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10.Mai 2026: TKG beteiligt sich erneut an der Internationalen Befreiungsfeier in Mauthausen

November 2009 Im Jahr 2009 errichtete die TKG gemeinsam mit befreundeten zivilgesellschaftlichen Initiativen aus Deutschland — ohne staatliche Förderung — eine Gedenkwand in Mauthausen.
„Niemals wieder. Niemals Nummer. Immer Mensch.“

Wien (OTS) — Wien (OTS) — Am 10. Mai 2026 finden zwei zentrale Veranstaltungen der österreichischen Erinnerungskultur statt: das Fest der Freude am Wiener Heldenplatz sowie die Internationale Befreiungsfeier in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen. Beide Termine erinnern an das Ende des nationalsozialistischen Terrors und die Befreiung vom NS-Regime im Mai 1945.

Zwischen Erinnerungskultur und Verantwortung

Seit Jahrzehnten lädt das Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) in enger Zusammenarbeit mit der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen (ÖLM) und dem Comité International de Mauthausen (CIM) zu diesen jährlichen Gedenkfeiern ein. Die TKG nimmt seit Jahren aktiv daran teil — unter dem Leitgedanken: „Niemals Nummer. Immer Mensch.“

Mai/2018: Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) war wie immer mit einer Delegation vertreten – leise und still, aber dennoch immer dabei.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) wird mit einer Delegation an beiden Veranstaltungen teilnehmen — als Zeichen des Gedenkens, der Solidarität und des klaren Bekenntnisses zu Demokratie, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit, die auf Gewaltenteilung sowie auf gemeinsamen Werten in Österreich beruhen.

Die TKG und die Erinnerung an die Opfer

 

November 2009
Im Jahr 2009 errichtete die TKG gemeinsam mit befreundeten zivilgesellschaftlichen Initiativen aus Deutschland — ohne staatliche Förderung — eine Gedenkwand in Mauthausen.

Im Jahr November 2009 errichtete die TKG gemeinsam mit befreundeten zivilgesellschaftlichen Initiativen aus Deutschland — ohne staatliche Förderung — eine Gedenkwand in Mauthausen. Im Rahmen ihrer seit dem Jahr 2000 durchgeführten Forschungsarbeit konnte die TKG zudem türkische Staatsangehörige muslimischen und jüdischen Glaubens identifizieren, die gemeinsam den Tod gefunden haben.

Auf dem Gedenkstein für die türkischen Opfer der Jahre 1933–1945 steht:

„Wir verneigen uns in Respekt vor diesen türkischen Staatsbürgerinnen und Staatsbürgern mit muslimischen und jüdischen Wurzeln, die schmerzvoll gestorben sind.“

Link-Quelle: TKG – Seltsame Begegnungen: Türken in Mauthausen

November 2029

Aufruf zur Teilnahme

„Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich ruft alle Menschen mit türkischen Wurzeln, die in Österreich ihre neue Heimat gefunden haben, dazu auf, an einem der bedeutendsten Gedenktage der österreichischen Geschichte teilzunehmen. Mit dieser Teilnahme bekennen wir uns zur Geschichte Österreichs — mit all ihren Höhen und Tiefen — sowie zur freiheitlich-demokratischen, pluralistischen und säkularen Verfassung, die aus dieser Vergangenheit erwachsen ist.

Denn wir sind verpflichtet, aus der Geschichte zu lernen — im Geiste einer friedvollen, vielfältigen und freiheitlichen Republik Österreich, ohne Rache, aber mit Verantwortung.“ — Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

„Einspruch gegen Fake History“

Die Publizisten der TKG haben gemeinsam mit dem Obmann der
TKG Prof. DI Birol Kilic zudem ein Essay-Buch mit dem Titel „Einspruch gegen Fake History“ für Österreich veröffentlicht. Die erste Auflage erschien im November 2022. Auf der Rückseite des Essays heißt es:

„Wahre Geschichten der türkisch-jüdischen Freundschaft. Kurz und prägnant geschrieben, wendet sich dieses Essay als Einspruch mit positivem Ansatz besonders an politisch interessierte Leserinnen und Leser in Österreich. Es soll keine Propaganda sein, weder für eine bestimmte Ideologie noch für eine Religion.

Das Buch versteht sich als Anregung für ein friedlicheres Zusammenleben in Österreich und Europa. Es ist ein Einspruch gegen den Missbrauch von Religionen im Allgemeinen, unabhängig davon, um welche Religion es sich handelt. Es will Perspektiven eröffnen und anhand starker Beispiele Aufklärung gegen Fake News und Fake History leisten, gegen die Vernebelung und Verdunkelung von Informationen bzw. Erzählungen.

Es ruft uns alle dazu auf, dies mit Worten und Taten umzusetzen. Für unser Land Österreich.“

Das PDF des Buches wurde vom Verlag im Sinne der „res publica“, also des Gemeinwohls, öffentlich freigeschaltet.

PDF „Einspruch gegen Fake History“:
Link Quelle:
Einspruch gegen Fake History (PDF)

 

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der Aussendung des Mauthausen Komitees.


Am kommenden Wochenende finden zwei zentrale Veranstaltungen der österreichischen Erinnerungskultur statt: das Fest der Freude am Wiener Heldenplatz sowie die Internationale Befreiungsfeier in Mauthausen. Beide Termine erinnern an das Ende des nationalsozialistischen Terrors und an die Befreiung vom NS-Regime im Mai 1945.

Next weekend, two central events of Austria’s culture of remembrance will take place: the Festival of Joy at Vienna’s Heldenplatz and the International Liberation Ceremony in Mauthausen. Both dates commemorate the end of National Socialist terror and the liberation from the Nazi regime in May 1945.

Das Fest der Freude bringt dieses Gedenken in den öffentlichen Raum: mit Musik, Redebeiträgen und einem klaren Bekenntnis zu Demokratie, Menschenrechten und Frieden in Europa. Am Programm stehen unter anderem die Rede der Zeitzeugin Lucy Waldstein (USA) sowie musikalische Beiträge der Wiener Symphoniker mit  der Sängerin Magda und der Sopranistin Eleanor Lyons, unter der Leitung von Dirigent Ingo Metzmacher.

The Festival of Joy brings this remembrance into public space: with music, speeches, and a clear commitment to democracy, human rights, and peace in Europe. The program includes, among others, a speech by eyewitness Lucy Waldstein (USA) as well as musical contributions by the Vienna Symphony Orchestra under the direction of conductor Ingo Metzmacher, featuring the singer Magda and soprano Eleanor Lyons.

Ein besonderer Programmpunkt des Festes der Freude 2026 ist die Rede von Lucy Waldstein (USA), einer Zeitzeugin des Nationalsozialismus. Lucy Waldstein wurde 1930 in Wien geboren und musste nach dem „Anschluss“ mit ihrer Familie fliehen. Ihre Lebensgeschichte steht exemplarisch für Verfolgung, Exil und Neuanfang. Später engagierte sie sich intensiv in der Bildungsarbeit und gab ihre Erfahrungen an junge Menschen weiter.

A special highlight of the Festival of Joy 2026 is the speech by Lucy Waldstein (USA), a survivor of National Socialism. Lucy Waldstein was born in Vienna in 1930 and had to flee with her family after the “Anschluss.” Her life story is emblematic of persecution, exile, and new beginnings. Later, she became deeply involved in educational work, sharing her experiences with younger generations.

Die Internationale Befreiungsfeier in Mauthausen ist ein Ort des internationalen Gedenkens. Tausende Menschen aus vielen Ländern kommen zusammen, um der Opfer zu gedenken und ein gemeinsames Zeichen für Menschenwürde, Frieden und ein „Niemals wieder“ zu setzen. Die Veranstaltung wird mehrsprachig moderiert und in Österreichische Gebärdensprache übersetzt.

The International Liberation Ceremony in Mauthausen is a place of international remembrance. Thousands of people from many countries come together to commemorate the victims and to send a shared message for human dignity, peace, and “Never again.” The event is moderated in multiple languages and interpreted into Austrian Sign Language.

Schwerpunkt 2026: Täter und Täterinnen im Nationalsozialismus

Die Gedenk- und Befreiungsfeiern 2026 rücken die Täter und Täterinnen des NS-Systems in den Fokus. Das KZ-System funktionierte nicht nur durch Befehle von oben, sondern durch das Mitwirken vieler – in Verwaltung, Bewachung, Medizin und Alltag. Täter:innen waren Teil der Gesellschaft. Die Auseinandersetzung damit zeigt unter anderem: Unrecht entsteht nicht erst im Ausnahmezustand, sondern schrittweise.

Focus 2026: Perpetrators in National Socialism

The 2026 remembrance and liberation ceremonies focus on the topic „perpetrators of the Nazi system“. The concentration camp system functioned not only through orders from above but through the participation of many — in administration, guarding, medicine, and everyday life. Perpetrators were part of society. Confronting this shows, among other things: injustice does not arise only in exceptional circumstances, but step by step.

Befreiungsfeier – Live am Handy mitverfolgen

Dank der Kooperation mit A1 kann die Internationale Befreiungsfeier 2026 am gesamten Gelände der Gedenkstätte auch am Handy mitverfolgt werden. Ein Livestream des MKÖs ermöglicht es, die Veranstaltung flexibel und barrierearm mitzuerleben.

Liberation Ceremony – Follow live on mobile devices

Thanks to cooperation with A1, the 2026 International Liberation Ceremony can be followed on mobile devices throughout the memorial site. A MKÖ-Livestreammakes it possible to experience the event flexibly and with low barriers.

Beide Veranstaltungen zeigen: Erinnerung ist keine reine Rückschau, sondern eine Aufgabe der Gegenwart. Wir laden Sie herzlich ein, an diesen wichtigen Terminen teilzunehmen und gemeinsam Haltung zu zeigen. Der Eintritt ist frei.

Both events demonstrate: remembrance is not merely looking back — it is a task of the present. You are warmly invited to take part in these important events and to stand together in solidarity. Admission is free.

Geschichte wird begehbar – Rundgänge & Begleitungen

Begleitete Rundgänge an ehemaligen KZ-Außenlagerstandorten sowie thematische Stadtrundgänge in Wien ermöglichen einen direkten Zugang zur Geschichte des Nationalsozialismus. Vor Ort wird sichtbar, wie Ausgrenzung und Gewalt entstehen konnten und was das für heute bedeutet. Die Angebote richten sich an alle Interessierten. Für MKÖ-Mitglieder ist die Teilnahme kostenlos. Zur Anmeldung.

History comes to life – Guided tours & educational walks

Guided tours at former concentration camp subcamp locations as well as thematic city walks in Vienna offer direct access to the history of National Socialism. On site, it becomes visible how exclusion and violence could emerge — and what this means for today. These offerings are open to everyone. Participation is free for MKÖ members. Registration.

Aktiv werden – unterstützen Sie unsere Arbeit

Trotz finanzieller Unterstützung sind die Kosten unserer Gedenk- und Bildungsarbeit nicht gedeckt.  Jede Spende trägt dazu bei, Erinnerungsarbeit zu sichern und Bildungsangebote für kommende Generationen möglich zu machen. Jeder Beitrag hilft. Spenden sind steuerlich absetzbar. Jetzt Spenden.

Take action – Support our work

Despite financial support, the costs of our remembrance and educational work are not fully covered. With your donation, you help secure remembrance efforts and make educational programs for future generations possible. Every contribution helps. Donations are tax-deductible. Donate now.

Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnahme beim Fest der Freude und der Internationalen Befreiungsfeier.

We look forward seeing you at the Festival of Joy and the International Liberation Ceremony.

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