires Verhalten? Haben Männer nicht auch ihre Reize? Ist das Kopftuchtragen gesund für die Haare? Warum fällt es so schwer, auf das Kopftuch zu verzichten, wenn es doch angeblich freiwillig getragen wird?

Mein Leben ist seit zehn Jahren für mich freier und leichter geworden, ohne dass ich dabei auf meinen Glauben verzichtet habe. Im Gegenteil, durch das Fehlen meines Kopftuches genieße ich einerseits die Unauffälligkeit in der Öffentlichkeit, in der ich 30 Jahre lang ein Kopftuch trug und mich mit der religiös begründeten Bekleidungsform zum Maßstab der Zeiten vor 1400 Jahren bekannte, als man (“freie“) gläubige Frauen und Sklavinnen unterscheiden wollte. Und andererseits gefällt mir der nahe Kontakt zu Menschen, die mich als Mensch erkennen, und nicht als „die Muslimin“. Dabei schien ich als Verhüllte nicht zu wissen, was ich da wirklich genau tat. Mir hatte niemand davon erzählt, dass es sich bei der Verhüllung um ein Unterscheidungsmerkmal handelte und dass es um die „gefährlichen“ weiblichen Reize ging.

Eigentlich bestand bei mir überhaupt kein Bedarf, mich mit den Beweggründen meiner Glaubensansichten genauer zu befassen. Es gab keine Herausforderungen und Anlässe für ein kritisches Hinterfragen. Bis zur Kopftuchdebatte, die 2003 mit Fereshta Ludins Gang zum Bundesverfassungsgericht begann, war das Tragen von Kopftüchern bei muslimischen Frauen in Deutschland überhaupt kein Thema.Dass aber das Kopftuch zum Gradmesser von Gläubigkeit und Gehorsam auch gegen eine Frau gerichtet werden kann, musste ich am eigenen Leibe erfahren, als ich mich freien Willens von der Überflüssigkeit der Verhüllung löste, und damit auch von meiner Stigmatisierung und Uniformierung.

Es geht auch um die Würde von Männern

Längst hat das Kopftuch den Zweck, die Zugehörigkeit zu einer Minderheit zu markieren, statt mir als Individuum auch das Recht auf ein Aufgehen in der Allgemeinheit und Gesamtheit der Gesellschaft zu geben. Zudem ist es ein Betrug an der Weiblichkeit und eine eklatante Infragestellung der Würde von Männern. Es legt eine moralische Schamhaftigkeit bei Frauen fest, die in ihre natürliche Persönlichkeitsentwicklung eingreift. Der Glaube an Gott braucht keine demonstrativen Äußerlichkeiten. Was also hat das Kopftuch heute noch mit Islam zu tun? Nichts.“

 

Wo liegt das Hauptproblem?

 

Das Hauptproblem liegt in der korrumpierten, manipulierten und mutierten Poltischen Islam-Theologie, die sich auf verfälschte Quellen und traditionelle Islam-Interpretationen stützt die wir Theologie des Verdachtes, Theologie der Gewalt nennen.

 

Die Islamische Welt leidet in Wirklichkeit unter einem abgöttischen Götzendienst. (Schirk) Nach außen hin wird das Wort „Allah“ verwendet und mit ihren Bärten, Turbanen und ihren schönen Gebetshäusern geben sie sich den Anschein, als ob sie gottesfürchtig wären, obwohl Gott von ihnen nur eines verlangt: Lesen, die Benutzung des Verstandes und der Vernunft, die Anpassung an Zeit und Ort und zu teilen, was man hat. Wenn man nichts zum Teilen hat, dann sollte man zumindest das Wort „Salam“, als Friedenstifter, mit dem Nachbarn teilen.

 

Die  nicht weniger Teil der muslimischen Welt bekennt sich zu dieser Verstands-beleidigenden Theologie der Verachtung und Gewalt und sieht sie als ihre wichtigste Säule in der Interpretation des Islams. Durch die verbreitete, muslimische Theologie werden alle guten Werte der eigentlichen Friedensreligion Islam aus ihrer Kern-Botschaft, nämlich, dass die Religion für das Glück der Menschen und zur Verherrlichung Gottes da ist, absichtlich herausgerissen und manipuliert, nämlich insofern, als man behauptet, dass der Mensch für die Religion geschaffen wurde – so wurde und wird der Koran für dynastische, monarchistisch-faschistische Zwecke und in Form eines politisch instrumentalisierten Glaubens vorsätzlich missinterpretiert.

 

Der koranische Islam setzt ethisch und moralisch hohe Tugenden voraus, aus denen die Menschen zeit- und ortsgemäß ihr Leben, sei es innerhalb einer Demokratie, sei es in der Republik, in Frieden leben können. Und nicht umgekehrt, wo der Mensch zum Knecht eines Vielgötterglaubens wird, wo Menschenknochen und Steine als Vermittler zwischen Gott und dem Menschen stehen. Und das ist die Ursache dieses großen Dramas, das die islamische Welt gerade durchleben muss.

Eine sehr schwierige Aufgabe ist daher die Aufklärung, um die Spreu (namentlich den „verfälschten Islam“) vom Weizen (dem „wahren Islam“) trennen zu können. 

Also den „wahren Islam“, der auf Friede, Wohlbefinden und Nächstenliebe beruht, von dem „verfälschten, traditionalistischen Islam“.

 

Ganz umgekehrt die die Propagandisten der Poltischen Islam Anhänger unterdrücken, diskriminieren und divergieren die Gesellschaft.  Man muss auf der Seite der unterdrückten sein und sich solidarisieren.

 

Lieber Herr Bundespräsident „WIR“ brauchen Ihre Solidarität.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

DI Birol Kilic

Quellen:

Welt-Artikel-Emel Zeynelabidin

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article139984819/Im-Iran-oder-Saudi-Arabien-waere-ich-laengst-tot.html

 

„Im Koran sucht man das „Kopf-tuch“ vergeblich! Burka, Burkini, Bushiya, Hijap, Chador(Abaya) und Nigab sowieso…“

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=2011&tx_ttnews %5Btt_news%5D=14144&cHash=2cb23bf370f9001b95035ce582782c04

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04 04 2017
By: Redaktion 2 0

Türkei-Referendum: Nein! zur Abschaffung der Demokratie!

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) und die Verfassungsexperten des Europarates („Venedig-Kommission“) warnen vor einem Ein-Personen-Regime und vor der Abschaffung der Demokratie in der Türkei die Gegenstand eines Referendums am 16. April 2017 ist.

 

TKG möchte hiermit  als streitbare, wehrhafte Demokraten mit sachlichen Argumenten ihr Nein zur Abschaffung der Demokratie in der Türkei positionieren.

 

Integration bedeutet mehr als Pass und Sprache, sie erfordert eine Citoyen-Identität, sowie eine demokratische Identität. Für die TKG bezeichnet der Citoyen den  Bürger  bzw. Staatsbürger,  der in der Tradition und im Geist der  Aufklärung aktiv und eigenverantwortlich am  Gemeinwesen EU teilnimmt und dieses mitgestaltet.

 

Vorsicht: Gewaltenteilung aufgehoben

 

Die Experten und die Türkische KULTURgemeinde in Österreich weisen auf die Gefahr hin, dass die Verfassungsänderung durch den Abbau der nötigen Kontrollmöglichkeiten („Checks and Balances“) nicht dem Modell eines demokratischen Präsidialsystems entspricht( USA, Frankreich), das auf der Gewaltentrennung basiert.

Die Befugnisse des Präsidenten werden so ausgeweitet, dass er die Exekutive, Legislative und Judikative kontrolliert, womit die Gewaltenteilung aufgehoben wird.

 

Vielmehr bestehe das Risiko, dass sich ein autoritäres Präsidialsystem entwickelt. Zu den in der Schlussfolgerung geäußerten Bedenken zählen folgende Punkte:

 

1) Der Präsident wird zum Chef der Exekutive. Das Ministerpräsidentenamt und der Ministerrat werden mit Streichung des Artikels 109 abgeschafft. Stattdessen ermächtigt der ergänzte Artikel 104 den Präsidenten, den Vizepräsidenten und den Minister zu berufen (er kann als Vizepräsidenten jeden ernennen) und zu entlassen. Die Minister werden nicht mehr vom Parlament, sondern vom Staatspräsidenten kontrolliert. Das bedeutet: Alleinige Ausübung der exekutiven Gewalt durch den neuen Präsidenten mit nicht kontrollierter Befugnis zur Ernennung und Entlassung von Ministern und hohen Beamten auf Grundlage von Kriterien, die nur der Präsident festlegt.

 

2) Der Staatshaushalt wird nicht mehr vom Ministerrat (Artikel 162 wird aufgehoben) dem Parlament vorgelegt, sondern vom Staatspräsidenten (neuer Artikel 161). Die nationale Sicherheitspolitik wird vom Ministerrat auf den Staatspräsidenten übertragen (Änderungen der Artikel 104, 117 und 118).

 

3) Der Ausnahmezustand wird nicht mehr vom Parlament (Artikel 120 wird abgeschafft), sondern künftig vom Staatspräsidenten ausgerufen (Artikel 120). Es wird hier der Anschein erweckt, die Gesamtdauer des Ausnahmezustandes werde auf insgesamt 10 Monate beschränkt. Diese zeitliche Beschränkung entfällt jedoch im Kriegsfall. Das legt die Befürchtung nahe, dass der Präsident bereits einen Krieg ins Auge gefasst hat.

 

4) Die Verfassungsänderungen sehen folglich vor, die exekutiven Kompetenzen des Staatspräsidenten in einem starken Maße auszuweiten. Der Staatspräsident soll darüber hinaus einen Zugriff auf die Legislative bekommen, der dem Gedanken der Gewaltenteilung widerspricht.

 

5) Das Parlament darf Minister nicht mehr mündlich befragen (Art. 105). Das Parlament kann die neue Regierung nicht mehr mit einem Vertrauensvotum bestätigen (Art. 110).

 

6) Ein Misstrauensvotum gegenüber der Regierung ist nicht mehr möglich (Art. 109 wird abgeschafft)

 

7) Dekrete mit Gesetzeskraft (Art. 87) werden nicht mehr vom Parlament, sondern vom Staatspräsidenten verabschiedet (Art. 104). Der Präsident hat die Befugnis, aus einem beliebigen Grund das Parlament aufzulösen, was grundsätzlich unvereinbar mit einem demokratischen Präsidialsystem ist. Außerdem eine weitere Schwächung der bereits unzureichenden Möglichkeiten, die der Justiz zur Kontrolle der Exekutive zur Verfügung stehen, sowie die weitere Schwächung der Unabhängigkeit der Justiz.

 

8) Der Staatspräsident muss nicht mehr seine Parteizugehörigkeit (Art. 101) ablegen. Das bedeutet, dass der Präsident auch Mitglied oder gar Vorsitzender einer Partei ist, wodurch er einen unzulässigen Einfluss auf die Gesetzgebung erhält. Da der Präsident und das Parlament am gleichen Tag gewählt werden und den türkischen Parteien die innerparteiliche Demokratie weitgehend fremd ist, wird die größte Fraktion im Parlament vom Präsidenten bestimmt.

 

9) Mit dem Referendum von 2010 hat Erdogan durchgesetzt, dass die Zahl der Mitglieder des Hohen Rates der Richter und Staatsanwälte von 7 auf 22 erhöht wurden (Art. 159). Somit konnte Erdogan seine Leute in dieses Gremium implementieren. Jetzt will er den Rat auf 13 Mitglieder verkleinern und weitgehend von sich und seiner Fraktion im Parlament bestimmen lassen.

 

10) 12 von 15 Mitgliedern des Verfassungsgerichtes werden vom Präsidenten und drei von seiner Partei im Parlament bestimmt. Während die Macht und Immunität des Staatspräsidenten maßlos ausgebaut werden, wird seine Rechenschaftspflicht vor dem Verfassungsgericht durch die von ihm gewählte Richterschaft ausgeschaltet.

 

Es ist die Pflicht aller Bürger, ihre Demokratie zu verteidigen, weil durch die Abschaffung der Demokratie die Türkei leider sehr traurige Zeiten erwartet, die in nächster Zeit Auswirkungen  auf Österreich, Deutschland und die gesamte EU haben wird.

 

Türkische  KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

DI Birol Kilic

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31 03 2017
By: Redaktion 2 0

Faktum-Türkei 2 : Die Gewaltenteilung aufgehoben- Eine Gefahr für Europa

 

Am 16. April wird über die Verfassungsänderung in der Türkei abgestimmt. In Deutschland, in Österreich, in Holland, Frankreich, in der Schweiz kurz im Ausland lebende Türkische Staatsbürger dürfen ihre Stimme bereits seit dem 27. März bis 9. April abgeben.

 

Die Verfassungsexperten des Europarates („Venedig-Kommission“) warn „Ein-Personen-Regime“ in der Türkei gewart: So lautet die Schlussfolgerung eines endgültigen, von der Kommission verabschiedeten Gutachtens über die vorgeschlagene Verfassungsänderung, die Gegenstand eines Referendums im kommenden Monat ist. Die Befugnisse des Präsidenten werden so ausgeweitet, dass er die Exekutive, Legislative und Judikative kontrolliert, womit die Gewaltenteilung aufgehoben wird.

 

1) Präsident wird zum Chef der Exekutive. Das Ministerpräsidentenamt und der Ministerrat werden mit Streichung des Artikels 109 abgeschafft. Stattdessen ermächtigt der ergänzte Artikel 104 den Präsidenten, den Vizepräsidenten und den Minister zu berufen und zu entlassen. Die Minister werden nicht mehr vom Parlament, sondern vom Staatspräsidenten kontrolliert.

 

2) Der Staatshaushalt wird nicht mehr vom Ministerrat (Artikel 162 wird aufgehoben) dem Parlament vorgelegt, sondern vom Staatspräsidenten (neuer Artikel 161). Die nationale Sicherheitspolitik wird vom Ministerrat auf den Staatspräsidenten übertragen (Änderungen der Artikel 104, 117 und 118).

 

3) Der Ausnahmezustand wird nicht mehr vom Parlament (Artikel 120 wird abgeschafft), sondern künftig vom Staatspräsidenten ausgerufen (Artikel 120). Es wird hier der Anschein erweckt, die Gesamtdauer des Ausnahmezustandes werde auf insgesamt 10 Monate beschränkt. Jedoch entfällt diese zeitliche Beschränkung für den Kriegsfall. Das legt die Befürchtung nahe, dass Erdogan bereits einen Krieg ins Auge gefasst hat.

 

4) Die Verfassungsänderungen sehen folglich vor, die exekutiven Kompetenzen des Staatspräsidenten in einem starken Maße auszuweiten. Der Staatspräsident soll darüber hinaus einen Zugriff auf die Legislative bekommen, der dem Gedanken der Gewaltenteilung widerspricht.

 

5) Das Parlament darf Minister nicht mehr mündlich befragen (Art. 105). Das Parlament kann die neue Regierung nicht mehr mit einem Vertrauensvotum bestätigen (Art. 110).

 

6) Ein Misstrauensvotum gegenüber der Regierung ist nicht mehr möglich (Art. 109 wird abgeschafft).

 

7) Dekrete mit Gesetzeskraft (Art. 87) werden nicht mehr vom Parlament, sondern vom Staatspräsidenten verabschiedet (Art. 104).

 

8) Der Staatspräsident muss nicht mehr seine Parteizugehörigkeit (Art. 101) ablegen. Da der Präsident und das Parlament am gleichen Tag gewählt werden und den türkischen Parteien die innerparteiliche Demokratie weitgehend fremd ist, wird die größte Fraktion im Parlament von Erdogan bestimmt.

 

9) Mit dem Referendum von 2010 hatte Erdogan durchgesetzt, dass die Zahl der Mitglieder des Hohen Rates der Richter und Staatsanwälte von 7 auf 22 erhöht wurden (Art. 159). Somit konnte Erdogan seine Leute in dieses Gremium implementieren. Jetzt will er den Rat auf 13 Mitglieder verkleinern und weitgehend von sich und seiner Fraktion im Parlament bestimmen lassen.

 

10) 12 von 15 Mitgliedern des Verfassungsgerichtes werden von Erdogan und drei von seiner Partei im Parlament bestimmt. Während die Macht und Immunität des Staatspräsidenten maßlos ausgebaut wird, wird seine Rechenschaftspflicht vor dem Verfassungsgericht durch die von ihm gewählte Richterschaft ausgeschaltet.

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29 03 2017
By: Redaktion 2 0

Faktum 1-Türkei-„Ein-Personen-Regime“: „Gefährlicher Rückschlag“ für die Demokratie

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG), die Verfassungsexperten des Europarates („Venedig-Kommission“) und in der Türkei warnen vor einem „Ein-Personen-Regime“ in der Türkei. So lautet die Schlussfolgerung eines endgültigen, von der Kommission verabschiedeten Gutachtens über die vorgeschlagene Verfassungsänderung, die Gegenstand eines Referendums im kommenden Monat ist.

 

Die Befugnisse des Präsidenten werden so ausgeweitet, dass er die Exekutive, Legislative und Judikative kontrolliert, womit die Gewaltenteilung aufgehoben wird. Die Experten weisen auf die Gefahr hin, dass die Verfassungsänderung durch den Abbau der nötigen Kontrollmöglichkeiten („Checks and Balances“) nicht dem Modell eines demokratischen Präsidialsystems entspreche, das auf der Gewaltentrennung basiert. Vielmehr bestehe das Risiko, dass sich ein autoritäres Präsidialsystem entwickelt. Zu den in der Schlussfolgerung geäußerten Bedenken zählen folgende Punkte:

 

  • alleinige Ausübung der exekutiven Gewalt durch den neuen Präsidenten, mit nicht kontrollierter Befugnis zur Ernennung und Entlassung von Ministern und hohen Beamten auf Grundlage von Kriterien, die nur der Präsident festlegt;
  • Möglichkeit, dass der Präsident auch Mitglied oder gar Vorsitzender, Vorsitzende einer Partei ist, wodurch er einen unzulässigen Einfluss auf die Gesetzgebung erhält;
  • Befugnis des Präsidenten, aus einem beliebigen Grund das Parlament aufzulösen, was grundsätzlich unvereinbar mit einem demokratischen Präsidialsystem ist;
  • weitere Schwächung der bereits unzureichenden Möglichkeiten, die der Justiz zur Kontrolle der Exekutive zur Verfügung stehen;
  •  weitere Schwächung der Unabhängigkeit der Justiz.

 

Das Gutachten wurde vom Monitoring-Ausschuss der Parlamentarischen Versammlung des Europarates beantragt und verweist auf ernste verfahrensrechtliche Bedenken.

 

Vollständige Pressemitteilung – Türkei: Geplante Verfassungsänderung laut Venedig-Kommission ein „gefährlicher Rückschlag“ für die Demokratie

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20 03 2017
By: Redaktion 2 0

Tatlıses’in Haydi Söyle’si İsrail’de Birinci Oldu

 

İsrail’de düzenlenen The Voice’in bu yıl gerçekleştirilen yarışmasında, sahneye çıktığında herkesi büyüleyen ve ünlü sanatçı Şlomi Şabat ile birlikte ‚Bebeğim‘ şarkısını seslendiren, Türk asıllı Sapir Saban yarışmanın galibi oldu.

 

İsrail’de düzenlenen The Voice’un bu yıl gerçekleştirilen yarışmasında, sahneye çıktığında herkesi büyüleyen ve ünlü Türk sanatçı Şlomi Şabat ile birlikte ‚Bebeğim‘ şarkısını seslendiren, Sapir Saban şaşırtmadı ve yarışmanın galibi oldu.

 

Cumartesi akşamı gerçekleşen finalde Saban yine büyüledi. Kimsenin şaşırmadığı birinciliği bileğinin hakkı ile aldı.

 

https://www.izlesene.com/video/o-ses-israilin-galibi-turk-asilli-sapir-saban/9780516

 

http://odatv.com/vid_video.php?id=8EA17

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05 03 2017
By: Redaktion 2 0

Faktum-Gesetzt-Türkei: Wahlpropagandaverbot im Ausland

Wahlpropagandaverbot im Ausland geht auf eine Gesetzesänderung der AK Partei zurück! Nach dieser Gesetzesänderung heißt es im letzten Artikel (94/A), “Im Ausland und in den ausländischen Vertretungen darf man keine Wahlpropaganda machen.”

 

2008, in der Regierungszeit von AK Partei, wurde das Gesetz mit der Nummer 298 über Wahlen im Ausland neu geregelt.

 

Die Gesetzesänderung wurde von AK Partei gemacht, in der Zeit, in der der jetzige Bundespräsident Erdogan noch Regierungschef war und sie ist auch in deren Regierungszeit in Kraft getreten. Es reicht das vorhandene Wahlgesetz in der Türkei anzuwenden. Die Abgeordneten verletzen mit der Wahlkampfpropaganda im Ausland ihre eigenen beschlossen Gesetze. Daran erkennt man, wie blank die Nerven liegen.

 

Nach dieser Gesetzesänderung heißt es im letzten Artikel (94/A),  “Im Ausland  und in den ausländischen Vertretungen darf man keine Wahlpropaganda machen.”

 

Entschluss des hohen Wahlausschusses in der Türkei

 

„Yurtdisi Secim Kurulu“  kurz YSK, (“Der hohe Wahlausschuss”, d.h. Die höchste Wahlbehörde in der Türkei) hat bezüglich des Referendums am 16.April ein Entschluss erlassen und der lautet so:

 

-Im Ausland an öffentlichen Plätzen und an den Zollgrenzen darf man keine mündliche Propaganda machen (298/94/A-son, 94/E 6)

 

-Im Ausland und in den geschlossenen Räumen an den Zollgrenzen darf keine Propaganda gemacht werden.

 

-In den ausländischen Printmedien darf man mit Hilfe der Anzeigen und den Werbungen keine schriftliche oder visuelle Propaganda machen.

 

-Im Ausland und an den Zollgrenzen darf man keine öffentlichen Umfragen gestalten. Veröffentlichungen über eventuelle Ergebnisse eines Referendums und/oder ein Minirefarandum ist verboten.  (298/94/A-son, 94/E-6)

 

-Im Ausland und an den Zollgrenzen darf man nicht Propaganda über Lautsprecher machen.  (298/94/A-son, 94/E-6)

 

-Im Ausland und an den Zollgrenzen darf man keine Publikationen und Materialen mit der Absicht der Propaganda verteilen. (298/94/A-son, 94/E-6)

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich 

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04 03 2017
By: Redaktion 2 0

Alevi profesör aranıyor-Universitätsprofessur für Alevitisch-theologische Studien

Dünyaca ünlü Viyana Üniversitesi, dünyada bir olarak Alevi İslam Fakültesine ilk Alevi profesör atanması amacıyla uluslararası ilan vererek tarihi bir adım daha attı.

Kuruluşunun 652. yılını geride bırakan, dünyanın en köklü üniversitelerinden birisi olan Viyana Üniversitesi bünyesinde kuruluşu devam eden Alevilik Anabilim Dalı’na, ilk Alevi profesör atanması amacıyla uluslararası ilan vererek tarihi bir adım attı. Avusturya Alevilerinin tanınması için 23 Mart 2008 yılında yapılan başvuru ve Alevilerin din toplumu statüsünde 22 Mayıs 2013 tarihinde tanınmalarının ardından çalışmalar hız kazandı.

 

OKULLARDA 2014 YILINDAN İTİBAREN ALEVİLİK DERSİ VERİLİYOR

Okullarda Alevilik Derslerinin 2014 yılından itibaren verilmeye başlanmasıyla birlikte, 2016 yılında resmi olarak Viyana-Krems İnançlar Eğitim Bilimleri Yüksek Okulunda Alevilik İnanç Öğretisi Enstitüsü kuruldu. Alevilik Enstitüsü’nde, Alevilik dersleri öğretmenleri yetiştirilmeye başlandı.

Bu sürece Avrupa ve Avusturya’nın en köklü Üniversitesi de dâhil olarak, Alevi Teolojisinin (İnanç Öğretisi) okutulacağı, Alevilik Anabilim Dalı‘nın kuruluşunu gerçekleştirdi. Viyana Üniversitesi bu gelişmeyle Alevilik Teolojisi öğrenimini sunan dünyadaki ilk üniversite unvanına sahip oldu.

 

2015 YILINDA YASALAŞAN İSLAM YASASI

2015 yılında yasallaşan İslam yasası; birbirinden bağımsız, eşit haklara sahip iki inanç toplumunu resmen tanıdı. Aleviler ve Sünniler bu yasada birbirlerinden bağımsız, kendilerine özgü inanç grupları olarak yer aldılar. Yasada tanınan bu her bir inanç grupları için üniversite bünyesinde bir anabilim dalı açılması öngörüldü. Bu görev inanç toplumlarının istemi doğrultusunda (bir kaç üniversite daha talip olmuştu) Viyana Üniversitesine verildi. Yasayla Alevilik Anabilim Dalının kuruluşu yasal bir zorunluluk oldu. Bu yasal zorunluluğun ilk adımı olan Alevilik İnanç Öğretisi Anabilim Dalını kurularak, kurucu bir profesörlük kadrosu için alım ilanı verildi.

 

ALEVİ EĞİTİM DAİRESİ’NDEN AÇIKLAMA

Avusturya Alevi Eğitim Dairesi de konuya ilişkin açıklama yaptı. Alevi Eğitim Dairesi açıklamasında Avusturya’ya teşekkür ederek şöyle dedi:

“Bu başarı, bu onur 1400 yıldır, Hak-Muhammed-Ali inancına olan ikrarından taviz vermeyen, horlanan, dışlanan, ötekileştirilen, yok sayılan, katledilen, asimile edilmeye çalışılan ya da inancından koparılarak folklorik bir grup, siyasal bir grup haline getirmeye çalışanlar vede Ali’siz Alevilik yaratmak isteyenlere yönelik biz Alevilerin, bilim yoluyla verdiğimiz açık ve net yanıttır. Her inanç gibi, Alevi inancımızın öğretisi de, bilim yuvasında, öğretilmeli, araştırılmalıdır. Çünkü biz “İlimden gidilmeyen yolun sonu karanlıktır” diyen Hünkârın takipçileriyiz.

Bizlere kadar yasal noktada sorunlarla dolu gelen inancımız Aleviliği, sorunlarını bir bir çözmüş ya da çözümü için önemli bir mesafe kat etmiş olarak çocuklarımıza bırakmaya ahdımız var. Bilimi rehber olarak öğütleyen inancımızın bilim dünyasında hak ettiği yere ulaştırmaya ahdımız var.

 

Alevilik Öğretisi Anabilim Dalı, insanlığa bir umut ışığı olsun.

Bu tarihsel sürece katkıda bulunan, başta inanç önderlerimiz, dedelerimiz, babalarımız olmak üzere, ALEVI kurumunun tüm yönetim kadrosuna, Alevi inancından ödün vermeyen Canlara ve Alevi dostlarına aşk ola.

Teşekkürler Avusturya! Teşekkürler Viyana Üniversitesi!

ALEVI Eğitim Dairesi”

 

Link:

http://personalwesen.univie.ac.at/fuer-mitarbeiterinnen/professorinnen/job/prof/singleview/article/philologisch-kulturwissenschaftliche-fakultaet/?tx_ttnews


[backPid]=11882&cHash=721f8ecf16a6dbd4b776885e0a60ab71

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02 03 2017
By: Redaktion 2 0

STAAT UND RECHT: Bürde des Doppelpasses

Mehrfache Staatsangehörigkeit als Damoklesschwert: Jedes Land kann Doppelstaatler auf seinem Gebiet als nur eigene Landsleute behandeln.

Von Stefan Talmon

 

Da zwei oder mehr Staatsangehörigkeiten zu rechtlichen und politischen Schwierigkeiten führen können, verpflichteten sich mehrere Staaten im Jahr 1963 vertraglich zur Verringerung der Mehrstaatigkeit. Volljährige Staatsangehörige, die freiwillig eine andere Staatsangehörigkeit erwarben, sollten ihre vorherige Staatsangehörigkeit verlieren. Vor allem aus integrationspolitischen Gründen wurde das Verbot der Mehrstaatigkeit in den Folgejahren in vielen westeuropäischen Staaten immer weiter ausgehöhlt. Im Dezember 2001 kündigte Deutschland das Übereinkommen über die Verringerung der Mehrstaatigkeit – eines der wenigen multilateralen Verträge, welche die Bundesrepublik in ihrer Geschichte jemals gekündigt hat. Heute leben in Deutschland mehr als 4,3 Millionen Personen, die neben ihrer deutschen mindestens eine weitere Staatsangehörigkeit besitzen. Für diese Menschen, aber auch für den deutschen Staat ist die doppelte Staatsangehörigkeit mit nicht unerheblichen Nachteilen verbunden.

 

In jüngster Zeit haben vor allem zwei Ereignisse diese Nachteile ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Die von dem amerikanischen Präsidenten Trump am 27. Januar 2017 unterzeichnete Verfügung zum „Schutz der Nation gegen die Einreise von Terroristen“, die Staatsangehörige der mehrheitlich islamischen Länder Iran, des Iraks, Sudan, Syrien, Somalia, Libyen und des Jemens mit einem generellen Einreiseverbot belegte, betraf zunächst auch mehr als 130000 deutsche Staatsangehörige, die neben der deutschen die Staatsangehörigkeit eines dieser Länder besitzen.

 

Das generelle Einreiseverbot für Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit wurde zwar auf politische Intervention hin nach nur wenigen Tagen wieder zurückgenommen. Zwingend war dies jedoch nicht. Völkerrechtlich steht es der amerikanischen Regierung frei, ob sie Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit zum Beispiel als Deutsche oder Iraner behandelt. Insbesondere gibt es keine völkerrechtliche Regel, die es der Regierung vorschreibt, ihren Entscheidungen oder der Anwendung ihres Recht ausschließlich die Staatsangehörigkeit des Staates zugrunde zu legen, in dessen Gebiet ein Doppelstaater seinen gewöhnlichen oder hauptsächlichen Aufenthalt hat oder mit dem dieser den Umständen nach tatsächlich am meisten verbunden ist. Die entsprechende Bestimmung des Übereinkommens über gewisse Fragen beim Konflikt von Staatsangehörigkeitsgesetzen von 1930 ist für die Vereinigten Staaten als Nichtvertragspartei nicht bindend und hat sich auch völkergewohnheitsrechtlich nicht durchgesetzt. So stellen viele Staaten heute bei der Anwendung ihres Rechts auf Doppelstaater nicht auf die effektive Staatsangehörigkeit, sondern darauf ab, mit welchem Pass eine Person eingereist ist oder unter welcher Staatsangehörigkeit sie ihren Visumantrag gestellt hat.

 

Dass es den Staaten freisteht, welche Staatsangehörigkeit sie als maßgeblich ansehen, zeigt sich vor allem in Ausnahmesituationen. So rechtfertigte das Deutsche Reich 1916 die Behandlung eines Amerikaners, der auch die britische Staatsbürgerschaft besaß, als Feindstaatsangehöriger mit „dem allgemeinen Grundsatz des Völkerrechts, wonach ein Feindstaatsangehöriger, der zugleich auch die Staatsangehörigkeit eines neutralen Staats besitzt, als Feindstaatsangehöriger behandelt werden darf und keine Rücksicht auf seine neutrale Staatsangehörigkeit genommen werden muss“. Die Vereinigten Staaten verfuhren während des Zweiten Weltkriegs ebenso und internierten auch Japaner mit neutraler Staatsangehörigkeit. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 führte die Regierung das „Nationale Sicherheit Einreise-Ausreise Registrierungssystem“ ein, das Angehörige von 25 zumeist islamischen und arabischen Staaten, die sich in den Vereinigten Staaten aufhielten, einer verschärften Meldepflicht unterwarf. Dieses System, das erst in den letzten Tagen der Obama-Präsidentschaft aufgehoben wurde, galt ausdrücklich für „alle Ausländer, die Bürger oder Staatsangehörige eines der aufgelisteten Länder sind, ungeachtet einer doppelten Staatsangehörigkeit“. Auch Deutsche waren betroffen. Vor diesem Hintergrund dürften Reisen von Deutschen mit doppelter Staatsangehörigkeit nach Amerika auf nicht absehbare Zeit unter dem Damoklesschwert der doppelten Staatsangehörigkeit stehen.

 

Das zweite Ereignis, das die Nachteile der doppelten Staatsangehörigkeit jüngst zutage treten ließ, ist der Fall des Journalisten Deniz Yücel. Der Journalist, der neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde am 14. Februar 2017 in Istanbul wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in Polizeigewahrsam genommen. Später wies Bundeskanzlerin Merkel in einem Gespräch mit dem türkischen Ministerpräsidenten darauf hin, „wie wichtig es sei, dass Herr Yücel durch die deutsche Botschaft umfassend konsularisch betreut werden kann“. Schon diese Formulierung zeigt, dass es sich hier lediglich um einen politischen Wunsch handelte, denn ein völkerrechtlicher Rechtsanspruch auf Ausübung des konsularischen Schutzes besteht im Fall Yücel nicht.

 

Nach Artikel 36 Abs. 1(b) des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen von 1963 sind die Konsuln eines Staates zwar grundsätzlich berechtigt, ihre Staatsangehörigen während der Haft aufzusuchen, mit ihnen zu sprechen und zu korrespondieren, sich für angemessene Haftbedingungen einzusetzen sowie für ihre Vertretung in rechtlicher Hinsicht zu sorgen. Dies gilt jedoch nicht für Doppelstaater. In Fällen von doppelter Staatsangehörigkeit hat jeder der beiden Heimatstaaten völkerrechtlich das Recht, diese Personen auf seinem Staatsgebiet ausschließlich als seine eigenen Staatsangehörigen zu behandeln. Da die Türkei Deutsch-Türken nur als Türken und nicht als Deutsche sieht, kann sie sich gegen jegliche Form konsularischer Einmischung durch Deutschland verwahren. Auch nach einer Haftentlassung nutzt Yücel der deutsche Pass in der Türkei wenig. Ausreisen kann er als Türke nur mit einem gültigen türkischen Reisepass. Ist dieser abgelaufen oder wird dieser von den Behörden eingezogen, sitzt er trotz deutscher Staatsangehörigkeit in der Türkei fest.

 

Auch dem diplomatischen Schutz Yücels durch Deutschland sind im vorliegenden Fall enge Grenzen gesetzt. Grundsätzlich kann ein Staat durch diplomatische Mittel oder Klage vor einem internationalen Gericht die Verantwortlichkeit eines anderen Staates für völkerrechtswidrige Handlungen gegenüber seinen Staatsangehörigen geltend machen. Ursprünglich war der diplomatische Schutz gegenüber einem anderen Staat, dem eine Person ebenfalls angehört, gänzlich ausgeschlossen. Noch im Jahr 2003 argumentierten die Vereinigten Staaten im Fall von amerikanisch-mexikanischen Doppelstaatern vor dem Internationalen Gerichtshof, dass Mexiko diesen keinen diplomatischen Schutz gegenüber den Vereinigten Staaten gewähren könne. Die UN-Völkerrechtskommission stellte jedoch zwei Jahre später in einem nicht bindenden Entwurf fest, dass bei Doppelstaatern diplomatischer Schutz gegen den anderen Heimatstaat ausnahmsweise dann zulässig sein soll, wenn die Staatsangehörigkeit des einen Staates die Staatsangehörigkeit des anderen Staates zum Zeitpunkt des Völkerrechtsverstoßes „überwiegt“.

 

Diese Ausnahme ist jedoch eng auszulegen. Deutschland trüge hier die Beweislast für das Überwiegen seiner Staatsangehörigkeit. Im Hinblick darauf, dass Deniz Yücel seit Mai 2015 in Istanbul gelebt und gearbeitet hat, wäre dies schwierig; insbesondere, da er mangels offizieller Akkreditierung dort formal nicht als ausländischer Journalist tätig war. Vor diesem Hintergrund müssen sich Deutsch-Türken, die im derzeitigen politischen Klima in die Türkei reisen, im Klaren darüber sein, dass sie in der Türkei keine Deutschen sind und gegen hoheitliche Maßnahmen ihres anderen Heimatlandes nur sehr begrenzt geschützt werden können.

 

Professor Dr. Stefan Talmon ist Inhaber des

 

Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Völkerrecht und

 

https://www.jura.uni-bonn.de/institut-fuer-voelkerrecht/direktorendirectors/prof-dr-stefan-talmon/

 

 

Europarecht an der Rheinischen Friedrich-

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27 02 2017
By: Redaktion 2 0

Journalist Deniz Yücel: TKG fordert sofortige Freilassung

 

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) protestiert gegen die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel und fordert seine sofortige Freilassung.

 

Wien (OTS) -Über heikle Themen wie Terrorismus und Attentate gegen die Regierung zu schreiben, bedeute in der Türkei sogleich, dass diese Aktivitäten von diesen Journalisten auch unterstützt werden. Die AKP Regierung sollte hier die kritischen Journalisten nicht mit unfairen Ermittlungsmethoden zum Schweigen oder in Verruf oder hinter Gitter bringen. Das schadet der Türkei und seiner Bevölkerung.

Das Ganze riecht nach McCarthyismus. Die McCarthy-Ära in USA bedeutete Gesinnungskontrolle. Personen wurden mit unzureichenden Anschuldigungen und unfairen Ermittlungsmethoden zum Schweigen oder in Verruf gebracht. Yücel hat mit Terror nichts zu tun.

TKG fordert eine rechtsstaatliche starke Türkei mit strenger demokratischer Gewaltenteilung damit alle BürgerInnen sich sicher fühlen können.

 

www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170228_OTS0097/journalist-deniz-yuecel-tkg-fordert-sofortige-freilassung

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23 02 2017
By: Redaktion 2 0

TKG: Beileidsbekundung für Frau Dr. Sabine Oberhauser

Im Namen des gesamten Vorstandes der Türkischen Kulturgemeinde (TKG) und deren Mitgliedern möchten wir den nahen Angehörigen unser tiefstes Beileid und Mitgefühl aussprechen.

 

Ministerin Frau Dr. Sabine Oberhauser diente unserem Land bis zur letzten Minute als die schwere Krankheit sie so sehr schwächte, bis es unmöglich war dagegen anzukämpfen. Sie war eine Kämpferin gegen Ungerechtigkeit und eine vorbildliche Politikerin.

Unser aufrichtiges Beileid und Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen, insbesondere ihrer Familie und ihren Freunden.

Ihr Mut und Ihr Eintritt für Solidarität in der Gesellschaft machen Sie unvergessen in den Herzen der Menschen.

Ihr Pflichtbewusstsein, das Sie auch noch in Tagen der schweren Krankheit zur Arbeit trieb, war beispielhaft für die Tugend der österreichischen Staatsbürger.

 

Gesundheits-und Frauenministerin Frau Dr. Sabine Oberhauser war eine engagierte Persönlichkeit der österreichischen Demokratie, die für Frauenpolitik und das gesellschaftliche Miteinander und insbesondere Zusammenleben wirkte. Wir danken herzlich.  Sie war noch eine Vollblutpolitikerin, für die der Mensch im Mittelpunkt stand. Wir werden insbesondere Ihr natürliche Lächen vermissen…

 

Für die Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Im Namen des Vorstandes und deren Mitglieder

DI Birol Kilic

Obmann

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19 02 2017
By: Redaktion 2 0

DNA-Beweis: Etrusker stammten aus Anatolien

Vor den Griechen und Römern florierte in Italien die Kultur der Etrusker. So sehr ihr Zivilisationsgrad bekannt ist und geschätzt wird, so stark war bisher ihre Herkunft umstritten. Neueste genetische Untersuchungen geben dem altgriechischen Geschichtsschreiber Herodot Recht. Der hatte schon vor 2.500 Jahren gemeint, dass die Wurzeln der Etrusker in Anatolien liegen, in der heutigen Südtürkei.

 

Alberto Piazza von der Universität Turin und Kollegen haben hohe Übereinstimmungen im Erbgut von heutigen Toskanern und Türken gefunden, wie sie bei der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Humangenetik (ESHG) berichteten.

http://sciencev1.orf.at/news/148385.html

 

https://www.welt.de/wissenschaft/article953355/Die-Etrusker-stammen-aus-der-heutigen-Tuerkei.html

 

https://www.youtube.com/watch?v=oM-l318gnB8

 

diepresse.com/home/science/311414/Geschichte_Etrusker-doch-aus-Anatolien

 

derstandard.at/2925152/Etrusker-stammten-aus-dem-Gebiet-der-heutigen-Tuerkei

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19 02 2017
By: Redaktion 2 0

DER ZAUBER DES ALTEN ORIENTS 27. April – 05. November 2017

Der Reiz des Fremden und Exotischen hat viele Jahrhunderte hindurch das Denken und die Phantasie des Abendlandes beflügelt. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) wird die Ausstellung mit Öffentlichkeitsarbeit unterstützen.

 

Seit den ersten Kontakten Europas mit dem Osten, dem Orient der griechisch-römischen Antike, fand die Neugierde und Bewunderung für orientalische Kultur und Lebensweise ihren Ausdruck in dem vielzitierten Ausspruch „Ex Oriente lux“ — das Licht aus dem Orient, im Sinne von Wissen, Weisheit, und kultivierter Lebensform.

Beginnend mit den Kreuzzügen im 11. u. 12. Jhdt. gelangten kämpfende Ritter, Mönche u. Chronisten, Händler, Abenteurer und Geschichtenerzähler in den Nahen Osten — und kaum einer konnte sich der Faszination dieser fremden Welt entziehen. Die oft phantastisch ausgeschmückten Berichte über märchenhafte Reiche, prächtige Paläste, die geheimnisvolle Institution des Harems voll mit schönen Frauen, dies alles ließ den Orient zu einer europäischen Sehnsuchtswelt werden, deren Faszination bis heute ungebrochen ist. Mit dem Rückzug des Osmanischen Reiches aus Europa während des 18. Jhdts. gelangten immer mehr europäische Diplomaten, Gesandte, Geschäftsleute und Reisende in den Orient.

Ihre farbigen Berichte von prachtvollen Moscheen und Palästen, atemberaubend üppigen Basaren, kostbaren Stoffen u. Geschmeiden, wertvollen Gewürzen und Parfums verschmolzen zu einer Sinfonie des Luxus und des Wohllebens. Dies führte besonders im 18. u. 19. Jhdt. zu einer Europa weiten Begeisterung für alles Orientalische und inspirierte in vielen Bereichen die europäische Kunst, Architektur u. Literatur zu einem eigenen Genre: dem sogenannten „Orientalismus“.

Der Orient in seiner Gesamtheit wurde zum Inbegriff für Exotik und Abenteuer und ist es für viele Europäer auch heute noch. Dieser Jahrhunderte langen Faszination trägt die heurige Ausstellung auf Schloss Halbturn Rechnung. Ein aufwendig gestalteter orientalischer Basar, ein geheimnisvoller Harem und hunderte kostbare Exponate aus allen Bereichen orientalischer Kultur sollen den „Zauber des Alten Orients“ für den Besucher wieder lebendig machen.

Die Ausstellung ist von 27. April bis 06. November 2017, Dienstag bis Sonntag und feiertags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.


EIN TAG AUF SCHLOSS HALBTURN
Planen Sie einen Tagesausflug und verbinden Sie die Ausstellung mit einem Besuch in der Vinothek „Antikes und Wein“, spazieren Sie durch den ganzjährig geöffneten Skulpturenpark und genießen Sie die exzellente Küche des Restaurants Knappenstöckl. Schloss Halbturn mit der barocken Parkanlage ist nur 45 Minuten von Wien, Eisenstadt und Bratislava entfernt.

 

Eintrittspreise Ausstellung 2017:
Eintritt regulär € 9,00
Ermäßigt (Senioren, Studenten) € 7,00
Schüler (bis 15 Jahre) € 6,00
Gruppen (ab 15 Personen) € 7,00
Schulklassen inkl. Führung € 6,00
Familienkarte € 19,00
Führungen (nur nach Voranmeldung) € 2,00
iGuide € 2,00

http://www.schlosshalbturn.com/wp-

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12 02 2017
By: Redaktion 2 0

OHNE WENN UND ABER – Lesenswert egal welche Religion wir angehören…

Es kam einmal ein junger Mann zu Jesus und fragte ihn: „Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ Jesus gibt ihm eine ganz einfache Antwort: „Halte die Gebote!“ Und Jesus meint damit die Zehn Gebote. Ausdrücklich nennt er einige: „Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen…“

GASTKOMMENTAR

 

Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn, am 12. Februar  2017 (Matthäus 5,20-22a.27-28.33-34a.37).

 

Jesus erinnert ihn einfach an das, was wir alle gelernt haben (und hoffentlich nicht vergessen haben): die beiden Tafeln der Zehn Gebote Gottes. Wenn du dich an sie hältst, werden sie dich halten und dir den Weg zum ewigen Leben öffnen.

 

Heute geht Jesus einen Schritt weiter. Er macht unmissverständlich klar, dass es zu wenig ist, wenn du gerade das Minimum erfüllt hast. Die Gebote Gottes, wie sie Mose am Berg Sinai von Gott erhalten hat, sind auf äußere Handlungen bezogen: Töten, Ehebrechen, Stehlen, Lügen. Es ist gut, sehr gut, wenn wir es nie zu solchen Handlungen kommen lassen. Für unser Zusammenleben im Kleinen der Familie oder im Großen der Staaten wäre es schon etwas Hervorragendes, wenn all das unter uns keinen Platz hätte, wenn wir einander nicht belügen und betrügen oder gar uns gegenseitig umbringen.

 

Jesus genügt das nicht. Aus einem einfachen und einsichtigen Grund: Die bösen Taten haben eine „Vorlaufzeit“: Selten überfallen sie uns aus heiterem Himmel. Sie sind meist das „Endprodukt“ einer längeren Vorbereitung. Auf die zielt Jesus ab. Er legt die Wurzeln unserer bösen Taten frei. Sie entspringen unseren Herzen, unseren Gedanken und verkehrten Haltungen.

 

Ich habe oft als eine Art Ausweis für die eigene Güte gehört: „Ich habe doch niemanden umgebracht.“ Gott sei Dank! Aber Jesus schärft unser Gewissen: „Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein.“ Mich erschreckt der Ton vieler „Postings“ in den Internet-Foren. Das Strafrecht beginnt sich mit den „Hass-Postings“ zu beschäftigen. Denn die Erfahrung zeigt: Was mit Worten des Hasses, der Verachtung, des Heruntermachens beginnt, kann in Gewalt und Terror enden.

 

Jesus begnügt sich nicht mit einer rein äußerlichen Anständigkeit. Sie kann sehr brüchig sein. Wenn wir uns nicht um ein wirkliches Wohlwollen im Herzen bemühen, wird es unter uns keinen echten Frieden geben. Ich erinnere mich an ein Wort, das mein Vater mir einmal sagte, als ich schlecht über jemand sprach: „Wie willst du, dass er gut wird, wenn du schlecht von ihm denkst?“

 

Ehebruch beginnt nicht, wenn es zum Vollzug kommt. Jesus ist da sehr nüchtern. Ehebruch beginnt im Herzen. Nicht erst die Tat ist Ehebruch, sondern schon der begehrliche Blick. In einer Gesellschaft, in der der Mann (fast) alle Rechte hatte und die Frau sehr wenig Schutz erfuhr, waren Jesu Worte auch eine Aufforderung zur Achtung vor der Würde der Frau. Sie haben nichts an Aktualität verloren.

 

Und schließlich Jesu Worte über das Schwören und die Wahrhaftigkeit. „Schwört überhaupt nicht!“ Leider haben wir uns zu wenig an diese klare Weisung gehalten. Auch in der Kirche sind Amtseide immer noch üblich. Warum schwören wir? Weil wir einander nicht vertrauen. Weil unsere Worte so oft nicht wirklich ehrlich sind. Wie gut tut es, wenn wir uns auf das Wort des anderen verlassen können, auf sein klares Ja oder Nein. Alle diese Weisungen Jesu sind anspruchsvoll. Aber sie stimmen einfach, ohne Wenn und Aber!

 

Erstellt von: Kardinal Christoph Schönborn

 

MATTHÄUS 5,20-22A.27-28.33-34A.37

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

 

Die zehn Gebote – eine Einleitung

 

1. Gebot: Du sollst den Herrn, deinen Gott anbeten und ihm dienen

2. Gebot: Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren

3. Gebot: Du sollst den Tag des Herrn heiligen

4. Gebot: Du sollst Vater und Mutter ehren

5. Gebot: Du sollst nicht töten

6. Gebot: Du sollst nicht die Ehe brechen

7. Gebot: Du sollst nicht stehlen

8. Gebot: Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen

9. und 10. Gebot: Begehren

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07 02 2017
By: Redaktion 2 0

Niederösterreichische Landesausstellung „Alles was Recht ist“

Das offizielle Werbe-Sujet der Niederösterreichischen Landesausstellung „Alles was Recht ist“ bringt das Ausstellungsthema auf den Punkt. Die Kampagne zeigt: Recht betrifft uns Alle!

 

Unter dem Titel „Alles was Recht ist“ blicken wir auf die Geschichte der Rechtsprechung und dahin, wo wir uns gemeinsam hinbewegen. Wie wir miteinander unsere Welt gestalten, im Kleinen wie im Großen. Wie Menschen früher miteinander umgingen – und wir jetzt und hier.

Von 1. April bis 12. November 2017 ist Schloss Pöggstall im Südlichen Waldviertel zentraler Ausstellungsort der Niederösterreichischen Landesausstellung.

Es liegt an uns wie wir diese Gesetze leben und ändern. Im Ausstellungsrundgang gehen wir in einem gemeinsamen Austausch mit unseren Gästen den Fragen nach: Reden oder richten? Versöhnen oder vergelten? Verfolgen oder vergessen? Demonstrieren oder dulden?

Link zum VIDEO, „Das Südliche Waldviertel macht sich bereit“: youtu.be/6EaMz9-x-4g&nbsp;

 

Weitere Informationen: 

 

Vom neu renovierten Schloss Pöggstall ausgehend, können die Gäste die einmalige Region des Südlichen Waldviertels erleben. Zwischen Donau, Ysper- und Weitental bis hin zum Weinsberger Wald eröffnet sich eine vielfach unbekannte Welt, welche uns einlädt, diese zu entdecken. Das vielfältige Landschaftsbild ist geprägt von unterschiedlichen Klimazonen und Landschaftselementen; die Region gilt als eine der sonnenreichsten in Niederösterreich. Die vielen Sonnenstunden sind auch einer der Gründe warum hier Kräuter, Pflanzen und Früchte besonders intensiv kultiviert werden.

So mancher Hausgarten birgt einen kleinen Naturschatz. Viel Wissen darüber ist bereits verlorengegangen. Durch die Möglichkeit einer professionellen Begleitung von Naturvermittlerinnen soll dieses Wissen wieder in das Bewusstsein der Gäste, aber auch in die Bevölkerung der Region gelangen. Neben der Natur ist das Südliche Waldviertel auch für seine kulinarischen Highlights bekannt. Nicht nur der Mohn ist sehr präsent, auch die alte Kulturpflanze, das Kriecherl hat seinen festen Platz in der Küche des Südlichen Waldviertels gefunden.

Die Niederösterreichischen Landesausstellung 2017 „Alles was Recht ist“ findet von 1. April bis 12. November 2017 im Schloss Pöggstall statt – das Südliche Waldviertel lässt sich aber jetzt schon erkunden!

 

Passendes Bildmaterial wird für Pressezwecke honorarfrei zur Verfügung gestellt und kann hier in druckfähiger Auflösung heruntergeladen werden:

 

 

Hauptplatz 1

3650 Pöggstall

 

Der Landesausstellungsbesuch ist für alle Menschen erlebbar.

Bei Fragen zur Zugänglichkeit rufen Sie uns gerne an: T +43 (0)800/24 10 45

 

ÖFFNUNGSZEITEN 

1. April bis 12. November 2017 täglich von 9–18 Uhr

Einlass bis 17 Uhr

 

Die Generalsanierung im Zuge der Landesausstellung lässt die Geschichte des Schlosses neu schreiben: Die gesamte Baugeschichte – von Anbeginn des Baues bis hin zu den Um- und Ausbauten der jeweiligen Besitzer – wurde neu entdeckt.

 

Link zum VIDEO, Dr. Andreas Zajic: „Pöggstall ist nicht das was es zu sein scheint!“:

youtu.be/9y94xthcAck

 

Mitten im ländlichen Raum, in Pöggstall, fand Kunstförderung und allermodernste Architektur statt – umgesetzt von Künstlern und Handwerkern, die danach für die Habsburger tätig waren.

 

So ist aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, als die Familie der Hölzlers, ein Wiener Bürgergeschlecht, die Burg innehatte eine hölzerne Stube erhalten – eine Abfolge von Stube, Kammer und Saal. Genauso hat man in einer Burg im Spätmittelalter gelebt – das ist in Teilen noch erhalten – ein wunderschönes Dokument welches das historische Burgleben abbildet.

 

Pöggstall – ein einzigartiger Ausnahmefall

 

Die Anlage geht ins 13. Jahrhundert zurück. Während den Renovierungsarbeiten wurde festgestellt, dass sehr viel noch erhalten ist: die Ostmauern, die Zinnen in voller Höhe bis hin zum Zwinger – alle Bauphasen können herausgearbeitet, dargestellt und den jeweiligen Eigentümern zugeordnet werden. „Bei anderen Schlössern tut man sich oft schwer zu unterscheiden. Bei den Rogendorfern kann man differenzieren: was hat der Kasper gemacht, was hat der Christoph gemacht. Wir können die Abrechnungen, die Rechnungen des Baumeisters, der Künstler zuordnen. Wir können also genau bestimmen wer was, wann, und wo gemacht hat. Und das ist natürlich hoch spannend“, unterstreicht der Bauhistoriker Dr. Peter Aichinger-Rosenberger die Bedeutung von Schloss Pöggstall.

 

Pöggstall – als Glücksfall

 

Die Besitzer von Schloss Pöggstall spielten in der allerersten Reihe der Politik mit – als die großen Diplomaten und Feldherren der Habsburger. Sie kannten das gesamte aktuelle Kunstgeschehen in den damaligen Kunstmetropolen; Italien und Niederlande. Dieses Wissen nahmen sie zeitnahe, unmittelbar mit und setzten es im Südlichen Waldviertel um. „Das ist ein seltener Glücksfall, dass wir das so gut nachvollziehen können und es freut mich wirklich sehr, dass das an einem so spannenden, architektonisch qualitätsvollen Beispiel wie dem Schloss Pöggstall funktioniert. Die Dichte, in der moderne architektonische Lösungen im Laufe der Jahrhunderte in Pöggstall umgesetzt wurden, ist einzigartig“, erklärt der Bauhistoriker Dr. Peter Aichinger-Rosenberger.

 

Das Rondell – die Achse, der Nabel, das Zentrum von Pöggstall

 

Eine eigene Sonderausstellung im Rondell widmet sich den sensationellen Erkenntnissen der Bauforschung und der Besitzgeschichte von Schloss Pöggstall. Das Rondell, mit seinen italienischen Einflüssen aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde möglicherweise auch von einem weiteren Künstler von Weltformat beeinflusst. Die Rogendorfer hatten persönlichen Kontakt zu Albrecht Dürer, dies geht aus einem Briefwechsel hervor.

 

Die riesige Schlosskapelle: „Nicht kleckern sondern glotzen!“

 

Kasper von Rogendorf baute sich eine Residenz auf. Er begann den großen Umbau der mittelalterlichen Burg Pöggstall zum Schloss. Dazu gehörte beispielsweise die Schlosskapelle – die heutige Pfarrkirche von Pöggstall – freistehend neben dem Schloss nach großen Vorbildern gebaut. Eine Kirche mit ungewöhnlicher Bauform.

Diesen Bautyp einer zweischiffigen Hallenkirche mit geradem Ostabschluss findet man – bei der Georgskapelle Friedrichs des III. in Wiener Neustadt und ebenso als Grundriss in der Zisterzienser Stiftskirche von Neuberg an der Mürz. Überspitzt ausgedrückt: Kasper von Rogendorf baute sich eine kaiserliche Schlosskapelle neben seinem Schloss.

„Das ist so als ob sich heute jemand einen Rolls-Royce kauft, dann zeigt er ja auch damit was er meint. Das ist ein Statement – ich zeige wer ich bin, wie mächtig und einflussreich“, erläutert Dr. Peter Aichinger-Rosenberger.

 

Link zum VIDEO, „Bauarbeiten im Schloss Pöggstall“:

youtu.be/8rUiV1gSXGw

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31 01 2017
By: Redaktion 2 0

Ja zu „Neutralitätsgebot im öffentlichen Dienst“ -Österreichs Achillesferse: Säkularität

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich unterstützt diese Haltung.Ja zu „Neutralitätsgebot im öffentlichen Dienst“ – Nein zu „politisiertem Glauben“, egal welche Religion

Wien (OTS) – Laut dem neuen Regierungsprogramm soll im öffentlichen Raum, sowie in Ämtern ein Vollverschleierungsverbot eingeführt werden. Polizistinnen, Richterinnen und Staatsanwältinnen dürfen zudem kein Kopftuch tragen („Neutralitätsgebot im öffentlichen Dienst“). Für Lehrer soll das Kopftuchverbot allerdings nicht gelten, hieß es in Regierungskreisen.

 

Österreichs Achillesferse: Säkularität

Die Türkische Kulturgemeinde verlangt ein weltanschauliches Neutralitätsgebot und bittet religiöse Symbole in den privaten Bereich zu verlegen, egal welche Religion und Weltanschauung man vertritt. Dies ist notwendig, um ein echtes säkulares Leben in Österreich zu erhalten, da Österreich immer vielfältiger wird und die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen sich ändern und infolgedessen die Säkularität Österreichs „Achillesferse“ wird.

 

EGMR Urteil: Das Verbot sei nicht gegen Religionsfreiheit

Laut vielen Berichten hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) in einem europaweit maßgeblichen Urteil das Verbot des Ganzkörperschleiers in Frankreich genehmigt. Die Richter wiesen in Straßburg die Beschwerde einer französischen Muslimin in allen Punkten zurück. Das Verbot sei keine Diskriminierung, es verstoße nicht gegen den Schutz des Privatlebens und auch nicht gegen die Meinungs- und Religionsfreiheit, hieß es als Begründung.

Noch dazu: Vollverschleierung, Nikab und Burka sind nicht durch den Koran gedeckt, sondern regionale, traditionelle Bräuche, die wir respektieren, die jedoch nicht durch die Glaubensfreiheit geschützt sind. Dies gilt insbesondere für öffentliche Ämter und Orte.

 

Der Freiheitlich-pluralistische Staat hat eine Aufgabe

Für die TKG bedeutet Toleranz nicht, alles anzuerkennen, was von außen an eine Gesellschaft herangetragen wird. Der weltoffene, säkulare, freiheitlich-pluralistische Staat hat die Aufgabe und das Ziel, hier eigene Maßstäbe zu setzen und diese zu verteidigen, um ein gemeinsames Leben mit allen Menschen, egal welche Religion, Rasse, Sprache, Farbe und Weltanschauung sie haben.

Allerdings lassen wir Meinungen, die auf die (politische) Instrumentalisierung von bestimmten Kleidungsstücken in Österreich bzw. in der EU abzielen, nicht gelten. „Vollschleier wie Burka und Nikab gehören nicht nach Europa. Sie stellen eine Kampfansage an die Werte der Aufklärung dar und sie degradieren Frauen zu Objekten männlicher Verfügungsgewalt“, oder Ähnliches schreiben viele Kommentatoren seit vielen Jahren.

 

Kopftuch und 3 Verse in Koran : Sure 24 Vers 31 und 60, Sure 33 Vers 59

Der Koran besteht aus 114 Kapiteln, die man Suren nennt. Jede Sure besteht aus 3-300 Versen. Die Gesamtzahl der Verse im Koran beläuft sich auf 6263. In drei Versen findet sich zwar die Formulierung „den Körper bedecken, besonders sexuelle Stellen“ (Sure 24 Vers 31 und 60, Sure 33 Vers 59), das Wort „Kopftuch“ selbst wird in diesen drei Versen aber in keiner Form erwähnt.  Darüber hat die Türkische Kulturgemeinde im deutschsprachigen Raum als einzige NGO eine Aufklärung über das Thema mit dem Titel:

TKG-Aufklärungsversuch: „Im Koran sucht man das „Kopf-tuch“ vergeblich! Burka, Burkini, Bushiya, Hijap, Chador(Abaya) und Nigab sowieso…“ veröffentlicht.

http://www.ots.at/redirect/turkischegemeinde6

 

„Das Kopftuch sei kein religiöses Symbol“

„Das Kopftuch sei kein religiöses und erst recht kein politisches Symbol“ , sagt der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft. Wir bitten den Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft, diese theologische Tatsache auch in allen Moscheen zu verbreiten und besonders die konservativen Moslems darüber zu informieren, dass das Kopftuch kein religiöses Symbol oder gar Pflicht ist.

 

Wendepunkt 1980-Koptuch wird poltisiert

Wir müssen aber leider seit 1980 besonders in islamischen Ländern feststellen, dass unter dem Vorwand, das Kopftuch sei ein religiöses Symbol, durch einige westliche Länder bei politischen Islamanhängern die Vollverschleierung als politisches Symbol salonfähig gemacht wurde. Dies löste in der Gesellschaft z. B in der Türkei eine Diskussion pro und contra Kopftuch aus, wo das Thema dann ein politischer Kampfbegriff für die pro Kopftuch Anhänger wurde. Diejenigen, die eine säkulare Einstellung hatten, wurden besonders bedroht, verletzt oder sogar ermordet. Wir wollen Österreich davor warnen, dass hier ein großes „Politisches Islam“ Spiel im Gang ist. Dies geschieht mit der Unterstützung von vielen österreichischen Intuitionen, Parteien und Medien, die das Problem unter dem Vorwand „Solidarität, Religionsfreiheit, Integration, Freundschaft und Freunderlwirstchaft“ versuchen zu verwässern bzw. zu vertuschen.

 

Der Staat ist verpflichtet

Es geht bei dieser Diskussion um öffentliche Ämter und nicht darum, was im Kopf stecke und womit dieser bedeckt sei. Es geht um das Neutralitätsgebot im öffentlichen Dienst. „Der Staat ist verpflichtet, weltanschaulich und religiös neutral aufzutreten. In den jeweiligen Ressorts wird bei uniformierten Exekutivbeamtinnen, sowie Richterinnen und Staatsanwältinnen darauf geachtet, dass bei Ausübung des Dienstes dieses Neutralitätsgebot gewahrt wird.“

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich unterstützt diese Haltung.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170131_OTS0149/tkg-vollverschleierung-in-oeffentlichen-aemtern-nein-danke

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28 01 2017
By: Redaktion 2 0

Aynur Temel: Ein Vorbild für unsere Jugend

Viyana’nın en önemli etkinliklerinden biri olan Viyana Filarmoni Balosu’nun (Wiener Philharmoniker Ball) açılış dansını bu yıl, Türk kökenli genç bir konuşmacı olan Aynur Temel yaptı.

 

Viyana balo sezonu kapsamında her yıl düzenlenen ve Avrupa’nın müzik başkenti olarak bilinen Viyana’nın en prestijli etkinliklerinden biri olan Filarmoni Balosu’nun bu yıl 76.sı gerçekleştirildi. 19 Ocak Perşembe akşamı, dünyaca ünlü Viyana Filarmoni Orkestrası’nın ev sahipliği yaptığı Musikverein salonunda gerçekleştirilen bu heyecan verici etkinliğin bu yılki açılış dansını Avusturya’da doğup büyüyen 16 yaşındaki Aynur Temel yaptı.  Aynur Temel, bu başarısıyla hem ailesini hem de Avusturya’da yaşayan Türk kökenli tüm vatandaşları gururlandırdı.

 

Yeni Vatan Gazetesine konuşan Aynur Temel, bir yıldan daha uzun süredir Elmayer Dans Okuluna devam ettiğini ve orada öğrendiklerini bu açılışta sergilemekten büyük mutluluk duyduğunu ifade etti. Tüm dersleri pek iyi olan Aynur Temel’in yıl sonu karnesinin hep taktirnameli olduğu öğrenildi. Şu anda liseye devam eden Aynur Temel’in hedefi ekonomi okumak. Tüm ailelere çocuklarının özellikle Almanca dilini çok iyi öğrenmeleri için teşvik etmelerini tavsiye eden Aynur,Avusturya’da mutlaka sosyal hayata karışmamız gerekiyor. Bunu için hem sosyal aktivitelere, hem de kültürel çalışmalara Avusturyalılar ile birlikte katılmamız gerekiyor. Aileme ve kardeşlerime bu vesile ile teşekkür ederim“dedi.

 

Aynur Temel’in babası Ali Temel Yeni Vatan Gazetesine şunları söyledi:“Kızımla gurur duyuyorum ve onu sonuna kadar destekliyorum. Avusturya gibi medeniyetin olduğu ülkede, eğitim olanakları çok yüksek. Bundan mutlaka çocuklarımızı yararlandıralım. Biz okuyamadık ama çocuklarımıza meslek sahibi olmaları için her türlü desteği verelim.“

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27 01 2017
By: Redaktion 2 0

Türkei gewinnt mit „Home of Turquoise“

Türkei gewinnt mit „Home of Turquoise“ den Grand Prix CIFFT 2016 für den besten Tourismus-Film

 

Berlin/Frankfurt, 27. Januar 2017 – Der weltweit beste Tourismus-Film kommt aus der Türkei. Nach insgesamt 22 internationalen Preisen wurde der Film „Home of Turquoise“ des Ministeriums für Kultur und Tourismus der Republik Türkei nun auch mit dem „Grand Prix CIFFT 2016“ ausgezeichnet. Die Preisverleihung findet am 27. Januar 2017 in der Julius-Raab-Halle, Wirtschaftskammer Österreich, in Wien statt. Auch dieses Jahr waren wieder über 1.500 Tourismusfilme am Wettbewerb beteiligt.

 

Unter der Regie von Daghan Celayir, der auch das Drehbuch geschrieben hat, erzählt der rund zweieinhalbminütige Imagefilm die Geschichte einer Kite-Surferin, die auf einer abenteuerlichen Reise das türkisfarbene Meer der türkischen Küsten entdeckt. Die Idee und die Umsetzung entstanden in einem sechsmonatigen Prozess. Insgesamt wirkten 65 Personen zwölf Tage lang bei den Dreharbeiten entlang der 800 Kilometer langen Süd-West-Küste an Land und unter Wasser mit. Den imposanten Soundtrack, der im Fame’s Orchestra Studio mit 72 Musikern aufgenommen wurde, konzipierte Mario Takoushis. Für die musikalische Untermalung sorgte der britische Komponist Alastair King, der bereits für den Soundtrack von Harry Potter verantwortlich war.

 

Der Film wurde im Auftrag des Ministeriums für Kultur und Tourismus der Republik Türkei in Zusammenarbeit mit Turkish Airlines produziert. Seit seiner Veröffentlichung ist der Film bereits mehr als 60 Millionen Mal im Internet angeschaut und bei den größten TV-Sendern sowie in Kinos vor allem in Europa und Nordamerika ausgestrahlt worden.

 

Der Link zum Film: https://www.youtube.com/watch?v=NIy073bOKSA

 

Über CIFFT

 

CIFFT steht für Comité International des Festivals du Film Touristique. 1989 haben sich unter der Federführung des Internationalen Tourismusfilm-Festivals „Festival der Festivals“ die Veranstalter der bedeutendsten internationalen Tourismusfilm-Festivals zum C.I.F.F.T.- Komitee zusammengeschlossen. Aus allen preisgekrönten Filmen der beteiligten Filmfestivals wird am Ende des Jahres nach einem Punktesystem der Gesamtsieger ermittelt. Er erhält als bester Tourismusfilm des Jahres den Grand Prix C.I.F.F.T. bei der feierlichen Preisverleihung in Wien überreicht.

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27 01 2017
By: Redaktion 2 0

„Wissen um den Holocaust weitergeben“

In seiner Rede zum heutigen Holocaustgedenktag, am 27. Jänner 2017 am Heldenplatz in Wien, zitierte der Präsident der Israeltischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, den Schriftsteller und Nobelpreisträger Imre Kertész mit den Worten: „Seit Auschwitz ist nichts geschehen, was Auschwitz aufgehoben, was Auschwitz widerlegt hätte“

 

Präsident Deutsch erinnerte an den Beginn der Verfolgung durch die Nationalsozialisten, die mittels drastischer Maßnahmen wie Berufsverboten, Boykott von Geschäften, der Erlassung der „Nürnberger Gesetze“, Schulverweis jüdischer Kinder, Aufenthaltsbeschränkungen etc. jüdische Familien in die Armut, Isolation und Verzweiflung trieben. Nochmals führte er vor Augen, wozu aufgehetzte Bürger fähig waren, die, verstärkt von Einheiten der SA, SS und Hitlerjugend, in der Nacht von 9. auf 10. November 1938 alleine in Wien 49 Synagogen und Bethäuser zerstörten, 4038 Geschäfte verwüsteten und 27 Juden ermordeten. Von den 6000 verhafteten Juden wurden mehr als die Hälfte nach Dachau deportiert. Das Ausmaß der Gräueltaten, die Dimension der Vernichtungspolitik und das ungeheure Leid der Opfer müsse für immer Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses bleiben, mahnte Oskar Deutsch in seiner Rede.

 

Dass immer mehr Überlebende des Holocaust sterben, hinterlasse eine nicht zu schließende Lücke. Mit Zeitzeugen wie Ari Rath und Leo Luster, die vor kurzem gestorben sind, erinnerte der Präsident der IKG an Menschen, welchen die Weitergabe ihrer Erfahrungen, vor allem auch an die Jugend, von großer Wichtigkeit war. „Es liegt nun in der Verantwortung der nachfolgenden Generationen, sich der Vergangenheit bewusst zu bleiben und dafür zu sorgen, dass mit dem Verlust der Zeitzeugen diese Zeit nicht in Vergessenheit gerät.Der Holocaust konnte in meinem Werk niemals in der Vergangenheitsform erscheinen.“ Diese Worte drücken nicht nur die unmenschliche Dimension des Verbrechens aus, sondern auch die Unmöglichkeit dieses Verbrechen der Geschichte zu überantworten und zu vergessen.“, so der Appell des Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch.

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26 01 2017
By: Redaktion 2 0

Nusret Gökçe ist der heißeste Metzger der Welt

Noch etwas Salz gefällig? Kein Problem für Metzger und Restaurantbesitzer Nusret Gökçe, der zur Zeit das Web mit seinen – nennen wir es einmal besonders würzigen – Moves begeistert!

 

 

Dabei wird nicht nur die Zubereitung von Fleisch, sondern besonders das Würzen dessen mit Salz so gefeiert, dass sich der Türke bereits über mehr als 1,4 Millionen Instagram-Follower freuen darf!

 

Wenn Nusret Gökçe Fleisch zubereitet, kommt dies eher einem Erlebnis gleich. Denn der türkische Metzger weiß nicht nur sich dabei mit Sonnenbrille, stahlharten Oberarmmuskeln und discotauglichen Outfits in Szene zu setzen, das Würzen und Schneiden von Steak, Rippchen und Co. wirkt wie eine perfekt einstudierte Choreo. Von seinen Fans wird er inszwischen liebevoll #SaltBae genannt, denn niemand zuvor hat jemals mit einer solch erotischen Hingabe Fleisch gesalzen wie er…

 

Vom Metzger zum Kult-Koch

 

Was für die meisten Köche tagtägliches Würzen mit einer Prise Meersalz ist, ist für Nusret eine Passion und das weiß er gekonnt in Szene zu setzen. Sein Move des Salzens ist inzwischen im Netz ein absoluter Trend und wird unter dem Hashtag #SaltBae immer weiter verbreitet.

Auch internationale Stars wie Torhüter Manuel Neuer sind bereits auf den Geschmack gekommen und haben den Kult-Koch in seinem Restaurant besucht.

 

2glory.de/metzger-nusret-goekce/9898

 

kurier.at/leben/niemand-salzt-fleisch-so-hingebungsvoll-wie-salt-bae/242.599.242

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12 01 2017
By: Redaktion 2 0

Schallaburg Museum baut Brücken

Von 18. März bis 5. November 2017 präsentiert die Schallaburg die Ausstellung ISLAM. Im Fokus steht das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher religiöser und kultureller Traditionen.

 

Ausgangspunkt sind Begegnungsräume von heute: Anhand vertrauter Situationen im täglichen Zusammenleben werden in acht Kapiteln u.a. in bewohnt, besprochen oder bekleidet aktuelle Fragen, historische Entwicklungen und unterschiedliche Sichtweisen in den Mittelpunkt gerückt. Sie laden zu einer vertieften kulturellen Begegnung ein. Im Austausch mit den Gästen sollen möglichst viele Stimmen hörbar werden, sollen auch Unsicherheit und Ungewissheit zulässig sein. Die Ausstellung schafft einen Raum, in dem diese Kultur der Begegnung möglich ist, bereichert und Lust auf ein Mehr an Auseinandersetzung macht.

 

Als Leitung des inhaltlichen Teams steht der Schallaburg Lisa Noggler-Gürtler zu Verfügung. In enger Zusammenarbeit mit Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft und muslimischen Communities nähert sich die Ausstellung diesem Thema. Für die Entwicklung der Vermittlungsdidaktik zeichnet Wolfgang Schmutz verantwortlich.

 

Um sich auf den Dialog in der Ausstellung ISLAM vorzubereiten, wurde gemeinsam mit dem inhaltlichen Team eine eigene Workshopreihe für die Kulturvermittlerinnen und Kulturvermittler auf der Schallaburg konzipiert. In einer Zeitspanne von einem halben Jahr entwickelt diese Gruppe gemeinsam mit pädagogischen Expertinnen und Experten aus Deutschland und Österreich Ansätze und Inhalte für die Vermittlung.

 

In einer öffentlichen Vortragsreihe gibt die Schallaburg Einblicke in diesen Prozess und macht sichtbar, womit sich die Kulturvermittlung im Vorfeld der Ausstellung beschäftigt. Die öffentliche Vortragsreihe startete am 21. Oktober 2016 und endet am 10. März 2017.

 

Dritter öffentlicher Vortrag

Fr 20. Jänner 2017, 19.00 Uhr

Thema: „Kultur im Dialog! Dialog als Methode in der Kulturvermittlung und Erwachsenenbildung“

Vortragende: Gundula Avenarius, Kultur im Dialog, Berlin

Ort: Schallaburg, 3382 Schallaburg 1

Freier Eintritt!

Welche grundlegenden Prinzipien bedingen das Lernen von Menschen in Ausstellungen? Wie kann eine dialogisch verstandene Kulturvermittlung darauf Bezug nehmen? Und was bedeutet dies für ein methodisches Vorgehen?

 

Gundula Avenarius berät und trainiert unter dem Namen Kultur im Dialog Abteilungen der Bildung, Vermittlung und Besucherdienste in Museen und Gedenkstätten mit dem Schwerpunkt dialogische Vermittlung. Aktuell entwickelt sie in einem interdisziplinären Team museumspädagogische Zugänge für die Jugendarbeit in Moscheegemeinden.

 

Weitere Vortragstermine auf der Schallaburg:

Fr 17. Februar 2017, 19.00 Uhr

„Kommunikationsprozesse in Ausstellungen als Möglichkeitsraum Konflikte (kennen)zu lernen“

Karin Schneider, Wien

Fr 10. März 2017, 19.00 Uhr

„Politische Salafiyya und gewalttätiger Extremismus“

Moussa Al-Hassan Diaw (Vorstandsmitglied der NGO DERAD-Netzwerk sozialer Zusammenhalt, Extremismus-Prävention und Dialog, Wien)

 

 

Weitere Informationen:

– Detailinformationen Schallaburg

– Hauptfolder ISLAM als PDF

– Ausstellungssujet ISLAM

– Illustration „Schubladendenken“ © tuffix

Veranstaltungen finden Sie auf unserer Website: www.schallaburg.at

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11 01 2017
By: Redaktion 2 0

TKG begrüßt das EGMR-Urteil zum Schwimmunterricht

Integration statt Separation ist der richtige Slogan für ein gutes Zusammenleben

 

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) begrüßt das Urteil des Europäischen Gerichtshofes für Menschenrecht (EGMR )zum gemischten Schwimmunterricht für junge muslimische Mädchen als Sieg des Rechts und der Weisheit.

 

Das Interesse an der Integration der beiden Kinder und damit am Besuch sämtlicher schulischer Fächer sei höher zu gewichten, als die privaten Interessen der Eltern, die eine Dispens aus religiösen Gründen gewünscht hatten, heisst es im Urteil.

 

Die Strassburger Richter setzen damit einen Schlusspunkt unter einen jahrelangen Rechtsstreit. A.O (41) hat den Schweizer Pass – sollte also in der Schweiz integriert sein und die hiesige Rechtsordnung akzeptieren.

 

Das Bundesgericht in der Schweiz begründete seine Praxisänderung mit den wachsenden Forderungen nach Integration.

 

Dazu gehöre auch, die Teilnahme an den Unterrichtsfächern inklusive Sportunterricht durchzusetzen – zumal Schwimmen eine wichtige Fähigkeit sei. Dieser Praxis ist das Bundesgericht in der Schweiz bis heute treu geblieben.

 

Weder im Koran noch in den Überlieferungen Mohammeds(Hadith) gebe es einen klaren Hinweis darauf, der einen gemeinsamen Unterricht verbiete. TKG bezeichnet die Kleidervorschriften und die strikte Trennung der Geschlechter als historisches Produkt der männlichen patriarchalischen Herrschaft. Theologisch (Koranische Islam) lasse sich dies nicht begründen. Der Islam veränderte die Gesellschaft und die Ansicht von den Frauen radikal vor 1400 Jahren, obwohl das Patriarchat im Arabien des siebten Jahrhunderts tief verwurzelt war. Der Koran spricht vor 1400 Jahren Frauen ausdrückliche Rechte zu: auf Erbschaft, unabhängiges Eigentum, Scheidung und das Recht, vor Gericht als Zeugin auszusagen . Er verbietet vor 1400 Jahren willkürliche Gewalt gegen Frauen und Mädchen und wendet sich gegen Zwang in der Ehe und in Gemeinschaftsangelegenheiten.

 

Integration statt Separation ist das richtige Slogan für ein gutes Zusammenleben aller Menschen und die Schule muss ein Ort der Bildung und der Integration sein. Dazu zähle auch der Schwimm- und Sportunterricht der teil des gesellschaftlichen Lebens in Europa ist.

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08 01 2017
By: Redaktion 2 0

TKG verurteilt LKW-Terroranschlag in Jerusalem als widerlich und tragisch

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) schreibt in seiner Aussendung wie folgt: „Unsere Gedanken und unser Mitgefühl gelten bei den Opern und den Angehörigen derer, die bei dieser Tragödie ihr Leben in Jerusalem verloren haben.“

 

Am Sonntag lenkte ein 28-jähriger Terörist einen Lastwagen in eine Gruppe von Soldaten in Jerusalem. Dabei kamen mindestens vier Menschen ums Leben, 17 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Der Attentäter wurde erschossen.

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01 01 2017
By: Redaktion 2 0

“Lanet olsun bu terörü yapanlara, destekleyenlere ve sevinenlere!“

Yeni yılın ilk saatlerinde İstanbul-Ortaköy’de, bir mekanda yeni yıl münasebetiyle toplanan insanların kurşunlara hedef edilerek öldürülmeleri ve yaralanmaları sadece Türkiye’de değil yurtdışında yaşayan aziz vatanlarına karşılıksız gönülden seven ve en iyisini dileyen milyonlarca insanı derinden üzmüş ve sarsmıştır. Avusturya Türk KÜLTÜR Cemiyetinin konu ile alakalı açıklaması şöyle.

 

Bu katliamı yapanların indirilmiş din olan İslam’ın üyeleri olan müslümanların yapmış olması acıları azaltmamakta. Tam tersine arttırmaktadır.

 

Bu elim hadise nedeniyle Avusturya Türk KÜLTÜR Cemiyeti ve üyeleri adına Türkiye’nin ve kurbanların yakınlarının acılarını gönülden paylaşır, canlarını kaybedenlere Yüce Allah’tan rahmet, yaralılara acil şifalar dileriz.

 

‚Irkı, inancı, mezhebi, dili, rengi ve  geldiği ülke ne olursa olsun,  indirilmiş dinin sahibi Allah katında bir masumun katledilmesi, alemin katledilmesidir. Katil ya da katiller savunmasız, masum insanları hedef almış, alemleri katletmiş, yaralamıştır.‘ denir. Doğrudur.  Lanet olsun bu teröristlere, destekleyenlere ve sevinenlere.

 

Sözde Kur’an’dan bahseden ama özünde uydurulmuş şirkin dibi olan bu İslam dairesinde hareket eden dinin mensuplarına, teröristlere ve bu terörün arkasında buluna tüm kişi, kurum, kuruluş ve devletlere lanet olsun.

 

Türkiye’de yıllardır nefret körükleyen, sen ben ayrımını devamlı gündemde tutan, laik anti laik, Türk Kürt diye insanları birbirine düşüren siyasiler, bürokratlar, medya temsilcileri ve  din adamı diye geçinip sözde İdris ama özünde yıllardır İblislik yapan Allah’n,  ‚Aman o yaman aldatıcı seni Allah diye kandırmasın‘ diye özellikle Lokman Süresi 33. ayetinde ve Ankebut Süresinin genellinde uyardığı  ‚Şeytan-ı Evliyalar‘ artık defolun….

 

Kindar bir nesil istemiyoruz. Dinimizin siyallaşmasını, suistimal edilmesini, sömürüsünü ve  özellikle din bezirganlığı yapılmasını istemiyoruz.

 

Resmen ve alenen dış güçlerin Irak ve Suriye’de yol açtığı ter savaşını bağıra bağıra Türkiye içine taşıyarak ülkeyi adeta şiddet teolojinin bataklığı  terör üzerinden siyasi, manevi ve manevi olarak nemalanıp sonradan sahtekarca göz yaşı döken İblislerin askerleri defolun….

 

Bu terörü anlamsızlaştırmanın tek çaresi katiller ve zihniyetleri karşısında kinleri toprağa akıtıp masumiyetin genel geçer çatısı altında birleşmektir.

 

Bu şiddet teolojisinin terörist evlatlarına ve bunu destekleyen iç ve dış güçlere hayır demeye davet ediyoruz. Hedef terörü kurumsallaştırıp bu teröre insanları alıştırmak ve akabetinde tepkisiz hale getirip kendi demokrasi dışı, cumhuriyet düşmanı, medeni dünyada kazanılmış değerleri yok eden sistemi oturmak isteyenlere hayır diyelim.

 

Avusturya Türk Kültür Cemiyeti

Başkan

Birol Kılıç

www.turkischegemeinde.at

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