Kategorie: Kommentare

21 09 2017
By: Redaktion 2 0

Türkische KULTUrgemeinde gratuliert zum jüdische Neujahrsfest

Scha­na To­va

 

Wien (OTS) – An diesem Donnerstag nach dem jüdischen Kalender das Jahr 5778 begonnen . Die Juden feiern das neue Jahr mit den zweitägigen Fest  Rosch Haschana.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG) wünscht allen Juden in der Welt und insbesondere allen jüdischen FreundeInnen in Österreich, in Deutschland und in der Türkei ein glückliches, friedvolles, gesegnetes und ein „süßes“ neues Jahr- Schana tova.

Wir wünschen für die Welt, den nahen Osten und für Europa ein hassfreies und freundschaftliches korrektes Zusammenleben. Das wünschen wir von Herzen!

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170921_OTS0182/tuerkische-kulturgemeinde-gratuliert-zum-juedischen-neujahrsfest

Türkische KULTURgemeinde in Österreich(TKG)
Avusturya Türk KÜLTÜR Cemiyeti
Obmann
DI Birol Kilic

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14 09 2017
By: Redaktion 3 0

TKG: Islamic Banking verstößt gegen das EU Recht? 31 Thesen!

TKG erwartet EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen mehrere Finanzinstitute und EU-Staaten. Islamic Finance bzw. Islamic Banking verstößt gegen das EU-Recht und das EU-Diskriminierungsverbot.


„Das Scharia-Recht“ und die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme sind in Europa verboten. Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) ist nicht gegen den „Islam“, sondern gegen Islamic „Banking“, das gerade von einer Privatbank als erste Bank in Österreich ab Februar starten soll. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in seiner Entscheidung vom 13.2.2003 etabliert und anerkannt, dass das „Scharia Recht“ und die Diskriminierung, die sich aus dem Scharia Recht ableitet, sowie die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme, in Europa verboten sind.

Am 14.01.2016 wurde in mehreren Zeitungen in Österreich folgendes berichtet: „Als erste österreichische Bank (Name bekannt), wagt sie sich in das wachsende Geschäft mit „Islamic Banking“ – eine Finanz- und Anlageform, welche die Scharia, das religiöse Gesetz des Islam, als Grundlage hat. Zinsen sind beim „Islamic Banking“ verboten, wie auch Geschäfte mit Unternehmen, die in Glücksspiel, Waffen, Alkohol oder Pornografie investieren. Überwacht werden diese Regeln von einem Korangelehrten (Scharia-Board). Als Zielgruppe werden die fast 600.000 in Österreich lebenden Menschen genannt, die sich zum muslimischen Glauben bekennen. Abgesehen hat es die Bank vor allem auf die türkische und bosnische Community, die zum Teil in der Muttersprache betreut wird. Der Flüchtlingsstrom aus dem arabischen Raum dürfte zusätzliche Nachfrage nach den Produkten bringen. Vor Jahren verlief ein ähnliches Projekt der Oberbank noch im Sand.“

Hier die 31 Thesen,  und Meinung der TKG (Türkische KULTURgemeinde in Österreich), warum diese das Islamic Banking in aller Freundschaft nicht unterstützt und ihren Mitgliedern nicht empfiehlt:
Die Sach­ver­halts­dar­stel­lung:

1. Islamic Finance (Banking, Versicherung) verstößt gegen das EU-Recht in allen 28 EU-Staaten, die freie Marktwirtschaft, die WTO-Regeln, das UWG, und die nationalen Gesetze von 170 Staaten in der ganzen Welt. Was hat die Religion mit dem Bankwesen zu tun? Halal-Zertifizierungen (Konformitätsbewertungen) sind kommerzielle (wirtschaftliche) Tätigkeiten mit einem Gewerbeschein, und keine religiösen Tätigkeiten. Konformitätsbewertungen sind kein Monopol der Glaubensgemeinschaften. Durch „konservative politische islamische Gruppen“ wird aus unserer Sicht, die „Islamische Religion“ als Vehikel benutzt um allen Bereichen der EU einen steuerbaren Marktmechanismus aufzuerlegen. In Koran und Sunna gibt es kein Scharia-Board. Dieses ist vor einigen Jahrzehnten erst von den poltisierten Islam Parteien und Verbänden für die Steuerung des europäischen und weltweiten Exportes Ihrer Politik (poltisierter Glaube) von Wirtschaft und Gesellschaft „erfunden“ worden. Hier wird unter dem Vorwand der Religionsfreiheit ein steuerbarer Marktmechanismus bei Halal-Zertifizierungen (inkludiert Islamic Banking, Islamic Finance, Islamic Versicherung) aufgebaut, der gegen das EU Recht, die freie Marktwirtschaft, das Gleichbehandlungsgesetz und das Diskriminierungsverbot der EU verstößt. Die Freiheit der Religionsausübung ist in erster Linie eine Angelegenheit des Gewissens jedes Einzelnen. Aber die Sphäre des individuellen Gewissens ist grundverschieden von der des „Privatrechts“, welches die Organisation und das Funktionieren der Gesellschaft als Ganzes betrifft und wo sich der Rechtsstaat aufbaut. Hier beginnen die Probleme für uns als säkulare muslimische AustrotürkInnen. Hier wird nach unserer Meinung auch unsere Religion Islam missbraucht.

2. 96 Artikel der konsolidierten Fassung des „Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union“, gültig ab 30.3.2010 (Amtsblatt der Europäischen Union C 83/47), 15 Artikel des „Vertrages über die Europäische Union“ (C 83/13) und 16 Artikel der „Charta der Grundrechte der Europäischen Union“ (C 83/02), werden durch die Zulassung von „Halal“ und „Islamic Finance“ verletzt. Um dem EU Staatsgrundsatz der Trennung von Kirche und Staat keine Umgehungsmöglichkeit zu schaffen, forden wir im Namen der TKG (Türkische KULTURgemeinde in Östereich) in diversen Normen Entstehungsprozessen, international und national, besonders dem Thema widmend, eine Normierung dieses Themas in allen Bereichen zu unterbinden!

3. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in seiner Entscheidung vom 13.2.2003 etabliert und anerkannt, dass das Scharia Recht und die Diskriminierung, die sich aus der Scharia ableitet, sowie die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme, in Europa verboten sind: „Die Einführung verschiedener Rechtssysteme kann nicht als vereinbar mit der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) betrachtet werden. Überdies würde es dem Diskriminierungsverbot des Art. 14 EMRK widersprechen. Die Scharia ist unvereinbar mit den grundlegenden Prinzipien der Demokratie, die in der Konvention festgeschrieben sind. Die Freiheit der Religionsausübung ist in erster Linie eine Angelegenheit des Gewissens jedes Einzelnen. Die Sphäre des individuellen Gewissens ist grundverschieden von der des Privatrechts, welche die Organisation und das Funktionieren der Gesellschaft als Ganzes betrifft.“
(Quellen: EGMR Entscheidung 13.2.2003, Bsw41340/98, Bsw41342/98, Bsw41343/98, Bsw41344/98)

4. Das gesamte bisherige Rechts- und Gesellschaftssystem wird ausgehebelt und das Scharia-Recht in Österreich und Europa eingeführt. Wenn es in allen europäischen Ländern „Ausnahmen und Befreiungen“ für eine Unterscheidung und Differenzierungen zwischen „Halal“ (reinen, erlaubten) und „Haram“ (unreinen, nicht erlaubten, verbotenen) EU-Produkten, EU-Unternehmungen, EU-Lebensmittel-Sektoren, die EU-Finanzdienstleistungs-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Arbeiter, Angestellte und Verbraucher in der EU gibt, würde sich eine neue rechtliche Situation in ganz Europa entwickeln, die in Widerspruch zu den bestehenden Grundsätzen der EU stehen. Die Einführung eines Islamischen Rechtssystem – (siehe letzte Entscheidungen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) unter Saudi Arabien etc.) führt zu einer Spaltung der europäischen Gesellschaft: Zweiklassengesellschaft. Wir müssen hier in aller Freundschaft Einspruch erheben.

5. Bei Rechtsstreitigkeiten müssen die Gerichte, Verwaltungsbehörden, der Oberste Gerichtshof, der Verwaltungsgerichtshof und der Verfassungsgerichtshof auf Grundlage des Scharia-Rechtes entscheiden und zwischen „reinen“ (erlaubten) und „unreinen“ (verbotenen) Produkten, Unternehmen, Konsumenten und Arbeitnehmern unterscheiden. Die zahlreichen Anstöße aus dem arabischen Raum übersehen für die europäischen Rechtskreise nämlich ein zentrales Faktum: Fragen der technischen Normung sind vom jeweiligen Gesetzgeber ganz genau für den Standardisierungs-Vorgang zugewiesenen Regelungseinheiten definiert, die ansonsten den parlamentarischen/demokratischen Prozess zur allgemeinen Gesetzeswerdung nicht stören dürfen. Somit darf es auch nicht sein, dass mit technischer Normung Grundprinzipien des Rechtstaates umgangen werden, wie z.B. jenes Faktum, dass das Staatskirchenrecht jedenfalls eine parlamentarische Aufgabe ist und keine Angelegenheit eines technischen Standards.

Es ist daher unvertretbar, parlamentarische Kompetenzen durch Herabstufung auf technische Normen zu nivellieren und zu umgehen. Ganz generell darf das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat auch und gerade im technischen Bereich nicht durch Hereinnahme islamischer Vorschriften verwässert werden.

Auch aus Sicht der technischen Normengestaltung ist es einfach widersinnig für ein und dieselbe Sachfrage einmal eine sogenannte säkulare Norm zu schaffen und parallel dazu eine sogenannte Islam-konforme Norm, denn es besteht die Gefahr, dass auch die Frage eines allfälligen Vorrangs einer Norm nach dem Kulturkreis und politischer Einflussnahme entschieden werden könnte. Zum letzten Punkt ist besonders anzumerken: Über die Nomenklatur, was HALAL/rein und was HARAM/unrein ist, herrscht zwischen den Glaubensrichtungen der Schiiten, der Sunniten und der Alewiten kein einheitliches Verständnis. Entscheiden sich Firmen wegen der Hoffnung auf neue Geschäftsfelder, Kundenwünschen nach religiös gestalteten Produkten entgegen zu kommen, ist das jeweils eine eigene Unternehmensentscheidung auf freiwilliger Basis –mit allen Konsequenzen, die ein solcher Entschluss mit sich bringt. Die Umstrukturierung der EU-Wirtschaft wird die Folge sein. Das Geschäftsvolumen für alle Bereiche des Lebens der EU-BürgerInnen soll bis zum Jahr 2050 für „Halal food“ (Lebensmittel, Getränke etc.) und „Islamic Finance“ (Bankwesen, Versicherungen, Finanzdienstleitungen, KFZ, Häuser, Wohnungen, etc.) beabsichtigen in jedem Jahr rund 2 Billionen Euro in ganz Europa zu erreichen. Eine solche Überlegung der Marktteilnahme rechtfertigt jedoch nicht die Schaffung allgemeiner Normen „erga omnes“(gegenüber Allen – kennzeichnet absolute Rechte, die nicht nur wie etwa vertragliche Rechte inter partes wirken, sondern gegenüber jedermann Geltung beanspruchen).

6.
  Der Hintergrund des Scharia-Rechts „Halal“ (und auch „Islamic Finance“) diskriminiert die Wirtschaft, Lebensmittel-Sektoren (Hersteller und Konsumenten), die Finanzdienstleistungen-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Produkte, Arbeiter, Angestellte und Verbraucher nicht nur in Österreich sondern in der ganzen Welt. Dies ist eine Verletzung des Gleichheitsprinzips. Die Konzeption (durch politisierten Glauben des Islam) von „Halal“ und „Haram“ wird unserer Ansicht nach der Europäischen Integrationspolitik entgegenwirken und steht in Widerspruch zu den Prinzipien der säkularen Europäischen Union.

7. Es gibt keine Trennung zwischen Staat und Religion.

8. Das Scharia-Recht ist die Grundlage des Islamic Finance Vertrages zwischen Bank und Kunde und umfasst alle Lebensbereiche und Handlungen eines Menschen.

9. Die Scharia hat keine fixierte Gesetzessammlung wie etwa österreichische Gesetzestexte im Bürgerlichen Gesetzbuch oder im Strafgesetzbuch, sondern eine Methode und Methodologie der Rechtsschöpfung. Die Scharia („Rechtsgutachten“) ist nicht der koranische Islam, sondern eine Deutung und ist daher subjektiv. Der Koran wurde bislang falsch interpretiert, sagen moderne Theologen. Der Theologe fordert eine Befreiung des Glaubens.

10. Religiöse Vorschriften und das Rechtsystem der Scharia stehen über den nationalen staatlichen Gesetzen und dem EU-Recht, was europäisches Recht verletzt.

11. Es wird zwischen „halal“ (reinen, erlaubten) und „haram“ (unreinen, verbotenen) Produkten, Unternehmen, Konsumenten und Arbeitnehmern unterschieden.

12. Unternehmen, Produkte, Konsumenten und Arbeitnehmer, die nicht „halal“ sind, werden in Österreich und in der EU diskriminiert.

13. Es werden der Gleichheitsgrundsatz, das Gleichbehandlungsgesetz, das Gleichbehandlungsgebot und das Diskriminierungsverbot der EU verletzt.

14. Aus den Entscheidungen der europäischen Gerichtshöfe geht hervor, dass die Einführung des Scharia-Rechtes und die damit verbundene Diskriminierung mit den grundlegenden Prinzipien der Demokratie, der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK), der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (GRC) und dem EU-Recht nicht vereinbar sind.

15. Die wiederholten Versuche verschiedener Banken und Versicherungen in Europa übersehen, dass Islamic Finance (Islamic Banking, Versicherung, etc.) den parlamentarischen und demokratischen Prozess zur allgemeinen Gesetzeswerdung nicht stören dürfen.

16. Somit darf es auch nicht sein, dass mit Islamic Finance die Grundprinzipien des Rechtstaates umgangen werden, wie z.B. jenes Faktum, dass das Staatskirchenrecht jedenfalls eine parlamentarische Aufgabe ist und keine Angelegenheit eines Standards einer Bank oder Versicherung. Die islamischen Staaten wollen sich aus vielen Presseberichten auf einheitliche Standards für sogenannte Halal-Produkte ink. Islamic Finance/Banking verständigen, die den Maßgaben des islamischen Religionsrechts (Scharia) entsprechen. Auch pharmazeutische Produkte und Kosmetika sollen geprüft werden. Anfang Dezember 2015 kam dazu am Sitz der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) im saudi-arabischen Dschidda ein zweitägiges Forum zusammen. Nach Angaben des staatlichen emiratischen Pressedienstes WAM sollte es dabei unter anderem um Fragen der Zertifizierung von Unternehmen sowie um Produktrichtlinien und Verfahrensweisen im internationalen Handel gehen. OIC-Generalsekretär Iyad bin Amin Madani betonte, Halal-Erzeugnisse umfassten nicht nur Nahrungsmittel, sondern etwa auch pharmazeutische Produkte, Kosmetika und Banken. Die Ergebnisse des Forums sollten als Empfehlungen kommendes Jahr dem Außenministerrat der OIC-Staaten vorgelegt werden. Das Marktvolumen von Produkten, die ausdrücklich in Einklang mit islamischen Vorschriften stehen, wird laut WAM auf 2,3 Billionen US-Dollar geschätzt (2,1 Billionen Euro). Davon entfallen 1,4 Billionen auf Nahrungsmittel und 506 Milliarden auf Kosmetik. Im Falle des internationalen Gründungsantrags der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) mit Sitz in Saudi Arabien oder „Vereinigte Arabische Emirate“ (V. A. E.) geht es nun nicht mehr alleine um Lebensmittel oder Finanzen, sondern es geht um fast alle Technologiefragen, um die Umwelt, um Textilien, chemische Produkte (Kosmetika), islamkonforme Krankenhausausstattungen, Logistik, usw.

Aus österreichischer Sicht können diese Vorhaben keinesfalls gutgeheißen werden, da ganz stark in säkulare Erzeugungs-, Bedienungs-, Verkaufs- und Servicevorschriften eingegriffen werden würde.

Halal (erlaubt, zulässig) -Zertifizierungen (siehe Spar Produkte) sind keine religiösen Praktiken, sondern wirtschaftliche Aktivitäten.

Durch „islamistische und konservative islamische Gruppen“ wird aus unserer Sicht „islamische Religion“ als Vehikel benutzt um allen Bereichen der EU einen steuerbaren Marktmechanimus aufzuerlegen.

Die Halal-Zertifizierungen (Konformatitäts-Bewertung) sind eine kommerzielle (wirtschaftliche) Art mit einem Gewerbeschein, und keine religiösen Tätigkeiten.  Schlussfolgerung: Konformitätsbewertung (Zertifizierung) ist kein Monopol der religiösen Gemeinschaften.

17. Es ist hier unvertretbar, parlamentarische Kompetenzen durch Herabstufung auf finanztechnische Standards zu nivellieren und zu umgehen. Ganz generell darf das Prinzip der Trennung von Religion und Staat auch und gerade im finanztechnischen Bereich nicht durch die Hereinnahme von Scharia Vorschriften verwässert werden.

18. Islamic Banking verstößt gegen das EU-Recht und das EU-Diskriminierungsverbot. „Das Scharia-Recht“ und die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme sind in Europa verboten. Die Scharia wird von Menschen beeinflusst von ihren Instikten, Komplexen, Neigungen, ihren Interessen und ihrer Voreingenommenheit. Koranische Verse und Aussagen von Propheten werden hier selbst produziert, verfälscht, manupuliert – die wenigen Richtigen vernebelt, verdunkelt oder aus dem Kontext gerissen, falsch übersetzt, falsch interpretiert oder für eigene Zwecke missbraucht und an die Öffentlichkeit unter dem Vorwand „Scharia“ bzw. „Scharia Board“ (subjektives Rechtsgutachten von Menschen) gebracht. Wir haben hier den Verdacht, dass am europäischen Finanz- und Lebensmittelmarkt durch Lobbyisten systematisch aus den Unkenntnissen, Unwissenheiten bzw. Vorurteilen der Menschen bezüglich des verstandbezogenen „koranischen Islams“  im Unterschied zu subjektiven „von Menschen gemachten Scharia bzw. Scharia Vorstand(Board)“ Parallelwelten gebildet werden. Ein Beispiel sind Halal-Lebensmittel sowie Banken und Finanzprodukte, die religiöse Muslime ansprechen sollen. Wir müssen hier zur sachlichen und kritischen Aufklärung zurückkommen und das fordert ein an Wahrheit gebundenes sachliches Wissen. Also Inhalte ohne Vernebelung der Fakten und Quellen. Wir brauchen hier aber dringend wahre Freunde ohne Hetze und auch ohne Vernebelung damit wir die Spreu vom Weizen trennen können.

19. Wenn es in allen europäischen Ländern „Ausnahmen und Befreiungen“ für Unterscheidungen und Differenzierungen zwischen „Halal (reinen, erlaubten) und „Haram“ (unreinen, verbotenen) Produkten, Unternehmungen, Lebensmittel-Sektoren, Finanzdienstleistungs-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Arbeitern, Angestellten und Verbrauchern gibt, würde sich eine neue rechtliche Situation in ganz Europa entwickeln, die in Widerspruch zu den bestehenden Grundsätzen der EU steht.

20. Die Einführung eines islamischen, finanztechnischen Rechtssystems neben dem bereits bestehenden europäischen Rechtssystem und die Unterscheidung in „halal“ und „haram“ führen zu einer Spaltung der europäischen Gesellschaft (2-Klassen Gesellschaft), was nach EU-Recht verboten ist.

21. Jedes Finanzinstitut, das diese Grundsätze nicht einhält, macht sich strafbar und schadenersatzpflichtig.

22. Beim bisherigen europäischen und weltweiten Finanzsystem nehmen die Bürger, Firmen und Behörden einen Kredit auf und sind der Besitzer ihres Eigentums. Bei Islamic Finance sind die Finanzinstitute der Besitzer des Eigentums für die Dauer der Rückzahlungsraten im Zeitraum von zwanzig oder dreißig Jahren bis zur letzten Rate. Es kommt zu einer Umverteilung des Vermögens.

23. Im Jahr 2050 werden etwa 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben, wovon etwa 2,5 Milliarden Muslime sein werden.

24. In der Vergangenheit sind bereits zahlreiche Finanzinstitute insolvent geworden. Die Konkursmasse beinhaltet auch das Eigentum von Islamic Finance. Durch die Finanzkrise der Finanzinstitute geht bei einer Insolvenz das Vermögen in die Konkursmasse über.

25. Fast alle weltweiten Finanzinstitute haben ausländische Beteiligungen. Diese nehmen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Einfluss auf die Länder. Durch die Umverteilung des Vermögens kommt es zu einer verstärkten Einflussnahme, was gegen das EU-Recht und den Gleichheitsgrundsatz sowie gegen die Interessen der EU verstößt.

26. Wenn EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Staaten erkennen, dass die finanztechnische Islamisierung der europäischen Wirtschaft und des Finanzwesens eine Bedrohung der EU-Grundsätze ist, muss damit gerechnet werden, dass es EU-Vertragsverletzungsverfahren mit sehr hohen Schadenersatzbeträgen und sehr schwerwiegenden Sanktionen gegen die jeweiligen Finanzinstitute und EU-Staaten gibt.

27. Warum gibt es nicht Begriffe oder Bestimmungen mit dem Namen „Jewish Banking“ oder „Christian Banking“, aber den Begriff „Islamic Banking“? Und warum unterstützen das so gerne viele Europäer gierig mit verschiedenen sehr bedenklichen Argumenten? Welche Länder, welche politischen Parteien, Institutionen, Verbände, Medien, Finansinstitute (in Österreich und in der Welt) und welche Personen mit welchen Zwecken unterstützen Islamic Finance (Banken, Versicherungen)?

28. Warum versucht man im Islam so etwas wie Islamic Banking aufzubauen, das sogar in der Türkei von der Mehrheit der Bevölkerung (75 Mio. Einwohner) nicht angenommen wird. (ab 1980 steigend)

29. Das Wort „Riba“ im Koran darf nicht als „Zins“ verengt interpretiert werden, sondern deutet auf jede heuchlerische, underdrückerische und ausbeuterische Vermehrung des Vermögens hin.

30. Wie können also zwei türkische Banken (Vakifbank, Denizbank) auf dem freien Markt sogar mit höheren (Spar- und Kredit-) Zinsen als ihre Konkurrenz in Österreich Kunden gewinnen und Inserate auf den (teuren) ersten Seiten der Zeitschriften und Magazine in Europa täglich für solche Spareinlagen schalten?

31.  Wir möchten eines hervorheben:  Die Scharia und „Scharia Board“ etc. sind keine fixierte Gesetzessammlung (wie etwa  öster. Gesetzestexte im Bürgerlichen Gesetzbuch oder im Strafgesetzbuch), sondern eine subjektive von Menschen gemachte Methode und Methodologie der Rechtsschöpfung“. Der Begriff Scharia (Bedeutung: Weg zur Wasserquelle, deutlicher, gebahnter Weg) hat seinen Ursprung im Koran.

Erwähnt wird er dort jedoch nur an einer einzigen Stelle: Sure 45, Vers 18, wo er ursprünglich den Pfad in der Wüste bezeichnet, der zur Wasserquelle führt, woraus sich für Muslime der göttliche Ursprung der Scharia herleitet, die seine Bezüge nach dem Zeitalter der Kinder Israels nehmen. Sure 45 Vers 18: „Hierauf (das heißt nach dem Zeitalter der Kinder Israels) haben wir dich in der Angelegenheit auf einen (eigenen) Ritus festgelegt“. Das Wort „Ritus“ steht in vielen Übersetzungen für Scharia als religiöses Gesetz und hier liegt das Problem. Sollte nicht gegen diese verkehrte Logik, die hier Kunden, Institutionen, politische Parteien und Medien für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, demokratischer Einspruch erhoben werden?

Fazit: Nach unserer Meinung sind diese „Halal“-Produktlinien (halal bedeutet übersetzt „erlaubt“) und das „Islamic Banking“ durch die Unterstützung mancher Standesvertretungen bzw. Personen nicht Formen der erwünschten kulturellen Vielfalt, sondern Anzeichen für die Schaffung einer „parallelen Welt“ oder sogar eines „parallelen Planeten“ in ganz Europa.Diese Entwicklung verfolgen wir Europäer mit türkischer Abstammung kurz „Euro-Türken“ deswegen mit Trauer, weil hier der wahre Glaube (der Islam), der im Koran schwarz auf weiß aufgezeichnet ist, gegenüber den Menschen verfälscht („Verfälschter Islam“) wiedergegeben wird. Das schafft leider Vorurteile und erschwert das Zusammenleben. Alle politisch Handelnden stehen nun in der Pflicht und in der Verantwortung, alles daran zu setzen, dass die Menschen friedlich zusammenleben können und die Religion nicht missbraucht wird.

Wir, als TKG, wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass wir als Menschheit friedlich zusammenleben müssen. Denn das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“, „Aufklärung“ und „Vertrauen“. Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten: Friede, Glück, Wohlbefinden, Vertrauen und Aufklärung!

https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXV/SNME/SNME_02180/fnameorig_372300.html

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)
Obmann

Dipl.-Ing. Birol Kilic

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05 09 2017
By: Redaktion 0

Türkei als Deutschlands Spucknapf Keine gute Methode?

Deutschland wählt am 24. September 2017. Viel Erfolg, Glück, Selamlar und Frieden aus Wien.

Eine Analyse von Birol Kilic

Im TV-Duell mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Sonntag (03.09.2017) erhob Martin Schulz (SPD) die Forderung, die EU-Beitrittsverhandlungen und die Zollunion mit der Türkei abzubrechen. Er weiß, dass er damit Erdoğans autokratische Agenda bedient. Die Pläne von Schulz, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei abzubrechen, stärken die Erdoğan-AKP.

Die Türkei besteht nicht nur aus Erdoğan und seinen Anhängern. Der Versuch die Türkei so wegen des undemokratischen Erdoğan AKP- Regimes aus Deutschland zu degradieren, ist nicht nur der falsche Weg und keine gute Methode, sondern ein Bumerang mit schweren Folgen für Deutschland. Deutschland und die EU versprechen nicht das, was sich viele demokratiebewusste säkulare Türken erträumt haben. Noch weniger darf die Türkei pauschal zum Spucknapf der deutschen Europa-Politik werden, wo doch für die deutsche Wirtschaft Kleinasien ein riesengroßer Markt ist (81,6 Mio. Einwohner).

Die AKP-Bewegung Milli Görüs („Nationale Sicht“, Nähe zur Moslembruderschaft) hat seit ihrer Gründung im Jahre 1970 ein großes Problem mit der säkularen Türkischen Republik. Sie wollen die laizistische, freiheitliche, demokratische Grundordnung der Republik in der Türkei beseitigen und zu einer neoliberalen, islamischen Republik umbauen. Die AKP-Milli Görüs Bewegung ist damit eine konterrevolutionäre („Politischer Islam“) Bewegung gegen die säkulare, laizistische und freiheitliche, demokratische Grundordnung der Türkischen Republik und sicher auch der Deutschen Republik.

Wir müssen als streitbare und wehrhafte Demokraten gegen verfassungsfeindliche Einzelpersonen und Personenzusammenschlüsse (Parteien, Vereine und Organisationen) in der Türkei, in Deutschland und in Österreich präventiv vorgehen, bevor sich gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung gerichtete Taten vermehren. Dazu brauchen wir aber die demokratiebewussten Türken in der Türkei, in Deutschland, in Österreich und allgemein in der EU, die sich von allen Seiten vor den Kopf gestoßen fühlen. Wir wünschen eine wirtschaftlich starke, unabhängige und demokratische Türkei. Wir fordern in der Türkei dringend eine Rückkehr zum Rechtsstaat, einen umfassenden Friedensprozess und ein Wiedererleben der Demokratie.

Wir fordern alle demokratischen Kräfte in Österreich, in Deutschland und in der EU auf, die Augen vor diesen Ereignissen nicht zu verschließen und die Türkei wieder auf den richtigen, demokratischen Pfad ohne die demokratiebewusste Gesellschaft zu vergessen zu bringen.

Die Türkei als Nachbar liegt nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sicherheitstechnisch und geostrategisch im existenziellen Interesse der Europäer und nicht umgekehrt. Es muss hervorgehoben werden, dass die Türkei nicht nur aus Erdoğan, der AKP und der politischen islamischen Bewegung Milli Görüs besteht. Die deutsche Regierung muss auch bedenken, dass es eine Zeit nach Erdoğan geben wird. Die letzten sechs Monate haben gezeigt, dass es in der Türkei nach wie vor eine starke und aktive Zivilgesellschaft gibt.

Deutschland ist wirtschaftlich bedeutend, wird aber politisch wegen des „gewöhnliche US-Kolonie“  Images als ein Zwerg angesehen. Brexit wird gravierende politische und wirtschaftliche Folgen für Deutschland und die EU haben. Langfristig brauchen Deutschland und die EU die Türkei mehr, als die Türkei die EU. Deutschlands Verhältnis zur Türkei war und wird nie nur ein außenpolitisches Thema. Mehr als drei Millionen Menschen mit Herkunft aus der Türkei leben in Deutschland, es ist eine vielfältige Community. Sie sind sehr unzufrieden und fühlen sich als Geisel genommen. Das weiß das Erdoğan-AKP- Regime und sie haben nichts mehr zu verlieren! Deutschland hingegen schon. Vorsicht Deutschland! Die Arroganz der Macht? Diese Zeiten sind leider vorbei.

Die deutsche Politik muss besonnen agieren, um Erdoğan nicht zur künstlichen und letztendlich von Deutschland ungewollten Stabilisierung seiner Machtbasis zu verhelfen.

EU-Türkei und die Missgeburt am 1.1.1996 namens Zollunion

Die Pläne von Schulz und Merkel, die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei abzubrechen, stärken die Erdoğan-AKP. Der EU wird damit ein Bärendienst erwiesen und Öl ins Feuer gegossen. Langfristig entspricht der Abbruch der Verhandlungen nicht den Interessen der EU und schon gar nicht jenen der Bundesrepublik Deutschland. Die Provokationsspirale zwischen der EU und der Türkei schadet Deutschland und der EU mehr als der Türkei. Die Troika Erdoğan, AKP und Milli Görüs hat nichts mehr zu verlieren, als ihre stark angeschlagene politische Bonität. Das Signal, dass die Türkei nicht zu Europa gehöre, ist falsch und schwächt die demokratischen Kräfte in der Türkei, die versuchen, die Demokratie und die Säkularität wieder zurückzugewinnen.

Wenn die CDU/CSU und die SPD im Bundestagswahlkampf so tun, als ob die Türkei nur aus Erdoğan und seinen Anhängern bestünde, vergessen sie die Mehrheit der demokratisch und säkular denkenden Türken.

Während an die türkischen Erdoğan-Anhänger saure Wahlzuckerl verteilt werden, die in islamistisch-antieuropäisches Zellophan eingewickelt sind, werden die demokratischen, säkularen und westlich orientierten Türken, die für die Freiheit ihrer Freunde kämpfen, verraten und vor den Kopf gestoßen.

Schulz hält der westlichen Libertas den Pfefferspray der politischen Arroganz entgegen und bemerkt nicht, dass er selbst bereits auf einem Auge blind ist. Denn ein Bruch der Beziehungen zur EU stärkt das autokratische System der Erdoğan-AKP. 

Ein solcher Schritt wäre unumkehrbar und ein großer Schaden, vor allem für die europäische Stabilität und die Wertegemeinschaft. Von Solidarität spricht sowieso kaum noch jemand. Die von der Erdoğan-Troika regierte Türkei hat massive demokratiepolitische und rechtsstaatliche Defizite, die für die EU keinesfalls zu akzeptieren sind. Ein Abbruch der Verhandlungen ist aber der falsche Weg. Noch dazu befindet sich die deutsche Wirtschaft in der Türkei im Kaufrausch.

Schulz will mit seinem Statement politisches Kleingeld schlagen und die Bundestagswahl gewinnen. Das ist Wahlkampf. Eine deutsche Bundesregierung muss aber bedenken, dass es auch eine Zeit nach dem 24. September und nach Erdoğan gibt.

Konterrevolutionäre Bewegung gegen die säkulare laizistische Türkische Republik

Milli Görüs ist damit eine konterrevolutionäre Bewegung gegen die säkulare, laizistische Republik („Politischer Islam“). Seit der Gründung der Bewegung sind fast 50 Jahre vergangen und sie hat viel Unterstützung, auch aus Deutschland, bekommen.  Sie haben den Laizismus durch die AKP-Regierung de facto seit 2002 ausgeschaltet. 2017 hat Erdoğan die Türkei mit dem Referendum für die Präsidentschaft in eine Moslem Brüder-Milli Görüs- AKP-Republik umgewandelt, in der die Gewaltenteilung aufgehoben wurde und von einem Rechtsstaat wenig übrig geblieben ist. Die Mehrheit der Türken ist gegen die AKP-Regierung.

 

Eine Schande für die moderne Türkei im Jahr 2017.

Die streng säkulare Staatsdoktrin von Kemal Atatürk ist schon länger unter Beschuss und soll jetzt ganz beendet werden. Wer das nicht will, wird eingesperrt, mundtot gemacht oder verliert seinen Arbeitsplatz. Eine wesentliche Voraussetzung für den Erfolg dieses Vorhabens, nämlich die Beendigung der Verhandlungen mit der EU und der säkularen Staatsdoktrin, ist die Entfremdung des türkischen Volkes von der westlichen Staaten- und Wertegemeinschaft. Denn nach wie vor ist das Gros der Türken im westlich-pluralistischen Wertegefüge verankert und will auch daran festhalten. Für die Pro-EU-Bewegung in der Türkei sind daher Statements von Schulz & Co ein herber Rückschlag. Eine Schande für die moderne Türkei im Jahr 2017.

Viele Türken protestieren gegen die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel und andere Journalisten und fordern seine sofortige Freilassung. Wir müssen die Meinungen von Journalisten nicht teilen. Über heikle Themen wie Terrorismus und Attentate gegen die  AKP Regierung zu schreiben, bedeutet in der Türkei sogleich, dass diese Aktivitäten von diesen Journalisten auch unterstützt werden.

Die AKP Regierung sollte hier die kritischen Journalisten nicht mit unfairen Ermittlungsmethoden zum Schweigen, in Verruf oder hinter Gitter bringen. Das schadet der Türkei und ihrer Bevölkerung. Das Ganze riecht nach McCarthyismus. Die McCarthy-Ära in den USA bedeutete Gesinnungskontrolle. Personen wurden mit unzureichenden Anschuldigungen und unfairen Ermittlungsmethoden zum Schweigen oder in Verruf gebracht. Yücel hat mit Terror nichts zu tun. Was wir fordern ist eine rechtsstaatliche Türkei mit strenger demokratischer Gewaltenteilung, damit alle BürgerInnen sich sicher fühlen können.

Deutscher Präsident des Verfassungsschutzes Maaßen: „Wir betrachten die Türkei auch als Gegner“

Die Bundesregierung äußerte deutliche Kritik an Ankara, nun legt der deutsche Verfassungsschutz nach: Präsident Maaßen warnt davor, dass sich die türkischen Geheimdienste in Deutschland „statuswidrig“ verhalten. „Wir betrachten die Türkei spätestens seit dem Putschversuch im vergangenen Sommer und den Veränderungen der türkischen Innenpolitik als Nachrichtendienst nicht nur als Partner, sondern mit Blick auf Einfluss-Operationen in Deutschland auch als Gegner“, sagte der Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz.  Das Erdoğan –AKP Regime macht Amerika und Deutschland für den Putschversuch verantwortlich. Unglaublich, aber wahr! Inzwischen verkauft und schenkt Deutschland eine weitere Lieferung mit Waffen und Ausrüstung  in den Nahen Osten.

Das Wort „Gegner“ bedeutet übersetzt „Hasım“ und hat eine sehr negative Konnotation. Deutschland agiert hier langfristig egoistisch, arrogant und falsch. Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Diese Situation nicht akzeptabel.

Kaufrausch!

Gegner hin oder her. In der Türkei sind die deutschen Firmen in ihrem Kaufrausch aktiver als je zuvor. Warum? Weil Sie die Türkei kennen und so günstig wie möglich in Firmen und Immobilien investieren möchten. Das ist ein starkes Missverhältnis zur realen deutschen Außenpolitik. Deutschland wird in der Türkei wirtschaftlich eigentlich immer mächtiger und gleichzeitig sieht der Präsident des Verfassungsschutzes die Türkei auch als Gegner. Wie kommt das?

Wegen seiner zunehmend schwachen Performance und der sich verstärkenden Fliehkräfte im rechten türkischen politischen Spektrum braucht das AKP-Regime virtuelle Feinde im Ausland, um die Reihen in seiner Wählerbasis zu schließen.

Missgeburt Zollunion: Seit 1.1.1996 ist die Türkei ein „Mitglied zweiter Klasse“

Eine missglückte Zollunion ab 1.1.1996 ohne die Beitritts- Perspektive der Türkei zur EU auf eine uneingeschränkte Vollmitgliedschaft führte dazu, dass manche EU-Mitglieder, wenn auch nicht alle, die Türkei, mit oder ohne Erdoğan-AKP, seit Jahren innen- und außenpolitisch präpotent herablassend behandeln.

Um diese Situation zu entschärfen müsste auf der anderen Seite die Türkei durch Nachjustierung der „nicht“ im türkischen Parlament ratifizierten Zollunion-Verträge die Beziehung mit der EU auf eine ehrliche Ebene ziehen, statt zu drohen.

Bei so einer verdorbenen Beziehung, wie der zwischen der EU und der Türkei, kann sich kein Partner mehr etwas leisten, weil im Endeffekt soziale, wirtschaftliche und vor allem menschliche Dramen und Probleme entstanden sind und in Zukunft weiter entstehen werden.

Fakt ist: die Zollunion der EU mit der Türkei gleicht einer Missbrauchs-Beziehung, die sich nicht auf gleicher Augenhöhe abspielt, sondern den Charakter der Versklavung oder zumindest der Unterwerfung der Türkei unter das Joch der EU hat. Das Handelsbilanzdefizit der Türkei gegenüber der EU stieg vom 1.1.1996 bis zum 1.1.2017, also in 20 Jahren, auf mehr als 100 Milliarden Euro.

Es wurde über Jahre deswegen hervorgerufen, weil die Türkei seit 1.1.1996 eine unwürdige, nicht gleichberechtigte Beziehung mit der EU eingegangen ist, womit die türkische Vollmitgliedschaft für die EU eigentlich aufgrund des bestehenden Zollunionsvertrags gar nicht mehr weiter interessant ist. Mit dem unfairen und ausbeuterischen Zollvertrag fahren die EU-Staaten viel besser.

Kurz gesagt hat man das Beste aus der Türkei schon bekommen. Nämlich eine sehr günstige Zollunion mit der Türkei am Gängelband. Warum sollte man in Brüssel der Türkei dann noch weitere Macht in Form von Mitspracherecht verschaffen? Die EU hat viel bessere Karten als die Türkei und deswegen kann man die Türkei noch immer an der Nase herumführen.

Eine türkische Lebenslüge

Blättern wir zurück in der Geschichte: „Selam, hallo Europa!“, „Grüß Gott, Europa!“, „Guten Morgen, Europa!“, jubelten die Schlagzeilen der türkischen Presse am Morgen des 1. Jänner 1996.

Eine wahre Euphorie am Tage nach dem Inkrafttreten des Vertrags der Zollunion mit der EU erfasste die ganze Türkei.

Dem Jubel folgte aber bald der Katzenjammer. Die Türkei musste bald erkennen, dass die Zollunion der EU mit der Türkei kein ausgewogener Wirtschaftsvertrag ist, sondern ein einseitiger, undemokratischer und rechtswidriger Unionsvertrag. Er ist eine Lebenslüge, mit der man täuschen wollte.

Die Türkei hat mit der Zollunion seit 1996 bis heute einen Großteil ihrer nationalen Souveränität nach Brüssel abgetreten, ohne in der EU-Zentrale in Brüssel irgendeinen Einfluss auf den multinationalen Entscheidungsprozess zu haben.

Abgesehen von der Landwirtschaft (die noch ausgedehnt werden soll) und den Dienstleistungen (die zurzeit ausgedehnt werden), beide stark reglementiert, soll die Zollunion in den kommenden Jahren weiter expandieren, der Gewinner ist damit wieder die EU!

Zwischen den EU-Staaten und der Türkei werden seit über 20 Jahren Waren, Dienstleistungen (begrenzt) und Kapital (unbegrenzt) gehandelt und transferiert. Die EU exportiert seit 1996 mehr Waren und Dienstleistungen in die Türkei als diese in die EU. Bis Ende 2016 betrug das Handelsbilanzdefizit für die Türkei über 100 Milliarden Euro, im Durchschnitt ca. 5 Milliarden Euro pro Jahr. Das Leistungsbilanzdefizit der Türkei wurde durch die Zollunion keineswegs positiv beeinflusst, wie von allen Seiten bisher stets behauptet wurde. Im Gegenteil profitiert vielmehr die EU davon. Die Türkei hat viele vertragliche Verpflichtungen auf sich genommen, aber in den politischen Entscheidungsgremien ist sie weder vertreten, noch irgendwie eingebunden, ist sie ja nicht Mitglied der EU. Die EU und insbesondere Deutschland waren nicht ehrlich zur Türkei, das zeigen die Probleme mit der Zollunion seit 1996.

Von der Maschekseite!

1996 ist die Türkei inoffiziell „Handelspartner zweiter Klasse“ Europas geworden, der – man mag es bedauern oder nicht – nie Vollmitglied werden wird, allen Diskussionen zum Trotz!

Warum sollten sich auch die 28 EU-Vollmitglieder ein handelstechnisch bereits vollkommen abhängiges Land als Vollmitglied wünschen?

Mit der Zollunion hat die EU die Türkei ohnedies bereits an der Kandare. Genau deswegen sagte der österreichische Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) im Interview am 4. August 2016 in der Presse: „Ökonomisch sitzen wir am längeren Hebel. Die Türkei ist von uns weitgehend abhängig.“

Eine unwürdige Situation! Aber was sagt dazu die Mehrheit der Türken und Türkinnen? Für die Mehrheit der Türken und Türkinnen geht es darum, dass die Türkei so viele EU-Wertestandards wie möglich umsetzt. Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit müssen in vollem Umfang Einzug halten! In der Türkei ist jedem klar, dass es der Europäischen Union gar nicht um einen vollen EU-Beitritt der Türkei geht.

Die Türken fordern natürlich hohe Standards im Bereich der Menschenrechte, der Rechtssicherheit und der Pressefreiheit, denn alles andere stärkt nur die radikalen Kräfte in der Türkei! Beispielsweise durften Spanien, Portugal und Griechenland aufgrund ihrer nationalen Interessen erst nach Jahren ihrer Vollmitgliedschaft die Zollunion sukzessive verwirklichen. Aber bei der Türkei sollte es nicht nur umgekehrt sein, sie agierte politisch zudem geradezu dramatisch falsch. Ja, in gewisser Weise wurde die Türkei sogar Opfer ihres eigenen verhandlungsstrategisch durchaus klugen Stufenplans.

Man wollte auf gut wienerisch „von der Maschekseite“, also durch die Hintertür, in die EU kommen.

Dass auf halber Strecke der Pilot aussteigt und beide Fallschirme mitnimmt, war nicht geplant. Auch die jüngeren 14 Mitglieder aus Osteuropa, wie etwa Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Slowenien, Tschechien und die Slowakei, haben nie über „erst Zollunion, dann Vollmitgliedschaft“ verhandelt, keiner hat es auch nur angesprochen, keiner hätte es akzeptiert.

Man wurde Vollmitglied und ist parallel dazu gleichzeitig in die Zollunion als gleichberechtigter Partner auf Kommissionsebene und Parlamentsebene eingestiegen. So war das immer, außer bei der Türkei! Auch der jüngste Kandidat, Kroatien, wurde nicht sofort in die Zollunion aufgenommen.

Auch dem Beitrittskandidaten Serbien geht zuerst um einen Beitritt zur EU und nicht um einen Zollvertrag.

Nun hat die Türkei zwar mit 1.1.1996 als Mitglied der EU-Zollunion sozusagen die höheren Weihen erreicht, aber nicht bedacht, dass es kein politisches Mitspracherecht in Brüssel bezüglich seiner eigenen Zölle mit Drittländern hat.

Das bedeutet, dass in Brüssel gerade 28 Vollmitglieder der EU mit den jeweiligen politischen und wirtschaftlichen Repräsentanten und Interessenvertretern auf allen Ebenen über die Zukunft der Europäischen Union entscheiden, wobei jedes Mitgliedsinteresse berücksichtigt wird. Nicht aber jenes der Türkei. Denn die hat auf dieser Ebene kein Mitspracherecht.

War Deutschlands Türkei-Politik immer so feindlich? Leider ja!

Die Türken schreiben: “Nichts kann die Türkei zurzeit so gut auf einen stabilen, zivilen Pfad bringen wie Verlässlichkeit, Fairness und ein Partner, der das Land ernst nimmt und es gut mit ihm meint. Dazu gehört dann natürlich auch Kritik. Sie kann und soll mit jeder positiven Erfahrung immer nachdrücklicher werden.“

Erdoğans Machtbasis ist fragil und je fragiler diese Machtbasis wird, desto gefährlicher kann er werden.

Fazit: Die deutsche Politik muss besonnen agieren, um ihm nicht zur künstlichen und letztendlich von Deutschland ungewollten Stabilisierung seiner Machtbasis zu verhelfen. Es ist nicht fair, wenn die Türkei von SPD-Kandidat Martin Schulz zum Spucknapf Europas gemacht wird.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

 

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31 08 2017
By: Redaktion 0

Kulturkampfbegriff: Jüdisch-christliche Erbe

Der Journalist und Publizist Heribert Prantl in dem Artikel „Missbrauch der Juden durch die Politik“ in der Süddeutschen Zeitung wie folgt: „Christlich-jüdischen Tradition handelt es sich aber um eine gewaltige Heuchelei“ .(1) Der Kulturkampfbegriff der „christlich-jüdischen Tradition“ des Abendlandes klingt nüchtern betrachtet und untersucht wie  eine Farce die man gerne verwendet! Die römisch-katholische Kirche verwendet es fast nicht aber der niederländischer rechtspopulist Geert Wilders Geerd Wilders immer . Warum?

Eine Analyse von Birol Kilic

Es ist sehr bedenklich, wenn sich auch Geerd Wilders in der Hofburg am 27.03.2015 auf das „jüdisch-christliche Erbe“ beruft und dagegen den Islam und seine Angehörigen (1, 3 Milliarden Menschen) pauschal stigmatisiert und diffamiert. Nach Hetze gegen Arbeitsmigranten aus Bulgarien, Rumänien und Polen nannten ihn Politiker und Intellektuelle in den Niederlanden einen Brandstifter. Der Kulturkampfbegriff der christlich-jüdischen Tradition des Abendlandes ist nämlich eine Farce die auch Niederwimmer verwendet!

Passende Worte dazu fand dereinst der Journalist und Publizist Heribert Prantl in dem Artikel „Missbrauch der Juden durch die Politik“ in der Süddeutschen Zeitung wie folgt:

„Beim Reden von der christlich-jüdischen Tradition handelt es sich aber um eine gewaltige Heuchelei. Die deutsche Politik drückt die alte, früher stigmatisierte Minderheit der Juden an die Brust, um die neue Minderheit, die Muslime, zu stigmatisieren. Die Juden werden missbraucht, um die Muslime pauschal als unverträglich zu kennzeichnen. Eingeführt hat diese Unwortkombination wahrscheinlich der blonde Holländer Geert Wilders. In seinen pathetischen Reden betonte er geradezu beschwörend, dass wir Europäer unser christlich-jüdisches Erbe vor der Islamisierung verteidigen müssten.So innig wie heute war die Beziehung zwischen Christen und Juden in Deutschland noch nie. Die neue Innigkeit ist nicht von Theologen und Pastoralklerikern ausgerufen worden, sondern von Politikern. Im Jahr 72 nach der Reichspogromnacht haben sie etwas entdeckt, was es nicht gibt: eine christlich-jüdische Tradition, eine gemeinsame Kultur. Die christlich-jüdische Geschichte besteht vor allem in der Verfolgung, Vertreibung und Vernichtung der Juden und in der Verketzerung des Talmud. Und wo es gemeinsame Wurzeln gab, hat die Mehrheitsgesellschaft sie ausgerissen. Wenn Juden anerkannt wurden, dann nach ihrem Übertritt zum Christentum. Und dieses Christentum hat bis in die jüngste Vergangenheit nicht die Gemeinsamkeit der Heiligen Schrift, sondern den Triumph des Neuen über das Alte Testament gepredigt. Zum 72. Jahrestag der Reichspogromnacht wird eine neue Kategorisierung der Minderheiten propagiert (nicht nur von scharfen Islamkritikern wie Geert Wilders und Thilo Sarrazin): in gute und schlechte, in kluge und dumme Minderheiten. Diese Sortierung wird nicht dadurch besser, dass muslimische Milieus oft sehr antisemitisch sind. Weil aber dieser Antisemitismus von der deutschen Mehrheitsgesellschaft lange kaum beachtet wurde, gibt es in jüdischen Gemeinden Sympathien für die gesellschaftliche Ausgrenzung deutscher Muslime.“

Eine Erfindung der europäischen Moderne ?

Es können viele historische Beispiele angeführt werden, die eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland ad absurdum führen. Die jüdische Philosophin Almut Shulamit Bruckstein Coruh kann wie viele andere Juden eine christlich-jüdische Tradition in Deutschland nicht nachvollziehen. Hierzu meint sie: „Nein, es gab keine jüdisch-christliche Tradition, sie ist eine Erfindung der europäischen Moderne und ein Lieblingskind der traumatisierten Deutschen.“

Im Jahre  2010 schrrieb Henryk M. Broder im Bindestrich zwischen christlich und jüdisch folgendes:  „Vor allem eine Geschichte der Glaubenskriege, der Unterdrückung, des Antisemitismus und der Gewalt, vom Holocaust zu schweigen“. 

„Christentum und Judentum stellen einen Antagonismus dar. Darum kann ich mit dem Begriff des christlich-jüdischen Abendlands nichts anfangen,“ sagte Björn Höcke bei einer Tagung der AfD-Jugend.

 

Hört auf mit dieser Lebenslüge!

Alan Posener schreibt in der Welt mit dem Titel, „Hört auf mit dieser Lebenslüge!“ folgendes:

“ Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann sagte einmal, der Musiker Roberto Blanco sei „ein ganz wunderbarer Neger“, im Gegensatz zu den Flüchtlingen aus Afrika. Und die meisten Deutschen haben ein paar ganz wunderbare Juden im Kopf, vom sanften Jesus aus Nazareth über den weisen Moses Mendelssohn bis hin zum genialen Albert Einstein. Das Ganze umsäuselt von den Klezmerklängen eines Giora Feidman, die das ewige Leid der Juden klagen.

Mit Juden, die nicht sanft, weise oder genial sind und eher mit der Uzi als mit der Klarinette umgehen, hat man es weniger, gerade in kirchlichen Kreisen, wo man sich dann doch lieber auf die ewig leidenden Palästinenser stürzt und zum Israel-Boykott aufruft.
Auch Thilo Sarrazin erträumte sich ein paar wunderbare Juden. Die Türken, sagte er, würden Deutschland erobern „wie die Kosovaren das Kosovo“. Er fügte hinzu: „Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung.“ Eine Zahl, die Sarrazin – zusammen mit dem dafür zuständigen „jüdischen Gen“ – frei erfand.
Als es in Berlin und Wien noch eine erkleckliche Anzahl osteuropäischer Juden gab, also bevor die Deutschen und Österreicher sich ihrer entledigten, betrachtete man diese „Kaftanjuden“ so wie Sarrazin heute die Türken und Araber: als „Bevölkerungsgruppen, die ihre Bringschuld zur Integration nicht akzeptieren“ und nicht dazugehören. Oder wie der assimilierte – und trotzdem später ermordete – Jude Walther Rathenau 1897 schrieb: „Inmitten deutschen Lebens ein abgesondert fremdartiger Menschenstamm. Auf märkischem Sand eine asiatische Horde.“
Betrachten wir die wirkliche Geschichte der wirklichen Juden in Europa. 1900 lebten auf dem Kontinent fast neun Millionen Juden, weit mehr als die Hälfte von ihnen in Polen und dem Russischen Reich, weitere zwei Millionen in angrenzenden ost- und südosteuropäischen Ländern. Das war Rathenaus „asiatische Horde“. Die Vorfahren dieser Menschen waren im zwölften Jahrhundert aus ihrer deutschen Heimat an Rhein und Donau hierher geflohen, um den mordenden Kreuzfahrern zu entkommen.
Sie brachten ihre eigene Sprache, das Jiddische, ihre eigene Religion, ihre eigene Kleidung, ihre eigenen Sitten und Gebräuche mit und verweigerten sich sieben Jahrhunderte lang der Assimilation. Sie hatten ihre eigene Verwaltung, ihre eigene Gerichtsbarkeit, ihre eigenen Schulen, in denen die Jungen die Thora studierten. Sie lebten zwar körperlich im Schtetl, seelisch aber in Jerusalem.
Zwischen dem großen Pogrom von 1871 in Odessa und 1914 flüchtete ein Drittel dieser Juden nach Westen. Ohne diese Ostjuden wären die jüdischen Gemeinden Amerikas niemals so stark geworden. Andere wandten sich revolutionärer Politik zu und wurden Sozialdemokraten, Kommunisten, Anarchisten oder Zionisten.
Der Österreicher Theodor Herzl wird zwar als Begründer des modernen Zionismus gefeiert, doch stellten Ostjuden die Masse der Auswanderer und ihrer Funktionäre. Ohne das Schtetl gäbe es Israel nicht. Und hätte es je die „christlich-jüdische“ Gemeinsamkeit gegeben, die für Wulff, Seehofer oder Merkel „zweifelsfrei“ und „unbestreitbar“ ist, wäre der Zionismus auch nicht nötig gewesen.

Ist diese zur Floskel geronnene Lebenslüge ärgerlich genug, so ist ihre Verwendung im Kontext der Zuwanderungsdebatte geradezu perfide. 2010 erklärten FDP-Politiker wie Christian Lindner und Marco Buschmann in ihren „Sechs Thesen für ein republikanisches Integrationsleitbild“: „Die Formel vom christlich-jüdischen Abendland“ könne „als Ausgrenzungsformel missverstanden werden“ und könne daher „kein integratives Leitbild sein“

Man mag die Bindestrich-Floskel als eine Art Rückversicherung gegen den Rückfall in den Antisemitismus. Wird sie aber verwendet, um zu begründen, warum „der Islam nicht zu Europa gehört“, so werden die Juden – ohne dass man sie fragt – für einen Zweck vereinnahmt, der ihnen allzu bekannt vorkommt: die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer Herkunft und Religion.
Die wenigsten Juden dürften diese Instrumentalisierung billigen. Wie sagte Erich Kästner: „Was immer geschieht: Nie dürft ihr so tief sinken, / Von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.“

.“

 

Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht

Aus jüdischer Sicht muss es wie ein Hohn klingen, wenn deutsche Politiker von christlich-jüdischer Tradition sprechen. Der freie Journalist Gerald Beyrodt lehnt die Verbindung christlich-jüdisch ebenso ab: „Sicher teilen Juden und Christen die Zehn Gebote und die hebräische Bibel. Sicher wäre es auch ganz nett, wenn Politiker weniger bedenkenlos von den ‚christlichen Zehn Geboten’ reden würden als in der Vergangenheit. Doch 2000 Jahre jüdische Religionsphilosophie sind in Europa weitgehend unbekannt. Der Talmud gibt dem heutigen Judentum sein Gesicht. Christen haben ihn jahrhundertelang ignoriert, verfemt und immer wieder verboten. Jüdische Kultur blieb der Mehrheitsgesellschaft verborgen, weil sie nichts davon wissen wollte. Stattdessen hat sie Juden jahrhundertelang mit absurden Vorwürfen belegt: Dass sie Hostien schänden, dass sie christliche Kinder töten und zu Mazze-Broten verarbeiten und an Pessach genüsslich verspeisen.“

An der südlichen Außenfassade der Stadtkirche zu zu Wittenbberg, die als Mutterkirche der Reformation gilt, ist eine sogenannte „Judensau“ zu sehen. Das Spottrelief zeigt einen Rabbiner, der einem Schwein unter den Schwanz schaut. Mehrere Juden saugen zudem an den Zitzen des Tieres. Das Bild ist ein bösartiger Angriff auf die Juden und ihren Glauben. 1988 wurde im Auftrag der Stadtkirchengemeinde unterhalb der Darstellung eine Gedenkplatte in den Boden eingelassen. Sie soll auf die historischen Folgen des Judenhasses aufmerksam zu machen.Wissenschaftler unterscheiden zwischen dem religiös motivierten Judenhass des Mittelalters und dem modernen, von einer biologischen Rassentheorie geprägten Antisemitismus aus dem 19. Jahrhundert.Auf den konnten sich Nationalsozialisten und Deutsche Christen berufen. Kein Zufall, dass ein Thüringer Landesbischof 1938 darauf hinwies, dass die Synagogen in der Nacht auf den 10. November, also Luthers Geburtstag, brannten. Und Julius Streicher, Herausgeber der Hetzschrift „Der Stürmer“, versuchte sich bei denNürnberger Prozessen damit zu rechtfertigten, dass an seiner Stelle auch Martin Luther vor dem Tribunal hätte stehen können.(2)

Martin Luther war ohne jeden Zweifel ein theologisches und sprachschöpferisches Genie sowie ein bedeutender politischer Denker, eine Figur von welthistorischer Wucht wie nur wenige seinesgleichen. Dass der von ihm immer wieder stark gemachte Gegensatz von »Evangelium und Gesetz« – hier die in Christus widerfahrene Gnade, dort die Härte der in der Tora angedrohten Weisungen – den christlichen Antijudaismus weiter verstärkte und zuspitzte, wird dadurch, dass er in einer frühen Schrift feststellte, dass Jesus ein geborener Jude war, keineswegs gemildert. (3)

Zentralrat der Juden in Deutschland

Bei den Juden in Deutschland herrscht keineswegs die Vorstellung einer christlich-jüdischen Tradition Deutschlands. So kann man auf der Website des Zentralrats der Juden in Deutschland Folgendes lesen: „Historisch gesehen wurde die deutsche Identität nicht nur von der deutschen Sprache und Kultur, sondern auch von der christlichen Religion geprägt. Wer außerhalb dieser Parameter stand, wurde als fremd empfunden, und kaum eine andere Bevölkerungsgruppe erlebte das schmerzvoller als Juden, deren Präsenz auf deutschem Boden seit der Zeitenwende datiert. Das tragische Ende der jüdischen Bestrebungen um Aufnahme ins deutsche Volk ist bekannt.“ Die Juden sehen Deutschlands kulturelle Wurzeln keineswegs im Judentum. Ihnen sind vielmehr die Verbrechen Deutschlands an den Juden präsent.“

Quellen:

(1) „Die Grünen und das Ende der freien Gesellschaft“
http://diepresse.com/home/5260288/

(2)  https://www.welt.de/sonderthemen/luther-2017/article159060014/Traegt-Martin-Luther-eine-Mitschuld-am-Voelkermord.html

https://www.welt.de/sonderthemen/luther-2017/article159060014/Traegt-Martin-Luther-eine-Mitschuld-am-Voelkermord.html

(3)
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29 08 2017
By: Redaktion 0

TKG: Nach dem Referendum – Einstellung zur Republik Österreich

TKG: JA zur parlamentarische Demokratie- Österreich

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich hat als unabhängige Think Tank NGO (Non Gouvernment Organization) vor dem Referendum ihre klare Ablehnung gegen das Referendum mit verschiedenen Mitteln ausgedrückt.

Türkei- Referendum: Nein! zur Abschaffung der Demokratie!

Gegenüber dieser APA OTS Aussendung hat die
Türkische KULTURgemeinde von AKP nahen Vereinen und Personen Beschimpfungen, Geringschätzung und persönliche Untergriffe dulden müssen.

Türkei-Referendum-TKG: Nein! zur Abschaffung der Demokratie!

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170414_OTS0024/tuerkei-referendum-nein-zur-abschaffung-der-demokratie

 

Wir haben in Österreich tatsächlich ein großes Problem, das nicht nur die Aufnahmegesellschaft beschäftigt, sondern auch die Mehrheit der aufgeklärten und demokratiebewussten Community aus der Türkei. Diese türkische Community ist gerade in Geiselhaft.

Die unbewussten Partisanen haben die in Österreich lebenden und freiheitsliebenden Menschen aus der Türkei durch Drohungen und Mobbing in sozialen und türkischen Medien verleumdet. Diese Tatsache ist auch langsam den ÖsterreicherInnen bewusst geworden.

Aus diesem Grund bitten wir in aller Freundschaft und Höflichkeit, das Wort „Türken“ nicht zu pauschalisieren bzw. zu „satanisieren“. Dies nützt nur den Anhängern des politischen Islams und AKP Partisanen, die sich immer als ewige Opfer zementieren.

Hier erwarten wir besonders, die moderne demokratiebewusste säkulare austrotürkische Gemeinde von diesen primitiven Schakalen und religiösen Faschisten zu unterscheiden.

Bis jetzt haben österreichische PolitikerInnen und insbesondere PolitikerInnen aus der Türkei die Aufnahmegesellschaft seit 15 Jahren mit diesen Problemen vorsätzlich unter dem Vorwand „Integration“, „Solidarität“ und „Religionsfreiheit“ geschützt und sogar mit ihnen kooperiert, obwohl sie wussten, dass diese Personen verlängerte Arme der faschistischen Parteien oder religiös fundamentalistischen und säkular verfassungsfeindlichen Parteien aus der Türkei sind.

Diese Personen, die in den österreichischen Parteien oder in der Wirtschaftskammer seit Langem mit angeblichen überangepassten Menschen aus der Türkei zusammengearbeitet haben, sind die wahren Brandstifter, die jetzt als Feuerlöscher auftreten.

Wie kann es sein, dass Parteien und Bewegungen aus der Türkei nach Jahren in Österreich Vereine gründen und Vereins- und Religionsgesetze missbrauchen, obwohl sie keine echten NGOs sind? Diese angeblichen NGOs sind gemeingefährliche, religiös-faschistische Bewegungen und Parteien, die in der Türkei verboten wurden und mit anderem Namen heuchlerisch neu gegründet worden sind.

Die Türkische KULTURgemeinde hat seit Jahren vor genau diesen Missständen konsequent in türkischer und deutscher Sprache gewarnt.

Diese Personen, die eigentlich eine demokratiefeindliche Gesinnung haben und insbesondere alle Errungenschaften in einer modernen Demokratie erleben, sind jedoch im Inland und im Ursprungsland für ihre Landsleute de facto demokratiefeindlich.

Diese Scheinheiligkeit hat mit der korrupten Sprache zu tun, die ab jetzt nicht mehr gelten sollte. Ab jetzt sollte man nicht alle TürkInnen in den gleichen Topf werfen und pauschalisieren, damit daraus nicht der „ewige Türke“ wird. Das ist das Ziel der Feinde der Demokratie und das wollen die religiösen Faschisten.

Wir, als säkulare Verfassungspatrioten mit einem wehrhaften, streitbaren Demokratieverständnis, bekennen uns zu Österreich mit allen seinen Werten, die wir in den letzten 50 Jahren miterleben und aufbauen durften.

Es ist für uns sehr wertvoll, ein Mitglied eines Staates und Bürger einer Gesellschaft zu sein, wo unsere Würde in der österreichischen Verfassung, egal welche Abstammung wir haben, unantastbar ist.

Es ist für uns eine große Freude und Ehre, in einem Land zu leben, wo Gewaltenteilung geschützt, geschätzt und hochgehoben wird, obwohl auch in Österreich dieses Gebiet noch ausbaufähig ist.

Wir als MigrantInnen, als AustrotürkInnen, möchten die Rechtsstaatlichkeit, Presse- und Meinungsfreiheit hochhalten, weil wir wissen, dass das Gegenteil uns ins Verderben stürzt.

Deswegen ist es an der Zeit, unsere Präambel, die bei der Gründung der „Türkische KULTURgemeinde in Österreich“ in den Statuten niedergeschrieben wurde, hier zu wiederholen:

 

„Wir, Bürgerinnen und Bürger aus der Türkei, haben uns dauerhaft in Österreich niedergelassen. Österreich ist unsere „neue Heimat“ und die Heimat unserer Kinder und nachkommender Generationen, die hier geboren sind und hier aufwachsen. Wir wollen in Österreich mit allen Bevölkerungsteilen dieses Landes gleichberechtigt, in Würde, Sicherheit, Frieden, Freundschaft und Solidarität leben. Wir wollen nach dem Grundsatz der Gleichstellung und Gleichbehandlung zur Verwirklichung unserer Rechte als kulturelle Minderheit in allen rechtlichen, sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Bereichen unseren Beitrag leisten. Wir haben als Bürger der österreichischen Republik Rechte und natürlich auch Pflichten, die wir mit Österreichs Verfassung und Gesetzen vollkommen befürworten und unsere Mitglieder immer darauf aufmerksam machen wollen. Wir werden den Rechtstaat Österreich in seinen Gesetzen und Verfassungen anwenden und loyal bleiben und mit allen Mitteln unterstützen, damit wir auch von allen Seiten objektiv und korrekt behandelt werden. Die „Türkische Kulturgemeinde in Österreich – Brückenbauen“ ist ein den pluralistischen, freiheitlichen, demokratischen und rechtstaatlichen Prinzipien verpflichteter Verein. Pluralität der Meinungen, Gleichberechtigung aller Mitglieder und demokratische Regeln bei der Arbeit sind oberstes Prinzip. In Grundsatzfragen wird das Konsensprinzip angestrebt. Rassistisch oder Fundamentalistisch orientierte Personen oder Organisationen und solche Personen oder Organisationen, die Gewalt als politisches Mittel bejahen, dürfen nicht Mitglied werden. Die UNO -Menschenrechtscharta ist Bestandteil der Satzung. Der Verein bekennt sich zu den einschlägigen internationalen Vereinbarungen zum Schutze der Menschenrechte.“

www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170419_OTS0127/tkg-ja-zur-oesterreich

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich,
Obmann
Dipl.-Ing. Birol Kilic

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29 08 2017
By: Redaktion 0

Solidarität ist gut, aber mit wem Herr Bundespräsident Van der Bellen?

Wir begrüßen die Haltung von Bundespräsident Van der Bellen gegen jeglichen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus. Vielen Dank.

 

Aber auf die Solidarität vom Bundespräsidenten bezüglich Kopftuch können wir als Opfer der modernen, säkularen und gläubigen Austrotürken in aller Höflichkeit verzichten. Warum? Weil diese Solidarität ist für uns ein Freibrief und eine Unterstützung der Unterdrücker, der Diskriminierer und der religiösen Klerikalfaschisten der „politischen Islamanhänger“  die wir aus der Türkei kennen.

Zwischen „Islam“ und „politischem Islam“(Verfälschten Islam)  gibt es einen diamateriellen Unterschied. Islam bedeutet als Wort Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen und „Poltische Islam“ bedeutet Ausnützung, Tränen, Missbrauch, Hetze und Unterdrückung.

Der „politische Islam“ ist der Feind des „Islams im Koran“ der gerade auch in Österreich alle MoslemInnen (ca.700.000) in Geiselhaft genommen hat.

Der „poltische Islam“ ist ein „verfälschter Islam“, der demokratische Errungenschaften, die man vor Jahrhunderten als Land gewonnen hat, missbraucht, manipuliert und vernebelt.

 

„Wir“ und „Ihr“

Es ist eine „Wir“(Aufgeklärten, Moralisch überlegenen) und „Ihr“ (Nicht-Aufgeklärten-Moralisch verdorbenen, ewige Verlierer-Cahilliye also die EuropäerInnen und säkulare MolemInnen)  Gesellschaft, die man in eine feindliche Position durch Hetze und Polarisierung bringt in der man lebt. Damit sie diese Ziele erreichen können, verwenden sie insbesondere das „Kopftuch“, obwohl das Kopftuch im Islam keine religiöse Pflicht bzw.Zeichen ist.  Wir betonen hiermit ausdrücklich  das Recht von Frauen ihre Bekleidung selbst zu wähle. Das  Kopftuchdebatte  wird  aber vorsätzlich für Ihre (Politische Islam) ideologische Ziele Instrumentalisiert und zweckentfremdet. Mann sollte aber über das Thema Kopftuch nicht alle alle MoslemInnen stigmatisieren. Das wollen die Anhänger der „Poltischen Islam“  damit hier die Spreu vom Weizen nicht mehr trennbar ist und Sie de facto Brandstifter unter dem Vorwand Feuerlöscher auftreten können.

 

Islam bedeutet Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen und nicht umgekehrt

Das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“ und „Vertrauen“.  Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt, die ihr „wahres Islam“-Bekenntnis aus dem Koran beziehen, verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten – und gewaltbereitende und selbstverherrlichende Theologien des Islam, die wir als „verfälschten Islam“ (Politische Islam) bezeichnen, kritisch zu betrachten, ja, sich von diesen um ihres Theologie Willen zu distanzieren.

Es stellt sich die Frage, ob es sich bei islamischen Kopftüchern um ein religiöses Gebot bzw. Pflicht handelt (dann müsste dieses allerdings im Koran stehen) oder ob wir es viel mehr mit einem historisch gewachsenen, politisch-religiösen-tradition Phänomen zu tun haben, das sich auf den Einfluss politischer und kultureller Traditionen zurückführen lässt und durch „Poltischen Islam“ Anhänger für die Gesellschaftsmodel „Wir“ und „Ihr“  als religiöses Gebot ausgenützt und politisiert wird.

Da das Kopftuch aber nicht  als Kopf-tuch im Koran erwähnt wird, kann es auch kein Gebot bzw. Pflicht dazu geben.Das häufig angeführte Argument, das Kopftuch solle „vor den Blicken der Männer schützen“, erscheint in unserer aufgeklärten Zeit jedenfalls vielen Leuten absurd und selbst im traditionell-historischen Kontext nicht als ganz stimmig. Im Koran gibt es nur 3 Verse bezüglich „Kopf”, “Tuch“ und „Schleier“, aber man sucht das Wort „Kopf-Tuch“ und infolgedessen „Pflicht bzw.Gebot zu Kopftuch vergeblich.
(Sure/Kapitel 24 Vers 31,  Sure/Kapitel 24 Vers 60, Sure/Kapitel 33 Vers 59). Bei Betrachtung der oben angeführten Zitate sieht man, dass das Wort „Tuch“ (Überwurf, Schleier, Kleider) vorkommt, aber nicht das Wort „Kopf-tuch“ als solches.

 

1980-Wendepunkt in der Türkei-Türkischen Erfahrungen

In der Türkei wurden vor 40 Jahren das Kopftuch, Turban und der Schleier absichtlich durch „Politische Islam“ anhänger politisiert. Bis vor 40 bis 50 Jahren diskutierte fast niemand in der Türkei  über das Kopftuch. Erst durch den Militärputsch vom 12. September 1980 und die darauf folgende Politisierung des Kopftuchs durch manche Gruppen aus Saudi Arabien, Katar und Ägypten, die die Religion für ihre politischen Interessen ausnützten, wurde es zu einem heiklen Propagandainstrument. Das Thema „Kopftuch“ wurde mit den „Migranten“ (Politischen Islam-Vereine, die eigentlich reaktionäre politische Parteien in der Türkei waren) nach Europa importiert und sorgt hier für heftige Diskussionen, auch innerhalb der Migrationsgruppen.  Die türkischen Erfahrungen sollten in Österreich, Deutschland und in der EU nicht wiederholt werden. Schließlich ist offensichtlich, dass im Islam nach den koranischen Versen und Suren keine Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuchs besteht – auch wenn das von einigen Gruppen behauptet, ausgenützt und Propagiert wird. Man sollte in Österreich Kopftuch nich politisieren. Als Österreicher und mit Überzeugung säkularer Lebenseinstellung treten wir für uneingeschränkte Meinungsfreiheit ein und spricht sich grundsätzlich gegen Kleidervorschriften aus.

 

Was heute von den Medien eigentlich kritisiert wird, sind nicht der koranische Islam und der Prophet Mohammed, sondern eine künstliche Ideologie, die Bekenntnis-Merkmale und koranische Worte des Islams, wie z.B. „Allah’ u Ekber“ (arab. allāhu akbar; übersetzt „Gott ist am Größten / ist der Größte“ – Bedeutung hat Ähnlichkeiten mit „Halleluhja“, „Gott preisen, verherrlichen, ausrufen“), missbraucht und gleichzeitig alles, was der koranische Islam ausdrücklich verbietet, praktiziert. Nämlich Intoleranz, Gewalt, Hetze, Politisierung der Glaube und die Nichtnutzung des Verstandes und der Vernunft.

 

These

Das größte Opfer dieser  Ideologie (Politische Islam) ist zuerst der koranische Islam und der Prophet Muhammed selbst, der doch die Vielgötterei und die Unmenschlichkeit bekämpft hat.

Der Koran ruft zur unbedingten Nutzung des Verstandes und der Vernunft auf und er ermahnt die Menschen warmherzig zu sein. Der Koran erinnert den Menschen daran, sein Vermögen und seine Liebe mit den Nachbarn zu teilen, egal welcher Religion, Sprache oder Nationalität man angehört. Es ist für uns Muslime schmerzlich, wenn dieser Gedanke der Nächstenliebe in der heutigen Wahrnehmung ganz untergeht und Morallosigkeit salonfähig ist. Die Türkei hat  deswegen ein Moral und Ethik Problem. Eine unmoralische Gesellschaft ist eine verdorbene Gesellschaft. Es wird alles missbraucht. Insbesondere Glaube! Es gibt sehr viele Themen, die wir besprechen, diskutieren und für die wir, mit dem Einverständnis aller, Lösungen finden müssen, weil Österreich ein Hinterland der „Morallosen Politisierten Islam“  geworden ist die wir ‘Verfälschten Islam“(Politische Islam) nennen die keine Moral und Ethik kennt und am meisten die Mehrheit der Menschen aus der Türkei schadet. Das verhindert natürlich seit  langem Integration und stört das Zusammenleben.

 

Vor zehn Jahren legte die Tochter des Gründers der Milli-Görus-Bewegung  Frau Emil Zeynelabidin ihr Kopftuch ab und schreibt folgende Worte am 23.04.2015 in der WELT:

„Die Welt ist in Verhüllte und Unverhüllte gespalten. Erst heute ist mir bewusst, unter welch einschränkenden Umständen ich durch das Kopftuchtragen gelebt hatte. Auch hätte ich mir damals nicht vorstellen können, dass es überhaupt nicht schlimm ist, kein Kopftuch zu tragen und meine Haare in der Öffentlichkeit zu zeigen.  Heute sind Frauen weltweit in Verhüllte und Nichtverhüllte gespalten. Und das im Namen der islamischen Religion. Eine (veraltete) Maßnahme aus der Zeit des Propheten ist heute zum Merkmal einer Apartheidpolitik geworden und niemanden stört es, dass dem ein Irrtum im Verständnis von Islam zugrunde liegen muss.

In der Debatte um das Kopftuch, das falsch gesetzte Prioritäten bei Muslimen und Befremden bei Nichtmuslimen zum Vorschein gebracht hat, liegt dennoch eine große Chance, mithilfe kluger Fragen die Streiterei in eine lebenspraktische Debatte umzuwandeln, um möglichen Irrtümern in Glaubensvorstellungen über Gott und den Islam nachzugehen. Was hat lieber Allah gegen Damenfrisuren? Warum soll Gott strafen, wenn eine Frau Verantwortung für ihre Reize übernimmt und Männer entsprechend Verantwortung für adäquates, faires Verhalten? Haben Männer nicht auch ihre Reize? Ist das Kopftuchtragen gesund für die Haare? Warum fällt es so schwer, auf das Kopftuch zu verzichten, wenn es doch angeblich freiwillig getragen wird?

Mein Leben ist seit zehn Jahren für mich freier und leichter geworden, ohne dass ich dabei auf meinen Glauben verzichtet habe. Im Gegenteil, durch das Fehlen meines Kopftuches genieße ich einerseits die Unauffälligkeit in der Öffentlichkeit, in der ich 30 Jahre lang ein Kopftuch trug und mich mit der religiös begründeten Bekleidungsform zum Maßstab der Zeiten vor 1400 Jahren bekannte, als man (“freie“) gläubige Frauen und Sklavinnen unterscheiden wollte. Und andererseits gefällt mir der nahe Kontakt zu Menschen, die mich als Mensch erkennen, und nicht als „die Muslimin“. Dabei schien ich als Verhüllte nicht zu wissen, was ich da wirklich genau tat. Mir hatte niemand davon erzählt, dass es sich bei der Verhüllung um ein Unterscheidungsmerkmal handelte und dass es um die „gefährlichen“ weiblichen Reize ging.

Eigentlich bestand bei mir überhaupt kein Bedarf, mich mit den Beweggründen meiner Glaubensansichten genauer zu befassen. Es gab keine Herausforderungen und Anlässe für ein kritisches Hinterfragen. Bis zur Kopftuchdebatte, die 2003 mit Fereshta Ludins Gang zum Bundesverfassungsgericht begann, war das Tragen von Kopftüchern bei muslimischen Frauen in Deutschland überhaupt kein Thema.Dass aber das Kopftuch zum Gradmesser von Gläubigkeit und Gehorsam auch gegen eine Frau gerichtet werden kann, musste ich am eigenen Leibe erfahren, als ich mich freien Willens von der Überflüssigkeit der Verhüllung löste, und damit auch von meiner Stigmatisierung und Uniformierung.

Es geht auch um die Würde von Männern

Längst hat das Kopftuch den Zweck, die Zugehörigkeit zu einer Minderheit zu markieren, statt mir als Individuum auch das Recht auf ein Aufgehen in der Allgemeinheit und Gesamtheit der Gesellschaft zu geben. Zudem ist es ein Betrug an der Weiblichkeit und eine eklatante Infragestellung der Würde von Männern. Es legt eine moralische Schamhaftigkeit bei Frauen fest, die in ihre natürliche Persönlichkeitsentwicklung eingreift. Der Glaube an Gott braucht keine demonstrativen Äußerlichkeiten. Was also hat das Kopftuch heute noch mit Islam zu tun? Nichts.“

 

Wo liegt das Hauptproblem? 

Das Hauptproblem liegt in der korrumpierten, manipulierten und mutierten Poltischen Islam-Theologie, die sich auf verfälschte Quellen und traditionelle Islam-Interpretationen stützt die wir Theologie des Verdachtes, Theologie der Gewalt nennen.

Die Islamische Welt leidet in Wirklichkeit unter einem abgöttischen Götzendienst. (Schirk) Nach außen hin wird das Wort „Allah“ verwendet und mit ihren Bärten, Turbanen und ihren schönen Gebetshäusern geben sie sich den Anschein, als ob sie gottesfürchtig wären, obwohl Gott von ihnen nur eines verlangt: Lesen, die Benutzung des Verstandes und der Vernunft, die Anpassung an Zeit und Ort und zu teilen, was man hat. Wenn man nichts zum Teilen hat, dann sollte man zumindest das Wort „Salam“, als Friedenstifter, mit dem Nachbarn teilen.

Die  nicht weniger Teil der muslimischen Welt bekennt sich zu dieser Verstands-beleidigenden Theologie der Verachtung und Gewalt und sieht sie als ihre wichtigste Säule in der Interpretation des Islams. Durch die verbreitete, muslimische Theologie werden alle guten Werte der eigentlichen Friedensreligion Islam aus ihrer Kern-Botschaft, nämlich, dass die Religion für das Glück der Menschen und zur Verherrlichung Gottes da ist, absichtlich herausgerissen und manipuliert, nämlich insofern, als man behauptet, dass der Mensch für die Religion geschaffen wurde – so wurde und wird der Koran für dynastische, monarchistisch-faschistische Zwecke und in Form eines politisch instrumentalisierten Glaubens vorsätzlich missinterpretiert.

Der koranische Islam setzt ethisch und moralisch hohe Tugenden voraus, aus denen die Menschen zeit- und ortsgemäß ihr Leben, sei es innerhalb einer Demokratie, sei es in der Republik, in Frieden leben können. Und nicht umgekehrt, wo der Mensch zum Knecht eines Vielgötterglaubens wird, wo Menschenknochen und Steine als Vermittler zwischen Gott und dem Menschen stehen. Und das ist die Ursache dieses großen Dramas, das die islamische Welt gerade durchleben muss.

Eine sehr schwierige Aufgabe ist daher die Aufklärung, um die Spreu (namentlich den „verfälschten Islam“) vom Weizen (dem „wahren Islam“) trennen zu können. 

Also den „wahren Islam“, der auf Friede, Wohlbefinden und Nächstenliebe beruht, von dem „verfälschten, traditionalistischen Islam“.

Ganz umgekehrt die die Propagandisten der Poltischen Islam Anhänger unterdrücken, diskriminieren und divergieren die Gesellschaft.  Man muss auf der Seite der unterdrückten sein und sich solidarisieren.

Lieber Herr Bundespräsident „WIR“ brauchen Ihre Solidarität.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

DI Birol Kilic

Quellen:

Welt-Artikel-Emel Zeynelabidin

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article139984819/Im-Iran-oder-Saudi-Arabien-waere-ich-laengst-tot.html

 

„Im Koran sucht man das „Kopf-tuch“ vergeblich! Burka, Burkini, Bushiya, Hijap, Chador(Abaya) und Nigab sowieso…“

http://www.turkischegemeinde.at/

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29 08 2017
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Trauer um den bedeutenden Brückenbauer Dr. Ahmet Cemal

Wien. Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) trauert um den bedeutenden Schriftsteller und deutsch-türkischen Übersetzer und Brückenbauer zwischen Österreich und der Türkei Ahmet Cemal (1942–2017). TKG möchte seinen Namen in Wien verewigen. Die Republik Österreich sollte großes Interesse daran haben einen der bedeutendsten Exporteure der österreichischen Kultur in der Türkei in Wien zu verewigen um zu zeigen, dass es hier um Werte geht und nicht um die Abstammung.

Am 1. August 2017 starb in Istanbul im 76.  Lebensjahr der Schriftsteller und Übersetzer Dr. Ahmet Cemal Durch seine Übersetzungen hat Cemal einen großen Beitrag dazu geleistet, dass österreichische Literatur in der Türkei bekannt werden konnte.

Cemal kann somit als „Honorarösterreicher“ bezeichnet werden, der sich in äußerst umfangreichem Ausmaß in den Verdienst der bilateralen Kulturvermittlung gestellt hat.

 

Er war eine der bedeutendsten literarischen Persönlichkeiten, die die deutschsprachige Kultur an die türkischen Leser weitergereicht hat. Er brachte Licht und Sonne in das intellektuelle türkische Leben.

Ahmet Cemal hat sich mit Übersetzungen von Autoren wie Bachmann, Broch, Celan, Musil, Rilke und Zweig ins Türkische als Vermittler der österreichischen Literatur einen Namen gemacht. Er war nicht nur ein leidenschaftlicher und unermüdlicher Übersetzer, sondern auch Journalist und Schriftsteller und vor allem ein Liebhaber der österreichischen Literatur.

 

Ahmet Cemal war Absolvent des österreichischen St. Georg-Kollegs in Istanbul. Nach seinem Jus-Studium an der Universität Istanbul nahm Cemal seine Lehrtätigkeit an der germanistischen Abteilung dieser Universität über die Kunst und Technik des Übersetzens auf. Des Weiteren war er Lehrbeauftragter an der Anadolu Universität in der Stadt Eskisehir in der Türkei für Ästhetik, Kunst-, Kultur,- und Theatergeschichte, wofür er auch das Ehrendoktorat erhielt.

 

Cemal hielt auch zahlreiche Vorträge in der Österreichischen Gesellschaft für Literatur in Wien sowie an den Universitäten Wien und Innsbruck.

 

Außer seiner Lehrtätigkeit und seinem übersetzerischen Wirken war er auch als Kolumnist der Tageszeitung Cumhuriyet tätig.

 

Er war darüber hinaus auch viele Jahre am Österreichischen Kulturinstitut in Istanbul beschäftigt. Cemal hat wesentlich sowohl zur Verbreitung des österreichischen Kulturguts und der österreichischen Literatur in der Türkei beigetragen, als auch als Brückenbauer zwischen den beiden Staaten und Kulturen fungiert. Obwohl sein schöpferischer Schwerpunkt in der Übersetzung deutschsprachiger und insbesondere österreichischer Literatur ins Türkische liegt, hat er darüber hinaus auch zahlreiche Veröffentlichungen über Literatur und Kunst in zahlreichen Zeitschriften publiziert.

Im Jahre 2004 erhielt Ahmet Cemal den Staatspreis für literarische Übersetzung.

 

Im Jahre 2009 erhielt er für seine Übertragung von Elias Canettis „Die Blendung“ eine Übersetzerprämie des BMUKK.

 

Im Jahre 2010 wurde er mit dem „Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich“ geehrt und 2013 der Große Österreichische Staatspreis für literarische Übersetzung zuerkannt.

 

Besonders hervorgehoben wurde in Fachkreisen seine Arbeitsweise im Umgang mit Realia am Beispiel seiner Übersetzung des Romans „Malina“ von Ingeborg Bachmann.

 

Durch seine Übersetzungen der österreichischen Literatur haben türkischsprachige Leser und Leserinnen die Möglichkeit bekommen, folgende Werke (und noch einige mehr) in ihrer Muttersprache lesen zu können:

 

 Elias Canetti – Die Blendung, Das Gewissen der Worte, Die Provinz des Menschen

 

 Ingeborg Bachmann – Malina, Hörspiele, sämtliche Gedichte, Nach dieser Sintflut/Essays und Gespräche

 

 Paul Celan – ausgewählte Gedichte

 

 Georg Trakl – ausgewählte Gedichte

 

 Jura Soyfer – ausgewählte Gedichte

 

 Hermann Broch – Schicksalselegien/Rückkehr des Vergil

 

 Ernst Fischer – Franz Kafka

 

 Franz Kafka – Die Verwandlung, Der Prozess

 

 Robert Musil – Nachlass zu Lebzeiten, Der Mann ohne Eigenschaften

 

 Manès Sperber – ausgewählte Essays

 

 Stefan Zweig – Die Geschichte von Morgen/Essays, Triumph und Tragik des Erasmus von Rotterdam

 

 Rainer Maria Rilke – ausgewählte Gedichte

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wird die Erinnerung an die Werke des Brückenbauers zwischen Österreich und der Türkei niemals vergessen, die Dr. Ahmet Cemal an die Nachwelt weitergeben hat.

 

Wir möchten alle Interessierten, die einen Beitrag für dieses Bemühen einen Beitrag leisten möchten, dazu einladen in unserer Kommission „Brückenbauer Dr. Ahmet Cemal“ teilzunehmen. Wir möchten in Wien einen Ort finden, an dem sein Name verewigt wird, damit auch in Österreich lebende Menschen aus der Türkei sehen können, dass kulturelle und durch Bildung erreichte Leistungen und Arbeiten in Österreich geschätzt und geehrt werden.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

Dipl.- Ing Birol Kilic

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28 08 2017
By: Redaktion 0

Islamic Banking und „orthodoxer“ Halal-Regeln verstößen gegen das EU Recht? 31 Thesen!

Islamic Finance bzw. Islamic Banking und  „orthodoxer“ Halal-Regeln verstößt gegen das EU-Recht und das EU-Diskriminierungsverbot.

Eine Analyse von Birol Kilic  


„Das Scharia-Recht“bzw. Scharia-Gesetzgebung  und die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme sind in Europa verboten. Ich bin nicht gegen den „Islam“, sondern gegen Islamic „Banking“, das gerade von einer Privatbank als erste Bank in Österreich ab Februar starten soll. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in seiner Entscheidung vom 13.2.2003 etabliert und anerkannt, dass das „Scharia Recht“ und die Diskriminierung, die sich aus dem Scharia Recht ableitet, sowie die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme, in Europa verboten sind.

Am 14.01.2016 wurde in mehreren Zeitungen in Österreich folgendes berichtet:

„Als erste österreichische Bank (Name bekannt), wagt sie sich in das wachsende Geschäft mit „Islamic Banking“ – eine Finanz- und Anlageform, welche die Scharia, das religiöse Gesetz des Islam, als Grundlage hat. Zinsen sind beim „Islamic Banking“ verboten, wie auch Geschäfte mit Unternehmen, die in Glücksspiel, Waffen, Alkohol oder Pornografie investieren. Überwacht werden diese Regeln von einem Korangelehrten (Scharia-Board). Als Zielgruppe werden die fast 600.000 in Österreich lebenden Menschen genannt, die sich zum muslimischen Glauben bekennen. Abgesehen hat es die Bank vor allem auf die türkische und bosnische Community, die zum Teil in der Muttersprache betreut wird. Der Flüchtlingsstrom aus dem arabischen Raum dürfte zusätzliche Nachfrage nach den Produkten bringen. Vor Jahren verlief ein ähnliches Projekt der Oberbank noch im Sand.“


Hier die 31 Thesen, warum diese das Islamic Banking in aller Freundschaft nicht unterstützt gehört:

 

Die Sach­ver­halts­dar­stel­lung:

1. Islamic Finance (Banking, Versicherung) verstößt gegen das EU-Recht in allen 28 EU-Staaten, die freie Marktwirtschaft, die WTO-Regeln, das UWG, und die nationalen Gesetze von 170 Staaten in der ganzen Welt. Was hat die Religion mit dem Bankwesen zu tun? Halal-Zertifizierungen (Konformitätsbewertungen) sind kommerzielle (wirtschaftliche) Tätigkeiten mit einem Gewerbeschein, und keine religiösen Tätigkeiten. Konformitätsbewertungen sind kein Monopol der Glaubensgemeinschaften. Durch „konservative politische islamische Gruppen“ wird aus unserer Sicht, die „Islamische Religion“ als Vehikel benutzt um allen Bereichen der EU einen steuerbaren Marktmechanismus aufzuerlegen. In Koran und Sunna gibt es kein Scharia-Board. Dieses ist vor einigen Jahrzehnten erst von den poltisierten Islam Parteien und Verbänden für die Steuerung des europäischen und weltweiten Exportes Ihrer Politik (poltisierter Glaube) von Wirtschaft und Gesellschaft „erfunden“ worden. Hier wird unter dem Vorwand der Religionsfreiheit ein steuerbarer Marktmechanismus bei Halal-Zertifizierungen (inkludiert Islamic Banking, Islamic Finance, Islamic Versicherung) aufgebaut, der gegen das EU Recht, die freie Marktwirtschaft, das Gleichbehandlungsgesetz und das Diskriminierungsverbot der EU verstößt. Die Freiheit der Religionsausübung ist in erster Linie eine Angelegenheit des Gewissens jedes Einzelnen. Aber die Sphäre des individuellen Gewissens ist grundverschieden von der des „Privatrechts“, welches die Organisation und das Funktionieren der Gesellschaft als Ganzes betrifft und wo sich der Rechtsstaat aufbaut. Hier beginnen die Probleme für uns als säkulare muslimische AustrotürkInnen. Hier wird nach unserer Meinung auch unsere Religion Islam missbraucht.

2. 96 Artikel der konsolidierten Fassung des „Vertrages über die Arbeitsweise der Europäischen Union“, gültig ab 30.3.2010 (Amtsblatt der Europäischen Union C 83/47), 15 Artikel des „Vertrages über die Europäische Union“ (C 83/13) und 16 Artikel der „Charta der Grundrechte der Europäischen Union“ (C 83/02), werden durch die Zulassung von „Halal“ und „Islamic Finance“ verletzt. Um dem EU Staatsgrundsatz der Trennung von Kirche und Staat keine Umgehungsmöglichkeit zu schaffen, forden wir in diversen Normen Entstehungsprozessen, international und national, besonders dem Thema widmend, eine Normierung dieses Themas in allen Bereichen zu unterbinden!

3. Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in seiner Entscheidung vom 13.2.2003 etabliert und anerkannt, dass das Scharia Recht und die Diskriminierung, die sich aus der Scharia ableitet, sowie die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme, in Europa verboten sind: „Die Einführung verschiedener Rechtssysteme kann nicht als vereinbar mit der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK) betrachtet werden. Überdies würde es dem Diskriminierungsverbot des Art. 14 EMRK widersprechen. Die Scharia ist unvereinbar mit den grundlegenden Prinzipien der Demokratie, die in der Konvention festgeschrieben sind. Die Freiheit der Religionsausübung ist in erster Linie eine Angelegenheit des Gewissens jedes Einzelnen. Die Sphäre des individuellen Gewissens ist grundverschieden von der des Privatrechts, welche die Organisation und das Funktionieren der Gesellschaft als Ganzes betrifft.“
(Quellen: EGMR Entscheidung 13.2.2003, Bsw41340/98,  Bsw41342/98, Bsw41343/98,  Bsw41344/98)

4. Das gesamte bisherige Rechts- und Gesellschaftssystem wird ausgehebelt und das Scharia-Recht in Österreich und Europa eingeführt. Wenn es in allen europäischen Ländern „Ausnahmen und Befreiungen“ für eine Unterscheidung und Differenzierungen zwischen „Halal“ (reinen, erlaubten) und „Haram“ (unreinen, nicht erlaubten, verbotenen) EU-Produkten, EU-Unternehmungen, EU-Lebensmittel-Sektoren, die EU-Finanzdienstleistungs-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Arbeiter, Angestellte und Verbraucher in der EU gibt, würde sich eine neue rechtliche Situation in ganz Europa entwickeln, die in Widerspruch zu den bestehenden Grundsätzen der EU stehen. Die Einführung eines Islamischen Rechtssystem – (siehe letzte Entscheidungen der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) unter Saudi Arabien etc.) führt zu einer Spaltung der europäischen Gesellschaft: Zweiklassengesellschaft. Wir müssen hier in aller Freundschaft Einspruch erheben. So nicht!

5. Bei Rechtsstreitigkeiten müssen die Gerichte, Verwaltungsbehörden, der Oberste Gerichtshof, der Verwaltungsgerichtshof und der Verfassungsgerichtshof auf Grundlage des Scharia-Rechtes entscheiden und zwischen „reinen“ (erlaubten) und „unreinen“ (verbotenen) Produkten, Unternehmen, Konsumenten und Arbeitnehmern unterscheiden. Die zahlreichen Anstöße aus dem arabischen Raum übersehen für die europäischen Rechtskreise nämlich ein zentrales Faktum: Fragen der technischen Normung sind vom jeweiligen Gesetzgeber ganz genau für den Standardisierungs-Vorgang zugewiesenen Regelungseinheiten definiert, die ansonsten den parlamentarischen/demokratischen Prozess zur allgemeinen Gesetzeswerdung nicht stören dürfen. Somit darf es auch nicht sein, dass mit technischer Normung Grundprinzipien des Rechtstaates umgangen werden, wie z.B. jenes Faktum, dass das Staatskirchenrecht jedenfalls eine parlamentarische Aufgabe ist und keine Angelegenheit eines technischen Standards.

Es ist daher unvertretbar, parlamentarische Kompetenzen durch Herabstufung auf technische Normen zu nivellieren und zu umgehen. Ganz generell darf das Prinzip der Trennung von Kirche und Staat auch und gerade im technischen Bereich nicht durch Hereinnahme islamischer Vorschriften verwässert werden.
Auch aus Sicht der technischen Normengestaltung ist es einfach widersinnig für ein und dieselbe Sachfrage einmal eine sogenannte säkulare Norm zu schaffen und parallel dazu eine sogenannte Islam-konforme Norm, denn es besteht die Gefahr, dass auch die Frage eines allfälligen Vorrangs einer Norm nach dem Kulturkreis und politischer Einflussnahme entschieden werden könnte. Zum letzten Punkt ist besonders anzumerken: Über die Nomenklatur, was HALAL/rein und was HARAM/unrein ist, herrscht zwischen den Glaubensrichtungen der Schiiten, der Sunniten und der Alewiten kein einheitliches Verständnis. Entscheiden sich Firmen wegen der Hoffnung auf neue Geschäftsfelder, Kundenwünschen nach religiös gestalteten Produkten entgegen zu kommen, ist das jeweils eine eigene Unternehmensentscheidung auf freiwilliger Basis –mit allen Konsequenzen, die ein solcher Entschluss mit sich bringt. Die Umstrukturierung der EU-Wirtschaft wird die Folge sein. Das Geschäftsvolumen für alle Bereiche des Lebens der EU-BürgerInnen soll bis zum Jahr 2050 für „Halal food“ (Lebensmittel, Getränke etc.) und „Islamic Finance“ (Bankwesen, Versicherungen, Finanzdienstleitungen, KFZ, Häuser, Wohnungen, etc.) beabsichtigen in jedem Jahr rund 2 Billionen Euro in ganz Europa zu erreichen.

Eine solche Überlegung der Marktteilnahme rechtfertigt jedoch nicht die Schaffung allgemeiner Normen „erga omnes“(gegenüber Allen – kennzeichnet absolute Rechte, die nicht nur wie etwa vertragliche Rechte inter partes wirken, sondern gegenüber jedermann Geltung beanspruchen).

6.  Der Hintergrund des Scharia-Rechts „Halal“ (und auch „Islamic Finance“) diskriminiert die Wirtschaft, Lebensmittel-Sektoren (Hersteller und Konsumenten), die Finanzdienstleistungen-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Produkte, Arbeiter, Angestellte und Verbraucher nicht nur in Österreich sondern in der ganzen Welt. Dies ist eine Verletzung des Gleichheitsprinzips. Die Konzeption (durch politisierten Glauben des Islam) von „Halal“ und „Haram“ wird unserer Ansicht nach der Europäischen Integrationspolitik entgegenwirken und steht in Widerspruch zu den Prinzipien der säkularen Europäischen Union.

7. Es gibt keine Trennung zwischen Staat und Religion.

8. Das Scharia-Recht ist die Grundlage des Islamic Finance Vertrages zwischen Bank und Kunde und umfasst alle Lebensbereiche und Handlungen eines Menschen.

9. Die Scharia hat keine fixierte Gesetzessammlung wie etwa österreichische Gesetzestexte im Bürgerlichen Gesetzbuch oder im Strafgesetzbuch, sondern eine Methode und Methodologie der Rechtsschöpfung. Die Scharia („Rechtsgutachten“) ist nicht der koranische Islam, sondern eine Deutung und ist daher subjektiv. Der Koran wurde bislang falsch interpretiert, sagen moderne Theologen. Der Theologe fordert eine Befreiung des Glaubens.

10. Religiöse Vorschriften und das Rechtsystem der Scharia stehen über den nationalen staatlichen Gesetzen und dem EU-Recht, was europäisches Recht verletzt.

11. Es wird zwischen „halal“ (reinen, erlaubten) und „haram“ (unreinen, verbotenen) Produkten, Unternehmen, Konsumenten und Arbeitnehmern unterschieden.

12. Unternehmen, Produkte, Konsumenten und Arbeitnehmer, die nicht „halal“ sind, werden in Österreich und in der EU diskriminiert.

13. Es werden der Gleichheitsgrundsatz, das Gleichbehandlungsgesetz, das Gleichbehandlungsgebot und das Diskriminierungsverbot der EU verletzt.

14. Aus den Entscheidungen der europäischen Gerichtshöfe geht hervor, dass die Einführung des Scharia-Rechtes und die damit verbundene Diskriminierung mit den grundlegenden Prinzipien der Demokratie, der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK), der Charta der Grundrechte der Europäischen Union (GRC) und dem EU-Recht nicht vereinbar sind.

15. Die wiederholten Versuche verschiedener Banken und Versicherungen in Europa übersehen, dass Islamic Finance (Islamic Banking, Versicherung, etc.) den parlamentarischen und demokratischen Prozess zur allgemeinen Gesetzeswerdung nicht stören dürfen.

16. Somit darf es auch nicht sein, dass mit Islamic Finance die Grundprinzipien des Rechtstaates umgangen werden, wie z.B. jenes Faktum, dass das Staatskirchenrecht jedenfalls eine parlamentarische Aufgabe ist und keine Angelegenheit eines Standards einer Bank oder Versicherung. Die islamischen Staaten wollen sich aus vielen Presseberichten auf einheitliche Standards für sogenannte Halal-Produkte ink. Islamic Finance/Banking verständigen, die den Maßgaben des islamischen Religionsrechts (Scharia) entsprechen. Auch pharmazeutische Produkte und Kosmetika sollen geprüft werden. Anfang Dezember 2015 kam dazu am Sitz der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) im saudi-arabischen Dschidda ein zweitägiges Forum zusammen. Nach Angaben des staatlichen emiratischen Pressedienstes WAM sollte es dabei unter anderem um Fragen der Zertifizierung von Unternehmen sowie um Produktrichtlinien und Verfahrensweisen im internationalen Handel gehen. OIC-Generalsekretär Iyad bin Amin Madani betonte, Halal-Erzeugnisse umfassten nicht nur Nahrungsmittel, sondern etwa auch pharmazeutische Produkte, Kosmetika und Banken. Die Ergebnisse des Forums sollten als Empfehlungen kommendes Jahr dem Außenministerrat der OIC-Staaten vorgelegt werden. Das Marktvolumen von Produkten, die ausdrücklich in Einklang mit islamischen Vorschriften stehen, wird laut WAM auf 2,3 Billionen US-Dollar geschätzt (2,1 Billionen Euro). Davon entfallen 1,4 Billionen auf Nahrungsmittel und 506 Milliarden auf Kosmetik. Im Falle des internationalen Gründungsantrags der Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) mit Sitz in Saudi Arabien oder „Vereinigte Arabische Emirate“ (V. A. E.) geht es nun nicht mehr alleine um Lebensmittel oder Finanzen, sondern es geht um fast alle Technologiefragen, um die Umwelt, um Textilien, chemische Produkte (Kosmetika), islamkonforme Krankenhausausstattungen, Logistik, usw.

-Aus österreichischer Sicht können diese Vorhaben keinesfalls gutgeheißen werden, da ganz stark in säkulare Erzeugungs-, Bedienungs-, Verkaufs- und Servicevorschriften eingegriffen werden würde.

-Halal (erlaubt, zulässig) -Zertifizierungen (siehe Spar Produkte) sind keine religiösen Praktiken, sondern wirtschaftliche Aktivitäten.
Durch „islamistische und konservative islamische Gruppen“ wird aus unserer Sicht „islamische Religion“ als Vehikel benutzt um allen Bereichen der EU einen steuerbaren Marktmechanimus aufzuerlegen.

-Die Halal-Zertifizierungen (Konformatitäts-Bewertung) sind eine kommerzielle (wirtschaftliche) Art mit einem Gewerbeschein, und keine religiösen Tätigkeiten.  Schlussfolgerung: Konformitätsbewertung (Zertifizierung) ist kein Monopol der religiösen Gemeinschaften.

17. Es ist hier unvertretbar, parlamentarische Kompetenzen durch Herabstufung auf finanztechnische Standards zu nivellieren und zu umgehen. Ganz generell darf das Prinzip der Trennung von Religion und Staat auch und gerade im finanztechnischen Bereich nicht durch die Hereinnahme von Scharia Vorschriften verwässert werden.

18. Islamic Banking verstößt gegen das EU-Recht und das EU-Diskriminierungsverbot. „Das Scharia-Recht“ und die Einführung zweier verschiedener Rechtssysteme sind in Europa verboten. Die Scharia wird von Menschen beeinflusst von ihren Instikten, Komplexen, Neigungen, ihren Interessen und ihrer Voreingenommenheit. Koranische Verse und Aussagen von Propheten werden hier selbst produziert, verfälscht, manupuliert – die wenigen Richtigen vernebelt, verdunkelt oder aus dem Kontext gerissen, falsch übersetzt, falsch interpretiert oder für eigene Zwecke missbraucht und an die Öffentlichkeit unter dem Vorwand „Scharia“ bzw. „Scharia Board“ (subjektives Rechtsgutachten von Menschen) gebracht. Wir haben hier den Verdacht, dass am europäischen Finanz- und Lebensmittelmarkt durch Lobbyisten systematisch aus den Unkenntnissen, Unwissenheiten bzw. Vorurteilen der Menschen bezüglich des verstandbezogenen „koranischen Islams“  im Unterschied zu subjektiven „von Menschen gemachten Scharia bzw. Scharia Vorstand(Board)“ Parallelwelten gebildet werden. Ein Beispiel sind Halal-Lebensmittel sowie Banken und Finanzprodukte, die religiöse Muslime ansprechen sollen. Wir müssen hier zur sachlichen und kritischen Aufklärung zurückkommen und das fordert ein an Wahrheit gebundenes sachliches Wissen. Also Inhalte ohne Vernebelung der Fakten und Quellen. Wir brauchen hier aber dringend wahre Freunde ohne Hetze und auch ohne Vernebelung damit wir die Spreu vom Weizen trennen können.

19. Wenn es in allen europäischen Ländern „Ausnahmen und Befreiungen“ für Unterscheidungen und Differenzierungen zwischen „Halal (reinen, erlaubten) und „Haram“ (unreinen, verbotenen) Produkten, Unternehmungen, Lebensmittel-Sektoren, Finanzdienstleistungs-Sektoren (Banken, Versicherungen, etc.), Arbeitern, Angestellten und Verbrauchern gibt, würde sich eine neue rechtliche Situation in ganz Europa entwickeln, die in Widerspruch zu den bestehenden Grundsätzen der EU steht.

20. Die Einführung eines islamischen, finanztechnischen Rechtssystems neben dem bereits bestehenden europäischen Rechtssystem und die Unterscheidung in „halal“ und „haram“ führen zu einer Spaltung der europäischen Gesellschaft (2-Klassen Gesellschaft), was nach EU-Recht verboten ist.

21. Jedes Finanzinstitut, das diese Grundsätze nicht einhält, macht sich strafbar und schadenersatzpflichtig.

22. Beim bisherigen europäischen und weltweiten Finanzsystem nehmen die Bürger, Firmen und Behörden einen Kredit auf und sind der Besitzer ihres Eigentums. Bei Islamic Finance sind die Finanzinstitute der Besitzer des Eigentums für die Dauer der Rückzahlungsraten im Zeitraum von zwanzig oder dreißig Jahren bis zur letzten Rate. Es kommt zu einer Umverteilung des Vermögens.

23. Im Jahr 2050 werden etwa 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben, wovon etwa 2,5 Milliarden Muslime sein werden.

24. In der Vergangenheit sind bereits zahlreiche Finanzinstitute insolvent geworden. Die Konkursmasse beinhaltet auch das Eigentum von Islamic Finance. Durch die Finanzkrise der Finanzinstitute geht bei einer Insolvenz das Vermögen in die Konkursmasse über.

25. Fast alle weltweiten Finanzinstitute haben ausländische Beteiligungen. Diese nehmen politischen, wirtschaftlichen, sozialen und gesellschaftlichen Einfluss auf die Länder. Durch die Umverteilung des Vermögens kommt es zu einer verstärkten Einflussnahme, was gegen das EU-Recht und den Gleichheitsgrundsatz sowie gegen die Interessen der EU verstößt.

26. Wenn EU-Kommission, EU-Parlament und EU-Staaten erkennen, dass die finanztechnische Islamisierung der europäischen Wirtschaft und des Finanzwesens eine Bedrohung der EU-Grundsätze ist, muss damit gerechnet werden, dass es EU-Vertragsverletzungsverfahren mit sehr hohen Schadenersatzbeträgen und sehr schwerwiegenden Sanktionen gegen die jeweiligen Finanzinstitute und EU-Staaten gibt.

27. Warum gibt es nicht Begriffe oder Bestimmungen mit dem Namen „Jewish Banking“ oder „Christian Banking“, aber den Begriff „Islamic Banking“? Und warum unterstützen das so gerne viele Europäer gierig mit verschiedenen sehr bedenklichen Argumenten? Welche Länder, welche politischen Parteien, Institutionen, Verbände, Medien, Finansinstitute (in Österreich und in der Welt) und welche Personen mit welchen Zwecken unterstützen Islamic Finance (Banken, Versicherungen)?

28. Warum versucht man im Islam so etwas wie Islamic Banking aufzubauen, das sogar in der Türkei von der Mehrheit der Bevölkerung (75 Mio. Einwohner) nicht angenommen wird. (ab 1980 steigend)

29. Das Wort „Riba“ im Koran darf nicht als „Zins“ verengt interpretiert werden, sondern deutet auf jede heuchlerische, underdrückerische und ausbeuterische Vermehrung des Vermögens hin.

30. Wie können also zwei türkische Banken (Vakifbank, Denizbank) auf dem freien Markt sogar mit höheren (Spar- und Kredit-) Zinsen als ihre Konkurrenz in Österreich Kunden gewinnen und Inserate auf den (teuren) ersten Seiten der Zeitschriften und Magazine in Europa täglich für solche Spareinlagen schalten?

31.  Wir möchten eines hervorheben:  Die Scharia und „Scharia Board“ etc. sind keine fixierte Gesetzessammlung (wie etwa  öster. Gesetzestexte im Bürgerlichen Gesetzbuch oder im Strafgesetzbuch), sondern eine subjektive von Menschen gemachte Methode und Methodologie der Rechtsschöpfung“. Der Begriff Scharia (Bedeutung: Weg zur Wasserquelle, deutlicher, gebahnter Weg) hat seinen Ursprung im Koran.

Erwähnt wird er dort jedoch nur an einer einzigen Stelle: Sure 45, Vers 18, wo er ursprünglich den Pfad in der Wüste bezeichnet, der zur Wasserquelle führt, woraus sich für Muslime der göttliche Ursprung der Scharia herleitet, die seine Bezüge nach dem Zeitalter der Kinder Israels nehmen. Sure 45 Vers 18: „Hierauf (das heißt nach dem Zeitalter der Kinder Israels) haben wir dich in der Angelegenheit auf einen (eigenen) Ritus festgelegt“. Das Wort „Ritus“ steht in vielen Übersetzungen für Scharia als religiöses Gesetz und hier liegt das Problem. Sollte nicht gegen diese verkehrte Logik, die hier Kunden, Institutionen, politische Parteien und Medien für ihre eigenen Zwecke missbrauchen, demokratischer Einspruch erhoben werden?

Fazit: Nach unserer Meinung sind diese „Halal“-Produktlinien (halal bedeutet übersetzt „erlaubt“) und das „Islamic Banking“ durch die Unterstützung mancher Standesvertretungen bzw. Personen nicht Formen der erwünschten kulturellen Vielfalt, sondern Anzeichen für die Schaffung einer „parallelen Welt“ oder sogar eines „parallelen Planeten“ in ganz Europa.Diese Entwicklung verfolgen wir Europäer mit türkischer Abstammung kurz „Euro-Türken“ deswegen mit Trauer, weil hier der wahre Glaube (der Islam), der im Koran schwarz auf weiß aufgezeichnet ist, gegenüber den Menschen verfälscht („Verfälschter Islam“) wiedergegeben wird. Das schafft leider Vorurteile und erschwert das Zusammenleben. Alle politisch Handelnden stehen nun in der Pflicht und in der Verantwortung, alles daran zu setzen, dass die Menschen friedlich zusammenleben können und die Religion nicht missbraucht wird.

Wir wollen ein Bewusstsein dafür schaffen, dass wir als Menschheit friedlich zusammenleben müssen. Denn das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“, „Aufklärung“ und „Vertrauen“. Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten: Friede, Glück, Wohlbefinden, Vertrauen und Aufklärung!  (Birol Kilic)

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19 07 2017
By: Redaktion 2 0

Österreich – Türkei: Eine historisch verankerte Freundschaft?

Im Jahr 1998, also vor rund 15 Jahren, wurde für das österreichische Bundeskanzleramt, im Auftrag des österreichischen Bundespressedienstes, über „Das Österreichbild in der Türkei“ geschrieben. Das gehört mittlerweile korrigiert, da unter diesen beiden Brücken inzwischen gewaltige Wässer geflossen sind. Der Artikel wurde damals in den Sprachen Deutsch, Türkisch und Englisch über österreichische Botschafter in der Welt verteilt. Heute leben in Österreich ca. 300.000 Menschen mit türkischen Wurzeln, davon sind ca. 180.000 österreichische StaatsbürgerInnen. Jedes Jahr besuchen um die 500.000 ÖsterreicherInnen die Türkei und umgekehrt, mit einer steigenden Tendenz.

von Birol Kilic

Damals, 1998, wurde nicht so viel über den Islam in Verbindung mit dem Terror oder die angeblich integrationsresistenten Menschen aus der Türkei geschimpft. Es waren auch nicht so viele HofperserInnen, -türkInnen und -kurdInnen auf dem österreichischen Integrationsmarkt, welche von den PolitikerInnen, die die Rolle als Domteure eingenommen haben, dirigiert werden. Dadurch wird genau das Gegenteil geschaffen, von dem was eigentlich erreicht werden sollte, bis auf die persönlichge Bereicherung der Beteiligten. Für viele MigrantInnen ist das problematisch, da sie nicht den direkten Zugang zu Leuten, die als ihre Vorbilder fungieren sollten, haben.

 

 

Wenn wir zurück zum Artikel aus dem Jahr 1998 kommen:

Der Artikel begann damals mit einem türkischen Sprichwort über Kaffee, denn ob man es glaubt oder nicht, die Parallelen zwischen diesen doch so unterschiedlich wirkenden Ländern lassen sich, vielleicht sogar insbesondere, im Kaffee finden.

„Eine Tasse Kaffee gewinnt das Herz für vierzig Jahre“ , sagt ein türkisches Sprichwort, welches im Original so klingt: „Bir fincan kahvenin kırk yıl hatırı vardır vardır“. Das Verstehen von Menschen beginnt mit gutem Zuhören und wo lässt sich besser reden, als bei einer Tasse dampfenden Kaffees? Wer auf eine Tasse Kaffee einlädt, nimmt sich Zeit für mich. Das ist die Besonderheit des österreichischen Kaffeehauses.

In der Innenstadt von Istanbul findet sich ein detailgetreu nachgebautes Wiener Kaffeehaus mit echtem Wiener Kaffee und frischen Wiener Mehlspeisen. Zum Milchkaffee sagen die trendigen jungen Türken bereits „Melange“. Der Wiener Kaffee ist in sein Ursprungsland zurückgekehrt. Die Türken empfinden die österreichische Mentalität als nahestehend. Fleiß, Ehrlichkeit und Höflichkeit sind gemeinsame Tugenden und besonders Letzteres hebt die Österreicher in den Augen der Türken wohltuend von den „trockeneren“ lieben Deutschen ab. Österreicher werden als geduldig, flexibel und sensibel charakterisiert, als traditions- und kulturbewusst. Deutsch ist nach Englisch die zweite Fremdsprache und ermöglicht den Gebildeteren daher eine problemlose Kommunikation mit Österreichern in der Türkei. Trotz der gemeinsamen Sprache wird Österreich nie mit Deutschland verwechselt, sondern besitzt im Bewusstsein der Türken eine ganz eigenständige Identität. Es ist chic, in Österreich den Urlaub zu verbringen, einen Wientrip zu unternehmen oder Ski zu fahren und – wer es sich leisten kann – sein Kind in Österreich studieren zu lassen.“…

So hat der Artikel begonnen – so haben wir vom Herzen auch gedacht.

 

Den ursprünglichen Artikel können Sie natürlich noch immer auf der Seite der Türkischen KULTURgemeinde nachlesen – es gibt aber auch etwas Neues:

Die Beziehungen zwischen Österreich und der Türkei haben sich in den 15 Jahren mit Tiefen und Höhen unglaublich verändert. Wir können hier sehr viele negative Ereignisse vermerken. Da ich das Glas als halb voll und nicht als halb leer sehen will, möchte ich in diesem Schreiben eher die positiven Seiten aus der Geschichte zum Ausdruck bringen. Im Jahr 2013 entstand eine schöne Buchbroschüre über die Verbindungen zwischen der Türkei und Österreich, herausgegeben von der österreichischen Botschaft in Ankara! Das Buch heißt „Avusturya & Türkei. Tarihi dostluk – Eine historisch verankerte Freundschaft“ und konnte mit Hilfe des österreichischen Botschafters in Ankara und des Hof- und Staatarchivs der österreichischen Republik realisiert werden – und geht weit über guten Kaffee hinaus.

 

Eine historisch verankerte Freundschaft

 

Österreich – Türkei

….“Es gibt wenige Länder, mit denen Österreich so lange diplomatische Beziehungen erhält, wie mit der Türkei. Vor fast 500 Jahren, d.h. im Jahr 1528, entsandte Ferdinand I. erstmals Gesandte an den Sultanshof: Gioan Maria Malvezzi, gefolgt von Ogier Ghislain de Busbecq. Seit dem Waffenstillstand des Jahres 1547 waren die Habsburger – mit Unterbrechungen – durch ständige Gesandte (Residenten) vertreten. Eine ständige diplomatische Vertretung Österreichs, bestand in Konstantinopel ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Die erste osmanische Botschaft in Europa

Seit 1798  ( über 220 Jahren-2018) war das Osmanische Reich durch ständige Diplomaten in Wien vertreten. Die erste osmanische Botschaft wurde 1791 in Wien als erste Vertretung in einem europäischen Land eingerichtet.

Diplomatische Akademie in Wien als „Orientalische Akademie (Osmanisches Reich)“ gegründet – Türkisch/Osmanisch als erste Fremdsprache!

Die Diplomatische Akademie in Wien wurde schon 1754 von Kaiserin Maria Theresia als „Orientalische Akademie“ , als staatliche Ausbildungsstätte für Diplomaten gegründet, die insbesondere dazu beitragen sollte, die Beziehungen zum osmanischen Reich zu vertiefen; an ihr war Türkisch/Osmanisch als erste Fremdsprache ein Pflichtfach. Die Akademie ist damit weltweit die älteste noch bestehende Institution ihrer Art.

Der türkische Republik – 28.01.1924: Auhnahme der diplomatischen Beziehungen

Zwischen der türkischen Republik und der Republik Österreich kann der 28. Jänner 1924 als Tag der Aufnahme der diplomatischen Beziehungen gesehen werden, an dem ein Freundschaftsvertrag mit der am 29. Oktober 1923 gegründeten jungen türkischen Republik geschlossen wurde. Die Österreichische Botschaft Ankara wurde 1935 vom berühmten österreichischen Architekten Clemens Holzmeister fertig gestellt.

Der Name „Ostarrichi“ (Österreich): Seit 996

Die Wurzeln des heutigen Österreichs reichen in prähistorische Zeiten zurück. Das erste staatliche Gebilde war das keltische Königreich Noricum, das um Christi Geburt Großteiles in das Römische Reich integriert wurde. Damals entstanden viele römische Siedlungen wie beispielsweise Vindobona (Wien) oder Iuvavum (Salzburg). Mit den Wirren der Völkerwanderung zerbrach das Römische Reich. Germanenstämme und asiatische Reitervölker wie zum Beispiel die Hunnen, bevölkerten Europa. Ab dem 6. Jahrhundert siedelten sich die Bajuwaren (Bayern), ein Germanenstamm, im Donau- und Alpenraum und kolonialisierten nach und nach die österreichischen Kernländer. Der Name „Ostarrichi“ (Österreich) tauchte erstmals im Jahr 996 auf.

Das osmanische Reich und das Habsburgerreich : Lange wechselhafte Geschichte

Das osmanische Reich und das Habsburgerreich verbindet eine Jahrhunderte lange wechselhafte Geschichte geprägt von Konflikten und kriegerischen Auseinandersetzungen, von gegenseitiger Faszination, ja einem wahren „Orientboom“ , im 19. Jahrhundert und – in den letzten 90 Jahren – friedvolle und sehr freundschaftliche Beziehungen. Diese spiegeln sich in der Intensität politischer Besuche, ausgezeichneten Wirtschaftsbeziehungen und massiven wirtschaftlichen Investitionen, sowie in vielfältigen kulturellen Verbindungen und Kooperationen wider.

Aus den beiden Türkenbelagerungen Wiens 1529 und 1683 lässt sich unter anderem folgendes aus der Geschichte lernen: Je nach Bedrohungslage wurden die Türken als Angstgegner empfunden oder aber überwog die Faszination für das Exotische, das Neue. Nach der siegreichen Schlacht am Kahlenberg im September 1683 und dem Frieden in Karlowitz 1699, dem Ende des Großen Türkenkrieges, erhielt die Türkenmode, die Architektur und Kunst, die Hofzeremonien und Dramen und Opern den Einzug. In Mozarts „Entführung aus dem Serail“(1792) wird aus dem grausamen orientalischen Tyrannen „Selim Bassa“ ein aufklärerisches Ideal eines tugendhaften Herrschers – und ein musikalischer Ohrwurm. Die Wiener Weltausstellung 1873 präsentierte eine orientalische Stadt mit einer großen Moschee und einem türkischen Kaffeehaus. Mit der Gründung des Orientalischen Instituts an der Universität Wien 1886 setzte eine Hochblüte der Orientforschung österreichisch-ungarischer Wissenschaftler ein. Zu den wichtigsten zählten später unter anderem Joseph Freiherr, Hammer Purgstall oder Alois Musil.

Ephesos: Seit 1893

Seit 1893 werden, unter der Leitung des österreichischen Archäologischen Instituts, Grabungen und Forschungen in Ephesos durchgeführt. Deren kunsthistorische Bedeutung ist angesichts der etwa zwei Millionen Besucher pro Jahr auch ein Wirtschaftsfaktor – dementsprechend wird die archäologische Forschung in Ephesos finanziell von Wirtschaftsunternehmen unterstützt.

Unter österreichischen Archäologieprojekten wäre noch der Heroon von Trysa zu erwähnen, eine einzigartige Grabanlage in Lykien, im Südwesten der Türkei, die 1841 vom Gymnasiallehrer Julius August Schönborn entdeckt wurde. Erst 40 Jahre später veranlasste Otto Bendorf mit der Genehmigung der türkischen Behörden, den Transport der ca. 152, ursprünglich bemalten Reliefplatten, nach Wien. Seit 2007 finanziert das Kunsthistorische Museum in Wien ein Projekt zur Untersuchung des Heroons von Trysa.

St. Georgs-Kolleg

Zu den ältesten Einrichtungen Österreichs in der Türkei gehört das St. Georgs-Kolleg: erstmals 1303 urkundlich erwähnt, wurde die Kirche 1882 als Mittelpunkt eines deutschsprachigen Werkes erworben. Es entstand eine Schule für katholische, deutschsprachige Kinder, in die auch Kinder ärmerer Familien aufgenommen und in welche auch ein Waisenhaus integriert wurde. Ein deutscher Lazarist, Herr Conrad Stroever, unterzeichnete im November 1882 den Kaufvertrag für St. Georg. Im Jahre 1889 wurde dann St. Georg von den österreichischen Lazaristen und Barmherzigen Schwestern übernommen, welche es bis heute weiterführen. Die St. Georgs-Schule versteht sich als Schule der Begegnung auf dem Gebiet des Bildungswesens, der Kultur und Religion, der Sprachen und des sozialen Bereiches. Sie gehört zu den besten Bildungsinstitutionen der Türkei und ist für seine AbsolventInnen ein wertvolles Sprungbrett zu den österreichischen und europäischen Hochschulen. Seine Alumni haben eine zentrale Brückenfunktion zwischen der Türkei und Österreich. Das St. Georgs-Krankenhaus ( Sen Jorji Hastanesi) der Barmherzigen Schwestern feiert 2012 sein 140-jähriges Bestehen und bietet seinen über 32.000 PatientInnen im Jahr mit hoher Effizienz professionelle medizinische Leistung gepaart mit der Pflege und Fürsorge christlicher Tradition.

Das Österreichische Kulturforum Istanbul

Eine weitere sehr wichtige Vertretung Österreichs in der Türkei ist das österreichische Kulturforum Istanbul, welches es sich zum Schwerpunkt gesetzt hat, die kulturelle und wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern zu fördern und ein modernes und weltoffenes Österreichbild zu vermitteln. Dies geschieht derzeit mit über hundert Aktivitäten im Jahr. Alleine im Jahr 2012 fanden bereits in neun verschiedenen Städten der Türkei Veranstaltungen statt. Um eine nachhaltige Verankerung in der Türkei sicherzustellen, arbeitet das österreichische Kulturforum mit einer Reihe von türkischen Institutionen und Universitäten zusammen. Die Aktivitäten reichen von Ausstellungen, klassischen Musikkonzerten über Tanz, elektronische Musik, Performance, Installationen bis zu Film, Literatur, wissenschaftlichen Konferenzen und Symposien. An der Universität in Samsun und an der österreichischen Schule St. Georg in Istanbul wurden zwei Österreich-Bibliotheken eingerichtet. Seit 2011 gibt es in Istanbul auch ein Artist-in Residence-Programm des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur. 2013 wird das Kulturforum Istanbul sein 50-jähriges Bestehen feiern.

Bosnien-Herzegowina

1879 räumte der Berliner Kongress Österreich-Ungarn das Mandat zur Besetzung und Verwaltung des osmanischen Wilayets Bosnien-Herzegowina ein, welches 1908 annektiert wurde. 1912 wurde daraufhin der Islam nach hanafitischen Ritus in Österreich anerkannt – die Grundlage für die 1978 erfolgte Anerkennung des Islams (und grds. Aller seiner Rechtsschulen) als öffentlich-rechtliche Religionsgesellschaft und der Islamischen Glaubensgemeinschaft als Vertretung der heute rund 450.000 MuslimInnen in Österreich.

Die 100-Jahrfeier des Islamgesetzes: 29. Juni 2012

Die 100-Jahrfeier des Islamgesetzes fand am 29. Juni 2012 unter Mitwirkung des österreichischen Bundespräsidenten und Außenministers, sowie des Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich und des Präsidenten des Präsidiums für religiöse Angelegenheiten der Türkei (Diyanet) und weiterer Ehrengäste statt. Das in Europa bis dato einzigartige Islamgesetz, welches Status und Rechte der MuslimInnen und das Angebot des Staates zur Kooperation betrifft, ist eine der Grundlagen für das traditionelle und bis heute intensive Engagement Österreichs, im Dialog der Kulturen und Religionen.

Türken und Österreicher: 1. Weltkrieg in Gallipoli als Waffenbrüder

Das Osmanische Reich und das Habsburgerreich waren bis zum 1. Weltkrieg durch eine hohe Zahl an Konsulaten, etwa 40 k.k. Levantepostämter und durch die Österreichische Lloyd, eine der bedeutendsten Reedereien im östlichen Mittelmeer und zahlreiche wirtschaftliche Aktivitäten, aufs engste verbunden. Beide Vielvölkerstaaten kämpften bis zu ihrem Zerfall im 1. Weltkrieg, in Gallipoli als Waffenbrüder. Der österreichische Kriegsmaler Wilhelm Krausz schuf 1916 das älteste Ölbild „Mustafa Kemal“, dem Sieger von Anafartalar, für ein Album.

Mustafa Kemal Atatürk und ÖsterreicherInnen

1923 gründete Mustafa Kemal Atatürk die Republik Türkei. An der Gestaltung des Regierungsviertels der neuen Hauptstadt Ankara wirkten zahlreiche österreichische Architekten, unter ihnen Clemens Holzmeister, mit. Zu Holzmeisters wichtigsten 15 Bauten gehören das Parlament, der Präsidentenpalast, einige Ministerien und Banken sowie das Gebäude der österreichischen Botschaft. Der Bildhauer Heinrich Krippel schuf ein berühmtes Reiterstandbild Atatürks in Samsun. Auch heute sind aktuelle Architektur und Fragen des modernen, energieeffizienten Wohn- und Sozialwohnbaus wichtige Themen im Dialog zwischen Österreich und der Türkei.

Während des 2. Weltkrieges und der Zeit des Nationalsozialismus fanden in der neutralen Türkei zahlreiche deutschsprachige Flüchtlinge, also auch Österreicherinnen und Österreicher vor politischer und antisemitischer Verfolgung Zuflucht. Diese Gruppe der <<haymatloz>> stellte eine bedeutende Zahl an Wissenschaftlern, Professoren und Technikern an den neu gegründeten Universitäten der Türkei, ein; stellvertretend für viele seien hier Margarete Schütte-Lihotzky, Architektin, oder Andreas Tietze, Turkologe, genannt.

Der wirtschaftliche Aufschwung Mitte der 1950er Jahre in Westeuropa führte auch in Österreich zur verstärkten Nachfrage an Arbeitskräften. 1964 wurde das Anwerbeabkommen mit der Türkei unterzeichnet. 2012 leben in Österreich rund 250.000 Personen mit türk. Migrationshintergrund (Geburtsort bzw. Staatsbürgerschaft), die meisten in Wien (mehr als 75.000 Personen) und rangieren damit nach Deutschen und Serben an dritter Stelle. Seit April 2011 gibt es ein Staatssekretariat für Integration, welches zahlreiche Maßnahmen zur Integration und Partizipation von ZuwanderInnen setzt.

 

Rund 4000 türkische Studierende in Österreich fördern den intellektuellen Austausch und profitieren von der Ausbildung zu jungen Fach- und Führungskräften; die von türkischen Zuwanderern gegründeten Klein- und Mittelbetriebe sind längst ein bedeutsamer Wirtschaftsfaktor in Österreich. Die ZuwanderInnen aus der Türkei tragen auch zur kulturellen Vielfalt und zum wirtschaftlichen Erfolg Österreichs bei.

Etwa 500.000 Österreicherinnen und Österreicher verbringen ihren Urlaub jährlich in der Türkei, immer mehr ÖsterreicherInnen wählen Küstenorte im Süden und Westen der Türkei als Zweit- oder Altwohnsitz.

Mit einer der höchsten Wachstumsraten Europas präsentiert sich die Türkei als eine wirtschaftlich erfolgreiche und geopolitisch bedeutsame Schnittstelle zwischen Europa, dem Nahen Osten und Asien. Das macht die Türkei auch für zahlreiche österreichische Unternehmen attraktiv, welche in die Zusammenarbeit mit türkischen Partnern stark intensiviert haben; die Exporte Österreichs in die Türkei überschritten 2011 erstmals die Zwei-Milliarden-USD-Grenze; in den vergangenen Jahren war Österreich aufgrund des Engagements österreichischer Energiekonzerne der größte Auslandsinvestor in der Türkei.

Die traditionell engen politischen Beziehungen spiegeln sich an den bilateralen Staatsbesuchen 2008, 2010 und zuletzt von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer im Juni 2012 in der Türkei sowie in den laufenden Arbeitsbesuchen auf Regierungsebene und interministeriellen Kooperationen wider.

 

Die Zusammenarbeit von Universitäten, zivilgesellschaftlichen Organisationen und Kultureinrichtungen beider Länder, zahlreiche Projekte im Bereich des Dialogs der Kulturen und Religionen, Menschenrechte oder Frauenförderung, zeigen die Notwendigkeit und das Interesse an der Intensivierung der Zusammenarbeit.

Österreich trägt zu den intensiven und erfolgreichen Beziehungen durch seine Botschaft in Ankara, sein Generalkonsulat in Istanbul, zwei Außenwirtschaftszentren, das Kulturforum in Istanbul, durch 10 Honorarkonsulate und ein Büro des österreichischen Rundfunks (ORF) in Istanbul maßgeblich bei – und selbstverständlich durch das Engagement und das Interesse der Bevölkerung beider Länder, sowie der AuslandsösterreicherInnen in der Türkei und türkischen ZuwanderInnen in Österreich.

Österreich und die Türkei, das soll hier deutlich werden, haben aus historischen Gründen und aufgrund gemeinsamer politischer und wirtschaftlicher Interessen ein hohes Potenzial an künftigen Kooperationen. “

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06 06 2017
By: Redaktion 2 0

TGK-London-Beileidsbekundung: Wir müssen uns an diesen IS-Terror nicht gewöhnen

Herzlichstes Beileid den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten.

 

Wien (OTS) – Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) drückt nach dem Anschlag in London auf der London Bridge und Borough Market ihre tiefste Trauer aus und bekundet hiermit ihr herzlichstes Beileid den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten.

 

Ohne hier die Ursachen des Problems zu diagnostizieren können wir weder in London noch bei den anderen Ländern und Städten den Terror und die Attentäter bei der Wurzel behandeln.

 

Der IS-Terror hat mehrere Väter und Mütter und man sollte hier diesen abscheulichen IS-Terror richtig diagnostizieren und die Bevölkerung unter dem Vorwand „Aufklärung“ nicht manipulieren bzw. die Wahrheit im Schatten lassen und sich unseren besseren Traditionen entledigen: nämlich der Vernunft, der Aufrechterhaltung des ethischen Prinzips und der Suche nach unabhängigen Beweisen in Zeiten von Konflikten.

 

Wir müssen uns an diesen IS-Terror nicht gewöhnen, der Zwietracht, Hass und Vorurteil zementieren will. Wer dirigiert und finanziert die IS-Terroristen in der Welt? Auf diese Frage gibt es mehrere Antworten.

 

Wir rufen vor allem alle Moslems in Österreich, die Verantwortung tragen, dazu auf, das Problem offen und ehrlich zu diskutieren und sich von allen fundamentalistischen Kräften in ihrer Umgebung, die die Feinde unserer offenen Gesellschaft sind, zu distanzieren bzw. mit den verantwortlichen Behörden eine Lösung zu finden, bevor es zu spät ist.

 

Wir fordern alle Verantwortlichen aus Presse und Politik dazu auf, nicht alle Moslems für den Terror verantwortlich zu machen. Wir müssen hier die Spreu vom Weizen trennen, bevor es zu spät ist.

 

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) ist eine unabhängige NGO Think Tank Organisation.

 

Die „Türkische Kulturgemeinde in Österreich – Brückenbauen“ ist ein den pluralistischen, freiheitlichen, demokratischen und rechtstaatlichen Prinzipien verpflichteter Verein.

 

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)

 

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170606_OTS0104/tgk-london-beileidsbekundung-wir-muessen-uns-an-diesen-is-terror-nicht-gewoehnen

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26 04 2017
By: Redaktion 2 0

Solidarität ist gut, aber mit wem Herr Bundespräsident Van der Bellen?

Wir begrüßen die Haltung von Bundespräsident Van der Bellen gegen jeglichen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Islamfeindlichkeit und Antisemitismus. Vielen Dank.

 

Aber auf die Solidarität vom Bundespräsidenten bezüglich Kopftuch können wir als Opfer der modernen, säkularen und gläubigen Austrotürken in aller Höflichkeit verzichten. Warum? Weil diese Solidarität ist für uns ein Freibrief und eine Unterstützung der Unterdrücker, der Diskriminierer und der religiösen Klerikalfaschisten der „politischen Islamanhänger“  die wir aus der Türkei kennen.

 

Zwischen „Islam“ und „politischem Islam“(Verfälschten Islam)  gibt es einen diamateriellen Unterschied. Islam bedeutet als Wort Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen und „Poltische Islam“ bedeutet Ausnützung, Tränen, Missbrauch, Hetze und Unterdrückung.

Der „politische Islam“ ist der Feind des „Islams im Koran“ der gerade auch in Österreich alle MoslemInnen (ca.700.000) in Geiselhaft genommen hat.

Der „poltische Islam“ ist ein „verfälschter Islam“, der demokratische Errungenschaften, die man vor Jahrhunderten als Land gewonnen hat, missbraucht, manipuliert und vernebelt.

 

„Wir“ und „Ihr“

 

Es ist eine „Wir“(Aufgeklärten, Moralisch überlegenen) und „Ihr“ (Nicht-Aufgeklärten-Moralisch verdorbenen, ewige Verlierer-Cahilliye also die EuropäerInnen und säkulare MolemInnen)  Gesellschaft, die man in eine feindliche Position durch Hetze und Polarisierung bringt in der man lebt. Damit sie diese Ziele erreichen können, verwenden sie insbesondere das „Kopftuch“, obwohl das Kopftuch im Islam keine religiöse Pflicht bzw.Zeichen ist.  Wir betonen hiermit ausdrücklich  das Recht von Frauen ihre Bekleidung selbst zu wähle. Das  Kopftuchdebatte  wird  aber vorsätzlich für Ihre (Politische Islam) ideologische Ziele Instrumentalisiert und zweckentfremdet. Mann sollte aber über das Thema Kopftuch nicht alle alle MoslemInnen stigmatisieren. Das wollen die Anhänger der „Poltischen Islam“  damit hier die Spreu vom Weizen nicht mehr trennbar ist und Sie de facto Brandstifter unter dem Vorwand Feuerlöscher auftreten können.

 

Islam bedeutet Friede, Glück, Wohlbefinden und Vertrauen und nicht umgekehrt

 

Das Wort „Islam“ des Korans hat als Wurzel die Worte „selam“ und „silm“ und diese bedeuten „Friede“, „Glück“, „Wohlbefinden“ und „Vertrauen“.  Infolgedessen sind nach unserer Meinung alle Muslime in Österreich und in der Welt, die ihr „wahres Islam“-Bekenntnis aus dem Koran beziehen, verpflichtet, durch ihre Taten und Handlungen das Wort „selam“ auch zu leben – für sich und gegenüber dem Nächsten – und gewaltbereitende und selbstverherrlichende Theologien des Islam, die wir als „verfälschten Islam“ (Politische Islam) bezeichnen, kritisch zu betrachten, ja, sich von diesen um ihres Theologie Willen zu distanzieren.

Es stellt sich die Frage, ob es sich bei islamischen Kopftüchern um ein religiöses Gebot bzw. Pflicht handelt (dann müsste dieses allerdings im Koran stehen) oder ob wir es viel mehr mit einem historisch gewachsenen, politisch-religiösen-tradition Phänomen zu tun haben, das sich auf den Einfluss politischer und kultureller Traditionen zurückführen lässt und durch „Poltischen Islam“ Anhänger für die Gesellschaftsmodel „Wir“ und „Ihr“  als religiöses Gebot ausgenützt und politisiert wird.

Da das Kopftuch aber nicht  als Kopf-tuch im Koran erwähnt wird, kann es auch kein Gebot bzw. Pflicht dazu geben.Das häufig angeführte Argument, das Kopftuch solle „vor den Blicken der Männer schützen“, erscheint in unserer aufgeklärten Zeit jedenfalls vielen Leuten absurd und selbst im traditionell-historischen Kontext nicht als ganz stimmig. Im Koran gibt es nur 3 Verse bezüglich „Kopf”, “Tuch“ und „Schleier“, aber man sucht das Wort „Kopf-Tuch“ und infolgedessen „Pflicht bzw.Gebot zu Kopftuch vergeblich.
(Sure/Kapitel 24 Vers 31,  Sure/Kapitel 24 Vers 60, Sure/Kapitel 33 Vers 59). Bei Betrachtung der oben angeführten Zitate sieht man, dass das Wort „Tuch“ (Überwurf, Schleier, Kleider) vorkommt, aber nicht das Wort „Kopf-tuch“ als solches.

 

1980-Wendepunkt in der Türkei-Türkischen Erfahrungen

 

In der Türkei wurden vor 40 Jahren das Kopftuch, Turban und der Schleier absichtlich durch „Politische Islam“ anhänger politisiert. Bis vor 40 bis 50 Jahren diskutierte fast niemand in der Türkei  über das Kopftuch. Erst durch den Militärputsch vom 12. September 1980 und die darauf folgende Politisierung des Kopftuchs durch manche Gruppen aus Saudi Arabien, Katar und Ägypten, die die Religion für ihre politischen Interessen ausnützten, wurde es zu einem heiklen Propagandainstrument. Das Thema „Kopftuch“ wurde mit den „Migranten“ (Politischen Islam-Vereine, die eigentlich reaktionäre politische Parteien in der Türkei waren) nach Europa importiert und sorgt hier für heftige Diskussionen, auch innerhalb der Migrationsgruppen.  Die türkischen Erfahrungen sollten in Österreich, Deutschland und in der EU nicht wiederholt werden. Schließlich ist offensichtlich, dass im Islam nach den koranischen Versen und Suren keine Verpflichtung zum Tragen eines Kopftuchs besteht – auch wenn das von einigen Gruppen behauptet, ausgenützt und Propagiert wird. Man sollte in Österreich Kopftuch nich politisieren. Als Österreicher und mit Überzeugung säkularer Lebenseinstellung treten wir für uneingeschränkte Meinungsfreiheit ein und spricht sich grundsätzlich gegen Kleidervorschriften aus.

 

Was heute von den Medien eigentlich kritisiert wird, sind nicht der koranische Islam und der Prophet Mohammed, sondern eine künstliche Ideologie, die Bekenntnis-Merkmale und koranische Worte des Islams, wie z.B. „Allah’ u Ekber“ (arab. allāhu akbar; übersetzt „Gott ist am Größten / ist der Größte“ – Bedeutung hat Ähnlichkeiten mit „Halleluhja“, „Gott preisen, verherrlichen, ausrufen“), missbraucht und gleichzeitig alles, was der koranische Islam ausdrücklich verbietet, praktiziert. Nämlich Intoleranz, Gewalt, Hetze, Politisierung der Glaube und die Nichtnutzung des Verstandes und der Vernunft.

 

These



Das größte Opfer dieser  Ideologie (Politische Islam) ist zuerst der koranische Islam und der Prophet Muhammed selbst, der doch die Vielgötterei und die Unmenschlichkeit bekämpft hat.

Der Koran ruft zur unbedingten Nutzung des Verstandes und der Vernunft auf und er ermahnt die Menschen warmherzig zu sein. Der Koran erinnert den Menschen daran, sein Vermögen und seine Liebe mit den Nachbarn zu teilen, egal welcher Religion, Sprache oder Nationalität man angehört. Es ist für uns Muslime schmerzlich, wenn dieser Gedanke der Nächstenliebe in der heutigen Wahrnehmung ganz untergeht und Morallosigkeit salonfähig ist. Die Türkei hat  deswegen ein Moral und Ethik Problem. Eine unmoralische Gesellschaft ist eine verdorbene Gesellschaft. Es wird alles missbraucht. Insbesondere Glaube! Es gibt sehr viele Themen, die wir besprechen, diskutieren und für die wir, mit dem Einverständnis aller, Lösungen finden müssen, weil Österreich ein Hinterland der „Morallosen Politisierten Islam“  geworden ist die wir ‘Verfälschten Islam“(Politische Islam) nennen die keine Moral und Ethik kennt und am meisten die Mehrheit der Menschen aus der Türkei schadet. Das verhindert natürlich seit  langem Integration und stört das Zusammenleben.

 

Vor zehn Jahren legte die Tochter des Gründers der Milli-Görus-Bewegung  Frau Emil Zeynelabidin ihr Kopftuch ab und schreibt folgende Worte am 23.04.2015 in der WELT:

 

 „Die Welt ist in Verhüllte und Unverhüllte gespalten. Erst heute ist mir bewusst, unter welch einschränkenden Umständen ich durch das Kopftuchtragen gelebt hatte. Auch hätte ich mir damals nicht vorstellen können, dass es überhaupt nicht schlimm ist, kein Kopftuch zu tragen und meine Haare in der Öffentlichkeit zu zeigen.  Heute sind Frauen weltweit in Verhüllte und Nichtverhüllte gespalten. Und das im Namen der islamischen Religion. Eine (veraltete) Maßnahme aus der Zeit des Propheten ist heute zum Merkmal einer Apartheidpolitik geworden und niemanden stört es, dass dem ein Irrtum im Verständnis von Islam zugrunde liegen muss.

 

In der Debatte um das Kopftuch, das falsch gesetzte Prioritäten bei Muslimen und Befremden bei Nichtmuslimen zum Vorschein gebracht hat, liegt dennoch eine große Chance, mithilfe kluger Fragen die Streiterei in eine lebenspraktische Debatte umzuwandeln, um möglichen Irrtümern in Glaubensvorstellungen über Gott und den Islam nachzugehen. Was hat lieber Allah gegen Damenfrisuren? Warum soll Gott strafen, wenn eine Frau Verantwortung für ihre Reize übernimmt und Männer entsprechend Verantwortung für adäquates, faires Verhalten? Haben Männer nicht auch ihre Reize? Ist das Kopftuchtragen gesund für die Haare? Warum fällt es so schwer, auf das Kopftuch zu verzichten, wenn es doch angeblich freiwillig getragen wird?

Mein Leben ist seit zehn Jahren für mich freier und leichter geworden, ohne dass ich dabei auf meinen Glauben verzichtet habe. Im Gegenteil, durch das Fehlen meines Kopftuches genieße ich einerseits die Unauffälligkeit in der Öffentlichkeit, in der ich 30 Jahre lang ein Kopftuch trug und mich mit der religiös begründeten Bekleidungsform zum Maßstab der Zeiten vor 1400 Jahren bekannte, als man (“freie“) gläubige Frauen und Sklavinnen unterscheiden wollte. Und andererseits gefällt mir der nahe Kontakt zu Menschen, die mich als Mensch erkennen, und nicht als „die Muslimin“. Dabei schien ich als Verhüllte nicht zu wissen, was ich da wirklich genau tat. Mir hatte niemand davon erzählt, dass es sich bei der Verhüllung um ein Unterscheidungsmerkmal handelte und dass es um die „gefährlichen“ weiblichen Reize ging.

Eigentlich bestand bei mir überhaupt kein Bedarf, mich mit den Beweggründen meiner Glaubensansichten genauer zu befassen. Es gab keine Herausforderungen und Anlässe für ein kritisches Hinterfragen. Bis zur Kopftuchdebatte, die 2003 mit Fereshta Ludins Gang zum Bundesverfassungsgericht begann, war das Tragen von Kopftüchern bei muslimischen Frauen in Deutschland überhaupt kein Thema.Dass aber das Kopftuch zum Gradmesser von Gläubigkeit und Gehorsam auch gegen eine Frau gerichtet werden kann, musste ich am eigenen Leibe erfahren, als ich mich freien Willens von der Überflüssigkeit der Verhüllung löste, und damit auch von meiner Stigmatisierung und Uniformierung.

Es geht auch um die Würde von Männern

Längst hat das Kopftuch den Zweck, die Zugehörigkeit zu einer Minderheit zu markieren, statt mir als Individuum auch das Recht auf ein Aufgehen in der Allgemeinheit und Gesamtheit der Gesellschaft zu geben. Zudem ist es ein Betrug an der Weiblichkeit und eine eklatante Infragestellung der Würde von Männern. Es legt eine moralische Schamhaftigkeit bei Frauen fest, die in ihre natürliche Persönlichkeitsentwicklung eingreift. Der Glaube an Gott braucht keine demonstrativen Äußerlichkeiten. Was also hat das Kopftuch heute noch mit Islam zu tun? Nichts.“

 

Wo liegt das Hauptproblem?

 

Das Hauptproblem liegt in der korrumpierten, manipulierten und mutierten Poltischen Islam-Theologie, die sich auf verfälschte Quellen und traditionelle Islam-Interpretationen stützt die wir Theologie des Verdachtes, Theologie der Gewalt nennen.

 

Die Islamische Welt leidet in Wirklichkeit unter einem abgöttischen Götzendienst. (Schirk) Nach außen hin wird das Wort „Allah“ verwendet und mit ihren Bärten, Turbanen und ihren schönen Gebetshäusern geben sie sich den Anschein, als ob sie gottesfürchtig wären, obwohl Gott von ihnen nur eines verlangt: Lesen, die Benutzung des Verstandes und der Vernunft, die Anpassung an Zeit und Ort und zu teilen, was man hat. Wenn man nichts zum Teilen hat, dann sollte man zumindest das Wort „Salam“, als Friedenstifter, mit dem Nachbarn teilen.

 

Die  nicht weniger Teil der muslimischen Welt bekennt sich zu dieser Verstands-beleidigenden Theologie der Verachtung und Gewalt und sieht sie als ihre wichtigste Säule in der Interpretation des Islams. Durch die verbreitete, muslimische Theologie werden alle guten Werte der eigentlichen Friedensreligion Islam aus ihrer Kern-Botschaft, nämlich, dass die Religion für das Glück der Menschen und zur Verherrlichung Gottes da ist, absichtlich herausgerissen und manipuliert, nämlich insofern, als man behauptet, dass der Mensch für die Religion geschaffen wurde – so wurde und wird der Koran für dynastische, monarchistisch-faschistische Zwecke und in Form eines politisch instrumentalisierten Glaubens vorsätzlich missinterpretiert.

 

Der koranische Islam setzt ethisch und moralisch hohe Tugenden voraus, aus denen die Menschen zeit- und ortsgemäß ihr Leben, sei es innerhalb einer Demokratie, sei es in der Republik, in Frieden leben können. Und nicht umgekehrt, wo der Mensch zum Knecht eines Vielgötterglaubens wird, wo Menschenknochen und Steine als Vermittler zwischen Gott und dem Menschen stehen. Und das ist die Ursache dieses großen Dramas, das die islamische Welt gerade durchleben muss.

Eine sehr schwierige Aufgabe ist daher die Aufklärung, um die Spreu (namentlich den „verfälschten Islam“) vom Weizen (dem „wahren Islam“) trennen zu können. 

Also den „wahren Islam“, der auf Friede, Wohlbefinden und Nächstenliebe beruht, von dem „verfälschten, traditionalistischen Islam“.

 

Ganz umgekehrt die die Propagandisten der Poltischen Islam Anhänger unterdrücken, diskriminieren und divergieren die Gesellschaft.  Man muss auf der Seite der unterdrückten sein und sich solidarisieren.

 

Lieber Herr Bundespräsident „WIR“ brauchen Ihre Solidarität.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

DI Birol Kilic

Quellen:

Welt-Artikel-Emel Zeynelabidin

https://www.welt.de/debatte/kommentare/article139984819/Im-Iran-oder-Saudi-Arabien-waere-ich-laengst-tot.html

 

„Im Koran sucht man das „Kopf-tuch“ vergeblich! Burka, Burkini, Bushiya, Hijap, Chador(Abaya) und Nigab sowieso…“

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=2011&tx_ttnews %5Btt_news%5D=14144&cHash=2cb23bf370f9001b95035ce582782c04

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04 04 2017
By: Redaktion 2 0

Türkei-Referendum: Nein! zur Abschaffung der Demokratie!

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) und die Verfassungsexperten des Europarates („Venedig-Kommission“) warnen vor einem Ein-Personen-Regime und vor der Abschaffung der Demokratie in der Türkei die Gegenstand eines Referendums am 16. April 2017 ist.

 

TKG möchte hiermit  als streitbare, wehrhafte Demokraten mit sachlichen Argumenten ihr Nein zur Abschaffung der Demokratie in der Türkei positionieren.

 

Integration bedeutet mehr als Pass und Sprache, sie erfordert eine Citoyen-Identität, sowie eine demokratische Identität. Für die TKG bezeichnet der Citoyen den  Bürger  bzw. Staatsbürger,  der in der Tradition und im Geist der  Aufklärung aktiv und eigenverantwortlich am  Gemeinwesen EU teilnimmt und dieses mitgestaltet.

 

Vorsicht: Gewaltenteilung aufgehoben

 

Die Experten und die Türkische KULTURgemeinde in Österreich weisen auf die Gefahr hin, dass die Verfassungsänderung durch den Abbau der nötigen Kontrollmöglichkeiten („Checks and Balances“) nicht dem Modell eines demokratischen Präsidialsystems entspricht( USA, Frankreich), das auf der Gewaltentrennung basiert.

Die Befugnisse des Präsidenten werden so ausgeweitet, dass er die Exekutive, Legislative und Judikative kontrolliert, womit die Gewaltenteilung aufgehoben wird.

 

Vielmehr bestehe das Risiko, dass sich ein autoritäres Präsidialsystem entwickelt. Zu den in der Schlussfolgerung geäußerten Bedenken zählen folgende Punkte:

 

1) Der Präsident wird zum Chef der Exekutive. Das Ministerpräsidentenamt und der Ministerrat werden mit Streichung des Artikels 109 abgeschafft. Stattdessen ermächtigt der ergänzte Artikel 104 den Präsidenten, den Vizepräsidenten und den Minister zu berufen (er kann als Vizepräsidenten jeden ernennen) und zu entlassen. Die Minister werden nicht mehr vom Parlament, sondern vom Staatspräsidenten kontrolliert. Das bedeutet: Alleinige Ausübung der exekutiven Gewalt durch den neuen Präsidenten mit nicht kontrollierter Befugnis zur Ernennung und Entlassung von Ministern und hohen Beamten auf Grundlage von Kriterien, die nur der Präsident festlegt.

 

2) Der Staatshaushalt wird nicht mehr vom Ministerrat (Artikel 162 wird aufgehoben) dem Parlament vorgelegt, sondern vom Staatspräsidenten (neuer Artikel 161). Die nationale Sicherheitspolitik wird vom Ministerrat auf den Staatspräsidenten übertragen (Änderungen der Artikel 104, 117 und 118).

 

3) Der Ausnahmezustand wird nicht mehr vom Parlament (Artikel 120 wird abgeschafft), sondern künftig vom Staatspräsidenten ausgerufen (Artikel 120). Es wird hier der Anschein erweckt, die Gesamtdauer des Ausnahmezustandes werde auf insgesamt 10 Monate beschränkt. Diese zeitliche Beschränkung entfällt jedoch im Kriegsfall. Das legt die Befürchtung nahe, dass der Präsident bereits einen Krieg ins Auge gefasst hat.

 

4) Die Verfassungsänderungen sehen folglich vor, die exekutiven Kompetenzen des Staatspräsidenten in einem starken Maße auszuweiten. Der Staatspräsident soll darüber hinaus einen Zugriff auf die Legislative bekommen, der dem Gedanken der Gewaltenteilung widerspricht.

 

5) Das Parlament darf Minister nicht mehr mündlich befragen (Art. 105). Das Parlament kann die neue Regierung nicht mehr mit einem Vertrauensvotum bestätigen (Art. 110).

 

6) Ein Misstrauensvotum gegenüber der Regierung ist nicht mehr möglich (Art. 109 wird abgeschafft)

 

7) Dekrete mit Gesetzeskraft (Art. 87) werden nicht mehr vom Parlament, sondern vom Staatspräsidenten verabschiedet (Art. 104). Der Präsident hat die Befugnis, aus einem beliebigen Grund das Parlament aufzulösen, was grundsätzlich unvereinbar mit einem demokratischen Präsidialsystem ist. Außerdem eine weitere Schwächung der bereits unzureichenden Möglichkeiten, die der Justiz zur Kontrolle der Exekutive zur Verfügung stehen, sowie die weitere Schwächung der Unabhängigkeit der Justiz.

 

8) Der Staatspräsident muss nicht mehr seine Parteizugehörigkeit (Art. 101) ablegen. Das bedeutet, dass der Präsident auch Mitglied oder gar Vorsitzender einer Partei ist, wodurch er einen unzulässigen Einfluss auf die Gesetzgebung erhält. Da der Präsident und das Parlament am gleichen Tag gewählt werden und den türkischen Parteien die innerparteiliche Demokratie weitgehend fremd ist, wird die größte Fraktion im Parlament vom Präsidenten bestimmt.

 

9) Mit dem Referendum von 2010 hat Erdogan durchgesetzt, dass die Zahl der Mitglieder des Hohen Rates der Richter und Staatsanwälte von 7 auf 22 erhöht wurden (Art. 159). Somit konnte Erdogan seine Leute in dieses Gremium implementieren. Jetzt will er den Rat auf 13 Mitglieder verkleinern und weitgehend von sich und seiner Fraktion im Parlament bestimmen lassen.

 

10) 12 von 15 Mitgliedern des Verfassungsgerichtes werden vom Präsidenten und drei von seiner Partei im Parlament bestimmt. Während die Macht und Immunität des Staatspräsidenten maßlos ausgebaut werden, wird seine Rechenschaftspflicht vor dem Verfassungsgericht durch die von ihm gewählte Richterschaft ausgeschaltet.

 

Es ist die Pflicht aller Bürger, ihre Demokratie zu verteidigen, weil durch die Abschaffung der Demokratie die Türkei leider sehr traurige Zeiten erwartet, die in nächster Zeit Auswirkungen  auf Österreich, Deutschland und die gesamte EU haben wird.

 

Türkische  KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

DI Birol Kilic

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31 03 2017
By: Redaktion 2 0

Faktum-Türkei 2 : Die Gewaltenteilung aufgehoben- Eine Gefahr für Europa

 

Am 16. April wird über die Verfassungsänderung in der Türkei abgestimmt. In Deutschland, in Österreich, in Holland, Frankreich, in der Schweiz kurz im Ausland lebende Türkische Staatsbürger dürfen ihre Stimme bereits seit dem 27. März bis 9. April abgeben.

 

Die Verfassungsexperten des Europarates („Venedig-Kommission“) warn „Ein-Personen-Regime“ in der Türkei gewart: So lautet die Schlussfolgerung eines endgültigen, von der Kommission verabschiedeten Gutachtens über die vorgeschlagene Verfassungsänderung, die Gegenstand eines Referendums im kommenden Monat ist. Die Befugnisse des Präsidenten werden so ausgeweitet, dass er die Exekutive, Legislative und Judikative kontrolliert, womit die Gewaltenteilung aufgehoben wird.

 

1) Präsident wird zum Chef der Exekutive. Das Ministerpräsidentenamt und der Ministerrat werden mit Streichung des Artikels 109 abgeschafft. Stattdessen ermächtigt der ergänzte Artikel 104 den Präsidenten, den Vizepräsidenten und den Minister zu berufen und zu entlassen. Die Minister werden nicht mehr vom Parlament, sondern vom Staatspräsidenten kontrolliert.

 

2) Der Staatshaushalt wird nicht mehr vom Ministerrat (Artikel 162 wird aufgehoben) dem Parlament vorgelegt, sondern vom Staatspräsidenten (neuer Artikel 161). Die nationale Sicherheitspolitik wird vom Ministerrat auf den Staatspräsidenten übertragen (Änderungen der Artikel 104, 117 und 118).

 

3) Der Ausnahmezustand wird nicht mehr vom Parlament (Artikel 120 wird abgeschafft), sondern künftig vom Staatspräsidenten ausgerufen (Artikel 120). Es wird hier der Anschein erweckt, die Gesamtdauer des Ausnahmezustandes werde auf insgesamt 10 Monate beschränkt. Jedoch entfällt diese zeitliche Beschränkung für den Kriegsfall. Das legt die Befürchtung nahe, dass Erdogan bereits einen Krieg ins Auge gefasst hat.

 

4) Die Verfassungsänderungen sehen folglich vor, die exekutiven Kompetenzen des Staatspräsidenten in einem starken Maße auszuweiten. Der Staatspräsident soll darüber hinaus einen Zugriff auf die Legislative bekommen, der dem Gedanken der Gewaltenteilung widerspricht.

 

5) Das Parlament darf Minister nicht mehr mündlich befragen (Art. 105). Das Parlament kann die neue Regierung nicht mehr mit einem Vertrauensvotum bestätigen (Art. 110).

 

6) Ein Misstrauensvotum gegenüber der Regierung ist nicht mehr möglich (Art. 109 wird abgeschafft).

 

7) Dekrete mit Gesetzeskraft (Art. 87) werden nicht mehr vom Parlament, sondern vom Staatspräsidenten verabschiedet (Art. 104).

 

8) Der Staatspräsident muss nicht mehr seine Parteizugehörigkeit (Art. 101) ablegen. Da der Präsident und das Parlament am gleichen Tag gewählt werden und den türkischen Parteien die innerparteiliche Demokratie weitgehend fremd ist, wird die größte Fraktion im Parlament von Erdogan bestimmt.

 

9) Mit dem Referendum von 2010 hatte Erdogan durchgesetzt, dass die Zahl der Mitglieder des Hohen Rates der Richter und Staatsanwälte von 7 auf 22 erhöht wurden (Art. 159). Somit konnte Erdogan seine Leute in dieses Gremium implementieren. Jetzt will er den Rat auf 13 Mitglieder verkleinern und weitgehend von sich und seiner Fraktion im Parlament bestimmen lassen.

 

10) 12 von 15 Mitgliedern des Verfassungsgerichtes werden von Erdogan und drei von seiner Partei im Parlament bestimmt. Während die Macht und Immunität des Staatspräsidenten maßlos ausgebaut wird, wird seine Rechenschaftspflicht vor dem Verfassungsgericht durch die von ihm gewählte Richterschaft ausgeschaltet.

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29 03 2017
By: Redaktion 2 0

Faktum 1-Türkei-„Ein-Personen-Regime“: „Gefährlicher Rückschlag“ für die Demokratie

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG), die Verfassungsexperten des Europarates („Venedig-Kommission“) und in der Türkei warnen vor einem „Ein-Personen-Regime“ in der Türkei. So lautet die Schlussfolgerung eines endgültigen, von der Kommission verabschiedeten Gutachtens über die vorgeschlagene Verfassungsänderung, die Gegenstand eines Referendums im kommenden Monat ist.

 

Die Befugnisse des Präsidenten werden so ausgeweitet, dass er die Exekutive, Legislative und Judikative kontrolliert, womit die Gewaltenteilung aufgehoben wird. Die Experten weisen auf die Gefahr hin, dass die Verfassungsänderung durch den Abbau der nötigen Kontrollmöglichkeiten („Checks and Balances“) nicht dem Modell eines demokratischen Präsidialsystems entspreche, das auf der Gewaltentrennung basiert. Vielmehr bestehe das Risiko, dass sich ein autoritäres Präsidialsystem entwickelt. Zu den in der Schlussfolgerung geäußerten Bedenken zählen folgende Punkte:

 

  • alleinige Ausübung der exekutiven Gewalt durch den neuen Präsidenten, mit nicht kontrollierter Befugnis zur Ernennung und Entlassung von Ministern und hohen Beamten auf Grundlage von Kriterien, die nur der Präsident festlegt;
  • Möglichkeit, dass der Präsident auch Mitglied oder gar Vorsitzender, Vorsitzende einer Partei ist, wodurch er einen unzulässigen Einfluss auf die Gesetzgebung erhält;
  • Befugnis des Präsidenten, aus einem beliebigen Grund das Parlament aufzulösen, was grundsätzlich unvereinbar mit einem demokratischen Präsidialsystem ist;
  • weitere Schwächung der bereits unzureichenden Möglichkeiten, die der Justiz zur Kontrolle der Exekutive zur Verfügung stehen;
  •  weitere Schwächung der Unabhängigkeit der Justiz.

 

Das Gutachten wurde vom Monitoring-Ausschuss der Parlamentarischen Versammlung des Europarates beantragt und verweist auf ernste verfahrensrechtliche Bedenken.

 

Vollständige Pressemitteilung – Türkei: Geplante Verfassungsänderung laut Venedig-Kommission ein „gefährlicher Rückschlag“ für die Demokratie

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20 03 2017
By: Redaktion 2 0

Tatlıses’in Haydi Söyle’si İsrail’de Birinci Oldu

 

İsrail’de düzenlenen The Voice’in bu yıl gerçekleştirilen yarışmasında, sahneye çıktığında herkesi büyüleyen ve ünlü sanatçı Şlomi Şabat ile birlikte ‚Bebeğim‘ şarkısını seslendiren, Türk asıllı Sapir Saban yarışmanın galibi oldu.

 

İsrail’de düzenlenen The Voice’un bu yıl gerçekleştirilen yarışmasında, sahneye çıktığında herkesi büyüleyen ve ünlü Türk sanatçı Şlomi Şabat ile birlikte ‚Bebeğim‘ şarkısını seslendiren, Sapir Saban şaşırtmadı ve yarışmanın galibi oldu.

 

Cumartesi akşamı gerçekleşen finalde Saban yine büyüledi. Kimsenin şaşırmadığı birinciliği bileğinin hakkı ile aldı.

 

https://www.izlesene.com/video/o-ses-israilin-galibi-turk-asilli-sapir-saban/9780516

 

http://odatv.com/vid_video.php?id=8EA17

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04 03 2017
By: Redaktion 2 0

Alevi profesör aranıyor-Universitätsprofessur für Alevitisch-theologische Studien

Dünyaca ünlü Viyana Üniversitesi, dünyada bir olarak Alevi İslam Fakültesine ilk Alevi profesör atanması amacıyla uluslararası ilan vererek tarihi bir adım daha attı.

Kuruluşunun 652. yılını geride bırakan, dünyanın en köklü üniversitelerinden birisi olan Viyana Üniversitesi bünyesinde kuruluşu devam eden Alevilik Anabilim Dalı’na, ilk Alevi profesör atanması amacıyla uluslararası ilan vererek tarihi bir adım attı. Avusturya Alevilerinin tanınması için 23 Mart 2008 yılında yapılan başvuru ve Alevilerin din toplumu statüsünde 22 Mayıs 2013 tarihinde tanınmalarının ardından çalışmalar hız kazandı.

 

OKULLARDA 2014 YILINDAN İTİBAREN ALEVİLİK DERSİ VERİLİYOR

Okullarda Alevilik Derslerinin 2014 yılından itibaren verilmeye başlanmasıyla birlikte, 2016 yılında resmi olarak Viyana-Krems İnançlar Eğitim Bilimleri Yüksek Okulunda Alevilik İnanç Öğretisi Enstitüsü kuruldu. Alevilik Enstitüsü’nde, Alevilik dersleri öğretmenleri yetiştirilmeye başlandı.

Bu sürece Avrupa ve Avusturya’nın en köklü Üniversitesi de dâhil olarak, Alevi Teolojisinin (İnanç Öğretisi) okutulacağı, Alevilik Anabilim Dalı‘nın kuruluşunu gerçekleştirdi. Viyana Üniversitesi bu gelişmeyle Alevilik Teolojisi öğrenimini sunan dünyadaki ilk üniversite unvanına sahip oldu.

 

2015 YILINDA YASALAŞAN İSLAM YASASI

2015 yılında yasallaşan İslam yasası; birbirinden bağımsız, eşit haklara sahip iki inanç toplumunu resmen tanıdı. Aleviler ve Sünniler bu yasada birbirlerinden bağımsız, kendilerine özgü inanç grupları olarak yer aldılar. Yasada tanınan bu her bir inanç grupları için üniversite bünyesinde bir anabilim dalı açılması öngörüldü. Bu görev inanç toplumlarının istemi doğrultusunda (bir kaç üniversite daha talip olmuştu) Viyana Üniversitesine verildi. Yasayla Alevilik Anabilim Dalının kuruluşu yasal bir zorunluluk oldu. Bu yasal zorunluluğun ilk adımı olan Alevilik İnanç Öğretisi Anabilim Dalını kurularak, kurucu bir profesörlük kadrosu için alım ilanı verildi.

 

ALEVİ EĞİTİM DAİRESİ’NDEN AÇIKLAMA

Avusturya Alevi Eğitim Dairesi de konuya ilişkin açıklama yaptı. Alevi Eğitim Dairesi açıklamasında Avusturya’ya teşekkür ederek şöyle dedi:

“Bu başarı, bu onur 1400 yıldır, Hak-Muhammed-Ali inancına olan ikrarından taviz vermeyen, horlanan, dışlanan, ötekileştirilen, yok sayılan, katledilen, asimile edilmeye çalışılan ya da inancından koparılarak folklorik bir grup, siyasal bir grup haline getirmeye çalışanlar vede Ali’siz Alevilik yaratmak isteyenlere yönelik biz Alevilerin, bilim yoluyla verdiğimiz açık ve net yanıttır. Her inanç gibi, Alevi inancımızın öğretisi de, bilim yuvasında, öğretilmeli, araştırılmalıdır. Çünkü biz “İlimden gidilmeyen yolun sonu karanlıktır” diyen Hünkârın takipçileriyiz.

Bizlere kadar yasal noktada sorunlarla dolu gelen inancımız Aleviliği, sorunlarını bir bir çözmüş ya da çözümü için önemli bir mesafe kat etmiş olarak çocuklarımıza bırakmaya ahdımız var. Bilimi rehber olarak öğütleyen inancımızın bilim dünyasında hak ettiği yere ulaştırmaya ahdımız var.

 

Alevilik Öğretisi Anabilim Dalı, insanlığa bir umut ışığı olsun.

Bu tarihsel sürece katkıda bulunan, başta inanç önderlerimiz, dedelerimiz, babalarımız olmak üzere, ALEVI kurumunun tüm yönetim kadrosuna, Alevi inancından ödün vermeyen Canlara ve Alevi dostlarına aşk ola.

Teşekkürler Avusturya! Teşekkürler Viyana Üniversitesi!

ALEVI Eğitim Dairesi”

 

Link:

http://personalwesen.univie.ac.at/fuer-mitarbeiterinnen/professorinnen/job/prof/singleview/article/philologisch-kulturwissenschaftliche-fakultaet/?tx_ttnews


[backPid]=11882&cHash=721f8ecf16a6dbd4b776885e0a60ab71

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02 03 2017
By: Redaktion 2 0

STAAT UND RECHT: Bürde des Doppelpasses

Mehrfache Staatsangehörigkeit als Damoklesschwert: Jedes Land kann Doppelstaatler auf seinem Gebiet als nur eigene Landsleute behandeln.

Von Stefan Talmon

 

Da zwei oder mehr Staatsangehörigkeiten zu rechtlichen und politischen Schwierigkeiten führen können, verpflichteten sich mehrere Staaten im Jahr 1963 vertraglich zur Verringerung der Mehrstaatigkeit. Volljährige Staatsangehörige, die freiwillig eine andere Staatsangehörigkeit erwarben, sollten ihre vorherige Staatsangehörigkeit verlieren. Vor allem aus integrationspolitischen Gründen wurde das Verbot der Mehrstaatigkeit in den Folgejahren in vielen westeuropäischen Staaten immer weiter ausgehöhlt. Im Dezember 2001 kündigte Deutschland das Übereinkommen über die Verringerung der Mehrstaatigkeit – eines der wenigen multilateralen Verträge, welche die Bundesrepublik in ihrer Geschichte jemals gekündigt hat. Heute leben in Deutschland mehr als 4,3 Millionen Personen, die neben ihrer deutschen mindestens eine weitere Staatsangehörigkeit besitzen. Für diese Menschen, aber auch für den deutschen Staat ist die doppelte Staatsangehörigkeit mit nicht unerheblichen Nachteilen verbunden.

 

In jüngster Zeit haben vor allem zwei Ereignisse diese Nachteile ins Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Die von dem amerikanischen Präsidenten Trump am 27. Januar 2017 unterzeichnete Verfügung zum „Schutz der Nation gegen die Einreise von Terroristen“, die Staatsangehörige der mehrheitlich islamischen Länder Iran, des Iraks, Sudan, Syrien, Somalia, Libyen und des Jemens mit einem generellen Einreiseverbot belegte, betraf zunächst auch mehr als 130000 deutsche Staatsangehörige, die neben der deutschen die Staatsangehörigkeit eines dieser Länder besitzen.

 

Das generelle Einreiseverbot für Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit wurde zwar auf politische Intervention hin nach nur wenigen Tagen wieder zurückgenommen. Zwingend war dies jedoch nicht. Völkerrechtlich steht es der amerikanischen Regierung frei, ob sie Personen mit doppelter Staatsangehörigkeit zum Beispiel als Deutsche oder Iraner behandelt. Insbesondere gibt es keine völkerrechtliche Regel, die es der Regierung vorschreibt, ihren Entscheidungen oder der Anwendung ihres Recht ausschließlich die Staatsangehörigkeit des Staates zugrunde zu legen, in dessen Gebiet ein Doppelstaater seinen gewöhnlichen oder hauptsächlichen Aufenthalt hat oder mit dem dieser den Umständen nach tatsächlich am meisten verbunden ist. Die entsprechende Bestimmung des Übereinkommens über gewisse Fragen beim Konflikt von Staatsangehörigkeitsgesetzen von 1930 ist für die Vereinigten Staaten als Nichtvertragspartei nicht bindend und hat sich auch völkergewohnheitsrechtlich nicht durchgesetzt. So stellen viele Staaten heute bei der Anwendung ihres Rechts auf Doppelstaater nicht auf die effektive Staatsangehörigkeit, sondern darauf ab, mit welchem Pass eine Person eingereist ist oder unter welcher Staatsangehörigkeit sie ihren Visumantrag gestellt hat.

 

Dass es den Staaten freisteht, welche Staatsangehörigkeit sie als maßgeblich ansehen, zeigt sich vor allem in Ausnahmesituationen. So rechtfertigte das Deutsche Reich 1916 die Behandlung eines Amerikaners, der auch die britische Staatsbürgerschaft besaß, als Feindstaatsangehöriger mit „dem allgemeinen Grundsatz des Völkerrechts, wonach ein Feindstaatsangehöriger, der zugleich auch die Staatsangehörigkeit eines neutralen Staats besitzt, als Feindstaatsangehöriger behandelt werden darf und keine Rücksicht auf seine neutrale Staatsangehörigkeit genommen werden muss“. Die Vereinigten Staaten verfuhren während des Zweiten Weltkriegs ebenso und internierten auch Japaner mit neutraler Staatsangehörigkeit. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 führte die Regierung das „Nationale Sicherheit Einreise-Ausreise Registrierungssystem“ ein, das Angehörige von 25 zumeist islamischen und arabischen Staaten, die sich in den Vereinigten Staaten aufhielten, einer verschärften Meldepflicht unterwarf. Dieses System, das erst in den letzten Tagen der Obama-Präsidentschaft aufgehoben wurde, galt ausdrücklich für „alle Ausländer, die Bürger oder Staatsangehörige eines der aufgelisteten Länder sind, ungeachtet einer doppelten Staatsangehörigkeit“. Auch Deutsche waren betroffen. Vor diesem Hintergrund dürften Reisen von Deutschen mit doppelter Staatsangehörigkeit nach Amerika auf nicht absehbare Zeit unter dem Damoklesschwert der doppelten Staatsangehörigkeit stehen.

 

Das zweite Ereignis, das die Nachteile der doppelten Staatsangehörigkeit jüngst zutage treten ließ, ist der Fall des Journalisten Deniz Yücel. Der Journalist, der neben der deutschen auch die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, wurde am 14. Februar 2017 in Istanbul wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung in Polizeigewahrsam genommen. Später wies Bundeskanzlerin Merkel in einem Gespräch mit dem türkischen Ministerpräsidenten darauf hin, „wie wichtig es sei, dass Herr Yücel durch die deutsche Botschaft umfassend konsularisch betreut werden kann“. Schon diese Formulierung zeigt, dass es sich hier lediglich um einen politischen Wunsch handelte, denn ein völkerrechtlicher Rechtsanspruch auf Ausübung des konsularischen Schutzes besteht im Fall Yücel nicht.

 

Nach Artikel 36 Abs. 1(b) des Wiener Übereinkommens über konsularische Beziehungen von 1963 sind die Konsuln eines Staates zwar grundsätzlich berechtigt, ihre Staatsangehörigen während der Haft aufzusuchen, mit ihnen zu sprechen und zu korrespondieren, sich für angemessene Haftbedingungen einzusetzen sowie für ihre Vertretung in rechtlicher Hinsicht zu sorgen. Dies gilt jedoch nicht für Doppelstaater. In Fällen von doppelter Staatsangehörigkeit hat jeder der beiden Heimatstaaten völkerrechtlich das Recht, diese Personen auf seinem Staatsgebiet ausschließlich als seine eigenen Staatsangehörigen zu behandeln. Da die Türkei Deutsch-Türken nur als Türken und nicht als Deutsche sieht, kann sie sich gegen jegliche Form konsularischer Einmischung durch Deutschland verwahren. Auch nach einer Haftentlassung nutzt Yücel der deutsche Pass in der Türkei wenig. Ausreisen kann er als Türke nur mit einem gültigen türkischen Reisepass. Ist dieser abgelaufen oder wird dieser von den Behörden eingezogen, sitzt er trotz deutscher Staatsangehörigkeit in der Türkei fest.

 

Auch dem diplomatischen Schutz Yücels durch Deutschland sind im vorliegenden Fall enge Grenzen gesetzt. Grundsätzlich kann ein Staat durch diplomatische Mittel oder Klage vor einem internationalen Gericht die Verantwortlichkeit eines anderen Staates für völkerrechtswidrige Handlungen gegenüber seinen Staatsangehörigen geltend machen. Ursprünglich war der diplomatische Schutz gegenüber einem anderen Staat, dem eine Person ebenfalls angehört, gänzlich ausgeschlossen. Noch im Jahr 2003 argumentierten die Vereinigten Staaten im Fall von amerikanisch-mexikanischen Doppelstaatern vor dem Internationalen Gerichtshof, dass Mexiko diesen keinen diplomatischen Schutz gegenüber den Vereinigten Staaten gewähren könne. Die UN-Völkerrechtskommission stellte jedoch zwei Jahre später in einem nicht bindenden Entwurf fest, dass bei Doppelstaatern diplomatischer Schutz gegen den anderen Heimatstaat ausnahmsweise dann zulässig sein soll, wenn die Staatsangehörigkeit des einen Staates die Staatsangehörigkeit des anderen Staates zum Zeitpunkt des Völkerrechtsverstoßes „überwiegt“.

 

Diese Ausnahme ist jedoch eng auszulegen. Deutschland trüge hier die Beweislast für das Überwiegen seiner Staatsangehörigkeit. Im Hinblick darauf, dass Deniz Yücel seit Mai 2015 in Istanbul gelebt und gearbeitet hat, wäre dies schwierig; insbesondere, da er mangels offizieller Akkreditierung dort formal nicht als ausländischer Journalist tätig war. Vor diesem Hintergrund müssen sich Deutsch-Türken, die im derzeitigen politischen Klima in die Türkei reisen, im Klaren darüber sein, dass sie in der Türkei keine Deutschen sind und gegen hoheitliche Maßnahmen ihres anderen Heimatlandes nur sehr begrenzt geschützt werden können.

 

Professor Dr. Stefan Talmon ist Inhaber des

 

Lehrstuhls für Öffentliches Recht, Völkerrecht und

 

https://www.jura.uni-bonn.de/institut-fuer-voelkerrecht/direktorendirectors/prof-dr-stefan-talmon/

 

 

Europarecht an der Rheinischen Friedrich-

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27 02 2017
By: Redaktion 2 0

Journalist Deniz Yücel: TKG fordert sofortige Freilassung

 

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) protestiert gegen die Inhaftierung des deutsch-türkischen Journalisten Deniz Yücel und fordert seine sofortige Freilassung.

 

Wien (OTS) -Über heikle Themen wie Terrorismus und Attentate gegen die Regierung zu schreiben, bedeute in der Türkei sogleich, dass diese Aktivitäten von diesen Journalisten auch unterstützt werden. Die AKP Regierung sollte hier die kritischen Journalisten nicht mit unfairen Ermittlungsmethoden zum Schweigen oder in Verruf oder hinter Gitter bringen. Das schadet der Türkei und seiner Bevölkerung.

Das Ganze riecht nach McCarthyismus. Die McCarthy-Ära in USA bedeutete Gesinnungskontrolle. Personen wurden mit unzureichenden Anschuldigungen und unfairen Ermittlungsmethoden zum Schweigen oder in Verruf gebracht. Yücel hat mit Terror nichts zu tun.

TKG fordert eine rechtsstaatliche starke Türkei mit strenger demokratischer Gewaltenteilung damit alle BürgerInnen sich sicher fühlen können.

 

www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170228_OTS0097/journalist-deniz-yuecel-tkg-fordert-sofortige-freilassung

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23 02 2017
By: Redaktion 2 0

TKG: Beileidsbekundung für Frau Dr. Sabine Oberhauser

Im Namen des gesamten Vorstandes der Türkischen Kulturgemeinde (TKG) und deren Mitgliedern möchten wir den nahen Angehörigen unser tiefstes Beileid und Mitgefühl aussprechen.

 

Ministerin Frau Dr. Sabine Oberhauser diente unserem Land bis zur letzten Minute als die schwere Krankheit sie so sehr schwächte, bis es unmöglich war dagegen anzukämpfen. Sie war eine Kämpferin gegen Ungerechtigkeit und eine vorbildliche Politikerin.

Unser aufrichtiges Beileid und Mitgefühl gilt den Hinterbliebenen, insbesondere ihrer Familie und ihren Freunden.

Ihr Mut und Ihr Eintritt für Solidarität in der Gesellschaft machen Sie unvergessen in den Herzen der Menschen.

Ihr Pflichtbewusstsein, das Sie auch noch in Tagen der schweren Krankheit zur Arbeit trieb, war beispielhaft für die Tugend der österreichischen Staatsbürger.

 

Gesundheits-und Frauenministerin Frau Dr. Sabine Oberhauser war eine engagierte Persönlichkeit der österreichischen Demokratie, die für Frauenpolitik und das gesellschaftliche Miteinander und insbesondere Zusammenleben wirkte. Wir danken herzlich.  Sie war noch eine Vollblutpolitikerin, für die der Mensch im Mittelpunkt stand. Wir werden insbesondere Ihr natürliche Lächen vermissen…

 

Für die Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Im Namen des Vorstandes und deren Mitglieder

DI Birol Kilic

Obmann

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12 02 2017
By: Redaktion 2 0

OHNE WENN UND ABER – Lesenswert egal welche Religion wir angehören…

Es kam einmal ein junger Mann zu Jesus und fragte ihn: „Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen?“ Jesus gibt ihm eine ganz einfache Antwort: „Halte die Gebote!“ Und Jesus meint damit die Zehn Gebote. Ausdrücklich nennt er einige: „Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen…“

GASTKOMMENTAR

 

Gedanken zum Evangelium von Kardinal Christoph Schönborn, am 12. Februar  2017 (Matthäus 5,20-22a.27-28.33-34a.37).

 

Jesus erinnert ihn einfach an das, was wir alle gelernt haben (und hoffentlich nicht vergessen haben): die beiden Tafeln der Zehn Gebote Gottes. Wenn du dich an sie hältst, werden sie dich halten und dir den Weg zum ewigen Leben öffnen.

 

Heute geht Jesus einen Schritt weiter. Er macht unmissverständlich klar, dass es zu wenig ist, wenn du gerade das Minimum erfüllt hast. Die Gebote Gottes, wie sie Mose am Berg Sinai von Gott erhalten hat, sind auf äußere Handlungen bezogen: Töten, Ehebrechen, Stehlen, Lügen. Es ist gut, sehr gut, wenn wir es nie zu solchen Handlungen kommen lassen. Für unser Zusammenleben im Kleinen der Familie oder im Großen der Staaten wäre es schon etwas Hervorragendes, wenn all das unter uns keinen Platz hätte, wenn wir einander nicht belügen und betrügen oder gar uns gegenseitig umbringen.

 

Jesus genügt das nicht. Aus einem einfachen und einsichtigen Grund: Die bösen Taten haben eine „Vorlaufzeit“: Selten überfallen sie uns aus heiterem Himmel. Sie sind meist das „Endprodukt“ einer längeren Vorbereitung. Auf die zielt Jesus ab. Er legt die Wurzeln unserer bösen Taten frei. Sie entspringen unseren Herzen, unseren Gedanken und verkehrten Haltungen.

 

Ich habe oft als eine Art Ausweis für die eigene Güte gehört: „Ich habe doch niemanden umgebracht.“ Gott sei Dank! Aber Jesus schärft unser Gewissen: „Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein.“ Mich erschreckt der Ton vieler „Postings“ in den Internet-Foren. Das Strafrecht beginnt sich mit den „Hass-Postings“ zu beschäftigen. Denn die Erfahrung zeigt: Was mit Worten des Hasses, der Verachtung, des Heruntermachens beginnt, kann in Gewalt und Terror enden.

 

Jesus begnügt sich nicht mit einer rein äußerlichen Anständigkeit. Sie kann sehr brüchig sein. Wenn wir uns nicht um ein wirkliches Wohlwollen im Herzen bemühen, wird es unter uns keinen echten Frieden geben. Ich erinnere mich an ein Wort, das mein Vater mir einmal sagte, als ich schlecht über jemand sprach: „Wie willst du, dass er gut wird, wenn du schlecht von ihm denkst?“

 

Ehebruch beginnt nicht, wenn es zum Vollzug kommt. Jesus ist da sehr nüchtern. Ehebruch beginnt im Herzen. Nicht erst die Tat ist Ehebruch, sondern schon der begehrliche Blick. In einer Gesellschaft, in der der Mann (fast) alle Rechte hatte und die Frau sehr wenig Schutz erfuhr, waren Jesu Worte auch eine Aufforderung zur Achtung vor der Würde der Frau. Sie haben nichts an Aktualität verloren.

 

Und schließlich Jesu Worte über das Schwören und die Wahrhaftigkeit. „Schwört überhaupt nicht!“ Leider haben wir uns zu wenig an diese klare Weisung gehalten. Auch in der Kirche sind Amtseide immer noch üblich. Warum schwören wir? Weil wir einander nicht vertrauen. Weil unsere Worte so oft nicht wirklich ehrlich sind. Wie gut tut es, wenn wir uns auf das Wort des anderen verlassen können, auf sein klares Ja oder Nein. Alle diese Weisungen Jesu sind anspruchsvoll. Aber sie stimmen einfach, ohne Wenn und Aber!

 

Erstellt von: Kardinal Christoph Schönborn

 

MATTHÄUS 5,20-22A.27-28.33-34A.37

 

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein. Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst keinen Meineid schwören, und: Du sollst halten, was du dem Herrn geschworen hast. Ich aber sage euch: Schwört überhaupt nicht. Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.

 

Die zehn Gebote – eine Einleitung

 

1. Gebot: Du sollst den Herrn, deinen Gott anbeten und ihm dienen

2. Gebot: Du sollst den Namen Gottes nicht verunehren

3. Gebot: Du sollst den Tag des Herrn heiligen

4. Gebot: Du sollst Vater und Mutter ehren

5. Gebot: Du sollst nicht töten

6. Gebot: Du sollst nicht die Ehe brechen

7. Gebot: Du sollst nicht stehlen

8. Gebot: Du sollst nicht falsch gegen deinen Nächsten aussagen

9. und 10. Gebot: Begehren

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07 02 2017
By: Redaktion 2 0

Niederösterreichische Landesausstellung „Alles was Recht ist“

Das offizielle Werbe-Sujet der Niederösterreichischen Landesausstellung „Alles was Recht ist“ bringt das Ausstellungsthema auf den Punkt. Die Kampagne zeigt: Recht betrifft uns Alle!

 

Unter dem Titel „Alles was Recht ist“ blicken wir auf die Geschichte der Rechtsprechung und dahin, wo wir uns gemeinsam hinbewegen. Wie wir miteinander unsere Welt gestalten, im Kleinen wie im Großen. Wie Menschen früher miteinander umgingen – und wir jetzt und hier.

Von 1. April bis 12. November 2017 ist Schloss Pöggstall im Südlichen Waldviertel zentraler Ausstellungsort der Niederösterreichischen Landesausstellung.

Es liegt an uns wie wir diese Gesetze leben und ändern. Im Ausstellungsrundgang gehen wir in einem gemeinsamen Austausch mit unseren Gästen den Fragen nach: Reden oder richten? Versöhnen oder vergelten? Verfolgen oder vergessen? Demonstrieren oder dulden?

Link zum VIDEO, „Das Südliche Waldviertel macht sich bereit“: youtu.be/6EaMz9-x-4g&nbsp;

 

Weitere Informationen: 

 

Vom neu renovierten Schloss Pöggstall ausgehend, können die Gäste die einmalige Region des Südlichen Waldviertels erleben. Zwischen Donau, Ysper- und Weitental bis hin zum Weinsberger Wald eröffnet sich eine vielfach unbekannte Welt, welche uns einlädt, diese zu entdecken. Das vielfältige Landschaftsbild ist geprägt von unterschiedlichen Klimazonen und Landschaftselementen; die Region gilt als eine der sonnenreichsten in Niederösterreich. Die vielen Sonnenstunden sind auch einer der Gründe warum hier Kräuter, Pflanzen und Früchte besonders intensiv kultiviert werden.

So mancher Hausgarten birgt einen kleinen Naturschatz. Viel Wissen darüber ist bereits verlorengegangen. Durch die Möglichkeit einer professionellen Begleitung von Naturvermittlerinnen soll dieses Wissen wieder in das Bewusstsein der Gäste, aber auch in die Bevölkerung der Region gelangen. Neben der Natur ist das Südliche Waldviertel auch für seine kulinarischen Highlights bekannt. Nicht nur der Mohn ist sehr präsent, auch die alte Kulturpflanze, das Kriecherl hat seinen festen Platz in der Küche des Südlichen Waldviertels gefunden.

Die Niederösterreichischen Landesausstellung 2017 „Alles was Recht ist“ findet von 1. April bis 12. November 2017 im Schloss Pöggstall statt – das Südliche Waldviertel lässt sich aber jetzt schon erkunden!

 

Passendes Bildmaterial wird für Pressezwecke honorarfrei zur Verfügung gestellt und kann hier in druckfähiger Auflösung heruntergeladen werden:

 

 

Hauptplatz 1

3650 Pöggstall

 

Der Landesausstellungsbesuch ist für alle Menschen erlebbar.

Bei Fragen zur Zugänglichkeit rufen Sie uns gerne an: T +43 (0)800/24 10 45

 

ÖFFNUNGSZEITEN 

1. April bis 12. November 2017 täglich von 9–18 Uhr

Einlass bis 17 Uhr

 

Die Generalsanierung im Zuge der Landesausstellung lässt die Geschichte des Schlosses neu schreiben: Die gesamte Baugeschichte – von Anbeginn des Baues bis hin zu den Um- und Ausbauten der jeweiligen Besitzer – wurde neu entdeckt.

 

Link zum VIDEO, Dr. Andreas Zajic: „Pöggstall ist nicht das was es zu sein scheint!“:

youtu.be/9y94xthcAck

 

Mitten im ländlichen Raum, in Pöggstall, fand Kunstförderung und allermodernste Architektur statt – umgesetzt von Künstlern und Handwerkern, die danach für die Habsburger tätig waren.

 

So ist aus der Mitte des 15. Jahrhunderts, als die Familie der Hölzlers, ein Wiener Bürgergeschlecht, die Burg innehatte eine hölzerne Stube erhalten – eine Abfolge von Stube, Kammer und Saal. Genauso hat man in einer Burg im Spätmittelalter gelebt – das ist in Teilen noch erhalten – ein wunderschönes Dokument welches das historische Burgleben abbildet.

 

Pöggstall – ein einzigartiger Ausnahmefall

 

Die Anlage geht ins 13. Jahrhundert zurück. Während den Renovierungsarbeiten wurde festgestellt, dass sehr viel noch erhalten ist: die Ostmauern, die Zinnen in voller Höhe bis hin zum Zwinger – alle Bauphasen können herausgearbeitet, dargestellt und den jeweiligen Eigentümern zugeordnet werden. „Bei anderen Schlössern tut man sich oft schwer zu unterscheiden. Bei den Rogendorfern kann man differenzieren: was hat der Kasper gemacht, was hat der Christoph gemacht. Wir können die Abrechnungen, die Rechnungen des Baumeisters, der Künstler zuordnen. Wir können also genau bestimmen wer was, wann, und wo gemacht hat. Und das ist natürlich hoch spannend“, unterstreicht der Bauhistoriker Dr. Peter Aichinger-Rosenberger die Bedeutung von Schloss Pöggstall.

 

Pöggstall – als Glücksfall

 

Die Besitzer von Schloss Pöggstall spielten in der allerersten Reihe der Politik mit – als die großen Diplomaten und Feldherren der Habsburger. Sie kannten das gesamte aktuelle Kunstgeschehen in den damaligen Kunstmetropolen; Italien und Niederlande. Dieses Wissen nahmen sie zeitnahe, unmittelbar mit und setzten es im Südlichen Waldviertel um. „Das ist ein seltener Glücksfall, dass wir das so gut nachvollziehen können und es freut mich wirklich sehr, dass das an einem so spannenden, architektonisch qualitätsvollen Beispiel wie dem Schloss Pöggstall funktioniert. Die Dichte, in der moderne architektonische Lösungen im Laufe der Jahrhunderte in Pöggstall umgesetzt wurden, ist einzigartig“, erklärt der Bauhistoriker Dr. Peter Aichinger-Rosenberger.

 

Das Rondell – die Achse, der Nabel, das Zentrum von Pöggstall

 

Eine eigene Sonderausstellung im Rondell widmet sich den sensationellen Erkenntnissen der Bauforschung und der Besitzgeschichte von Schloss Pöggstall. Das Rondell, mit seinen italienischen Einflüssen aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde möglicherweise auch von einem weiteren Künstler von Weltformat beeinflusst. Die Rogendorfer hatten persönlichen Kontakt zu Albrecht Dürer, dies geht aus einem Briefwechsel hervor.

 

Die riesige Schlosskapelle: „Nicht kleckern sondern glotzen!“

 

Kasper von Rogendorf baute sich eine Residenz auf. Er begann den großen Umbau der mittelalterlichen Burg Pöggstall zum Schloss. Dazu gehörte beispielsweise die Schlosskapelle – die heutige Pfarrkirche von Pöggstall – freistehend neben dem Schloss nach großen Vorbildern gebaut. Eine Kirche mit ungewöhnlicher Bauform.

Diesen Bautyp einer zweischiffigen Hallenkirche mit geradem Ostabschluss findet man – bei der Georgskapelle Friedrichs des III. in Wiener Neustadt und ebenso als Grundriss in der Zisterzienser Stiftskirche von Neuberg an der Mürz. Überspitzt ausgedrückt: Kasper von Rogendorf baute sich eine kaiserliche Schlosskapelle neben seinem Schloss.

„Das ist so als ob sich heute jemand einen Rolls-Royce kauft, dann zeigt er ja auch damit was er meint. Das ist ein Statement – ich zeige wer ich bin, wie mächtig und einflussreich“, erläutert Dr. Peter Aichinger-Rosenberger.

 

Link zum VIDEO, „Bauarbeiten im Schloss Pöggstall“:

youtu.be/8rUiV1gSXGw

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23 12 2016
By: Redaktion 2 0

TKG: „Frohe Weihnachten und gutes neues Jahr!“

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) wünscht allen Freunden und ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und ein friedvolles Neues Jahr 2016!

 

Wir alle sind Menschen mit Heimat und Gesinnung und nicht bloß Namen oder Nummern auf einem Ausweis! Deswegen bedankt sich die Türkische KULTURgemeinde im Besonderen bei denen, die die Schutzsuchenden betreut und unterstützt haben. Dass die Sicherheit dabei nicht außer Acht gelassen werden darf, halten wir für selbstverständlich. Auch im neuen Jahr wollen wir das Gemeinsame vor das Trennende stellen, nicht nur in religiösen, sondern auch in politischen und alltäglichen Angelegenheiten und Fragestellungen. In diesem Sinne streckt die unabhängige Türkische KULTURgemeinde wie bisher als verlässlicher Partner im gesellschaftspolitischen Diskurs Österreichs die Hände aus.

Weihnachten ist ein Fest, welches von Gläubigen, weniger religiösen und nicht religiösen Menschen gleichermaßen als Kulturgut gefeiert wird. Kaum jemand kann sich den Festlichkeiten im intimen Familienkreis oder bei Freunden entziehen. Auch zehntausende  Menschen aus der Türkei in Österreich. Wir freuen uns genauso. Weil die besinnliche Stimmung viele Menschen aus der Türkei, die Ihre „Neue Heimat“ als Österreich sehen, auch sehr berührt.

Millionen von Christen werden in diesen Tagen die Freude haben, die Geburt Jesus Christi zu Hause und bei der Christmette  zu feiern. Nach Ihrem Glauben  tragen Sie, „ die christliche Weihnachtsbotschaft von der Menschwerdung Gottes, der zu den Menschen hinabgestiegen ist, in die Welt, die von Leid und Elend erschüttert ist.“  Auch bei den Muslimen steht Jesus Christus als einer der drei wichtigsten Propheten in hohem Ansehen, Liebe und Respekt. Isa, Sohn der Maria (Īsā ibn Maryam ). „Und wir haben Jesus, dem Sohn der Maria, die klaren Beweise gegeben und ihn mit dem heiligen Geist gestärkt.“ (Sure 2, Vers 87)

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie im Namen unseres Vorstandes gesegnete Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr 2016! Möge es Glück und Frieden bringen, den sich die Welt so sehr erhofft!

Wir bedanken uns herzlich für die freundliche, konstruktive und zielführende gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr, und freuen uns auf weiterhin gute Kooperationen in der Zukunft. Frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr!

 

Türkische Kulturgemeinde in Österreich
Dipl.-Ing. Birol Kilic
Obmann

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11 12 2016
By: Redaktion 2 0

TKG verurteilt den widerlichen Terroranschlag in Istanbul und in Kairo aufs Schärfste! LANET OLSUN!

Die Türkische Kulturgemeinde Österreich (TKG) ist in diesen Stunden mit den Gedanken bei den Angehörigen der Todesopfer (38 bis jetzt davon 30 Polizisten und 8 Zivilisten) und den Verletzten(155 bist jetzt), die bei der jüngsten Anschlagsserie am Samstag in Istanbul durch einen widerlichen Terroranschlag ums Leben gekommen sind. TKG verurteile auch den Anschlag(23 Tode und 49 Verletzte) auf koptische Christen in Kairo heute am Sonntag auch auf das Schärfste.

Der Obmann der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich, Birol Kilic, verurteilt den widerlichen Terroranschlag in Istanbul wie folgt scharf:

„Im Namen der Türkische KULTURgemeinde in Österreich verurteilen wir die abscheuliche Terror in Istanbul und Kairo und Kafr-el-Sheikh  auf das Schärfste und sprechen den Angehörigen der Opfer unser tief empfundenes Beileid aus. Unser tiefstes Mitgefühl ist bei den Opfern und deren Angehörigen in diesen harten und schmerzlichen Stunden in Istanbul und in Kairo. Dieser Terroranschlag in Istanbul und in Kairo  ist ein abscheulicher Terror gegen die Menschheit.

Wir solidarisieren uns mit den koptischen Christen

Der Anschlag in Kairo zielt auf die ganze Nation mit ihren Christen und Muslimen und will das friedliche Zusammenleben mit der widerlichen terroristischen Gewalt total zerstören. Wir solidarisieren uns mit den koptischen Christen aus Wien und teilen ihre Schmerzen.

Welche „Kräfte“ stecken hinter diesem Terror?

 

Wir fordern sofort die Terroristen und diejenigen Kräfte, die hinter diesem Terror stehen, fündig zu machen. Man kann diesen Terror nicht auf einen Namen oder eine Richtung reduzieren, weil dieser Terror mehrere Mütter und Väter hat.  Hinter diesem Terror in Istanbul stecken mehrere Kräfte im In- und Ausland, die aus einem Stellvertreterkrieg stammen.


Eine Drohung für alle Länder

Gegen Terror sollte man, egal in welche Art, zusammenarbeiten und nicht in Schadenfreude agieren. Niemand sollte aus solchen Terrorakten versuchen Ziele zu erreichen, die eigentlich einen selbst treffen könnten. Ein solcher Akt des Terrors im Herzen von  Istanbul ist eigentlich eine Drohung für alle Länder. Terrorismus ist eine internationale, kannibalistisch sich vermehrende Pest, wovon jedes Land betroffen sein kann.  Niemand kann sagen: Es geht uns nichts an. Kannibalistisch deswegen, weil dieser Terror auch diejenigen treffen wird, die hier im In- und Ausland diesen Terror als Brandstifter vorbereiten, unterstützen und dann als Feuerlöscher auftreten.

 

Aussöhnung in der Türkei-Rückkehr zum Rechtsstaat 

 

Wir fordern eine Rückkehr zum Rechtsstaat in der Türkei, einen umfassenden Friedensprozess und ein Wiederaufleben der Demokratie.

 

Die Aussöhnung in der Türkei ist der einzige Weg, der die Türkei in eine sichere und wohlhabende Zukunft führt.

 

Wir sollten hier alle Politiker in der Regierung und alle Verantwortlichen in der Türkei aufrufen, sich sofort gemeinsam eine Versöhnungsebene zu finden.

 

Die Türkei muss im Inland sofort zu einer politisch und rechtsstaatlich friedlichen Atmosphäre zurückkehren. Wir fordern in der Türkei eine Rückkehr zum Rechtsstaat, einen umfassenden Friedensprozess und ein Wiederaufleben der Demokratie. Wir fordern alle demokratischen Kräfte auf, die Augen vor diesen Ereignissen nicht zu verschließen und die Türkei wieder auf den richtigen, demokratischen Pfad zu bringen.

 

Die Türkei sollte wieder stark an den säkularen und rechtsstaatlichen Prinzipien der Demokratischen Republik unbedingt festhalten und mit allen Mittel für diese Werte kämpfen.

Die Türkei muss wieder zu dem außen- und innenpolitisch säkularen demokratischen Prinzip ‚Frieden zu Hause, Frieden in der Welt‘ zurückkehren. „

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09 12 2016
By: Redaktion 2 0

Menschenrechtsbefund 2016: Hass im Netz gegen Geflüchtete steigt

Am 10. Dezember wird der Tag der Menschenrechte begangen.

Er gilt als Gedenktag zur Verabschiedung der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen am 10. Dezember 1948.  Aus diesem Anlass präsentiert die „Österreichische Liga für Menschenrechte“ den Menschenrechtsbefund 2016. Darin werden unter anderem menschenrechtliche Schieflagen in puncto Rassismus und Asylpolitik aufgezeigt.

Hetze und Hass im Internet gegen Geflüchtete nehmen demnach zu. Die „Obergrenze“ verstoße gegen die Grundrechtecharta. Das Schutzsystem für geflüchtete Frauen weise Lücken auf. Die Medienservicestelle Neue Österreicher/innen (MSNÖ) fasst die wichtigsten Ergebnisse in den Bereichen Asyl und Flucht zusammen.

 

Hass im Netz zielt auf geflüchtete Personen

„Geflüchtete – und assoziiert mit den Herkunftsregionen generell Personen, die dem Islam zugeordnet werden – sind seit Herbst 2015 zu einer der Hauptzielscheiben für Online Hass avanciert, und das nicht nur in Österreich, sondern in vielen Teilen Europas“, schreibt Claudia Schäfer von der Antirassismus-Stelle ZARA. Nach wie vor nehmen Hetze und Hass im Internet laut Menschenrechtsbefund zu. Betroffen sind nicht nur geflüchtete Personen, sondern auch all jene, die sich für einen menschenrechtlichen Umgang mit Flüchtlingen aussprechen (zum Beispiel PolitikerInnen oder JournalistInnen).

 

Auch der Verfassungsschutz berichtet von zunehmender Hetze im Internet. So stiegen die strafrechtlich relevanten Hinweise, die bei der NS-Meldestelle eingegangen sind, um mehr als das Doppelte: 2014 gingen 629 strafrechtlich relevante Hinweise ein, 2015 waren es 1.351. Der Anstieg sei auf die Anzeigen auf Grund von Verhetzung vor allem auf die steigende Zahl entsprechender Beiträge im Internet, zurückzuführen, heißt es im Verfassungsschutzbericht für das Jahr 2015 (siehe auch MSNÖ-Artikel: Massiver Anstieg rechtsmotivierter Straftaten).

Von den von ZARA dokumentierten Fällen von Rassismus und Diskriminierung im Jahr 2015 fanden 20 Prozent im Internet statt. Dem Forum gegen Antisemitismus wurden im vergangenen Jahr 465 antisemitische Vorfalle gemeldet, 20 Prozent davon fanden im Internet statt.

 

Als besonders problematisch sieht Schäfer dabei zahllose Beispiele, die zeigen, dass der im Netz ausgedrückte Hass sich offline manifestieren kann – sei es, weil dadurch die Debatte rund um die Themen Flucht und Migration zusätzlich angeheizt wird oder weil Aufrufe zu Gewalt gegen Geflüchtete tatsächlich umgesetzt werden.

 

Um Hetze und Hass im Internet entgegenzusteuern, richtet der Menschenrechtsbericht u.a. folgende Empfehlungen an die Politik:

 

  • Informations- und Bildungsangebote für Internet-NutzerInnen zur Erkennung gefährdender und illegaler Inhalte
  • Schaffung von Anlaufstellen und Beratungseinrichtungen für Opfer und ZeugInnen
  • Einrichtung einer Infrastruktur, die die Einhaltung des „Code of Conduct für den Umgang mit illegaler Hassrede“ kontrolliert und sicherstellt
  • Stärkung bestehender Beratungs- und Meldeeinrichtungen

 

Lücken beim Schutz von geflüchteten Frauen

Einen Schwerpunkt widmet der Menschrechtsbefund dem Thema Gewalt gegen Frauen. Dabei wird kritisiert, dass nicht alle Frauen den gleichen Zugang zu Unterstützungsstrukturen sowie den entsprechenden Rechtsmitteln haben. Dazu zählen auch Frauen auf der Flucht.

 

In Österreich stieg der Anteil der Frauen, die um Asyl ansuchen, von 24,2 Prozent im Jahr 2014 auf 27,7 Prozent im Jahr 2015. Im laufendem Jahr gingen bis Ende Oktober 2015 12.099 Anträge von Frauen ein. Das entspricht einem Anteil an allen Asylanträgen von 32,5 Prozent (siehe MSNÖ-Artikel: Frauen und Flucht: Zahlen und Fakten).

 

Während in der Istanbul-Konvention* und in der Allgemeinen Empfehlung Nr. 32 der UN-Frauenrechtskommission festgelegt ist, dass von Gewalt betroffene Frauen ausreichenden Schutz erhalten müssen sowie frauenspezifische Verfolgungsgründe anzuerkennen sind, sieht die Realität laut aktuellem Menschenrechtsbefund anders aus. Konkret wird kritisiert, dass geflüchtete Frauen in der öffentlichen Diskussion zu Asyl und Flucht zu selten thematisiert werden. Zudem fehlen Daten, um das Ausmaß von geschlechtsspezifischer Gewalt bemessen zu können.

 

Weitere Kritikpunkte, die die Wissenschafterin Sabine Mandl benennt, betreffen insbesondere die Unterbringung. So seien die „im Gewaltschutzgesetz vorgesehenen Instrumente, wie die Wegweisung, das Betretungsverbot oder die Einstweilige Verfügung nur bedingt auf asylsuchende Frauen in Flüchtlingsunterkünften anwendbar“. Gleichzeitig werde Gewalt gegen geflüchtete Frauen begünstigt durch überfüllte Wohneinheiten, oftmals fehlenden Dusch- und Waschmöglichkeit oder durch die gemeinsame Unterbringung von alleinstehenden Frauen und minderjährigen unbegleiteten Mädchen mit Männern.

 

„Obergrenze“ verstößt gegen Grundrechtecharta

Anfang des Jahres beschloss die Bundesregierung die „Obergrenze“ für Flüchtlinge und verkündete, dass im laufenden Jahr 37.500 Personen in Österreich um Asyl ansuchen dürfen. Auch für die kommenden Jahre wurden „Obergrenzen“ festgelegt: 35.000 Asylanträge 2017, 30.000 Asylanträge 2018, 25.000 Asylanträge 2019 (siehe MSNÖ-Artikel: Österreich 2016: Maximal 37.500 AsylwerberInnen). Bis Ende Oktober gingen im laufenden Jahr 37.256 Asylanträge in Österreich ein, davon wurden jedoch nur 21.680 zum Verfahren zugelassen.

 

Die „Obergrenze“ für Flüchtlinge wurde und wird nicht nur von Zivilgesellschaft und unterschiedlichen NGO’s stark kritisiert, sondern verletzt laut dem Menschenrechtsbefund die Charta der Grundrechte der Europäischen Union.

 

„Tatsächlich führt die 2016 in Österreich vorgenommene Gesetzesänderung zu einer Verletzung von EU Primärrecht und stellt eine reele Gefahr der Verletzung der Grundrechte dar“, erklärt Emanuel Matti vom Institut für Österreichisches und Europäisches Öffentliches Recht im Menschenrechtsbefund. Konkret verstößt die neueste Novelle des Asylgesetzes gegen Artikel 47 der Grundrechtecharta: Diese legt das Recht auf ein unparteiisches Gericht und auf einen wirksamen Rechtsbehelf fest. Durch die Gesetzesänderung sei jedoch „kein effektives Rechtsmittel gegen behördliche Zwangsmaßnahmen vorgesehen“ sowie der „Zugang zum regulären Asylverfahren und seinen Garantien eingeschränkt“, erklärt Matti weiter. Zudem verstoße die österreichische Gesetzesänderung gegen Artikel 20 der Grundrechtecharta, der die Gleichheit aller vor dem Gesetz regelt.

 

Nicht nur Flüchtlinge von Kürzung der Mindestsicherung betroffen

Ein in den vergangenen Monaten heftig diskutiertes Thema in Österreich ist die Bedarfsorientierte Mindestsicherung für subsidiär Schutzberechtigte und Flüchtlinge. Im Menschenrechtsbericht wird aufgezeigt, dass die BezieherInnen-Zahlen der Mindestsicherung nicht erst seit den verstärkten Fluchtbewegungen steigen. Bereits seit 2000 – also auch im alten System der Sozialhilfe – nahmen die Zahlen der BezieherInnen in einem ähnlichen Ausmaß zu wie jetzt: „Über Flüchtlinge wird gesprochen, um über die wahren Gründe für den Anstieg der Mindestsicherung im letzten Jahrzehnt zu schweigen: fehlende Arbeitsplätze, steigende Wohnkosten, schwere gesundheitliche und psychische Probleme, Pflegekosten, ein aussonderndes Bildungssystem, prekäre und nichtexistenzsichernde Jobs“, so der Mitbegründer der Armutskonferenz, Martin Schenk, über die seiner Meinung wahren Gründe des Anstiegs der BezieherInnen.

 

Einzelne Bundesländer änderten bereits ihre Gesetze bezüglich der Frage, wer wie viel Mindestsicherung erhalten soll. Laut Armutskonferenz seien von den Gesetzesänderungen nicht ausschließlich Schutzberechtige oder Asylberechtigte betroffen. Massive Verschlechterungen werde es künftig u.a. für GeringverdienerInnen, alleinerziehende Mütter, chronisch kranke Personen, für MindestpensionistInnen oder für Eltern, die mit ihren erwachsenen Kindern mit Behinderung in einem Haushalt leben, geben.

 

Daher kritisiert Schenk, dass auf dem Rücken der aktuellen Fluchtbewegungen eine Neiddebatte geführt werde, obwohl von der Kürzung der Mindestsicherung nicht nur Flüchtlinge, sondern generell die Ärmsten der Gesellschaft betroffen sind: „Während Menschenrechte im Kontext von Asyl zunehmend ausgehebelt werden und soziale Grundrechte bei den ärmsten zehn Prozent der Bevölkerung unter Druck geraten, wird in fast jeder Diskussion, in beinahe jeder Rede, sowie in jedem zweiten Zeitungsartikel auf ‚unsere Werte‘ gepocht“, so Schenk.

 

 

Weitere Informationen und Kontakte:

 

* Die Konvention des Europarates zur Verhinderung und Bekämpfung von Gewalt an Frauen und häuslicher Gewalt, auch Istanbul-Konvention genannt, trat 2014 in Kraft. Österreich ratifizierte die Konvention bereits 2013.

 

Österreichische Liga für Menschenrechte, Kira Preckel, Tel.: 0650 416 76 44,  k.preckel@liga.or.at

 

Bundesministerium für Inneres, Asylstatistiken

 

Karl-Heinz Grundböck, Sprecher des Bundesministeriums für Inneres; karl-heinz.grundboeck@bmi.gv.at; Tel: 01 53126 – 2490

 

ZARA – Zivilcourage und Anti-Rassismus-Arbeit, Claudia Schäfer, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: +43 (0) 1 929 13 9918, presse@zara.or.at  

 

Armutskonferenz, Martin Schenk, Tel.: 01 40 9 80 0 1- 12, martin.schenk@diakonie.at

www.facebook.com/pages/Medien-Servicestelle-Neue-%C3%96sterreicherinnen/220692274684591

 

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04 11 2016
By: Redaktion 2 0

TKG verurteilt und fordert Rückkehr zum Rechtsstaat und einen umfassenden Friedensprozess in der Türkei

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt die Inhaftierung von den oppositionellen, demokratisch gewählten Abgeordneten der Partei HDP heute Früh in der Türkei. Die TKG fordert eine Rückkehr zum Rechtsstaat, einen umfassenden Friedensprozess und ein Wiederaufleben der Demokratie.

 

Die gewählten Parlamentarier sollten auch durch Wahlen wieder abgewählt werden, damit in einem Rechtsstaat das Vertrauen in die parlamentarische Repräsentation nicht verloren geht.

Ob wir die Politik der HDP und die Abgeordneten unterstützen oder nicht, sei dahingestellt. Wir stehen dieser Partei nicht nahe, aber für die türkische Demokratie müssen wir hier unbedingt einen großen Anspruch erheben. Es kann in einer Demokratie nicht passieren, dass diejenigen, die an der Macht sind, die Justiz, die Legislative und die Exekutive und damit die Gewaltenteilung so dermaßen außer Kraft setzen. Wir machen uns Sorgen um den demokratischen Rechtsstaat und die Menschenrechte in der Türkei und fordern die sofortige Freilassung der gewählten Parlamentarier.

Die Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt auch die Inhaftierung von 18 Journalisten der regierungskritischen sekularen Zeitung „Cumhuriyet“ (Republik) in der Türkei.

In der Türkei und auch in Österreich ist die Meinungsfreiheit in der Verfassung festgeschrieben und sie ist ein wichtiger Teil der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Dort steht: „Jeder Mensch hat das Recht auf freie Meinungsäußerung; dieses Recht umfasst die Freiheit, Meinungen unangefochten anzuhängen und Informationen und Ideen mit allen Verständigungsmitteln ohne Rücksicht auf Grenzen zu suchen, zu empfangen und zu verbreiten. (Art. 19 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte)“

Ohne Presse- und Meinungsfreiheit und ohne Opposition kann in der Türkei von Demokratie und Rechtsstaat keine Rede sein!

Wir fordern ihre Achtung und ihren Schutz auch von der AK Partei Regierung in der Türkei. Die TKG fordert in der Türkei eine Rückkehr zum Rechtsstaat, einen umfassenden Friedensprozess und ein Wiederaufleben der Demokratie. Wir fordern alle demokratischen Kräfte auf, die Augen vor diesen Ereignissen nicht zu verschließen und die Türkei wieder auf den richtigen, demokratischen Pfad zu bringen, ohne hier die gesamte Türkei zu bashen.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20161104_OTS0122/tkg-verurteilt-inhaftierungen-in-der-tuerkei-scharf

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25 10 2016
By: Redaktion 2 0

„Du schaust, und die Wolken ziehen/Bakarsın Bulutlar Gider“

Premiere in deutscher Sprache findet am 2. November, in türkischer Sprache am 7. November im Werk-X Eldorado am Petersplatz statt.

 

„Du schaust, und die Wolken ziehen/Bakarsın Bulutlar Gider„ von Özen Yula ist ein Zweipersonenstück, das im türkischen religiös-konservativen Milieu einer Großstadt spielt. Die Uraufführung wurde in Istanbul über die Grenzen der weltanschaulichen Lager hinweg zum Erfolg.
Regisseurin Ülkü Akbaba hat es ins Deutsche übersetzt und realisiert die Wiener Aufführung gemeinsam mit zwei SchauspielerInnen, Kenan Ece und Zeynep Buyraç in beiden Sprachen.

 

Eine junge Frau (Betül) im islamisch-konservativen Milieu der Stadt bekommt unerwartet Besuch. Ein fremder Mann (Kaya) überbringt ihr den Brief ihres kürzlich verstorbenen Ehemannes. Was könnte der Brief enthüllen? Es entsteht ein packender Dialog über die strikten Konventionen des religiösen Milieus und das individuellen Streben nach Selbstverwirklichung, über die Verwurzelung im Glauben und die Anforderungen des modernen Lebens. Diese Begegnung zerstört nach und nach alle Gewissheiten ihres sorgsam geordneten Lebens, das aus Konsum und Alltags-Religiosität besteht. Nach Phasen des Leugnens, Ablenkens und Herunterspielens stellen sich beide Zug um Zug den schmerzhaften Wahrheiten ihres Lebens.

 

Aufführungen in Deutsch und in Türkisch richten sich an alle Theaterinteressierten in Wien, insbesondere aber auch an ein migrantisches Publikum, das sich mit seinen Interessen, Fragen und Lebensproblemen im vielfältigen Theaterangebot in der Stadt nach wie vor unzureichend vertreten fühlt.

 

Aufführungstermine:

 

in deutscher Sprache: 4./ 9./ 14./ 15./16./19. November 2016

in türkischer Sprache: 11./12./18. November 2016

Beginn jeweils 20 Uhr

www.wolkenziehen.at 

Tickets: www.werk-x.at 

Tel: 01 535 32 00 11

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24 10 2016
By: Redaktion 2 0

Aufklärung: Was bedeutet „Das Schem Jisrael“ und vergleich mit Tauhid?

Das Schema (Schma) ist das zentrale Credo des Judentums und bringt einerseits den strengen Monotheismus dieser Religion, andererseits auch den Gedanken der Auserwähltheit zum Ausdruck. Es ist im Islam mit dem Begriff Tauhīd/Tevhid(Türkisch) zu vergleichen. Tauhid (Glaube an die Einheit (und Einzigkeit) (Gottes)‘) bedeutet „Glaube an die Einheit Gottes“, abgeleitet aus dem Verb/ waḥḥada / ‚vereinigen, vereinheitlichen‘ und entspricht dem Begriff Monotheismus. Lā ilāha illā ʾllāh(u) „Es gibt keinen Gott außer Gott“ . Tauhīd bedeutet, Gott als den Einen erklären, sich zum Glauben an die Einheit Gottes bekennen.

von Dr. Martin Bauschke/schule-weltethos

 

Das Schema (Schma) ist das zentrale Credo des Judentums und bringt einerseits den strengen Monotheismus dieser Religion, andererseits auch den Gedanken der Auserwähltheit zum Ausdruck.

Das Schema ist die Kernbotschaft der göttlichen, durch Mose übermittelten „Weisung“ (hebr. Tora). Es findet sich in Deuteronomium (= 5. Mose) 6,4. Vgl. auch im Talmud: Traktat Sukkot 42a; Tr. Berachot 13b.

 

• Der hebräische Text wird durch Juden so ausgesprochen: schəma jisrael adonai elohenu adonai echad.

• Der hebräische Text wird durch Juden im Deutschen so wiedergegeben: „Höre Israel! Der EWIGE ist unser G’tt, der EWIGE ist eins/einer/einzig.“

• Der hebräische Text lautet folgendermaßen mit exakter Übersetzung: !Israel Höre שְׁ מַע יִשְׂ רָאֵל .einzig/einer ist JHWH, Gott unser ist JHWH יְהוָה אֱלֹהֵינוּ יְהוָה אֶחָד Aufgrund des Gebots der Tora, den Namen Gottes nicht zu missbrauchen (das dritte der sog. „ZEHN GEBOTE“), wird der Gottesname JHWH (lies: „Jahwe“ oder „Jehova“) von Juden generell niemals ausgesprochen, sondern im Hebräischen mit Adonaj („der Herr“) oder auch ha-Schem („der Name“) und im Deutschen mit „der EWIGE“ wiedergegeben.

 

Es hat sich quasi prophylaktisch sogar die Gewohnheit oder der Brauch (minhag) entwickelt,  nicht nur den Eigennamen Gottes, sondern auch das Gattungswort GOTT nur unvollständig abzudrucken, um einen Missbrauch zu vermeiden: also G’tt statt Gott (engl. G’d statt God, frz. D.ieu statt Dieu, span. D’s statt Dios) zu schreiben.

Das Schema sowie die anschließenden Verse der Tora (Dtn. 6,4ff) gehören zum täglichen rituellen Gebet am Morgen beim Schacharit (שחרית = Morgengebet) und am Abend beim Ma’ariw (מעריב = Abendgebet).

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23 10 2016
By: Redaktion 2 0

Entfremdung: Der Neoliberalismus macht einsam und krank!

Das zeigen jüngste Erhebungen zu psychischen Störungen bei Kindern einmal mehr.

von Freitag.de 

 

Kann man sich eine schwerwiegendere Anklage gegen ein System vorstellen als eine epidemische Ausbreitung psychischer Erkrankungen? Heute leiden Menschen auf der ganzen Welt unter Angststörungen, Stress, Depressionen, sozialen Phobien, Essstörungen, dem Zwang, sich selbst zu verletzen und Einsamkeit. Die jüngsten Zahlen über die psychische Gesundheit von Kindern in England geben ein schreckliches Bild ab machen deutlich, dass es sich um eine globale Krise handelt.

Es mag dafür viele Gründe geben, aber mir scheint, dass ein grundelegende Ursache überall dieselbe ist: Menschliche Wesen, diese ultrasozialen Säugetiere, deren Gehirne darauf ausgerichtet sind, auf andere Menschen zu reagieren, werden systematisch auseinandergetrieben. Wirtschaftliche und technologische Veränderungen spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie erzählen uns beständig, dass wir unser Glück im kompetetiven Eigeninteresse finden, und in einem grenzenlosen Individualismus.

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Der Konkurrenzdruck im Bildungssystem wird immer härter. Die Jobsuche grenzt oft genug an eine Nahtoderfahrung, bei der immer verzweifeltere Menschen immer weniger Stellen hinterherjagen. Endlose Wettbewerbe und Castingshows im Fernsehen fördern völlig unrealistische Erwartungen, während die realen Möglichkeiten immer weniger werden.

Die wachsende soziale Lücke wird mit Konsum gestopft. Doch er heilt nicht die Krankheit der Isolation, sondern verstärkt den Hang unseren sozialen Status zu vergleichen – bis wir alles andere verschlungen haben und anfangen, uns selbst zu zerfleischen. Die sozialen Medien bringen uns zusammen und treiben uns gleichzeitig auseinander, indem sie uns ermöglichen, unser soziales Ansehen genau zu quantifizieren. Sie zeigen uns, dass andere mehr Freunde und Follower haben als wir.

Wie Rhiannon Lucy Cosslett sehr gut gezeigt hat, verändern Mädchen und junge Frauen routinemäßig ihre geposteten Fotos, um schlanker zu wirken. Manche Handys machen das mit ihren Beauty-Settings ganz automatisch, ohne ihre Besitzerinnen überhaupt zu fragen. So kann man heute zu seiner eigenen Dünnspiration werden. Willkommen in der nächsten Stufe der Hobb’schen Dystopie: ein Krieg aller gegen sich selbst.

Ist es verwunderlich, dass in diesen einsamen Innenwelten, in denen Berührung durch einen Klick auf die Filterfunktion ersetzt werden, junge Frauen massenhaft an psychischen Störungen leiden? Eine neue Studie in England legt nahe, dass jede vierte Frau zwischen 16 und 24 sich schon einmal selbst verletzt hat und jede achte an posttraumatischen Belastungsstörungen leidet. 26 Prozent der Frauen dieser Altersgruppe sind von Angst, Depression, Phobien oder Zwangsstörungen betroffen. So sieht eine öffentliche Gesundheitskrise aus.

 

Weiter:

www.freitag.de/autoren/the-guardian/alle-gegen-sich-selbst

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18 10 2016
By: Redaktion 2 0

Santander Bank wurde wegen zu hoher Verzugszinsen und Mahnspesen geklagt!

Der VKI (Verein für Konsumenteninformation) hat im Auftrag des Sozialministeriums gegen die AGB der Santander Bank im Kreditgeschäft wegen zu hoher Verzugszinsen und Mahnspesen geklagt und Recht bekommen.

 

Laut die Sektion Konsumentenpolitik im Sozialministerium hat die Santander Bank hatte zuvor bei nicht rechtzeitiger Zahlung der Kreditrate nicht nur die erlaubten 5% Verzugszinsen pro Jahr verrechnet, sondern einen durch die vierteljährliche Kapitalisierung (Saldoerstellung) über 5% hinausgehenden Zinssatz.

Die Mahnkosten wiederum stehen einem Unternehmen nur zu, wenn sie in einem angemessenen Verhältnis zur betriebenen Forderung stehen; eine Einschränkung, die die AGB von Santander nicht erwähnten. Zudem wurden die Kosten pro Mahnschreiben umso teurer je öfter man gemahnt wurde, wofür das Gericht keine sachliche Rechtfertigung sah.

Die Bank hat daher auf Grund des Urteils KundInnen mit aktiven und fällig gestellten Verträgen, bei denen Verzugszinsen (5% Aufschlag) verrechnet wurden,  von sich aus entschädigt.

Darüber hinaus können Kundinnen der Santander Bank die Rückerstattung von Mahnspesen verlangen, wenn diese pro Mahnung den Betrag von 20 € überstiegen haben. Dafür können sie sich noch bis Ende des Jahres sowohl an die Bank direkt als auch an den VKI wenden.

Selbst wenn Kreditnehmerinnen ihre Schuld nicht zahlen konnten und schließlich von einem Gericht zur Zahlung verurteilt wurden – also ein Urteil über das Bestehen der Schuld existiert – zahlt die Bank obige Entschädigungen. Voraussetzung in diesem Fall ist allerdings, dass in den letzten 36 Monaten zumindest eine Zahlung geleistet wurde.

Zusammenfassung: Der Ausgleich der Verzugszinsen wird von der Bank selbsttätig vorgenommen; wollen die KundInnen aber auch eine Entschädigung für zu hohe Mahnkosten, müssen sie sich aktiv an die Bank oder den VKI wenden. (VKI)

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16 10 2016
By: Redaktion 2 0

„Türken-Luther“: Prof.Dr. Yasar Nuri Öztürk und „Der verfälschte Islam“

Prof.Dr. Yasar Nuri Öztürk, bekannter islamischer Theologe in der Türkei, argumentiert seit vielen Jahren gegen verzerrte Auslegungen des Koran. So öffnet sein Buch „Der verfälschte Islam“ Türen zum Dialog.

 

 

Letztlich sind Öztürks Ansichten extrem, doch sein Ansatz muss als reformatorisch bezeichnet werden. Schon mancher hat ihn daher als den „Türken-Luther“ bezeichnet. Tatsächlich lehrt er echt lutherisch die „Rückkehr zum Koran“.

Yasar Nuri Öztürk gilt vielen Menschen als Reformtheologe, doch er selber bezeichnet sich als nur Muslim. Ihm geht es darum, den Islam in seiner reinen und ursprünglichen Form zu rekonstruieren. Es ist keine Salafist. Der promovierte Philosoph möchte den islamischen Glauben von dem Ballast der Jahrhunderte befreien, der ihn überdeckt hat und die ursprünglichen Inhalte der Religion freilegen. Daher unterscheidet Öztürk einerseits zwischen einem „Islam der Traditionen“, der auf den Sitten und Gebräuchen des Nahen Osten basiert, sowie dem „wahren Islam“ andererseits, festgehalten im Koran und verkündet durch den Propheten Muhammad.

Bereits zur Frühzeit des Islam, kurz nach dem Tode des Propheten, hätten die Menschen begonnen, den Islam zu verfälschen. Schuld daran seien die damaligen Herrscher gewesen, die den ursprünglichen Islam mit heidnischen arabischen Traditionen vermischt hätten. Öztürk verurteilt daher den Missbrauch der Religion zu politischen Zwecken. Und er warnt davor, die Person des Propheten zu instrumentalisieren und ihn in einen übermenschlichen Stand zu erheben: Muhammad, den der Koran selbst als Menschen bezeichnet, werde heutzutage in solchem Maße verehrt, dass die Gläubigen nicht nur seinen Bart, seine Fingernägel und seine Kleidung hochschätzten, sondern auch seine Exkremente.

Die Überhöhung des Propheten habe aber auch dazu geführt, dass die Muslime sich andere Vorbilder geschaffen hätten, Personen, die in religiöser Hinsicht nicht in Frage gestellt werden dürften und dadurch unfehlbar seien. Dazu gehören in erster Linie die geistlichen Würdenträger. Nach Öztürks Meinung hatte diese Handlung nur das Ziel, kritische und vernunftbewusste Menschen aus dem islamischen Diskurs auszuschließen.

Doch Öztürk befürwortet die Kritik durch die Anwendung der Vernunft. Für ihn ist diese das wichtigste Handwerkszeug des gläubigen Muslims. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch seine Argumentationen. Skeptisch steht er den heutigen Phänomenen in der islamischen Welt gegenüber, die er als „Degenerationserscheinungen im Islam“ verurteilt und deren Ursprung er im Aberglauben sieht, der sich in der islamischen Welt verbreitet hat und auf dem viele Praktiken der Muslime heutzutage beruhen.

Yasar Nuri Öztürks „Der verfälschte Islam“ eignet sich weniger zur durchgehenden Lektüre, sondern mehr als Nachschlagewerk und Ratgeber. So geht er wichtigen Fragen nach wie dem Genuss von alkoholischen Getränken. Öztürk hält diesen für erlaubt, wenn auch eingeschränkt, solange er nicht in den Zustand der Trunkenheit führe. Damit umgeht er das koranische Alkoholverbot. In den Augen vieler strenggläubiger Muslime wäre dies schon ein Tabubruch.

Doch Öztürk geht noch weiter: Das rituelle Gebet, das jeder Muslim fünf Mal am Tag verrichten muss, stellt für ihn keine Pflicht dar, sondern ist lediglich eine freiwillige Handlung. Öztürk wendet sich in seinem Buch auch gegen die Verhängung der Todesstrafe gegen solche Muslime, die ihren Glauben wechseln. Diese Handlung sei alleine eine religiöse Angelegenheit zwischen dem einzelnen Menschen und Gott. Da die Sanktionierung von Abtrünnigen jedoch zum religiösen Dogma erhoben worden sei, habe sich in der jüngsten Zeit so etwas wie eine „islamische Inqusition“ entwickelt, die einzig dem politisierten Islam dazu diene, Gegner zu neutralisieren oder auszuschalten.

Und hätte die Frankfurter Richterin, die einen Vers des Korans so auslegte, dass der Ehemann das Recht habe seine Frau zu schlagen, bei Öztürk nachgelesen, so hätte sie erfahren: Das inkriminierte Wort „daraba“ lässt sich auf 20 verschiedene Weisen übersetzen. Und man sollte, so Öztürk, bei der Übersetzung der „Logik des Korans“ und nicht der Logik der Fundamentalisten folgen: Der Prophet habe seine der Untreue verdächtigte Ehefrau Aischa nicht geschlagen, sondern sie in ihr Elternhaus verwiesen. Öztürk schlägt vor, ebenso zu verfahren.

Und er wendet sich ganz klar gegen die in vielen islamischen Ländern praktizierte Geschlechtertrennung, in dem er sie als eine alte arabische Sitte bezeichnet. Yasar Nuri Öztürks Ansichten sind extrem, doch sein Ansatz muss als reformatorisch bezeichnet werden. Schon mancher hat ihn daher als den „Türken-Luther“ bezeichnet. Tatsächlich lehrt er echt lutherisch die „Rückkehr zum Koran“, also die Schrift als einzigen Maßstab. Und permanent reizt er das gesamte traditionell islamische Establishment. So erklärte er alle islamischen Rechtsschulen zu unnötigem Ballast oder die letzten 800 Jahre Theologie für weitgehend vernunftfrei.

Zudem wettert er gegen die Strenggläubigen, die sich gottgefällig wähnen, weil sie Schweinefleisch und Alkohol meiden, während sie ungerührt ihre Frauen versklaven. Solche Provokation hat ihren Preis: Über Jahre wagte sich Öztürk nur mit Bodyguards und Waffe unterm Jackett auf die Straße. Aber so viele Todesdrohungen er auch bekommt, die Zahl seiner Verehrer ist größer: Öztürk vertritt keine Minderheitenmeinung.

In seiner Heimat ist er ein Medienstar: Er hat regelmäßige Auftritte im türkischen Fernsehen und schreibt in einer Kolumne in einer türkischen Tageszeitung. Seine zahlreichen Bücher erreichen hohe Auflagen. Mehr solcher kritischen Geister würden der islamischen Welt sicherlich gut tun.

 

Rezensiert von Abdul-Ahmad Rashid

http://www.deutschlandradiokultur.de

Yasar Nuri Öztürk: Der verfälschte Islam
Übersetzt von Nevfel Cumart.
Grupello-Verlag, Düsseldorf 2007, 192 Seiten, 14,90 Euro

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14 10 2016
By: Redaktion 2 0

Wie umgehen mit in Stein gemeißeltem Hass?

Judensäue an Kirchenmauern! Es gibt auch genug in Stein gemeißeltem Hass gegen Türken. Aus der Gesichte muss man Lernen. Aus der Geschichte kann man manchmal auch nicht lernen, weil jede Situation neu ist. Aus der Geschichte könnte man lernen, aber oft gelingt es nicht. Darüber sollte man diskutieren. Aber bleiben wir bei Judensäue an Kirchenmauern bei Bayerischer Rundfunk/ br.de Bericht: “ In Stein gemeißelter Antisemitismus: Eine Sau, an deren Zitzen Juden säugen und der ein Rabbiner unter den Schwanz schaut. Weg damit, sagen die einen. Geschichte lässt sich nicht einfach entsorgen, die anderen. Wie also umgehen mit judenfeindlicher Propaganda an alten Kirchenmauern?“

Es ist die Predigtkirche von Martin Luther, auf die alle blicken, jetzt, zum Reformationsjubiläum. Und dann das: Ein Relief aus dem Jahr 1305 zeigt eine Judensau. Es sorgt bereits seit Monaten für Streit. Ein britischer Theologe forderte letzte Woche erneut die Entfernung des Spottbildes.

Anders sieht das Christian Fuhrmeister vom Münchner Zentralinstitut für Kunstgeschichte. Aus speziell kunstgeschichtlicher Sicht sollten solche historischen Objekte in ihrem ursprünglichen Kontext erhalten bleiben. Das gilt auch und gerade für problematische Darstellungen und Denkmäler, sagt er. Von Entfernung oder Verbannung in ein Museum hält der Kunsthistoriker nichts. ( Quelle: Bayerischer Rundfunk)

 

Mehr: 

http://www.br.de/themen/religion/judensau-kirchenmauer-100.html

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09 10 2016
By: Redaktion 2 0

TKG-Aufklärung: „Was sagt der Qur’an (Koran) zum Judentum?“

Was sagt der Qur’an (Koran) zum Judentum? Koran Kapital (Sure) 7-Vers 159: „Und unter dem Volk Moses gab es eine Gemeinschaft, die nach der Wahrheit leiteten und danach Gerechtigkeit übten.“ (Koran, 7: 159)

 

Koran Kapital(Sure) 5-Vers 69: „Gewiß, diejenigen, die glauben, und diejenigen, die dem Judentum angehören, und die Ṣābier und die Christen, – wer (immer) an Gott und den Jüngsten Tag glaubt und rechtschaffen handelt, – über die soll keine Furcht kommen, noch sollen sie traurig sein“. ( Koran, 5,69)

Bevor wir Einzelheiten dessen betrachten, was der Qur’an zum Judentum und zu den Juden sagt, möchte ich einige Vorbemerkungen vorwegschicken:

Der Qur’an entstand im 7. Jhdt., als die beiden anderen abrahamitischen Religionen schon etabliert waren. Er versteht sich als Niederschlag der religiösen Erfahrung des Propheten Muhammad, die gesondert von Überlieferungen von seinen übrigen Handlungen und Aussagen sowie biographischen Darstellungen schriftlich festgehalten wurde. Der Prophet sah sich selbst in einer Linie u.a. mit den biblischen Propheten, in ähnlicher Weise sollte seine Botschaft auf religiöse Missstände (Götzendienst) und soziale Ungerechtigkeit korrigierend einwirken, darüber hinaus gibt es hier auch einen Ausblick auf die Beziehungen zwischen den monotheistischen Religionen. Zu den Werkzeugen, die für die Bearbeitung des Textes erforderlich sind, gehören:

 

Sprache: 

 

Arabisch ist eine lebendige Sprache, bei der sich in den vergangenen 1400 Jahren naturgemäß Veränderungen ergeben haben, so dass es auch für Muttersprachler notwendig ist, der ursprünglichen Bedeutung nachzuspüren. Schon seit sehr früher Zeit sind daher Wörterbücher und Grammatiken geschrieben worden, und Kommentatoren wie Zamakhshari (12. Jhdt.) und Baidawi (13. Jhdt.) haben großes Gewicht auf sprachliche Aspekte gelegt.

Da Arabisch und Hebräisch als semitische Sprachen miteinander verwandt sind, kommt es im jüdisch-muslimischen Dialog oft zu einer schnellen Verständigung über Schlüsselbegriffe (z.B. nabî, salâm, dîn etc.).

Zu den Besonderheiten gehören der Aufbau auf Verbstämmen, aus denen Wörter hergeleitet werden, die zusammen Wortfelder ergeben, mit deren Hilfe man Bedeutungsnuancen erschließen kann – so hängt z.B. Salâm (Friede) mit Islâm (Hingabe, Versöhnung) zusammen und kommt von einer Wurzel, die einen ganzheitlichen, ausgewogenen Zustand impliziert.

Verbformen, die ursprünglich eher auf abgeschlossene oder unabgeschlossene Handlungen oder Prozesse hinweisen als auf „Zeiten“ – so wird z.B. der Ausdruck sadaqAllâhul-azîm, den man nach der Qur’anrezitation ausspricht, oft übersetzt mit „G-tt sprach die Wahrheit“, und auf die Offenbarungszeit bezogen, während es eher die Feststellung ist: „G-tt spricht (grundsätzlich) die Wahrheit“, eine unabhängig von der Zeit abgeschlossene Tatsache.

Der Gebrauch des bestimmten Artikels: er erscheint im Arabischen sehr viel öfter als in europäischen Sprachen, wird aber oft demonstrativ gebraucht, d.h. wenn im Text „die Juden“, „die Christen“ oder „die Araber“ erwähnt werden, geht es nicht um alle Juden, Christen oder Araber, sondern um diejenigen von ihnen, die aus einem bestimmten Zusammenhang bekannt sind.

 

 

Geschichte:

 

Anders als die Bibel entstand der Qur’an in einem relativ übersichtlichen Zeitraum von 23 Jahren. In seiner endgültigen Fassung ist er nach hermeneutischen und didaktischen Gesichtspunkten angeordnet als eine kontinuierliche Lesung, und tatsächlich haben viele Muslime eine bestimmte Routine, nach der sie den Qur’an immer wieder ganz lesen, sei es im Ramadan, zu bestimmten Anlässen oder ganz einfach in Form einer täglichen Lesung. Gleichzeitig ist aber die chronologische Abfolge immer wichtig genug geblieben, um zumindest in groben Umrissen in der Kopfzeile jeder Sura angedeutet zu werden. Darüberhinaus ist die Kenntnis des historischen Hintergrundes jedes einzelnen Abschnittes (auch eine Sura ist nicht immer als Ganzes entstanden) als wesentliche Voraussetzung zur verbindlichen Interpretation. Seit jeher hat man sich daher mit den Offenbarungsanlässen (asbab an-nuzûl) beschäftigt (wenn auch die Überlieferungen, die dabei eine Rolle spielen, selbst der kritischen Untersuchung zu unterziehen sind). Dies wird an den islamischen Hochschulen auch weltweit zumindest formal gelehrt. Der Kommentar von Tabari (10. Jhdt.), der auch für seine Sammlung von Geschichtsüberlieferungen bekannt ist, befaßt sich schwerpunktmäßig vor allem mit historischen Hintergründen. Abgesehen davon setzt der Qur’an die Kenntnis älterer (u.a. biblischer) Traditionen voraus. Wo diese Kenntnis fehlt, bleiben Anspielungen auf deren Inhalte zumindest schwer verständlich.

 

Systematik:

 

Da ist einmal der Zusammenhang im Text selbst zu beachten, denn wie in jeder anderen Schrift (und das braucht nicht einmal eine heilige Schrift zu sein) kann man aus isolierten Bruchstücken von Versen oder gar Sätzen das Gegenteil dessen herleiten, was intendiert ist (sowohl muslimische Extremisten als auch antiislamische Polemiker benutzen auf diese Weise den Text gern im Steinbruchverfahren).

 

Ein weiterer Punkt ist die thematische Arbeit, indem man systematisch ein bestimmtes Thema verfolgt – in unserem Fall Judentum und Juden. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die methodischen Grundbegriffe zu kennen und der Frage nachzugehen, ob z.B. eine Aussage allgemeingültig (‚amm) oder speziell (khass), grundsätzlich (mujmal) oder erläuternd (mufassir) ist und auf welcher der verschiedenen äußeren und inneren Bedeutungsebenen wir uns bewegen.

 

Darüber hinaus weist der Qur’an selbst wiederholt darauf hin, dass er im Zusammenhang mit anderen „Zeichen G-ttes“ in der Natur, der Geschichte und anderen heiligen Schriften gelesen und verstanden werden will. In Verbindung mit der Sunna (der Praxis des Propheten und der Urgemeinde) und Vernunftmethoden ist der Qur’an schließlich eine Grundlage zum Ijtihâd (wörtl. intensive Bemühung, Rechtsfindung aus islamischen Prinzipien für eine gegebene Problemstellung).

 

Zwei Drittel des Qur’an wurden in Mekka offenbart, wo Muhammad geboren wurde, den Kaufmannsberuf erlernte und ausübte und eine Familie gründete. Hier erfahren wir auch von seinem Engagement für soziale Gerechtigkeit und seine religiöse Suche. Mekka lag an der Kreuzung von antiken Handelsstraßen, die vier Kontinente miteinander verbanden. Auf diese Weise war Reichtum zustande gekommen, aber auch eine tiefe Kluft zwischen arm und Reich. Abgesehen davon war Mekka ein Zentrum der Pilgerfahrt zu einem uralten Heiligtum, das allerdings damals mit polytheistischen Kulten verbunden war, während einige Menschen immer noch mit den mündlichen Überlieferungen vertraut waren, die ihre Abstammung von Abraham herleiteten, und sich ihrer Verwandtschaft mit ihren jüdischen Kollegen und Konkurrenten durchaus bewusst waren, manchmal sogar eigene monotheistische Ansätze suchten (Hanifen). Abgesehen von jüdischen Kaufleuten gab es auf der arabischen Halbinsel jüdische oder judaisierte Stämme sowie vereinzelte Christen. Muhammads Kritik richtete sich gegen Polytheismus und soziale Ungerechtigkeit, und seine Zukunftshoffnung war auf den Glauben an den Einen G-tt und die Verantwortung vor Ihm begründet.

 

In den mekkanischen Abschnitten des Qur’an finden wir also allgemeine Grundsätze von Glauben und Ethik mit einer Betonung der individuellen Verantwortlichkeit, darunter auch einen konzentrierten Abschnitt in Sura 17:22-38, der klare Parallelen zum biblischen Dekalog aufweist. Darüber hinaus finden wir Warnungen vor Arroganz, Unrecht und Achtlosigkeit, für die Menschen am Tag des göttlichen Gerichts zur Rechenschaft gezogen werden, die Verheißung der Früchte von Aufrichtigkeit, Menschlichkeit und guten Handlungen, die in einem zukünftigen Garten zu ernten sind (vgl. z.B. Sura 107:1-7; 99:6-8; 95:1-8 usw.) sowie Rückverweise auf die Erfahrungen älterer Gesandter G-ttes und früherer Generationen (z.B. Sura 21:48-93).

 

In Medina werden die Texte komplexer. Nach der Auswanderung (Hijra) finden wir als neuen Schwerpunkt die Bezugnahme auf Gemeinschaftsbildung. Um die Wurzeln späterer Konflikte verstehen zu können, ist es erforderlich, die Vorgeschichte zu untersuchen. Allem Anschein nach gab es mehrere Generationen vor der Hijra eine Vorherrschaft der lokalen jüdischen Stämme, von der sich die arabischen Stämme lösten und einen unabhängigen Status, vielleicht sogar eine Umkehrung der Verhältnisse erreichten. Hier ist noch einiges an Forschung notwendig. Jedenfalls gab es unmittelbar vor der Hijra eine generationenlange Fehde mit jüdischen und arabischen Stammesgruppen auf beiden Seiten, die zu einer allgemeinen Erschöpfung führte. Eine friedliche Lösung erhoffte man sich von der Vermittlung Muhammads, der daher zusammen mit den in Mekka verfolgten frühen Muslimen eingeladen wurde. Das Ergebnis war tatsächlich ein Friedensschluss und ein Vertrag, der den Stadtstaat „Madinatun-Nabi“ als Föderation autonomer Stämme mit einer gemeinsamen Außen- und Verteidigungspolitik begründete. Die arabischen Stämme nahmen dabei mehr oder weniger aufrichtig den Islam an, und die jüdischen Stämme behielten ihre gesellschaftliche und religiöse Identität und ihre interne Rechtsautonomie. Ein happy end?

 

In Wirklichkeit ist jedoch ein Friedensabkommen immer ein Neuanfang mit neuen Herausforderungen: Welche Hoffnungen und Erwartungen hatten die beteiligten gesellschaftlichen Gruppen damit verbunden, und wie weit sind sie erfüllbar? Wie geht man mit Spannungen um, die schon zur Tradition geworden waren? Wie wirkt sich der Übergang von der Kriegs- zur Friedenswirtschaft aus? Was wird aus den Ambitionen derer, die vom Krieg Vorteile hatten?

 

Im Fall von Medina haben wir verschiedene, oft widersprüchliche Berichte von der Dynamik zwischen den verschiedenen Gesellschaftsgruppe und Individuen. Muslime sind meistens vertraut mit der Art und Weise, wie der Prophet die Muhâjirûn (Auswanderer) und die Ansâr (Helfer in der lokalen Bevölkerung) miteinander integrierte, mit den zahllosen Beispielen von Solidarität und Austausch. Andererseits erfahren wir von der Enttäuschung einiger arabischer Stammesführer darüber, dass die opportunistischen (munâfiq) Motive hinter ihrem Übertritt nicht den gewünschten Erfolg hatten. Wir fragen uns nach den Folgen von Rückschlägen und materiellen Engpässen auf die jeweiligen Stämme und Sippen. Wir finden Spuren von Dialog und Polemik zwischen Religionsgemeinschaften, und hören von Einzelnen, die Unterschiede zwischen den verschiedenen Rechtssystemen für eigene Zwecke zu nutzen versuchten. Dass es nach außen zu Zusammenstößen mit den heidnischen Quraish kam, hat jedenfalls praktische Versuche zu einer tiefergreifenden Versöhnung erheblich behindert.

 

In diesem Zusammenhang gab es einige Führer von Munâfiqûn und jüdischen Stämmen, die sich Hintertürchen offen hielten und mit dem Feind paktierten. Es braucht mehr als die traditionellen asbab an-nuzûl, um die soziopolitischen Hintergründe der inneren Konflikte zu klären, die daraus folgen, und die relevanten Qur’antexte von diesem Gesichtspunkt her zu betrachten.

 

Wie in Mekka gibt es Rückblicke auf Erfahrungen früherer prophetischer Gestalten und ihrer Gemeinschaften, jetzt aber auch zur Veranschaulichung von praktischen und ethischen Fragen. In unserem Zusammenhang wichtig ist die Bezugnahme auf die „Leute der Schrift“ im Hinblick auf das Zusammenleben mit ihnen, aber auch als kritische Lektion für die junge Gemeinschaft der Muslime, die erst im Entstehen begriffen war und noch keine einschlägigen eigenen Erfahrungen hatte. Wir finden  Kritik an Lehren und Praktiken in lokalen jüdischen (und christlichen) Gruppierungen (Allem Anschein nach gehörten diese Gruppierungen nicht dem „Mainstream“, ihrer jeweiligen religiösen Tradition an, denn sonst wären einige dieser Kritikpunkte unzutreffend.)

 

Es fällt auf, dass im Qur’an die „Kinder Israel“ oft direkt angesprochen werden, im Sinne von „erinnert euch an G-ttes Gnade und haltet euren Bund“, auch im Zusammenhang mit Tadel für die Nichteinhaltung der Gebote, wenn auch sanfter als bei den biblischen Propheten (z.B. 4:40-42). Die Inhalte treffen aber generell auf jede Gemeinschaft zu, die auf einem Bund mit G-tt und ethischen Prinzipien beruht und in Stagnation und Selbstsucht abgleitet, und die erwähnten Werte sind durchaus Teil des islamischen ethisch-rechtlichen Systems wie z.B. der Gedanke in Sura 5:35: „… wenn jemand einen Menschen tötet …, ist es, als ob er die ganze Menschheit getötet hätte, und wenn jemand einem Menschen das Leben rettet, ist es, als ob er der ganzen Menschheit das Leben gerettet hätte.“ Die Lehren aus diesen exemplarischen Ermahnungen treffen nicht unbedingt auf die Juden in der übrigen Welt zu, wohl aber auf Muslime zukünftiger Generationen wie im folgenden Beispiel:

 

Und (denke daran), wie Wir mit den Kindern Israel einen Bund schlossen: Dient keinem außer Mir und (erweist) den Eltern Güte und den Verwandten und den Waisen und den Armen und verwirklicht das Gebet und gebt die Spende. Dann wandtet ihr euch ab und rebelliertet bis auf wenige von euch. (2:83)

 

Anfangs wird allgemein der Leser angesprochen (aller Wahrscheinlichkeit ein Muslim) und an den Bund G-ttes mit den Kindern Israel mit allen Implikationen erinnert. Dann folgt eine unerwartete Wendung zur zweiten Person Plural. Ist damit eine direkte Kritik an lokalen Gruppen für die Abwendung von Prinzipien intendiert bzw. eine Kritik an Juden, für die es zutrifft? Oder wendet sich die Anrede an die muslimischen Leser zur präventiven Reflexion oder Selbstkritik? Oder ist es vielleicht beides?

 

Wichtig ist jedenfalls, dass es nicht um „alle“ geht und dass es durchaus Angehörige der betreffenden Gemeinschaft gibt, die treu an ihrem Bund festhalten. Auf die „Leute der Schrift“ bezogen wird dies noch stärker in Sura 3:113-115 betont:

 

Sie sind nicht alle gleich. Unter den Leuten der Schrift gibt es eine Gemeinschaft, die (für das Rechte) einsteht. Sie tragen in der Nacht G-ttes Zeichen vor und werfen sich (vor Ihm) nieder. Sie glauben an G-tt und an den Jüngsten Tag und regen zum Guten an und verwehren Böses und wetteifern miteinander zum Guten. Sie gehören zu den Rechtschaffenen. Was sie an Gutem tun, nichts wird ihnen vorenthalten, und G-tt kennt die Achtsamen.

 

Daher ist ein weiterer Punkt die Kritik an Absolutheitsansprüchen.

 

Grundsätzlich betont der Qur’an wiederholt, dass es im wesentlichen dieselbe Botschaft war, die die prophetischen Lehrer im Laufe der Menschheitsgeschichte den Völkern und Generationen gebracht haben, und beklagt Haltungen, die religiöse Unterschiede zum Vorwand für Konflikte und Spaltungen nehmen (siehe z.B. Sura 42:13-15). Tatsächliche inter- und intrareligiöse Spannungen, die zur Prophetenzeit bekannt waren, spiegeln sich z.B. in Sura 2:113:

 

Die Juden sagen: die Christen fußen auf nichts, und die Christen sagen: die Juden fußen auf nichts, und doch studieren beide die Schrift. Gleicher Art, gerade wie sie, redeten auch diejenigen, die kein Wissen hatten. Aber G-tt entscheidet am Tag der Auferstehung zwischen dem, worin sie uneins waren.

Trotz gegenseitiger Polemik gab es aber offensichtlich damals auch Juden und Christen, die auf konstruktive Weise zusammenlebten. Somit wäre der bestimmte Artikel irreführend, wenn wir darunter „alle“ verstehen würden, und es ist ein Missbrauch, wenn er absichtlich auf „alle“ bezogen wird, wie es leider immer wieder geschieht. Der bestimmte Artikel verweist, wie zuvor erwähnt, auf als bekannt vorausgesetzte Beispiele, und niemand käme beispielsweise auf den Gedanken, das Wort al-A’râb in Sura 9:97: „Die Wüstenaraber sind am hartnäckigsten in der Ablehnung und der Heuchelei …“ so zu verstehen, als ob es auf alle Wüstenaraber oder gar alle Araber Bezug nähme!

 

Statt ihre Lektion zu lernen, sind Muslime jedoch mittlerweile Teil der Kontroverse geworden. Die Diskriminierung der „Leute der Schrift“ in Geschichte und Gegenwart war bei Muslimen vielleicht „nicht so schlimm wie bei anderen“; vielleicht gab es weniger Zwangsmaßnahmen und Vertreibungen und auf weite Strecken ein fruchtbares Zusammenleben (z.B. Andalusien, Palästina, der indische Subkontinent). Aber am Ideal gemessen bleibt immer noch viel zu wünschen übrig.

 

Das bringt uns zu dem qur’anischen Vorwurf des Missbrauchs oder der Entstellung von heiligen Schriften.

 

Im modernen Diskurs taucht gegenüber den „Leuten der Schrift“ oft der Vorwurf auf, sie hätten die Bibel „verfälscht“, wobei u.a. auf Sura 3:78 verwiesen wird:

 

Unter ihnen gibt es eine Gruppe, die mit ihren Zungen die Schrift verdrehen, so dass ihr meint, es ei aus der Schrift, während es nicht in der Schrift ist, und sie sagen: „Es ist von G-tt“, während es nicht von G-tt ist, und sie sprechen bewusst eine Lüge gegen G-tt aus.

 

Im Zusammenhang mit unserem Thema möchte ich mich hier auf die Torah beschränken und auf verschiedene Sichtweisen hinweisen, die von Fachleuten vertreten werden. Sie reichen von der Auffassung, die sich zumindest teilweise mit orthodoxen jüdischen Positionen deckt, dass nämlich die gesamte Torah Mose gegeben wurde (z.B. Shah Waliullah, gest. 1763; Muhammad Abduh, gest. 1905) über die Auffassung, sie sei sinngemäß (bil ma’na) offenbart worden, bis hin zu Vorstellungen von einer Integration verbal inspirierter Lehren in eine Rahmenerzählung des Lebens und Wirkens prophetischer Persönlichkeiten und der Schlüsselerfahrungen der Kinder Israel zu einem einzigartigen, die Generationen umspannenden Gefüge – letzteres auch in Verbindung mit Ergebnissen der historisch-kritischen Bibelforschung. Allerdings gibt es unter muslimischen Gelehrten nie die Vorstellung, die ganze Torah sei Menschenwerk.

 

Andererseits kennen Gelehrte aller Schriftreligionen, auch der Muslime, sehr wohl die Versuchungen, denen man bei der Auslegung der Schriften ausgesetzt ist, und die Notwendigkeit der Selbstdisziplin und Aufrichtigkeit bei der Predigt und Lehre. Inzwischen gibt es in allen drei Religionen Beispiele von selektiver Auslegung, absichtlich oder unabsichtlich, zugunsten bestimmter Interessen, die nicht nur dem Ruf der Religion überhaupt Schaden zugefügt, sondern ganz konkret Menschenleben gefordert haben.

 

Kritik an Treulosigkeit seitens der „Leute der Schrift“

 

Es gibt im Qur’an wenig direkte Bezugnahme auf Konflikte speziell mit den jüdischen Stämmen in Medina. So bezieht sich z.B. Sura 8:48-61 auf die Qainuqah nach dem Kampf von Badr 624 n.C., Sura 49:2-11 auf die Banu Nadir nach dem Kampf von Uhud 625 n.C. und Sura 22:22-27 auf die Banu Quraiza nach dem Grabenkrieg 627 n.C.. In kriegsbezogenen Texten geht es sonst um die Auseinandersetzung mit den heidnischen Quraish in Mekka. Zu wenig erforscht ist bislang noch die Verbindung zwischen den Munâfiqûn und einigen jüdischen Stammesführern. Der Schock, dass es Mitmonotheisten gab, die mit polytheistischen Feinden gemeinsame Sache machten, muss für die Muslime aber ebenso stark gewesen sein wie die ernüchternde Erkenntnis, dass es in den eigenen Reihen verräterische Elemente gab. Während man sich auf den ersten Blick vor „anderen“ durch Abgrenzung schützen kann, wird es bei den Munâfiqûn problematischer, denn „wenn du sie anschaust, bewunderst du ihr Äußeres, und wenn sie sprechen, hörst du ihnen zu … sie sind der Feind, also hüte dich vor ihnen“ (Sura 63:6).

 

Da die Munâfiqûn aber formaljuristisch der Umma der Muslime angehörten, wurde bei der Bestrafung von Verratsfällen islamisches Recht angewandt. Für die Juden galt demgegenüber jüdisches Recht, und zwar nach ihrem eigenen Verständnis, das nicht deckungsgleich mit den Rechtsvorstellungen von Juden anderswo in der Welt gewesen sein muss, und nicht einmal der Prophet selbst hatte die Möglichkeit, hier eigenmächtig einzugreifen. Nach dieser Rechtsauffassung wurden im Fall der Banu Quraiza die kampffähigen Männer hingerichtet, andere Stämme wurden ausgewiesen, und die übrigen jüdischen Gruppen wurden unter den Schutz der Muslime gestellt. Hier bleibt für Historiker einiges zu klären, und die Forschung sollte nicht durch Idealisierung oder die grundsätzliche Vorverurteilung der einen oder anderen Seite beeinträchtigt werden.

 

Für alle ist jedoch angeraten zu lernen, welche Schritte nach einem „Friedensvertrag“ zur tatsächlichen Aussöhnung und Vertrauensbildung notwendig sind.

 

Und schließlich gibt es Aussagen der Wertschätzung der „Leute der Schrift“ und die Einladung, sich auf Gemeinsamkeiten zu besinnen, wie sie auch in einer Kalligraphie über dem Haupteingang unseres Zentrums enthalten ist:

 

„Sprich: Ihr Leute der Schrift, kommt herbei zu einem Wort, das zwischen uns und euch gleich ist: dass wir niemandem dienen außer G-tt und Ihm nichts zur Seite setzen und dass nicht die einen von uns die anderen als Herren neben G-tt annehmen …“ (Sura 3:64).

 

Chronologisch verlaufen parallel zu den Kritik aussprechenden und auf den Konflikt bezogenen speziellen Texten allgemeine Aussagen zur Koexistenz zumindest der drei abrahamitischen Religionen und münden ein in den Ausblick in Sura 5:47-51

 

Wir hatten die Torah niedergesandt mit Führung und Licht darin. Danach haben die Propheten, die sich (G-tt) hingegeben hatten, den Juden (alladhîna hâdû – kann auch übersetzt werden: „denen, die Rechtleitung empfangen haben“) Recht gesprochen, und desgleichen die Rabbiner und Gelehrten, denn ihnen war befohlen, an G-ttes Schrift festzuhalten, und sie waren Zeugen dafür. Also fürchtet nicht die Menschen, sondern fürchtet Mich und verkauft nicht Meine Zeichen um einen geringfügigen Preis. Und wer nicht nach dem richtet, was G-tt niedergesandt hat – sie sind die Leugner (kâfirûn). … Und Wir ließen Jesus, den Sohn der Maria, in ihren Spuren folgen, das bestätigend, was ihm in der Torah voranging, und Wir gaben ihm das Evangelium mit Führung und Licht darin, das bestätigend, was ihm in der Torah voranging … Und Wir haben dir die Schrift in Wahrheit niedergesandt, das bestätigend, was ihr an Schrift voranging und zur Bewahrung dessen. Richte also zwischen ihnen nach dem, was G-tt niedergesandt hat, und folge nicht ihren Wünschen gegen die Wahrheit, die zu dir gekommen ist. Einem jeden von euch haben Wir ein ethisch-rechtliches System (shir’ah) und einen Weg (minhaj) gegeben. Wenn G-tt gewollt hätte, hätte Er euch zu einer einzigen Gemeinschaft gemacht. Er will euch jedoch prüfen durch das, was Er euch gegeben hat. Wetteifert also miteinander zum Guten. Zu G-tt ist euer aller Heimkehr, dann wird Er euch über das aufklären, worin ihr uneinig gewesen seid.

 

Die Entwicklung in Medina lässt uns mit ernsthaften Fragen, die uns bis heute beschäftigen: Wie können verschiedene gesellschaftliche, kulturelle und religiöse Gruppen miteinander in einer Stadt, in einem Staat, in einer Welt leben? Ist Einheit nur als Uniformität denkbar? Geht es um ein System mit einer herrschenden Gruppe und Minderheiten, um Kultur und Subkulturen? Wie wäre eine echte multikulturelle Gesellschaft zu gestalten? Die muslimischen Reiche waren immer multiethnische und multireligiöse Gebilde, und es gab immer wieder die Herausforderung, mit Konflikten umzugehen, die durch materielle Versorgungsengpässe, interne Machtkämpfe und dergleichen zustandekamen. Die Welt wird immer komplexer, und es ist an der Zeit, sich gemeinsam Gedanken zur gemeinsamen Gestaltung der Zukunft zu machen.

 

In diesem Zusammenhang sehe ich einige „Hausaufgaben“. Zunächst die für die Muslime:

 

Es ist wichtig, dass wir auf breiter Basis den Qur’an gewissenhaft lesen, also nicht nur im rituellen Zusammenhang rezitieren und schon gar nicht als Steinbruch für irgendwelche Ideologien benutzen. Offenbarung bringt keine einfachen Instant-Lösungen für Probleme, sondern Denkanstöße für verantwortliche menschliche Entscheidungen.

 

In diesem Zusammenhang dürfen wir es nicht dabei bewenden lassen, früheren Propheten und heiligen Schriften verbale Anerkennung zu zollen. Es ist an der Zeit, das aufzuholen, was wir in den letzten 1400 Jahren versäumt haben, und uns inhaltlich damit auseinandersetzen – zum besseren Verständnis anderer religiöser Traditionen und unserer eigenen Grundlagen.

 

Und schließlich ist es notwendig, die Geschichte kritisch aufzuarbeiten. Es ist sicher wichtig, vorbildliche Persönlichkeiten zur Orientierung für unsere jüngere Generation hervorzuheben. Aber Geschichte ist mehr als ein Epos, wenn wir wirklich davon lernen wollen.

 

Insgesamt ist viel Forschungs- und Erziehungsarbeit zu leisten, denn ähnliche Aufgaben gibt es in jeder religiösen Tradition, abgesehen davon, dass wir einander besser kennenlernen und eine gegenseitige Vertrauensbasis schaffen müssen. Das bringt uns gleichzeitig näher an unsere gemeinsame Verantwortung, „den Garten zu bebauen und zu bewahren“ (Gen. 2:15) bzw. „G-ttes Statthalter auf Erden“ (2:30) zu sein, denn im Zeitalter der globalen Kommunikation und Interaktion kann dies nicht mehr so verstanden werden, als ob es einer Nation oder Glaubensgemeinschaft vorbehalten wäre.

Halima Krausen ist am Islamischen Zentrum Hamburg tätig und bei der Initiative für Islamische Studien.(© talmud.de 2006)

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01 10 2016
By: Redaktion 2 0

Eine polnische Oase in der Türkei

Wer den Istanbuler Stadtteil Beykoz auf der asiatischen Seite des Bosporus verlässt und auf der Straße nach Alemdag nach Kleinasien weiterfährt, stößt noch im Gemeindegebiet Istanbuls auf ein kleines Dorf Polonezköy(Adamdorf-Polendorf). Der türkische Name bedeutet Polendorf, und tatsächlich lebten hier auch zu Beginn des dritten Jahrtausends katholische Polen. Ihre Vorfahren kamen 1842 als Flüchtlinge und Asylsuchende in das Land des Sultans.

 

Von Prof. Dr. Rudolf Grulich – Dokumentation zur Journalistenreise von Kirche in Not, Juni 2005

 

Heute ist es umgekehrt: Seit Jahren kommen Asylsuchende aus der Türkei nach Mitteleuropa, zumeist Kurden aus Südostanatolien. Vor sechzig Jahren war es noch anders: Nach 1933 flohen zahlreiche von den Nationalsozialisten verfolgte Deutsche in die Türkei und erhielten dort bereitwillig Aufnahme. Bereits im Juli 1933 emigrierten die ersten Hochschullehrer aus Deutschland nach Istanbul und Ankara, nach dem „Anschluss“ Österreichs auch aus Wien. Unter ihnen waren bekannte Wissenschaftler: Agrarexperten, Altphilologen, Architekten, Mediziner, Juristen, Musikwissenschaftler. Viele kehrten nach 1945 zurück, wie Ernst Reuter, der spätere regierende Bürgermeister von Berlin. Sein Sohn Edzard Reuter, der langjährige Vorstandsvorsitzende von Daimler-Benz, hat seine Kindheit in der Türkei verbracht und berichtet, dass für seinen Vater „der Aufenthalt [dort] eine unglaubliche Phase seines Lebens gewesen ist“.

 

Weniger bekannt ist, dass auch im 19. Jahrhundert das Türkische Reich des Sultans ein Zufluchtsland war. Als vor 150 Jahren im August 1849 die ungarischen Aufständischen ihren Kampf gegen Habsburg verloren geben mussten und kapitulierten, flohen Tausende in die Türkei, darunter auch der Führer des Aufstandes, Lajos Kossuth. Er blieb bis 1851 in Istanbul, ehe er sich in Italien niederließ. Auch der polnische General und internationale Freiheitskämpfer Jozef Bem, der im Herbst 1848 die Verteidigung des aufständischen Wien geleitet hatte und den Kossuth am 1. Dezember 1848 zur Oberkommandierenden der Revolutionsarmee in Siebenbürgen ernannte, floh damals in die Türkei. Vor allem Offiziere traten dort in den türkischen Dienst, so auch Bem, der als Amurat Pascha bis zu seinem frühen Tode Ende 1850 Kommandeur der syrischen Armee in Aleppo war.

 

Bem war als polnischer Flüchtling in der Türkei keine Ausnahme. Auch vielen anderen Polen bot das Türkische Reich Zuflucht, vor allem nach den erfolglosen Aufständen von 1831 und 1863 gegen Russland. Daran erinnerte auch Papst Johannes Paul II. vor 20 Jahren bei seinem Besuch in Istanbul, als er sich am 30. November 1979 mit der dortigen polnischen Gemeinde traf. Er erinnerte seine Landsleute daran, dass es der Sultan war, der die Aufteilung Polens Ende des 18. Jahrhunderts nicht hinnahm, „ein etwas ungewöhnliches Faktum“, wie es der Papst nannte. Der Papst erwähnte auch, dass es bei Empfängen für das Diplomatische Korps bei der Hohen Pforte noch Jahrzehntelang hieß: „Der Botschafter von Lehistan (Polen) ist noch nicht eingetroffen.“ Damit sollte an das Schicksal des aufgeteilten Polens erinnert werden. „Hier haben die polnischen Aufständischen von 1830/31 Zuflucht gefunden,“ betonte der Papst, „ die von den Türken aus den Armeen des Zaren freigekauften Kriegsgefangenen, die polnischen Soldaten der 1856 aufgelösten Zamoyski-Division.“ Johannes Paul II. nannte auch Fürst Adam Jerzy Czartoryski, der 1842 eine polnische Kolonie auf der asiatischen Seite von Konstantinopel gründete, die nach ihm zunächst Adampol benannt wurde und heute offiziell Polonezköy heißt.

 

Das Dorf hat seinen polnischen Charakter bis heute erhalten, denn eine Kirche der Muttergottes von Tschenstochau, in der auch noch heute katholische Gottesdienste gehalten werden, fällt dem Besucher ebenso auf wie Häuser, die auch in den Beskiden oder Galizien stehen könnten und polnische Segenswünsche tragen. Fürst Czartorysky hatte 1842 mit Hilfe der Lazaristen Grund und Boden für die ersten Siedler erworben, die sich bald auch eine kleine Kapelle errichteten, die der hl. Anna geweiht war. „1855 traf unser größter Dichter, Adam Mickiewiecz, in Istanbul ein“, betonte der Papst 1979 vor der polnischen Gemeinde, „um hier den patriotischen Geist unter den Polen zu stärken und eine polnische Legion zu bilden, die nach der Vorstellung der Romantik zur Befreiung der Heimat dienen sollte, die nach dem November-Aufstand noch stärker unterdrückt worden war.“ Als Russland vom Sultan die Auslieferung polnischer Flüchtlinge verlangte, lehnte dies der Sultan mit Berufung auf den Koran und dem Gebot der Gastfreundschaft ab. Adampol hatte polnische Selbstverwaltung und war das einzige Stück eines freien Polen, bis Polen als Staat 1918 wieder erstand. Nach dem Ersten Weltkrieg kehrten manche Bewohner zurück, aber der Ort blieb bestehen, auch wenn er andere Nachbarn bekam, als die griechisch bewohnten Nachbardörfer umgesiedelt und Türken vom Balkan angesiedelt wurden.

 

„Ihr seid Erben jener Polen, die vor mehr als 100 Jahren diese polnische Oase am Bosporus gegründet haben“, sagte der Papst 1979 bei seinem Türkeibesuch zu ihnen. „Als euer Landsmann und zugleich erster Papst polnischer Herkunft begegne ich euch heute mit großer innerer Bewegung.“

 

Man muss sich in dem kleinen Dorf Zeit lassen, um seine 150-jährige Geschichte auszuloten. 1992 erschien in türkischer und englischer Sprache sogar eine kleine Festschrift. Man findet türkische und polnische Gedenktafeln an die großen Besucher. Mickiewicz starb sogar hier. Erst später wurde er in die Gruft der Könige nach Krakau überführt.

 

Franz Liszt besuchte auf einer Konzertreise nach Istanbul ebenso diese polnische Siedlung wie Gustave Flaubert, und natürlich fehlt als Besucher auch nicht der Gründer der modernen Türkei Kemal Atatürk.

 

70 Häuser reihen sich in den drei Straßen des Ortes. Kirche und Friedhof fallen ins Auge. Einige Pensionen, ein Hotel Gülay, das Restaurant Ziya, ein Cafe und ein Teehaus zeigen, dass es auch bescheidenen Tourismus gibt. Den Eingang zur Pension Rizi schmückt ein Holztor mit lebensgroßen Holzfiguren. Die Besitzerin ist Frau Elena Ryzy. An polnischen Familiennamen von Hausbesitzern begegnen uns Dohoda und Wilkoszewski, Biskupski und Gazewicz. Vor Frederik Nowicki war Edward Dohoda Bürgermeister bzw. Muhtar, eine Bezeichnung, die jedem Karl May-Leser bekannt ist.“

 

im Vergleich zu anderen Stadteilen hat dieses Dorf seine alte Struktur weitesgehend beibehalten- die Zeit scheint stehengeblieben zu sein in dieser Oase. Und das in einer Megacity wie Istanbul- das fasziniert mich noch immer deshalb habe ich vor diesen besonderen Ort Istanbuls zu thematisieren. ich will hierbei die überwiegend polnische Bevölkerung interviewen- v.a. interessiert es mich wie diese Diaspora es geschafft hat ihr Gebiet so zu erhalten wie es jetzt ist.

 

die malerische Landschaft und überhaupt diese Ruhe die man an dem Ort inmitten der umgebenen Hektik findet sind die Gründe warum viele Istanbuler das Polendorf aufsuchen. Der Tourismus und seine Auswirkungen und überhaupt das Polendorf im Verhältnis zu der „Mutter“ Istanbul sind alles Gebiete, die ich erforschen möchte.

 

Soweit erstmal, ich hoffe ich kann noch ein paar Leute mitreißen diesen Ort zu erkunden- wie wärs Emine und ljubica? 🙂

 

(übrigens gibt es auf der europäischen seite ein Pendant nämlich das arnavut köyü -Albanerdorf, welches sich zu einer noblen Wohnsiedlung am Bosporus entwickelt hat)

 

https://www.youtube.com/watch?v=ARzXgNqeLtk

 

https://www.youtube.com/watch?v=ZAemEhCq5-U

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21 09 2016
By: Redaktion 2 0

TKG verurteilt den barbarischen Anschlag in Türkei-Gaziantep

So kann es nicht weiter gehen. Eine Abkehr von dieser negativen Spirale aller Parteien durch die Antwort „Frieden in allen Bereichen“ ist in der Türkei notwendiger denn je.

Wien (OTS) – Die Türkische Kulturgemeinde Österreich (TKG) ist in diesen Stunden mit den Gedanken bei den Angehörigen der Todesopfer und den Hunderten Verletzten, die bei der jüngsten Anschlagsserie in der Stadt Gaziantep in der Türkei durch einen barbarischen Terroranschlag ums Leben gekommen sind.

 

IS Sümpfe durch vorsätzliche Unterstützung 

Die dafür Verantwortlichen sind höchstwahrscheinlich jene, die auch von den türkischen Behörden als IS-Terroristen verifiziert wurden, die in der Türkei seit dem Syrien-Krieg ihre Sümpfe besonders in der Stadt Gaziantep und Umgebung aufgebaut haben und vorsätzlich leider unterstützt wurden.

 

IS: Erorberung Konstantiniyye

Faktum ist, dass es von unterschiedlichen Seiten Interesse gibt, die Türkei ins Chaos zu stürzen. Die Oppositionsparteien haben auch heute viele Informationen geteilt, dass in der Stadt Gaziantep eine Hochburg des IS entstanden ist und sogar viele Bezirke unter der Kontrolle vom sog. Islamischen Staat (IS) sind. Das kann nicht so weiter gehen, weil hier dieses Gebiet ein Knotenpunkt für Europa und auch für Österreich, gerade als Hinterland, geworden ist. Und das letzte Ziel des IS ist, ein Kalifat mit Hauptstadt Istanbul zu gründen. Dafür bringt der IS seit drei Jahren eine Zeitschrift in türkischer Sprache mit dem Titel „Erorberung Konstantiniyye“ (Kontsantiyye´nin Fethi) heraus. Wenn im IS eine Abspaltung mit einer türkischen IS-Gruppe zu Stande kommt, dann kommen die echten Probleme in die Türkei und nach Europa. Wir warnen.

 

Selbsternannte Deradikalisierungsspezialisten 

In Österreich und in Europa versucht der IS fleißig weiterhin, besonders sunnitische und alevitische Familien und Kinder, die ziemlich labil sind, durch salafistisch-wahabitische Konfessionen des Islam zu gewinnen, wo besonders in Österreich die deradikalisierenten Stellen sehr schwach sind, weil sie durch die politische Freunderlwirtschaft von Aktivisten und „selbst ernannten Beratern“ oder als „Feuerlöscher auftretende Brandstifter“, die aus diesem Geschäft per se Geld verdienen, auch nicht leistungsorientiert arbeiten, sondern sich selbst profilieren. Viele sunnitische und alevitische Familien in Österreich und besonders in Wien haben sich bei der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich darüber beschwert, dass ihre Kinder verloren gegangen sind.

Ziel: Türkei afghanisieren, irakisieren bzw. syrisieren

Nicht nur in Gaziantep, sondern in mehreren Städten in der Türkei sind IS-Hochburgen durch salafistisch-wahabitische IS-Strömungen vorhanden, die einfach bereit sind, in einem Bürgerkrieg in der Türkei genauso terroristische Aktivitäten auszuüben wie im Irak und Syrien. Kurz: Man will die Türkei syrisieren bzw. irakisieren, wie man es bereits bei den Städten Afghanistan und Pakistan gemacht hat.

 

Türken und Kurden sind Brüder seit 1000 Jahren

Weder die Türken sind Feinde der Kurden, noch die Kurden Feinde der Türken und das schon seit 1000 Jahren. Das will man die ganze Zeit propagieren, wobei man nur durch Brüderlichkeit und eine friedliche Politik ohne Hetze etwas dagegen machen kann.

Alle Parteien in der Türkei müssen jetzt gegen diese Hetze, die als Ziel hat, Türken gegen Kurden und Kurden gegen Türken aufzuhetzen und damit einen Bürgerkrieg zu verursachen, durch Frieden eine Antwort geben.

 

Säkulare Verfassung in der Türkei mit Demokratie stärken 

Die Türkische Kulturgemeinde Österreich wünscht allen politischen Verantwortlichen den Weitblick und die Erkenntnis, dass die Saat des Hasses und des Konfliktes in der Ungerechtigkeit liegt.

Das Resultat von blindem Fundamentalismus durch einen politisierten Islam und die Instrumentalisierung der Religion durch die Politik wird noch mehr Tote produzieren. Das Ziel sollte sein, die säkulare Verfassung der Türkei mit noch mehr demokratischen Gesetzen und die sterile Gewaltenteilung zu stärken, und als Beamte sollten nicht mehr Sektenbrüder, egal aus welcher islamischen Rechtsschule sie stammen, eingesetzt werden, sondern sie sollten den Verdienst (Liyakat) leisten und dafür die notwendige Bildung und Erfahrung haben.

Wir wünschen den Verletzen eine baldige Genesung und den Hinterbliebenen der Opfer viel Kraft in diesen schweren Stunden.

 

http://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20160822_OTS0100/tkg-verurteilt-den-barbarischen-anschlag-in-tuerkei-gaziantep?utm_source=2016-08-22&utm_medium=email&utm_content=html&utm_campaign=mailaboeinzel

Dr. Melissa Günes
Generalsekretärin
Türkische KULTURgemeinde in Österreich

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01 09 2016
By: Redaktion 2 0

EU-Türkei-Österreich-Fakten: Zeit für Zurückhaltung und Abrüstung der Wörter

„Die Causa Türkei ist für SPÖ und ÖVP eine Chance, sich zu profilieren. Das Thema besetzen und dominieren, lautet die Devise für Kern und Kurz. Und zwar bevor es die FPÖ tut.“ schreibt die Süddeutsche Zeitung.“

 

Die Abwärtsspirale der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit dreht sich mit zunehmender Schnelligkeit und sorgt bei den Betroffenen für eine regelrechten Erfolgsrausch! Meine Gedanken sind bei denen, die sich nicht in diesem Rausch befinden!“, schreibt die SPD-Abgeordnete a.D. Lale Akgün. Die TKG hat nachrecherchiert: Die seit 1996 intakte Zollunion der EU (500 Millionen Einwohner) mit der Türkei (80 Millionen) bringt der Europäischen Union mehr Vorteile als der Türkei, sagen die Fakten. Braucht die EU wirtschaftlich die Türkei also nicht eher als die Türkei die EU? Wer sitzt wirklich am längeren Ast?

Die Türkei ist für die EU nicht nur sicherheitsstrategisch und geopolitisch wichtig, sondern auch wegen des nicht ernst genommenen politisierten Islam-Sumpfes. Mit der Türkei sollte man aber hard aber doch im Gespräch bleiben weil der EU Beitrittsprozess der Türkei der beste Hebel die verschiedene unangenehme Prozesse in der Türkei beeinflussen zu können.

Weil das Epizentrum dieses Sumpfes gerade die Türkei, Saudi Arabien, Katar und seine Nachbarn geworden sind. Die EU (und der Balkan) waren bis jetzt das Hinterland dieser Sümpfe, die sich bis in die modernen Städte hinein erstrecken. Man sollte schleunigst diese Sümpfe trockenlegen, statt auf zahnlose wirtschaftliche Druckmittel zu setzen. Die Türkei spielt eine sehr wichtige Rolle für die EU, umgekehrt ist es genauso. Griechisch-Zypern blockiert schon länger weitere Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Ein weiteres Veto aus Österreich durch Außenminister Kurz bzw. Bundeskanzler Kern ist daher unnötig. Ein außenpolitischer Fehler.

These: Die Europäische Union braucht die Türkei mehr als die Türkei die EU. Die Türkei aber braucht Europa als Partner, besonders was die Wertegemeinschaft angeht.

 

Rechtsstaatliche und demokratische Prinzipien

Bundeskanzler Kern: Die Türkei ist von uns weitgehend abhängig“

Das Statement des sozialdemokratischen Bundeskanzlers Christian Kern gegenüber der Zeitung „Die Presse“ sollte man genau bezüglich Zollunion EU-Türkei unter die Lupe nehmen: Würde man nun die Tür für die Türken öffnen und ihnen die vier Grundfreiheiten der EU (freier Waren-, Dienstleistungs-, Kapital- und Personenverkehr) einräumen, dann würde das zu massiven wirtschaftlichen Verwerfungen führen, die in Europa nicht mehr vertretbar sind. Die EU sollte vielmehr nach einem neuen machbaren Weg der wirtschaftlichen Heranführung der Türkei suchen. Ökonomisch sitzen wir am längeren Hebel. Die Türkei ist von uns weitgehend abhängig.“

Für die Türkische KULTURgemeinde geht es darum, dass die Türkei so viele EU-Wertestandards wie möglich umsetzt. Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit müssen in vollem Umfang Einzug halten! In der Türkei ist jedem klar, dass es der Europäischen Union gar nicht um einen vollen EU-Beitritt geht. Die EU und insbesondere Deutschland waren nicht ehrlich mit der Türkei, das zeigen die Probleme mit der bereits bestehenden Zollunion ab dem 1.1.1996.

 

Hintergrund

„Unnötiger kann Kerns Demarche tatsächlich nicht sein. Niemand in der EU glaubt, dass der Türkei-Beitritt in absehbarer Zeit erfolgen kann. Die Verhandlungen um eine Mitgliedschaft sind sowieso auf das Minimum zurückgefahren. Ein Plädoyer für einen Abbruch macht keinen Sinn, es befriedigt bloß jene nationale Öffentlichkeit, die seit eh und je die Türken nicht mag.Noch eins: An der Visa-Frage sollte das Flüchtlingsabkommen nicht scheitern. Dass die Visapflicht für die Türkei nicht schon längst abgeschafft ist, so wie für Mazedonien, Montenegro und Serbien – auch nicht gerade Westminster-Demokratien –, wird in Ankara seit Langem als feindseliger Akt der EU gesehen. Zu recht. Zudem würde eine von der EU geforderte Änderung der Definition von Terrorismus im türkischen Antiterrorgesetz – angesichts des ausgerufenen Ausnahmezustands – nichts an der Situation der verfolgten Journalisten oder Oppositionellen ändern. “ schreibt Profil (Georg Hoffmann-Ostenhof )

Laut der Standard vermutet der renommierter Politologe Peter Filzmaier innenpolitische Motive hinter dem außenpolitischen Schauspiel. „Es ist eine strategische Binsenweisheit, dass sich innere Einheit am besten gegen einen – unter Anführungszeichen – Außenfeind schaffen lässt,“ sagt er, „und so viele andere Themen, bei denen sich die Regierung einig ist, gibt es nicht.“ Die Türkei-Debatte sei „aufgelegt wie auf dem Silbertablett“, befindet Filzmaier, zumal sie für die Regierung weitgehend „risikolos“ sei. Schließt sich die EU, wo letztlich die relevanten Entscheidungen fallen, mehrheitlich der Haltung Österreichs an, könnten sich Kern und Kurz eines Erfolges rühmen. Wenn nicht, so Filzmaier, lasse sich immer noch mit EU-Bashing Kapital schlagen. „Wenn Verhandlungen auf Eis liegen, muss man nicht auch noch die Kühlschranktür zuschlagen“, sagt Peter Filzmaier  der Kerns und Kurz‘ Vorstöße für umso bemerkenswerter hält, als sich Österreich immer noch neutral nennt: „Von jeder diplomatischen Akademie fliegt man für so etwas im ersten Semester raus.“

Filzmaier vermutet innenpolitische Motive hinter dem außenpolitischen Schauspiel. „Es ist eine strategische Binsenweisheit, dass sich innere Einheit am besten gegen einen – unter Anführungszeichen – Außenfeind schaffen lässt,“ sagt er, „und so viele andere Themen, bei denen sich die Regierung einig ist, gibt es nicht.“ Die Türkei-Debatte sei „aufgelegt wie auf dem Silbertablett“, befindet Filzmaier, zumal sie für die Regierung weitgehend „risikolos“ sei. Schließt sich die EU, wo letztlich die relevanten Entscheidungen fallen, mehrheitlich der Haltung Österreichs an, könnten sich Kern und Kurz eines Erfolges rühmen. Wenn nicht, so Filzmaier, lasse sich immer noch mit EU-Bashing Kapital schlagen. – derstandard.at/2000042612107/Wie-der-Streit-mit-der-Tuerkei-der-Regierung-nuetzt

 

Die Süddeutsche Zeitung schreibt: „BK Kerns Aussagen lösten in der türkischen Regierung so viel Heiterkeit aus wie ein Zigarettenstummel in einer Melange. Nun kürte der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu Wien zur „Hauptstadt des radikalen Rassismus“. Sein österreichischer Amtskollege Sebastian Kurz bestellte den türkischen Botschafter ein, dann legte er nach. Am Freitagabend erklärte er den Flüchtlingsdeal sinngemäß für gescheitert. Die EU müsse die Außengrenzen selbst schützen, um nicht mehr erpressbar zu sein, sagte Kurz im ORF. Die Art und Weise, wie Wien die Eskalationsspirale dreht, gefällt Berlin ganz und gar nicht. Denn Deutschland will seinerseits weder das mühsam ausgehandelte Flüchtlingsabkommen kündigen, noch im Vorbeigehen die Beitrittsverhandlungen kippen. Wenn, dann muss das Ankara schon selbst machen.“

„Dass sich Wien nun so ins Zeug legt, hat augenscheinlich auch sehr austriakische Gründe. Hier kommt die FPÖ als Faktor hinzu. Die islamfeindliche Partei ist für die regierende Koalition aus Kerns SPÖ und Kurzens ÖVP ein ziemlich großes Problem. In Umfragen rangiert die FPÖ mit deutlichem Abstand vor den Volksparteien. Kanzler Kern hat sich klar von der rechtspopulistischen Partei abgegrenzt, aber manche in seiner SPÖ liebäugeln mit der FPÖ. Die wiederum umwirbt relativ offen Kurz und sein ÖVP-Umfeld. Der Minister ist im Volk beliebt, aber seine Partei darbt in Umfragen trotzdem. Seit mehreren Legislaturperioden blockieren sich SPÖ und ÖVP gegenseitig bei Reformprojekten, man gönnt einander keine Erfolge. In der Ausländerpolitik treibt die FPÖ die Regierung vor sich her, daran ändern auch weitere Asylrestriktionen nichts. Die Causa Türkei ist für SPÖ und ÖVP eine Chance, sich zu profilieren. Das Thema besetzen und dominieren, lautet die Devise für Kern und Kurz. Und zwar bevor es die FPÖ tut. Kurz hatte am 3. August im Interview mit Spiegel Online den Flüchtlingsdeal zwar kritisiert, aber noch nicht abgeschrieben. Er sprach von Plan A und Plan B. Am 4. August erklärte Kern im ORF die Beitrittsgespräche mit Ankara für gescheitert. Am 5. August erklärte der alerte Außenminister das Flüchtlingsabkommen für erledigt. Von einem Sozialdemokraten will sich der Christsoziale eben nicht rechts überholen lassen.Dabei gibt es noch eine andere

Komponente, die bemerkenswert ist. Denn Kanzler und Außenminister vertreten ähnliche Dinge, aber sie wirken nicht wie ein zusammenarbeitendes Duo wie etwa Merkel und Steinmeier. Die Wiener Wortwahl wird auch deshalb drastischer, weil der SPÖ-Kern und der ÖVP-Kurz sich gegenseitig die Butter vom Brot nehmen wollen, anstatt sich die Jause aufzuteilen. Es ist das alte Dilemma der SPÖ-ÖVP-Koalition.“ ( Süddeutsche Zeitung)

 

Wo bleibt die Demokratie? Wo bleibt der Rechtsstaat?

Die Türkei und die AKP-Regierung haben massive demokratiepolitische und rechtsstaatliche Defizite, die für die EU keinesfalls zu akzeptieren sind. Auf diesem Gebiet ganz besonders, wie der österreichische Bundeskanzler Kern, Außenminister Sebastian Kurz und der Grüne-Abgeordnete Peter Pilz unterstrichen haben. Österreich zeigt sich als türkischer Partner schockiert über Rückschritte bei der Achtung der Menschenrechte und der Rechtsstaatlichkeit, bei der Gewaltentrennung und insbesondere bei der Beschneidung der Meinungs- und Pressefreiheit sowie der Unabhängigkeit der Justiz.

Aber vorweg sagen wir ganz klar: Die Todesstrafe wird in der Türkei nicht kommen, weil das Verbot in der Verfassung dreifach abgesichert ist! Die türkische Innenpolitik droht überzukochen, aber am Ende wurde in der Türkei bekanntlich nie so heiß gegessen wie gekocht.

Es ist auch von den EU-Staaten ziemlich zynisch, ständig die Todesstrafe für den Abbruch der Beitrittsverhandlungen vorzuschieben. In der Türkei werden seit vielen Jahren die Menschenrechte missachtet und Journalisten verfolgt. Hätte man dann nicht schon längst alle Verhandlungen abbrechen müssen?

Die Türkische KULTURgemeinde fordert hohe Standards im Bereich der Menschenrechte, Rechtssicherheit und Pressefreiheit, denn alles andere stärkt nur die radikalen Kräfte in der Türkei!

 

Traum: Ein türkischer Rechtsstaat ohne islamistische Sekten

Ohne Wenn und Aber fordert die TKG einen säkularen, von religiös-islamistischen Sekten befreiten türkischen Rechtsstaat. Zuallererst gilt es, die Gewaltentrennung umzusetzen! Es kann nicht sein, dass die AKP-Regierung und Präsident Erdoğan von der EU Solidarität gegenüber einer islamistischen Sekte, die sich ungeniert FETO (Fethullahistische Terrororganisation) abkürzt, erwarten. Es handelt sich hier um jenen Prediger Fethullah Gülen, dem Tayyip Erdoğan jetzt auf den Fersen ist. Nicht zu vergessen: Fethullah Gülen war Erdoğans engster Verbündeter. Spätestens hier wird die Geschichte unglaubwürdig! Auf der anderen Seite ist die AKP-Alleinregierung gerade dabei, jenen Platz einnehmen, den bisher ihnen nahestehende, noch schlimmere fundamentalistische und klerikal-faschistischen Sekten, die seit Jahren gegen die säkular-demokratische Verfassung der Türkei kämpfen und sie vernichten oder verwässern wollen, einnehmen. Indem Präsident Erdoğan jetzt gegen diese Gruppierungen losschlägt, erhöht er seine Glaubwürdigkeit.

Die ehemalige SPD-Abgeordnete Lale Akgün denkt hier anders: „Eben habe ich mir die Liveübertragung der Großkundgebung „für Demokratie und Märtyrer“ in Istanbul angesehen. Die Show wurde nicht nur auf allen Fernsehkanälen übertragen, sondern auch auf Großwandleinwänden in allen 80 Provinzhauptstädten der Türkei , damit das Volk auch da zusammenkommen und jubeln konnte. Diese Veranstaltung diente dazu, alle auf die neue Türkei mit Erdogan als den Führer einzuschwören. Das ist gut gelungen. Erdogan und seine Equipe kennen keine Parteien mehr, sondern nur noch das Volk. Und dieses Volk ist heute ganz schön umschmeichelt worden. Und seine Einheit. Und sein Wille. Zum Beispiel die Todesstrafe. Wenn das Volk es will, dann wird es sie geben, sagt der Führer. Und die Feinde. Die müssen auch benannt werden, damit das Volk zusammenstehen kann, gegen die Feinde. Kurzum: die AKP hat alle Schleusen Richtung Islamo-Nationalismus geöffnet. Die Ideologie „Türk-Islam-sentezi“ , „die türkisch-islamische Synthese“, ist kaum noch zu bremsen oder gar aufzuhalten. Die Veranstaltung fand übrigens in Yenikapi statt, auf deutsch „Neues Tor“. Wenn das kein symbolträchtiger Name ist!“

Hier beginnen die Sicherheits-Probleme der EU und insbesondere der Republik Österreich. Denn genau diese anti-säkulare und anti-demokratische, orthodox-religiöse Partei und Sekten – durch westliche Unterstützung fleißig hinaufgehievt – benutzen seit Jahren Österreich und andere Staaten als politisches Hinterland.

Unter dem Vorwand falsch verstandener Solidarität, Religionsfreiheit und Demokratie oder was auch immer versinkt ein gutes Zusammenleben im Sumpf der Korruption. Statt wirtschaftlicher Sanktionen sollte man in Österreich diese – oft als Vereine getarnten – Parteien und Sekten genau unter die Lupe nehmen! Sie wollen einen Staat im Staat aufbauen und die österreichischen Regierungsparteien unterwandern. Sie wollen alle hart erworbenen demokratischen Werte einreißen. Auch die die anderen EU-Staaten sind von dieser Unterwanderung betroffen!

 

Privileg oder Schande? Die EU-Türkei-Zollunion ist schon lange da: seit 1.1.1996

Auf der anderen Seite dürfen wir als Türkische KULTURgemeinde in Erinnerung rufen, dass die Türkische Republik – zu Lasten seiner eigenen wirtschaftlichen Interessen – mit der EU schon lange in einer Zollunion ist!

Außer der Landwirtschaft (soll ausgedehnt werden) und den Dienstleistungen (wird ausgedehnt), die stark reglementiert sind, soll die Zollunion weiter expandieren, der Gewinner ist die EU! Diese Zollunion mit der EU ist bereits seit 1.1.1996 in Kraft! Zwischen den EU-Staaten und der Türkei werden seit über 20 Jahren Waren, Dienstleistungen (begrenzt) und Kapital (unbegrenzt) gehandelt und transferiert. Die EU exportiert seit 1996 mehr Waren und Dienstleistungen in die Türkei als diese in die EU. Bis Ende 2015 betrug das Handelsbilanzdefizit für die Türkei über 50 Milliarden Euro, im Durchschnitt ca. 2,5 Milliarden Euro pro Jahr! Das Leistungsbilanzdefizit der Türkei wird durch die Zollunion keineswegs positiv beeinflusst, wie von allen Seiten bisher stets behauptet wurde. Im Gegenteil profitiert vielmehr die EU davon.

 

Faktum: Einmalig für die EU: Null Mitspracherecht seit 1.1. 1996, damit ist die Türkei „Partner zweiter Klasse“

 

Denn die Türkei hat viele vertragliche Verpflichtungen auf sich genommen, aber in den politischen Entscheidungsgremien ist sie weder vertreten, noch irgendwie eingebunden. Ist sie ja nicht Mitglied der EU. Die Türkei hat durch strategische Fehlentscheidungen seit den Neunziger Jahren einen Großteil ihrer nationalen Souveränität nach Brüssel abgetreten, ohne in der Brüsseler EU-Zentrale irgendeinen Einfluss auf den multinationalen Entscheidungsprozess zu haben!

1996 ist die Türkei der inoffizielle „Partner zweiter Klasse“ Europas geworden, der – man mag es bedauern oder nicht – nie Vollmitglied sein wird, allen Diskussionen zum Trotz! Warum sollten sich auch die 28 EU-Vollmitglieder ein handelstechnisch bereits vollkommen abhängiges Land als Vollmitglied wünschen? Mit der Zollunion hat die EU die Türkei ohnedies bereits an der Kandare. Genau deswegen sagt Bundeskanzler Kern im Interview der „Presse“ : Ökonomisch sitzen wir am längeren Hebel. Die Türkei ist von uns weitgehend abhängig.“  Stimmt das?

Zum Beispiel durften aufgrund ihrer nationalen Interessen Spanien, Portugal und Griechenland erst nach Jahren ihrer Vollmitgliedschaft die Zollunion sukzessive verwirklichen. Aber bei der Türkei sollte es nicht nur umgekehrt sein, sie agierte zudem dramatisch falsch. Ja, in gewisser Weise wurde die Türkei sogar Opfer ihres eigenen verhandlungsstrategisch durchaus klugen Stufenplans. Man wollte auf gut Wienerisch „von der Maschekseite“, also durch die Hintertür, in die EU kommen. Dass auf halber Strecke der Pilot aussteigt und beide Fallschirme mitnimmt, war nicht geplant. Auch die jüngeren 14 Mitglieder aus Osteuropa, wie etwa Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Slowenien, Tschechien und die Slowakei, haben nie über „erst Zollunion, dann Vollmitgliedschaft“ verhandelt, keiner hat es auch nur angesprochen, keiner hätte es akzeptiert. Man wurde Vollmitglied und ist parallel dazu gleichzeitig in die Zollunion als gleichberechtigter Partner auf Kommissionsebene und Parlamentsebene eingestiegen. So war das immer, außer bei der Türkei! Auch der jüngste Kandidat, Kroatien, wurde nicht sofort in die Zollunion aufgenommen.

Nun hat die Türkei zwar mit 1.1.1996 als Mitglied der EU-Zollunion sozusagen die höheren Weihen erreicht, aber nicht bedacht, dass es kein politisches Mitspracherecht in Brüssel bezüglich seiner eigenen Zölle mit Drittländern hat. Das bedeutet, in Brüssel entscheiden gerade 28 Vollmitglieder der EU mit den jeweiligen politischen und wirtschaftlichen Repräsentanten und Interessenvertretern auf allen Ebenen über die Zukunft der Europäischen Union, wobei jedes Mitgliedsinteresse berücksichtigt wird. Nicht aber jenes der Türkei. Denn die hat kein Mitspracherecht.

 

Brüsseler Doppelmoral

Wenn Politiker jetzt über die Türkei und ihre Vollmitgliedschaft in der EU reden, ist das nach diesem Putschversuch nicht seriös und rein populistisch. Und davor war es reines Geflunker! Die Vollmitgliedschaft der Türkei steht seit Langem nicht mehr zur Debatte. Nur für die rechtsradikalen Parteien, die dieses Thema ständig aufkochen. Für sie wird die dünne Suppe zur reinen Kraftnahrung! Und wie wir gesehen haben, ziehen nun alle anderen österreichischen Parteien mit. Man sieht: in Österreich ist neuerlich Wahlkampf. Es gilt, die Fähnchen nach dem Wind zu richten! Seit 14 Jahren sehen wir zwischen der EU und der Regierung der Türkei eine gegenseitige Doppelmoral, die den Interessen der EU, wenn man die Rahmenbedingungen genauer analysiert, mehr schadet als der Türkei.

Man musste bald erkennen, dass die Zollunion der EU mit der Türkei kein ausgewogener Handelsvertrag war, sondern ein einseitiges, undemokratisches und rechtswidriges Unionsdiktat. Ohne ihn könnte Brüssel nicht über die türkischen Außengrenzen entscheiden. Eine Mitgliedschaft in der EFTA wäre zumindest sinnvoller als die Zollunion mit dem EU-Zollgebiet. Dann könnte dieser unwürdige Zustand der Türkei aus der Welt geschaffen werden. Da die Zollunion mit dem EU-Zollgebiet im türkischen Parlament nie auf demokratische Weise ratifiziert wurde, bräuchte man nur eine Erklärung der Regierung, damit man aus dieser Zollunion heraus in eine Handelsbeziehung ähnlich jener der EU mit der Schweiz treten kann. Es bleibt abzuwarten, wann die Erdogan-Türkei diesen Schritt macht.

 

Selam Selam Euroasien-Lebewohl, Amerika und Europa?

Für die Türkei wäre es der falsche Weg, zu versuchen, durch wirtschaftlichen Druck etwas von der EU zu erreichen, denn die Türkei sitzt nicht unbedingt am kürzeren Ast. Die EU ist nicht mehr die alte, starke EU, sondern bewegt sich hin zu einer Zwergerl-Gemeinschaft, die politisch und wirtschaftlich, wenn es so weiter geht, nicht mehr ernst genommen wird. In der Türkei herrscht sowieso kein großes Interesse an einer Vollmitgliedschaft, außer an der attraktiven Touristen-Visa-Liberalisierung. Die Türkei verabschiedet sich gerade schrittweise von der westlichen Welt und wendet sich langsam Russland, China, dem Iran, Syrien und anderen Ländern zu. Hier besonders der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) und BRICS. Die Amerika-Enttäuschung ist groß und mit Europa gibt es nur Probleme. Das ist der Status quo. Warum sollte die Türkei sich nicht aus der Zollunion lösen und eine EFTA-ähnliche Wirtschaftsbeziehung, wie sie die Schweiz mit der EU für sich speziell vereinbart hat, eingehen?

 

Österreich ist Weltspitze: Verlässlichkeit, Qualität, Innovation, Know-how

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich unterstützt die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen Österreich und der Türkei, die sukzessiv in den letzten Jahren ein Handelsvolumen in der Höhe von ca. 2,85 Milliarden Euro erreicht haben (Jahr 2015). Die österreichischen Unternehmen exportieren Waren und Dienstleistungen in der Höhe von 1,4 Milliarden Euro und schaffen in Österreich damit ca. 8.000 Arbeitsplätze. Österreich exportiert mehrheitlich Produkte wie Arbeitsmaschinen, Eisen und Stahl, Kunststoffe, elektrische Maschinen, Apparate und Geräte, worauf im übrigen der Putsch vom Juli 2016 bisher keinen messbaren Einfluss hatte. Wiedereinmal zeigt sich, dass solide Handelsbeziehungen nachhaltiger sind, als politische Kleinkrämerei.

Im Zeitraum 2002 bis Juni 2015 wurden insgesamt 9,34 Mrd. US-Dollar aus Österreich in der Türkei investiert, womit wir im kumulierten Zeitraum hinter den Niederlanden auf Platz 2 liegen. Österreich ist in den letzten Jahren bezüglich Inventionen in der Türkei allerdings mit ca. 40 Millionen ziemlich zurückgegangen.

Die Türkische KULTURgemeinde anerkennt die Leistung der österreichischen Wirtschaft, denn die österreichischen Unternehmen gehören am globalen Parkett puncto Qualität, Innovationskraft, Know-how und Verlässlichkeit zur Weltspitze.

 

Es wird nicht so heiß gegessen wie gekocht.

Dabei muss man unbedingt zwischen der Regierung mit 58% der Parlamentssitze und den türkischen Bürgern unterscheiden. Es ist zur Zeit vielleicht populistisch chic, die Türkei mit ihren Bürgern, der AKP-Regierung und Präsident Erdoğan in einen Topf zu werfen und pauschal anzugreifen. Fair ist es nicht.

 

TKG fordert: Zurückhaltung im Ton und Abrüstung der Wörter!

Österreich sollte sich daher verbal zurückhalten!

Die Türkei muss – ohne die Hilfe religiöser Sekten – auf den Boden der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit zurückfinden!

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann

Dipl.-Ing. Birol Kilic

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01 09 2016
By: Redaktion 2 0

Schulstart – Vielfalt an Österreichs Schulen nimmt weiter zu-Führende Sprachen: Türkisch und BKS

Die Vielfalt an Österreichs Schulen nimmt weiter zu. Mitte der 1980er Jahre hatten 3,2 Prozent aller SchülerInnen einen nicht-österreichischen Pass, 2014/15 waren es 11,9 Prozent

Auch der Anteil jener SchülerInnen, die eine andere Umgangssprache als Deutsch sprechen, nahm in den vergangenen Jahren zu und war im Schuljahr 2014/15 mit 22,2 Prozent deutlich höher als der AusländerInnen-Anteil.

Trotz der zunehmenden Vielfalt an Österreichs Schulen ging die Anzahl der TeilnehmerInnen am muttersprachlichen Unterricht leicht zurück: So besuchten 2013/14 33.920 SchülerInnen die unverbindliche Übung „Muttersprachlicher Unterricht“, ein Jahr später waren es 33.016.

 

Führende Sprachen: Türkisch und BKS

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei einem detaillierten Blick auf die Umgangssprachen: So gaben nach Deutsch die meisten SchülerInnen Türkisch als ihre Umgangssprache an (60.714). Fasst man jedoch die Sprache Bosnisch, Kroatisch und Serbisch (BKS) zusammen, liegt BKS um 8.700 SchülerInnen vor Türkisch. Danach folgen SchülerInnen, die Albanisch (16.481), Rumänisch (12.778) und Arabisch (8.798) als ihre Umgangssprache angeben

 

Anlässlich des Schulstarts wirft die Medienservice-Stelle Neue Österreicher/innen (MSNÖ) einen Blick auf diese Entwicklungen:

http://medienservicestelle.at/migration_bewegt/2016/09/01/schulstart-vielfalt-an-oesterreichs-schulen-nimmt-weiter-zu/ 

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27 07 2016
By: Redaktion 2 0

TKG verurteilt den abscheulichen Anschlag in der Kirche von Saint-Étienne-du-Rouvray

Wir müssen uns an diesen IS-Terror nicht gewöhnen, der Zwietracht, Hass und Vorurteil zementieren will. Der Vorstand und die Mitglieder der Türkischen KULTURgemeinde in Österreich (TKG) sind in tiefster Trauer und bekunden hiermit ihr herzlichstes Beileid den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten in Saint-Étienne-du-Rouvray und der gesamten katholischen Kirche.

 

Der IS-Terror hat mehrere Väter und Mütter und man sollte hier diesen abscheulichen IS-Terror richtig diagnostizieren und die Bevölkerung unter dem Vorwand „Aufklärung“ nicht manipulieren bzw. die Wahrheit im Schatten lassen und sich unseren besseren Traditionen entledigen: nämlich der Vernunft, der Aufrechterhaltung des ethischen Prinzips, und der Suche nach unabhängigen Beweisen in Zeiten von Konflikten.

Wir sollten nicht auf diese schlimmen Traditionen zurückgreifen: nämlich auf das imperiale Vorrecht, auf Intervention, unterstützt durch ein tief sitzendes rassistisches Vorurteil so wie durch eine armselige Berücksichtigung der Geschichte ihrer eigenen Kulturen. Die Sümpfe, die seit Jahren für den IS-Terror vorbereitet wurden, verfolgen das Ziel mit diesen pseudo-islamischen Terrormilizen die Infrastruktur und das Zusammenleben der Menschen zu zerstören. Hier darf man keine falsche, eindimensionale Pauschalisierung machen und wir müssen uns folgende Frage stellen und eine Antwort finden, bevor es zu spät ist:

Wer dirigiert und finanziert die IS-Terroristen in der Welt?

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

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21 07 2016
By: Redaktion 2 0

Türkische KULTURgemeinde: „Bitte keine türkischen Fahnen und keine türkischen Kampfparolen in Österreich!“

Wir verurteilen aus Wien jede militärische Intervention in der Innenpolitik der Türkei. Trotzdem fordert die Türkische KULTURgemeinde ein Ende des Imports der türkischen Politik nach Österreich, die mit türkischen Fahnen die Vorurteile gegenüber allen Menschen aus der Türkei in Österreich vergrößert und das Zusammenleben erschwert. Wir erwarten uns von der türkischen Regierung,egal welche Partei, dass sie dafür sorgt, dass demokratiepolitische, rechtsstaatliche und insbesondere säkulare Standards in der Türkei eingehalten werden.

Die Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) fordert alle Demonstranten auf, auf den österreichischen Straßen keine türkischen Fahnen zu tragen, wie es jüngst bei den verschiedenen Demonstrationen in Österreich während des Putsches am 15. und 16. Juli 2016 (und auch vorher) geschehen ist.

 

Unmut, Angst und Antipathie erzeugen!

Man kann nicht als Österreicher mit türkischen Wurzeln oder als türkischer Staatsbürger, Demos organisieren, die Unmut, Angst, Furcht und Antipathie erzeugen.

Das schadet dem Ansehen der Türken und der Türkei in Österreich!

Niemand tut sich damit etwas Gutes! Es ist ein Schuss ins eigene Knie!

Die Vorurteile und Anfeindungen werden die Austrotürken noch in den nächsten Tagen und Wochen bei der Arbeit, bei den Behörden und in der Schule zu spüren kriegen.

Der Ruf ist wieder einmal zerstört! Sehr traurig…

 

Schaden mehr als sie nützen

Das Demonstrationsrecht in Österreich ist für den Rechtstaat Österreich und für seine Bürger aufgrund seiner Geschichte heilig. Aber solche Demos schaden der friedlichen Integration der Menschen aus der Türkei.

Oder anders gefragt: Wie gut integriert ist ein Türke, wenn er auf dem Wiener Heldenplatz mit der türkischen Staatsflagge bekleidet türkische Kampfparolen schreit? : „Sag es und wir töten, sag es und wir sterben!“ (Heldenplatz, 15./16. Juli 2016) Wir wollen nicht, dass ein Staats-Präsident  bedenkliche Botschaften absetzt und alle Menschen in der ganzen Welt auffordert, öffentliche Plätze zu besetzen. Solche Demonstrationen in Österreich schaden mehr als sie nützen. Darüber müssen wir ohne Hetzerei offen reden und diskutieren können, ohne als Staatsfeinde körperlich angegriffen, verfolgt bzw. Verleumdungen in Österreich ausgesetzt zu werden.

 

Politik-Import: Nein! Danke!

Die türkische Fahne hat für alle Menschen aus der Türkei eine wichtige Bedeutung und ist für viele auch „kulturhistorisch“, ob wir wollen oder nicht, heilig besetzt.

Die türkische Fahne steht nicht für die Ziele einer bestimmten Partei oder eines Vereines.

Sie ist ein nationales Symbol und soll nicht inflationär verwendet werden.

Die Politik eines anderen Landes oder irgendeiner ausländischen Partei – egal welche – soll nicht auf die österreichischen Straßen mit den Fahnen importiert werden.

 

Demonstrationsrecht in Österreich nicht missbrauchen

Dass in Österreich Demonstrationsfreiheit gelte, finden wir ausgezeichnet.

Man sollte bitte das verfassungsrechtlich verankerte Demonstrationsgrundrecht (Staatsgrundgesetz-Artikel 12, auch in der Europäischen Menschenrechtskonvention-Artikel 11 geregelt) in Österreich und die türkische Fahne ab jetzt nicht mehr missbrauchen und Österreich unter dem Vorwand „Gebrauch von Demonstrationsrecht“ unter Geisel nehmen, – wir wiederholen – wo am Ende alle Menschen aus der Türkei auf dem Arbeitsmarkt, auf Behördenwege und auch im privaten Leben enorme Schäden nehmen. Wir müssen auch hier betonen: Die Versammlungsfreiheit gilt nur auf die österreichische Staatsbürgerschaft. Wörtlich heißt es in Paragraf 8 des Versammlungsgesetzes: „Ausländer dürfen weder als Veranstalter noch als Ordner oder Leiter einer Versammlung zur Verhandlung öffentlicher Angelegenheiten auftreten.“ 

 

Bedenklich: Heldenplatz, Türkische Fahnen, Prinz-Eugen-Denkmal im Hintergrund, Hitler, Anschluss…

Ein voller Heldenplatz.

Türken rund um das Prinz-Eugen-Denkmal, im Hintergrund der Balkon, auf dem Adolf Hitler den Anschluss an das Deutsche Reich verkündet hat.

Was sollen sich die österreichischen ZuseherInnen dabei denken?

Dazu Parolen, die einem anderen Land, einer anderen Regierung unumschränkte Gefolgschaft schwören.

Das verunsichert, – wir wiederholen – erzeugt nur Unmut, Angst und Antipathie und macht Angst, lässt die Österreicher, aber auch andersdenkende Austrotürken mit vielen Fragen zurück.

 

 

Wir wiederholen: Beängstigend und furchterregend

Die verschiedenen nationalen Ereignisse in der Türkei, wie zum Beispiel Parlamentswahlen, Präsidentenwahlen, besonders aber der jüngste militärische Putsch, verursachen für manche Vereine in Österreich, als auch für ihre organisierten Demonstranten, eine Situation, die für die Gesellschaft beängstigend und furchterregend ist.

 

 

Geiselhaft und wie?

Die Menschen aus der Türkei in Österreich machen fast 300.000 aus.

Diese österreichischen Türken werden mit solchen bildreichen und medienwirksamen Demonstrationen in Geiselhaft genommen.

Sie werden wieder einmal den alten Vorurteilen ausgeliefert – von ihren eigenen Landsleuten! 

Als ob alle Türken diese Demos gutheißen würden, was mitnichten der Fall ist.

Sind doch die meisten zu Hause geblieben.

Die meisten haben damit nichts zu tun und wollen damit nichts zu tun haben.

Aber zurück bleiben die Bilder in den Medien.

Zurück bleibt das Bild einer türkischen Flut am Wiener Heldenplatz, wahnwitzige Parolen brüllend. Die TKG fordert deswegen: Bitte keine türkischen Fahnen, keine türkischen Kampfparolen in Österreich!

 

 

Bitte: Appell an die Medien

Von der österreichische Presse erwarten wir bei aller Freundschaft, dass man nicht alle Austrotürken in einen Topf werfen kann. Kurz: Bitte keine Pauschalisierungen. Bei der Berichterstattung erwarten wir, dass man nicht allen Türken dasselbe Mascherl umhängt. 

 

 

Österreich ist das letze Land auf der Welt?

Jede Staatsfahne auf der Welt ist zu respektieren.

Aber wir wissen, dass unter den Fahnen Patriotismus, Nationalismus und viel Ungerechtigkeit gegenüber anders denkenden Menschen im Inland passiert ist.

Österreich ist das letzte Land, wo man mit einem Fahnenmeer auf die Straße gehen sollte.

Woran denkt der Österreicher dabei?

Es weckt Assoziationen, wie Besatzung, Anschluss an das Dritte Reich, die Belagerungen Wiens durch die Osmanen.

Auch wenn vielen Demonstranten das gar nicht bewusst ist und es ihnen auch ferne liegen mag.

Hier ist der Österreicher sehr sensibel.

Ihm ist die Freiheit seines Landes sehr wichtig.

Und dazu passen eben keine Paraden und Aufmärsche von fremden Flaggen, schon gar nicht auf dem Heldenplatz. Auch Dritte und Zaungäste sollten verstehen, was hier los ist.

Das verhindert, dass es zu Verunsicherung und Angst in der Bevölkerung kommt.

Das gebietet die politische Reife einer Organisation und der Respekt gegenüber Österreich und seiner Mentalität, seiner wechselhaften Geschichte.

 

 

Dezent und zürückhaltend ?

Dazu muss man auch wissen, dass der Österreicher mit seinem Patriotismus dezent und
zurückhaltend umgeht.

Zu kurzlebig waren Fahnen, Symbole, Parolen und Hymnen in der Vergangenheit, als dass sie
für totalitäre Kundgebungen und lautes Hinausplärren noch taugen würden.

Hier ist der Österreicher vorsichtig geworden, er ist ein gebranntes Kind.

Aber diese Umsichtigkeit fordert er auch von anderen ein und findet es geradezu dumm, plärrend und skandierend sich zusammenzurotten und bei jeder Gelegenheit die Nationalflagge zu schwingen.

 

 

Von den Österreichern Verständnis und Sympathie erwarten?

Es ist wichtig zu erwähnen, dass viele türkische Vereine und Organisationen diese Türkenfahnen-Demos nicht unterstützen, weil sie das Gefühl haben, dass die türkische Fahne hier für eine politische Partei und für Politiker aus der Türkei missbraucht wird. Egal welche Partei.

Andersdenkende Menschen sollte man auch ausnahmslos respektieren.

Man kann hier nicht Demokratie fordern und auf der anderen Seite antidemokratisch im In- und Ausland agieren oder diejenigen, die antidemokratisch sind, unterstützen und von den Österreichern Verständnis und Sympathie erwarten.

Wir erwarten uns von der türkischen Regierung, dass sie dafür sorgen, dass demokratiepolitische, rechtsstaatliche und insbesondere säkulare Standards in der Türkei eingehalten werden.

 

Die Gräber sind sogar hier

Die Türken in Österreich leben in einem neutralen Land, haben hier ihre Bildung erhalten, haben hier ihre Arbeit, viele Familien haben hier sogar ihre Gräber. Wir wollen nicht aus der Türkei regiert werden!

Wir wollen nicht ständig Vorurteilen ausgesetzt sein!

Wir wollen, dass sich unsere Landsleute hier so benehmen, wie es in Österreich angemessen ist.



Wir wollen in Österreich in Frieden leben

Viele Menschen aus der Türkei haben Angst, weil sie bedroht werden, weil sie anders denken als die Demonstranten oder nahestehende Vereine und ihre Vorstände.

Die Politisierung der österreichischen Türken durch ausländische Parteien, Vereine und Organisationen sorgt für eine Spaltung innerhalb der Community.

Wir wollen keinen Konflikt-Import aus der Türkei, egal aus welcher Ecke.

Wir sind nicht im Krieg! Wir wollen in Österreich in Frieden leben!

 

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG)

Dipl.-Ing. Birol Kilic

Obmann

TKG-Statuten:

Deutsch:

http://www.turkischegemeinde.at/fileadmin/Redakteure/turkischegemeinde/dokumente/Download_Statuten.pdf

http://www.turkischegemeinde.at/fileadmin/Redakteure/turkischegemeinde/dokumente/Download-Tuerkce-Dernek-Tuezuegue-PDF.pdf

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15 07 2016
By: Redaktion 2 0

Terror in Nizza: Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt den Terror aufs Schärfste!

Türkische KULTURgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt den Terror in Nizza in Frankreich aufs Schärfste. Der Vorstand und die Mitglieder der Türkischen KULTURgemeinde in Österreich (TKG) sind in tiefster Trauer und bekunden hiermit ihr herzlichstes Beileid mit den Familien der Opfer, den Freunden und Bekannten und der Französischen Bevölkerung.

 

Terrorismus darf in keiner Art und Weise toleriert oder gerechtfertigt werden.Die größte Gefahr geht von jenen aus, die den Nährboden, den Sumpf für solchen Terror in der Welt aufbereiten und sich dann als Feuerlöscher vermarkten, obwohl sie die echten Brandstifter sind.

Dieser Terror hat mehrere Väter und Mütter und man sollte hier bei der Diagnose der „Hintermänner“ keine falsche, eindimensionale Pauschalisierung machen.

Wir erwarten von allen Institutionen und Regierungen, dass man hier gegen diesen Angst und Schrecken verbreitenden Terror den Slogan „Wir werden uns an diesen Terror nicht gewöhnen“ hochhält.

Genauso erwarten wir die entprechenden Aktivitäten in allen Ebenen zu schaffen und in aller Härte zu bekämpfen, ohne sich von den europäischen Grundwerten zu verabschieden.

Unser tiefstes Mitgefühl ist bei den Opfern und deren Angehörigen in diesen harten und schmerzlichen Stunden in Nizza.

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Obmann
Birol Kilic

 

Was ist Islam und was ist er nicht?

http://www.turkischegemeinde.at/index.php?id=2011&tx_ttnews %5Btt_news%5D=10418&cHash=42d35ee26e8d25e054c01252e6de39d7

 

Theologie des Verachten durch verfälschte Hadith

www.einspruch.at/index.php

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08 07 2016
By: Redaktion 2 0

Neue Online-Meldestelle für rechtsextreme Straftaten

Mauthausen Komitee startet systematische Dokumentation.Zahl der rechtsextremen Straftaten um mehr als die Hälfte gestiegen. Mauthausen Komitee: „einfache und effektive Möglichkeit“ Vorfälle zu melden.

 

Mauthausen-In nur einem Jahr ist die Zahl rechtsextremer und rassistischer Straftaten um mehr als die Hälfte gestiegen, nämlich von 750 (2014) auf 1156 (2015). Die stetige Zunahme der Hass-Delikte hat schon 2005 begonnen: Damals waren es noch 209 einschlägige Tathandlungen. Das heißt, dass sich die rechtsextreme Kriminalität in den vergangenen zehn Jahren mehr als verfünffacht hat!

 

„Fälle wie der Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Altenfelden, aber auch die enorme Zunahme von Hass, Hetze und Drohungen im Internet zeigen den Ernst der Lage. Gerade jetzt ist es wichtig, Menschen eine einfache und effektive Möglichkeit zu bieten derartige Vorfälle zu melden,“ so Willi Mernyi, Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich.

 

Deswegen startet das Mauthausen Komitee Österreich eine systematische Dokumentation von Meldungen rechtsextremer Vorfälle unter www.mkoe.at/rechtsextremismus-melden. Diese werden gegebenenfalls und wenn gewünscht auch angezeigt. Die Daten der MelderInnen bleiben anonym und werden nicht an Dritte weitergeschickt.

 

Rechtsextremismus melden

http://www.mkoe.at/rechtsextremismus-melden

http://www.mkoe.at/ueber-uns/mauthausen-komitee-oesterreich

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25 05 2016
By: Redaktion 2 0

„Step Up!“: Start der europaweiten Kampagne für die Rechte von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern

Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) beteiligt sich an europaweiter Kampagne “Step Up!”

 

Wien, 25. Mai 2016 – Heute startet die europaweite Kampagne “Step Up!”. Sie setzt sich für die Rechte von gewaltbetroffenen Frauen und ihren Kindern sowie für ihren Zugang zu Unterstützung und Schutz ein. Das europäische Netzwerk gegen Gewalt an Frauen WAVE (Women Against Violence Europe) mit Sitz in Wien koordiniert die zweijährige Kampagne, an der sich Fraueneinrichtungen aus mehr als 20 europäischen Ländern beteiligen. Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) trägt die Kampagne nach Österreich. Gewalt an Frauen und Kindern ist nach wie vor die häufigste Menschenrechtsverletzung. In Europa erlebt eine von drei Frauen physische oder sexuelle Gewalt. 47 Prozent aller Morde an Frauen werden von Familienmitgliedern oder ihren Partner verübt.

 

Eine von drei Frauen in Europa erlebt physische oder sexuelle Gewalt

 

Eine von drei Frauen ist in Europa von physischer oder sexueller Gewalt betroffen, lautet das Ergebnis der Studie der Europäischen Grundrechtsagentur von 2014. Für viele von ihnen endet die Gewalt tödlich, vor allem wenn sie innerhalb der Familie ausgeübt wird: 47 Prozent aller Morde an Frauen werden von Familienmitgliedern oder ihren Partnern verübt, so die Studie der UNODC (United Nations Office on Drugs and Crime) aus dem Jahr 2013. Doch spezialisierte Unterstützungseinrichtungen für die Betroffenen fehlen. Nur 15 der 46 erfassten europäischen Staaten haben eine spezialisierte Helpline für Betroffene, zeigt der WAVE-Country Report 2015. Und es fehlen mindestens 47.000 Frauenhausplätze in Europa. Auch Beratungsstellen für Frauen, die vergewaltigt wurden oder einen sexuellen Übergriff erleben mussten, fehlen. „Step up!“ ruft die Regierung und die Zivilbevölkerung auf, für ein Ende der Gewalt an Frauen einzutreten und den Zugang zu spezialisierten Unterstützungseinrichtungen sicherzustellen.

 

„In vielen europäischen Ländern gibt es viel zu wenige spezialisierte Unterstützungseinrichtungen für Frauen, die Gewalt erleben mussten. Das hat zur Folge, dass jene Frauen nirgendwo adäquate Hilfe finden. Darum: STEP UP! Unser Aufruf richtet sich sowohl an die Entscheidungsträgerinnen und -träger auf EU-Ebene als auch an nationale Regierungen und an die Zivilgesellschaft. Investitionen um Gewalt an Frauen zu stoppen sind dringend notwendig!“, so Rosa Logar, Präsidentin von WAVE.

 

Ein Grund für die Unterfinanzierung: Victim-Blaming

 

Ein Grund für die Unterfinanzierung von adäquaten Unterstützungseinrichtungen für Frauen, die Gewalt erleben müssen, ist das so genannte Victim-Blaming. Obwohl Gewalt in der Gesellschaft als verboten gilt, wird Gewalt an Frauen häufig heruntergespielt. Den Betroffenen wird sogar die Schuld für ihre Gewalterfahrungen gegeben. Damit sich Frauen aus gewalttätigen Beziehungen befreien können, müssen sie Zugang zu adäquaten Unterstützungseinrichtungen haben. Darum ruft der Verein AÖF gemeinsam mit Fraueneinrichtungen aus mehr als 20 Ländern mit „Step up!“ dazu auf, in spezialisierte Unterstützungseinrichtungen für Frauen zu investieren.

 

Die Situation in Österreich: Nationale Helpline: ja, ausreichend Frauenhausplätze: nein

 

Im europäischen Vergleich schneidet Österreich in Hinsicht auf spezialisierte Beratungseinrichtungen für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, gut ab. Es gibt ein gut ausgebautes Netz an Beratungs- und Opferschutzeinrichtungen und seit 1998 die österreichweite Frauenhelpline gegen Gewalt 0800 / 222 555, bei der Betroffene und ihr Umfeld an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr anonym und kostenlos Hilfe und Unterstützung finden. Doch auch in Österreich gibt es nicht genug Frauenhausplätze. Laut der – in Österreich geltenden – Istanbulkonvention müsste es pro 10.000 EinwohnerInnen einen Frauenhausplatz geben. In Österreich gibt es derzeit 759 Plätze in Frauenhäusern, das sind um rund 70 Plätze zu wenig. Bundesländerübergreifende Aufnahme in Frauenhäusern, verpflichtende Schulungen und Zugang von allen Betroffenen zu Opferschutzeinrichtungen dringend gefordert

 

Die Autonomen Österreichischen Frauenhäuser setzen sich bereits seit mehreren Jahren für eine bundesländerübergreifende Aufnahme von Betroffenen ein. Da die Finanzierung der Frauenhäuser in die Zuständigkeit der Länder fällt, ist es derzeit schwer, eine Betroffene aus einem anderen Bundesland aufzunehmen. Dabei wäre gerade in Hochrisikofällen eine Unterbringung von Betroffenen und ihren Kindern für einen bestmöglichen Schutz oftmals sinnvoll. Für manche Betroffenen ist der Zugang zu Frauenhäusern aber überhaupt erschwert, wie für Asylwerberinnen oder Frauen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen. Ihr Recht auf den Zugang zu Frauenschutzeinrichtungen will der Verein AÖF im Rahmen von „Step Up!“ ebenfalls stärken. Ein weiteres Anliegen, auf das der Verein AÖF im Rahmen der „Step Up!“-Kampagne aufmerksam machen will, sind verpflichtende Schulungen für Berufsgruppen, die mit Betroffenen in Kontakt kommen – so wie es auch in der Istanbulkonvention vorgesehen ist. Gerade vor Gericht, im Gesundheitsbereich oder in der Schule ist ein Wissen über die Dynamiken, Hintergründe und Hilfsmöglichkeiten bei Gewalt grundlegend, um Betroffene bestmöglich vor weiterer Gewalt schützen zu können.

 

Mehr über die Kampagne „Step Up!“

 

Video zum Kampagnen-Launch unter https://www.youtube.com/watch?v=lvcu2lZgpNE

 

Das WAVE-Netzwerk wurde 1994 gegründet. Derzeit umfasst es 114 Mitgliedsorganisationen aus 46 europäischen Ländern. Mitgliedsorganisationen sind hauptsächlich europäische NGOs, die im Bereich der Prävention von (häuslicher) Gewalt an Frauen und Kindern tätig sind.

 

Der Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) ist seit 1988 das Netzwerk der autonomen Frauenhäuser in Österreich. Autonome Frauenhäuser sind überparteiliche und überkonfessionelle Einrichtungen, in denen alle Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen oder bedroht sind, und ihre Kinder rasche und unbürokratische Hilfe, Schutz, Unterstützung und Beratung bekommen. Sie leisten als autonome Einrichtungen gesellschaftspolitische feministische Arbeit und setzen sich für den gleichen Zugang von Frauen zu Rechten und Ressourcen ein. Der Verein AÖF ist Mitglied von WAVE.

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04 05 2016
By: Redaktion 2 0

In tiefer Anteilnahme und stillem Gebet

Türkische KULTURgemeinde trauert um Maria Eschelmüller in tiefer Anteilnahme und stillem Gebet

 

Liebe Trauerfamilie,

in diesen Momenten ist es schwer, die richtigen Worte zu finden, weil Schmerz einfach nicht in Worte zu fassen ist. Die Türkische KULTURgemeinde trauert um Maria Eschelmüller in tiefer Anteilnahme und stillem Gebet, drückt Ihrer Familie und Ihren Angehörigen ihr tiefes Mitgefühl aus. Sie ruhe in Frieden.

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Obmann
Dipl.-Ing. Birol Kilic

 

 

PS: Nach dem brutalen Mord an einer 54-jährigen Wienerin  Maria Eschenmüller herrscht in Ottakring unter den Austrotürken Entsetzen und großer Trauer über die grausame Bluttat. Türkische KULTURgemeinde in Österreich hat sich im Bezirk umgehört. Viele  Austrotürken (Anrainer, Geschäftslokal-Besitzer)   Rund um den Brunnenmarkt in Ottakring beteuerten, den Täter gekannt, gefürchtet und mehrfach vor ihm gewarnt zu haben.

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15 03 2016
By: Redaktion 2 0

TKG verurteilt den widerlichen Terroranschlag in Ankara und in Istanbul aufs Schärfste

Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG) verurteilt den abscheulichen Terroranschlag wie folgt! Versöhnung: „Frieden zu Hause, Frieden in der Welt“

 

Ein solcher Akt des Terrors im Herzen von Ankara (zum dritten Mal in sechs Monaten!) ist eigentlich eine Drohung für alle Länder. Im Namen der TKG verurteile ich die Bombenanschläge in Ankara auf das Schärfste und spreche den Angehörigen der Opfer unser tief empfundenes Beileid aus. Wir fordern sofort die Terroristen und diejenigen Kräfte, die hinter diesem Terror stehen, fündig zu machen.

Gegen Terror, egal in welcher Art, sollte man zusammenarbeiten und nicht in Schadenfreude agieren. Niemand sollte aus solchen Terrorakten versuchen Ziele zu erreichen, die eigentlich einen selbst treffen könnten. Wir vertrauen darauf, dass die demokratischen Kräfte in der Türkei jetzt zusammen stehen und die Gewaltspirale brechen.

Die Aussöhnung in der Türkei ist der einzige Weg, der die Türkei in eine sichere und wohlhabende Zukunft führt. Die Türkische AKP Regierung sollte hier die innere Aussöhnung in der Türkei als erste Aufgabe ab jetzt wahrnehmen und die Nah-Ost Konflikte und Interessen nicht in die Türkei  importieren bzw. exportieren. Wir trauen auch um diejenigen unschuldigen Menschen, auch um die in Süd-Ost Anatolien, die zwischen zwei Feuern geblieben sind und viele Opfer gebracht haben.

Wir fordern hier eine radikale Ausöhnungspolitik von der Regierung und von allen Parlamentsperteien in der Türkei beginnend aus der Region Südosttürkei. „Frieden zu Hause, Frieden in der Welt“ sollte der Leitspruch der Türkei Innen- und Aussenpolitik sein.

 

Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG)

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21 02 2016
By: Redaktion 2 0

Das Frauenhauskochbuch- Einladung zur Buchpräsentation „So schmeckt die Welt“

 

Auf Initiative der autonomen österreichischen Frauenhäuser ist dieses besondere Kochbuch entstanden, das auf lustvolle Art und Weise ein ernstes Thema mit dem Genuss guten Essens verbindet. Die Idee dahinter ist, exotische Rezepte aus der internationalen Küche nebenbekannten Gerichten in einer bunten Mischung zu präsentieren.

 

Essen ist ein Grundbedürfnis und Grundrecht. Beim gemeinsamen Zubereiten und Einnehmen von Speisen kommen Menschen zusammen, kommunizieren und feiern. Kochen und Essen stehen in diesemZusammenhang für Selbstermächtigung und Stärke, aber auch für Freude und Kreativität.


Mit diesem Kochbuch wird die kraftvolle, lebensbejahende Funktion
guten Essens hervorgehoben. Frauen, die in Frauenhäusern leben,
haben meist eine lange Leidensgeschichte hinter sich. Das Frauenhaus
gibt den Frauen erst einmal physischen Schutz, ein Dach über dem
Kopf und ein Umfeld, in dem sie zur Ruhe kommen können. Darüber
hinaus ist das Frauenhaus ein Ort, an dem von Gewalt betroffene
Frauen sich wieder auf sich selbst und ihre Ressourcen besinnen und
Kraft finden können. Gemeinsame Aktivitäten wie Kochen können
dabei helfen.

Prominente Köchinnen und Köche – u. a. Eva Rossmann und Manfred
Buchinger, Lisl Wagner-Bacher, Sarah Wiener, Stefanie Herkner,
Annik Wecker, Rupert Schnait, Jacquline Pfeiffer, Raffaele de Sieno,
Harald Pollak, Tom Frötsch – haben Rezepte beigesteuert, die Fotokünstlerin
Claudia Prieler hat sie mit ihrer Kamera besucht.

 

ca. 200 Seiten, färbig, 19x22cm

Lieferbar ab 8. März!

 

Einladung zur Buchpräsentation „So schmeckt die Welt“

Der Verein Autonomen Österreichische Frauenhäuser und der echomedia Buchverlag freuen sich, zur Präsentation des Kochbuchs einzuladen: „So schmeckt die Welt – besondere Frauen, besondere Rezepte“Cover des Kochbuchs So schmeckt die Welt

 

Moderation: Eva Rossmann
Wann: 7. März 2016 / Beginn: 19:00 Uhr
Wo: Studio 44 / 1030 Wien, Rennweg 44

 

Der Erlös des Kochbuches kommt den Autonomen Österreichischen Frauenhäusern und dem Verein AÖF zu Gute kommt, sofern es über den Verein autonome österreichische Frauenhäuser oder eines der Frauenhäuser direkt bezogen wird!

Sie haben die Möglichkeit bereits jetzt ein Kochbuch zu bestellen (lieferbar ab 8. März 2016)

Die persönlichen und internationalen Rezepte wurden von gewaltbetroffenen Frauen aus den Frauenhäusern zur Verfügung  gestellt und von prominenten KöchInnen nachgekocht und durch ihre persönliche Note abgerundet. KöchInnen wie Manfred Buchinger, Eva Rossmann, Lisl Wagner-Bacher oder Sarah Wiener und viele mehr sind in diesem besonderen Kochbuch zu finden.

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12 01 2016
By: Redaktion 2 0

Wir empfinden unendliche Trauer

Liebe Freunde, wir empfinden unendliche Trauer mit den Angehörigen und Freunden der Opfer des Terroranschlags von Istanbul. Was sind diese Terroristen doch für teuflische Amokläufer! Gegen die Menschheit und gegen den Islam.

 

Die westliche Antiterror-Strategie ist krachend gescheitert. Jeden Tag steigt durch unser geistloses Bombardieren die Zahl der internationalen Terroristen. Es ist Zeit für einen fundamentalen Strategiewechsel.

Ich fordere von unseren Politikern eine neue Anti-Terrorstrategie:

1.) Schneidet den IS von neuen Waffen und neuer Munition ab! Stoppt die saudischen Waffenlieferungen an die Terrorgruppen in Syrien!

2.) Schneidet den IS von neuen Kämpfern ab! Helft der Türkei, ihre Grenze zum ‚Anti-Islamischen Staat‘ zu schließen!

3.) Entzieht dem IS den Nährboden! Indem Ihr Euch für eine nationale Aussöhnung in Syrien und im Irak einsetzt! Der IS profitiert massiv von den Konflikten in diesen Ländern.

Wir sitzen alle in einem Boot: Juden, Christen, Muslime, Europäer, Araber, Kurden, Yesiden. Egal ob im Mittleren Osten, in Europa oder in den USA. Deutsche wie Migranten. Rassisten und Terroristen jedoch sind teuflische Kumpane. Augenzwinkernd profitieren sie voneinander. Wir sollten uns nicht von ihnen spalten lassen. Euer JT

 

Danke Jürgen Todenhöfer
Türkische KULTURgemeinde in Österreich

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19 10 2015
By: Redaktion 2 0

TKG bedauert Grüne Abwahl von Bundesrat Efgani Dönmez

Mit Fassungslosigkeit hat die TKG –Türkische KULTURgemeinde in Österreich – zur Kenntnis genommen, dass das Bundesratmandat von Efgani Dönmez (Die Grünen) nicht verlängert wird.

 

Wien (OTS) – Was bitte ist in eine Partei gefahren, einen ihrer fähigsten und kompetentesten Funktionäre einfach ziehen zu lassen? Die Grünen verstricken sich unserer Meinung nach mit der Abwahl von Bundesrat Efgani Dönmez in weitere Personalintrigen. Bei den Grünen gibt es keinen Richtungsstreit, denn Richtung setzt Orientierung voraus und daran mangelt es. Das haben die Grünen gerade als einer „betulich-freundlichen Wohlfühlpartei“ mit dieser Fehlentscheidung wieder einmal zu Tage gelegt.

Dass bei anderen Parteien keine Querdenker erwünscht sind, ist ja bekannt. Jetzt greift diese Unsitte auch auf die Grünen über. Auf ihrer Website prangt groß: „Stoppt die Rechten!“. Wenn es aber um Radikalismus geht, der von Islamisten oder Rechtsextremen mit Migrationshintergrund ausgeht, sind die Grünen blind. Die neuen Grünen haben das Kapital der alten Grünen verspielt.

Damit überlassen die Grünen wichtige gesellschaftspolitische Themen den Rechten, die man auch konstruktiv-kritisch und zivilisiert diskutieren könnte, aber das passt wohl nicht in das grüne Schwarz-Weiß-Denken. Von der Pflicht, die Menschen- und besonders Frauenrechte zu achten, sind gewisse Gruppen anscheinend ausgenommen. Ein Schlag ins Gesicht vieler Frauen ist es, wenn um Verständnis für Burkaträgerinnen von einer Parteichefin geworben wird, welche sich angeblich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau einsetzt. Nach unsere Meinung ist die Grüne Partei in Österreich heute sogar ein Hinterland des Politisierten Islams, den man uns unter dem Vorwand Demokratie, Vielfalt, Solidarität und Toleranz verkaufen möchte.

 

Die Grünen sind von einer Kontrollpartei zu einer reinen machthungrigen Bobo-Partei mutiert, die in netten Innenstadtcafés Latte Macchiato schlürft, während draußen die Realität vorbeizieht. Die Grünen sollten das scheinheilige Gutmenschgehabe ablegen und den anderen Menschen, Institutionen und Parteien bezüglich Moral und Anstand bitte keine arroganten Lektionen erteilen, ganz einfach weil sie bei vielen Themen und Haltungen leider nicht mehr glaubwürdig sind.

Übrigens können wir die Stellungnahme des grünen Abgeordneten Peter Pilz mit dem Titel „Aus für Effi“ auch unterschreiben, die über Facebook wie folgt geteilt wurde: „Die oberösterreichischen Grünen haben einen neuen Bundesrat gewählt. Dabei haben sie Efgani Dönmez abgewählt. Ich bedaure das. Ohne dort gewesen zu sein weiß ich: Auch Abwählen gehört zur Demokratie. Mit Effi ist einer der talentiertesten und widersprüchlichsten Abgeordneten abgewählt worden. Darüber sollten wir nachdenken: Warum werden Grüne wie Voggenhuber, Öllinger und Dönmez abgewählt und warum müssen viele, die nie aufgefallen sind, keine Minute um ihr Mandat fürchten? In unserer Partei gibt es nicht zu viel sondern zu wenig Diskussion; nicht zu viel sondern zu wenig Widerspruch. Damit wir Grüne als Partei lebendig und offen bleiben, brauchen wir auch Politiker wie Voggenhuber, Öllinger und Effi Dönmez. Ich hätte statt Effi lieber den Bundesrat abgeschafft. Aber der bleibt.“

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Dipl.-Ing. Birol Kilic, Obmann

 

Rückfragen & Kontakt:

Türkische KULTURgemeinde in Österreich
Generalsekretärin
Dr. Melissa Günes
E-mail: m.gunes@turkischegemeinde.at

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05 10 2015
By: Redaktion 2 0

Ehrenzeichen von Bundespräsident für Verdienste um die Republik Österreich an TKG Obmann Birol Kilic

Der Obmann der Türkischen Kulturgemeine in Österreich (TKG), Dipl.-Ing. Birol Kilic, bekam Ende September von der Präsidentschaftskanzlei im Rahmen einer Feierlichkeit das „Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich“ von Bundespräsident Dr. Heinz Fischer verliehen. Die Ehrung lautete wie folgt: „Die Präsidentschaftskanzlei beurkundet hiermit, dass der Bundespräsident der Republik Österreich Herrn Dipl.-Ing. Birol Kilic, Verleger, Herausgeber und Kulturvermittler, das ‚Silberne Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich‘ verliehen hat.“Das Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich wird an Personen verliehen, die hervorragende gemeinnützige Leistungen für die Republik Österreich erbracht und ausgezeichnete Dienste geleistet haben.

 

Laut Bundespräsidentenamt lege Bundespräsident Dr. Heinz Fischer besonderen Wert darauf, dass bei der Beantragung dieser Auszeichnung ein strenger Maßstab angelegt wird, um dem Willen des Gesetzgebers zu entsprechen, wonach das Ehrenzeichen nur an jene Personen zur Verleihung gelangen soll,

die für die Republik Österreich hervorragende gemeinnützige Leistungen erbracht und/oder ausgezeichnete Dienste geleistet haben.

Birol Kilic bedankte sich im Herrensaal des Palais Niederösterreich unter anwesenden Ministerialrätin Frau Mag.Hildegard Sieß (Bundeskanzleramt), Abgeordneten, WissenschaftlerInnen, Verleger und KünstlerInnen.

 

Hier einige Zitate aus seiner Rede:

 

„Für mich ist dieser Tag ein ganz besonderer und ich möchte mich nicht nur beim Herrn Bundespräsidenten Dr. Heinz Fischer für diese Ehre bedanken; sondern vor allem auch bei meinem neuen Heimatland, der Republik Österreich.

 

Ganz besonders denke ich in dieser Stunde auch an meine liebe Mutter Hüsniye Kilic und meinen lieben Vater Hüseyin Kilic, Danke auch an meine Schwester, Perihan Kilic. Ich möchte hier meinen Vater zitieren, der sein Leben nach folgendem Motto führte und mich lehrte: „Das Leben ruht im Wissen und die Ruhe liegt in der Erkenntnis.“

 

Das türkisch-österreichische Miteinander blickt bereits auf eine lange Geschichte zurück. Als junger Student in Wien war ich sehr überrascht, tausende Kilometer entfernt von meiner Geburtsstadt Istanbul –Konstantinopel, beeindruckende Spuren des historischen Konstantinopel vorzufinden. Nicht nur byzantinisch-österreichische Ehen beeinflussten das Stadtbild, auch berühmte österreichische Künstler ließen sich vom byzantinischen Stil beeinflussen.  So sind beispielsweise der Schottenstift, die Residenz Am Hof oder die Kirche am Steinhof Ergebnisse dieses interkulturellen Austauschs.

 

Ich bin mir dessen sehr bewusst, dass diese Auszeichnung auch ein Auftrag ist, mich künftig weiterhin mit allen Kräften für das Blühen und Gedeihen der österreichischen Wirtschaft einzusetzen und die Förderung von Kunst und Kultur mitzugestalten, die Integration unter den Migranten voranzutreiben sowie das Zusammenleben zu fördern. Als Verleger von Literaturwerken und Magazinen und als Unternehmer und Investor ist es mir ein Anliegen, für den Bau dieser Brücken aus Österreich in das Ausland und auch im Inland einzutreten.

 

Insbesondere ist es mir als ein aus der Türkei abstammender, säkularer Verfassungspatriot, ein Anliegen, die Integration und Wertevermittlung der österreichischen Lebenskultur und Geschichte, und das demokratische Verständnis meinen  Landsleuten aus der Türkei in Österreich zu vermitteln bzw. nahe zu bringen.

 

Die Außenpolitik ist direkt mit der Innenpolitik verbunden, und die Innenpolitik beeinflusst und gestaltet direkt das Wohl unseres Landes Österreich, sowohl in den Bereichen Kunst, Kultur und Wirtschaft, als auch im Rahmen der Integration von Migranten. Hier möchte ich Mustafa Kemal Atatürk, den Gründer der modernen säkularen Türkischen Republik, erwähnen, der einmal sagte: „Yurtta sulh, cihanda sulh!“ Zu Deutsch „Friede in der Heimat, Friede in der ganzen Welt!“ Und deswegen ist es wichtig, als säkularer Moslem stark an die Jesus-bezogenen Worte des Papst Franziskus zu denken: „Scheinheiligkeit ist diSprac-

he der Korrupten, wir müssen endlich damit aufhören! „Eure Sprache sei: Ja, ja! Nein, nein!. Die Scheinheiligkeit ist keine Sprache der Wahrheit, weil die Wahrheit nie nur für sich steht. Nie! Sie geht immer mit der Liebe einher! Es gibt keine Wahrheit ohne Liebe. Die Liebe ist die erste Wahrheit. Wenn es keine Liebe gibt, gibt es keine Wahrheit. Diese Menschen wollen eine Wahrheit, die sie zum Zweck ihrer eigenen Interessen versklavt haben. Man kann sagen, auch hier gibt es eine Art Liebe: aber es ist eine Liebe zu sich selbst und für sich selbst. Diese narzisstische Vergötterung verführt sie dazu, andere zu betrügen, zu dem Missbrauch des Vertrauens.“

 

Ich kann diesen Worten eigentlich nichts mehr hinzufügen, doch möchte ich eines noch anmerken, nämlich, dass es der größte Betrug ist, den Namen des Gottes zu missbrauchen. Damit wird eine Theologie produziert und in weiterer Form auch provoziert, die wir „Theologie des Verachtens“, bzw. den „politisierten Glauben“ nennen, der im Namen Gottes grauenhafte Verbrechen, Ausbeutung und Religionsmissbrauch begeht und gegen jegliches säkulares Leben auftritt. Glaubensmissbrauch war gestern ein Thema, heute ist es eines und morgen wird es das auch sein!

 

Deshalb sollten wir an erster Stelle in Österreich eine säkulare, ethisch und moralisch vertretbare Religion verlangen, die auch den Mut hat, sich selbst zu kritisieren und zu korrigieren, und allen Angehörigen von Religionen, die im Namen Gottes Ausbeutung religiöser Gefühle betreiben, den Kampf ansagen. Das gebietet einem der säkulare Verfassungspatriotismus! Verfassungspatriotismus im aufgeklärten Sinne orientiert sich an übergeordneten moralischen Prinzipien des Zusammenlebens selbstbestimmter, freier BürgerInnen.

 

Und dasselbe verlangt sogar Moses selbst von den abrahamitischen Propheten, als er ihnen den Missbrauch von Gottes Namen verbietet: „Du sollst den Namen des Herrn, Deines Gottes, nicht missbrauchen, denn der Herr wird den nicht ungestraft lassen, der seinen Namen missbraucht.“ (Exodus 20,7)

 

Im Bewusstsein der zukünftigen Herausforderungen, nehme ich diese hohe Auszeichnung gerne entgegen und bedanke mich herzlich, dass Sie mit mir heute diese Verleihung feiern!

 

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und nochmals vielen herzlichen Dank an die Republik Österreich!“

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24 09 2015
By: Redaktion 2 0

Frohes Opferfest

Eid (Ul-Adha) Mubarak / Kurban Bayram Mubarek Kurban Bayramınız kutlu olsun. Wir wünschen im Namen der Türkischen Kulturgemeinde in Österreich (TKG) allen unseren muslimischen Brüdern und Schwestern ein schönes Opferfest im Kreise ihrer Familien und Freunde. 

 

Das Opferfest ist eines der höchsten religiösen Feste für Muslime. Die Feierlichkeiten dauern vier Tage und beginnen gleichzeitig mit den bedeutendsten Tagen der Wallfahrt nach Mekka. Es ist ein bewegliches Fest, das sich jedes Jahr um ungefähr 10 Tage verschiebt.

 

Im Gottvertrauen ist der Prophet Abraham vielen Muslimen, Juden und Christen ein großes Vorbild. Alle drei Religionen kennen eine Überlieferung, nach der Abraham aus Liebe und Vertrauen zu Gott sogar bereit war, seinen Sohn zu opfern. Gott erlöste ihn jedoch und hielt ihn im letzten Moment von der Tat ab. Abraham musste schließlich nur ein Tier opfern.

 

Der Ursprung des Opferfestes ist auf eine Begebenheit im Koran mit dem Propheten Ibrahim zurückzuführen. Ibrahim und seine Frau waren lange kinderlos. Nach vielen Gebeten bekamen sie zwei Söhne. Zur Prüfung seiner Ergebenheit wurde ihm durch Träume aufgetragen, einen Sohn zu opfern.

 

Als Zeichen seiner Dankbarkeit und seines Gehorsams wollte Ibrahim diese Pflicht auch erfüllen. Doch im letzten Augenblick wurde er von dieser Aufgabe entbunden. Statt seines Sohnes durfte er ein Schaf opfern. Zum Gedenken an den Propheten Abraham und dessen Erfahrung mit göttlicher Barmherzigkeit begehen die Muslime das Opferfest.

 

Es ist ebenso ein Ausdruck ihrer Ergebenheit wie auch ihres Vertrauens in Allahs Gnade. Der Grundgedanke ist das Spenden an andere Menschen und das Teilen (Infak/Paylaşma).

 

In Gedanken sind wir bei den Menschen, die um ihre ermordeten oder verunglückten Angehörigen trauern oder auf der Flucht sind, unabhängig davon welcher Religion sie angehören, ob es sich nun um Muslime, Christen, Juden oder Yesiden handelt.

 

Wir hoffen und streben danach, dass die Vernunft und die Stimmen für einen Frieden in diesen Zeiten von Flucht und Vertreibung Oberhand bekommen.

 

Wirtschaftlicher Egoismus, blinder Nationalismus und religiöser Fanatismus haben noch nie zu einem besseren Leben geführt. Wir müssen das Gemeinsame vor das Trennende stellen und jene in die Schranken weisen, welche die Religionen missbrauchen, um ihre Interessen durchzusetzen.

 

Der unumgängliche Lösungsansatz der gegenwärtigen Konflikte liegt in der Implementierung einer säkularen, überkonfessionellen Ethik, besonders in der muslimischen Welt. Wir sind der festen Überzeugung, dass der Schlüssel zu einer langfristigen Lösung der gegenwärtigen Probleme im Nahen Osten und Nordafrika in dieser säkularen Ethik liegt, welche wiederum auf einer globalen Verantwortung basieren soll.

 

Wir müssen Brücken zwischen den Kulturen, Religionen und Ethnien bauen. Zusätzlich zum herkömmlichen Religionsunterricht gehört daher ein Ethikunterricht verankert, damit das Gemeinsame wie Nächstenliebe, Mitgefühl und Respekt in der Erziehung Eingang findet. Der Ethikstoff sollte den religiösen Unterricht nicht ersetzen, sondern muss ihn unbedingt ergänzen.

 

Eine säkulare Ethik schärft die sozialen Fähigkeiten und soll nicht aus Verboten und Zwängen bestehen, sondern die Anleitung zu einem friedlichen und unterstützenden Miteinander beinhalten.

 

Wenn wir es schaffen, allgemein verbindlichen säkularen ethischen Werten zu folgen, werden wir über die Grenzen hinweg Frieden stiften und in Dialog treten können.

 

Ein realistischer Blick auf die Gegenwart zeigt, dass ein universeller Zugang zu Fragen der Ethik unumgänglich ist. Der gemeinsame Weg führt über mehr Verantwortung auf globaler, europäischer, nationaler und regionaler Ebene. Frieden und Wohlstand werden nur dann von Dauer sein, wenn die Völker in ihrer Entwicklung und ihrem Fortkommen frei sind, wenn die einzelnen Menschen Arbeit, Bildung und Essen haben und die allgemein gültigen Menschenrechte als Mindestkonsens verbrieft und umgesetzt werden. Egoismus und blinder Nationalismus führen letztlich nicht zu einem besseren Leben, die Geschichte ist der beste Beweis dafür.

 

Möge das Opferfest für alle Menschen mehr Gesundheit, mehr Wohlergehen und insbesondere mehr Frieden bescheren.

 

Ein fröhliches gesegnetes Opferfest wünscht Ihnen, Ihren Freunden und Nachbarn die

 

Türkische KULTURgemeinde in Österreich

Obmann
Dipl.-Ing. Birol Kilic

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14 09 2010
By: Redaktion 2 0

Die Türkische KULTURgemeinde ist gegen eine Quotenregelung

Es widerspricht auch dem grundsätzlichen sozialen Verständnis der Bevölkerung und geht an die Grenzen der Verfassungswidrigkeit.

Der Vorsitzende der Islamischen Glaubensgemeinschaft IGGÖ, Ibrahim Olgun, schlug zuletzt eine Quotenregelung für ethnische Gruppen in Kindergärten vor. In Kindergärten sollten Kontingente für Ethnien vorgesehen werden, um auch Nichtmuslime anzusprechen.

Für die Türkische KULTURGgemeinde in Österreich(TKG) als Think Tank NGO sind Kontingente nach Ethnien nichts anderes, als eine Festsetzung bestimmter Quoten nach Herkunft, also nach Rassen. In der Praxis könnte das etwa bedeuten: 40 Prozent türkische Kinder, 20 Prozent österreichische Kinder, 20 Prozent arabische Kinder, 20 Prozent afrikanische Kinder – mit der logischen Aufgliederung nach Herkunft in Afrika.

 

Artikel 7 Absatz 1 der Bundesverfassung sagt:

Alle Bundesbürger sind vor dem Gesetz gleich. Vorrechte der Geburt, des Geschlechtes, des Standes, der Klasse und des Bekenntnisses sind ausgeschlossen.

Artikel 14 der Europäischen Menschrechtskonvention sagt:

Der Genuss der in der vorliegenden Konvention festgelegten Rechte und Freiheiten ist ohne Benachteiligung zu gewährleisten, die insbesondere im Geschlecht, in der Rasse, Hautfarbe, Sprache, Religion, in den politischen oder sonstigen Anschauungen, in nationaler oder sozialer Herkunft, in der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, im Vermögen, in der Geburt oder im sonstigen Status begründet sind.

Artikel 21 Absatz 1 der Europäischen Grundrechtecharta sagt:

Diskriminierungen insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung sind verboten.

 

Weil es für uns auch ein wichtiges Anliegen ist und das Thema öffentlich wurde möchten wir hier, ohne jemanden zu verurteilen oder etwas vorzuwerfen in aller Freundschaft warnen:

Die Aufgliederung nach Rassen, damit untrennbar verbunden die Relation zu „guten“ und „schlechten“ Rassen, war vor 80 Jahren Teil der Ideologie eines unmenschlichen Regimes.

Quoten für Kinder nach rassischer Herkunft einzuführen, ist nicht nur menschenrechtswidrig, sondern widerspricht auch dem grundsätzlichen sozialen Verständnis der Bevölkerung und geht an die Grenzen der Verfassungswidrigkeit. Kindern oder Familien etwa zu sagen: Du darfst dort nicht mehr hinein, weil Deine Rasse schon die Quote erfüllt hat, ist deshalb ein tiefer Rückfall in eine vergangene – und offenbar noch nicht von allen überwundene – Ideologie.

 

Rückfragen & Kontakt:

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)

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28 07 2010
By: Redaktion 2 0

Welt-Debatte: „Ich möchte nie wieder Nichtmuslimin genannt werden“

Eines Tages fragte mein Freund Ali über Facebook: „Wie oft hat man euch eigentlich schon als Nichtjuden, Nichthindus, Nichtbuddhisten bezeichnet?“ Als der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier kurz darauf seine Freude darüber verkündete, dass Muslime und Nichtmuslime gemeinsam den Ramadan gefeiert hätten, dachte ich sofort an Ali, der als Alevit natürlich sensibel gegenüber muslimischen Vereinnahmungen und Ausgrenzungen ist.

 

von Monika Maron/ Quelle: Welt/Debatte

 

Ich habe übrigens den Ramadan nicht mitgefeiert und war auch nicht bereit, das angemahnte Verständnis für die möglichen Aggressionen hungernder und durstender Muslime aufzubringen.

Aber Alis Frage geht mir seitdem durch den Kopf, auch deshalb, weil ich es für möglich halte, dass ich das Wort Nichtmuslime selbst schon gebraucht habe, als wäre das normal. Dabei ist es doch ganz und gar nicht normal, wenn fünf Prozent einer Bevölkerung die Bezugsgröße für die anderen fünfundneunzig sind.

Ich glaube, das ganze Dilemma begann, als es irgendwann üblich wurde, alle Menschen, die aus islamischen Ländern kamen, als Muslime zu bezeichnen, ob sie wollten oder nicht. Eines Tages waren sie nicht mehr Iraner, Türken, Syrer, Iraker, sondern Muslime.

Damit folgte unser Sprachgebrauch genau dem islamischen Gesetz, nachdem jeder, der durch Abstammung als Muslim geboren wurde, ein Leben lang Muslim bleibt, ob er will oder nicht. Apostaten droht der Tod. Dabei würden die Türken und Syrer, die ich kenne, befragte man sie nach ihrem Selbstverständnis, alles Mögliche antworten: Deutsche, Deutschtürken, Deutschsyrer, Schauspieler, Jurist, Soziologin, Schriftsteller.

 

Iraner, Syrer, Ägypter, Türken

 

Auf keinen Fall würden sie behaupten, vor allem anderen Muslime zu sein, zumal einige von ihnen Christen sind, andere die Religion eher als Geschichte verstehen, ohne zu glauben. Aber in der deutschen Diskussion sind sie alle zu Muslimen geworden, in deren Namen nun Ayman Mazyek, Herr Alboga und Frau Özoguz ihre Ansprüche an alle anderen stellen.

Wenn man aber die Iraner, Iraker, Syrer, Ägypter, Türken ihrer nationalen Identität beraubt und sie stattdessen unter einer religiösen Identität vereint, bleibt das nicht ohne Folgen für alle anderen, die dann auch keine Deutschen mehr sind, sondern denen in Ermangelung einer gemeinsamen Religion eben die Bezeichnung Nichtmuslime verpasst wird; oder in der schlichten Sprache der deutschen Bundeskanzlerin „Menschen, die schon länger hier leben“.

Ich frage mich, warum wir vierhundert Jahre nach Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges, der als Religionskrieg in die Geschichte eingegangen ist, die Gesellschaft wieder in Religionsgemeinschaften aufteilen und das auch noch als Beweis für unsere aufgeklärte und tolerante Gesinnung ausgeben; warum wir akzeptieren, dass sich unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit die absonderlichsten Sitten ausbreiten.

Und als eine, die gern Deutsche ist, wenn auch Nachfahrin polnisch-jüdischer Einwanderer, kann ich nicht verstehen, warum wir selbst die muslimische Geschlossenheit so leidenschaftlich vorantreiben, indem wir sie immer wieder benennen und betonen, statt die Syrer, Iraner, Palästinenser, Türken so wahrzunehmen wie uns selbst, als Einzelne mit einer anderen kulturellen Herkunft, die glauben dürfen, was sie wollen, allerdings ohne Auswirkungen auf alle anderen.

 

Wir machen Muslime

 

Denn gegen die muslimische Geschlossenheit, fürchte ich, haben wir auf Dauer keine Chance, wenn die Religion von uns selbst als das Trennende anerkannt wird, wenn wir selbst von Muslimen und Nichtmuslimen sprechen, was Gläubige und Ungläubige bedeutet. Ich jedenfalls will nie wieder Nichtmuslimin genannt werden.

Ich möchte übrigens auch nicht Muslima zu einer Muslimin sagen. Laut Wikipedia ist das die arabische weibliche Form von Muslim. Aber was soll dieses a im deutschen Sprachgebrauch? Nennen wir ein Polin „Polka“ oder Amerikaner „americans“? Wenn eine Muslimin sich lieber Muslima nennt, soll es mir recht sein, aber warum übernehmen Zeitungen und politische Repräsentanten eilfertig eine arabische Endung, die nur der Betonung muslimischer Andersartigkeit dienen soll?

Allerdings ist dieses kleine a harmlos im Vergleich zu einer anderen muslimischen Spracherfindung, der Islamophobie. Wenn ich den Islam kritisiere, bin ich islamophob, so ähnlich wie xenophob, fremdenfeindlich, rassistisch. Erfunden wurde dieser Begriff Ende der Siebzigerjahre des vorigen Jahrhunderts von islamischen Fundamentalisten, um dem Islam seine Unantastbarkeit zu garantieren.

Aber warum konnte er unter vernünftigen Menschen zu solcher Macht gelangen und die Grenzen zwischen Politik und Religion in unserem säkularen Land derart verschieben, dass religiös begründete mittelalterliche Sitten Einzug halten, die nicht einmal für fünf Prozent der Bevölkerung gelten, aber an den bis dahin selbstverständlichen Maßstäben aller anderen rütteln?

 

Ich interessiere mich nicht für den Koran

 

Ich bin nicht rassistisch und nicht xenophob, wenn ich nicht will, dass islamische Gebote und Verbote die Speisepläne in Schulen und Kantinen bestimmen, Karikaturen und zu freizügige Kunst auf den Index setzen, dass unter dem freiwillig oder unfreiwillig getragenen Schleier muslimischer Frauen sich schleichend unser Frauenbild verändert und es uns eines Tages vielleicht normal vorkommt, wenn Frauen als Teletubbies verkleidet in die Schwimmbecken springen.

Ich bin auch nicht xenophob und rassistisch, wenn ich nicht jeden Tag im Radio oder in der Zeitung aufgefordert werden will, mich für den Koran zu interessieren. Mich interessiert nicht, was in der Sure X steht und ob die Sure XY vielleicht das Gegenteil davon behauptet, mich interessiert auch nicht, ob etwas halal oder haram ist. Mich interessiert, was im Namen des Islam heute geschieht, in Deutschland und in der Welt, und ob der Islam sich selbst verändert oder uns.

Nach der Vorstellung maßgeblicher muslimischer Mitbürger sind es wohl die Deutschen, die sich verändern sollen. Naika Foroutan, Tochter einer deutschen Mutter und eines iranischen Vaters, Professorin für Integrationsforschung und Gesellschaftspolitik und Erfinderin des Forschungsprojekts „Hybride europäisch-muslimische Identitätsmodelle (HEYMAT)“ träumt von den „Neuen Deutschen“, womit nicht nur die wirklich neuen Deutschen gemeint sind, sondern auch die alten, einschließlich der polnischen, vietnamesischen, russischen Zuwanderer, alle 95 Prozent eben, die sich in Hybridgeschöpfe verwandeln sollen, um den Bedürfnissen der fünf Prozent gerecht zu werden.

 

Ich bin auch dritte Generation Einwanderer.

 

Nachdem unsere Integrationsministerin Aydan Özoguz zu der Erkenntnis gelangt ist, dass es eine deutsche Kultur jenseits der Sprache überhaupt nicht gibt, sollte es uns wohl nicht schwerfallen, das, was wir dafür gehalten haben, aufzugeben und einer anderen Kultur den gebührenden Platz einzuräumen. Oder wie soll ich das anders verstehen?

Meine Großeltern sind 1905 nach Deutschland eingewandert. Sie hatten vier Kinder, die alle Deutsche wurden, Deutsche mit polnischen Eltern. Ich bin die dritte Generation, eine Formulierung, die nichts mit meinem Lebensgefühl zu tun hat und die mir erst eingefallen ist, seit wir über die zunehmenden Probleme mit der dritten und vierten Generation muslimischer Einwanderer sprechen.

Der Islam ist, ob wir es wollen oder nicht, zu einem Teil unserer Lebenswirklichkeit geworden. Zu unserer Kultur gehört er nicht. Wenn er sich verträglich in die deutsche und europäische Kultur eingliedern will, muss er sich ändern. Und wir, wenn wir unsere Kultur und unsere Säkularität behalten wollen, müssen sie endlich verteidigen.“ (WELT, DEBATTE)

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10 07 2010
By: Redaktion 2 0

TKG: Türkei und Österreich müssen gegenseitige Empathie zeigen

Die Türkei hat immense Probleme. Österreich genauso, aber anders geartete. Den Besuch des türkischen Wirtschaftsministers sollte man nicht emotionalisieren.

Wien (OTS) – Laut österreichischer Presse ist der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci um den 15.07.2017 in Österreich mit folgender Argumentation nicht erwünscht: „Der Außenminister akkordiert mit dem Bundeskanzleramt und verbietet dem türkischen Wirtschaftsminister zum einjährigen Putschgedenken die Einreise. Es bestehe „Gefahr für öffentliche Ordnung und Sicherheit“

Der 15.07.2017 ist für Millionen Menschen in der Türkei und auch im Ausland ein wichtiger und schmerzlicher Tag, egal auf welcher Seite man steht. In Österreich leben über 300.000 Menschen aus der Türkei, die gerade wegen des letzten Referendums in der Türkei in den letzten fünf Jahren mit mehreren Demonstrationen auf den Straßen Wiens Bezug auf die Türkei nahmen. Aufgrund dieser Demonstrationen wurden Menschen aus der Türkei mit immensen Schwierigkeiten konfrontiert.

 

Großen Nachteil für Österreich

Es entstanden Probleme, die die Bereiche Integration und Zusammenleben in Österreich massiv erschwerten. Viele Menschen fühlen sich verfolgt, erpresst und in ihrer freien Meinungsäußerung massiv eingeschränkt. Wir erleben in einen freien demokratischen Land wie Österreich Dinge, die nicht normal sind und den inneren Frieden in Gefahr bringen. Das alles stellt einen „großen Nachteil“ für Österreich dar.

TKG zeigt vollstes Verständnis dafür, dass man der Opfer des Putschversuches vom 15.07.2016 in aller Ehre gedenkt. Wir sind fest davon überzeugt, dass auch die österreichische Regierung und das Außenministerium ein Zeichen der Solidarität setzt und Empathie für die Freunde und Angehörigen der Opfer hat.

Wir sind, besonders vor den bevorstehenden Wahlen im Oktober 2017, in einer prekären Lage, in der Menschen aus der Türkei ständig thematisiert werden. Realistisch gesehen erwarten wir auch vom türkischen Wirtschaftsminister, dass die innere Sicherheit und das Zusammenleben in Österreich geschätzt werden. Die ÖsterreicherInnen sehen die Türkei als Freund und wünschen sich einen starken demokratischen Rechtsstaat mit gute kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen. Aus diesem Grund sollten beide Länder Empathie und Respekt zu inneren Angelegenheiten, besonders in diesen schwierigen Zeiten, zeigen.

 

Türkische Kulturgemeinde in Österreich(TKG)
DI Birol Kilic

 

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20170710_OTS0114/tkg-tuerkei-und-oesterreich-muessen-gegenseitige-empathie-zeigen

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07 06 2010
By: Redaktion 2 0

TKG: Türkei und Österreich müssen gegenseitige Empathie zeigen

Die Türkei hat immense Probleme. Österreich genauso, aber anders geartete. Den Besuch des türkischen Wirtschaftsministers sollte man nicht emotionalisieren.

 

Wien (OTS) – Laut österreichischer Presse ist der türkische Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci um den 15.07.2017 in Österreich mit folgender Argumentation nicht erwünscht: „Der Außenminister akkordiert mit dem Bundeskanzleramt und verbietet dem türkischen Wirtschaftsminister zum einjährigen Putschgedenken die Einreise. Es bestehe „Gefahr für öffentliche Ordnung und Sicherheit“.

 

Der 15.07.2017 ist für Millionen Menschen in der Türkei und auch im Ausland ein wichtiger und schmerzlicher Tag, egal auf welcher Seite man steht. In Österreich leben über 300.000 Menschen aus der Türkei, die gerade wegen des letzten Referendums in der Türkei in den letzten fünf Jahren mit mehreren Demonstrationen auf den Straßen Wiens Bezug auf die Türkei nahmen. Aufgrund dieser Demonstrationen wurden Menschen aus der Türkei mit immensen Schwierigkeiten konfrontiert.

 

Großen Nachteil für Österreich

 

Es entstanden Probleme, die die Bereiche Integration und Zusammenleben in Österreich massiv erschwerten. Viele Menschen fühlen sich verfolgt, erpresst und in ihrer freien Meinungsäußerung massiv eingeschränkt. Wir erleben in einen freien demokratischen Land wie Österreich Dinge, die nicht normal sind und den inneren Frieden in Gefahr bringen. Das alles stellt einen „großen Nachteil“ für Österreich dar.

 

TKG zeigt vollstes Verständnis dafür, dass man der Opfer des Putschversuches vom 15.07.2016 in aller Ehre gedenkt. Wir sind fest davon überzeugt, dass auch die österreichische Regierung und das Außenministerium ein Zeichen der Solidarität setzt und Empathie für die Freunde und Angehörigen der Opfer hat.

 

Wir sind, besonders vor den bevorstehenden Wahlen im Oktober 2017, in einer prekären Lage, in der Menschen aus der Türkei ständig thematisiert werden. Realistisch gesehen erwarten wir auch vom türkischen Wirtschaftsminister, dass die innere Sicherheit und das Zusammenleben in Österreich geschätzt werden. Die ÖsterreicherInnen sehen die Türkei als Freund und wünschen sich einen starken demokratischen Rechtsstaat mit gute kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen. Aus diesem Grund sollten beide Länder Empathie und Respekt zu inneren Angelegenheiten, besonders in diesen schwierigen Zeiten, zeigen.

 

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)
DI Birol Kilic

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07 03 2010
By: Redaktion 2 0

Mitarbeiter der Wiener Linien schikaniert türkische Dame

 Der Wiener Anwalt Dr. Georg Zanger beschreibt auf seiner Facebook Seite einen Fall von kulturellem Rassismus (Neo- Rassismus), der ein Fall für Bürgermeister Häupl sein sollte.

 

Wien (OTS) – Ohne Kommentar möchten wir im Namen der Türkischen KULTURgemeinde in Österreich die menschenunwürdigen Aussagen eines Mitarbeiters der Wiener Linien von der Facebook-Seite des Wiener Anwalts Dr. Georg Zanger teilen:

„Eine türkische Migrantin mit – ausschliesslich – österr. StB hatte ihre Jahreskarte der Wr.Linien zu hause vergessen. Dem Kontrollor in der U-Bahn erklärte sie das. Jetzt begann ein hochpeinliches Verhör:

„Du Türkin oder Österreicherin? Du sprechen nicht gut Deutsch! Wieso Du leben Österreich? Du tragen Kopftuch! Wozu? Du haben auch türkischen Pass? Hier Österreich ….“

Was hat ein Kontrollor der Wiener Linien mit Herkunft, Nationalität und Kopftuch zu tun? 

Wir sind weit gekommen! Viele Österreicher glauben, ihre Nationalität demonstrieren zu wollen und empfinden Lust, Migranten herabzuwürdigen. 

Es wird Zeit, dass die Politik die Notbremse zieht und die Hatz auf unsere türkischen Mitbürger beendet!“

 

Quelle:

Facebookseite von Dr. Georg Zanger am 22.08.2017 um 23.31,

https://www.facebook.com/georg.zanger.1/posts/10211801512826476
)

 

Wir möchten das nicht weiter kommentieren und bitten in aller Form in Zukunft solche Handlungen des kulturellen Rassismus zu unterlassen.

 

Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG)
DI Birol Kilic
Obmann

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